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Ab durch die „schnelle Mitte“ November 2017 © DB AG/Barteld Redaktion Von Erfurt nach Berlin in zwei Stunden? Oder in zweieinhalb Stunden nach München? Ab Dezember 2017 wird Thüringen zur „schnellen Mitte“ der Region und Erfurt bedeutender Fernverkehrsknoten in Deutschland. Das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nummer 8 (VDE 8) wird dann nach vielen Bauarbeiten weitgehend abgeschlossen sein und ermöglicht deutlich kürzere Fahrzeiten im Fernverkehr. Aber auch bei den Regionalverbindungen ergeben sich für Fahrgäste neue Anschlussmöglichkeiten in die gesamte Republik. VDE 8 verbindet aber nicht nur innerdeutsche Städte, sondern fügt sich in die Schnellreiseinfrastruktur Europas ein. Frank Kniestedt, Pressesprecher des Großprojektes, erklärt, welche Vorteile sich daraus ergeben. Seite 2 Bahn-Story Schätze aus 7.500 Jahren Menschheitsgeschichte Archäologische Funde beim Streckenbau Bei großen Baumaßnahmen wird viel gebohrt und gebaggert. Gelegentlich treten dabei Schätze zu Tage, mit denen niemand gerechnet hätte. So auch beim Verkehrsprojekt Deutsche Einheit 8. Der Streckenabschnitt zwischen Halle und Erfurt war schon im Jahre 1500 v. Chr. ein wichtiger Handelsweg. Während der Bauarbeiten wurden hier über 400.000 Fundstücke freigelegt, unter anderem Reste eines Weges aus der Bronzezeit und Artefakte aus über 7.500 Jahren Menschheitsgeschichte. Archäologen sicherten die Stücke und brachten sie ins Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle. Nahe Coburg wurde am nördlichen Ausgang des Tunnels Eierberge eine 7.000 Jahre alte Siedlung entdeckt. In und um die teils noch erhaltenen Grundrisse der Häuser konnten rund 20.000 Einzelfunde aus der Epoche der Bandkeramik geborgen werden. Unter anderem Bruchstücke von Tonvasen und sogar gut erhaltene Fossile menschlicher Skelette. Archäologen untersuchten alle Funde nach wissenschaftlichen Standards und übergaben diese nach Abschluss der Analysen an die Museen der Region. Eine besondere Überraschung fanden die Bauarbeiter bei Tunnelbohrungen in Thüringen. Beim Bau des Tunnels Bleßberg stießen sie auf eine bisher vollkommen unbekannte Karsthöhle mit unterirdischen Seen und Tropfsteinformationen. Die Höhle wurde gesichert, um ihre Schönheit auch in Zukunft zu bewahren. Wie kann es aber sein, dass ausgerechnet entlang der Strecke Berlin–München eine Vielzahl an Fundstücken gehoben wurde? Das moderne deutsche Eisenbahnnetz entstand auf alten Handelswegen. Zum einen siedelten sich schon vor Jahrhunderten entlang dieser wirtschaftlich wichtigen Pfade Menschen an. Zum anderen nahmen Handelsleute weite Wege in Kauf, um ihre Waren profitabel an die Kundschaft zu bringen. Die Via Imperii beispielsweise verband den italienischen und süddeutschen Markt mit den Handelsplätzen der Hanse an Ostund Nordsee. Die langen Reisen legten die Kaufleute meist zu Fuß mit Holzkarren oder mit schwer beladenen Pferden zurück. Wurden sie nun Opfer eines Unfalls oder Raubüberfalls, blieben die Überreste einfach liegen, verwitterten oder wurden durch die Umweltbedingungen im Laufe der Zeit schlichtweg im Boden konserviert. Archäologin Madeleine Fröhlich zeigt Grundschülern einige Knochenfunde © DB AG In diesem Heft Jazztage Dresden Expedition ins Weltall Gewinnspiel im November Vom 2. bis 26. November steigt in Elbflorenz das größte Jazzfestival Mitteldeutschlands. 68 Konzerte und mehr als 250 Künstler laden ein. Seite 5 Im Zeiss-Planetarium Jena können Besucher selbst zu Astronauten werden und Sonne, Mond und Sterne erkunden. Seite 5 Gewinnen Sie eine XL-Kuschel - decke mit Ärmeln, Fuß- und Handytasche. Seite 6 © CELINATEX.DE/Ralf Pagel

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