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SchlossMagazin Bayerisch-Schwaben November 2017

14 | region | Ricardo

14 | region | Ricardo Fernando und Carla Silva moderne Ballette. Heute ergänzt sie ihren Ehemann hinter der Bühne und sorgt mit dafür, dass sich alle Rädchen perfekt drehen. Will doch eine Tänzerkompanie, in der es durchaus menschelt, mit all ihren Talenten, aber auch Wehwehchen und Alltagsproblemen motiviert und geführt werden. Und die Verantwortung für den Erhalt des gleichbleibenden Niveaus der Darbietung ist riesig, zumal es in der Regel mehrere Besetzungen der gleichen Hauptrollen gibt und immer etwas Unvorhergesehenes passieren kann. Da muss Carla Silva jeden Schritt jeder Rolle kennen – eine gewaltige Herausforderung und Leistung, die nicht genug gewürdigt werden kann. Ricardo Fernando inszeniert übrigens jedes seiner Stücke neu. Und weicht dabei gerne von ausgetretenen Pfaden ab. Das Handlungsballett Schwanensee mit der Musik Tschaikowskys feiert nicht nur in der Fuggerstadt Premiere, sondern im übertragenen Sinn auch beim Ehepaar Fernando-Silva. Einmal eine Rolle in Schwanensee tanzen zu dürfen, war immer der Traum von Carla Silva gewesen, doch er konnte umständehalber nie realisiert werden. Nun muss sie gleich alle Rollen im Kopf haben und spielt damit, wenn auch hinter der Bühne, letztendlich die Hauptrolle. Auch Ricardo Fernando inszeniert den Ballett-Klassiker zum ersten Mal und macht aus dem vermeintlichen Manko, keine „Große Bühne“ zu haben, gleich ein Stilelement. In Ermangelung einer Hinterbühne entführt der erfahrene Ballettausstatter Dorin Gal auf wirkungsvoll minimalistische Art im Zusammenspiel mit den 3D-Projektionen der Videokünstlerin Lieve Vanderschaeve die Zuschauer in eine zwischen Fantasie und Realität changierende Szenerie. Seine große Strahlkraft erzielt das Ballett um eine romantische Liebesgeschichte durch seine Kontraste, zwischen denen der Prinz wählen muss: schwarz gegen weiß, Natur gegen Hofstaat, Fantasie gegen Realität, Macht gegen Liebe. Eben diese Gegensätze sollen auf der Bühne unmittelbar sichtbar gemacht werden. So werden sich Odette, der weiße Schwan, und Odile, der schwarze Schwan, in Ricardo Fernandos Inszenierung unmittelbar gegenüber stehen. Die beiden Partien werden nicht wie in vielen klassischen Choreografien von einer, sondern von zwei Tänzerinnen verkörpert. Alle Mitglieder der Kompanie – vier aus dem letztjährigen Augsburger Ensemble, vier aus Hagen und die übrigen, neu gecasteten – kommen dabei zum Zuge; die Hauptrollen sind jeweils dreifach besetzt. Wer gerade nicht als Solist tanzt, wirkt in einer anderen Rolle in der Gruppe mit. In der Neuinterpretation des Klassikers werden neoklassische und zeitgenössische Tanzstile verknüpft und die Trennung der Welten des weißen und schwarzen Schwanes wird aufgebrochen. Auch sind die Schwäne nicht rein weiblich, sondern gemischt, wie in der Natur eben. Als Tiere dürfen sie auch ihre wilde Seite zeigen. Das Schicksal der verzauberten Prinzessin Odette und des Prinzen Siegfried hat das Augsburger Publikum letzten Endes selbst in der Hand, wenn es bei jeder Vorstellung zwischen dem tragischen Untergang der Liebenden und einem Happy End abstimmen darf. Die einzelnen Aufführungstermine reichen bis Mitte Februar nächsten Jahres. Wer sich als Zuschauer für eine bestimmte Besetzung interessiert, hat Glück: Die jeweils auftretenden Solisten werden rechtzeitig vor jeder Vorstellung bekannt gegeben. So kann es sehr reizvoll sein, Schwanensee zweimal oder öfter zu besuchen, um die unterschiedlichen individuellen Interpretationen zu erleben. Das Duo Fernando – Silva plant, in der neuen Heimat Augsburg noch viele seiner Tanz-Träume zu verwirklichen. Ein Leben ohne Tanz kann sich Ricardo Fernando frühestens mit 80 vorstellen, wie er augenzwinkernd anmerkt, sofern die Gesundheit mitspielt. Carla Silva könnte sich auch in der Rolle einer Ballett-Lehrerin sehen. Wenn sich der Alltag der beiden einmal nicht um Tanz dreht, dann kochen und essen sie gerne und entspannen auch mal bei einem Schlückchen Wein. Außerdem gucken sie öfters Filme. Und Carla Silva liebt es, mit ihrer Kamera auf Fotomotivsuche zu gehen. Doch im Mittelpunkt steht immer der Tanz. # Informationen und Termine www.theater-a.de

| Der Froschkönig | region | 15 foto Thinkstock Der Froschkönig Das neue Wintermärchen des Eukitea-Theaters Wenn die Tage kurz werden und die Nächte lang und in den Stuben feine Plätzchen duften, dann ist Märchenzeit im Theaterhaus Eukitea in Diedorf. Vom 3. Dezember bis zum 20. Januar empfängt hier eine wunderschöne Königstochter einen glitschig grünen und unverschämt charmanten Frosch, den Froschkönig höchstpersönlich. Dass daraus eine turbulente Geschichte wird, kann man sich denken. Eukitea inszeniert eines der bekanntesten der Grimm‘schen Märchen auf herrlich unkonventionelle, humorvolle und wie immer liebevolle Weise. Mit herzerquickenden Charakteren und kunterbunten Bühnenwelten. Die ganze Familie mit Kindern ab vier Jahren darf sich verzaubern lassen von Puppen, Tanz und Livemusik, mit denen die Handlung kindgerecht und unterhaltsam umgesetzt wird. Parallel läuft die Ausstellung „Von singenden Tassen und sprechenden Broten“, bei der sich alles um das Thema Speisen in Märchen dreht. Tischchen decken sich von Zauberhand, Erdbeeren reifen unter eisigem Schnee und im königlichen Lustgarten schimmern Äpfel aus purem Gold. Im Theatercafé wartet auch in diesem Jahr ein fröhliches Märchenquiz auf rätselfreudige Familien – mit lustigen Fragen rund um das Winterstück und die Ausstellung. # Eukitea Theater Lindenstraße 18 b · 86420 Diedorf Informationen www.eukitea.de • Internationales Theaterhaus in Diedorf im Wintermärchen EUKITEA W Wi t rmärc nte en im rc EUK r h ch U UK KI KIT EA KITE Ein farbenprächtiges Wintermärchen himmlisch humorvoll inszeniert. Mit Puppen, Tanz und Live-Musik für Kinder ab 4 Jahren und die ganze Familie. Mit Märchenquiz „Rosiges Porzellantellerchen“ und der Ausstellung „Von singenden Tassen und sprechenden Broten“. tickets.eukitea.de 0 82 38-96 47 43 96 TERMINE: Beginn jeweils um 16 Uhr Premiere: So. 03. Dezember So. 10. Dezember So. 17. Dezember Di. 26. Dezember Mi. 27. Dezember Sa. 30. Dezember Sa. 06. Januar 2018 So. 07. Januar 2018 So. 14. Januar 2018 Märchenausstellung und Theatercafé jeweils ab 14 Uhr geöffnet eukitea.de/wintermaerchen EUKI_Anzeige_Schloss_FROSCHKÖNIG_178x62.indd 1 26.10.17 12:33