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SchlossMagazin Bayerisch-Schwaben November 2017

16 | region | 650 Jahre

16 | region | 650 Jahre Fugger in Augsburg 650 Jahre Fugger in Augsburg foto Wikipedia Das Hochzeitsbild der Eheleute Jakob Fugger und Sibylla Artzt, 1498 Man schrieb das Jahr 1367, als Hans Fugger nach Augsburg kam. Seither gestalten die Fugger in Augsburg wie auch in Schwaben und Bayern wichtige Entwicklungen mit. Die Geschichte Augsburgs ist untrennbar mit dem Namen Fugger verbunden. Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl: „Die Familie wirkt noch immer in der Fugger’schen Tradition gelebter Verantwortung für die Stadtgesellschaft Augsburgs und unsere bayerische Heimat. Die Einrichtung der Fuggerei, der heute ältesten Sozialsiedlung der Welt, ist nicht nur eine berühmte touristische Sehenswürdigkeit. Sie ist bis heute eine mildtätige Wohnhilfe für bedürftige katholische Bürgerinnen und Bürger Augsburgs. Der Jahresmietzins von 0,88 Euro und das tägliche Gebet eines Vaterunsers, eines Glaubensbekenntnisses und eines Ave Marias für den Stifter und die Stifterfamilie sind einzigartig und an Symbolkraft aus der Entstehungszeit der Fuggerei an der Schwelle zur Frühen Neuzeit nicht zu übertreffen.“ Begonnen hat alles mit dem Weber Hans Fugger, der vor 650 Jahren aus dem Schwäbischen nach Augsburg einwanderte und Stammvater der bis heute so bedeutenden Familie wurde. Dies geht aus den Akten der Freien Reichsstadt Augsburg hervor, wo mit Ausschnittvergrößerung des Eintrags im Steuerbuch von 1367 über die Ankunft von Hans Fugger als erstem Fugger in Augsburg. Quelle: Stadtarchiv Augsburg dem „Fucker advenit“ 1367 die Ankunft des ersten Fuggers im Steuerbuch vermerkt ist. Augsburg erwies sich im Spätmittelalter als idealer Nährboden für den Aufstieg der Familie. Von dem symbiotischen Verhältnis eines gegenseitigen Gebens und Nehmens profitieren Kommune wie Familie bis heute. Die neun Fugger‘schen Stiftungen legen ein beredtes Zeugnis ab. Unter anderem werden die drei Linien der Familie Fugger vertreten von Maria Elisabeth Gräfin Thun-Fugger, Senioratsvorsitzende der Fugger´schen Stiftungen als erste Frau in der Familiengeschichte, Gräfin Maria-Theresia Fugger von Glött und Alexander Erbgraf Fugger-Babenhausen. Auch musikalisch sind die Fugger ein Thema geworden. Stephan Kanyar, freier Komponist, Dirigent und Pianist, beschäftigt sich seit 2003 mit der Entwicklung neuer Musicals. Er widmete „Frankenstein“ und „Casanova“ ebenso ein Werk wie „Einstein“. Ganz neu im Repertoire des Künstlers ist das Musical „Herz aus Gold“, das die Geschichte der Fugger thematisiert und als Werk eigens für Augsburg zum Auftakt der diesjährigen Freilichtbühnensaison uraufgeführt wird. # Informationen www.fugger.de

| Aktuelle Ausstellungen | region | 17 Gemälde von Wilhelm Eger (Ausschnitt) Foto SVO Schnee und klirrende Kälte Winterbilder aus der Sammlung des Museums Oberschönenfeld Mit den Begriffen „Schnee“ und „Kälte“ verbinden Menschen verschiedener Jahrhunderte und Gesellschaftsschichten Gegensätzliches: Gefahr und Entbehrung oder Winterfreuden und romantische Natur. Die Ausstellung in der Schwäbischen Galerie präsentiert mit Gemälden und Aquarellen von rund 20 Kunstschaffenden eine Reihe von Facetten des Winters. Ölgemälde, Aquarelle, Pastelle und Drucke vieler bekannter Künstler aus Schwaben – von Josef Dilger und Otto Schorer über Hermann Fischer und Hans Härtel bis hin zu Wil- helm Eger und Christian Hörl – zeigen die verschiedenen Seiten des Winters: Fluss- und Gebirgslandschaften stehen neben Stadt- und Parkdarstellungen mit Spaziergängern oder Schlittschuhläufern. Schnee ist das zentrale Motiv und wird auf immer wieder andere Weise dargestellt. Öffnungszeiten Di – So und Feiertage, 10:00 bis 17:00 Uhr. Im Rahmen des Begleitprogramms werden auch Führungen angeboten. Die Ausstellung dauert vom 19. November bis zum 14. Januar. # Informationen www.schwaebisches-volkskundemuseum.de Gold und Bücher lieb ich sehr… 480 Jahre Staats- und Stadtbibliothek Augsburg Die Bibliothek an der Schaezlerstraße präsentiert zu ihrem 480. Geburtstag eine Best-of-Auswahl von Kleinodien aus ihren ansonsten nicht öffentlich einzusehenden Beständen. Möglich gemacht hat dies der neue Direktor Karl-Georg Pfändtner. Die Schau mit dem Titel „Gold und Bücher lieb ich sehr …“, frei nach August Schnezlers Liedtext „Gold und Silber lieb ich sehr“ aus dem Jahre 1828, charakterisiert die Leidenschaft der Bibliothek für kostbare Bücher und Buchkultur. Nun wird die bedeutende Sammlung von Cimelien (griech. „Kleinod, Kostbarkeit“) im für diese Kollektion 1893 erbauten Unteren Cimeliensaal der Bibliothek wieder präsentiert. Der Saal bildet zusammen mit dem Oberen Cimeliensaal, in dem die Sammlung Der Prinz beweint den Tod des Derwischs. Stammbaum des Philipp Hainhofer und der Regina Waiblinger in Form eines Pfauenrades wertvoller Bucheinbände aufgestellt ist, das Herzstück des Gebäudes. Gezeigt werden rund 90 Stücke auf höchstem Niveau. Kostbare Handschriften aus Augsburg und der Welt sind zu sehen, darunter die um 1350 entstandene sog. Augsburger Bibelhandschrift, ferner Zeugnisse des frühen Buchdrucks, Holzschnitte und Miniaturen, Druckstöcke, Druckgrafiken und Autografen bedeutender Persönlichkeiten uvm. Die Ausstellung läuft bis zum 15. Dezember. # Öffnungszeiten Mi – Fr 11:00 bis 16:00 Uhr Informationen www.sustb-augsburg.de