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Industrielle Automation 6/2017

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19239<br />

6<br />

www.industrielle-automation.net<br />

November <strong>2017</strong><br />

Simply clever: Durchflussmesstechnik<br />

14für die Anforderungen von morgen<br />

Messe SPS IPC Drives:<br />

Welche Highlights und Trends<br />

12Sie in Nürnberg erwarten<br />

Druckmesstechnik:<br />

Kontrollierte Sicherheit<br />

38in Prozesssystemen<br />

IO-Link: Automatisierung und<br />

Sicherheit im Verbund –<br />

66integrativ und skalierbar


®<br />

Ein Roboter, der sieht, agiert und lernt,<br />

programmiert an einem Nachmittag.<br />

Das ist Model-Based Design.<br />

Für die Entwicklung eines<br />

fortschrittlichen humanoiden Roboters,<br />

der einen Ball erkennen, werfen<br />

und fangen kann, verwendeten<br />

DLR-Ingenieure Model-Based Design<br />

mit MATLAB und Simulink.<br />

Das Ergebnis: Das Team integrierte die<br />

Regelung und Bilderkennung für das Fangen,<br />

optimierte die Wurfbahn,<br />

generierte die Embedded Software<br />

und testete, dass alles richtig funktioniert –<br />

und das alles an einem Nachmittag.<br />

Entdecken Sie Model-Based Design<br />

mit MATLAB und Simulink unter<br />

mathworks.de/mbd<br />

Foto des autonomen<br />

Roboters Agile Justin.<br />

Mit freundlicher Genehmigung<br />

des Deutschen Zentrums<br />

für Luft- und Raumfahrt<br />

(DLR).<br />

®<br />

®<br />

©<strong>2017</strong> The MathWorks, Inc.


EDITORIAL<br />

Ausverkauf?<br />

Nein danke!<br />

Liebe Leserinnen, liebe Leser,<br />

das Gütesiegel „Made in Germany“ funktioniert in China hervorragend –<br />

bei Autos, Töpfen, Messern und vor allem bei Lebensmitteln. Denn unsere<br />

Produkte gelten in der Volksrepublik als qualitativ sehr hochwertig. Aber<br />

auch das Interesse chinesischer Investoren an deutschen Unternehmen<br />

ist ungebrochen – im Jahr 2016 stiegen die Ausgaben für Übernahmen<br />

auf rund 13 Mrd. Dollar – eine Verdreizehnfachung gegenüber dem<br />

Vorjahr. Über 50 % der Investitionen gingen dabei in den Maschinenbau<br />

und zu den Industrieausrüstern. Aktuell ist der Hype etwas abgeflacht,<br />

das Geld sitzt nicht mehr ganz so locker und die Bundesregierung hat<br />

eine Verordnung verabschiedet, die ihr das Vetorecht bei Verkäufen<br />

einräumt. Aber wollen Chinas Machthaber bis 2050 in allen wichtigen<br />

Schlüsselbranchen die technologische Weltmarktführung übernehmen,<br />

steht uns vielleicht noch einiges bevor. Droht uns also der Ausverkauf<br />

deutscher Spitzentechnologie?<br />

Absolut nicht! Die Chinesen zeigen sich bisher meist als sanfte Eroberer<br />

und sichern deutsche Arbeitsplätze – Bestandsgarantie und Zukunftspersektiven<br />

statt Abzug. Ausländische Investitionen bieten zudem neue<br />

Wachstumsoptionen für den Maschinenbau und gleichzeitig können<br />

sich neue Zugänge zum Wachstumsmarkt China ergeben. Der deutsche<br />

Maschinenbau ist stark genug, die Chancen dieser Entwicklung zu<br />

ergreifen. Wenn wir Automatisierer der Situation mit Weitblick<br />

begegnen, wird unsere massive Leistungsfähigkeit auch in Zukunft<br />

nicht nachlassen.<br />

Die Strahlkraft der deutschen Automatisierung<br />

werden wir auf der Messe SPS IPC Drives <strong>2017</strong><br />

in Nürnberg wieder bestaunen dürfen – und<br />

vorab schon in dieser Ausgabe. Lassen Sie sich<br />

überraschen!<br />

HOCHAUFLÖSENDE<br />

WÄRMEBILD-<br />

KAMERA<br />

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mit VGA-Auflösung<br />

Detektor mit 640 x 480 Bildpunkten<br />

Temperaturbereich von -20°C bis 900°C<br />

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Exzellente thermische Empfindlichkeit<br />

Extrem leicht, robust und kompakt<br />

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Dirk Schaar<br />

d.schaar@vfmz.de<br />

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SPS/IPC/Drives<br />

Halle 7A / Stand 130<br />

Tel. +49 8542 1680<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong> 3<br />

www.micro-epsilon.de/tim


www.industrielle-automation.net<br />

November <strong>2017</strong><br />

INA_AG_<strong>2017</strong>_06_001 1 07.11.<strong>2017</strong> 16:22:41<br />

INHALT<br />

EDITORIAL<br />

03 Ausverkauf? Nein danke!<br />

SZENE<br />

05 News, Aktuelles und Termine<br />

MESSE: SPS IPC DRIVES <strong>2017</strong><br />

12 Zukunftsweisende Technologien auf der SPS IPC Drives <strong>2017</strong><br />

14 TITEL Durchfluss-Messgerätelinie optimiert ihre Prozessanlage<br />

18 Schweizer Nahrungsmittelkonzern stellt höchste Anforderungen an<br />

hygienegerechte Ausführung von Maschinen und Anlagen<br />

20 Digitalisierung – was bedeutet das für den elektronischen Überstromschutz?<br />

Mit Hygienic Design ist<br />

18Nestlé auf der sicheren Seite<br />

Magnetoresistive Sensoren<br />

halten Einzug in die nächste<br />

40Roboter-Generation<br />

SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

38 Eine neue Generation Manometer erfasst extreme Druckspitzen<br />

40 Magnetoresistive Sensoren erfüllen die Anforderungen der Weg- und<br />

Winkelerfassung in Robotergelenken und -händen<br />

42 Berührungslose Füllstandsmessung mit analogen Drucksensoren<br />

44 Wireless-Sensoren eröffnen neue Perspektiven in zahlreichen Anwendungen<br />

46 Von bewährten Verfahren bis hin zu modernen elektronischen Messsystemen<br />

48 Thermografie: Was Sie bei schwierigen Bedingungen beachten sollten<br />

50 Oberflächencharakterisierung zur Qualitätskontrolle in der Produktionslinie<br />

52 Produkte, Technologien, Trends<br />

STEUERN UND ANTREIBEN<br />

58 Edge-Architekturen ebnen den Weg in die Cloud und machen Anlagen<br />

fit für das Industrial Internet of Things (IIoT)<br />

60 Visualisierung und Management von Anomalien in Steuernetzen<br />

62 Produkte, Technologien, Trends<br />

INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION<br />

66 Sicherheitslösung basierend auf IO-Link und Profisafe setzt neue Maßstäbe<br />

68 Die Antenne als Schlüsselkomponente für IIoT<br />

70 Wie das Security-Monitoring das Risiko von Cyber-Angriffen minimiert<br />

72 Moderne Geräteträger- und Höhenverstellsysteme an der<br />

Mensch-Maschine-Schnittstelle<br />

73 Produkte, Technologien, Trends<br />

Edge-Architekturen ebnen<br />

58den Weg in die Cloud<br />

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Simply clever: Durchflussmesstechnik<br />

14 für die Anforderungen von morgen<br />

19239<br />

6<br />

TITELBILD<br />

Endress+Hauser,<br />

Weil am Rhein<br />

KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

76 Software erleichtert die Umsetzung von Maschinensicherheit im Zeitalter<br />

von Industrie 4.0<br />

78 Datenbankbasierte Plattform optimiert den gesamten Prozess des Engineerings<br />

80 Sicher gelenkt: Kabelführungssystem erleichtert die Verlegung von Leitern & Co.<br />

82 Embedded-Systeme: Gerätehersteller werden zunehmend zu Software-Anbietern<br />

84 Industrie-Datenkabel halten widrigen Umgebungsbedingungen stand<br />

86 Produkte, Technologien, Trends<br />

RUBRIKEN<br />

90 SERIE StartINGup – Ein Unternehmen mit dem Ziel, Roboter Sehen zu lehren<br />

83 Impressum<br />

88 Inserentenverzeichnis<br />

91 Heftvorschau 1/2018<br />

Messe SPS IPC Drives:<br />

Welche Highlights und Trends<br />

12 Sie in Nürnberg erwarten<br />

Druckmesstechnik:<br />

Kontrollierte Sicherheit<br />

38 in Prozesssystemen<br />

IO-Link: Automatisierung und<br />

Sicherheit im Verbund –<br />

66 integrativ und skalierbar


SZENE<br />

Posital als Gründungsmitglied<br />

der BiSS Association e.V.<br />

Besuchen Sie uns!<br />

SPS IPC Drives<br />

Halle 7A/Stand 520<br />

Posital gehört zu den Gründungsmitgliedern der jüngst ins<br />

Leben gerufenen BiSS Association e.V. Die neue Nutzerorganisation<br />

hat sich der Aufgabe verschrieben, die Verbreitung der<br />

kostenfrei verfügbaren BiSS-Familie von Open-Source-Kommunikationsprotokollen<br />

(www.biss-interface.com) weltweit<br />

zu forcieren. BiSS-<br />

Kommunikationsprotokolle<br />

wurden von<br />

iC-Haus als effiziente<br />

und funktionsreiche<br />

digitale Schnittstelle<br />

für die Kommunikation<br />

zwischen industriellen<br />

Sensoren, Aktoren<br />

sowie Steuergeräten<br />

entwickelt.<br />

Das Einsatzspektrum<br />

für BiSS-Schnittstellen<br />

reicht von Fertigungsrobotik,<br />

Motorfeedback<br />

und Servoantrieben<br />

über Motion<br />

Control- und<br />

Positionsgeber bis<br />

hin zu CNC-Maschinen.<br />

Die neugeschaffene User-Organisation will den Einsatz<br />

von BiSS-Technologie weltweit promoten. Ein wesentliches<br />

Tool bildet dabei eine Internet-Plattform, auf der sich Anbieter<br />

und Anwender mit BISS-Lösungen präsentieren und austauschen<br />

können.<br />

www.posital.de<br />

Spannende Anwendungen gesucht<br />

Wissen Sie wie Highspeed-Kamerafahrten über hunderte Meter<br />

unterbrechungs- und vibrationsfrei übertragen werden können?<br />

Oder wie 6-Achsen Roboter über viele Jahre hinweg zuverlässig<br />

ohne Ausfall im Einsatz sind? Die Antwort für diese unterschiedlichen<br />

Herausforderungen bieten Energiekettensysteme. Um die<br />

innovativsten Anwendungen weltweit zu finden, initiiert Igus<br />

alle zwei Jahre den<br />

vector award. „Auch<br />

heute tun sich für uns<br />

immer noch neue<br />

und unge wöhnliche<br />

Anwendungen mit<br />

teilweise rasanten<br />

Geschwindigkeiten<br />

oder irrsten Drehbewegungen<br />

auf,“ so<br />

Michael Blaß, Prokurist<br />

E-Kettensysteme bei Igus (im Bild). Die Gewinner werden<br />

auf der Hannover Messe 2018 ausgezeichnet. Der Award ist mit<br />

Preisgeldern bis 5 000 EUR dotiert. Bewerbungen werden bis<br />

23. Februar 2018 angenommen unter www.vector-award.de.<br />

www.igus.de<br />

5 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong><br />

MESSTECHNIK<br />

GLOBAL VERNETZT<br />

• Dezentrale und universelle Messwerterfassung<br />

im Pocketformat<br />

• Webbasierte Software zur Visualisierung, Analyse<br />

und Überwachung ohne Installation<br />

• Direkte Anbindung der Messdaten an das Industrie IoT<br />

• Hochskalierbar und erweiterbar für beliebige<br />

Kanalanzahlen<br />

Delphin Technology.Ihr Partner von der<br />

messtechnischen Standardanwendung bis zur<br />

individuellen Komplettlösung. Alles aus einer Hand.<br />

Intelligente Messtechnik<br />

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NEU!


SZENE<br />

Turck erwartet 15 % mehr Umsatz<br />

Turck prognostiziert für das Geschäftsjahr <strong>2017</strong> eine Umsatzsteigerung<br />

von rund 15 %. Der konsolidierte Gruppenumsatz dürfte<br />

demnach zum Jahresende 600 Mio. EUR übertreffen. „<strong>2017</strong> wird<br />

für Turck das erfolgreichste Geschäftsjahr“, sagte Geschäftsführer<br />

Christian Wolf (Bild). Die US-Landesgesellschaft werde ein<br />

Wachstum von 22 % auf ca. 275 Mio. USD erzielen, ein vergleichbares<br />

Ergebnis werde auch in Südostasien und Australien erreicht.<br />

Allein für China sei ein Rekordwachstum von derzeit 33 %<br />

zu vermelden. Im Oktober übernahm Turck seine ehemalige<br />

kanadische Vertretung zu 100 % und die Mehrheit am finnischen<br />

RFID-Lösungspartner Vilant Systems. Für 2018 kündigte<br />

Wolf Investitionsprojekte in Mexiko und China sowie in Osteuropa<br />

eine neue Fertigung für die Anschlusstechniklösungen an.<br />

www.turck.com<br />

In 3. Auflage erschienen: Handbuch zur<br />

<strong>Industrielle</strong>n Bildverarbeitung<br />

Die Fraunhofer-Allianz Vision hat anlässlich ihres 20-jährigen<br />

Jubiläums das „Handbuch zur <strong>Industrielle</strong>n Bildverarbeitung –<br />

Qualitätssicherung in der Praxis“ in voll- ständig überarbeiteter<br />

und aktualisierter Auflage herausgegeben.<br />

Das rund 450-seitige Werk gibt<br />

in einer anwendungsbezogenen Mischung<br />

aus Theorie und Praxis einen<br />

Überblick über die industrielle Qualitätssicherung<br />

mit automatischer Bildverarbeitung<br />

und ist zur Unterstützung<br />

von Entscheidungsträgern und<br />

Anwendern gedacht. Die Beiträge<br />

stammen von erfahrenen Wissenschaftlern<br />

und bieten eine anwendungsbezogene<br />

Mischung aus<br />

Theorie und Praxis. Nach einer<br />

technischen Einführung spannt<br />

sich der Themenbogen von der<br />

Inspektion und Charakterisierung von Oberflächen<br />

über die optische 3D-Messtechnik bis hin zu innovativen<br />

Technologien zum Messen und Prüfen unter der Oberfläche.<br />

Eine Fülle der vorgestellten Entwicklungen und Umsetzungserfahrungen<br />

steht der Industrie heute einsatzreif zur Verfügung.<br />

www.vision.fraunhofer.de<br />

<br />

Weidmüller treibt Forschung und Einsatz<br />

von Robotiklösungen in China voran<br />

Halle 3A, Stand 3A-460<br />

Weidmüller beteiligt sich als Gründungspartner an der Robotation<br />

Academy Foshan (RAF) in China – einem Zusammenschluss<br />

globaler Marktführer und lokaler Player mit Fokus auf Smart Production.<br />

„Die Robotation Academy wird unsere neue Plattform<br />

sein, um Robotiklösungen für Kunden in der Provinz Guangdong<br />

zu präsentieren“, erklärt Lance Zhao, Weidmüller Executive Vice<br />

President Asien. Weidmüller wird mit 21 Partnern Lehrgänge<br />

SIKA TP Premium – eine Revolution<br />

in der Temperatur-Kalibriertechnik<br />

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Einzigartiges Funktionsprinzip: Eigenschaften des Sensor-<br />

Prüflings werden virtuell modelliert.<br />

Es wird eine bei tragbaren Kalibratoren überragende Temperaturstabilität<br />

im Millikelvin-Bereich erreicht.<br />

Auf lange Sicht zukunftssicher durch regelmäßige Software-<br />

Updates und Erweiterungen.<br />

Quality by tradition<br />

Weitere Infomationen<br />

finden Sie unter:<br />

www.sika.net<br />

www.sika.net<br />

und Konferenzen anbieten. „Wir präsentieren in dem neuen<br />

Hightech-Zentrum u. a. Anschlusslösungen für die Versorgung<br />

der Roboter mit Energie, Daten und Signalen von der Feldebene<br />

bis in den Schaltschrank“, so Jörg Scheer, Leiter der Division<br />

Device and Field Connectivity bei Weidmüller. Die Akademie<br />

schafft die Rahmenbedingungen für eine bereichsübergreifende<br />

Forschung und Entwicklung, die Möglichkeit konkrete Anwendungen<br />

greifbar zu machen und daran zu lernen.<br />

www.weidmueller.com<br />

6 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong><br />

SIKA_LHA.indd 1 08.11.<strong>2017</strong> 15:34:01


SZENE<br />

Neue Allianz zwischen Maschinenbau<br />

und IT für Industrie 4.0<br />

Mit dem Joint Venture Adamos (ADAptive Manufacturing<br />

Open Solutions) gründen DMG Mori, Dürr, Software AG, Zeiss<br />

und ASM PT eine strategische Allianz für die Zukunftsthemen<br />

Industrie 4.0 und IIoT. Die Allianz will Adamos als globalen<br />

Branchenstandard etablieren sowie weitere Maschinenbauer<br />

als Partner gewinnen. Die offene IIoT-Plattform Adamos ist<br />

herstellerneutral und verbindet modernste IT-Technologie und<br />

Branchenwissen. Sie versetzt Maschinenbauer in die Lage,<br />

Kunden mit geringem Aufwand erprobte Lösungen für die digital<br />

vernetzte Produktion anzubieten. Davon profitieren sowohl<br />

Maschinenbauunternehmen als auch ihre Lieferanten und<br />

Kunden. Die gemeinsam entwickelte Plattform Adamos ist<br />

weltweit seit dem 1. Oktober <strong>2017</strong> verfügbar.<br />

www.durr.de<br />

ZVEI sieht politischen Handlungsbedarf<br />

bei Digitalisierung und Energiewende<br />

„Die nächste Bundesregierung muss die Gestaltung der Digitalisierung<br />

in Wirtschaft und Gesellschaft ins Zentrum ihrer<br />

Agenda stellen“, sagt ZVEI-Präsident Michael Ziesemer zu Beginn<br />

der Sondierungsgespräche. Wichtig sei, Deutschland zielgerichteter<br />

auf ein neues industrielles Zeitalter vorzubereiten.<br />

„Die digitale Transformation nimmt weiter an Fahrt auf. Um im<br />

Wettbewerb mit den USA und China zu bestehen, brauchen wir<br />

einen Industrie-4.0-Check, der künftige Gesetze auf ihre<br />

Bedeutung für Innovation und Industrie-4.0-Umsetzung prüft“,<br />

erläutert Ziesemer. Weiteren Handlungsbedarf sieht der ZVEI<br />

bei der Energiewende. „Wir brauchen einen auf die Zukunft<br />

ausgerichteten Ordnungsrahmen, der verlässliche Bedingungen<br />

für Investitionen schafft und die effiziente Integration erneuerbarer<br />

Energien in den Energiemarkt und das Energiesystem<br />

zum Ziel hat“, sagt Ziesemer. Zudem sei wichtig, die Energieund<br />

Klimapolitik stärker mit der Industriepolitik zu verzahnen.<br />

Foto: Fotolia<br />

www.zvei.org<br />

WIR ERÖFFNEN NEUE PERSPEKTIVEN<br />

Mit hochwertigen Sensor-, Identifikations- und Netzwerklösungen und viel Engagement steigern<br />

wir Ihre Wettbewerbsfähigkeit.<br />

SPS IPC Drives, Nürnberg, 28. – 30. November <strong>2017</strong>, Halle 7A, Stand 303<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2014 7<br />

www.balluff.de


SZENE<br />

Pilz bietet Wissensschub für die Automatisierung<br />

Die Pilz Academy erweitert ihr Schulungsprogramm, das sich aus den Themen „Maschinensicherheit“,<br />

„Technologie und Automatisierung“ sowie aus Angeboten zur<br />

„Persönlichen Weiterbildung“ zusammensetzt. Auch die Robotik findet Berücksichtigung<br />

und bildet einen Schwerpunkt im Themenbereich „Maschinensicherheit“. Ebenfalls neu<br />

ist die Schulung „Industrie 4.0 – Gut aufgestellt für die Digitalisierung“. Mehr zu den<br />

Inhalten, Terminen und zum aktuellen Programm finden Sie unter www.pilz.com/<br />

training. Dort kann auch die neue Schulungsbroschüre heruntergeladen werden.<br />

www.pilz.com<br />

Workshop-Programm rund um die industrielle Bildverarbeitung<br />

Matrix Vision startet ein umfangreiches Workshop-Programm. Dieses beinhaltet sowohl produktorientierte<br />

Schulungen als auch Grundlagenthemen, die wichtiges Basiswissen rund um die Bildverarbeitung<br />

vermitteln. Die Durchführung erfolgt durch Bildverarbeitungsexperten von Matrix Vision aus<br />

Entwicklung und Applikation. Aktuell können Workshops aus den Themenbereichen „Grundlagen für<br />

das optimale Bildverarbeitungssystem“, „mvImpact Configuration Studio“ sowie „3D-Bildverarbeitung“<br />

besucht werden. Produktbezogene Workshops sind generell kostenlos. Die Themenbereiche bestehen<br />

jeweils aus drei Blöcken, die an insgesamt drei Tagen hintereinander behandelt werden können und<br />

somit den Reiseaufwand reduzieren. Eine Übersicht aller verfügbaren Workshops finden Sie unter<br />

www.matrix-vision.com/mv-workshops.html.<br />

www.matrix-vision.de<br />

Sie brauchen flexible I/O-Systeme für Ihre Anlagen<br />

u-remote bietet mehr Performance bei weniger Komplexität<br />

Let’s connect.<br />

Mit u-remote realisieren Sie sowohl IP-20- als auch IP- 67-Signalanbindungen innerhalb eines I/O-Systems. Das besonders<br />

kompakte u-remote-System, bestehend aus IP20- und IP67-Komponenten, eröffnet bei der Automatisierung maximale<br />

Vorteile und einen flexiblen Einsatz. Die IP67-Familie von u-remote ist dabei perfekt ausgestattet für die Signalanbindung<br />

außerhalb des Schaltschranks und vereint alle Feldvorteile von u-remote IP20 in einer erhöhten Schutzart.<br />

Wir freuen uns auf Ihren Besuch in Halle 9, Stand 9-351.<br />

8 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2014<br />

Und das Beste: Mit Weidmüller als Partner haben Sie gleich eine Komplettlösung an der Hand. www.u-remote.net


€<br />

Rockwell eröffnet Kompetenzzentrum<br />

in Karlsruhe<br />

Rockwell <strong>Automation</strong> eröffnet sein EMEA-weit erstes Kompetenzzentrum<br />

für Connected Enterprise in Karlsruhe. Mit dem<br />

Connected-Enterprise-Ansatz bietet das Unternehmen ein<br />

Konzept, mit dem sich viele Industrie-4.0-Ansätze realisieren<br />

lassen. Das Kompetenzzentrum bildet die ideale Plattform, um<br />

die Chancen der Digitalisierung für Kunden erlebbar zu<br />

machen und individuelle Strategien auszuarbeiten. Rockwell<br />

<strong>Automation</strong> stärkt damit seine Präsenz in EMEA und unterstreicht<br />

die Bedeutung des europäischen Marktes für das<br />

Unternehmen. Auf dem Weg zur Digitalisierung hat das Unternehmen<br />

in den eigenen Fertigungsanlagen sein Connected-<br />

Enterprise-Konzept bereits erfolgreich umgesetzt. Kunden<br />

erhalten im Kompetenzzentrum nun die Möglichkeit, an der<br />

Expertise und Erfahrung von Rockwell zu partizipieren und die<br />

Vorteile der Digitalisierung live zu erleben. Eine stärkere<br />

Vernetzung von Produktion und Unternehmens-IT steigert die<br />

Effizienz, senkt Kosten und spart gleichzeitig Ressourcen.<br />

Durch intelligentes Monitoring und transparente Abläufe<br />

behalten Unternehmen jederzeit den Überblick.<br />

www.rockwellautomation.com<br />

Alexander Stricker<br />

Technischer Kundensupport<br />

» Effizienter<br />

Netzwerkausbau<br />

bei wenig Platz.«<br />

Internationales Geschäft startete in den USA<br />

zumBeispiel:<br />

Fast EthernetSwitch,<br />

unmanaged,16-Ports<br />

Ha-VIS eCon3160B-A<br />

Artikel-Nr. 102604<br />

-14%<br />

203,00 EUR<br />

zzgl. MwSt.<br />

UVP:<br />

235,00 EUR<br />

zum Beispiel:<br />

Full Gigabit EthernetSwitch,<br />

PoE/PoE+,unmanaged,6-Ports<br />

Ha-VIS eCon 3060GBT-A-PP<br />

Artikel-Nr. 102608<br />

-13%<br />

522,00EUR UVP:<br />

zzgl. MwSt. 600,00EUR<br />

Vor zehn Jahren eröffnete der Dresdner Infrarotsensorik- und<br />

Messtechnik-Hersteller Infratec seine erste internationale<br />

Niederlassung Infratec infrared LLC in den USA. Was 2007 in<br />

Grapevine in der Nähe von Dallas (Texas) begann, wird seit<br />

einigen Jahren ein paar Meilen weiter östlich in Plano weitergeführt.<br />

„Einen zentralen Eckpfeiler unserer Vertriebsstrategie“<br />

nennt Matthias Heinze, Geschäftsführender Gesellschafter des<br />

Geschäftsbereiches Infrarotsensorik, die US-Tochter. Die erste<br />

Auslandsdependance habe man in den USA eröffnet, weil das<br />

Land zu den größten Märkten für die Infrarotsensorik zählt.<br />

Wichtige Partner des Unternehmens seien dort ansässig, die<br />

für einen großen Teil des immer internationaler werdenden<br />

Gesamtumsatzes verantwortlich seien. Seit 2015 koordiniert<br />

die Tochterfirma in Texas auch den Vertrieb der Thermografiesysteme.<br />

Inzwischen hat das Unternehmen auch Niederlassungen<br />

in China und Großbritannien.<br />

www.infratec.de<br />

Innovationen bei<br />

den EthernetSwitches<br />

vonHARTING<br />

IN 24H<br />

GELIEFERT<br />

9 Kleinste 16-Ports Switches auf dem Markt<br />

9 PoE+ Switches mit integriertemDC/DC Wandler<br />

9 Platzsparend &kostengünstig<br />

9 Flexibel einsetzbar,auchunter rauen Bedingungen<br />

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50


Messtechnik-Spezialist A.B. Jödden feiert Volljährigkeit<br />

INNOVATION IN<br />

MOTOR-FEEDBACK<br />

Fast.<br />

Smart.<br />

Efficient.<br />

NEW<br />

Der Messtechnik-Spezialist A.B. Jödden feiert<br />

in diesem Jahr seinen 18. Geburtstag.<br />

Das Krefelder Unternehmen wurde 1999 als<br />

Vertriebspartnerschaft von Schreiber Messtechnik<br />

und Bernd Jödden (links) als geschäftsführenden<br />

Gesellschafter gegründet.<br />

2002 zog es in die heutigen Geschäftsräume<br />

um. Das Unternehmen vertreibt Sensoren<br />

zum Messen von Weg, Winkel, Neigung,<br />

Druck, Temperatur, Beschleunigung, Vibration,<br />

Durchfluss sowie Niveau und bietet<br />

dazu technische Beratung an. 2007 kamen<br />

Neigungs- und Beschleunigungssensoren<br />

von Kelag dazu. Neben Standardprodukten<br />

entwickelt das Unternehmen auch Sonderanfertigungen.<br />

In Zusammenarbeit mit<br />

Schreiber Messtechnik und Kelag bietet<br />

A.B. Jödden darüber hinaus ein Qualitätsmanagementsystem<br />

nach EN ISO 9001:2008<br />

an. 2016 wurde mit Martin Schilling (rechts)<br />

ein zweiter Geschäftsführer neben Bernd<br />

Jödden ernannt. Das neueste Produkt im<br />

Sortiment ist der induktive Wegaufnehmer<br />

SM34 mit 5 mm Messweg sowie einer<br />

Genauigkeit von ± 0,25 %.<br />

www.abjoedden.de<br />

Kit-Encoder<br />

jetzt auch mit der Open Source<br />

One-Cable-Technology<br />

Magnetische Kit-Encoder statt Resolver<br />

oder optische Drehgeber<br />

Multiturn Energy-Harvesting-System<br />

Keine Batterien, keine Wartung<br />

Einfache Installation<br />

mit Selbstkalibrierungsfunktion<br />

Kompaktes und robustes Design<br />

zur Integration in Ihren Motor<br />

Vormerken: MSR-Spezialmessen 2018<br />

Der Veranstalter Meorga steht in den Startlöchern für die neue Saison 2018 und kündigt<br />

die Termine für die regionalen Spezialmessen der Wirtschaftsregionen Rhein-<br />

Main, Rheinland, Südwest und Rhein-Ruhr an. Im Fokus stehen die Themen Messtechnik,<br />

Steuerungstechnik, Regeltechnik, Prozessleittechnik und Automatisierung.<br />

Führende Firmen der Branche präsentieren ihr Leistungsspektrum, informieren in<br />

Fachvorträgen und bieten lösungsorientierte Gespräche in einer professionellen Atmosphäre.<br />

Die Veranstaltung wendet sich an Fachleute und Entscheider, die in ihren<br />

Unternehmen für die Optimierung der Geschäfts- und Produktionsprozesse entlang<br />

der gesamten Wertschöpfungskette verantwortlich sind. Der Eintritt zur Messe sowie<br />

die Teilnahme an den Vorträgen sind kostenfrei. Den Auftakt macht die MSR-Spezialmesse<br />

Rhein-Main am 07. 03. 2018 in Frankfurt/Main. Es folgen die MSR-Spezialmesse<br />

Rheinland am 16. 05. in Leverkusen, die MSR-Spezialmesse Südwest am 12. 09. in<br />

Ludwigshafen sowie die MSR-Spezialmesse Rhein-Ruhr am 10. 10. 2018 in Bochum.<br />

www.meorga.de<br />

Elektrische Auflösung bis 17 Bit absolut<br />

Besuchen Sie uns in<br />

Halle 7A, Stand 146!<br />

www.posital.de


SZENE<br />

Ifm Electronic erhält Auszeichnung<br />

für Video „Knocking without touching“<br />

Kaum eine Sportart ist so sehr auf Körperkontakt bezogen, wie<br />

das Boxen: Im Spot taxieren sich zwei Boxer im Ring, sie lassen<br />

ihre Muskeln spielen, einer schlägt zu – und das Gesicht des<br />

Gegners schleudert zur Seite. Das Besondere dabei: Dies geschieht<br />

ganz ohne Berührung – und damit ist man direkt bei<br />

der Sensorik von Kplus: „Knocking without touching“. Mit diesem<br />

Video wurde die seit Jahrzenten bekannte Technologie<br />

neu belebt und dabei wurde die ungewöhnliche Bilderwelt so<br />

meisterhaft gewählt, dass es mit dem silbernen Delphin bei<br />

den Cannes Corporate Media & TV Awards in der Kategorie<br />

„Integrierte Kommunikation“ prämiert wurde. In dieser Kategorie<br />

werden Filme und Videos ausgezeichnet, die den Teil einer<br />

größeren Kommunikationskampagne bilden. Produziert<br />

wurde das Video von der Düsseldorfer Agentur Piratas. Werfen<br />

Sie einen Blick in das Video: http://youtu.be/lEO8RblbN00.<br />

www.ifm.com<br />

Qualität<br />

verbindet<br />

MVTec verstärkt Embedded-Vision-<br />

Geschäft mit Christoph Wagner<br />

MVTec Software verstärkt sein Team: Seit dem 1. September<br />

zeichnet Christoph Wagner für den Ausbau des Embedded-<br />

Vision-Geschäfts verantwortlich. Als neu zuständiger<br />

Produkt- und Business-Development-Manager wird Wagner<br />

für eine noch stärkere Präsenz von MVTec im internationalen<br />

Embedded-Vision-Markt sorgen. Der<br />

Maschinenbautechniker und geprüfte<br />

Wirtschaftsfachwirt verfügt über eine<br />

weitreichende Expertise in der industriellen<br />

Bildverarbeitung. Außerdem<br />

sammelte er mehr als zehn Jahre<br />

Erfahrung im Produktmanagement, im<br />

technischen Support sowie in der Forschung<br />

und Entwicklung. Embedded<br />

Vision ist innerhalb der industriellen<br />

Bildverarbeitung ein Trendthema mit<br />

hohem Zukunftspotenzial. MVTec gilt in diesem Technologiebereich<br />

als einer der führenden Anbieter und verfügt mit<br />

Halcon Embedded bereits seit 2005 über Erfahrung in der<br />

Portierung seiner Machine-Vision-Software MVTec Halcon<br />

auf unterschiedlichste Embedded-Plattformen.<br />

www.mvtec.de<br />

© Cavotec<br />

Rund um die Welt sind robuste Leitungen<br />

die Lebensadern für Flugzeuge am Boden.<br />

Cavotec Fladung vertraut bei seinen<br />

Flugzeugversorgungssystemen auf<br />

die 400-Hertz-Leitung von Helukabel.<br />

Mehr unter:<br />

www.helukabel.de/cavotec<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2014 11


SPS IPC DRIVES <strong>2017</strong> I MESSE<br />

Zukunftsweisende Technologien<br />

Die digitale Transformation rückt in der Automatisierungsbranche immer stärker in den Fokus. Deshalb<br />

wird dem Thema Software & IT in der Fertigung auf der diesjährigen SPS IPC Drives zum ersten Mal<br />

eine eigene Halle gewidmet. Und was Sie darüber hinaus noch Spannendes erwartet, lesen Sie hier.<br />

Die SPS IPC Drives präsentiert sich auch<br />

im Jahr <strong>2017</strong> als führende Fachmesse für<br />

elek trische Automatisierungstechnik. Rund<br />

1 700 Aussteller aus aller Welt decken vom<br />

28. bis 30. November <strong>2017</strong> in Nürnberg das<br />

Spektrum der industriellen <strong>Automation</strong> ab –<br />

vom einfachen Sensor bis hin zu Lösungen<br />

der digitalen, smarten Automatisierung. Zudem<br />

ist zu erwarten, dass sich insbesondere<br />

die Exponate und Studien zu den Themen<br />

„Industrie 4.0“ bzw. „Digitale Transformation“<br />

wieder zu Besuchermagneten entwickeln<br />

werden. Aus diesem Grund ist das Thema<br />

Industrie 4.0 auch ein klar definiertes<br />

Schwerpunktthema der SPS IPC Drives <strong>2017</strong>.<br />

Die Digitalisierung im Fokus<br />

Gerade jetzt, im Zeitalter der Digitalen<br />

Transformation, wachsen die Branchen <strong>Automation</strong><br />

und IT immer stärker zusammen.<br />

Neben zahlreichen Produkten und Applikationsbeispielen<br />

vieler Aussteller spiegelt die<br />

SPS IPC Drives diesen Trend deshalb auch<br />

auf themenbezogenen Sonderschauflächen<br />

und in Vorträgen auf diversen Foren wieder.<br />

Darüber hinaus hat sich die Fachmesse<br />

für eine neue thematische Hallenaufteilung<br />

entschieden: Ab diesem Jahr ist Halle 6 ganz<br />

dem Thema Software und IT in der Fertigung<br />

gewidmet. Vom Start-up bis zu großen<br />

Namen wie Microsoft, SAP Deutschland<br />

und Kaspersky Lab UK finden sich dort Lösungsanbieter<br />

aus aller Welt. Namhafte<br />

Anbieter der IT-Welt werden mit Ausstellungsthemen<br />

wie industrielle Web Services,<br />

virtuelle Produktentwicklung/-gestaltung,<br />

digitale Geschäftsplattformen, IT/OT-Technologien,<br />

Fog-/Edge- und Cloud-Computing<br />

aufwarten. Aber auch Lösungen zum Thema<br />

Cyber Security werden von zahlreichen<br />

Anbietern dargeboten. Sie demonstrieren<br />

anschaulich, wie sich Unternehmen vor<br />

Cyberattacken schützen können.<br />

Die langjährig vertretenen Aussteller der<br />

Mechanischen-Infrastruktur werden zu-<br />

12 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong>


MESSE I SPS IPC DRIVES <strong>2017</strong><br />

Kurz und prägnant<br />

Informationen zur Veranstaltung, zu<br />

kostenfreien Tageskarten, Reisespecials<br />

sowie Tipps zur Messe-Vorbereitung<br />

finden Sie auf der Webseite des<br />

Veranstalters: www.sps-messe.de. Hier<br />

erhalten Sie auch einen druckfähigen<br />

Geländeplan, eine Übersicht der<br />

Hallenbelegung sowie ein Verzeichnis<br />

der Aussteller mit Kontaktdaten.<br />

künftig zusammen mit den Anbietern<br />

der <strong>Industrielle</strong>n Kommunikation<br />

sowohl in Halle 2 als<br />

auch in der neu hinzugekommenen<br />

Halle 10.1 zu finden sein.<br />

Die Branche <strong>Industrielle</strong> Kommunikation<br />

zeigt, angetrieben<br />

durch Industrie 4.0, unter anderem<br />

aktuelle Innovationen im Bereich<br />

OPC UA und TSN. Mithilfe<br />

von einem einfachen und standardisierten<br />

Zugriff auf Daten<br />

und Geräte im Feld sind Konzepte<br />

wie Cloud-basierte Anwendungen<br />

oder auch Predictive Maintenance<br />

möglich.<br />

Trendthemen in Guided<br />

Tours entdecken<br />

Premiere haben in diesem Jahr<br />

auch die Guided Tours zu den<br />

Themen IT-Security in automation,<br />

Smart production und Smart connectivity.<br />

Fachbesucher können<br />

sich mittels dieser geführten<br />

Touren gezielt und fokussiert zu<br />

wichtigen Innovationen und Exponaten<br />

dieser speziellen Themenbereiche<br />

informieren. Qualitativ<br />

hochwertige und fachspezifische<br />

Vorträge sowie Podiumsdiskussionen<br />

zu den Top-Themen<br />

bieten die Foren der Verbände<br />

ZVEI in Halle 3A und VDMA in<br />

Halle 3 sowie das gemeinsame<br />

Forum „<strong>Automation</strong> meets IT“ in<br />

Halle 6. Der begleitende <strong>Automation</strong><br />

4.0 Summit wird auch in<br />

diesem Jahr an den ersten beiden<br />

Messetagen das Messeangebot<br />

ergänzen und Themen des Industrie-4.0-Umfeldes<br />

aufgreifen.<br />

Fotos: Mesago<br />

www.mesago.de<br />

Safety@work!<br />

Einfache Sicherheitstechnik<br />

für mehr Effizienz<br />

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Sicherheitstechnik mitAS-i Safety at Work: nur ein Kabel für Daten und<br />

Energie –einfach, flexibel, system-und herstellerunabhängig, bewährt<br />

SPS-Anschlussüber alle gängigenFeldbusse,alle Diagnosedateninder<br />

Steuerung, Safety- undStandard-Signalegemischt<br />

Safety Gateways fürden Einsatz als SafetySlave (in Kombinationmit einer<br />

sicheren Steuerung)und als Safety Master(zursicheren Steuerung von<br />

Antrieben ohne zusätzlicheSafetySPS)<br />

Safe Link über Ethernet: die einfachste Art, viele Signale sicher zu koppeln<br />

Universell erweiterbar mit SafetyE/A Modulen +StandardE/A Modulen<br />

in IP20 oder IP67 sowie einer Vielzahl von weiteren Modulen für unterschiedlichste<br />

Anwendungen<br />

MehrInfos zur SicherheitIhrer Anwendung unter:<br />

www.bihl-wiedemann.de<br />

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Halle 7, Stand200<br />

Halle 7, Stand109<br />

28. –30.11.<strong>2017</strong>


SPS IPC DRIVES <strong>2017</strong> I TITEL<br />

Peter Dietrich, Produktmanager<br />

Durchflussmesstechnik,<br />

Endress+Hauser Messtechnik<br />

GmbH+Co. KG, Weil am Rhein<br />

vereinfachen. Die Systemarchitektur der<br />

neue Proline 300/500 Geräte ermöglicht eine<br />

einfache Integration zukünftiger Schnittstellen<br />

und Kommunikationstechniken. Bereits<br />

heute leisten integriertes WLAN, Profinet,<br />

Ethernet IP sowie ein integrierter Web-<br />

Server die Möglichkeit für direkte Cloud-<br />

Kommunikation. Auch Weiterentwicklungen<br />

können mit dem eigens dafür entwickelten<br />

Industrie-4.0-Ready-Konzept schnell und<br />

problemlos eingebunden werden. Neben<br />

den Geräte- und Prozessdaten aus dem Gerät<br />

stellt die Endress+Hauser Cloud alle relevanten<br />

Hersteller- und Spezifikationsdaten<br />

rund um die Geräte zur Verfügung, um über<br />

eine cloudbasierte Vernetzung der Prozesse<br />

Effizienzsteigerungen in allen Produktions-,<br />

Arbeits- und Geschäfts-prozessen zu ermöglichen.<br />

Digitale Vernetzung von Prozessen,<br />

maximale Sicherheit für Personal,<br />

Produkte und Anlagen sowie ein<br />

kosteneffizienter Messstellenbetrieb<br />

sind die aktuellen Anforderungen<br />

an die Prozessinstrumentierung.<br />

Gerade die Durchflussmesstechnik<br />

steht dabei aufgrund der<br />

dynamischen Fließprozesse vor<br />

besonderen Herausforderungen.<br />

Wir stellen Ihnen eine Geräteserie für<br />

die universelle Durchflussmessung<br />

vor, die ihre Prozesse fit für die<br />

Zukunft macht.<br />

Simply clever<br />

Eine neue Durchfluss-Messgerätelinie<br />

optimiert ihre Prozessanlage in jeder Hinsicht<br />

Um den oben genannten Anforderungen<br />

gerecht zu werden, und darüber die<br />

Instandhaltungskosten im Anlagenbetrieb<br />

zu senken, braucht es innovative Mess- und<br />

Gerätekonzepte. Die Kombination von bewährte<br />

Sensorik und innovativen Transmittern<br />

bildet dabei die Basis. Ein Beispiel hierfür<br />

stellt die neue Durchfluss-Messgerätelinie<br />

Proline 300/500 von Endress+Hauser<br />

dar. Sie kombiniert die seit über 25 Jahren<br />

bewährten Proline Messtechnologien für<br />

die Coriolis- und Magnetisch-Induktive<br />

Durchflussmessung mit einem neuen Transmitterkonzept.<br />

Die Linie steht dabei für<br />

branchenoptimierte Durchflussmessgeräte<br />

mit erweitertem Einsatzbereich und verbesserter<br />

Performance.<br />

Cloudbasierte Vernetzung<br />

der Prozesse<br />

Die fortschreitende Digitalisierung bietet<br />

auch in Produktionsprozessen stetig neue<br />

Möglichkeiten, Abläufe und Prozesse zu<br />

Neue Diagnoseparameter<br />

optimieren Wartungsintervalle<br />

Einer der meist diskutierten Use Cases ist<br />

die Möglichkeit zur ‚Vorausschauenden<br />

Wartung‘, um ungeplante Anlagenstillstände<br />

zu vermeiden und die erforderlichen<br />

Wartungsarbeiten am Gerät frühzeitig zu<br />

koordinieren. Dabei werden die relevanten<br />

Diagnosedaten aus dem Gerät parallel zum<br />

klassischen Prozessübertragungsweg, z. B.<br />

über die zusätzlich eingebaute WLAN-<br />

Schnittstelle, direkt in die Kunden-Cloud<br />

übertragen und weiterverarbeitet. In Kombination<br />

mit neuen Diagnose-parametern<br />

wie z. B. dem HBSI (Heartbeat Sensor Integrity)<br />

im Coriolis-Durchflussmessgerät Promass<br />

lassen sich dann einfache Trendaussagen<br />

zum Reinigungstermin oder zu einem<br />

Austausch des Messgerätes ableiten. Und<br />

das ohne Fehlinterpretation oder aufwendige<br />

Trendanalyse. Der Instandhalter erhält z. B.<br />

via Smartphone Informationen über die<br />

verbleibende Verschleißreserve eines Geräts<br />

und kann daraus weiterführende Wartungsmaßnahmen<br />

ableiten. Im Vergleich zur<br />

zeit- bzw. routinebasierten Wartung senkt<br />

dies die Instandhaltungskosten, da Geräte<br />

nur bei Bedarf gewartet werden. Verglichen<br />

mit der reaktiven Wartung wird die Anlagenverfügbarkeit<br />

erhöht, da ein Ausfall der<br />

Geräte rechtzeitig vermieden wird.<br />

Integrierte Sicherheit<br />

Die integrierten industriespezifischen Sicherheitskonzepte<br />

gewährleisten hohe Prozess-<br />

und Produktsicherheit. Für die chemische<br />

Industrie hilft beispielsweise das SIL-<br />

14 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong>


TITEL I SPS IPC DRIVES <strong>2017</strong><br />

01 Bereit für Industrie 4.0: Übersicht der Einbindung von Feldgerätedaten in die Unternehmenscloud<br />

Gerätekonzept der Proline 300/500, systematische<br />

Fehler zu vermeiden. Ein wichtiges<br />

Detail hierbei: die SIL-Inbetriebnahme Sequenz,<br />

die eine Falschparametrierung einer<br />

Schutzeinrichtung praktisch ausschließt, da<br />

alle relevanten Parameter geprüft werden<br />

und das Programm den Inbetriebnehmer<br />

durch eine spezifische SIL-Inbetriebnahmesequenz<br />

führt.<br />

Für die Lebensmittelindustrie ermöglicht<br />

eine integrierte hochgenaue und temperaturkompensierte<br />

Leitfähigkeitsmessung<br />

die sichere Detektion von Produktverunreinigungen,<br />

beispielweise aufgrund von Reinigungsrückständen<br />

im Endprodukt. Die<br />

Messgeräte Proline 300/500 sichern damit<br />

die hohe Produktsicherheit im Rahmen von<br />

Food-Safety-Konzepten.<br />

Eindeutig interpretierbares<br />

Diagnose-Trendmonitoring<br />

Instandhaltungskosten zu senken,<br />

steht seit jeher im Fokus von Anlagenbetreibern.<br />

Die mit der Heartbeat<br />

Technology integrierte, kontinuierliche<br />

Gerätediagnose und Prüfung (Verifikation)<br />

ermöglicht verlängerte Rekalibrierzyklen<br />

und vereinfacht die jährliche Geräteprüfung<br />

immens. Dabei werden alle rele-<br />

02 Geräte-, Diagnose-, Service- oder<br />

Prozessdaten können nicht nur via Schaltwarte<br />

abgefragt werden, sondern auch vor Ort mithilfe<br />

des integrierten Webservers; das Bild<br />

zeigt den Promass F300<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong> 15


SPS IPC DRIVES <strong>2017</strong> I TITEL<br />

03 Gerätezugang und Datenübertragung sind bequem<br />

mit einem Smartphone, Tablet PC oder Laptop möglich<br />

vanten Parameter und Baugruppen kontinuierlich<br />

mit den werksseitig gespeicherten<br />

Referenzwerten verglichen. Bis zu acht<br />

komplette Prüfungen können im Gerät zwischengespeichert<br />

werden. Neue Heartbeat<br />

Technology Monitoring-Funktionen der<br />

Proline 300/500 Messgeräte ermöglichen<br />

jetzt erstmals ein eindeutig interpretierbares<br />

Diag nose-Trendmonitoring. Der Promass<br />

HBSI (Heartbeat Sensor Integrity) Parameter<br />

zum Beispiel ermöglicht konkrete Aussagen<br />

über den Arbeitsvorrat des Gerätes in korrosiven,<br />

abrasiven-, oder belagsbildenden<br />

Anwendungen. Das ermöglicht die Umsetzung<br />

von vorausschauender Wartung,<br />

auch „Predicitve Maintenance“ genannt.<br />

Durchdachtes Konzept von<br />

der Planung bis zur Wartung<br />

Die aktuelle Generation der Proline Durchflussmessgeräte<br />

unterstützt den MSR-Techniker<br />

bei der Bewältigung seiner täg lichen<br />

Aufgaben von der Planung bis zur Wartung.<br />

Hierzu sind viele Neuerungen in<br />

die Geräte eingeflossen wie der vereinfachte<br />

Zugang von vorne zur Installation,<br />

die vier Status LEDs, die alle wichtigen<br />

„Die Systemarchitektur der Proline 300/500 Messgeräte<br />

ermöglicht eine einfache Integration zukünftiger<br />

Schnittstellen und Kommunikationstechniken“<br />

Gerätezustände farblich signalisieren oder<br />

das Weitbereichsnetzteil, das den Anschluss<br />

unterschiedlichster Versorgungsspannungen<br />

ermöglicht. Bei den bis zu<br />

vier Aus- und Eingängen, können drei als<br />

frei konfigurierbare I/Os gewählt werden<br />

und bieten damit bis zu 350 Kombinationsmöglichkeiten<br />

von 4...20 mA oder<br />

digitaler Bustechnologie mit weiteren<br />

Analogsignalen wie Strom-, Status-, Puls-,<br />

Frequenz-, Ein- oder Ausgänge.<br />

Das optional im Display integrierte<br />

WLAN-Modul sowie der integrierte Web-<br />

Server vereinfachen den Gerätezugang über<br />

mobile Endgeräte wie Tablet PC oder<br />

Smartphone mittels handelsüblicher Browser<br />

wie Internet Explorer, Firefox oder Safari.<br />

Weiterführende Soft- oder Hardware ist<br />

nicht erforderlich. Das vereinfacht alle geräte<br />

bezogenen Aktivitäten von der Planung<br />

bis zur Wartung und bietet für die Zukunft<br />

weitreichende Möglichkeiten zur weiteren<br />

Digitalisierung von Prozessen.<br />

Bilder: Endress+Hauser<br />

www.de.endress.com<br />

Komfortabler Gerätetausch<br />

ohne Neuparametrierung<br />

Das integrierte Datenspeicherkonzept<br />

HistoRom ermöglicht den Komponentenund<br />

Gerätetausch ohne jegliche Neuparametrierung.<br />

Dabei werden alle Daten automatisch<br />

gesichert und auf die neue Komponente<br />

übertragen. Neu dabei ist, dass mit<br />

dem integrierten Firmware-Flashspeicher<br />

alle Austausch-Komponenten auf den im<br />

Gerät vorhandenen Firmware-Stand gebracht<br />

werden, bevor die Parameter übertragen<br />

werden.<br />

Interoperabilitätskonflikte von Ersatzteilen<br />

und Komponenten gehören damit der<br />

Vergangenheit an. Darüber hinaus können<br />

Daten einfach und schnell multipliziert,<br />

verglichen oder wieder hergestellt werden.<br />

04 Die integrierte Prüffunktion Heartbeat Technology ermöglicht neben einer permanenten<br />

Geräte-Selbstdiagnose auch eine TÜV-geprüfte, metrologisch rückführbare Geräteverifikation<br />

im laufenden Betrieb – mittlere Ausfallwahrscheinlichkeit (PFD) in Relation zur Betriebsdauer<br />

16 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong>


Gemeinsam schnell und sicher<br />

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die Lösung für eine durchgängige<br />

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kürzeste Zykluszeiten und strukturierten<br />

Zugriff auf große Datenmengen.<br />

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Für alle offenen Prozesse in der Lebensmittelproduktion,<br />

beispielsweise wo Zutaten<br />

in offenen Förderanlagen transportiert<br />

werden, formulierte Nestlé ein umfangreiches<br />

Hygiene-Pflichtenheft. Dieses<br />

schreibt vor, wie elektrische Kabel zu fixieren<br />

sind, macht Vorschriften zur Reinigungsfähigkeit<br />

von Oberflächen von Anlagen und<br />

Maschinen oder äußert sich zu Vorsichtsmaßnahmen<br />

beim Schweißen. „In der Lebensmittelindustrie<br />

herrschen bereits hohe<br />

Hygienestandards. Wir bei Nestlé sind auf<br />

der sicheren Seite und fügen einfach noch<br />

zwei Schichten an Anforderungen hinzu“,<br />

macht Philippe Demarque, Projektleiter<br />

im Product Technology Centre (PTC) Orbe<br />

während des Rundgangs durch den Betrieb<br />

deutlich.<br />

Wo man hinschaut, bündeln sich Rohrleitungen<br />

aus Edelstahl für verschiedene<br />

Wasserqualitäten oder für Druckluft, die zu<br />

den einzelnen Behältern und Maschinen<br />

führen. Die leichte Zugänglichkeit der Installationen<br />

spielt eine Rolle bei der Instandhaltung<br />

der Anlagen und Maschinen im<br />

PTC. Das alltägliche Reinigen soll effizient<br />

vonstattengehen. Eine sogenannte CIP<br />

(Cleaning in Place)-Reinigung geschieht<br />

schrittweise: Mit Natronlauge versetzte Reinigungsflüssigkeit<br />

löst den Schmutz in den<br />

Behältern, anschließend wird diese ausgespült.<br />

Es folgt mit Sauerstoff angereichertes<br />

Wasser, schließlich heißes Wasser. Mehrmals<br />

wird gespült. Demarque schildert die<br />

Praxis: „Der Hochdruckreiniger ist unser<br />

wichtigstes Werkzeug. Gereinigt werden die<br />

Anlagen von oben nach unten; der Fluss aus<br />

Wasser und Schaum soll alles mitnehmen.“<br />

Schmutz und Bakterien keine<br />

Chance geben<br />

Hygienic Design soweit<br />

das Auge reicht<br />

Schweizer Nahrungsmittelkonzern stellt höchste Anforderungen<br />

an hygienegerechte Ausführung von Maschinen und Anlagen<br />

Das Nestlé Product Technology Centre (PTC) in Orbe in der Schweiz ist<br />

das konzernweite Forschungs- und Entwicklungszentrum für Kaffee,<br />

Schokolade- und Malzgetränke. Nestlé fordert bei Neuanschaffungen<br />

von Maschinen von seinen Lieferanten modernste Prozesstechnik, hohe<br />

Verfügbarkeit und hygienisches Design.<br />

Im Hinblick auf effiziente Reinigungsprozesse<br />

gewinnt Hygienic Design immer mehr<br />

an Bedeutung – auch bei Nestlé. Dazu Philippe<br />

Demarque: „Je weniger wir innen gewölbte<br />

Oberflächen, tote Winkel, freiliegende Gewindegänge<br />

von Schraubköpfen haben,<br />

desto weniger führt dies zu Schmutzablagerungen<br />

oder Wasserlachen und Bakterienwachstum.“<br />

Die Forderung nach Hygienic<br />

Design ist vergleichsweise jung. Noch vor<br />

über 20 Jahren bestanden die Metalloberflächen<br />

vieler Gehäuse und Schränke aus<br />

einer galvanisierten Schutzschicht. Aus Erfahrung<br />

mit deren Rostanfälligkeit gingen<br />

die Hersteller über zu Oberflächen aus rostfreiem<br />

Stahl. Gerade Rittal ist dem Hygienic<br />

Design verpflichtet und sieht sich als Systempartner<br />

der Nahrungsmittelindustrie.<br />

Im Nestlé-PTC sind gleich mehrere Rittal-<br />

Manuel Fischer ist Fachjournalist aus Spreitenbach<br />

in der Schweiz<br />

18 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong>


MESSE I SPS IPC DRIVES <strong>2017</strong><br />

chainflex®<br />

hält ...<br />

Im Nestlé-PTC<br />

sind mehrere<br />

Schaltschränke,<br />

Bediengehäuse und<br />

Klemmkästen<br />

installiert, elektronische<br />

Komponenten<br />

werden so vor Staub,<br />

Wasser und anderen<br />

Fremdeinflüssen<br />

geschützt<br />

Motorleitung<br />

18 Test<br />

Mio. Hübe<br />

getestet<br />

4831<br />

Schaltschränke, Bediengehäuse und Klemmkästen<br />

installiert. Elektronische Komponenten<br />

werden so vor Staub, Wasser und<br />

anderen Fremdeinflüssen geschützt.<br />

Die Vorteile dieser Hygienic-Design-Produkte<br />

gegenüber älteren Gehäusen fallen<br />

besonders ins Auge: Eine spaltfreie Rundum-Dichtung<br />

aus Silikon in auffälligem<br />

Blau ist auf der Innenseite von Türen und<br />

Wänden sicher eingelegt. Die Scharniere<br />

befinden sich im Innern des Schranks. Dies<br />

ermöglicht ein besonders reinigungsgerechtes<br />

Design.<br />

Zum Schutz von Tastern oder Displays<br />

sind große Sichtfelder angebracht. Der<br />

Übergang von Sichtfenster zu Rahmen ist<br />

spaltfrei. Die Schraubverschlüsse sind<br />

ebenfalls in Hygienic Design gestaltet,<br />

ebenso die Schaltschrankschlüssel. Und<br />

das Augenfälligste ist von Vorteil in einem<br />

Lebensmittelbetrieb: Die Kompakt-Schaltschränke<br />

haben eine Dachneigung von 30°.<br />

Dies lässt Flüssigkeiten schnell abfließen.<br />

Zudem sind die Hygienic-Design-Gehäuse<br />

mit runden Abstandshaltern aus Metall zur<br />

Wand montiert. Somit kann die Rückwand<br />

des Gehäuses gereinigt werden.<br />

Detaillierter<br />

Anforderungskatalog<br />

In der Lebensmittelindustrie<br />

herrschen<br />

bereits hohe Hygienestandards,<br />

aber wir fügen<br />

noch zwei Schichten an<br />

Anforderungen hinzu.<br />

Wie jeder andere Lebensmittelbetrieb ersetzt<br />

das PTC von Zeit zu Zeit ältere Anlagen<br />

und Maschinen – Extruder, Mühlen, Steuerungen<br />

usw. – durch neue. Das Nestlé-<br />

PTC formuliert gegenüber Projektanbietern<br />

einen detaillierten Anforderungskatalog zu<br />

Philippe Demarque,<br />

Projektleiter im PTC,<br />

Nestlé<br />

Schaltschränken und elektrischen Anlagen,<br />

sowohl was die mechanische als auch was<br />

die elektrotechnische Ausführung betrifft.<br />

Auch das Thema Sicherheit und hy gienisches<br />

Engineering kommt darin nicht zu<br />

kurz (SPS-Notstromversorgung, Erdungsschellen,<br />

Insektendichtigkeit usw.). Gegenüber<br />

Lieferanten tritt der PTC-Projektleiter<br />

als anspruchsvoller Kunde auf und sein<br />

Urteil kann hart sein: „Kleine Pannen können<br />

mit jeder Maschine vorkommen. Aber<br />

was wir nicht mit wenigen Handgriffen<br />

beheben können, ist für uns Schrottware.<br />

Wir lassen das sofort demontieren.“ Es<br />

mag unter diesen Voraussetzungen erstaunlich<br />

klingen, dass die Partnerschaft<br />

von Nestlé zu Rittal schon lange währt. „Wir<br />

kennen die Bedürfnisse des Kunden genau<br />

und gute Beratung ist ein<br />

wichtiger Teil unserer Aufgabe.<br />

Wir investieren viel,<br />

um die bestmögliche Lösung<br />

zu offerieren“, sagt<br />

Julien Gaillard, der Niederlassungsleiter<br />

von Rittal in<br />

der französischsprachigen<br />

Schweiz.<br />

Im PTC Orbe werden<br />

nicht nur Produktneuheiten<br />

entwickelt, sondern es<br />

kommen auch neueste<br />

Technologien der Steuerung<br />

und Überwachung<br />

von Prozessen zum Einsatz. Zwar entscheiden<br />

die Nestlé-Ländergesellschaften und<br />

deren Fabriken bei ihren Investitionen autonom.<br />

Dennoch gelten das PTC-Hygiene-<br />

Pflichtenheft und der PTC-Katalog zu<br />

technischen Spezifikationen bei Neuanschaffungen<br />

als Leitfaden innerhalb des<br />

Nestlé-Konzerns.<br />

„Ich will nicht sagen, dass der Preis keine<br />

Rolle spielt, aber wir haben einen anderen<br />

Fokus. Wir wollen einfach die besten und<br />

neuesten Produkte beschaffen, die auf dem<br />

Markt erhältlich sind“, so Demarque. Der<br />

Anspruch ist eindeutig: Das PTC will innerhalb<br />

von Nestlé weiterhin den technischen<br />

Standard vorgeben und mit Innovationen<br />

überraschen.<br />

www.rittal.de<br />

Busleitung<br />

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SPS IPC DRIVES <strong>2017</strong> I MESSE<br />

Mehrwert in der Geräte-Performance<br />

Digitalisierung - was bedeutet das für den elektronischen Überstromschutz?<br />

Ralf Dietrich ist Leiter Produktund<br />

Marktentwicklung bei der<br />

E-T-A Elektrotechnische Apparate<br />

GmbH in Altdorf<br />

Geräte des elektronischen Überstromschutzes waren vor einigen Jahren<br />

noch diskret aufgebaut – voll elektronisch mit Messfunktion, jedoch ohne<br />

Datenerfassung und -verarbeitung. Der Einsatz von Micro-Controllern<br />

eröffnete ganz neue Möglichkeiten. Sie erlauben es, Messdaten<br />

nicht nur zu erfassen, sondern sie aufwändiger zu verknüpfen, einer<br />

übergeordneten Steuerung zur Verfügung zu stellen und später detailliert<br />

zu verarbeiten.<br />

Grundlage dieser neuen Möglichkeiten<br />

im Bereich elektronischer Schaltgeräte<br />

ist die fortschreitende Digitalisierung und<br />

damit die sich stetig weiter entwickelnde<br />

Prozessor- und Controller-Technologie. Das<br />

Moorsches´Gesetz, postuliert in 1965 und<br />

später entsprechend angepasst, besagt,<br />

dass sich die Rechenleistung von Prozessoren<br />

alle 18 - 24 Monate verdoppelt. Neben<br />

der Verdoppelung der Rechenleistung steigt<br />

auch die Integrationsfähigkeit der Controller.<br />

Das bedeutet, bei gleichbleibender Leistungsfähigkeit<br />

steigt auch die Integrationsdichte.<br />

Dadurch reduziert sich die Baugröße<br />

der Controller und Prozessoren und<br />

ermöglicht die Anwendung in immer kleineren<br />

Geräte. Denn neben der Größe des<br />

Prozessors ist auch die zum Betrieb not-<br />

wendige Peripherie auschlaggebend. Zudem<br />

spielen auch die Kosten der Bauteile<br />

eine nicht unwesentliche Rolle. Denn digitalisiert<br />

wird ja nicht nur weil es technisch<br />

möglich ist, sondern auch weil es kommerziell<br />

immer attraktiver wird. Dies bedeutet<br />

für den elektronischen Überstromschutz,<br />

dass es nun sinnvoll ist, Micro Controller<br />

Technologie in das Produkt zu integrieren<br />

und zu digitalisieren. Denn der erwartete<br />

Mehrwert in der Geräte-Performance überwiegt<br />

nun die Kosten.<br />

Intelligenz im Gerät<br />

Beim Einbau von Micro Controllern liegt im<br />

ersten Schritt das Augenmerk auf der Verarbeitung<br />

der vor Ort bzw. im Gerät ermittelten<br />

Messwerte. Sie messen Spannungen und<br />

Ströme, überwachen Schwellwerte und sorgen<br />

für die in engen Kurven vorgegebene<br />

Auslösekennlinie. Beim Überschreiten der<br />

Kennlinie löst das Gerät aus und gibt eine<br />

Fehlermeldung. Dies alles funktioniert auf<br />

Basis von programmierten Micro Controllern<br />

und damit von Intelligenz im Gerät. Das<br />

ist jedoch noch keine Digitalisierung im engeren<br />

Sinne. Die Fehlermeldung kann auch<br />

nur durch einen einfachen Signalkontakt an<br />

die nächste Ebene gehen. Digitalisierung<br />

entsteht, wie eingangs geschildert, erst,<br />

wenn die erfassten Messdaten an eine weitere<br />

Ebene zur Verarbeitung gehen. Also<br />

wenn mit den erfassten Daten – neben der<br />

lokalen Verwendung zur Erfüllung der eigentlichen<br />

Aufgabe – eine weitere übergeordnete<br />

Ebene bedienen. Im Falle des elektronischen<br />

Überstromschutzes ist dies die<br />

Steuerungsebene mit einer SPS oder auch<br />

IPC. Die Weitergabe der Daten an eine übergeordnete<br />

Steuerung bedeutet die Einführung<br />

der Digitalisierung in die Welt des elektronischen<br />

Überstromschutzes.<br />

Implementierung einer echten<br />

Datenkommunikation<br />

Der einfachste Ansatz ist der Aufbau einer<br />

Verbindung durch die Nutzung einfacher<br />

01 Die ControlPlex-Serie erlaubt eine<br />

integrierte Prozessüberwachung und<br />

hohe Flexibilität durch programmierbare<br />

Stromstärken und steckbare Geräte<br />

01 02<br />

02 Das REX12D-T mit IO-Link schaltet, schützt<br />

und überwacht, ist jedoch nicht in dem Maße<br />

flexibel parametrierbar wie ControlPlex,<br />

anwendungsspezifisch jedoch ausreichend<br />

20 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong>


MESSE I SPS IPC DRIVES <strong>2017</strong><br />

digitaler I/O-Matrix-Strukturen. Digitale<br />

Ein- und Ausgänge sind zwar im herkömmlichen<br />

Sinne „digital“, jedoch erfüllt eine<br />

Matrix bzw. Kommunikation durch digitale<br />

Ein-/Ausgänge noch nicht den Anspruch<br />

wirklicher Daten- bzw. Messdatenübertragung.<br />

So stellt diese Aktivierung von Überstromschutz<br />

Baugruppen zwar eine digitale<br />

Schnittstelle dar, jedoch ohne Messdatenübermittlung<br />

und damit nicht wirklich<br />

„digitalisiert“!<br />

Damit bleibt für eine echte Digitalisierung<br />

nur der nächste Schritt, die Implementierung<br />

einer echten Datenkommunikation<br />

mit dem Austausch von Messwerten<br />

zwischen dem Gerät und der übergeordneten<br />

Ebene. Dies setzt voraus, dass der<br />

elek tronische Überstromschutz neben der<br />

Kommunikation auch eine eigene Identität,<br />

also eine Adresse, erhält. Das heißt, die im<br />

Schaltschrank nebeneinander aufgebauten<br />

Geräte unterscheiden sich nur durch eine<br />

Adresse. So lassen sie sich bei einer entsprechenden<br />

Datenabfrage genau adressieren,<br />

um dann eine genaue Zuordnung der<br />

Daten zum entsprechenden Adressaten in<br />

der Steuerung vornehmen zu können.<br />

Welche Performance wird<br />

wirklich benötigt?<br />

Die Möglichkeiten zum Aufbau der Kommunikation<br />

hängen stark von der gewünschten<br />

Leistungsfähigkeit ab. Aus der<br />

Automatisierungstechnik sind die standardisierten<br />

Feldbus-Systeme wie Profibus/<br />

Profinet, Powerlink, Ethercat etc. weitgehend<br />

bekannt. Hierbei handelt es sich jedoch<br />

um eine High-end Kommunikation<br />

für den Echtzeit-Betrieb von Maschinenund<br />

Anlagen. Die erwartete Performance ist<br />

entsprechend kostenintensiv und nicht immer<br />

notwendig, wenn es um die Anbindung<br />

von elektronischem Überstromschutz<br />

geht. Diese Feldbus-Systeme sind in der<br />

Steuerungs-Ebene angesiedelt und entsprechend<br />

performant.<br />

Beispielhaft sei hier die ControlPlex Reihe<br />

von E-T-A erwähnt, die als elektronischer<br />

Überstromschutz in den Geräten ESX50-D<br />

realisiert ist. Dies ist ein steckbarer und<br />

umfänglich parametrierbarer Überstromschutz,<br />

der Schalten, Schützen und Überwachen<br />

bzw. Monitoring<br />

verbindet und<br />

mithilfe eines Koppelmoduls<br />

via Profibus<br />

oder auch Profinet<br />

mit der übergeordneten<br />

Steuerung<br />

kommuniziert.<br />

IO-Link als<br />

Alternative<br />

Wer die hohe Performance<br />

der Feldbusse<br />

auf der Steuerungsebene<br />

nicht benötigt, kann eine Stufe tie -<br />

fer, die Sensor-Aktuator-Ebene, gehen. Hier<br />

kommen einfachere Kommunikationswege<br />

zum Tragen. Eine Möglichkeit ist die Einführung<br />

von IO-Link. IO Link ist weniger performant,<br />

aber kostengünstiger als ein „echter<br />

Feldbus“ und ausreichend für die Digitalisierung<br />

von elektronischem Überstromschutz.<br />

Die Messdatenerfassung und -übertragung<br />

ist problemlos möglich. Leichte Einschränkungen<br />

gibt es bei Geschwindigkeit und<br />

Datenvolumen. Doch das Gerät ist digitalisiert<br />

und kann seinen Beitrag zur Prozesstransparenzsteigerung<br />

leisten.<br />

Hier kommt das REX12D-T mit IO-Link-<br />

Anschaltung zum Einsatz. Das Gerät schaltet,<br />

schützt und überwacht, ist jedoch nicht<br />

im gleichen Umfang flexibel parametrierbar<br />

wie der Typ ESX50-D. Jedoch ist<br />

die Schutzfunktion mit der Möglichkeit für<br />

die Messdatenerfassung-Kommunikation in<br />

die nächste Ebene je nach Anwendung ausreichend.<br />

Dies zeigt gut, was Digitalisierung für ein<br />

Produkt über die Jahre der Entwicklung<br />

bedeuten kann. Mit der zunehmenden<br />

Mit unseren Produkten zum<br />

elektronischen Überstromschutz<br />

lassen sich deutlich mehr<br />

Informationen aus der Anlage<br />

generieren als früher – ein<br />

Mehrwert, den wir unseren<br />

Kunden bieten.<br />

Verfügbarkeit elektronischer Bauteile, die<br />

Kommunikation und Messdatenerfassung<br />

ermöglichen, steigt der Grad der Digitalisierung<br />

und der entsprechenden Möglichkeiten<br />

für die Zukunft. Man sagt, das Moorsche<br />

Gesetz habe zumindest für die nächsten<br />

10 bis 15 Jahre noch Gültigkeit. So ist<br />

für die Integration von „Digitalisierung“ in<br />

immer kleinere Geräte nach wie vor kein<br />

Ende abzusehen.<br />

Fotos: Aufmacher Fotolia, sonstige E-T-A<br />

www.e-t-a.de<br />

Ralf Dietrich, E-T-A, Altdorf<br />

Präzise und kinderleichte<br />

Strommessung für die Mobilität<br />

Ihres Stromers.<br />

Dank des CFS1000<br />

Stromsensors von Sensitec.<br />

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Nürnberg, 28.−30.11.<strong>2017</strong><br />

Halle 3A, Stand 260


SPS IPC DRIVES <strong>2017</strong> I MESSE<br />

Die Hauptaufgabe der Messtechnik liegt<br />

seit jeher in der quantitativen Erfassung<br />

physikalischer Größen. Unterschiedliche<br />

Arten von Sensoren verwandeln diese<br />

Messgrößen in elektrische Signale, die von<br />

einem Messverstärker konditioniert und digitalisiert<br />

werden, um sie der weiteren Verarbeitung<br />

und Analyse zuzuführen. Während<br />

diese Grundaufgabe der Messtechnik<br />

unverändert bestehen bleibt, ändern sich<br />

die Übertragungswege der Messdaten stark.<br />

Bei vielen Anwendungen im Kontext von<br />

Industrie 4.0 und IoT müssen sie dezentral<br />

erfasst, zentral gesammelt und für den weltweit<br />

verteilten Zugriff bereitgestellt werden.<br />

„Datenerfassung darf daher heute keine Insellösung<br />

mehr darstellen“, ist sich Dietmar<br />

Scheider, Senior Sales Manager bei der Delphin<br />

Technology AG sicher. Wie kann man<br />

aber diese Aufgabenstellung am besten lösen?<br />

Herkömmliche Lösungen setzen auf<br />

eine im Kundenintranet oder im Internet<br />

positionierte Cloud. Die Bereitstellung der<br />

Cloud ist dabei aber oft aufwendig und<br />

kann zu Problemen bei der Datensicherheit<br />

führen. Welche Alternativen sind denkbar?<br />

„Die Lösung liegt eigentlich auf der Hand:<br />

Die Cloud muss Bestandteil der Messhardware<br />

werden“, so Dietmar Scheider. Wenn<br />

alle Cloudbestandteile inklusive der Messtechniksoftware<br />

bereits vorinstalliert, bzw.<br />

–konfiguriert auf der Erfassungshardware<br />

bereitstehen, wachsen IT und Messtechnik<br />

zusammen und verschmelzen zu einer<br />

Messtechnik-Cloud at the edge. „Alle Vorteile<br />

des Cloudcomputing verbinden sich so<br />

mit den Vorteilen der Datenvorverarbeitung<br />

vor Ort und ermöglichen Lösungen,<br />

die bisher undenkbar schienen“, erklärt<br />

Dietmar Scheider. Delphin Technology bietet<br />

nun mit der kompakten Loggito-Serie<br />

und der webbasierten Software ProfiSignal<br />

Web ein Komplettpaket, um alle Cloudanwendungen<br />

zu erledigen, unabhängig davon,<br />

ob der Standort der Messtechnikcloud<br />

im Gerät, im Intranet des Anwenders, oder<br />

aber im Internet liegt.<br />

Dezentral, vernetzt und<br />

hochskalierbar<br />

So geht Messtechnik<br />

Wie sich Messwerterfassung und -visualisierung<br />

in Zeiten von Industrie 4.0 verändert<br />

Mit dem neuen dezentralen und<br />

hochskalierbaren Messwerterfassungssystem<br />

Loggito und der<br />

webbasierten Messtechniksoftware<br />

ProfiSignal Web präsentiert<br />

Delphin Technology zur SPS IPC<br />

Drives ein zukunftsweisendes<br />

Komplettpaket, das die dezentrale<br />

Messdatenerfassung mit der<br />

weltweiten standortunabhängigen<br />

Datenvisualisierung verknüpft.<br />

Erfahren Sie, wie sich Visualisierung<br />

und Monitoring zukunftsweisend<br />

zeigen.<br />

Die neue Loggito-Serie ist sowohl für Anwendungen<br />

mit verteilten Messstellen, als<br />

auch für zentrale Messaufgaben gerüstet.<br />

Als zentraler „Datenkonzentrator“ fungiert<br />

ein Loggito Logger, der die Koordination eines<br />

Messnetzes und die Zwischenspeichung<br />

der Messdaten übernimmt und die<br />

Schnittstelle zum PC oder in die Cloud bildet.<br />

Als Messtechnik-Cloud at the edge<br />

kann er aber auch selbst die komplette<br />

Cloudfunktionalität übernehmen. Die Erhöhung<br />

der Kanalzahlen und der Aufbau<br />

eines Messnetzes sind wahlweise kabelgebunden<br />

mit den Loggito USB-Geräten oder<br />

kabellos mit den Loggito Wireless-Geräten<br />

möglich. Mit diesem Konzept sind auch<br />

komplexe Anwendungen realisierbar, egal<br />

ob es sich um Prüfstandsanwendungen<br />

handelt, bei denen ein Messnetz drahtgebunden<br />

im Schaltschrank aufgebaut werden<br />

soll, oder um verteilte Messaufgaben<br />

wie Brücken- oder Gebäudemonitoring, bei<br />

denen eine drahtlose Kommunikation zwischen<br />

den Messstellen und dem zentralen<br />

Datensammler erforderlich ist. „Wir haben<br />

also mit dem neuen System die Weichen für<br />

neue Anwendungen gestellt. Der Anwender<br />

erhält damit genau die Lösung, die er benötigt“,<br />

sagt Dietmar Scheider.<br />

Um eine höchstmögliche Modularität zu<br />

gewährleisten, haben alle Geräte der Loggito-Serie<br />

dasselbe handliche Format. Es sind<br />

Module mit vier, bzw. acht universellen<br />

Analogeingängen verfügbar, die sich individuell<br />

für den Anschluss von mV-, mA-, Widerstand-,<br />

Thermoelement- und Pt100(0)-<br />

Sensoren konfigurieren lassen. Alle analogen<br />

Eingänge sind hochpräzise und besitzen<br />

eine Auflösung von 24 Bit. Eine<br />

Summenabtastrate von 1 kHz ermöglicht<br />

auch schnelle Messungen. Die differentielle<br />

Ausführung sowie die galvanische Tren-<br />

22 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong>


MESSE I SPS IPC DRIVES <strong>2017</strong><br />

nung der Analogeingänge gegeneinander<br />

gewährleisten jederzeit präzise Messungen<br />

unter Ausschluss von Störsignalen. Alle<br />

analogen Eingangsmodule verfügen zusätzlich<br />

über einen Analogausgang und über<br />

zwei kombinierte digitale Ein-/Ausgänge.<br />

Neben den Analogeingangsmodulen sind<br />

auch reine Digitalmodule mit sechs Einund<br />

zwei Ausgängen, bzw. zwei Ein- und<br />

sechs Ausgängen verfügbar. Die Logger-Geräte<br />

sind mit einem internen Datenspeicher<br />

von bis zu 16 GB ausgestattet.<br />

Individuelle Dashboards<br />

Mobiles Condition Monitoring, bzw. Instandhaltung<br />

und Wartung sind typische<br />

Aufgaben, bei denen bereits an der Maschine<br />

oder Anlage eine Analyse der Messdaten<br />

erforderlich ist. Bei derartigen Aufgaben ist<br />

es hilfreich und zeitsparend, diese Daten<br />

direkt vor Ort auf einem Tablet oder Handy<br />

darstellen zu können, anstatt sich zur Begutachtung<br />

zunächst ins Büro und danach<br />

zurück zur Anlage begeben zu müssen. Neben<br />

diesen Vor-Ort-Anwendungen gibt es<br />

aber auch Aufgaben, die eine völlig andere<br />

Art der Datenbereitstellung erfordern. Beispiele<br />

sind Feldversuchsanlagen, Fahrversuche<br />

oder Condition Monitoring von entfernten<br />

Maschinen, Anlagen oder Bauwerken.<br />

Die neue webbasierte Client-Server-Software<br />

ProfiSignal Web ist für diese Anwendungsszenarien<br />

geeignet. Nach der Erfassung<br />

der Daten, z.B. durch Geräte der Loggito-<br />

oder Expert Logger-Serie, können diese<br />

in individuell gestaltbaren Dashboards<br />

visualisiert werden. Für alle Anwendungen,<br />

bei denen eine Begutachtung der Daten direkt<br />

vor Ort erforderlich ist, kann ProfiSignal<br />

Web direkt im Messdatenerfassungsgerät<br />

ausgeführt werden. „Die Anzeige der<br />

Daten ist dann quasi im Vorbeigehen auf jedem<br />

beliebigen mobilen Endgerät möglich“,<br />

weiß Dietmar Scheider um die Vorteile. Eine<br />

Softwareinstallation ist nicht erforderlich,<br />

es wird nur ein beliebiger Browser benötigt.<br />

Aber auch für alle Anwendungen,<br />

bei denen ein weltweiter Zugriff auf die<br />

Messdaten erforderlich ist, ist ProfiSignal<br />

Web gerüstet. Für diese Anwendungen wird<br />

die Software auf einem zentralen Server in<br />

einer privaten oder öffentlichen Cloud installiert.<br />

Als Messtechnik-Cloud at the edge<br />

kann aber auch das Messdatenerfassungsgerät<br />

selbst die komplette Cloudfunktionalität<br />

übernehmen. Alle zugriffsberechtigten<br />

Personen haben anschließend von beliebigen<br />

Standorten aus die Möglichkeit, auf die<br />

Daten zuzugreifen und diese im Browser ihres<br />

mobilen Endgeräts zu visualisieren.<br />

Mit ProfiSignal Web können nicht nur<br />

einzelne Messstellen dargestellt, sondern<br />

auch komplexe Prozesse abgebildet werden.<br />

Dazu stehen verschiedene Analogund<br />

Digitalanzeigen, LEDs und geometrische<br />

Zeichenobjekte zur Verfügung. Zur Interaktion<br />

mit dem Prozess können auch<br />

Taster, Schiebeschalter und Texteingabefelder<br />

eingebunden werden. „Eine besondere<br />

Stärke ist die schnelle und übergangsfreie<br />

Trenddarstellung von aktuellen und historischen<br />

Messdaten. Hierbei kann sekundenschnell<br />

auf alle Daten zugegriffen werden“,<br />

erklärt Dietmar Scheider.<br />

Komplettpaket für Industrie 4.0<br />

In Zeiten von Industrie 4.0 ändern sich<br />

auch in der Messtechnik die Anforderungen.<br />

Die herkömmliche Übertragung der<br />

Daten vom Sensor an der Maschine zum<br />

Messrechner im Leitstand ist nicht mehr<br />

der Hauptanwendungsfall. Es entstehen<br />

neue Use Cases, bei denen die Messdaten<br />

teilweise weltweit verteilt erfasst und betriebssystem-<br />

und standortunabhängig auf<br />

mobilen Endgeräten dargestellt werden sollen.<br />

Für diese Anwendungsfälle sind grundlegend<br />

neue Konzepte erforderlich.<br />

„Mit der neuen Loggito-Geräteserie und<br />

der Client-Server-Software ProfiSignal Web<br />

haben wir ein Komplettpaket geschaffen,<br />

mit dem sich jeder Anwender diesen neuen<br />

Herausforderungen stellen kann“, resümiert<br />

Dietmar Scheider.<br />

www.delphin.de<br />

01 Das Bild zeigt die übersichtliche Cloud -<br />

visualisierung mit einem mobilen Dashboard<br />

02 Der Loggito Logger – Messtechnik für<br />

verteilte Anwendungen<br />

Bereit für die<br />

digitale <strong>Automation</strong><br />

PLCs<br />

Relays<br />

Switches<br />

Sensors<br />

Connectors<br />

Industry 4.0<br />

Internet of Things<br />

Servo Drives<br />

Eco-POWER METER<br />

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für die Industrie 4.0 und das Internet of<br />

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INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong> 23<br />

www.panasonic-electric-works.de


SPS IPC DRIVES <strong>2017</strong> I MESSE<br />

Uneingeschränkt kommunizieren<br />

Ethernet-IO-Module und integrierter IO-Link Master als universelle Vermittler im IIoT<br />

Dr. Konrad Kern, Produktmanager Geschäftsfeld<br />

Systeme Geschäftsbereich Fabrikautomation,<br />

Pepperl+Fuchs, Mannheim<br />

Bis heute hat sich im industriellen Ethernet kein<br />

einheitlicher Kommunikationsstandard durchgesetzt.<br />

Gut, wenn es also Lösungen gibt, die über alle gängigen<br />

Ethernet-Protokolle kommunizieren können. Wir<br />

stellen Ihnen ein Ethernet-IO-Modul mit Multiprotokoll<br />

und IO-Link-Masterfunktion vor, das mit dezentraler<br />

Intelligenz punktet.<br />

In der Automatisierungstechnik werden die Ethernet-Protokolle<br />

Profinet, Ethernet IP und EtherCAT am häufigsten eingesetzt, mit<br />

regional unterschiedlicher Verteilung. Diese Vielfalt ist eine<br />

Herausforderung für weltweit tätige Maschinen- und Anlagenbauer<br />

und zudem eine Hürde bei der Standardisierung. Die neuen Ethernet<br />

IO-Module von Pepperl+Fuchs schlagen mit ihrer Multiprotokoll-<br />

Funktion nun eine wirtschaftliche Brücke zur uneingeschränkten<br />

Kommunikation. Statt verschiedener Modul-Typen wird nur noch<br />

eine einzige Komponente benötigt. Das gewünschte Protokoll lässt<br />

sich mit einem einfachen Drehschalter auswählen. Das gewählte<br />

Protokoll wird bei der ersten Kommunikation mit dem Host intern<br />

gespeichert, eine versehentliche Umstellung bei laufender Anlage<br />

ist ausgeschlossen. Die Option, das Gerät für die sichere Anwendung<br />

wieder in den gesicherten Werkszustand zurückzuversetzen,<br />

bleibt davon unberührt. Die Ethernet-IO-Module werden entweder<br />

mit dem manuellen Drehwahlschalter oder per automatischer<br />

IP-Adressvergabe adressiert. Der integrierte Webserver erlaubt<br />

Dank dezentraler Intelligenz der<br />

Ethernet-IO-Module werden autarke<br />

Lösungen und praktische Schritte in<br />

Richtung Industrie 4.0 möglich, bei<br />

einer Reaktionszeit im Millisekundenbereich,<br />

voller Transparenz und<br />

zusätzlichen Diagnoseoptionen.<br />

Dr. Konrad Kern verantwortet das<br />

Produktmanagement der BU<br />

Systeme; Pepperl+Fuchs GmbH<br />

in Mannheim<br />

außerdem eine vollständige Parametrierung sowie den Abruf von<br />

Status- und Diagnosedaten. Ein Switch mit Isocron Real Time-<br />

Funktion (IRT) unterstützt die Ringtopologie, sorgt für schnelle<br />

Kommunikation und erhöhte Verfügbarkeit.<br />

IO-Link Master für I4.0<br />

Um die Feldebene in eine I4.0-Architektur einzubinden, sind<br />

Zusatzfunktionen gefragt. Neben der Übertragung von Mess- und<br />

Schaltsignalen werden Diagnosefunktionen und möglichst umfassende<br />

Transparenz benötigt. Bei IO-Link-Feldgeräten können Parameter<br />

gesetzt werden, um Vorausfallanzeige, vorbeugende Wartung<br />

und den Neustart nach Sensortausch zu vereinfachen. Zugleich<br />

gewinnt der Überblick über die Gesamtanlage an Tiefenschärfe.<br />

Die neuen Ethernet IO-Module stellen dabei die Anbindung zum<br />

Feldbus her. Der integrierte achtfache IO-Link Master (nach IEC<br />

61131-9 in der neuesten Spezifikation V1.1) unterstützt die automatische<br />

Parametrierung im Austauschfall und bietet pro Port bidirektional<br />

bis zu 32 Byte Prozessdatenbreite. IO-Link-Ports mit Class A und<br />

Class B, einer Strombelastbarkeit bis 2 A pro Port und einer galvanischen<br />

Trennung stehen für die Sensoren und Aktoren zur Verfügung.<br />

Die Class-B-Ausgangsports können ohne besondere Parametrierung<br />

auch für IO-Link-Sensoren genutzt werden. Dafür wird der IO-Link<br />

Sensor einfach über eine dreiadrige Verbindungsleitung angesteckt.<br />

Zusätzlich können weitere digitale Standardsensoren angeschlossen<br />

werden. Diese Optionen sichern große Flexibilität beim Sensor-/Aktoranschluss<br />

und eine größtmögliche Transparenz der Anlage.<br />

Die Parametrierung wird über den integrierten Webserver erledigt.<br />

Das Parametriertool kann die Konfiguration und die Funktion von<br />

IO-Link-Endgeräten festlegen. Der Zugriff auf Status-, Diagnoseund<br />

Parameterdaten ist auch ohne eine übergeordnete Steuerung<br />

jederzeit gegeben und kann zudem über Web-Server abgerufen<br />

werden.<br />

Dezentrale Intelligenz<br />

Auch wo die Automatisierungspyramide zunehmend hierarchiefreien,<br />

vernetzten Strukturen weicht, muss die Kontrolle über die<br />

Prozesse sowie die verlässliche Übersicht über den Zustand der<br />

Anlage gewahrt bleiben. Das neue Feldbusmodul trägt dazu mit integrierter,<br />

dezentraler Intelligenz mit voller Eingriffsmöglichkeit über<br />

die Steuerung und mit voller Dateninformation bei. Dank der integrierten<br />

Vorverarbeitung stehen sogar zusätzliche Prozessrückmeldungen<br />

und Diagnoseinformationen zur Verfügung. Welche Daten<br />

zur Steuerung gelangen, hängt vom Anwender ab. Schränkt man<br />

diese auf die Diagnoserückmeldungen und ein Status-OK ein,<br />

24 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong>


MESSE I SPS IPC DRIVES <strong>2017</strong><br />

01<br />

02<br />

werden die Kommunikation und der SPS-Speicherbedarf bei vollem<br />

Funktionsumfang minimiert. Dezentrale Prozesse lasse sich auch<br />

autark steuern. Die Steuerung bekommt dann nur die Anzahl der<br />

gut /schlecht produzierten Teile gemeldet. Diagnosemeldungen,<br />

Informationen zum Materialnachfüllbedarf usw. können bedarfgesteuert<br />

mit azyklischen Protokollen übermittelt werden. Ohne<br />

Kommunikation zwischen Feldbusmodul und Steuerung können<br />

Eingänge ausgelesen und Ausgänge angesteuert werden.<br />

Stärkere Netzgeräte bei hoher Sicherheit<br />

Das Ethernet IO-Modul optimiert auch die Stromversorgung der<br />

Feldgeräte. Die bisher vorherrschenden 7/8"-Stecker konnten maximal<br />

9 A übertragen. Die neuen Module sind dagegen mit L-kodierten<br />

M12-Anschlusssteckern ausgestattet, die bis zu 16 A schaffen – 70 %<br />

mehr. Es gibt weniger Parallelverdrahtung und Nachführung der<br />

Versorgung, stärkere Netzgeräte können zum Einsatz kommen und<br />

auch die Absicherung der Leitung lässt sich auf 16 A erhöhen. Mit<br />

seinen fünf Adern bietet der M12 Power-Stecker zudem zwei galvanisch<br />

getrennte Versorgungsleitungen für die Sensorversorgung und<br />

01 Multiprotokoll Ethernet IO-Module mit integriertem 8-fach IO-Link<br />

Master und leistungsstarkem M12-Power-Anschluss bis 16 A<br />

02 Der integrierte Webserver erlaubt eine vollständige Parametrierung<br />

sowie den Abruf von Status- und Diagnosedaten<br />

die AUX-Versorgung der Aktorik. Die zusätzliche hellgraue Ader<br />

kann als Potentialausgleich und als Funktionserde genutzt werden.<br />

Damit wird auch Installation der Feldbusmodule einfacher.<br />

Die IO-Link-Module sind in robusten, vollvergossenen Metallgehäusen<br />

untergebracht, die integrierte Elektronik ist so gegen Vibration<br />

und Schockbelastung geschützt. Die Geräte entsprechen der<br />

Schutzart IP65/67/69 und sind mit nur 200 mm Länge und 18 mm<br />

Höhe kompakt gebaut. Mit adaptierbaren Montagehaltern lassen<br />

sie sich aber an das größere Montagemaß anderer Produkte anpassen.<br />

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INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong> 25


SPS IPC DRIVES <strong>2017</strong> I MESSE<br />

Vielfalt ohne Grenzen<br />

Sensoren aus Kunststoff eröffnen zahlreiche neue Möglichkeiten in der Messtechnik<br />

Eigentlich ist es eine ganz einfache Sache, einen Temperaturfühler zu<br />

bauen. Man benötigt einen Sensor, ein Metallröhrchen und ein leitfähiges<br />

Füllmaterial, um das Ganze zu versiegeln. Genau so werden seit mehreren<br />

Jahrzehnten fast alle Temperaturfühler weltweit produziert. Aber was<br />

wäre, wenn es einen ganz anderen Weg gäbe? Einen Weg, der völlig neue<br />

Möglichkeiten in der Sensortechnik eröffnet?<br />

Die Idee klingt erst einmal einfach. In<br />

modernen Spritzgussmaschinen kann<br />

fast jede Form in beliebig hohen Stück<br />

zahlen hergestellt werden. Warum sollte<br />

man dann auch nicht einfach einen Temperatursensor<br />

mit Kunststoff umspritzen<br />

können? Zum einen liegt die Schwierigkeit<br />

darin, dass Kunststoff eine geringe Wärmeleitfähigkeit<br />

hat und deshalb zur Temperaturmessung<br />

nicht optimal geeignet ist.<br />

Zum anderen kommen die extremen Umgebungsbedingungen<br />

beim Spritzguss hinzu.<br />

Der flüssige Kunststoff erreicht Temperaturen<br />

bis zu 360 °C, der Schließdruck der Maschine<br />

beträgt bis zu 100 t und der Druck im<br />

Spritzgusswerkzeug bis zu 1 200 bar. Das ist<br />

deutlich mehr, als der Wasserdruck im<br />

Marianengraben, der tiefsten Stelle in allen<br />

Weltmeeren. Dass all das keine optimalen<br />

Umgebungsbedingungen für einen empfindlichen<br />

Temperatursensor sind, versteht sich<br />

von selbst.<br />

Was macht Kunststoff<br />

so besonders?<br />

Dass es dennoch möglich ist, funktionierende<br />

Temperaturfühler aus Kunststoff herzustellen,<br />

zeigt Jumo Plastosens. Das Problem der Wärmeleitfähigkeit<br />

wird bei diesen neuen Produkten<br />

durch den Einsatz von Spezialkunststoffen<br />

mit speziellen Additiven gelöst. Im<br />

men bei den verwen deten Thermoplasten<br />

auch noch Färbe-, Licht- und Flammschutzmittel<br />

sowie Verstärkungs fasern zum Einsatz.<br />

Neben der Materialmischung ist ein besonders<br />

großes Know-how im Bereich der<br />

Spritzgusstechnik nötig, um die Plastosens-<br />

Produkte zu realisieren. Dieses Know-how<br />

liefert die PGT Prozesstechnik GmbH, eine<br />

Jumo-Tochtergesellschaft mit langjähriger<br />

Erfahrung in der Kunststoffbranche.<br />

Frei in Gestaltung und Form<br />

„Die Sensoren werden nicht wie bisher üblich in einem<br />

Metallrohr vergossen, sondern mit Kunststoff ummantelt.“<br />

Endergebnis besteht kaum ein Unterschied<br />

zu Metallfühlern. Ein weiterer Vorteil dieser<br />

speziellen Mischungen: Für jeden Kunden<br />

kann ein Kunststoff entwickelt werden, der<br />

genau auf die jeweilige Applikation zugeschnitten<br />

ist. Denn zu den Additiven kom-<br />

Das größte Plus bei Sensoren aus Kunststoff<br />

ist die völlige Formfreiheit. Vorbei sind die<br />

Zeiten, als ein Fühler immer ein gerades<br />

Metallrohr war. Plastosens-Produkte passen<br />

sich an die jeweilige Einbausituation an. So<br />

kann zum Beispiel ein Temperatursensor in<br />

das komplette Gehäuse eines Föhns integriert<br />

werden. Oder er ist rund, spiralförmig<br />

und hat einen Winkel – der Vorstellungskraft<br />

sind fast keine Grenzen gesetzt.<br />

Weitere Vorteile von Messtechnik aus<br />

Kunststoff sind zum einen das geringe Gewicht<br />

und die Reproduzierbarkeit. Stückzahlen<br />

in beliebigen Größen können wesentlich<br />

schneller als bisher realisiert werden.<br />

Zum anderen besitzt Kunststoff eine außergewöhnliche<br />

Isolationsfestigkeit. Das bedeutet,<br />

dass der Einsatz in Umgebungen<br />

mit sehr hohen Stromstärken und -spannungen,<br />

zum Beispiel Elektromotoren oder<br />

Transformatoren, jetzt leichter möglich ist.<br />

Vom Prototyp zur Serie<br />

Abhängig von der Kunststoffmischung<br />

können Plastosens-Sensoren in einem<br />

Temperaturbereich von - 50 bis zu + 200 °C<br />

pro blemlos eingesetzt werden. Der Herstellungsprozess<br />

macht jedoch ein gewisses<br />

Umdenken im Vergleich zu herkömmlichen<br />

Temperaturfühlern nötig. Die erforderlichen<br />

Spritzgusswerkzeuge werden individuell<br />

gefertigt, wodurch die Anfangsinvestitionen<br />

höher als bei herkömmlichen Fühlern<br />

sind. Kunststoffsensoren sind deshalb nicht<br />

Alexander Dechant ist Produktingenieur Kunststoff<br />

bei der JUMO GmbH & Co. KG in Fulda


MESSE I SPS IPC DRIVES <strong>2017</strong><br />

automatisch günstiger als vergleichbare<br />

Produkte aus Metall.<br />

Natürlich ist es konstruktionsbedingt auch<br />

schwierig, einzelne Musterexemplare zu produzieren.<br />

Jumo setzt deshalb eine moderne<br />

Software ein, in der beispielsweise das Ansprechverhalten<br />

und die Wärmeableit fähigkeit<br />

des geplanten Sensors unter Einbeziehung<br />

der Einbausituation bereits im<br />

Vorfeld simuliert werden können. Tests mit<br />

herkömmlichen Fühlern haben gezeigt,<br />

dass diese Software sehr gute Ergebnisse<br />

liefert. Für Montagetests und zur Beurteilung<br />

der Geometrie werden Muster im 3D-<br />

Druck hergestellt.<br />

Viele Branchen werden<br />

davon profitieren<br />

All das bedeutet aber auch, dass es sich bei<br />

Jumo Plastosens um keine „Produkte von<br />

der Stange“ handelt, sondern um individuelle<br />

Messtechnik, die in enger Zusammenarbeit<br />

mit den Kunden entwickelt wird. Der<br />

Prozess startet mit einer Machbarkeitsprüfung<br />

und einem Designvorschlag und führt<br />

über die Konstruktion und Simulation der<br />

Sensoren zum Bau der Werkzeuge. Nach<br />

einer Bemusterungsphase starten die Prüfungen,<br />

an deren Ende ein funktionsfähiger<br />

Prototyp und die Serienproduktion stehen.<br />

Plastosens-Temperaturfühler sind der erste<br />

Schritt auf einem Weg, der der Jumo-Unternehmensgruppe<br />

viele strategische Chancen<br />

eröffnet. Die Produkte können in verschiedensten<br />

Branchen eingesetzt werden, erste<br />

Kunden sind auf die neuen Möglichkeiten<br />

bereits aufmerksam geworden. Geprüft wird<br />

auch, ob andere Messgrößen wie z. B. Druck<br />

oder Analysenmesstechnik mit der neuen<br />

Technologie realisiert werden können.<br />

Computermodell möglicher<br />

Plastosens-Produkte (li.), Simulation eines<br />

Sensors zum Bau des erforderlichen Spritzgusswerkzeugs (re.) und<br />

das Resultat: Temperaturfühler mit zwei Kunststoffen unterschiedlicher Wärmeleitfähigkeit<br />

Aktuelle Ansätze aus<br />

der Praxis<br />

Ein Transformator ist ein denkbar schlechter<br />

Ort für einen Temperaturfühler aus Metall.<br />

Die Isolationsfestigkeit von maximal 2,5 kV<br />

reicht oft nicht aus, um den dort herrschenden<br />

Spannungsverhältnissen erfolgreich widerstehen<br />

zu können. Jumo hat daher einen<br />

Kunststoff-Fühler entwickelt, der eine Isolationsfestigkeit<br />

von 5 kV ausweist und bei einer<br />

Dauergebrauchstemperatur von 200 °C verwendbar<br />

ist. Solche Fühler können z. B. auch<br />

in Elektromotoren oder anderen „Hochspannungs“-Umgebungen<br />

eingesetzt werden.<br />

Ein weiteres Beispiel sind Einsteckfühler.<br />

Sehr raue Umgebungsbedingungen herschen<br />

auch in Motoren von Fahrzeugen oder Maschinen.<br />

Das größte Problem ist hier die Vibration.<br />

Bei herkömmlichen Fühlern ist es<br />

oft aufwändig, den Temperatursensor so im<br />

Fühlerrohr zu positionieren, dass er wirklich<br />

fest sitzt. Bei Jumo Plastosens wird der Sensor<br />

komplett in Kunststoff eingebettet. Für einen<br />

Kunden wird derzeit ein vibrationsfester<br />

Einsteckfühler für das Medium Öl entwickelt.<br />

Erste Tests haben gezeigt, dass das Produkt<br />

Kräften von bis zu 20 g problemlos widerstehen<br />

kann. Das ist eine beeindruckende Zahl,<br />

denn in den schnellsten Achterbahnen wirken<br />

maximal 6 g auf die Insassen ein.<br />

In Sterilisationsanwendungen sorgt die<br />

Kombination aus hohen Temperaturen, Feuchtigkeit<br />

und Druck für Sensorstress. Das Problem<br />

bei herkömmlichen Fühlern ist oft die<br />

Dichtigkeit. Auch hier kann die neue Methode<br />

die Lösung sein. Denn beim Spritzgussverfahren<br />

gehen die verwendeten Spezialkunststoffe<br />

eine stoffschlüssige Verbindung ein.<br />

Das ist besonders bei der kritischen Stelle<br />

des Kabelaustritts aus dem Fühler ein unschätzbarer<br />

Vorteil.<br />

Bilder: Jumo<br />

www.jumo.net<br />

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unsere Produktinnovationen<br />

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Sensorik für die Industrieautomation<br />

robustes Aluminium Druckgussgehäuse<br />

EMV-Schutz<br />

beheizte Systeme mit wechselbarer Sensorik<br />

Analogausgang 0-10 V, 4-20 mA<br />

TCP/IP basierte BUS-Systeme<br />

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INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong> 27


SPS IPC DRIVES <strong>2017</strong> I MESSE<br />

Sicherheit in der ‚Smart Factory‘<br />

Neue Herausforderungen an der Mensch- und Maschine-Schnittstelle<br />

Das Sicherheitslichtgitter bietet u. a. einen<br />

vollständigen Schutz von Robotereinheiten;<br />

die Ansprechzeit beträgt max. 10 ms<br />

Dieses Sicherheitslichtgitter ist in der Lage<br />

Sensordaten zu liefern, die gesammelt, gespeichert<br />

und analysiert werden können.<br />

Maschinenausfälle können vermieden werden,<br />

da ein Defekt oder ein Fehler früh ­<br />

zeitig erkannt werden kann. Dies geschieht<br />

durch das kontinuierliche Auslesen der<br />

„Moderne Lichtgitter liefern<br />

Daten um frühzeitig Fehler und<br />

Defekte zu erkennen und um<br />

Anlagenstillstände zu vermeiden“<br />

Mensch und Maschine werden zukünftig noch stärker in Interaktion<br />

treten und damit rückt das Thema Sicherheit weiter in den Vordergrund.<br />

Hinzu kommt die zunehmende Komplexität der Maschinen, die ebenfalls<br />

moderne Sicherheitskonzepte erfordert. Lesen Sie, welche Rolle hierbei<br />

Sicherheitslichtgitter spielen, insbesondere im Hinblick auf Industrie 4.0.<br />

Lichtintensität eines jeden Sensorpaares.<br />

Dabei überprüft eine Logik, ob Schwellwerte<br />

über eine definierte Zeit unterschritten<br />

werden. Je nach zeitlichem Muster kann<br />

somit unterschieden werden, ob es sich um<br />

eine Verschmutzung der Frontscheiben, eine<br />

mechanische Abweichung der Lichtachsen<br />

oder auch einem altersbedingten Leistungsabfall<br />

der LED handelt. So können<br />

über die Parameter Intensität/Zeit vorzeitige<br />

Empfehlungen zur vorbeugenden Wartung<br />

ausgegeben und Maschinenstillstände vermieden<br />

werden.<br />

Industrieunternehmen aus Deutschland sehen<br />

sich zunehmend der starken Konkurrenz<br />

in Asien und Südamerika ausgesetzt.<br />

Niedrige Löhne, steigende Innovationskraft<br />

Chinas sowie die zunehmende Produktivität<br />

gefährden ihre internationale Wettbewerbsposition.<br />

Im Rahmen des Projekts Industrie 4.0<br />

steht Deutschland damit vor der Aufgabe,<br />

Technologien zu entwickeln, die eine flexible,<br />

aber individualisierte Großserienproduktion<br />

zulassen. Diese Individualisierung der Produktion<br />

ermöglicht es vielen Branchen,<br />

wirtschaftlich eine hohe Zahl an Produktvarianten<br />

herzustellen und auf diese Weise<br />

Stefan Klose, General Manager, Head of Sales<br />

and Product Management Sensing & Measurement<br />

bei der Panasonic Electric Works Europe AG<br />

in Ottobrunn; Dipl.-Ing (FH) Nicole Steinicke,<br />

Redaktion INDUSTRIELLE AUTOMATION<br />

individuelle Wünsche zu bedienen. Gefordert<br />

sind also neue Konzepte im Hinblick<br />

auf vernetzte und flexible Produktionstechnologien,<br />

in die auch wesentliche Aspekte<br />

einer zuverlässigen Sicherheitstechnik einfließen<br />

sollten.<br />

Auf dem Weg zur Smart Factory<br />

Vernetzte und flexible Produktionstechnologien<br />

erlauben unter anderem die Selbstkonfiguration<br />

und Selbstoptimierung von<br />

Anlagen, Maschinen und Komponenten<br />

sowie die Selbstdiagnose systemrelevanter<br />

Bauteile. Die Anforderungen an die Sicherheitstechnik<br />

liegen vor allem in flexiblen<br />

Anpassungsmöglichkeiten, der Selbstkonfiguration<br />

und Selbstdiagnose. Eine Komponente,<br />

die diesen Anforderungen gerecht<br />

wird ist das Sicherheitslichtgitter SF4D von<br />

Panasonic Electric Works.<br />

Sicherheit in komplexen<br />

Anlagenstrukturen<br />

Eine Software zur Parametrierung und für<br />

Wartungsaufgaben unterstützt den Bediener<br />

und ermöglicht das komfortable Einstellen<br />

von zum Beispiel Lichtintensität und Ansprechzeit.<br />

Zudem können defekte Komponenten<br />

schnell ausgetauscht werden. Dies<br />

zahlt sich vor allem bei komplexen Anlagen<br />

mit mehreren Maschinen und Sicherheitslichtgittern<br />

aus. Darüber hinaus lassen sich<br />

Fehler bei der Einstellung des Lichtgitters<br />

vermeiden. Des Weiteren erlaubt eine Monitoring-Software<br />

die Aufzeichnung aller<br />

Vorgänge rund um das Sicherheitslichtgitter:<br />

Defekte und Fehler werden frühzeitig<br />

erkannt und ein möglicher Anlagenstillstand<br />

vermieden.<br />

Fotos: Aufmacher Fotolia, sonstige Panasonic<br />

Electric Works<br />

www.panasonic-electric-works.de<br />

28 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong>


SPS IPC Drives <strong>2017</strong><br />

Echtzeit Funk-Software macht<br />

Safety-Anwendungen salonfähig<br />

Die kabellose Kommunikation über mobile Endgeräte wie Smartphones, Notebooks<br />

oder Tablets hat sich im Bereich von Wartungs- und Instandhaltungsaufgaben in<br />

Produktionsumgebungen sowie im Anlagen-Monitoring weitestgehend etabliert.<br />

Bei sicherheitskritischen Applikationen finden funkbasierte Lösungen bisher<br />

jedoch kaum Verwendung. Die Bedenken bestehen nachwievor in punkto Qualität,<br />

Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit der Funkverbindung sowie in der sicheren<br />

Vermittlung der Datenströme. Das Unternehmen R3 Communications setzt genau<br />

hier an und präsentiert ein auf Standard-Hardware basiertes, deterministisches<br />

und hochzuverlässiges Safety-Echtzeit-Funksystem: EchoRing. Das eigens<br />

entwickelte System basiert auf dem sogenannten logischen Token-Ring-Verfahren,<br />

bei dem das Token-Paket als Austauschplattform für Kanalzustände genutzt wird<br />

(Token = Hilfsmittel zur Synchronisation paralleler Prozesse – nur wer das Token-<br />

Paket hat, darf auf die Ressource zugreifen.*). Gegebenenfalls notwendige Wiederholungen<br />

können hierdurch von besser positionierten Partnerknoten getätigt<br />

werden, auch bezeichnet als „massive Kooperation“. Das auf dieser Technologie<br />

basierende EchoRing Radio Board stellt R3 nun gemeinsam mit Schleicher<br />

Electronic auf der Messe SPS IPC Drives vor. In einer ersten Anwendung dient<br />

es als Basis für ein Schleicher Tablet-Dock HMI (Human-Machine-Interface),<br />

das Consumer Tablets unter Verwendung von ProfiSafe fit für Wireless-Safety-<br />

Anwendungen macht. Darüber hinaus kann die EchoRing-Technologie, ähnlich<br />

Mit den neuen Safety<br />

Installationssystemen.<br />

■<br />

■<br />

■<br />

■<br />

■<br />

Einfache Verdrahtung von Sicherheitsschaltern<br />

in Reihenschaltung<br />

Passive Feldbox PFB für den<br />

vielseitigen industriellen Einsatz<br />

Passives Verteilermodul PDM für<br />

hygienesensible Anwendungen<br />

Aktive Eingangserweiterung<br />

SRB-E-PE für alle Sicherheitsschalter<br />

SD-Interface für die Übertragung<br />

umfangreicher Diagnosedaten<br />

www.schmersal.com<br />

Besuchen Sie uns auf<br />

der SPS IPC Drives <strong>2017</strong>,<br />

Halle 9, Stand 460.<br />

Wir machen Ihre<br />

Maschine sicher.<br />

einem WLAN-Modul, für beliebige Systeme genutzt werden und findet überall<br />

dort ihren Einsatz, wo Kabel anfällig oder inflexibel sind. Infrage kommt auch<br />

die Einbindung in Closed-Loop-Verfahren, beispielweise in der Ansteuerung<br />

von Robotern aus der Edge-Cloud. Diese Anwendung erforscht das Unternehmen<br />

R3 derzeit im Rahmen des fastRobotics-Projekts in einem Konsortium rund um<br />

den Roboter-Hersteller Kuka. (ni)<br />

*Quelle: Wikipedia<br />

www.echoring.com


SPS IPC Drives <strong>2017</strong><br />

Direkt einsatzbereit durch vorgegebene Logik<br />

Die M8x1 I/O-Verteiler mit aktiver Logikfunktion von Escha sind kompakt, platzieren Intelligenz<br />

nahe an Sensoren und übermitteln vorverarbeitete Signale an eine zentrale Steuerungseinheit.<br />

Für eine sichere Verbindung zwischen Passivverteilern und Steuereinheit sind hochpolige<br />

Leitungen oder sogar geschirmte Leitungen erforderlich. Im Gegensatz dazu greifen Logikverteiler<br />

auf ein ungeschirmtes 4- oder 5-poliges Sensorkabel zurück, das zudem flexibler verlegt<br />

werden kann. Die Verteiler eignen sich für kleine Bauräume, z. B. in Greifern, Robotern oder<br />

kompakten Handlingseinheiten. Durch mehrere Befestigungsbohrungen können sie in unterschiedlichen<br />

Einbausituationen montiert werden. Bezeichnungsschildträger an allen Steckplätzen<br />

erleichtern Markierung und Zuordnung. Es gibt sie in 4-, 8- und 10-fach-Ausführung mit<br />

verschiedenen fixen Kombinationen aus Und- und Oder-Logik. Durch eine vorgegebene Logik<br />

müssen sie nicht programmiert werden.<br />

www.escha.net<br />

Die Zukunft der Echtzeitkommunikation im Industrial IoT<br />

Die Ethernet Powerlink Standardization Group (EPSG) zeigt auf der diesjährigen<br />

SPS IPC Drives, wie eine vollständig schnittstellenfreie Kommunikation von der<br />

Sensor- bis zur ERP-Ebene und in die Cloud funktioniert. Basis hierfür ist die<br />

Companion Specification zwischen OPC UA und Powerlink. Zudem präsentiert<br />

EPSG neue Produkte von Mitgliedern mit IEEE-61158-Powerlink-Schnittstelle,<br />

u. a. eine Managing-Node-Lösung von IBV für das QNX-Betriebssystem. Robodev<br />

zeigt, wie Powerlink in das Open-Source-Robot-Operating-System (ROS) integriert<br />

wurde und welche Projekte sich damit umsetzen lassen. Des Weiteren ist eine<br />

interaktive Demozelle zu sehen, die das Zusammenspiel von ABB-Robotik und<br />

Spinner-Infrastrukturkomponenten zeigt.<br />

www.ethernet-powerlink.org


Kompakte Gigabit-Medienkonverter<br />

Die Ethernet-Medienkonverter<br />

E-Light 1000XS-G und E-Light<br />

1000XS-GP von EKS Engel sind<br />

für Anwendungen wie die<br />

Vernetzung von Maschinen<br />

oder die Anbindung von<br />

IP-Kameras konzipiert. Sie<br />

haben je einen elektrischen<br />

und einen optischen Port, die Datenraten bis 1 Gbit/s unterstützen.<br />

Der Cut-through-Mode ermöglicht eine verzögerungsfreie<br />

Kommunikation ohne Zwischenspeicherung. Mit dem Modell GP<br />

lassen sich zudem Endgeräte über PoE/PoE+ mit einer Leistung<br />

von 30 W bzw. einem Strom bis 600 mA versorgen. Die Medienkonverter,<br />

die auf Hutschienen montiert werden können, haben<br />

ein Gehäuse aus pulverbeschichtetem Edelstahl. Mit den Maßen<br />

85 × 63 × 26 mm lassen sie sich in engen Einbauräumen, z. B. in<br />

kleinen Verteilergehäusen, installieren. Sie sind unempfindlich<br />

gegen elektromagnetische Störungen und in einem Temperaturbereich<br />

von – 40 bis + 70 °C einsetzbar. Sie sind für Singlemodeund<br />

Multimode-Fasern erhältlich, die Übertragungsentfernungen<br />

bis 30 km ermöglichen.<br />

www.eks-engel.de<br />

Kabelschutz leicht gemacht<br />

Mit dem neuen T-Adapter ATPA-CA stellt Fränkische Industrial<br />

Pipes eine Produktneuheit vor, die Anwender künftig individuell<br />

positionieren und platzsparend direkt in Serie montieren können.<br />

Die neue Komponente erweitert das Sortiment zur Kabelschutz-<br />

Wellrohranschlussverschraubung<br />

FiplockOne, die für alle IP-Schutzklassen<br />

passt. Mit den innenliegenden<br />

Rohrdichtungen und<br />

dem neu entwickelten 360°-Verriegelungsmechanismus<br />

erfüllt der<br />

UV-beständige Adapter die höchste<br />

Schutzklasse IP69, wenn er mit den<br />

Fiplock Wellrohren verbaut wird.<br />

Das neue Kabelschutz-Element aus<br />

halogenfreiem Polyamid 6 ermöglicht viele Kombinationen und<br />

spart Zeit bei Montage sowie Demontage: FIP liefert den stabilen<br />

T-Adapter fertig konfektioniert, und das installierte Bauteil lässt<br />

sich mit einem einfachen Schlitz-Schraubenzieher jederzeit<br />

wieder öffnen.<br />

www.fipsystems.com<br />

GPUs in der Visionbox integriert<br />

Imago integriert in die Visionbox längerfristig verfügbare<br />

GPU-Karten – und dies im kompakten Formfaktor. Ausgestattet<br />

mit i-Core-Prozessor unter Windows Embedded oder Linux OS<br />

ist die Visionbox Serval+ bzw. Visionbox Panther mit einer<br />

GPU-Karte von halber Baulänge ausgestattet und stellt somit<br />

weitere Rechenpower für Anwendungen wie hyperspektrale<br />

Bildverarbeitung oder 3D zur Verfügung. Ergänzend hierzu berät<br />

das Unternehmen seine Kunden auch bei SW-Optimierungen von<br />

C++ oder OpenCL-Code auf dieser bzw. alternativen Embedded-<br />

Vision-Plattformen.<br />

SPS IPC Drives<br />

28 – 30 November <strong>2017</strong><br />

Hall 7, booth 206 / 114<br />

br-automation.com/ultimate<br />

www.imago-technologies.com


SPS IPC Drives <strong>2017</strong><br />

Hybrid-Busleitungen für Ethernet und Profinet<br />

www.igus.de<br />

Viele Steuerungsbaugruppen benötigen neben den Busleitungen zusätzlich<br />

eine Energieversorgung. Zu finden sind solche Kombinationen aus Power- und<br />

Datenadern bspw. an Bedienpanels oder intelligenten Endkomponenten. Neben<br />

den Hybridleitungen mit Profibus- und Lichtwellen-Elementen bietet Igus die<br />

CFbus.PUR.H01.049 mit CAT6 und die CFbus.PUR.H01.060 mit Profinet an.<br />

Das besondere Verseilelement wird durch einen mit Druck extrudierten, hoch<br />

ölbeständigen PUR-Außenmantel geschützt. Um eine weltweite Nutzung zu<br />

ermöglichen, besitzt die Leitungsfamilie eine UL- und NFPA-Zulassung und<br />

erfüllt die Anforderungen nach EAC und CTP. Im Testlabor zeigte sich, dass die<br />

neuen Ethernetleitungen mit einem Biegeradius von bis zu 12,5 × d in der e-Kette<br />

dauerhaft sicher betrieben werden können. Aufgrund der Realtests ist das<br />

Unternehmen in der Lage, eine Garantie von 36 Monaten auf seine Chainflex-<br />

Leitungen zu vergeben.<br />

Highspeed-Bildverarbeitung mit hoher Bandbreite<br />

Mit der QX-Serie bietet Baumer neue Kameras für die Highspeed-Bildverarbeitung. Mit 12 Megapixel<br />

Auflösung bei 335 Bilder/s im Burst Mode erfassen sie feine Details und Abweichungen in sehr<br />

schnellen Prozessen präzise. Die 10-GigE-Schnittstelle stellt eine kontinuierliche Datenübertragung<br />

mit hoher Bandbreite von 1,1 GB/s sicher. Das macht die Kameras ideal für Applikationen, die für<br />

kurze Sequenzen sehr hohe Bildraten benötigen. Damit eignen sie sich z. B. für die Prozessanalyse<br />

industrieller Applikationen, für Lebendzellanalyse in Medizinanwendungen, für die wissenschaftliche<br />

Forschung oder zur Bewegungsanalyse im Sport. Die hohe Geschwindigkeit wird mit einem internen<br />

Bildspeicher von 2 GB ermöglicht. Bis zu 169 Aufnahmen können so bei voller Auflösung gepuffert<br />

werden. Bei maximaler Geschwindigkeit entspricht dies einer Aufzeichnungsdauer von 0,5 s. Neben<br />

der hohen Bandbreite sind die Kameras zudem mit nur einem Kabel integrierbar, da sie auf den weit<br />

verbreiteten Industriestandard GigE Vision setzen, der Kabellängen bis 100 m unterstützt.<br />

www.baumer.com<br />

„50°C am Arbeitsplatz.<br />

Im Winter! Hält das<br />

ein Schaltschrank aus?“


Hochsichere Digitalisierungslösung<br />

für die Industrie 4.0<br />

Schubert System Elektronik und das IT-Sicherheitsunternehmen<br />

Genua präsentieren das neue<br />

GS Gate. Die Lösung kann herstellerunabhängig<br />

an Maschinen angebunden werden, um Zustandsund<br />

Leistungsdaten von Maschinen zu erfassen,<br />

zu analysieren und zu filtern sowie sicher an<br />

Monitoring-Systeme oder in die Cloud weiterzuleiten.<br />

Ein zentrales Merkmal ist das Security<br />

by Design, das ein hohes Schutzniveau an der<br />

sensiblen Schnittstelle Maschine-LAN bzw.<br />

Internet garantiert. So wird der geschützte Datenaustausch in<br />

Produktionsbereichen ermöglicht. Das GS Gate bietet zwei<br />

getrennte Bereiche: In einem können Anwendungen für individuelle<br />

Anforderungen installiert werden. Von diesen werden<br />

über die gängigen Schnittstellen IO-Link, Gbit-Ethernet oder<br />

Industrial Ethernet Zustands- und Leistungsdaten von Maschinen<br />

abgerufen und analysiert. Im zweiten Bereich befinden sich<br />

Sicherheitssysteme. Ein VPN-Gateway leitet die Informationen<br />

über verschlüsselte Verbindungen zu den Monitoring-Systemen<br />

oder zur Cloud weiter, und eine Firewall schützt vor unbefugten<br />

Zugriffen.<br />

www.schubert-system-elektronik.de<br />

Schnell und ganz kompakt:<br />

Folgen Sie uns bei Twitter:<br />

twitter.com/inautomation<br />

Mehr News rund um die Automatisierung:<br />

industrielle-automation.net<br />

Wir sind Medienpartner des AMA Verband<br />

für Sensorik und Messtechnik e. V.<br />

Mit IO-Link-Hub analoge Signale<br />

digitalisieren<br />

Wer wissen will, wie analoge Signale kostengünstig digitalisiert<br />

werden können, sollte sich den neuen IO-Link-Hub von Balluff<br />

für maximal acht analoge Eingangssignale anschauen, denn er<br />

leitet die analogen Eingangssignale als digitales Signal an den<br />

IO-Link-Master weiter. Damit entfallen geschirmte oder<br />

ungeschirmte Sonderkabel, Rangierverteiler oder teure Analoginterfaces<br />

ebenso wie zusätzliche Anschaltboxen.<br />

Weiterer Vorteil: Durch den Wechsel von der<br />

analogen zur digitalen Datenübertragung steigt<br />

die Prozessqualität deutlich. Jeder Port lässt<br />

sich frei als Eingang eines Strom-/<br />

Spannungssignals oder auch eines<br />

Pt-Sensors oder Thermoelements<br />

konfigurieren.<br />

www.balluff.com<br />

Industrieswitches für hochverfügbare Netze<br />

Lotsen im Datenverkehr: Mit Etherline Access stellt das Unternehmen<br />

Lapp erstmals eigene industrielle Ethernet-Switches, die<br />

sich für anspruchsvolle Anwendungen in der Industrie eignen. So<br />

beträgt die kritische Rekonfigurationszeit, bis wann nach einer<br />

Unterbrechung die Kommunikation wieder hergestellt ist, nur<br />

20 ms bei 250 aktiven Komponenten im Netzwerk. Auch sonst<br />

sind die Switches komplett ausgestattet mit den modernsten<br />

Diagnose- und Redundanzverfahren. Sie stellen eine vollständige<br />

Kommunikationslösung für höchste Ansprüche aus einer Hand<br />

dar. Die Switches gibt es in vier Varianten: „Managed“ mit<br />

Konfigurationsmöglichkeit, und mit fünf bzw. acht RJ45-Ports<br />

unter der Bezeichnung M05T und M08T. „Unmanaged“ sind die<br />

Switches U05T und U08T. Alle vier Varianten sind lüfterlos,<br />

wartungsfrei und haben zwei redundante Anschlüsse zur ausfallsicheren<br />

Energieversorgung.<br />

www.lappkabel.de<br />

LET’S TALK ABOUT<br />

Wie sehen Ihre Herausforderungen im Steuerungs- und Schaltanlagenbau aus?<br />

Haben Sie eine Frage, die Ihnen unter den Nägeln brennt?<br />

Sagen Sie es uns auf: www.rittal.de/sps<strong>2017</strong><br />

Antworten auf Ihre Fragen erwarten Sie auf der SPS IPC Drives<br />

in Nürnberg vom 28. bis 30. November.<br />

Rittal: Halle 5, Stand 111; Eplan: Halle 6, Stand 210


SPS IPC Drives <strong>2017</strong><br />

Standard- und SafetyController in einem<br />

Zwei unabhängig arbeitende<br />

32-Bit-SPS besitzt der neue<br />

Controller aus der Baureihe<br />

Ecomat von Ifm Electronic.<br />

Zertifiziert wird eine davon<br />

als Safety-Steuerung (SIL2/<br />

PL d) mit CANopen-Safety-<br />

Unterstützung. Die Triple-<br />

Core-Controller haben einen<br />

6 MB großen Applikationsspeicher.<br />

Moderne Fahrzeuge<br />

sowie mobile Arbeitsmaschinen<br />

benötigen eine<br />

leistungsstarke Steuerungselektronik. Dafür wurde der ecomat-<br />

Controller der 3. Generation entwickelt. Beide Steuerungen<br />

besitzen skalierbare E/A-Zuordnungen für Standard- und Sicherheitsapplikationen.<br />

Auch können Safe- und Non-Safe-Controller<br />

miteinander kommunizieren. Neben den diagnosefähigen,<br />

multifunktionalen Ein- und Ausgängen ist das Gerät mit zwei<br />

Ethernet-Ports und vier CAN-Schnittstellen ausgerüstet. Die<br />

CAN-Schnittstellen unterstützen alle wichtigen Bus-Protokolle<br />

und den transparenten und vorverarbeitenden Datenaustausch.<br />

Die Codesys-Programmierung erlaubt die Integration der<br />

Steuerungsfunktionen in das Applikationsprogramm. Alle Einund<br />

Ausgänge sind bei Bedarf auch als sichere Kanäle<br />

konfigurierbar.<br />

www.ifm.com<br />

Sicherheitssensoren zum Schutz<br />

des Bedienpersonals<br />

Contrinex präsentiert auf der SPS IPC Drives neue Baureihen von<br />

Sicherheitssensoren der Kategorie 4 gemäß ISO 13849-1. Zur<br />

Auswahl stehen Versionen mit Magnet- oder RFID-Codierung, die<br />

die Störsicherheit gewähren und die Gefahr missbräuchlicher<br />

Manipulation ausschließen. Die Sensoren erlauben es, auch bei<br />

Multisensorsystemen den<br />

Zustand von Schutztüren,<br />

Hauben oder Abdeckungen<br />

kontaktlos und sicher zu<br />

überwachen. In einem<br />

kompakten Gehäuse<br />

verfügen sie über Ecolab-<br />

Zulassung sowie Schutzart<br />

IP6K9K. Sie eignen sich für<br />

den Personenschutz und<br />

für hygienische Bereiche der<br />

Lebensmittel- oder Pharmaindustrie. Die schlanken und robusten<br />

Lichtgitter der Slim-Baureihe für den Handschutz bei beengten<br />

Platzverhältnissen erhöhen mit einem Profil von 26 × 26 mm<br />

weiterhin die Arbeitsplatzergonomie im Umgang mit Förder-,<br />

Umformungs- und Druckmaschinen, Montageautomaten sowie<br />

Pick-and-Place-Systemen. Spanfeste Induktivsensoren, optoelektronische<br />

Distanzsensoren und M18-Sensoren sowie<br />

RFID-Transponder und -Software werden zudem vorgestellt.<br />

www.contrinex.de<br />

Digitalisierung für optimalen Support<br />

über den gesamten Lebenszyklus<br />

Danfoss zeigt auf der SPS IPC Drives unter dem Slogan „Simplify<br />

your application“, wie das Zusammenspiel von innovativen<br />

Antriebslösungen und digitalen Tools industrielle Anwendungen<br />

sicherer, transparenter und einfacher macht. Dabei greifen diese<br />

Werkzeuge über den gesamten Lebenszyklus – vom Engineering<br />

über den Betrieb bis hin<br />

zum Service. Anhand<br />

mehrerer Funktionsmodelle<br />

erlebt der Anwender, wie<br />

flexibel und variabel die<br />

Lösungen sind, mit denen<br />

er die digitale Integration<br />

genau seinen Ansprüchen<br />

skalieren kann. Von der<br />

Bedienung mittels Smartphone über Webserveranbindung bis<br />

hin zur Cloudintegration bietet das Unternehmen eine Vielzahl<br />

neuer digitaler Tools an. Neben Motor- und Feldbusunabhängigkeit<br />

garantiert Danfoss damit auch bei der IIoT-Anbindung<br />

höchste Flexibilität für den Anwender. Danfoss bietet zahlreiche<br />

Werkzeuge, die die Anlagenplanung und Systemintegration<br />

erleichtern, bspw. zur Berechnung der Energieeffizienz oder zur<br />

Kalkulation der Oberwellenbelastung einer Anlage.<br />

www.danfoss.de<br />

Gigabit/PoE-Medienkonverter<br />

in Schutzart IP67<br />

Diamond präsentiert den Ethernet-<br />

Medienkonverter Optelcon HE-2000<br />

und ein neues Hybridkabel, mit dem<br />

das Einsatzspektrum des optischen<br />

Verkabelungssystems FlexMile erweitert<br />

wird, etwa für eine effiziente Anbindung<br />

von IP-Kameras und WLAN-Access-Points. Der Medienkonverter,<br />

der Schutzart IP67 erfüllt und einen Temperaturbereich von - 40<br />

bis + 70 °C hat, unterstützt Datenraten von bis zu 1 Gbit/s sowie<br />

eine Stromversorgung von Endgeräten via PoE+. Zusammen mit<br />

dem robusten Hybridkabel, in das zwei Singlemode-Fasern und<br />

zwei Kupferleitungen integriert sind, lässt sich eine Leistung von<br />

30 W über eine Entfernung von bis zu 200 m übertragen.<br />

Angeschlossen wird es über HE-2000-Stecker, die im Feld konfektioniert<br />

werden können. Außerdem stehen vorkonfektionierte<br />

Kabel bereit, die in kundenspezifischen Varianten erhältlich<br />

sind. Für die elektrische Datenübertragung und die Spannungsversorgung<br />

hat der Medienkonverter zwei M12-Ports.<br />

Der Medienkonverter misst<br />

230 × 80 × 80 mm. Er lässt sich direkt<br />

an Maschinengehäusen anschrauben<br />

oder frei liegend einsetzen.<br />

www.diamond.de<br />

34 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong>


Roboter findet Teile selbstständig<br />

Isys Vision stellt die überarbeitete Version seiner Applikation „Mikado ARC – Adaptive<br />

Robot Control“ vor. Das 3D-Visionsystem an einem Mitsubishi-Electric-Knickarmroboter<br />

vom Typ RV-4FLM kommuniziert in Echtzeit mit dem zugehörigen Robotercontroller.<br />

Mit einer Mikado-ARC-Steuerung werden Greifpositionen beim Bin-Picking<br />

nicht mehr fest geteacht oder programmiert, sondern der Roboter findet die Teile selbstständig<br />

auf Basis des 3D-Bildes. Der Bewegungsablauf für Greifen, Fahren und Ablegen<br />

ist kollisionsgeprüft. Innerhalb des Arbeitsraumes kann Mikado ARC auch die zugeführten<br />

Kisten finden. Dabei lässt sich die Sensibilität des Greif- und Bewegungsvorgangs in<br />

Mikado ARC anpassen. Die 3D-Bildverarbeitung kann auch schwierige, d. h. besonders<br />

dunkle oder metallisch glänzende Teile sicher erkennen und ist weitgehend unempfindlich<br />

gegen Fremdlicht. Werkstücke werden per Übernahme der vorliegenden CAD-Daten<br />

definiert. Die Bahnberechnung und das Finden sowie das Ablegen der Teile erfolgen<br />

anschließend autonom und unbeaufsichtigt.<br />

de3a.mitsubishielectric.com<br />

Sensor mit Profinet<br />

für niederfrequente<br />

Schwingungen<br />

Der Schwingungssensor<br />

NVT90/S3 von TWK basiert auf<br />

MEMS-Sensorik und misst<br />

niederfrequente Schwingungen.<br />

Durch den Frequenzbereich<br />

von 0,05 bis 60 Hz registriert er<br />

auch Getriebe-Störschwingungen.<br />

Der Sensor misst<br />

Beschleunigungen bis ± 2 g in<br />

der horizontalen x- und y-Achse<br />

und gibt über die Profinet-<br />

I am the new generation<br />

Schnittstelle die Momentanwerte<br />

sowie auf Wunsch aufbereitete<br />

Werte wie RMS-Mittelwerte<br />

oder PEAK-Werte aus.<br />

Durch die gleichzeitige Übertragung<br />

von Nutzdaten mit den<br />

zugehörigen Checksummen ist<br />

die Kommunikation zwischen<br />

Sensor und Steuerung sicher.<br />

Eine Spezialfunktion ist die<br />

Berechnung eines Summenwertes<br />

bei Überschreiten<br />

eingestellter Grenzwerte,<br />

auch über Stunden hinweg.<br />

Die eingebauten Leuchtdioden<br />

erleichtern die Inbetriebnahme<br />

und Diagnose im<br />

Profinet-Bussystem. Das<br />

robuste Gehäuse aus<br />

Aluminium trotzt widrigen<br />

Umweltbedingungen und ist<br />

offshore-tauglich.<br />

www.twk.de<br />

Temposonics ® R-Series V<br />

SPS IPC Drives <strong>2017</strong><br />

Halle 7A, Stand 410<br />

28. - 30. November, Nürnberg<br />

info.de@mtssensors.com • www.mtssensors.com/RSeriesV


SPS IPC Drives <strong>2017</strong><br />

Lösungen für den digitalen Datenaustausch<br />

in der vernetzten Produktion<br />

Auf der SPS IPC Drives präsentiert Softing Produkte sowie<br />

Lösungen, um die technologischen Lücken zwischen OT und<br />

IT zu schließen und schafft die Voraussetzung für reibungslosen<br />

Datenaustausch in Industrie-4.0-Anwendungen. Highlight im<br />

Bereich der Datenintegration ist das neue „Industrial IoT Starter<br />

Kit“. Es bietet einen schnellen und einfachen Weg, um die Produktionslinie<br />

mit der Cloud zu verknüpfen. Die Plug-&-Play-Lösung<br />

bringt die Leistung von HPE-Hardware, Softing-Software und<br />

Microsoft Azure<br />

zusammen. Das neue<br />

Release 4.45 der<br />

„dataFeed OPC Suite“<br />

ermöglicht den direkten<br />

symbolischen Datenzugriff<br />

auf „optimierte<br />

Bausteine“ in Siemens<br />

Simatic S7-1200 und<br />

-1500-Steuerungen.<br />

Die Suite vereint alle<br />

Komponenten für die<br />

OPC- und IoT-Cloud-Kommunikation. Weitere Funktionalitäten<br />

sind die sichere Kommunikation über REST-Protokolle und der<br />

schreibende Zugriff auf NoSQL-Datenbanken. Auf der Messe<br />

zeigt Softing das „dataFeed uaGate MB“, für die Integration von<br />

SPS-Daten aus Modbus-Steuerungen in lokale Anwendungen<br />

und die Cloud.<br />

www.softing.com<br />

Wabenzugentlastung ersetzt Kabelbinder<br />

Igus stellt die verbesserte Wabenzugentlastung CFU für E-Ketten<br />

vor. Sie ersetzt die bisher häufig verwendeten Kabelbinder. Wurde<br />

bisher jede Leitung an der Energiekette einzeln fixiert, werden bei<br />

der neuen Lösung die<br />

Leitungen und Schläuche<br />

einfach in die Wabe<br />

eingelegt und verschlossen.<br />

Dabei legen sich die Außenwände<br />

der Wabenhohlräume<br />

schonend und<br />

gleichzeitig fest um die<br />

Leitungen. Die Wabe ist<br />

in Sekundenschnelle<br />

montiert und außerdem<br />

sehr flexibel, denn neue<br />

Leitungen lassen sich<br />

schnell einlegen oder<br />

ersetzen. Die weiter verbesserte<br />

CFU kombiniert einen<br />

kompakten Aufbau mit einer einfachen und flexiblen Befüllung.<br />

Durch den bündigen Abschluss mit dem E-Ketten-Anschlusselement<br />

kann sie sowohl in freitragenden als auch gleitenden<br />

Anwendungen eingesetzt werden. Der vertikale Aufbau ermöglicht<br />

eine leichte Skalierung für individuelle Kettenbreiten. Unterschiedliche<br />

Leitungen werden einfach in die vertikalen Reihen eingelegt,<br />

das System wird geschlossen und anschließend oben verschraubt.<br />

Optionale Clips an den Seitenteilen verbinden Energiekette und<br />

Zugentlastung.<br />

www.igus.de<br />

Intelligente optische Sensoren<br />

Von Tast-Reflexschranken<br />

mit Sender und Empfänger<br />

in einem Gerät bis hin zu<br />

Lichttastern, ebenfalls mit<br />

integriertem Sender und<br />

Empfänger, erstreckt sich<br />

das Lösungsspektrum der<br />

neuen optischen Sensoren<br />

mit IO-Link aus dem Hause<br />

IPF Electronic. Durch die integrierte Hintergrundausblendung<br />

sind die Geräte OT33 und OT45 dazu geeignet, Objekte mit stark<br />

wechselnden Oberflächenfarben sicher zu detektieren und Bauteile<br />

im Hintergrund auszublenden. Die Taster der Serie OT43 hingegen<br />

wandeln den Objektabstand in ein entfernungsproportionales<br />

Messsignal um. Die Sensoren gibt es in drei Baugrößen: ON33<br />

und OT33 (39 × 13 × 23 mm), ON43 (43 × 14,8 × 32,5 mm), OT43<br />

(43 × 14,8 × 36,5 mm) sowie ON45 und OT45 (56 × 18 × 32 mm).<br />

Die maximalen Schaltabstände der Geräte reichen von 300 bis<br />

800 mm. Alle Geräte verfügen über Schutzart IP67. Sie sind<br />

hinsichtlich ihrer Bauform und ihren technischen Eigenschaften<br />

identisch mit den Gerätereihen des Herstellers ohne IO-Link-<br />

Schnittstelle.<br />

www.ipf.de<br />

Lichtleiter zur Statusanzeige<br />

Die 10-A-Gerätesteckdosen der Serie 6610-5 von Schurter verfügen<br />

über passgenaue, integrierte Führungen für Lichtleiter. Bis zu zwei<br />

optionale Lichtleiter lassen sich hierbei über LEDs auf der Leiterplatte<br />

einsetzen. Sie teilt dem Techniker exakt die Informationen<br />

mit, die er braucht. Die Ansteuerung der LEDs ist hierbei frei<br />

konfigurierbar. Mit den IDC-<br />

Anschlüssen lassen sich mehrere<br />

Dosen in einem einzigen Schritt<br />

verdrahten. Für eine individuelle<br />

Speisung und Statusindikation<br />

kann der Phasenkontakt auch als<br />

Leiterplatten-, Steck- oder Lötanschluss<br />

konfiguriert werden.<br />

Die Serie ist in zwei Versionen<br />

erhältlich: „along“ und „cross“.<br />

Je nach Design der Verteilliste<br />

werden mehrere Dosen vertikal<br />

(cross) oder horizontal (along)<br />

hintereinander platziert. Entsprechend dieser Ausrichtung sind<br />

dann auch die IDC-Anschlüsse angelegt. Die Schnapp-Montage<br />

ist für Plattendicken von 0,8 bis 3,0 mm ausgelegt. Gerätesteckdosen<br />

in 16-A-Ausführung sollen folgen.<br />

www.schurter.com<br />

36 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong>


Manipulationsschutz erhöht durch RFID<br />

Die Sicherheitszuhaltung AZM201 mit Türgriffbetätiger von Schmersal gibt es nun mit RFID-Technologie.<br />

Damit wird die Codierstufe „hoch“ erreicht, und die Zuhaltung bietet einen erhöhten Manipulationsschutz<br />

nach DIN ISO 14119. Zudem kann die Zuhaltung Diagnoseinformationen an eine übergeordnete<br />

Steuerung weiterleiten, sodass eine vorbeugende Instandhaltung möglich<br />

wird. In Griffhöhe montiert, erspart der Türgriffbetätiger einen separaten Türgriff.<br />

Er kann auch durch eine Fluchtentriegelung auf der Innenseite ergänzt<br />

werden. Die Sicherheitszuhaltung ist auch mit einer Stangenverriegelung<br />

lieferbar, die sich für größere Türen eignet. Mit der RFID-Technologie kann<br />

zwischen drei Codierungsarten gewählt und so das nötige Niveau der<br />

Manipulationssicherheit festgelegt werden. Eine Freigabesperre von zehn<br />

Minuten verhindert den kurzfristigen Wechsel eines Betätigers und erhöht<br />

den Manipulationsschutz zusätzlich.<br />

©Victoria/Fotolia.com<br />

www.schmersal.com<br />

Automatisierung innovativ und sicher vernetzen<br />

Strahlwasserhaube für Filterlüfter<br />

Innovative und dabei einfache Fernwartung: Das<br />

Myrex24-V2-Portal von Helmholz ermöglicht die<br />

Visualisierung der Anlagenwerte, Alarmierung bei<br />

Überschreitung von Grenzwerten, Protokollierung<br />

von Betriebsdaten und den Zugriff von überall aus<br />

auf Maschinen und Anlagen. Bei Störungen in der<br />

Anlage durch Materialmangel, Verschleiß oder<br />

Bedienfehler wird das entsprechende Personal<br />

C<br />

schnell per SMS oder E-Mail benachrichtigt. Das<br />

M<br />

Portal ist für Projekte mit vielen Anlagen, Benutzern<br />

und Endkunden konzipiert. Ein flexibles Benutzer-management<br />

mit umfangreichen Zugriffsrechten<br />

CM<br />

und Mandantenverwaltung ermöglicht es, den<br />

MY<br />

Überblick zu behalten und Zugriffe auf die Anlagen<br />

und ihre Daten sicher zu gestalten.<br />

www.helmholz.de<br />

Auf den ersten Blick mag die Strahlwasserhaube FFH 086 von Stego ein unscheinbares Zubehör sein.<br />

Jedoch sind die Ein- und Austrittsöffnungen von Filterlüftersystemen eine unterschätzte Quelle für<br />

Korrosion, welche die sichere Funktion von Schaltschrankanwendungen gefährden kann. Hier schafft<br />

eine Strahlwasserhaube Abhilfe, indem sie diese Stellen sicher nach Schutzart IP56 abdichtet. Sie wird<br />

mittels einer Silikondichtung wirksam vor Strahlwasser und Fremdkörpern geschützt. Die Haube besteht<br />

aus einer robusten Konstruktion aus Edelstahl und erweist sich als witterungsbeständig und schlagfest.<br />

Ein optional nutzbares Sicherungsgewinde verhindert unbefugtes Abnehmen der Schutzabdeckung.<br />

www.stego.de<br />

CY<br />

CMY<br />

K<br />

EBU10-T –<br />

die Weltneuheit...<br />

...zur Absicherung von AC 230 V<br />

USV-Anlagen. Garantiert selektiven<br />

Überstromschutz!<br />

Der Strom, den die USV bereitstellt,<br />

kann im Fehlerfall einen herkömmlichen<br />

Schutzschalter nicht auslösen.<br />

Ohne die Weltneuheit EBU10-T<br />

kann dies zur kompletten Abschaltung<br />

der USV-Anlage führen!<br />

Ihr Nutzen:<br />

● Erhöhung der Anlagenverfügbarkeit<br />

● Reduzierung der Gesamtkosten<br />

● Vereinfachung der Planung<br />

Infos unter: www.e-t-a.de/EBU10-T<br />

facebook.com/eta.germany<br />

Induktive Leistungsübertragung statt Steckverbinder<br />

Die kontaktlose, wartungsfreie Energieübertragung „FreeCon Contactless“<br />

von Weidmüller erlaubt es, Energie mittels induktiver Resonanzkopplung<br />

kontaktlos über einen Luftspalt von bis zu 5 mm zu übertragen.<br />

Gegenüber vergleichbaren Lösungen erzielt FreeCon Contactless die<br />

doppelte Leistungsdichte und einen höheren Wirkungsgrad. Anlagen,<br />

die mit diesem System ausgestattet sind, laufen länger fehlerfrei und<br />

damit ohne Unterbrechungen. Das System überträgt eine Leistung von<br />

240 W bis 24 V/DC und 10 A – bei einem Wirkungsgrad von bis zu 90 %. Auf der Primärseite wird über<br />

eine Spule ein magnetisches Feld erzeugt, in der Empfängerspule wird dadurch eine Spannung induziert.<br />

www.weidmueller.com<br />

Besuchen Sie uns auf der<br />

SPS/IPC/DRIVES<br />

vom 28.-30. Nov. <strong>2017</strong><br />

Halle 5, Stand Nr. 5-310<br />

www.e-t-a.de


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

Kontrollierte Sicherheit<br />

Eine neue Generation Manometer erfasst extreme Druckspitzen<br />

und verhindert weitreichende Schäden an Prozesssystemen<br />

Über die Schnittstelle Long Range lassen sich<br />

Messwerte wie Druck, Druckspitzen, Temperatur<br />

und Messzeit aus dem Speicher auslesen<br />

Gas- oder flüssigkeitsgefüllte Rohrleitungen spielen in der Industrie<br />

eine zentrale Rolle. Ob beim Fördern und Abfüllen von Fluiden, Einsatz<br />

von Druckluft und Hydraulik oder bei der Wasserversorgung im<br />

Unternehmen - dynamische Druckschwankungen durch Änderungen<br />

der Strömungsgeschwindigkeit können Schäden verursachen. Spezieller<br />

Manometer erkennen Druckspitzen frühzeitig und verhindern<br />

weitreichende Schäden.<br />

Druckstöße in flüssigkeitsgefüllten Rohrleitungen<br />

können weitreichende Folgen<br />

mit sich bringen. So fielen beispielsweise<br />

im Juli 2009 nach einem Spannungseinbruch<br />

im gesamten Hamburger Stadtgebiet<br />

14 Wasserwerke aus. Der abrupte Ausfall<br />

der Pumpen in den Wasserwerken verursachte<br />

einen Druckstoß, der sich wie eine<br />

Schockwelle im Wassernetz ausbreitete und<br />

die Rohrleitungen bis an ihre Grenzen belastete.<br />

Als dann wieder Strom vorhanden<br />

war und die Wasserwerke langsam anliefen,<br />

zerstörte der sich aufbauende Druck die<br />

zuvor geschädigten Leitungen. Beinahe<br />

100 000 Einwohner aus Hamburg hatten für<br />

viele Stunden kein Wasser.<br />

Ursache der Druckstöße ist, dass bei bewegten<br />

Flüssigkeiten in Rohrleitungen unter<br />

dem Einfluss der Massenträgheit der Druck<br />

stark ansteigt. Da Wasser praktisch nicht<br />

komprimierbar ist, ist der Druckanstieg hier<br />

besonders hoch. Die Wirkung ähnelt der<br />

eines festen Gegenstandes, der mit voller<br />

Wucht an eine Wand kracht. Dabei gilt:<br />

Druckstöße, ob in fluid- oder gasgefüllten<br />

Rohrsystemen, sind generell unvermeidlich,<br />

da man Ventile nicht unendlich langsam<br />

schließen lassen kann.<br />

Unkalkulierbares Gefahrenmoment<br />

Überdruckspitze<br />

Die Anlagendimensionen in Unternehmen<br />

lassen sich kaum mit denen Hamburgs vergleichen,<br />

aber die Auswirkungen von<br />

Druckstößen sind hier gleichermaßen fatal:<br />

Rohrleitungen können platzen, Halterungen<br />

und weitere Anlagenteile beschädigt<br />

werden, auch Armaturen, Pumpen und<br />

Fundamente leiden darunter. Die Folge<br />

sind teure Reparaturen, Maschinenstillstände<br />

und Produktionsausfälle. Aus diesem<br />

Grund sind fluid- oder<br />

gasgefüllte Systeme in der<br />

Regel mit Druckdämpfern und Sensoren<br />

ausgestattet. Dies alleine reicht jedoch<br />

nicht aus, um zuverlässig extreme Druckspitzen<br />

zu erkennen und zu erfassen und<br />

um Schäden zu vermeiden.<br />

Die Überdruckventile in Druckdämpfern<br />

sprechen zwar an, wenn eine gewisse<br />

Druckgrenze überschritten wird, aber für<br />

Überdruckspitzen, die in Millisekunden<br />

auftreten können, sind sie zu langsam. Eine<br />

Lösung ist die Integration spezieller Manometer<br />

wie das Leo 5 von Keller Druckmesstechnik.<br />

Dieses Manometer misst den<br />

Druckverlauf bis zu 5 000 ×/s und erkennt<br />

so sämtliche Druckextrema mit hoher zeitlicher<br />

Auflösung. Da die Auswertung den<br />

Druckverlauf auf Tage, Stunden, Minuten<br />

und Sekunden genau anzeigt, kann auf diese<br />

Weise eine detaillierte Ursachenforschung<br />

betrieben werden.<br />

Sensorik, Signalverarbeitung<br />

und Spitzenwerterfassung<br />

Leo 5, ein Manometer der neuesten Generation,<br />

kombiniert präzise Sensorik mit<br />

schneller, hochauflösender Signalverarbeitung,<br />

Spitzenwerterfassung und einem<br />

Speicher mit Zeitstempel. All das befindet<br />

sich in einem robusten Edelstahlgehäuse<br />

mit Sicherheitsglas. Das große LCD-Display<br />

ist durch die 16 mm Ziffernhöhe und<br />

38 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong>


Hintergrundbeleuchtung sehr<br />

gut lesbar. Die kapazitiven<br />

Touch-Tasten ermöglichen<br />

die Navigation der Einstellungen<br />

und Messwerte.<br />

Die in Schutzart IP 66<br />

ausgeführte Manometer-<br />

Serie umfasst sieben<br />

Standard-Messbereiche<br />

zwischen 3 und 1 000 bar<br />

You CAN get it...<br />

Hardware und Software<br />

für CAN-Bus-Anwendungen…<br />

Sicherheit durch<br />

stetige Überwachung<br />

In seinem speziellen Druckspitzen-Analysemodus<br />

bietet das<br />

Manometer eine Abtastfrequenz von<br />

5 kHz und eine Auflösung des Analog/<br />

Digital-Wandlers von 16 Bit. Im normalen<br />

Messbetrieb mit der exakten<br />

Überwachung von Grenzwerten werden<br />

die Drücke zweimal pro Sekunde mit<br />

einem A/D-Wandler von 20 Bit gemessen<br />

und angezeigt. Das kleinste konfigurierbare<br />

Speicherintervall beträgt eine Sekunde.<br />

Insgesamt bietet der Manometerspeicher<br />

Platz für über 50 000 Druckspitzen-Werte<br />

samt Temperatur und Zeitstempel. Über<br />

die USB-Schnittstelle lässt sich das Gerät<br />

mit einem Computer verbinden und mithilfe<br />

der Software „Logger 5“ komfortabel<br />

konfigurieren und auslesen. Die aufgezeichneten<br />

Daten können grafisch dargestellt,<br />

ausgewertet sowie weiterverarbeitet<br />

werden.<br />

Die Leo 5 Geräteserie umfasst sieben<br />

Standard-Messbereiche zwischen 3 und<br />

1 000 bar. Im Temperaturbereich von 0 bis<br />

50 °C liegt das Gesamtfehlerband des Druckes<br />

innerhalb von 0,1 %FS. Bei stabilen<br />

Temperaturverhältnissen erreicht das Manometer<br />

bei spezifischen Ausführungen<br />

eine Präzision von ± 0,01 %FS. Für schlecht<br />

erreichbare oder bewegliche Messorte steht<br />

eine Bluetooth-Funkschnittstelle zur Verfügung.<br />

Parametrierung und Datenübertragung<br />

erfolgen über die USB- oder Bluetooth-Schnittstelle.<br />

Individualisierbare und<br />

flexible Messtechnik<br />

Das Manometer besitzt einen hohen Schutzgrad<br />

bis zu IP66. Über die Schnittstelle lassen<br />

sich aktuelle Messwerte sowie aufgezeichnete<br />

Messdaten wie Druck, Druckspitzen,<br />

Temperatur und Messzeit<br />

aus dem Speicher auslesen.<br />

Remote-Zugriff erlaubt das<br />

erweiterte Manometer Leo 5 mit<br />

integriertem Long Range-Funkmodul<br />

(LoRa), das einen sicheren,<br />

bidirektionalen Service bietet. Dank<br />

des modularen Aufbaus der Elektronik<br />

und der seriellen Schnittstelle lässt<br />

sich das System flexibel an Messaufgaben<br />

anpassen. Alle Manometer können<br />

mittels Korrektur der Verstärkung und des<br />

Nullpunktes mit einer Kalibrationssoftware<br />

an jeden Standard angepasst beziehungsweise<br />

nachjustiert werden. Spezielle Gewinde,<br />

die Wahl bestimmter Temperaturund<br />

Druckbe reiche, Anpassungen am Gehäuse<br />

oder an der Firmware erleichtern die<br />

Integration in die jeweilige Anlage.<br />

Resümee<br />

Druckstöße in flüssigkeits- oder gasgefüllten<br />

Rohren sind unvermeidbar. Verhindert<br />

werden kann allerdings, dass sie Schäden<br />

verursachen. Das Manometer Leo 5 erkennt<br />

frühzeitig Druckspitzen, sodass notwendige<br />

Vorkehrungen getroffen werden können.<br />

Damit werden Kosten für Tests, durch<br />

Maschinen- oder Anlagenstillstand, Produktionsausfall<br />

oder Reparaturen vermieden.<br />

Im Zusammenhang mit den modernen<br />

Herausforderungen einer vernetzten Produktion<br />

bietet Leo 5 die Möglichkeit der<br />

zustandsbasierten Instandhaltung. Aus dem<br />

Druckverlauf oder den erfassten Druckspitzen<br />

ist zu sehen, ob die jeweilige Maschine in<br />

absehbarer Zeit beschädigt werden könnte.<br />

Damit amortisiert sich der Einsatz dieser<br />

Manometer in kürzester Zeit.<br />

Fotos: Aufmacher Fotolia, sonstige Keller AG<br />

www.keller-druck.com<br />

Sekundengenaue und exakte Druckspitzenmessung<br />

Die Software Logger 5 unterstützt das<br />

Auslesen und Konfigurieren der Datenlogger<br />

sowie die grafische Darstellung und den<br />

Export der Messdaten. Das Manometer<br />

tastet mit 5 kHz den Druckverlauf ab und<br />

weist die Extremwerte in kundenspezifisch<br />

gewählten Intervallen aus. Grafik: Die<br />

Druckspitze (y-Achse) wurde im 5-Minuten-<br />

Intervall (x-Achse) abgespeichert. Mit dieser exakten Zeitangabe konnte die Ursache<br />

für einen starken Druckanstieg exakt ermittelt und Schäden vorgebeugt werden.<br />

Alle Preise verstehen sich zzgl. MwSt., Porto und Verpackung. Irrtümer und technische Änderungen vorbehalten.<br />

PCAN-PCI Express FD<br />

CAN-FD-Interface für PCI Express-<br />

Steckplätze mit Datenübertragungsraten<br />

bis 12 Mbit/s. Lieferung inkl.<br />

Monitor-Software, APIs und Treiber<br />

für Windows ® und Linux.<br />

PCAN-USB X6<br />

Sechskanal-CAN-FD-Interface<br />

für den USB-Port mit Datenübertragungsraten<br />

bis 12 Mbit/s.<br />

Auslieferung mit D-Sub- oder M12-<br />

Anschlüssen inkl. Software und APIs.<br />

PCAN-Router FD<br />

ab 240 €<br />

ab 735 €<br />

Frei programmierbarer Router für CAN<br />

und CAN FD mit 2 Kanälen. Erhältlich<br />

im Aluminiumgehäuse mit D-Sub- oder<br />

Phoenix-Anschlusssteckern.<br />

250 €<br />

www.peak-system.com<br />

Otto-Röhm-Str. 69<br />

64293 Darmstadt / Germany<br />

Tel.: +49 6151 8173-20<br />

Fax: +49 6151 8173-29<br />

info@peak-system.com


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

Jedes Bein des Spaceclimber<br />

besteht aus vier Gelenken,<br />

in denen sich jeweils ein<br />

MR-basierter Positionssensor<br />

befindet<br />

Bereit für die nächste Robotergeneration<br />

Magnetoresistive Sensoren erfüllen die Anforderungen der Weg- und Winkelerfassung<br />

in Robotergelenken und -händen<br />

Roboter spielen in der Industrie sowie Forschung und Entwicklung eine<br />

immer wichtigere Rolle. Dementsprechend steigen die Anforderungen<br />

an die Sensoren, die eingesetzt werden, um die Position des Roboterarms<br />

bzw. -greifers zu erfassen. Hier kommen vermehrt Winkel- und<br />

Wegmesssysteme, die auf magnetoresistiven Sensoren beruhen, zum<br />

Einsatz. So können inkrementelle und absolute Messungen in einer<br />

Vielzahl von unterschiedlichen Konfigurationen durchgeführt werden.<br />

Dr. Rolf Slatter, Dipl.-Ing (FH)<br />

René Buß, Sensitec GmbH,<br />

Lahnau<br />

ten und kooperativen Robotern etabliert.<br />

Zu den wichtigsten Forschungsbereichen<br />

gehören Leichtbauroboter für die Mensch-<br />

Roboter-Kollaboration (MRK), humanoide<br />

Roboter, bionische Roboter, Exo-Skelette<br />

und miniaturisierte Roboter. Sie alle bedingen<br />

nicht nur neue Antriebsprinzipien,<br />

sondern erfordern auch Neuentwicklungen<br />

im Bereich der Sensortechnologie.<br />

Neue Anforderungen für<br />

Positionssensoren<br />

Die Anforderungen an Positionssensoren<br />

für die Erfassung von Weg oder Winkel in<br />

Robotergelenken oder -händen sind vielfältig.<br />

Die Abmessungen sollen immer kleiner<br />

und die Konstruktion extrem leicht sein.<br />

Zudem besteht die Notwendigkeit einer<br />

großen, zentralen Hohlwelle, um die Durchführung<br />

von Kabeln, Wellen und so weiter<br />

Robotik ist ein sehr „bewegter“ Bereich,<br />

wenn es um Forschung und Entwicklung<br />

geht. Seit den späten 1970er-Jahren<br />

mit der ersten breitflächigen industriellen<br />

Nutzung von stationären Robotern<br />

wird die Mehrzahl von Robotern<br />

noch immer in Fertigungsumgebungen<br />

für Großserien unter<br />

streng kontrollierten Bedingungen<br />

eingesetzt.<br />

Seit Beginn des neuen<br />

Jahrhunderts hat sich<br />

eine neue Generation<br />

von mobilen,<br />

intelligenzu<br />

ermöglichen. Die Positionssensoren müssen<br />

unter zunehmend schwierigen Bedingungen<br />

(niedrige beziehungsweise sehr<br />

hohe Temperaturen, Strahlung usw.) arbeiten<br />

und die funktionale Sicherheit (mindestens<br />

bis Safety Integrated Level SIL3)<br />

muss gewährleistet sein.<br />

Viele Sensortechnologien sind bisher<br />

nicht in der Lage, die vielfältigen Anforderungen<br />

zu erfüllen. Herkömmliche Resolver<br />

werden für die indirekte Messung der Gelenkwinkel<br />

in Industrierobotern eingesetzt.<br />

Der Resolver ist üblicherweise an der Motorwelle<br />

angebracht und liefert absolute<br />

Winkelinformation für Position und Motorkommutierung.<br />

Obwohl Resolver eine robuste<br />

Technologie darstellen, können sie<br />

einige der geforderten Eigenschaften nicht<br />

erfüllen. Sie sind „schwer“ und verfügen<br />

nur über eine begrenzte zentrale Hohlwelle.<br />

Außerdem bieten sie nur eine begrenzte<br />

Konstruktionsfreiheit in Bezug auf Form<br />

und Abmessung. Optische Drehgeber werden<br />

in Industrierobotern selten eingesetzt.<br />

Eine zentrale Hohlwelle ist möglich, aber<br />

optische Geber sind nicht besonders robust<br />

und sehr anfällig gegenüber Kontamination.<br />

Zudem sind optische Geber nicht geeignet<br />

für Anwendungen mit einer Vibrationsoder<br />

Schockbelastung. Magnetische Geber<br />

sind eine Alternative zu konventionellen<br />

Lösungen. Sie werden immer häufiger in<br />

der Industrieautomation eingesetzt und ersetzen<br />

Resolver und optische Drehgeber.


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

01 MR-Sensoren für die präzise Erkennung<br />

von hochdynamischen Bewegungen und<br />

Positionen, z. B. in Automatisierungssystemen,<br />

in der Luft- und Raumfahrt<br />

oder in der Automobilproduktion<br />

Es gibt verschiedene Arten von magnetischen<br />

Sensoren, aber die stärksten<br />

Wachstumsraten verzeichnen Sen soren,<br />

die auf dem magnetoresistiven Effekt<br />

basieren.<br />

Grundlagen magnetoresistiver<br />

Sensortechnologie<br />

Magnetoresistive Sensoren basieren auf<br />

verschiedenen Technologien: dem anisotropen<br />

magnetoresistiven Effekt (AMR),<br />

dem Giant magnetoresistive Effekt (GMR)<br />

und dem Tunnel magnetoresistiven (TMR)<br />

Effekt. Die MR-Effekte verfügen über Vorteile,<br />

die alle dazu beigetragen haben, dass<br />

sich MR-Sensorik als richtige Wahl in den<br />

anschließend beschriebenen Anwendungen<br />

erwiesen hat. So bietet sie eine hohe<br />

Auflösung, hohe Genauigkeit und eine<br />

hohe Dynamik mit einer Bandbreite bis<br />

über 10 MHz. Zudem ist die MR-Sensorik<br />

sehr robust mit hoher Unempfindlichkeit<br />

gegenüber Öl, Schmutz und sehr hohen<br />

oder sehr niedrigen Umgebungstemperaturen.<br />

Hohe Zuverlässigkeit, kleine Abmessungen,<br />

niedrige Leistungsaufnahme und<br />

lange Lebensdauer durch verschleißfreien<br />

Betrieb sind weitere Vorteile.<br />

Humanoider Roboter<br />

Der mobile humanoide Roboter Rollin’<br />

Justin aus dem Robotik- und Mechatronik-<br />

Zentrum des DLR bietet eine Forschungsplattform<br />

für autonome mobile Manipulation<br />

in menschlicher Umgebung mit hoher<br />

Fingerfertigkeit. Die nachgiebigen Leichtbauarme<br />

und Vierfingerhände machen ihn<br />

zu einer idealen Plattform für die Forschung<br />

zur feinfühligen, beidhändigen Manipulation.<br />

Die mobile Basis ermöglicht einen<br />

autonomen Betrieb über eine große<br />

Reichweite. Der Oberkörper auf Basis von<br />

LBR-Technologie und die mobile Plattform<br />

erweitern den Arbeitsbereich der Arme<br />

und Hände.<br />

Beide Arme des Roboters verfügen über<br />

sieben Gelenke und beide Hände haben je<br />

vier Finger. Der Arm wiegt 13,5 kg, kann<br />

aber Gewichte bis zu 15 kg heben. Eine Besonderheit<br />

ist die Vollintegration der gesamten<br />

Leistungselektronik in die Armstruktur.<br />

Jedes Gelenk verfügt über einen<br />

Positionssensor basierend auf der MR-<br />

Technologie. Eine weitere Entwicklungsstufe<br />

beinhaltet ein anthropomorphisches<br />

Hand-Arm-System für zukünftige Service-<br />

Roboter. Dies sollte ähnliche kinematische,<br />

dynamische und kraftführende Eigenschaften<br />

wie der menschliche Arm besitzen. Das<br />

hochintegrierte mechatronische System<br />

verfügt über 52 Antriebe und nutzt 112 Positionssensoren,<br />

viele davon auf MR-Basis.<br />

Die mobile Plattform des Roboters, die<br />

autonomen Betrieb über lange Reichweiten<br />

ermöglicht, ist auch mit mehreren MRbasierten<br />

Geberbausätzen bestückt.<br />

Bionischer Roboter<br />

02 Im Marsrover kommen insgesamt<br />

40 MR-Sensoren zum Einsatz<br />

Am DFKI Robotics Innovation Center wurde<br />

seit vielen Jahren an bionisch inspirierten<br />

Robotern für Raumfahrtanwendungen<br />

geforscht. Besonderes Augenmerk wurde<br />

auf Roboter mit Beinen gelegt, da diese eine<br />

höhere Mobilität im Vergleich zu Robotern<br />

mit Rädern oder Ketten zur Fortbewegung<br />

aufweisen. Roboter mit Beinen können Krater<br />

und Canyons erkunden, die für Planetenerkundungsrover<br />

mit Rädern unzugänglich<br />

sind. Geologische Beschaffenheiten<br />

sind von wissenschaftlichem Interesse, da<br />

sie Aufschluss über Sedimentschichten<br />

oder Spuren von Wasser und Eis geben, die<br />

auf der Oberfläche des Planeten in der Regel<br />

nicht zu finden sind. Spaceclimber ist<br />

ein bionisch-inspirierter, energieeffizienter,<br />

sechsbeiniger Kletterroboter für außerirdische<br />

Erkundungen. Er wurde so konstruiert,<br />

dass er sich frei und sicher in Kratern<br />

bewegen sowie Steigungen bis 80 %<br />

und Hindernisse bis zu 40 cm hoch überwinden<br />

kann. Zudem kann er sich halbautomatisch<br />

navigieren und wissenschaftliche<br />

Instrumentenlast bis zu 20 kg tragen.<br />

Jedes Bein besteht aus vier Gelenken mit<br />

bürstenlosen Motoren von Robodrive, die<br />

hochuntersetzende spielfreie Harmonic<br />

Drive Getriebe antreiben. Jedes Gelenk<br />

verfügt über einen MR-basierten Positionssensor.<br />

Planetenrover<br />

Als besonders schwierig gelten Roboteranwendungen<br />

auf Planeten, z. B. im Marsrover<br />

Curiosity. Es handelt sich praktisch um<br />

ein fahrendes Labor, denn Roboterarm, Kameramast,<br />

Antenne und Instrumente werden<br />

elektromechanisch angetrieben. Um<br />

die Bewegungen der Motoren zu regeln,<br />

wurde der Cold Encoder entwickelt. Zwei<br />

AMR-Sensoren pro Motor werden für die<br />

inkrementelle Winkelmessung eingesetzt.<br />

Insgesamt kommen 40 MR-Sensoren zur<br />

Anwendung.<br />

Fotos: Spaceclimber: DFKI GmbH / Robotics Innovation<br />

Center Bremen, Rollin‘ Justin: DLR, Robotics and Mechatronics<br />

Center, 01 Sensitec GmbH, 02 NASA/JPL-Caltech<br />

www.sensitec.com<br />

CE-CON.indd 1 27.03.<strong>2017</strong> 07:49:52<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong> 41


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

Exakt im Millibarbereich<br />

Berührungslose Füllstandsmessung und Pumpenansteuerung mit analogen Drucksensoren<br />

Bei den Filteranlagen des Unternehmens<br />

aus Wipperfürth wird grundsätzlich zwischen<br />

Vlies- und Endlosfilter unterschieden.<br />

Während Vlies ein klassisches Verbrauchsmaterial<br />

zur Aufbereitung von Medien ist,<br />

können die Gewebe von Endlosfiltern immer<br />

wieder gereinigt werden. Beide Verfahren<br />

bietet Isyko Filtersysteme als Zentralanlage,<br />

Kompaktanlage oder mobile<br />

Anlage an. Zentralanlagen bereiten<br />

technischen Flüssigkeiten zum<br />

Beispiel von mehreren Maschinen<br />

auf, während Kompaktanlagen<br />

als Insellösung<br />

für eine Maschine konzipiert<br />

sind. Mobile Anlagen<br />

wiederum lassen sich flexibel<br />

an verschiedenen Maschinen<br />

einsetzen.<br />

Filteranlage mit<br />

einem Drucksensor<br />

(Bildmitte) zur Füllstandskontrolle<br />

über dem Filtervlies<br />

Analoge Drucksensoren können<br />

weitaus mehr als es den Anschein<br />

hat. Ein Hersteller von Filteranlagen<br />

zeigt, wie sich mit Drucksensoren<br />

eine kontinuierliche<br />

Füllstandskontrolle und in diesem<br />

Zusammenhang die Ansteuerung<br />

von drehzahlgeregelten<br />

Pumpenantrieben realisieren lässt.<br />

Hierfür sind jedoch Sensorlösungen<br />

für kleinste Druckbereiche<br />

erforderlich.<br />

Rainer Koch ist Applikationsspezialist bei der<br />

ipf electronic gmbh, in Lüdenscheid<br />

Die Isyko Filtersysteme stellt Filteranlagen<br />

und Komponenten für die Aufbereitung<br />

technischer Flüssigkeiten her. „Der Begriff<br />

‚technische Flüssigkeiten‘ trifft es in unserem<br />

Fall am besten, da wir mittlerweile eine<br />

Vielzahl an Kunden aus den unterschiedlichsten<br />

Branchen haben, beispielsweise<br />

aus der Holzindustrie, der Metallverarbeitung,<br />

der Chemie- und Kunststoffindustrie,<br />

der Automobilindustrie, Großwäschereien,<br />

etc. Und alle haben unterschiedlichste<br />

Medien, die zu reinigen bzw. aufzubereiten<br />

sind“, erklärt Volker Koczkowski, Geschäftsführer<br />

der Isyko Filtersysteme, die sich<br />

außerdem auf die Entwicklung kundenspezifischer<br />

Sonderlösungen im Bereich der<br />

Filtertechnik spezialisiert hat.<br />

Zwei Verfahren für drei<br />

Anlagenvarianten<br />

Kontinuierliche<br />

Abfrage des Füllstandes<br />

Im Allgemeinen verfügen alle Filteranlagen<br />

über zwei Becken, eine sogenannte Umhebestation,<br />

aus der die verschmutzte<br />

Flüssigkeit in den Filter geleitet wird, und<br />

einen Reinbehälter bzw. Saubertank für<br />

das gereinigte Medium, das von hieraus<br />

wieder in einen Produktionsprozess zurückgeführt<br />

wird. Da sich in beiden Becken<br />

zur Förderung der Flüssigkeiten<br />

Pumpen befinden, muss für deren Betrieb<br />

das Füllstandsniveau kontinuierlich abgefragt<br />

werden.<br />

Berührungslose Füllstandskontrolle<br />

Nun gibt es eine Fülle an Lösungen für die<br />

Füllstandskontrolle, die aber in der Regel<br />

alle mit dem zu überwachenden Medium<br />

in irgendeiner Weise in Berührung kommen.<br />

„Wir verwenden zur Füllstandsmessung<br />

und Ansteuerung der Pumpen in den<br />

Umhebestationen als auch Reinbehältern<br />

digitale sowie analoge Drucksensoren als<br />

Staudrucksensoren. Diese Geräte haben<br />

den Vorteil, dass sie berührungslos arbeiten,<br />

dadurch mit den verschmutzten Medien<br />

nicht in Kontakt kommen und somit<br />

weitestgehend verschleißfrei sind“, betont<br />

Koczkowski. Er erklärt vereinfacht das<br />

Prinzip der Füllstandsmessung in den Filteranlagen:<br />

„Die Anlagenbehälter sind mit<br />

sogenannten Staudrucksonden ausgestattet,<br />

vergleichbar mit einem zum Beckenboden<br />

hin offenem und nach oben geschlossenem<br />

Rohr, in dem ein Drucksensor luftdicht<br />

eingeschraubt ist. Steigt die Flüssigkeit in<br />

einem Behälter und somit in der Sonde an,<br />

baut sich in ihrem oberen Bereich ein gewisser<br />

Staudruck auf. Dieser wird vom<br />

Drucksensor erfasst und in ein entsprechendes<br />

Signal umgewandelt, mit dem wir<br />

unter anderem die Pumpe im Behälter ansteuern<br />

können.“<br />

42 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong>


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

Die Krux digitaler Drucksensoren<br />

Bei digitalen Drucksensoren lässt sich allerdings<br />

nur ein Schaltpunkt für einen spezifischen<br />

Druck und somit einen zuvor definierten<br />

Flüssigkeitspegel in einem Behälter<br />

festlegen, bei der eine Pumpe einschaltet.<br />

Sinkt die Flüssigkeit auf ein bestimmtes<br />

Niveau, schaltet die Pumpe ab. „Eine kontinuierliche<br />

Ansteuerung der Pumpe und<br />

somit eine permanente Regelung ihrer Förderleistung<br />

ist somit nicht möglich. Je nach<br />

Flüssigkeitsstand schaltet die Pumpe also<br />

ab und dann wieder an usw.“, beschreibt<br />

Koczkowski einen Nachteil solcher Geräte.<br />

Permanente Pumpenregelung<br />

über analoges Signal<br />

Betrachten wir die analogen Drucksensoren<br />

DW35311A und DW35311M von IPF Electronic,<br />

so verhält sich dies anders. Die analogen<br />

Signale dieser Geräte lassen sich parallel<br />

zur kontinuierlichen Staudruckmessung<br />

und somit Füllstandsbestimmung in einem<br />

Becken dazu nutzen, die SPS einer Filteranlage<br />

anzusprechen, um einen Pumpenantrieb<br />

über einen Frequenzumrichter permanent<br />

zu regeln. Hierzu Volker Koczkowski:<br />

„Mit dieser permanenten Regelung erreichen<br />

wir, dass die Pumpe in Abhängigkeit<br />

zum Flüssigkeitsstand in einem Behälter<br />

entweder schneller oder langsamer läuft<br />

und somit ihre Förderleistung stets anpasst.<br />

Insbesondere bei einem hohen Fördervolumen<br />

können mit den analogen Drucksensoren<br />

die häufig auftretenden Ein- und<br />

Ausschaltzyklen, wie sie für digitale Drucksensoren<br />

typisch sind, vermieden werden,<br />

die letztendlich auch einen höheren Verschleiß<br />

der Pumpe bedeuten.“<br />

Hohe Signal-Auflösung<br />

Die zwei kompakten und analogen Drucksensoren<br />

DW35311A und in Schutzklasse<br />

IP65 mit Sensorkopf aus Edelstahl ausgelegt<br />

und eignen sich für einen weiten Einsatztemperaturbereich<br />

von - 20 bis + 80 °C. Während<br />

der Sensor DW35311A für Drücke von<br />

0 bis 100 mbar entwickelt wurde, eignet<br />

sich der Drucksensor DW35311M für einen<br />

Bereich von 0 bis 200 mbar.<br />

„Wir verwenden für unsere Filteranlagen<br />

bereits von Anfang an auch diese Sensoren<br />

von IPF Electronic, wobei wir je nach Anwendung<br />

und Behältertiefe entweder das<br />

Gerät mit dem kleineren oder größeren<br />

Druckbereich benötigen. Da beide Sensorversionen<br />

im Millibarbereich arbeiten, liefern<br />

sie uns auf jeden Fall die hohe Auflösung<br />

beziehungsweise exakten Ausgangssignale,<br />

die wir für unsere Umhebestationen sowie<br />

Saubertanks mit vergleichsweise geringer<br />

Füllstandshöhe von ein oder zwei Metern<br />

benötigen. Die Messbereiche herkömmlicher<br />

analoger Drucksensoren, die sich beispielsweise<br />

zwischen 0 bis 1 bar bewegen, wären<br />

hierfür einfach viel zu ungenau“, erklärt<br />

Volker Koczkowski.<br />

Die analogen Drucksensoren<br />

von IPF verhindern häufige<br />

Ein- und Ausschaltzyklen und<br />

reduzieren somit deutlich den<br />

Verschleiß der Pumpe.<br />

Volker Koczkowski,<br />

Geschäftsführer, Isyko Filtersysteme<br />

Weitere Vorteile für die Praxis<br />

Bei digitalen Drucksensoren mit einem fixen<br />

Schaltpunkt werden die Filter einer Anlage<br />

schlagartig mit einem verschmutztem Medium<br />

beaufschlagt, während bei einem<br />

drehzahlgeregelten Pumpenantrieb über<br />

einen analogen Drucksensor die Beaufschlagung<br />

gleichmäßiger erfolgt. Darüber<br />

hinaus lassen sich die analogen Drucksensoren<br />

nicht nur zur kontinuierlichen Pumpensteuerung<br />

einsetzen, sondern über den<br />

Staudruck sämtliche Füllstände darstellen,<br />

verarbeiten und in der Anlagensteuerung<br />

zur Festlegung verschiedenster Betriebspunkte<br />

einbinden, etwa zum Nachspeisen<br />

von Flüssigkeit oder zur Erfassung und<br />

Auswertung verschiedener Medienniveaus.<br />

Fotos: ipf electronic<br />

www.ipf.de<br />

Messverfahren<br />

Festelektrolyt-Potentiometrie<br />

NDIR-Sensoren<br />

Wärmeleitfähigkeit<br />

Elektrochemische Sensoren<br />

Keidel-Zellen<br />

Gasanalytik für die Prozessmesstechnik<br />

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Zirox.indd 1 22.09.<strong>2017</strong> 11:05:04<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong> 43


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

Schluss mit dem Exoten-Dasein<br />

Intelligente Wireless-Sensoren eröffnen neue Perspektiven in zahlreichen Anwendungen<br />

Kriterien für die Auswahl der<br />

geeigneten Wireless-Sensoren<br />

Smartphones können Daten<br />

über Bluetooth, WLAN und NFC<br />

übertragen, Smartwatches sind<br />

ähnlich anbindbar. Im Consumer-<br />

Bereich sind Wireless-Lösungen<br />

längst Alltag. In der Industrie<br />

hingegen fristen sie noch immer<br />

ein Exoten-Dasein. Grund dafür<br />

ist unter anderem eine fehlende<br />

Standardisierung. Der Beitrag<br />

erläutert, warum es nicht den<br />

einen Standard geben kann und<br />

beschreibt Anwendungen, in<br />

denen kabellose Sensoren ihre<br />

Vorteile gänzlich entfalten.<br />

Christian Wirl ist Key Account/ Product Manager<br />

(Industrial instrumentation) bei der Wika<br />

Alexander Wiegand SE & Co. KG in Klingenberg<br />

Der Einsatz von Wireless-Sensoren ist in<br />

der Prozessindustrie im Vergleich zu anderen<br />

Branchen bereits weit fortgeschritten.<br />

Grund dafür sind die prozessbedingt oft weit<br />

auseinander liegenden oder isolierten Messstellen.<br />

Zwar gibt es auch in anderen Industriezweigen<br />

viele Ansätze drahtlose Sensoren<br />

zur besseren Überwachung von Prozessen<br />

einzubinden. Diese sind allerdings an zwei<br />

Bedingungen geknüpft: ein echter Vorteil<br />

gegenüber einer kabelgebundenen Variante<br />

muss vorhanden sein und der gewünschte<br />

und technisch sinnvolle Standard muss am<br />

Markt verfügbar sein. Und genau hier liegt<br />

die Krux: Es gibt keinen einheitlichen Standard,<br />

und es kann ihn aufgrund der unterschiedlichen<br />

Anforderungen auf Seiten der<br />

Anwendungen auch nicht geben.<br />

Viele Wireless-Technologien kämpfen am<br />

Markt um Akzeptanz, von Bluetooth bis Long<br />

Range Wide Area Network (LoRaWAN). Für<br />

jede von ihnen gibt es gute Gründe und das<br />

macht es Herstellern von System-Komponenten<br />

nahezu unmöglich, die weitere Entwicklung<br />

auf ein Ziel hin zu optimieren. Eine<br />

Instrumentierung mit drahtlosen Sensoren<br />

läuft daher meistens auf eine anwendungsspezifische<br />

Lösung hinaus, entworfen auch<br />

in direkter Kooperation mit dem Kunden.<br />

Kernfragen zur Ermittlung der passenden<br />

Funkübertragung betreffen zum Beispiel die<br />

Sendeleistung und damit die mögliche<br />

Reichweite, die Menge der zu übertragenden<br />

Daten, die Batterielebensdauer und einen<br />

allgemein verwendbaren Standard, der zugleich<br />

die Sicherheit der Übertragung gewährleistet.<br />

Für den Anwender gilt es zudem<br />

zu berücksichtigen, dass eine hohe Reichweite<br />

der Funksignale gleichzeitig den unbefigten<br />

Datenzugriff von Externen erleichtert.<br />

Damit gewinnt die sichere Authentisierung<br />

der User zunehmend an Bedeutung.<br />

In der Entscheidungsfrage nach den passenden<br />

Wireless-Sensoren spielt nicht nur<br />

die Übertragungsart eine Rolle, sondern<br />

auch welche Funktionen für die jeweilige<br />

Anwendung von Nutzen sind. Sie können<br />

zum Beispiel mit zusätzlicher Intelligenz<br />

kombiniert werden. Dazu gehört in erster<br />

Linie das Aufbereiten der gesammelten Daten<br />

verschiedener Messgrößen über selbstlernende<br />

Algorithmen. Im Verbund mit Gateways<br />

und Softwarelösungen können drahtlose<br />

Sensoren den Weg zu neuen Geschäftsfeldern,<br />

zum Beispiel im Bereich Preventive<br />

Maintenance oder in der Logistik eröffnen.<br />

Konkrete Anwendungsbeispiele<br />

Die unterschiedlichen Möglichkeiten und<br />

Anforderungen lassen sich an konkreten<br />

Lösungen demonstrieren. In Kalibrierlaboren<br />

kann das Loggen der Daten und deren<br />

Übertragung hilfreich sein, z. B. für das Ausstellen<br />

von Zeugnissen. Die Reichweite des<br />

Funksignals spielt dabei eine eher untergeordnete<br />

Rolle, da Sender und Empfänger<br />

nur über kurze Distanz getrennt sind. Eine<br />

Lösung auf Bluetooth-Basis reicht hierbei<br />

aus. Wika hat diese Funktionalität zweimal<br />

in unterschiedlichen Geräten implementiert,<br />

beim Präzisions-Digitalmanometer<br />

CPG1500 sowie beim portablen Prozesskalibrator<br />

CPH7000. Über die Wika-Wireless-<br />

Schnittstelle können beide Geräte mit Bluetooth-fähigen<br />

Geräten verbunden werden.<br />

Das CPG1500 ist zudem „mobilfähig“, eine<br />

App ermöglicht das Parametrieren sowie<br />

das Auslesen der Daten via Smartphone.<br />

Gute Flächenabdeckung<br />

Bei der Überwachung von Anlagen an weit<br />

entfernten Standorten oder mobilen Einheiten,<br />

die sich über große Distanzen bewegen,<br />

44 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong>


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

02<br />

01 Das Präzisions-Digitalmanometer<br />

erlaubt die Verbindung<br />

mit Bluetooth-fähigen Geräten<br />

und kommt zum Beispiel im<br />

Kalibrierservice zum Einsatz<br />

01<br />

02 Datenfernübertragungs-<br />

Modul in Kombination mit einer<br />

Cryo-Gauge-Messeinheit zur<br />

Überwachung von Füllständen<br />

in Tieftemperaturgastanks – die<br />

Daten werden über das GSM-Netz<br />

an den Gaslieferanten übermittelt<br />

bietet sich nach heutigem Standard eine<br />

Übertragung über das GSM/LTE-Netz an.<br />

Anwender erhalten hier eine sehr gute<br />

Flächenabdeckung und damit große Reichweite.<br />

Zwar können zukünftig auch Standards<br />

wie Narrow-Band-Internet of Things<br />

(NB-IoT), LTE CAT-M1 oder LoRaWAN eine<br />

Rolle spielen. Es zeichnet sich aber ab, dass<br />

es auch in diesem Bereich nicht den einen,<br />

einheitlichen Standard geben wird.<br />

Auf Basis bestehender Technologien hat<br />

Wika zum Beispiel das Datenfernübertragungs-Modul<br />

intelliMetry in Kombination<br />

mit der Cryo-Gauge-Messeinheit realisiert.<br />

Mit dieser Lösung werden die Füllstände<br />

von Tieftemperaturgastanks überwacht<br />

und die Daten über das GSM-Netz dem<br />

Gaslieferanten übermittelt. Wika stellt neben<br />

dem Druckmessgerät und dem Übertragungsmodul<br />

als Zusatzservice noch eine<br />

Daten-Cloud zur Verfügung. Der Gaslieferant<br />

wiederum kann durch die Fernabfrage<br />

des Tankinhaltes seinen Kunden eine kontinuierliche<br />

Versorgung ohne manuelle Nachbestellprozesse<br />

anbieten.<br />

Kombination mit diversen<br />

Funkprotokollen<br />

Hersteller arbeiten daran, Sensoren nebst<br />

korrespondierenden Systemen zur Datenaufbereitung<br />

für ein breites Anwendungsspektrum<br />

in unterschiedlichen Industrien<br />

anzubieten. Als Basis hierfür wird Wika die<br />

erste Hardware-Version eines rein elektronischen<br />

Drucksensors mit integriertem<br />

Funkmodul auf der SPS IPC Drives <strong>2017</strong><br />

zeigen. Diese markiert den Auftakt einer<br />

Produktreihe mit digitalen Sensoren für allgemeine<br />

Industrieanwendungen, bei denen<br />

Standardkomponenten mit unterschiedlichen<br />

Funkprotokollen verknüpft werden<br />

können. Neben GSM und LTE stehen unter<br />

anderem LoRaWAN, Bluetooth/Bluetooth<br />

Low Energy und NB-IoT im Fokus. Das modulare<br />

Konzept wird die flexible und schnelle<br />

Anpassung an individuelle Kundenwünsche<br />

ermöglichen.<br />

Der Drucksensor nutzt ein proprietäres<br />

Signal zur Datenübertragung und kann Anwendern<br />

eine Funkdistanz von mehreren<br />

hundert Metern bei einer hohen Datensicherheit<br />

bieten. Neben dem Druckwert<br />

wird auch ein Temperaturwert ausgegeben.<br />

Über eine entsprechende Software kann der<br />

Sensor per Funk parametriert werden. Einstellbar<br />

sind beispielsweise das Sendeintervall<br />

oder die Schwellenwerte, bei denen<br />

automatisch eine Funkübertragung ausgelöst<br />

wird. Auch eine graphische Darstellung<br />

des Druck- und des Temperaturwertes über<br />

die Zeit steht zur Verfügung.<br />

Fotos: Wika<br />

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SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

Zeitreise der<br />

Längenmesstechnik<br />

Von bewährten Verfahren bis hin zu modernen<br />

elektronischen Messsystemen der Gegenwart<br />

Für die präzise Messung linearer<br />

Distanzen oder Bewegungen gibt<br />

es verschiedene Möglichkeiten.<br />

Je nach Anforderungen zum<br />

Messbereich und der Genauigkeit<br />

werden Maßbänder, Messschieber<br />

oder Mikrometerschrauben<br />

verwendet. Doch für welche<br />

Anwendung eignet sich welches<br />

Messsystem, wie ist deren<br />

Funktionsweise und worin liegen<br />

die Unterschiede?<br />

Ob Maßbänder, Messschieber oder Mikrometerschrauben<br />

– all diese Messmethoden<br />

beruhen auf dem Vergleich mit<br />

einem Messwerkzeug, das als Referenz<br />

dient. Die bekannteste Referenz für Längenmessungen<br />

ist das Urmeter in Paris.<br />

Hiermit wurden fast zwei Jahrhunderte lang<br />

alle metrischen Längenmesssysteme verglichen<br />

und kalibriert. Im Zuge der internationalen<br />

Harmonisierung von Maßen und<br />

Gewichten beruht auch das Zoll neuerdings<br />

auf dem Meter. Der Beitrag beschreibt nun<br />

bekannte Messverfahren mit einem neuen<br />

elektronischen Messsystem.<br />

Detlef Oldach ist Vertriebsleiter bei der<br />

TWK-Elektronik GmbH in Düsseldorf<br />

Elektronische und<br />

potentiometrische Messung<br />

Bei der automatisierten Messung kommen<br />

ausschließlich Messsysteme mit elektronischer<br />

Schnittstelle zum Einsatz. Auch sie<br />

basieren auf einer Referenz als Maßverkörperung.<br />

Bei den elektronischen Messsystemen<br />

ist das Spektrum der Ausführungen<br />

sehr breit, denn auch hier gibt es eine Vielzahl<br />

an Messbereichen, geforderten Genauigkeiten<br />

und benötigten Schnittstellen. Das<br />

einfachste und bekannteste elektrische<br />

Längenmesssystem ist das Potentiometer.<br />

Es besteht aus einer Widerstandsbahn, die<br />

von einem Schleifer abgetastet wird. Diese<br />

Widerstandsbahn besteht aus einer Drahtwicklung<br />

oder bei neueren Potentiometern<br />

aus Leitplastik. Die Leitplastikbahn kann<br />

zur Steigerung der Genauigkeit mit Lasertrimming<br />

nachgearbeitet werden. Bei diesem<br />

Lasertrimming wird die Leitplastikbahn<br />

mit einem hochgenauen Referenzgeber<br />

verglichen und von einem Laserstrahl<br />

entsprechend zurechtgeschnitten. An die<br />

Widerstandsbahn wird eine Spannung angelegt,<br />

die sich gleichmäßig über die gesamte<br />

Länge der Widerstandsbahn verteilt. So<br />

ergibt sich am Schleifer eine Spannung zwischen<br />

0 V und UB je nach seiner Position.<br />

01 Das Planarspulen-Messsystem besteht<br />

aus einem Sensor mit Planarspule, montiert<br />

mit Kugelgelenken – sie arbeiten<br />

berührungslos und verschleißfrei<br />

Der Vorteil dieses Messsystems ist die Einfachheit<br />

im Aufbau und die niedrigen Herstellungskosten.<br />

Nachteil ist die Abnutzung<br />

der Widerstandsbahn durch den Schleifer.<br />

Moderne Potentiometer erlauben 50 bis<br />

100 Mio. Schleiferspiele. Die Anzahl der zulässigen<br />

Schleiferspiele scheint groß zu<br />

sein – aber nur auf den ersten Blick. Denn<br />

für die Abnutzung ist es unerheblich, ob<br />

wirklich eine Messung erfolgt oder ob Vibrationen<br />

die Ursache für die Bewegungen<br />

des Schleifers sind. Eine Anlage, die mit 3 Hz<br />

vibriert, hat im Dauerbetrieb nach 24 h<br />

1/2 Mio. Schleiferspiele erzeugt. Nach weniger<br />

als einem Jahr ist das Potentiometer<br />

dann unbrauchbar.<br />

Induktive Längenmessung<br />

In einer Doppelspule bewirkt ein Stößelkern<br />

aus Nickeleisen eine Änderung der<br />

Induktivitäten. Die Spule hat eine Mittenanzapfung<br />

und besteht somit aus zwei Teilen.<br />

Der Nickeleisenkern sitzt mittig in der<br />

Spule, sodass eine Verschiebung des Stößels<br />

die Induktivität beider Spulenteile gegensinnig<br />

ändert. Eine anschließende Elektronik<br />

misst den Wechselstromwiderstand beider<br />

Spulenhälften und erzeugt ein Ausgangssignal,<br />

das der Verschiebung des Stößels<br />

entspricht.<br />

Die Spule mit Mittenanzapfung arbeitet<br />

nach dem Prinzip einer sog. Halbbrücke.<br />

Das Halbbrücken-Prinzip ist in<br />

der Messtechnik weit verbreitet.<br />

Es liefert zuverlässige Ergebnisse<br />

über weite Anwendungsbereiche<br />

und erlaubt die Kompensation von<br />

Fremdeinflüssen wie Temperaturänderungen<br />

und Alterungseffekten. Ein Mikroprozessor<br />

in der Elektronik erlaubt verschiedene<br />

Anpassungen. So kann die Kennlinie<br />

linearisiert oder an Kundenwünsche<br />

angepasst werden. Der Ausgangsübertrager<br />

46 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong>


02 Heutige<br />

Planarspulen sind<br />

gedruckte Spulen,<br />

die auf einer Leiterplatte<br />

als Leiterbahn<br />

aufgebracht<br />

werden – sie ersetzen<br />

gewickelte Spulen<br />

aus Kupferdraht (Bild)<br />

03 Längenmesssysteme<br />

finden<br />

beispielsweise in der<br />

Druckindustrie beim<br />

Vermessen bewegter<br />

Bahnware ihren<br />

Einsatz<br />

Ganz groß,<br />

wenn’s eng wird:<br />

der neue RFD-4000<br />

Präzise Winkelmessung auf<br />

engstem Raum:<br />

Der neue RFD-4000 ist die<br />

Sensorlösung, wo Platz knapp<br />

und Budgets klein sind.<br />

Unsere mehr als 65-jährige<br />

Erfahrung sorgt für starke<br />

Leistung bis ins Detail:<br />

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• misst berührungslos<br />

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• robust, IP69k<br />

• Messbereich bis 360°<br />

• einfache Montage<br />

• Kennlinien nach Wunsch<br />

Datenblatt-Download<br />

kann das Signal in ein Übertragungsprotokoll<br />

umsetzen oder einfach nur verstärken.<br />

Das Sensorsystem arbeitet intern berührungslos.<br />

Die Stößelstange läuft im Gehäuse,<br />

eine Berührung ist nicht erforderlich. Seitliche<br />

Kräfte können zu einer Berührung des<br />

Stößels führen, aber sie erzeugen keine Abnutzung,<br />

die die Messung beeinträchtigt.<br />

Das Messprinzip erlaubt das Vergießen des<br />

Sensors, um seine Festigkeit gegen Vibrationen<br />

und Erschütterungen zu verbessern.<br />

Längenmessung mit Planarspulen<br />

Planarspulen sind gedruckte Spulen. Sie<br />

werden auf eine Leiterplatte als Leiterbahn<br />

mit einigen Windungen aufgebracht. Die<br />

gewickelte Spule aus Kupferdraht wird dadurch<br />

ersetzt. Planarspulen haben weniger<br />

Induktivität als gewickelte Spulen und sind<br />

kostengünstig herzustellen.<br />

Der Wegaufnehmer erfasst berührungslos<br />

und verschleißfrei die absolute Position<br />

eines Stößels mit einem induktiven Resonator.<br />

Das System besteht aus einer Erregerspule,<br />

die einen am beweglichen Stößel<br />

befestigten Resonatorschwingkreis zu elektrischen<br />

Schwingungen anregt. Diese<br />

Schwingungen werden auf die gedruckten<br />

Spulen übertragen. Diese Spulen sind unbeweglich<br />

im Gehäuse fixiert. Eine interne<br />

Elektronik wertet die Schwingungen nach<br />

Amplitude und Phasenlage aus. Da sich<br />

Phasenlage und Amplitude der Schwingungen<br />

in den gedruckten Spulen nach dem<br />

Abstand zur Resonatorspule ändern, kann<br />

so die Position des Resonaturspule exakt ermittelt<br />

und in ein wegproportionales Signal<br />

umgewandelt werden. Das Planarspulen-<br />

Messsystem ähnelt dem Potentiometer und<br />

dem induktiven System gleichermaßen und<br />

wird daher mit den beiden beschriebenen<br />

Systemen verglichen.<br />

Bilder: Aufmacher Fotolia, sonsige TWK<br />

www.twk.de<br />

Zusammenfassung<br />

Durch die gute Reproduzierbarkeit<br />

von gedruckten Spulen reicht die<br />

Präzision von Messsystemen mit<br />

Planarspulen an die Genauigkeit von<br />

Präzisionspotentiometern heran. Die<br />

Verschleißfreiheit ergibt eine sehr<br />

lange Lebensdauer wie bei den<br />

induktiven Systemen. Somit füllen<br />

Messsysteme mit Planarspulen den<br />

Bereich zwischen Potentiometern und<br />

induktiven Wegmessern aus. Das gilt<br />

auch für die Herstellkosten.<br />

Wir stellen aus:<br />

SPS/IPC/DRIVES, Halle 4A, Stand 125<br />

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SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

Thermografische<br />

Messmethoden<br />

Was Sie bei anspruchsvollen Objekten und<br />

schwierigen Bedingungen beachten sollten<br />

Thermografie ist das geeignete Mittel<br />

der Wahl, wenn berührungslos und<br />

zerstörungsfrei Temperaturen gemessen<br />

werden sollen. Sie eignet sich für viele<br />

Anwendungen und liefert wichtige<br />

Daten im Bereich der Fehleranalyse und<br />

vorbeugenden Instandhaltung. Doch<br />

nicht jede Messaufgabe lässt sich einfach<br />

durchführen.<br />

Thermografische Messmethoden setzen<br />

sich in den letzten Jahren immer stärker<br />

durch. Setzt man dabei allerdings auf Lowcost-Modelle,<br />

geht leider häufig verloren,<br />

dass es sich neben den Standardanwendungen<br />

um ein äußerst aussagekräftiges Messverfahren<br />

zur Aufklärung verschiedenster<br />

Effekte handelt. Thermografie bietet zum<br />

Beispiel die Möglichkeit einer exakten Temperaturmessung<br />

auch bei zeitkritischen<br />

Prozessen, kleinen Messobjekten, bewegten<br />

Objekten oder strahlungsphysikalisch ungünstigen<br />

Oberflächen. Auch kann sie herangezogen<br />

werden, um kritische Prozessund<br />

Anlagenbetriebspunkte zu ermittlen<br />

oder um Objektsignaturen zu erfassen, die<br />

im optischen Bereich schwierig visualisierbar<br />

sind und als Grundlage weiterführender<br />

Bildverarbeitungsprozeduren dienen sollen.<br />

Auch im Bereich der Visualisierung und<br />

Vermessung fluider Medien liefert Thermografie<br />

wesentliche Informationen.<br />

Dipl.-Ing. Frank Zahorszki, Itema GmbH, Merseburg<br />

Der Anwendung gerecht werden<br />

„Infrarot-Messtechnik erlaubt zuverlässige und exakte<br />

Messungen von Oberflächen- und Medientemperaturen.“<br />

Muss man die Einsatzfähigkeit von thermografischen<br />

Messmitteln beurteilen, benötigt<br />

man Messtechnik, die über eine Standardausrüstung<br />

von üblichen Thermografie-Dienstleistern<br />

oder innerbetrieblichen<br />

Messabteilungen hinausgeht. Eine Studie<br />

hilft dabei, zwischen den geeigneten und<br />

abwählbaren Optionen unterscheiden zu<br />

können. Auch lassen sich die Fehlerabweichungen<br />

bei verschiedenen Kamera-/Filter-/<br />

Optik-Konfigurationen abschätzen. Erfolgen<br />

Tests mit einer unzureichenden Kamera, so<br />

lässt sich oft nicht das maximal erreichbare<br />

Ergebnis als Grenzpunkt bestimmen.<br />

Das richtige Equipment wählen<br />

Zu den zweckmäßigen Kamera-Ausstattungen<br />

sollten folgende Objekte gehören: spektrale<br />

Filter (Aufglas, Laser, Durchflamme …),<br />

Aufzeichnung radiometrischer Sequenzen<br />

bis zum High-Speed-Bereich (> 100 Bilder/s),<br />

verschiedene Optiken (Mikroskop, Makro,<br />

Weitwinkel, Tele), Triggerung und Synchronisierung<br />

von Aufnahmen sowie umfangreiche<br />

Software-Auswertepakete. Gerade<br />

das „spektrale Tuning“ der Messtechnik,<br />

d. h. das Ausnutzen verschiedener Wellenlängenbereiche<br />

bringt oftmals einen deutlichen<br />

Erkenntniszuwachs gegenüber Standard-IR-Kameras.<br />

Mit schnell aufzeichnenden Kamerasystemen<br />

können Anwender die für einen Prozess<br />

erforderliche Bildrate und Belichtungszeit<br />

in Einzelbildern wählen. Dabei kommen<br />

dann oft MWIR-Kameras (2 bis 5 µm)<br />

zum Einsatz, da hier durch die Quantendetektoren<br />

(i. Vgl. zu den LWIR-Mikrobolometerdetektoren<br />

der einfacheren Kameras)<br />

das „Verschmieren“ durch eine langsame<br />

Ausbelichtung des Detektors nicht stattfindet.<br />

Gas-Leckagen und<br />

transparente Oberflächen<br />

Betrachten wir zunächst die Visualisierung<br />

von Gasleckagen und die Messung von Fluiden.<br />

Hierbei kommen IR-Kameras mit einem<br />

Spektralfilter zum Einsatz, der exakt<br />

auf der Absorptionswellenlänge des zu<br />

messenden Gases liegt. Dadurch wird dieses<br />

Gas vor dem Hintergrund deutlicher sichtbar,<br />

so dass entweder durch visuelle Beobachtung<br />

oder durch automatisierte Algorithmen<br />

eine Leckage klar erkannt werden<br />

48 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong>


kann. Durch die sehr hohe thermische Auflösung<br />

solcher Kameras (NETD um 10 mK)<br />

ergeben sich zudem neue Möglichkeiten,<br />

wenn es um die Untersuchung fluider Strömungen,<br />

z. B. von Konvektionswirbeln in<br />

Flüssigkeiten geht.<br />

Ein weiteres Beispiel ist die Messung von<br />

Glas-Oberflächen. Die Herausforderung<br />

hierbei liegt in einem materialbedingt stark<br />

abweichenden strahlungsphysikalischen<br />

Verhalten in verschiedenen Wellenlängenbereichen.<br />

Damit eine Infrarotkamera relativ<br />

genau messen kann, ist sie dann mit<br />

einem sogenannten Aufglasfilter ausgestattet.<br />

Werden die Glastemperaturen bei<br />

der Flammenbearbeitung benötigt, ist es<br />

sinnvoll, die Kamera mit einem Temperatursensor<br />

oder Spektralfilter zu kombinieren,<br />

der in der Lage ist störungsfrei durch<br />

die Flamme zu messen.<br />

Herausforderung bei Messungen<br />

in Laserbearbeitungsprozessen<br />

Messungen in Laserbearbeitungsprozessen<br />

stellen bestimmte Anforderungen an den<br />

Einsatz bildgebender Messverfahren. Setzt<br />

man nämlich eine ungeschützte LW-Infrarotkamera<br />

(7,5 bis 14 µm) ein, besteht die<br />

Gefahr, dass diese Kamera zeitnah durch einen<br />

eindringenden Laserstrahl zerstört<br />

wird – da geht dann schon mal schnell ein<br />

Loch durch die Kamera. Dieses Risiko kann<br />

durch den Einsatz eines Spezialfilters minimiert<br />

werden, da er auftreffende Laserstrahlung<br />

abblocken kann. Kameras mit<br />

entsprechender Optik-/Filter-Kombination<br />

sind kalibriert und in der Lage, Temperaturfelder<br />

bei der Laserbearbeitung genau und<br />

ohne Risiko zu messen.<br />

Dreidimensionales Problem<br />

bei Messungen an Flammen<br />

Messungen an Flammen stellen ebenso besondere<br />

Anforderungen an das Messsystem.<br />

Hierbei ist der Einsatz spektraler Filter in<br />

Infrarotkameras unabdingbar. In der Praxis<br />

kommen u. a. folgende Aufgabenstellungen<br />

vor: Visualisierung der Flammenform bzw.<br />

der Heißgasströmung, Temperaturmessung<br />

an Flammen, Temperaturmessung des Objektes<br />

hinter der Flamme oder die Visualisierung<br />

der Verhältnisse an Mehrstoffbrennern.<br />

Sehr gut möglich ist die Visualisierung<br />

von Abgasströmungen / Leckagen in einem<br />

Abgassystem mittels sogenannter CO 2<br />

-Gaskameras<br />

bzw. Abgaskameras.<br />

Eine exakte Temperaturmessung an<br />

Flammen ist im Prinzip nicht möglich, da es<br />

sich um ein dreidimensionales Problem von<br />

Temperatur-, Stoff- und Konzentrationsschichten<br />

der verschiedenen Flammenbestandteile<br />

(Gase, CO 2<br />

, Ruß, Wasserdampf, …)<br />

handelt. Eine eindeutige Zuordnung der auf<br />

den Detektor treffenden Strahlung zu einer<br />

Flammenkoordinate ist nicht möglich.<br />

Durch verschiedene Techniken kann eine<br />

Annäherung an reale Verhältnisse versucht<br />

bzw. zwischen Flamme und Heißgas unterschieden<br />

werden. Eine Kopplung mit verschiedenen<br />

Abgassensoren erweitert die<br />

Möglichkeiten beträchtlich.<br />

Implementierung in<br />

Automatisierungsumgebungen<br />

Manchmal muss es gar keine umfangreiche<br />

Messlösung sein und es reicht oft schon, eine<br />

Standardsoftware in geeigneter Weise anzupassen<br />

bzw. eine Kamera in neuer Weise<br />

mit dieser Software zu kombinieren. Die<br />

Implementierung in Software-Systeme und<br />

Automatisierungsumgebungen erfolgt über<br />

entsprechende Schnittstellen wie EtherNet,<br />

CameraLink und USB.<br />

Eigene Technik wird dann benötigt, wenn<br />

Thermografie-Systeme aufgrund akuter Ereignisse<br />

schnell verfügbar sein müssen<br />

oder die Wahrung von Produktionsgeheimnissen<br />

im Vordergrund stehen muss. Dem<br />

stehen Kosten und Lieferzeiten für diese<br />

Technik, u. a. durch Lizensierung, entgegen.<br />

Dienstleister wie Itema unterstützen Unternehmen<br />

dabei, derartige Technik schnell<br />

und fachlich fundiert zum Einsatz bringen<br />

zu können. Durch die aktive Problemlösung<br />

wird gleichzeitig eine Evaluierung der ggf.<br />

selbst anzuschaffenden Technik möglich –<br />

ohne das Risiko eines Fehlkaufes.<br />

Fotos: Aufmacher Fotolia, sonstige Itema<br />

www.itema.de<br />

www.flir-infrarot.de<br />

01 Gasleck: deutlich sichtbarer Austritt von<br />

Gas an einer Manometerverschraubung<br />

02 Infrarotbild einer Messung von<br />

Rohrwand- und Feuerfesttemperaturen<br />

durch Flammen und Abgase hindurch<br />

NICHT VON<br />

DER STANGE.<br />

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Auf den Punkt genau<br />

Oberflächencharakterisierung zur Qualitätskontrolle in der Produktionslinie<br />

Die optische Oberflächen-<br />

Messtechnik zur berührungsfreien<br />

Charakterisierung von Flächen<br />

und Strukturen ermöglicht, die<br />

Einhaltung gegebener Toleranzen<br />

zu prüfen. So wird gewährleistet,<br />

dass das Bauteil voll funktionsfähig<br />

ist und mangelhafte Teile vor<br />

jedem Weiterverarbeitungsschritt<br />

aussortiert werden. Zudem werden<br />

die geforderten kurzen Prüfzeiten<br />

eingehalten, die mit traditionellen<br />

taktilen Oberflächenmessverfahren<br />

nur bedingt möglich sind.<br />

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Bei der Oberflächencharakterisierung als<br />

Qualitätskontrollaufgabe werden noch<br />

häufig taktile Messgeräte eingesetzt. Dies ist<br />

historisch gesehen das erste Messverfahren<br />

zur quantitativen Beschreibung der Rauheit<br />

technischer Oberflächen und wird in den<br />

einschlägigen Normen, zum Beispiel DIN<br />

EN ISO 3274 oder 4760, detailliert beschrieben.<br />

Die punktuelle, taktile Oberflächenmessung<br />

ist aber im Vergleich zu optischen<br />

Lösungen recht langsam, außerdem sind<br />

die Ergebnisse beeinflussbar, weil die Geometrie<br />

des Messtasters einem gewissen Verschleiß<br />

unterliegt. Wegen des erforderlichen<br />

Kontakts mit der Oberfläche können<br />

empfind liche Proben zudem beschädigt<br />

werden. Weiche und elastische Oberflächen<br />

hingegen können damit kaum oder gar<br />

nicht gemessen werden. Optische Oberflächenmesstechnik<br />

wie die Weißlicht-Interferometrie<br />

(WLI) kennen solche Probleme<br />

nicht. Vor allem die Fortschritte in der<br />

Rechnerleistung<br />

führten dazu, dass<br />

diese Verfahren die<br />

Oberflächeninformationen<br />

hochaufgelöst<br />

und mit hohen<br />

Geschwindig­<br />

+49 7132 99169-0<br />

Prototypen<br />

keiten liefern. Sie ermöglichen kurze Messzeiten,<br />

bieten eine hohe Reproduzierbarkeit<br />

und arbeiten berührungslos, also ohne<br />

mechanischen Verschleiß an Messsystem<br />

oder Probe.<br />

Im Einsatz: die Weißlicht-<br />

Interferometrie<br />

Das Messverfahren basiert auf dem Prinzip<br />

des Michelson-Interferometers, wobei der<br />

optische Aufbau eine Lichtquelle mit einer<br />

Kohärenzlänge im μm-Bereich enthält. Ein<br />

Strahlteiler splittet den kollimierten Lichtstrahl<br />

in einen Mess- und einen Referenzstrahl.<br />

Der Messstrahl trifft auf das Messobjekt,<br />

der Referenzstrahl auf einen Spiegel.<br />

Das vom Spiegel und Messobjekt<br />

jeweils zurückgeworfene Licht wird am<br />

Strahlteiler wieder überlagert und auf eine<br />

Kamera abgebildet. Immer dann, wenn der<br />

optische Weg für einen Objektpunkt im<br />

Messarm mit dem optischen Weg im Referenzarm<br />

übereinstimmt, kommt es für<br />

alle Wellenlängen im Spektrum der Lichtquelle<br />

zu einer konstruktiven Interferenz<br />

und das Kamerapixel des betreffenden<br />

Objektpunktes hat eine hohe Intensität. Für<br />

Objektpunkte, die diese Bedingung nicht<br />

50 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong><br />

Falcon-4.indd 1 15.02.<strong>2017</strong> 10:45:47


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

erfüllen, hat das zugeordnete Kamerapixel<br />

eine niedrige Intensität. Die Kamera registriert<br />

folglich alle Bildpunkte derselben Höhe.<br />

Im Interferometer bewegen sich entweder<br />

der Referenzarm oder das Messobjekt relativ<br />

zum Strahlteiler. Beim Durchfahren<br />

der Messstrecke erhält man pixelweise Interferenzen<br />

und somit einen Höhenscan<br />

des Messobjektes. Nach dem Messdurchlauf<br />

ist die topografische Struktur der Probe<br />

digitalisiert.<br />

Bei der Weißlicht-Interferometrie ist die<br />

vertikale Auflösung unabhängig von der<br />

numerischen Apertur des Objektivs und<br />

von der Größe des Gesichtsfeldes, weshalb<br />

auch größere Prüflinge flächenhaft mit<br />

einer Auflösung im Nanometer-Bereich<br />

(ohne Stitching) gemessen werden.<br />

Vorteile für die Oberflächenmessung<br />

in der Fertigung<br />

Die in der Qualitätskontrolle geforderten<br />

kurzen Prüfzeiten lassen sich mit optischen<br />

Oberflächenmessgeräten aus Polytecs Topmap-Familie<br />

einhalten. Die Messung ist<br />

schnell und vollständig automatisiert,<br />

ebenso die Auswertung und Datenbearbeitung.<br />

Die programmierbare Mess- und<br />

Auswerte-Software erlaubt Anpassungen an<br />

die jeweiligen Prozessabläufe. Messdaten<br />

werden in die eigene Datenbank exportiert<br />

und der integrierte QS-Stat-Export ermöglicht<br />

eine umfassende Prozessdatenanalyse.<br />

Weitere Geschwindigkeitsvorteile eröffnen<br />

sich durch automatisierte und vordefinierte<br />

Konfigurationen von Mess- und Auswerteparametern<br />

(sog. Ein-Klick-Messungen).<br />

Über anwendungsspezifische Softwareanpassungen<br />

lassen sich leicht individuelle<br />

Prozessabläufe automatisieren. Mit telezentrischer<br />

Optik messen Weißlicht-Interferometer<br />

die exakte Stufenhöhe berührungslos,<br />

aus sicherem Abstand und erfassen<br />

selbst in Bohrungen liegende Innenflächen<br />

mit steilen Flanken.<br />

Drei Anwendungsbeispiele<br />

für die Produktionslinie<br />

Beispiel 1: Binnen weniger Sekunden erfassen<br />

Polytec Messgeräte ohne Stitching<br />

bereits 2 Millionen Messpunkte auf einer<br />

44 × 33 mm² großen Messfläche – erweiterbar<br />

durch zusätzliches Stitching auf<br />

230 × 220 mm². Integrierte Bildverarbeitungswerkzeuge<br />

messen mehrere Prüflinge<br />

gleichzeitig in einer einzigen Messung und<br />

benötigen hierfür nicht einmal eine mechanische<br />

Fixierung. Das schematische Vorgehen<br />

sieht wie folgt aus: Konfiguration der<br />

Messeinstellungen, Erkennung der Bauteile<br />

unabhängig von der Lage und Erfassung<br />

mehrerer Teile gleichzeitig durch verfügbare<br />

Messfläche.<br />

01<br />

02<br />

LED<br />

Kamera<br />

Vergleich zwischen taktiler<br />

und optischer Messung<br />

Erfassbar durch taktile Messverfahren<br />

Erfassbar durch optische Messverfahren<br />

Strahlteiler<br />

Schematischer Aufbau des<br />

Weißlicht-Interferometers<br />

Prüfling<br />

Referenzstrahl<br />

Messstrahl<br />

Referenzebene<br />

Beispiel 2: Durch die hohe Messgeschwindigkeit<br />

sind optische Oberflächenmessgeräte<br />

der Topmap-Reihe für In-line-Messungen<br />

geeignet. Das kompakte 3-D-Messgerät<br />

wird in einer Fertigungslinie inte griert,<br />

wo es vorgegebene Kenngrößen (Ebenheit,<br />

Stufe) misst und Oberflächendefekte innerhalb<br />

kurzer Taktzeiten erkennt. Die Messung<br />

erfolgt vollautomatisiert. Durch den<br />

Verzicht auf externe Objektive werden Kollisionen<br />

und Beschädigungen an der Optik<br />

oder der Bauteiloberflächen vermieden.<br />

Beispiel 3: In der Fertigung ist es oft der<br />

Fall, dass unterschiedliche Teile mit einem<br />

Messgerät gemessen werden sollen, wobei<br />

jedes Bauteil wiederum seine spezifischen<br />

Messeinstellungen benötigt. Hier ruft ein<br />

integrierter Barcodescanner (optional) die<br />

bauteilspezifische Konfiguration ab und<br />

stellt sicher, dass die Messung mit definierten<br />

Einstellungen erfolgt.<br />

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SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

Kameras mit CMOS-Sensoren höchster<br />

Präzision und Performance<br />

Vision & Control stellt mit der Pictor N-Serie eine neue Generation<br />

intelligenter Kameras vor. Die Baureihe besteht aus sieben<br />

Modellen mit innovativen Bildsensoren. Die Geräte sind klein,<br />

kompakt, robust und leistungsfähig: 80 × 45 × 20 mm bieten einem<br />

Dual-Core Prozessor ARM Cortex A9 und integriertem FPGA-Raum.<br />

CMOS-Sensoren höchster Präzision und Performance runden das<br />

leistungsfähige Innenleben ab. Die sieben Modelle der Pictor N-Serie<br />

(403M-ETH/403C-ETH/413M-ETH/413C-ETH/413NIR-ETH/<br />

420M-ETH/420C-ETH) bieten<br />

Sensorgrößen von 1/4 bis 1/1.8".<br />

Sie beherrschen Auflösungen von<br />

752 × 480 bis 1 600 × 1 200 Pixel,<br />

was 0,3 bis 2 Megapixel entspricht.<br />

Die Pixelgröße variiert von<br />

4,5 × 4,5 µm bis 5,3 × 5,3 µm. Mit<br />

bis zu 120 fps liefern die Kameras<br />

sehr gute Kontrollmöglichkeiten.<br />

Die Kommunikation erfolgt via<br />

optoentkoppelter digitaler I/Os sowie via Ethernet. Das bereits<br />

im Basismodell integrierte Web-Interface ermöglicht nicht nur<br />

die Darstellung des Livebildes, es stellt auch eine leistungsfähige<br />

Schnittstelle zur Industrie 4.0 dar.<br />

www.vision-control.com<br />

Durchflussmesser macht Druckluftverbrauch<br />

transparent<br />

Mit dem Inline-Durchflussmesser EE741 von<br />

E+E Elektronik lässt sich die Verbrauchsmenge<br />

von Druckluft und anderen<br />

technischen Gasen exakt messen<br />

und überwachen. Der EE741 ist<br />

modular aufgebaut. Er besteht<br />

aus dem Messumformer mit<br />

Strömungssensor und einem<br />

passenden Edelstahl- oder<br />

Aluminium-Messblock.<br />

Verschiedene Messblöcke für DN5,<br />

20, 25 und jetzt neu für DN32, 40, 50 erlauben den Einsatz für<br />

kleine bis mittlere Rohrdurchmesser. Die Montage mittels Messblock<br />

ermöglicht eine präzise und reproduzierbare Installation<br />

des Mess-umformers in Rohrleitungen mit einem Betriebsdruck<br />

von bis zu 16 bar. Für eine hohe Messgenauigkeit selbst im<br />

unteren Messbereich sorgt die Mehrpunkt-Justage des EE741<br />

unter Druck bei 7 bar. Damit kann der Druckluftverbrauch<br />

besonders genau erfasst und Leckagen im Druckluftnetz können<br />

frühzeitig erkannt werden. Ein integrierter Verbrauchszähler<br />

ermöglicht eine kostengünstige Verbrauchsanalyse ohne zusätzlichen<br />

Datenlogger.<br />

www.epluse.com<br />

Neue Hochdruckmanometer als erste<br />

nach der DIN 16001 qualifiziert<br />

Das Unternehmen Wika stellt eine neue Generation von Hochdruckmanometern<br />

vor. Es sind die ersten Geräte ihrer Art, die nach der<br />

neuen Hochdrucknorm DIN 16001 gebaut und qualifiziert sind.<br />

Die Hochdrucknorm bescheinigt, dass von den Messgeräten auch<br />

in kritischen Situationen keine Gefahr ausgeht. Sie erfüllen normgemäß<br />

die Kriterien der Kategorie „S3“ (Sicherheitsdruckmessgeräte<br />

mit bruchsicherer Trennwand). Typ PG23HP-P bietet<br />

Anzeigenbereiche bis 6 000 bar und eine hohe Anzeigegenauigkeit<br />

bis zu Klasse 0,6 %. Seine Lastwechselbeständigkeit liegt über<br />

den Anforderungen der Norm und hält auch dynamischen Druckverläufen<br />

stand. Version PG23HP-S ist für niedrigere Mess- und<br />

Genauigkeitsanforderungen konzipiert.<br />

www.wika.de<br />

Kleinste Temperaturdifferenzen dank<br />

Mikroskopoptik erkennen<br />

MULTIFUNKTIONS<br />

DATENLOGGER<br />

Multifunktions-<br />

Datenlogger<br />

•Temperatur,Feuchte<br />

•WLAN/USB-Datenlogger<br />

•LiPo Akku<br />

•–20...+ 60°C (+ 400°C)<br />

•IP55<br />

•läuft bis zu1Jahr<br />

•Strom, Spannung<br />

•Alarmgeber<br />

ELECTRONIC ASSEMBLYGmbH·Fon: +49 (0)81 05/778090<br />

vertrieb@lcd-module.de ·www.lcd-module.de<br />

Optris erweitert seine Produktlinie berührungslos messender<br />

Temperatursensoren um kompakte, hochauflösende Infrarotkameras<br />

mit Mikroskopoptik. Diese können dank wechselbarer<br />

Objektive flexibel benutzt werden. Für die Kameras PI 450<br />

(Auflösung 382 × 288 px) und PI 640 (Auflösung 640 × 480 px) sind<br />

zusätzlich Mikroskopoptiken erhältlich, sodass Makroaufnahmen<br />

einzelner Bauelemente mit einer Ortsauflösung von 28 µm möglich<br />

sind. Die Entfernung zwischen Messobjekt und Kamera kann von<br />

80 bis 100 mm variieren. Mit der lizenzfreien Software können<br />

sowohl radiometrische Bilder als auch radiometrische Videos<br />

mit bis zu 125 Hz aufgezeichnet werden. Geliefert werden die<br />

Kameras im Set mit einer Tischhalterung, wodurch im Bereich<br />

Test & Measurement eine einfache Fein-Justierung des Kamerafokus<br />

gewährleistet ist. Die gute thermische und geometrische<br />

Detailauflösung der Kameras ermöglicht das Erkennen kleinster<br />

Temperaturdifferenzen und somit eine effektive und präzise<br />

Funktionsprüfung von Elektronikprodukten.<br />

www.optris.de<br />

52 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong><br />

Assembly.indd 1 18.10.<strong>2017</strong> 15:54:47


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

Temperaturüberwachung in der Metallindustrie<br />

Eine exakte Temperaturüberwachung von Metallen im Herstellungsprozess ist<br />

entscheidend für die Qualität. Für Temperaturüberwachungsaufgaben in der metallverarbeitenden<br />

Industrie wurde die Wärmebildkamera Thermoimager TIM M1 von<br />

Micro-Epsilon konzipiert. Da die Kamera berührungslos misst, wirkt sie nicht auf das<br />

Messobjekt ein. Aufgrund ihres kurzwelligen Spektralbereichs von 1 µm eignet sie sich<br />

besonders für Temperaturmessungen an Metallen, deren Oberflächen bei kurzen<br />

Messwellenlängen eine höhere Strahlungsintensität und einen höheren Emissionsgrad<br />

besitzen als bei anderen Wellenlängen. Für Laserschweißanwendungen ist<br />

eine Erweiterung durch Lasersperrfilter notwendig, welche die Laser-Wellenlänge<br />

ausblenden. Diese Wärmebildkamera besitzt einen Notch-Filter bei 1064 nm mit<br />

einer Bandbreite von 44 nm. Diodenlaser, die exakt in diesem Bereich arbeiten,<br />

werden somit durch den Filter blockiert. Alle anderen Wellenlängen werden durchgelassen<br />

und von der Wärmebildkamera erfasst.<br />

www.micro-epsilon.de<br />

Laser-Vibrometer<br />

als Spürnasen<br />

SPS IPC Drives<br />

Messe Nürnberg <strong>2017</strong><br />

28.-30.11.<strong>2017</strong>·Halle 3A ·Stand 710<br />

»Mein starkerPartner –<br />

fürAutomatisierung und<br />

Industrie 4.0«<br />

Die hochempfindliche Lasertechnologie<br />

der berührungslosen<br />

Schwingungssensoren<br />

aus dem Hause Polytec spürt<br />

schwingungstechnische<br />

Schwachstellen an Leiterplatten<br />

oder einzelnen Bauteilen<br />

bis hinunter zu einzelnen<br />

Bonddrähten zuverlässig auf.<br />

Modaltests und Ordnungsanalysen<br />

liefern schnell die<br />

richtigen Daten zur Optimierung<br />

von Bauteilen, Leiterplatten,<br />

Gehäusen und<br />

Aufhängungen. Mit Polytec<br />

Scanning Vibrometer können<br />

Anwender beim Layout die<br />

Schwingungsmoden der<br />

Platine berücksichtigen.<br />

Schwere Bauteile wie Kondensatoren<br />

oder Prozessoren mit<br />

Kühlelementen lassen sich<br />

so einfach in die Knoten der<br />

Schwingform platzieren. Die<br />

Dauerbelastung kann dadurch<br />

um 80 % reduziert und die<br />

Lebensdauer entsprechend<br />

gesteigert werden. Scanningund<br />

Einpunktvibrometer sind<br />

daher eine gute Wahl bei OEM<br />

und Tier-1-Zulieferern auf der<br />

ganzen Welt.<br />

www.polytec.de<br />

Erleben Sie 3Tage<br />

LiveProdukt-Demos,<br />

Innovationen und<br />

spannende Vorträge!<br />

sps.conrad.de<br />

Innovative Lösungen aus dem<br />

Bereich elektrische Automatisierung<br />

Produkt-Highlights<br />

Live-Demos und interessanteVorträge<br />

Exklusive Services


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

Robuste und präzise Sensoren<br />

Unitronic hat industrielle Drucksensoren von HYB in sein Sensor-<br />

2-Cloud-Portfolio aufgenommen. Diese können auch bei kleinsten<br />

Messbereichen ab 0 bis 1 mbar genutzt werden. Sie bieten Analogund<br />

Digitalausgänge sowie eine Unterstützung für alle gängigen<br />

Mikrocontroller. Durch die LTCC-Technologie ist ihr Einsatz auch<br />

in aggressivsten Umgebungen möglich. Sie eignen sich zudem<br />

speziell für Wet-on-Wet-Anwendungen. Ein Highlight der Serie ist<br />

der Miniatur-Druck- und Temperatursensor HPSD 8000 für Ultra-<br />

Niederdruck-Bereiche und anspruchsvolle Umgebungen. Er ist<br />

u. a. auch für Differenzdruckmessungen<br />

einsetzbar.<br />

Sein Temperaturbereich<br />

reicht von - 25<br />

bis + 85 °C, dazu liefert<br />

er eine Präzision von<br />

0,5 % FS 0 bis + 70 °C.<br />

Anwendungsfelder sind<br />

z. B. HVAC- und Filter-<br />

Anlagen, Klimaanlagen, Luft- und Gasflussüberwachung, Sportausrüstung,<br />

industrielle Prozess- und Pneumatiksteuerungen,<br />

maschinelle Leckerkennungen oder Beatmungsgeräte sowie<br />

Atemschutzmasken.<br />

www.unitronic.de<br />

Höhere Genauigkeit und<br />

weniger Verkabelung<br />

Die Luftspaltsensoren ISA3 aus dem Hause SMC helfen dabei, den<br />

Luftverbrauch zu senken, die Genauigkeit zu erhöhen und den<br />

Verkabelungsaufwand zu reduzieren. Damit können sie bei der<br />

Güteprüfung und der prozessbegleitenden Qualitätssicherung bei<br />

schnelleren und präziseren Prozessen eingesetzt werden. Die Schaltpunkte<br />

lassen sich in nur drei Schritten einstellen. Eine Tastensperre-Funktion<br />

verhindert, dass Einstellwerte unbeabsichtigt<br />

verändert werden. Dazu sind die Sensoren kompakt und leicht.<br />

Die Serie umfasst drei Typen: Zu den Typen G mit einer Abfragedistanz<br />

von 0,02 bis 0,15 mm und H mit einer Abfragedistanz von<br />

0,05 bis 0,3 mm ist mit dem Typ F der Nennbereich von 0,01 bis<br />

0,03 mm hinzugekommen. Neu sind auch das Anschlusskabel<br />

zur zentralen Verdrahtung und der rechtsseitige Anschluss der<br />

Steuerungseinheit. Der Luftverbrauch wurde gegenüber der<br />

Vorgängerserie ISA2 um rund 60 % reduziert.<br />

www.smc.de<br />

Anwendungsberatung<br />

und OEM-Betreuung<br />

für FLIR-Kameras<br />

- Betreuung von Integratoren und Endanwendern<br />

- Vielzahl von Kameras, Optiken und Filtern vorrätig<br />

- Begleitung von Applikationstests<br />

- Teststellung von Kameras<br />

- Referenzen auf Anfrage<br />

ITEMA GmbH,<br />

Tel.: 03461-502510<br />

info@itema.de<br />

www.flir-infrarot.de www.itema.de<br />

Hand-Multimeter für anspruchsvolle<br />

Messaufgaben<br />

Conrad Business Supplies hat das genaue und zuverlässige True<br />

RMS-Digital-Multimeter MM12 von Benning in sein Sortiment an<br />

Messgeräten aufgenommen. Es eignet sich u. a. für Industrieelektroniker,<br />

Hardware-Entwickler und Labortechniker, die das<br />

praktische Hand-Multimeter für anspruchsvolle Messaufgaben in<br />

elektrischen Anlagen der höchsten Messkategorie (CAT lV 600 V<br />

und CAT III 1 000 V) nutzen können. Als Besonderheit lassen sich<br />

mit dem MM12 Messwerte nicht nur überwachen, aufzeichnen<br />

und speichern, sondern auch mithilfe der App „Benning MM-CM<br />

Link” mit anderen Abteilungen einer Organisation zur weiteren<br />

Auswertung in Echtzeit austauschen.<br />

www.conrad.biz<br />

Digitales Messgeräte-Portfolio erweitert<br />

Siemens hat die Einsatzmöglichkeiten seiner digitalen Plattform<br />

Sitrans F C erweitert. Die Messumformer Sitrans FCT030 und<br />

FCT010 lassen sich mit den Coriolis-Messaufnehmern Sitrans F C<br />

MASS 2100 und FC300 bei kleinen Nennweiten von DI1.5 bis DN15<br />

einsetzen. Das System bietet eine Messgenauigkeit von 0,1 % des<br />

Durchflusses bzw. 0,5 kg/m 3 bei Dichtemessung. Zudem wurde die<br />

Palette erweitert, um die Geräte auch in großen Nennweiten<br />

einsetzbar zu machen: Den in den Nennweiten DN15 bis DN80<br />

verfügbaren Messaufnehmer Sitrans FCS400 gibt es nun auch in<br />

DN100 und DN150. Dieser ist besonders kompakt und verfügt über<br />

einen robusten Rahmen zur Halterung der vibrierenden Messrohre<br />

mit hoher Widerstandsfähigkeit<br />

gegenüber Prozessgeräuschen.<br />

Für mehr Flexibilität bei der<br />

Installation und eine vereinfachte<br />

Handhabung wurde die<br />

Sitrans-Messumformer-Linie<br />

erweitert.<br />

www.siemens.de<br />

Hochgenaue Drehmomentmessung<br />

am Prüfstand mit Torque-Sensoren<br />

Für die hochgenaue Drehmomentmessung am Prüfstand hat<br />

Manner den Xtrema Torque Sensor entwickelt, der sich durch seine<br />

kurze Bauform mit geringem Rotorengewicht und Massenträgheitsmomenten<br />

auszeichnet. Dies ist insbesondere bei Elektromotoren-<br />

Prüfständen mit Nenndrehzahlen von bis zu 24 000 min -1 wichtig<br />

und im Hinblick auf zukünftige Drehzahlanforderungen eine gute<br />

Basis. Die dem Sensor zugehörige Stator Pick-Up-Einheit mit<br />

integrierter Auswerteelektronik speist den Drehmomentsensor<br />

induktiv. In der Ausführung mit abgesetztem Stator kann die<br />

Auswerteeinheit im Schaltschrank montiert werden, sodass der<br />

Messflansch und die Pick-Up bei höheren Umgebungstemperaturen<br />

von bis zu - 40..+ 160 °C und in Öl betrieben werden. Die zugehörigige<br />

Statoreinheit in Tubusausführung (Bild) erlaubt neben den<br />

klassischen Analogsignalen mit 0.. ± 10 V/4..20 mA oder dem<br />

Frequenzausgang auch die Ausgabe von Digitalsignalen<br />

über EtherCAT, CAN,<br />

Ethernet, EtherCAT oder USB.<br />

www.sensortelemetrie.de<br />

54 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong><br />

Itema-2.indd 1 06.10.<strong>2017</strong> 11:48:58


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

DasyLab Treiber für Erfassungssysteme<br />

mit ADAS3022<br />

Spürbar perfekt.<br />

leicht zu konfigurierendes, modulares Regelsystem,<br />

erweitert um eine leistungsstarke SPS (CODESYS V3)<br />

Messwerterfassung über hochwertige,<br />

universelle Analogeingänge<br />

manipulationssichere Prozessdatenaufzeichnung<br />

mit umfangreicher Auswertesoftware<br />

Anbindung der Thyristor-<br />

Leistungssteller-Serie JUMO TYA 200<br />

sowie des JUMO digiLine-Systems<br />

für Flüssigkeitsanalyse<br />

Die Erweiterung des Goldammer Multichoice.ETH und Multichoice.USB<br />

Basic Produktportfolios um Erfassungssysteme auf<br />

Basis des ADAS3022 setzt aus funktioneller Sicht eine Anpassung<br />

der verfügbaren Anwendungstreiber voraus. Mit den überarbeiteten<br />

Treibermodulen für NI DasyLab erhält der Anwender den<br />

uneingeschränkten Zugriff auf den ADAS3022 von Analog Devices.<br />

Das erweiterte Bedienkonzept erlaubt eine optimale Anpassung<br />

des Schaltbildes an die jeweilige Messaufgabe. In den unterschiedlichen<br />

Ausbaustufen mit einem oder zwei physikalischen<br />

Wandlern kann der Anwender zwischen acht massebezogenen<br />

oder vier differenziellen Eingangskanälen pro Wandler wählen.<br />

Der für jeden Kanal separat konfigurierbare Messbereich von<br />

± 0,64 bis ± 24,576 V erlaubt ein gleichzeitiges Erfassen unterschiedlichster<br />

Sensorsignale. Zudem ist eine freie Aktivierung<br />

bzw. Deaktivierung physikalischer Eingangskanäle möglich.<br />

Sensorsignale werden so erfasst oder vernachlässigt und die<br />

maximal verfügbare Abtastrate von 1 MS/s pro Wandler wird<br />

voll ausgenutzt.<br />

www.goldammer.de<br />

Mess-, Regel- und Automatisierungssystem<br />

JUMO mTRON T – Systemversion 4.0<br />

Willkommen bei JUMO.<br />

www.jumo.net<br />

Besuchen Sie uns auf<br />

der SPS/IPC/DRIVES<br />

in Halle 4A, auf Stand 435<br />

Jumo_LHA.indd 1 02.11.<strong>2017</strong> 15:18:50<br />

Teachbarer Magnetsensor mit IO-Link<br />

Der Magnetschalter MMS 22-IO-Link von<br />

Schunk bietet mehr Auswertemöglichkeiten<br />

für die pneumatischen Universalgreifer<br />

PGN-plus-P sowie die pneumatischen Kleinteilegreifer<br />

MPG-plus. Der Sensor kann störkonturfrei<br />

in der C-Nut der Greifmodule platziert<br />

werden. Mit ihm lässt sich der gesamte Hubbereich des<br />

Greifers erfassen, sodass unterschiedlich große Teile präzise<br />

detektierbar sind. Mit IO-Link können neben der Positionsabfrage<br />

zusätzliche Daten generiert werden, beispielsweise<br />

Zyklenzahl, Temperatur, Auswertungsqualität oder Sensoriden<br />

tifikation. Eine durchgängige Kommunikation zwischen<br />

Magnetschalter und Steuerung ist gewährleistet. Hierfür wird<br />

der Sensor, der den IO-Link Class A Standard erfüllt, direkt<br />

mit dem IO-Link-Master verbunden. Statt den Schaltpunkt<br />

mechanisch einzustellen, lässt sich der Sensor über die<br />

IO-Link-Schnittstelle teachen. Alternativ können auch kabelgebundene<br />

Stecker- oder berührungslose Magnet-Teachwerkzeuge<br />

zum Einsatz kommen.<br />

www.schunk.com<br />

Ihr Vorteil liegt auf der Hand<br />

Schwingungs- und Stoßerreger für<br />

· Qualitätssicherung in der Sensorherstellung<br />

· MEMS-Sensor-Tests<br />

Prüfen mikromechanischer<br />

Bauelemente<br />

Ermüdungstests<br />

unter praxisnahen<br />

Einsatzbedingungen<br />

Sensorsystemtests in Laborund<br />

Entwicklungsumgebungen<br />

SPEKTRA Schwingungstechnik und Akustik GmbH Dresden<br />

Heidelberger Str. 12 · DE - 01189 Dresden<br />

Tel.: +49 351 400 24 0 · Fax: +49 351 400 24 99 · E-Mail: sales@spektra-dresden.com<br />

www.spektra-dresden.com<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong> 55<br />

SPEKTRA.indd 1 18.10.<strong>2017</strong> 20:04:07


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

3D-Roboterführung und Inline-<br />

Messungen in einem<br />

Ein Allround-System, das<br />

3D-Roboterführung und<br />

3D-Messtechnik vereint, ist<br />

der Area Profile Scanner 3D<br />

von Isra Vision. Neben der<br />

Kombination aus Stereometrie,<br />

Triangulation und<br />

diversen Beleuchtungsmodi<br />

bietet das System ein Zufallsmuster<br />

oder eine Multi-Linien-Beleuchtung. Das Zufallsmuster<br />

liefert dem Sensor die notwendigen Referenzpunkte in einem Bild.<br />

So werden bewegte Objekte ohne Unschärfe erfasst. Mit der Multi-<br />

Linien-Beleuchtung werden Strukturen detailliert in 3D erfasst.<br />

Die erhobenen Daten stehen als Punktewolke und mit On-Board-<br />

Rechenkapazität auch direkt im STL-Format für den CAD-Vergleich<br />

zur Verfügung. Mit automatischem Data-Meshing werden komplexe<br />

Oberflächen digital abgebildet. So werden komplexe Merkmale wie<br />

Ebenen oder Bohrlöcher sicher erfasst. Für die Inline-Messtechnik<br />

bietet der Scanner ein Teach-In: Mit wenigen Klicks lassen sich die<br />

relevanten Kanten, Spalten oder Bohrlöcher definieren.<br />

www.isravision.com<br />

3D-Kameras für raue<br />

Umgebungsbedingungen<br />

Mit X30 FA und X36 FA<br />

stellt IDS zwei weitere<br />

Modelle seines<br />

3D-Kamerasystems<br />

Ensenso X vor. Diese<br />

sind für Einsätze unter rauen<br />

Umgebungsbedingungen ausgelegt. Alle<br />

Komponenten erfüllen die Anforderungen der Schutzart IP65/67.<br />

Das 3D-Kamerasystem kombiniert ein Projektionsmodul mit einem<br />

Gigabit-Ethernet-Switch und zwei GigE-uEye-FA-Kameras mit<br />

1,3 MPixel CMOS-Sensor. Die Ensenso-X-Serie ist ein flexibles<br />

Kamerasystem zur 3D-Erfassung von Objekten mit einem Volumen<br />

von bis zu mehreren Kubikmetern. Möglich sind Arbeitsabstände<br />

von 0,5 bis 5 m, das Anwendungsspektrum reicht damit vom Bin-<br />

Picking bis zur Lager- und Logistikautomation. Das System besteht<br />

aus einer 100-W-Projektoreinheit, an die sich zwei GigE-Kameras in<br />

variablen Abständen montieren lassen. Ensenso X36 FA ist zudem<br />

mit dem FlexView2-Projektor ausgestattet, der für eine noch bessere<br />

räumliche Auflösung sowie eine sehr hohe Robustheit des Systems<br />

bei dunklen, glänzenden oder spiegelnden Oberflächen sorgt.<br />

www.ids-imaging.de<br />

Schwingungsmonitoring steigert Produktivität<br />

Die Messdaten der piezoelektrischen Schwingungssensoren<br />

HS-100, HS-150 und HS-100I aus dem Hause Hansford erlauben<br />

jederzeit hochpräzise Aussagen über den Betriebszustand eines<br />

Bauteils in einer Anlage, z. B. einem Lager oder Getriebe. So können<br />

entstehende Defekte vorab sicher identifiziert und die Wartung<br />

frühzeitig geplant werden. Zudem liefern sie auch Daten für eine<br />

automatisierte Maschinensteuerung: Auf Basis der Analyse des<br />

Schwingungsverhaltens kann bei Bedarf – etwa, um kritische<br />

Resonanzschwingungen zu vermeiden – schnell nachgeregelt<br />

oder eine Notabschaltung ausgelöst werden. Neben einem<br />

kleineren und leichteren Gehäuse verfügen die neuen Varianten<br />

auch über eine höhere Resonanzfrequenz. Der Hersteller bietet<br />

eine anwendungsspezifische Konstruktion von Gehäusen oder<br />

Anschlüssen. Individuell gestalten lassen sich auch Anschlussspezifikationen<br />

wie Montagegewinde oder Konnektoren; darüber<br />

hinaus können fast alle Sensoren Atex-zertifiziert werden.<br />

www.hansfordsensors.de<br />

Präzise Analyse von Sauerstoffspuren<br />

in inerten Gasen<br />

Der XZR400 Sauerstoff-Analysator von Michell Instruments wurde<br />

für die Messung von Sauerstoffspuren in inerten reinen Gasen wie<br />

Nitrogen, Argon, Helium oder Kohlendioxid entwickelt. Er ist ideal<br />

für die Detektion von Sauerstoff bis zu 0,01 ppm und wird in der<br />

Gasherstellung durch kryogene Luftzerlegung zur Überwachung<br />

der Reinheit eingesetzt. Darüber hinaus der Analysator den MSRS<br />

Zirkonium-Oxid-Sensor von Michell mit integrierter metallischer<br />

Referenz. Die Serie gibt es in vier Konfigurationen: Rack-Einbauversion,<br />

Wandmontagegehäuse, Auftischvariante, transportable<br />

Ausführung. Alle Modelle haben eine intuitive Touchscreen-Schnittstelle<br />

und standardmäßig barometrische Druck- und digitale<br />

Durchflussmesser. Es sind ein oder<br />

zwei 4 - 20-mA-Ausgänge verfügbar,<br />

optional auch digitale Ausgänge wie<br />

Modbus RTU über RS485 Protokoll,<br />

RS232, interne oder externe<br />

Aufbereitungspumpen und<br />

Prozessdruckkompensation.<br />

www.michell.com<br />

Kompakte 5 MP-Objektive für große<br />

Bildsensoren<br />

Für hochauflösende Bildverarbeitungs-Anwendungen hat Fujinon<br />

die Objektiv-Serie HF-XA-5M herausgebracht. Speziell für große<br />

Sensoren bis 1/1.2 und 1" entwickelt, erreichen die Objektive eine<br />

konstante Auflösung von 5 MP<br />

über das gesamte Bildfeld bei<br />

einem Pixelabstand von 3,45 µm.<br />

Dies gilt sowohl bei offener<br />

Blende als auch bei verschiedenen<br />

Arbeitsabständen. Mit<br />

29,5 mm Außendurchmesser<br />

kann diese Bauform vor allem bei<br />

platzkritischen Anwendungen<br />

zum Einsatz kommen. Die Serie<br />

eignet sich z. B. für BV-Kameras<br />

mit großen Sony Pregius IMX-Sensoren. Die Objektive gibt es in<br />

sechs Brennweiten zwischen 6 und 35 mm. Erhältlich sind sie<br />

beim Distributor Polytec, der auch Anwendungsberatung und<br />

Machbarkeitsstudien anbietet.<br />

www.polytec.de<br />

56 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong>


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

Größer, schärfer, spannender<br />

Die Datenlogger GL2000 und GL980<br />

von Althen bieten ein größeres und<br />

schärferes Display als Vorgängermodelle.<br />

Zudem haben sie einen<br />

Gummischutz, der den Einsatz in<br />

robusteren Umgebungen vereinfacht.<br />

Der GL2000 eignet sich z. B. für<br />

die Fehlersuche und -aufzeichnung in Schaltschränken, die<br />

Dokumentation von Spannungen oder die Maschinendiagnose in<br />

der Elektrotechnikbranche. Ausgelegt für High Voltage kann er bis<br />

600 bzw. maximal 1 000 V auf die Eingangsklemmen geben und eine<br />

Echt-Effektivwertmessung durchführen. Er bietet vier Kanäle, wobei<br />

jedem ein AD-Wandler vorgeschaltet ist. Das ermöglicht Abtastraten<br />

von bis zu einer Mikrosekunde. Er misst Thermoelemente sowie<br />

Feuchte und kann mit allen vier Kanälen Puls und Logik aufzeichnen.<br />

Als Acht-Kanal-Gerät ermöglicht der GL980 Aufzeichnungen von<br />

bis zu 500 V. Die Abtastraten sind mit einer Mikrosekunde ähnlich.<br />

www.althen.de<br />

Python-Schnittstelle für Messmodule und<br />

Messkarten<br />

Measurement Computing (MCC) hat den Software-Support für seine<br />

Messgeräte und Messkarten mit USB-, Ethernet- oder Bluetooth-<br />

Anschluss erweitert. Ab sofort ist eine Open-Source-Schnittstelle für<br />

die universelle Programmiersprache Python verfügbar, die auf der<br />

Universal Library von MCC basiert. Das API ist als Wrapper um<br />

die Universal Library C API<br />

ausgeführt. Die Schnittstelle<br />

unterstützt den Zugriff auf die<br />

analogen und digitalen Einund<br />

Ausgänge sowie Zähler<br />

der meisten Multifunktionsmessgeräte<br />

und Digital-I/O-<br />

Module der MCC-Produktlinie.<br />

Neben dem Quellcode stehen<br />

auch Beispiele zum kostenfreien Download bereit. Die mobilen<br />

PC-gestützten Messgeräte sind zur langsamen Aufzeichnung von<br />

Temperaturen und Spannungen genauso geeignet wie zur simultanen<br />

Erfassung mehrerer Kanäle bei hohen Abtastraten bis 20 MHz.<br />

www.mccdaq.de<br />

Triax-Beschleunigungssensoren mit TEDS<br />

Die ICP-Beschleunigungssensoren 354A04 und 354A05 von PCB<br />

Piezotronics messen in drei Raumachsen und bieten standardmäßig<br />

TEDS (Transducer Electronic Data Sheet) mit den Daten<br />

zu Empfindlichkeit, Kalibrierdatum sowie Seriennummer. Für<br />

Messungen auf potentialbehafteten Strukturen sind die Sensoren<br />

mit einer Masseisolierung ausgeführt. Die hermetisch dicht verschweißten<br />

Titangehäuse mit einer Kantenlänge von 21 mm wiegen<br />

ca. 14 Gramm, zur Montage dient eine Durchgangsbohrung.<br />

Die elektrische Verbindung wird mit einem 4-Pin-Stecker in der<br />

Größe ¼-28" hergestellt und ermöglicht die Verwendung von<br />

triaxialen Standardmesskabeln. Die beiden Modelle decken die<br />

Messbereiche 50 g (354A05) und 500 g (354A04) ab und messen<br />

im Frequenzbereich bis 5 000 Hz.<br />

Intelligente Füllstandsmessung<br />

Die Füllstandsensoren LFP Inox und LFP Cubic von Sick eignen<br />

sich für viele Arten der Füll- und Grenzstandmessung. Sie arbeiten<br />

mit TDR-Technologie: Dieses Prinzip der „geführten Mikrowelle“<br />

ermittelt die Laufzeiten elektromagnetischer Wellen. Aus der Zeitdifferenz<br />

zwischen dem ausgesandten und dem reflektierten Impuls<br />

wird ein Füllstandsignal generiert. Der Sensor gibt diesen als<br />

kontinuierlichen Messwert aus und<br />

leitet daraus frei positionierbare<br />

Schaltpunkte ab. Faktoren wie<br />

Druck, Temperatur, Vakuum oder<br />

Staub haben keinen nennenswerten<br />

Einfluss auf die Messergebnisse.<br />

Der LFP Cubic ist in nahezu allen<br />

Flüssigkeiten einsetzbar – auch bei<br />

belagbildenden und schäumenden<br />

Flüssigkeiten. Mit FDA-konformen<br />

Werkstoffen und einem EHEDGzertifizierten<br />

Design ermöglicht der Sensor eine uneingeschränkte<br />

Reinhaltung bei höchsten hygienischen Anforderungen. Der Einsatz<br />

unter CIP- und SIP-Bedingungen ist durch die hohe Temperaturund<br />

Druckbeständigkeit uneingeschränkt möglich. Die Kommunikation<br />

zu übergeordneten Steuerungen erfolgt via IO-Link.<br />

www.sick.de<br />

IC-Sensoren<br />

für die Industrie<br />

www.amsys.de<br />

Amsys.indd 1 11.10.<strong>2017</strong> 14:10:02<br />

Schnellster Vektor-Nachlaufwandler<br />

zur Interpolation<br />

Das Unternehmen iC-Haus stellt einen neuen 12-Bit Sin/Cos-<br />

Interpolator iC-PI vor. Der integrierte Baustein eignet sich für<br />

optische und magnetische Weg- und Winkelmesssysteme sowie<br />

für die sensorgesteuerte Kommutierung<br />

bürstenloser Motoren. Als<br />

schnellster derzeit am Markt verfügbarer<br />

Vektor-Nachlaufwandler sorgt<br />

er für eine latenzfreie A/D-Wandlung:<br />

Bei einer Nachlaufzeit < 250 ns löst<br />

der iC-PI bis zu 4 000 Sinusflanken<br />

pro AB-Zyklus auf (binär: 4 096).<br />

Gegenüber bekannten Bausteinen<br />

ist er vier Mal schneller und erreicht eine AB-Ausgabefrequenz von<br />

bis zu 10 MHz und einen minimalen AB-Flankenabstand von 25 ns.<br />

Der Flankenabstand ist dabei vorwählbar, wodurch sich die Störfestigkeit<br />

des Positionsgebers effektiv optimieren lässt. Für einen<br />

sicheren Datenaustausch sorgt der fehlertolerante on-Chip RS422-<br />

Treiber zur Ausgabe der Inkrementalsignale (ABZ) und Kommutierungssignale<br />

(UVW). Das Doppelkern-Design des Bauteils erlaubt<br />

es, binäre oder dezimale Auflösungen zuverlässig zu berechnen, was<br />

systematische Teilungsfehler vermeidet. Ready-to-use Demo-Boards<br />

inkl. PC-Bedienprogramm mit GUI sowie DLL-Dateien stellt<br />

iC-Haus zur Bemusterung bereit.<br />

www.synotech.de<br />

www.ichaus.com<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong> 57


STEUERN UND ANTREIBEN<br />

Vernetzte<br />

Produktion<br />

Edge-Architekturen ebnen den Weg in die<br />

Cloud und machen Anlagen fit für das IIoT<br />

Ein zentraler Aspekt des Industrial<br />

Internet of Things (IIoT) ist die<br />

digitale Vernetzung von Anlagen<br />

und Produktionsstätten. Maschinenund<br />

Anlagenbetreiber erhoffen sich<br />

dadurch effizientere und flexiblere<br />

Prozesse. Um die Vorteile auch<br />

umfänglich nutzen zu können,<br />

müssen Maschinen und Anlagen<br />

eine Verbindung in die Cloud<br />

ermöglichen. Dies geschieht mit<br />

sogenannten Edge-Geräten.<br />

Carmen Klingler-Deiseroth, freie Fachjournalistin<br />

in München<br />

Mit Hilfe des Industrial Internet of Things<br />

(IIoT) kann der Anwender Informationen<br />

aus seinen Maschinen und Anlagen<br />

ziehen, die weit über einfache Alarmmeldungen<br />

oder Eventinformationen hinausgehen.<br />

Beispielsweise „Informationen<br />

darüber, ob ein Maschinenteil Verschleißerscheinungen<br />

aufweist und wann es zum<br />

Ausfall kommen wird“, sagt Ralf Pühler,<br />

Produktmanager Industrial IoT bei B&R<br />

und hebt hervor: „Derzeit werden nur rund<br />

ein Prozent der Daten, die in einer Produktion<br />

entstehen, effektiv genutzt.“ Diese Quote<br />

möchte der Automatisierungsspezialist mit<br />

einem modularen Lösungspaket erhöhen,<br />

das aus Hard- und Software-Bausteinen<br />

besteht und sich an die Bedürfnisse des<br />

Kunden anpassen lässt.<br />

So ermöglichen die modularen Software-<br />

Bausteine von Mapp Technology, Maschinendaten<br />

zu erfassen, auszuwerten und zu<br />

visualisieren. Soll zum Beispiel ein Energie-<br />

Monitoring-System eingerichtet werden,<br />

zieht der Automatisierungstechniker die<br />

Komponente Mapp Energy in sein Projekt<br />

in <strong>Automation</strong> Studio. Der Software-Baustein<br />

sammelt automatisch die Verbrauchsdaten<br />

von allen Achsen in der Maschine,<br />

errechnet Kennzahlen und visualisiert diese.<br />

„Neben Mapp Energy gibt es zahlreiche<br />

weitere Bausteine, darunter einen zum Berechnen<br />

der Gesamtanlageneffektivität“, ergänzt<br />

Ralf Pühler.<br />

Maschinen und Fertigungslinien<br />

weltweit vergleichen<br />

Bisher werden Daten von Maschinen nur<br />

kurze Zeit gespeichert und anschließend<br />

gelöscht, um Platz für aktuellere zu schaffen.<br />

„Wenn wir diese Daten jedoch weiter<br />

nutzen und analysieren wollen, müssen wir<br />

einen Platz finden, sie zu speichern“, sagt<br />

Pühler. Das kann eine lokale Datenbank<br />

sein oder ein Rechenzentrum in der Cloud.<br />

In Zeiten des Industrial IoT sind aber<br />

nicht nur Daten und die daraus gewonnenen<br />

Informationen einzelner Maschinen interessant.<br />

„Ich will Maschinen und Linien untereinander<br />

vergleichen können, nicht zuletzt<br />

unterschiedliche Produktionsstätten<br />

auf der ganzen Welt“, betont Pühler. Das<br />

dafür entstehende Datenvolumen lässt sich<br />

prinzipiell mit lokalen Computern analysieren<br />

und auswerten. „Häufig ist es jedoch<br />

sinnvoll, dafür die nahezu unbegrenzte<br />

Rechen- und Speicherkapazität der Cloud<br />

zu nutzen“, sagt der IIoT-Spezialist.<br />

Um die aggregierten Daten in die Cloud<br />

zu schicken, kommen als Hardware sog.<br />

58 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong>


USB Messtechnik<br />

IEC 60381-1 u. IEC 60381-2<br />

DASYLab<br />

2016<br />

Goldammer Messtechnik<br />

eine starke Kombination.<br />

Edge-Geräte sitzen an der Schnittstelle von der<br />

Automatisierung (OT) auf Maschinenebene zur<br />

Informationstechnologie (IT) in der Cloud<br />

Edge-Geräte zum Einsatz. Edge-Geräte stellen<br />

für B&R die letzte physikalische Instanz vor<br />

der Cloud dar und bilden die Schnittstelle<br />

von der OT (Operational Technology) auf<br />

Maschinenebene zur IT in der Cloud. Zur<br />

OT gehören Hardware- und Software-Komponenten,<br />

die Geräte, Prozesse und Ereignisse<br />

in Echtzeit überwachen und steuern.<br />

Je nach Anwendung und Datenvolumen<br />

werden die auf OT-Ebene gesammelten<br />

Daten mit unterschiedlichen Herangehensweisen<br />

in die Cloud übertragen.<br />

Edge-Varianten, Edge-Connect<br />

und Embedded Edge<br />

B&R bietet drei Typen von Edge-Geräten<br />

an, um für jeden Anwendungsfall eine Lösung<br />

zu bieten. Greift etwa ein Sensor<br />

stündlich ein Signal ab, kann es zweckmäßig<br />

sein, die Daten direkt in die Cloud zu<br />

eingesetzt werden“, erwähnt Pühler und erklärt<br />

weiter: „Hier sprechen wir von einer<br />

Embedded Edge, die gleichzeitig die Maschinenlogik<br />

in Echtzeit abarbeitet und<br />

Daten in die Cloud schickt.“<br />

Edge-Architekturen auch für<br />

Bestandsanlagen<br />

Sollen ganze Produktionslinien überwacht<br />

und Daten von hunderten I/Os für die<br />

Cloud vorverarbeitet werden, reicht eine<br />

Steuerung nicht mehr aus. Für solche Anwendungen<br />

kommt ein <strong>Automation</strong> PC<br />

kombiniert mit einer vollumfassenden Industrial-IoT-Plattform<br />

als sogenannter Edge<br />

Controller zum Einsatz. Aufgrund seiner<br />

hohen Rechenleistung und Speicherkapazität<br />

kann der Industrie-PC, im Gegensatz zu<br />

den beiden anderen Edge-Geräten, Daten<br />

zu einem wesentlichen Teil vorverarbeiten<br />

G0I-1034-6<br />

• Galvanisch entkoppelt<br />

• 16/8 analog(AI) 16 Bit 2000kHz<br />

• 4 * (AO) 16 Bit<br />

• 2 32 Bit Counter<br />

• 8 DIN Ue- 2,4-30V.<br />

• 8 DOUT UA- max. 30V.<br />

Attraktive Buddelrabatte<br />

auf unsere Hardware<br />

Derzeit werden nur rund 1 % der Daten, die in<br />

einer Produktion entstehen, effektiv genutzt.<br />

schicken. Ein konkretes Beispiel dafür sind<br />

Pipelines, die mit Sensoren auf Leckage<br />

überwacht werden. „In so einem Fall ist<br />

keine Echtzeitsteuerung notwendig, daher<br />

braucht es auch keine Steuerungslogik vor<br />

Ort“, sagt Pühler. Zudem reicht es, wenn<br />

der Wartungstrupp die Pipeline innerhalb<br />

weniger Tage überprüft. Für solche einfachen<br />

Anwendungen ist ein B&R-Buscontroller<br />

ausreichend, der unverarbeitete I/O-<br />

Signale verschlüsselt über OPC UA in die<br />

Cloud schickt. Diese Möglichkeit bezeichnet<br />

B&R als Edge-Connect.<br />

Ist das Volumen an Daten jedoch größer,<br />

lohnt es sich, diese schon an der Maschine<br />

zu aggregieren. Das hat zwei Vorteile: Zum<br />

einen sinken Bandbreitenbedarf und Kosten<br />

für die Cloud; zum anderen gehen keine<br />

Daten verloren, wenn die Verbindung unterbrochen<br />

wird, da ausreichend Speicherplatz<br />

zum Puffern vorhanden ist. „In diesem<br />

Fall können unsere Standard-Steuerungen<br />

und analysieren. Zudem können dort komplexe<br />

Algorithmen berechnet werden, wie<br />

sie zum Beispiel bei selbstlernenden Systemen<br />

eingesetzt werden.<br />

Mit den unterschiedlichen Edge-Architekturen<br />

können neue Anlagen fit für das<br />

Industrial IoT gemacht werden. Edge-Architekturen<br />

sind jedoch nicht nur für neue<br />

Anlagen und Maschinen interessant, sondern<br />

auch für Bestandsanlagen, die bisher unvernetzt<br />

in der Fabrikhalle stehen. Mit der<br />

Orange Box hat B&R auch eine Lösung für<br />

diese sogenannten Brownfield-Anlagen im<br />

Portfolio. Die Box mit einer Kombination<br />

aus Software und Hardware wird an eine<br />

bestehende Maschine angeschlossen und<br />

kann in eine Edge-Architektur eingebunden<br />

werden.<br />

Bilder: Fotolia, B&R<br />

www.br-automation.com<br />

*649€ iDAS<br />

G0I-1034-8<br />

• Galvanisch entkoppelt<br />

• 8 analog(AI) 16 Bit 1000kHz<br />

• 4 DIN Ue- 2,4-30V.<br />

• 4 DOUT UA- max. 30V.<br />

Softwarebibliothek:<br />

DASYLab, DIAdem, IPE-motion VI<br />

Bibliothek für LabVIEW, Assembly +<br />

viele Erweiterungen zur Verwendung<br />

in .NET (C#,VB.NET, MATLAB,<br />

Mathematica, Agilent-VEE, Crossplatform<br />

kompatible API für Win32,<br />

MacOSX, Linux (Debian/<br />

Android) inklusive Header<br />

Wrapper für C/C++,Object<br />

Pascal/Delphi, Python,<br />

MATLAB.<br />

Goldammer.de<br />

Telefon (0 53 61) 29 95 - 0


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

Intelligente Anomalie-Erkennung<br />

Wie die Visualisierung und das Management von Anomalien in Steuernetzen gelingt<br />

Stefan Sebastian,<br />

Produkt & Strategie bei der<br />

Rhebo GmbH in Leipzig<br />

Eine umfassende Überwachung eigener Steuernetze in Echtzeit können<br />

Unternehmen aufgrund fehlender effektiver Werkzeuge nicht realisieren.<br />

Um jedoch die Produktivität zu gewährleisten, sind eine intelligente<br />

Visualisierung von Steuernetz-Anomalien, eine sinnvolle Risikobewertung<br />

und ein klares Regelwerk für entsprechende Maßnahmen von Bedeutung.<br />

Mit der zunehmenden Komplexität und<br />

Offenheit werden Steuernetze anfälliger<br />

für Anomalien und Angriffe. Es bedarf eines<br />

neuen Netzwerkmanagements, das Störungen<br />

in der Produktivität verhindert. Bislang<br />

beschränken sich Lösungsansätze auf die<br />

Absicherung gegen bekannte externe Angriffe.<br />

Firewalls oder Intrusion-Detection-<br />

Systeme erkennen und blockieren Gefahren,<br />

die in der Bedrohungsliste definiert sind.<br />

Hinzu kommt, dass die Produktivität nicht<br />

nur durch externe Cyberangriffe gestört werden<br />

kann. Selbst in kleinen Fer tigungszellen<br />

finden sich häufig mehr als 50 verschiedene<br />

Komponenten unterschiedlicher Hersteller.<br />

Das bedeutet auch eine Vielzahl an Funktionalitäten<br />

und Konfigurationen, die nicht<br />

selten in Konflikt sowie ungehindert und<br />

kontinuierlich in Kommunikation zueinander<br />

stehen. Diese Komplexität fördert Netzwerkprobleme<br />

und Störungen.<br />

Sicherheitsaudits zeigen, dass Betreiber von<br />

Steuernetzen weder eine Übersicht ihrer<br />

eingebundenen Komponenten besitzen,<br />

noch die Kommunikationsstruktur kennen.<br />

Eine intelligente Anomalieerkennung für<br />

industrielle Steuernetze fängt mehrere Fliegen<br />

mit einer Klappe: Erstens schafft sie eine<br />

vollständige Transparenz im Steuernetz.<br />

Zweitens meldet sie verdächtige Vorfälle im<br />

Steuernetz inklusive Cyberangriffe, Netzwerkprobleme<br />

und Änderungen im Kommunikationsverhalten<br />

aufgrund von Manipulation,<br />

Netzwerk- oder Anlagenverschleiß.<br />

Und drittens sortiert sie Meldungen nach<br />

Relevanz und erlaubt eine effektive Reaktion<br />

auf identifizierte Anomalien.<br />

Das eigene Steuernetz verstehen<br />

Der Kern einer IT-Sicherheitsstrategie für<br />

Industrie-4.0-Umgebungen darf sich nicht<br />

auf eine Blackbox-Technologie verlassen,<br />

die über Updates und Feature-Listen Sicherheit<br />

verspricht. Unternehmen müssen die<br />

Souveränität über ihre Netzwerke wiedergewinnen.<br />

Basis einer jeden Strategie ist<br />

deshalb ein sauberes Network Mapping.<br />

Über das Network Mapping werden alle<br />

Komponenten im Steuernetz identifiziert<br />

und ihre Kommunikationsmuster vollständig<br />

analysiert. So erhalten Unternehmen ein<br />

Bild darüber, wer im Steuernetz aktiv ist, mit<br />

wem kommuniziert wird, welche hierarchischen<br />

(Befehls-)Strukturen vorherrschen,<br />

wie hoch das Datenvolumen über die Zeit ist<br />

und welche Abfragen und Befehle im Steuernetz<br />

kommuniziert werden (Inhaltsanalyse).<br />

Das Network Mapping erfolgt asset- und<br />

eventbasiert. Es ist Grundlage, das eigene<br />

Steuernetz zu verstehen und die aktiven<br />

Komponenten auf ihre Tätigkeiten und ihren<br />

Einflussbereich zu prüfen. Die Visualisierung<br />

des Netzwerkes weist dabei IP- und MAC-<br />

Nummer der Komponenten, bestehende<br />

Zugriffsmuster zwischen den Komponenten,<br />

Kommunikationshierarchien, verwendete<br />

Protokolle, Frequenz der Kommunikationsmuster<br />

und Inhalte der Datenpakete aus. So<br />

können fehlerhafte, redundante, konfliktbehaftete<br />

oder sicherheitsrelevante Komponenten,<br />

Konfigurationen und Kommunikationsstrukturen<br />

gezielt beseitigt werden.<br />

60 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong>


Beispielhafte Visualisierung des Wirkens der Malware WannaCry<br />

in einem Steuernetz<br />

Risikolandkarte erstellen<br />

In komplexen Steuernetzen können diverse Anomalien auftauchen,<br />

z. B. Cyberhacks, Malware-Angriffe, nicht autorisierte Zugriffe, neue<br />

Netzwerkteilnehmer, Veränderungen der Kommunikationshierarchie,<br />

Netzwerk- oder Anlagenverschleiß, fehlerhafte Datenpakete<br />

und Kapazitätsengpässe. Die Administratoren des Steuernetzes<br />

müssen schnell erkennen, welche Anomaliemeldung die Produktion<br />

empfindlich stören kann. Nur so können sie effektiv handeln.<br />

Auf Basis des Network Mappings wird deshalb eine Risikolandkarte<br />

für das Steuerungssystem erstellt. Sie definiert, zu welcher<br />

Risikostufe eine Komponenten und zu welcher Risikostufe Aktionen<br />

bzw. Eingriffe im Steuernetz gehören. Die Komponenten und Eingriffe<br />

werden auf einer Skala von 0 bis 100 eingestuft. Somit erhalten<br />

Steuernetzbetreiber einen Überblick, welche Komponenten und<br />

Kommunikationsveränderungen besonders empfindlich auf die<br />

Anlagenverfügbarkeit und Produktivität wirken. Die Risikolandkarte<br />

erlaubt im laufenden Betrieb der Anomalieerkennung eine Priorisierung<br />

von Meldungen. Wird eine Anomalie erkannt, wird sie automatisch<br />

mit einer Risikostufe versehen (Risk Score). Der Risk Score<br />

definiert, wie gefährlich eine Veränderung im Steuernetz auf die<br />

Fertigung wirkt. Da die Priorisierung in Echtzeit erfolgt, können<br />

Maßnahmen schnellstmöglich ergriffen werden. Auf dem Display<br />

der Anomalieerkennung kann der Administrator die Meldungen<br />

z. B. nach Risk Score filtern und gezielt überprüfen. Weitere Filtermöglichkeiten<br />

sind z. B. Protokolltyp, Anlage und MAC-Adresse.<br />

ANZ0967ad<br />

Neigungssensor NBT/S3<br />

mit PROFIsafe über PROFINET<br />

www.twk.de<br />

Abwehrmaßnahmen einleiten<br />

Ein weiterer Aspekt der operativen Umsetzung ist die Integration<br />

der Anomalieerkennung in die bestehenden Kontrollsysteme. Diese<br />

können sich im Leitstand und in der Unternehmens-IT befinden.<br />

Über ein individuell definierbares Data-Filtering-Tool können<br />

Regeln festgelegt werden, an welches operativ ausführende System<br />

bestimmte Anomaliemeldungen gesendet werden sollen. So kann<br />

eine Anomaliemeldung, die auf eine unbekannte Malware hinweist,<br />

automatisch und in Echtzeit an die Firewall oder das Security Information<br />

und Event Management System (SIEMS) gesendet werden,<br />

um Abwehrmaßnahmen einzuleiten. Meldungen, die auf einen<br />

Verschleiß eines Anlagenteils hinweisen, können für die vorausschauende<br />

Instandhaltung an das MES gesendet werden.<br />

Sowohl die Visualisierung der Meldungen (Filter) als auch die<br />

Policys (Senderegeln) können Unternehmen selbstbestimmt einrichten.<br />

So kann die Anomalieerkennung individuell auf die Anforderungen<br />

eines Unternehmens an Sicherheit und Produktivitätssteuerung<br />

abgestimmt werden.<br />

www.rhebo.com<br />

Das Ziel fest im Blick, die Segel perfekt getrimmt: So manövriert<br />

unsere eingespielte Crew Ihre Maschinen auf optimalem Kurs<br />

durch die Gewässer der Automatisierung. Erleben Sie auf der<br />

SPS IPC Drives innovative Ingenieur-Lösungen von Eckelmann,<br />

die begeistern!<br />

Unsere Messe-Highlights <strong>2017</strong>:<br />

www.eckelmann.de/sps_live<br />

Stand<br />

7-320<br />

Halle 7<br />

WIR STEUERN IHRE<br />

MASCHINE AUF ERFOLGSKURS<br />

Besuchen Sie uns auf der<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong> 61<br />

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STEUERN UND ANTREIBEN<br />

Industrie-PC nun auch mit Intel-Xeon-<br />

Prozessor verfügbar<br />

Der <strong>Automation</strong> PC 910 von B&R<br />

ist nun auch optional mit einem<br />

Intel-Xeon-Prozessor erhältlich.<br />

Gegenüber den bisherigen Corei-Prozessoren<br />

ermöglicht die neue<br />

Mikroarchitektur einen Performance-Sprung<br />

um 50 %. Mit dieser<br />

Performance können alle Applikationen<br />

bedient werden, die eine<br />

schnelle Analyse großer Datenmengen benötigen, z. B. Vision-<br />

Systeme, Daten-Vorverarbeitung für Cloud-Anwendungen sowie<br />

Data Mining zur Qualitätsdatenerfassung und -analyse. Die<br />

gesamte Prozessorpalette bietet hohe Rechenleistung für<br />

komplexe Aufgaben. Mit dem neuen Quadcore-Xeon-Prozessor<br />

steht für den <strong>Automation</strong> PC 910 nun zusätzlich eine CPU zur<br />

Verfügung, die bisher großen Servern vorbehalten war. Die<br />

Vorteile der skalierbaren und vollmodularen Reihe bleiben<br />

erhalten. Es stehen drei Gehäusevarianten mit einem bis fünf<br />

Erweiterungs-Slots zur Verfügung, die mit einer Vielzahl von<br />

Interface-Karten und Datenträgern ausgestattet werden können.<br />

Für den neuen Prozessor stehen die Standardbetriebssysteme<br />

Windows10 IoT Enterprise und Linux zur Verfügung.<br />

www.br-automation.com<br />

Modulares Baukastensystem für Antriebssteuerungen,<br />

Servoregler und Umrichter<br />

Der OEM-Elektronikproduzent Knestel<br />

präsentiert ein modulares Baukastensystem<br />

für Antriebssteuerungen,<br />

Servoregler und<br />

Umrichter. Damit kann jeder<br />

Kunde seine Komponenten<br />

kostenoptimiert und flexibel<br />

zusammenstellen. Die Einmalkosten<br />

können mit dem Baukasten<br />

durch Adaption von Basisbausteinen gering<br />

gehalten werden, sodass bereits bei kleineren Serien eine kostenoptimale<br />

Lösung generiert wird. Hohe Ansprüche an kundenspezifische<br />

Lösungen werden durch moderne Regler-Bausteine<br />

und durch detaillierte Abstimmung auf die Applikation erreicht.<br />

Bei der Integration in das Gesamtsystem werden für nahezu alle<br />

Motortypen die spezifischen Ansprüche an Applikation,<br />

Umgebungsbedingungen sowie Energieeffizienz berücksichtigt,<br />

z.B. mit einer eingangsseitigen Power Factor Correction (PFC).<br />

Darüber hinaus bieten sich verschiedene Strategien zur Motoransteuerung<br />

an, bspw. die feldorientierte Regelung (FOC), die<br />

direkte Drehmomentregelung (DTC) und die Ausführung als<br />

Multilevel-Umrichter.<br />

www.knestel.de<br />

Zweigang-Schaltgetriebe mit SensorShift<br />

Das zweistufige Planetenschaltgetriebe PS von Stöber wurde umfassend weiterentwickelt und ist nun in der<br />

Ausführung PS SensorShift verfügbar. Ein hochauflösender Magnetsensor erfasst exakt die Lage der Schaltverzahnungen.<br />

Der kritische Moment beim Schalten ist das Einfädeln der Schaltverzahnungen ineinander.<br />

SensorShift weiß, wann dieser Moment kommt, und reduziert kurzzeitig die Geschwindigkeit. Sollte die<br />

Schaltung trotzdem einmal nicht einfädeln, erkennt das die integrierte Momentenmessung, der Schaltmotor<br />

macht dann eine kurze „Reversierbewegung“ und die Schaltung fädelt ein ohne weiteren Eingriff von der<br />

übergeordneten Maschinensteuerung. Da dieser Vorgang bei Bedarf mehrfach wiederholt wird, reduziert<br />

sich die Schaltfehlerquote auf unter 0,01 %.<br />

www.stoeber.de<br />

Roboterarm-Applikation selbst<br />

maßschneidern<br />

Die Online-Plattform Universal Robots+ von Universal Robots<br />

präsentiert Entwicklern, Vertriebspartnern und Endkunden alle<br />

denkbaren Applikationen rund um die Roboterarme UR3, UR5<br />

und UR10. Dazu bietet sie einen „Werkzeugkoffer” an, der alles<br />

enthält, um für jedes Unternehmen und jede Anwendung die<br />

geeignete Roboterapplikation als Plug-and-Play-Lösung<br />

zusammenzustellen. Im Showroom finden sich Endeffektoren,<br />

Zubehör und Softwarelösungen als Plug-and-Play-Komponenten.<br />

Mit dem kostenfreien UR+ Developer Program stellt das Unternehmen<br />

Entwicklern darüber hinaus eine Support- und<br />

Marketing-Plattform zur Verfügung, z. B. mit Unterstützung bei<br />

der Entwicklung von neuem Zubehör für die Roboter und Zugang<br />

zu einem globalen Distributoren- und Kundennetzwerk. Die<br />

Online-Plattform wurde gerade beim Industriepreis <strong>2017</strong> in der<br />

Kategorie „Service & Dienstleistungen“ mit dem Prädikat „Best<br />

of <strong>2017</strong>“ ausgezeichnet.<br />

www.universal-robots.com<br />

Fertigung bei voller Fahrt<br />

Ein für die Lineartransfertechnik neuartiges Conveyor System<br />

ist Fast Lane aus dem Hause Weiss. Bei ihm sind Transportbewegungen<br />

der einzelnen Werkstückträger – also Richtung,<br />

Beschleunigung, Geschwindigkeit und Positionierung – flexibel<br />

und frei programmierbar. Die Werk stückträger können schnell<br />

und langsam, vorwärts und rückwärts sowie einzeln oder gekoppelt<br />

bewegt werden. Da sie sich mit der Prozess achse synchronisieren<br />

lassen, können die Werkstücke können in voller Fahrt entnommen<br />

oder abgesetzt werden – es ist nicht mehr nötig, das System<br />

anzuhalten oder die Palette auszuschleusen. So können sie<br />

ungebremst, in voller Fahrt bearbeitet werden. Auch in den<br />

Kurvenstrecken müssen die Werkstückpaletten nicht langsamer<br />

werden. Durch Direktantriebe<br />

benötigt das System zudem keine<br />

herkömmlichen mechanischen<br />

Antriebselemente mehr. So erfolgt<br />

auch das Abbremsen und Anfahren<br />

verschleißfrei.<br />

www. weiss-gmbh.de<br />

62 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong>


STEUERN UND ANTREIBEN<br />

Präzision unter<br />

schwierigen<br />

Bedingungen<br />

TE Connectivity präsentiert<br />

Hohlwellenresolver mit hochpräzisen<br />

Winkelpositionsmessungen<br />

für intelligente Servomotoren.<br />

Sie bieten eine<br />

Genauigkeit von ± 8 Winkelminuten.<br />

Zudem sind sie unter<br />

extremen Umweltbedingungen<br />

funktionsfähig<br />

und beständig gegenüber<br />

elektromagnetischen<br />

Interferenzen. Dazu<br />

sind sie stoß- und<br />

vibrationsfest und<br />

beständig gegen<br />

Feuchtigkeit und<br />

viele Lösungsmittel.<br />

Für die Signalübertragung<br />

vom Stator<br />

zum Rotor und die Winkelerfassung<br />

haben die Resolver<br />

je einen Transformator. Mit<br />

einer Motordrehzahl bis<br />

20 000 rpm bieten sie absolute<br />

Winkelinformationen über 360°.<br />

Sie sind als Ein-Poolpaar-<br />

Variante oder als Multi-Speed-<br />

Resolver mit bis zu vier Poolpaaren<br />

verfügbar. Ihre Einsatztemperatur<br />

liegt zwischen - 55<br />

und + 150 °C.<br />

Industrie-PC für High-End-Grafikkarten<br />

Speziell für schnelles GPU-Processing entwickelt, stellt der neue Industrie-PC CamCollect 6108GC<br />

von Aprotech Bildverarbeitungsanwendern eine hoch performante Rechenplattform zur Verfügung.<br />

Erst vor wenigen Monaten hatte das Unternehmen den Box-PC CamCollect 61 vorgestellt, der<br />

optional mit Nvidia GTX 950/1050 Grafikkarten ausgestattet werden kann. Jetzt wurde das Angebot<br />

um den industriellen Box-PC CamCollect 6108GC erweitert, der speziell für High-End-GPU-<br />

Processing entwickelt wurde. Der Box-PC ist für Grafikkarten mit einer Leistungsaufnahme bis<br />

zu 250 W konzipiert. Den anspruchsvollen Temperaturbedingungen in<br />

industriellen Anwendungen trägt der GPU-PC durch ein patentiertes<br />

Design Rechnung: Eine ausgeklügelte Luftkühlung sorgt dafür, dass die<br />

durch die GPU verursachte Wärme effektiv abgeleitet wird, um eine<br />

dauerhafte, zuverlässige Leistung zu gewährleisten. Selbst bei 60 °C<br />

Einsatztemperatur garantiert dieses einzigartige Design eine 100-%ige<br />

Leistung der GPU.<br />

www.aprotech.de<br />

FieldLink ® MC<br />

a star is born.<br />

www.leoni-industrial-solutions.com<br />

www.te.com<br />

Software vor der<br />

Inbetriebnahme<br />

optimieren<br />

Siemens hat die Software-<br />

Version 5.1 für das High-End-<br />

Motion-Control-System<br />

Simotion mit der Simulation<br />

des Anwenderprogramms ausgestattet.<br />

Mit der im Engineering<br />

integrierten Simulation<br />

Simosim testet der Anwender<br />

in einer virtuellen Testumgebung<br />

– ohne angeschlossene<br />

Hardware – seine Software. So<br />

optimiert er frühzeitig in der<br />

Entwicklungsphase Programmteile<br />

und reduziert spätere<br />

Inbetriebnahmezeiten. Zudem<br />

wurde in der neuen Version die<br />

objektorientierte Programmierung<br />

(OOP) zwecks höherer<br />

Flexibilität in der Software-<br />

Erstellung funktional erweitert.<br />

www.siemens.de<br />

· Nürnberg<br />

Besuchen Sie uns ➔<br />

Halle 2-230/Halle 2-539/Halle 3-510<br />

➔ 28.–30. November <strong>2017</strong><br />

Hier geht´s zum LEONI<br />

Produktkonfigurator<br />

LEONI Feedback-, Power- und Hybridkabel<br />

>> ab Lager verfügbar<br />

>> innerhalb von 48 Stunden lieferbar<br />

>> hält mehr als 10 Mio. Biegungen<br />

>> auch konfektioniert verfügbar<br />

Business Unit Industrial Solutions · industrial-solutions@leoni.com<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/<strong>2017</strong> 63


STEUERN UND ANTREIBEN<br />

CNCs für großen Durchsatz<br />

und höchste Präzision<br />

Die CNC-Steuerungen<br />

M800 und M80 von<br />

Mitsubishi Electric<br />

ermöglichen Produktivitätssteigerungen<br />

bei<br />

Anwendungen im<br />

Automobilbau, in der<br />

Produktion, der<br />

Fertigung sowie der<br />

Bearbeitung von medizinischen<br />

Komponenten,<br />

die einen großen<br />

Durchsatz und höchste<br />

Präzision verlangen. Die<br />

M800 wird bei der Hochgeschwindigkeits- und Hochgenauigkeitsbearbeitung<br />

zur Multi-Achsen- und Multi-Teilsystem-Steuerung<br />

eingesetzt. Für einfachere Bearbeitungsmaschinen mit weniger<br />

Achsen und Spindeln bietet sich die M80 an. Die Serie unterstützt<br />

bis zu acht Teilsysteme, 32 Achsen und acht Spindeln mit<br />

Synchronisationsoptionen. Sie verfügt außerdem über die „Super<br />

Smooth Surface-Regelung“ zur Optimierung der Beschleunigung<br />

oder Verzögerung der einzelnen Achsen. Die flüssigere Bewegung<br />

der Drehachse reduziert die Vibration des Werkzeugs. So lässt<br />

sich entweder bei gleicher Bearbeitungszeit eine höhere Genauigkeit<br />

erreichen oder die Taktzeit reduzieren.<br />

www.mitsubishi-cnc.de<br />

Mit modularem Konzept zum<br />

passenden Mini-PC<br />

Die Spectra Powerbox 300 ist ein modulares Mini-PC-Komplettsystem<br />

und bietet durch die Kombination von Standardmodulen<br />

mehr als 100 Varianten. Durch kabelloses Einstecken von Multi-<br />

I/O-Modulen in den entsprechenden Sockel werden vier zusätzliche<br />

LAN- oder PoE-Ports, auch in M12-Ausführung, geschaffen.<br />

Die Anschlüsse werden mit dem zugehörigen Bracket sauber<br />

herausgeführt. Für<br />

Erweiterungen wie<br />

WiFi, GSM, COM,<br />

USB, LAN, Firewire<br />

oder Feldbusse<br />

stehen zwei mPCIe-<br />

Sockel zur Verfügung.<br />

Spectra bietet dafür<br />

passende mPCIe-<br />

Montage-Kits,<br />

bestehend aus<br />

mPCIe-Karte, Kabel und Bracket. Die für mobile Anwendungen<br />

notwendige Power-Ignition-Funktion wird durch ein Funktionsmodul<br />

realisiert. Bei der Rechenleistung haben Anwender die Wahl<br />

zwischen einem Intel Core i5-6300U oder i3-6100U Prozessor, deren<br />

Low-Voltage-Eigenschaften einen lüfterlosen Betrieb erlauben. Ein<br />

erweiterter Betriebstemperaturbereich von - 40 bis + 70 °C und<br />

eine große Robustheit gegen Schock und Vibration unterstützen<br />

den industriellen Einsatz.<br />

www.spectra.de<br />

Servoantriebe mit umfangreichen Sicherheitsfunktionen<br />

Panasonic Electric Works stellt die Servoantriebe der Serie Minas A6<br />

als SX mit Advanced Safety vor. Auf der SPS IPC Drives können sich<br />

Besucher über die neuen Sicherheitsfunktionen<br />

der Antriebsregler informieren. Am eigens für<br />

die Messe entwickelten Demo-Modell können<br />

diese Safty-Funktionen vor Ort getestet werden.<br />

Es wird der Prototyp einer Basisversion von<br />

Antriebsreglern mit den zwölf gängigsten<br />

Sicherheitsfunktionen und neun integrierten<br />

und sicheren Ein- und Ausgängen präsentiert.<br />

Diese Version wird Ende 2018 auf den Markt<br />

kommen. Nach dem Launch ist ferner eine Vollversion mit insgesamt<br />

17 Sicherheitsfunktionen und neun sicheren Ein- und Ausgängen<br />

geplant. Die Antriebsregler-Serie Minas A6 mit<br />

integrierten Sicherheitsfunktionen gewährleistet<br />

geringere Kosten, minimalen Platzbedarf<br />

sowie maximale Sicherheit für Bediener,<br />

Maschine und Werkzeuge. Gleichzeitig erfüllen<br />

die Antriebsregler die Sicherheitsanforderungen<br />

der Norm EN 61800-5-2.<br />

www.panasonic-electric-works.com/de<br />

Durchgängige Kommunikation mit<br />

übergelagerten Systemen<br />

Schrittmotor-Controller von SMC kommunizieren<br />

direkt und offen in Bussysteme – JXCP1 in Profinet-<br />

Netzwerke und JXC91 in EtherNet/IP-Netzwerke.<br />

Die Parametrierung erfolgt über eine Windows-<br />

Software. Im Feld können sie per Handheld-Terminal<br />

bedient werden. Aktuator, Controller und Anschlusskabel<br />

sind zusammen über eine Bestellnummer<br />

erhältlich. Montiert wird der Controller per Schraubbefestigung<br />

oder DIN-Schiene. Die Controller sind<br />

flexibel für vernetzte Anwendungen in der Industrie<br />

geeignet. Beispiele sind der Maschinenbau sowie<br />

die Verpackungs- und Elektronikindustrie.<br />

www.smc.de<br />

Modularer TouchIPC in weiteren<br />

Versionen verfügbar<br />

Advantech hat seine modularen TPC-TouchPanel PCs weiter<br />

ausgebaut und um neue Bildschirmgrößen und Rechnermodule<br />

ergänzt. Das Sortiment besteht aus fünf FlatPanel-Bildschirmen<br />

mit den Maßen von 12 bis 21,5", die für viele Drahtlosschnitstellen<br />

„Connectivity “ bereithalten. So ist die WiFi-Antenne im Frontpanel<br />

untergebracht, ebenfalls an der Frontseite gibt es optional<br />

ein NFC-Interface. Auch kann eine Antenne für Bluetooth LE<br />

integriert werden. Die FlatPanels verfügen über eine kapazitive<br />

MultiTouch-Oberfläche (resistiv optional). Angetrieben werden<br />

die Rechner von einem Intel-Prozessor in unterschiedlichen<br />

Leistungstufen von Veleron bis Core i7 mit bis zu 2,6-GHz-Taktung<br />

und 8-GB-Speicher (aufrüstbar auf 16 GB).<br />

www.bmc.de<br />

64 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong>


STEUERN UND ANTREIBEN<br />

Dual Gripper für eine nahtlose<br />

Mensch-Roboter-Kollaboration<br />

Das Unternehmen Osvald Jensen aus Kopenhagen ist Hersteller<br />

von Zahnrädern und Schnecken, das die Getriebeteile mithilfe<br />

von CNC-Maschinen fertigt. Kollaborierende Roboter – kurz:<br />

Cobots – aus dem Hause Universal Robots sind dabei für die<br />

Be- und Entladung der Maschinen im Einsatz. Durch die kostengünstige<br />

Umrüstung der Cobots von Einzel-Greifern auf den<br />

RG2 Dual Gripper von On Robot hat Osvald Jensen die Effizienz<br />

seiner Maschinen weiter gesteigert und erleichterte zudem den<br />

Mitarbeitern die Arbeit. Monotone und ermüdende Aufgaben<br />

wurden ihnen abgenommen, sodass sie sich nun anspruchsvolleren<br />

Aufgaben widmen können. Ein weiterer Vorteil ist, dass<br />

der RG2 auch dann<br />

einsatzfähig ist, wenn<br />

kein Mitarbeiter an<br />

der CNC-Maschine<br />

anwesend ist, wodurch<br />

auch über die üblichen<br />

Arbeitszeiten hinaus<br />

produziert werden kann.<br />

Die einzige Voraussetzung<br />

dafür ist die<br />

permanente Verfügbarkeit<br />

von Rohmaterial<br />

im Magazin. Weiterhin<br />

verbesserte sich bei dem dänischen Hersteller die Produktqualität.<br />

Durch stabilere und konstantere Be- und Entladeprozesse<br />

produzieren die CNC-Maschinen näher an den idealen Toleranzwerten,<br />

da es durch den automatisierten Arbeitsprozess weniger<br />

Schwankungen bei Temperatur, Feuchtigkeit und weiteren<br />

äußeren Einflussfaktoren gibt.<br />

www.onrobot.com<br />

www.industrielle-automation.net<br />

Software: Abläufe zeichnen, simulieren<br />

und in eine SPS übertragen<br />

Die Beschreibungssprache Grafcet von MHJ-Software erlaubt die<br />

Definition technischer Abläufe. Durch die Software Grafcet-Studio<br />

wird sie nun zusätzlich zur Programmiersprache für Steuerungssysteme.<br />

Damit genügen<br />

Grafcet-Kenntnisse, um ein<br />

Steuerungsprogramm zu<br />

entwickeln. Ab Dezember<br />

unterstützt Grafcet-Studio die<br />

Siemens-Systeme S7-300,<br />

S7-400, S7-1200 und S7-1500.<br />

Weitere SPS-Familien sowie<br />

die Unterstützung für Arduino<br />

und Raspberry Pi sind geplant. Die Software besteht im Wesentlichen<br />

aus drei Teilen: Der Editor erlaubt das Zeichnen des Grafcet.<br />

Durch den Einsatz von vektorbasierter Grafik kann dieser verlustfrei<br />

vergrößert oder verkleinert werden. Die Grafcet-Engine übernimmt<br />

die Simulation auf dem PC. Mithilfe des Connectors wird<br />

der Grafcet in das Steuerungssystem übertragen. Die Grafcet-<br />

Engine kommt auch in den Steuerungssystemen zum Einsatz.<br />

www.mhj.de<br />

Touch-Bedienpanel für SPS- und<br />

Motion-Applikationen<br />

Das Bedienpanel E°PC P0210 von Ferrocontrol ist geeignet für<br />

kleinere und mittlere SPS- und Motion-Applikationen. Das<br />

resistive Single-Touch-Display lässt sich über die DVI-Schnittstelle<br />

an die CNC- oder SPS-Steuerung anbinden. Dank Codesys Target-<br />

Visu ist eine Visualisierung ohne zusätzliche Hardware möglich.<br />

Das 10,1"-Display bietet eine Auflösung von 1 024 × 600 Pixel und<br />

eine 16 bit-Farbtabelle. Touch (RS232) und Video-Signale (DVI)<br />

werden per Hybridkabel übertragen.<br />

www.ferrocontrol.de<br />

101272_UR_Toolbench_185x90_DK_ART01_HV.indd<br />

Universal-Robots.indd 1<br />

1<br />

16.10.<strong>2017</strong><br />

13/10/<strong>2017</strong><br />

17:24:06<br />

10.00<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong> 65


INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION<br />

Integrativ, skalierbar und wirtschaftlich<br />

Sicherheitslösung basierend auf IO-Link und Profisafe setzt neue Maßstäbe<br />

IO-Link gilt als einer der<br />

Wegbereiter im Hinblick auf<br />

die netzwerkfähige Anbindung<br />

intelligenter Sensoren und Aktoren<br />

an ein Automatisierungssystem.<br />

Nur wie sieht es mit dem Thema<br />

Maschinensicherheit aus? Wir<br />

stellen Ihnen mit Safety over<br />

IO-Link eine Lösung vor, die<br />

effiziente Sicherheitskonzepte<br />

ermöglicht.<br />

Der Safety-Hub<br />

In Sachen IO-Link zählt Balluff zu den Pionieren:<br />

Bereits seit 2006 treibt das Unternehmen<br />

die Entwicklung des universellen<br />

Kommunikationsstandard voran. Eine fortwährend<br />

wachsende Zahl an Unternehmen<br />

aus unterschiedlichen Branchen hat erkannt,<br />

welche Vorzüge IO-Link bietet. „Ich<br />

habe die letzten Jahre eigentlich nur darauf<br />

gewartet, dass Kunden fragen, ob man denn<br />

mit IO-Link nicht auch sichere Signale<br />

Safety over IO-Link verbindet<br />

Automatisierungs- und<br />

Sicherheitstechnik, ist einfach<br />

im System und erhöht die<br />

Anlagenleistung.<br />

Andreas Glasenapp,<br />

Produktmangager Safety, Balluff<br />

handhaben könne“, sagt Andreas Glasenapp,<br />

Produktmanager Safety bei Balluff. Selbst<br />

heute sind Steuerung und Sicherheit vielfach<br />

noch strikt getrennte Welten. Eine erste<br />

Anfrage, die nach EN ISO 13849 an die funktionale<br />

Sicherheit gestellten Anforderungen<br />

gegebenenfalls mit IO-Link umzusetzen,<br />

wurde im Jahre 2008 von einem Kunden aus<br />

der Werkzeugmaschinenindustrie an Balluff<br />

gerichtet. Seit dem treibt Balluff die Entwicklung<br />

einer geeigneten Lösung<br />

auf IO-Link-Basis voran.<br />

Automatisierung und<br />

Sicherheit im Verbund<br />

Ende vergangenen Jahres nach<br />

mehrjähriger Entwicklungszeit<br />

und einer Testphase mit ausgewählten<br />

Pilotkunden war es<br />

schließlich soweit: Balluff präsentierte<br />

mit Safety over IO-<br />

Link eine kostensparende Automatisierungs-<br />

und Sicherheitslösung<br />

in einem System.<br />

Das integrierte Sicherheitskonzept baut auf<br />

die bewährten Standards IO-Link und Profisafe<br />

auf. Sicherheitsgerichtete Daten gelangen<br />

per Tunneling von Profisafe über einen<br />

Standard IO-Link-Master zur Steuerung.<br />

Per M12-Standardkabel werden Sicherheitskomponenten<br />

auf den neu entwickelten<br />

Safety-Hub von Balluff, dem Kernstück des<br />

neuen Sicherheitskonzeptes, gesteckt. Dabei<br />

ist Safety over IO-Link einfach instal -<br />

lier- und problemlos in bestehende Anlagen<br />

integrierbar.<br />

Als E/A-Modul mit zwölf sicheren Einund<br />

zwei sicheren Ausgängen rangiert der<br />

gelbe Safety-Hub in der Anlagen-Kommunikationstopologie<br />

auf der Ebene der<br />

IO-Link-Devices. Der Safety-Hub muss<br />

lediglich am Port eines bereits vorhandenen<br />

IO-Link-Masters angeschlossen und für den<br />

jeweiligen Einsatzzweck zentral über die<br />

Steuerung parametriert werden.<br />

Andreas Glasenapp ist Projektleiter Business<br />

Development bei der Balluff GmbH in Neuhausen<br />

66 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong>


INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION<br />

Das sichere E/A-Modul, der Safety-Hub<br />

Passend zum Safety-Hub bietet Balluff verschiedenste Feldgeräte<br />

wie Lichtvorhänge für die Finger-, Hand- und Körperdetektion, berührungslose<br />

induktive, magnetcodierte und transpondercodierte<br />

Sicherheitssensoren, robuste Sicherheitsschalter und –zuhaltungen<br />

und ein Not-Halt-Gerät sowie umfangreiches Zubehör an. Dabei<br />

sind der jetzt vorgestellte Safety-Hub und die erwähnten Feldgeräte<br />

nicht die ersten Sicherheitsprodukte im Portfolio von Balluff. Bereits<br />

2010 hat Balluff einen passiven Safety Hub entwickelt, zertifiziert<br />

und seitdem erfolgreich vermarktet.<br />

Der Balluff Safety-Hub kann sämtliche Sicherheitssignale wie<br />

Schaltkontakte oder OSSD-Signale sicher verarbeiten. Er überwacht<br />

die angeschlossene Sensorik, übermittelt deren Status an die übergeordnete<br />

Profisafe-Steuerung und kann auf umgekehrtem Wege<br />

Aktoren sicher abschalten. Eine weitere Besonderheit ist, dass das<br />

Gerät auch Standard-Sensorik und -Aktorik aufnehmen kann und<br />

damit gegebenenfalls einen zusätzlichen Standard-Sensor-/Aktorhub<br />

überflüssig macht. Charakteristisch an der Sicherheitslösung ist:<br />

Der eingesetzte IO-Link-Master ist und bleibt ein nicht sicherheitsgerichtetes<br />

Standardgerät: Sicherheitsbezogene Signale werden unangetastet<br />

durch den Master hindurch über alle dazwischen liegenden<br />

Ebenen hinweg zur Steuerungsebene getunnelt und erst dort verarbeitet.<br />

Dass dafür ein vorhandener IO-Link-Master genutzt wird,<br />

der selbst kein Safety-Gerät ist, erweist sich als Kostenvorteil.<br />

nach Drag-and-drop-Manier zentral über die Programmieroberfläche<br />

der Steuerung. Safety over IO-Link realisiert Sicherheitsanforderungen<br />

bis PLe/SIL3 und reduziert die Anzahl der benötigten<br />

IP-Adressen. Durchgängige Diagnosen und einfacher Gerätetausch<br />

leisten ein weiteres, um in der Betriebsphase sowie im Servicefall<br />

die Kosten niedrig zu halten. Davon profitieren Anlagenhersteller<br />

wie Nutzer gleichermaßen.<br />

Auf den Punkt gebracht<br />

Safety over IO-Link ist zur Sensorebene hin offen: An das von Balluff<br />

entwickelte sichere E/A-Modul lassen sich per M12-Standardkabel<br />

nicht nur Balluff-Sicherheitskomponenten anschließen, sondern<br />

auch Safety-Devices anderer Hersteller. Das E/A-Modul ist an einen<br />

IO-Link-Master angeschlossen, die sichere Kommunikation mit der<br />

Steuerungsebene erfolgt via Profisafe/Profinet. Sicherheitsrelevante<br />

Daten werden dabei über ein so genanntes Tunneling-Verfahren<br />

über den Master direkt an die sichere Steuerung übermittelt. Sicherheitsanforderungen<br />

bis PLe/SIL3 sind realisierbar.<br />

Bilder: Balluff<br />

www.balluff.com<br />

Transparente Parametrierung und Diagnose<br />

Zu den weiteren Vorteilen von IO-Link zählen auch die<br />

vereinfachte Installation, Feldbusneutralität, der ungehinderte<br />

Datenaustausch sowie einfache und transparente<br />

Parametrierung und Diagnose mit Blick bis auf<br />

die Prozessebene. All das spricht auch auf der<br />

sicherheits relevanten Ebene für das neue Konzept.<br />

Mit der nach Aida standar disierten Verdrahtung<br />

mit M12-Steckern sind Verbindungen in kurzer<br />

Zeit hergestellt. Die vielfältigen Möglichkeiten<br />

der Vorverkabelung von Maschinensegmenten,<br />

kurze Stillstandszeiten durch einfachen<br />

Komponententausch sowie das<br />

einfache Duplizieren von (SPS) Projekten<br />

erweisen sich auch wirtschaftlich zum<br />

Vorteil.<br />

Auf Anforderungen<br />

flexibel reagieren<br />

Alles in allem führt die hochintegrative<br />

Infrastruktur des<br />

Systems zu mehr Übersicht<br />

und Flexibilität. Anlagen<br />

lassen sich jederzeit<br />

und schnell an geänderte<br />

Anforderungen<br />

anpassen. Die<br />

finale Programmierung<br />

erfolgt<br />

Das Funktionsprinzip<br />

von<br />

Safety over<br />

IO-Link


INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION<br />

Gut vernetzt<br />

Die Antenne als Schlüsselkomponente für IIoT<br />

Eine einwandfreie Konnektivität ist Voraussetzung für IIoT-Netzwerke.<br />

Das gilt auch für den drahtlosen Datenaustausch im IoT, da die meisten<br />

dieser Netzwerke kabellos arbeiten. Hier sind Hochleistungsantennen<br />

an jedem Knotenpunkt der Kommunikationskette gefordert. Doch<br />

welche Aspekte gilt es bei der Auswahl der richtigen Lösungen und<br />

Übertragungstechnologien zu beachten?<br />

Prozessautomatisierung und damit verbundene<br />

IIoT-Anwendungen verlangen<br />

nach drahtloser Netzwerktechnologie, die<br />

sich auf dem neuesten Stand befindet. Das<br />

drahtlose Überwachen und Steuern technischer<br />

Prozesse mittels eines Computersystems<br />

(Scada) gibt es zwar schon eine Weile,<br />

aber die moderne Prozessautomatisierung<br />

schraubt die Anforderungen an die drahtlose<br />

Vernetzung weiter nach oben. IIoT bedeutet<br />

perfekte Konnektivität immer und<br />

überall – von Maschine zu Maschine (M2M)<br />

und von der Maschine zum Personal (M2P).<br />

Drahtlostechnologien für das IoT<br />

Bei IIoT-Anwendungen, die mit relativ wenig<br />

Bandbreite auskommen, werden die alten<br />

VHF- und UHF-Netze, die mit ISA100 oder<br />

GSM arbeiteten, durch LPWAN-Technologien<br />

ersetzt. LPWAN verbindet niedrige Latenzraten<br />

und geringen Energieverbrauch mit<br />

großflächiger Abdeckung, zum Beispiel in<br />

einer Werkshalle. Einige LPWAN-Technolo-<br />

Leo Nieminen ist Regional Sales Manager<br />

EMEA & India bei der PCTel, PCTel Inc., Bloomingdale<br />

in den USA<br />

gien unterstützen auch Fernüberwachungsanwendungen,<br />

bei denen eine Datenübertragung<br />

über große Entfernungen nötig ist.<br />

Doch können die Herausforderungen einer<br />

„überfüllten“ Industrieumgebung für LP-<br />

WAN auch schnell zu viel werden. Dann<br />

kommen vermaschte Netze (Mesh-Netzwerke)<br />

ins Spiel. Dabei handelt es sich um<br />

zwischengeschaltete Antennen, die als Knotenpunkte<br />

dienen und Signale von isolierten<br />

Antennen auffangen und an andere Empfänger<br />

im Netz weiterleiten. Bei automatischen<br />

Prozessen kann so die zuverlässige<br />

Kommunikation zwischen lokalen Ressourcen<br />

sichergestellt werden. Zu den verbreitetsten<br />

Drahtlosprotokollen für Mesh-Netzwerke<br />

gehören Zigbee und WirelessHart.<br />

Datenintensive Applikationen hingegen<br />

benötigen Breitband-Standards, die mit großen<br />

und schnell getakteten Datenmengen<br />

zurechtkommen. Bei Anwendungen im unlizenzierten<br />

Spektrum bietet sich oft WLAN<br />

an. LTE weist niedrige Latenzraten auf und<br />

kann in Spektren eingesetzt werden, die von<br />

einem Carrier geleast werden, oder in einem<br />

privaten Spektrum. Auch MulteFire kann<br />

LTE-Anwendungen ermöglichen, allerdings<br />

unter ausschließlicher Verwendung unlizenzierter<br />

Spektren. Es wird erwartet, dass 5G-<br />

Netze demnächst noch höhere Datendurchsatzraten<br />

und niedrigere Latenzen unterstützen<br />

– sowohl im drahtlosen Bereich als<br />

auch im Millimeterwellenspektrum.<br />

Welche Antenne eignet sich<br />

für IIoT-Anwendungen?<br />

Nicht nur in Produktionsumgebungen entscheidet<br />

die Leistung der Antenne, ob eine<br />

Übertragung den Empfänger erreicht und<br />

wie viel Datenvolumen übertragen werden<br />

kann. Dabei ist die maximale Ausbreitung<br />

der Funkwellen nicht zwangsläufig ideal, da<br />

sich überlappende Systeme gegenseitig stören<br />

können. IIoT-Antennen müssen daher<br />

gerade so viel Reichweite haben, wie für ihre<br />

Aufgabe unbedingt erforderlich ist. Zudem<br />

sollten sie große Datenmengen bei minimalen<br />

Interferenzen übermitteln, kompakt sein<br />

und widrigen Umständen trotzen.<br />

Bezüglich der Strahlungscharakteristik<br />

stehen verschiedene Antennendiagramme<br />

zur Auswahl. In einem Netz mag die direkte<br />

Übertragung von Punkt zu Punkt (PTP) gefordert<br />

sein, in einem anderen von Punkt zu<br />

Mehrpunkt (PTMP). Die einfache PTP-Datenübermittlung<br />

erfordert eine Richtantenne,<br />

während der Kommunikation mit vielen<br />

Empfängern (PTMP) mit einer Rundstrahlantenne<br />

besser gedient wäre. Der Netzentwickler<br />

kann auch für eine PTP-Anwendung<br />

eine Rundstrahlantenne einplanen und so<br />

Flexibilität gewinnen. Dies wäre eine Lösung<br />

für ein Mesh-Netzwerk mit vielen mobilen<br />

Elementen: Dort überträgt eine Antenne aus<br />

rein technischer Sicht nur PTP, aber zu verschiedenen<br />

Zeiten in unterschiedliche Richtungen<br />

– je nachdem, wo die nächste Antenne<br />

empfangsbereit ist. Unabhängig von Richt-<br />

68 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong>


INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION<br />

oder Rundstrahlantenne kommt es auf das<br />

optimale Antennendiagramm an, damit die<br />

Abdeckung gewährleistet bleibt und Interferenzen<br />

minimiert werden.<br />

Zur Optimierung von Datendurchsatz<br />

und Abdeckung verfügen IIoT-Antennen<br />

über diverse technische Lösungen. Die Mimo-<br />

Technologie (Multiple Input, Multiple Output)<br />

ermöglicht es der Antenne, Datenströme<br />

auf derselben Frequenz zu unterscheiden.<br />

Viele Mimo-Antennen verfügen zudem<br />

über doppelte Polarisierung, was die Netzwerkkonnektivität<br />

dank Isolierung der HF-<br />

Eingänge stabilisiert. Netze, die meh rere<br />

HF-Frequenzen verwenden, benötigen Multibandantennen,<br />

die mehrere Antennenelemente<br />

in einem Gehäuse vereinen.<br />

Hochqualitative Multibandantennen verfügen<br />

über Port-to-Port-Isolation, was Interferenzen<br />

zwischen den Frequenzen verringert<br />

und das Endprodukt kompakt macht.<br />

Platzsparend und robust<br />

Bei der Auswahl von IIoT-Antennen kommt<br />

es auch darauf an, Platz für die eigentliche<br />

Produktion zu sparen. Eine Lösung besteht<br />

darin, die Antenne in das Gerät zu integrieren,<br />

das sie bedienen soll. Komplexe Geräte<br />

wie Zeilensensoren enthalten manchmal ein<br />

komplettes, integriertes HF-System, wohingegen<br />

Router und WAPs oft nur über ein Mobilfunkgerät<br />

und eine Antenne verfügen.<br />

Das spart Platz und vereinfacht die Installation.<br />

Externe Antennen, die für IIoT optimiert<br />

sind, können zudem da montiert werden, wo<br />

Platz ist, unabhängig vom Untergrund.<br />

Für bestimmte Anwendungen muss die<br />

Antenne sehr robust (gehärtet) sein, um<br />

widrigen Umständen oder Manipulation zu<br />

widerstehen. Besonders wichtig sind gehärtete<br />

Gehäuse für drahtlose Netzwerke im<br />

Außenbereich, wo die Antenne Klimaeinflüssen<br />

oder Vandalismus ausgesetzt sein<br />

kann. Die meisten qualitativ hochwertigen<br />

Antennensysteme verfügen über robuste und<br />

flache Gehäuse, die gegen Wasser und Staub<br />

geschützt und vandalismussicher sind.<br />

01 Multibandantennen eignen sich für<br />

Netze mit mehreren HF-Frequenzen<br />

02 Antennen für IIoT-Anwendungen müssen<br />

leistungsstark und kompakt sein<br />

Den Anschluss nicht verlieren<br />

Dank Datenkommunikation in Echtzeit zwischen<br />

Produktionsanlagen und dem Mitarbeiter<br />

agieren Unternehmen effizienter und<br />

beschleunigen die Produktion. Doch hängt<br />

der potenzielle Vorteil von der Antennen-<br />

Qualität ab: Antennen, die im Rahmen des<br />

IIoT eingesetzt werden, müssen flexibel sein,<br />

um eine Bandbreite von HF-Frequenzen und<br />

Anwendungen abzudecken; zugleich auch<br />

robust genug sein, um unter extremsten Bedingungen<br />

zuverlässig zu funktionieren, und<br />

schließlich kompakt genug sein, um dort eingesetzt<br />

zu werden, wo Platz Mangelware ist.<br />

www.pctel.com<br />

Optimieren Sie<br />

die Effizienz<br />

Ihrer Anlagen.<br />

Cloud-basierte Fernüberwachung mit eWON Netbiter<br />

• Über Web-Browser von jedem PC, Tablet, Smartphone<br />

• Zentrale Geräte-/Benutzerverwaltung, Datenaufzeichnung<br />

und Alarmmanagement<br />

• Visualisieren von Anlagendaten in grafischen Bedienoberflächen<br />

• GPS-Standortbestimmung mit Kartenanzeige und Standortalarm<br />

• Anbindung von Feldgeräten über Modbus, Ethernet/IP, SNMP, E/A<br />

• Sichere Datenübertragung durch SSL/TLS-Technologie<br />

www.wachendorff-prozesstechnik.de/netbiter


INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION<br />

Sind Ihre Anlagen sicher?<br />

Wie das Security-Monitoring das Risiko<br />

von Cyber-Angriffen minimiert<br />

Die Digitalisierung und Vernetzung schreitet speziell auch in Industrial<br />

Control System (ICS) Infrastrukturen stetig voran. Zum einen, um Kosten<br />

zu sparen und zum anderen, um die Effizienz zu steigern. Mit diesen<br />

Vorteilen vergrößert sich aber auch das Risiko durch gezielte Cyber-Angriffe.<br />

Ein klares Bild über die eigene Sicherheitslage<br />

zu besitzen und die eigene Handlungsfähigkeit<br />

in Bezug auf Sicherheitsbedrohungen<br />

und -vorfälle zu wahren, sollte im<br />

Interesse eines jeden Systembetreibers liegen.<br />

Dennoch besagt eine Auswertung des<br />

ICS-CERT, dass über 38 % der erfassten<br />

Vorfälle im Umfeld von Industrial-Control-<br />

Systems (ICS) nicht aufgeklärt werden<br />

konnten, weil keine ausreichenden Security-<br />

Monitoring-Fähigkeiten vorhanden waren.<br />

Um ICS-Anlagen nachhaltig gegen Cyber-<br />

Angriffe zu schützen, sollte die komplette<br />

Wertschöpfungs- und Lieferkette betrachtet<br />

werden. Angreifer nutzen sehr häufig Infrastrukturen<br />

weniger geschützter Zulieferer,<br />

um Zugriff auf das eigentliche Angriffsziel<br />

zu erhalten, indem sie bspw. Updateserver<br />

von Herstellern industrieller Geräte (SPS,<br />

Industrial Switches, Embedded PCs usw.)<br />

manipulieren/infizieren. Statt kritische<br />

Schwachstellen zu schließen, schleust ein<br />

Software-Update von einem derart infizierten<br />

Server dann selbst manipulierte Firmware<br />

in die ICS-Landschaften ein – die Gefahren<br />

solch einer Malware sind nicht sofort erkennbar.<br />

So ermöglicht die Korrelation verschiedener<br />

Quellen ein Security Lagebild<br />

für die ICS-Infrastruktur und sichert somit<br />

die eigene Handlungsfähigkeit.<br />

Bewährt: mehrschichtiges<br />

Monitoring von Industrienetzen<br />

Auch müssen Gefahren durch absichtlich<br />

und unabsichtlich initiiertes Fehlverhalten<br />

erkannt werden. Deshalb ist ein mehrschichtiges<br />

Security-Monitoring notwendig. Die<br />

bewährte Praxis im industriellen Umfeld ist<br />

die Unterteilung von Industrienetzen in<br />

Zonen: etwa nach Fertigungslinien, Produktionsbereichen<br />

oder gar einzelnen Anlagen,<br />

die von Drittanbietern geliefert und gegebenenfalls<br />

(fern-)gewartet werden. Diese<br />

gelebte Praxis hat auch in aktuelle Standards<br />

Einzug gehalten, etwa in den Entwurf zur<br />

IEC 62443-3-2 „Industrial communication<br />

networks – Network and system security –<br />

Part 3-2: Security levels for zones and conduits“.<br />

Die Kritikalität einer Zone/Zelle lässt<br />

sich dabei je nach dem Umfeld ihrer Auswirkung<br />

auf folgende Bereiche definieren:<br />

Bedrohung für Mensch und Umwelt, Auswirkungen<br />

auf Geschäftsaktivitäten, Compliance<br />

sowie mediale Darstellung.<br />

Risikobehaftete Schnittstellen<br />

Schließt man den einfachsten und plakativsten<br />

Fall aus, dass Anlagen wissentlich oder<br />

durch menschliches Fehlverhalten direkt an<br />

das Internet angeschlossen sind, bleiben<br />

dennoch eine ganze Reihe weiterer Schnittstellen<br />

zu betrachten. Neben netzwerkbasierten<br />

Zugriffen ist der Weg über portable<br />

Medien weit verbreitet (z. B. per USB-Stick).<br />

Solcherlei Probleme sind längst nicht mit<br />

Windows XP und der Änderung der Standardeinstellung<br />

zur Windows-Autostart-<br />

Funktion verschwunden, sondern bedeuten<br />

weiterhin ein deutliches Risiko. Daraus resultiert,<br />

dass auch die Endgeräteüberwachung<br />

Teil des Security-Monitorings sein muss.<br />

Die Aufzeichnung sicherheitsrelevanter Daten<br />

ist bei Windows-basierten Systemen<br />

(etwa MES, HMI oder SCADA) technisch<br />

Michael Gerhards, Managing Director Germany,<br />

Airbus CyberSecurity, Taufkirchen<br />

70 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong>


INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION<br />

relativ einfach zu realisieren. Darunter fallen<br />

Informationen, welches Gerät oder welcher<br />

Benutzer Zugriff hatte, wann dieser erfolgt<br />

ist und welche Systeme kommuniziert haben.<br />

Folgende Fragen lassen sich zum Beispiel<br />

damit klären: Hat sich ein Benutzer angemeldet?<br />

Mit welchen Privilegien? Wurde<br />

ein USB-Stick eingesteckt? Welche Fertigungsdaten<br />

wurden übertragen? Wurden<br />

Konfigurationen verändert?<br />

Das Aufzeichnen sicherheitsrelevanter<br />

Daten innerhalb von SPS-Systemen ist keinesfalls<br />

eine Standardlösung. Um bereits<br />

produktive Systeme mit langer prognostizierter<br />

Laufzeit in ein Monitoring einzubinden,<br />

müssen andere Möglichkeiten gefunden<br />

werden: Eine zusätzliche passive<br />

Sensorik ist hierfür eine erprobte Variante.<br />

„Low Interactive Honeypots“ bieten sich<br />

für diese Aufgabe an, um SCADA-Systeme,<br />

HMIs, SPS und ganze Fertigungsanlagen zu<br />

simulieren. Zugriffe bzw. Aktivitäten auf<br />

solchen Systemen lösen einen berechtigten<br />

Alarm aus, der sich anschließend nachverfolgen<br />

lässt. In hochkritischen Bereichen<br />

kann die Alarmierung über einen 24-V-Ausgang<br />

auch in eine bestehende SCADA-Umgebung<br />

eingebunden werden. Bei Anlagen<br />

mit niedrigerem Schutzbedarf kann dies<br />

über Management-Netze erfolgen.<br />

Nur ein Gesamtprogramm bringt<br />

Sicherheit für Technik und Mensch<br />

Effektives Security-Monitoring erfordert eine<br />

vollständige Übersicht der vorhandenen<br />

ICS-Systeme und ihrer Kommunikationsverbindungen,<br />

um Abweichungen vom Normalzustand<br />

erkennen zu können. Nicht erfasste<br />

Human-Machine-Interfaces (HMIs) – etwa<br />

zur Anzeige der Produktionsauslastung –<br />

01 Im Airbus CyberSecurity Cyber<br />

Defence Center wird ein umfassendes<br />

Security-Monitoring sichergestellt<br />

wurden in der Praxis schon als Sprungbrett<br />

für Angriffe missbraucht. Die Sicherheitsanforderungen<br />

an Service- und Wartungszugriffe<br />

(Geräte und Personen) sollten denen<br />

der eigenen Systeme entsprechen – dies bezieht<br />

sich sowohl auf eingesetzte Technik als<br />

auch auf Prozesse und Mitarbeiter. Das<br />

Security-Monitoring muss in ein Security<br />

Gesamtprogramm eingebunden werden,<br />

um effektiv und nachhaltig zu wirken.<br />

Ein Beispiel aus der Praxis<br />

Ein Black Hat-Vortrag hatte zum Inhalt, wie<br />

man eine speicherprogrammierbare Steuerung<br />

(SPS, engl.: Programmable Logic Controller,<br />

PLC) zum Netzwerkscanner und<br />

Relais umprogrammieren kann, ohne dabei<br />

ihre originäre Funktionsweise zu beeinträchtigen.<br />

Der Angreifer nutzt eine SPS als<br />

Anker in der Infrastruktur, um das ICS-Netz<br />

auszuspähen und Attacken auf ganze In-<br />

02 Produktionsanlagen sind heute in<br />

Industrienetzwerke eingebunden und damit<br />

Cyber-Angriffen und Datenklau ausgesetzt<br />

dustrieanlagen umzusetzen. Das Beispiel<br />

zeigt klar, dass heute auch innerhalb der<br />

ICS-Infrastruktur Erkennungsmöglichkeiten<br />

durch Security-Monitoring notwendig sind.<br />

Für Betreiber bleibt die Frage, über welche<br />

Schnittstellen eine veränderte Software in<br />

eine SPS gelangen und wie man dies zielgerichtet<br />

überwachen kann. Um das Risiko<br />

durch Cyber-Angriffe zu minimieren, müssen<br />

sämtliche Schnittstellen erfasst werden. In<br />

der Praxis kann dies nur in Zusammenarbeit<br />

mit dem Hersteller bzw. dem Integrator<br />

einer Anlage erfolgen. Zudem sind rechtliche<br />

und organisatorische Übergänge zu klären,<br />

um eine wirksame technische Umsetzung<br />

anzugehen.<br />

Airbus CyberSecurity sind europäische<br />

Spezialisten für Cyber-Sicherheit und bieten<br />

Cyber-Lösungen, Dienstleistungen und<br />

Consulting an.<br />

www.cybersecurity-airbusds.com<br />

R3.indd 1 02.11.<strong>2017</strong> 09:37:51<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong> 71


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

zentrale Antriebseinheit verbaut sind. Die<br />

erste Gasdruckfeder liefert den größten Teil<br />

der benötigten Energie und wird daher als<br />

Kraftfeder bezeichnet. Die zweite dient als<br />

Steuerfeder und kommt in zwei unterschiedlichen<br />

Varianten zum Einsatz.<br />

Höhenverstellsystem in vier<br />

Basisvarianten<br />

Funktionale Einheit<br />

Moderne Geräteträger- und Höhenverstellsysteme<br />

an der Mensch-Maschine-Schnittstelle<br />

Panel-PCs sollten nicht nur unter<br />

ergonomischen Gesichtspunkten<br />

konzipiert werden, sondern auch<br />

möglichst funktionell sein und<br />

sich intuitiv bedienen lassen.<br />

Heutige Generationen erfüllen<br />

exakt diese Anforderungen<br />

und können zudem auch noch<br />

individuell angepasst werden.<br />

aufgrund der immer komplexer werdenden<br />

Maschinen ergeben sich zu-<br />

A<br />

gleich an der Mensch-Maschine-Schnittstelle<br />

neue Anforderungen. Dabei geht es<br />

einerseits darum, wie Mensch und Maschine<br />

miteinander kommunizieren, wie<br />

der Mensch Anweisungen an eine Maschine<br />

übermittelt, wie Anweisungen ausgeführt<br />

werden und in welcher Form Ergebnisse<br />

dargestellt werden. An der Mensch-Maschine-Schnittstelle<br />

kommt auch die Ergonomie<br />

ins Spiel. Das Ziel ergonomischer<br />

Katharina Lange ist Marketingleitung bei der<br />

Rose Systemtechnik GmbH in Porta Westfalica<br />

Gestaltung von Arbeitsplätzen besteht darin,<br />

die Arbeitsweise an die Fähigkeiten<br />

und Eigenschaften des Menschen anzupassen<br />

– und somit das Wohlbefinden des<br />

Menschen und letztlich die Leistung des<br />

Gesamtsystems zu optimieren.<br />

Auf individuelle Anforderungen<br />

abgestimmt<br />

Um sowohl Funktionalität als auch Ergonomie<br />

in Einklang zu bringen, hat Rose Systemtechnik<br />

für Anwender im Maschinen- und<br />

Anlagenbau das vertikale Höhenverstellsystem<br />

GTV entwickelt. Basierend auf etablierten<br />

Standardkomponenten wurde es für<br />

hohe Lasten von Steuergehäusen, die mit<br />

dem Höhenverstellsystem selbst an sehr beengten<br />

Arbeitsplätzen aus dem Arbeitsraum<br />

geschwenkt werden müssen, konzipiert.<br />

Der Lastbereich des GTV erstreckt sich<br />

von 20 bis 60 kg, unterteilt in fünf Gewichtsbereiche<br />

à 8 kg. „Dank dieser Abstufung<br />

erhält man ein System, das sich auf die individuellen<br />

Anforderungen und Einbauten<br />

abstimmen lässt. Die Einstellung auf das<br />

genaue Commander-Gewicht innerhalb<br />

des Lastbereiches erfolgt durch eine zentrale<br />

Einstellschraube“, erklärt Nils Stello, Produktmanager<br />

bei Rose Systemtechnik.<br />

Das System arbeitet als Parallelogramm-<br />

Verstellung, in der zwei Gasdruckfedern als<br />

Das GTV-System steht in einer Variante mit<br />

sowie ohne Blockiermöglichkeit zur Verfügung.<br />

Auch die Montageart kann gewählt<br />

werden: Das Höhenverstellsystem ist in jeweils<br />

einer unter dem Abgang hängenden<br />

sowie in einer auf dem Abgang stehenden<br />

Ausführung erhältlich. Somit bietet Rose das<br />

GTV-System in vier Basisvarianten an.<br />

Weiterer Vorteil des Systems ist die universelle<br />

Kabelführung: „Die Kabel werden,<br />

getrennt von den beweglichen Teilen, außerhalb<br />

des Systems in einer Kabelwanne geführt.<br />

So sind sie im Einsatz vor Beschädigung<br />

und Kabelbruch geschützt“, so<br />

Stello. Die Kabelöffnung mit 70 × 30 mm erlaubt<br />

auch den Einsatz konfektionierter Leitungen<br />

und Kabel mit großem Querschnitt.<br />

Unzählige Gestaltungs- und<br />

Konfigurationsmöglichkeiten<br />

Während das Steuergehäuse über das Geräteträgersystem<br />

GTN II angebunden wird, erfolgt<br />

die maschinenseitige Anbindung des<br />

GTV über das Standardgeräteträgersystem<br />

GTL. Dieses Aluminiumprofil-Schwerlast-<br />

Geräteträgersystem rundet das Programm<br />

von Rose ab: Während das Modell GTS für<br />

geringe Lasten bis 30 kg und die mittlere<br />

Ausführung GTN II für Lasten bis 80 kg<br />

ausgelegt sind, wurde die GTL-Variante für<br />

schwere Lasten bis 125 kg konzipiert.<br />

Die GTL-Geräteträger bieten zudem eine<br />

elegante und harmonische Form. „Wir haben<br />

sie in Anlehnung an die kleineren GTS- und<br />

GTN-II-Systeme gestaltet und die Produktfamilie<br />

somit nicht nur technisch, sondern<br />

auch optisch erweitert“, so Stello. Die lichtgrauen,<br />

mit Pulverlack versehenen Geräteträger<br />

lassen sich horizontal ausrichten und<br />

verfügen über Schutzart IP 54.<br />

Mit einer maximalen Auslegerlänge von<br />

3 m deckt das GTL einen großen Anwendungsbereich<br />

ab. Eine breite Auswahl an<br />

Systemaufbauten und Komponenten wie<br />

Kupplungen, Wand- und Zwischengelenken<br />

sowie Profilen vervollständigt das System<br />

und bietet viele Gestaltungs- und Konfigurationsmöglichkeiten.<br />

Der Durchgang von<br />

70 mm im Aluminiumprofil garantiert eine<br />

problemlose Kabeldurchführung. Damit<br />

bieten die Geräteträgersysteme und das<br />

neue Höhenverstellsystem eine funktionale<br />

Einheit auf hohem Niveau.<br />

www.rose-pw.de<br />

72 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong>


INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION<br />

IoT-Controller, der die Sprache der<br />

Mitarbeiter spricht<br />

Nach der kompakten Steuerung<br />

Sysworxx CTR-100 von Sys Tec<br />

steht nun eine zweite, größere<br />

und funktionell umfangreichere<br />

Steuerung des Herstellers kurz<br />

vor dem Launch: die Sysworxx<br />

CTR-700. Das Besondere an ihr<br />

sind neben Meshnet-Funktionalitäten<br />

die zahlreichen Programmiersprachen, die<br />

jedem Mitarbeiter das Programmieren der Steuerung<br />

ermöglichen soll. Die Steuerung ist u. a. für Condition Monitoring<br />

und Predictive Maintenance entwickelt. Neben industriellen Einund<br />

Ausgängen, TCP/IP, MQTT, Modbus, CANopen, USB, µSD<br />

enthält die Steuerung zwei Ethernet-Schnittstellen. Damit wird<br />

die Trennung von Enterprise IT und Shop Floor OT gewährleistet.<br />

Die Software der Steuerung kann sowohl via IEC 61131-3 als<br />

auch in verschiedenen IoT-Sprachen (C#/.Net, Node-RED, Java,<br />

Python) programmiert werden. Demnach werden keine kostenintensiven<br />

externen Dienstleistungen zur Programmierung<br />

benötigt. Die Steuerung wird zur SPS IPC Drives <strong>2017</strong> auf den<br />

Markt kommen.<br />

www.systec-electronic.com<br />

Cloud Services für die sichere Speicherung<br />

und Analyse von Daten<br />

Bei der diesjährigen Osisoft EMEA Users Conference trafen sich<br />

rund 1 400 Teilnehmer in London, um sich in rund 100 technischen<br />

Sessions und Labs Anregungen und Informationen über das PI<br />

System zu holen. Das System erfasst, analysiert und visualisiert<br />

große Mengen sensorbasierter Zeitreihendaten zur Nutzung durch<br />

Anwender und Systeme in allen Unternehmensbereichen. Nutzer<br />

bekommen damit eine hoch skalierbare offene Echtzeit-Dateninfrastruktur<br />

und gewinnen konkrete, verwertbare Erkenntnisse<br />

aus der Umwandlung ihrer Betriebsdaten. Unternehmen profitieren<br />

so von messbaren Einsparungen, langlebigeren Produktionsgütern<br />

sowie besserer Qualität der Fertigung und können neue Services<br />

bereitstellen. Auf der Konferenz kündigte Osisoft ein neues Portfolio<br />

von Cloud Services für die sichere Speicherung, den gemeinsamen<br />

Zugriff und die Analyse von Daten mit der PI-System-Technologie<br />

in der Cloud an. Kunden können so dezentrale Standorte sowie<br />

Anlagen einfacher an ihre bestehende PI-System-Infrastruktur<br />

anbinden oder neue Einsatzszenarien und Applikationen für das<br />

System realisieren – ob für prädiktive Wartung oder die Nutzung<br />

der Daten aus dem PI-System für die Einhaltung behördlicher<br />

Vorschriften.<br />

Robuste<br />

Drucktransmitter<br />

im Metallgehäuse<br />

www.analogmicro.de<br />

Kommunikation in jeder Ebene<br />

Microelectronics.indd 1 11.10.<strong>2017</strong> 14:10:50<br />

In der Automatisierungstechnik mussten sich Anwender bisher für<br />

ein bestimmtes System bzw. eine spezifische Plattform entscheiden<br />

und sich somit langfristig festlegen. Bei u-mation von Weidmüller<br />

ist das anders: Hier profitieren sie von einem offenen System mit<br />

durchgängiger Kommunikation, das sie in die Lage versetzt,<br />

flexibel auf neue technische Entwicklungen zu reagieren. Auf der<br />

Feldebene erfassen und wandeln kommunikationsfähige Signalwandler<br />

die analogen Maschinen- und Anlagendaten und stellen<br />

diese der Steuerung zur Verfügung. Alternativ können die Daten<br />

in einer Cloud bereitgestellt und analysiert werden. Über ein<br />

aufsteckbares Kommunikationsmodul lassen sich elektrische<br />

Betriebsmittel in ein Netzwerk einbinden. Anwender erhalten auf<br />

diese Weise detaillierte Rückschlüsse und Erkenntnisse über ihre<br />

Produktions- oder Fertigungsanlage. Das System u-mation umfasst<br />

das Remote I/O-System<br />

u-remote, inkl. der Safety-<br />

Module; Remote I/O Module<br />

in Schutzart IP67; u-control<br />

(Steuerungssystem auf Basis<br />

offener, herstellerunabhängiger<br />

Web-Technologien)<br />

sowie u-view (HMI’s).<br />

www.weidmueller.com<br />

Intuitive Bedienung durch individuellen<br />

Zuschnitt<br />

Der konfigurierbare Display-Schalter CDS1 von Schurter bietet<br />

eine Reihe von Funktionen, die über die Maschinensteuerung des<br />

Kunden angesteuert werden können. Die Benutzereingabe erfolgt<br />

über Fingerbewegungen, wie Bediener es von Smartphones gewohnt<br />

sind: Antippen, wischen oder rotieren. Diese Mensch-Maschinen-<br />

Schnittstelle kann an die Fähigkeiten, Ansprüche und Eigenschaften<br />

des Nutzers und seine Aufgaben<br />

angepasst werden. Was bei<br />

einem Wischen auf dem leuchtstarken,<br />

runden OLED-Display<br />

und der Home-LED angezeigt<br />

oder aktiviert wird, entscheidet<br />

der Bediener, z. B. ob er einen<br />

harten Bildwechsel oder sanftes<br />

Fade-in und Fade-out wünscht.<br />

Darüber hinaus können jedem<br />

der fünf Softkeys Funktionen<br />

zugeordnet werden. Einer der<br />

Softkeys bietet zusätzlich die<br />

Möglichkeit einer RGB-Farb-Hintergrundbeleuchtung mit<br />

unterschiedlichen Beleuchtungsmodi wie „konstant“, „blinkend“<br />

oder „pulsierend“.<br />

www.osisoft.de<br />

www.schurter.com<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong> 73


INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION<br />

Vereinfachte Diagnose mit<br />

Safety-to-Cloud-Lösung<br />

Die Schmersal Gruppe stellt eine Safety-to-Cloud-Lösung vor.<br />

Alle Sicherheitszuhaltungen sowie Sicherheitssensoren des Unternehmens,<br />

die mit einem SD-Interface ausgestattet sind, sowie<br />

einige Sicherheitslichtgitter können über die Sicherheitssteuerung<br />

PSC1 oder ein SD-Gateway sowie über ein Edge-Gateway Daten<br />

in eine beliebige Cloud übertragen. Das SD („Serielle Diagnose“)-<br />

Interface dient der Übertragung nicht-sicherer Daten von Sicherheitssensoren<br />

und -zuhaltungen in der sicheren Reihenschaltung.<br />

Mit der Smart Safety Solution können damit alle zyklischen SD-<br />

Interface-Sensordaten in die Cloud übermittelt werden. Eine<br />

Verknüpfung dieser<br />

zyklischen SD-Daten<br />

innerhalb der Cloud<br />

bietet dem Anwender<br />

umfangreiche Diagnosemöglichkeiten.<br />

Hierzu<br />

zählen bspw. Schaltzyklen,<br />

die Zustandssituation<br />

der Sicherheit,<br />

Grenzbereichswarnungen sowie auch Abstandswarnungen. Das<br />

Edge-Gateway leitet die Daten im OPC UA-Format weiter, einem<br />

standardisierten Protokoll für die M2M-Kommunikation. Diese<br />

Diagnoseinformationen können auf Bildschirmen visualisiert und<br />

über mobile Endgeräte abgerufen werden.<br />

www.schmersal.com<br />

Grundlagen für Ethernet/IP-Projekte<br />

lernen<br />

Eine integrierte Lernumgebung für Produktentwickler zur Ethernet/<br />

IP-Technologie ist die Toolbox ILE des Handelsverbands von<br />

Automatisierungstechnik-Lieferanten ODVA. Das PC-basierte<br />

Software-Tool bietet<br />

eine in sich<br />

geschlossene<br />

Lernumgebung<br />

für die Ethernet-/<br />

IP-Technologie<br />

sowie deren<br />

Standards. Die<br />

Werkzeuge vermitteln<br />

Grundlagen<br />

für eigene<br />

Ethernet/IP-Projekte oder für die Definition von Anforderungen,<br />

die sich in Kooperation mit einem Technologiepartner ergeben.<br />

Der Verband will damit seine lizenzierten Ethernet/IP-Anbieter<br />

unterstützen, die Produktfreigabe für neue Projekte zu verkürzen.<br />

Die Software enthält die Schulungsanleitung Short Course, den<br />

Reference Stack CIPengine, zwei virtuelle Beispielgeräte und ein<br />

Virtual Lab mit Know-how zur Erstellung eigener virtueller<br />

EtherNet/IP-Geräte. Sie läuft innerhalb der Eclipse-Entwicklungsumgebung.<br />

Die Benutzerlizenz gibt es für ODVA-lizensierte<br />

Anbieter unter https://www.odva.org/Submit-Order.<br />

www.odva.org<br />

Maschinen aus der Ferne steuern<br />

und warten<br />

Für Unternehmen mit vielen Produktionsstandorten in ganz<br />

Europa ist der logistische Prozess für Reparaturarbeiten einzelner<br />

Maschinen bislang zeitintensiv. Die Kosten steigen mit jeder Minute,<br />

die Technik- oder IT-Experten benötigen, um zum jeweiligen Standort<br />

zu gelangen. Vodafone und TeamViewer lösen diese Problematik<br />

mit einer globalen IoT-Plattform aus der Ferne. Maschinen, die im<br />

IoT funken, melden automatisch, wenn sie defekt sind. Über eine<br />

leicht verständliche Benutzeroberfläche können Experten aus der<br />

Zentrale alle Maschinen an allen Standorten steuern. Sie greifen auf<br />

sie zu, analysieren mögliche Software-Fehler und beheben diese<br />

aus hunderten Kilometern Entfernung. Zudem lassen sich Updates<br />

einspielen, als stünde die Maschine vor ihnen. Die IoT-SIM-Karte<br />

stellt eine sichere Netzverbindung<br />

sogar dann sicher, wenn<br />

das eigene Netz kurzfristig von<br />

einer Störung betroffen sein<br />

sollte. Als Weltmarktführer<br />

für das IoT vernetzt Vodafone<br />

weltweit schon heute fast<br />

60 Mio. Geräte. TeamViewer<br />

ist ein Anbieter von Software<br />

zur digitalen Vernetzung und<br />

Collaboration. Das Produkt TeamViewer ist eine All-in-one-Lösung<br />

für Remote Support, Remote Access und Online-Meetings. Die Software<br />

ist auf mehr als 400 Mio. Geräten aktiv, von denen mindestens<br />

25 Mio. zu jedem beliebigen Zeitpunkt mit TeamViewer verbunden<br />

sind. Ergänzt wird das Portfolio durch Lösungen für IT-Monitoring,<br />

Datensicherung, Anti-Malware und Web-Conferencing.<br />

Bildquelle: Fotolia<br />

www.vodafone-deutschland.de<br />

Maschinen „einfach smart“ überwachen<br />

und steuern<br />

Die Smart HMIs der<br />

cMT-Serie aus dem Hause<br />

Wachendorff Prozesstechnik<br />

bieten für das<br />

<strong>Industrielle</strong> Internet der<br />

Dinge (IIoT) die ideale<br />

Architektur, um<br />

Maschinen und Anlagen<br />

komfortabel über das<br />

Internet zu überwachen und zu steuern. Die Serie unterstützt<br />

standardisierte Protokolle wie MQTT und OPC UA und versetzt<br />

den Bediener außerdem in die Lage, die für seine Anwendung<br />

optimalen Schnittstellen flexibel auszuwählen. So kann bspw. ein<br />

Bediengerät mit Touchscreen, ein bildschirmloses Kommunikationsgateway<br />

oder ein Smart HMI-Server verwendet werden. Der cMT-<br />

Viewer-Monitor-Modus liefert einen Echtzeitstatus von Vor-Ort-<br />

Geräten und realisiert eine einfach umsetzbare Rundum-Überwachung.<br />

Bis zu 50 Bediengeräteanzeigen lassen sich gleichzeitig<br />

überwachen, was zu einer erheblichen Effizienzsteigerung durch<br />

die Reduzierung von Bearbeitungszeiten führt. Darüber hinaus<br />

lassen sich Echtzeitdaten im Monitor-Mode anzeigen. Tritt ein<br />

Fehler bei einer Anlage/Maschine vor Ort auf, wird dies unmittelbar<br />

durch eine rote Lampe auf dem Bildschirm angezeigt, um somit<br />

eine schnelle Fehlerbehebung zu ermöglichen. Fazit: Mit ihren<br />

vielfältigen Leistungsmerkmalen wie „Unterstützung mehrerer<br />

Plattformen“, Wireless-Zugang, „IIoT-Kommunikationsgateway<br />

(Bild)“ sowie „Fernzugriff-Service“ ist die cMT-Serie eine<br />

umfassende und skalierbare Lösung für die Realisierung der<br />

Smart Factory.<br />

www.wachendorff-prozesstechnik.de<br />

74 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong>


INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION<br />

Neue Plattform für die Lizenzierung<br />

in der Cloud<br />

Einer der weltweit führenden Experten für Lizenzierung,<br />

Wibu-Systems, ergänzt die vorhandenen Lösungen, die das<br />

digitale Vermögen und geistige Eigentum vor Produktpiraterie<br />

schützen, lizenzieren und Security bieten, um CodeMeter Cloud<br />

Lite. Damit können Entwickler ihre Software über die Cloud<br />

lizenzieren, egal ob es sich dabei um SaaS-Anwendungen,<br />

PC-Software oder mobile Apps handelt. Der CodeMeter Cloud<br />

Lite Server verwendet CodeMeter License Central, das flexible<br />

Tool zum Erzeugen, Ausliefern und Verwalten von Lizenzen.<br />

CodeMeter Cloud Lite wird von Softwareherstellern oder von<br />

Wibu-Systems betrieben. Es fügt sich durch Schnittstellen wie<br />

OAuth2 oder SAML zu bestehenden SSO-Lösungen nahtlos in die<br />

bestehende IT-Landschaft ein. Mobile Anwendungen für Tablets<br />

oder Mobiltelefone<br />

können ebenfalls mit<br />

dieser Lösung lizenziert<br />

werden, entweder durch<br />

direkte Integration in der<br />

App oder über Abfragen<br />

auf der Server-Seite. Für<br />

lokale Anwendungen<br />

besteht die Möglichkeit,<br />

diese Lizenzierungstechnologie<br />

mit CodeMeter Protection Suite sowie einer lokalen<br />

„Protection Only“-Lizenz zusätzlich vor Manipulation und<br />

Reverse Engineering zu schützen.<br />

www.wibu.com<br />

Cloud-Gateway mit Multi-Cloud-Support<br />

Die Anzahl der Cloud-Services erhöht sich weiterhin sehr rasant.<br />

Hinter den einzelnen Angeboten stehen verschiedene Spezialisierungen<br />

der jeweiligen Anbieter. Für die IGW/936-Gateways bietet<br />

das Unternehmen SSV nun eine per Connectivity-App erweiterbare<br />

Softwarearchitektur an, die es erlaubt, Industrie-4.0- und Industrial-<br />

IoT-Anwendungen mit praktisch jeder Cloud zu verbinden, die auf<br />

offenen Standards basiert. Auch mehrere Clouds gleichzeitig sind<br />

möglich. Die einzelnen Binärdateien mit den App-Erweiterungen<br />

sind signiert, sodass die Softwareintegrität immer gewährleistet<br />

ist. Die Apps lassen sich jederzeit über eine HTTP(S)-Verbindung<br />

installieren. Sie werden auf dem Gateway in einer gesicherten<br />

Umgebung ausgeführt, sodass eine Beeinträchtigung der Grundfunktionen<br />

ausgeschlossen ist. Die auf dem Gateway installierten<br />

Apps lassen sich über eine Web-Oberfläche verwalten. Aktuell<br />

werden Cloud-Connectivity-Apps für Amazon, Cumolocity, Google,<br />

IBM, Mindsphere, Predix sowie grundsätzlich alle Cloud Foundrybasierten<br />

Plattformen angeboten.<br />

www.ssv-embedded.de<br />

Auf dem Weg<br />

zu Industrie 4.0<br />

Besuchen Sie unsauf der<br />

Nürnberg, 28.– 30.11.<strong>2017</strong><br />

Halle 4A, Stand 401<br />

Konnektivität<br />

E-Mobilität<br />

Energieeffizienz<br />

Fernzugriff<br />

Maschinenverfügbarkeit<br />

Funktionale Sicherheit<br />

Predictive Maintenance<br />

IO-Link<br />

Entwicklungspartner für innovative Lösungen.<br />

Systeme, Steuerungen und<br />

Komponenten in der Antriebstechnik:<br />

l Sensorik<br />

l Messtechnik<br />

l Steuergeräte<br />

l Kühlung von Leistungselektronik<br />

und Antrieben<br />

l Antriebslösungen für elektromechanische<br />

und elektrohydraulische Systeme<br />

www.hydac.com


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

Risiken erkennen, Gefahren vorbeugen<br />

Software erleichtert die Umsetzung von Maschinensicherheit im Zeitalter von Industrie 4.0<br />

Sowohl die Maschinensicherheit als auch die Bewertung funktionaler<br />

Sicherheit stellen große Herausforderungen im Rahmen von Industrie 4.0<br />

dar. Ob eine Maschine tatsächlich den Anforderungen der EG-Richtlinie<br />

entspricht, kann nur durch eine ausführliche Risikobeurteilung<br />

nachgewiesen werden. Unterstützung bietet hierbei eine Software,<br />

die den Anwender Schritt für Schritt durch die einzelnen Phasen der<br />

Risikobeurteilung leitet.<br />

Gemäß der Betriebssicherheitsverordnung<br />

(BetrSichV) besteht die Verpflichtung,<br />

dass eine Gefährdungsbeurteilung<br />

regelmäßig oder anlassbezogen an jedem<br />

Arbeitsplatz durchgeführt werden muss.<br />

Hierbei ist immer der aktuelle Stand der<br />

Sicherheitstechnik zu berücksichtigen. Mit<br />

der Gefährdungsbeurteilung soll bereits vor<br />

der Auswahl und der Beschaffung der Arbeitsmittel<br />

begonnen werden. Dabei sind<br />

ins besondere die Eignung des Arbeitsmittels<br />

für die geplante Verwendung, die Arbeitsabläufe<br />

und die Arbeitsorganisation zu<br />

berücksichtigen.<br />

Interaktion von Mensch,<br />

Maschine und Logistiksystemen<br />

Ein Unternehmen plant bspw. eine Produktionsanlage<br />

durch einen Fertigungsschritt zu<br />

ergänzen. Eine zusätzliche Maschine soll zum<br />

Einsatz kommen, die aber nur bei einem be­<br />

stimmten Produkttyp benötigt wird. Dafür ist<br />

vorgesehen, einen Mani pulator zu integrieren,<br />

der die zusätzliche Maschine mit Material<br />

versorgt. Um diese Änderungen integrieren<br />

zu können, muss das Schutzsystem verändert<br />

werden. Zudem entstehen neue Gefahrenstellen.<br />

Diese werden durch das Fördersystem<br />

verursacht. Das Unternehmen muss das<br />

Schutzkonzept den Veränderungen entsprechend<br />

anpassen. Hierbei entstehen gegebenenfalls<br />

neue Gefährdungen und vorhandene<br />

Risiken können sich verändern.<br />

Dieses Beispiel veranschaulicht, welche<br />

neuen Herausforderungen für den Arbeitsschutz<br />

und die Maschinensicherheit durch<br />

Automatisierung entstehen. Früher hatte<br />

man die Gefahrenbereiche der Maschinen<br />

mithilfe von Zäunen komplett gegen Erreichen<br />

gesichert. Das ist im Zeitalter von<br />

Industrie 4.0 nicht mehr möglich, weil<br />

Mensch, Maschine und Logistiksysteme<br />

interagieren müssen.<br />

Risikominderung mithilfe<br />

des 3-Stufen-Verfahrens<br />

Die Grundnorm DIN EN ISO 12100:2010<br />

(Sicherheit von Maschinen) gibt allgemeine<br />

Gestaltungsleitsätze sowie Begriffsdefinitionen<br />

vor. Sie liefert Informationen, welche<br />

Kriterien bei der Durchführung einer Risikobeurteilung<br />

beachtet werden müssen, und<br />

beleuchtet den Weg zur Vermeidung und<br />

Reduzierung von Risiken. Die Risikominderung<br />

wird in der DIN EN ISO 12100 als dreistufiges<br />

Verfahren beschrieben. Die Maßnahmen<br />

nach dem 3-Stufen-Ver fahren werden<br />

in der Software Ce-Con Safety in Typen<br />

unterteilt. Dabei führen die Fragestellungen<br />

im System den Anwender sicher durch den<br />

Ablauf und liefern die Angaben, die für eine<br />

klare Ausführung der Schutzeinrichtung unumgänglich<br />

sind.<br />

Jedes im Prozess der Risikobeurteilung betrachtete<br />

Risiko ist zunächst durch eine inhärent<br />

sichere Konstruktion der Maschine zu<br />

minimieren. Wenn dies nicht möglich ist,<br />

sind in der zweiten Stufe technische Schutzmaßnahmen<br />

und ergänzende Schutzmaßnahmen<br />

anzuwenden, zu denen trennende<br />

sowie nichttrennende Schutzeinrichtungen<br />

zählen können. Verbleiben trotz aller getroffenen<br />

Schutzmaßnahmen Restrisiken, kann<br />

Alexandra Langstrof ist freie Mitarbeiterin der<br />

CE-CON GmbH in Bremen<br />

76 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong>


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

man die Risikominderung in der letzten, dritten Stufe nur noch durch<br />

Benutzerinformationen und organisatorische Maßnahmen erreichen.<br />

Inhärent sichere Konstruktion<br />

Unter den Begriff „inhärent sichere Kons truktion“ fallen alle Maßnahmen,<br />

auf die ausschließlich während der Konstruktionsphase<br />

Einfluss genommen werden kann. Es geht darum, die potenzielle<br />

Gefährdung bereits an der Quelle zu eliminieren und damit gar<br />

nicht erst entstehen zu lassen. Inhärent sichere Konstruktionsmerkmale<br />

können somit kaum umgangen oder von einem Maschinenbediener<br />

außer Kraft gesetzt werden. Eine inhärent sichere Konstruktion<br />

ist „der erste und wichtigste Schritt im Prozess der Risikominderung“.<br />

So legt es die DIN EN ISO 12100 in Abschnitt 6.2.1 fest.<br />

Laut dieser Norm fällt eine Schutzmaßnahme, „die entweder<br />

Gefährdungen be seitigt oder die mit den Gefährdungen verbundene<br />

Risiken mindert“ unter die Definition einer inhärent sicheren<br />

Konstruktion, wenn sie „ohne Anwendung von trennenden oder<br />

nichttrennenden Schutzeinrichtungen die Konstruktions- oder<br />

Betriebs eigenschaften der Maschine verändert“.<br />

Gefährdungen vorbeugen<br />

Ce-Con Safety bietet Hilfestellungen (gemäß Flowchart der DIN EN<br />

ISO 12100), aus denen hervorgeht, ob Gefährdungen durch<br />

bewegliche Kraftübertragungselemente oder durch bewegliche<br />

Teile des Arbeitsprozesses einer Maschine hervorgerufen werden.<br />

Im ersten Fall sollen feststehende trennende Schutzeinrichtungen<br />

oder bewegliche, aber verriegelte trennende Schutzeinrichtungen<br />

vorgesehen werden. Dabei handelt es sich um Schutzeinrichtungen,<br />

die mit einem Schalter versehen sind, der verriegelt sein kann,<br />

aber nicht muss. Das Öffnen der Schutzein-richtung nimmt Einfluss<br />

auf die Maschinensteuerung.<br />

Wird die Gefahr nicht von Antriebselementen, sondern von beweglichen<br />

Maschinenteilen hervorgerufen, muss überprüft werden,<br />

ob der Zugang bspw. durch trennende oder nichttrennende Schutzeinrichtungen<br />

verwehrt werden kann. Dazu zählen u. a. Lichtgitter,<br />

Laserscanner oder Trittschutzmatten. Bei nicht trennenden Schutzeinrichtungen<br />

entsteht ein erhöhter technischer Aufwand, da z. B.<br />

vom Risiko abhängige Performance-Level bestimmt und bestätigt<br />

werden müssen. Ist es nicht möglich, den Zugang zu beweglichen<br />

Mit der richtigen Software lassen sich Gefahrenstellen mit ihrer<br />

zugrunde-liegenden Gefährdung dokumentieren<br />

Teilen vollkommen unzugänglich zu machen, können neben trennenden<br />

Schutzeinrichtungen auch einstellbare trennende Schutzeinrichtungen<br />

helfen.<br />

Auf Restgefahren aufmerksam machen<br />

Die dritte Stufe sieht als Risikominderungsmaßnahme die Information<br />

der Benutzer der Anlage bzw. der Maschine vor. Sie wird<br />

erforderlich, wenn sich ein Risiko auch durch eine inhärent sichere<br />

Konstruktionsweise, technische Schutzmaßnahmen und ergänzende<br />

technische Sicherheitsvorkehrungen nicht ausschließen oder mindern<br />

lässt. Diese Benutzerinformation kann durch die Anbringung von<br />

Piktogrammen realisiert werden, aber auch durch Sicherheitshinweise<br />

in der Betriebsanleitung, die auf Restgefahren aufmerksam<br />

machen oder zum Tragen persönlicher Schutzausrüstung<br />

auffordern. Denn auf eine Gefahrenquelle, die konstruktiv nicht<br />

auszuschließen oder nicht wirksam abzuschirmen ist, muss eindeutig<br />

zuordenbar hingewiesen werden. Auf Knopfdruck lassen<br />

sich aus Ce-Con Safety ein ausführlicher Bericht der Risikobeurteilung<br />

und EG-Erklärungen drucken.<br />

Fotos: terminic/vankann<br />

www.ce-con.de<br />

Sicherheitstechnik für den Maschinenbau w w w.euchner.de<br />

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KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

Informationsfluss auf allen Ebenen<br />

Datenbankbasierte Plattform optimiert den gesamten Prozess des Engineerings<br />

Workflows ohne unnötige Medienbrüche, in denen alle Mitarbeiter<br />

jederzeit auf dem gleichen Kenntnisstand sind und simultan arbeiten<br />

können, sind das A und O für ein effizientes Engineering. Die Basis dafür<br />

bietet eine datenbankbasierte Plattform, die sämtliche Disziplinen<br />

vereint. Und die nächste Stufe dieses Konzepts steckt schon in den<br />

Kinderschuhen: via Web-Server bereits erste Anlagenentwürfe direkt<br />

ins Engineering übertragen – und das von jedem Platz der Welt aus.<br />

Laut Gablers Wirtschaftslexikon beschreibt<br />

ein Workflow einen arbeitsteiligen Geschäftsprozess,<br />

durch den Aufgaben, Verarbeitungseinheiten<br />

und deren Beziehungsgeflecht<br />

festgelegt werden. Das Online-<br />

Lexikon „IT Wissen“ spricht von der strukturierten<br />

Steuerung logisch verknüpfter und<br />

in zeitlicher Abfolge zueinander stehender<br />

Vorgänge unter Beteiligung mehrerer Abteilungen.<br />

Im Engineering, besonders bei kom-<br />

Johanna Kiesel, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit<br />

bei der Aucotec AG in Hannover<br />

plexeren Anlagen, stehen jede Menge arbeitsteilige<br />

Vorgänge in einem logischen<br />

und zeitlichen Zusammenhang. Doch der<br />

Einsatz unterschiedlicher Werkzeuge und<br />

eine File-basierte Datenhaltung sind wie<br />

trennende Schleusen zwischen den Vorgängen<br />

– der Informationsfluss stockt. Auch<br />

wenn sich das Absprechen mit Kollegen<br />

anderer Abteilungen, das Umtragen, Mehrfacheingeben<br />

und Korrigieren von Daten<br />

ohne Weiteres einem Arbeitsablauf zurechnen<br />

lässt: Von flow kann da kaum<br />

die Rede sein.<br />

Um die heute höchst anspruchsvollen Engineering-Aufgaben<br />

wirklich fließend be-<br />

herrschen zu können, ist datenbankbasiertes<br />

Arbeiten, wie es die Plattform Engineering<br />

Base (EB) von Aucotec bietet, elementar.<br />

Nicht nur, weil das zentrale Datenmodel<br />

sämtliche Engineering-Informationen<br />

zu einer Anlage oder Maschine jederzeit<br />

jedem Beteiligten zur Verfügung<br />

stellt und Änderungen sofort automatisch<br />

für jeden ersichtlich sind. Sondern auch,<br />

weil die Nutzer der betroffenen Abteilungen<br />

wie Vertrieb, E-Konstruktion, Fluid/<br />

Pneumatik oder Verfahrenstechnik deutlich<br />

freier in ihrem Zeitmanagement sind. Sie<br />

müssen nicht mehr auf bestimmte Daten<br />

oder Informationen der Nachbar-Disziplinen<br />

warten, sondern können simultan<br />

arbeiten. Außerdem bedingt EBs Datenbank-Prinzip,<br />

dass man Objekte auch ohne<br />

grafische Entsprechung, also unabhängig<br />

vom Plan, in Listen oder im Explorer erstellen<br />

und editieren kann.<br />

Datenintegrationen<br />

automatisiert steuern<br />

Diesem Prinzip des hocheffizienten Workflows<br />

ohne unnötige Medienbrüche hat<br />

Aucotec mit dem Advanced Typical Manager<br />

78 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong>


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

Weit mehr als ECAD: System-Architektur der Engineering-Software EB, die bis hin<br />

zur Web-Ebene und Anbindung externer Applikationen stringent durchdacht ist<br />

(ATM) noch eine Komponente hinzugefügt,<br />

die die Fließgeschwindigkeit weiter erhöht:<br />

die automatisierte Konfiguration. Mit herkömmlichen<br />

Werkzeugen wird das Rohkonzept<br />

einer Maschine oder Anlage, also<br />

die in unterschiedlichen Listen festgehaltenen<br />

Anforderungen, händisch über mehrere<br />

Stufen ins Engineering übertragen und daraus<br />

die gewünschte Anlage erarbeitet.<br />

Der ATM hingegen entwickelt aus standardisierten,<br />

abstrakten Funktionsbeschreibungen<br />

mit übersichtlichem Variantenund<br />

Optionen-Handling automatisiert die<br />

reale Dokumentation. Dabei kann die Konfiguration<br />

direkt im Typical Manager vorgenommen<br />

werden, die relevanten Informationen<br />

zur Anlagenbeschreibung können<br />

aber auch aus anderen Quellen stammen,<br />

beispielsweise dem bestehenden ERP-System.<br />

Denn mit dem offen ausge legten EB<br />

funktioniert auch der Datenfluss in die<br />

„Nebenarme“ des Engineerings fließend – in<br />

beide Richtungen.<br />

Über einen individuell konfigurierbaren<br />

Projektstatus-Manager (PSM) lassen sich<br />

Arbeitsabläufe oder Datenintegrationen automatisiert<br />

steuern. Zudem gibt der PSM<br />

einen Überblick über die Fortschritte des<br />

jeweiligen Projekts, zeigt also quasi den<br />

Wasserstand an. Intelligentes Update- und<br />

Änderungsmanagement sind zusätzliche<br />

Deiche, die den Datenfluss sicher machen.<br />

Schneller kommt man heute nicht von der<br />

ursprünglichen Auslegung einer Anlage, die<br />

im Fall von EB nicht einmal von einem<br />

Technik-Profi stammen muss, zu einem<br />

konkreten, konsistenten Ergebnis. EB schafft<br />

einen Workflow, der Handarbeit – und damit<br />

Fehler – minimiert. So kommt das Engineering<br />

in Fluss – gezielt, ab-teilungsübergreifend,<br />

effizient, automatisiert. Ergebnis:<br />

Eine bessere Engineering-Qualität in kürzerer<br />

Zeit, und zwar durchgängig von der<br />

Angebots- oder Konzeptphase bis hin zu<br />

nach gelagerten Industrie-4.0-Prozessen wie<br />

Predictive Maintenance.<br />

Weltweite Mobilität ohne Grenzen<br />

Die Unabhängigkeit vom Arbeitsplatz wird<br />

noch weiter an Bedeutung gewinnen. Ohne<br />

die in einem zentralen Anlagenmodell gehaltenen,<br />

für alle simultan und an verteilten<br />

Orten bearbeitbaren Daten ist modernes, effizientes<br />

Engineering schon heute kaum realisierbar.<br />

Da den EB-Entwicklern von Anfang<br />

an klar war, dass die Dynamik in diesem<br />

Bereich nicht bis in jedes Detail vorhersehbar<br />

ist, haben sie mit Weitsicht ein System geschaffen,<br />

das jeden Weg in die Zukunft mitgehen<br />

kann. So gibt es bereits erste Ideen,<br />

den Web Communication Server für EB so<br />

weiterzuentwickeln, dass sich die erste Anlagen-Definition,<br />

die auf einer beliebigen<br />

Oberfläche ohne lokale System-Installation<br />

entstehen kann, via Webserver direkt ins<br />

Engineering übertragen lässt. Ein Konzeptteam<br />

könnte dann mit seiner An lagenidee,<br />

auf abstrakter Ebene nur über Funktionen<br />

und ihre Auslegungen konfiguriert, von jedem<br />

Platz der Welt aus den Advanced Typical<br />

Manager „füttern“. So ließe sich eine erste<br />

Kalkulation abrufen oder die reale Umsetzung<br />

im Engineering unmittelbar anstoßen.<br />

Bilder: Fotolia, Aucotec<br />

www.aucotec.com<br />

NEUGIER AUFNEUES.<br />

Das haben wir uns bei STEGObis heutebewahrt.Und<br />

genau deshalbgelingt es uns, immer neue Thermal<br />

Management Lösungen zu entwickeln,die nur ein Ziel<br />

haben: sensible elektronische Anwendungen vor Hitze,<br />

Kälteund Feuchtigkeit zu schützen.<br />

Ein gutes Beispiel für effektiven Elektronikschutz<br />

bietet der elektronische Temperatur-und Feuchteregler<br />

Hygrotherm ETF 012. Er ist Teil einer starken<br />

Regler-Generation, die in anspruchsvollen Anwendungen<br />

die Funktion der Komponenten kompromisslos<br />

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KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

01<br />

02<br />

Sicher gelenkt<br />

Kabelführungssystem erleichtert die Verlegung von<br />

Leitern, Kabeln und Kabelbäumen zur Schaltschranktür<br />

Aufgrund der zunehmenden<br />

Automatisierung und<br />

Dezentralisierung gewinnt das<br />

Kabelmanagement innerhalb<br />

und außerhalb des Schaltschranks<br />

immer mehr an Bedeutung. Im<br />

Fokus steht dabei – neben<br />

geeigneten Montage-Vorrichtungen,<br />

Markierungsmöglichkeiten und<br />

Schutzsystemen – auch die einfache<br />

Kabelführung im Schaltschrank.<br />

Möglich macht dies ein Kabel-<br />

Führungssystem, das Kabel und<br />

Leitungen in einer gelenkartigen<br />

Konstruktion sicher zur<br />

Schaltschranktür führt.<br />

Das Thema Kabelführung ist aufgrund<br />

der vielschichtigen Anforderungen ein<br />

durchaus anspruchsvolles. Denn immer<br />

häufiger muss eine wachsende Anzahl von<br />

Kabeln in zunehmend kleineren und kompakteren<br />

Anwendungen verlegt und angeschlossen<br />

werden. Auch heute noch werden<br />

Schaltschränke häufig dort mit Komponenten<br />

bestückt, wo sie dann auch verdrahtet<br />

werden. Auch hier greift der Trend zur Modularisierung<br />

– die Komponenten müssen<br />

nicht am gleichen Standort gefertigt und<br />

zusammengesetzt werden. Dieser Trend<br />

stellt zahlreiche neue Anforderungen an<br />

die Schaltschrankbauer sowie an die Her ­<br />

steller von Schaltschrank-Komponenten<br />

und ­Zubehör.<br />

Trotz zunehmender Digitalisierung der<br />

Produktion und Steuerung aus der Ferne<br />

werden weiterhin Bedien- und Anzeigegeräte<br />

in die Schaltschranktür eingebaut.<br />

Modular aufgebaute Schaltschränke erfordern<br />

zudem zahlreiche Steckverbindungen.<br />

Immer häufiger werden steckbare Kabelbäume<br />

auch maschinell konfektioniert. Dabei<br />

müssen entscheidende Weichen bereits<br />

in der Planungsphase gestellt werden, hier<br />

unterstützen CAD-Systeme diese Trends.<br />

Wo bisher Musterschränke gebaut wurden,<br />

um z. B. Kollisionsprüfungen durchzuführen,<br />

werden heute vermehrt 3-D-Planungstools<br />

eingesetzt. Auch in der Abbildung sämtlicher<br />

Komponenten im CAD-System liegt<br />

eine große Herausforderung.<br />

Kabelschlauch und Kabelstrumpf<br />

versus Schleppkette<br />

Die Leitungsführung kennt zwei gängige<br />

Lösungen: auf der einen Seite der Kabelschlauch<br />

und der Kabelstrumpf, auf der anderen<br />

Seite die Schleppkette. Kabelschlauch<br />

und Kabelstrumpf werden in aller Regel<br />

innen an der Schaltschrankwand und an<br />

der Tür befestigt. Meist werden dafür spezielle<br />

Halterungen sowie eventuell eine<br />

Zugentlastung benötigt, die Gewicht und<br />

Bewegung der Leitungen abfängt. Die Leitungen<br />

müssen durchgezogen werden, was<br />

je nach Länge des Schlauchs und der Leitungen<br />

bisweilen umständlich ist. Werden<br />

größere Leitungsbündel oder gar vorverdrahtete<br />

Stecker verwendet, ist ein Durchfädeln<br />

nahezu unmöglich.<br />

Die Schleppkette ist eine interessante<br />

Alternative, in welche die Kabel und Leitungen<br />

eingelegt werden. Die meisten Schleppketten<br />

sind für die Verwendung in verfahrbaren<br />

beweglichen Maschinen und Robotern<br />

ausgelegt. Schleppketten haben eine<br />

hohe Beweglichkeit und eine lange Lebensdauer.<br />

Allerdings ist der Platzbedarf hoch<br />

und die Montage bei der Anbindung an<br />

eine Schaltschranktür umständlich.<br />

Von beiden Systemen profitieren<br />

Das neue Kabelführungssystem CGS von<br />

Phoenix Contact vereint die Vorteile beider<br />

Systeme – es wurde speziell für die Leitungs-<br />

und Kabelführung vom Schaltschrankinnern<br />

zur -tür ausgelegt. Das entscheidende<br />

Moment dabei ist, dass die Tür<br />

sich bewegt – das impliziert, dass das CGS<br />

an die Bewegung der Tür ausgerichtet werden<br />

musste. Die Lösung liegt darin, dass<br />

das Kabelführungssystem wie ein Gelenk<br />

funktioniert. Die beiden Flansche werden<br />

in der Tür oder an der Schaltschrankwand<br />

Ruben Winter B.Eng. M.Sc., Produkt Marketing<br />

Clipline Energy, Industrial Cabinet Connectivity,<br />

Phoenix Contact GmbH & Co. KG, Blomberg<br />

80 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong>


03<br />

Nürnberg 28.-30.11.<strong>2017</strong> | Halle 10/414 | sps/ipc/drives<br />

Patchcordes mit gewinkeltem Abgang<br />

für optimale, sichere Leitungsführung<br />

vollumspritzte RJ45 | IP20<br />

sichere Datenübertragung | Cat5e<br />

Sie<br />

01 Durch den definierten Schwenkbereich ist die Darstellung im<br />

CAD-System – etwa für Kollisionsprüfungen – problemlos möglich<br />

02 Mit dem Kabelführungssystem lassen sich auch vorkonfektionierte<br />

Leitungen wie Datenleitungen in die Tür verlegen<br />

03 Mit der orangefarbenen Drehkulisse lassen sich die Drehgelenke<br />

werkzeuglos öffnen, um Leitungen und Kabel ein- oder nachzuführen<br />

es drehen<br />

Egal wie herum<br />

befestigt, dabei dienen sie gleichzeitig als Einführung für die Kabel<br />

und Leitungen.<br />

Das Kabelführungssystem besteht aus zwei Schenkeln und drei<br />

Gelenken. Durch diese Konstruktion sind der Bewegungsradius<br />

und damit auch der Platzbedarf des Systems bereits definiert. Dieser<br />

Umstand erleichtert die Abbildung des Systems im CAD.<br />

Das Kabelführungssystem wird mit den vormontierten Flanschen<br />

ausgeliefert. In diese Flansche ist eine Nut für einen Kabelbinder<br />

integriert, der für die Zugentlastung sorgt. Mit dieser Zugentlastung<br />

lassen sich das Gewicht der Leitungen und die Bewegung gut abfangen.<br />

Dabei gibt es zwei Positionen, an denen der Binder befestigt<br />

und an die Dicke des Kabelbaumes angepasst werden kann. Das<br />

Bohrbild der Flansche wurde zudem an die gängigen Lochraster<br />

der Schaltschrankhersteller angepasst – damit erübrigt sich bei<br />

zahlreichen Anwendungen aufwendiges Nacharbeiten wie etwa<br />

das Bohren.<br />

escha.net<br />

Schutz für Leitungen und Kabel<br />

Weil sich die Drehpunkte öffnen lassen, können Leitungen und<br />

Kabel auch mit Steckern sowie gebündelt eingelegt werden. Dazu<br />

dienen farbige Kulissen in den Drehpunkten, die im geschlossenen<br />

Zustand verrasten und damit verhindern, dass die Leitungen wieder<br />

herausrutschen. Durch die Farbe hebt sich die Kulisse vom Rest des<br />

Systems ab. Auf diese Weise lässt sich stets gut erkennen, ob das<br />

Gelenk geschlossen oder geöffnet ist.<br />

Das CGS-Führungssystem gibt es in zwei Ausführungen. Die<br />

Standard-Variante verzichtet auf die drehbaren Kulissen – die Leitungen<br />

werden durch die kurzen Durchlässe im Gelenk gefädelt.<br />

Dieses System eignet sich immer dann, wenn keine vorverdrahteten<br />

Stecker zum Einsatz kommen. Eine aufwendigere „Avcanced“­<br />

Variante – CGSA – verfügt über die oben beschriebenen drehbaren<br />

Kulissen, in die vorverdrahtete Kabelbäume auch mit Stecker<br />

eingeführt und auch nachgeführt werden können.<br />

Mit den als Zubehör erhältlichen Hauben, die paarweise geliefert<br />

werden, lässt sich das Führungssystem vollständig schließen – dabei<br />

werden die Leitungen besonders sorgfältig geschützt. Die tragenden<br />

Bestandteile des Führungssystems sind aus Polycarbonat gefertigt,<br />

das eine hohe Festigkeit aufweist. Das Material ist auch unempfindlich<br />

gegenüber Feuchtigkeit. Zudem genügen alle CGS-Bestandteile<br />

der Brennbarkeitsklasse V0 nach UL 94.<br />

www.phoenixcontact.de<br />

Egal wie herum Sie<br />

es drehen<br />

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Nürnberg 28.-30.11.<strong>2017</strong> | Halle 10/414 | sps/ipc/drives


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

Einfluss des Internet of Things<br />

Embedded-Systeme: Gerätehersteller werden zunehmend zu Software-Anbietern<br />

Die Grafik zeigt, wie das Internet der Dinge (IoT) und damit einhergehende Software-Revolution<br />

zu höheren Investitionen und Einnahmen für die Industrie führen<br />

Im IoT Zeitalter ist die Software der<br />

entscheidende Wachstumstreiber.<br />

Hersteller von Embedded Systemen<br />

sollten daher ihre Hardware um ein<br />

entsprechendes Software-Angebot<br />

erweitern. Nur so bleiben sie<br />

wettbewerbsfähig.<br />

dert hat, Produktportfolios zu konfigurieren<br />

und zu monetarisieren.<br />

Die Auswirkungen sind für alle Anbieter<br />

von Hardware-Produkten und Embedded-<br />

Systemen gleich: In allen Märkten findet<br />

eine deutliche Veränderung der Denkweisen<br />

statt. Für traditionelle Hersteller zum Beispiel<br />

von industriellen Steuerungen oder<br />

Medizingeräten, hat das enorme Konsequenzen.<br />

Wenn sie sich nämlich nicht hin<br />

zum Software-Unternehmen wandeln, riskieren<br />

sie fallende Gewinne und wegbrechende<br />

Marktanteile<br />

Gesteigerte Profitabilität<br />

Der Übergang zu Software-Geschäftsmodellen<br />

steht in direkter Korrelation zu erhöhten<br />

Gewinnen und das in erster Linie<br />

aufgrund der geringen Stückkosten und<br />

Variantenvielfalt der Hardware sowie auch<br />

durch sinkende Kosten für der Herstellung<br />

und des laufenden Betriebs. Software ist zudem<br />

von Natur aus rentabler als Hardware.<br />

Die Bruttomargen für reine Software-Unternehmen<br />

übersteigen oftmals 50 %, während<br />

die Hardware-Margen in losgrößenstarken<br />

Branchen oft sogar unter 10 % liegen.<br />

Der Paradigmenwandel hin zur Software<br />

führt aber auch zur Bestandsbereinigung,<br />

Konsolidierung der Bestände, schnelleren<br />

Verkaufszyklen und damit insgesamt auch<br />

zu einer operativ höheren Effizienz. Diese<br />

Transformation aber für Endanwender<br />

transparent, zuverlässig und sicher sowie<br />

ohne Einnahmeverluste durch Piraterie<br />

Weder für Hardware-Produkte noch für<br />

Embedded-Systeme ist Software ein<br />

neues Kapitel. Devices werden nämlich bereits<br />

seit vielen Jahren immer intelligenter,<br />

flexibel programmierbarer und sind zunehmend<br />

miteinander vernetzt. Geändert<br />

hat sich jedoch die Tatsache, dass die bislang<br />

eher tröpfelnde Produkt-Evolution mit<br />

dem Internet of Things (IoT) zu einer Flutwelle<br />

von echten Geschäfts-Revolutionen<br />

in Richtung softwarebasierter Geschäftsmodelle<br />

geworden ist. Marktführende Hardware-<br />

und Embedded-Systeme Hersteller,<br />

die eine Transformation hin zum Softwarebusiness<br />

vollzogen haben, profitieren<br />

am meisten davon, denn sie treiben dadurch<br />

auch den Erfolg ihrer Kunden voran.<br />

General Electric hat sich beispielsweise auf<br />

das Industrial Internet ausgerichtet und<br />

auch Rockwell <strong>Automation</strong> hat sich fest als<br />

Connected Enterprise Unternehmen positioniert.<br />

Auch das Software Programm<br />

Cisco One von Cisco Systems zeigt deutlich,<br />

wie sehr sich die Art und Weise veränumzusetzen,<br />

ist dabei eine große Herausforderung.<br />

Sie kann dabei recht elegant und<br />

effizient mit professionellen Monetarisierungslösungen<br />

neuester Auslegung gemeistert<br />

werden. Und hat man diesen Prozess<br />

erst einmal im Griff, kann man ihn auch<br />

mehrfach nutzen, und beispielsweise Upgrades<br />

für bereits bereitgestellte Produkte<br />

anbieten, um sich so neue Einnahmequellen<br />

bei Bestandskunden zu verschaffen.<br />

Hohe Agilität<br />

Softwaregetriebene Geschäftsmodelle ermöglichen<br />

auch ein höchst flexibles, softwareentwicklungstechnisch<br />

auch als agil<br />

umsetzbares Reagieren auf sich ändernde<br />

Kundenbedürfnisse und den damit einhergehenden<br />

Funktionsanforderungen. Anbieter<br />

können Software-Funktionen schnell<br />

ein- und ausschalten oder auf Anfrage beispielsweise<br />

über Clouds zusätzliche Kapazitäten<br />

freischalten. Wenn sie von einem<br />

entsprechenden Bereitstellungs- und Monetarisierungs-Layer<br />

unterstützt werden,<br />

können solche Vorgänge auch ohne manuelle<br />

Auftragsbearbeitung oder physikalische<br />

Neukonfigurationen mit wenigen Klicks<br />

ausgeführt werden. Um die Vorteile von<br />

solchen softwaregetriebene Geschäftsmodellen<br />

voll und ganz nutzen zu können,<br />

Ansgar Dodt ist Geschäftsführer und VP Global<br />

Sales für Software-Monetarisierung bei der<br />

Gemalto GmbH in München<br />

82 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong>


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

müssen Unternehmen jedoch lernen, ihre<br />

Lösungen auf Basis einer einzigen Cots<br />

Hardware aufzubauen, sodass Features und<br />

Funktionen rein elektronisch durch Lizensierung<br />

aktiviert, parametriert und optional<br />

auch aus der Ferne jederzeit auch aktualisiert<br />

werden können.<br />

IoT und kontinuierliche<br />

Verbesserungen<br />

Internet der Dinge basierte Applikationen<br />

setzten oft auf die Philosophie der umsetzungsorientierten<br />

Kennzahlen und Messgrößen,<br />

aus deren Analyse man Entscheidungen<br />

zur Verbesserung ableiten kann. Es<br />

gibt viele reale Beispiele, bei denen eine<br />

Datenerfassung und Analyse zu eindrucksvollen<br />

Verbesserungen bei Unternehmen<br />

geführt hat. Frost & Sullivan fand beispielsweise<br />

heraus, dass 82 % der Unternehmen,<br />

die einen intelligenten Fertigungsprozess<br />

implementiert haben, auch die Effizienz<br />

ihres Produktentwicklungsprozesses steigern<br />

konnten. Viele verzeichnen zudem durch<br />

die Einführung von IoT-Technologien in<br />

ihre Produktionslinien eine Zunahme des<br />

Produktionsausstoßes, der nicht selten bei<br />

20 bis 30 % liegt.<br />

Flexibilität bei Lagerware<br />

und Feature-Bundles<br />

Anbieter von Hardware und Embedded-<br />

Systemen wissen, dass ihre Kunden nur so<br />

viel vom Produkt erwerben und bezahlen<br />

wollen, wie sie tatsächlich brauchen. Wenn<br />

Hardware-Unternehmen anfangen, ihre<br />

Produkte auf die gleiche Weise wie Software-<br />

Unternehmen zu bauen, zu lizensieren und<br />

zu monetarisieren, sind sie zunehmend<br />

besser aufgestellt, den Prozess der Bereitstellung<br />

und Parametrierung von Features<br />

zu automatisieren, was dem Bedarf der<br />

Offensiv bewegen<br />

Kunden oder Endanwender, unmittelbare<br />

Lösungen zu erhalten, optimal entspricht.<br />

Software-Architekturen bieten hierzu eine<br />

immanente Produktagilität, die heute auch<br />

umfassend von einer zunehmend standardisierten<br />

Hardware unterstützt wird. Das<br />

Ergebnis: bessere Produkte, niedrigere Forschungs-<br />

und Entwicklungskosten sowie<br />

eine höhere Differenzierung vom Wettbewerb<br />

durch Software.<br />

Bild: Gemalto<br />

www.gemalto.com<br />

Aufgrund der Wachstumschancen, die sowohl durch die objektive Analysen von<br />

Marktforschern als auch durch Best Practice Beispiele belegbar sind, sollten sich<br />

Unternehmen offensiv in Richtung Software-basiertes Feature-Management,<br />

nutzungsbasierte Preisgestaltungen und virtualisierungsfreundliche Cloud-<br />

Architekturen bewegen. Moderne Systemlösungen zur Software-Monetarisierung<br />

unterstützen Anbieter dabei umfassend. Gleichzeitig bieten sie auch den Zusatznutzen,<br />

Herausforderungen wie den Schutz vor IP-Diebstahl, Produktfälschung<br />

und Umsatzverlusten meistern zu können, die bei Software-basierten Produkten<br />

unweigerlich auftreten.<br />

IMPRESSUM<br />

erscheint <strong>2017</strong> im 30. Jahrgang, ISSN: 2194-1157<br />

Redaktion<br />

Chefredakteur: Dipl.-Ing. (FH) Dirk Schaar<br />

Tel.: 06131/992-345, E-Mail: d.schaar@vfmz.de<br />

(verantwortlich für den redaktionellen Inhalt)<br />

Stv. Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke,<br />

Tel.: 06131/992-350, E-Mail: n.steinicke@vfmz.de<br />

Redakteurin: Alexandra Pisek M.A.,<br />

Tel.: 06131/992-266, E-Mail: a.pisek@vfmz.de<br />

Redaktionsassistenz: Ulla Winter,<br />

Tel.: 06131/992-347, E-Mail: u.winter@vfmz.de,<br />

Angelina Haas, Melanie Lerch, Petra Weidt<br />

(Redaktionsadresse siehe Verlag)<br />

Gestaltung<br />

Sonja Schirmer, Doris Buchenau, Anette Fröder,<br />

Mario Wüst<br />

Chef vom Dienst<br />

Dipl.-Ing. (FH) Winfried Bauer<br />

Anzeigen<br />

Oliver Jennen, Tel.: 06131/992-262,<br />

E-Mail: o.jennen@vfmz.de<br />

Andreas Zepig, Tel.: 06131/992-206,<br />

E-Mail: a.zepig@vfmz.de<br />

Helge Rohmund, Anzeigenverwaltung<br />

Tel.: 06131/992-252, E-Mail: h.rohmund@vfmz.de<br />

Anzeigenpreisliste Nr. 30: gültig ab 1. Oktober <strong>2017</strong><br />

www.vereinigte-fachverlage.info<br />

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vertriebsunion meynen GmbH & Co. KG,<br />

Große Hub 10, 65344 Eltville, Tel.: 06123/9238-266<br />

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(Fax: 06123/9238-267, E-Mail: vfv@vertriebsunion.de).<br />

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Jahresabonnement: Inland: € 62,- (inkl. Versandkosten)<br />

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Abonnements verlängern sich automatisch um ein<br />

weiteres Jahr, wenn sie nicht spätestens vier Wochen vor<br />

Ablauf des Bezugsjahres schriftlich gekündigt werden.<br />

Verlag<br />

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INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong> 83


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

„Nervenbahnen“, die Industrie 4.0<br />

erst möglich machen<br />

Schnelle und robuste Industrie-Datenkabel halten widrigen<br />

Umgebungsbedingungen stand<br />

Mit der Übernahme von Ceam Cavi Speciali, eines italienischen Hersteller von Datenleitungen für<br />

industrielles Ethernet und Feldbus, stärkt die Lapp Gruppe ihre Position im wachsenden Markt für<br />

Industrie-Datenkabel. Im Portfolio enthalten sind Leitungen mit hohen Datenübertragungsraten,<br />

die Langlebigkeit garantieren und für enge Biegeradien ausgelegt sind.<br />

Industrie 4.0 macht auch vor Kabeln und<br />

Leitungen nicht halt. Besonders die Anforderungen<br />

an Datenleitungen sind in den<br />

letzten Jahren erheblich gestiegen und damit<br />

auch die Anforderungen an die Hersteller.<br />

Die Lapp Gruppe war hier immer schon gut<br />

aufgestellt mit ihren Unitronic- und Etherline-Leitungen<br />

für industrielles Ethernet<br />

und Feldbusse. Die kommen aus Italien: von<br />

Ceam Cavi Speciali. In Monselice bei Padua<br />

entwickeln und fertigen 110 Mitarbeiter für<br />

Lapp Leitungen des Unitronic und Etherline-Portfolios.<br />

Ceam-Leitungen gelten als<br />

zuverlässig bei den Datenübertragungseigenschaften<br />

und der Langlebigkeit – nicht<br />

zuletzt dank eines hochautomatisierten<br />

Herstellungsprozesses und vielen Jahren<br />

Erfahrung. Aus der Partnerschaft zwischen<br />

den beiden Unternehmen ist im Oktober<br />

2016 eine Ehe geworden: Lapp hat Ceam<br />

übernommen. Damit holt sich die Lapp<br />

Gruppe Kompetenz bei der Entwicklung<br />

und Herstellung von Industrie-Datenkabeln<br />

ins eigene Haus. „Das profitable<br />

Geschäft von Ceam ist ein Schlüsselbau-<br />

Bernd Müller, freier Journalist, Bonn<br />

stein in der Wachstumsstrategie der Lapp<br />

Gruppe“ sagt Georg Stawowy, Vorstand<br />

Technik und Innovation der Lapp Holding.<br />

Den Anforderungen stets<br />

eine Nasenspitze voraus<br />

Für die bisherigen Ceam-Kunden soll sich<br />

durch den Eigentümerwechsel nichts ändern.<br />

Sie profitieren von der zusätzlichen Expertise<br />

bei Datenleitungen aus Italien, weil das<br />

Unternehmen ihre Anforderungen schneller<br />

in neue leistungsfähige Produkte umsetzen<br />

kann. Das ist besonders wichtig im sich<br />

schnell entwickelnden Markt für Netz- und<br />

Datentechnik, der die Basis für die rasante<br />

Entwicklung in der Automatisierungstechnik<br />

und bei Industrie 4.0 ist, etwa durch die<br />

Vernetzung der Maschinen und die Zunahme<br />

der Sensorik. So übernehmen Roboter<br />

immer mehr Aufgaben in Kooperation<br />

mit dem Menschen – dazu müssen sie sehen<br />

und fühlen können, etwa mit Kameras für<br />

die Qualitätsinspektion oder taktiler „Haut“,<br />

um Kollisionen zu vermeiden.<br />

Kabel dürfen da nicht zum Engpass werden,<br />

sie sind die „Nervenbahnen“, die Industrie<br />

4.0 erst möglich machen. „Bei Lapp<br />

haben wir den Anspruch, den wachsenden<br />

Anforderungen stets eine Nasenspitze voraus<br />

zu sein“, so Stawowy. Eine Maßnahme<br />

sind Leitungen mit immer höheren Datenübertragungsraten.<br />

Ein Beispiel ist die erste<br />

torsionsfähige und Profinet-konforme Cat.7-<br />

Leitung der Welt. Sie heißt Etherline Torsion<br />

Cat.7. Es gibt auch eine Variante für die Installation<br />

in Schaltschränken, in denen es<br />

eng zugeht. Diese heißt Etherline Flex Cat.7.<br />

Langlebigkeit als<br />

Grundvoraussetzung<br />

Doch Geschwindigkeit ist nur die halbe<br />

Miete, es gehört immer auch die Langlebigkeit<br />

dazu. Das erwarten die Kunden, die<br />

vorwiegend aus Branchen wie dem Maschinenbau,<br />

der Robotik, der Bahntechnik oder<br />

der Lebensmittelindustrie kommen. Die<br />

Standards, die man z. B. von Ethernet-Leitungen<br />

aus dem Büro kennt, reichen in der<br />

Fabrik nicht aus – dort kommen sie mit<br />

aggressiven Ölen oder Reinigungsmitteln in<br />

Berührung, es können sehr hohe oder tiefe<br />

Temperaturen herrschen, oder die Leitungen<br />

werden millionenfach hin und her bewegt.<br />

Robuste Kabel sind zudem einfacher zu<br />

verlegen, weil für sie keine zusätzlichen<br />

Schutzmaßnahmen notwendig sind wie ein<br />

84 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong>


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

Kabelkanal oder zusätzliche Maßnahmen,<br />

um das Kabel unter dem Boden zu verlegen.<br />

Kunden erwarten, dass Produkte auch<br />

nach zehn Jahren noch einwandfrei funktionieren,<br />

und somit im Falle der oben<br />

genannten Datenkabel auch dann noch die<br />

Cat.7-Spezifikation erfüllen. Weniger robuste<br />

Leitungen können dagegen mit der<br />

Zeit ihre Eigenschaften verlieren. Es muss<br />

dann nicht unbedingt zu Kurzschlüssen<br />

kommen, aber möglicherweise bilden sich<br />

feine Risse in der Isolation oder in der<br />

Schirmung, was zu Störungen bei der Übertragung<br />

und damit zu einem Absinken der<br />

Datenrate führt.<br />

Dünne Leitungen für<br />

enge Biegeradien<br />

Um das zu verhindern, ist ein lückenloses<br />

Qualitätsmanagement notwendig. Im Falle<br />

Ceam bedeutet das, dass in jedem Schritt<br />

der Kabelherstellung Qualitätstests ausgeführt<br />

werden – entweder automatisch über<br />

Sensoren oder manuell durch die Mitarbeiter.<br />

Die Daten aus den Qualitätsprüfungen<br />

werden im Computer gesammelt und lassen<br />

sich jederzeit nachvollziehen.<br />

Geschwindigkeit und Robustheit – auch<br />

das reicht noch nicht. Weil Roboter immer<br />

kompakter werden und Leitungen zunehmend<br />

im Roboter-Arm und damit in engen<br />

Biegeradien verlegt werden, müssen auch<br />

die Verbindungssysteme kompakter sein.<br />

Die neuen Etherline-Varianten sind deswegen<br />

besonders dünn. Dabei hilft z. B. der<br />

Prozess der Skin-Foam-Skin-Extrusion bei<br />

der Aderisolation, den Ceam anwendet.<br />

Dabei wird die Aderisolation in einem<br />

Schritt von drei Exrudern in drei Schichten<br />

aufgebracht: Die Extruder 1 und 3 erzeugen<br />

innen an der Litze sowie außen auf dem<br />

Isolator eine glatte Haut, die dazwischenliegende<br />

Schicht wird im Moment des Extrudierens<br />

mit Stickstoff aufgeschäumt. Da<br />

das Stickstoffgas ein besserer Isolator als<br />

Kunststoff ist, werden einerseits hohe Übertragungsgeschwindigkeiten<br />

auch über größere<br />

Distanzen möglich. Andererseits kann<br />

die Isolation dünner ausfallen, was den<br />

Durchmesser der Leitung reduziert. Dazu<br />

ist es essenziell, die richtige Größe und die<br />

gleichmäßige Verteilung der Stickstoffblasen<br />

zu erzielen. Und passend zu den<br />

dünnen Leitungen hat Lapp neue kompakte<br />

und modulare Steckverbindungssysteme<br />

im Programm.<br />

01 Im Skin-Foam-Skin-Prozess bringen<br />

drei Extruder die Aderisolation auf,<br />

die so besonders dünn ausfallen kann<br />

02 Ceam entwickelt und fertigt in Italien<br />

industrielle Datenleitungen in höchster Qualität<br />

03 Beispiel für eine Skin-Foam-Skin-Extrusion<br />

Kompetenzzentrum<br />

für Datenleitungen<br />

Insofern ergänzen sich die Expertisen von<br />

Lapp als Hersteller von Verbindungssystemen<br />

und Ceam als Spezialist für Hochgeschwindigkeits-Datenleitungen.<br />

Die neuen<br />

Etherline Cat.7-Leitungen sind ein gutes<br />

Beispiel für die langjährige fruchtbare<br />

Zusammenarbeit. Die Entwicklung dieser<br />

Leitungen hat bereits vor der Übernahme<br />

stattgefunden. In Zukunft will Lapp Ceam<br />

als Kompetenzzentrum für Datenleitungen<br />

der Lapp Gruppe auf- und für Etherline-Lösungen<br />

ausbauen. Überschneidungen<br />

oder gar Konkurrenz innerhalb der<br />

Gruppe werde es nicht geben, versichert<br />

Georg Stawowy, da beide Unternehmen<br />

schon in der Vergangenheit eng kooperiert<br />

haben. „Im Gegenteil: Die Erfahrungen<br />

von Lapp und Ceam ergänzen sich sehr<br />

gut, dadurch ergeben sich für beide Seiten<br />

neue Perspektiven.“<br />

www.lappkabel.de<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong> 85


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

Kompakte, robuste und gut sichtbare<br />

Not-Halt-Taste<br />

Das wichtigste Sicherheits-Bedienelement, die Not-Halt-Taste,<br />

gibt es mit der Baureihe 61 von EAO in einer besonders<br />

kompakten und robusten Ausführung. Die Tasten der Reihe<br />

eignen sich besonders für mobile Bedieneinheiten und können<br />

direkt an der Maschine und an gut erreichbaren Stellen verbaut<br />

werden. Die Einbautiefe ist mit 21,2 mm sehr gering. Die<br />

Monoblock-Bauweise bietet einen manipulationssicheren<br />

Auslösemechanismus für die Unter-brechung der elektrischen<br />

Kontakte sowie eine grüne<br />

Ringmarkierung zum Anzeigen,<br />

ob die Taste betätigt wurde. Die<br />

Auslösung der Schalt-elemente<br />

ist mechanisch entkoppelt. Die<br />

Frontschutzart beträgt IP69K<br />

und IP67. Jede Taste kann mit<br />

bis zu drei individuellen<br />

Öffnern oder Schließern, einer<br />

Druckhaube mit 27 oder 40 mm Durchmesser und optional mit<br />

einer 24 V DC LED kombiniert werden. Die optionale Ausleuchtung<br />

mit der zentrierten LED macht das Gerät selbst bei<br />

schwachen Lichtverhältnissen deutlich sichtbar.<br />

www.eao.com<br />

Sicherheitszuhaltung mit höchstem<br />

Manipulationsschutz<br />

Die Aux-Variante der AZM300-AS, eine Sicherheitszuhaltung von<br />

Schmersal mit integrierter AS-i-Safety-at-Work-Schnittstelle,<br />

erreicht bei der sicheren zweikanaligen Entsperrfunktion das<br />

höchste Sicherheitsniveau PL e<br />

und erfüllt damit die Norm<br />

ISO 14119. Aufgrund der<br />

integrierten RFID-Technologie<br />

erreicht sie die Codierstufe<br />

„hoch“ und gewährleistet so<br />

einen hohen Manipulationsschutz.<br />

Neben der Aux-Power-<br />

Version ist die Sicherheitszuhaltung<br />

auch in der AS-i-<br />

Power-Variante erhältlich.<br />

Über den Feldbusstandard AS-i<br />

können nicht sichere und sichere Schalter, Sensoren sowie<br />

Zuhaltungen einfach verdrahtet werden. AS-i-Sicherheitslösungen<br />

bieten weitreichende Diagnosemöglichkeiten und ermöglichen so<br />

z. B. eine frühzeitige Fehlererkennung. Darüber hinaus gestattet<br />

AS-I-Safety-at-Work den Aufbau individuell skalierbarer Sicherheitslösungen<br />

für unterschiedliche Maschinengrößen.<br />

www.schmersal.com<br />

Schaltschränke effizient passiv kühlen<br />

Die Lebensdauer elektrotechnischer Komponenten hängt stark<br />

von der Temperatur ab. Als Idealtemperatur zwischen Lebensdauer<br />

der Komponenten und Aufwand für die Schaltschrank-<br />

Klimatisierung wird meist eine Temperatur von 35 °C gewählt.<br />

Für die Abführung der Verlustleistung aus dem Schaltschrank<br />

gibt es zwei Möglichkeiten: Die aktive oder passive Kühlung. Bei<br />

der aktiven Kühlung sind zusätzliche Geräte notwendig. Bei der<br />

passiven Entwärmung erfolgt der Wärmetransport über die Schaltschrankwände.<br />

Gleichzeitig ist der<br />

EMV-Schutz eines geschlossenen<br />

Schaltschranks einfacher. Entscheidend<br />

für die Entwärmung sind das<br />

Material bzw. der Wärmeübertragungskoeffizient<br />

des Schaltschrankmaterials<br />

und die Schaltschrankoberfläche.<br />

Die effektive<br />

Schaltschrankoberfläche ist bei<br />

gegebener Schaltschrankgröße<br />

maximal, wenn der Schrank frei im<br />

Raum steht. Sie verringert sich<br />

durch Anreihung mehrerer Schaltschränke,<br />

Wandanbau oder<br />

Abdeckung der Dachflächen.<br />

Wenn die Verlustleistung und die<br />

Umgebungstemperatur gegeben<br />

sind, lässt sich die mittlere<br />

Temperatur im Inneren des Schaltschranks berechnen. Liegt die<br />

berechnete über der gewünschten Innentemperatur, ist keine<br />

aktive Kühlung notwendig. Wenn ein etwas größerer Schaltschrank<br />

verwendet wird, kann dies ausreichen. Eine weitere Möglichkeit<br />

besteht darin, Komponenten mit hoher Verlustleistung außerhalb<br />

des Schaltschranks zu installieren. Mit geschickter Planung einer<br />

Steuerungs- und Schaltanlage lassen sich Kosten für die Entwärmung<br />

effektiv sparen.<br />

www.rittal.de<br />

Energieketten noch einfacher<br />

konfektionierbar<br />

Igus hat seine Wabenzugentlastung CFU für E-Ketten weiterentwickelt.<br />

Mit ihr muss nicht mehr jede Leitung an der Energiekette<br />

einzeln fixiert werden, sondern die Leitungen und Schläuche<br />

werden in die Wabe eingelegt und verschlossen. Dabei legen sich<br />

die Außenwände der Wabenhohlräume um die Leitungen. Die<br />

optimierte Version kann durch den bündigen Abschluss mit dem<br />

E-Ketten-Anschlusselement in freitragenden und gleitenden<br />

Anwendungen eingesetzt werden. Der vertikale Aufbau ermöglicht<br />

eine leichte Skalierung für individuelle Kettenbreiten. Unterschiedliche<br />

Leitungen werden einfach in die vertikalen Reihen<br />

eingelegt, das System wird<br />

geschlossen und anschließend<br />

oben verschraubt. Optionale Clips<br />

an den Seitenteilen verbinden<br />

Energiekette und Zugentlastung.<br />

Mit der Wabenzugentlastung kann<br />

der Konstrukteur die E-Kette und<br />

Zugentlastung einplanen, bevor er<br />

die genaue Leitungsbelegung<br />

kennt. Im späteren Verlauf lässt sie<br />

sich unkompliziert ändern.<br />

im Internet:<br />

www.igus.de<br />

www.industrielle-automation.net<br />

86 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong>


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

LED-Großanzeigen mit neuer<br />

Ansteuerung<br />

Die grafikfähigen<br />

LED-Großanzeigen aus<br />

der Migra-Reihe von<br />

Microsyst verfügen ab<br />

sofort über ein neues<br />

Ansteuerungskonzept.<br />

Darüber hinaus sind die<br />

neuen Migra-Anzeigesysteme<br />

in auch in sieben Leuchtfarben erhältlich – bislang wurde<br />

maximal das Dreifarbspektrum abgedeckt. Damit eröffnen sich<br />

auch im Bereich der grafikfähigen LED-Großanzeigen neue<br />

Möglichkeiten der Darstellung: Ziffern, Buchstaben, Zahlen und<br />

Grafiken werden leuchtstark und kontrastreich, jedoch durch die<br />

Farbvielfalt noch weitaus differenzierter dargestellt. Die neue<br />

integrierte Steuerplatine ist für die eigenständige Ermittlung,<br />

Berechnung und Protokollierung von Messwerten konzipiert.<br />

Über die Konfigurationssoftware wird die Platine adaptiert und<br />

mit Daten versorgt. Das Konzept macht sowohl Anzeigesysteme<br />

als auch autarke Kleinsteuerungen für unterschiedliche Aufgaben<br />

verwendbar. Die Logik des Anzeigesystems kann werkseitig oder<br />

vor Ort programmiert werden. Klassische Anwendungsfälle<br />

betreffen bspw. programmierbare Reaktionen auf Zustände und<br />

Ereignisse mit direkter Ausgabe am Display oder auf einer<br />

Schnittstelle.<br />

www.microsyst.de<br />

Hochflexible Allround-Schlauchleitung<br />

Eine halogenfreie und flammwidrige Gummischlauchleitung, die<br />

zudem für den ständigen Einsatz im Wasser geeignet ist, ist die<br />

H07RN-F Premium von TKD Kabel. Sie erlaubt eine Betriebstemperatur<br />

bis + 90 °C und ist fest verlegt bis - 50 °C kältebeständig.<br />

Gegenüber dem Standardmodell H07RN-F bietet sie außerdem<br />

eine geringere Verlustleistung und eine höhere Strombelastbarkeit.<br />

Eingesetzt werden kann sie z. B. in explosionsgefährdeten<br />

Bereichen, in landwirtschaftlichen Betrieben, auf Baustellen, an<br />

Kran- und Hafenanlagen, in Kläranlagen oder in der Veranstaltungstechnik.<br />

Sie ist sowohl für die feste Verlegung auf Putz oder Bauteilen<br />

als auch für flexible Anwendungen mit hohen mechanischen,<br />

thermischen oder elektrischen Anforderungen geeignet. Im<br />

Wasser – außer Trinkwasser – kann sie bewegt in bis zu 10 m Tiefe<br />

eingesetzt werden, fest verlegt in bis zu 100 m Tiefe, auch in<br />

Salzwasser. Sie lässt sich mit einer Betriebsspannung von bis zu<br />

1 000 V verwenden.<br />

www.tkd-kabel.de<br />

Anzeige<br />

Zuverlässigkeit im Industrieeinsatz durch<br />

DNV-GL-zertifizierte Signalgeber von Pfannenberg<br />

Kontakt<br />

Pfannenberg Europe GmbH<br />

Werner-Witt-Str. 1<br />

D-21035 Hamburg<br />

Tel: +49 73412-0<br />

Fax: + 49 73412-101<br />

Die DNV-GL-Signalgeräte erweisen<br />

sich dank verwindungssteifen Kunststoffgehäusen<br />

mit Schlagfestigkeit IK08<br />

als besonders robust<br />

Email: info@pfannenberg.com<br />

Web: www.pfannenberg.com<br />

Messen etc.<br />

SPS IPC Drives<br />

Halle 5, Stand 339<br />

In rauen Industrieanwendungen müssen<br />

Signalgeräte starken Erschütterungen,<br />

andauernden Vibrationen oder harten<br />

Stößen standhalten. Leistungsstarke<br />

DNV-GL-zertifizierte Signalgeber von<br />

Pfannenberg eignen sich dabei optimal für<br />

Industrien mit hohen Anforderungen.<br />

Dazu zählt nicht nur die maritime<br />

Industrie: Sie kommen auch in der Schwerund<br />

Automobil-Industrie, bei Hafenanlagen<br />

und Werften, Lager- und Transportbereichen<br />

der Logistik bis hin zur<br />

prozesstechnischen Anlagen der Baustoff-,<br />

Holz-, Glas- und Pharmaindustrie zum<br />

Einsatz. Zertifizierungen der DNV-GL sind<br />

weltweit führend und gelten durch<br />

strengen Bewertungskriterien als<br />

Qualitätssiegel für Robustheit und<br />

Zuverlässigkeit. Zu den DNV-GL-zertifizierten<br />

Geräten zählen dabei unter<br />

anderem die Schallgeber der DS-Serie,<br />

XENON-Blitzleuchten der PMF-Serie<br />

sowie PAX Blitzschallgeber-Kombinationen<br />

der PATROL-Serie.<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong> 87


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

Autonomer Betrieb von Prozesskranen<br />

Steigende Produktnachfragen aufgrund<br />

wachsender Bevölkerungszahlen<br />

erfordern meist kürzere<br />

Material-Umschlagszeiten. Das<br />

gilt im Schüttgutbereich bei der<br />

Biomasse-Verwertung oder in der<br />

Zementindustrie und im Stückgutumschlag<br />

von z. B. Papier oder<br />

Stahl-Coils bzw. bei der Containerlagerung.<br />

Ein 24/7-Betrieb mit<br />

möglichst gleichbleibender Lagergeometrie<br />

in Altanlagen und ohne zusätzlichen Personaleinsatz<br />

ist zu gewährleisten. Das Unternehmen Aucoteam ist seit 2004 mit<br />

der Prozessautomation von Brückenkranen am Markt. Ein hochflexibles<br />

Kranmanagement und Lagerverwaltungssystem mit frei<br />

einstellbarer Lagergeometrie ermöglicht eine effiziente Auslastung<br />

der vorhandenen Lagerkapazitäten. Jede Anlage wird vor der<br />

Inbetriebnahme unter Verwendung von detailgetreuen Anlagensimulationen<br />

überprüft. Über einen gesicherten Fernzugang<br />

haben Anwender bzw. ihr Service-Team die Anlage(n) jederzeit<br />

im Blick, 24/7 weltweit.<br />

www.aucoteam.de<br />

Mehr Funktionen, mehr Speed<br />

Mit Mechanismen zur Automatisierung<br />

von Konstruktionsprozessen<br />

und vielen Schnittstellen in die<br />

Fertigung, zu PLM-, ERP- und<br />

anderen IT-Systemen eröffnet die<br />

WSCAD Suite 2018 neue Möglichkeiten<br />

für Planung, Entwicklung<br />

und Konstruktion. Eine neue<br />

Funktion ohne Zusatzkosten ist<br />

z. B. die Add-On Advanced Project<br />

Structure (APS) für eine disziplinübergreifende, normengerechte<br />

Produktgliederung mit übergeordneten Strukturkennzeichen. Für<br />

die Gebäudeautomation sind im Modul Building <strong>Automation</strong> vier<br />

neue Plugins für Datenpunktschlüssel verfügbar. Im Modul<br />

Cabinet Engineering ist die 3D-Ansicht überarbeitet: 3D-Daten<br />

im Step-Format aus wscaduniverse.com oder anderen Portalen<br />

werden über die Artikelverwaltung zugewiesen. Ebenfalls neu ist<br />

die kostenlose WSCAD Augmented Reality App. Darüber hinaus<br />

können nun Lizenzen über ein Online-Portal verwaltet und bis zu<br />

30 Tage ausgeliehen werden. Eine Übersicht über alle Neuerungen<br />

findet sich unter www.wscad.com/suite2018.<br />

www.wscad.com<br />

Unterstützung bei kritischen Betriebsabläufen<br />

Eine integrierte, modulare Softwaresuite mit Funktionen entlang<br />

der Wertschöpfungskette auf Industrie- und Infrastrukturmärkten<br />

ist die Ecostruxure Industrial Software Platform von Schneider<br />

Electric. Sie unterstützt bei komplexen und unternehmenskritischen<br />

industriellen Betriebsabläufen. Sie ist ein Neuzugang zur<br />

bestehenden Ecostruxure-Platform, einer IoT-fähigen offenen<br />

Architektur mit Plug-&-Play-Komponente, die End-to-End-<br />

Lösungen für Gebäude, Rechenzentren, Industrie und Infrastruktur<br />

bereitstellt. Die Industrial Software Platform ist hardware- sowie<br />

systemunabhängig und kann maßstabsgerecht und modular<br />

installiert werden. Sie ist im Abonnement, als SaaS oder ohne<br />

Beschränkung erhältlich und kann mit allen Funktionen entweder<br />

vor Ort oder cloudbasiert bereitgestellt werden. Mit branchenspezifischer<br />

Funktionalität verbessert sie Technik, betriebliche<br />

Abläufe, Anlagenmanagement sowie die Befähigung von<br />

Mitarbeitern.<br />

www.schneider-electric.de<br />

Inserentenverzeichnis Heft 6/<strong>2017</strong><br />

Amsys, Mainz57<br />

Analog Microelectronics, Mainz73<br />

<strong>Automation</strong>24, Essen 9<br />

B&R Industrie-Elektronik,<br />

Bad Homburg31<br />

Balluff, Neuhausen 7<br />

Bihl+Wiedemann, Mannheim13<br />

CE-CON, Bremen41<br />

Conrad Electronic, Hirschau53<br />

Delphin, Bergisch Gladbach 5<br />

E-T-A, Altdorf37<br />

Eckelmann, Wiesbaden61<br />

Electronic Assembly, Gilching52<br />

EPSG, Fredersdorf-Vogelsdorf17<br />

Escha, Halver81<br />

Euchner, Leinfelden-Echterdingen77<br />

Falcon Illumination MV,<br />

Untereisesheim50<br />

Fränkische Inudustrial Pipes,<br />

Königsberg85<br />

FuehlerSysteme, Nürnberg27<br />

Goldammer, Wolfsburg59<br />

Helukabel, Hemmingen11<br />

Hydac International, Sulzbach75<br />

Icotek, Eschach51<br />

Igus, Köln19<br />

Itema, Merseburg54<br />

Jumo, Fulda55<br />

Leoni Special Cables, Friesoythe63<br />

Micro-Epsilon, Ortenburg 3<br />

MTS Sensor Technologie, Lüdenscheid35<br />

Novotechnik, Ostfildern47<br />

Panasonic Electric Works, Ottobrunn23<br />

PEAK-System Technik, Darmstadt39<br />

Pepperl+Fuchs, Mannheim30<br />

Pfannenberg, Hamburg87<br />

Posital Fraba, Köln10<br />

R3 - Reliable Realtime Radio<br />

Communications, Berlin71<br />

Rittal, Herborn 32 + 33<br />

Schmersal, Wuppertal29<br />

Schubert System Elektronik,<br />

Neuhausen49<br />

Sensitec, Lahnau21<br />

Sika, Kaufungen 6<br />

Spektra, Dresden55<br />

Stego, Schwäbisch Hall79<br />

Stöber, Pforzheim4. US<br />

The Mathworks, Ismaning 2.US<br />

Turck, Mülheim45<br />

TWK, Düsseldorf61<br />

Universal Robots, DK-Odense65<br />

Wachendorff Prozesstechnik,<br />

Geisenheim69<br />

Weidmüller, Detmold 8<br />

WIBU-Systems, Karlsruhe25<br />

Zirox, Greifswald43<br />

Beilage:<br />

Profibus, Karlsruhe<br />

Effizientes Modell der Kabeleinführung<br />

Icotek wird eine neue Stufe der effizienten Kabeleinführung<br />

vorstellen. Die komplett neu überarbeitete Kabeleinführungsleiste<br />

der werkzeuglosen Kel-Quick-Baureihe ist ein kompaktes<br />

System zur schnellen und problemlosen Einführung<br />

sowie Abdichtung vorkonfektionierter Leitungen<br />

sowie Schläuchen und Pneumatikleitungen.<br />

Verwendung finden die bisher gängigen und<br />

im Markt eingesetzten geschlitzten Tüllen des<br />

Herstellers der Serie QT. Neu ist u. a. der<br />

Abschlussdeckel kopfseitig, der auf den<br />

bestückten Rahmen aufgerastet wird.<br />

Diese Baureihe setzt auf Ausbrüche für<br />

24-/16-/10-polige schwere Steckverbinder<br />

sowie Ausbrüche der Größe 36 × 46 mm auf.<br />

Die werkzeuglose leichte Montage erfolgt<br />

entweder durch Anschrauben oder durch<br />

Einrasten in den Kel-Snap-Rahmen. Spätere Nachrüstungen und<br />

Servicearbeiten sind bequem durchführbar. Die Garantie konfektionierter<br />

Leitungen bleibt erhalten. Mit der Kel-Quick-E ist<br />

zusätzlich eine einreihige Variante erhältlich. Die neue Baureihe<br />

ist neben einer Vielzahl an Zulassungen und Zertifikaten geprüft<br />

nach IP54 und UL.<br />

www.icotek.com<br />

88 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong>


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

Dezentrale Stromversorgung<br />

in neuer Dimension<br />

Das Schaltnetzgerät Emparro67<br />

Hybrid aus dem Hause Murrelektronik<br />

verlagert nicht nur die Strom-versorgung<br />

aus dem Schaltschrank ins<br />

industrielle Feld. Mit zwei integrierten<br />

Kanälen zur 24-VD C-Lastkreisüberwachnung<br />

überwacht es auch die<br />

Ströme für hohe Betriebssicherheit.<br />

Mit den vollvergossenen IP67-Schaltnetzteilen<br />

des Geräts werden bis zu<br />

93,8 % der eingesetzten Energie umgesetzt. Die Wandlung von<br />

230 V AC auf 24 VD C erfolgt direkt am Verbraucher. Dadurch<br />

reduzieren sich Leitungsverluste. Schaltschränke können kleiner<br />

dimensioniert und manchmal sogar weggelassen werden. Die<br />

beiden Mico-Kanäle dienen der elektronischen Stromüberwachung<br />

von z. B. separaten Anlagenteilen, Sensoren, Aktoren oder<br />

Feldbusmodulen. Das Gerät verfügt über eine IO-Link-Schnittstelle<br />

und kann als Device mit einem übergeordneten IO-Link-<br />

Master kommunizieren. Damit kann man es in durchgängig<br />

vernetzten intelligenten Anwendungen einsetzen, etwa zur<br />

Überwachung der Lebensdauer eines Gerätes.<br />

www.murrelektronik.com<br />

Kabelschutz durch<br />

Wellrohr-Verschraubung<br />

Der Zulieferer für Industrie,<br />

Handwerk und Schiffbau<br />

Wiska führt eine Neuentwicklung<br />

im Kabelschutz<br />

ein: die Verschraubung für<br />

Wellrohre Bracefitting. Die<br />

Verschraubung aus hochwertigem<br />

Kunststoff ist so entwickelt, dass sie<br />

umfassenden Schutz bietet und zeitsparend<br />

in der Handhabung ist. Neben dem umfassenden Schutz spart das<br />

neue Produkt vor allem Zeit bei der Montage und der Wartung.<br />

Der Verschluss ist so konzipiert, dass er umfassend in das Wellrohr<br />

greift und sich mit einem einfachen Standardwerkzeug in<br />

Sekundenschnelle öffnen und wieder schließen lässt. Durch den<br />

Zwei-Komponenten-Spritzguss ist der Dichtungsring direkt mit<br />

dem Produkt verbunden. Das sorgt für perfekte Dichtungseigenschaften<br />

und dafür, dass der Ring bei der Montage nicht verloren<br />

gehen kann. Neben der Wellrohrverschraubung bietet Wiska<br />

ebenso die zugehörigen Wellrohre aus Kunststoff und das metallische<br />

Programm aus Schutzschlauchverschraubungen und<br />

-schläuchen an.<br />

www.wiska.de<br />

Lichtvorhang mit integrierter Muting-Logik<br />

Der Lichtvorhang Safegate von Reer kann dank seines modularen<br />

Aufbaus und der integrierten Muting-Logik flexibel zum Einsatz<br />

kommen. L- und T-Muting sowie Parallel- und Kreuz-Muting sind<br />

mit den voreingestellten und vorkonfigurierten Muting-Armen einfach<br />

zu realisieren. Die integrierte Muting-Lampe zeigt über Farben<br />

und Impulse den Status des Lichtvorhanges an. Für komplexere<br />

Anwendungen ist der Lichtvorhang individuell programmierbar<br />

und bei unübersichtlichen, lückenhaften Ladungen lassen sich<br />

fünfstrahlige Fotozellen als Muting-Sensoren verwenden. Den<br />

Vertrieb in Deutschland übernimmt SSP-Safety System Products.<br />

www.safety-products.de<br />

Führungsrinne mit hoher<br />

Chemikalienbeständigkeit<br />

Das Rinnensystem Guidelite Plus von Igus für Energieketten aus<br />

Kunststoff wird nun aus dem Werkstoff Igumid EG+ gefertigt.<br />

Dieser sorgt für eine hohe Chemikalienbeständigkeit, sodass die<br />

Führungsrinne in der Galvanik und der Düngemittelherstellung<br />

eingesetzt werden kann. Durch ihr geringes Gewicht und ihren<br />

modularen Aufbau lässt sie sich einfach montieren. Dazu hat sie<br />

nun einen neuen Verschluss-<br />

Mechanismus und flexible<br />

Dehnungsfugen, die sich den<br />

Umgebungsbedingungen<br />

anpassen. Der Werkstoff Igumid<br />

EG+ ist mit seinen optimierten<br />

Gleiteigenschaften für die<br />

Führungsrinne und auch für<br />

die meisten E-Kettenserien bei<br />

Temperaturen von 0 bis + 100 °C<br />

einsetzbar. Dabei ist er halogen- und silikonfrei, RoHS-konform<br />

und durch seine blaue Farbe leicht zu erkennen. Das modulare<br />

System aus Führungsrinne und E-Ketten aus Igumid EG+ sowie<br />

hochflexiblen Chainflex-Leitungen mit TPE-Außenmantel eignet<br />

sich für lange Verfahrwege mit geringer Geschwindigkeit.<br />

www.igus.de<br />

Vorreiter in automatisierter und<br />

robotergestützter Fertigung<br />

Schon heute vernetzt Leoni Maschinen in Produktionswerken,<br />

nutzt die virtuelle Realität zur Verbesserung der Effizienz oder<br />

setzt kollaborierende Roboter für die Fertigung von Kabelsätzen<br />

ein. Der führende europäische Anbieter von Kabeln und<br />

Kabelsystemen zählt zu den Vorreitern in der Entwicklung und<br />

Fertigung von Bordnetz-Systemen und stellte jüngst seine<br />

Zukunftslösungen für eine noch stärker automatisierte und<br />

roboter-gestützte Fertigung vor. So verfügt Leoni z. B. über eine<br />

vollautomatische Fertigung für Stromschienen. Bis 2020 plant<br />

man die vollautomatisierte Montage kleinerer Leitungssätze.<br />

Zudem müssen Hersteller der steigenden Datenrate bei der<br />

Datenübertragung in künftigen Fahrzeugen gerecht werden<br />

und den damit höheren Anforderungen an die Konfektion der<br />

Leitungen. Auch hier produziert Leoni bereits vollautomatisch<br />

und konfektioniert Fakra-Leitungen. Derzeit laufen zudem<br />

Versuche mit kollaborierenden Robotern: Dabei wird zum<br />

Beispiel deren<br />

Einsatz im<br />

Bereich der<br />

Leitungsvorbereitung<br />

getestet.<br />

www.leoni.com<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong> 89


Ein Unternehmen mit<br />

dem Ziel, Roboter das<br />

Sehen zu lehren<br />

Die Gründer: Dr. Michael Suppa<br />

(Geschäftsführer), Dr. Heiko Hirschmüller<br />

und Dr. Korbinian Schmid.<br />

Die robotische Bildverarbeitung ist heute eine der<br />

größten Herausforderungen im Kontext der flexiblen<br />

Produktion im Industrie-4.0-Umfeld: Gängige Lösungen<br />

entsprechen diesen Anforderungen in der Regel nicht –<br />

dabei sind autonome Navigation, Echtzeit-Erkennung<br />

und Manipulation die Schlüssel zum erfolgreichen<br />

Einsatz flexibler Roboter. Das Münchner Start-Up<br />

Roboception hat mit dem rc_visard einen 3D-Stereosensor<br />

vorgestellt, der buchstäblich jeden Roboter<br />

flexibel einsetzbar macht.<br />

Roboceptions Stereosensor rc_visard kann zur mobilen Navigation<br />

und 3D-Erkennung eingesetzt werden. Damit können Roboter nun<br />

auch für Aufgaben über die industrielle <strong>Automation</strong> hinaus zum<br />

Einsatz kommen, die bisher aufgrund der geringen Stückzahl oder<br />

großen Variantenanzahl nicht automatisiert werden konnten.<br />

Bildverarbeitungssysteme sind meistens hoch spezialisiert (und<br />

damit weder flexibel noch kosteneffizient) und darüber hinaus<br />

üblicherweise nur von Experten zu bedienen. Das Münchner<br />

Unternehmen Roboception, im März 2015 als ein Spin-Off des<br />

Instituts für Robotik und Mechatronik des Deutschen Zentrums für<br />

Luft- und Raumfahrt (DLR) gegründet, schließt mit seinen innovativen<br />

Sensorlösungen gleich beide Lücken: Kunden in allen<br />

Anwendungsbereichen der Robotik ermöglicht Roboception nicht<br />

nur, in Echtzeit zeit- und ortsbezogene Daten zu generieren, sondern<br />

auch, robotische Systeme mit stabiler, nahtloser und infrastrukturfreier<br />

Navigation auszustatten. Die intuitiven und anwenderfreundlichen<br />

Nutzeroberflächen erlauben zudem die Einrichtung und den<br />

Betrieb ohne detaillierte robotische Kenntnisse.<br />

Roboception hat auf der Hannover Messe <strong>2017</strong> den passiven<br />

Stereosensor rc_visard in einer rein sensorgesteuerten Griff-ins-<br />

Regal-Anwendung vorgestellt – mit großem Erfolg: Die Applikation,<br />

in der ein Roboter ausgewählte Objekte aus einem Regal nahm und<br />

sie zunächst in einer Kiste ablegte, um diese später auch wieder<br />

auszuräumen, beeindruckte das Fachpublikum nachhaltig. Dabei<br />

waren weder Objekt- und Regalposition noch die ausgeführten<br />

Griffe vorprogrammiert.<br />

Die Demonstration unterstrich eindrucksvoll, wie die Lösungen<br />

von Roboception Industrierobotern mit einer nur moderaten<br />

Relativgenauigkeit die erforderliche Präzision verleihen und damit<br />

eine neue Form der Manipulationsplanung ermöglichen. Der autonome<br />

Griff ins Regal ist dabei nur eine von vielen Anwendungsmöglichkeiten:<br />

Die hohe Präzision und die einfache Programmierbarkeit<br />

erhöht die Einsatzfähigkeit von Robotern allgemein – und<br />

das macht sie dank einer signifikant verbesserten Flexibilität auch<br />

für Bereiche interessant, in denen bisher aus Effizienzgründen auf<br />

den Einsatz von Robotern verzichtet werden musste.<br />

Der rc_visard erkennt seine Umgebung bei natürlichem Licht<br />

ebenso wie in geschlossenen Räumen mit schlechter Beleuchtung.<br />

Präzise Bilddaten werden auch bei schnellen Bewegungen zuverlässig<br />

erstellt; selbst unvorhergesehene Erschütterungen beeinflussen<br />

die Datenerfassung nicht. Zudem können problemlos mehrere<br />

Sensoren störungsfrei auf engem Raum (ko)operieren. Die erfassten<br />

Daten werden direkt im Sensor verarbeitet und benötigen keine<br />

externe Rechenleistung – eine ideale Voraussetzung auch für mobile<br />

Robotersysteme.<br />

Ganz im Sinne des Firmenslogans „Sense - Reason - Act“ wird das<br />

Team von Roboception, das mittlerweile 16 Mitarbeiter umfasst, ab<br />

2018 weitere 3D-Technologien auf den Markt bringen: Neben einem<br />

SLAM-Modul werden weitere Softwareprodukte zur Objekterkennung<br />

und auch zum Griff-in-die-Kiste angeboten – natürlich ebenso<br />

intuitiv nutzbar wie der rc_visard.<br />

www.roboception.de<br />

90 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong>


VORSCHAU<br />

IM NÄCHSTEN HEFT: 1/2018<br />

ERSCHEINUNGSTERMIN: 27. 02. 2018 • ANZEIGENSCHLUSS: 08. 02. 2018<br />

01<br />

02<br />

03<br />

01 Hybridleitungen: Energie und Bussignale in einer beweglichen<br />

Leitung beweisen sich in anspruchsvollem Einsatz an Bohrautomaten<br />

04<br />

Der direkte Weg<br />

Internet:<br />

www.industrielle-automation.net<br />

E-Paper:<br />

www.engineering-news.net<br />

Redaktion:<br />

Redaktion@industrielle-automation.net<br />

AUTOMATION TECHNOLOGIES:<br />

www.en.engineering-news.net<br />

02 Qualitätskontrolle sorgt für fehlerfreie Aluminiumbehälter<br />

in der Lebensmittelindustrie<br />

03 Sonderteil IndustrialVISION: Neuheiten, Trends und Entwicklungen<br />

aus der industriellen Bildbearbeitung (Bild: Pixabay)<br />

04 Die Vielfalt moderner Positionssensorik bietet für jede Anwendung<br />

die passende Technologie<br />

(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)<br />

INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/<strong>2017</strong> 91


STARK<br />

ROBUST<br />

KOMPAKT<br />

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