Die Malteser-Zeitung 3-4/2017

malteseraustria

Berichterstattung über nationale und internationlae Tätigkeiten des SMRO und seiner Werke sowie religiöse, karitative und soziale Fragen aller Art.

Die

MALTESER

Der Souveräne Malteser-Ritter-Orden und seine Werke in Österreich

Ausgabe 3-4/2017

Unvergessliche Momente – Sommercamp 2017

Warnsignale einer Demenzerkrankung

Erster Kinderhilfelauf: Laufend helfen


INHALT

IMFOKUS

04 Internationales MALTESER Sommercamp

MALTESERORDEN

08 Bischof Anders Arborelius

09 Aufnahme in das Großpriorat

10 Grablegung in der Johanneskirche in Unterlaa

11 Ordenstagung 2017

12 Verfassungsreform

14 Orgelweihe – Malteserkirche zu Wien

RELIGIONAKTUELL

15 Neue Apps: 1000Kirchen App und Click to Pray

04 18

MALTESERAKTUELL

16 Sprachkurs für Flüchtlinge

17 Spendenabsetzbarkeit Neu

MALTESERWELTWEIT

18 Sommerlager im Libanon für Menschen

mit Behinderung

19 Bangladesch – Flüchtlinge aus Myanmar

20 Thailand – Ein Lichtblick am Ende der Welt

22 Die Lange Reise der Medikamente

24 Mikrofinanz: Geld anlegen und Gutes tun

MEDIZINAKTUELL

26 Präventives Demenztraining

MALTESERÖSTERREICH

28 Berichte aus den Bundesländern

32 Vielfältige Initiativen und Dienste

38 Malteser Kinderhilfe

40 Johannesgemeinschaft

43

46

LEBENSWERT

43 Bournout-Früherkennung:

Resilient und achtsam leben

GELESENEMPFOHLEN

46 Interessante Neuerscheinungen

MALTESERREISEN

49 Kulturreise nach Verona

50 Pilgerreise nach Rumänien

36 50 36 55

KLOSTERKÜCHE

52 Bunte Herbstzeit

TAGEBUCH

55 Menschen und Events

ÜBERBLICK

59 Termine und Kontakte

2

DIE MALTESER 3-4/2017


EDITORIAL

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Leserinnen und Leser,

das Jahr 2017 neigt sich bald dem Ende zu. Es war ein Jahr

voll aufregender, bemerkenswerter, denkwürdiger, tragischer,

aber auch sehr schöner Ereignisse. Ein besonderes davon

war jedenfalls das Internationale MALTESER Sommercamp,

das Ende Juli in Salzburg und Umgebung erfolgreich

über die Bühne ging.

Im Rahmen dieser besonderen Ferienwoche für junge Erwachsene

mit Behinderung durften wir rund 500 Gäste aus mehr

als 25 Nationen, darunter auch aus Kanada, den USA und

dem Libanon, herzlich willkommen heißen. Insgesamt wurden

19 verschiedene Sprachen gesprochen. Über allem stand

jedoch die Sprache der Gemeinschaft, die sämtliche Barrieren

und Hindernisse zu überwinden vermag. „Barrierefreiheit

beginnt mit persönlicher Offenheit und persönlicher Begegnung,

beides erlebe ich hier in enormem Ausmaß“, formulierte

es sehr treffend eine Teilnehmerin während einer Messfeier im

Salzburger Dom anlässlich der Eröffnung des Camps.

Genau dieses Erleben und Vorleben von Barrierefreiheit ist

das Kernanliegen des seit 1984 alljährlich stattfindenden

MALTESER Sommercamps. Die Idee dazu wurde erstmals

in Österreich, ausgehend von einem gemeinsamen Katastropheneinsatz

mehrerer Gliederungen des Ordens in Verbin-

dung mit der ungezwungenen Atmosphäre von bereits zuvor

praktizierten nationalen Sommerlager umgesetzt.

Seither haben junge Menschen mit Handicap regelmäßig

einmal im Jahr die Möglichkeit, eine besondere Ferienwoche

in einem jeweils anderen Land zu erleben. Viele ehrenamtliche

Helfer und großzügige Sponsoren machen dabei das

Unmögliche möglich. Sie bescheren ihren Gästen und deren

Betreuern unvergessliche Momente des Glücks und der

Freude und ernten dafür tiefste Dankbarkeit. Das Lächeln

der Betreuten, ihre ehrlich empfundene und unmittelbar

zum Ausdruck gebrachte Begeisterung machen deutlich,

worauf es im Leben wirklich ankommt.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Familien

möglichst viele Glücksmomente – am besten gleich bei der

Lektüre der neuen Ausgabe von „Die Malteser“!

Norbert Salburg-Falkenstein

Prokurator

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STEUERLICH

ABSETZBAR

IMPRESSUM

Medieninhaber: Souveräner Malteser-Ritter-Orden (Malteserorden), Großpriorat Österreich, 1010 Wien,

Johannesg. 2, Telefon: 01/512 72 44, E-Mail: richard.steeb@malteser.at.

Chefredaktion: Katharina Stögner Mitarbeiter bzw. Autoren dieser Ausgabe: Christoph Calice,

Lothar Chizzola, Marie Czernin, Sebastian Ernest, Fra‘ Gottfried Kühnelt-Leddihn, Edith Holzer,

Georg Holzhausen, Katharina Kiecol, Markus Kirchschlager, Charlotte Kraus, Lukas Krupitza,

Johanns Lobkowicz, Georg Male, Richard Mischak, Stephan Mühlmann, Ulrich Paumgartten,

Anna Pissarek, Georg Reichlin-Meldegg, Angela Ringhofer, Norbert Salburg-Falkenstein, Helga

Schertler, Moritz Schuschnigg, Udo Schwamberger, Susanne Seper, Richard Steeb, Angela

Thierry, Mariella Visy, Manuel Weinberger, Florian Welzig, Sue Wick.

Fotos: C-Quadrat, Lothar Chizzola, Dachverband von Palliativ- und Hospizeinrichtungen, Erzdiözese

Wien, fotolia.com, Alexander Hinteregger, iStockphotos.com, Johannesgemeinschaft,

Johanniter Österreich, Chris Lendl, maltacamp, MALTESER Austria, MALTESER Care, Malteser International,

Ossiri´s Akademie, shutterstock, Klaus Sonnleitner, Georg Steinmetz.

Gestaltung: Karin Mayer, werbeproduktion.at Druck: Druckerei Robitschek, Schlossgasse 10–12, 1050

Wien. Offenlegung gemäß §25 Mediengesetz: Berichterstattung über nationale und internationale Tätigkeiten

des SMRO und seiner Werke sowie religiöse, karitative und soziale Fragen aller Art. Namentlich gekennzeichnete

Beiträge müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen.

Redaktionsschluss: 25. Oktober 2017

DIE MALTESER 3-4/2017 3


IMFOKUS

DAS INTERNATIONALE

MALTESER SOMMERCAMP

Seit nun mehr als 33 Jahren ist das Ziel dieses außerordentlichen Sommercamps, scheinbar Unmögliches möglich zu machen

und Jugendlichen mit Handicap aus aller Welt eine Woche voller unvergesslicher Momente zu schenken.

Von Sebastian Ernest und Mariella Visy

Am Anfang war eine Idee

Die österreichischen Malteser initiierten 1984 das

erste internationale Malteser Sommercamp in Wien-

Kalksburg. Zum ersten Camp trafen sich rund 60 Teilnehmer

aus insgesamt fünf Nationen, um gemeinsam

eine unbeschwerte Ferienwoche in Österreich zu

verbringen. Damals wie heute stehen dieselben Ziele

im Vordergrund: das Erlebnis von tragender Gemeinschaft,

kultureller Austausch und das Überwinden persönlicher

Barrieren. Mittlerweile ist das Sommercamp

mit seinen rund 500 TeilnehmerInnen zu einem aufmerksamkeitsstarken

Event und jährlichen Fixpunkt

für junge Menschen mit Behinderung und Malteser aus

aller Welt geworden. Jedes Jahr findet es in einem anderen

Land statt, mit einem abwechslungsreichen Programm.

5. Maltacamp in Österreich

Im Sommer 2017 kehrte das Internationale Malteser

Sommercamp für junge Menschen mit Behinderung

nach Österreich zurück. Bereits vier Mal zuvor durften

die Österreicher ihre Gäste und Freunde aus aller Welt

zu dieser besonderen Ferienwoche willkommen heißen:

Nach dem ersten Sommercamp in Wien-Kalksburg im

Jahr 1984 folgten weitere drei Camps in Österreich,

1985 in Salzburg, 1997 in Melk und 2008 in Stams in

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DIE MALTESER 3-4/2017


IMFOKUS

Tirol. Heuer war Salzburg zum zweiten Mal Gastgeber. Vom

22. bis 29. Juli 2017 besuchten rund 500 junge Gäste aus

mehr als 25 Nationen die berühmte Festspielstadt.

Mit ihrem internationalen, offenen Flair bot die Stadt an der

Salzach den perfekten Rahmen für die besonderen Bedürfnisse

der jungen Menschen. Sie verbrachten dort mit ihren

Betreuern eine unvergessliche Woche bei gemeinsamen Aktivitäten,

zu denen sie sonst nicht die Möglichkeit hätten.

Zu Gast in den Schulen im Stadtteil Nonntal

Die Schulen im Nonntal waren für die rund 500 Teilnehmer

des Internationalen Malteser Sommercamps Heimat und

Anlaufstelle während der gesamten Woche. Die modernen

Gebäude, die großzügig angelegt und überwiegend barrierefrei

gestaltet sind, wurden von den Maltesern für die besonderen

Bedürfnisse der Teilnehmer adaptiert und erweitert.

So wurden zum Beispiel drei zusätzliche Rollstuhlrampen

errichtet, um den Teilnehmern ein selbständiges Erreichen

ihrer Zimmer sowie der Veranstaltungsorte zu ermöglichen.

Weiters wurden die drei Turnsäle in einen Speisesaal, eine

Disco und ein Lager für sämtliches benötigtes Material umgewandelt.

Im Innenhof der Schulen bot ein großes Zelt als

Speisesaal Platz für einen Teil der Campteilnehmer. Ein ebenerdig

erreichbarer Raum wurde in ein typisches österreichisches

Kaffeehaus umgewandelt und wartete neben köstlichen

Kuchen und Torten auch mit echtem Barista-Kaffee auf.

Durch die räumliche Nähe zur Salzburger Innenstadt war es

den Campteilnehmern in den Programm-Pausen möglich,

durch die Stadt zu flanieren und Salzburger Festspielluft zu

schnuppern.

Das Programm: Spiel, Spaß und pure Lebensfreude

Das vielfältige Programm des Internationalen Malteser

Sommercamps 2017 ließ kaum Wünsche offen: Gemeinsame

sportliche Aktivitäten wie. z. B. Rafting in der Salzach

wurden ebenso geboten wie spielerische Wettkämpfe und kreative

Workshops sowie verschiedenste Ausflüge in Salzburg

und Umgebung. Kurzum, mit Musik und Kunst, Kreativität

und Sport war alles dabei, was den jungen Gästen Spaß machte

und sie ihren Alltag für eine Woche vergessen ließ. Die Abende

Projekte wie das Internationale MALTESER Sommercamp

werden von den MALTESERN ehrenamtlich

geplant, vorbereitet und durchgeführt

und sind nicht ohne externe Helfer, Förderer und

Spender möglich. Wir bedanken uns ganz herzlich

bei allen, die es uns möglich gemacht haben, diese

unvergessliche Woche für unsere Campteilnehmer

zu verwirklichen.

Danke, dass auch Sie mithelfen! Nur dank

Ihrer Hilfe sind solche Projekte realisierbar.

DIE MALTESER 3-4/2017 5


XXXXX

standen jeweils unter einem Motto, das die Teilnehmer

nicht nur zu besonderen Dresscodes animierte, sondern

auch mit Specials überraschte: So gab es am Abend

„Dress to impress“ eine echte Wiener Balleröffnung, am

Hüttengaudi-Abend wiederum wurde zu beliebten Schlagern

gesungen und getanzt. „Das Unmögliche möglich

machen“ war das Leitmotiv der Woche. Die Gäste konnten

bei den außergewöhnlichen und abwechslungsreichen

Programmpunkten Neues entdecken, ihre eigenen

Grenzen überwinden und dabei eine ausgelassene Woche

verbringen. Die Teilnehmer wurden bei allen Aktivitäten

einfühlsam und ihren persönlichen Bedürfnissen und

Möglichkeiten entsprechend, von erfahrenen Helfern betreut

und begleitet. Das machte das Sommercamp für alle

zu einem einzigartigen Erlebnis.

Gemeinsam feiern und beten

Begleitet von zahlreichen Geistlichen aus aller Welt,

kam auch das spirituelle Programm in der Woche

nicht zu kurz: Anlässlich der Camperöffnung fand am

Sonntag eine große Festmesse im Salzburger Dom

statt, die neben den Campteilnehmern auch viele

Freunde und Förderer mitfeierten. Unter anderem

beehrten uns der Großmeister-Statthalter des Souveränen

Malteser-Ritter-Ordens, Giacomo Dalla Torre

del Tempio di Sanguinetto, sowie der Großhospitalier

Dominique de La Rochefoucauld-Montbel, die eigens

privat aus Rom angereist sind, um das Camp zu besuchen.

Bei der anschließenden Eröffnungs-Zeremonie

wurden alle teilnehmenden Länder mit ihren Fahnen

und Hymnen begrüßt. Das bot ein buntes Bild voll

Freude und Gemeinschaft, über alle Grenzen hinweg.

Um an diesem weltumspannenden Gedanken auch in

spiritueller Hinsicht anknüpfen zu können, erhielten

alle Teilnehmer einen bunten Rosenkranz von „Missio“,

der zum Gebet für alle Teile der Welt einlädt. Der Abschlussgottesdienst

fand in der Kollegienkirche statt

und wurde von Salzburgs Erzbischof Franz Lackner feierlich

zelebriert.

Dank dieser für alle beeindruckenden Woche spürten

die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wieder mehr Lebensfreude,

sie konnten Energie tanken und fanden

neuen Mut für ihren nicht immer einfachen Alltag.

Danke!

In der Heftmitte finden Sie ein Sonderheft mit Impressionen

zum Maltacamp 2017 in Salzburg. Viel Freude beim Durchblättern!

Das Heft lässt sich auch herauslösen und zur Erinnerung

aufheben.

FOTOS & RÜCKBLICK MALTACAMP 2017

IN SALZBURG

www.maltacamp2017.at/de/

www.malteserorden.at/2017/07/22/maltacamp-2017-2/

www.flickr.com/photos/mhda/albums/

72157684194176274

www.facebook.com/maltacamp2017/?fref=ts

>

Ausblick auf das Maltacamp 2018 in England

www.maltacamp2018.co.uk/#ihc2018

www.facebook.com/Maltacamp/?fref=ts

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DIE MALTESER 3-4/2017


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DIE MALTESER 3-4/2017 7


MALTESERORDEN

BISCHOF ANDERS ARBORELIUS

Anders Arborelius kommt aus einer schwedischen evangelischen Familie, wuchs in der Schweiz auf, konvertierte im Alter

von 19 Jahren zum katholischen Glauben. Als er 22 Jahre alt war, trat er in das Karmeliterkloster von Norraby in Tagarp ein,

verbrachte folgend mehrere Jahre in Südamerika, wo er auch zwei Klöster erbaute. Er studierte Philosophie in Brügge und

Theologie in Rom. 1979 empfing er in Malmö die Priesterweihe.

Von Katharina Stögner

Erwähnenswert ist, dass erst 1951 die seit 473 Jahren

bestehende Einheit von Staat und Kirche in Schweden

aufgehoben wurde.

Das 1951 erlassene Gesetz über Religionsfreiheit ermöglichte

es erstmals, aus der Staatskirche auszutreten

und zum katholischen Glauben zu konvertieren.

Mit einer Gesetzesreform von 1958 hat die Staatskirche

ihre bis dahin bestehende Hoheit über das gesamte

Schulwesen verloren, bis zu diesem Zeitpunkt war

auch der katholische Religionsunterricht in den Schulen

verboten.

Voraussetzung für eine Mitgliedschaft in der Staatskirche

und somit auch für die Zahlung von Kirchensteuer

war ehemals die Geburt als schwedischer Staatsbürger

oder die Abstammung von Mitgliedern der Staatskirche,

wenn man der Mitgliedschaft nicht rechtzeitig widersprach.

Erst seit 1996 ist die Taufe Voraussetzung

für den Beitritt und die Mitgliedschaft.

Am 17. November 1998 wurde Arborelius von Papst

Johannes Paul II. zum ersten schwedischstämmigen

Bischof des katholischen Bistums Stockholm berufen.

Von 2007 bis 2016 war er Großprior der Statthalterei

Schweden des Ritterordens vom Hl. Grab zu Jerusalem.

Er wurde 2017 zum Großkreuzritter und zum

Ehren-Großprior der Statthalterei von Schweden und

Dänemark ernannt. Mehrfach hat sich der Theologe in

den vergangenen Jahren auch in der Flüchtlingsdebatte

engagiert. Weil Schwedens Katholiken selbst großteils

zugewandert sind, warb Aborelius immer wieder

für eine humanere Asylpolitik.

Im Konsistorium vom 28. Juni 2017 nahm ihn Papst

Franziskus als Kardinalpriester mit der Titelkirche

Santa Maria degli Angeli e dei Martiri in Rom in das

Kardinalskollegium auf. Somit ist Anders Arborelius

auch der erste Kardinal in Schweden überhaupt.

Am Petersplatz waren auf Einladung von Kardinal

Aborelius am 26. Juni 2017 auch unser Prokurator

Norbert Salburg-Falkenstein und seine Frau Anne, deren

Onkel Kardinal Aborelius ist, anwesend. Als Berater

der Skandinavischen Assoziation des Malteser-Ordens

ist unser Prokurator, der selbst schwedisch spricht, oft

in den skandinavischen Ländern.

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DIE MALTESER 3-4/2017


MALTESERORDEN

AUFNAHME IN DAS GROSSPRIORAT

Am 8. September, dem Ehrentag „Unserer Lieben Frau

von Philermos“, hat der Prokurator in der St. Markus-

Kirche in der Oberstadt von Zagreb sechs neue Mitglieder

in das Großpriorat in einem feierlichen Pontifikalamt

mit Herrn Weihbischof Dr. Ivan Šaško aufgenommen.

Nach der Aufnahme, die Herr Michael Dzeba, der Stadtbeauftragte

Münchens des Malteser Hospitaldienstes, so

gut vorbereitet hatte, gab es dankenswerterweise einen

ebenso gelungenen Empfang im Hause Adamovich. Da

es in Kroatien keine eigene Assoziation gibt, wurden die

Mitglieder aus Kroatien in das Großpriorat Österreich

aufgenommen.

Unseren neuen Ordensmitgliedern viel Glück und Gottes

Segen!

Ehren- und Devotionsritter

Ing. Nikolaus

DRASKOVICH-TRAKOSTYAN, MBA

Milo GRISOGONO

Nikola JELLAČIĆ BUZINSKI

Ehren- und Devotionsdame

Constanze ADAMOVICH-CSEPIN

Magistralritter

Branimir IVEKOVIĆ

Magistraldame

Botschafterin Anica DJAMIĆ

DIE MALTESER 3-4/2017 9


MALTESERORDEN

GRABLEGUNG

IN DER JOHANNESKIRCHE IN UNTERLAA

Von Richard Steeb

Die in den 1970er Jahren bei Ausgrabungen freigelegten

und damals unter der Kirche St. Johann bei

Unterlaa frei aufgebahrten Skelette wurden in den

vergangenen Jahren durch mehrmaliges Hochwasser

stark beschädigt. Aus diesem Grund wurden die

Gebeine 2016 dankenswerterweise vom Bundesdenkmalamt

geborgen und anthropologisch untersucht.

Sie stammen von fünf Männern, von denen

zwei zwischen 1020 und 1180 und die anderen drei

zwischen 1280 und 1400 gelebt haben. Am 13. Oktober,

dem Hochfest unseres Ordensgründers, des

Seligen Gerhard, konnten wir sie wiederbestatten.

Die unbekannten Pilger wurden auf der Rückseite

der Oberlaaer Kirche in der sogenannten Stiftergruft

beerdigt, da bei der Kirche St. Johann bei Unterlaa

kein Friedhof mehr besteht. Mag. Andreas Klein,

der Pfarrer von Oberlaa, zu dem unsere kleine Kirche

nun gehört, zelebrierte mit den zahlreich anwesenden

Ordensmitgliedern nach der Beisetzung eine

Seelenmesse in der Kirche Unterlaa.

10

DIE MALTESER 3-4/2017


MALTESERAKTUELL

ORDENSTAG

2017

Der Beginn der Reformation 1517 aus ökumenischer Sicht 2017.

Von Christoph Calice

„Gerade für uns Malteser ist es sehr erfreulich, dass sich

unsere römisch-katholische und apostolische Kirche und

die evangelischen Glaubensgemeinschaften in den letzten

Jahrzehnten auf viele Gemeinsamkeiten verständigt

haben. So ist eigentlich die Beziehung zwischen Katholiken

und Protestanten einerseits zunehmend unverkrampft

und andererseits selbstbewusster geworden.

Schließlich sind wir alle Christen und stellen die Botschaft

des Herrn und die Verkündigung derselben in das

Zentrum unseres Seins. Die Gemeinsamkeiten in dieser

Nachfolge und in der Nächstenliebe haben schon Johannes

Paul II. in „Et unum sint“ und Benedikt XVI. in seiner

Erfurter Rede besonders betont.

Und gerade der gegenseitige Respekt macht es möglich,

Unterschiede in den Glaubensansichten und der Glaubensausübung

festzuhalten und als Selbstverständlichkeiten

anzunehmen.

Ob das nun in der Annahme der Sakramente, etwa dem

Bußsakrament, der Unauflöslichkeit der Ehe, dem Weihesakrament

der Priester, ob das im Verständnis der

Eucharistie oder in Fragen der Liturgie liegt, ob die Tradition

der Kirche dem „sola scriptura“ unbedingt entgegenstehen

muss, welche Rolle die Verehrung der Gottesmutter

oder die Würdigung der Heiligen und Seligen spielt.

Trotz so manchem bleibendem Unterschied: das Gemeinsame

in der Liebe zu Christus und den Mitmenschen darf

immer hervorgehoben werden.

Zu guter Letzt ein Wort aus diesen Tagen von Walter

Kardinal Kasper, der sich sein ganzes priesterliches und

bischöfliches Leben der Ökumene verschrieben hat und

dem man wirklich nicht nachsagen kann, ein Ultrakonservativer

zu sein: „Ökumene bedeutet nicht liberale

Verwässerung der eigenen Standpunkte hin zum kleinsten

gemeinsamen Nenner. Nein, wir müssen alle jeweils

mehr katholisch und mehr evangelisch werden!“

DIE MALTESER 3-4/2017 11


MALTESERORDEN

Beim außerordentlichen Generalkapitel im April 2018

könnten dann mit Zweidrittelmehrheit allfällige Reformen

beschlossen bzw. der weitere Weg vorgegeben werden.

Die Verfassungsreform schafft die Möglichkeit, den

Orden in seiner Identität als religiöser Laienorden zu

stärken, seine Aktivitäten in der Gesundheits- und Sozialfürsorge

und der weltweiten humanitären Diplomatie

noch effizienter zu gestalten, sowie ihn an die geänderten

Anforderungen der heutigen Zeit und seine gewachsene

internationale Dimension, anzupassen. Als Sonderbeauftragter

des Papstes begleitet Erzbischof Angelo Becciu in

enger Zusammenarbeit mit unserem Oberhaupt die Reform

im Hinblick auf die angemessene spirituelle Erneuerung.

VERFASSUNGS-

REFORM

„Geht diesen Weg weiter“, sagte der Hl. Vater zu unserem

Großmeister-Statthalter Fra‘ Giacomo Dalla Torre und den

höchsten Mitgliedern der Ordensregierung bei der Audienz

am 30. Juni 2017 im Vatikan und bestärkte damit den

Orden in seinem Reformkurs.

Von Richard Steeb

Mit diesen Worten eröffnete der Prokurator den Tag, dessen

Vorträge von Bischof Michael Bünker, Militär-Superintendent

Karl-Reinhart Trauner, Prof. Josef Außermair

und Dompfarrer Maximilian Strasser zum Jubiläum der

Wittenberger Thesen ganz im Zeichen von Versöhnung

und Verständnis standen.

Bischof Michael Bünker brachte uns die Sicht der evangelischen

Glaubensgemeinschaften und die Motivationslage

Martin Luthers näher. Auch er hob die Erfolge der

Ökumene hervor, Erfolge, die in fruchtbaren gemeinsamen

theologischen Erkenntnissen münden, die aber auch

darin bestehen, die jeweils andere Sicht zu akzeptieren

und wechselseitig auf „Konversionsideen“ zu verzichten.

Sein Schlusssatz: Hätten die Reformatoren die heutige

katholische Kirche gekannt, so hätten sie auf die Spaltung

wohl verzichtet.

Tatsächlich haben die Lutheraner längst auch ein sehr

selbstkritisches Eigenverständnis, und die katholische

Kirche hat durch das 2. Vatikanische Konzil der Bedeutung

der Hl. Schrift in der Liturgie durch Verwendung der

Landessprache mehr Raum gegeben und damit der von

den Reformatoren seinerzeit gewünschten Einbindung

des Kirchenvolkes gleichsam Rechnung getragen.

Der Großmeister-Statthalter hat mit Unterstützung des

Souveränen Rates zur Umsetzung der Verfassungsreform

ein Steuerungs-Komitee von neun hochrangigen Ordensmitgliedern

ernannt, die zusammen mit den zehn Arbeitsgruppen

bis Ende 2017 Reformvorschläge erarbeiten

werden. Anfang 2018 wird ein internationales Seminar in

Rom stattfinden, in dem die Vorschläge ausgewertet und

erste Schlussfolgerungen gezogen werden sollen.

Unser Ordensprälat Erzbischof Jean Laffitte hat für die

Zeit der Ordenserneuerung ein Bittgebet ausgegeben und

alle ermuntert, dieses Gebet täglich als Unterstützung für

den Reformprozess zu beten. Wir laden alle Leser herzlich

ein, uns im Gebet zu unterstützen.

12

DIE MALTESER 3-4/2017


MALTESERORDEN

Seeliger Gerhard,

Gründer des Malteser-Ordens

Herr, unser Gott,

wir danken Dir für unsere Familie

des Souveränen Ordens vom heiligen Johannes in Jerusalem

und preisen Dich, dass Du uns berufen hast, zu ihr zu gehören.

Gib uns den Mut, den Glauben der Kirche zu bezeugen

und unseren Brüdern und Schwestern zu dienen,

unseren Herren, den Kranken und Armen.

Dabei lass uns großherzig dem Beispiel derer folgen,

die uns vorangegangen sind.

Heute vertrauen wir Dir jene an,

die gesandt sind, unseren Orden zu führen,

und besonders jene, die in dieser Zeit den Auftrag haben,

für die Reform zu wirken,

zu der uns die mütterliche Sorge Deiner heiligen Kirche ruft.

Herr, Gott der Barmherzigkeit und der Güte,

blicke mit Zärtlichkeit auf Deine Söhne und Töchter,

die sich an Dich wenden, um das Geschenk der Weisheit zu empfangen.

Gewähre ihnen Klugheit und Rat

durch die Gabe Deines Heiligen Geistes.

Gib Ihnen den Geist der Erkenntnis, der Wahrheit und des Friedens,

damit sie unter Deinem Blick

demütig, dienstbereit und reinen Herzens wirken können.

Schenke ihnen die Freiheit, nichts Anderes zu wollen,

als Deinen heiligen Willen zu erfüllen,

so dass sie sich jeder Parteilichkeit enthalten

und mit dem einzigen Wunsch zu Werke gehen,

die Gaben zu vertiefen, die Deine Güte unserer Familie anvertraut hat.

Darum bitten wir Dich auf die Fürsprache unserer Lieben Frau von Philermos,

des heiligen Johannes des Täufers, unseres Patrons,

des seligen Gerhard, unseres Gründers,

und aller Heiligen und Seligen unseres Ordens.

AMEN.

DIE MALTESER 3-4/2017 13


MALTESERORDEN

ORGELWEIHE

IN DER MALTESERKIRCHE

ZU WIEN

Von Richard Steeb

Am Festtag zu Ehren des heiligen Namens Mariens, dem

12. September 2017 wurde die frisch restaurierte Barock-

Orgel der Wiener Malteserkirche neu geweiht.

Eine Orgel ist ein Instrument, vor dem jeder eine gewisse

Hochachtung hat, vermutlich weil viele fühlen und erkennen,

dass die Orgel Himmel und Erde verbindet, wie dies

auch die zwei Putti, die auf dem Instrument thronen, bezeugen.

Aus hundertjährigem, vermutlich bei Mond geschlagenem

und lange getrocknetem Holz, das sorgfältig

ausgewählt wurde, sind mächtige Balken geschnitten und

der Orgelkasten selbst hergestellt worden, wurden Windkästen

und Pfeifen gearbeitet und hauchdünne Leisten,

die Tasten und Ventile miteinander verbinden, gefertigt.

Zinn und Blei wurden im Feuer geschmolzen, zum Glühen

gebracht, zu dünnen Platten gegossen, mit Ziehklingen

bearbeitet, zu Pfeifenkörpern gerundet und gelötet,

von Hand geklopft, bearbeitet, das Labium geschnitten

(an dieser Öffnung entsteht der Ton) und von Orgelbauer

Gottfried Sonnholz eigenhändigt beschriftet … und dies

erfolgte bei 339 Pfeifen! Später, beim Aufbau vor Ort,

entstand nach vielen weiteren Arbeitsschritten und unter

Zusammenführung von geheimnisvollen weiteren Teilen,

wie Windlade, Manualwellenbrett, Balg und Windkanal,

das Wunderwerk, das die zartesten Flötenklänge erzeugt

und im nächsten Moment einen Orkan entfesseln kann,

ein Getöse, das Mauern erzittern lässt, das den Raum mit

Tönen füllt, mit tausenden Einzelstimmen, die zu einer

harmonischen Einheit verschmelzen. Uns ist leider nicht

bekannt, was Ferdinand Johann Graf von Althann, der ab

1749 Commandeur von St. Johann zu Wien war, dazu bewogen

hat, die Orgel zu stiften; dass es ihm wichtig war,

zeigt aber, dass er sich eines der herausragendsten Orgelbauer

seiner Zeit bedient hat.

Orgelbauer Gottfried Sonnholz (~1695–1781), stammte

aus Schlesien, war Orgelpfleger in St. Stephan und Erbauer

so wichtiger Orgeln wie jener der Stiftskirche von

Melk, der Wallfahrtsbasilika Mariazell und auch jener der

Peterskirche zu Wien.

Jede Orgel hat ihre eigene Persönlichkeit und spricht eine

unverwechselbare Sprache, so auch die Orgel der Malteserkirche,

und wenn die Orgelklänge zur Ehre Gottes ertönen

und nicht nur die Ohren, sondern das Herz erreichen,

dann ist das Werk gelungen.

Unser Dank gilt Herrn Orgelbauer Wolfgang Karner und

seinen Mitarbeitern, die mit viel Liebe und Feingefühl die

Restaurierung bewerkstelligt haben, Diözesankonservatorin

Mag. Elena Holzhausen, die wohlwollend die Restaurierung

betreut hat, sowie Frau Anna Ochsenbauer

für die notwendige Ausbesserung an der Orgel-Fassung.

Domkurat MMag. Konstantin Reymaier hat die Rückführung

als Leiter des Referates für Kirchenmusik der Erzdiözese

mit fachmännischem Rat begleitet und mit seinem

Spiel zusammen mit dem Ensemble unter der Leitung von

Daniel Mair die Orgelweihe festlich umrahmt. Das so feierliche

Hochamt verdanken wir unserem Kirchenrektor,

Dr. Christoph Martin, der täglich über die Kirche wacht,

und unserem Prokurator, Bailli Norbert Salburg-Falkenstein,

der ermöglichte, dass unsere Orgel wieder „unseren

Glauben bezeugt“ und Himmel, Erde, Luft und Meere erfüllt

von Seinem Ruhm.

14

DIE MALTESER 3-4/2017


RELIGIONAKTUELL

Mit der App „Click To Pray“ ist es einfach, das Gebet in

den Alltag zu integrieren. Die App verbindet zigtausende

Menschen auf der ganzen Welt, die durch ihr Gebet eine

Antwort auf die Herausforderungen der Menschheit und

den Auftrag der Kirche geben, so wie es der Papst in seinen

monatlichen Gebetsanliegen vorschlägt.

„Click To Pray“ schickt jeden Tag drei kurze Gebetsimpulse

aufs Handy. Durch Klicks signalisiert man, dass man

das Gebet mitträgt, und die Benutzer auf der ganzen Welt

sehen, wie viele Menschen das Gebet bereits gebetet haben

– im Prinzip ähnlich wie ein „Like“ bei Facebook.

Hoffnung schenken

Mit Click To Pray können auch eigene Gebete formuliert

CLICK TO PRAY –

BETEN PER APP

Aus dem seit 1844 bestehenden Gebetsapostolat des Papstes hat sich mittlerweile ein weltweites Gebetsnetzwerk aus

35 Millionen Menschen in 89 Ländern entwickelt. Nun gibt es neben den monatlichen Videobotschaften von Papst Franziskus

auch eine App, die das Beten neu und modern gestaltet.

Von Susanne Wick

und gepostet werden. Außerdem gibt es einen Blog, der

Hintergrundinformationen und Erklärungen zu den monatlich

wechselnden Gebetsanliegen des Papstes liefert.

Ziel der App ist es, durch das gemeinsame Gebet den

Auftrag der Kirche zu erfüllen und jenen Menschen Hoffnung

zu schenken, die täglich von Gewalt und globalen

Krisen bedroht sind.

Weltweit nutzen bereits mehr als 120.000 Menschen die

kostenlose App. Wer kein Smartphone besitzt, kann sich

auf www.clicktopray.org/de registrieren und über den Internet-Browser

sowohl die päpstlichen Gebetsanliegen

teilen als auch eigene Gebete erstellen.

1000KIRCHEN-APP:

ALLE GOTTESDIENSTE

IN IHRER NÄHE FINDEN

Von Angela Ringhofer

Die Erzdiözese Wien hat mit der „1000Kirchen“-App

einen kostenlosen mobilen Service gestartet, der die

nächstgelegenen katholischen Gottesdienste rund um

den Standort des Users anzeigt. „Die Menschen werden

immer mobiler. Die Kirche auch“, so der Wiener Erzbischof

Kardinal Christoph Schönborn zur neuen App

seiner Diözese.

Direktlink zur 1000Kirchen-App:

iOS / Apple App Store:

itunes.apple.com/de/app/1000-kirchen/id1274509920?mt=8

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DIE MALTESER 3-4/2017 15


MALTESERAKTUELL

OSSIRI‘ S AKADEMIE SCHENKT

FLÜCHTLINGEN EINEN SPRACHKURS

Seit Anfang Oktober besuchen 15 Flüchtlinge des Johanniter-Flüchtlingshauses Ziedlergasse täglich für dreieinhalb

Stunden einen Alphabetisierungskurs an Ossiri’s Akademie im 15. Wiener Gemeindebezirk. Der Kurs wurde von der Akademie

in Kooperation mit den Maltesern kostenlos zur Verfügung gestellt.

Die Sprachkurse von Ossiri’s Akademie sind sehr begehrt

und haben ausgezeichnete Abschlussquoten. Bereits im

vergangenen Jahr hat Ossiri’s Akademie Freiplätze für

Flüchtlinge zur Verfügung gestellt und die Teilnehmer

auf dem Weg zur Integrationsprüfung bis zur Niveaustufe

A2 begleitet. Nun hat sich eine Sprachlehrerin bereit

erklärt, einen kostenlosen Alphabetisierungskurs für

Flüchtlinge zu halten, und unterrichtet 15 Flüchtlinge in

den Kursräumen der Akademie.

„Wir freuen uns sehr über das Angebot, denn die wenigsten

Institute bieten Alphabetisierungskurse an. Unsere

Bewohner sind sehr stolz, diesen Kurs besuchen zu dürfen“,

freut sich Margarita Benedikt, Sozialarbeiterin im Johanniter-Flüchtlingshaus.

Ein Kurs mit Prüfungsgebühren

und Lehrbüchern kostet zwischen 700 und 800 Euro.

062 - Booklet - 2017-08-19 - 18.00.qxd 19.08.2017 17:59 Seite 2

Der Andrang auf Sprachkurse und Prüfungen ist in den

letzten eineinhalb Jahren stark angestiegen. „Ich freue

mich, dass unsere Aktion gut ankommt und Menschen, die

es tatsächlich brauchen, eine neue Perspektive eröffnet“,

sagt Ossiri Richard Gnaoré, Direktor der Ossiri’s Akademie.

EL CD

062

Direktor Ossiri Richard Gnaoré (li) und die Sprachlehrerin

Sona Stadler (re) freuen sich mit den stolzen Kursteilnehmern

über deren Erfolge.

Orgeln in Wien

Malteserkirche Hl. Johannes der Täufer

Gottfried Sonnholz, vor 1767

Vom Nachhilfeinstitut zur Sprachakademie

Direktor Gnaoré studierte bereits in seiner Heimat, der

Elfenbeinküste, Germanistik und kam 1986 zu einer

Fortbildung nach Wien. Aufgrund der politischen Situation

in seiner Heimat, entschied er sich, in Österreich zu

bleiben, und gründete im Jahr 2000 ein Nachhilfeinstitut,

das er vier Jahre später in eine Lernakademie umgestaltete.

Heute bietet Ossiri’s Akademie Deutsch-Alphabetisierungs-

und Integrationskurse, Englisch und

Französisch-Unterricht sowie Aus- und Weiterbildungen

für Erwachsene an.

16

DIE MALTESER 3-4/2017

Konstantin Reymaier

Konstantin

R eymaier

EUR 15,– zzgl. 3,50 Euro Versandkosten. Der

Bestellung unter smom@malteser.at oder Tel.


MALTESERAKTUELL

SPENDENABSETZBARKEIT

NEUE REGELUNG AB 1. JÄNNER 2017

Wichtige Informationen für Personen, die ihre Spenden steuerlich geltend machen möchten.

Sehr geehrte Spenderin, sehr geehrter Spender!

Wenn Sie Ihre Spende auch in Zukunft absetzen möchten,

benötigen wir bitte Ihre Mithilfe!

Mit dem 1. Jänner hat sich die Form des Spendennachweises

geändert. Der Gesetzgeber hat entschieden, dass dieser

WEIHNACHTSTIPP

Schenken Sie eine

stimmungsvolle

CD-Aufnahme

Orgelkonzert in der Malteserkirche

mit Domorganist

Konstantin Reymaier

Die erste auf der restaurierten

Sonnholz-Orgel in der Malteserkirche

eingespielte CD.

Reinerlös kommt der Malteserkirche zugute.

+43 1 512 72 44

nun automatisch ohne Ihr Zutun erfolgt. Damit wir Ihre

Spende als steuerlich absetzbar melden können, benötigen

wir entsprechend den Bestimmungen Ihren Vor- und

Familiennamen (Achtung: laut Meldezettel, nicht wie im

Pass angeführt, da kann ein Unterscheid bestehen) sowie

Ihr Geburtsdatum.

Ihre Spenden werden von uns direkt an das Finanzamt

gemeldet und dadurch vom Finanzamt automatisch in

Ihrer Veranlagung berücksichtigt.

Wir bitten Sie, uns Ihre Daten per E-Mail (zentrale@malteser.at)

oder telefonisch (01 512 53 95) mitzuteilen. Sie haben

aber auch die Möglichkeit, uns Ihre Daten inkl. Geburtsdatum

mittels beiliegendem Erlagschein bekannt zu geben.

Wichtige Punkte, um die Spenden von der Steuer

absetzen zu können:

• Name

• Geburtsdatum

Vielen Dank für Ihre Spende und Ihre Mithilfe!

Detailinformationen finden sie auf unserer Homepage:

www.malteserorden.at/unterstuetzen/spendenabsetzbarkeit/

DIE MALTESER 3-4/2017 17


MALTESERWELTWEIT

„SO ETWAS BERÜHRENDES“

Jedes Jahr organisieren die Malteser im Libanon ein Sommerlager für Menschen mit Behinderung. Diesmal war es ein ganz

besonderes Erlebnis.

Von Johannes Prinz von Lobkowicz, Prokurator von Böhmen

Mitte Mai reisten rund 30 Mitglieder, hauptsächlich vom

Subpriorat von St. Michael aus Deutschland, zum Chabrouh-Camp

in den Libanon, um dort gemeinsam zu arbeiten.

Das älteste Mitglied war 81 Jahre alt, meine Frau

und ich gehörten zu den Jüngsten. Es gab auch vier Kinder

im Alter von fünf bis zwölf Jahren. Damit war unsere

Gruppe altersmäßig gut durchmischt.

Die „Gäste“, die unserer Obhut anvertraut wurden,

waren 28 schwerstbehinderte Männer aus einem sehr

armen Behindertenheim in Beirut. Dort beträgt die

durchschnittliche Zeit, die für die Betreuung eines

Heimbewohners zur Verfügung steht, gerade einmal

zehn Minuten pro Tag – Mahlzeiten, Waschen und Hilfe

auf der Toilette bereits eingerechnet. Dank der Initiative

von Franziskus „Zico“ Heeremann vor vielen Jahren,

können diese Menschen seither regelmäßig eine wunderbare

Urlaubswoche mit umfassender Betreuung in

Chabrouh verbringen.

Außergewöhnliche Gastfreundschaft

Ich selbst bin seit mehr als 40 Jahren immer wieder Begleiter

auf der Wallfahrt nach Lourdes, doch so etwas

Berührendes wie hier in Chabrouh habe ich noch nicht

erlebt. Das Teammitglied begrüßt seinen Gast, als der

Bus ankommt, und verbringt den ganzen Tag mit ihm gemeinsam,

um herauszufinden, was ihm Spaß macht und

was er gerne unternehmen möchte. Die Möglichkeiten

sind vielfältig. So haben wir Blumensträuße gebunden

oder sind einfach nur im Bus gesessen, da der Platz neben

dem Fahrersitz eine besondere Wirkung auf die Betreuten

hatte. Andere Gäste haben gemalt, Musik gehört

oder Spiele gespielt. Absolutes Highlight waren die drei

täglichen Mahlzeiten, die wir gemeinsam eingenommen

haben.

Abwechslungsreiche Aktivitäten

Das Tagesprogramm war gut organisiert. Das Betreuerteam

begann in der Früh mit einer halben Stunde Gebet

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DIE MALTESER 3-4/2017


MALTESERWELTWEIT

in der Kapelle und schloss mit einer Komplet

ab. Silvester Heereman – Legionär Christi –

gab uns jeweils einen Impuls, um den bevorstehenden

Tag gut „verdauen“ zu können. In

gewisser Weise war ja die gemeinsame Woche

in Chabrouh auch eine Art spiritueller

Rückzug für uns. Nach dem Frühstück und

zwischen den Mahlzeiten gab es selbstorganisierte

Veranstaltungen – zum Beispiel kleine

Sportfeste, einen Strandbesuch oder eine

Wanderung zu einem lokalen Gasthaus.

Um 17 Uhr besuchten alle die Hl. Messe,

die wir ganz besonders genießen durften.

Es wurde gesungen, neben der Kommunion

für die Christen wurden Muslime gesegnet.

Nach dem Abendessen wurde noch gesungen.

Anschließend ging es zur Abendwäsche,

und dann folgte die Nachtruhe, wobei immer

drei Betreuer Bereitschaftsdienst hatten.

„Obsequium pauperum“ mit politischer

Dimension

Die Arbeit der libanesischen Assoziation, die

uns zum Abschluss des Camps in Chabrouh

in einer Präsentation dargelegt wurde, war

insoferne besonders beeindruckend, als sie

ein wunderbares Beispiel für „obsequium

pauperum“ ist – verbunden mit einer großen

politischen Dimension in einem Land, in

dem mehr als 17 verschiedene Konfessionen

vertreten sind, allen voran Schiiten, Sunniten,

Drusen und Christen. Allerdings: Waren

vor 40 Jahren noch etwa 80 Prozent der Bevölkerung

Christen, sind es heute nur noch

40 Prozent.

BANGLADESCH

Nach gewaltsamen Auseinandersetzungen im August dieses Jahres

flohen rund 520.000 Menschen aus Myanmar nach Bangladesch.

Von Katharina Kiecol

Sofort entsendete Malteser International zwei Mitarbeiter nach

Bangladesch, um zu sehen, wie die ohnehin schon geschwächte

Bevölkerung in den Flüchtlingscamps unterstützt werden kann.

Bereits seit Anfang September hat Malteser International über

einen lokalen Partner mobile Kliniken in den Flüchtlingscamps

Balukhali und Potibonia im Einsatz, um etwa 15.000 Menschen

medizinisch zu versorgen.

Allein in den beiden Camps Balukhali 1 und 2 leben mittlerweile

mehr als 120.000 Menschen unter sehr einfachen Bedingungen.

Unter ihnen über 60 Prozent Frauen und Kinder. Die meisten

Menschen flohen mit nicht mehr als ihrer Kleidung aus ihrer

Heimat, sind völlig mittellos und durch die Strapazen der Flucht

und die vorherrschenden Lebensbedingungen in den Camps

stark geschwächt. Gemeinsam mit dem lokalen Partner GK wird

Malteser International dort die medizinische Versorgung der

Flüchtlinge durch die Einrichtung von Basisgesundheitsstationen

und mobiler Kliniken ausbauen und Mütter und Kleinkinder

mit Nahrungsergänzungsmitteln versorgen. Da viele

Menschen durch eine strapaziöse Flucht geschwächt sind, wird

zusätzlich auch die medizinische Versorgung noch weiter ausgebaut.

Dieser Ausbau der Aktivitäten läuft zunächst bis zum

Ende des Jahres und wird vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik

Deutschland finanziert.

DIE MALTESER 3-4/2017 19


XXXXX

THAILAND

EIN LICHTBLICK

AM ENDE DER WELT

Das Reden überlässt Ker Gay gerne den anderen, zum Beispiel ihrer Mutter. Diese begleitet sie, wie so oft, zur Psychologin

im Flüchtlingslager. An diesem Morgen beraten sie gemeinsam, wie sie ihr aus einer depressiven Phase heraushelfen

können.

Von Katharina Kiecol

Ker ist im 6. Monat schwanger und ihr Mann lebt in den

USA. Nur ab und zu besucht er seine Familie in Thailand.

Neben ihrer chronischen Krankheit belastet ihre ungewisse

Zukunft die 26-Jährige sehr. Jiruttigun Sinlapasuwan,

Psychologin bei Malteser International, macht mit

ihr Entspannungsübungen, damit sie sich auf sich und

ihr Baby konzentrieren kann und nicht immer über die

Zukunft grübeln muss. Zweimal in der Woche besucht die

Psychologin sie zuhause und schaut, wie es ihr geht.

Seit sie vier Jahre alt ist, leidet Ker Gay unter Epilepsie.

Damals lebte sie noch in Myanmar, gleich hinter der

Grenze zu Thailand. Doch seit Jahrzehnten gibt es dort

immer wieder gewaltsame Konflikte, die die Menschen

in die Flucht treiben. Vor zehn Jahren kam Ker Gay deshalb

mit ihrer Mutter nach Thailand. Hier lebt sie nun gemeinsam

mit rund 10.000 anderen Menschen in einem

Flüchtlingscamp. „Für viele Flüchtlinge ist ihre ungewisse

Zukunft auf der einen Seite und die erzwungene Tatenlosigkeit

auf der anderen Seite sehr belastend. Die Menschen

dürfen nur im Camp bleiben, und hier haben sie

so gut wie keine Beschäftigung. Arbeiten dürfen sie auch

nicht. Wir von Malteser International haben allein in diesem

Camp rund 150 Flüchtlinge als sogenannte Volunteers

für unsere Gesundheitseinrichtungen ausgebildet.

Das hilft den Angestellten weiter, weil sie sich etwas dazu

verdienen können. Für die Patienten ist ebenfalls ein Vorteil,

dass das Klinikpersonal ihre Sprache spricht und sie

versteht“, erklärt Kai Pohlmann, Programm-Manager für

Thailand bei Malteser International.

Einfache Bambushütten sind auf Stelzen an der Grenze

zwischen Myanmar und Thailand in die Hänge gebaut. Autos

gibt es hier keine, ab und zu rattert ein Motorrad über

die Schotterwege. Aus der Entfernung sieht die Ansammlung

der Hütten fast aus wie ein ganz normales, einfaches

thailändisches Dorf. Doch die Hütten sind nicht für die

Ewigkeit gebaut, ohne sanitäre Anlagen, Strom oder Telefon.

Die Straße zum Camp endet am Tor, hier kommt

niemand zufällig und ohne Grund vorbei. Außerdem ist

20

DIE MALTESER 3-4/2017


MALTESERWELTWEIT

der Weg dorthin so schlecht, dass niemand ohne Geländewagen

hierher findet. Und auch damit kommt man nur

mühsam voran. Die nächsten Dörfer sind einige Kilometer

entfernt. Es wirkt wie ein vergessenes Fleckchen am

Ende der Welt. Alle Häuser wurden provisorisch errichtet

– das ist jetzt mehr als 20 Jahre her. Bleiben sollten die

Flüchtlinge nicht lange. Aber noch immer möchte kaum

jemand zurück nach Myanmar, denn dem Frieden dort

traut niemand so recht. Viele Menschen kamen außerdem

bereits als Kinder nach Thailand und können sich an

ein Leben außerhalb des Camps gar nicht mehr erinnern.

Da sie von der thailändischen Regierung nicht als Flüchtlinge

anerkannt werden, haben sie nicht die Möglichkeit,

die Camps zu verlassen und sich in Thailand eine neue

Existenz aufzubauen.

Ker Gay wird im Camp von den Mitarbeitern von Malteser

International nicht nur psychologisch, sondern auch

medizinisch betreut. Seit die 26-Jährige zum zweiten Mal

schwanger ist, besucht sie regelmäßig die Geburtsklinik.

Dort arbeiten Flüchtlinge für Malteser International, die

zuvor als Hebammen und medizinisches Personal ausgebildet

wurden. Eine der Hebammen ist Naw Htoo Htoo

Say. An die Zeit, als sie noch in Myanmar lebte, kann sie

sich noch genau erinnern. Vor allem daran, wie ihr Vater

ermordet und ihr Bruder vor ihren Augen erschossen

wurde. Auch nach so vielen Jahren bringen sie diese Bilder

noch immer zum Weinen. Die Explosionen der Schüsse

hat sie noch in den Ohren. Aber sie ist auch dankbar,

dass ihre Mutter und sie überlebt haben und im Camp

in Sicherheit sind. „Als Hebamme kann ich der Gemeinschaft

etwas von dem zurückgeben, was ich selbst an Unterstützung

bekommen habe“, sagt Naw Htoo Htoo Say.

Es gibt nicht viele Möglichkeiten für die Flüchtlinge, im

Camp Geld zu verdienen. Aber in den Einrichtungen von

Malteser International arbeitet Naw Htoo Htoo Say als

Hebamme und bekommt dafür ein kleines Gehalt. Die Arbeit,

sagt sie, macht sie sehr zufrieden. „Ich habe so vieles

gelernt, seit ich als Hebamme arbeite: wie die Schwangeren

sich fühlen, wie ich ihr Leben verbessern kann und

ihnen bei der Geburt helfe, damit sie ein gesundes Baby

zur Welt bringen.“ Gerade untersucht sie Khu Say, die

im sechsten Monat schwanger ist. In den vergangenen

Wochen hat die 23-Jährige nicht genug zugenommen

und das medizinische Personal von Malteser International

sorgt sich um sie und ihr Baby. Die Lebensmittel, die

im Camp verteilt werden, reichen gerade während der

Schwangerschaft häufig nicht aus, um alle im Camp gesund

und ausgewogen zu ernähren. Darum bekommen

Schwangere und Babys, die unterernährt sind, von Malteser

International Zusatznahrung und lernen in einem

Kurs, wie sie sich und ihre Kinder mit den Mitteln, die

ihnen zur Verfügung stehen, gesund ernähren können.

Regelmäßig besucht Khu Say die Geburtsklinik und lässt

sich von Naw Htoo Htoo Say untersuchen.

Ker Gay träumt davon, dass sie bald, wenn ihr Kind zur

Welt gekommen ist, ihrem Mann in die USA folgen kann.

Und wovon träumt Naw Htoo Htoo Say? Davon, noch vielen

Babys dabei zu helfen, gesund auf die Welt zu kommen.

DIE MALTESER 3-4/2017 21


XXXXX

DURCH SCHLAMMLÖCHER

UND BAMBUSGESTRÜPP –

DIE LANGE REISE DER MEDIKAMENTE

In der Zentralapotheke im kongolesischen Ariwara klingelt das Telefon: Claude Ambiance, Projektleiter bei Malteser International

in Bondo, bestellt neue Medikamente und medizinische Ausrüstung, die zunächst nach Bondo geliefert und anschließend

in mehreren Gesundheitszentren verteilt werden sollen. 800 Kilometer liegen zwischen Ariwara und Bondo. Es ist eine

gefährliche Strecke mit vielen Hindernissen. Zwei Mitarbeiter von Malteser International machen sich auf den Weg, um die

Medikamente zu den Menschen zu bringen.

Von Katharina Kiecol

Die Bestellung wird auf einen 15 Tonnen schweren Lastwagen

geladen. Der Fahrer, Wadri Andega, und sein

Begleiter, Didier Kayumba, bereiten sich schon auf die

bevorstehende lange Reise vor: „In knapp drei Wochen

werden wir erst wieder zuhause sein. Das wird eine anstrengende,

aber gleichzeitig auch sehr erlebnisreiche

Tour werden“, bemerkt Andega. Da die Menschen die

Medikamente dringend benötigen, geht es gleich los

zur ersten Station dieser Reise, nach Faradje. Bis dorthin

ist die Straße noch befahrbar, ab Faradje werden die

Straßenverhältnisse immer schlechter: „Das, was vorher

einer Straße glich, verwandelt sich nun immer mehr in

eine Ansammlung kleiner und großer Schlammlöcher“,

erzählt uns Kayumba, Ingenieur bei Malteser International

in Ariwara. Und tatsächlich gleicht die Fahrt mit

dem großen Lastwagen schon bald einem Hindernislauf.

Immer wieder muss das schwere Gefährt den Löchern

ausweichen, bis es schließlich in einem großen Schlammloch

stecken bleibt. Die Nacht verbringen die zwei Fahrer

unter freiem Sternenhimmel. Am nächsten Tag müssen

sie dann stundenlang das ganze Wasser schaufelweise aus

dem Schlammloch entfernen.

Die schlechte Infrastruktur in der Demokratischen Republik

Kongo lähmt die Wirtschaft, die Menschen haben

nicht viel, und trotzdem kommen auch in dieses afrikanische

Land immer mehr Flüchtlinge aus den Nachbarländern

Südsudan und der Zentralafrikanischen Republik.

22

DIE MALTESER 3-4/2017


XXXX

Seit Ausbruch des Konflikts in der Zentralafrikanischen

Republik im Jahr 2013 kommen die Bewohner nicht

zur Ruhe. Mehr als 150.000 Menschen sind aufgrund

der Unsicherheit in den Norden der Demokratischen

Republik Kongo geflohen, allein seit Mai dieses Jahres

60.000.

Malteser International engagiert sich bereits seit mehr

als zwanzig Jahren in der Demokratischen Republik

Kongo und unterstützt die staatlichen Gesundheitseinrichtungen.

Die logistischen Herausforderungen dabei

sind hoch. Viele Straßen sind nicht mit schweren Fahrzeugen

zu befahren, Brücken sind nicht immer sicher,

und die schlechte Sicherheitslage auch auf der kongolesischen

Seite der Grenze erschwert regelmäßig Lieferungen

mit Medikamenten in die Region.

Auch die Strecke zwischen Ariwara und Bondo gleicht

mittlerweile einer Wasserstraße, und die beiden Fahrer

von Malteser International, die dringend benötigte Medikamente

nach Bondo bringen, haben am zweiten Tag

ihrer Reise kniehoch Wasser in der Fahrerkabine. Wenig

später muss Didier Kayumba ins Krankenhaus gebracht

werden. Diagnose: Malaria. Zwei Nächte verbringt er in

der Klinik. Erst danach kann der Lastwagen weiterfahren

und gelangt kurz darauf ans erste Flussufer dieser

Reise. Da es keine Brücke gibt, müssen eigens engagierte

Helfer den Lastwagen zunächst entladen, dann mithilfe

einer motorisierten Fähre leer über den Fluss schiffen,

um ihn schließlich wieder zu beladen. „Das gleiche

Prozedere steht uns nun auch bei den weiteren Flüssen

bevor, die wir überqueren müssen. Es raubt uns zwar

kostbare Zeit, doch anders kommen wir nicht über den

Fluss“, erklärt der Fahrer Andega. Auf dem Weg nach

Ango versperrt dann plötzlich ein umgefallener Baum

den Weg, später sind es zahlreiche Bambusbäume, die

die beiden mithilfe von Macheten zerkleinern müssen.

Dabei durchbohrt einer die Frontscheibe und verletzt

Andega.

Nach 15 Tagen schließlich erreicht der Lastwagen

seine Endstation: Bondo.

Für die letzte Etappe, die Verteilung der Medikamente

in den einzelnen Gesundheitseinrichtungen, nutzen

Andega und Kayumba zwei Traktoren. Auch diese müssen

Flüsse überqueren, dafür ent- und später wieder

beladen werden. Danach fahren die beiden die restliche

Strecke auf Motorrädern, und schließlich findet auch die

letzte Medikamentenlieferung auf den Rücken von Trägern

ihren Weg zum Ziel. Am Ende stellt ein glücklicher

Didier Kayumba fest: „Es war eine lange und kraftraubende

Reise, doch wenn ich die strahlenden Gesichter

der Menschen sehe, die die Medikamente entgegennehmen,

dann hat sich alles gelohnt.“

DIE MALTESER 3-4/2017 23


MALTESERWELTWEIT

MIKROFINANZ:

GELD ANLEGEN UND GUTES TUN

Wie man mit Social Impact Investing die Zukunft von Menschen in Schwellenländern entscheidend verbessern kann.

Wenn Günther Kastner, Gründer der C-QUADRAT Marke

Vision Microfinance, über das Thema Mikrofinanz

spricht, wirkt die eine oder Ansage relativ hart: „Bei uns

gibt es wenig Platz für Sozialromantik“, erklärt der Manager

unverhohlen. Doch gerade diese Direktheit ist es,

die allen Beteiligten des finanziellen Ökosystems Mikrofinanzierung

am meisten weiterhilft. Denn in klarer Abgrenzung

zur Entwicklungshilfe geht es bei Mikrofinanz

um zwei Dinge: Erstens, dass die Klein-Kreditnehmer in

Emerging Markets wie Afrika, Südamerika, Südostasien,

aber auch diversen GUS-Staaten Hilfe zur Selbsthilfe

erhalten. Und zweitens, dass der Anleger einen fairen

Ertrag aus seinem Investment erhält – und das mit dem

bestmöglichen Gewissen.

Wie das Geld arbeitet

Das Geld, das europäische Anleger investieren, wird von

Vision Microfinance an lokale Mikrofinanz-Institute weitergeleitet.

Diese Minibanken vergeben dann wiederum

Kleinstdarlehen an Kleinunternehmer in den erwähnten

Schwellenregionen. Die Mikrofinanz-Institute fungieren

so als Brücke zwischen Investoren und Kreditnehmern

und bieten eine zusätzliche Sicherheitskomponente.

Denn diese Institute verfügen über extrem spezifisches

lokales Know-how und untersuchen die Lebensumstände

der Kleinstkreditnehmer bis ins kleinste Detail, bevor ein

Kleinkredit genehmigt wird. Mikrofinanz-Institute unterhalten

sehr enge Kontakte zu ihren Kunden und bieten

neben der reinen Bereitstellung von Mikrokrediten

oft auch Trainings- und Weiterbildungsmaßnahmen an.

„Ein Umstand, der für uns eine wesentliche Rolle spielt“,

erklärt Günther Kastner von Vision Microfinance, und

ortet nicht zuletzt in der Weiterbildung der Kreditkunden

in den Schwellenländern eine der Hauptaufgaben der

Mikrofinanz-Institute.

Günther Kastner

Mittlerweile gibt es mehr als eine halbe Milliarde Menschen,

die auf diese Weise Zugang zu Kleinkrediten erhalten.

Das klingt nach viel, ist aber ausbaufähig, lebt doch

mehr als eine Milliarde Menschen weltweit in absoluter

Armut. Sie verfügen über weniger als einen Euro am Tag

– womit eine Existenzgründung de facto verunmöglicht

wird. Zum ersten bleibt kein Spielraum, um sich etwas

zu ersparen und so letzten Endes in das eigene Kleinstunternehmertum

zu investieren, und zum zweiten sind

24

DIE MALTESER 3-4/2017


diese Menschen in der Regel vom Kreditkreislauf abgeschnitten

– ein sich selbst perpetuierender Zustand, der

aus absoluter Armut einen Generationen überdauernden

Dauerzustand schafft.

Dem stehen Investoren in Industrieländern gegenüber,

die nach Möglichkeiten suchen, ihr Geld sicher, profitabel

und zugleich sinnvoll anzulegen. Durch die einfache, aber

effektive Idee von Friedensnobelpreisträger Muhammad

Yunus, dem Erfinder der Mikrokredite, gelingt es, Arm

und Reich wirtschaftlich zusammenzuführen. „Die Kredite

ermöglichen den Kauf einer Nähmaschine, einer

Ziege oder von ein paar Quadratmetern Anbaufläche“, so

Kastner. Die Wirkung dieser Investmentform lässt sich

auch in Zahlen gießen: 80 Prozent aller Unternehmen in

den Schwellenländern verdanken ihre Existenz Mikrokrediten.

Starke Partner

Damit das Geld nicht in falsche Hände gerät, arbeitet

Vision Microfinance bei der Auswahl der Kreditgeber

vor Ort nur mit von Symbiotics S.A. geprüften lokalen

Mikrofinanz-Instituten zusammen. Symbiotics ist Pionier

auf diesem Gebiet und verfügt weltweit über lokale

Niederlassungen in Schwellenländern. Die Analysten befinden

sich vor Ort und haben ein sehr gutes Gespür für

den Markt. „Wir befinden uns in ständigem Austausch

mit den Experten vor Ort, um unsere hohen Standards

einhalten zu können. Darüber hinaus besuchen unsere

Fondsmanager die Partnerinstitute in den Emerging

Markets mehrmals im Jahr persönlich, um sich ein Bild

zu machen und auch mit Kleinkreditnehmern vor Ort

sprechen zu können“, erklärt Kastner.

Niedriges Risiko und Rendite-Chancen

Tatsächlich investiert man im Fall von Schwellenländern

in Märkte mit erheblichem Wachstum. Damit die Rechnung

jedoch als Einzel-Investment aufgeht, müssen nicht

nur die Märkte wachsen, sondern die Kreditnehmer ihre

Verpflichtungen auch ernst nehmen. Niedrige Ausfallraten

von weniger als drei Prozent bestätigen eine hervorragende

Zahlungsmoral – von einer derartigen Quote

können andere Kreditgeber nur träumen.

Doch abgesehen vom Investment-Case bleibt das Engagement

für eine bessere Welt, das für C-QUADRAT bei dieser

Veranlagungsform im Fokus steht. Günther Kastner:

„Unser Unternehmen lebt Verantwortung gegenüber seinen

Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern. Mit

Vision Microfinance haben wir ein Vehikel, mit dem jedes

Jahr tausenden Menschen ein Weg aus der Armut geebnet

werden kann. Das Schöne dabei ist: Je erfolgreicher

wir sind, desto mehr Menschen können wir helfen. Gibt

es eine bessere Rendite?“

Diese Marketingmitteilung dient ausschließlich unverbindlichen Informationszwecken

und stellt kein Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Fondsanteilen dar,

noch ist sie als Aufforderung anzusehen, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages über

eine Wertpapierdienstleistung oder Nebenleistung abzugeben. Dieses Dokument kann

eine Beratung durch Ihren persönlichen Anlageberater nicht ersetzen. Grundlage für den

Kauf von Investmentanteilen sind die jeweils gültigen Verkaufsprospekte, der Jahresbericht

und, falls älter als acht Monate, der Halbjahresbericht. Die wesentliche Information

für den Anleger („KID“, „KIID“) und der veröffentlichte Verkaufsprospekt stehen dem

Interessenten auf Deutsch in ihrer aktuellen Fassung, für den Dual Return Fund - Vision

Microfinance Local Currency bei der Kapitalanlagegesellschaft Axxion S.A., 15, rue

de Flaxweiler, L-6776 Grevenmacher, Luxemburg sowie im Internet unter www.axxion.

de, für den C-QUADRAT Global Quality ESG Bond Fund bei der Kapitalanlagegesellschaft

IFM Independent Fund Management AG, Austrasse 9, FL-9490 Vaduz, für den C-QUAD-

RAT Absolute Return ESG Fund und den C-QUADRAT Global Quality ESG Equity Fund bei

der Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft m.b.H., Mooslackengasse 12, A-1190 Wien sowie

am Sitz der Zahl- und Informationsstelle in Deutschland, Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft

m.b.H., Zweigstelle Deutschland, Wiesenhüttenplatz 26, D-60329 Frankfurt am

Main sowie im Internet unter www.rcm.at, kostenlos zur Verfügung.

DIE MALTESER 3-4/2017 25


MEDIZINAKTUELL

„WIE KOMME

ICH NACH HAUSE?“

Demenzerkrankungen sind sowohl für die Betroffenen als auch für deren Angehörige eine Herausforderung. Wie sich durch gezieltes

Demenztraining präventiv und ressourcenerhaltend arbeiten lässt, erklärt DGKP Mag. Barbara Plessl-Schorn, MSc im Interview.

Frau Plessl-Schorn, Sie haben sich neben Ihrer

Tätigkeit als Case Managerin bei MALTESER Care

auch auf die Pflege und Gesundheitsberatung im

Hauskrankenpflegebereich spezialisiert. Wo sehen

Sie die aktuellen Herausforderungen?

Wir sind mit dem Problem einer immer älter werdenden

Gesellschaft konfrontiert. Immer mehr Menschen

leiden an Formen demenzieller Erkrankungen, und das

bedeutet auch ein Umdenken im Bereich der Pflege und

Betreuung. Prävention und Ressourcenerhaltung sind essentielle

Grundlagen für ein lebenswertes, würdevolles

Leben im Alter.

Was können erste Warnsignale einer Demenzerkrankung

sein?

Immer häufiger auftretende Vergesslichkeit, vor allem

was das Kurzzeitgedächtnis betrifft, ist ein ernst zu nehmendes

Warnsignal für eine mögliche demenzielle Erkrankung.

Auch Schwierigkeiten, gewohnte Tätigkeiten

auszuführen, Sprachstörungen, mangelndes Interesse an

Arbeit, Kontakten und Hobbys oder Orientierungslosigkeit

sind Hinweise. In jedem Fall muss der Hausarzt oder

ein Spezialist entsprechende Untersuchungen machen,

um eine demenzielle Erkrankung festzustellen.

Wie gehen die Betroffenen und die Angehörigen

mit dieser Diagnose um?

Natürlich ist die Feststellung einer demenziellen Erkrankung

zunächst für alle ein großer Schock. Am Beginn der

Erkrankung erkennen die Betroffenen meist selbst, dass

etwas mit ihnen nicht stimmt, und versuchen, das geschickt

vor ihrem Umfeld zu verbergen.

Von Susanne Wick

Was können Sie aus ihrer Erfahrung sagen, wie

kann den Betroffenen und den Angehörigen geholfen

werden?

Es ist wichtig, die Angehörigen auf das Kommende vorzubereiten

und sie dahingehend zu sensibilisieren, dass es

zu einer Wesensveränderung der geliebten Person kommen

wird. Menschen mit Demenz soll man mit Achtung

und Respekt begegnen und sie dahingehend unterstützen,

so lange wie möglich selbstständig zu bleiben und am

gemeinsamen Leben teilzunehmen. Demenziell veränderte

Menschen soll man nicht nur als „Kranke“ sehen. Niemand

weiß wirklich, wie es in einem an Demenz erkrankten

Menschen aussieht, denn nur im Anfangsstadium der

Erkrankung können sich die Betroffenen mitteilen.

Wie kann man als Angehöriger unterstützend helfen?

Gezielte, regelmäßige Trainingsmethoden können sich

positiv auf den Allgemeinzustand auswirken. Hier sollten

die Angehörigen aktiv werden und so früh wie möglich

mit dem Training beginnen. In einem ersten Schritt kann

man die Betroffenen über das Langzeitgedächtnis zum

Training motivieren und dabei selbst sein Gedächtnis

schulen.

Wie sieht so ein Training aus?

Man spricht gemeinsam über bekannte Personen, erzählt,

was sie machen, stellt Fragen nach den Kindern und ruft

Bilder ab, um das Gedächtnis zu aktivieren. Oder man

liest gemeinsam die Zeitung bzw. schaut miteinander

einen Film an und stellt Fragen dazu. Hilfreich ist auch,

Fotoalben anzusehen und Fragen zu den gezeigten Personen

und Orten zu stellen. Außerdem gibt ein geregelter

26

DIE MALTESER 3-4/2017


MEDIZINAKTUELL

Tagesablauf den Betroffenen ein Gefühl der Sicherheit.

Als Angehöriger kann man unterstützend agieren, indem

man zum Beispiel gemeinsam Einkaufslisten erstellt. Beschriftete

Etiketten oder Bilder können den Betroffenen

helfen, Dinge zu finden und sich in ihrer Umgebung zurechtzufinden.

Empfehlen sich Outdoor-Aktivitäten?

Spaziergänge auf bekannten Wegen und nachfragen, was

die Eindrücke waren, oder einmal einen anderen Weg

gehen und beobachten und nachfragen, ob es dem Betroffenen

aufgefallen ist, sind eine gute Methode. Wer

körperlich fit ist, kann Ausflüge mit dem Rad oder mit

dem Auto zu bekannten Plätzen machen, die man mit

der Familie, den Kindern oder Freunden besucht hat. Betroffene

reagieren stark auf Sinneseindrücke. So sind der

Geruchssinn und der Geschmacksinn gute Mittel, um das

Langzeitgedächtnis zu aktivieren.

Da hilft dann sicher auch Kochen?

Definitiv! Gemeinsam kochen, essen und dabei über Erinnerungen

sprechen oder ein Gericht abwandeln und

sehen, ob es dem Betroffenen auffällt, eignen sich hervorragend

für Demenztraining. Grundsätzlich sollte man

die Betroffenen bei den Dingen unterstützen, die sie gerne

machen, aber durch ein gezieltes Training kann man

das Langzeitgedächtnis auf mehreren Ebenen abrufen

und fördern. Hierfür gibt es auch spezielle Übungsunterlagen,

die nicht nur den Betroffenen, sondern auch den

Angehörigen als Präventivmaßnahmen zur Stärkung ihres

Gedächtnisses helfen können – zum Beispiel spezielle

Buchstaben und Zahlenspiele, Bilderrätsel, Rechenbeispiele,

Quiz- oder Memory-Spiele.

Worauf muss man beim Umgang mit demenzkranken

Menschen achten, und was sollte man vermeiden?

Man muss sich darüber im Klaren sein, dass man die erkrankte

Person nicht ändern kann. Es hat keinen Sinn,

sie zu korrigieren, zu kontrollieren, Verbote auszusprechen

oder zu streiten. Das bewirkt meist nur Widerstand.

Man sollte Reizüberflutungen und Lärm vermeiden und

auf möglichst sensible, einfühlsame Art und Weise mit

den Betroffenen umgehen, damit sich diese sicher und

geborgen fühlen. In der direkten Kommunikation ist es

wichtig, den Betroffenen mit seinem Namen anzusprechen,

einfache Sätze und Fragen zu verwenden, langsam,

deutlich, auf Augenhöhe mit Blickkontakt zu sprechen

und Aufregungen zu vermeiden. Es ist wichtig, selbst

dann Ruhe zu bewahren, wenn der Betroffene misstrauisch,

böse oder aggressiv wird.

Was passiert, wenn Angehörige mit der Situation

komplett überfordert sind?

Als pflegender Angehöriger steht man in einem ganz besonderen

Naheverhältnis zum Betroffenen und will nur

das Beste. Aber mit fortschreitender Erkrankung stoßen

die meisten an ihre eigenen Grenzen und erkranken oft

selbst. Grundsätzlich wäre es ratsam, sich bereits am Beginn

der Erkrankung zu informieren und beraten zu lassen,

welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt, damit

man gar nicht erst in diese Situation kommt. Es ist keine

Schande, um Hilfe zu bitten, und potenzielle Helfer gibt

es überall: Familie, Verwandte, Freunde, Nachbarn, Arbeitskollegen,

ehrenamtliche Unterstützer. Diese Menschen

können durch einfache Tätigkeiten – zum Beispiel

mit dem Betroffenen einkaufen oder spazieren gehen,

Spiele spielen, ihn zum Arzt begleiten – den pflegenden

Angehörigen entlasten. Auf keinen Fall sollte man seine

eigenen Bedürfnisse ignorieren und zurückstellen,

denn das führt früher oder später zu Überanstrengung,

Erschöpfung, Reizbarkeit und Frustration. Außerdem

sind Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen ein gutes

Mittel, um sich auszutauschen und Erfahrungen zu

sammeln. Wenn die Belastung zu groß wird, sollte man

unbedingt professionelle Beratung und Unterstützung in

Anspruch nehmen.

Vielen herzlichen Dank für das Gespräch!

Hilfe „im Fall des Falles“

Sollten Sie Beratung brauchen oder Fragen zum Thema

Demenztraining haben, wenden Sie sich bitte an das

Team von MALTESER Care. Sie finden uns im Internet

unter www.malteser.care/uber-uns/unser-team.

Telefonisch erreichen Sie uns unter +43 1 361 97 88

DIE MALTESER 3-4/2017 27


MALTESERÖSTERREICH

TIROL

HUBSCHRAUBER-

ÜBUNG

...aller Tiroler Rettungsorganisationen mit Unterstützung der Flughelfer-Einsatzgruppe des Bezirksfeuerwehrverbandes

Kufstein sowie der FF Bad Häring und Hopfgarten.

WIEN - AMBULANZ

BEACH VOLLEYBALL WM

„4 für Wien“ sorgen für Sicherheit – Wiener

Rotes Kreuz, Samariterbund, Johanniter und

Malteser betreuen Beach Volleyball WM.

28

DIE MALTESER 3-4/2017


MALTESERÖSTERREICH

WIEN

REISE NACH VODICE

Eine wunderschöne Reise gemeinsam mit

einigen unserer Betreuten mit Handicap.

WIEN

WILDWASSERCAMP

Wildwassercamp 2017 in den steirischen

Wildalpen, in Zusammenarbeit mit der

Wildwasserschule Liquide Lifestyle und dem

Hotel Bergkristall. Herzliches Vergelt‘s Gott

der Sponsorin Frau KR Hilde Umdasch!

DIE MALTESER 3-4/2017 29


MALTESERÖSTERREICH

STEIERMARK

KERZENWORKSHOP

WIEN

AUSFLUG NACH SÜDTIROL

TIROL

MESSE IN

AMRAS

TIROL

THERAPIESCHWIMMEN

30

DIE MALTESER 3-4/2017


MALTESERÖSTERREICH

TIROL

BESUCH DER

BREGENZER FESTSPIELE

WIEN

AMBULANZ BEIM DONAUINSELFEST

DIE MALTESER 3-4/2017 31


MALTESERÖSTERREICH

AUSFLUG INS

STIFT HEILIGENKREUZ

Am 13. Mai 2017 organisierte die Ausbildungsgruppe des

Bereiches Burgenland einen Ausflug mit acht Betreuten

in das Zisterzienserstift Heiligenkreuz im Wienerwald.

Im Jahr 1133 gegründet, gehört es heute mit knapp 100

Mönchen zu den beliebtesten Klöstern im deutschsprachigen

Raum. Seine Nähe zu Wien macht es zu einem beliebten

Ausflugsziel.

Bei strömendem Regen halfen wir unseren Betreuten in die

Fahrzeuge und fuhren stadtauswärts. Langsam klarte das

Wetter auf, dennoch trafen wir mit Verspätung im Stift ein.

Pater Konrad erwarte uns bereits im Innenhof und begann

seine Stiftsführung. Gespannt lauschten wir seinen

Erzählungen über das Kloster, von der Gründung bis zur

Gegenwart, von der Namensgebung bis zur heutigen

Hochschule.

Noch ganz im Bann seiner Ausführungen wanderten wir

durch den Kreuzgang zum berühmten Brunnen, um spä-

Von Georg Holzhausen

ter in der Totenkapelle zu verweilen. Nicht ganz barrierefrei,

doch wir behalfen uns mit Brettern, um die Stufen

zu meistern.

Unsere Führung endete kurz vor Mittag in der Klosterkirche,

so dass wir noch am Chorgebet (Terz und

Sext) teilnehmen und dem gregorianischen Gesang

lauschen durften. Anschließend sorgte die ausgesprochen

gute Küche der Klosterschenke für unser leibliches

Wohl.

Zum Abschluss feierten wir gemeinsam Messe in der

Kreuzkirche. Als Besonderheit durften wir die Reliquie

des Stiftes – ein 23,5 cm langes Stück des Kreuzesholzes

Christi – berühren. Diese Reliquie ist auch der Namensgeber

des Stiftes.

Bei strahlendem Sonnenschein fuhren wir wieder nach

Hause. Der Dank geht an unsere Ausbildungsgruppe für

die perfekte Organisation und ihr Engagement!

32

DIE MALTESER 3-4/2017


MALTESERÖSTERREICH

UNTER WÖLFEN

Von Markus Kirchschlager

Wilde Haustiere – zahme Wildtiere? Das gibt’s nur im

Wildpark Ernstbrunn, mitten in den Weinviertler Eichenwäldern!

Dort konnten unsere lieben Betreuten am

Pfingsmontag bei sommerlichen Temperaturen „echte“

Wölfe, Esel und Steinböcke beobachten und füttern. Besonders

beeindruckt zeigten sie sich von der Führung

durch das Wolf Science Center, ein Projekt zur Wolfsforschung

mitten im Wildpark. Noch nie zuvor hatten

unsere Betreuten diese außergewöhnlichen Tiere so

hautnah erlebt. Kurz vor Beginn der Tour hätten sich

einige nicht träumen lassen, dass wir es alle gemeinsam

bis zur Spitze des Wildparks schaffen würden. Was für

ein schönes Gefühl! Einen gemütlichen Ausklang fand

unser Sonderdienst beim Heurigen.

HAUS MALTA

BESUCH AUF SCHLOSS

STETTELDORF

Von Lothar Chizzola

Im Rahmen unseres traditionellen Delegationsausflugs

gemeinsam mit Caritas Socialis und Haus Malta

ging es am 23. September nach Schloss Stetteldorf am

Wagram. Das ursprünglich von Graf Julius II. von Hardegg

im Renaissancestil erbaute Schloss steht heute im

Eigentum von Georg und Brigitte Stradiot. Der Hausherr

selbst führte uns – wir waren insgesamt 36 Gäste,

drei davon in Rollstühlen – durch die Räumlichkeiten

und lud anschließend zu einer Jause im Freskensaal

ein. Das Beisammensein wurde musikalisch auf mittelalterlichen

Instrumenten, wie einer Radleier, einer

Schlüsselfidel und einem Dudelsack, begleitet.

DIE MALTESER 3-4/2017 33


MALTESERÖSTERREICH

TRADITIONELLE HERBSTLICHE

ERKUNDUNG DES WIENERWALDES

Zum 15. Mal organisierte die „Oldie-Gruppe 70“ des Bereichs Wien heuer den Ausflug in die „Waldschenke“ in Hainbuch

bei Mauerbach.

Von Georg Reichlin-Meldegg

Unser Ausflug begann mit dem Besuch der Kartause

Mauerbach. Das von den „Ausflüglern“ eher vergessene

ehemalige Kloster hat seit der Restaurierung und

Nutzung durch das Bundesdenkmalamt (1984) zumindest

in Forschung und Wissenschaft einen stillen

Aufschwung erlebt: Derzeit sind hier das Informationsund

Weiterbildungszentrum, das Team der Baudenkmalpflege

sowie das Archäologiezentrum Mauerbach

bei Wien beheimatet.

Mag. Silvia Arnold gestaltete die Führung nicht nur

interessant, sondern auch sehr unterhaltsam. Im Anschluss

an die Führung ging es weiter nach Hainbuch

zum Besuch in der Waldschenke mit „Grillhenderl“ und

Stelze. Seit 15 Jahren hat dieser Ausflug nun schon

Tradition, und er ist jedes Mal wieder ein wunderbares

Erlebnis.

Auf dem Parkplatz entdeckten die Oldies dann einen

echten Oldtimer: einen Rolls Royce Torpedo Tourer

aus dem Jahre 1927 – zu dieser Zeit war der Wagen im

Besitz des Maharadscha von Jahore –, erzählt die stets

gutgelaunte Waldschenke-Prinzipalin Hannerl Staar.

Ihr an dieser Stelle herzlichen Dank für die langjährige

Gastfreundschaft!

PERSÖNLICHES

ENGAGEMENT

Von Katharina Stögner

Mehr als 220 Lauffreudige, darunter 60 Kinder, standen

am 26. August am Start des 4. St. Konrader Panoramalaufs

in Oberösterreich. Unterstützt wurde der Lauf u.

a. durch ein privates T-Shirt-Sponsoring von DGKP Ilse

Hummer, Pflegedienstleiterin bei MALTESER Care. Mit

von der Partie war auch eine Nordic-Walking-Gruppe,

unter der ein Sonderpreis verlost wurde: eine Tasche

von MALTESER Care gefüllt mit Malteser Sekt, Malteser

Wein und einem Malteser Sport-T-Shirt.

34

DIE MALTESER 3-4/2017


MALTESERÖSTERREICH

EIN SONNENTAG IM

MARIAZELLERLAND

Von Helga Schertler

Sonntag, der 12. Juni 2017, war ein wunderbarer Sonnentag!

Bereits um sieben Uhr Früh startete der Bus mit

den zu Betreuenden und den Betreuern des Malteser

Alten- und Krankendienstes in Richtung Mariazell. Die

Wiedersehensfreude unter allen Mitreisenden war groß,

und die Zeit während der Fahrt verging so schnell, dass

nach unserer Ankunft sogar noch ein kleiner Rundgang

möglich war, ehe wir in der Basilika von Mariazell die

Hl. Messe feierten. Danach ging es zum „Goldenen Hir-

schen“, wo wir uns für die Weiterfahrt nach Mitterbach

am Erlaufsee stärken konnten. Dort angekommen, genossen

wir im Strandcafé bei Eis, Kaffee und Kuchen die

schöne Aussicht auf See und Berge. Die Heimreise blieb

uns dank dem wunderbaren Blick auf den Ötscher und

auf Stift Lilienfeld in besonderer Erinnerung. Müde, aber

mit glücklichen Gesichtern beendete wir unser Ausflug

gegen 19.30 Uhr auf dem Rathausplatz in Wien.

DIE MALTESER 3-4/2017 35


MALTESERÖSTERREICH

SOMMERLAGER IN PODERSDORF

SPASS IM WASSER

Von Moritz Schuschnigg

18 Kinder und Jugendliche fanden sich im September zum

bereits vierten Malteser Sommerlager des Bereichs Burgenland

in Podersdorf am Neusiedlersee ein. Quartier wurde

wie gewohnt beim Hotel Seewirt bezogen, wo sich Familie

Karner und ihr Team stets rührend um die Malteser und

deren Schützlinge kümmern. Auch diesmal waren ein paar

schutzbedürftige Kinder dabei, die vor den Kriegswirren

in Syrien nach Österreich geflohen waren. Die teils sozial

benachteiligten, teils gesundheitlich eingeschränkten Kinder

verbrachten ein paar unbeschwerte, fröhliche Tage an

Österreichs größtem See, den sie gleich zu Beginn bei einer

Schiffsrundfahrt erkunden durften. Der Abend klang bei

einem mitreißenden Werwolf-Spiel aus, an dem auch alle

anwesenden Malteser teilhaben durften.

Am Samstag stand der Besuch des Dorfmuseums Mönchhof

auf dem Programm. „Volkskultur pur“, die gibt es in

den rund 35 wieder errichteten Gebäuden zu bestaunen,

die alle aus dem Heideboden stammen. Die Kinder schienen

sich dabei in der alten Volksschulklasse besonders

wohl zu fühlen. Der Nachmittag wurde mit einem ausgedehnten

Wassersportprogramm gestaltet, Kajak-Fahren

und Stand-Up-Paddeln auf dem schönen Steppensee. Die

niedrigen Temperaturen konnten dem Vergnügen der Kinder,

die mit Neoprenanzügen ausgestattet wurden, keinen

Abbruch tun.

Höhepunkt des Sonntags war der Besuch der Hl. Messe, die

anlässlich des Festaktes zum 800-jährigen Bestehen von

Podersdorf in den Turnsaal der örtlichen Schule verlegt

wurde. Nach vergnüglichen Spielen endete am Nachmittag

das heurige Sommerlager. Ein herzliches Dankeschön an

dieser Stelle an den Verein „Licht ins Dunkel“, der dieses

Malteser-Projekt unterstützt.

ROADTRIP DURCH SLOWE

Am Donnerstag, dem 14. September 2017, machten sich acht

Malteser zusammen mit fünf Betreuten auf den Weg in das

schöne Slowenien. Auch wenn die Wetterprognose alles andere

als berauschend war, ließen wir uns davon nicht die gute Stimmung

verderben.

Als Erstes stand gleich die Hauptstadt Sloweniens, Ljubljana, auf

dem Programm. Nach dem ersten Regenguss, den wir mit einer

Besichtigung der Franziskanerkirche überbrückten, konnten wir

nun bei besserem Wetter mit unserer Stadtbesichtigung fortfah-

36

DIE MALTESER 3-4/2017


MALTESERÖSTERREICH

DACHVERBAND HOSPIZ

10 Jahre Kooperation der Österreichischen Sparkassen mit dem Dachverband Hospiz Österreich.

Ihr Geschenk ist das Da-Sein. Sie bringen ein Stück Alltag

und Normalität mit und begleiten in einer Zeit, die herausfordernd

ist. Ehrenamtliche HospizbegleiterInnen in

Österreich sind nach einem österreichweit anerkannten

Curriculum des Dachverbandes Hospiz Österreich ausgebildet

und in Hospizteams mit einer/einem kompetenten

KoordinatorIn organisiert. Sie begleiten schwer kranke

und sterbende Menschen und ihre An- und Zugehörigen,

wo immer diese sich befinden: zu Hause, im Krankenhaus,

auf der Palliativstation, im Pflegeheim …

„Rückwärtsblickend vorwärts schauen“ war das Motto

der Feier der zehnjährigen Kooperation zwischen den Österreichischen

Sparkassen und dem Dachverband Hospiz

Österreich am 12. Oktober 2017, die zugleich auch an den

Internationalen Hospiz- und Palliative Care Tag 2017 erinnerte.

Im großartigen Ambiente des Erste Campus mit

Blick über ganz Wien versammelten sich über 100 ehrenamtliche

HospizbegleiterInnen, KoordinatorInnen von

Hospizteams, GeschäftsführerInnen und Vorsitzende aus

Von Anna Pissarek

den landeskoordinierenden Hospizorganisationen im Burgenland,

Niederösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol und

Wien sowie VertreterInnen des Dachverbandes Hospiz Österreich

und LeiterInnen der Sparkassengruppe. Wilhelm

Kraetschmer von den Österreichischen Sparkassen hieß

als Gastgeber des Abends alle herzlich willkommen, darunter

auch Prof. Dr. Johannes Mlczoch gemeinsam mit dem

MALTESER Palliativ-Team.

Bei den Hospizteams ist österreichweit gesehen der Ausbau

gut fortgeschritten. Was allerdings noch fehlt, ist eine gesicherte

Finanzierung der entstehenden Kosten, die vielfach

über Spenden gedeckt werden müssen. Die Kooperation mit

den Österreichischen Sparkassen und damit auch der ERSTE

Stiftung liefert dazu einen wichtigen Beitrag.

www.hospiz.at/hospiz-palliative-care/ehrenamtin-oesterreich-und-europa/

www.malteserorden.at/die-werke/malteser-palliativdienst/

NIEN

Von Anna Feldscher

ren. Zum Abschluss

durften wir bei einem

Kaffee im 13. Stock des

Neboticnik Gebäudes

den wunderschönen Ausblick auf die Stadt genießen.

Am nächsten Tag ging unsere Reise weiter zur Küste

Sloweniens. Nach zwei wunderschönen Spaziergängen

an den Stränden der Städte Koper und Izola erreichten

wir unser Ziel: Piran. Auf dem Tartini-Platz im Zentrum

der kleinen Küstenstadt verbrachten wir unseren

letzten Abend. Nach einem steilen Aufstieg zur Kirche

des hl. Franziskus von Assisi bot sich uns abschließend

ein einzigartiger Ausblick über Piran und bis zur italienischen

Stadt Triest. Ein wunderschöner Abschluss

einer wunderschönen Reise.

DIE MALTESER 3-4/2017 37


MALTESERÖSTERREICH

NEUE LEITUNG FÜR DIE

MALTESER KINDERHILFE

Neuer Geschäftsführer der Malteser Kinderhilfe übernimmt Haus- und Pflegedienstleitung

im Hilde Umdasch Haus.

Von Susanne Seper

Roman Haslauer, MBA, der mit 15. September die Hausund

Pflegedienstleitung im Hilde Umdasch Haus in

Amstetten übernommen hat, wird gleichzeitig auch – gemeinsam

mit Olivier Loudon – Geschäftsführer der Malteser

Kinderhilfe, die das Hilde Umdasch Haus betreibt.

Der diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger sammelte

seine Erfahrung von 1992 bis 2001 an der chirurgischen

Abteilung, der internistischen Intensivabteilung

sowie an der Unfallchirurgie des LKH St. Pölten. 2002

wechselte er in die Privatwirtschaft in den Bereich des

Medizinproduktehandels. Er verantwortete unterschiedliche

Bereiche, zuletzt war er als Verkaufs- und Marketingleiter

tätig. 2014 schloss er ein MBA-Studium ab.

Die Vision des Hilde Umdasch Hauses vertritt auch

Haslauer zu 100 Prozent:

• Im freudvollen und respektvollen Miteinander mit

Kindern, Tieren und Pflanzen

• In einer herzlichen Atmosphäre, die alle wahrnehmen

und spüren können

• Im achtsamen Austausch mit der Natur

Wichtig ist dem St. Pöltener Roman Haslauer das Zusammenspiel

der Professionen im Hilde Umdasch Haus, diese

zu stärken und auszubauen. Das größte Anliegen dieses

Hauses ist es, alles zu tun, um den Bewohnern bis zuletzt

höchste Lebensqualität zu ermöglichen. Der Fokus liegt

nicht auf Krankheit oder Diagnose, sondern auf dem

Menschen, dem sozialen Gefüge und dem Leben selbst.

Mit besonderem Stolz erzählt Roman Haslauer von seinem

großartigen und hochmotivierten Team sowie von

den vielen freiwilligen Helfern im Hilde Umdasch Haus.

Seiner Vorgängerin, DGKS Veronika Karner, dankte er

bei seinem Antritt für die wertvolle Aufbauarbeit. Sie hat

das Hilde Umdasch Haus gemeinsam mit dem Team sehr

gut in der Region etabliert.

Gefragt nach seiner Strategie antwortet Haslauer:

„teamwork makes a dream work“.

MALTESER KINDERHILFE

SOMMERFEST

IM HILDE UMDASCH

HAUS

Von Susanne Seper

Ende Juni fand unser gemütliches Sommerfest statt. Wir

freuen uns, dass mehr als 50 Ehrenamtliche und Spender

der Einladung gefolgt sind. Hausleiterin DGKS Veronika

Karner konnte unter anderem Frau KR Hilde Umdasch

und einige Direktoren der umliegenden Schulen als Gäste

herzlich willkommen heißen. Trotz unbeständigen Wetters

konnten wir das Fest dank unserer großen Markisen

genießen. Unsere Gäste wurden mit herrlichen Köstlichkeiten,

gezaubert von Gastronomin Christa Reisinger

und Grillmeister Roland Mayr von „Cook and Catering“,

verwöhnt.

38

DIE MALTESER 3-4/2017


MALTESERÖSTERREICH

LAUFEND HELFEN

1. Kinderhilfelauf in Amstetten

Von Susanne Seper

Am 24. September fand der erste Kinderhilfelauf in

Amstetten statt. Er wurde vom Verein Heilsport-Team

und der Malteser Kinderhilfe unter dem Motto „Laufend

helfen“ veranstaltet. Insgesamt fanden sich rund 1.300

Menschen im Umdasch-Stadion ein, um für die gute

Sache zu „sporteln“. Den Beginn machte der Knirpsenlauf

(U6), gefolgt von den U8-LäuferInnen. Nach den

Kinder- und Schülerläufen (U10, U12, U14 und U16)

über 800 Meter ging es für rund 150 Nordic-Walker an

den Start. Danach folgten die Hauptläufe über die 5 und

die 10 Kilometer Distanz.

Wir freuen uns besonders, dass es Reinhard Gruber vom

Verein Heilsport-Team gelungen ist, die Österreichische

Meisterschaft im Straßenlauf 2017 im Rahmen des

1. Kinderhilfelaufs nach Amstetten zu holen. Prominentester

Vertreter war Paralympics-Star Thomas Geierspichler,

der seiner Favoritenrolle gerecht wurde und sich

den Staatsmeistertitel holte.

Bei der abschließenden Charity-Runde legten alle Teilnehmer

noch einmal gemeinsam eine Stadionrunde laufend,

gehend oder rollend zurück. Mit dabei waren auch

einige der Kinder aus dem Hilde Umdasch Haus, zu deren

Gunsten der Lauf veranstaltet wurde.

Die Malteser Kinderhilfe bedankt sich bei allen Unterstützern

und Sponsoren, die diese Lauf-Veranstaltung in

dieser Dimension erst möglich gemacht haben. Besonderer

Dank geht an den Verein Heilsport-Team, der als Mitveranstalter

für die sportliche Durchführung verantwortlich

zeichnete. Wir freuen uns bereits auf den nächsten

Kinderhilfelauf am 16. September 2018!

Nähere Infos und Fotos: www.kinderhilfelauf.at

DIE MALTESER 3-4/2017 39


MALTESERÖSTERREICH

DAS ELEND DER

GLEICHGÜLTIG-

KEIT

Von Marie Czernin

Am 10. September fanden sich Mitglieder und Freunde

der Johannesgemeinschaft in Schloss Mühlbach bei

Martin und Marilies Gudenus zu einem Gemeinschaftstag

ein.

Pfarrer Konstantin Spiegelfeld, Bundesseelsorger der

Malteser, sprach während der Hl. Messe über die Bedeutung

der acht Elende, die zu bekämpfen sich die Malteser

verpflichtet haben. Er hob dabei besonders das Elend der

Gleichgültigkeit hervor und ermutigte die Anwesenden,

den Problemen und dem Unrecht dieser Welt gegenüber

nicht gleichgültig zu bleiben.

Auch der Hospitalier des Großpriorates Österreich des

Malteser-Ordens, Fra‘ Gottfried Kühnelt-Leddihn, konzentrierte

sich in seinem Vortrag am Nachmittag auf das

Thema Gleichgültigkeit. Dabei stellte er die Frage, wie

uns ein Mensch, vor allem auch „ein Fremder“, gleichgültig

sein kann, wo er doch „Abbild unseres gemeinsamen

Schöpfers ist“. Gleichgültigkeit sei „die Schwester der

Lieblosigkeit und mit ihr die Wurzel vieler anderer Elende“.

Denn „dort, wo die Liebe im Umgang mit Menschen

fehlt, da bleibt nur Unpersönlichkeit, Sterilität und ein

grauer Alltag“, folgerte der Hospitalier.

Achtsam gegenüber dem Nächsten

Fra’ Gottfried erzählte auch von seinem eigenen Lebensweg.

Gerade in der Zeit, als seine Frau bereits sterbenskrank

war, habe er gelernt, immer mehr der Vorsehung

Gottes zu vertrauen und den Willen des Herrn anzunehmen.

Als Malteser durfte er erfahren, was es heißt, achtsam

gegenüber seinem Nächsten zu sein. „Es ist einerlei,

in welcher Funktion ich einem Menschen begegne – ob

ich etwas vom anderen will oder er von mir, beruflich

oder privat, ob ich dafür bezahlt werde oder ehrenamtlich

tätig bin, ob ich für diesen Menschen etwas empfinde.

Die Frage ist immer: „Bringe ich ihm die Wertschätzung

entgegen, die das Abbild Gottes verlangt?“

Gerade auch im Dienst an den „Herren Kranken“ dürfe

man nicht gleichgültig bleiben. Deshalb zitierte Fra’ Gottfried

zum Abschluss den Hl. Vinzenz von Paul: „Was ihr

den Kranken gebt, gebt es ihnen mit Liebe, denn um

dieser Liebe willen vergilt Er euch euer Almosen.“

KLAUSEN/SÜDTIROL

AUSFLUG ZUM TÖRGG

Es war wieder einmal eines der schönsten Herbstwochenenden,

als wir uns gemeinsam aufmachten, um

den Brauch des „Törggelen“ zu pflegen, einen alten Südtiroler

Brauch, bei dem neben dem ersten jungen Wein

eine Vielzahl an köstlichen Speisen serviert wurde. Wir

wurden mit einer Speck und Wurstplatte, Gerstensuppe,

Spinat- und Kasknödeln, Schlachtplatte, Kastanien

40

DIE MALTESER 3-4/2017


WANDEREXERZITIEN

AM FUSS DES GROSSGLOCKNERS

Mitte August dieses Jahres organisierte die Johannesgemeinschaft Wanderexerzitien im Hochgebirge.

Von Charlotte Kraus

Thema der von Pater Thomas Rechberg geleiteten Exerzitien

war die Umweltenzyklika von Papst Franziskus. Insgesamt

trafen sich am Vorabend des ersten Tages zwölf

Freunde und Mitglieder der Johannesgemeinschaft in

Heiligenblut im Haus Czernin, wo Bergführer Engelbert

Gasser jeden einzelnen von uns persönlich kennenlernen

und unsere Ausrüstung zur Sicherheit kontrollieren

konnte. Von Pater Thomas erhielten wir einen spannenden

ersten Impuls aus der Umweltenzyklika und konnten

unter seiner professionellen Gitarrenbegleitung unserer

Begeisterung für das gemeinsame Singen frönen.

Am nächsten Morgen machten wir uns bei gutem Wetter

auf den Weg Richtung Salmhütte am Fuß des Großglockners.

Auf unserem siebenstündigen Weg waren wir

zutiefst beeindruckt von der traumhaften Gebirgslandschaft,

die uns umgab. Bergführer Engelbert erklärte uns

einiges aus der Tier- und Pflanzenwelt und empfahl uns,

die Natur streckenweise in vollkommener Stille, ohne zu

reden, wahrzunehmen.

ELEN

Von Lukas Krupitza

und Krapfen verwöhnt. Eine ganz besondere Freude

war es, dass uns Tony, ein Flüchtling aus Syrien, bereits

zum zweiten Mal begleitet hat, heuer sogar gemeinsam

mit seiner Frau und den drei Kindern. Glücklicherweise

hatten wir entgegen allen Vorhersagen freie Fahrt über

den Brenner, der übliche Stau blieb an diesem Samstag

aus.

Unseren zweiten Impuls von Pater Thomas erhielten wir

im Gemeinschaftsschlafsaal der Glorerhütte, auf der wir

übernachteten. Am nächsten Morgen ging es zeitig über

„das böse Weibele“ (3.119 m) mehrere Stunden bis zur

Elberfelder Hütte, wo wir die zweite Nacht verbrachten.

Auf einem riesigen, alttestamentarisch anmutenden

Stein in der Nähe der Hütte feierte Pater Thomas vor

Sonnenuntergang die Hl. Messe mit uns. Am dritten Tag

genossen wir die herrliche Strecke zu drei traumhaften

Gletscherseen, von wo aus wir nach einer weiteren Messe

unter freiem Himmel den Heimweg Richtung Heiligenblut

antraten. Den krönenden Abschluss bildete das

Hochamt zum Fest Maria Himmelfahrt am 15. August in

der berühmten Pfarrkirche Heiligenblut.

DIE MALTESER 3-4/2017 41


MALTESERÖSTERREICH

DAS INDIVIDUELLE

IM GLEICHKLANG

Was schreiben über Medjugorje, das dem Leser nicht schon allzu bekannt vorkommt? Die Fahrt nach Bosnien-Herzegowina

gestaltet sich für alle gleich lang. Die Gegebenheiten des Ortes sind festgeschrieben und von den Zeitläufen eines seit über

dreißig Jahren anschwellenden Pilgerbetriebes seltsam unbeeindruckt: der Erscheinungsberg im Osten, der Kreuzberg im

Süden. Zusammen mit dem Kirchenbezirk von Medjugorje formen die beiden Hügel ein Dreieck der Gnaden. Seit alters ist das

Gotteshaus dieses Fleckens dem Hl. Jakobus, dem Pilgerapostel, geweiht.

Von Georg Steinmetzer

Pilger sind wir – lebenslang. Als Pilger sind wir auch

nach Medjugorje gekommen. An diesem Ort wird viel

gebetet und geweint. Beglückung und Erschütterung

liegen hier so eng beieinander wie Glaube und Aberglaube.

Die Tagesabläufe gleichen sich von Pilgergruppe zu

Pilgergruppe: Rosenkranz auf dem Erscheinungsberg,

Kreuzweg auf dem Kreuzberg, Beichte, Hl. Messe, Anbetung.

Wo bleibt bei so viel Gleichklang das Individuelle?

In jedem einzelnen Pilger!

In unserem Fall war dies eine muntere Gruppe von Salzburger

Maltesern, deren Jüngster sechs und deren Äl-

teste 86 Jahre alt waren. Kleinere und größere Familien,

Betreute im Rollstuhl und andere, die sich nur von den

Burschen des Cenacolo flott auf den Erscheinungsberg

tragen ließen, erfreulich die große Zahl an Ordensmitgliedern.

Diese Schar wurde mit sicherer und liebevoller

Hand geführt. Mütterlich (Isabella Hartmann) und

großmütterlich (Marianne Tschurtschenthaler) sorgten

die beiden wunderbaren Einsatzleiterinnen für uns. Ein

geistlicher Gefährte war uns Stefan Turnovszky, Weihbischof

in Wien und Mitglied unserer Gemeinschaft. All

diese unterschiedlichen Menschen auf einer Reise – ein

großes Geschenk. Danke!

42

DIE MALTESER 3-4/2017


LEBENSWERT

RESILIENT UND

ACHTSAM LEBEN

Waren anfangs vor allem Berufsgruppen aus pflegenden und sozialen Bereichen betroffen, kann Burn-out mittlerweile

jeden treffen. Was Burn-out genau ist und was jeder Einzelne präventiv dagegen unternehmen kann, beschreibt Resilienz-Coach

und -Trainerin Petra Brenner im Interview.

Von Katharina Stögner

Was ist Burn-out – eine Modeerscheinung oder

eine echte Krankheit?

Burn-out ist ein Syndrom, also ein gemeinsames Auftreten

unterschiedlicher Symptome, die körperlicher, geistiger

und seelischer Natur sein können. Im allgemeinen

Sprachgebrauch wird der Begriff oft recht leichtfertig

verwendet. Das hat aber immerhin dazu geführt, dass es

salonfähig wurde, nicht nur über Bandscheibenvorfälle,

Magengeschwüre und Migräneanfälle zu reden, sondern

auch über seelische Schmerzen.

Was genau führt zum Burn-out?

Es sind Einstellungen und persönliche Glaubenssätze

wie „Geht nicht gibt’s nicht!“ oder „Ich muss immer 100

Prozent geben.“ Man stellt höchste Ansprüche an sich

selbst und ist bereit, sich ständig zu verausgaben, um

auch in enorm fordernden Situationen immer stark zu

sein. Auf Dauer geht das nicht gut. Irgendwann reagiert

unser Körper auf diesen Dauerstress. Ob wir diesen

rechtzeitig wahrnehmen, hängt von unserer Fähigkeit

ab, uns von Zeit zu Zeit mit unserer Aufmerksamkeit

„nach innen“ zu wenden und Warnsignale zu bemerken.

Plötzlich tritt meist nur die völlige Burn-out-Erschöpfung,

also das letzte Stadium einer langen Entwicklung,

ein. Erste Symptome können schon Jahre vor dem Zusammenbruch

unbemerkt vorhanden sein.

Wie erkenne ich, ob ich selbst oder jemand in meinem

Umfeld Burn-out-gefährdet ist?

Symptome können sich physisch und psychisch bemerk-

DIE MALTESER 3-4/2017 43


LEBENSWERT

bar machen, zum Beispiel über andauernde Müdigkeit,

Schlafstörungen, generell häufige Erkrankungen, Kopfschmerzen,

Magen-Darm-Probleme, Konzentrationsschwäche,

verringerte Merkfähigkeit, Schuldgefühle,

Gleichgültigkeit, sozialen Rückzug oder Angstzustände.

Wenn jemand versucht, seine sinkende Arbeitsleistung,

Demotivation und zunehmende körperliche Schwäche

vor der Umwelt zu verbergen, dann kann das ein ernstes

Anzeichen für eine Burn-out-Gefährdung sein.

Was kann ich tun, wenn ich bei mir oder anderen

eine Burn-out-Gefährdung feststelle?

Der Blick auf die eigenen Handlungsmöglichkeiten ist

unter Stress extrem eingeschränkt, vor allem wenn dieser

bereits längere Zeit andauert. Es ist daher in jedem

Fall sinnvoll, sich zuerst externe Unterstützung zu holen,

um ein klareres Bild der Situation zu bekommen.

Das kann fürs erste ein Gespräch mit einer Person des

Vertrauens im Familien- und Freundeskreis sein, ein

anonymes Forum oder eine professionelle Beratung bei

einem Coach, Lebens- und Sozialberater, Therapeuten

oder Arzt. Bemerkt man bei anderen Menschen eine

auffällige Verhaltensänderung, so macht es Sinn, diese

Beobachtungen in adäquater Weise zurückzumelden –

zum Beispiel: „Mir fällt an Dir auf, dass Du ...“ oder „Ich

nehme schon seit einiger Zeit wahr, dass Du ...“.

Welche Erstmaßnahmen empfehlen sich bei Burnout

bzw. zur Prävention von Burn-out?

Da kann man Anleihe am praktischen Leben nehmen:

Was tun wir denn, wenn ein Motor heiß läuft? Wir schalten

ihn aus und gönnen ihm eine Abkühlphase. Was tun

wir, wenn der Handy-Akku leer ist? Wir laden ihn wieder

auf. Das heißt für uns Menschen: zurückschalten,

eine Auszeit nehmen, sich erholen, wieder zu sich finden,

die eigenen Bedürfnisse bewusst wahrnehmen. Das

können wir aber nicht, wenn wir rund um die Uhr mit

Dingen im Außen beschäftigt sind. Ob wir meditieren,

die Stille der Natur wahrnehmen, in der Kirche beten

oder einfach nur Ich-Zeit verbringen – es ist ganz wichtig,

ein gesundes „(sich-seiner-)selbst-bewusst-Sein“ zu

entwickeln und zu lernen, ein selbstbestimmtes Leben

zu führen und resilient(er) zu werden. Resilient zu sein

bedeutet, sich trotz widriger Umstände, trotz Niederlagen,

Kümmernissen und Krankheiten immer wieder zu

fangen und neu aufzurichten.

SELBSTTEST

Wenn Sie alle nachstehenden Fragen mit JA beantworten, dann sollten Sie überlegen, ob es Ihnen gut geht, ob Sie

zufrieden sind und ob bzw. was Sie gerne ändern würden.

Ich fühle mich an Wochenenden ausgelaugt und erschöpft.

Ich habe keine Lust und Kraft mehr zu Aktivitäten, die mir früher Freude gemacht haben.

Ich möchte immer häufiger alleine sein. Ich ziehe mich mehr und mehr zurück.

Ich fühle mich fremdbestimmt und gehetzt wie im Hamsterrad.

Ich kann mich nicht mehr gut auf eine Sache konzentrieren, in der letzten Zeit unterlaufen mir oft Fehler.

Ich sehe für mich keine Perspektiven mehr, habe Zweifel an der Sinnhaftigkeit meines Tuns.

Quelle: Linneweh, Heufelder, Flasnoecker: Balance statt Burn-out

44

DIE MALTESER 3-4/2017


LEBENSWERT

Petra Brenner ist Resilienz-Coach und -Trainerin und beschäftigt

sich seit vielen Jahren mit der Früherkennung

und den Symptomen von Burn-out sowie mit wirksamen

Methoden, um ein „Ausbrennen“ zu verhindern und

Resilienz zu stärken. Sie berichtet von einem aktuellen

Fall aus ihrer Praxis, der symptomatisch für zahlreiche

Betroffene ist.

Gibt es Methoden zur Verbesserung der eigenen

Resilienz?

Wir arbeiten mit der Resilienzmethode nach dem Bambusprinzip®.

Der Bambus steht seit jeher für eine gelungene

Strategie im Umgang mit stürmischen Zeiten: Er

biegt sich im Wind anstatt zu brechen, er zeigt Flexibilität

und Beweglichkeit, ist aber zugleich tief verwurzelt,

stabil und standhaft. Das alles sind Eigenschaften,

die dem Menschen im Umgang mit Krisen, Problemen

und Belastungen helfen können. Schwierige Situationen

sind Teil unseres Lebens. Wir können sie nicht verhindern,

aber wir können lernen, anders damit umzugehen.

Ein Fall aus der Praxis

Magdalena Schneider 1 ist Alleinerzieherin einer Tochter

und leitet als Hausverwalterin ein Team mit drei Mitarbeiterinnen.

Als Angestellte eines großen Unternehmens

erfüllt sie im Auftrag ihres Vorgesetzten Aufgaben,

die gegen ihre persönlichen Überzeugungen sind.

Frau Schneider erträgt die Situation – einerseits, weil

sie sich als Alleinerzieherin nicht leisten kann, arbeitslos

zu werden, andererseits, weil sie Angst hat, vor Fa-

milie und Freunden als Versagerin dazustehen. „Durchhalten!“

ist ihre Parole, und „Was einen nicht umbringt,

macht einen nur härter!“ hat Frau Schneider schon in

der Kindheit von ihren Eltern eingeimpft bekommen.

Mit der Zeit kann sich Frau Schneider immer schlechter

konzentrieren, sie macht häufig Fehler, ihr Chef übt

immer mehr Druck auf sie aus. Frau Schneider bemüht

sich noch mehr, macht zusätzliche Überstunden. Das

ist kräfteraubend und belastet das Verhältnis zwischen

Mutter und Tochter. Frau Schneider leidet zunehmend

an Schlaflosigkeit, sie fühlt sich hilflos, sieht keinen

Ausweg, die Angst zu versagen wird immer größer.

Eines Tages wacht Frau Schneider auf und kann sich

nicht mehr bewegen. Sie schafft es einfach nicht aufzustehen.

Weder berufliche Termine noch ihre Tochter

können sie dazu bringen, auch nur irgendwie zu reagieren.

Frau Schneider hat einen Zusammenbruch. Erst als

sie mit Hilfe von medizinischer Betreuung, Coaching

und Selbstreflexion anerkennen und sich selbst zugestehen

kann, dass sie nicht immer die Starke sein muss,

sondern auch schwach und erschöpft sein und unterstützende

Hilfe annehmen darf, kehrt die Energie langsam

zurück.

Mittlerweile hat Frau Schneider gelernt, Zeit für sich

selbst zu nehmen und nicht dauerhaft etwas zu tun, was

ihr widerstrebt. Sie hat einen neuen Job in einem kleinen

Familienbetrieb gefunden. Dort leitet sie jetzt erfolgreich

ein Team mit fünf Mitarbeitern und hat Freude

an ihrer Tätigkeit.

1

Name von der Redaktion geändert

DIE MALTESER 3-4/2017 45


GELESENEMPFOHLEN

ZWISCHEN KÄMPFEN

UND CARITAS

In „Ritter im Exil – Die Geschichte der Johanniter“ schildert Karin Schneider-Ferber die ordensinternen Entwicklungen und

bindet sie gut verständlich in den historischen Kontext ein. Dabei wird klar: Von Anfang an lag für den „Ritterorden vom

Hospital des Hl. Johannes in Jerusalem“ die Priorität in der Fürsorge für Kranke und Pilger.

Von Richard Mischak

Auf rund 260 Seiten erzählt die Autorin die ebenso wechselvolle

wie spannende Geschichte der Johanniter und ihr

Weiterleben nach dem Ende der Kreuzzüge. Sie zeichnet

die Strukturen des Ritterordens nach, beleuchtet dessen

Selbstverständnis und stellt sein historisches Wirken

zwischen Kämpfen und Caritas heraus.

Kreuzritter, Korsaren und Krankenpfleger

Aus dem Heiligen Land nach Rhodos und weiter nach Malta:

Die Johanniter waren stets aufs Neue „Ritter im Exil“.

Als Kreuzritter, Korsaren und Krankenpfleger gelang es

ihnen, in einer sich wandelnden Welt immer wieder Fuß

zu fassen und Reputation zu erlangen. Heute sind sie in

der Moderne angekommen, doch ihre mehr als 900 Jahre

währende Ordensgeschichte lässt sich nicht ohne Rückblick

auf das Mittelalter verstehen. Das architektonische

und künstlerische Erbe des Ordens in Rhodos-Stadt und

in Valletta auf der Insel Malta legt bis heute Zeugnis von

der einstigen Bedeutung ab.

Anerkannte Abspaltungen

Kurz wird erwähnt, dass die protestantischen Abspaltungen

nun „Johanniter“ genannt werden und die anglikanischen

„Order of St. John“. Der Leser erfährt wohl,

dass der Hauptorden katholisch blieb und man diesen als

Malteser-Orden“ bezeichnet, doch fehlen Hinweise auf

die wichtigen rechtlichen und führungsstrukturellen Unterschiede.

Der Vollständigkeit halber seien die anerkannten

Abspaltungen nachfolgend angeführt:

Die Balley Brandenburg des deutschen Johanniter-Ordens

hatte schon zuvor und mit dem Heimbacher Vergleich

von 1382 eine ordensrechtliche Sonderstellung.

Nachdem ihr Landesherr, Kurfürst Joachim II., zur

lutherischen Lehre übertrat, wurde die ganze Balley

in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts protestantisch,

verblieb aber zunächst im Gesamtorden. 1811

aufgelöst, wurde die Balley Brandenburg des Ritterlichen

Ordens St. Johannes vom Spital zu Jerusalem

durch König Friedrich Wilhelm IV. im Jahr 1852 als

Hausorden der preußischen Krone wiedererrichtet.

Die holländischen Ritter übertrugen ihre Treuepflicht

vom Herrenmeister (der Balley Brandenburg) am 30.

April 1909 auf ihren eigenen Souverän und bilden nun

den Johanniter Orde in Nederland.

• Der Johanniterorden i Sverige wurde am 26. November

1946 als autonomer schwedischer, nicht-staatlicher

Ritterorden unter der Leitung des schwedischen Königs

gegründet.

• Der anglikanische Teil wird heute als „Most Venerable

Order of St. John“ bezeichnet. Er ist unter Heinrich

VIII. aufgelöst und von Queen Viktoria 1888 als Hausorden

der englichen Krone wiedererrichtet worden.

Nach dem Verlust von Malta gingen als Folge der napoleonischen

Kriege und der Säkularisation im 19. Jahrhundert

fast alle europäischen Ordensbesitze – mit Ausnahme

jener in Böhmen und Österreich – verloren. Noch

im Frieden von Amiens 1802 hatte man sich darüber

46

DIE MALTESER 3-4/2017


GELESENEMPFOHLEN

MALTESER

Friedhofsbegleitdienst

Die ehrenamtliche Friedhofsbegleitung richtet sich an

ältere Menschen, die sich auf dem Weg zum Friedhof

unsicher fühlen und niemanden haben, der sie begleitet.

verständigt, dem Orden die Insel Malta zurückzuerstatten.

Diese Idee zerschlug sich jedoch bis zum

Wiener Kongress. Die zeitlose Aufgabe des Ordens,

nämlich die Sorge um Kranke und Arme, kannte

hingegen kein Hindernis, und so gelang dem Orden

seine erfolgreiche Wiederbelebung. Er hat nun seit

1866 seinen Sitz in Rom in der Via dei Condotti 68.

Ein Lesevergnügen!

Der Beschreibung der Aufgaben und Tätigkeiten

des Ordens wird die Autorin hinreichend gerecht.

Es gelingt ihr, die Entwicklung von der Hospitalbruderschaft

über den kämpfenden Ritterorden bis

hin zu seinem derzeitigen karitativen Wirken klar

herauszuarbeiten und so darzustellen, dass man

das Buch gerne bis zum Ende lesen möchte – wenn

auch nicht lückenlos recherchiert!

Karin Schneider-Ferber, Ritter im Exil –

Die Geschichte der Johanniter, Theiss, Darmstadt 2016,

264 Seiten, ISBN: 978 3 8062 3343 8, 29,95 Euro

Die MALTESER begleiten Sie ehrenamtlich

und kostenlos auf den Friedhof.

Wir holen Sie von zu Hause ab, begleiten Sie auf den Friedhof,

verweilen mit Ihnen am Grab, sind beim Blumentausch

und Kerzenanzünden behilflich. Danach bringen

wir Sie wieder zurück nach Hause.

Tel. +43 664 11 88 180

info@friedhofsbegleitdienst.at

Weitere Informationen:

www.friedhofsbegleitdienst.at

Unsere Mitglieder engagieren sich ehrenamtlich und

spenden ihre Zeit, um anderen Menschen ein Stück Lebensalltag

zu schenken (zunächst ausschließlich in Wien).

Mit Ihrer Spende unterstützen Sie die ehrenamtlichen

Hilfsprojekte der MALTESER in Österreich.

Malteser Hospitaldienst Austria

IBAN: AT65 2011 1800 8087 0800

BIC: GIBAATWWXXX

Informationen über die MALTESER finden Sie unter:

www.malteser.at • www.malteserorden.at

DIE MALTESER 3-4/2017 47


GELESENEMPFOHLEN

„DA IST JEMAND

GANZ ER SELBST“

Franz-Joseph Huainigg ist gelähmt. Sein Leben hängt an einem Beatmungsgerät, und er bewegt sich in einem Rollstuhl fort.

Trotzdem gelingt es ihm, ein erfülltes Leben zu führen. Wie? Das beschreibt er mit viel Humor in „Mut zum Glück“.

Von Florian Welzig

„Lesenswert“ möchte ich gleich vorweg „unjournalistisch“

sagen. Das Buch ist kein Ratgeber im konventionellen

Sinn, sondern ein authentisches Buch des Lebens.

Franz-Joseph Huainigg, seit 2002 Abgeordneter im österreichischen

Parlament, davor als Kinderbuchautor,

Medienpädagoge und Gründer zahlreicher Initiativen für

Menschen mit Behinderung tätig, schildert unterhaltsam

und tiefgehend aus seinem Leben. Ein Leben mit

Ehefrau und Familie, ein Leben mit Energie, Kreativität,

Politik und viel Zivilgesellschaft. Ein Leben an einer Beatmungsmaschine,

mit einem Körper, der Hände und Beine

nicht mehr bewegen kann, mit Augen, deren Sehkraft

abnimmt. Und doch kommt aus dem Buch deutlich zum

Ausdruck: „Da ist jemand ganz er selbst und lebt – trotz

seiner und in seinen Schwierigkeiten – das volle Leben.“

mismus, Mut, Standhaftigkeit, Zielen, und letztlich auch

im Gottvertrauen. „Ganz Mensch sein“, so lernt man bei

der Lektüre des Buches, ist etwas Anderes als der Versuch,

nach allen Richtungen hin idealisierte Bedingungen

vorzufinden. „Der Mensch übersteigt unendlich den

Menschen“, fällt einem dazu der Philosoph Blaise Pascal

ein. Das reiche Schaffen des Autors und gerade auch seine

zahlreichen Initiativen – etwa für ein österreichisches

Behindertengleichstellungsgesetz, im Literatur- und Kulturbereich

oder für den Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung

in Österreich – sind heute wegweisend.

Herausforderungen annehmen

Ein Beispiel, das wirklich Mut macht. Nicht nämlich, weil

Huainigg sich „so tapfer durchgekämpft“ hätte in seinem

Leben, mit allen Ereignissen, quasi ein Vorzeigebeispiel

eines paralympischen Supersportlers. Sondern weil er

Herausforderungen bewusst angenommen und Ziele

konsequent verfolgt hat. Damit zeigt er Wege zur positiven

Umkehr so vieler heutiger „Weltwerte“, wie des Strebens

nach allseitiger Dauerabsicherung, der Orientierung

an rein körperlichen Schönheitsidealen, der Konzentration

primär auf sich selbst und der eigenen Selbstbestimmung,

einer Lebenswürde nur unter Bedingungen, einem

Leben von etwas, statt für etwas, und vielem mehr.

Optimismus, Mut und Gottvertrauen

Der Sinn und die Früchte des Lebens wachsen an allen

möglichen und unmöglichen Stellen des Lebens, in Opti-

Franz Joseph Huainigg, Mit Mut zum Glück – das Leben

wagen, Ueberreuter Verlag, Wien 2016, 176 Seiten,

ISBN: 978 3 8000 7645 1, 19,99 Euro

48

DIE MALTESER 3-4/2017


Die

KULTURREISE NACH VERONA

Von Ulrich Paumgartten

Am Fronleichnamswochenende unternahm die Delegation

Tirol-Vorarlberg die inzwischen schon traditionelle

Kulturreise mit Malteser-Bezug. Diesmal führte sie nach

Verona. Am Freitag besuchten wir die Wallfahrtskirche

Madonna della Corona, die über Jahrhunderte in der Obhut

des Malteser-Ordens gestanden hatte. Oberhalb des

Etschtales gelegen, ragt sie wie ein Schwalbennest senkrecht

den Felsen entlang in den Himmel.

Von der Delegation Verona gab es am Samstag einen

vorgezogenen Festgottesdienst in der Kirche der Seligen

Tuscana. Dabei wurden wir vom dortigen Commissario

Marchese Pietro Alessandro de Buzzaccarini de Vetulis

und den Ordensmitgliedern freundlichst aufgenommen.

Nach dem Gottesdienst durften wir uns köstlich erfrischen.

Der restliche Samstag und der Sonntag waren der

Erkundung Veronas und Lonatos gewidmet, wobei auch

die Kulinarik nicht zu kurz kam.

Gratis, aber leider nicht kostenlos

Liebe Leserinnen und Leser,

Die MALTESER“ ist traditionell gratis und soll es auch bleiben. Denn es ist uns ein Anliegen,

Sie über unsere Arbeit umfassend zu informieren. Doch die Produktion und der

Versand sind leider nicht kostenlos.

MALTESER

Der Souveräne Malteser-Ritter-Orden und seine Werke in Österreich

Die

Ausgabe 1/2016

MALTESER

Der Souveräne Malteser-Ritter-Orden und seine Werke in Österreich

Ausgabe 2/2017

Konto lautend auf MALTESER Hospitaldienst Austria, Kennwort „Zeitung

AT65 2011 1800 8087 0800, BIC: GIBAATWW

Spenden an den MALTESER Hospitaldienst sind von der Steuer absetzbar!

Christen auf dem Rückzug?

Malteser Flüchtlingshilfe

Aktivitäten in aller Welt

Die Malteser-Zeitung 1_2016_1603 OK.in d 1 16.03.16 09:32

DIE MALTESER 3-4/2017 49

Ausstellung Turiner Grabtuch

Starker Wille zum Dialog mit dem Islam

Hungerkatastrophe in Afrika


REISEBERICHT

WENN MALTESER EINE REISE TUN ...

Vom 18. bis zum 23. August 2017 erlebten 30 Pilger, Betreuer und Malteser eine unvergessliche Zeit in Rumänien. Wenngleich

die Reise mitunter etwas anstrengend war, war sie doch vor allem geprägt von menschlicher Wärme, viel Freude und

unbedingter Herzlichkeit.

Von Georg Holzhausen

Von Bukarest nach Poiana Braşov

Unser erster Weg führte uns ins Kloster des Ordens der

Unbeschuhten Karmeliter, die uns köstlich mit Pasta,

Fisch und Wein versorgten. Gestärkt traten wir unsere

Weiterfahrt nach Poiana Braşov an, wo wir für die nächsten

sechs Tage Quartier bezogen. Poiana Braşov ist ein

Skiort oberhalb von Braşov (Kronstadt) und dank der kühlen

Karpatenluft im Sommer sehr angenehm. Nach einem

üppigen Abendessen fielen wir müde in unsere Betten.

Am nächsten Tag, einem Samstag, waren wir Gäste des rumänischen

Hospitaldienstes (SAMR), der uns zum Mittagessen

nach Micfalău, einem Sommerlager, einlud. Am Weg

dorthin besuchten wir die Wehrkirche Honigberg. Klein,

charmant und hell präsentierte sie sich von ihrer besten

Seite. In Micfalău eingetroffen, erwartete uns schon eine

Abordnung der rumänischen Malteser, die uns durch ein

Bachbett in ihr Lager begleiteten. Dort empfing man uns

mit viel Wärme und Herzlichkeit sowie einer Reitershow

– vorgeführt von Romakindern. Auf dem Rückweg hielten

wir bei der mächtigen Wehrkirche von Tartlau.

Im Garten der Bürgermeisterin

Den Sonntag begannen wir mit einem Ausflug nach Viscri

(Deutschweißkirch), einem sächsischem Dorf, abgelegen

und durch seine Ursprünglichkeit bekannt. Nach zwei

Stunden Fahrt wurden wir von der Dorfvorsteherin, Carolina

Fernolend, empfangen. Nach dem spontanen Aufbau

eines Altars feierten wir die Hl. Messe im Garten der

Bürgermeisterin. Danach folgte eine Fahrt im Pferdeleiterwagen.

Im Anschluss gab es ein köstliches Mittagessen

mit rumänischen Spezialitäten – Sarma und Palinka.

Kaum gesättigt, wurden wir noch auf das Dorffest eingeladen,

wo wir mit den Bewohnern von Viscri – Deutsche,

Rumänen und Roma – tanzen und trinken durften.

Unter Staunen und Applaus der Touristen

Am Montag stand der Besuch der Dracula-Burg – Schloss

Bran – auf dem Programm. Gewappnet mit Knoblauchzehen

und -dragees sowie falschen Zähnen zur Abwehr,

machten wir uns auf den Weg. Wir wurden im Garten

nach alter rumänischer Tradition mit Schnaps und Gebäck

empfangen. Die örtliche Gendarmerie übernahm

den Transport unserer Betreuten bergauf bis zur großen

Stiege. Von da an mussten alle händisch in den Burghof

getragen werden. Dort wurden wir von örtlichen Führern

erwartet, die einen Teil der Gruppe durch das Schloss führten,

während die anderen im Burghof eine Einführung zu

Geschichte des Hauses erhielten. Danach ging alles wieder

retour. Alle Rollstuhlfahrer mussten die große Stiege hinuntergetragen

und in das Polizeiauto verfrachtet werden

– unter Staunen und Applaus der Touristen vor Ort.

50

DIE MALTESER 3-4/2017


REISEBERICHT

Einen weiteren Höhepunkt unserer Reise am nächsten

Tag bildete ein Besuch im Bärensanktuarium in Zărneşti.

Dort leben an die 100 Bären und einige Wölfe. Bei äußerlich

frischen Temperaturen wurden wir auf einem speziellen

Anhänger durch das Gehege geführt. Und wir hatten

Glück – knapp 20 Braunbären, in allen Größen, zeigten

sich uns und ließen sich durch unsere Gegenwart nicht

aus der Ruhe bringen. Mittags speisten wir köstlich im La

Promenada in Rosenau, und den Nachmittag verbrachten

wir in Braşov (Kronstadt) bei einem Besuch der schwarzen

Kirche und einem Stadtbummel.

Die letzten Könige von Rumänien

Unseren letzten Abend in Rumänien ließen wir mit einem

Lagerfeuer, einem Schwein am Grill, Musik und Tanz ausklingen.

Der Abschied kam am nächsten Morgen, an dem

wir wehmütig unsere Rückreise antraten. Zu Mittag besuchten

wir noch das Schloss Peleş in Sinaia, die Sommerresidenz

der letzten Könige von Rumänien. Ein schnelles

Mittagessen vor Ort, und wir saßen wieder im Bus, diesmal

Richtung Flughafen Otopeni/Bukarest. Der Flug ging

gut und wir landeten mit etwas Verspätung in Wien.

Betreute, Pilger und Malteser sind gesund wieder nach

Hause gekommen. Unsere Gruppe war geprägt von Harmonie

und Teamgeist. Wir haben so viel Wärme, Freude

und Herzlichkeit erlebt, von Rumänen und von völlig

fremden Menschen, die uns um den Hals fielen ob unserer

Arbeit mit den Betreuten. Unsere Köpfe sind immer

noch voll von den Bildern, Impressionen und Gefühlen,

die wir erleben durften und nicht mehr missen möchten.

Schenken Sie Lebensfreude mit Ihrer Spende

für die LOURDES WALLFAHRT 2018

4.-8. Mai 2018

Spendenkonto: MALTESER Hospitaldienst

IBAN AT65 2011 1800 8087 0800

BIC GIBAATWWXXX

Vergelt‘s Gott für Ihre Spende!

Ihre Spende ist steuerlich absetzbar!

DIE MALTESER 3-4/2017 51


KLOSTERKÜCHE

BUNTE GRÜSSE VOM

HERBST

von Sr. Dr. Margareta An der Lan

Der Herbst ist eine wunderschöne Jahreszeit, und die Natur zeigt ihre schönsten Verfärbungen.

Der Körper beginnt sich auf eine kältere Zeit umzustellen, und dementsprechend

brauchen wir auch wärmende und vitaminreiche Speisen.

Lauwarme Pariser Hühnerfilets

auf Kartoffel - Vogerlsalat

Zutaten:

700 g Vogerlsalat gewaschen

800 g Hühnerfilets

Kleine frische Kartoffel

3 Eier

Mehl, Salz und Pfeffer

Marinade:

4 TL Dijonsenf

1 TL Estragonsenf

Weißer Balsamicoessig

Maiskeimöl, Crème fraiche, Salz, Pfeffer

Senf, Sauerrahm und Öl verrühren, es sollte relativ

dick sein, dann den Essig dazugeben und gut durchrühren.

Zubereitung:

Die kleinen Kartoffel mit der Schale kochen, bis

sie stichfest sind, kurz unter kaltes Wasser geben

und auskühlen lassen, Kartoffel mit Schale einmal

durchschneiden.

Die Hühnerfilets in breite Streifen schneiden,

salzen, pfeffern und in Mehl wenden.

Die ganzen Eier aufschlagen und verquirlen, die

Hühnerfilets darin wenden und in Butter und

Maiskeimöl herausbraten. Im vorgeheizten Rohr

bei 60 Grad kurz ruhen lassen.

Den Vogerlsalat in einer großen, nicht zu tiefen

Schüssel anrichten, Kartoffel beifügen und mit der

Marinade vorsichtig vermischen, die lauwarmen

Filets drauflegen und sofort servieren.

Dazu passt getoastetes Schwarzbrot.

© istockphoto.com

lossHrr

Pfarrkirche und dem schönen Innenhof ist

ss beliebte Kulisse 52 für Hochzeiten. DIE MALTESER Der Wapit

zusätzlichem Bühnenbereich eignet sich

3-4/2017

ür Tagungen und Seminare. Exklusive Ver­

GUTSCHEIN

AUSZEIT IM

SCHLOSSAMBIENTE

SCHENKEN


KLOSTERKÜCHE

Waldbeeren-Joghurt-Topfencreme

Zutaten:

500g tiefgekühlte gemischte Waldbeeren

500g Topfen 20%

300g Joghurt 20%

Zitronenschale, Zucker, Vanillezucker

Ev. Rum

Zubereitung:

Die Beeren auftauen und den Saft abgießen und

beiseite stellen. Beeren in eine Schüssel geben und

gut zuckern.

Topfen, Joghurt, Zitronenschale und Vanillezucker

glatt rühren, die Mischung sollte eine feste Konsistenz

haben, sonst noch etwas Topfen dazugeben, je

nach Geschmack 3EL Rum hinzufügen. Eventuell

noch zusätzlich zuckern.

In eine Schüssel schichtweise Topfenmischung und

Beeren geben, die letzte Schicht sollen Beeren sein,

im Kühlschrank ca. eine Stunde kühlstellen.

Gut dazu passen Spekulatiuskekse.

Karotten-Orangen-Ingwersuppe

Zutaten:

800g tiefgekühlte Karotten

1 weiße Zwiebel

1 Dose Kokosmilch

1 ausgepresste Orange

1 kleiner gehackter frischer Ingwer, Salz, Pfeffer,

Sojasoße, Petersilie oder Koriander

Zubereitung:

Die Zwiebel schälen und in Butter und Maiskeimöl

anbraten, die tiefgekühlten Karotten dazugeben,

umrühren und mit dem Gemüsefond aufgießen.

Den Ingwer schälen, fein hacken und dazugeben

und so lange bei geringer Flamme kochen, bis die

Karotten sehr weich sind.

Mit einem Pürierstab alles glatt pürieren, mit Kokosmilch

aufgießen und den Saft der ausgepressten

Orange dazugeben, mit Salz, Pfeffer und Sojasauce

nach Belieben würzen.

Sollte die Suppe zu dick sein, kann man sie mit

etwas Gemüsefond strecken und mit den Kräutern

garnieren.

AUSZEIT im SCHLOSSHOTEL

3-Gänge-Menü im Luxus-Zimmer

3-Gänge-Menü in unseren Restaurant Schlosskeller

Frühstücksbüffet

Obstkorb am Zimmer

EUR 88,– pro Person/Nacht

GUTSCHEINBESTELLUNG:

Schlosshotel Mailberg, 2024 Mailberg 1, Tel +43 2943 30301

reservierung@schlosshotel-mailberg.at, schlosshotel-mailberg.at

DIE MALTESER 3-4/2017 53


TAGEBUCH

AUSZEICHNUNGEN

Am 2. Juni wurde Herrn Dr. Norbert Stelzer Dank

für seine langjährige und überaus großzügige Unterstützung

der MALTESER die Verdienstmedaille des

MHDA in Gold durch den Kommandanten verliehen.

DANK

FÜR UNTERSTÜTZUNG

DES INTERNATIONALEN

SOMMERLAGERS

Haslauer und Pallauf mit Verdienstorden des Malteser-

Ordens ausgezeichnet.

Mit Verdienstorden des Malteser-Ordens, Pro Merito

Melitensi, wurden Landeshauptmann Wilfried Haslauer

und Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf am

24. Juli in Salzburg ausgezeichnet. Der Statthalter des

Großmeisters des Malteser-Ordens, Giacomo Dalla Torre

del Tempio di Sanguinetto, übereichte die Auszeichnun-

Bild v. li: Dominique de La Rochefoucauld-Montbel, Großhospitalier

des Ordens, Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf, Fra‘ Giacomo

Dalla Torre del Tempio Di Sanguinetto Statthalter des Großmeisters,

Landeshauptmann Wilfried Haslauer. Foto: LMZ Franz Neumayr/SB

gen für die Unterstützung des Landes im Zuge des diesjährigen

internationalen Sommerlagers für Jugendliche

mit Behinderungen. Verliehen wurde an Landeshauptmann

Haslauer das Großkreuz des Verdienstordens und

an Landtagspräsidentin Pallauf das Verdienstkreuz mit

Stern.

PUNSCH &

KEKSERLVERKAUF

Fr. 01.12.2017, 14.00-18.00 Uhr

54

DIE MALTESER 3-4/2017

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DAS HILDE UMDASCH HAUS LADEN ZU

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TAGEBUCH

KOMMANDOÜBERGABE

Von Manuel Weinberger

Am 13. Oktober fand im St. Johanns-Club die offizielle Amtsübergabe von

Olivier Loudon an den neuen Kommandanten der MALTESER, Richard

Wittek-Saltzberg, statt. Im Beisein zahlreicher Vertreter befreundeter

Organisationen und offizieller Stellen bedankte sich Prokurator Norbert

Salburg-Falkenstein beim scheidenden Kommandanten für sieben erfolgreiche

Jahre und wünschte Richard Wittek-Saltzberg viel Erfolg für seine neuen

Aufgaben.

Im Rahmen der Feierlichkeiten zur Kommandoübergabe im St. Johanns

Club überreichte der Präsident der Johanniter-Unfall-Hilfe,

Dipl.-Ing. Johannes Bucher, dem scheidenden Kommandanten

Olivier Loudon als Zeichen des Dankes für die enge Zusammenarbeit

das Ehrenzeichen der Johanniter-Unfall-Hilfe.

Anschließend an die Kommandoübergabe wurden

verdiente ehrenamtliche Mitarbeiter ausgezeichnet.

Ebenfalls im Rahmen der Kommandoübergabe zeichnete Botschafter

Dr. Christof Fritzen nach einer Laudatio des Prokurators die

langjährigen Leiter der neuen MALTESER-Dienstbereiche mit den

ihnen durch den Großmeister-Statthalter verliehenen Verdienstkreuzen

mit Krone bzw. dem Kommandeurskreuz der Verdienstauszeichnung

„Pro Merito Melitensi“ aus: Theresia Grill, Dr. Anna

Schlanitz-Bolldorf und Univ.-Prof. Dr. Johannes Mlczoch.

Mit Barbara Bernegger-Kittinger und Irma Mischak wurden noch

zwei verdiente Mitglieder des Malteser Betreuungsdienstes sowie

mit Brigitte Chizzola ein langjähriges Mitglied des Malteser

Alten- und Krankendienstes für ihren selbstlosen langjährigen

Einsatz mit dem Verdienstkreuz der Verdienstauszeichnung „Pro

Merito Melitensi“ dekoriert.

DIE MALTESER 3-4/2017 55


TAGEBUCH

+ 6. Juli 2017

Magdalena Salzmann,

geb. Gräfin Sarnthein

Mitglied der MALTESER

+ 26. August 2017

Brigitte Trunzer

Mitglied der MALTESER

+ 05. November 2017

Vera Malek

Langjährige Betreute der MALTESER

+ 17. September 2017

Johann Weikhard Prinz von Auersperg

Ehren- und Devotionsritter

Johann Weikhard Auersperg wurde am 30. Jänner 1930 in

Friedland in Böhmen als Sohn von Eduard Prinz von Auersperg

und Sophie Prinzessin von Auersperg, geborene Gräfin

von Clam-Gallas, geboren. Die Familie übersiedelte 1931 nach

Haindorf im Isergebirge, und dort wuchs Prinz von Auersperg

wohlbehütet mit seinen acht Geschwistern auf. 1945 erfolgte

die Ausweisung aus der Tschechoslowakischen Republik nach

Österreich, und die Familie musste, wie viele, ihre Heimat

verlassen. Seit 1951 Ehren- und Devotionsritter in unserem

Großpriorat, wanderte Johann Weikhard Auersperg nach

Vancouver in Kanada aus und war dort erfolgreich in der Holzindustrie

in British Kolumbia tätig. Trotz der großen Entfernung

blieb er immer mit dem Orden in Verbindung. Seine

Freizeit widmete er in den letzten Jahren seiner Familie,

seiner Frau Nelly, seiner Tochter Maria, seinem Sohn Edward

und seinen sechs Enkelkindern sowie den Freunden der Kammermusikgesellschaft

und unterstützte zahlreiche Benefizaktivitäten.

Trotz physischer Einschränkungen sah er in allem

das Gute und zeigte wahre Demut in seinem Leben. In Gedanken

und im Gebet sind wir mit seiner Familie verbunden.

56

DIE MALTESER 3-4/2017

R.I.P.


TAGEBUCH

WIR TRAUERN UM

=

+ 18. September 2017

P. Ansgar Paus OSB

Konventualkaplan „ad honorem”

Mit dem Heimgang von Univ.-Prof. em. Dr. P. Ansgar

Paus verliert die Delegation Salzburg und der MHD Salzburg

einen großartigen Seelsorger, theologisch-philosophischen

Wissenschafter, Wegbegleiter und Freund.

P. Ansgar, Benediktinermönch der Abteil Gerleve (BRD),

kam 1965 nach Salzburg und sollte dieser Stadt durch

volle 52 Jahre die Treue halten. Er unterrichtete von 1972

bis 2000 an der Paris-Lodron-Universität Salzburg die

Fächer Logik, Erkenntnistheorie und Sprachphilosophie.

Trotz seiner hohen wissenschaftlichen Qualifikation und

Reputation blieb er immer der Benediktinerprofessor, er

war ein Mann der akademischen Lehre und ein Mann des

Glaubens zugleich. So war er von 1971 bis 1980 Obmann

des Direktoriums der Salzburger Hochschulwochen, Sekrätär

der Salzburger Äbtekonferenz und Spiritual des

Studienkollegs St. Benedikt und Hausgeistlicher der

Barmherzigen Schwestern in Salzburg.

Seit 1972 war er als Konventualkaplan Seelsorger für die

Delegation Salzburg und den MHDA Salzburg. Durch unzählige

Gottesdienste, Vorträge, Einkehrtage und Glaubensgespräche

war der gelehrte Mönch ein seelsorglicher

Wegbegleiter für viele MALTESER!

Seine Aufgeschlossenheit für neue Formen der Jugendfrömmigkeit,

Spiritualität und Liturgie überraschte viele.

Die Tugend des Maßes war ihm eigen. Die Regel des

Hl. Benedikt: „ne quid nimis – nichts im Übermaß“,

legte er seinen Studenten als Lebensweisheit ans

Herz.

Das hat ihn ausgezeichnet in seiner priesterlichen

Bescheidenheit als Benediktinermönch, der er als

Professor und Mitchrist war. „Aus jedem Gespräch

konnte man etwas mitnehmen“, so sagt ein enger

Vertrauter im Rückblick auf seine Begegnungen mit

P. Ansgar.

Es war berührend, wie gefasst und bewusst P. Ansgar

auf das Sterben zuging. Er tat das mit einer ungewöhnlichen

Heiterkeit und mit feinem Humor!

Ebenso berührend war es, wie treu und anhänglich

die Malteser auch sein Sterben begleitet haben. In

den letzten Tagen seines irdischen Lebens segnete

er an seinem Sterbebett mit einem Kreuzzeichen auf

die Stirn die vielen Besucher und mit ihnen die große

Familie der MALTESER und seiner vielen Freunde.

Der Glaubensbote aus dem hohen Norden, der in

Salzburg seine Heimat gefunden hat, wird uns Vorbild

und Fürbitter sein. Wir werden P. Ansgar in unseren

Gedanken und Gebeten nicht vergessen!

R.I.P.

DIE MALTESER 3-4/2017 57


TAGEBUCH

WIR TRAUERN UM

=

+ 17. Oktober 2017

Parzival (Percy) Graf von Pachta-Rayhofen

Ehren- und Devotions-Großkreuz-Ritter

in Oboedienz

Die traurige Nachricht, dass unser Percy Pachta,

MALTESER der ersten Stunde, knapp nach seinem

90. Geburtstag von seinem Herren heimgeholt wurde,

trifft den Orden und seine Werke wie ein Keulenschlag.

Als junger Freiwilliger hat er 1956 mit vielen anderen

intensiv an der Flüchtlingsbetreuung während und

nach dem ungarischen Volksaufstand mitgearbeitet.

Er war Gründungsmitglied der MALTESER-Einsatzstaffel

im St. Johanns Club (der Vorläuferorganisation

des MHDA) und seit 1958 Ordensmitglied.

Mehr als ein halbes Jahrhundert war Percy im Orden

allgegenwärtig. Während seiner beruflichen Laufbahn,

die ihn bis zum stellvertretenden Generalsekretär

des ÖAMTC führte, war er eifriges Mitglied der

Delegation Wien/Niederösterreich an der Seite von

Gidi Loudon. In schwierigen Stunden stand er dem

Fürstgroßprior und dem MHDA mehrfach als sachkundiger

und kluger Berater zur Seite.

Nach seiner beruflichen Pensionierung wurde er 1993

als Nachfolger von Norbert Salburg-Falkenstein Kommandant

des MHDA. In seine Zeit als Kommandant

fallen wesentliche Schritte zum Ausbau des MHDA.

Ein besonderes Anliegen waren ihm neben der spirituellen

Ausrichtung des Hilfswerkes auch die fachliche

Ausbildung seiner Mitglieder und die Vertiefung

des Kontaktes zu den befreundeten Organisationen.

Ein Höhepunkt seiner Zeit als Kommandant war das

Internationale Malteser Sommerlager für junge Behinderte,

das 1997 in Melk stattfand.

Anläßlich der Lourdes-Wallfahrt 1997 legte Percy

seine Promesse zum Oboedienzritter ab. Nach dem

Ende seiner Amtsperiode als Kommandant wurde er

Mitglied im Kuratorium des MHDA und Vorsitzender

des Ehren- und Disziplinarrates. 2003 wurde er

als Nachfolger von Reginald Földy zum Vorsitzenden

des Kuratoriums gewählt und war wichtiger Ratgeber

bei vielen Fragen. 2007 zum Ehren- und Devotions-

Großkreuzritter in Oboedienz rangerhöht, blieb er

bis 2012 in seiner Funktion, bis er altersbedingt seinen

Abschied nahm.

Wir alle, die an seiner Seite dienen durften, sowie

das Großpriorat Österreich und der Hospitaldienst

verlieren in Percy Pachta-Rayhofen einen ritterlichen

Herrn, einen väterlichen Freund, einen tiefgläubigen

Ordensbruder und einen eifrigen Verfechter des Ordensauftrages

„tuitio fidei et obseqium pauperum“.

Anton Gatnar

Vorsitzender des Kuratoriums

R.I.P.

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DIE MALTESER 3-4/2017


Termine 2017/2018

DEZEMBER 2017

01–02 Karitativer Weihnachtsbasar Wien MHDA

02–03 Straßensammlung Kobersdorf MHDA

02–03 Weihnachtsmarkt Halbturn MHDA

07–10 Straßensammlung Wien MHDA

8 Benefizkonzert Schloss Obergassling

in Ebergassing

MHDA

09–10 Weihnachtsmarkt Halbturn MHDA

10 Aufnahme neuer Mitglieder in die

Johannesgemeinschaft

JG

12 Fackelzug gegen Christenverfolgung –

ökumen. Gottesdienst St. Stephan

16–17 Weihnachtsmarkt Halbturn MHDA

24–25 Weihnachtssammlung Salzburg MHDA

JÄNNER 2018

24 Tag des geweihten Lebens

FEBRUAR 2018

11 Welttag der Kranken, Unsere Liebe Frau von Lourdes

MÄRZ 2018

22-25 Straßensammlung Salzburg MHDA

23-24 Hospitaliers Meeting Budapest SMRO

MAI 2018

04-08 Lourdes-Wallfahrt MHDA

25 Lange Nacht der offenen Kirchen SMRO

31/05–03/06 Straßensammlung Tirol MHDA

31 Fronleichnam

JUNI 2018

21 Benefizkonzert Konzerthaus Wien MHDA

23 Aufnahme, GV Mailberg SMRO/MHDA

SEPTEMBER 2018

14–16 Wallfahrt nach Admont SMRO/MHDA

16 2. Kinderhilfelauf Amstetten MKH

OKTOBER 2018

13 Gedenkmesse Seliger Gerhard SMRO

Wiederkehrende Termine

Malteserkirche, Kärntner Straße 37, 1010 Wien

„Montag bei den Maltesern“ 12.00 Uhr Hl. Messe, Predigt, Musik, Stille im Zentrum der Stadt

Hl. Messe mit Orgelmusik und Predigt Jeden ersten Sonntag im Monat, 10.00 Uhr

Feierliche Vesper mit Eucharistischem Segen Jeden Sonntag, 16.00 Uhr

Hl. Messe mit der Johannesgemeinschaft Jeden ersten Montag im Monat, 19.30 Uhr

KONTAKT

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

Großpriorat von Österreich

Dipl.-Ing. Richard Steeb

T: +43 1 512 72 44

E: smom@malteser.at

I: www.malteserorden.at

MALTESER Austria

Bundeszentrale

Mag. Manuel Weinberger

T: +43 1 512 53 95

E: zentrale@malteser.at

I: www.malteser.at

Malteser International

Dipl.-Ing. Richard Steeb

T: +43 1 512 72 44

E: smom@malteser.at

I: www.malteser-international.org

MALTESER Care

Helmut Lutz

T: +43 1 361 97 88 Fax 50

Kostenlose Pflegehotline: 0800 201 800

(Mo–So 8.00–20.00 Uhr)

E: office@mcr.or.at

I: www.malteser.care

MALTESER Kinderhilfe

Olivier Loudon

DGKP Roman Haslauer, MBA

T: +43 7472 98201

E: office@malteser-kinderhilfe.at

I: www.malteser-kinderhilfe.at

Haus Malta

Dir. Bogdan Norbert Bercal

T: +43 1 597 59 91

E: hausmalta@malteser.at

I: www.hausmalta.at

Johannesgemeinschaft

Marie Czernin

T: +43 1 512 72 44

E: info@jg-online.at

I: www.jg-online.at

DIE MALTESER 3-4/2017 59


XXXXX

Das Redaktionsteam „DIE MALTESER“ wünscht allen Lesern

GESEGNETE WEIHNACHTEN

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

Großpriorat von Österreich

Johannesgasse 2, 1010 Wien

Katharina Stögner

T: +43 1 512 72 44, F: +43 1 513 92 90

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