gie_10_2017

Giesserei.Verlag

EDITORIAL

Neuanfang in Berlin?

Trends zur Emissionssenkung und zum Leichtbau werden anhalten

FOTO: EVONIK

Durch thermoelektrische Generatoren

(TEG) kann die Ab- und

Strahlungswärme industrieller

Betriebe in elektrischen Strom

umgewandelt werden (siehe

Seite 56).

FOTO: BDG/SOSCHINSKI

Während viele vor der Bundestagswahl noch mit

einer Neuauflage der großen Koalition gerechnet

hatten, läuft nun alles auf ein Bündnis von

CDU und FDP mit den Grünen hinaus. Welche Auswirklungen

wird die sogenannte Jamaika-Koalition auf die

für Gießer so wichtigen Fragen wie Energiekosten, Umweltauflagen.

Arbeitsrecht und Arbeitskosten haben?

Inwieweit werden sich die Bündnispartner für faire

Marktbedingungen sowie den Schutz vor Dumpinganbietern

und Rohstoffspekulaten einsetzen? Lassen wir

uns überraschen!

Unabhängig davon, wie die Koalitionsbildung in Berlin

ausgeht: Die künftige Regierungsmannschaft wird an

den vereinbarten Klimazielen festhalten und sich deshalb

u. a. dafür einsetzen, die Fahrzeugemissionen weiter zu senken. Eine der besten Methoden

dieses Ziel zu erreichen, ist nach wie vor der Leichtbau. Das Leichtbaupotenzial

des Werkstoffs Aluminium ist hinlänglich bekannt und wird in unserem Fachbeitrag aus

dem Hause Franken Guss ab S. 48 durch die beiden Autoren Achim Keidies und Wolfgang

Knothe an Beispielen aus der Fertigung auch noch einmal eindrücklich dargelegt. Zugleich

werden auch die Stärken der Gusseisenwerkstoffe z. B. für hochbelastbare Leichtbaukonstruktionen

hervorgehoben.

Bei Motorblöcken, den größten und schwersten Bauteilen von Verbrennungsmotoren, setzt

so mancher Autobauer bereits auf Aluminium. Die Werkstoffe Eisen und Aluminium stehen

aber auch hier weiterhin im Wettbewerb, wie unser Autor Edgar Lange in seiner Reportage

über das EcoCasting-Gießverfahren von Fritz Winter aus Stadtallendorf zeigt. Mit dem

Dünnwandeisengießen erreichen die Stadtallendorfer beachtliche Gewichtsreduktionen

(ab S. 68).

Leichtbau im High-End-Bereich gibt es neuerdings auch aus dem 3-D-Drucker. Im Interview

mit Dr. Eric Klemp, dem Geschäftsführer der Additive Manufacturing Center GmbH

(AMC) der voestalpine in Düsseldorf, erfuhr die GIESSEREI-Redaktion nicht nur, auf welchem

Stand sich die Industrialisierung des Metall-3-Drucks befindet. Dr. Klemp präsentierte mit

dem Light Hinge+ auch ein Motorhaubenscharnier, das nach bionischen Gesichtspunkten

konstruiert und anschließend gedruckt wurde. Vorteile: 50 % Gewichtsverringerung gegenüber

einem konventionell hergestellten Scharnier sowie erweiterte Funktionalitäten (ab

S. 44). Das 3-D-gedruckte Scharnier war auch ein Hingucker auf der IAA in Frankfurt am Main.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Robert Piterek, Technischer Fachredakteur (E-Mail: robert.piterek@bdguss.de)

GIESSEREI 104 10/2017 3


INHALT

FOTO: VOLKSWAGEN

FOTO: BDG/PITEREK

FOTO: FRANKEN GUSS

34

Kokillengießen

TECHNOLOGIE & TRENDS

Im dritten Teil der Serie „Schwerkraftkokillengießen

mit strukturierten Kokillenoberflächen“

wird eine Hilfsrahmenkokille

eingesetzt, um den Verschleiß

unter Serienbedingungen zu analysieren.

44

3-D-Metalldruck

INTERVIEW

Die junge Technologie des Metall-3-D-

Druckens steht an der Schwelle zur

Marktreife. Ein Gespräch mit Dr. Eric

Klemp über den Stand der Technik und

die Industrialisierung der Verfahren.

48

Leichtbau

SPEKTRUM

Für die E-Mobilität muss der Leichtbau

weiterentwickelt werden. Die gießtechnischen

Verfahren ermöglichen eine lastoptimierte

Auslegung sowie den Einsatz von

Aluminium oder hochfestem Gusseisen.

68

Dünnwandeisenguss

UNTERNEHMEN & MÄRKTE

Die Fritz Winter-Eisengießerei

setzt beim Motorblock auf

Dünnwandguss aus Gusseisen

mit Lamellengrafit mit Wanddicken

von nur 2,5 Millimetern.

FOTO: FRITZ WINTER

4 GIESSEREI 104 10/2017


TECHNOLOGIE & TRENDS

24 Verringerung der Porenbildung beim Laserstrahlschweißen von Aluminium-Druckgusslegierungen

unter reduziertem Druck und durch Doppelfokustechnik

Fabian Teichmann, Sebastian Müller, Helge Pries, Klaus Dilger

34 Schwerkraftkokillengießen mit strukturierten Kokillenoberflächen,

Teil 3: Serienanwendung

Stephan Knorr, Sebastian Gierth, Sebastian Findeisen, Thomas Beganovic

INTERVIEW

44 „How far can you imagine?“

Dr. Eric Klemp, Geschäftsführer der Additive Manufacturing Center GmbH der

voestalpine in Düsseldorf, im Gespräch mit der GIESSEREI

SPEKTRUM

48 Fahrzeugleichtbau mit Gusseisen und Aluminium

Achim Keidies, Wolfgang Knothe

52 Zellenmanagement für mehr Effizienz, Adrian Buob

56 Abwärmenutzung mit thermoelektrischen Generatoren

Stefan Schumann, Dirk Lehmann, Patrick Stenner, Sascha Hoch

60 Weniger Putzen durch NETFrame, Jörg Schäfer

64 Moderne Umrichtertechnik für alte Netzfrequenztiegelöfen, Rolf Schuller

Fachmesse für

Entgrattechnologie und

Präzisionsoberflächen

10.–12. Oktober 2017

Messe Karlsruhe

+

+ Fachforum

Themenpark

Bauteilreinigung

nach dem Entgraten

UNTERNEHMEN & MÄRKTE

68 Eisengießerei setzt mit EcoCasting auf Dünnwandguss, Edgar Lange

RUBRIKEN

3 Editorial

6 Aktuelles

72 Patente

78 News

82 Medien & Bücher

84 Firmenschriften

85 VDG intern

86 Termine

Tagungen

88 Kupolofenkonferenz - Teil 2: Umwelt, nachhaltige Einsatzstoffe und Recycling

95 Stellenmarkt/Kontakte/Sonstiges

97 Inserentenverzeichnis

98 Vorschau/Impressum

Noch kein Abo? Dann wählen Sie die Hotline 0211/6707-5 27

oder schicken eine E-Mail an: gabriele.wald@stahleisen.de

Entscheidend für

Funktion und Qualität:

Entgraten

Verrunden

Präzise

Oberflächen

Die DeburringEXPO zeigt

neueste Technologien und

Dienstleistungen, vermittelt

Wissen und Erfahrung.

www.deburring-expo.de

GIESSEREI 104 10/2017 5


AKTUELLES

FOTO: COSWIG WALZENGIESSEREI

6 GIESSEREI 104 10/2017


Foto des

Monats:

Heiße

Produkte!

Zwei Mitarbeiter der Walzengießerei Coswig

bei der Arbeit. Das Motiv zeigt den

Abguss eines Gussstücks mit Tümpel. Die

Gießerei gehört zur Essener DIHAG-Gießereigruppe

und ist ein Spezialist, wenn

es um anspruchsvolle und innovative

Guss-Lösungen geht – ob für Windenergieunternehmen,

Mahl- und Zerkleinerungswerke

oder Maschinenbauer.

Hat auch Ihr Unternehmen interessante

Bildmotive? Senden Sie Ihre Bildvorschläge

an: soschinski@bdguss.de oder per

Post an die Bildredaktion, Giesserei,

Hansa allee 203, 40549 Düsseldorf.

GIESSEREI 104 10/2017 7


AKTUELLES

FOTOS: STEFAN UNGER

Minister Martin Dulig (3. v. l.) mit Geschäftsführer Dietmar Hahn (2. v. l.) am Schmelzofen.

Wirtschaftsminister besuchte sächsische Eisengießerei

> EISENWERK ERLA: Am 23. August

2017 besuchte der Wirtschaftsminister

und stellvertretende sächsische Ministerpräsident

Martin Dulig (SPD) verschiedene

Betriebe der Region Westerzgebirge.

Dabei machte sich der aus der Region

Aue stammende Dulig auch ein Bild von

der Eisengießerei Erla in Schwarzenberg.

Dort suchte er nicht nur den Kontakt mit

den Verantwortlichen, sondern führte

auch beim Rundgang vor Ort Gespräche

mit den Arbeitern in der Gießerei. Darüber

hinaus besichtigte der Minister die

hochmoderne mechanische Bearbeitung

des Unternehmens. Sichtlich beeindruckt

war Dulig über die Leistungen der Mitarbeiter

unter den schweren Bedingungen,

welche an den Öfen in der Gießerei herrschen.

Der Traditionsbetrieb aus Schwarzenberg

genießt als Zulieferer für die internationale

Automobilindustrie einen

guten Ruf. Doch der starke Preiskampf

macht dem Unternehmen zu schaffen.

Die Gießerei investierte deshalb jetzt

auch in eine neue Bearbeitungsstrecke,

Martin Dulig an der Formanlage des Eisenwerks Erla.

um sich dem internationalen Wettbewerb

stellen zu können. „Technologisch können

wir jedem Wettbewerber weltweit Paroli

bieten“, sagte der Hauptgeschäftsführer

der Eisengießerei Dietmar Hahn.

www.eisenwerk-erla.de

8 GIESSEREI 104 10/2017


Perspektiven weiterhin gut

> ZULIEFERINDUSTRIE: Die Lagebewertung

der deutschen Zulieferer zeigte sich

im August 2017 prinzipiell positiv. Dennoch

gibt es erste Anzeichen, dass ein

oberer Wendepunkt bei der Geschäftslage

in Sichtweite rücken könnte. Die Einschätzung

der aktuellen Lage hat sich nicht mit

der Dynamik vergangener Monate verbessert.

Auch der Blick auf die Perspektiven

erinnert an Grenzen einer weiteren gradlinigen

Konjunkturerholung. Dies ist vor

dem Hintergrund eines schwächelnden

Fahrzeugbaus in Deutschland zu sehen.

Bis einschließlich Juli liegt die Pkw-Fertigung

um 4 % im Minus. Dies können nur

Zulieferer ausgleichen, welche auch auswärtige

OEMs im Kundenportfolio haben.

Dort läuft es noch etwas runder: Die Zulassungen

importierter Pkw liegen aktuell

zweistellig im Plus, nur machen diese nicht

einmal ein Drittel der innerdeutschen Zulassungen

aus. Der Geschäftsklimaindex

Zulieferindustrie wird von der Arbeitsgemeinschaft

Zulieferindustrie ArGeZ in Zusammenarbeit

mit dem Ifo-Institut, München,

ermittelt und beruht auf der Befragung

von rund 600 Unternehmen, u. a.

aus den Branchen Gießerei-Industrie,

Stahl- und Metallverarbeitung und NE-

Metall-Industrie. www.argez.de

Ehrung als Innovationsführer im Mittelstand

> TIMELINE: Die TimeLine Business Solutions

Group gehört in diesem Jahr zu

den Innovationsführern des deutschen

Mittelstands. Das Unternehmen aus Solingen

überzeugte in einem unabhängigen

Auswahlverfahren. Im Rahmen des 4.

Deutschen Mittelstands-Summit am 23.

Juni 2017 in Essen wurde das Unternehmen

von dem Wissenschaftsjournalisten

und TV-Moderator Ranga Yogeshwar mit

dem TOP 100-Siegel ausgezeichnet. Bereits

seit 1993 wird im Auftrag der compamedia

GmbH das TOP 100-Siegel für

besondere Innovationskraft und überdurchschnittliche

Innovationserfolge an

mittelständische Unternehmen verliehen

– die wissenschaftliche Leitung liegt seit

2002 in den Händen von Prof. Dr. Nikolaus

Franke. Franke ist Vorstand des Instituts

für Entrepreneurship und Innovation

der Wirtschaftsuniversität Wien und

Gastforscher am Massachusetts Institute

of Technology (MIT).

Der TimeLine Business Solutions

Group ist es gelungen, sich im Markt für

Enterprise-Resource-Planning (ERP)-Anwendungen

gegen Unternehmen mit

deutlich größeren Entwicklungsabteilungen

zu behaupten. Seinen Erfolg verdankt

das 1962 gegründete TOP 100-Unternehmen

einer konsequenten Neuausrichtung:

Bis dahin hatte TimeLine seine

vor allem von Gießereien und im Maschinenbau

genutzten ERP-Anwendungen

(u. a. TimeLine Guss) mit einer zugekauften

Entwicklungsplattform gebaut. Unter

der Regie von Geschäftsführer Boris

Der Wissenschaftsjournalist und TV-Moderator Ranga Yogeshwar, Mentor des TOP

100-Wettbewerbs, umrahmt von den Preisträgern der TimeLine Business Solutions

Group Marius Mix, Leitung Marketing, sowie den Geschäftsführern Monika Oberlack

und Boris Gebauer (v. l. n. r.).

Gebauer setzte TimeLine dann mit einer

selbstkreierten Entwicklungsumgebung

das ganze ERP-System neu auf. Mit rund

zehn Entwicklern und etlichen Millionen

Euro, mit denen Gebauer finanziell in Vorleistung

ging, schuf das Team eine einzigartige

Rapid-Development-Umgebung.

Mit ihr können Businessanwendungen

nun zehnmal so schnell programmiert

werden. Außerdem ist sie plattformunabhängig

und ermöglicht Änderungen,

selbst wenn das Programm schon läuft.

„Die Umgebung ist uns so gut gelungen,

dass wir damit unser eigenes ERP-Programm

weiterentwickeln. Aber auch als

eigenes Produkt wollen wir die Entwicklungsplattform

auf den Markt bringen“,

so Boris Gebauer, der seinen 130 Mitarbeitern

in der Unternehmensgruppe

durchschnittlich jeweils 50 Weiterbildungstage

im Jahr ermöglicht.

Wie dynamisch das Unternehmen ist,

zeigt u. a. die Tatsache, dass TimeLine

über 80 % seines Umsatzes mit Marktneuheiten

und innovativen Verbesserungen

aus den vergangenen drei Jahren erwirtschaftet

hat. Das ist selbst unter den

TOP 100 ein Spitzenwert.

www.timeline.info

FOTO: COMPAMEDIA GMBH/GEBAUER GMBH

A. FENGLER

Hermann Uhlmann

Maschinen- und

Waagenbau GmbH

Hasseröder Straße 6

ConviTec

Schwingmaschinen und Fördertechnik

Projektierung – Ausführung - Service

www.convitec.net · 069 / 84 84 89 7- 0


AKTUELLES

Leichtmetalldruckgießer in Rumänien erworben

Bearbeitungsshop

von Eucasting

Rumänien in Pitesti.

GF Automotive baut

damit seine Präsenz

im Wachstumsmarkt

Leichtmetall

weiter aus.

> GF AUTOMOTIVE: Das Gießereiunternehmen

GF Automotive, eine Division von

GF, hat die Eucasting Ro SRL akquiriert,

einen Aluminiumdruckgussspezialisten

mit zwei Produktionsstätten in Rumänien.

Die Akquisition entspricht der Strategie

von GF Automotive, ihre Präsenz im

Wachstumsmarkt der Leichtmetallkomponenten

auszubauen.

Eucasting wurde 1960 in Italien von

der Familie Mapelli gegründet. 2006 begann

das Unternehmen mit der Expansion

nach Rumänien und errichtete dort ein

Druckgusswerk in Pitesti, 100 km westlich

von Bukarest. Aufgrund der starken

Nachfrage nach Aluminiumgusskomponenten

wurde 2010 ein zweites Werk in

Scornicesti, rund 50 km südlich von

Pitesti, eröffnet.

Mit rund 500 Mitarbeitern erwirtschaftet

Eucasting einen Umsatz von ca.

50 Mio. Schweizer Franken (ca. 43 Mio.

Euro). 60 % des Umsatzes stammen aus

dem Automobilbereich, gefolgt von Beleuchtungslösungen

und weiteren industriellen

Anwendungen. Der Abschluss der

Transaktion ist für November 2017 vorgesehen.

Die Parteien haben über die finanziellen

Details der Transaktionen Stillschweigen

vereinbart.

Yves Serra, CEO von GF, erklärt: „Wir

freuen uns, Eucasting in der GF-Familie

willkommen zu heißen. Sowohl die Kundenbasis

also auch die Standorte des Unternehmens

stellen eine sehr gute Ergänzung

für GF Automotive dar, und wir freuen

uns darauf, die rasche Entwicklung des

Unternehmens zu unterstützen.“

Federica Mapelli, Eigentümerin der

Eucasting RO SRL, sagt: „Wir sind begeistert,

Teil von GF Automotive zu werden

und gemeinsam die nächsten Schritte in

unserer Entwicklung zu planen. Dank des

großen Know-hows und der Leichtbaukompetenz

von GF Automotive werden wir

unsere bestehenden und zukünftigen

Kunden in Zukunft noch besser bedienen

können.“

www.gfau.com

FOTO: GF AUTOMOTIVE

Energieeffizienz-Netzwerk auf Erfolgskurs

> DIHAG HOLDING: Den Gesamtstrombedarf

über drei Jahre um ca. 10 % senken

– das ist das erklärte Ziel der DIHAG Holding,

Essen. Ein Jahr nach Gründung des

DIHAG Energieeffizienz-Netzwerks mit der

DIHAG-Tochter GIGA Energy GmbH verzeichnen

die deutschen DIHAG-Gießereien

bereits erste Erfolge. Durch den gezielten

Erfahrungsaustausch wurden gemeinsam

weitere Einsparpotenziale

identifiziert. Mit einer energetischen Optimierung

der Produktionsprozesse und

der darin eingebetteten Querschnittstechnologien

trägt die Gießereigruppe dazu

bei, die energie- und klimapolitischen Ziele

der Bundesregierung zu erfüllen.

Die Verbesserung der Energieeffizienz

ist nicht zuletzt aufgrund der steigenden

Energiekosten und der Forderung nach

mehr Klimaschutz eine wesentliche Herausforderung

der Gießerei-Industrie. „Als

Technologieführer arbeiten die Gießereien

der DIHAG bereits heute sehr effizient“,

sagt Carsten Kloes, CFO der DIHAG Holding.

„Kontinuierlich nach Prozess-Exzellenz

zu streben, ist Teil unserer Unternehmensstrategie

– dieses Vorhaben bündeln

Gussproduktion bei

der DIHAG: Mit seinem

Energieeffizienz-Netzwerk

trägt

die DIHAG Holding

maßgeblich dazu

bei, die Forderungen

der Bundesregierung

zur Einsparung

von Treibhausgasemissionen,

zu erfüllen.

wir in unserem Energieeffizienz-Netzwerk.“

Moderiert durch GIGA Energy wurden

regelmäßige Optimierungstreffen der

Energiemanagementbeauftragten der

deutschen Tochterunternehmen der

DIHAG eingeführt. Erste Resultate sind

bereits nachweisbar. So wurde die Beleuchtung

in den Produktionshallen weitestgehend

auf LED-Leuchtmittel umgestellt

und energieintensive Querschnittstechnologien,

wie Drucklufttechnologien

und Motoren, wurden energetisch optimiert

bzw. erneuert. „Durch die systematische

und unbürokratische Zusammenarbeit

werden wir den Gesamtstrombedarf

der deutschen DIHAG-Gießereistandorte

während der Erstlaufzeit des Netzwerks

über drei Jahre um ca. 10 % reduzieren“,

sagt Norbert Leeners, Geschäftsführer der

GIGA Energy. „Mit den bereits definierten

Maßnahmen liegen wir gut in unserem

Effizienz-Fahrplan.“ www.dihag.com

FOTO: DIHAG

10 GIESSEREI 104 10/2017


AKTUELLES

Schneller Anfahren mit virtueller Inbetriebnahme

> KÜTTNER AUTOMATION: Die virtuelle

Inbetriebnahme ermöglicht es, bei

Umbau und Modernisierung von Anlagen

in der Metallindustrie schon vor der realen

Inbetriebnahme die einwandfreie

Funktion der Automatisierungstechnik zu

prüfen sowie Steuerungsabläufe und Prozessschritte

zu optimieren. Mehrere erfolgreiche

Projekte bei der Eisengießerei

Gienanth GmbH aus dem pfälzischen

Eisenberg belegen, dass die Simulation

in der digitalen Fabrik den Zeitaufwand

für die Inbetriebnahme deutlich reduziert.

Bei Umbau und Modernisierung von

Anlagen zählt jeder Tag. Ist eine Anlage

für eine Umbaumaßnahme erst einmal

außer Betrieb, soll sie so schnell und fehlerfrei

wie möglich wieder anfahren. Für

die elektrische Inbetriebnahme steht jedoch

nach mechanischen Umbauten mit

ihren typischen Unwägbarkeiten oft nur

wenig Zeit zur Verfügung. So hat das

schnelle und zuverlässige Testen und Optimieren

der Hardware und der Steuerungssoftware

entscheidende Bedeutung

für den Erfolg jedes Modernisierungsprojektes.

Mit der virtuellen Inbetriebnahme hat

die zur Küttner-Gruppe gehörende Küttner

Automation GmbH, Trier, in vielen Projekten

die Inbetriebnahme verkürzt und die

Hochfahrkurven beschleunigt.

Basis des Verfahrens ist eine Testumgebung,

in der alle mechanischen, hy draulischen,

pneumatischen und elektrischen

Komponenten des Steuerungssystems zu

einer digitalen Fabrik gekoppelt werden.

In dieser Simulationsumgebung können

Prozesse bereits im Vorfeld optimiert sowie

Fehler im Ablauf identifiziert und behoben

werden. Das Ergebnis: Schon bevor

die neue Anlage „live“ geht, sind alle Automatiksequenzen

getestet und abgenommen.

Die virtuelle Inbetriebnahme der

Steuerungstechnik wird bereits früh im

Die virtuelle Inbetriebnahme in der digitalen Fabrik verkürzt die Inbetriebnahme und

beschleunigt die Hochlaufphase.

Projekt – parallel zur Fertigung und Montage

von Maschinen – aufgesetzt. So kann

die Steuerungssoftware ohne den Zeitdruck

einer echten Inbetriebnahme getestet

und optimiert werden. Bei der realen

Inbetriebnahme liegt der Schwerpunkt

dann überwiegend nur noch auf der Signal-

und Feldebene. Darüber hinaus verkürzt

dieses Vorgehen in vielen Fällen

auch die Hochlaufphase, da weniger Ausfälle

und Stillstandszeiten entstehen.

Friedhelm Bösche, der Leiter der Softwareentwicklung

bei Küttner Automation

in Trier, bietet seinen Kunden bei Modernisierungsprojekten

generell die virtuelle

Inbetriebnahme an: „Die Modellierung der

Vor-Inbetriebnahme verursacht anfangs

einen gewissen Aufwand, spart aber später

erheblich Zeit. Unsere Erfahrung aus

einer Vielzahl von Projekten zeigt, dass

Software, die im Rahmen einer virtuellen

Inbetriebnahme vorgeprüft wurde, bei der

realen Inbetriebnahme einen Zeitgewinn

von bis zu 75 % erzielt.“

In der Gießerei der Gienanth GmbH in

Eisenberg hat die Küttner Gruppe kürzlich

unter anderem eine Sandaufbereitung

modernisiert. In dem Projekt hat Küttner

Automation die Automatisierungstechnik

geliefert und im Vorfeld eine virtuelle Inbetriebnahme

durchgeführt.

Roland Walter, Projektleiter bei Gienanth,

zieht Bilanz: „Obwohl wir für die

Inbetriebnahme nur zwei Wochen Zeit

hatten, haben wir den Terminplan eingehalten.

Die virtuelle Inbetriebnahme hat

uns früh im Projekt die Sicherheit gegeben,

dass die Prozesse optimal ablaufen

werden. Die Mitarbeiter der Produktion

konnten sich einbringen und Abläufe

schon im Vorfeld testen. Dies hat ganz

wesentlich zur schnellen Inbetriebnahme

beigetragen.“

www.kuettner-trier.com

FOTO: KÜTTNER

Großauftrag für Leichtbaukomponenten

> GF LINAMAR: Das Joint Venture GF Linamar

von GF Automotive und dem Fertigungsspezialisten

Linamar hat einen Großauftrag

für Magnesium-Leichtbaukomponenten

eines US-Herstellers erhalten. Der

Vertrag beläuft sich auf insgesamt rund

300 Mio. US-Dollar (ca. 250 Mio. Euro)

über eine Laufzeit von fünf Jahren. Der

Großauftrag für Armaturenträger eines

neuen Pick-up-Modells unterstreicht die

Kompetenz von GF Automotive im Leichtbau.

Die Komponenten werden im Magnesium-Druckgießverfahren

ab 2020 im neuen

Werk in Mills River, North Carolina,

USA, gefertigt. Das Werk, das GF zusammen

mit dem kanadischen Joint-Venture-

Partner Linamar betreibt, wird im Oktober

2017 offiziell eröffnet. Der Auftrag ist ein

weiterer wichtiger Meilenstein beim Ausbau

der Präsenz auf dem nordamerikanischen

Markt und damit für die Umsetzung

der Strategie 2020. www.gfau.com

Möchten Sie, dass wir Ihre Presseinformationen

für unsere Rubrik Aktuelles

berücksichtigen?

Dann schicken Sie Ihre Meldungen bitte

an: redaktion@bdguss.de

12 GIESSEREI 104 10/2017


AKTUELLES

Feingießerei erhält den ThinKing

> FEINGUSS BLANK: Die Leichtbau BW

GmbH, Stuttgart, prämiert jeden Monat

eine besonders fortschrittliche Lösung

aus dem Bereich Leichtbau. Mit dem „Digital

Twin by Feinguss Blank“ konnte sich

im Mai die Feinguss Blank GmbH aus

Riedlingen diese begehrte Auszeichnung

sichern. Mithilfe der Entwicklungsleistung

können Verbesserungspotenziale

erkannt werden, bevor ein Feingussteil

überhaupt gefertigt wurde. Das spart Zeit

und Kosten.

Der „Digital Twin by Feinguss Blank“

ist der Feingießerei zufolge das zentrale

Element für nachhaltigen Kundennutzen.

Durch den Einsatz modernster Techniken

ist es möglich, die wesentlichen Schritte

der Fertigung zu simulieren und auf diese

Weise Schwachstellen zu erkennen und

zu beseitigen.

Dr. Wolfgang Seeliger und Andrej Wetzel bei der Urkundenübergabe (v. l. n. r.).

FOTO: FEINGUSS BLANK

Zu den Simulationen zählen unter anderem

die:

> Werkstoffsimulation

> Berechnung per Finite-Elemente-

Methode (FEM)

> Gieß- und Erstarrungssimulation

> Topologieoptimierung

Doch nicht nur am Bildschirm können bei

Blank Szenarien simuliert und geprüft

werden.

Additive Verfahren bieten zudem die

Möglichkeit, jeden einzelnen Fertigungsschritt

schon vor einer kostenintensiven

Werkzeugbestellung und Musterfertigung

nachzubilden – beispielsweise durch 3-D-

Druck. Auf diese Weise können Fragen

hinsichtlich optimaler Oberflächenqualität

für den vorgesehenen Einsatzzweck geklärt

werden oder welche der vielen möglichen

Bearbeitungsvarianten wohl die geeignetste

ist, wodurch wiederum Kostenund

Zeiteinsparungen für den Kunden

erreicht werden können. Im Rahmen des

Technologietags der Leichtbau BW GmbH

fand Ende Juni 2017 die Urkundenübergabe

des ThinKing für den Monat Mai durch

Leichtbau BW-Geschäftsführer Dr. Wolfgang

Seeliger statt. Feinguss Blank-Entwickler

Andrej Wetzel nahm die Auszeichnung

entgegen. www.feinguss-blank.de

Synthetische Kraftstoffe als Brücke zur E-Mobilität

> DECHEMA: Mit dem neuen White Paper

„E-Fuels – Mehr als eine Option“ legt die

DECHEMA (Gesellschaft für Chemische

Technik und Biotechnologie e.V.) ein Konzept

für den Übergang von fossilen Kraftstoffen

zur E-Mobilität vor. E-Fuels sind

synthetische flüssige Kraftstoffe, die auf

Basis von erneuerbarer Energie und CO 2

erzeugt werden. Das White Paper fordert

dafür die Zusammenarbeit von Automobilindustrie,

Energiewirtschaft und chemischer

Industrie mit politischer Unterstützung,

um die vorhandenen Technologieoptionen

schnellstmöglich zu nutzen.

CO 2 -Ausstoß, NOx-Emissionen, Feinstaub

– der Verbrennungsmotor steht

massiv in der Kritik. Doch der Ausbau der

E-Mobilität schreitet eher langsam voran.

Einen möglichen Ausweg könnten synthetische

Kraftstoffe bieten. Sie werden mithilfe

von CO 2 und Wasserstoff hergestellt,

der aus der Elektrolyse von Wasser mit

regenerativem Strom stammt. Dadurch

lassen sich schädliche Emissionen verringern

und gleichzeitig die bestehende

Infrastruktur und Technik weiter nutzen.

Experten halten diese Sektorkopplung –

also die Verknüpfung der Bereiche Energie,

Mobilität, Wärme und Chemie – für

den Schlüssel zur Energiewende. E-Fuels

sind ein Teil des dafür notwendigen Technologiemixes.

Das White Paper liefert dazu auch Zahlen.

Sie zeigen: Grundlage für ein solches

Mobilitätsmodell ist ein erheblicher zusätzlicher

Ausbau erneuerbarer Energien

sowie hohe Investitionen in Forschung,

Entwicklung und Produktionsanlagen. Dabei

ist es naheliegend, nicht national, sondern

europäisch zu handeln: Power-to-

Fuel-Anlagen in sonnenreichen Regionen

Südeuropas ermöglichen nicht nur lagerund

transportfähige Produkte, die das Problem

des europäischen Stromtrassenausbaus

nicht weiter verschärfen, sondern

fördern auch die Strukturentwicklung dieser

Regionen.

Zwar gilt die E-Mobilität mittel- und

langfristig zumindest für Pkw als die effizientere

Lösung, jedoch sind Investitionen

in E-Fuels auch danach sinnvoll. Zum einen

bleibt der Bedarf von Eisenbahn,

Schwerlast- und Flugverkehr an flüssigen

Kraftstoffen mit hoher Energiedichte bestehen,

zum anderen können E-Fuels als

Grundlage für den Ausbau nachhaltiger

chemischer Produktionsketten dienen.

E-Fuels bilden damit die Brücke nicht nur

zur E-Mobilität, sondern auch zu E-Chemicals

– einer Chemietechnik auf Basis

erneuerbarer Energien

und CO 2 .

Download des White

Papers unter:

http://bit.ly/2wVTf6I

14 GIESSEREI 104 10/2017


Exocast

Isocast

Isoex

Cover Pulver

Zirkonoxyd

Siliziumkarbid

Aluminiumoxyd

Aluminium Light

Rundloch

Furanharze

Phenolharze

Croning Sand

Phone: +49 (0) 561 81 04 18 - 0

Fax: +49 (0) 561 81 04 18-19

E-Mail: info@sq-deutschland.com


AKTUELLES

SDL übernimmt saarländischen Automobilzulieferer

> NEUE HALBERG-GUSS: Der Automobilzulieferer

Neue Halberg-Guss (NHG)

hat den Besitzer gewechselt: Die niederländische

HTP-Gruppe, die das Unternehmen

2011 mit rund 2000 Mitarbeitern

übernommen hatte, hat es an die neue

Eigentümerin, die Süddeutsche Beteiligungs

GmbH (SDL), veräußert. Die SDL

übernimmt ein Unternehmen mit etwa

480 Mio. Euro Umsatz. Zurzeit beschäftigt

die Neue Halberg Guss-Gruppe insgesamt

rund 3000 Mitarbeiter weltweit.

HTP erwarb 2011 97 % der Anteile,

den Rest übernahm die Beteiligungsgesellschaft

Palatium mit Sitz im saarländischen

St. Ingbert. Nach ersten Sanierungsschritten

kaufte NHG im Sommer

2015 vom Daimler-Konzern die südafrikanische

Gießerei Atlantis Foundries. Kurz

darauf verkaufte sie im Gegenzug den Metall-

und Kunststoffspezialisten Reum an

den Automobilzulieferer Grammer.

Die neue Eigentümerin SDL ist mit

dem Maschinenpark der Automobilgießerei

bestens vertraut. Hinter dem familiengeführten

Finanzdienstleister aus Neu-

Ulm steht ihr Gründer und Hauptaktionär

Andreas Müller. Der Ankauf der Neue

Halberg-Guss ist die bislang größte Investition

der Süddeutschen Beteiligungs

GmbH, die langjährige enge Kontakte in

die Automotive-Branche pflegt.

Ein SDL-Sprecher äußerte sich auf

Nachfrage gegenüber der GIESSEREI zu

möglichen Folgen der derzeit diskutierten

Dieselkrise auf die Produktpalette der

Neue Halberg-Guss. Derzeit seien die

Stückzahlen beim Verkauf von Komponenten

für Dieselmotoren stabil, hieß es. Das

Unternehmen erwarte keine drastischen

Einschnitte in diesem Bereich. Der Rückgang

entsprechender Bauteile werde nach

einer SDL-Prognose im einstelligen Prozentbereich

bleiben. Soweit nötig werde

man das Portfolio aber auf Benzinmotoren

umstellen. Die Neue Halberg-Guss produziert

sowohl Gussteile für Benzin- als

auch für Dieselmotoren. Im LKW-Bereich

werde der Diesel-Anteil jedoch steigen,

kündigte der Sprecher an. Für einen Zeitraum

von 3-5 Jahren werde hier mit klar

steigender Nachfrage gerechnet.

www.halberg-guss.de

Neuer Schachtschmelzofen mit eco+-Technologie

> JURA-GUSS: Seit 2017 ist ein neuer

Schachtschmelzofen der Firma Andres

Gießereitechnik, Beerfelden, bei der Jura-

Guss GmbH, Beilngries, in Betrieb. Der

Ofen ist mit der neuen eco+-Technologie

ausgerüstet.

Das Aluminium wird bei derartigen

Öfen in einem Schacht geschmolzen, der

oberhalb des Flüssigaluminiumbades liegt.

Dadurch kann die Abwärme des Bades zum

Vorwärmen des Aluminium-Rohmaterials

genutzt werden. Die Abwärme des Ofens

heizt außerdem die Brennerluft vor. Der

Energieverbrauch beim Schmelzen und

Warmhalten wird so erheblich reduziert.

Der Ofen ist bestmöglich thermisch

isoliert, um möglichst wenig Wärme an

die Umgebung zu verlieren.

Insgesamt ergibt sich ein herausragender

Wirkungsgrad von ca. 95 %. Damit

liefert der neue Ofen einen wertvollen

Beitrag zu den Zielen der Jura-Guss

GmbH, die Energieeffizienz zu steigern,

Ressourcen zu schonen und Emissionen

zu verringern.

Gemeinsam mit Vertretern der Andres

Gießereitechnik wurde der Ofen in einer

kleinen Feierstunde mit der ersten

Schmelzcharge in Betrieb genommen.

„Der Ofen läuft seither zuverlässig und

dauerhaft effizient“, so Geschäftsführer

Mathias Teschke.

http://aluminium-giesserei.com

Schachtschmelzofen mit

besonders energieeffizienter

eco+-Technologie.

FOTO: JURA GUSS

16 GIESSEREI 104 10/2017


Leichtere Flugzeugtüren mit 3-D-gedrucktem Gussmodell

3-D-Rendering der Flugzeugtür von Sogeclair.

> VOXELJET: Der französische Luftfahrtzulieferer

Sogeclair aus Blagnac hat einen

Weg gefunden, beim Bau von Flugzeugtüren

30 % Gewicht zu sparen: Das Unternehmen

setzt beim altbewährten Feingießen

auf 3-D-gedruckte Polymethylmethacrylat

(PMMA)-Modelle von voxeljet,

Friedberg. Sie erlauben neue Freiheiten

im Leichtbau-Design und lassen sich

schnell und kostengünstig herstellen. Zu

bestaunen war die Flugzeugtür der Zukunft

erstmals auf der Pariser Luftfahrtshow

2017 vom 19.- 25. Juni 2017.

Um Flugzeuge treibstoffsparsamer zu

machen, fordern immer mehr Hersteller

von ihren Zulieferern Leichtbauteile. Ein

Lösungsansatz: 3-D-Drucker, mit denen

sich direkt aluminium- und titanlasergesinterte

Bauteile mit neuartigen, materialsparenden

Geometrien realisieren lassen.

Das Manko: Die gefertigten Bauteile

sind vergleichsweise teuer und eignen

sich bislang nur für die Produktion kleiner

Bauteile. Wie steht es aber um größere

Bauteile wie Flugzeugtüren? „Hier bietet

sich die Möglichkeit, den 3-D-Druck mit

dem altbewährten Feinguss zu kombinieren“,

sagt Thierry Herrero, Director Sales

West Europe bei voxeljet. Und zwar mit

3-D-Druckern, die Feingussmodelle für

vorher nicht-herstellbare Geometrien mit

Kunststoff (PMMA) additiv drucken – ganz

ohne teure Spezialwerkzeuge. „Somit verbindet

sich das Beste zweier Welten: die

geometrische Freiheit des 3-D-Drucks

und die Stabilität des altbewährten Feingusses.“

Zu den Anwendern der 3-D-gedruckten

Gussformen zählt Sogeclair. Ein Forschungsprojekt

des französischen Luftfahrtzulieferers

beschäftigt sich mit futuristischen

Flugzeugtüren, die dank

eines raffinierten, bionischen Geflechts

aus Aluminium-Streben bei gleicher Robustheit

deutlich weniger Material benötigen

und somit 30 % leichter sind. Ein

solches Geflecht im Computer mit einer

Computer-aided-Design-Software (CAD)

zu konstruieren, ist für die Aerospace-

Experten kein Problem. Schwierig wird

es hingegen bei der Fertigung im Feingießverfahren.

„Gerade bei der Entwicklung

von Prototypen müssen Unternehmen

immer wieder Feinheiten ändern“,

erklärt Herrero. „Es ist allerdings zeitund

kostenaufwendig, für jede Änderung

mit Spezialwerkzeugen eine neue Gussform

für das Feingießen zu fertigen.“ Die

Lösung: das 3-D-Drucksystem VX1000

von voxeljet, das mit einem Bauraum von

1000 x 600 x 500 mm zu den größten

industriellen 3-D-Drucksystemen für

Feingussmodelle zählt. „Design-Änderungen

lassen sich direkt am Bildschirm realisieren.“

voxeljet nutzt die CAD-Datei der Flugzeugtür

als Input für das 3D-Drucksystem.

Dieses trägt einen Acrylkunststoff namens

Polymethylmethacrylat (PMMA) in

Pulverform auf das Baufeld auf – in 150

μm dünnen Schichten. Der Druckkopf

fährt anschließend über das Baufeld und

verklebt dem digitalen Bauplan entsprechend

punktuell das PMMA. Anschließend

folgt eine frische Pulverschicht.

Schicht für Schicht entsteht so das Feingussmodell.

„Im Vergleich zu anderen

additiv verarbeitbaren Materialien, wie

beispielsweise Flüssigharzen in der Stereolithografie

lässt sich das PMMA hervorragend

ausbrennen. Grund hierfür ist

vor allem der negative Ausdehnungskoeffizient

unseres Pulvermaterials, was

keinerlei Schalenbrüche beim Ausbrennen

des dünnwandigen Modells mit sich

brachte“, sagt Herrero.

Ist das PMMA-Modell fertig gedruckt,

wird dieses mit einem heißen Wachs infiltriert,

um die Oberflächen zu versiegeln.

Der nächste Arbeitsschritt erfolgt in der

Gießerei. Mitarbeiter versehen das gedruckte

Modell mit Keramikschichten und

schmelzen das Modell in einem Ofen aus.

Übrig bleibt eine Gussform aus Keramik,

die anschließend mit flüssigem Aluminium

gefüllt wird. Ist das Metall ausgehärtet,

schlagen Mitarbeiter die Keramikschicht

ab und legen die fertige Flugzeugtür frei.

Derzeit handelt es sich noch um einen

Prototypen, der erstmals auf dem Sogeclair-Stand

auf der Pariser Luftfahrtshow

zu sehen war.

voxeljet stellt die Sogeclair-Flugzeugtür

auch vom 14.-17. November 2017 auf der

Messe formnext in Frankfurt auf dem Messestand

3.1 / E18 (Halle 3, 1. Stock, Stand

E18) aus.

www.voxeljet.de

FOTO: VOXELJET

Chargiermaschinen · Trennrinnen · Knollenbrecher · Sandförderrinnen · uvm.

Entwicklung · Konstruktion · Realisierung · Service

Tel.: +49 (0) 2 51-20 81

GIESSEREI 104 10/2017 17


AKTUELLES

AM-Messe verzeichnet 50 % mehr Aussteller

Die formnext hat sich mit einem großen Ausstellerplus als internationale AM-Fachmesse

etabliert und bietet in diesem Jahr mehr Konferenzvorträge denn je.

> FORMNEXT 2017: Mit einem beeindruckenden

Ausstellerplus von rund 50 %

im Vergleich zum Vorjahr setzt die

formnext powered by tct 2017 ihren

Wachstumskurs weiter fort. Die formnext,

die vom 14. – 17.11. 2017 in Frankfurt

am Main zum dritten Mal stattfindet,

setzt zudem Maßstäbe durch ihre Internationalität,

eine Vielzahl an Weltmarktführern

und eine sehr hohe Dichte an

Innovationen aus verschiedenen Bereichen

entlang der gesamten Prozesskette.

Für einen zusätzlichen Mehrwert

sorgt ein vielseitiges und innovatives

Rahmenprogramm.

Die formnext übertrifft mit 393 Ausstellern

die Zahl der erfolgreichen Vorjahresveranstaltung

nochmals um rund

50 %. Auch die Ausstellungsfläche wächst

von 15 500 auf rund 27 000 m 2 und legt

damit ebenfalls um rund 50 % zu. „Mit

dieser sehr beeindruckenden Entwicklung

unterstreicht die formnext ihre Position

als internationale Leitmesse für die

Additive Fertigung und die nächste Generation

industrieller Fertigung“, so

Sascha F. Wenzler, Bereichsleiter

formnext beim Messeveranstalter Mesago

Messe Frankfurt GmbH. „In einem

höchst dynamischen Markt trifft die

formnext den Puls der Branche und bietet

die Lösungen für die aktuellen und

künftigen Herausforderungen.“

Unter dem Motto “international exhibition

and conference on the next generation

of manufacturing technologies”

beeindruckt die formnext zudem durch

eine außerordentlich hohe Internationalität

von rund 49,6 % und teilnehmenden

Unternehmen aus 33 Nationen. Die wichtigsten

Ausstellerländer hierbei sind China

(14,7 % der internationalen Aussteller),

USA (10,2 %), Frankreich, Großbritannien

(jeweils 9,6 %), Spanien (7,1 %) sowie Niederlande,

Österreich und Russland (jeweils

6,1 %).

Die Weltelite der Additiven Fertigung

wird auch 2017 wieder auf der formnext

präsent sein mit 3D Systems, Additive Industries,

Arburg, BigRep, Concept Laser,

Dassault, Envisiontec, EOS, Formlabs, FIT,

HP, Keyence, Materialise, O.R. Laser,

Prodways, Renishaw, Ricoh, Sisma, SLM

Solutions, Stratasys, Trumpf, voxeljet,

XJet und neu Desktop Metal. Dabei wird

die „AM-Familie“ von GE erstmals unter

einem Dach zu sehen sein. Daneben zeigen

zahlreiche hochinnovative junge Additive

Manufacturing (AM)-Unternehmen

aus der ganzen Welt ihre Entwicklungen.

Besucher werden auf der formnext zahlreiche

Welt- und Europapremieren und

technologietreibende Produktentwicklungen

erleben können.

„Wir sind stolz, dass wir auch die weiteren

Fachbereiche entlang der Prozesskette

weiter ausbauen konnten“, freut

sich Sascha Wenzler. So zeigt die formnext

in zahlreichen weiteren Industriebereichen

internationale Spitzentechnologie.

Mit weltweit führenden und innovativen

Unternehmen wie BASF, Böhler Edelstahl,

Heraeus, Höganäs, Linde, LPW, Sandvik

und der Airbus-Tochter AP Works kann

der bereits im Vorjahr schon starke Bereich

Materialien weiter ausgebaut werden.

Von den Branchenführern der Maschinenbauindustrie

sind zum Beispiel

DMG-Mori, Hage, Hermle, Matsuura und

Sodick vertreten und präsentieren u. a.

neueste Entwicklungen von Hybridmaschinen.

Den Bereich Messtechnologie

und Postprocessing kann die formnext mit

Faro, Joke, Nikon, Wenzel, Werth Messtechnik

und weiteren ebenso ausbauen

wie den Bereich Software u.a. mit Additive

Works, Altair, Dassault Systemes, IK-

Office und MachineWorks sowie Sigma

Labs.

Die erfolgreiche Entwicklung der formnext

wird ab 2017 zudem durch die Arbeitsgemeinschaft

AM im VDMA als neuem

ideellen Träger unterstützt. Die AG AM

ist mit einem eigenen Stand und zahlreichen

Exponaten der Mitglieder präsent.

Vielversprechende Start-ups werden im

Rahmen der Start-up-Challenge prämiert

und sind auf der gleichnamigen Fläche

auf der formnext vertreten. Die Purmundus

Challenge wird im Rahmen der

formnext 2017 unter dem Motto „Fusion

– 3D-Druck intelligent kombiniert“ kreative

Unternehmen auszeichnen, die mit

ihren Produktideen und Entwicklungen

aus dem Bereich 3-D-Druck unser Leben

bereichern.

Nach dem Erfolg der Vorjahre präsentiert

die Konferenz der formnext powered

by tct an allen vier Messetagen die Zukunft

der Additiven Fertigung erstmals

parallel auf zwei Bühnen. Damit verdoppelt

die Konferenz auch die Zahl der Vorträge

und zeigt Anwendungen, Entwicklungen

und Ergebnisse von führenden

internationalen Industrieunternehmen

und Forschungseinrichtungen, darunter

Airbus, Deutsche Bahn, Honeywell, Premium

Aerotec und Volkswagen. Als internationale

Denkfabrik bietet die Konferenz

der formnext 2017 den Teilnehmern einen

Mehrwert.

www.formnext.de

FOTO: FEINGUSS BLANK

18 GIESSEREI 104 10/2017


Dirndl bezaubern mit hochwertigen Details

> INITIATIVE ZINK: Ursprünglich Arbeitskleidung

auf dem Dorf, später festliche

Garderobe für die Münchner Wiesn

oder die Cannstadter Wasen, heute hippes

Outfit, das von Jung und Alt begeistert

getragen wird: Dirndl sind Trend – und in

jedem einzelnen wird unglaublich viel Liebe

zur Handarbeit und zum Detail, zu Stoffen

und Farben, zu Mustern, Stickereien

und Applikationen sichtbar. Passende

Knöpfe, Miederhaken und Ösen sowie

opulenter Schmuck tragen zur Vollendung

des Outfits bei. Und die sind oft aus Zink

gefertigt, beispielsweise vom Unternehmen

Alpenwahn, das seinen Sitz mitten

in Bayern und zwar südlich von München

in Holzkirchen hat.

Bereits seit über 40 Jahren werden

hier Accessoires und Schmuck entworfen.

Kreativer Kopf und Inhaber von

Alpenwahn ist Toni Jochner, über den Kenner

der Szene sagen, dass ohne ihn die

gesamte Trachtenbranche wohl nicht so

glänzen würde. All seine Kollektionen designt

er selbst – vom Anhänger über Charivari-Ketten

bis zu Ohrschmuck und

Knöpfen gibt es nichts, das nicht seine

„Handschrift“ trägt. Das gesamte Spektrum

besticht durch eine Vielfalt der Stilrichtungen

und immer erstklassige Qualität.

Seine Designs werden in penibler

Feinarbeit von einem Graveur umgesetzt,

bevor sie in Silikon gepresst und dann

gegossen werden.

„Die Basis für unsere Produkte bildet

ZAMAK, weil es einfach eine ideale Komponente

zum Gießen ist“, erzählt Jochner,

„auf insgesamt drei Schleudergießmaschinen,

jede von ihnen mit acht sich drehenden

Tellern ausgestattet, stellen wir beispielsweise

6000 Knöpfe am Tag her.“

Schleudergießen ist ein Produktionsverfahren,

das bei Stückzahlen wie diesen

und darunter zum Einsatz kommt. Ab Losgrößen

von mehr als 10 000 Exemplaren

ist Zinkdruckgießen schließlich das Verfahren

der Wahl, weil es neben den hohen

Produktionsraten das Gießen komplexer

Geometrien ohne eine folgende Nachbearbeitung

ermöglicht. Nach dem Schleudergießen

werden die Teile erst mit Kupfer,

dann mit Silber beschichtet, Letzteres erhält

zusätzlich einen Vintage-Look. Toni

Jochner: „Unser Schmuck soll nicht nur

schön aussehen und qualitativ hochwertig

sein, sondern auch lange halten. ZAMAK

erfüllt diese Anforderungen. Übrigens bis

zum Formenbau, denn im Vergleich zu den

früher zum Einsatz kommenden Gummiformen

zeichnen sie sich durch eine deutlich

höhere Standfestigkeit aus.“ Eine Einschätzung,

die Andreas Bollmeier von der

Union Knopf Gruppe bestätigt. Auch in

dem Bielefelder Unternehmen werden unter

anderem Trachtenknöpfe selbst designt,

im Schleudergießverfahren aus

ZAMAK hergestellt und anschließend mit

Kupfer und Silber galvanisiert. „ZAMAK

hat sich als Material einfach bewährt. Es

lässt sich gut und präzise ver- und weiterverarbeiten“,

so Bollmeier.

Seit mehr als 18 Jahren designt und

schneidert Lola Paltinger in ihrem Münchner

Trachten-Maßatelier Dirndl mit dem

gewissen Etwas für nationale und internationale

Prominenz. Bei ihren Kollektionen

darf ein bisschen „Alpenglam“ natürlich

nicht fehlen: Spitze, aufwendige Stickereien

und edle Stoffe gehören für sie

zum perfekten Dirndl. Ebenso wie Accessoires

und Schmuck zum Abrunden. Genau

hier verbindet sich ihr Anspruch an

die Qualität mit dem von Toni Jochner:

Seit vielen Jahren arbeiten beide Unternehmen

zusammen. Warum die Dirndl-

Designerin auf Colliers, Charivaris, Ohrringe,

Broschen, Knöpfe und Ösen aus

ZAMAK setzt? „Das Material ist wertig,

was wiederum dem Tragekomfort zugutekommt.

Meine Kreationen lassen sich

hervorragend umsetzen und für die Veredelung

stehen unzählige Möglichkeiten

offen – alles Kriterien, die das Herz eines

Designers höherschlagen lassen.“

www.zink.de

Gruppenweite Prozessoptimierung

> DIHAG: Die Gießereigruppe DIHAG,

Essen, treibt die Prozessoptimierung ausgewählter

Gießereien voran und hat dafür

das entsprechende Ressort in der Unternehmenszentrale

weiterentwickelt. Bedarfsorientiert

ist die Implementierung

eines ganzheitlichen Produktionssystems

nach den Prinzipien der Lean Production

vorgesehen, um die Business Excellence

gemeinsam mit den Tochterunternehmen

weiter auszubauen. Ziel ist es, die Wertschöpfung

unternehmensspezifisch zu

erhöhen und die Wettbewerbsfähigkeit

der gesamten Gießereigruppe weiter zu

stärken.

„Jede unserer Gießereien hat eine

starke Position in ihrem Marktsegment

und ihre eigenen Potenziale in Bezug auf

produktspezifisches Know-how und technologische

Prozesse“, sagt Stefan Mettler,

COO bei der DIHAG Holding. „Um

Tochterunternehmen noch besser dabei

zu unterstützen, ihre Stärken weiter auszubauen

und nichtwertschöpfende Tätigkeiten

zu vermeiden, haben wir unsere

entsprechenden Aktivitäten verstärkt.“

Im Fokus bei der DIHAG stehen

unter anderem die Gründung und weitere

Etablierung von Kompetenzzentren

sowie der Ausbau von Strukturen, um

die Produktionssysteme soweit möglich

noch effizienter und schlanker zu gestalten.

Zur kontinuierlichen Verbesserung

(KVP) der Produkt-, Prozess- und Servicequalität

werden in ausgewählten Gießereien

daher KVP-Workshops durchgeführt.

Ziel ist es, innerhalb der nächsten

Jahre Methoden der Lean Production intensiver

umzusetzen und dadurch die

bisherigen Aktivitäten der Prozessoptimierung

gießereispezifisch auszubauen.

Dazu gehört unter anderem die 5S-Methodik,

um die Arbeitsbedingungen für

eine prozesssichere und qualitativ hochwertige

Gussproduktion weiter zu optimieren.

Zudem sind die Festigung der

Null-Unfall-Kultur und die weitere Nutzung

von Optimierungswerkzeugen integrale

Bestandteile bei der Projektarbeit.

Ein darüber hinausgehender Aspekt der

Prozessoptimierung ist die Qualitätssicherung

durch standardisierte Problemlösungsprozesse.

http://dihag.com

FOTO: DIHAG

GIESSEREI 104 10/2017 19


AKTUELLES

Vortragsveranstaltung für Druckgießer in Wernigerode

> FIMRO: Die FIMRO GmbH aus Halberstadt

ist seit ca. 22 Jahren u. a. als Vertretung

und Servicepartner für die Produkte

der Firmen Fondarex, Regloplas,

Wollin, Copromec und Morgan in Deutschland

aktiv. Seit mehreren Jahren werden

auch Anlagen für die Sprühkopfinnenreinigung

und für die Reinigung von Temperierkanälen

entwickelt, produziert und

weltweit vertrieben.

Aufgrund der großen Erfahrung im

Servicebereich und dem Zugang zu den

neuesten technischen Entwicklungen der

vertretenen Firmen, führt FIMRO seit

1997 Symposien für Druckgießer durch,

um ihnen neue anwendungsbereite Denkanstöße

für ihre tägliche Arbeit zu geben.

In einem zweitägigen Vortragsprogramm

werden am 14. und 15.11.2017

im Harzer Kultur- und Kongresshotel in

Wernigerode Fachleute aus dem In- und

Ausland Vorträge zu den Themen Industrie

4.0, Vakuumlöttechnik, neue Ideen

zur Kühlauslegung von Formen, neue Temperierverfahren,

moderne Wasseraufbereitung

zur Druckwassertemperierung

und neue Ideen zu den Technologien Vakuum,

Automation und Gießgarnituren

halten.

Erstmals informieren die Firmen

Bühler AG und Boss Lubricants über ihre

Erfahrungen mit einer wasserfreien Hydraulikflüssigkeit

nach einem Jahr Serieneinsatz.

Weiterhin stellen FIMRO und die

Harzer Kultur- und Kongresshotel in Wernigerode.

TU Magdeburg ein neuartiges System zur

Kontrolle des Sprühbildes von Sprühköpfen

vor.

Zu der Veranstaltung unter dem Thema

„Es gibt sie noch - die neuen Ideen

zur Optimierung von Fertigung und Service

im Druckguss“ werden ca. 100

Druckgussfachleute aus dem In- und Ausland

erwartet.

Weitere Details zur Veranstaltung sowie

das Anmeldeformular finden Sie unter:

www.fimro.com

FOTO: PRIVAT

Aluminiumhersteller auf Kurs für weiteres Wachstum

> TRIMET: Die Trimet Aluminium SE hat

ihren Umsatz und das Ergebnis in einem

volatilen Marktumfeld bestätigt und Voraussetzungen

für langfristiges Wachstum

geschaffen. Das Familienunternehmen

erzielte im Geschäftsjahr 2016/2017 einen

Umsatz von rund 1,24 Mrd. Euro. Die

1600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

produzierten rund 625 000 t Primär- und

Recyclingaluminium. Mit weiteren Investitionen

in Anlagen, Infrastruktur und die

Flexibilisierung der Produktion stellte der

Werkstoffspezialist die Weichen für weiteres

Wachstum und die Bedienung des

künftigen Aluminiumbedarfs. Mit einer

Eigenkapitalquote von fast 50 % ist das

mittelständische Unternehmen für die

Herausforderungen eines dynamischen

Marktes gut gerüstet. Zur Trimet Gruppe

gehören neben der Trimet Aluminium SE

die Trimet France SAS mit zwei Produktionsstandorten

in Frankreich sowie die

Trimet Automotive Holding GmbH mit ihren

Tochtergesellschaften an den Standorten

Harzgerode und Sömmerda. Die

Trimet Gruppe erwirtschaftete im vergangenen

Geschäftsjahr mit insgesamt 3000

Mitarbeitern einen Gesamtumsatz von

rund 1,7 Mrd. Euro.

Die Produktionswerke der Trimet Aluminium

SE liefen im Geschäftsjahr

2016/2017 unter Volllast. Die Aluminiumhütten

in Essen, Hamburg und Voerde

produzierten rund 390 000 t Primäraluminium.

Auch die Umschmelzwerke in

Gelsenkirchen und Harzgerode füllten

ihre Kapazitäten voll aus. Insgesamt wurden

235 000 t Recyclingaluminium produziert.

Rund 210 000 t der Gesamtproduktion

wurden in Form von Flüssigmetall,

die übrigen 415 000 t als Formate

oder Masseln ausgeliefert. Von im vergangenen

Geschäftsjahr getätigten Investitionen

haben alle Standorte profitiert.

Neben neuen, hocheffizienten Produktionsanlagen

gehören dazu auch modernisierte

Läger und Infrastrukturmaßnahmen.

Den Investitionen in Höhe von 47

Mio. Euro steht dabei ein leicht über dem

Vorjahr liegendes Ergebnis nach Steuern

von 34 Mio. Euro gegenüber.

„Nach der Integration der neuen Produktionsstandorte

in den Vorjahren haben

wir die Trimet im vergangenen Jahr

für weiterhin stabiles Wachstum in der

Zukunft gerüstet. Dazu gehören die anhaltenden

Investitionen in allen Unternehmensbereichen

ebenso wie Anpassungen

der Unternehmensstruktur. Die Unternehmen

der Trimet Gruppe arbeiten auf strategischer

und operativer Ebene eng zusammen

und sind auch personell miteinander

verzahnt. So können wir auch

20 GIESSEREI 104 10/2017


komplexe Kundenanfragen flexibel und

effizient bedienen“, sagt Dr. Martin Iffert,

Vorsitzender des Vorstands der Trimet

Aluminium SE.

Der Fahrzeugbau bleibt Wachstumstreiber

der Aluminiumindustrie. Der Trend

zur E-Mobilität erfordert dabei eine steigende

Anzahl spezieller Bauteile wie Batteriegehäuse

und Kabelbäume aus dem

Leichtmetall. Unabhängig von der Antriebstechnologie

nimmt der Aluminiumanteil

in Strukturteilen der Karosserie

stetig zu. Innovative Legierungen erschließen

Aluminium hier neue Anwendungen.

„Der Automobilbau befindet sich im

Wandel, die Elektromobilität spielt auch

für die Wertstoff- und Zulieferindustrie

eine immer größere Rolle. Als Produzent

innovativer Legierungen für die unterschiedlichsten

Einsatzbereiche im Fahrzeugbau

ist Trimet ein Teil dieser Entwicklung“,

sagt Iffert.

Die Trimet bekennt sich zum Industriestandort

Deutschland und übernimmt

als Familienunternehmen gesellschaftliche

Verantwortung. Dazu gehört die Ausbildung

junger Menschen für eine langfristige

Berufsperspektive bei Trimet.

65 Auszubildende haben im vergangenen

Geschäftsjahr ihre Lehre in technischen

und kaufmännischen Berufen aufgenommen.

Darunter sind auch Teilnehmer der

Trimet-Ausbildungsinitiative für Flüchtlinge:

Zusätzlich zu den regulären Ausbildungsstellen

haben mittlerweile zwölf

junge Menschen, die nach Deutschland

geflüchtet sind, ihre berufliche Karriere

bei Trimet begonnen. Dabei werden sie

in einem Patenprogramm von Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern unterstützt und

in speziellen Qualifizierungsmaßnahmen

und mit Sprachkursen auf die Anforderungen

einer regulären Berufsausbildung

vorbereitet.

„Industrieproduktion integriert. Mit

ihren Arbeitsplätzen schafft die Industrie

vielen Menschen eine gesicherte Existenz,

eröffnet persönliche Aufstiegschancen

und ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe.

Als Familienunternehmen will Trimet

auch jungen Menschen, die Krieg und

Gewalt aus ihrer Heimat vertrieben haben,

eine berufliche Perspektive und damit

die Möglichkeit bieten, bei uns ein

selbstbestimmtes Leben zu führen“, so

Iffert.

www.trimet.eu

Hochautomatisiertes Fahren auf Level 3 in Serie

Autonomes oder pilotiertes Fahren ist beim neuen Audi A8, der jetzt auf der IAA 2017

ausgestellt wurde, schon weitgehend Realität.

> IAA 2017: Auf der IAA 2017 stellt

Audi seine Strategie beim autonomen Fahren

vor. Als erstes Serienautomobil der

Welt ist der neue A8 speziell für hochautomatisiertes

Fahren – nach den international

gültigen Standards auf Level 3 –

entwickelt. So übernimmt der Audi AI

Staupilot auf Autobahnen und mehrspurigen

Kraftfahrstraßen mit baulicher Trennung

zur Gegenfahrbahn im zähfließenden

Verkehr bis 60 km/h die Fahraufgabe. Der

Fahrer aktiviert das System mit der AI-

Taste auf der Mittelkonsole. AI ist künftig

Audis Chiffre für eine Vielzahl innovativer

Systeme, die den Fahrer entlasten und

ihm zugleich neue Möglichkeiten für die

Zeit bieten, die er im Auto verbringt. Audi

AI nutzt dafür auch Strategien und Technologien

aus dem Bereich künstlicher Intelligenz

sowie des maschinellen Lernens.

Der Staupilot managt Anfahren, Beschleunigen,

Lenken und Bremsen in seiner

Spur. Der Fahrer muss das Auto nicht

mehr permanent überwachen. Er kann in

definierten Verkehrssituationen die Hände

dauerhaft vom Lenkrad nehmen und

sich abhängig von den geltenden Landesvorschriften

einer Beschäftigung widmen,

die vom bordeigenen Infotainmentsystem

unterstützt wird. Sobald das System an

seine Grenzen stößt, fordert es den Fahrer

auf, die Fahraufgabe wieder selbst zu

übernehmen.

Aus technischer Sicht ist der Staupilot

eine Revolution. Während der pilotierten

Fahrt errechnet erstmals ein zentrales

Fahrerassistenzsteuergerät (zFAS) aus

der Fusion der Sensordaten permanent

ein Abbild der Umgebung. Neben den Radarsensoren,

einer Frontkamera und den

Ultraschallsensoren nutzt Audi dafür als

erster Automobilhersteller überhaupt

auch einen Laserscanner. Die Einführung

des Audi AI Staupiloten erfordert für jedes

einzelne Land Klarheit über die gesetzlichen

Rahmenbedingungen sowie eine

spezifische Anpassung und Erprobung

des Systems. Dabei gilt auch für das hochautomatisierte

Fahren der hohe Qualitätsanspruch

der Marke. Darüber hinaus sind

weltweit unterschiedliche Zulassungsverfahren

und ihre entsprechenden Fristen

zu beachten. Aus diesen Gründen wird

Audi den Staupiloten im neuen A8 sukzessive

in Serie bringen.

Der Audi AI Remote Parkpilot und der

Audi AI Remote Garagenpilot steuern den

A8 selbsttätig unter Überwachung durch

den Fahrer in eine Parklücke beziehungsweise

Garage und wieder heraus. Dabei

muss der Fahrer nicht im Auto sitzen. Er

startet das jeweilige System über sein

Smartphone mit der neuen myAudi App.

Zum Überwachen des Parkvorgangs hält

er den Audi AI-Button permanent gedrückt

und sieht auf seinem Display eine

Live-Anzeige der Umgebungskameras des

Autos. Ist das Einparkmanöver beendet,

legt das System automatisch die Stufe P

der tiptronic ein und deaktiviert den Motor.

www.audi.de

FOTO: AUDI

GIESSEREI 104 10/2017 21


Save the Date

GROSSE

GIESSEREITECHNISCHE

TAGUNG 2018

26. und 27. April

©BABAYUKA - STOCK.ADOBE.COM

Österreich · Schweiz · Deutschland

Kontakt und weitere Auskünfte:

Verein Deutscher Giessereifachleute (VDG)

Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie (BDG)

Gabriela Bederke

gabriela.bederke@bdguss.de

Tel: +49 (0)211/68 71-332

Fax: +49 (0)211/68 71-40-332

Österreichisches Gießerei-Institut (ÖGI)

Michaela Luttenberger

office@ogi.at

Tel: +43 (0) 3842 43101-0

Fax: +43 (0) 3842 43101-1


Drei Fragen an...

Martin Piper, neuer Sales Manager bei der Essener DIHAG-

Gießereigruppe. Piper ist seit 20 Jahren in der Gießereibranche

tätig. Der 44-Jährige hat bei der Doering-Eisengießerei in Sinn

eine Ausbildung zum Industriekaufmann sowie ein Studium

zum Betriebswirt und MBA absolviert und war zuletzt für den

internationalen Vertrieb der Friedrich Wilhelms-Hütte Stahlguss

GmbH in Mülheim/Ruhr zuständig.

FOTO: DIHAG

Sie sind seit Mai neuer Sales Manager

bei der DIHAG Gießereigruppe. Zuvor

haben Sie internationale Erfahrung im

technischen Vertrieb in Europa, den

USA, Kanada und Skandinavien gesammelt.

Auch bei der DIHAG sollen

Sie das Geschäft internationalisieren.

Welche Produkte werden bei der

DIHAG bereits exportiert und wohin?

Das Produktportfolio der DIHAG ist sehr

breit gestreut und reicht vom Hydraulikbauteil

mit 0,5 Kilogramm Gewicht bis

zum 160 Tonnen schweren Schiffspropeller.

Zu den zehn Gießereien der DIHAG

Gruppe gehören auf der einen Seite Spezialisten,

die weltweit unterwegs sind und

z. B. Windkraftbauteile in die USA oder

Mining-Equipment nach Europa und Afrika

verkaufen. Exportprodukte sind auch

Kokillen und Walzen für Warmband-Straßen,

die nach West- und Osteuropa sowie

in die USA gehen. Weltweit gefragt sind

unsere Schiffspropeller. Auf der anderen

Seite gehören auch Kundengießer mit einem

nationalen oder europäischen Vertriebsradius

zur DIHAG. Wir sind erfolgreich

am Markt – aber sowohl bei unseren

nationalen und europäischen als auch bei

unseren international ausgerichteten Gießereien

gibt es noch Potenziale, die wir

heben wollen.

Ihr Ziel, eine einheitliche internationale

Vertriebsstrategie zu entwickeln, ist

angesichts der großen Menge unterschiedlicher

Produkte in den zehn Gießereien

der Gruppe sicherlich nicht einfach

zu erreichen. Wie sehen Sie das?

In der DIHAG Gruppe sind die Tochtergesellschaften

mittelständisch aufgestellt

und verfügen jeweils über eine eigene

Geschäftsführung und einen eigenständigen

Vertrieb. In den operativen Belangen

achten wir auf maximale Freiheit. Die

Holding ist ein finanzstarker und guter

Sparrings-Partner. Die Kundennähe ist

eine unserer großen Stärken und mit unserer

technischen Kompetenz die Grundlage

für den Erfolg der Einzelunternehmen

und damit der Gruppe. Wir möchten sowohl

die Eigenständigkeit der Unternehmen

wahren als auch Synergien heben.

Deshalb möchten wir den Unternehmen

auch keine globale Strategie überstülpen,

sondern ein passendes, auf das jeweilige

Unternehmen zugeschnittenes Konzept

entwickeln und umsetzen. Dabei können

auch durchaus unterschiedliche Ziele und

Geschwindigkeiten für die Einzelunternehmen

gelten.

In einer Pressemitteilung der DIHAG

heißt es, Sie sollen darüber hinaus die

Erweiterung des Produktmixes und

des Branchenportfolios vorantreiben.

Bitte erläutern Sie uns die Strategie

hinter diesen Worten etwas näher?

Die DIHAG-Gruppe strebt sowohl organisches

als auch externes Wachstum an.

Die Strategie der Erweiterung des Produkt-

und Branchenmixes muss zunächst

auf Ebene der einzelnen Unternehmen der

Gruppe betrachtet werden. Dort gibt es

Möglichkeiten, Branchen und Produkte

anzugehen, die manche Unternehmen der

Gruppe bereits bedienen, andere aber

auch abdecken könnten. Hier sehen wir

Erweiterungspotenzial, ohne dass es zu

Überschneidungen kommt. Vielversprechend

sind aber auch die derzeit getätigten

Investitionen in die Sekundärmetallurgie

im Stahl- und Hartgusswerk Bösdorf

(SHB). Dort werden uns über kurz oder

lang ganz neue Produkte offenstehen. Wir

werden unseren bisherigen Märkten die

uns erfolgreich gemacht haben, aber treu

bleiben.

www.dihag.com

Schon mal vormerken!

Nächster GIFA-Termin: 25. Juni bis 29. Juni 2019

GIESSEREI 104 10/2017 23


SPEKTRUM

FOTOS UND GRAFIKEN: FRANKEN GUSS

Fahrzeugleichtbau mit

Gusseisen und Aluminium

Leichtbau am Beispiel eines

Pkw-Radträgers, Werkstoff:

EN AC-Al Si10Mg T6.

Die Zielstellung der E-Mobilität mit der fundamentalen Änderung der Antriebssysteme

setzt die Entwicklung des heute schon fortgeschrittenen Leichtbaus in besonderem

Maße fort. Der Leichtbau erstreckt sich jetzt über das gesamte Spektrum des Fahrzeugbaus.

So werden Module im Fahrwerksbereich von Nutzfahrzeugen zunehmend von

gegossenen Bauteilen bestimmt. Die gießtechnischen Verfahren ermöglichen einerseits

eine lastoptimierte Auslegung, da kaum Einschränkungen für die Geometrie bestehen,

aber andererseits auch den Einsatz hochfester Gusseisenwerkstoffe oder des klassischen

Leichtbauwerkstoffes Aluminium.

VON ACHIM KEIDIES UND WOLFGANG

KNOTHE, KITZINGEN

Moderne Gießverfahren im Einsatz

Die Franken Guss GmbH & Co. KG hat mit

den am Standort Kitzingen vorhandenen

Fertigungstechniken exzellente Möglichkeiten,

eine Entscheidung zwischen Gusseisen-

oder Aluminiumwerkstoffen bei

Leichtbaukonstruktionen zu treffen und

daraus selbst einen Anwendungsvorschlag

zu erarbeiten (Bild 1).

In der Aluminiumgießerei werden Bauteile

für die Automotive- sowie Luft- und

Raumfahrt-Industrie gegossen, bearbeitet

und teilweise vormontiert. Im Wesentlichen

kommen zwei Gießverfahren zum

Einsatz: Im konventionellen Druckgießverfahren

werden überwiegend Teile für Automatikgetriebe

hergestellt, im laminaren

Druckgießverfahren vor allem Fahrwerksund

Karosserieteile. Mit dem letztgenannten

Sonderverfahren, das auch unter dem

Namen Poral-Guss bekannt ist, war die

Gießerei bereits vor 30 Jahren der Pionier

für wärmebehandelbaren Druckguss.

48 GIESSEREI 104 10/2017


Werkstoff

- Mechanische Eigenschaften im Gussstück

- Eigenspannung

- Temperatureinflüsse

- Verschleißverhalten

- Korrosion

Auslegung

- Steifigkeit

- elastisches Verhalten

- Kerbradien

- Topologieoptimierung

- Nutzung garantierter Werkstoffkennwerte

Bauteilfestigkeit

Verfahrenstechnik

- Übertragung der Werkstoffeigenschaften in das Gussstück

- Gestaltung des Bauteils (innen und außen)

- Sandgießen

- Kokillengießen

- Druckgießen

- Druckgießen mit laminarer Füllung

- Sonderverfahren

Bild 1: Bauteilfestigkeit – Einflussgrößen.

Beim laminaren Druckgießen handelt

es sich um ein modifiziertes Kaltkammer-

Druckgießverfahren, das bei Franken Guss

auf allen Maschinen mit 500 bis 2000 t

Zuhaltekraft anwendbar ist. Es können alle

gängigen Aluminiumlegierungen vergossen

werden. Das Verfahren ist für Bauteil-

Wanddicken von 4 bis 60 mm einsetzbar.

Alle Bauteile werden mittels Formfüll- und

Erstarrungssimulation konstruiert. Durch

die laminare Formfüllung entstehen Bauteile

mit einem porenarmen, feinkörnigen

und homogenen Gussgefüge. Das feinkörnige

Gefüge verfügt bereits im Gusszustand

über hohe mechanische Kennwerte,

die in einer nachgeschalteten Wärmebehandlung

noch gezielt gesteigert werden

können. Durch dieses hochproduktive Verfahren

lassen sich Kokillenguss- bzw.

Schmiedeteile durch druckgegossene ersetzen

(Tabelle 1). Wegen des porenarmen

Gefüges sind die Bauteile zudem mit

Bild 2: Vorderer Lagerbock.

Bild 3: Vorderer Federbock.

allen gängigen Verfahren gut schweißbar.

Für einen Kunden aus dem Pkw-Bereich

wurden durch laminares Druckgießen

bereits mehr als 10 Mio. Stück eines

vorderen Lagerbocks (Bild 2, Federbeinaufnahme)

produziert.

Für einen Kunden aus dem Nutzfahrzeugbereich

wird der sogenannte vordere

Federbock (Verbindungselement zwischen

Fahrwerk und Fahrerkabine, Bild 3)

hergestellt. Durch den Einsatz von Aluminium

ergibt sich im Vergleich zur Eisengussvariante

eine Gewichtsersparnis von

50 %!

Neben hochbelasteten Fahrwerksteilen

wie Radträger (Bild 4) für Hochleistungssportwagen

können durch laminares

Druckgießen aber auch zukunftsträchtige

Bauteile für den Bereich der E-Mobilität

Tabelle 1: Technische Daten der Aluminium-Gießverfahren im Vergleich.

Laminares Druckgießen

Kaltkammerdruckgießen

Schmelzen Schmelzebehandlung (Impellern) Schmelzebehandlung nicht üblich

Gießen mit laminarem Formfüllen mit turbulentem Formfüllen

Wärmebehandlung vergütbar nur mit Sonderverfahren

Schweißbarkeit gut schweißbar nur mit Sonderverfahren

Eigenschaften (bei Standardlegierungen) porenarm Gasporositäten durch Füllen

hohe Dehnung

Geringe Dehnung durch Mikroporositäten

hohe Festigkeit

schwankende Festigkeiten

hohe Bruchzähigkeit

geringe Bruchzähigkeit

hohe Schwingfestigkeit

geringe Schwingfestigkeit

Wanddicke ab 4 mm (partiell) bis 60 mm typisch ab 1 mm bis 8 mm

GIESSEREI 104 10/2017 49


SPEKTRUM

Zur Erweiterung der Komplexität von

Leichtbaukonzepten wird bereits auch

das Konstruktionsschweißen von Gusseisenwerkstoffen

und Stahl in der Serie

angewendet. Hier haben sich die Pressschweißverfahren

wie Magnet-Arc-

Schweißen oder die Laserschweißtechniken

bewährt.

Bild 4: Radträger.

gegossen werden, wie z. B. Statorträger

für Hybridanwendungen (Bild 5) im Automatikgetriebe

für Pkw.

Die Gießerei von heute hat sich vom

Dienstleister zum Entwicklungspartner

verändert. Die Entwicklungskompetenz

besteht in der Anwendung von Simulationstechniken

auch für unterschiedliche

Lastfälle wie auch Methoden der Bewertung

des Werkstoffverhaltens im Betriebszustand

oder sogar im Crashfall.

Anhand vorliegender Serienteile aus

Gusseisen mit Kugelgrafit oder Aluminiumwerkstoffen

kann die praktische Anwendbarkeit

solcher Konzepte gezeigt

werden.

Mit Methodik zum Leichtbauteil

Bild 5: Statorträger für Hybridanwendungen.

Das Gießen ist vor allem wegen der Gestaltungsfreiheit

hinsichtlich der Formgebung

der Bauteile für die Umsetzung des

Leichtbaus in besonderem Maße geeignet.

So kann das Konstruktionsteil dem

Lastfall entsprechend optimal ausgelegt

werden. Nicht die Werkstofffestigkeit,

sondern die Geometrie und der E-Modul

des Werkstoffes bestimmen die Belastbarkeit

des Bauteils (Bild 6).

Der statische Lastfall steht traditionell

im Vordergrund bei der Charakterisierung

der Werkstoffe. So sind die Zugfestigkeit

R m , die Streckgrenze R p und die Dehnung

A 5 die entscheidenden Kennwerte bei der

Auswahl von Stahlwerkstoffen. Die Gusseisenwerkstoffe

mit ihrer nahezu doppelten

Drucklastertragbarkeit gegenüber

Zuglasten zeigen hier Potenziale, die für

den dynamischen Lastfall im Leichtbau

genutzt werden können. Hierfür hat sich

in besonderem Maße die Topologieoptimierung

etabliert.

Fazit

Die Anisotropie der Gusseisenwerkstoffe

ermöglicht hochbelastbare Leichtbaukonstruktionen.

Die Auslegung von Bauteilen unter Nutzung

der Gestaltungsfreiheit des Gießens

ermöglicht eine bedeutend höhere Belastbarkeit

als vermeintlich aus der Steigerung

der Werkstofffestigkeit. Die mit steigender

Werkstofffestigkeit zunehmende Kerbempfindlichkeit

kann durch die Gestaltung

der Radien am Bauteil kompensiert werden.

Auf der Bionik basierende Konstruktionsmethoden

empfehlen sich exklusiv für

die gießtechnische Formgebung.

Das Konstruktionsschweißen erweitert

die Funktionalität der Bauteile und

ermöglicht Leichtbau.

Dr.-Ing. Achim Keidies und Dr.-Ing. Wolfgang

Knothe, Franken Guss GmbH & Co.

KG, Kitzingen

statisch

Einzelfall Last

Festigkeitskennwerte (Zug/Druck)

Stabilität der Messdaten

Eigenspannung

Härte

Korrosion

Wärmeleiteigenschaften

Materialpaarung

Lastfall

Crashverhalten

dynamisch

Zeit-/Dauerfestigkeit

Anisotropie

Oberflächenzustand (Rauheit,Verdichtung)

Schlagzähigkeitsverhalten

Temperatureinflüsse (Hitze/Kälte)

Lage der Übergangstemperatur

Steifigkeit

elastisches Verhalten

Kerbradien

Verschleißverhalten

Biegung vor Bruch

Energieabsorption

elastisch - plastische Verformung ohne Anriss

Vermeidung von Sprödbruch

Steifigkeit

Sollbruchbereiche

Bild 6: Grundlage der Bauteilauslegung ist die Analyse des Lastfalls.

50 GIESSEREI 104 10/2017


WWW.FOSECO.DE

Das

PLUS für

Ihren Guss

+ Bewährte Partnerschaften

+ Weltweite Technologien - vor Ort

+ Innovative Lösungen

+ Fachkundige Beratung

+ Verlässlicher Service

+ Führendes Know-how

TEL.: +49 2861 83-0 / INFO.GERMANY@FOSECO.COM


MEDIEN & BÜCHER

Kosten sparen mit Gas!

Thüringische Leichtmetallgießerei rüstet Elektroöfen um

Haben auch Sie interessante Videos

zum Thema Gießereitechnik im Internet

gefunden? Senden Sie Ihre Videovorschläge

an: redaktion@bdguss.de

Die Leichtmetallgießerei Bad Langensalza (LGL) rüstet ihre Elektroöfen auf Erdgas um und spart so bis zu 90 % der bisherigen Energiekosten.

LGL-Geschäftsführer Norbert Stein will mit

innovativer Schmelztechnik Energie sparen.

Laut Stefan Scharf von der Uni Magdeburg

ist Gas ökologischer als elektrischer Strom.

Der Gasbrenner heizt nicht mit offener Flamme,

sondern mit einem keramischen Schaum.

SCREENSHOTS: MDR

Die Leichtmetallgießerei Bad Langensalza

(LGL) in Thüringen gibt sich nicht

mit den hohen Kosten für Elektroenergie

zufrieden. In einem anderthalbjährigen

Testlauf unter Mitwirkung von

Wissenschaftlern der Universität Magdeburg

wurden die Auswirkungen einer

Umstellung auf spezielle Gasöfen

untersucht - mit Erfolg!

Um den Kostendruck durch die hohen

Stromkosten zu senken, hat LGL-Geschaftsführer

Norbert Stein die Umrüstung

seiner Elektroöfen auf Gasöfen getestet.

Unterstützt wurde er dabei unter

anderem von Stefan Scharf von der Universität

Magdeburg, der auf aktuelle Erhebungen

des Umweltbundesamtes verweist,

wonach Gas sehr viel ökologischer

ist als elektrischer Strom. Jetzt sollen die

Öfen in Bad Langensalza entsprechend

umgerüstet werden. Um möglichst effizient

mit dem Gas umzugehen und so bis

zu 90 % der Kosten für Energie einzusparen,

wird ein Gasgemisch in einem keramischen

Schaum zum Glühen gebracht.

Die Reduktion der Energiekosten für die

Gießerei mit ihren 40 Mitarbeitern hat

noch einen weiteren positiven Effekt: der

CO 2

-Ausstoß sinkt in einer ähnlichen Größenordnung

wie die Kosten.

Der ca. zwei Minuten lange Fernsehbeitrag

ist Ende August in der Sendung MDR Thüringen

Journal gelaufen.

QR-CODE/Link:

Link zum Fernsehbeitrag

über die Leichtmetallgießerei

Bad Langensalza:

http://t1p.de/zry5

82 GIESSEREI 104 10/2017


Projekt DIN EN ISO

9001:2015

Vorgehensmodell zur Implementierung

eines Qualitätsmanagementsystems

Elmar Pfitzinger, Berlin, Beuth, 3., vollständig überarbeitete

Auflage 2015, 144 Seiten, A5, broschiert, ISBN 978-3-410-

25133-0, 32 Euro

Der Praxisleitfaden gliedert sich in drei Themenblöcke:

> Einführung zu Qualitätsmanagement, Normen, Projekt- und

Prozessmanagement

> Praxis-Kurzübersicht zu jedem der 26 QM-Projektschritte

> Anwendungsorientierte Erläuterungen zu jedem der 26 QM-

Projektschritte

Der Leser erfährt, wie in 26 Schritten systematisch ein QM-

System implementiert werden kann und erhält schnell einen

umfassenden Überblick und zahlreiche konkrete Handlungshinweise

vom Projektstart bis zum Abschluss des QM-Projekts.

Der Praxisband Projekt DIN EN ISO 9001:2015 bietet eine

nützliche Arbeitsgrundlage für Neueinsteiger im Qualitätsmanagement,

erfahrene Qualitätsmanager und Fachkräfte bzw.

Manager, die Übersicht zum Projektablauf brauchen.

KANBAN-Einführung

Das effiziente, kundenorientierte Logistikund

Steuerungskonzept für Produktionsbetriebe

Rainer Weber, Renningen, Expert-Verlag, 9., neu bearbeitete Auflage

2017, 217 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen, ISBN: 978-

3-8169-3385-4, 39,80 Euro

Permanent steigende Teile- und Variantenvielfalt, noch kürzere

Lieferzeiten führen zwangsläufig zur Einführung des Supermarktprinzips

in Materialwirtschaft und Produktion. Dieses einfache,

papierlose, absolut kundenorientiert ausgerichtete

Logistik-Netzwerk reduziert Geschäftsvorgänge, Bestände und

Kosten. Mit diesem System kann effizienter produziert werden

und können Kunden termintreuer und schneller beliefert werden.

Der Organisationsaufbau überwindet die Trägheit von PPS-/

ERP-Systemen und unterstützt den Einsatz modernster SCM-/

E-Business-Lösungen. Allerdings erfordert die Umstellung des

Teilenachschubs auf KANBAN eine Anpassung der innerbetrieblichen

Organisation, der Materialwirtschaft und Fertigung.

Dieses Buch gibt die notwendigen Informationen für die Entscheidung,

ob sich eine Materialsteuerung nach dem Pull-Prinzip

(KANBAN) wirtschaftlich und sinnvoll in den Gesamtprozess

einordnen lässt und welche Vorteile sich dadurch ergeben, was

bei der Planung beachtet werden muss, wie die grundsätzliche

Vorgehensweise aussieht, welche Werkzeuge und Hilfsmittel

zur Einführung für einen reibungslosen und fehlerfreien Aufbau

und Betrieb benötigt werden und welche Probleme beherrscht

werden müssen – unabhängig davon, ob KANBAN manuell oder

IT-gestützt, als Supply Chain-System, eingeführt werden soll.

Die neunte Auflage wurde neu bearbeitet und enthält nun zahlreiche

Farbabbildungen

Für alle Buchbestellungen

Ansprechpartnerin: Annette Engels, Giesserei-Verlag, Tel.: (02 11) 67 07-5 61, Fax: -2 66, E-Mail: annette.engels@stahleisen.de

GIESSEREI 104 10/2017 83

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine