TEMPO Frühjahr 2018

hoffmannundcampeverlag

DAS DRITTE PROGRAMM

FRÜHJAHR 2018

TEMPO

BÜCHER


»LISTEN, THEN MAKE UP

YOUR OWN MIND.«

GAY TALESE


TEMPO FRÜHJAHR 2018

DAS DRITTE

PROGRAMM

10

22

WACHSEN

LASSEN/

Fang an

mit zehn

einfachen

Gemüse~

sorten

Alice Holden

WACHSEN

LASSEN

Das Vergnügen, das ein

Samenkorn enthalten kann.

EIN ALL-TIME-CLASSIC

Es gibt keinen zweiten wie ihn. Taleses

Reportagen sind das Wertvollste, was der

6

LIEBENSWERT

Katherine Heiny erzählt uns in ihrem

Romandebüt von Menschen im Big

Apple und den kostbaren Momenten

von Zärtlichkeit, von Schmerz und

Enttäuschung, vor allem aber von der

Liebe in all ihren Variationen.

Journalismus hervorgebracht hat. Dieser

Band versammelt seine wichtigsten Texte.

24

IMKERN/

Das

Geheimnis

glücklicher

Honigbienen

Orren Fox

IMKERN

Das Vergnügen an der einzigartigen

Komplexität und Harmonie

von Natur und Kultur.

WUNDERBAR GROTESK

Subtil, bisweilen schwarz, komisch und mit

14

EIN HOCHAKTUELLES THEMA

viel kritischem Humor erzählt Will Self

die Geschichte um die an Krebs erkrankte

siebzigjährige Joyce, die sich nach einer

Spontanheilung ins volle Leben stürzt.

26

EIN~

MACHEN/

Marmelade,

Chutney,

eingelegtes

Gemüse

und Sirup

Anja Dunk, Jen Goss, Mimi Beaven

EINMACHEN

Das Vergnügen, die wunderbarsten

Aromen und Farben zu bewahren.

16

Sabine Kray räumt auf mit dem Mythos von der Alternativlosigkeit

der Pille und wirft Fragen zum selbstbestimmten

Frau-Sein im 21. Jahrhundert auf.


LITERATUR

7

»KATHERINE HEINYS

ROMANDEBÜT IST

NICHT NUR EINES

DER WITZIGSTEN,

SONDERN AUCH DER

WAHRHAFTIGSTEN

UND RÜHRENDSTEN

BÜCHER JEMALS.«

DAILY MAIL

In ihrem ersten Roman widmet sich

Katherine Heiny den Irrungen und

Wirrungen des menschlichen Herzens.

Kann es ein richtiges Leben im falschen

geben? Wie viel Unvollkommenheit

verträgt das Glück? Was kann und darf

man vom anderen wissen?

Graham, ein g esetzter Mittfünfziger, erzählt von seinem

turbulenten Leben in N ew York City – mi t seiner zweiten

Ehefrau und ihr em zehnjährigen gemeinsamen Sohn. Audra,

15 Jahre jünger und v on impulsivem Temperament, wirbelt

mit entwaffnender Herzenswärme und brüskierender Unverblümtheit

durch den Kosmos ihres Lebens, und der a n Asperger

leidende Matthew ist das Z entralgestirn, um das Audra und

Graham kreisen.

KATHERINE HEINYs Kurzgeschichten sind im New Yorker, in

Ploughshares, Narrative, Glimmer Train und vielen a nderen

Zeitschriften erschienen. Sie lebt in Washington, D.C., mit

ihrem Mann und ihren Kindern. 2015 erschien ihr von der Presse

gefeiertes Debüt Glücklich, vielleicht bei Hoffmann und Campe.

KATHERINE HEINY GEMISCHTE GEFÜHLE

Roman Aus dem amerikanischen Englisch von Marion Hertle

ca. 350 Seiten, gebunden Warengruppe 1112

ISBN 978-3-455-40624-5 Euro 20,– [D] / 20,60 [A] 14. März 2018


LESEPROBE / KATHERINE HEINY 9

»HEINYS FIGUREN – CHARMANT,

FEHLBAR, TRAGISCH UND

URKOMISCH – SIND TADELLOS

ANGELEGT UND BLEIBEN LANGE

IM GEDÄCHTNIS WIE FAMILIE

UND FREUNDE.« THE GUARDIAN

»Tragikomische Wendungen, aber

unter der lustigen Oberfläche liegt

eine kluge Analyse zwiespältiger

innerer Welten verborgen.«

THE SUNDAY TIMES

Das war Grahams Lieblingszeit des Tages: Die S tunde, wenn

Matthew mit den H ausaufgaben fertig war, das A bendessen

vor sich hin garte, die Spülmaschine rauschte und die Sonnenstrahlen

wie staubige, goldene Scheinwerfer zum Küchenfenster

hereindrangen. In einer Tortengrafik des Tages würde Graham

diesem Stück genau diesen Goldton geben.

In einer Tortengrafik des Tages würde

Graham diesem Stück genau diesen

Goldton geben.

Nicht immer k onnte er dies e Stunde auskosten. Manchmal

kämpfte Matthew mit seinen Hausaufgaben und es gab Tränen,

oder Graham und A udra mussten an irgendeiner ätzenden

Schulveranstaltung teilnehmen. Oder er oder Audra kamen zu

spät nach Hause. So viele unsichere Komponenten! Aber heute

Abend hatte es funktioniert. Matthew hatte seine Hausaufgaben

verhältnismäßig fröhlich und mit nur wenig Hilfe von Audra

erledigt. (Anderswo auf der Welt sagten Eltern Hey, du, mach

mal deine Hausaufgaben, und das Kind sagte Ja, okay, ging auf

sein Zimmer und mac hte sich an die Arb eit. Graham hoffte,

soweit zu s ein, wenn Matthew 30 wa r.) Boeuf Stroganoff

köchelte auf dem Herd, Audra saß mit ihrem Laptop am Küchentisch,

und G raham trank ein Glas M erlot so weich und r ot

wie ein Rosenblütenblatt. Aber warum war er dann so traurig?

»Ich glaube langsam«, sagte er zu Audra, »dass einfach zu viel Liebe

frei in der Welt herumschwebt. Zu viel Liebe, die kein Ziel hat.«

»Ach Süßer«, sagte Audra und sah über die Klappe ihres Laptops

zu ihm hinüber. »Ist es wegen dem Mann beim Japaner?«

»Welcher Mann beim Japaner?«, fragte Graham.

(Und nein – sondern weil ihr Sohn ein gebrochenes Herz hatte,

weil ihre Freunde wegzogen, weil seine Mutter im hohen Alter

allein war, weil die Welt auseinanderfiel. Ein Mann beim Japaner?)

»Du weißt doch«, sagte Audra, »wir hatten letzte Woche Sushi

und dieser alte Mann am Tisch neben uns wollte der Kellnerin

erzählen, dass er mal in T okio war, und sie s agte immer ›Ich

habe keine Zeit, mir das a nzuhören!‹ Sie runzelte die S tirn.

»War ich da mit dir oder mit Lorelei?«

»Ich war’s nicht«, sagte Graham.

»Ich glaube langsam, dass einfach

zu viel Liebe frei in der Welt herumschwebt.

Zu viel Liebe, die kein Ziel hat.«

»Doch, ich glaube, du warst es«, sagte Audra und nickte langsam.

»Ich bin mir sogar sicher, denn ich wollte den alten Mann

zu uns an den Tisch bitten, damit er uns von seiner Reise nach

Tokio erzählen kann, und du hast mich nicht gelassen. Du hast

gesagt, du willst es g enauso wenig hören wie die K ellnerin,

und die bekäme immerhin Trinkgeld. Und ich sagte: ›Es geht

nicht darum, ob wir es hören wollen, es geht darum, dass er es

erzählen will, und du hast gesagt, das sei genau der Punkt.«

Das klang eigentlich ganz nach Graham. Er konnte sich überhaupt

nicht daran erinnern, aber insgeheim war er st olz auf

sich, dass er den alten Mann nicht an den Tisch geholt hatte.

Audra fuhr fort: »Und ich habe mich die ganze Zeit so geschämt,

dass ich ihn nicht mal ansehen konnte. Ich habe mit dir den

Platz getauscht, weißt du nicht mehr? Und du sagtest ›Kein Problem!

Ich kann ihn ansehen und b ereue es üb erhaupt nicht!‹

Und jetzt erzählst du mir, dass er schuld ist, dass du deine ganze

Weltsicht verändert hast?«

»Also«, sagte Graham, »Ich weiß nicht …«

»Ich will keine wöchentlichen Abendessen

mit ungeliebten Menschen.«

»Und dabei ist diese Weltsicht noch nicht mal besonders hilfreich«,

sagte Audra. »Als ob d u mir plötzlich sagst – ich weiß

auch nicht -, dass d u denkst, es gä be zu viel g efilzte Wolle auf

der Welt. Was sollen wir dagegen tun? Ich meine, ich könnte

alle meine Second-Hand-Seemannsjacken wegwerfen und ein

paar Pullis, und als Familie könnten wir aufhören, gefilzte Wolle

zu kaufen, aber das hätte kaum einen Effekt. Mit dieser ganzen

unerwiderten Liebe ist es doch genau dasselbe. Wir könnten

anfangen, jede Woche ein Essen zu geben, zu dem wir die

ungeliebtesten Menschen einladen, die wir kennen, wie Manny,

und dann ist da noch diese sehr nette Frau beim Deli –«

»Ich will k eine wöchentlichen Abendessen mit ungeliebten

Menschen«, sagte Graham entschieden.

»Wie wär’s mit einer Happy Hour?«, fragte Audra. »Vielleicht

nicht wöchentlich, sondern monatlich –«

»Nein.«

»Also gut, aber selbst, wenn wir etwas f ür die un geliebtesten

Menschen täten, die wir k ennen«, sagte Audra, »würde es das

Problem nicht lösen. Die Liebe würde immer noch da draußen

herumfliegen, überall.«

»Ja«, sagte Graham. »Das ist ja mein Punkt.«

»Aber ich glaube nicht, dass es wirk lich ein Punkt ist«, s agte

Audra. »Es ist wie da mals, als M atthew herausfand, dass die

Schauspieler, die bei Star Wars C-3PO und R2-D2 spielen, sich

im echten Leben nicht ausstehen können. Es ist nur eine überflüssige,

ärgerliche Information.«

Sie bedachte ihn mi t einem finsteren Blick und wa ndte sich

wieder ihrem Laptop zu.

KATHERINE HEINY

GEMISCHTE GEFÜHLE


SACHBUCH 11

»ICH BIN EIN

VERKÄUFER. ICH

VERKAUFE MICH

SELBST. ICH WILL

DEN LEUTEN EINE

STIMME GEBEN,

DIE SONST KEINE

HABEN. SIE SOLLEN

MIR VERTRAUEN.

ICH WILL ALLES

WISSEN.«

Gay Talese ist eine jo urnalistische Institution. Seit den

sechziger Jahren schreibt er stilis tisch präzise, subjektive und

dabei akribisch genau recherchierte Reportagen – ob üb er

Muhammad Ali, John O’Hara und Frank Sinatra, die Mafia

oder die sexuelle Revolution – und gilt heute zusammen mit

Tom Wolfe und Truman Capote als Vorreiter des New Journalism,

mit dem das Verhältnis von Literatur und Journalismus

völlig neu gedacht wurde.

Dieser Band versammelt neben Taleses berühmtester Reportage

Frank Sinatra ist erkältet, die der Esquire einst zur »besten Geschichte

aller Zeiten« wählte, auch einen von Talese verfassten

Artikel über deren Entstehung. Außerdem zahlreiche bisher

noch nie in deutscher Sprache erschienene Reportagen, die allesamt

den literarischen Journalismus prägten wie kaum etwas

anderes. Diese Sammlung ist nic ht nur eine F undgrube und

eine Schatzkiste – sie ist ein Standardwerk.

GAY TALESE, geboren 1932 in Ocean City, gilt als Mitbegründer

des literarischen Journalismus. In den f rühen Sechzigern

arbeitete Talese zunächst für die New York Times. Seine berühmtesten

Artikel aber, u.a. Porträts über Joe DiMaggio und Frank

Sinatra, sind im Esquire erschienen. Mit seinen Reportagen und

Büchern, darunter der Bestseller Ehre deinen Vater über einen

Mafia-Clan und Du sollst begehren über die sexuelle Revolution,

gehört er zu den wichtigsten Vertretern des New Journalism. Zuletzt

erschien von ihm Der Voyeur bei TEMPO (2017). G ay

Talese lebt mit seiner Frau Nan in New York.

»ER IST EINER DER BERÜHM-

TESTEN REPORTER SEINER

GENERATION, EINER DER

BEDEUTENDSTEN AMERIKAS.

(...) DAS SCHREIBEN WURDE

DURCH LEUTE WIE TALESE

REVOLUTIONIERT!«

DER FREITAG

»GAY TALESE IST EINE

LEGENDE. « SPIEGEL ONLINE

»REPORTER HABEN ZWEIFEL –

ODER: ANGST. SIE WERDEN

IRGENDWO HINGESCHICKT,

IN DER HOFFNUNG IRGEND-

ETWAS ZU ENTDECKEN; MAL

GELINGT DAS, HÄUFIG NICHT.

NUR SELTEN KOMMT EINER WIE

GAY TALESE UND SIEHT DINGE,

DIE DEN LESER ANDERS AUF DIE

WELT BLICKEN LASSEN.« DIE WELT

»GAY TALESE IST EIN MEISTER

DES BEOBACHTENS. OFT

KONZENTRIERT ER SICH IN

SEINEN REPORTAGEN AUF

VERMEINTLICH NEBENSÄCH-

LICHES UND ENTHÜLLT DABEI

BEILÄUFIG DAS WESENTLICHE.«

DEUTSCHLANDFUNK

GAY TALESE HIGH NOTES. REPORTAGEN

Aus dem amerikanischen Englisch von Alexander Weber

Originalverlag: Bloomsbury USA ca. 280 Seiten, gebunden Warengruppe 1118

ISBN 978-3-455-00288-1 Euro 20,– [D] / 20,60 [A] 14. März 2018


LESEPROBE / GAY TALESE 13

FRANK SINATRA

IST ERKÄLTET

»Die beste Reportage des

Jahrhunderts.« ESQUIRE

Frank Sinatra, ein Glas Bourbon in der einen und eine Zigarette

in der a nderen Hand, stand in einer d unklen Ecke der B ar,

flankiert von zwei attraktiven, aber langsam verblühenden

Blondinen, die darauf warteten, dass er etwas s agte. Er sagte

aber nichts; er hatte schon den ganzen Abend kaum ein Wort

von sich gegeben, und jetzt, in dies em Privatclub in B everly

Hills, wirkte er noch in sich gekehrter, während er durch das

verrauchte Halbdunkel hinüber in einen g eräumigen, jenseits

der Bar gelegenen Raum starrte, wo dutzende junger Pärchen an

kleinen Tischen kuschelten oder zu den hämmernden Folkrock-

Klängen aus den L autsprechern tanzten. Ebenso wie S inatras

vier männliche, unweit entfernt stehende Freunde wussten

die beiden Blondinen nur allzu genau, dass es k eine gute Idee

war, Frank mit Konversation zu b ehelligen, wenn er dera rt

schwermütig war, dass er keinen Ton mehr von sich gab – eine

Stimmung, die während dieser ersten Novemberwoche, einen

Monat vor seinem fünfzigsten Geburtstag, alles a ndere als

ungewöhnlich war.

Er litt an einer Unpässlichkeit, die

so verbreitet ist, dass die meisten

Menschen sie wohl als alltäglich bezeichnen

würden. Frank Sinatra

hingegen kann ein derartiges

Wehwehchen in tiefe Verzweiflung

stürzen, Qualen, Panik, ja, Wut

auslösen. Frank Sinatra war erkältet.

Sinatra arbeitete gerade an einem Film, der ihm inzwischen zum

Hals heraushing, und konnte das Ende der Dreharbeiten kaum

erwarten; er hatte es satt, dass die Zeitungen fortwährend und

in allen Einzelheiten über seine Affäre mit der zwanzigjährigen

Mia Farrow berichteten, die an diesem Abend aber nirgends

zu sehen war; er war wütend, weil sich eine CBS-Fernsehdokumentation

über sein Leben, die in zwei Wochen ausgestrahlt

werden sollte, dem Vernehmen nach mit seinem Privatleben

beschäftigte, ja, o ffenbar sogar über seine mutmaßlichen

Freundschaften mit verschiedenen Mafia-Bossen spekulierte;

er machte sich Sorgen wegen seiner einstündigen NBC-Show

Sinatra – A M an and His Music, für die er in ein paa r Tagen

achtzehn Songs singen sollte, obwohl er nur allzu genau wusste,

dass seine Stimme zu diesem Zeitpunkt, nur wenige Tage vor

der Aufzeichnung, kraftlos, kümmerlich und un sicher klang.

Sinatra war krank. Er li tt an einer U npässlichkeit, die s o

verbreitet ist, dass die meisten Menschen sie wohl als alltäglich

bezeichnen würden. Frank Sinatra hingegen kann ein derartiges

Wehwehchen in tief e Verzweiflung stürzen, Qualen, Panik, ja,

Wut auslösen. Frank Sinatra war erkältet.

Sinatra mit Schnupfen ist wie P icasso ohne Farbe, ein Ferrari

ohne Sprit – nur schlimmer. Weil ihn eine Erkältung seines unbezahlbaren

Juwels, seiner Stimme, beraubt; sie bohrt sich nicht

nur tief in sein Selbstbewusstsein und verändert seine Psyche,

sondern ruft obendrein noch eine Ar t psychosomatischen

Schnupfen bei dutzenden von Menschen hervor, die f ür ihn

arbeiten, mit ihm tr inken, ihn v erehren, auf Gedeih und

Verderb von ihm a bhängig sind. Ein S inatra mit Erkältung

kann die Unterhaltungsindustrie in ihren Grundfesten erschüttern,

so gewiss, wie ein p lötzlich erkrankter amerikanischer

Präsident die Volkswirtschaft ins Wanken zu bringen vermag.

Sinatra mit Schnupfen ist wie Picasso

ohne Farbe, ein Ferrari ohne Sprit –

nur schlimmer.

Und zwar deshalb, weil Frank Sinatra mittlerweile an zahlreichen

Unternehmen beteiligt war – seiner eigenen Filmproduktion,

seiner Plattenfirma, seiner privaten Fluggesellschaft,

seiner Firma, die Teile für Marschflugkörper herstellte, seiner

Immobiliengesellschaft, nicht zu vergessen die fünfundsiebzig

persönlichen Mitarbeiter, die er beschäftigte –, die nur einen

Bruchteil seiner Macht darstellten. Obendrein verkörperte

er das B ild eines d urch und d urch autarken, unabhängigen

Mannes, des vielleicht einzigen in ganz Amerika, eines Mannes,

der tun kann, was a uch immer ihm g erade beliebt, absolut

alles, weil er das G eld, die Dur chsetzungskraft und nic ht die

geringsten Skrupel hat. In einer Zeit, in der die Jugend nach

vorn drängt, protestiert, aufbegehrt und Veränderungen fordert,

bleibt Frank Sinatra ein nationales Phänomen, eine der wenigen

Vorkriegsikonen, die dem Zahn der Zeit standgehalten haben.

Er verkörpert den Champ, dem das große Comeback gelungen

ist, den M ann, der alles b esessen, alles v erloren und es sic h

zurückgeholt hat, der alle H indernisse aus dem W eg räumt

und in die Tat umgesetzt hat, was nur wenige fertig bringen: Er

hatte sein Leben auf den Kopf gestellt, seine Familie verlassen,

alle Brücken hinter sich abgebrochen und dabei gelernt, dass

man Frauen dadurch halten kann, dass ma n sie nic ht halten

will. So hatte er sich die Zuneigung von Nancy, Ava und Mia

gesichert, den s chönsten Vertreterinnen dreier Generationen,

genoss nach wie v or die B ewunderung seiner Kinder und

die Freiheit des Junggesellen; er fühlte sich nicht alt und gab

Männern seines Alters das G efühl, dass ma n, wenn Frank

Sinatra das hinbekommen hatte, es ebenfalls schaffen konnte;

nein, sie natürlich nicht, aber es war trotzdem schön zu wissen,

dass anderen Männern noch Möglichkeiten offen standen.

Nun jedoch, während er hier a n der B ar eines Cl ubs in

Beverly Hills stand, hatte Sinatra einen Schnupfen; schweigend

trank er seinen Whiskey, schien völlig in seiner eigenen Welt

versunken zu sein. Er reagierte nicht mal, als aus dem anderen

Raum plötzlich sein alter Song »In the Wee Small Hours of the

Morning« herüberschallte.

Es war eine hübsche Ballade, die er erstmals vor zehn Jahren

aufgenommen hatte, und nun animierte sie eine Reihe junger,

vom Twisten müde gewordener Paare, die sich zwischendurch

gesetzt hatten, wieder aufzustehen und eng umschlungen ihre

Runden auf der Tanzfläche zu dr ehen. Sinatras Intonation,

scharf akzentuiert, gleichzeitig aber hinreißend melodiös,

verlieh dem sim plen Text – »I n the wee small ho urs of the

morning / while the whole wide world is fast asleep / y ou lie

awake, and you think about the girl …« – eine tief ere

Bedeutung; wie so viele seiner Klassiker war es ein Song, der

Einsamkeit und Sinnlichkeit heraufbeschwor, was zusammen

mit dem gedämpften Licht, dem Alkohol, dem Nikotin und

all den Sehnsüchten solch später Stunden eine Art ätherisches

Aphrodisiakum ergab. Der Text dieses und anderer Songs hatte

Millionen Menschen in Stimmung gebracht; es war Musik, um

dazu zu f ummeln, und unzweifelhaft war überall in Amer ika

zu diesem Sound gefummelt worden, in A utos, deren Batterien

langsam zur N eige gingen, in L andhäusern an Seen, an

Stränden während lauschiger Sommerabende, in abgeschiedenen

Parks, exklusiven Penthouses und möb lierten Zimmern,

auf Kabinenkreuzern, in Taxis und Sommerhäusern – überall,

wo Sinatras Songs gehört werden konnten, waren diese Worte,

die Frauen wärmten, liebkosten und um garnten, so manche

letzte Hemmschwelle zum Fallen brachten und den männlichen

Egos weniger begnadeter Liebhaber schmeichelten; zwei Generationen

von Männern waren die Nutznießer dieser Balladen

gewesen, weshalb sie auf ewig in seiner Schuld standen und ihn

womöglich ewig hassen würden. Wie auch immer, hier stand er,

Frank Sinatra höchstpersönlich, in den frühen Morgenstunden

in einer Bar in Beverly Hills, so nah und doch so fern.

Am auffallendsten an Sinatras Gesicht

waren seine durchdringend blauen,

wachsamen Augen, in denen sich

innerhalb von Sekunden kalte Wut

oder glühende Verehrung spiegeln

konnte, oder, wie eben in diesem

Moment, eine vage Verlorenheit, die

seine Freunde auf Abstand hielt.

Die beiden Blondinen, beide offenbar Mitte dreißig, waren

nach allen Regeln der Kunst aufgedonnert; ihre reifen Körper

wurden von engen schwarzen Kostümen modelliert. Mit

übereinandergeschlagenen Beinen saßen sie a uf den ho hen

Barhockern und la uschten der M usik. Die eine kra mte eine

Zigarette hervor, worauf Sinatra umgehend sein goldenes Feuerzeug

zückte; sie hiel t seine Hand kurz fest und b etrachtete

seine Finger. Sie waren rau und knotig, und die kleinen Finger

standen ab, so steif von Arthritis, dass er sie ka um krümmen

konnte. Wie immer ha tte er sic h perfekt in S chale geworfen.

Er trug einen grauen Anzug und Weste, äußerlich von konservativem

Schnitt, innen a ber mit schillernder Seide gefüttert;

selbst die S ohlen seiner britischen Schuhe schienen auf

Hochglanz poliert zu sein. Wie allgemein bekannt war, trug er

außerdem ein bemerkenswert authentisch wirkendes schwarzes

Haarteil, eins von sechzig übrigens, die sich größtenteils in der

Obhut einer unscheinbaren grauhaarigen Dame befanden, die

ihm bei Auftritten stets mit einer kleinen Tasche folgte, in der

sich seine Toupets befanden. Für ihre Dienste erhielt sie 400

Dollar pro Woche. Am auffallendsten an Sinatras Gesicht waren

seine durchdringend blauen, wachsamen Augen, in denen sich

innerhalb von Sekunden kalte Wut oder glühende Verehrung

spiegeln konnte, oder, wie eben in diesem Moment, eine vage

Verlorenheit, die seine Freunde auf Abstand hielt.

HIER WEITERLESEN


LITERATUR

15

»DER LEBERKNÖDEL

IST EIN SELTSAMES

UND IRRITIERENDES

GEBILDE, SO AMÜSANT

WIE ERSCHÜTTERND,

UND EBEN DESHALB

EIN HOCHSOLIDES

STÜCK LITERATUR.«

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

Wie lebt man weiter, wenn das Todesurteil

aufgehoben zu sein scheint?

Leberknödel folgt formal der Liturgie

einer katholischen Messe und spielt

meisterlich mit Konzepten von

Glauben, Erlösung, Humanismus

und dem Sinn des Lebens.

Die englische Witwe Joyce Beddoes leidet an Leberkrebs und

fliegt mit ihrer alkoholsüchtigen Tochter in die S chweiz, um

dort »in Würde« zu sterben. In letzter Minute verweigert sie

jedoch das t ödliche Gift und v erlässt die S terbeklinik. Sie

driftet durch Zürich, und während sie sich von ihrer Tochter

immer mehr entfernt, geht es ihr v on Tag zu Tag besser. Als

die Ärzte den Tumor nicht mehr nachweisen können, glauben

die Mitglieder einer katholischen Gemeinde an ein Wunder.

Aber je mehr sic h ihre körperliche Verfassung bessert, desto

entschiedener verweigert Joyce dieses geschenkte Leben ...

Will Self, brillanter Chronist der N eurosen unserer Zeit,

erzählt von einer Frau, der die allg egenwärtige Sinnsuche in

einer Extremsituation zur Farce gerät.

WILL SELF ist einer der b edeutendsten zeitgenössischen

Autoren Englands. Auf Deutsch erschienen von ihm zuletzt die

Romane Dorian: Eine Nachahmung (2008), Die Kippe (2011)

sowie bei Hoffmann und Campe Regenschirm (2014), der f ür

den Man Booker Prize nominiert war, und Shark (2016).

Will Self lebt in London.

WILL SELF LEBERKNÖDEL

Roman Aus dem Englischen von Gregor Hens 208 Seiten, Paperback Warengruppe 1112

ISBN 978-3-455-00197-6 Euro 12,– [D] / 12,40 [A] 14. März 2018


SACHBUCH

17

EIN BUCH ZU

EINER LÄNGST

ÜBERFÄLLIGEN

DEBATTE

Seit nunmehr 50 Jahren gilt die Antibabypille in Deutschland als

die sicherste Verhütungsmethode. Und noch immer wird sie als

einer der Meilensteine für die Emanzipation und Unabhängigkeit

der Frau gefeiert. Was aber passiert, wenn man diese Selbstverständlichkeiten

in Frage stellt?

Ist die P ille denn t atsächlich so alternativlos? Macht sie un s

wirklich so selbstbestimmt? Wie kann es sein, dass wir Frauen

uns Gedanken über gesunde Ernährung, fair gehandelte

Kleidung und Kosmetik ohne Tierversuche machen, aber ohne

groß darüber nachzudenken tagtäglich Hormone einnehmen,

deren langfristige Effekte auf Körper und P syche noch

immer nicht restlos geklärt und zu ermessen sind?

Im April 2017 veröffentlichte die Autorin und Übersetzerin

Sabine Kray bei Zeit Online einen v on ihrer persönlichen

Geschichte inspirierten Artikel mit dem Titel Die Antibabypille

ist unzumutbar. Der Text verbreitete sich rasend schnell im

Netz und wurde von vielen Frauen enthusiastisch kommentiert.

Sabine Kray hatte einen N erv getroffen. Denn Verhütung,

Kinderwunsch und Familienplanung spielen eine zentrale Rolle

in unserem Leben.

Dieses Buch erzählt, wie es zum zw eifelhaften Siegeszug

der Pille kam, und s chöpft aus aktuellen wissenschaftlichen

Erkenntnissen zum Thema. Vor allem ha t die A utorin in

vielen Gesprächen mit jungen Mädchen und Frauen über Erfahrungen

mit der Antibabypille und dem eig enen Körper gesprochen

und zeichnet so das Bild einer Generation.

SABINE KRAY

FREIHEIT VON DER PILLE. EINE UNABHÄNGIGKEITSERKLÄRUNG

SABINE KRAY wurde 1984 in G öttingen geboren. Sie lebt als

Autorin und Übersetzerin in B erlin, wo sie sich als Mentorin

für junge Mädchen bei der Bürgerstiftung Neukölln engagiert.

Ihr Debüt Diamanten Eddie erschien im Frühjahr 2014.

120 Seiten, Paperback Warengruppe 1973

ISBN 978-3-455-00266-9 Euro 10,– [D] / 10,30 [A] lieferbar


INTRO / DO BOOKS 19

»WER IMMER TUT, WAS ER SCHON

KANN, WIRD IMMER SEIN, WAS ER

SCHON IST.« HENRY FORD

2008 fanden auf einer Hühnerfarm in Wales zum ersten Mal

die DO Lectures statt. Es wa r nur eine I dee, eine M ischung

aus Festival und K onferenz, aber ohne Namensschilder und

schlechten Kaffee. Eine üb erschaubare Zahl an Rednern und

Teilnehmern zelteten zusammen an der Westküste von Wales

und verbrachten drei Tage als Gemeinschaft zusammen.

Die Idee dazu hatten Clare und David Hieatt. Was sie wollten,

war Menschen zusammenzubringen: Movers and Shakers,

Leute mit ungewöhnlichen Ideen, die Dinge verändern wollten

und das auch taten. Sie sollten ihre Geschichten erzählen und

damit andere inspirieren, rauszugehen in die Welt und etwas

zu TUN.

Eine einfache Idee, aber sehr effektiv, denn seitdem treffen sich

jedes Jahr Menschen nicht nur in Wales, sondern inzwischen

auch in Australien und den USA. Alle DO Lectures funktionieren

nach derselben Formel:

IDEEN + ENERGIE = VERÄNDERUNG

Von dieser Idee angesteckt, entstanden die DO BOOKS, eine

Initiative von Miranda West, die jedes Jahr mit den interessantesten

Rednern auf den D O Lectures Bücher entwickelt, die

jeden von uns inspirieren sollen, mit einer Sache anzufangen.

Deshalb sind die B ücher kurz und knapp gefasst, sie konzentrieren

sich auf das MACHEN.

DAS BESONDERE AN

DEN DO BOOKS:

• Die Autoren haben sich einer

großen Leidenschaft verschrieben und

sind doch Menschen wie du und ich.

• Nichts macht uns glücklicher,

als Dinge selber zu machen.

• Die perfekten Anleitungen, um

langgehegte Vorsätze umzusetzen.

• Keep Reading and Doing!

ALLE DO BOOKS SIND:

• radikal praktisch

• präzise, klar und informativ

• voll mit herrlichen Rezepten und

Anregungen

• mit großartigen und stimmungsvollen

Farbfotos versehen

• besonders ausgestattet und in einem

preisgekrönten Design gestaltet


INTERVIEW / MIRANDA WEST 21

»DAS RICHTIGE BUCH IN DEN HÄNDEN

DER RICHTIGEN PERSON ZUM RICHTIGEN

ZEITPUNKT KANN SIE INSPIRIEREN UND

SOGAR DAZU FÜHREN, DIE RICHTUNG

IHRES LEBENS ZU ÄNDERN.«

Expertise gehabt zu ha ben, ihre Publikationspläne richtig zu

entwickeln. Wir einigten uns darauf, in der f olgenden Woche

zu skypen. Von da an nahm das P rojekt seinen Fortgang und

ich wusste, dass ich bereit war für eine neue Herausforderung

und schon darüber nachgedacht hatte, etwas aufzubauen – es

schien die perfekte Gelegenheit.

Vier Jahre später halten wir eine wunderschöne Reihe von Büchern

in Händen, die Menschen auf der ganzen Welt erreichen.

Schwierigkeiten blieben nicht aus, aber ich glaube die Tatsache,

dass die DO BOOKS angenommen werden und ich motiviert

bin weiterzumachen zeigt, wie s ehr ich liebe, was ich tue. Das

ermöglicht es mir, einige der kreativsten, interessantesten und

talentiertesten Menschen unserer Zeit zu treffen – und mög licherweise

zu publizieren.

Was lieben die Leserinnen und Leser

am meisten an den DO BOOKS?

Was ist die Idee hinter

den DO BOOKS?

Die Weisheit und die Exp ertise der M acherinnen und M acher

dieser Welt zu teilen – Menschen, die innovativ und kreativ sind

und auf positive Weise Unruhe stiften. Die Bücher sind so konzipiert,

dass sie zum Handeln inspirieren – sei es, eine neue Fertigkeit

oder ein neues Handwerk zu erlernen, die Art zu verändern,

wie wir arbeiten (oder denken), oder es uns ermöglichen, anzufangen.

Letztlich möchten wir, dass die Bücher Menschen helfen,

ein besseres und erfüllteres Leben zu führen. Der rote Faden, der

sich durch alle DO BOOKS zieht, ist positiver Wandel.

Was qualifiziert eine Autorin

oder einen Autor zum Schreiben

eines DO BOOKS?

das, was sie tut – und es dabei nicht zu ernst nimmt.

Wer kümmert sich um Design und

Layout? Was ist die Idee dahinter?

Wir haben das Glück, mit dem amerikanischen Künstler und

Graphikdesigner James Victore zu a rbeiten. Er p roduziert all

unsere Cover Designs und prägte 2013 mit den Designs für die

ersten fünf Cover den Charakter der ganzen Reihe. 2015 waren

wir auf der Shortlist des British Book Design and Production

Awards in der K ategorie Best Brand/Series Identity. Wir

haben nicht gewonnen, aber es war toll, diese Anerkennung zu

bekommen. Das Layout macht Wilf Whitty, ein brillanter und

talentierter Designer aus Bristol.

Wann hast du angefangen mit

den DO BOOKS? Und warum?

2011 lebte ich in der Schweiz – weil es meinen Mann beruflich

dort hinzog, hatte ich Penguin Random House verlassen, wo

ich Redaktions-/Programmleiterin gewesen war. Ich prüfte E-

Books und zog zwei Kleinkinder groß, als mir ein F reund den

Link zu einem Online-Vortrag über Bücher und iPads schickte.

Der Vortrag war großartig (Craig Mod) und ich stellte Nachforschungen

dazu an, wo er herkam. Ich hatte nie von den DO

Lectures gehört, war aber sofort begeistert. Kurz danach schrieb

ich eine Mail an deren info@-Adresse mit der Frage, ob sie in

Erwägung zögen, Bücher ihrer Vortragenden zu v eröffentlichen.

Wider Erwarten hatte ich noch am selben Nachmittag

eine Antwort von den Gründern David und Clare Hieatt, die

mir mitteilten, es in Er wägung gezogen, aber nie die Z eit und

Das Schöne an Social Media ist, dass wir wirklich ermutigendes

und positives Feedback von den Lesern bekommen. Das ist für

einen jungen Verlag sehr motivierend! Die Menschen mögen,

wie die B ücher aussehen und sic h anfühlen – die B etonung

auf gutem Design und guter Produktion, von der Qualität des

Papiers über die farblich hervorgehobenen Überschriften, die

eine Seite Text wirklich abheben, zur Verwendung von Farboder

Schwarzweißfotographien, Handbeschriftungen oder

Linolschnitt-Illustrationen. Wir geben uns mit den Innenseiten

genauso viel Mühe wie mit den Covern. Und natürlich mit dem

Inhalt! Die B ücher sind wirk lich nutzbar, sodass man direkt

nach der Lektüre mit der nötigen Inspiration und praktischen

Information ausgestattet ist, um a nzufangen. All das wir d auf

eine ansprechende, zugängliche und prägnante Art vermittelt.

Die Bücher konzentrieren sich auf’s Machen, nicht auf Hintergrundwissen.

Und in der heu tigen Welt, die s chnelllebig und

voller Ablenkungen ist, schätzen die Menschen das sehr.

Wir veröffentlichen Bücher von Personen, die bei den DO Lectures

gesprochen haben, einem jährlich auf einer Farm in West Wales

(und in den USA) st attfindenden Event. Die I dee dahinter ist

einfach: Dass Menschen, die Dinge tun, uns andere dazu inspirieren

können, diese Dinge auch zu tun. So werden jedes Jahr

20 Menschen eingeladen, um den 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern

zu erzählen, was sie tun. Diese Menschen sind teilweise

sehr bekannt, manchmal völlig unbekannt, aber alle verändern sie

die Welt zum Guten. Jedes Jahr nehme ich an den DO Lectures

teil, höre mir die Vorträge an und treffe die Sprecherinnen und

Sprecher. Wenn ich glaube, dass Potenzial für ein Buch vorhanden

ist, führen wir ein Gespräch. Dabei muss die Person nicht bereits

Autor sein oder ein Buch veröffentlicht haben. Es genügt, wenn

sie ein gewisses Maß an Expertise und Leidenschaft aufbringt für

IMKERN/

Das

Geheimnis

glücklicher

Honigbienen

Orren Fox

MIRANDA WEST

Mitgründerin und Herausgeberin bei The Do Book Co.

www.thedobook.co


DO–BOOKS 23

ALLER ANFANG

IST EINFACH

Radikal praktisch führt uns Alice

Holden durch das Gemüsebeet.

Einfache Sorten, sorgfältig erklärt

und mit Rezepten für die eigene Ernte.

Viele Gemüsesorten sind zart, sie sind nicht dafür geeignet, in

Boxen gequetscht, verpackt oder eingefroren zu werden. Und

am besten schmecken sie frisch geerntet. Aber wo anfangen?

Welches Gemüse eignet sich am besten? Alice Holden gehört

zu jenen Pionieren, die sich seit über zehn Jahren für die eigene

Produktion von Nahrung einsetzen. In ihrem ersten Buch hilft sie

jedem Hobbygärtner, einen anderen Zugang zu seinem eigenen

Beet zu bekommen. Sie erklärt Werkzeuge und ihre einfache Anwendung

und hilft, Raum und Zeit neu zu denken, um einen

essbaren Garten zu planen.

WACHSEN

LASSEN/

Fang an

mit zehn

einfachen

Gemüse~

sorten

Alice Holden

ALICE HOLDEN half nach dem Studium auf dem Bauernhof

ihrer Familie in Wales aus und b lieb dabei. Doch statt sesshaft

zu w erden, arbeitete sie als L andwirtin zehn J ahr lang

an den unterschiedlichsten Orten rund um die Welt, u.a. auf

Vancouver Island. Heute bewirtschaftet sie eine dr ei Hektar

große Farm in London.

ALICE ALICE HOLDEN HOLDEN WACHSEN ANPFLANZEN. LASSEN. FANG AN MIT MIT ZEHN EINFACHEN SORTEN GEMÜSESORTEN

AN

Aus dem Aus Englischen dem Englischen von Heide von Lutosch xxx 160 160 Seiten, Seiten, Paperback Taschenbuch Warengruppe Warengruppe xxxx 1421

ISBN 978-3-455-00314-7 Euro 12,– [D] // 12,40 xx,xx [A] 14. März2018


DO–BOOKS

25

PU: »EIN TAG

OHNE EINEN

FREUND IST WIE

EIN TOPF, OHNE

EINEN EINZIGEN

TROPFEN HONIG

DARIN.«

Ein Honigbrot gehört zu den einfachen

aber unvergesslichen Freuden des

Lebens. Nur noch zu überbieten von

jenem Moment, wenn man seine erste

eigene Honigernte in Gläser füllt.

Orren Fox war 2012 ins Weiße Haus eingeladen. Er war gerade

mal 15 Jahre alt, aber hatte fast sein Leben lang Bienenstöcke.

Daraus resultierte unglaubliches Wissen über diese Tiere,

Landwirtschaft und Zusammenhänge in der Natur. Die Leidenschaft

und Begeisterung für Honigbienen, die Orren ins Weiße

Haus gebracht hat, findet man in seinem ersten Buch »Imkern«

wieder und es zeigt, dass der W eg zum eigenen Honig leichter

ist als man denkt. Hier erfährt man, wie und wo man Bienenstöcke

aufstellt, welche Werkzeuge man anfangs braucht, wie

häufig man nach seinen Bienen schauen muss und wie ma n

Honig erntet.

IMKERN/

Das

Geheimnis

glücklicher

Honigbienen

Orren Fox

Einige der b esten Köche haben ihre besten Honigrezepte

beigesteuert, u.a. Honigsenf, Blumenkohl mit Honig und

Trauben, Honigkäsekuchen.

ORREN FOX, geboren 1998, b esitzt 32 H ühner, 4 En ten und

250 000 Bienen. Er setzt sich für nachhaltige Landwirtschaft ein

und hat gerade mit seinem Studium begonnen.

ORREN FOX IMKERN. DAS GEHEIMNIS GLÜCKLICHER HONIGBIENEN

Aus dem Englischen von Ursula Held und Heide Lutosch 144 Seiten, Taschenbuch Warengruppe 1424

ISBN 978-3-455-00315-4 Euro 12,– [D] / 12,40 [A] 14. März2018


DO–BOOKS

27

WIE FÄNGT MAN

DEN GESCHMACK

EINER FRISCH

GEPFLÜCKTEN

FRUCHT EIN?

Für dieses Buch haben drei Freundinnen ihre Erfahrungen

zusammengeworfen. Sie arbeiten als Köche, Caterer und Landwirte

und haben Techniken und Rezepte versammelt, die von

Generation zu Generation auf dem Land weitergeben werden,

um Nahrung haltbar zu machen. Die nachhaltige und kunstvolle

Art, Lebensmittel zu verarbeiten, wird nicht nur dein liebster

Zeitvertreib, sondern bringt alles was die N atur an Farbe und

Geschmack zu bieten hat, in deine Küche. Hier lernst du:

• Grundlagen und Methoden des Einmachens

• Gerätschaften und Zutaten,

die man zu Anfang braucht

• Alles über die besten Haltbarmacher der

Natur: Zucker, Essig, Alkohol, Öl und Salz

• Über 100 unglaubliche Rezepte von

Grünem Tomaten Chutney bis Erdbeer Gin Fizz

EIN~

MACHEN/

Marmelade,

Chutney,

eingelegtes

Gemüse

und Sirup

Anja Dunk, Jen Goss, Mimi Beaven

DIE AUTORINNEN

ANJA DUNK, aufgewachsen in Wales, ist Jägerin und

lebt heute außerhalb von London als Köchin und Caterer.

MIMI BEAVEN betreibt mit ihrem Mann eine Farm im

Hudson Valley. Für sie heißt Einmachen, die jährliche Ernte

in Vorräte für die kalten Wintermonate zu verwandeln.

JENN GOSS lebt mit ihrer Familie in West Wales und

hat eine eigene Cateringfirma.

ANJA DUNK, JEN GOSS, MIMI BEAVEN EINMACHEN.

MARMELADE, CHUTNEY, EINGELEGTES GEMÜSE UND SIRUP

Aus dem Englischen von Ursula Held 184 Seiten, Taschenbuch Warengruppe 1455

ISBN 978-3-455-00346-8 Euro 12,– [D] / 12,40 [A] 14. März 2018


Anja Dunk, Jen Goss, Mimi Beaven

MARKETING

29

WERBEMITTEL

BACKLIST

»People dress

up for funerals.

Why not dress up

to celebrate that

you’re alive?«

»People dress up

for funerals.Why

not dress up to

celebrate that

you’re alive?«

Gay Talese

»Die beste Reportage des

Jahrhunderts« ESQUIRE

REBECCA SOLNIT

DIE MUTTER

ALLER FRAGEN

192 Seiten, gebunden

KASSIA ST CLAIR

DIE WELT DER FARBEN

352 Seiten, gebunden

Euro 25,– [D] / 25,70 [A]

DAN DALTON

JOHNNY RUIN

224 Seiten, gebunden

Euro 20,– [D] / 20,60 [A]

Euro 20,– [D] / 20,60 [A]

ISBN 978-3-455-00133-4

ISBN 978-3-455-00169-3

GAY TALESE

ISBN 978-3-455-00177-8

GAY TALESE,

HIGH NOTES,

REPORTAGEN

A2-PLAKAT

978-3-455-98250-3

POSTKARTE MIT QR-CODE ZUR

REPORTAGE »FRANK SINATRA IST ERKÄLTET«

VE 50 Exemplare, 978-3-455-98251-0

»Wer

immer tut,

was er

schon kann,

bleibt

immer das,

was er

schon ist.«

Henry

Ford

WACHSEN

LASSEN/

Fang an

mit zehn

einfachen

Gemüse~

sorten

Alice Holden

IMKERN/

Das

Geheimnis

glücklicher

Honigbienen

Orren Fox

EIN~

MACHEN/

Marmelade,

Chutney,

eingelegtes

Gemüse

und Sirup

»Wer immer tut, was er schon kann,

bleibt immer das, was er schon ist.«

Henry Ford

»Wer immer tut,

was er schon kann,

bleibt immer das,

was er schon ist.«

Henry Ford

WACHSEN

LASSEN/

Fang an

mit zehn

einfachen

Gemüse~

sorten

Alice Holden

IMKERN/

Das

Geheimnis

glücklicher

Honigbienen

Orren Fox

EIN~

MACHEN/

Marmelade,

Chutney,

eingelegtes

Gemüse

und Sirup

Anja Dunk, Jen Goss, Mimi Beaven

KONSTANTIN SACHER

UND ERLÖSE MICH

240 Seiten, gebunden

Euro 20,– [D] / 20,60 [A]

ISBN 978-3-455-00175-4

VELIBOR ČOLIĆ

DIE WELT IST EIN

GROSSER FLIPPER

208 Seiten, gebunden

Euro 20,– [D] / 20,60 [A]

ISBN 978-3-455-00134-1

GAY TALESE

DER VOYEUR

224 Seiten, gebunden

Euro 20,– [D] / 20,60 [A]

ISBN 978-3-455-00099-3

LESEZEICHEN

VE 50 Exemplare,

978-3-455-98254-1

DISPLAY

bestückt mit 12/10 Exemplaren

978-3-455-98264-0

A2-PLAKAT

978-3-455-98253-4

MAXIM BILLER

HUNDERT ZEILEN HASS

BOB DYLAN

CHRONICLES

FRAGEN SIE IHRE(N) VERTRETER(IN)

400 Seiten, Leinen

Euro 25,– [D] / 25,70 [A]

ISBN 978-3-455-00110-5

304 Seiten, Paperback

Euro 15,– [D] / 15,50 [A]

ISBN 978-3-455-00103-7


IMPRESSUM 31

DER VERLAG

DIE VERTRETER

DIE ÜBERSETZER

BILDNACHWEISE

Kontakt für Bestellungen

und Reklamationen

KNO VA

Hanna Lena Beier

Tel. (0711) 78 99-2030

Fax (0711) 78 99-1010

hoca@kno-va.de

Fragen an den Vertrieb

vertrieb@hoca.de

Tel. (040) 4 41 88-227

Fax (040) 4 41 88-211

Bestellungen zu Reisekonditionen

richten Sie an Ihre/n Vertreter/in oder

an den Verlag.

KONTAKT

Hoffmann und Campe Verlag GmbH

Postfach 13 04 44, 20139 Hamburg

Harvestehuder Weg 42, 20149 Hamburg

Tel. (040) 4 41 88-0

Fax (040) 4 41 88-202

www.hoca.de

Verkaufsleitung

Moritz Klein

Tel. (040) 4 41 88-227

Fax (040) 4 41 88-211

moritz.klein@hoca.de

Presseleitung

Laura Hage

Tel. (040) 4 41 88-287

Fax (040) 4 41 88-200

laura.hage@hoca.de

Lesungen und Veranstaltungen

Carola Brandt

Tel. (040) 4 41 88-220

Fax (040) 4 41 88-200

carola.brandt@hoca.de

Leitung Lizenzen

Nina Staedler

Tel. (040) 4 41 88-267

Fax (040) 4 41 88-319

nina.staedler@hoca.de

Abdrucke und Kleinlizenzen

Matthias Wagner

Tel. (040) 4 41 88-458

Fax (040) 4 41 88-319

lizenzen@hoca.de

Änderungen aller bibliografischen

Daten und Preise vorbehalten.

Der Preis in € [A] wurde von unserem

österreichischen Alleinauslieferer als

sein gesetzlicher Letztverkaufspreis in

Österreich festgesetzt.

IHRE VERLAGSVERTRETUNG

Hamburg, Schleswig-Holstein

Martin Goldberg

Berliner Verlagsvertretungen

Liselotte-Herrmann-Straße 2, 10407 Berlin

Tel. (030) 4 21 22 45

Fax (030) 4 21 22 46

berliner-verlagsvertretungen@t-online.de

Bremen, Niedersachsen

Jürgen vom Hoff

Berliner Verlagsvertretungen

Liselotte-Herrmann-Straße 2, 10407 Berlin

Tel. (030) 4 21 22 45

Fax (030) 4 21 22 46

berliner-verlagsvertretungen@t-online.de

Berlin, Brandenburg,

Mecklenburg-Vorpommern

Martina Wagner

Berliner Verlagsvertretungen

Liselotte-Herrmann-Straße 2, 10407 Berlin

Tel. (030) 4 21 22 45

Fax (030) 4 21 22 46

berliner-verlagsvertretungen@t-online.de

Nordrhein Westfalen ab 01.01.18

Verlagsvertretung

Sabine Schönfeld

Am Wolfspfädchen 6

53859 Niederkassel-Lülsdorf

Tel. (02208) 76 90 70

Fax: (02208) 76 90 71

sabine.schoenfeld@t-online.de

Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

Buchbüro SaSaThü

Thomas Kilian

Vor dem Riedtor 11, 99310 Arnstadt

Tel. (03628) 5 49 33 10

Fax (03628) 5 49 33 10

thomas.c.kilian@web.de

Hessen, Rheinland-Pfalz,

Saarland, Luxemburg ab 01.01.18

Peter Wiebel

Gartenstraße 29e, 63512 Hainburg

Tel. (06182) 8 27 99 66

Fax (06182) 8 27 99 67

info@peterwiebel.de

Baden-Württemberg

Nimo Reininger

Dr. Johannes Reininger

Montélimarstraße 23, 88213 Ravensburg

Tel. (0751) 9 33 10

Fax (0751) 9 46 29

reininger.vv@gmx.de

Bayern

Cornelia und Stefan Beyerle

Maximilian von Uslar-Gleichen

Riesengebirgstraße 31A, 93057 Regensburg

Tel. (0941) 46 70 93 70

Fax (0941) 46 70 93 71

buero@beyerle.bayern

www.beyerle.bayern

Schweiz

Mattias Ferroni

b+i buch und information ag

Hofackerstraße 13, 8032 Zürich

Tel. (044) 4 22 12 17

Fax (044) 3 81 43 10

m.ferroni@buchinfo.ch

Österreich ab 01.01.18

Buchnetzwerk Verlagsvertretung

Marlene Pobegen und Günther Staudinger

Gußriegelstraße 17/6/1, 1100 Wien

Tel. (01) 208 83 46

Fax. (01) 25 33 033 9936

office@buchnetzwerk.at

AUSLIEFERUNGEN

Deutschland

Koch, Neff & Oetinger

Verlagsauslieferung GmbH

Ferdinand-Jühlke-Str. 7, 99095 Erfurt

Für Remissionen

KNO VA / Name Verlag

Remittendenabteilung VA

c/o KNV Logistik

Ferdinand-Jühlke-Str. 15, 99095 Erfurt

Schweiz

Schweizer Buchzentrum

Industriestraße Ost 10, 4614 Hägendorf

Tel. (062) 2 09 25 25

Fax (062) 2 09 26 27

kundendienst@buchzentrum.ch

www.buchzentrum.ch

Österreich

Mohr Morawa Buchvertrieb GmbH

Sulzengasse 2, 1230 Wien

Tel. (01) 68 01 40

Fax (01) 6 89 68 00

momo@mohrmorawa.at

www.mohrmorawa.at

KATHERINE HEINY

GEMISCHTE GEFÜHLE

Marion Hertle, Jahrgang 1977, hat in Erlangen und Nordirland Deutsche

und Englische Literaturwissenschaft studiert. Sie hat u. a. Ray Bradbury,

Edna O‘Brien und Edgar Rice Burroughs übersetzt, zuletzt übertrug sie

für Hoffmann und Campe Ann Patchetts Aus Liebe zum Buch

ins Deutsche.

GAY TALESE

HIGH NOTES

Alexander Weber, geboren 1969, ist promovierter Anglist und lebt

als freier Übersetzer in Berlin. Er übertrug bereits Der Voyeur von

Gay Talese (TEMPO 2017) ins Deutsche und zuletzt Dan Daltons Roman

Johnny Ruin (TEMPO 2017).

WILL SELF

LEBERKNÖDEL

Gregor Hens wurde 1965 in Köln geboren und lebt als Schriftsteller und

Übersetzer in Berling. Zuletzt erschienen von ihm In diesem neuen Licht

(2006) und Nikotin (2010). Er übersetzte Werke von Marlon Brando,

Leonard Cohen und Rawi Hage.

ALICE HOLDEN

ANPFLANZEN

Heide Lutosch, Jahrgang 1972, hat Germanistik und Philosophie in

Freiburg und Hannover studiert und übersetzt aus dem Englischen u.a.

Ronen Bergman und Adam Gazzaley.

ANJA DUNK, JEN GOSS, MIMI BEAVEN

EINMACHEN

Ursula Held, Jahrgang 1972, hat Literaturübersetzen in Düsseldorf

studiert und übersetzt aus dem Englischen und Französischen u.a. Josh Axe,

Elisabeth Badinter, Christophe Galfard, Bob Holmes und Sara Shepard.

ORREN FOX

IMKERN

Heide Lutosch und Ursula Held

COVER:

GAY TALESE

© Carolyn Cole / LA Times

via Getty Images

SEITE 6/7

© 2014 Lexey Swall,

All Rights Reserved

SEITE 9

© Daryan Shamkhali / Unsplash

SEITE 13

© Oscar Keys / Unsplash

SEITE 14/15

© Chris Close

SEITE 16/17

© EDISONGA

SEITE 18/19

© The Do Book Co.

SEITE 20/21

© The Do Book Co.

SEITE 22/23

© Nick Hand

SEITE 24/25

© William Huber

SEITE 26/27

© Richard Beaven

Weitere Magazine dieses Users