Sprungbrett - Das Netzwerkmagazin des APOLLON Alumni Network e.V. - 1/2017

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Studium vorbei. Was nun? Hier schreiben ehemalig Studierende aus ihren speziellen Fachbereichen. Tauchen Sie also auf den folgenden Seiten in die wunderbare Welt der geschriebenen Gedanken und Ideen ein und vielleicht lassen Sie sich ja von dem ein oder anderen Artikel inspirieren. PERSONAL - Recruiting 4.0: Willkommen in der schönen neuen Welt der Personalplanung! von Martin Beuth CHANGE MANAGEMENT - Macht es Sinn, das Change Management durch die Betriebliche Gesundheitsförderung zu unterstützen? von Michael Walch ERFAHRUNGSBERICHT - Abschluss – und dann? von Sabrina Reinhart GESUNDHEITSWIRTSCHAFT - Moderne Medizin- und Gesundheitstechnologie – Auch die Gesundheitswirtschaft wird digitalisiert. von Daniel Treimer und Prof. Dr. Kurt Becker INNOVATIONSFONDS - Ein Topf voll Gold. von Alexandra Berendes SCHLUSSWORT - Kann Netzwerken eigentlich sexy machen? von Tobias Ulamec

mal „ein Auge zudrückt“, wenn der Rest

stimmt.

Robot Recruiting vorwiegend für

Konzerne interessant

Anders als in Amerika tut man sich in

Deutschland mit dem Robot Recruiting

noch schwer. Ein Grund ist sicherlich die

Angst vor dem Datenmissbrauch.

Bewerber und Unternehmen

misstrauen dem System und lehnen es

ab, ihre Daten online zu stellen. Zudem

ist die Anschaffung nicht gerade

preiswert und der „Return on


Investment“ nur schwer bis gar nicht zu

erzielen. Auch verfügen kleine und

mittlere Unternehmen in der Regel bei

der Erstellung von Musterprofilen

nicht über die erforderliche Datenmenge.

Ein anderer und nicht zu

vernachlässigender Punkt ist der

vorherrschende Fachkräftemangel im

Gesundheitswesen. In Zeiten des „War

for Talents“ ist es fraglich, ob Roboter

gebraucht werden, um die Handvoll

Bewerbungen pro Vakanz zu sichten,

zumal die seltenen Spezialisten sowie

Fach- und Führungskräfte wissen,

welchen Marktwert sie haben. Sie

können unter zahlreichen Jobangeboten

frei wählen. Hier ist seitens

der Personalleitungen Flexibiliät,

Einfühlungsvermögen und Kreativität

gefragt. Der Bewerber will

umworben werden und keine

offensichtlich standardisierten Mails

eines Robots beantworten.

Gerade der am Stellenmarkt von der

Arbeitgebermarke her unbekanntere

Klein- und Mittelstand muss individuell

und persönlich auf potentielle Kandidaten

zugehen, um den eigenen Personalbedarf

zu decken. Jeder interessierte

Kandidat und Bewerber bedarf

also einer individuellen Betrachtung

und Kommunikation, damit es

„menschelt“. Sympathie und

Schnelligkeit haben ganz erheblichen

Einfluss auf die Kandidatenentscheidung.

Was sind die Alternativen zum Robot

Recruiting?

Für viele Unternehmen ist es eine

große Herausforderung die notwendigen

Ressourcen aufzubringen,

um einen modernen und zeitgemäßen

Recruitingprozess bzw. eine Candidate

Journey zu implementieren. Der

Wunsch mit Robot Recruiting

Einsparpotentiale zu erschließen ist

verständlich, lohnt aber nur bei einem

hohen Aufkommen an Bewerbungen

und einem kontinuierlich hohen

Personalbedarf.

Wer sich außerdem keinen Recruiter

oder gar ein Recruiting-Team auf die

Gehaltsliste setzen möchte, kann

alternativ eine Recruitingagentur mit

dem ganzen oder teilweisen Recruitingprozess

beauftragen bzw. mandatieren.

Sie arbeitet dem Personaler zu

und übernimmt einen wichtigen Teil

der Candidate Journey: das Active

Sourcing, das Schalten von Anzeigenkampagnen

in Form von Multipostings

und viralem Marketing, die Bewerberauswahl,

Kandidateninterviews sowie

das Talent-Pooling im Auftrag des

Mandanten. Professionelle

Recruitingagenturen verfügen in der

Regel über große, aktuell geführte

Datenbanken und das entsprechende

Know-how, um auch schwierigste

Vakanzen zu besetzen.

Für viele Unternehmen ist die

Beauftragung einer Agentur weniger

kostenintensiv als eigene Recruiting-

Bemühungen. Zudem besitzen diese

viel Expertise in der Kandidatenauswahl

und das bereits angesprochene Bauchgefühl.

Sie finden, wenn es sein muss,

auch schon mal die Nadel im

Heuhaufen.

Fazit:

Die schöne neue Recruiting-Welt hat

bereits begonnen. In Deutschland ist

die Zahl der teilnehmenden Unternehmen

noch gering.

Gerade bei Unternehmen in Branchen

wie dem Gesundheitswesen ist es

fraglich, ob sich bei überschaubaren

Bewerberaufkommen der Einsatz

solcher Systeme lohnt.

Zudem bedarf der Fachkräftemangel

einer besonderen Bewertung. Stark

nachgefragte Fach- und Führungskräfte

in der Candidate Journey wollen

emotional abgeholt werden, sie bevorzugen

den persönlichen Kontakt zu

Menschen – einem Personalreferenten

oder einem internen bzw. externen

Recruitingexperten - und wollen nicht

mit einem Computer kommunizieren.

Das Robot Recruiting kann gezielt und

strategisch eingesetzt die Personalsuche

erleichtern, wird aber Personalexperten

nicht vollends ersetzen.

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