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Die Malteser-Zeitung 3-4/2017

Berichterstattung über nationale und internationlae Tätigkeiten des SMRO und seiner Werke sowie religiöse, karitative und soziale Fragen aller Art.

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<strong>Die</strong><br />

MALTESER<br />

Der Souveräne <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden und seine Werke in Österreich<br />

Ausgabe 3-4/<strong>2017</strong><br />

Unvergessliche Momente – Sommercamp <strong>2017</strong><br />

Warnsignale einer Demenzerkrankung<br />

Erster Kinderhilfelauf: Laufend helfen


INHALT<br />

IMFOKUS<br />

04 Internationales MALTESER Sommercamp<br />

MALTESERORDEN<br />

08 Bischof Anders Arborelius<br />

09 Aufnahme in das Großpriorat<br />

10 Grablegung in der Johanneskirche in Unterlaa<br />

11 Ordenstagung <strong>2017</strong><br />

12 Verfassungsreform<br />

14 Orgelweihe – <strong>Malteser</strong>kirche zu Wien<br />

RELIGIONAKTUELL<br />

15 Neue Apps: 1000Kirchen App und Click to Pray<br />

04 18<br />

MALTESERAKTUELL<br />

16 Sprachkurs für Flüchtlinge<br />

17 Spendenabsetzbarkeit Neu<br />

MALTESERWELTWEIT<br />

18 Sommerlager im Libanon für Menschen<br />

mit Behinderung<br />

19 Bangladesch – Flüchtlinge aus Myanmar<br />

20 Thailand – Ein Lichtblick am Ende der Welt<br />

22 <strong>Die</strong> Lange Reise der Medikamente<br />

24 Mikrofinanz: Geld anlegen und Gutes tun<br />

MEDIZINAKTUELL<br />

26 Präventives Demenztraining<br />

MALTESERÖSTERREICH<br />

28 Berichte aus den Bundesländern<br />

32 Vielfältige Initiativen und <strong>Die</strong>nste<br />

38 <strong>Malteser</strong> Kinderhilfe<br />

40 Johannesgemeinschaft<br />

43<br />

46<br />

LEBENSWERT<br />

43 Bournout-Früherkennung:<br />

Resilient und achtsam leben<br />

GELESENEMPFOHLEN<br />

46 Interessante Neuerscheinungen<br />

MALTESERREISEN<br />

49 Kulturreise nach Verona<br />

50 Pilgerreise nach Rumänien<br />

36 50 36 55<br />

KLOSTERKÜCHE<br />

52 Bunte Herbstzeit<br />

TAGEBUCH<br />

55 Menschen und Events<br />

ÜBERBLICK<br />

59 Termine und Kontakte<br />

2<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong>


EDITORIAL<br />

Sehr geehrte Damen und Herren,<br />

liebe Leserinnen und Leser,<br />

das Jahr <strong>2017</strong> neigt sich bald dem Ende zu. Es war ein Jahr<br />

voll aufregender, bemerkenswerter, denkwürdiger, tragischer,<br />

aber auch sehr schöner Ereignisse. Ein besonderes davon<br />

war jedenfalls das Internationale MALTESER Sommercamp,<br />

das Ende Juli in Salzburg und Umgebung erfolgreich<br />

über die Bühne ging.<br />

Im Rahmen dieser besonderen Ferienwoche für junge Erwachsene<br />

mit Behinderung durften wir rund 500 Gäste aus mehr<br />

als 25 Nationen, darunter auch aus Kanada, den USA und<br />

dem Libanon, herzlich willkommen heißen. Insgesamt wurden<br />

19 verschiedene Sprachen gesprochen. Über allem stand<br />

jedoch die Sprache der Gemeinschaft, die sämtliche Barrieren<br />

und Hindernisse zu überwinden vermag. „Barrierefreiheit<br />

beginnt mit persönlicher Offenheit und persönlicher Begegnung,<br />

beides erlebe ich hier in enormem Ausmaß“, formulierte<br />

es sehr treffend eine Teilnehmerin während einer Messfeier im<br />

Salzburger Dom anlässlich der Eröffnung des Camps.<br />

Genau dieses Erleben und Vorleben von Barrierefreiheit ist<br />

das Kernanliegen des seit 1984 alljährlich stattfindenden<br />

MALTESER Sommercamps. <strong>Die</strong> Idee dazu wurde erstmals<br />

in Österreich, ausgehend von einem gemeinsamen Katastropheneinsatz<br />

mehrerer Gliederungen des Ordens in Verbin-<br />

dung mit der ungezwungenen Atmosphäre von bereits zuvor<br />

praktizierten nationalen Sommerlager umgesetzt.<br />

Seither haben junge Menschen mit Handicap regelmäßig<br />

einmal im Jahr die Möglichkeit, eine besondere Ferienwoche<br />

in einem jeweils anderen Land zu erleben. Viele ehrenamtliche<br />

Helfer und großzügige Sponsoren machen dabei das<br />

Unmögliche möglich. Sie bescheren ihren Gästen und deren<br />

Betreuern unvergessliche Momente des Glücks und der<br />

Freude und ernten dafür tiefste Dankbarkeit. Das Lächeln<br />

der Betreuten, ihre ehrlich empfundene und unmittelbar<br />

zum Ausdruck gebrachte Begeisterung machen deutlich,<br />

worauf es im Leben wirklich ankommt.<br />

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Familien<br />

möglichst viele Glücksmomente – am besten gleich bei der<br />

Lektüre der neuen Ausgabe von „<strong>Die</strong> <strong>Malteser</strong>“!<br />

Norbert Salburg-Falkenstein<br />

Prokurator<br />

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STEUERLICH<br />

ABSETZBAR<br />

IMPRESSUM<br />

Medieninhaber: Souveräner <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden (<strong>Malteser</strong>orden), Großpriorat Österreich, 1010 Wien,<br />

Johannesg. 2, Telefon: 01/512 72 44, E-Mail: richard.steeb@malteser.at.<br />

Chefredaktion: Katharina Stögner Mitarbeiter bzw. Autoren dieser Ausgabe: Christoph Calice,<br />

Lothar Chizzola, Marie Czernin, Sebastian Ernest, Fra‘ Gottfried Kühnelt-Leddihn, Edith Holzer,<br />

Georg Holzhausen, Katharina Kiecol, Markus Kirchschlager, Charlotte Kraus, Lukas Krupitza,<br />

Johanns Lobkowicz, Georg Male, Richard Mischak, Stephan Mühlmann, Ulrich Paumgartten,<br />

Anna Pissarek, Georg Reichlin-Meldegg, Angela Ringhofer, Norbert Salburg-Falkenstein, Helga<br />

Schertler, Moritz Schuschnigg, Udo Schwamberger, Susanne Seper, Richard Steeb, Angela<br />

Thierry, Mariella Visy, Manuel Weinberger, Florian Welzig, Sue Wick.<br />

Fotos: C-Quadrat, Lothar Chizzola, Dachverband von Palliativ- und Hospizeinrichtungen, Erzdiözese<br />

Wien, fotolia.com, Alexander Hinteregger, iStockphotos.com, Johannesgemeinschaft,<br />

Johanniter Österreich, Chris Lendl, maltacamp, MALTESER Austria, MALTESER Care, <strong>Malteser</strong> International,<br />

Ossiri´s Akademie, shutterstock, Klaus Sonnleitner, Georg Steinmetz.<br />

Gestaltung: Karin Mayer, werbeproduktion.at Druck: Druckerei Robitschek, Schlossgasse 10–12, 1050<br />

Wien. Offenlegung gemäß §25 Mediengesetz: Berichterstattung über nationale und internationale Tätigkeiten<br />

des SMRO und seiner Werke sowie religiöse, karitative und soziale Fragen aller Art. Namentlich gekennzeichnete<br />

Beiträge müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen.<br />

Redaktionsschluss: 25. Oktober <strong>2017</strong><br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong> 3


IMFOKUS<br />

DAS INTERNATIONALE<br />

MALTESER SOMMERCAMP<br />

Seit nun mehr als 33 Jahren ist das Ziel dieses außerordentlichen Sommercamps, scheinbar Unmögliches möglich zu machen<br />

und Jugendlichen mit Handicap aus aller Welt eine Woche voller unvergesslicher Momente zu schenken.<br />

Von Sebastian Ernest und Mariella Visy<br />

Am Anfang war eine Idee<br />

<strong>Die</strong> österreichischen <strong>Malteser</strong> initiierten 1984 das<br />

erste internationale <strong>Malteser</strong> Sommercamp in Wien-<br />

Kalksburg. Zum ersten Camp trafen sich rund 60 Teilnehmer<br />

aus insgesamt fünf Nationen, um gemeinsam<br />

eine unbeschwerte Ferienwoche in Österreich zu<br />

verbringen. Damals wie heute stehen dieselben Ziele<br />

im Vordergrund: das Erlebnis von tragender Gemeinschaft,<br />

kultureller Austausch und das Überwinden persönlicher<br />

Barrieren. Mittlerweile ist das Sommercamp<br />

mit seinen rund 500 TeilnehmerInnen zu einem aufmerksamkeitsstarken<br />

Event und jährlichen Fixpunkt<br />

für junge Menschen mit Behinderung und <strong>Malteser</strong> aus<br />

aller Welt geworden. Jedes Jahr findet es in einem anderen<br />

Land statt, mit einem abwechslungsreichen Programm.<br />

5. Maltacamp in Österreich<br />

Im Sommer <strong>2017</strong> kehrte das Internationale <strong>Malteser</strong><br />

Sommercamp für junge Menschen mit Behinderung<br />

nach Österreich zurück. Bereits vier Mal zuvor durften<br />

die Österreicher ihre Gäste und Freunde aus aller Welt<br />

zu dieser besonderen Ferienwoche willkommen heißen:<br />

Nach dem ersten Sommercamp in Wien-Kalksburg im<br />

Jahr 1984 folgten weitere drei Camps in Österreich,<br />

1985 in Salzburg, 1997 in Melk und 2008 in Stams in<br />

4<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong>


IMFOKUS<br />

Tirol. Heuer war Salzburg zum zweiten Mal Gastgeber. Vom<br />

22. bis 29. Juli <strong>2017</strong> besuchten rund 500 junge Gäste aus<br />

mehr als 25 Nationen die berühmte Festspielstadt.<br />

Mit ihrem internationalen, offenen Flair bot die Stadt an der<br />

Salzach den perfekten Rahmen für die besonderen Bedürfnisse<br />

der jungen Menschen. Sie verbrachten dort mit ihren<br />

Betreuern eine unvergessliche Woche bei gemeinsamen Aktivitäten,<br />

zu denen sie sonst nicht die Möglichkeit hätten.<br />

Zu Gast in den Schulen im Stadtteil Nonntal<br />

<strong>Die</strong> Schulen im Nonntal waren für die rund 500 Teilnehmer<br />

des Internationalen <strong>Malteser</strong> Sommercamps Heimat und<br />

Anlaufstelle während der gesamten Woche. <strong>Die</strong> modernen<br />

Gebäude, die großzügig angelegt und überwiegend barrierefrei<br />

gestaltet sind, wurden von den <strong>Malteser</strong>n für die besonderen<br />

Bedürfnisse der Teilnehmer adaptiert und erweitert.<br />

So wurden zum Beispiel drei zusätzliche Rollstuhlrampen<br />

errichtet, um den Teilnehmern ein selbständiges Erreichen<br />

ihrer Zimmer sowie der Veranstaltungsorte zu ermöglichen.<br />

Weiters wurden die drei Turnsäle in einen Speisesaal, eine<br />

Disco und ein Lager für sämtliches benötigtes Material umgewandelt.<br />

Im Innenhof der Schulen bot ein großes Zelt als<br />

Speisesaal Platz für einen Teil der Campteilnehmer. Ein ebenerdig<br />

erreichbarer Raum wurde in ein typisches österreichisches<br />

Kaffeehaus umgewandelt und wartete neben köstlichen<br />

Kuchen und Torten auch mit echtem Barista-Kaffee auf.<br />

Durch die räumliche Nähe zur Salzburger Innenstadt war es<br />

den Campteilnehmern in den Programm-Pausen möglich,<br />

durch die Stadt zu flanieren und Salzburger Festspielluft zu<br />

schnuppern.<br />

Das Programm: Spiel, Spaß und pure Lebensfreude<br />

Das vielfältige Programm des Internationalen <strong>Malteser</strong><br />

Sommercamps <strong>2017</strong> ließ kaum Wünsche offen: Gemeinsame<br />

sportliche Aktivitäten wie. z. B. Rafting in der Salzach<br />

wurden ebenso geboten wie spielerische Wettkämpfe und kreative<br />

Workshops sowie verschiedenste Ausflüge in Salzburg<br />

und Umgebung. Kurzum, mit Musik und Kunst, Kreativität<br />

und Sport war alles dabei, was den jungen Gästen Spaß machte<br />

und sie ihren Alltag für eine Woche vergessen ließ. <strong>Die</strong> Abende<br />

Projekte wie das Internationale MALTESER Sommercamp<br />

werden von den MALTESERN ehrenamtlich<br />

geplant, vorbereitet und durchgeführt<br />

und sind nicht ohne externe Helfer, Förderer und<br />

Spender möglich. Wir bedanken uns ganz herzlich<br />

bei allen, die es uns möglich gemacht haben, diese<br />

unvergessliche Woche für unsere Campteilnehmer<br />

zu verwirklichen.<br />

Danke, dass auch Sie mithelfen! Nur dank<br />

Ihrer Hilfe sind solche Projekte realisierbar.<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong> 5


XXXXX<br />

standen jeweils unter einem Motto, das die Teilnehmer<br />

nicht nur zu besonderen Dresscodes animierte, sondern<br />

auch mit Specials überraschte: So gab es am Abend<br />

„Dress to impress“ eine echte Wiener Balleröffnung, am<br />

Hüttengaudi-Abend wiederum wurde zu beliebten Schlagern<br />

gesungen und getanzt. „Das Unmögliche möglich<br />

machen“ war das Leitmotiv der Woche. <strong>Die</strong> Gäste konnten<br />

bei den außergewöhnlichen und abwechslungsreichen<br />

Programmpunkten Neues entdecken, ihre eigenen<br />

Grenzen überwinden und dabei eine ausgelassene Woche<br />

verbringen. <strong>Die</strong> Teilnehmer wurden bei allen Aktivitäten<br />

einfühlsam und ihren persönlichen Bedürfnissen und<br />

Möglichkeiten entsprechend, von erfahrenen Helfern betreut<br />

und begleitet. Das machte das Sommercamp für alle<br />

zu einem einzigartigen Erlebnis.<br />

Gemeinsam feiern und beten<br />

Begleitet von zahlreichen Geistlichen aus aller Welt,<br />

kam auch das spirituelle Programm in der Woche<br />

nicht zu kurz: Anlässlich der Camperöffnung fand am<br />

Sonntag eine große Festmesse im Salzburger Dom<br />

statt, die neben den Campteilnehmern auch viele<br />

Freunde und Förderer mitfeierten. Unter anderem<br />

beehrten uns der Großmeister-Statthalter des Souveränen<br />

<strong>Malteser</strong>-Ritter-Ordens, Giacomo Dalla Torre<br />

del Tempio di Sanguinetto, sowie der Großhospitalier<br />

Dominique de La Rochefoucauld-Montbel, die eigens<br />

privat aus Rom angereist sind, um das Camp zu besuchen.<br />

Bei der anschließenden Eröffnungs-Zeremonie<br />

wurden alle teilnehmenden Länder mit ihren Fahnen<br />

und Hymnen begrüßt. Das bot ein buntes Bild voll<br />

Freude und Gemeinschaft, über alle Grenzen hinweg.<br />

Um an diesem weltumspannenden Gedanken auch in<br />

spiritueller Hinsicht anknüpfen zu können, erhielten<br />

alle Teilnehmer einen bunten Rosenkranz von „Missio“,<br />

der zum Gebet für alle Teile der Welt einlädt. Der Abschlussgottesdienst<br />

fand in der Kollegienkirche statt<br />

und wurde von Salzburgs Erzbischof Franz Lackner feierlich<br />

zelebriert.<br />

Dank dieser für alle beeindruckenden Woche spürten<br />

die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wieder mehr Lebensfreude,<br />

sie konnten Energie tanken und fanden<br />

neuen Mut für ihren nicht immer einfachen Alltag.<br />

Danke!<br />

In der Heftmitte finden Sie ein Sonderheft mit Impressionen<br />

zum Maltacamp <strong>2017</strong> in Salzburg. Viel Freude beim Durchblättern!<br />

Das Heft lässt sich auch herauslösen und zur Erinnerung<br />

aufheben.<br />

FOTOS & RÜCKBLICK MALTACAMP <strong>2017</strong><br />

IN SALZBURG<br />

www.maltacamp<strong>2017</strong>.at/de/<br />

www.malteserorden.at/<strong>2017</strong>/07/22/maltacamp-<strong>2017</strong>-2/<br />

www.flickr.com/photos/mhda/albums/<br />

72157684194176274<br />

www.facebook.com/maltacamp<strong>2017</strong>/?fref=ts<br />

><br />

Ausblick auf das Maltacamp 2018 in England<br />

www.maltacamp2018.co.uk/#ihc2018<br />

www.facebook.com/Maltacamp/?fref=ts<br />

6<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong>


k<br />

hohenbergevent<br />

veranstaltungstechnik<br />

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+43 / 664 / 130 21 35<br />

WWW.HOHENBERGEVENT.AT<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong> 7


MALTESERORDEN<br />

BISCHOF ANDERS ARBORELIUS<br />

Anders Arborelius kommt aus einer schwedischen evangelischen Familie, wuchs in der Schweiz auf, konvertierte im Alter<br />

von 19 Jahren zum katholischen Glauben. Als er 22 Jahre alt war, trat er in das Karmeliterkloster von Norraby in Tagarp ein,<br />

verbrachte folgend mehrere Jahre in Südamerika, wo er auch zwei Klöster erbaute. Er studierte Philosophie in Brügge und<br />

Theologie in Rom. 1979 empfing er in Malmö die Priesterweihe.<br />

Von Katharina Stögner<br />

Erwähnenswert ist, dass erst 1951 die seit 473 Jahren<br />

bestehende Einheit von Staat und Kirche in Schweden<br />

aufgehoben wurde.<br />

Das 1951 erlassene Gesetz über Religionsfreiheit ermöglichte<br />

es erstmals, aus der Staatskirche auszutreten<br />

und zum katholischen Glauben zu konvertieren.<br />

Mit einer Gesetzesreform von 1958 hat die Staatskirche<br />

ihre bis dahin bestehende Hoheit über das gesamte<br />

Schulwesen verloren, bis zu diesem Zeitpunkt war<br />

auch der katholische Religionsunterricht in den Schulen<br />

verboten.<br />

Voraussetzung für eine Mitgliedschaft in der Staatskirche<br />

und somit auch für die Zahlung von Kirchensteuer<br />

war ehemals die Geburt als schwedischer Staatsbürger<br />

oder die Abstammung von Mitgliedern der Staatskirche,<br />

wenn man der Mitgliedschaft nicht rechtzeitig widersprach.<br />

Erst seit 1996 ist die Taufe Voraussetzung<br />

für den Beitritt und die Mitgliedschaft.<br />

Am 17. November 1998 wurde Arborelius von Papst<br />

Johannes Paul II. zum ersten schwedischstämmigen<br />

Bischof des katholischen Bistums Stockholm berufen.<br />

Von 2007 bis 2016 war er Großprior der Statthalterei<br />

Schweden des Ritterordens vom Hl. Grab zu Jerusalem.<br />

Er wurde <strong>2017</strong> zum Großkreuzritter und zum<br />

Ehren-Großprior der Statthalterei von Schweden und<br />

Dänemark ernannt. Mehrfach hat sich der Theologe in<br />

den vergangenen Jahren auch in der Flüchtlingsdebatte<br />

engagiert. Weil Schwedens Katholiken selbst großteils<br />

zugewandert sind, warb Aborelius immer wieder<br />

für eine humanere Asylpolitik.<br />

Im Konsistorium vom 28. Juni <strong>2017</strong> nahm ihn Papst<br />

Franziskus als Kardinalpriester mit der Titelkirche<br />

Santa Maria degli Angeli e dei Martiri in Rom in das<br />

Kardinalskollegium auf. Somit ist Anders Arborelius<br />

auch der erste Kardinal in Schweden überhaupt.<br />

Am Petersplatz waren auf Einladung von Kardinal<br />

Aborelius am 26. Juni <strong>2017</strong> auch unser Prokurator<br />

Norbert Salburg-Falkenstein und seine Frau Anne, deren<br />

Onkel Kardinal Aborelius ist, anwesend. Als Berater<br />

der Skandinavischen Assoziation des <strong>Malteser</strong>-Ordens<br />

ist unser Prokurator, der selbst schwedisch spricht, oft<br />

in den skandinavischen Ländern.<br />

8<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong>


MALTESERORDEN<br />

AUFNAHME IN DAS GROSSPRIORAT<br />

Am 8. September, dem Ehrentag „Unserer Lieben Frau<br />

von Philermos“, hat der Prokurator in der St. Markus-<br />

Kirche in der Oberstadt von Zagreb sechs neue Mitglieder<br />

in das Großpriorat in einem feierlichen Pontifikalamt<br />

mit Herrn Weihbischof Dr. Ivan Šaško aufgenommen.<br />

Nach der Aufnahme, die Herr Michael Dzeba, der Stadtbeauftragte<br />

Münchens des <strong>Malteser</strong> Hospitaldienstes, so<br />

gut vorbereitet hatte, gab es dankenswerterweise einen<br />

ebenso gelungenen Empfang im Hause Adamovich. Da<br />

es in Kroatien keine eigene Assoziation gibt, wurden die<br />

Mitglieder aus Kroatien in das Großpriorat Österreich<br />

aufgenommen.<br />

Unseren neuen Ordensmitgliedern viel Glück und Gottes<br />

Segen!<br />

Ehren- und Devotionsritter<br />

Ing. Nikolaus<br />

DRASKOVICH-TRAKOSTYAN, MBA<br />

Milo GRISOGONO<br />

Nikola JELLAČIĆ BUZINSKI<br />

Ehren- und Devotionsdame<br />

Constanze ADAMOVICH-CSEPIN<br />

Magistralritter<br />

Branimir IVEKOVIĆ<br />

Magistraldame<br />

Botschafterin Anica DJAMIĆ<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong> 9


MALTESERORDEN<br />

GRABLEGUNG<br />

IN DER JOHANNESKIRCHE IN UNTERLAA<br />

Von Richard Steeb<br />

<strong>Die</strong> in den 1970er Jahren bei Ausgrabungen freigelegten<br />

und damals unter der Kirche St. Johann bei<br />

Unterlaa frei aufgebahrten Skelette wurden in den<br />

vergangenen Jahren durch mehrmaliges Hochwasser<br />

stark beschädigt. Aus diesem Grund wurden die<br />

Gebeine 2016 dankenswerterweise vom Bundesdenkmalamt<br />

geborgen und anthropologisch untersucht.<br />

Sie stammen von fünf Männern, von denen<br />

zwei zwischen 1020 und 1180 und die anderen drei<br />

zwischen 1280 und 1400 gelebt haben. Am 13. Oktober,<br />

dem Hochfest unseres Ordensgründers, des<br />

Seligen Gerhard, konnten wir sie wiederbestatten.<br />

<strong>Die</strong> unbekannten Pilger wurden auf der Rückseite<br />

der Oberlaaer Kirche in der sogenannten Stiftergruft<br />

beerdigt, da bei der Kirche St. Johann bei Unterlaa<br />

kein Friedhof mehr besteht. Mag. Andreas Klein,<br />

der Pfarrer von Oberlaa, zu dem unsere kleine Kirche<br />

nun gehört, zelebrierte mit den zahlreich anwesenden<br />

Ordensmitgliedern nach der Beisetzung eine<br />

Seelenmesse in der Kirche Unterlaa.<br />

10<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong>


MALTESERAKTUELL<br />

ORDENSTAG<br />

<strong>2017</strong><br />

Der Beginn der Reformation 1517 aus ökumenischer Sicht <strong>2017</strong>.<br />

Von Christoph Calice<br />

„Gerade für uns <strong>Malteser</strong> ist es sehr erfreulich, dass sich<br />

unsere römisch-katholische und apostolische Kirche und<br />

die evangelischen Glaubensgemeinschaften in den letzten<br />

Jahrzehnten auf viele Gemeinsamkeiten verständigt<br />

haben. So ist eigentlich die Beziehung zwischen Katholiken<br />

und Protestanten einerseits zunehmend unverkrampft<br />

und andererseits selbstbewusster geworden.<br />

Schließlich sind wir alle Christen und stellen die Botschaft<br />

des Herrn und die Verkündigung derselben in das<br />

Zentrum unseres Seins. <strong>Die</strong> Gemeinsamkeiten in dieser<br />

Nachfolge und in der Nächstenliebe haben schon Johannes<br />

Paul II. in „Et unum sint“ und Benedikt XVI. in seiner<br />

Erfurter Rede besonders betont.<br />

Und gerade der gegenseitige Respekt macht es möglich,<br />

Unterschiede in den Glaubensansichten und der Glaubensausübung<br />

festzuhalten und als Selbstverständlichkeiten<br />

anzunehmen.<br />

Ob das nun in der Annahme der Sakramente, etwa dem<br />

Bußsakrament, der Unauflöslichkeit der Ehe, dem Weihesakrament<br />

der Priester, ob das im Verständnis der<br />

Eucharistie oder in Fragen der Liturgie liegt, ob die Tradition<br />

der Kirche dem „sola scriptura“ unbedingt entgegenstehen<br />

muss, welche Rolle die Verehrung der Gottesmutter<br />

oder die Würdigung der Heiligen und Seligen spielt.<br />

Trotz so manchem bleibendem Unterschied: das Gemeinsame<br />

in der Liebe zu Christus und den Mitmenschen darf<br />

immer hervorgehoben werden.<br />

Zu guter Letzt ein Wort aus diesen Tagen von Walter<br />

Kardinal Kasper, der sich sein ganzes priesterliches und<br />

bischöfliches Leben der Ökumene verschrieben hat und<br />

dem man wirklich nicht nachsagen kann, ein Ultrakonservativer<br />

zu sein: „Ökumene bedeutet nicht liberale<br />

Verwässerung der eigenen Standpunkte hin zum kleinsten<br />

gemeinsamen Nenner. Nein, wir müssen alle jeweils<br />

mehr katholisch und mehr evangelisch werden!“<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong> 11


MALTESERORDEN<br />

Beim außerordentlichen Generalkapitel im April 2018<br />

könnten dann mit Zweidrittelmehrheit allfällige Reformen<br />

beschlossen bzw. der weitere Weg vorgegeben werden.<br />

<strong>Die</strong> Verfassungsreform schafft die Möglichkeit, den<br />

Orden in seiner Identität als religiöser Laienorden zu<br />

stärken, seine Aktivitäten in der Gesundheits- und Sozialfürsorge<br />

und der weltweiten humanitären Diplomatie<br />

noch effizienter zu gestalten, sowie ihn an die geänderten<br />

Anforderungen der heutigen Zeit und seine gewachsene<br />

internationale Dimension, anzupassen. Als Sonderbeauftragter<br />

des Papstes begleitet Erzbischof Angelo Becciu in<br />

enger Zusammenarbeit mit unserem Oberhaupt die Reform<br />

im Hinblick auf die angemessene spirituelle Erneuerung.<br />

VERFASSUNGS-<br />

REFORM<br />

„Geht diesen Weg weiter“, sagte der Hl. Vater zu unserem<br />

Großmeister-Statthalter Fra‘ Giacomo Dalla Torre und den<br />

höchsten Mitgliedern der Ordensregierung bei der Audienz<br />

am 30. Juni <strong>2017</strong> im Vatikan und bestärkte damit den<br />

Orden in seinem Reformkurs.<br />

Von Richard Steeb<br />

Mit diesen Worten eröffnete der Prokurator den Tag, dessen<br />

Vorträge von Bischof Michael Bünker, Militär-Superintendent<br />

Karl-Reinhart Trauner, Prof. Josef Außermair<br />

und Dompfarrer Maximilian Strasser zum Jubiläum der<br />

Wittenberger Thesen ganz im Zeichen von Versöhnung<br />

und Verständnis standen.<br />

Bischof Michael Bünker brachte uns die Sicht der evangelischen<br />

Glaubensgemeinschaften und die Motivationslage<br />

Martin Luthers näher. Auch er hob die Erfolge der<br />

Ökumene hervor, Erfolge, die in fruchtbaren gemeinsamen<br />

theologischen Erkenntnissen münden, die aber auch<br />

darin bestehen, die jeweils andere Sicht zu akzeptieren<br />

und wechselseitig auf „Konversionsideen“ zu verzichten.<br />

Sein Schlusssatz: Hätten die Reformatoren die heutige<br />

katholische Kirche gekannt, so hätten sie auf die Spaltung<br />

wohl verzichtet.<br />

Tatsächlich haben die Lutheraner längst auch ein sehr<br />

selbstkritisches Eigenverständnis, und die katholische<br />

Kirche hat durch das 2. Vatikanische Konzil der Bedeutung<br />

der Hl. Schrift in der Liturgie durch Verwendung der<br />

Landessprache mehr Raum gegeben und damit der von<br />

den Reformatoren seinerzeit gewünschten Einbindung<br />

des Kirchenvolkes gleichsam Rechnung getragen.<br />

Der Großmeister-Statthalter hat mit Unterstützung des<br />

Souveränen Rates zur Umsetzung der Verfassungsreform<br />

ein Steuerungs-Komitee von neun hochrangigen Ordensmitgliedern<br />

ernannt, die zusammen mit den zehn Arbeitsgruppen<br />

bis Ende <strong>2017</strong> Reformvorschläge erarbeiten<br />

werden. Anfang 2018 wird ein internationales Seminar in<br />

Rom stattfinden, in dem die Vorschläge ausgewertet und<br />

erste Schlussfolgerungen gezogen werden sollen.<br />

Unser Ordensprälat Erzbischof Jean Laffitte hat für die<br />

Zeit der Ordenserneuerung ein Bittgebet ausgegeben und<br />

alle ermuntert, dieses Gebet täglich als Unterstützung für<br />

den Reformprozess zu beten. Wir laden alle Leser herzlich<br />

ein, uns im Gebet zu unterstützen.<br />

12<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong>


MALTESERORDEN<br />

Seeliger Gerhard,<br />

Gründer des <strong>Malteser</strong>-Ordens<br />

Herr, unser Gott,<br />

wir danken Dir für unsere Familie<br />

des Souveränen Ordens vom heiligen Johannes in Jerusalem<br />

und preisen Dich, dass Du uns berufen hast, zu ihr zu gehören.<br />

Gib uns den Mut, den Glauben der Kirche zu bezeugen<br />

und unseren Brüdern und Schwestern zu dienen,<br />

unseren Herren, den Kranken und Armen.<br />

Dabei lass uns großherzig dem Beispiel derer folgen,<br />

die uns vorangegangen sind.<br />

Heute vertrauen wir Dir jene an,<br />

die gesandt sind, unseren Orden zu führen,<br />

und besonders jene, die in dieser Zeit den Auftrag haben,<br />

für die Reform zu wirken,<br />

zu der uns die mütterliche Sorge Deiner heiligen Kirche ruft.<br />

Herr, Gott der Barmherzigkeit und der Güte,<br />

blicke mit Zärtlichkeit auf Deine Söhne und Töchter,<br />

die sich an Dich wenden, um das Geschenk der Weisheit zu empfangen.<br />

Gewähre ihnen Klugheit und Rat<br />

durch die Gabe Deines Heiligen Geistes.<br />

Gib Ihnen den Geist der Erkenntnis, der Wahrheit und des Friedens,<br />

damit sie unter Deinem Blick<br />

demütig, dienstbereit und reinen Herzens wirken können.<br />

Schenke ihnen die Freiheit, nichts Anderes zu wollen,<br />

als Deinen heiligen Willen zu erfüllen,<br />

so dass sie sich jeder Parteilichkeit enthalten<br />

und mit dem einzigen Wunsch zu Werke gehen,<br />

die Gaben zu vertiefen, die Deine Güte unserer Familie anvertraut hat.<br />

Darum bitten wir Dich auf die Fürsprache unserer Lieben Frau von Philermos,<br />

des heiligen Johannes des Täufers, unseres Patrons,<br />

des seligen Gerhard, unseres Gründers,<br />

und aller Heiligen und Seligen unseres Ordens.<br />

AMEN.<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong> 13


MALTESERORDEN<br />

ORGELWEIHE<br />

IN DER MALTESERKIRCHE<br />

ZU WIEN<br />

Von Richard Steeb<br />

Am Festtag zu Ehren des heiligen Namens Mariens, dem<br />

12. September <strong>2017</strong> wurde die frisch restaurierte Barock-<br />

Orgel der Wiener <strong>Malteser</strong>kirche neu geweiht.<br />

Eine Orgel ist ein Instrument, vor dem jeder eine gewisse<br />

Hochachtung hat, vermutlich weil viele fühlen und erkennen,<br />

dass die Orgel Himmel und Erde verbindet, wie dies<br />

auch die zwei Putti, die auf dem Instrument thronen, bezeugen.<br />

Aus hundertjährigem, vermutlich bei Mond geschlagenem<br />

und lange getrocknetem Holz, das sorgfältig<br />

ausgewählt wurde, sind mächtige Balken geschnitten und<br />

der Orgelkasten selbst hergestellt worden, wurden Windkästen<br />

und Pfeifen gearbeitet und hauchdünne Leisten,<br />

die Tasten und Ventile miteinander verbinden, gefertigt.<br />

Zinn und Blei wurden im Feuer geschmolzen, zum Glühen<br />

gebracht, zu dünnen Platten gegossen, mit Ziehklingen<br />

bearbeitet, zu Pfeifenkörpern gerundet und gelötet,<br />

von Hand geklopft, bearbeitet, das Labium geschnitten<br />

(an dieser Öffnung entsteht der Ton) und von Orgelbauer<br />

Gottfried Sonnholz eigenhändigt beschriftet … und dies<br />

erfolgte bei 339 Pfeifen! Später, beim Aufbau vor Ort,<br />

entstand nach vielen weiteren Arbeitsschritten und unter<br />

Zusammenführung von geheimnisvollen weiteren Teilen,<br />

wie Windlade, Manualwellenbrett, Balg und Windkanal,<br />

das Wunderwerk, das die zartesten Flötenklänge erzeugt<br />

und im nächsten Moment einen Orkan entfesseln kann,<br />

ein Getöse, das Mauern erzittern lässt, das den Raum mit<br />

Tönen füllt, mit tausenden Einzelstimmen, die zu einer<br />

harmonischen Einheit verschmelzen. Uns ist leider nicht<br />

bekannt, was Ferdinand Johann Graf von Althann, der ab<br />

1749 Commandeur von St. Johann zu Wien war, dazu bewogen<br />

hat, die Orgel zu stiften; dass es ihm wichtig war,<br />

zeigt aber, dass er sich eines der herausragendsten Orgelbauer<br />

seiner Zeit bedient hat.<br />

Orgelbauer Gottfried Sonnholz (~1695–1781), stammte<br />

aus Schlesien, war Orgelpfleger in St. Stephan und Erbauer<br />

so wichtiger Orgeln wie jener der Stiftskirche von<br />

Melk, der Wallfahrtsbasilika Mariazell und auch jener der<br />

Peterskirche zu Wien.<br />

Jede Orgel hat ihre eigene Persönlichkeit und spricht eine<br />

unverwechselbare Sprache, so auch die Orgel der <strong>Malteser</strong>kirche,<br />

und wenn die Orgelklänge zur Ehre Gottes ertönen<br />

und nicht nur die Ohren, sondern das Herz erreichen,<br />

dann ist das Werk gelungen.<br />

Unser Dank gilt Herrn Orgelbauer Wolfgang Karner und<br />

seinen Mitarbeitern, die mit viel Liebe und Feingefühl die<br />

Restaurierung bewerkstelligt haben, Diözesankonservatorin<br />

Mag. Elena Holzhausen, die wohlwollend die Restaurierung<br />

betreut hat, sowie Frau Anna Ochsenbauer<br />

für die notwendige Ausbesserung an der Orgel-Fassung.<br />

Domkurat MMag. Konstantin Reymaier hat die Rückführung<br />

als Leiter des Referates für Kirchenmusik der Erzdiözese<br />

mit fachmännischem Rat begleitet und mit seinem<br />

Spiel zusammen mit dem Ensemble unter der Leitung von<br />

Daniel Mair die Orgelweihe festlich umrahmt. Das so feierliche<br />

Hochamt verdanken wir unserem Kirchenrektor,<br />

Dr. Christoph Martin, der täglich über die Kirche wacht,<br />

und unserem Prokurator, Bailli Norbert Salburg-Falkenstein,<br />

der ermöglichte, dass unsere Orgel wieder „unseren<br />

Glauben bezeugt“ und Himmel, Erde, Luft und Meere erfüllt<br />

von Seinem Ruhm.<br />

14<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong>


RELIGIONAKTUELL<br />

Mit der App „Click To Pray“ ist es einfach, das Gebet in<br />

den Alltag zu integrieren. <strong>Die</strong> App verbindet zigtausende<br />

Menschen auf der ganzen Welt, die durch ihr Gebet eine<br />

Antwort auf die Herausforderungen der Menschheit und<br />

den Auftrag der Kirche geben, so wie es der Papst in seinen<br />

monatlichen Gebetsanliegen vorschlägt.<br />

„Click To Pray“ schickt jeden Tag drei kurze Gebetsimpulse<br />

aufs Handy. Durch Klicks signalisiert man, dass man<br />

das Gebet mitträgt, und die Benutzer auf der ganzen Welt<br />

sehen, wie viele Menschen das Gebet bereits gebetet haben<br />

– im Prinzip ähnlich wie ein „Like“ bei Facebook.<br />

Hoffnung schenken<br />

Mit Click To Pray können auch eigene Gebete formuliert<br />

CLICK TO PRAY –<br />

BETEN PER APP<br />

Aus dem seit 1844 bestehenden Gebetsapostolat des Papstes hat sich mittlerweile ein weltweites Gebetsnetzwerk aus<br />

35 Millionen Menschen in 89 Ländern entwickelt. Nun gibt es neben den monatlichen Videobotschaften von Papst Franziskus<br />

auch eine App, die das Beten neu und modern gestaltet.<br />

Von Susanne Wick<br />

und gepostet werden. Außerdem gibt es einen Blog, der<br />

Hintergrundinformationen und Erklärungen zu den monatlich<br />

wechselnden Gebetsanliegen des Papstes liefert.<br />

Ziel der App ist es, durch das gemeinsame Gebet den<br />

Auftrag der Kirche zu erfüllen und jenen Menschen Hoffnung<br />

zu schenken, die täglich von Gewalt und globalen<br />

Krisen bedroht sind.<br />

Weltweit nutzen bereits mehr als 120.000 Menschen die<br />

kostenlose App. Wer kein Smartphone besitzt, kann sich<br />

auf www.clicktopray.org/de registrieren und über den Internet-Browser<br />

sowohl die päpstlichen Gebetsanliegen<br />

teilen als auch eigene Gebete erstellen.<br />

1000KIRCHEN-APP:<br />

ALLE GOTTESDIENSTE<br />

IN IHRER NÄHE FINDEN<br />

Von Angela Ringhofer<br />

<strong>Die</strong> Erzdiözese Wien hat mit der „1000Kirchen“-App<br />

einen kostenlosen mobilen Service gestartet, der die<br />

nächstgelegenen katholischen Gottesdienste rund um<br />

den Standort des Users anzeigt. „<strong>Die</strong> Menschen werden<br />

immer mobiler. <strong>Die</strong> Kirche auch“, so der Wiener Erzbischof<br />

Kardinal Christoph Schönborn zur neuen App<br />

seiner Diözese.<br />

Direktlink zur 1000Kirchen-App:<br />

iOS / Apple App Store:<br />

itunes.apple.com/de/app/1000-kirchen/id1274509920?mt=8<br />

Android / Google Play Store:<br />

play.google.com/store/apps/details?id=com.fluxguide.kirchen<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong> 15


MALTESERAKTUELL<br />

OSSIRI‘ S AKADEMIE SCHENKT<br />

FLÜCHTLINGEN EINEN SPRACHKURS<br />

Seit Anfang Oktober besuchen 15 Flüchtlinge des Johanniter-Flüchtlingshauses Ziedlergasse täglich für dreieinhalb<br />

Stunden einen Alphabetisierungskurs an Ossiri’s Akademie im 15. Wiener Gemeindebezirk. Der Kurs wurde von der Akademie<br />

in Kooperation mit den <strong>Malteser</strong>n kostenlos zur Verfügung gestellt.<br />

<strong>Die</strong> Sprachkurse von Ossiri’s Akademie sind sehr begehrt<br />

und haben ausgezeichnete Abschlussquoten. Bereits im<br />

vergangenen Jahr hat Ossiri’s Akademie Freiplätze für<br />

Flüchtlinge zur Verfügung gestellt und die Teilnehmer<br />

auf dem Weg zur Integrationsprüfung bis zur Niveaustufe<br />

A2 begleitet. Nun hat sich eine Sprachlehrerin bereit<br />

erklärt, einen kostenlosen Alphabetisierungskurs für<br />

Flüchtlinge zu halten, und unterrichtet 15 Flüchtlinge in<br />

den Kursräumen der Akademie.<br />

„Wir freuen uns sehr über das Angebot, denn die wenigsten<br />

Institute bieten Alphabetisierungskurse an. Unsere<br />

Bewohner sind sehr stolz, diesen Kurs besuchen zu dürfen“,<br />

freut sich Margarita Benedikt, Sozialarbeiterin im Johanniter-Flüchtlingshaus.<br />

Ein Kurs mit Prüfungsgebühren<br />

und Lehrbüchern kostet zwischen 700 und 800 Euro.<br />

062 - Booklet - <strong>2017</strong>-08-19 - 18.00.qxd 19.08.<strong>2017</strong> 17:59 Seite 2<br />

Der Andrang auf Sprachkurse und Prüfungen ist in den<br />

letzten eineinhalb Jahren stark angestiegen. „Ich freue<br />

mich, dass unsere Aktion gut ankommt und Menschen, die<br />

es tatsächlich brauchen, eine neue Perspektive eröffnet“,<br />

sagt Ossiri Richard Gnaoré, Direktor der Ossiri’s Akademie.<br />

EL CD<br />

062<br />

Direktor Ossiri Richard Gnaoré (li) und die Sprachlehrerin<br />

Sona Stadler (re) freuen sich mit den stolzen Kursteilnehmern<br />

über deren Erfolge.<br />

Orgeln in Wien<br />

<strong>Malteser</strong>kirche Hl. Johannes der Täufer<br />

Gottfried Sonnholz, vor 1767<br />

Vom Nachhilfeinstitut zur Sprachakademie<br />

Direktor Gnaoré studierte bereits in seiner Heimat, der<br />

Elfenbeinküste, Germanistik und kam 1986 zu einer<br />

Fortbildung nach Wien. Aufgrund der politischen Situation<br />

in seiner Heimat, entschied er sich, in Österreich zu<br />

bleiben, und gründete im Jahr 2000 ein Nachhilfeinstitut,<br />

das er vier Jahre später in eine Lernakademie umgestaltete.<br />

Heute bietet Ossiri’s Akademie Deutsch-Alphabetisierungs-<br />

und Integrationskurse, Englisch und<br />

Französisch-Unterricht sowie Aus- und Weiterbildungen<br />

für Erwachsene an.<br />

16<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong><br />

Konstantin Reymaier<br />

Konstantin<br />

R eymaier<br />

EUR 15,– zzgl. 3,50 Euro Versandkosten. Der<br />

Bestellung unter smom@malteser.at oder Tel.


MALTESERAKTUELL<br />

SPENDENABSETZBARKEIT<br />

NEUE REGELUNG AB 1. JÄNNER <strong>2017</strong><br />

Wichtige Informationen für Personen, die ihre Spenden steuerlich geltend machen möchten.<br />

Sehr geehrte Spenderin, sehr geehrter Spender!<br />

Wenn Sie Ihre Spende auch in Zukunft absetzen möchten,<br />

benötigen wir bitte Ihre Mithilfe!<br />

Mit dem 1. Jänner hat sich die Form des Spendennachweises<br />

geändert. Der Gesetzgeber hat entschieden, dass dieser<br />

WEIHNACHTSTIPP<br />

Schenken Sie eine<br />

stimmungsvolle<br />

CD-Aufnahme<br />

Orgelkonzert in der <strong>Malteser</strong>kirche<br />

mit Domorganist<br />

Konstantin Reymaier<br />

<strong>Die</strong> erste auf der restaurierten<br />

Sonnholz-Orgel in der <strong>Malteser</strong>kirche<br />

eingespielte CD.<br />

Reinerlös kommt der <strong>Malteser</strong>kirche zugute.<br />

+43 1 512 72 44<br />

nun automatisch ohne Ihr Zutun erfolgt. Damit wir Ihre<br />

Spende als steuerlich absetzbar melden können, benötigen<br />

wir entsprechend den Bestimmungen Ihren Vor- und<br />

Familiennamen (Achtung: laut Meldezettel, nicht wie im<br />

Pass angeführt, da kann ein Unterscheid bestehen) sowie<br />

Ihr Geburtsdatum.<br />

Ihre Spenden werden von uns direkt an das Finanzamt<br />

gemeldet und dadurch vom Finanzamt automatisch in<br />

Ihrer Veranlagung berücksichtigt.<br />

Wir bitten Sie, uns Ihre Daten per E-Mail (zentrale@malteser.at)<br />

oder telefonisch (01 512 53 95) mitzuteilen. Sie haben<br />

aber auch die Möglichkeit, uns Ihre Daten inkl. Geburtsdatum<br />

mittels beiliegendem Erlagschein bekannt zu geben.<br />

Wichtige Punkte, um die Spenden von der Steuer<br />

absetzen zu können:<br />

• Name<br />

• Geburtsdatum<br />

Vielen Dank für Ihre Spende und Ihre Mithilfe!<br />

Detailinformationen finden sie auf unserer Homepage:<br />

www.malteserorden.at/unterstuetzen/spendenabsetzbarkeit/<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong> 17


MALTESERWELTWEIT<br />

„SO ETWAS BERÜHRENDES“<br />

Jedes Jahr organisieren die <strong>Malteser</strong> im Libanon ein Sommerlager für Menschen mit Behinderung. <strong>Die</strong>smal war es ein ganz<br />

besonderes Erlebnis.<br />

Von Johannes Prinz von Lobkowicz, Prokurator von Böhmen<br />

Mitte Mai reisten rund 30 Mitglieder, hauptsächlich vom<br />

Subpriorat von St. Michael aus Deutschland, zum Chabrouh-Camp<br />

in den Libanon, um dort gemeinsam zu arbeiten.<br />

Das älteste Mitglied war 81 Jahre alt, meine Frau<br />

und ich gehörten zu den Jüngsten. Es gab auch vier Kinder<br />

im Alter von fünf bis zwölf Jahren. Damit war unsere<br />

Gruppe altersmäßig gut durchmischt.<br />

<strong>Die</strong> „Gäste“, die unserer Obhut anvertraut wurden,<br />

waren 28 schwerstbehinderte Männer aus einem sehr<br />

armen Behindertenheim in Beirut. Dort beträgt die<br />

durchschnittliche Zeit, die für die Betreuung eines<br />

Heimbewohners zur Verfügung steht, gerade einmal<br />

zehn Minuten pro Tag – Mahlzeiten, Waschen und Hilfe<br />

auf der Toilette bereits eingerechnet. Dank der Initiative<br />

von Franziskus „Zico“ Heeremann vor vielen Jahren,<br />

können diese Menschen seither regelmäßig eine wunderbare<br />

Urlaubswoche mit umfassender Betreuung in<br />

Chabrouh verbringen.<br />

Außergewöhnliche Gastfreundschaft<br />

Ich selbst bin seit mehr als 40 Jahren immer wieder Begleiter<br />

auf der Wallfahrt nach Lourdes, doch so etwas<br />

Berührendes wie hier in Chabrouh habe ich noch nicht<br />

erlebt. Das Teammitglied begrüßt seinen Gast, als der<br />

Bus ankommt, und verbringt den ganzen Tag mit ihm gemeinsam,<br />

um herauszufinden, was ihm Spaß macht und<br />

was er gerne unternehmen möchte. <strong>Die</strong> Möglichkeiten<br />

sind vielfältig. So haben wir Blumensträuße gebunden<br />

oder sind einfach nur im Bus gesessen, da der Platz neben<br />

dem Fahrersitz eine besondere Wirkung auf die Betreuten<br />

hatte. Andere Gäste haben gemalt, Musik gehört<br />

oder Spiele gespielt. Absolutes Highlight waren die drei<br />

täglichen Mahlzeiten, die wir gemeinsam eingenommen<br />

haben.<br />

Abwechslungsreiche Aktivitäten<br />

Das Tagesprogramm war gut organisiert. Das Betreuerteam<br />

begann in der Früh mit einer halben Stunde Gebet<br />

18<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong>


MALTESERWELTWEIT<br />

in der Kapelle und schloss mit einer Komplet<br />

ab. Silvester Heereman – Legionär Christi –<br />

gab uns jeweils einen Impuls, um den bevorstehenden<br />

Tag gut „verdauen“ zu können. In<br />

gewisser Weise war ja die gemeinsame Woche<br />

in Chabrouh auch eine Art spiritueller<br />

Rückzug für uns. Nach dem Frühstück und<br />

zwischen den Mahlzeiten gab es selbstorganisierte<br />

Veranstaltungen – zum Beispiel kleine<br />

Sportfeste, einen Strandbesuch oder eine<br />

Wanderung zu einem lokalen Gasthaus.<br />

Um 17 Uhr besuchten alle die Hl. Messe,<br />

die wir ganz besonders genießen durften.<br />

Es wurde gesungen, neben der Kommunion<br />

für die Christen wurden Muslime gesegnet.<br />

Nach dem Abendessen wurde noch gesungen.<br />

Anschließend ging es zur Abendwäsche,<br />

und dann folgte die Nachtruhe, wobei immer<br />

drei Betreuer Bereitschaftsdienst hatten.<br />

„Obsequium pauperum“ mit politischer<br />

Dimension<br />

<strong>Die</strong> Arbeit der libanesischen Assoziation, die<br />

uns zum Abschluss des Camps in Chabrouh<br />

in einer Präsentation dargelegt wurde, war<br />

insoferne besonders beeindruckend, als sie<br />

ein wunderbares Beispiel für „obsequium<br />

pauperum“ ist – verbunden mit einer großen<br />

politischen Dimension in einem Land, in<br />

dem mehr als 17 verschiedene Konfessionen<br />

vertreten sind, allen voran Schiiten, Sunniten,<br />

Drusen und Christen. Allerdings: Waren<br />

vor 40 Jahren noch etwa 80 Prozent der Bevölkerung<br />

Christen, sind es heute nur noch<br />

40 Prozent.<br />

BANGLADESCH<br />

Nach gewaltsamen Auseinandersetzungen im August dieses Jahres<br />

flohen rund 520.000 Menschen aus Myanmar nach Bangladesch.<br />

Von Katharina Kiecol<br />

Sofort entsendete <strong>Malteser</strong> International zwei Mitarbeiter nach<br />

Bangladesch, um zu sehen, wie die ohnehin schon geschwächte<br />

Bevölkerung in den Flüchtlingscamps unterstützt werden kann.<br />

Bereits seit Anfang September hat <strong>Malteser</strong> International über<br />

einen lokalen Partner mobile Kliniken in den Flüchtlingscamps<br />

Balukhali und Potibonia im Einsatz, um etwa 15.000 Menschen<br />

medizinisch zu versorgen.<br />

Allein in den beiden Camps Balukhali 1 und 2 leben mittlerweile<br />

mehr als 120.000 Menschen unter sehr einfachen Bedingungen.<br />

Unter ihnen über 60 Prozent Frauen und Kinder. <strong>Die</strong> meisten<br />

Menschen flohen mit nicht mehr als ihrer Kleidung aus ihrer<br />

Heimat, sind völlig mittellos und durch die Strapazen der Flucht<br />

und die vorherrschenden Lebensbedingungen in den Camps<br />

stark geschwächt. Gemeinsam mit dem lokalen Partner GK wird<br />

<strong>Malteser</strong> International dort die medizinische Versorgung der<br />

Flüchtlinge durch die Einrichtung von Basisgesundheitsstationen<br />

und mobiler Kliniken ausbauen und Mütter und Kleinkinder<br />

mit Nahrungsergänzungsmitteln versorgen. Da viele<br />

Menschen durch eine strapaziöse Flucht geschwächt sind, wird<br />

zusätzlich auch die medizinische Versorgung noch weiter ausgebaut.<br />

<strong>Die</strong>ser Ausbau der Aktivitäten läuft zunächst bis zum<br />

Ende des Jahres und wird vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik<br />

Deutschland finanziert.<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong> 19


XXXXX<br />

THAILAND<br />

EIN LICHTBLICK<br />

AM ENDE DER WELT<br />

Das Reden überlässt Ker Gay gerne den anderen, zum Beispiel ihrer Mutter. <strong>Die</strong>se begleitet sie, wie so oft, zur Psychologin<br />

im Flüchtlingslager. An diesem Morgen beraten sie gemeinsam, wie sie ihr aus einer depressiven Phase heraushelfen<br />

können.<br />

Von Katharina Kiecol<br />

Ker ist im 6. Monat schwanger und ihr Mann lebt in den<br />

USA. Nur ab und zu besucht er seine Familie in Thailand.<br />

Neben ihrer chronischen Krankheit belastet ihre ungewisse<br />

Zukunft die 26-Jährige sehr. Jiruttigun Sinlapasuwan,<br />

Psychologin bei <strong>Malteser</strong> International, macht mit<br />

ihr Entspannungsübungen, damit sie sich auf sich und<br />

ihr Baby konzentrieren kann und nicht immer über die<br />

Zukunft grübeln muss. Zweimal in der Woche besucht die<br />

Psychologin sie zuhause und schaut, wie es ihr geht.<br />

Seit sie vier Jahre alt ist, leidet Ker Gay unter Epilepsie.<br />

Damals lebte sie noch in Myanmar, gleich hinter der<br />

Grenze zu Thailand. Doch seit Jahrzehnten gibt es dort<br />

immer wieder gewaltsame Konflikte, die die Menschen<br />

in die Flucht treiben. Vor zehn Jahren kam Ker Gay deshalb<br />

mit ihrer Mutter nach Thailand. Hier lebt sie nun gemeinsam<br />

mit rund 10.000 anderen Menschen in einem<br />

Flüchtlingscamp. „Für viele Flüchtlinge ist ihre ungewisse<br />

Zukunft auf der einen Seite und die erzwungene Tatenlosigkeit<br />

auf der anderen Seite sehr belastend. <strong>Die</strong> Menschen<br />

dürfen nur im Camp bleiben, und hier haben sie<br />

so gut wie keine Beschäftigung. Arbeiten dürfen sie auch<br />

nicht. Wir von <strong>Malteser</strong> International haben allein in diesem<br />

Camp rund 150 Flüchtlinge als sogenannte Volunteers<br />

für unsere Gesundheitseinrichtungen ausgebildet.<br />

Das hilft den Angestellten weiter, weil sie sich etwas dazu<br />

verdienen können. Für die Patienten ist ebenfalls ein Vorteil,<br />

dass das Klinikpersonal ihre Sprache spricht und sie<br />

versteht“, erklärt Kai Pohlmann, Programm-Manager für<br />

Thailand bei <strong>Malteser</strong> International.<br />

Einfache Bambushütten sind auf Stelzen an der Grenze<br />

zwischen Myanmar und Thailand in die Hänge gebaut. Autos<br />

gibt es hier keine, ab und zu rattert ein Motorrad über<br />

die Schotterwege. Aus der Entfernung sieht die Ansammlung<br />

der Hütten fast aus wie ein ganz normales, einfaches<br />

thailändisches Dorf. Doch die Hütten sind nicht für die<br />

Ewigkeit gebaut, ohne sanitäre Anlagen, Strom oder Telefon.<br />

<strong>Die</strong> Straße zum Camp endet am Tor, hier kommt<br />

niemand zufällig und ohne Grund vorbei. Außerdem ist<br />

20<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong>


MALTESERWELTWEIT<br />

der Weg dorthin so schlecht, dass niemand ohne Geländewagen<br />

hierher findet. Und auch damit kommt man nur<br />

mühsam voran. <strong>Die</strong> nächsten Dörfer sind einige Kilometer<br />

entfernt. Es wirkt wie ein vergessenes Fleckchen am<br />

Ende der Welt. Alle Häuser wurden provisorisch errichtet<br />

– das ist jetzt mehr als 20 Jahre her. Bleiben sollten die<br />

Flüchtlinge nicht lange. Aber noch immer möchte kaum<br />

jemand zurück nach Myanmar, denn dem Frieden dort<br />

traut niemand so recht. Viele Menschen kamen außerdem<br />

bereits als Kinder nach Thailand und können sich an<br />

ein Leben außerhalb des Camps gar nicht mehr erinnern.<br />

Da sie von der thailändischen Regierung nicht als Flüchtlinge<br />

anerkannt werden, haben sie nicht die Möglichkeit,<br />

die Camps zu verlassen und sich in Thailand eine neue<br />

Existenz aufzubauen.<br />

Ker Gay wird im Camp von den Mitarbeitern von <strong>Malteser</strong><br />

International nicht nur psychologisch, sondern auch<br />

medizinisch betreut. Seit die 26-Jährige zum zweiten Mal<br />

schwanger ist, besucht sie regelmäßig die Geburtsklinik.<br />

Dort arbeiten Flüchtlinge für <strong>Malteser</strong> International, die<br />

zuvor als Hebammen und medizinisches Personal ausgebildet<br />

wurden. Eine der Hebammen ist Naw Htoo Htoo<br />

Say. An die Zeit, als sie noch in Myanmar lebte, kann sie<br />

sich noch genau erinnern. Vor allem daran, wie ihr Vater<br />

ermordet und ihr Bruder vor ihren Augen erschossen<br />

wurde. Auch nach so vielen Jahren bringen sie diese Bilder<br />

noch immer zum Weinen. <strong>Die</strong> Explosionen der Schüsse<br />

hat sie noch in den Ohren. Aber sie ist auch dankbar,<br />

dass ihre Mutter und sie überlebt haben und im Camp<br />

in Sicherheit sind. „Als Hebamme kann ich der Gemeinschaft<br />

etwas von dem zurückgeben, was ich selbst an Unterstützung<br />

bekommen habe“, sagt Naw Htoo Htoo Say.<br />

Es gibt nicht viele Möglichkeiten für die Flüchtlinge, im<br />

Camp Geld zu verdienen. Aber in den Einrichtungen von<br />

<strong>Malteser</strong> International arbeitet Naw Htoo Htoo Say als<br />

Hebamme und bekommt dafür ein kleines Gehalt. <strong>Die</strong> Arbeit,<br />

sagt sie, macht sie sehr zufrieden. „Ich habe so vieles<br />

gelernt, seit ich als Hebamme arbeite: wie die Schwangeren<br />

sich fühlen, wie ich ihr Leben verbessern kann und<br />

ihnen bei der Geburt helfe, damit sie ein gesundes Baby<br />

zur Welt bringen.“ Gerade untersucht sie Khu Say, die<br />

im sechsten Monat schwanger ist. In den vergangenen<br />

Wochen hat die 23-Jährige nicht genug zugenommen<br />

und das medizinische Personal von <strong>Malteser</strong> International<br />

sorgt sich um sie und ihr Baby. <strong>Die</strong> Lebensmittel, die<br />

im Camp verteilt werden, reichen gerade während der<br />

Schwangerschaft häufig nicht aus, um alle im Camp gesund<br />

und ausgewogen zu ernähren. Darum bekommen<br />

Schwangere und Babys, die unterernährt sind, von <strong>Malteser</strong><br />

International Zusatznahrung und lernen in einem<br />

Kurs, wie sie sich und ihre Kinder mit den Mitteln, die<br />

ihnen zur Verfügung stehen, gesund ernähren können.<br />

Regelmäßig besucht Khu Say die Geburtsklinik und lässt<br />

sich von Naw Htoo Htoo Say untersuchen.<br />

Ker Gay träumt davon, dass sie bald, wenn ihr Kind zur<br />

Welt gekommen ist, ihrem Mann in die USA folgen kann.<br />

Und wovon träumt Naw Htoo Htoo Say? Davon, noch vielen<br />

Babys dabei zu helfen, gesund auf die Welt zu kommen.<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong> 21


XXXXX<br />

DURCH SCHLAMMLÖCHER<br />

UND BAMBUSGESTRÜPP –<br />

DIE LANGE REISE DER MEDIKAMENTE<br />

In der Zentralapotheke im kongolesischen Ariwara klingelt das Telefon: Claude Ambiance, Projektleiter bei <strong>Malteser</strong> International<br />

in Bondo, bestellt neue Medikamente und medizinische Ausrüstung, die zunächst nach Bondo geliefert und anschließend<br />

in mehreren Gesundheitszentren verteilt werden sollen. 800 Kilometer liegen zwischen Ariwara und Bondo. Es ist eine<br />

gefährliche Strecke mit vielen Hindernissen. Zwei Mitarbeiter von <strong>Malteser</strong> International machen sich auf den Weg, um die<br />

Medikamente zu den Menschen zu bringen.<br />

Von Katharina Kiecol<br />

<strong>Die</strong> Bestellung wird auf einen 15 Tonnen schweren Lastwagen<br />

geladen. Der Fahrer, Wadri Andega, und sein<br />

Begleiter, Didier Kayumba, bereiten sich schon auf die<br />

bevorstehende lange Reise vor: „In knapp drei Wochen<br />

werden wir erst wieder zuhause sein. Das wird eine anstrengende,<br />

aber gleichzeitig auch sehr erlebnisreiche<br />

Tour werden“, bemerkt Andega. Da die Menschen die<br />

Medikamente dringend benötigen, geht es gleich los<br />

zur ersten Station dieser Reise, nach Faradje. Bis dorthin<br />

ist die Straße noch befahrbar, ab Faradje werden die<br />

Straßenverhältnisse immer schlechter: „Das, was vorher<br />

einer Straße glich, verwandelt sich nun immer mehr in<br />

eine Ansammlung kleiner und großer Schlammlöcher“,<br />

erzählt uns Kayumba, Ingenieur bei <strong>Malteser</strong> International<br />

in Ariwara. Und tatsächlich gleicht die Fahrt mit<br />

dem großen Lastwagen schon bald einem Hindernislauf.<br />

Immer wieder muss das schwere Gefährt den Löchern<br />

ausweichen, bis es schließlich in einem großen Schlammloch<br />

stecken bleibt. <strong>Die</strong> Nacht verbringen die zwei Fahrer<br />

unter freiem Sternenhimmel. Am nächsten Tag müssen<br />

sie dann stundenlang das ganze Wasser schaufelweise aus<br />

dem Schlammloch entfernen.<br />

<strong>Die</strong> schlechte Infrastruktur in der Demokratischen Republik<br />

Kongo lähmt die Wirtschaft, die Menschen haben<br />

nicht viel, und trotzdem kommen auch in dieses afrikanische<br />

Land immer mehr Flüchtlinge aus den Nachbarländern<br />

Südsudan und der Zentralafrikanischen Republik.<br />

22<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong>


XXXX<br />

Seit Ausbruch des Konflikts in der Zentralafrikanischen<br />

Republik im Jahr 2013 kommen die Bewohner nicht<br />

zur Ruhe. Mehr als 150.000 Menschen sind aufgrund<br />

der Unsicherheit in den Norden der Demokratischen<br />

Republik Kongo geflohen, allein seit Mai dieses Jahres<br />

60.000.<br />

<strong>Malteser</strong> International engagiert sich bereits seit mehr<br />

als zwanzig Jahren in der Demokratischen Republik<br />

Kongo und unterstützt die staatlichen Gesundheitseinrichtungen.<br />

<strong>Die</strong> logistischen Herausforderungen dabei<br />

sind hoch. Viele Straßen sind nicht mit schweren Fahrzeugen<br />

zu befahren, Brücken sind nicht immer sicher,<br />

und die schlechte Sicherheitslage auch auf der kongolesischen<br />

Seite der Grenze erschwert regelmäßig Lieferungen<br />

mit Medikamenten in die Region.<br />

Auch die Strecke zwischen Ariwara und Bondo gleicht<br />

mittlerweile einer Wasserstraße, und die beiden Fahrer<br />

von <strong>Malteser</strong> International, die dringend benötigte Medikamente<br />

nach Bondo bringen, haben am zweiten Tag<br />

ihrer Reise kniehoch Wasser in der Fahrerkabine. Wenig<br />

später muss Didier Kayumba ins Krankenhaus gebracht<br />

werden. Diagnose: Malaria. Zwei Nächte verbringt er in<br />

der Klinik. Erst danach kann der Lastwagen weiterfahren<br />

und gelangt kurz darauf ans erste Flussufer dieser<br />

Reise. Da es keine Brücke gibt, müssen eigens engagierte<br />

Helfer den Lastwagen zunächst entladen, dann mithilfe<br />

einer motorisierten Fähre leer über den Fluss schiffen,<br />

um ihn schließlich wieder zu beladen. „Das gleiche<br />

Prozedere steht uns nun auch bei den weiteren Flüssen<br />

bevor, die wir überqueren müssen. Es raubt uns zwar<br />

kostbare Zeit, doch anders kommen wir nicht über den<br />

Fluss“, erklärt der Fahrer Andega. Auf dem Weg nach<br />

Ango versperrt dann plötzlich ein umgefallener Baum<br />

den Weg, später sind es zahlreiche Bambusbäume, die<br />

die beiden mithilfe von Macheten zerkleinern müssen.<br />

Dabei durchbohrt einer die Frontscheibe und verletzt<br />

Andega.<br />

Nach 15 Tagen schließlich erreicht der Lastwagen<br />

seine Endstation: Bondo.<br />

Für die letzte Etappe, die Verteilung der Medikamente<br />

in den einzelnen Gesundheitseinrichtungen, nutzen<br />

Andega und Kayumba zwei Traktoren. Auch diese müssen<br />

Flüsse überqueren, dafür ent- und später wieder<br />

beladen werden. Danach fahren die beiden die restliche<br />

Strecke auf Motorrädern, und schließlich findet auch die<br />

letzte Medikamentenlieferung auf den Rücken von Trägern<br />

ihren Weg zum Ziel. Am Ende stellt ein glücklicher<br />

Didier Kayumba fest: „Es war eine lange und kraftraubende<br />

Reise, doch wenn ich die strahlenden Gesichter<br />

der Menschen sehe, die die Medikamente entgegennehmen,<br />

dann hat sich alles gelohnt.“<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong> 23


MALTESERWELTWEIT<br />

MIKROFINANZ:<br />

GELD ANLEGEN UND GUTES TUN<br />

Wie man mit Social Impact Investing die Zukunft von Menschen in Schwellenländern entscheidend verbessern kann.<br />

Wenn Günther Kastner, Gründer der C-QUADRAT Marke<br />

Vision Microfinance, über das Thema Mikrofinanz<br />

spricht, wirkt die eine oder Ansage relativ hart: „Bei uns<br />

gibt es wenig Platz für Sozialromantik“, erklärt der Manager<br />

unverhohlen. Doch gerade diese Direktheit ist es,<br />

die allen Beteiligten des finanziellen Ökosystems Mikrofinanzierung<br />

am meisten weiterhilft. Denn in klarer Abgrenzung<br />

zur Entwicklungshilfe geht es bei Mikrofinanz<br />

um zwei Dinge: Erstens, dass die Klein-Kreditnehmer in<br />

Emerging Markets wie Afrika, Südamerika, Südostasien,<br />

aber auch diversen GUS-Staaten Hilfe zur Selbsthilfe<br />

erhalten. Und zweitens, dass der Anleger einen fairen<br />

Ertrag aus seinem Investment erhält – und das mit dem<br />

bestmöglichen Gewissen.<br />

Wie das Geld arbeitet<br />

Das Geld, das europäische Anleger investieren, wird von<br />

Vision Microfinance an lokale Mikrofinanz-Institute weitergeleitet.<br />

<strong>Die</strong>se Minibanken vergeben dann wiederum<br />

Kleinstdarlehen an Kleinunternehmer in den erwähnten<br />

Schwellenregionen. <strong>Die</strong> Mikrofinanz-Institute fungieren<br />

so als Brücke zwischen Investoren und Kreditnehmern<br />

und bieten eine zusätzliche Sicherheitskomponente.<br />

Denn diese Institute verfügen über extrem spezifisches<br />

lokales Know-how und untersuchen die Lebensumstände<br />

der Kleinstkreditnehmer bis ins kleinste Detail, bevor ein<br />

Kleinkredit genehmigt wird. Mikrofinanz-Institute unterhalten<br />

sehr enge Kontakte zu ihren Kunden und bieten<br />

neben der reinen Bereitstellung von Mikrokrediten<br />

oft auch Trainings- und Weiterbildungsmaßnahmen an.<br />

„Ein Umstand, der für uns eine wesentliche Rolle spielt“,<br />

erklärt Günther Kastner von Vision Microfinance, und<br />

ortet nicht zuletzt in der Weiterbildung der Kreditkunden<br />

in den Schwellenländern eine der Hauptaufgaben der<br />

Mikrofinanz-Institute.<br />

Günther Kastner<br />

Mittlerweile gibt es mehr als eine halbe Milliarde Menschen,<br />

die auf diese Weise Zugang zu Kleinkrediten erhalten.<br />

Das klingt nach viel, ist aber ausbaufähig, lebt doch<br />

mehr als eine Milliarde Menschen weltweit in absoluter<br />

Armut. Sie verfügen über weniger als einen Euro am Tag<br />

– womit eine Existenzgründung de facto verunmöglicht<br />

wird. Zum ersten bleibt kein Spielraum, um sich etwas<br />

zu ersparen und so letzten Endes in das eigene Kleinstunternehmertum<br />

zu investieren, und zum zweiten sind<br />

24<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong>


diese Menschen in der Regel vom Kreditkreislauf abgeschnitten<br />

– ein sich selbst perpetuierender Zustand, der<br />

aus absoluter Armut einen Generationen überdauernden<br />

Dauerzustand schafft.<br />

Dem stehen Investoren in Industrieländern gegenüber,<br />

die nach Möglichkeiten suchen, ihr Geld sicher, profitabel<br />

und zugleich sinnvoll anzulegen. Durch die einfache, aber<br />

effektive Idee von Friedensnobelpreisträger Muhammad<br />

Yunus, dem Erfinder der Mikrokredite, gelingt es, Arm<br />

und Reich wirtschaftlich zusammenzuführen. „<strong>Die</strong> Kredite<br />

ermöglichen den Kauf einer Nähmaschine, einer<br />

Ziege oder von ein paar Quadratmetern Anbaufläche“, so<br />

Kastner. <strong>Die</strong> Wirkung dieser Investmentform lässt sich<br />

auch in Zahlen gießen: 80 Prozent aller Unternehmen in<br />

den Schwellenländern verdanken ihre Existenz Mikrokrediten.<br />

Starke Partner<br />

Damit das Geld nicht in falsche Hände gerät, arbeitet<br />

Vision Microfinance bei der Auswahl der Kreditgeber<br />

vor Ort nur mit von Symbiotics S.A. geprüften lokalen<br />

Mikrofinanz-Instituten zusammen. Symbiotics ist Pionier<br />

auf diesem Gebiet und verfügt weltweit über lokale<br />

Niederlassungen in Schwellenländern. <strong>Die</strong> Analysten befinden<br />

sich vor Ort und haben ein sehr gutes Gespür für<br />

den Markt. „Wir befinden uns in ständigem Austausch<br />

mit den Experten vor Ort, um unsere hohen Standards<br />

einhalten zu können. Darüber hinaus besuchen unsere<br />

Fondsmanager die Partnerinstitute in den Emerging<br />

Markets mehrmals im Jahr persönlich, um sich ein Bild<br />

zu machen und auch mit Kleinkreditnehmern vor Ort<br />

sprechen zu können“, erklärt Kastner.<br />

Niedriges Risiko und Rendite-Chancen<br />

Tatsächlich investiert man im Fall von Schwellenländern<br />

in Märkte mit erheblichem Wachstum. Damit die Rechnung<br />

jedoch als Einzel-Investment aufgeht, müssen nicht<br />

nur die Märkte wachsen, sondern die Kreditnehmer ihre<br />

Verpflichtungen auch ernst nehmen. Niedrige Ausfallraten<br />

von weniger als drei Prozent bestätigen eine hervorragende<br />

Zahlungsmoral – von einer derartigen Quote<br />

können andere Kreditgeber nur träumen.<br />

Doch abgesehen vom Investment-Case bleibt das Engagement<br />

für eine bessere Welt, das für C-QUADRAT bei dieser<br />

Veranlagungsform im Fokus steht. Günther Kastner:<br />

„Unser Unternehmen lebt Verantwortung gegenüber seinen<br />

Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern. Mit<br />

Vision Microfinance haben wir ein Vehikel, mit dem jedes<br />

Jahr tausenden Menschen ein Weg aus der Armut geebnet<br />

werden kann. Das Schöne dabei ist: Je erfolgreicher<br />

wir sind, desto mehr Menschen können wir helfen. Gibt<br />

es eine bessere Rendite?“<br />

<strong>Die</strong>se Marketingmitteilung dient ausschließlich unverbindlichen Informationszwecken<br />

und stellt kein Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Fondsanteilen dar,<br />

noch ist sie als Aufforderung anzusehen, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über<br />

eine Wertpapierdienstleistung oder Nebenleistung abzugeben. <strong>Die</strong>ses Dokument kann<br />

eine Beratung durch Ihren persönlichen Anlageberater nicht ersetzen. Grundlage für den<br />

Kauf von Investmentanteilen sind die jeweils gültigen Verkaufsprospekte, der Jahresbericht<br />

und, falls älter als acht Monate, der Halbjahresbericht. <strong>Die</strong> wesentliche Information<br />

für den Anleger („KID“, „KIID“) und der veröffentlichte Verkaufsprospekt stehen dem<br />

Interessenten auf Deutsch in ihrer aktuellen Fassung, für den Dual Return Fund - Vision<br />

Microfinance Local Currency bei der Kapitalanlagegesellschaft Axxion S.A., 15, rue<br />

de Flaxweiler, L-6776 Grevenmacher, Luxemburg sowie im Internet unter www.axxion.<br />

de, für den C-QUADRAT Global Quality ESG Bond Fund bei der Kapitalanlagegesellschaft<br />

IFM Independent Fund Management AG, Austrasse 9, FL-9490 Vaduz, für den C-QUAD-<br />

RAT Absolute Return ESG Fund und den C-QUADRAT Global Quality ESG Equity Fund bei<br />

der Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft m.b.H., Mooslackengasse 12, A-1190 Wien sowie<br />

am Sitz der Zahl- und Informationsstelle in Deutschland, Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft<br />

m.b.H., Zweigstelle Deutschland, Wiesenhüttenplatz 26, D-60329 Frankfurt am<br />

Main sowie im Internet unter www.rcm.at, kostenlos zur Verfügung.<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong> 25


MEDIZINAKTUELL<br />

„WIE KOMME<br />

ICH NACH HAUSE?“<br />

Demenzerkrankungen sind sowohl für die Betroffenen als auch für deren Angehörige eine Herausforderung. Wie sich durch gezieltes<br />

Demenztraining präventiv und ressourcenerhaltend arbeiten lässt, erklärt DGKP Mag. Barbara Plessl-Schorn, MSc im Interview.<br />

Frau Plessl-Schorn, Sie haben sich neben Ihrer<br />

Tätigkeit als Case Managerin bei MALTESER Care<br />

auch auf die Pflege und Gesundheitsberatung im<br />

Hauskrankenpflegebereich spezialisiert. Wo sehen<br />

Sie die aktuellen Herausforderungen?<br />

Wir sind mit dem Problem einer immer älter werdenden<br />

Gesellschaft konfrontiert. Immer mehr Menschen<br />

leiden an Formen demenzieller Erkrankungen, und das<br />

bedeutet auch ein Umdenken im Bereich der Pflege und<br />

Betreuung. Prävention und Ressourcenerhaltung sind essentielle<br />

Grundlagen für ein lebenswertes, würdevolles<br />

Leben im Alter.<br />

Was können erste Warnsignale einer Demenzerkrankung<br />

sein?<br />

Immer häufiger auftretende Vergesslichkeit, vor allem<br />

was das Kurzzeitgedächtnis betrifft, ist ein ernst zu nehmendes<br />

Warnsignal für eine mögliche demenzielle Erkrankung.<br />

Auch Schwierigkeiten, gewohnte Tätigkeiten<br />

auszuführen, Sprachstörungen, mangelndes Interesse an<br />

Arbeit, Kontakten und Hobbys oder Orientierungslosigkeit<br />

sind Hinweise. In jedem Fall muss der Hausarzt oder<br />

ein Spezialist entsprechende Untersuchungen machen,<br />

um eine demenzielle Erkrankung festzustellen.<br />

Wie gehen die Betroffenen und die Angehörigen<br />

mit dieser Diagnose um?<br />

Natürlich ist die Feststellung einer demenziellen Erkrankung<br />

zunächst für alle ein großer Schock. Am Beginn der<br />

Erkrankung erkennen die Betroffenen meist selbst, dass<br />

etwas mit ihnen nicht stimmt, und versuchen, das geschickt<br />

vor ihrem Umfeld zu verbergen.<br />

Von Susanne Wick<br />

Was können Sie aus ihrer Erfahrung sagen, wie<br />

kann den Betroffenen und den Angehörigen geholfen<br />

werden?<br />

Es ist wichtig, die Angehörigen auf das Kommende vorzubereiten<br />

und sie dahingehend zu sensibilisieren, dass es<br />

zu einer Wesensveränderung der geliebten Person kommen<br />

wird. Menschen mit Demenz soll man mit Achtung<br />

und Respekt begegnen und sie dahingehend unterstützen,<br />

so lange wie möglich selbstständig zu bleiben und am<br />

gemeinsamen Leben teilzunehmen. Demenziell veränderte<br />

Menschen soll man nicht nur als „Kranke“ sehen. Niemand<br />

weiß wirklich, wie es in einem an Demenz erkrankten<br />

Menschen aussieht, denn nur im Anfangsstadium der<br />

Erkrankung können sich die Betroffenen mitteilen.<br />

Wie kann man als Angehöriger unterstützend helfen?<br />

Gezielte, regelmäßige Trainingsmethoden können sich<br />

positiv auf den Allgemeinzustand auswirken. Hier sollten<br />

die Angehörigen aktiv werden und so früh wie möglich<br />

mit dem Training beginnen. In einem ersten Schritt kann<br />

man die Betroffenen über das Langzeitgedächtnis zum<br />

Training motivieren und dabei selbst sein Gedächtnis<br />

schulen.<br />

Wie sieht so ein Training aus?<br />

Man spricht gemeinsam über bekannte Personen, erzählt,<br />

was sie machen, stellt Fragen nach den Kindern und ruft<br />

Bilder ab, um das Gedächtnis zu aktivieren. Oder man<br />

liest gemeinsam die <strong>Zeitung</strong> bzw. schaut miteinander<br />

einen Film an und stellt Fragen dazu. Hilfreich ist auch,<br />

Fotoalben anzusehen und Fragen zu den gezeigten Personen<br />

und Orten zu stellen. Außerdem gibt ein geregelter<br />

26<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong>


MEDIZINAKTUELL<br />

Tagesablauf den Betroffenen ein Gefühl der Sicherheit.<br />

Als Angehöriger kann man unterstützend agieren, indem<br />

man zum Beispiel gemeinsam Einkaufslisten erstellt. Beschriftete<br />

Etiketten oder Bilder können den Betroffenen<br />

helfen, Dinge zu finden und sich in ihrer Umgebung zurechtzufinden.<br />

Empfehlen sich Outdoor-Aktivitäten?<br />

Spaziergänge auf bekannten Wegen und nachfragen, was<br />

die Eindrücke waren, oder einmal einen anderen Weg<br />

gehen und beobachten und nachfragen, ob es dem Betroffenen<br />

aufgefallen ist, sind eine gute Methode. Wer<br />

körperlich fit ist, kann Ausflüge mit dem Rad oder mit<br />

dem Auto zu bekannten Plätzen machen, die man mit<br />

der Familie, den Kindern oder Freunden besucht hat. Betroffene<br />

reagieren stark auf Sinneseindrücke. So sind der<br />

Geruchssinn und der Geschmacksinn gute Mittel, um das<br />

Langzeitgedächtnis zu aktivieren.<br />

Da hilft dann sicher auch Kochen?<br />

Definitiv! Gemeinsam kochen, essen und dabei über Erinnerungen<br />

sprechen oder ein Gericht abwandeln und<br />

sehen, ob es dem Betroffenen auffällt, eignen sich hervorragend<br />

für Demenztraining. Grundsätzlich sollte man<br />

die Betroffenen bei den Dingen unterstützen, die sie gerne<br />

machen, aber durch ein gezieltes Training kann man<br />

das Langzeitgedächtnis auf mehreren Ebenen abrufen<br />

und fördern. Hierfür gibt es auch spezielle Übungsunterlagen,<br />

die nicht nur den Betroffenen, sondern auch den<br />

Angehörigen als Präventivmaßnahmen zur Stärkung ihres<br />

Gedächtnisses helfen können – zum Beispiel spezielle<br />

Buchstaben und Zahlenspiele, Bilderrätsel, Rechenbeispiele,<br />

Quiz- oder Memory-Spiele.<br />

Worauf muss man beim Umgang mit demenzkranken<br />

Menschen achten, und was sollte man vermeiden?<br />

Man muss sich darüber im Klaren sein, dass man die erkrankte<br />

Person nicht ändern kann. Es hat keinen Sinn,<br />

sie zu korrigieren, zu kontrollieren, Verbote auszusprechen<br />

oder zu streiten. Das bewirkt meist nur Widerstand.<br />

Man sollte Reizüberflutungen und Lärm vermeiden und<br />

auf möglichst sensible, einfühlsame Art und Weise mit<br />

den Betroffenen umgehen, damit sich diese sicher und<br />

geborgen fühlen. In der direkten Kommunikation ist es<br />

wichtig, den Betroffenen mit seinem Namen anzusprechen,<br />

einfache Sätze und Fragen zu verwenden, langsam,<br />

deutlich, auf Augenhöhe mit Blickkontakt zu sprechen<br />

und Aufregungen zu vermeiden. Es ist wichtig, selbst<br />

dann Ruhe zu bewahren, wenn der Betroffene misstrauisch,<br />

böse oder aggressiv wird.<br />

Was passiert, wenn Angehörige mit der Situation<br />

komplett überfordert sind?<br />

Als pflegender Angehöriger steht man in einem ganz besonderen<br />

Naheverhältnis zum Betroffenen und will nur<br />

das Beste. Aber mit fortschreitender Erkrankung stoßen<br />

die meisten an ihre eigenen Grenzen und erkranken oft<br />

selbst. Grundsätzlich wäre es ratsam, sich bereits am Beginn<br />

der Erkrankung zu informieren und beraten zu lassen,<br />

welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt, damit<br />

man gar nicht erst in diese Situation kommt. Es ist keine<br />

Schande, um Hilfe zu bitten, und potenzielle Helfer gibt<br />

es überall: Familie, Verwandte, Freunde, Nachbarn, Arbeitskollegen,<br />

ehrenamtliche Unterstützer. <strong>Die</strong>se Menschen<br />

können durch einfache Tätigkeiten – zum Beispiel<br />

mit dem Betroffenen einkaufen oder spazieren gehen,<br />

Spiele spielen, ihn zum Arzt begleiten – den pflegenden<br />

Angehörigen entlasten. Auf keinen Fall sollte man seine<br />

eigenen Bedürfnisse ignorieren und zurückstellen,<br />

denn das führt früher oder später zu Überanstrengung,<br />

Erschöpfung, Reizbarkeit und Frustration. Außerdem<br />

sind Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen ein gutes<br />

Mittel, um sich auszutauschen und Erfahrungen zu<br />

sammeln. Wenn die Belastung zu groß wird, sollte man<br />

unbedingt professionelle Beratung und Unterstützung in<br />

Anspruch nehmen.<br />

Vielen herzlichen Dank für das Gespräch!<br />

Hilfe „im Fall des Falles“<br />

Sollten Sie Beratung brauchen oder Fragen zum Thema<br />

Demenztraining haben, wenden Sie sich bitte an das<br />

Team von MALTESER Care. Sie finden uns im Internet<br />

unter www.malteser.care/uber-uns/unser-team.<br />

Telefonisch erreichen Sie uns unter +43 1 361 97 88<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong> 27


MALTESERÖSTERREICH<br />

TIROL<br />

HUBSCHRAUBER-<br />

ÜBUNG<br />

...aller Tiroler Rettungsorganisationen mit Unterstützung der Flughelfer-Einsatzgruppe des Bezirksfeuerwehrverbandes<br />

Kufstein sowie der FF Bad Häring und Hopfgarten.<br />

WIEN - AMBULANZ<br />

BEACH VOLLEYBALL WM<br />

„4 für Wien“ sorgen für Sicherheit – Wiener<br />

Rotes Kreuz, Samariterbund, Johanniter und<br />

<strong>Malteser</strong> betreuen Beach Volleyball WM.<br />

28<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

WIEN<br />

REISE NACH VODICE<br />

Eine wunderschöne Reise gemeinsam mit<br />

einigen unserer Betreuten mit Handicap.<br />

WIEN<br />

WILDWASSERCAMP<br />

Wildwassercamp <strong>2017</strong> in den steirischen<br />

Wildalpen, in Zusammenarbeit mit der<br />

Wildwasserschule Liquide Lifestyle und dem<br />

Hotel Bergkristall. Herzliches Vergelt‘s Gott<br />

der Sponsorin Frau KR Hilde Umdasch!<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong> 29


MALTESERÖSTERREICH<br />

STEIERMARK<br />

KERZENWORKSHOP<br />

WIEN<br />

AUSFLUG NACH SÜDTIROL<br />

TIROL<br />

MESSE IN<br />

AMRAS<br />

TIROL<br />

THERAPIESCHWIMMEN<br />

30<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

TIROL<br />

BESUCH DER<br />

BREGENZER FESTSPIELE<br />

WIEN<br />

AMBULANZ BEIM DONAUINSELFEST<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong> 31


MALTESERÖSTERREICH<br />

AUSFLUG INS<br />

STIFT HEILIGENKREUZ<br />

Am 13. Mai <strong>2017</strong> organisierte die Ausbildungsgruppe des<br />

Bereiches Burgenland einen Ausflug mit acht Betreuten<br />

in das Zisterzienserstift Heiligenkreuz im Wienerwald.<br />

Im Jahr 1133 gegründet, gehört es heute mit knapp 100<br />

Mönchen zu den beliebtesten Klöstern im deutschsprachigen<br />

Raum. Seine Nähe zu Wien macht es zu einem beliebten<br />

Ausflugsziel.<br />

Bei strömendem Regen halfen wir unseren Betreuten in die<br />

Fahrzeuge und fuhren stadtauswärts. Langsam klarte das<br />

Wetter auf, dennoch trafen wir mit Verspätung im Stift ein.<br />

Pater Konrad erwarte uns bereits im Innenhof und begann<br />

seine Stiftsführung. Gespannt lauschten wir seinen<br />

Erzählungen über das Kloster, von der Gründung bis zur<br />

Gegenwart, von der Namensgebung bis zur heutigen<br />

Hochschule.<br />

Noch ganz im Bann seiner Ausführungen wanderten wir<br />

durch den Kreuzgang zum berühmten Brunnen, um spä-<br />

Von Georg Holzhausen<br />

ter in der Totenkapelle zu verweilen. Nicht ganz barrierefrei,<br />

doch wir behalfen uns mit Brettern, um die Stufen<br />

zu meistern.<br />

Unsere Führung endete kurz vor Mittag in der Klosterkirche,<br />

so dass wir noch am Chorgebet (Terz und<br />

Sext) teilnehmen und dem gregorianischen Gesang<br />

lauschen durften. Anschließend sorgte die ausgesprochen<br />

gute Küche der Klosterschenke für unser leibliches<br />

Wohl.<br />

Zum Abschluss feierten wir gemeinsam Messe in der<br />

Kreuzkirche. Als Besonderheit durften wir die Reliquie<br />

des Stiftes – ein 23,5 cm langes Stück des Kreuzesholzes<br />

Christi – berühren. <strong>Die</strong>se Reliquie ist auch der Namensgeber<br />

des Stiftes.<br />

Bei strahlendem Sonnenschein fuhren wir wieder nach<br />

Hause. Der Dank geht an unsere Ausbildungsgruppe für<br />

die perfekte Organisation und ihr Engagement!<br />

32<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

UNTER WÖLFEN<br />

Von Markus Kirchschlager<br />

Wilde Haustiere – zahme Wildtiere? Das gibt’s nur im<br />

Wildpark Ernstbrunn, mitten in den Weinviertler Eichenwäldern!<br />

Dort konnten unsere lieben Betreuten am<br />

Pfingsmontag bei sommerlichen Temperaturen „echte“<br />

Wölfe, Esel und Steinböcke beobachten und füttern. Besonders<br />

beeindruckt zeigten sie sich von der Führung<br />

durch das Wolf Science Center, ein Projekt zur Wolfsforschung<br />

mitten im Wildpark. Noch nie zuvor hatten<br />

unsere Betreuten diese außergewöhnlichen Tiere so<br />

hautnah erlebt. Kurz vor Beginn der Tour hätten sich<br />

einige nicht träumen lassen, dass wir es alle gemeinsam<br />

bis zur Spitze des Wildparks schaffen würden. Was für<br />

ein schönes Gefühl! Einen gemütlichen Ausklang fand<br />

unser Sonderdienst beim Heurigen.<br />

HAUS MALTA<br />

BESUCH AUF SCHLOSS<br />

STETTELDORF<br />

Von Lothar Chizzola<br />

Im Rahmen unseres traditionellen Delegationsausflugs<br />

gemeinsam mit Caritas Socialis und Haus Malta<br />

ging es am 23. September nach Schloss Stetteldorf am<br />

Wagram. Das ursprünglich von Graf Julius II. von Hardegg<br />

im Renaissancestil erbaute Schloss steht heute im<br />

Eigentum von Georg und Brigitte Stradiot. Der Hausherr<br />

selbst führte uns – wir waren insgesamt 36 Gäste,<br />

drei davon in Rollstühlen – durch die Räumlichkeiten<br />

und lud anschließend zu einer Jause im Freskensaal<br />

ein. Das Beisammensein wurde musikalisch auf mittelalterlichen<br />

Instrumenten, wie einer Radleier, einer<br />

Schlüsselfidel und einem Dudelsack, begleitet.<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong> 33


MALTESERÖSTERREICH<br />

TRADITIONELLE HERBSTLICHE<br />

ERKUNDUNG DES WIENERWALDES<br />

Zum 15. Mal organisierte die „Oldie-Gruppe 70“ des Bereichs Wien heuer den Ausflug in die „Waldschenke“ in Hainbuch<br />

bei Mauerbach.<br />

Von Georg Reichlin-Meldegg<br />

Unser Ausflug begann mit dem Besuch der Kartause<br />

Mauerbach. Das von den „Ausflüglern“ eher vergessene<br />

ehemalige Kloster hat seit der Restaurierung und<br />

Nutzung durch das Bundesdenkmalamt (1984) zumindest<br />

in Forschung und Wissenschaft einen stillen<br />

Aufschwung erlebt: Derzeit sind hier das Informationsund<br />

Weiterbildungszentrum, das Team der Baudenkmalpflege<br />

sowie das Archäologiezentrum Mauerbach<br />

bei Wien beheimatet.<br />

Mag. Silvia Arnold gestaltete die Führung nicht nur<br />

interessant, sondern auch sehr unterhaltsam. Im Anschluss<br />

an die Führung ging es weiter nach Hainbuch<br />

zum Besuch in der Waldschenke mit „Grillhenderl“ und<br />

Stelze. Seit 15 Jahren hat dieser Ausflug nun schon<br />

Tradition, und er ist jedes Mal wieder ein wunderbares<br />

Erlebnis.<br />

Auf dem Parkplatz entdeckten die Oldies dann einen<br />

echten Oldtimer: einen Rolls Royce Torpedo Tourer<br />

aus dem Jahre 1927 – zu dieser Zeit war der Wagen im<br />

Besitz des Maharadscha von Jahore –, erzählt die stets<br />

gutgelaunte Waldschenke-Prinzipalin Hannerl Staar.<br />

Ihr an dieser Stelle herzlichen Dank für die langjährige<br />

Gastfreundschaft!<br />

PERSÖNLICHES<br />

ENGAGEMENT<br />

Von Katharina Stögner<br />

Mehr als 220 Lauffreudige, darunter 60 Kinder, standen<br />

am 26. August am Start des 4. St. Konrader Panoramalaufs<br />

in Oberösterreich. Unterstützt wurde der Lauf u.<br />

a. durch ein privates T-Shirt-Sponsoring von DGKP Ilse<br />

Hummer, Pflegedienstleiterin bei MALTESER Care. Mit<br />

von der Partie war auch eine Nordic-Walking-Gruppe,<br />

unter der ein Sonderpreis verlost wurde: eine Tasche<br />

von MALTESER Care gefüllt mit <strong>Malteser</strong> Sekt, <strong>Malteser</strong><br />

Wein und einem <strong>Malteser</strong> Sport-T-Shirt.<br />

34<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

EIN SONNENTAG IM<br />

MARIAZELLERLAND<br />

Von Helga Schertler<br />

Sonntag, der 12. Juni <strong>2017</strong>, war ein wunderbarer Sonnentag!<br />

Bereits um sieben Uhr Früh startete der Bus mit<br />

den zu Betreuenden und den Betreuern des <strong>Malteser</strong><br />

Alten- und Krankendienstes in Richtung Mariazell. <strong>Die</strong><br />

Wiedersehensfreude unter allen Mitreisenden war groß,<br />

und die Zeit während der Fahrt verging so schnell, dass<br />

nach unserer Ankunft sogar noch ein kleiner Rundgang<br />

möglich war, ehe wir in der Basilika von Mariazell die<br />

Hl. Messe feierten. Danach ging es zum „Goldenen Hir-<br />

schen“, wo wir uns für die Weiterfahrt nach Mitterbach<br />

am Erlaufsee stärken konnten. Dort angekommen, genossen<br />

wir im Strandcafé bei Eis, Kaffee und Kuchen die<br />

schöne Aussicht auf See und Berge. <strong>Die</strong> Heimreise blieb<br />

uns dank dem wunderbaren Blick auf den Ötscher und<br />

auf Stift Lilienfeld in besonderer Erinnerung. Müde, aber<br />

mit glücklichen Gesichtern beendete wir unser Ausflug<br />

gegen 19.30 Uhr auf dem Rathausplatz in Wien.<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong> 35


MALTESERÖSTERREICH<br />

SOMMERLAGER IN PODERSDORF<br />

SPASS IM WASSER<br />

Von Moritz Schuschnigg<br />

18 Kinder und Jugendliche fanden sich im September zum<br />

bereits vierten <strong>Malteser</strong> Sommerlager des Bereichs Burgenland<br />

in Podersdorf am Neusiedlersee ein. Quartier wurde<br />

wie gewohnt beim Hotel Seewirt bezogen, wo sich Familie<br />

Karner und ihr Team stets rührend um die <strong>Malteser</strong> und<br />

deren Schützlinge kümmern. Auch diesmal waren ein paar<br />

schutzbedürftige Kinder dabei, die vor den Kriegswirren<br />

in Syrien nach Österreich geflohen waren. <strong>Die</strong> teils sozial<br />

benachteiligten, teils gesundheitlich eingeschränkten Kinder<br />

verbrachten ein paar unbeschwerte, fröhliche Tage an<br />

Österreichs größtem See, den sie gleich zu Beginn bei einer<br />

Schiffsrundfahrt erkunden durften. Der Abend klang bei<br />

einem mitreißenden Werwolf-Spiel aus, an dem auch alle<br />

anwesenden <strong>Malteser</strong> teilhaben durften.<br />

Am Samstag stand der Besuch des Dorfmuseums Mönchhof<br />

auf dem Programm. „Volkskultur pur“, die gibt es in<br />

den rund 35 wieder errichteten Gebäuden zu bestaunen,<br />

die alle aus dem Heideboden stammen. <strong>Die</strong> Kinder schienen<br />

sich dabei in der alten Volksschulklasse besonders<br />

wohl zu fühlen. Der Nachmittag wurde mit einem ausgedehnten<br />

Wassersportprogramm gestaltet, Kajak-Fahren<br />

und Stand-Up-Paddeln auf dem schönen Steppensee. <strong>Die</strong><br />

niedrigen Temperaturen konnten dem Vergnügen der Kinder,<br />

die mit Neoprenanzügen ausgestattet wurden, keinen<br />

Abbruch tun.<br />

Höhepunkt des Sonntags war der Besuch der Hl. Messe, die<br />

anlässlich des Festaktes zum 800-jährigen Bestehen von<br />

Podersdorf in den Turnsaal der örtlichen Schule verlegt<br />

wurde. Nach vergnüglichen Spielen endete am Nachmittag<br />

das heurige Sommerlager. Ein herzliches Dankeschön an<br />

dieser Stelle an den Verein „Licht ins Dunkel“, der dieses<br />

<strong>Malteser</strong>-Projekt unterstützt.<br />

ROADTRIP DURCH SLOWE<br />

Am Donnerstag, dem 14. September <strong>2017</strong>, machten sich acht<br />

<strong>Malteser</strong> zusammen mit fünf Betreuten auf den Weg in das<br />

schöne Slowenien. Auch wenn die Wetterprognose alles andere<br />

als berauschend war, ließen wir uns davon nicht die gute Stimmung<br />

verderben.<br />

Als Erstes stand gleich die Hauptstadt Sloweniens, Ljubljana, auf<br />

dem Programm. Nach dem ersten Regenguss, den wir mit einer<br />

Besichtigung der Franziskanerkirche überbrückten, konnten wir<br />

nun bei besserem Wetter mit unserer Stadtbesichtigung fortfah-<br />

36<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

DACHVERBAND HOSPIZ<br />

10 Jahre Kooperation der Österreichischen Sparkassen mit dem Dachverband Hospiz Österreich.<br />

Ihr Geschenk ist das Da-Sein. Sie bringen ein Stück Alltag<br />

und Normalität mit und begleiten in einer Zeit, die herausfordernd<br />

ist. Ehrenamtliche HospizbegleiterInnen in<br />

Österreich sind nach einem österreichweit anerkannten<br />

Curriculum des Dachverbandes Hospiz Österreich ausgebildet<br />

und in Hospizteams mit einer/einem kompetenten<br />

KoordinatorIn organisiert. Sie begleiten schwer kranke<br />

und sterbende Menschen und ihre An- und Zugehörigen,<br />

wo immer diese sich befinden: zu Hause, im Krankenhaus,<br />

auf der Palliativstation, im Pflegeheim …<br />

„Rückwärtsblickend vorwärts schauen“ war das Motto<br />

der Feier der zehnjährigen Kooperation zwischen den Österreichischen<br />

Sparkassen und dem Dachverband Hospiz<br />

Österreich am 12. Oktober <strong>2017</strong>, die zugleich auch an den<br />

Internationalen Hospiz- und Palliative Care Tag <strong>2017</strong> erinnerte.<br />

Im großartigen Ambiente des Erste Campus mit<br />

Blick über ganz Wien versammelten sich über 100 ehrenamtliche<br />

HospizbegleiterInnen, KoordinatorInnen von<br />

Hospizteams, GeschäftsführerInnen und Vorsitzende aus<br />

Von Anna Pissarek<br />

den landeskoordinierenden Hospizorganisationen im Burgenland,<br />

Niederösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol und<br />

Wien sowie VertreterInnen des Dachverbandes Hospiz Österreich<br />

und LeiterInnen der Sparkassengruppe. Wilhelm<br />

Kraetschmer von den Österreichischen Sparkassen hieß<br />

als Gastgeber des Abends alle herzlich willkommen, darunter<br />

auch Prof. Dr. Johannes Mlczoch gemeinsam mit dem<br />

MALTESER Palliativ-Team.<br />

Bei den Hospizteams ist österreichweit gesehen der Ausbau<br />

gut fortgeschritten. Was allerdings noch fehlt, ist eine gesicherte<br />

Finanzierung der entstehenden Kosten, die vielfach<br />

über Spenden gedeckt werden müssen. <strong>Die</strong> Kooperation mit<br />

den Österreichischen Sparkassen und damit auch der ERSTE<br />

Stiftung liefert dazu einen wichtigen Beitrag.<br />

www.hospiz.at/hospiz-palliative-care/ehrenamtin-oesterreich-und-europa/<br />

www.malteserorden.at/die-werke/malteser-palliativdienst/<br />

NIEN<br />

Von Anna Feldscher<br />

ren. Zum Abschluss<br />

durften wir bei einem<br />

Kaffee im 13. Stock des<br />

Neboticnik Gebäudes<br />

den wunderschönen Ausblick auf die Stadt genießen.<br />

Am nächsten Tag ging unsere Reise weiter zur Küste<br />

Sloweniens. Nach zwei wunderschönen Spaziergängen<br />

an den Stränden der Städte Koper und Izola erreichten<br />

wir unser Ziel: Piran. Auf dem Tartini-Platz im Zentrum<br />

der kleinen Küstenstadt verbrachten wir unseren<br />

letzten Abend. Nach einem steilen Aufstieg zur Kirche<br />

des hl. Franziskus von Assisi bot sich uns abschließend<br />

ein einzigartiger Ausblick über Piran und bis zur italienischen<br />

Stadt Triest. Ein wunderschöner Abschluss<br />

einer wunderschönen Reise.<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong> 37


MALTESERÖSTERREICH<br />

NEUE LEITUNG FÜR DIE<br />

MALTESER KINDERHILFE<br />

Neuer Geschäftsführer der <strong>Malteser</strong> Kinderhilfe übernimmt Haus- und Pflegedienstleitung<br />

im Hilde Umdasch Haus.<br />

Von Susanne Seper<br />

Roman Haslauer, MBA, der mit 15. September die Hausund<br />

Pflegedienstleitung im Hilde Umdasch Haus in<br />

Amstetten übernommen hat, wird gleichzeitig auch – gemeinsam<br />

mit Olivier Loudon – Geschäftsführer der <strong>Malteser</strong><br />

Kinderhilfe, die das Hilde Umdasch Haus betreibt.<br />

Der diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger sammelte<br />

seine Erfahrung von 1992 bis 2001 an der chirurgischen<br />

Abteilung, der internistischen Intensivabteilung<br />

sowie an der Unfallchirurgie des LKH St. Pölten. 2002<br />

wechselte er in die Privatwirtschaft in den Bereich des<br />

Medizinproduktehandels. Er verantwortete unterschiedliche<br />

Bereiche, zuletzt war er als Verkaufs- und Marketingleiter<br />

tätig. 2014 schloss er ein MBA-Studium ab.<br />

<strong>Die</strong> Vision des Hilde Umdasch Hauses vertritt auch<br />

Haslauer zu 100 Prozent:<br />

• Im freudvollen und respektvollen Miteinander mit<br />

Kindern, Tieren und Pflanzen<br />

• In einer herzlichen Atmosphäre, die alle wahrnehmen<br />

und spüren können<br />

• Im achtsamen Austausch mit der Natur<br />

Wichtig ist dem St. Pöltener Roman Haslauer das Zusammenspiel<br />

der Professionen im Hilde Umdasch Haus, diese<br />

zu stärken und auszubauen. Das größte Anliegen dieses<br />

Hauses ist es, alles zu tun, um den Bewohnern bis zuletzt<br />

höchste Lebensqualität zu ermöglichen. Der Fokus liegt<br />

nicht auf Krankheit oder Diagnose, sondern auf dem<br />

Menschen, dem sozialen Gefüge und dem Leben selbst.<br />

Mit besonderem Stolz erzählt Roman Haslauer von seinem<br />

großartigen und hochmotivierten Team sowie von<br />

den vielen freiwilligen Helfern im Hilde Umdasch Haus.<br />

Seiner Vorgängerin, DGKS Veronika Karner, dankte er<br />

bei seinem Antritt für die wertvolle Aufbauarbeit. Sie hat<br />

das Hilde Umdasch Haus gemeinsam mit dem Team sehr<br />

gut in der Region etabliert.<br />

Gefragt nach seiner Strategie antwortet Haslauer:<br />

„teamwork makes a dream work“.<br />

MALTESER KINDERHILFE<br />

SOMMERFEST<br />

IM HILDE UMDASCH<br />

HAUS<br />

Von Susanne Seper<br />

Ende Juni fand unser gemütliches Sommerfest statt. Wir<br />

freuen uns, dass mehr als 50 Ehrenamtliche und Spender<br />

der Einladung gefolgt sind. Hausleiterin DGKS Veronika<br />

Karner konnte unter anderem Frau KR Hilde Umdasch<br />

und einige Direktoren der umliegenden Schulen als Gäste<br />

herzlich willkommen heißen. Trotz unbeständigen Wetters<br />

konnten wir das Fest dank unserer großen Markisen<br />

genießen. Unsere Gäste wurden mit herrlichen Köstlichkeiten,<br />

gezaubert von Gastronomin Christa Reisinger<br />

und Grillmeister Roland Mayr von „Cook and Catering“,<br />

verwöhnt.<br />

38<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

LAUFEND HELFEN<br />

1. Kinderhilfelauf in Amstetten<br />

Von Susanne Seper<br />

Am 24. September fand der erste Kinderhilfelauf in<br />

Amstetten statt. Er wurde vom Verein Heilsport-Team<br />

und der <strong>Malteser</strong> Kinderhilfe unter dem Motto „Laufend<br />

helfen“ veranstaltet. Insgesamt fanden sich rund 1.300<br />

Menschen im Umdasch-Stadion ein, um für die gute<br />

Sache zu „sporteln“. Den Beginn machte der Knirpsenlauf<br />

(U6), gefolgt von den U8-LäuferInnen. Nach den<br />

Kinder- und Schülerläufen (U10, U12, U14 und U16)<br />

über 800 Meter ging es für rund 150 Nordic-Walker an<br />

den Start. Danach folgten die Hauptläufe über die 5 und<br />

die 10 Kilometer Distanz.<br />

Wir freuen uns besonders, dass es Reinhard Gruber vom<br />

Verein Heilsport-Team gelungen ist, die Österreichische<br />

Meisterschaft im Straßenlauf <strong>2017</strong> im Rahmen des<br />

1. Kinderhilfelaufs nach Amstetten zu holen. Prominentester<br />

Vertreter war Paralympics-Star Thomas Geierspichler,<br />

der seiner Favoritenrolle gerecht wurde und sich<br />

den Staatsmeistertitel holte.<br />

Bei der abschließenden Charity-Runde legten alle Teilnehmer<br />

noch einmal gemeinsam eine Stadionrunde laufend,<br />

gehend oder rollend zurück. Mit dabei waren auch<br />

einige der Kinder aus dem Hilde Umdasch Haus, zu deren<br />

Gunsten der Lauf veranstaltet wurde.<br />

<strong>Die</strong> <strong>Malteser</strong> Kinderhilfe bedankt sich bei allen Unterstützern<br />

und Sponsoren, die diese Lauf-Veranstaltung in<br />

dieser Dimension erst möglich gemacht haben. Besonderer<br />

Dank geht an den Verein Heilsport-Team, der als Mitveranstalter<br />

für die sportliche Durchführung verantwortlich<br />

zeichnete. Wir freuen uns bereits auf den nächsten<br />

Kinderhilfelauf am 16. September 2018!<br />

Nähere Infos und Fotos: www.kinderhilfelauf.at<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong> 39


MALTESERÖSTERREICH<br />

DAS ELEND DER<br />

GLEICHGÜLTIG-<br />

KEIT<br />

Von Marie Czernin<br />

Am 10. September fanden sich Mitglieder und Freunde<br />

der Johannesgemeinschaft in Schloss Mühlbach bei<br />

Martin und Marilies Gudenus zu einem Gemeinschaftstag<br />

ein.<br />

Pfarrer Konstantin Spiegelfeld, Bundesseelsorger der<br />

<strong>Malteser</strong>, sprach während der Hl. Messe über die Bedeutung<br />

der acht Elende, die zu bekämpfen sich die <strong>Malteser</strong><br />

verpflichtet haben. Er hob dabei besonders das Elend der<br />

Gleichgültigkeit hervor und ermutigte die Anwesenden,<br />

den Problemen und dem Unrecht dieser Welt gegenüber<br />

nicht gleichgültig zu bleiben.<br />

Auch der Hospitalier des Großpriorates Österreich des<br />

<strong>Malteser</strong>-Ordens, Fra‘ Gottfried Kühnelt-Leddihn, konzentrierte<br />

sich in seinem Vortrag am Nachmittag auf das<br />

Thema Gleichgültigkeit. Dabei stellte er die Frage, wie<br />

uns ein Mensch, vor allem auch „ein Fremder“, gleichgültig<br />

sein kann, wo er doch „Abbild unseres gemeinsamen<br />

Schöpfers ist“. Gleichgültigkeit sei „die Schwester der<br />

Lieblosigkeit und mit ihr die Wurzel vieler anderer Elende“.<br />

Denn „dort, wo die Liebe im Umgang mit Menschen<br />

fehlt, da bleibt nur Unpersönlichkeit, Sterilität und ein<br />

grauer Alltag“, folgerte der Hospitalier.<br />

Achtsam gegenüber dem Nächsten<br />

Fra’ Gottfried erzählte auch von seinem eigenen Lebensweg.<br />

Gerade in der Zeit, als seine Frau bereits sterbenskrank<br />

war, habe er gelernt, immer mehr der Vorsehung<br />

Gottes zu vertrauen und den Willen des Herrn anzunehmen.<br />

Als <strong>Malteser</strong> durfte er erfahren, was es heißt, achtsam<br />

gegenüber seinem Nächsten zu sein. „Es ist einerlei,<br />

in welcher Funktion ich einem Menschen begegne – ob<br />

ich etwas vom anderen will oder er von mir, beruflich<br />

oder privat, ob ich dafür bezahlt werde oder ehrenamtlich<br />

tätig bin, ob ich für diesen Menschen etwas empfinde.<br />

<strong>Die</strong> Frage ist immer: „Bringe ich ihm die Wertschätzung<br />

entgegen, die das Abbild Gottes verlangt?“<br />

Gerade auch im <strong>Die</strong>nst an den „Herren Kranken“ dürfe<br />

man nicht gleichgültig bleiben. Deshalb zitierte Fra’ Gottfried<br />

zum Abschluss den Hl. Vinzenz von Paul: „Was ihr<br />

den Kranken gebt, gebt es ihnen mit Liebe, denn um<br />

dieser Liebe willen vergilt Er euch euer Almosen.“<br />

KLAUSEN/SÜDTIROL<br />

AUSFLUG ZUM TÖRGG<br />

Es war wieder einmal eines der schönsten Herbstwochenenden,<br />

als wir uns gemeinsam aufmachten, um<br />

den Brauch des „Törggelen“ zu pflegen, einen alten Südtiroler<br />

Brauch, bei dem neben dem ersten jungen Wein<br />

eine Vielzahl an köstlichen Speisen serviert wurde. Wir<br />

wurden mit einer Speck und Wurstplatte, Gerstensuppe,<br />

Spinat- und Kasknödeln, Schlachtplatte, Kastanien<br />

40<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong>


WANDEREXERZITIEN<br />

AM FUSS DES GROSSGLOCKNERS<br />

Mitte August dieses Jahres organisierte die Johannesgemeinschaft Wanderexerzitien im Hochgebirge.<br />

Von Charlotte Kraus<br />

Thema der von Pater Thomas Rechberg geleiteten Exerzitien<br />

war die Umweltenzyklika von Papst Franziskus. Insgesamt<br />

trafen sich am Vorabend des ersten Tages zwölf<br />

Freunde und Mitglieder der Johannesgemeinschaft in<br />

Heiligenblut im Haus Czernin, wo Bergführer Engelbert<br />

Gasser jeden einzelnen von uns persönlich kennenlernen<br />

und unsere Ausrüstung zur Sicherheit kontrollieren<br />

konnte. Von Pater Thomas erhielten wir einen spannenden<br />

ersten Impuls aus der Umweltenzyklika und konnten<br />

unter seiner professionellen Gitarrenbegleitung unserer<br />

Begeisterung für das gemeinsame Singen frönen.<br />

Am nächsten Morgen machten wir uns bei gutem Wetter<br />

auf den Weg Richtung Salmhütte am Fuß des Großglockners.<br />

Auf unserem siebenstündigen Weg waren wir<br />

zutiefst beeindruckt von der traumhaften Gebirgslandschaft,<br />

die uns umgab. Bergführer Engelbert erklärte uns<br />

einiges aus der Tier- und Pflanzenwelt und empfahl uns,<br />

die Natur streckenweise in vollkommener Stille, ohne zu<br />

reden, wahrzunehmen.<br />

ELEN<br />

Von Lukas Krupitza<br />

und Krapfen verwöhnt. Eine ganz besondere Freude<br />

war es, dass uns Tony, ein Flüchtling aus Syrien, bereits<br />

zum zweiten Mal begleitet hat, heuer sogar gemeinsam<br />

mit seiner Frau und den drei Kindern. Glücklicherweise<br />

hatten wir entgegen allen Vorhersagen freie Fahrt über<br />

den Brenner, der übliche Stau blieb an diesem Samstag<br />

aus.<br />

Unseren zweiten Impuls von Pater Thomas erhielten wir<br />

im Gemeinschaftsschlafsaal der Glorerhütte, auf der wir<br />

übernachteten. Am nächsten Morgen ging es zeitig über<br />

„das böse Weibele“ (3.119 m) mehrere Stunden bis zur<br />

Elberfelder Hütte, wo wir die zweite Nacht verbrachten.<br />

Auf einem riesigen, alttestamentarisch anmutenden<br />

Stein in der Nähe der Hütte feierte Pater Thomas vor<br />

Sonnenuntergang die Hl. Messe mit uns. Am dritten Tag<br />

genossen wir die herrliche Strecke zu drei traumhaften<br />

Gletscherseen, von wo aus wir nach einer weiteren Messe<br />

unter freiem Himmel den Heimweg Richtung Heiligenblut<br />

antraten. Den krönenden Abschluss bildete das<br />

Hochamt zum Fest Maria Himmelfahrt am 15. August in<br />

der berühmten Pfarrkirche Heiligenblut.<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong> 41


MALTESERÖSTERREICH<br />

DAS INDIVIDUELLE<br />

IM GLEICHKLANG<br />

Was schreiben über Medjugorje, das dem Leser nicht schon allzu bekannt vorkommt? <strong>Die</strong> Fahrt nach Bosnien-Herzegowina<br />

gestaltet sich für alle gleich lang. <strong>Die</strong> Gegebenheiten des Ortes sind festgeschrieben und von den Zeitläufen eines seit über<br />

dreißig Jahren anschwellenden Pilgerbetriebes seltsam unbeeindruckt: der Erscheinungsberg im Osten, der Kreuzberg im<br />

Süden. Zusammen mit dem Kirchenbezirk von Medjugorje formen die beiden Hügel ein Dreieck der Gnaden. Seit alters ist das<br />

Gotteshaus dieses Fleckens dem Hl. Jakobus, dem Pilgerapostel, geweiht.<br />

Von Georg Steinmetzer<br />

Pilger sind wir – lebenslang. Als Pilger sind wir auch<br />

nach Medjugorje gekommen. An diesem Ort wird viel<br />

gebetet und geweint. Beglückung und Erschütterung<br />

liegen hier so eng beieinander wie Glaube und Aberglaube.<br />

<strong>Die</strong> Tagesabläufe gleichen sich von Pilgergruppe zu<br />

Pilgergruppe: Rosenkranz auf dem Erscheinungsberg,<br />

Kreuzweg auf dem Kreuzberg, Beichte, Hl. Messe, Anbetung.<br />

Wo bleibt bei so viel Gleichklang das Individuelle?<br />

In jedem einzelnen Pilger!<br />

In unserem Fall war dies eine muntere Gruppe von Salzburger<br />

<strong>Malteser</strong>n, deren Jüngster sechs und deren Äl-<br />

teste 86 Jahre alt waren. Kleinere und größere Familien,<br />

Betreute im Rollstuhl und andere, die sich nur von den<br />

Burschen des Cenacolo flott auf den Erscheinungsberg<br />

tragen ließen, erfreulich die große Zahl an Ordensmitgliedern.<br />

<strong>Die</strong>se Schar wurde mit sicherer und liebevoller<br />

Hand geführt. Mütterlich (Isabella Hartmann) und<br />

großmütterlich (Marianne Tschurtschenthaler) sorgten<br />

die beiden wunderbaren Einsatzleiterinnen für uns. Ein<br />

geistlicher Gefährte war uns Stefan Turnovszky, Weihbischof<br />

in Wien und Mitglied unserer Gemeinschaft. All<br />

diese unterschiedlichen Menschen auf einer Reise – ein<br />

großes Geschenk. Danke!<br />

42<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong>


LEBENSWERT<br />

RESILIENT UND<br />

ACHTSAM LEBEN<br />

Waren anfangs vor allem Berufsgruppen aus pflegenden und sozialen Bereichen betroffen, kann Burn-out mittlerweile<br />

jeden treffen. Was Burn-out genau ist und was jeder Einzelne präventiv dagegen unternehmen kann, beschreibt Resilienz-Coach<br />

und -Trainerin Petra Brenner im Interview.<br />

Von Katharina Stögner<br />

Was ist Burn-out – eine Modeerscheinung oder<br />

eine echte Krankheit?<br />

Burn-out ist ein Syndrom, also ein gemeinsames Auftreten<br />

unterschiedlicher Symptome, die körperlicher, geistiger<br />

und seelischer Natur sein können. Im allgemeinen<br />

Sprachgebrauch wird der Begriff oft recht leichtfertig<br />

verwendet. Das hat aber immerhin dazu geführt, dass es<br />

salonfähig wurde, nicht nur über Bandscheibenvorfälle,<br />

Magengeschwüre und Migräneanfälle zu reden, sondern<br />

auch über seelische Schmerzen.<br />

Was genau führt zum Burn-out?<br />

Es sind Einstellungen und persönliche Glaubenssätze<br />

wie „Geht nicht gibt’s nicht!“ oder „Ich muss immer 100<br />

Prozent geben.“ Man stellt höchste Ansprüche an sich<br />

selbst und ist bereit, sich ständig zu verausgaben, um<br />

auch in enorm fordernden Situationen immer stark zu<br />

sein. Auf Dauer geht das nicht gut. Irgendwann reagiert<br />

unser Körper auf diesen Dauerstress. Ob wir diesen<br />

rechtzeitig wahrnehmen, hängt von unserer Fähigkeit<br />

ab, uns von Zeit zu Zeit mit unserer Aufmerksamkeit<br />

„nach innen“ zu wenden und Warnsignale zu bemerken.<br />

Plötzlich tritt meist nur die völlige Burn-out-Erschöpfung,<br />

also das letzte Stadium einer langen Entwicklung,<br />

ein. Erste Symptome können schon Jahre vor dem Zusammenbruch<br />

unbemerkt vorhanden sein.<br />

Wie erkenne ich, ob ich selbst oder jemand in meinem<br />

Umfeld Burn-out-gefährdet ist?<br />

Symptome können sich physisch und psychisch bemerk-<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong> 43


LEBENSWERT<br />

bar machen, zum Beispiel über andauernde Müdigkeit,<br />

Schlafstörungen, generell häufige Erkrankungen, Kopfschmerzen,<br />

Magen-Darm-Probleme, Konzentrationsschwäche,<br />

verringerte Merkfähigkeit, Schuldgefühle,<br />

Gleichgültigkeit, sozialen Rückzug oder Angstzustände.<br />

Wenn jemand versucht, seine sinkende Arbeitsleistung,<br />

Demotivation und zunehmende körperliche Schwäche<br />

vor der Umwelt zu verbergen, dann kann das ein ernstes<br />

Anzeichen für eine Burn-out-Gefährdung sein.<br />

Was kann ich tun, wenn ich bei mir oder anderen<br />

eine Burn-out-Gefährdung feststelle?<br />

Der Blick auf die eigenen Handlungsmöglichkeiten ist<br />

unter Stress extrem eingeschränkt, vor allem wenn dieser<br />

bereits längere Zeit andauert. Es ist daher in jedem<br />

Fall sinnvoll, sich zuerst externe Unterstützung zu holen,<br />

um ein klareres Bild der Situation zu bekommen.<br />

Das kann fürs erste ein Gespräch mit einer Person des<br />

Vertrauens im Familien- und Freundeskreis sein, ein<br />

anonymes Forum oder eine professionelle Beratung bei<br />

einem Coach, Lebens- und Sozialberater, Therapeuten<br />

oder Arzt. Bemerkt man bei anderen Menschen eine<br />

auffällige Verhaltensänderung, so macht es Sinn, diese<br />

Beobachtungen in adäquater Weise zurückzumelden –<br />

zum Beispiel: „Mir fällt an Dir auf, dass Du ...“ oder „Ich<br />

nehme schon seit einiger Zeit wahr, dass Du ...“.<br />

Welche Erstmaßnahmen empfehlen sich bei Burnout<br />

bzw. zur Prävention von Burn-out?<br />

Da kann man Anleihe am praktischen Leben nehmen:<br />

Was tun wir denn, wenn ein Motor heiß läuft? Wir schalten<br />

ihn aus und gönnen ihm eine Abkühlphase. Was tun<br />

wir, wenn der Handy-Akku leer ist? Wir laden ihn wieder<br />

auf. Das heißt für uns Menschen: zurückschalten,<br />

eine Auszeit nehmen, sich erholen, wieder zu sich finden,<br />

die eigenen Bedürfnisse bewusst wahrnehmen. Das<br />

können wir aber nicht, wenn wir rund um die Uhr mit<br />

Dingen im Außen beschäftigt sind. Ob wir meditieren,<br />

die Stille der Natur wahrnehmen, in der Kirche beten<br />

oder einfach nur Ich-Zeit verbringen – es ist ganz wichtig,<br />

ein gesundes „(sich-seiner-)selbst-bewusst-Sein“ zu<br />

entwickeln und zu lernen, ein selbstbestimmtes Leben<br />

zu führen und resilient(er) zu werden. Resilient zu sein<br />

bedeutet, sich trotz widriger Umstände, trotz Niederlagen,<br />

Kümmernissen und Krankheiten immer wieder zu<br />

fangen und neu aufzurichten.<br />

SELBSTTEST<br />

Wenn Sie alle nachstehenden Fragen mit JA beantworten, dann sollten Sie überlegen, ob es Ihnen gut geht, ob Sie<br />

zufrieden sind und ob bzw. was Sie gerne ändern würden.<br />

Ich fühle mich an Wochenenden ausgelaugt und erschöpft.<br />

Ich habe keine Lust und Kraft mehr zu Aktivitäten, die mir früher Freude gemacht haben.<br />

Ich möchte immer häufiger alleine sein. Ich ziehe mich mehr und mehr zurück.<br />

Ich fühle mich fremdbestimmt und gehetzt wie im Hamsterrad.<br />

Ich kann mich nicht mehr gut auf eine Sache konzentrieren, in der letzten Zeit unterlaufen mir oft Fehler.<br />

Ich sehe für mich keine Perspektiven mehr, habe Zweifel an der Sinnhaftigkeit meines Tuns.<br />

Quelle: Linneweh, Heufelder, Flasnoecker: Balance statt Burn-out<br />

44<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong>


LEBENSWERT<br />

Petra Brenner ist Resilienz-Coach und -Trainerin und beschäftigt<br />

sich seit vielen Jahren mit der Früherkennung<br />

und den Symptomen von Burn-out sowie mit wirksamen<br />

Methoden, um ein „Ausbrennen“ zu verhindern und<br />

Resilienz zu stärken. Sie berichtet von einem aktuellen<br />

Fall aus ihrer Praxis, der symptomatisch für zahlreiche<br />

Betroffene ist.<br />

Gibt es Methoden zur Verbesserung der eigenen<br />

Resilienz?<br />

Wir arbeiten mit der Resilienzmethode nach dem Bambusprinzip®.<br />

Der Bambus steht seit jeher für eine gelungene<br />

Strategie im Umgang mit stürmischen Zeiten: Er<br />

biegt sich im Wind anstatt zu brechen, er zeigt Flexibilität<br />

und Beweglichkeit, ist aber zugleich tief verwurzelt,<br />

stabil und standhaft. Das alles sind Eigenschaften,<br />

die dem Menschen im Umgang mit Krisen, Problemen<br />

und Belastungen helfen können. Schwierige Situationen<br />

sind Teil unseres Lebens. Wir können sie nicht verhindern,<br />

aber wir können lernen, anders damit umzugehen.<br />

Ein Fall aus der Praxis<br />

Magdalena Schneider 1 ist Alleinerzieherin einer Tochter<br />

und leitet als Hausverwalterin ein Team mit drei Mitarbeiterinnen.<br />

Als Angestellte eines großen Unternehmens<br />

erfüllt sie im Auftrag ihres Vorgesetzten Aufgaben,<br />

die gegen ihre persönlichen Überzeugungen sind.<br />

Frau Schneider erträgt die Situation – einerseits, weil<br />

sie sich als Alleinerzieherin nicht leisten kann, arbeitslos<br />

zu werden, andererseits, weil sie Angst hat, vor Fa-<br />

milie und Freunden als Versagerin dazustehen. „Durchhalten!“<br />

ist ihre Parole, und „Was einen nicht umbringt,<br />

macht einen nur härter!“ hat Frau Schneider schon in<br />

der Kindheit von ihren Eltern eingeimpft bekommen.<br />

Mit der Zeit kann sich Frau Schneider immer schlechter<br />

konzentrieren, sie macht häufig Fehler, ihr Chef übt<br />

immer mehr Druck auf sie aus. Frau Schneider bemüht<br />

sich noch mehr, macht zusätzliche Überstunden. Das<br />

ist kräfteraubend und belastet das Verhältnis zwischen<br />

Mutter und Tochter. Frau Schneider leidet zunehmend<br />

an Schlaflosigkeit, sie fühlt sich hilflos, sieht keinen<br />

Ausweg, die Angst zu versagen wird immer größer.<br />

Eines Tages wacht Frau Schneider auf und kann sich<br />

nicht mehr bewegen. Sie schafft es einfach nicht aufzustehen.<br />

Weder berufliche Termine noch ihre Tochter<br />

können sie dazu bringen, auch nur irgendwie zu reagieren.<br />

Frau Schneider hat einen Zusammenbruch. Erst als<br />

sie mit Hilfe von medizinischer Betreuung, Coaching<br />

und Selbstreflexion anerkennen und sich selbst zugestehen<br />

kann, dass sie nicht immer die Starke sein muss,<br />

sondern auch schwach und erschöpft sein und unterstützende<br />

Hilfe annehmen darf, kehrt die Energie langsam<br />

zurück.<br />

Mittlerweile hat Frau Schneider gelernt, Zeit für sich<br />

selbst zu nehmen und nicht dauerhaft etwas zu tun, was<br />

ihr widerstrebt. Sie hat einen neuen Job in einem kleinen<br />

Familienbetrieb gefunden. Dort leitet sie jetzt erfolgreich<br />

ein Team mit fünf Mitarbeitern und hat Freude<br />

an ihrer Tätigkeit.<br />

1<br />

Name von der Redaktion geändert<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong> 45


GELESENEMPFOHLEN<br />

ZWISCHEN KÄMPFEN<br />

UND CARITAS<br />

In „Ritter im Exil – <strong>Die</strong> Geschichte der Johanniter“ schildert Karin Schneider-Ferber die ordensinternen Entwicklungen und<br />

bindet sie gut verständlich in den historischen Kontext ein. Dabei wird klar: Von Anfang an lag für den „Ritterorden vom<br />

Hospital des Hl. Johannes in Jerusalem“ die Priorität in der Fürsorge für Kranke und Pilger.<br />

Von Richard Mischak<br />

Auf rund 260 Seiten erzählt die Autorin die ebenso wechselvolle<br />

wie spannende Geschichte der Johanniter und ihr<br />

Weiterleben nach dem Ende der Kreuzzüge. Sie zeichnet<br />

die Strukturen des Ritterordens nach, beleuchtet dessen<br />

Selbstverständnis und stellt sein historisches Wirken<br />

zwischen Kämpfen und Caritas heraus.<br />

Kreuzritter, Korsaren und Krankenpfleger<br />

Aus dem Heiligen Land nach Rhodos und weiter nach Malta:<br />

<strong>Die</strong> Johanniter waren stets aufs Neue „Ritter im Exil“.<br />

Als Kreuzritter, Korsaren und Krankenpfleger gelang es<br />

ihnen, in einer sich wandelnden Welt immer wieder Fuß<br />

zu fassen und Reputation zu erlangen. Heute sind sie in<br />

der Moderne angekommen, doch ihre mehr als 900 Jahre<br />

währende Ordensgeschichte lässt sich nicht ohne Rückblick<br />

auf das Mittelalter verstehen. Das architektonische<br />

und künstlerische Erbe des Ordens in Rhodos-Stadt und<br />

in Valletta auf der Insel Malta legt bis heute Zeugnis von<br />

der einstigen Bedeutung ab.<br />

Anerkannte Abspaltungen<br />

Kurz wird erwähnt, dass die protestantischen Abspaltungen<br />

nun „Johanniter“ genannt werden und die anglikanischen<br />

„Order of St. John“. Der Leser erfährt wohl,<br />

dass der Hauptorden katholisch blieb und man diesen als<br />

„<strong>Malteser</strong>-Orden“ bezeichnet, doch fehlen Hinweise auf<br />

die wichtigen rechtlichen und führungsstrukturellen Unterschiede.<br />

Der Vollständigkeit halber seien die anerkannten<br />

Abspaltungen nachfolgend angeführt:<br />

• <strong>Die</strong> Balley Brandenburg des deutschen Johanniter-Ordens<br />

hatte schon zuvor und mit dem Heimbacher Vergleich<br />

von 1382 eine ordensrechtliche Sonderstellung.<br />

Nachdem ihr Landesherr, Kurfürst Joachim II., zur<br />

lutherischen Lehre übertrat, wurde die ganze Balley<br />

in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts protestantisch,<br />

verblieb aber zunächst im Gesamtorden. 1811<br />

aufgelöst, wurde die Balley Brandenburg des Ritterlichen<br />

Ordens St. Johannes vom Spital zu Jerusalem<br />

durch König Friedrich Wilhelm IV. im Jahr 1852 als<br />

Hausorden der preußischen Krone wiedererrichtet.<br />

• <strong>Die</strong> holländischen Ritter übertrugen ihre Treuepflicht<br />

vom Herrenmeister (der Balley Brandenburg) am 30.<br />

April 1909 auf ihren eigenen Souverän und bilden nun<br />

den Johanniter Orde in Nederland.<br />

• Der Johanniterorden i Sverige wurde am 26. November<br />

1946 als autonomer schwedischer, nicht-staatlicher<br />

Ritterorden unter der Leitung des schwedischen Königs<br />

gegründet.<br />

• Der anglikanische Teil wird heute als „Most Venerable<br />

Order of St. John“ bezeichnet. Er ist unter Heinrich<br />

VIII. aufgelöst und von Queen Viktoria 1888 als Hausorden<br />

der englichen Krone wiedererrichtet worden.<br />

Nach dem Verlust von Malta gingen als Folge der napoleonischen<br />

Kriege und der Säkularisation im 19. Jahrhundert<br />

fast alle europäischen Ordensbesitze – mit Ausnahme<br />

jener in Böhmen und Österreich – verloren. Noch<br />

im Frieden von Amiens 1802 hatte man sich darüber<br />

46<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong>


GELESENEMPFOHLEN<br />

MALTESER<br />

Friedhofsbegleitdienst<br />

<strong>Die</strong> ehrenamtliche Friedhofsbegleitung richtet sich an<br />

ältere Menschen, die sich auf dem Weg zum Friedhof<br />

unsicher fühlen und niemanden haben, der sie begleitet.<br />

verständigt, dem Orden die Insel Malta zurückzuerstatten.<br />

<strong>Die</strong>se Idee zerschlug sich jedoch bis zum<br />

Wiener Kongress. <strong>Die</strong> zeitlose Aufgabe des Ordens,<br />

nämlich die Sorge um Kranke und Arme, kannte<br />

hingegen kein Hindernis, und so gelang dem Orden<br />

seine erfolgreiche Wiederbelebung. Er hat nun seit<br />

1866 seinen Sitz in Rom in der Via dei Condotti 68.<br />

Ein Lesevergnügen!<br />

Der Beschreibung der Aufgaben und Tätigkeiten<br />

des Ordens wird die Autorin hinreichend gerecht.<br />

Es gelingt ihr, die Entwicklung von der Hospitalbruderschaft<br />

über den kämpfenden Ritterorden bis<br />

hin zu seinem derzeitigen karitativen Wirken klar<br />

herauszuarbeiten und so darzustellen, dass man<br />

das Buch gerne bis zum Ende lesen möchte – wenn<br />

auch nicht lückenlos recherchiert!<br />

Karin Schneider-Ferber, Ritter im Exil –<br />

<strong>Die</strong> Geschichte der Johanniter, Theiss, Darmstadt 2016,<br />

264 Seiten, ISBN: 978 3 8062 3343 8, 29,95 Euro<br />

<strong>Die</strong> MALTESER begleiten Sie ehrenamtlich<br />

und kostenlos auf den Friedhof.<br />

Wir holen Sie von zu Hause ab, begleiten Sie auf den Friedhof,<br />

verweilen mit Ihnen am Grab, sind beim Blumentausch<br />

und Kerzenanzünden behilflich. Danach bringen<br />

wir Sie wieder zurück nach Hause.<br />

Tel. +43 664 11 88 180<br />

info@friedhofsbegleitdienst.at<br />

Weitere Informationen:<br />

www.friedhofsbegleitdienst.at<br />

Unsere Mitglieder engagieren sich ehrenamtlich und<br />

spenden ihre Zeit, um anderen Menschen ein Stück Lebensalltag<br />

zu schenken (zunächst ausschließlich in Wien).<br />

Mit Ihrer Spende unterstützen Sie die ehrenamtlichen<br />

Hilfsprojekte der MALTESER in Österreich.<br />

<strong>Malteser</strong> Hospitaldienst Austria<br />

IBAN: AT65 2011 1800 8087 0800<br />

BIC: GIBAATWWXXX<br />

Informationen über die MALTESER finden Sie unter:<br />

www.malteser.at • www.malteserorden.at<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong> 47


GELESENEMPFOHLEN<br />

„DA IST JEMAND<br />

GANZ ER SELBST“<br />

Franz-Joseph Huainigg ist gelähmt. Sein Leben hängt an einem Beatmungsgerät, und er bewegt sich in einem Rollstuhl fort.<br />

Trotzdem gelingt es ihm, ein erfülltes Leben zu führen. Wie? Das beschreibt er mit viel Humor in „Mut zum Glück“.<br />

Von Florian Welzig<br />

„Lesenswert“ möchte ich gleich vorweg „unjournalistisch“<br />

sagen. Das Buch ist kein Ratgeber im konventionellen<br />

Sinn, sondern ein authentisches Buch des Lebens.<br />

Franz-Joseph Huainigg, seit 2002 Abgeordneter im österreichischen<br />

Parlament, davor als Kinderbuchautor,<br />

Medienpädagoge und Gründer zahlreicher Initiativen für<br />

Menschen mit Behinderung tätig, schildert unterhaltsam<br />

und tiefgehend aus seinem Leben. Ein Leben mit<br />

Ehefrau und Familie, ein Leben mit Energie, Kreativität,<br />

Politik und viel Zivilgesellschaft. Ein Leben an einer Beatmungsmaschine,<br />

mit einem Körper, der Hände und Beine<br />

nicht mehr bewegen kann, mit Augen, deren Sehkraft<br />

abnimmt. Und doch kommt aus dem Buch deutlich zum<br />

Ausdruck: „Da ist jemand ganz er selbst und lebt – trotz<br />

seiner und in seinen Schwierigkeiten – das volle Leben.“<br />

mismus, Mut, Standhaftigkeit, Zielen, und letztlich auch<br />

im Gottvertrauen. „Ganz Mensch sein“, so lernt man bei<br />

der Lektüre des Buches, ist etwas Anderes als der Versuch,<br />

nach allen Richtungen hin idealisierte Bedingungen<br />

vorzufinden. „Der Mensch übersteigt unendlich den<br />

Menschen“, fällt einem dazu der Philosoph Blaise Pascal<br />

ein. Das reiche Schaffen des Autors und gerade auch seine<br />

zahlreichen Initiativen – etwa für ein österreichisches<br />

Behindertengleichstellungsgesetz, im Literatur- und Kulturbereich<br />

oder für den Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung<br />

in Österreich – sind heute wegweisend.<br />

Herausforderungen annehmen<br />

Ein Beispiel, das wirklich Mut macht. Nicht nämlich, weil<br />

Huainigg sich „so tapfer durchgekämpft“ hätte in seinem<br />

Leben, mit allen Ereignissen, quasi ein Vorzeigebeispiel<br />

eines paralympischen Supersportlers. Sondern weil er<br />

Herausforderungen bewusst angenommen und Ziele<br />

konsequent verfolgt hat. Damit zeigt er Wege zur positiven<br />

Umkehr so vieler heutiger „Weltwerte“, wie des Strebens<br />

nach allseitiger Dauerabsicherung, der Orientierung<br />

an rein körperlichen Schönheitsidealen, der Konzentration<br />

primär auf sich selbst und der eigenen Selbstbestimmung,<br />

einer Lebenswürde nur unter Bedingungen, einem<br />

Leben von etwas, statt für etwas, und vielem mehr.<br />

Optimismus, Mut und Gottvertrauen<br />

Der Sinn und die Früchte des Lebens wachsen an allen<br />

möglichen und unmöglichen Stellen des Lebens, in Opti-<br />

Franz Joseph Huainigg, Mit Mut zum Glück – das Leben<br />

wagen, Ueberreuter Verlag, Wien 2016, 176 Seiten,<br />

ISBN: 978 3 8000 7645 1, 19,99 Euro<br />

48<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong>


<strong>Die</strong><br />

KULTURREISE NACH VERONA<br />

Von Ulrich Paumgartten<br />

Am Fronleichnamswochenende unternahm die Delegation<br />

Tirol-Vorarlberg die inzwischen schon traditionelle<br />

Kulturreise mit <strong>Malteser</strong>-Bezug. <strong>Die</strong>smal führte sie nach<br />

Verona. Am Freitag besuchten wir die Wallfahrtskirche<br />

Madonna della Corona, die über Jahrhunderte in der Obhut<br />

des <strong>Malteser</strong>-Ordens gestanden hatte. Oberhalb des<br />

Etschtales gelegen, ragt sie wie ein Schwalbennest senkrecht<br />

den Felsen entlang in den Himmel.<br />

Von der Delegation Verona gab es am Samstag einen<br />

vorgezogenen Festgottesdienst in der Kirche der Seligen<br />

Tuscana. Dabei wurden wir vom dortigen Commissario<br />

Marchese Pietro Alessandro de Buzzaccarini de Vetulis<br />

und den Ordensmitgliedern freundlichst aufgenommen.<br />

Nach dem Gottesdienst durften wir uns köstlich erfrischen.<br />

Der restliche Samstag und der Sonntag waren der<br />

Erkundung Veronas und Lonatos gewidmet, wobei auch<br />

die Kulinarik nicht zu kurz kam.<br />

Gratis, aber leider nicht kostenlos<br />

Liebe Leserinnen und Leser,<br />

„<strong>Die</strong> MALTESER“ ist traditionell gratis und soll es auch bleiben. Denn es ist uns ein Anliegen,<br />

Sie über unsere Arbeit umfassend zu informieren. Doch die Produktion und der<br />

Versand sind leider nicht kostenlos.<br />

MALTESER<br />

Der Souveräne <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden und seine Werke in Österreich<br />

<strong>Die</strong><br />

Ausgabe 1/2016<br />

MALTESER<br />

Der Souveräne <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden und seine Werke in Österreich<br />

Ausgabe 2/<strong>2017</strong><br />

Konto lautend auf MALTESER Hospitaldienst Austria, Kennwort „<strong>Zeitung</strong>“<br />

AT65 2011 1800 8087 0800, BIC: GIBAATWW<br />

Spenden an den MALTESER Hospitaldienst sind von der Steuer absetzbar!<br />

Christen auf dem Rückzug?<br />

<strong>Malteser</strong> Flüchtlingshilfe<br />

Aktivitäten in aller Welt<br />

<strong>Die</strong> <strong>Malteser</strong>-<strong>Zeitung</strong> 1_2016_1603 OK.in d 1 16.03.16 09:32<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong> 49<br />

Ausstellung Turiner Grabtuch<br />

Starker Wille zum Dialog mit dem Islam<br />

Hungerkatastrophe in Afrika


REISEBERICHT<br />

WENN MALTESER EINE REISE TUN ...<br />

Vom 18. bis zum 23. August <strong>2017</strong> erlebten 30 Pilger, Betreuer und <strong>Malteser</strong> eine unvergessliche Zeit in Rumänien. Wenngleich<br />

die Reise mitunter etwas anstrengend war, war sie doch vor allem geprägt von menschlicher Wärme, viel Freude und<br />

unbedingter Herzlichkeit.<br />

Von Georg Holzhausen<br />

Von Bukarest nach Poiana Braşov<br />

Unser erster Weg führte uns ins Kloster des Ordens der<br />

Unbeschuhten Karmeliter, die uns köstlich mit Pasta,<br />

Fisch und Wein versorgten. Gestärkt traten wir unsere<br />

Weiterfahrt nach Poiana Braşov an, wo wir für die nächsten<br />

sechs Tage Quartier bezogen. Poiana Braşov ist ein<br />

Skiort oberhalb von Braşov (Kronstadt) und dank der kühlen<br />

Karpatenluft im Sommer sehr angenehm. Nach einem<br />

üppigen Abendessen fielen wir müde in unsere Betten.<br />

Am nächsten Tag, einem Samstag, waren wir Gäste des rumänischen<br />

Hospitaldienstes (SAMR), der uns zum Mittagessen<br />

nach Micfalău, einem Sommerlager, einlud. Am Weg<br />

dorthin besuchten wir die Wehrkirche Honigberg. Klein,<br />

charmant und hell präsentierte sie sich von ihrer besten<br />

Seite. In Micfalău eingetroffen, erwartete uns schon eine<br />

Abordnung der rumänischen <strong>Malteser</strong>, die uns durch ein<br />

Bachbett in ihr Lager begleiteten. Dort empfing man uns<br />

mit viel Wärme und Herzlichkeit sowie einer Reitershow<br />

– vorgeführt von Romakindern. Auf dem Rückweg hielten<br />

wir bei der mächtigen Wehrkirche von Tartlau.<br />

Im Garten der Bürgermeisterin<br />

Den Sonntag begannen wir mit einem Ausflug nach Viscri<br />

(Deutschweißkirch), einem sächsischem Dorf, abgelegen<br />

und durch seine Ursprünglichkeit bekannt. Nach zwei<br />

Stunden Fahrt wurden wir von der Dorfvorsteherin, Carolina<br />

Fernolend, empfangen. Nach dem spontanen Aufbau<br />

eines Altars feierten wir die Hl. Messe im Garten der<br />

Bürgermeisterin. Danach folgte eine Fahrt im Pferdeleiterwagen.<br />

Im Anschluss gab es ein köstliches Mittagessen<br />

mit rumänischen Spezialitäten – Sarma und Palinka.<br />

Kaum gesättigt, wurden wir noch auf das Dorffest eingeladen,<br />

wo wir mit den Bewohnern von Viscri – Deutsche,<br />

Rumänen und Roma – tanzen und trinken durften.<br />

Unter Staunen und Applaus der Touristen<br />

Am Montag stand der Besuch der Dracula-Burg – Schloss<br />

Bran – auf dem Programm. Gewappnet mit Knoblauchzehen<br />

und -dragees sowie falschen Zähnen zur Abwehr,<br />

machten wir uns auf den Weg. Wir wurden im Garten<br />

nach alter rumänischer Tradition mit Schnaps und Gebäck<br />

empfangen. <strong>Die</strong> örtliche Gendarmerie übernahm<br />

den Transport unserer Betreuten bergauf bis zur großen<br />

Stiege. Von da an mussten alle händisch in den Burghof<br />

getragen werden. Dort wurden wir von örtlichen Führern<br />

erwartet, die einen Teil der Gruppe durch das Schloss führten,<br />

während die anderen im Burghof eine Einführung zu<br />

Geschichte des Hauses erhielten. Danach ging alles wieder<br />

retour. Alle Rollstuhlfahrer mussten die große Stiege hinuntergetragen<br />

und in das Polizeiauto verfrachtet werden<br />

– unter Staunen und Applaus der Touristen vor Ort.<br />

50<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong>


REISEBERICHT<br />

Einen weiteren Höhepunkt unserer Reise am nächsten<br />

Tag bildete ein Besuch im Bärensanktuarium in Zărneşti.<br />

Dort leben an die 100 Bären und einige Wölfe. Bei äußerlich<br />

frischen Temperaturen wurden wir auf einem speziellen<br />

Anhänger durch das Gehege geführt. Und wir hatten<br />

Glück – knapp 20 Braunbären, in allen Größen, zeigten<br />

sich uns und ließen sich durch unsere Gegenwart nicht<br />

aus der Ruhe bringen. Mittags speisten wir köstlich im La<br />

Promenada in Rosenau, und den Nachmittag verbrachten<br />

wir in Braşov (Kronstadt) bei einem Besuch der schwarzen<br />

Kirche und einem Stadtbummel.<br />

<strong>Die</strong> letzten Könige von Rumänien<br />

Unseren letzten Abend in Rumänien ließen wir mit einem<br />

Lagerfeuer, einem Schwein am Grill, Musik und Tanz ausklingen.<br />

Der Abschied kam am nächsten Morgen, an dem<br />

wir wehmütig unsere Rückreise antraten. Zu Mittag besuchten<br />

wir noch das Schloss Peleş in Sinaia, die Sommerresidenz<br />

der letzten Könige von Rumänien. Ein schnelles<br />

Mittagessen vor Ort, und wir saßen wieder im Bus, diesmal<br />

Richtung Flughafen Otopeni/Bukarest. Der Flug ging<br />

gut und wir landeten mit etwas Verspätung in Wien.<br />

Betreute, Pilger und <strong>Malteser</strong> sind gesund wieder nach<br />

Hause gekommen. Unsere Gruppe war geprägt von Harmonie<br />

und Teamgeist. Wir haben so viel Wärme, Freude<br />

und Herzlichkeit erlebt, von Rumänen und von völlig<br />

fremden Menschen, die uns um den Hals fielen ob unserer<br />

Arbeit mit den Betreuten. Unsere Köpfe sind immer<br />

noch voll von den Bildern, Impressionen und Gefühlen,<br />

die wir erleben durften und nicht mehr missen möchten.<br />

Schenken Sie Lebensfreude mit Ihrer Spende<br />

für die LOURDES WALLFAHRT 2018<br />

4.-8. Mai 2018<br />

Spendenkonto: MALTESER Hospitaldienst<br />

IBAN AT65 2011 1800 8087 0800<br />

BIC GIBAATWWXXX<br />

Vergelt‘s Gott für Ihre Spende!<br />

Ihre Spende ist steuerlich absetzbar!<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong> 51


KLOSTERKÜCHE<br />

BUNTE GRÜSSE VOM<br />

HERBST<br />

von Sr. Dr. Margareta An der Lan<br />

Der Herbst ist eine wunderschöne Jahreszeit, und die Natur zeigt ihre schönsten Verfärbungen.<br />

Der Körper beginnt sich auf eine kältere Zeit umzustellen, und dementsprechend<br />

brauchen wir auch wärmende und vitaminreiche Speisen.<br />

Lauwarme Pariser Hühnerfilets<br />

auf Kartoffel - Vogerlsalat<br />

Zutaten:<br />

700 g Vogerlsalat gewaschen<br />

800 g Hühnerfilets<br />

Kleine frische Kartoffel<br />

3 Eier<br />

Mehl, Salz und Pfeffer<br />

Marinade:<br />

4 TL Dijonsenf<br />

1 TL Estragonsenf<br />

Weißer Balsamicoessig<br />

Maiskeimöl, Crème fraiche, Salz, Pfeffer<br />

Senf, Sauerrahm und Öl verrühren, es sollte relativ<br />

dick sein, dann den Essig dazugeben und gut durchrühren.<br />

Zubereitung:<br />

<strong>Die</strong> kleinen Kartoffel mit der Schale kochen, bis<br />

sie stichfest sind, kurz unter kaltes Wasser geben<br />

und auskühlen lassen, Kartoffel mit Schale einmal<br />

durchschneiden.<br />

<strong>Die</strong> Hühnerfilets in breite Streifen schneiden,<br />

salzen, pfeffern und in Mehl wenden.<br />

<strong>Die</strong> ganzen Eier aufschlagen und verquirlen, die<br />

Hühnerfilets darin wenden und in Butter und<br />

Maiskeimöl herausbraten. Im vorgeheizten Rohr<br />

bei 60 Grad kurz ruhen lassen.<br />

Den Vogerlsalat in einer großen, nicht zu tiefen<br />

Schüssel anrichten, Kartoffel beifügen und mit der<br />

Marinade vorsichtig vermischen, die lauwarmen<br />

Filets drauflegen und sofort servieren.<br />

Dazu passt getoastetes Schwarzbrot.<br />

© istockphoto.com<br />

lossHrr<br />

Pfarrkirche und dem schönen Innenhof ist<br />

ss beliebte Kulisse 52 für Hochzeiten. DIE MALTESER Der Wapit<br />

zusätzlichem Bühnenbereich eignet sich<br />

3-4/<strong>2017</strong><br />

ür Tagungen und Seminare. Exklusive Ver­<br />

GUTSCHEIN<br />

AUSZEIT IM<br />

SCHLOSSAMBIENTE<br />

SCHENKEN


KLOSTERKÜCHE<br />

Waldbeeren-Joghurt-Topfencreme<br />

Zutaten:<br />

500g tiefgekühlte gemischte Waldbeeren<br />

500g Topfen 20%<br />

300g Joghurt 20%<br />

Zitronenschale, Zucker, Vanillezucker<br />

Ev. Rum<br />

Zubereitung:<br />

<strong>Die</strong> Beeren auftauen und den Saft abgießen und<br />

beiseite stellen. Beeren in eine Schüssel geben und<br />

gut zuckern.<br />

Topfen, Joghurt, Zitronenschale und Vanillezucker<br />

glatt rühren, die Mischung sollte eine feste Konsistenz<br />

haben, sonst noch etwas Topfen dazugeben, je<br />

nach Geschmack 3EL Rum hinzufügen. Eventuell<br />

noch zusätzlich zuckern.<br />

In eine Schüssel schichtweise Topfenmischung und<br />

Beeren geben, die letzte Schicht sollen Beeren sein,<br />

im Kühlschrank ca. eine Stunde kühlstellen.<br />

Gut dazu passen Spekulatiuskekse.<br />

Karotten-Orangen-Ingwersuppe<br />

Zutaten:<br />

800g tiefgekühlte Karotten<br />

1 weiße Zwiebel<br />

1 Dose Kokosmilch<br />

1 ausgepresste Orange<br />

1 kleiner gehackter frischer Ingwer, Salz, Pfeffer,<br />

Sojasoße, Petersilie oder Koriander<br />

Zubereitung:<br />

<strong>Die</strong> Zwiebel schälen und in Butter und Maiskeimöl<br />

anbraten, die tiefgekühlten Karotten dazugeben,<br />

umrühren und mit dem Gemüsefond aufgießen.<br />

Den Ingwer schälen, fein hacken und dazugeben<br />

und so lange bei geringer Flamme kochen, bis die<br />

Karotten sehr weich sind.<br />

Mit einem Pürierstab alles glatt pürieren, mit Kokosmilch<br />

aufgießen und den Saft der ausgepressten<br />

Orange dazugeben, mit Salz, Pfeffer und Sojasauce<br />

nach Belieben würzen.<br />

Sollte die Suppe zu dick sein, kann man sie mit<br />

etwas Gemüsefond strecken und mit den Kräutern<br />

garnieren.<br />

AUSZEIT im SCHLOSSHOTEL<br />

3-Gänge-Menü im Luxus-Zimmer<br />

3-Gänge-Menü in unseren Restaurant Schlosskeller<br />

Frühstücksbüffet<br />

Obstkorb am Zimmer<br />

EUR 88,– pro Person/Nacht<br />

GUTSCHEINBESTELLUNG:<br />

Schlosshotel Mailberg, 2024 Mailberg 1, Tel +43 2943 30301<br />

reservierung@schlosshotel-mailberg.at, schlosshotel-mailberg.at<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong> 53


TAGEBUCH<br />

AUSZEICHNUNGEN<br />

Am 2. Juni wurde Herrn Dr. Norbert Stelzer Dank<br />

für seine langjährige und überaus großzügige Unterstützung<br />

der MALTESER die Verdienstmedaille des<br />

MHDA in Gold durch den Kommandanten verliehen.<br />

DANK<br />

FÜR UNTERSTÜTZUNG<br />

DES INTERNATIONALEN<br />

SOMMERLAGERS<br />

Haslauer und Pallauf mit Verdienstorden des <strong>Malteser</strong>-<br />

Ordens ausgezeichnet.<br />

Mit Verdienstorden des <strong>Malteser</strong>-Ordens, Pro Merito<br />

Melitensi, wurden Landeshauptmann Wilfried Haslauer<br />

und Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf am<br />

24. Juli in Salzburg ausgezeichnet. Der Statthalter des<br />

Großmeisters des <strong>Malteser</strong>-Ordens, Giacomo Dalla Torre<br />

del Tempio di Sanguinetto, übereichte die Auszeichnun-<br />

Bild v. li: Dominique de La Rochefoucauld-Montbel, Großhospitalier<br />

des Ordens, Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf, Fra‘ Giacomo<br />

Dalla Torre del Tempio Di Sanguinetto Statthalter des Großmeisters,<br />

Landeshauptmann Wilfried Haslauer. Foto: LMZ Franz Neumayr/SB<br />

gen für die Unterstützung des Landes im Zuge des diesjährigen<br />

internationalen Sommerlagers für Jugendliche<br />

mit Behinderungen. Verliehen wurde an Landeshauptmann<br />

Haslauer das Großkreuz des Verdienstordens und<br />

an Landtagspräsidentin Pallauf das Verdienstkreuz mit<br />

Stern.<br />

PUNSCH &<br />

KEKSERLVERKAUF<br />

Fr. 01.12.<strong>2017</strong>, 14.00-18.00 Uhr<br />

54<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong><br />

Stefan-Fadinger-Straße 34, 3300 Amstetten<br />

www.malteser-kinderhilfe.at<br />

DIE MALTESER KINDERHILFE UND<br />

DAS HILDE UMDASCH HAUS LADEN ZU<br />

istockphoto.com


TAGEBUCH<br />

KOMMANDOÜBERGABE<br />

Von Manuel Weinberger<br />

Am 13. Oktober fand im St. Johanns-Club die offizielle Amtsübergabe von<br />

Olivier Loudon an den neuen Kommandanten der MALTESER, Richard<br />

Wittek-Saltzberg, statt. Im Beisein zahlreicher Vertreter befreundeter<br />

Organisationen und offizieller Stellen bedankte sich Prokurator Norbert<br />

Salburg-Falkenstein beim scheidenden Kommandanten für sieben erfolgreiche<br />

Jahre und wünschte Richard Wittek-Saltzberg viel Erfolg für seine neuen<br />

Aufgaben.<br />

Im Rahmen der Feierlichkeiten zur Kommandoübergabe im St. Johanns<br />

Club überreichte der Präsident der Johanniter-Unfall-Hilfe,<br />

Dipl.-Ing. Johannes Bucher, dem scheidenden Kommandanten<br />

Olivier Loudon als Zeichen des Dankes für die enge Zusammenarbeit<br />

das Ehrenzeichen der Johanniter-Unfall-Hilfe.<br />

Anschließend an die Kommandoübergabe wurden<br />

verdiente ehrenamtliche Mitarbeiter ausgezeichnet.<br />

Ebenfalls im Rahmen der Kommandoübergabe zeichnete Botschafter<br />

Dr. Christof Fritzen nach einer Laudatio des Prokurators die<br />

langjährigen Leiter der neuen MALTESER-<strong>Die</strong>nstbereiche mit den<br />

ihnen durch den Großmeister-Statthalter verliehenen Verdienstkreuzen<br />

mit Krone bzw. dem Kommandeurskreuz der Verdienstauszeichnung<br />

„Pro Merito Melitensi“ aus: Theresia Grill, Dr. Anna<br />

Schlanitz-Bolldorf und Univ.-Prof. Dr. Johannes Mlczoch.<br />

Mit Barbara Bernegger-Kittinger und Irma Mischak wurden noch<br />

zwei verdiente Mitglieder des <strong>Malteser</strong> Betreuungsdienstes sowie<br />

mit Brigitte Chizzola ein langjähriges Mitglied des <strong>Malteser</strong><br />

Alten- und Krankendienstes für ihren selbstlosen langjährigen<br />

Einsatz mit dem Verdienstkreuz der Verdienstauszeichnung „Pro<br />

Merito Melitensi“ dekoriert.<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong> 55


TAGEBUCH<br />

+ 6. Juli <strong>2017</strong><br />

Magdalena Salzmann,<br />

geb. Gräfin Sarnthein<br />

Mitglied der MALTESER<br />

+ 26. August <strong>2017</strong><br />

Brigitte Trunzer<br />

Mitglied der MALTESER<br />

+ 05. November <strong>2017</strong><br />

Vera Malek<br />

Langjährige Betreute der MALTESER<br />

+ 17. September <strong>2017</strong><br />

Johann Weikhard Prinz von Auersperg<br />

Ehren- und Devotionsritter<br />

Johann Weikhard Auersperg wurde am 30. Jänner 1930 in<br />

Friedland in Böhmen als Sohn von Eduard Prinz von Auersperg<br />

und Sophie Prinzessin von Auersperg, geborene Gräfin<br />

von Clam-Gallas, geboren. <strong>Die</strong> Familie übersiedelte 1931 nach<br />

Haindorf im Isergebirge, und dort wuchs Prinz von Auersperg<br />

wohlbehütet mit seinen acht Geschwistern auf. 1945 erfolgte<br />

die Ausweisung aus der Tschechoslowakischen Republik nach<br />

Österreich, und die Familie musste, wie viele, ihre Heimat<br />

verlassen. Seit 1951 Ehren- und Devotionsritter in unserem<br />

Großpriorat, wanderte Johann Weikhard Auersperg nach<br />

Vancouver in Kanada aus und war dort erfolgreich in der Holzindustrie<br />

in British Kolumbia tätig. Trotz der großen Entfernung<br />

blieb er immer mit dem Orden in Verbindung. Seine<br />

Freizeit widmete er in den letzten Jahren seiner Familie,<br />

seiner Frau Nelly, seiner Tochter Maria, seinem Sohn Edward<br />

und seinen sechs Enkelkindern sowie den Freunden der Kammermusikgesellschaft<br />

und unterstützte zahlreiche Benefizaktivitäten.<br />

Trotz physischer Einschränkungen sah er in allem<br />

das Gute und zeigte wahre Demut in seinem Leben. In Gedanken<br />

und im Gebet sind wir mit seiner Familie verbunden.<br />

56<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong><br />

R.I.P.


TAGEBUCH<br />

WIR TRAUERN UM<br />

=<br />

+ 18. September <strong>2017</strong><br />

P. Ansgar Paus OSB<br />

Konventualkaplan „ad honorem”<br />

Mit dem Heimgang von Univ.-Prof. em. Dr. P. Ansgar<br />

Paus verliert die Delegation Salzburg und der MHD Salzburg<br />

einen großartigen Seelsorger, theologisch-philosophischen<br />

Wissenschafter, Wegbegleiter und Freund.<br />

P. Ansgar, Benediktinermönch der Abteil Gerleve (BRD),<br />

kam 1965 nach Salzburg und sollte dieser Stadt durch<br />

volle 52 Jahre die Treue halten. Er unterrichtete von 1972<br />

bis 2000 an der Paris-Lodron-Universität Salzburg die<br />

Fächer Logik, Erkenntnistheorie und Sprachphilosophie.<br />

Trotz seiner hohen wissenschaftlichen Qualifikation und<br />

Reputation blieb er immer der Benediktinerprofessor, er<br />

war ein Mann der akademischen Lehre und ein Mann des<br />

Glaubens zugleich. So war er von 1971 bis 1980 Obmann<br />

des Direktoriums der Salzburger Hochschulwochen, Sekrätär<br />

der Salzburger Äbtekonferenz und Spiritual des<br />

Studienkollegs St. Benedikt und Hausgeistlicher der<br />

Barmherzigen Schwestern in Salzburg.<br />

Seit 1972 war er als Konventualkaplan Seelsorger für die<br />

Delegation Salzburg und den MHDA Salzburg. Durch unzählige<br />

Gottesdienste, Vorträge, Einkehrtage und Glaubensgespräche<br />

war der gelehrte Mönch ein seelsorglicher<br />

Wegbegleiter für viele MALTESER!<br />

Seine Aufgeschlossenheit für neue Formen der Jugendfrömmigkeit,<br />

Spiritualität und Liturgie überraschte viele.<br />

<strong>Die</strong> Tugend des Maßes war ihm eigen. <strong>Die</strong> Regel des<br />

Hl. Benedikt: „ne quid nimis – nichts im Übermaß“,<br />

legte er seinen Studenten als Lebensweisheit ans<br />

Herz.<br />

Das hat ihn ausgezeichnet in seiner priesterlichen<br />

Bescheidenheit als Benediktinermönch, der er als<br />

Professor und Mitchrist war. „Aus jedem Gespräch<br />

konnte man etwas mitnehmen“, so sagt ein enger<br />

Vertrauter im Rückblick auf seine Begegnungen mit<br />

P. Ansgar.<br />

Es war berührend, wie gefasst und bewusst P. Ansgar<br />

auf das Sterben zuging. Er tat das mit einer ungewöhnlichen<br />

Heiterkeit und mit feinem Humor!<br />

Ebenso berührend war es, wie treu und anhänglich<br />

die <strong>Malteser</strong> auch sein Sterben begleitet haben. In<br />

den letzten Tagen seines irdischen Lebens segnete<br />

er an seinem Sterbebett mit einem Kreuzzeichen auf<br />

die Stirn die vielen Besucher und mit ihnen die große<br />

Familie der MALTESER und seiner vielen Freunde.<br />

Der Glaubensbote aus dem hohen Norden, der in<br />

Salzburg seine Heimat gefunden hat, wird uns Vorbild<br />

und Fürbitter sein. Wir werden P. Ansgar in unseren<br />

Gedanken und Gebeten nicht vergessen!<br />

R.I.P.<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong> 57


TAGEBUCH<br />

WIR TRAUERN UM<br />

=<br />

+ 17. Oktober <strong>2017</strong><br />

Parzival (Percy) Graf von Pachta-Rayhofen<br />

Ehren- und Devotions-Großkreuz-Ritter<br />

in Oboedienz<br />

<strong>Die</strong> traurige Nachricht, dass unser Percy Pachta,<br />

MALTESER der ersten Stunde, knapp nach seinem<br />

90. Geburtstag von seinem Herren heimgeholt wurde,<br />

trifft den Orden und seine Werke wie ein Keulenschlag.<br />

Als junger Freiwilliger hat er 1956 mit vielen anderen<br />

intensiv an der Flüchtlingsbetreuung während und<br />

nach dem ungarischen Volksaufstand mitgearbeitet.<br />

Er war Gründungsmitglied der MALTESER-Einsatzstaffel<br />

im St. Johanns Club (der Vorläuferorganisation<br />

des MHDA) und seit 1958 Ordensmitglied.<br />

Mehr als ein halbes Jahrhundert war Percy im Orden<br />

allgegenwärtig. Während seiner beruflichen Laufbahn,<br />

die ihn bis zum stellvertretenden Generalsekretär<br />

des ÖAMTC führte, war er eifriges Mitglied der<br />

Delegation Wien/Niederösterreich an der Seite von<br />

Gidi Loudon. In schwierigen Stunden stand er dem<br />

Fürstgroßprior und dem MHDA mehrfach als sachkundiger<br />

und kluger Berater zur Seite.<br />

Nach seiner beruflichen Pensionierung wurde er 1993<br />

als Nachfolger von Norbert Salburg-Falkenstein Kommandant<br />

des MHDA. In seine Zeit als Kommandant<br />

fallen wesentliche Schritte zum Ausbau des MHDA.<br />

Ein besonderes Anliegen waren ihm neben der spirituellen<br />

Ausrichtung des Hilfswerkes auch die fachliche<br />

Ausbildung seiner Mitglieder und die Vertiefung<br />

des Kontaktes zu den befreundeten Organisationen.<br />

Ein Höhepunkt seiner Zeit als Kommandant war das<br />

Internationale <strong>Malteser</strong> Sommerlager für junge Behinderte,<br />

das 1997 in Melk stattfand.<br />

Anläßlich der Lourdes-Wallfahrt 1997 legte Percy<br />

seine Promesse zum Oboedienzritter ab. Nach dem<br />

Ende seiner Amtsperiode als Kommandant wurde er<br />

Mitglied im Kuratorium des MHDA und Vorsitzender<br />

des Ehren- und Disziplinarrates. 2003 wurde er<br />

als Nachfolger von Reginald Földy zum Vorsitzenden<br />

des Kuratoriums gewählt und war wichtiger Ratgeber<br />

bei vielen Fragen. 2007 zum Ehren- und Devotions-<br />

Großkreuzritter in Oboedienz rangerhöht, blieb er<br />

bis 2012 in seiner Funktion, bis er altersbedingt seinen<br />

Abschied nahm.<br />

Wir alle, die an seiner Seite dienen durften, sowie<br />

das Großpriorat Österreich und der Hospitaldienst<br />

verlieren in Percy Pachta-Rayhofen einen ritterlichen<br />

Herrn, einen väterlichen Freund, einen tiefgläubigen<br />

Ordensbruder und einen eifrigen Verfechter des Ordensauftrages<br />

„tuitio fidei et obseqium pauperum“.<br />

Anton Gatnar<br />

Vorsitzender des Kuratoriums<br />

R.I.P.<br />

58<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong>


Termine <strong>2017</strong>/2018<br />

DEZEMBER <strong>2017</strong><br />

01–02 Karitativer Weihnachtsbasar Wien MHDA<br />

02–03 Straßensammlung Kobersdorf MHDA<br />

02–03 Weihnachtsmarkt Halbturn MHDA<br />

07–10 Straßensammlung Wien MHDA<br />

8 Benefizkonzert Schloss Obergassling<br />

in Ebergassing<br />

MHDA<br />

09–10 Weihnachtsmarkt Halbturn MHDA<br />

10 Aufnahme neuer Mitglieder in die<br />

Johannesgemeinschaft<br />

JG<br />

12 Fackelzug gegen Christenverfolgung –<br />

ökumen. Gottesdienst St. Stephan<br />

16–17 Weihnachtsmarkt Halbturn MHDA<br />

24–25 Weihnachtssammlung Salzburg MHDA<br />

JÄNNER 2018<br />

24 Tag des geweihten Lebens<br />

FEBRUAR 2018<br />

11 Welttag der Kranken, Unsere Liebe Frau von Lourdes<br />

MÄRZ 2018<br />

22-25 Straßensammlung Salzburg MHDA<br />

23-24 Hospitaliers Meeting Budapest SMRO<br />

MAI 2018<br />

04-08 Lourdes-Wallfahrt MHDA<br />

25 Lange Nacht der offenen Kirchen SMRO<br />

31/05–03/06 Straßensammlung Tirol MHDA<br />

31 Fronleichnam<br />

JUNI 2018<br />

21 Benefizkonzert Konzerthaus Wien MHDA<br />

23 Aufnahme, GV Mailberg SMRO/MHDA<br />

SEPTEMBER 2018<br />

14–16 Wallfahrt nach Admont SMRO/MHDA<br />

16 2. Kinderhilfelauf Amstetten MKH<br />

OKTOBER 2018<br />

13 Gedenkmesse Seliger Gerhard SMRO<br />

Wiederkehrende Termine<br />

<strong>Malteser</strong>kirche, Kärntner Straße 37, 1010 Wien<br />

„Montag bei den <strong>Malteser</strong>n“ 12.00 Uhr Hl. Messe, Predigt, Musik, Stille im Zentrum der Stadt<br />

Hl. Messe mit Orgelmusik und Predigt Jeden ersten Sonntag im Monat, 10.00 Uhr<br />

Feierliche Vesper mit Eucharistischem Segen Jeden Sonntag, 16.00 Uhr<br />

Hl. Messe mit der Johannesgemeinschaft Jeden ersten Montag im Monat, 19.30 Uhr<br />

KONTAKT<br />

Souveräner <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden<br />

Großpriorat von Österreich<br />

Dipl.-Ing. Richard Steeb<br />

T: +43 1 512 72 44<br />

E: smom@malteser.at<br />

I: www.malteserorden.at<br />

MALTESER Austria<br />

Bundeszentrale<br />

Mag. Manuel Weinberger<br />

T: +43 1 512 53 95<br />

E: zentrale@malteser.at<br />

I: www.malteser.at<br />

<strong>Malteser</strong> International<br />

Dipl.-Ing. Richard Steeb<br />

T: +43 1 512 72 44<br />

E: smom@malteser.at<br />

I: www.malteser-international.org<br />

MALTESER Care<br />

Helmut Lutz<br />

T: +43 1 361 97 88 Fax 50<br />

Kostenlose Pflegehotline: 0800 201 800<br />

(Mo–So 8.00–20.00 Uhr)<br />

E: office@mcr.or.at<br />

I: www.malteser.care<br />

MALTESER Kinderhilfe<br />

Olivier Loudon<br />

DGKP Roman Haslauer, MBA<br />

T: +43 7472 98201<br />

E: office@malteser-kinderhilfe.at<br />

I: www.malteser-kinderhilfe.at<br />

Haus Malta<br />

Dir. Bogdan Norbert Bercal<br />

T: +43 1 597 59 91<br />

E: hausmalta@malteser.at<br />

I: www.hausmalta.at<br />

Johannesgemeinschaft<br />

Marie Czernin<br />

T: +43 1 512 72 44<br />

E: info@jg-online.at<br />

I: www.jg-online.at<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong> 59


XXXXX<br />

Das Redaktionsteam „DIE MALTESER“ wünscht allen Lesern<br />

GESEGNETE WEIHNACHTEN<br />

Souveräner <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden<br />

Großpriorat von Österreich<br />

Johannesgasse 2, 1010 Wien<br />

Katharina Stögner<br />

T: +43 1 512 72 44, F: +43 1 513 92 90<br />

presse@malteser.at<br />

www.malteserorden.at<br />

MALTESER Austria<br />

Bundeszentrale<br />

Johannesgasse 2, 1010 Wien<br />

Mag. Manuel Weinberger<br />

T: +43 1 512 53 95, F: +43 1 512 84 78<br />

zentrale@malteser.at<br />

www.malteser.at<br />

Österreichische Post AG<br />

MZ 11Z038858M<br />

Souveräner <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden<br />

Johannesgasse 2, 1010 Wien<br />

60<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2017</strong>

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