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Grenzenlos_Winter_17

38 / TECHNIKFÜHRUNG 39

38 / TECHNIKFÜHRUNG 39 „Und so geht Seilbahn …“ Bei einer Technikführung bekommen Interessierte einen exklusiven Einblick hinter die Kulissen der Bergbahnen Langes. Dabei lernt man vor allem eines: Der Arbeitsalltag bei der Seilbahn dreht sich immer um die Sicherheit. Für Skifahrer oder Wanderer ist es meist ein selbstverständlicher Luxus. Sie schweben in Höchstgeschwindigkeit auf beheizten Sitzen der Zehner- Kabinenbahn auf den Gipfel zur Grubighütte. Sie sausen auf perfekt präparierten und optimal beschneiten Pisten ins Tal hinunter, auch wenn der Naturschnee noch auf sich warten lässt. Oder düsen im Turbotempo im Sechser- Sessellift „Hochmoos-Express“ ins Schneevergnügen. Doch welche Kraftanstrengung und Leistung hinter dem reibungslosen Ablauf stecken, ahnt kaum ein Gast. Wie funktionieren Seilbahnen, Pistenraupen oder Beschneiungsanlagen? Das verraten die Bergbahnen Langes in ihrer spannenden Technikführung mit dem „Blick hinter die Kulissen“. „Wir wollen zeigen, welchen Aufwand es bedeutet, dass Bergbahnen, Sessellifte oder die Pisten präparation perfekt funktionieren“, sagt Ludwig Keller, der seit 15 Jahren bei den Bergbahnen Langes in Lermoos arbeitet und seit sieben Jahren dort Geschäftsführer ist. Das Angebot ist gefragt, vor allem bei widrigem Wetter, und das im Winter wie im Sommer. Vor allem Kinder, Technikbegeisterte, Schüler, aber auch Gäste, die zum ersten Mal im Skigebiet sind, kommen da ins Staunen. Jeder bei einer anderen Station. Und Ludwig Keller nimmt sich viel Zeit für seine Erklärungen und beantwortet auch gerne alle Fragen. So sicher sind die Seilbahnen Erste Station ist der Kabinenbahnhof von Grubig II. „Das ist unsere Zehnerkabinen- Gondel“, erklärt Keller. Hier werden mittels eines Schemas die Sicherheitsbestimmungen einer Seilbahn erklärt. Die Besucher erfahren alles über die Überprüfung, wie ein Antrieb mit Sicherheits- und Betriebsbremse aufgebaut ist, und wie die Lehrlingsausbildung aussieht, wie Keller sagt. Die Besucher können sich das sogenannte „Revisionspodest“ ansehen, wo die Klemmen der Bahnen überprüft werden, sehen die Werkzeuge, die man zum Auseinanderbauen braucht. Anschließend wird auch das Thema Bergung besprochen, also was passiert, wenn eine Seilbahn stehen bleibt. „Angenommen, es gibt einen Stromausfall“, sagt Keller, „dann könnte man mit einem Notantrieb weiterfahren.“ Falls der aber auch defekt ist, wäre das laut Keller der „Supergau“. Man könnte aber noch den sogenannten „Schwerlastbetrieb“ fahren, wobei die Bremse kontrolliert vorsichtig gelöst würde und die Bahn durch die eigene Schwerkraft fährt. Keller erklärt auch, wie im Ernstfall die Fahrgäste aus der Kabine geborgen werden können. Die Helfer retten entweder vom Hubschrauber aus oder sie kommen über das Seil zu den Kabinen und seilen die Fahrgäste danach ab. „Einmal im Jahr machen wir eine große Übung mit der Bergrettung, Feuerwehr, Skischule, Alpin-Polizei und den Liftarbeitern von Biberwier und Lermoos“, erzählt der Geschäftsführer. „Aber wir haben das Gott sei Dank noch nie gebraucht, und bei uns ist bis jetzt noch nie etwas passiert.“ Einblicke in die „Kommandozentrale“ Nächste Station: der Kommandoraum von Grubig II, Tal. Hier erfahren die Besucher, was der Bedienstete dort alles kontrollieren und machen muss, wie Keller sagt. Angefangen von den Drehkreuzen über die Sprechverbindungen, die ganze Steuerung und alles, was man am Display abfragen kann. Allein eine Klemme der Seilbahn werde ja ungefähr 20 Mal im Stationsumlauf überprüft, ob sie richtig funktioniert. Keller. „Das wird alles elektronisch überwacht.“ English Summary It’s a luxury most skiers simply take for granted: gliding up the cable railway at high speed on heated seats to the Alpine hut on the Grubigstein peak, before artfully tearing down the perfect piste into the valley – whether or not real snow has fallen. Or being propelled into the snowy landscape with the ‘Hochmoos Express’ chair lift. But hardly anyone knows how much energy and dedication is put into making sure all these things work properly – until now: take a look behind the scenes on an engaging guided tour organised by the Langes mountain railways. ‘We want to Bei der Tecknikführung erfahren die Teilnehmer, was alles zur Seilbahnsicherung dazugehört und wie im Ernstfall eine Bergung vonstattengeht. Anschließend geht es hinunter zur Pistenraupengarage, dem absoluten Highlight für die Kinder. Während man an Stützen und den hochmodernen mobilen Schneekanonen vorbeikommt, informiert der Bergbahnexperte noch über die Stützen, die Seillageüberwachung und die Beschneiung. Pistenraupen an der Formel-Eins-Tanke Dann, in der Pistenraupengarage, „gehen den Kindern die Augen auf“, lacht Keller. Vor allem, wenn sie in dem modernen Pistenfahrzeug sitzen dürfen. „Wir zeigen die ganzen Maschinen und auch unsere Tankstelle mit 120.000 Litern, unsere Formel-Eins-Tankstelle.“ Auch die Pistenraupenwerkstatt wird besichtigt, in der immer eine Maschine im Wechsel durchgecheckt wird und in der sich show the effort that goes into making mountain railways, chair lifts, or piste preparation run smoothly,’ says Ludwig Keller, who has worked at the organisation for 15 years and is now its manager. It’s a very popular tour, especially with children, technophiles, and guests visiting for the first time. Ludwig takes his time and is happy to answer any questions. Register at the ticket counter for the Grubig I cable railway and meet at the lower terminal at 1 pm on Wednesdays. Adults pay €15, children €10, and a ticket for the lift is required. Call 0043 5673 2323 to find out more. auch eine Ölbar mit Schlauch für den Mechaniker befindet. Hier beantwortet außerdem ein Mechaniker oder Raupenfahrer gerne weitere Fragen. Besichtigt wird dann noch die Werkstatt, in der sämtliche Stützen- und Stationsrollen gemacht werden, anschließend steuert die Gruppe in den Bahnhof der Seilbahn Grubig I, der Sechser-Kabine, wo auch das Thema Pistenrettung angesprochen wird. „Früher hat man ja einen Verletzten in einer eigenen Gondel ins Tal transportiert“, erklärt Keller. Das werde heute durch die schneesicheren Pisten nur noch selten gemacht. Mittlerweile fahre man den Verunglückten mit dem Akia ins Tal, wo bereits der Rettungswagen wartet. Die Rettungskette funktioniert reibungslos. „Der Retter am Berg weiß genau, wann er anrufen muss,

40 / TECHNIKFÜHRUNG 41 PASST MIR UND ZU MIR. Info Treffpunkt für die Führung: jeden Mittwoch, 13:00 Uhr, Talstation Kabinenbahn Grubig I. Preis für Erwachsene 15 Euro, Kinder bis 15 Jahre, 10 Euro. Ein Liftticket wird vorausgesetzt. Anmeldung an der Kasse der Kabinenbahn Grubig I ist unbedingt nötig. Infos unter +43 5673 2323 Im Maschinenraum dürfen Besucher das Herzstück des Liftes aus der Nähe sehen – Infos zum Motor und Steuereinheit inklusive. damit der Rettungswagen dann passend im Tal wartet.“ Schließlich steht noch der Maschinenraum des Hochmoos-Express-Lifts auf dem Programm. In diesem Antriebsraum der Seilbahn erklärt Keller unter anderem den Elektromotor, den Notantrieb, die Steuer einheiten und die Brandmeldeanlage. Draußen zeigt der Geschäftsführer noch einen anderen Typ von Schneekanone, eine „Schneelanze“, die als hohe Stange am Hang steht. Im Sommer ist die Führung hier zu Ende. Im Winter fahren die Teilnehmer noch mit den Ski über die rote Piste zur Pumpstation am unteren Speicherteich. Dort kommen die Technikbegeisterten voll auf ihre Kosten, wenn Keller das ganze Schema der modernen Beschneiungstechnik erklärt. Hier stehen die Vor- und Hochdruckpumpen, die Motoren, alle Steuereinheiten und vieles mehr. Technikfans kommen aus der ganzen Welt Mindestens zwei Stunden nimmt sich Ludwig Keller im Winter Zeit, um seinen Gästen den Einblick in die Arbeit rund um den Seilbahnalltag zu geben. Im Sommer dauert die Führung etwa eine halbe Stunde weniger. Rund 15 Interessierte sind im Schnitt beim „Blick hinter die Kulissen“ dabei. Sogar Chinesen und Engländer haben sich schon für die moderne Technik der Bergbahnen und die Beschneiung interessiert. Auch Schüler sind begeistert: „Die meisten von ihnen sind fasziniert davon, was alles bei einer Seilbahn überprüft wird, bevor die Kabine überhaupt erst aus der Station fährt“, erzählt Keller. „Viele sagen mir auch hinterher, dass sie jetzt auch verstehen, wie der Preis für ein Tagesticket zustande kommt.“ Dann weiß Ludwig Keller, dass sich die Führung gelohnt hat. „Denn oft gibt es ja das Image, dass der Liftler nur in der Sonne steht“, sagt Keller. „Aber was dieser vor Betriebsbeginn oder nach Betriebsschluss noch alles zu erledigen hat, sieht man normalerweise ja nicht.“ Lucia Glahn MAIER SPORTS – der Passformspezialist – bei unserer breiten Auswahl an Skihosen muss man nicht lang suchen und kommt niemand zu kurz. Hier geht‘s zum Video: www.maier-sports.com/passform