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Die Reise nach Nimoron - Die Hüter der vier Elemente_Kapitel 1

Ein ungewöhnliches

Ein ungewöhnliches Geschenk Ein schrilles Pfeifen drang an sein Ohr. »Aaron, komm runter! Das Frühstück ist fertig.« Aaron Darnley schlug die Bettdecke zurück und sah aus dem Fenster. Es regnete. Die ganze Woche schon regnete es in Strömen. Und das, obwohl heute in London die Sommerferien begonnen hatten. Aaron blickte auf die große Trauerweide, die direkt vor seinem Fenster stand. Die Regentropfen, die an den Zweigen hängen blieben, glitzerten wie kleine Kristalle. Doch wie die meisten Jungs in seinem Alter liebte Aaron dieses Wetter, denn so konnte er sich in seinem Zimmer verkriechen und Computer spielen oder Musik hören. »Aaron, kommst du?? Der Tee wird kalt!« Aaron stand auf, schlüpfte in eine Jogginghose und nahm sein Lieblingsshirt aus dem Kleiderschrank. Es zeigte einen Rockmusiker, der mit seiner Gitarre auf einen Stapel Märchenbücher einschlug. Es war das aktuelle Coverbild seiner Lieblingsband ›Stay Real‹. Er zog das T-Shirt hastig über den Kopf, kämmte die Haare quer ins Gesicht und warf einen letzten prüfenden Blick in den Spiegel. Er sah gut aus mit seinem schlanken, durchtrainierten Körper, den er durch regelmäßige Übungen und Joggen fit hielt. Das Piercing in seiner linken Augenbraue mochte er besonders gern. Ein Stäbchen mit zwei kleinen Kugeln an beiden Enden. Seine Mutter, Mrs Darnley, hatte einen ziemlichen Tobsuchtsanfall bekommen, als er letztes Frühjahr damit nach Hause gekommen war. Aber immerhin hatte er es nach einigen Diskussionen behalten dürfen. Er schlüpfte in seine Hausschuhe und eilte dann aus dem Zimmer und die Treppe hinunter. Als er die Küche betrat, saß seine kleine Schwester Judy bereits am Tisch. »Ah, da ist ja mein Geburtstagskind. Alles Gute zu deinem fünfzehnten Geburtstag, mein Schatz!« Mrs Darnley kam mit ausgebreiteten Armen auf ihn zu und umarmte ihn liebevoll. Nachdem er sich bedankt und aus der Umarmung befreit hatte, betrachtete er den reich gedeckten Frühstückstisch. Anscheinend hatte seine Mutter den ganzen Morgen in der Küche gestanden. Das Wasser lief ihm im Mund zusammen, als er neben den frischen Brötchen, der Marmelade, den Cornflakes und der Milch auch noch eine große Kanne frisch gepressten Orangensaft und eine Wurstplatte sowie eine Pfanne mit Speck und Rührei entdeckte. »Setz dich, Aaron. Möchtest du Tee?«, fragte Mrs Darnley lächelnd und griff nach dem pfeifenden Wasserkessel. Aaron nickte. Judy beobachtete ihn von der Seite mit ihren großen blauen Augen. »Happy birthday, Aaron«, sagte sie und strahlte ihn an. Mit ihren blonden, schulterlangen Locken und ihrem dunkelblauen Kleid sah sie wie ein typisches sechsjähriges Mädchen aus. Aber man durfte Judy nicht unterschätzen. Sie war sehr 2

aufmerksam für ihr Alter und durchschaute ihren Bruder nur allzu oft – was Aaron gar nicht leiden konnte. Seit dem Tod ihres Vaters, der vor zwei Jahren bei einem Bootsunfall ums Leben gekommen war, war Aaron sehr in sich gekehrt. Am liebsten verbrachte er die Zeit allein auf seinem Zimmer, hörte laute Musik und spielte Computer. Mehr als einmal hatte er sich deswegen einen Vortrag von seiner Mutter anhören müssen. Sie wollte, dass er wieder mehr mit seinen Freunden unternahm und nicht ständig vor diesem blöden Flimmerkasten (wie Mrs Darnley seinen Computer nannte) saß. Da seine Noten in der Schule aber weiterhin gut blieben und Mrs Darnley durch ihre Arbeit selten zu Hause war, hatte sie es irgendwann aufgegeben. Was sie jedoch nicht wusste, war, dass Aaron sich seit dem Verlust seines Vaters so sehr zurückgezogen hatte, dass er in der Schule zu einem ziemlichen Außenseiter geworden war. Selbst sein bester Freund Jeff hatte sich irgendwann anderen Anschluss gesucht, da Aaron plötzlich keine Zeit mehr für ihn zu haben schien. Alle Versuche seinerseits hatte Aaron stets abgelehnt, und so hatte Jeff irgendwann aufgegeben und traf sich seither mit anderen Leuten aus ihrer Klasse. Aaron nahm dies damals lediglich mit einem Schulterzucken zur Kenntnis. Eigentlich war er froh gewesen, dass Jeff nun neuen Anschluss hatte. So brauchte er kein schlechtes Gewissen mehr zu haben, weil er keine Lust hatte sich mit ihm zu verabreden. In letzter Zeit trauerte Aaron jedoch um die schöne Zeit mit ihm. Schließlich kannten sie sich seit dem Kindergarten und waren seit jeher unzertrennlich gewesen. Als Aaron vor Beginn der letzten Weihnachtsferien plötzlich nochmals Lust verspürte, mal wieder ins Kino zu gehen, beschloss er, Jeff zu fragen, ob er ihn begleiten würde. Doch dann sah er ihn auf dem Schulhof mit seiner neuen Clique, und verwarf er sein Vorhaben sofort wieder. Schließlich hatte er Jeff seit nun fast zwei Jahren kaum beachtet. Warum sollte er wohl Interesse daran haben, mit ihm ins Kino zu gehen? Den restlichen Vormittag verbrachte Aaron dann damit, zu überlegen, wen er stattdessen fragen konnte. Aber da ihm niemand eingefallen war, blieb er letztendlich zu Hause und spielte, wie sonst auch, Computer. Allerdings hatte es ihm an jenem Tag gar keine Freude bereitet, denn zum ersten Mal seit dem Tod seines Vaters empfand er etwas anderes als tiefe, atemlähmende Trauer. Einsamkeit. Judy, die Aarons Einsamkeit zu spüren schien, belagerte ihren großen Bruder, wann immer sie konnte. Ständig bat sie ihn, mit ihr zu spielen oder ihr eine Geschichte zu erzählen. Manchmal schlich sie sich auch einfach nur in sein Zimmer, während er vor seinem Computerspiel saß, legte sich auf sein Bett und beobachtete ihn. Und obwohl Aaron seine Schwester über alles liebte, nervte ihn dieser Zustand gewaltig. »Ich hab ein Geschenk für dich«, platzte es plötzlich aus Judy heraus, die Aaron immer noch von der Seite beobachtete. Sie reichte ihm ein ziemlich zerknautscht aussehendes Päckchen. »Hab's selbst eingepackt.« Aaron nahm das Päckchen entgegen und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Was das Einpacken von Geschenken betraf, so hatte seine Schwester die Geschicklichkeit 3

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