stahlmarkt 11.2013 (November)

stahlmarkt.magazin

Informationen aus Stahlindustrie,

Stahlhandel und Stahlverarbeitung

Montan- und Wirtschaftsverlag GmbH.

Postfach 10 51 64, 40042 Düsseldorf

PVSt, Deutsche Post AG,

Entgelt bezahlt, 3018, ISSN 0178-6571

11.2013

WWK

WWK

WWK

Blechexpo & Schweisstec: in der Erfolgsspur

Baden-Württemberg: optimistisch trotz Wachstumspause

Edelstahl Rostfrei: langlebig in chloridhaltigen Wässern


4 K

stahlmarkt 11.2013


Editorial K 5

Chancen in anspruchsvollen Märkten

Dr.-Ing. Wiebke Sanders

Chefredakteurin

Tel. +49 211 69936-131

stahlmarkt@stahleisen.de

WWK Der Weltstahlverband worldsteel erwartet, dass die

globale Stahlnachfrage in diesem und im kommenden

Jahr um etwas mehr als 3 % steigen wird. Allerdings

entwickeln sich die verschiedenen Regionen der Welt

sehr unterschiedlich. »Wir erwarten auf der einen Seite

ein etwas verlangsamtes Wachstum auf dem chinesischen

Stahlmarkt, auf der anderen Seite stehen die

Zeichen in den reifen Märkten auf Erholung«, sagt dazu

Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung

Stahl und Vorsitzender des Stahlinstituts VDEh,

der seit 2011 den Vorsitz des Economic Committee bei

worldsteel innehat. Auch in der EU hält er »eine leichte

Aufwärtsbewegung für möglich, ausgehend allerdings

von einem sehr niedrigen Niveau«. Dabei behauptet sich

die Stahlindustrie in Deutschland relativ gut, so der Präsident.

Schließlich nimmt sie im Hinblick auf Produktivität

und Innovation weltweit eine Spitzenposition ein.

Lesen Sie mehr dazu im Interview auf Seite 10.

WWK Wie die Belastungen durch

die europäische Energie- und

Klimapolitik in den Griff zu be -

kommen sind, lässt der kürzlich

veröffentlichte EU-Aktionsplan

allerdings bisher nicht klar

erkennen. Verbunden mit der

Strukturkrise auf dem europäischen

Stahlmarkt hat die Stahlindustrie

im weltweiten Wettbewerb eine Reihe von

Päckchen zu schultern. Dabei kann man sich durchaus

die Vorteile des Standorts Europa und speziell Deutschlands

zunutze machen. Dies wurde kürzlich auf dem

Dow Jones Stahl Tag in Frankfurt / Main deutlich, siehe

Seite 18. Denn hierzulande existiert traditionell eine

hoch entwickelte Industrieproduktion. Zudem gibt es

gute Perspektiven in einigen Regionen und Branchen

Europas. Von dem Vorsprung durch eine leistungsfähige

Industrie kann die Stahlbranche profitieren. Wer seinen

Kunden in diesen zukunftsträchtigen und anspruchsvollen

Märkten Know-how und Lösungen anbieten

kann, wird sicher gute Chancen haben.

Stahlnachfrage* 2012 bis 2014

140 135 138

35 37 38 57 59 61

2012

2013 e

2014 f

132 132 136 47 49 51

1.475 1.523

1.430

986 1.016

943

27 28 30 49 49 53

EU-27

Anderes

Europa

GUS-Staaten

NAFTA

Mittel- &

Süd-Amerika

Afrika

Mittlerer

Osten

Asien &

Australien

Welt

gesamt

* Walzstahlerzeugnisse, e Schätzung, f Prognose

Quelle: worldsteel, Short Range Outlook, Oktober 2013

stahlmarkt 11.2013


6 K

INHALT 11.2013

SEITENBLICK

8 Gute und böse Heuschrecken

STEEL INTERNATIONAL

10 Globale Stahlnachfrage auf Wachstumskurs

12 STAHL 2013

14 Teure Schutzkleidungspflicht

16 USA verzeichnen wachsende Nachfrage nach Rohren

17 Posco hat jetzt auch in Europa ein Zuhause

18 Gemeinsam Werte schaffen

24 Neue Firmenschriften

BRANCHENBERICHT

26 Baumaschinen: Geschäft läuft schleppend

SPECIAL: BADEN-WÜRTTEMBERG

32 Optimistisch trotz Wachstumspause

34 Auf dem Weg zur perfekten Softwarelösung

36 Nah an den Markttrends und am Kunden

38 Vieles haben und alles liefern

40 Über den Handel hinaus

42 Dem Kunden die Bewertung überlassen

44 Quartett an der Unternehmensspitze

46 Ein Sandwich zum Sparen

SPECIAL: BÄNDER & BLECHE /

BLECHEXPO & SCHWEISSTEC

49 11. Blechexpo und 4. Schweisstec in der Erfolgsspur

50 Blechbearbeitung in XXL

54 Effektive Nassschleiftechnik

SPECIAL: EDELSTAHL

62 Edelstahl Rostfrei in chloridhaltigen Wässern

66 Expertenwissen austauschen

68 »Made in Europe«

71 Neue Studie über Rohstoffhandelsbarrieren für die Edelstahlindustrie

STAHLHANDEL

74 Clevere Lösung für vielseitigen Mittelständler

76 Rückblick auf den BDS-Stahlhandelstag 2013

RUBRIKEN

77 StahlTermine

78 Fachmedien

79 VIP

80 Inserentenverzeichnis

82 Vorschau/Impressum

stahlmarkt 11.2013


worldsteel-Report K 7

Weltrohstahlproduktion im September 2013

GUTE AUSSICHTEN

In Baden-Württemberg setzt die

Autoindustrie ihren positiven

Trend fort. Gute Ausblicke

vermelden auch die Produzenten

elektronischer Erzeugnisse sowie

der Maschinenbau.

11. BLECHEXPO &

4. SCHWEISSTEC Zur Blechexpo

& Schweisstec 2013 rechnen

die Veranstalter, P. E. Schall, mit

noch mehr Besuchern als zu den

bereits erfolgreichen vorherigen

Messen. Das Prozesskettenduo

findet vom 5. bis 8. November in

der Landesmesse am Stuttgarter

Flughafen statt.

EDELSTAHL ROSTFREI Nichtrostende

Stähle werden in der

Trinkwasserinstallation, in Anlagen

zur Abwasserbehandlung, in Kühlwassersystemen

der Industrie mit

Fluss-, Brack- und Meerwasser und

in Schwimmbadwässern in großem

Umfang eingesetzt.

32

49

62

Fotos: Berndorf Metall- und Bäderbau GmbH/ Hotel Aquarius in Kolobrzeg/PL, P. E. Schall, TRUMPF

J Die 65 an worldsteel berichtenden Länder

repräsentieren etwa 98 % der Weltrohstahlproduktion

2012 in 1.000 t.

e – geschätzt

September

2013

August

2013

September

2012

% Veränd.

Sept 13/12

9 Monate Veränderung

2013 2012

in %

Belgien 550 540 606 – 9,2 5.226 5.556 – 5,9

Bulgarien 40 e 40 e 53 – 24,2 370 509 – 27,4

Deutschland 3.610 3.158 3.561 1,4 31.745 32.443 – 2,2

Finnland 287 301 279 2,9 2.611 2.903 – 10,1

Frankreich 1.373 1.161 1.278 7,4 11.902 12.055 – 1,3

Griechenland 110 e 100 e 108 1,9 758 974 – 22,2

Großbritannien 1.075 800 e 868 23,9 8.807 7.110 23,9

Italien 2.130 1.088 2.378 – 10,4 17.970 20.835 – 13,8

Luxemburg 200 e 180 e 201 – 0,3 1.538 1.664 – 7,6

Niederlande 569 593 567 0,3 4.931 5.154 – 4,3

Österreich 648 642 597 8,5 5.894 5.622 4,8

Polen 730 e 730 698 4,6 6.102 6.693 – 8,8

Schweden 369 318 363 1,7 3.244 3.310 – 2,0

Slowakei 374 312 362 3,3 3.343 3.440 – 2,8

Slowenien 60 54 55 7,9 470 507 – 7,3

Spanien 1.267 1.031 1.196 5,9 10.407 10.672 – 2,5

Tschechien 411 451 454 – 9,4 3.924 3.966 – 1,1

Ungarn 89 85 120 – 25,8 648 1.205 – 46,2

Weitere EU-Länder (27) (e) 410 e 450 e 513 – 20,1 3.891 4.591 – 15,2

European Union (27) 14.301 12.034 14.256 0,3 123.779 129.208 – 4,2

Bosnien-Herzegovina 38 58 60 – 36,0 535 527 1,5

Kroatien 5 e 15 e 0 – 92 0 –

Mazedonien 10 e 10 e 10 – 2,8 72 164 – 56,1

Norwegen 55 e 56 63 – 13,2 432 504 – 14,3

Serbien 70 48 0 – 289 346 – 16,5

Türkei 3.015 2.575 3.052 – 1,2 25.819 27.165 – 5,0

Europa außer EU 3.193 2.762 3.186 0,2 27.239 28.706 – 5,1

Kasachstan 260 e 270 e 365 – 28,8 2.321 3.014 – 23,0

Moldawien 0 e 0 e 30 – 100,0 0 248 – 100,0

Russland 5.600 e 5.795 5.955 – 6,0 51.817 53.498 – 3,1

Ukraine 2.700 e 2.779 2.628 2,7 24.992 25.044 – 0,2

Usbekistan 70 e 70 e 67 5,1 594 575 3,2

Weißrussland 145 e 150 e 235 – 38,3 1.790 2.036 – 12,1

C.I.S. (6) 8.775 9.064 9.280 – 5,4 81.513 84.415 – 3,4

El Salvador 10 e 10 5 104,1 82 58 40,9

Guatemala 35 e 34 28 23,8 268 240 11,7

Kanada 900 e 930 e 1.118 – 19,5 8.861 10.289 – 13,9

Kuba 30 e 28 22 33,9 223 224 – 0,6

Mexiko 1.620 e 1.476 1.551 4,5 13.725 13.434 2,2

Trinidad und Tobago 65 e 61 52 25,0 477 469 1,6

USA 7.239 7.402 6.809 6,3 65.247 67.948 – 4,0

Nordamerika 9.899 9.941 9.585 3,3 88.882 92.663 – 4,1

Argentinien 463 479 396 16,8 3.806 3.852 – 1,2

Brasilien 3.028 3.002 2.864 5,7 25.916 26.079 – 0,6

Chile 130 e 134 125 4,0 1.062 1.277 – 16,9

Ecuador 45 e 48 38 19,1 399 332 20,4

Kolumbien 100 e 104 103 – 2,6 838 1.010 – 17,0

Paraguay 5 e 4 4 17,5 31 30 5,1

Peru 90 e 90 80 12,1 795 720 10,5

Uruguay 10 e 9 7 45,6 62 59 5,0

Venezuela 200 e 203 201 – 0,4 1.863 1.831 1,7

Südamerika 4.071 4.074 3.818 6,6 34.773 35.190 – 1,2

Ägypten 623 490 541 15,2 5.098 4.952 3,0

Algerien 30 e 30 e 38 – 21,6 340 420 – 19,1

Iran 1.364 1.292 1.232 10,7 11.318 10.886 4,0

Katar 186 196 173 7,5 1.725 1.650 4,5

Marokko 49 50 e 30 62,8 437 416 5,1

Saudi-Arabien 450 e 464 410 9,8 4.133 3.848 7,4

Südafrika 550 e 570 e 544 1,1 5.015 5.429 – 7,6

Vereinigte Arabische Emirate 247 – 205 20,8 2.144 1.713 25,2

Afrika/Mittlerer Osten 3.539 3.133 3.219 19,0 30.723 29.506 6,7

China 65.420 66.277 58.937 11,0 587.380 543.870 8,0

Indien 6.540 6.640 e 6.248 4,7 59.627 57.903 3,0

Japan 9.285 9.149 8.802 5,5 82.430 81.324 1,4

Südkorea 5.164 4.892 5.657 – 8,7 48.666 52.079 – 6,6

Taiwan, China 1.910 e 1.905 e 1.440 32,7 16.977 15.547 9,2

Asien 88.319 88.862 81.083 8,9 795.080 750.723 5,9

Australien 375 407 430 – 12,7 3.547 3.693 – 4,0

Neuseeland 75 76 81 – 7,3 677 684 – 1,0

Ozeanien 450 482 511 – 11,9 4.225 4.378 – 3,5

Gesamt (65 Länder) 132.547 130.352 124.938 6,1 1.186.214 1.154.790 2,7

stahlmarkt 11.2013


8 K

SEITENBLICK

Gute und böse Heuschrecken

Ihr Ruf war miserabel. Sie galten als gefräßig und skrupellos – Finanzinvestoren,

für die der frühere SPD-Vorsitzende Franz Müntefering die

Bezeichnung Heuschrecken prägte, hatten in Deutschland lange Zeit

einen schweren Stand. Inzwischen wandelt sich das Bild: Private-Equity-

Unternehmen werden gesellschaftsfähig.

WW K Vielleicht hätte es die Debatte über

gierige Finanzinvestoren, die Unternehmen

kaufen, filetieren, ihnen hohe Schulden aufhalsen

und Stellen streichen, nie gegeben,

wenn im April 2005 nicht gerade Wahlkampf

gewesen wäre in Nordrhein-Westfalen.

Damals kämpfte die SPD um die

Macht im bevölkerungsreichsten Bundesland.

Einige Monate zuvor hatten zwei ausländische

Finanzinvestoren den Badarmaturenhersteller

Grohe aus Hemer im Sauerland

übernommen und planten einen drastischen

Stel lenabbau. Die Beschäftigten waren er -

bost, gingen auf die Straße und wehrten

sich gegen die Pläne der neuen Eigentümer.

In diesem Klima sagte der damalige SPD-

Chef Franz Müntefering, der seinen Wahlkreis

in der Nähe der Firmenzentrale hatte,

jenen denkwürdigen Satz: »Manche Finanzinvestoren

verschwenden keinen Gedanken

an die Menschen, deren Arbeitsplätze sie

vernichten – sie bleiben anonym, haben kein

Gesicht, fallen wie Heuschreckenschwärme

über Unternehmen her, grasen sie ab und

ziehen weiter.« Von da an war »Heuschrecken«

ein stehender Begriff für Private-Equity-Unternehmen.

Deren Geschäftsmodell

besteht darin, bei vermögenden Privatpersonen,

Pensionskassen oder Versicherungen

Geld zu sammeln und Beteiligungen an

Unternehmen zu erwerben mit dem Ziel, sie

in drei bis fünf Jahren mit sattem Gewinn

wieder loszuschlagen.

In die Schlagzeilen schaffen es meist nur

die großen Deals. So wie Grohe, ein Unternehmen

mit mehreren tausend Mitarbei-

tern und einem damaligen Kaufpreis von

1,5 Mrd. €. Oder der Modekonzern Hugo

Boss, die Textilkette SinnLeffers und der Türschlosshersteller

Kiekert – allesamt prominente

Adressen, bei denen Private-Equity-

Unternehmen in den vergangenen Jahren

mitmischten. Unter dem Radar der breiten

»

Viele

bekannte Firmennamen

würde es heute womöglich

nicht mehr geben, wenn

Finanzinvestoren nicht

zugegriffen hätten.

Öffentlichkeit passiert jedoch weit mehr.

Nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher

Kapitalbeteiligungsgesellschaften

(BVK) sind bundesweit mehr als 200 Private-

Equity-Unternehmen unterwegs. Sie halten

Beteiligungen an mehr als 5.000 Unternehmen,

meist aus dem Mittelstand.

Natürlich gibt es Fälle, die Müntefering

Recht geben. Wo Investoren nicht an dem

nachhaltigen Erfolg einer Firma interessiert

sind, sondern lediglich ein schnelles Rad drehen

wollen. Das geht dann so: Möglichst

billig einsteigen, oft gar auf Kredit. Sich über

Sonderausschüttungen rasch die Taschen

füllen und dann das Überbleibsel in Einzelteilen

teuer weiterveräußern. So oder ähnlich

geschehen beim Warenhauskonzern

Hertie und beim Dualen System Deutschland

(»Der grüne Punkt«). Aber es gibt zu -

nehmend auch Beispiele, bei denen Private-

Equity-Unternehmen die Wettbewerbsfähigkeit

ihrer Beteiligungsunternehmen

gesteigert und Arbeitsplätze sicherer ge -

macht haben. Grohe gehört dazu. Vor ein

paar Wochen verkauften die Finanzinves toren

das Unternehmen an einen japanischen

Baustoffkonzern. Zum doppelten Einstiegspreis,

aber auch in einer sehr viel besseren

Verfassung als bei ihrem Einstieg vor neun

Jahren. Selbst der Betriebsrat räumt heute

ein, dass die harten Einschnitte, die die

Eigentümer damals vornahmen, nicht falsch

waren. Ohne sie wäre Grohe nicht so gut

durch die Wirtschaftskrise gekommen, wird

betont.

Viele bekannte Firmennamen würde es

heute womöglich nicht mehr geben, wenn

Finanzinvestoren nicht zugegriffen hätten,

als die Unternehmen zum Verkauf standen

und niemand aus der Branche den Mut hatte,

einzusteigen.

In der Debatte um vermeintliche Heuschrecken

gerät oft in Vergessenheit, dass

Finanzinvestoren oft nur da einsteigen, wo

sie sicher sind, dass ein Unternehmen seine

Stärken nicht ausspielt. Etwa, weil es

schlecht geführt ist. Dagegen sind starke

Unternehmen mit einem guten Management

für Finanzinvestoren wenig interessant

– weil da keine verborgenen Reserven

schlummern, die sie heben können. Ausgenommen

vielleicht die Fälle, in denen sie nur

eine Filetierung und den anschließenden

Verkauf in Einzelteilen im Sinn haben. Wenn

dagegen das Management schlecht agiert,

das Unternehmen aber über eine gute Substanz

und starke Produkte verfügt, kann es

von Vorteil sein, wenn Beteiligungsgesellschaften

einsteigen und Druck auf die Ge -

schäftsführung machen. Denn sie suchen

eine gute Verzinsung für ihren Einsatz und

können nicht dulden, dass es sich die Chefs

in ihren Gewohnheiten bequem machen.

Das kann dem Unternehmen neue Impulse

geben und damit langfristig auch Arbeitsplätze

sicherer machen. ber

(sm 131105803) K

stahlmarkt 11.2013


10 K Steel International

Globale Stahlnachfrage auf Wachstumskurs

Innerhalb der EU belegt die Stahlindustrie in Deutschland eine Spitzenposition

Düsseldorf. Die globale Stahlnachfrage wird trotz der verhaltenen

Weltkonjunktur weiter steigen. Auch in der EU ist zumindest eine leichte

Aufwärtsbewegung möglich – mit regionalen Unterschieden. Dies erläutert

Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl,

Vorsitzender des Stahlinstituts VDEh und Vorsitzender des Economic

Committee des Weltstahlverbands worldsteel, im Interview.

WW Durch Ihre Position bei worldsteel, aber

auch bei der Wirtschaftsvereinigung Stahl

haben Sie besondere Einblicke in die Lage

der Stahlindustrie weltweit. Wie wird die

globale Stahlverwendung und -nachfrage in

diesem und im nächsten Jahr sein?

WW 2013 wird die globale Nachfrage nach

Walzstahlerzeugnissen um 3,1 % auf 1,48

Mrd. t wachsen. 2014 wird sie voraussichtlich

um 3,3 % auf 1,52 Mrd. t steigen.

WW Wie wird sich das Wachstum in China entwickeln

– und in den USA?

WW Wir erwarten ein etwas verlangsamtes

Wachstum auf dem chinesischen Stahlmarkt

als Folge des von der Regierung wieder forcierten

Strukturwandels zulasten der Investitionen

und damit auch der Stahlnachfrage. In

den USA stehen die Zeichen, unter der Voraussetzung,

dass die Haushaltsprobleme nicht

eskalieren, auf Erholung angesichts gesunkener

Energiekosten, eines sich erholenden

Immobilienmarktes und niedriger Lagerbestände

bei Händlern und Verarbeitern.

WW Wie ist Europa im Vergleich zum Rest der

Welt aufgestellt?

WW Auch in der Europäischen Union ist eine

leichte Aufwärtsbewegung möglich, ausgehend

allerdings von einem sehr niedrigen

Niveau. Aktuell liegt die EU-Stahlnachfrage

knapp 30 % unter dem Level von 2006, in

Italien bzw. Spanien sind es sogar 50 bzw.

60 %.

WW Welche sind in Europa die größten He -

rausforderungen in diesem Jahr? Sind es die

Überkapazitäten?

WW Die hohe Unterauslastung der Produktionsanlagen

insbesondere in Südeuropa

und der damit verbundene heftige Preiswettbewerb

auf dem europäischen Markt

sind eine schwere Belastung. Hinzu kommen

nach wie vor hohe Rohstoffkosten als

Folge des anhaltenden Wachstums der

Stahlnachfrage in Asien. In dieser Marktlage

treffen die Hersteller die politisch bedingten

Sonderlasten in der Energie- und Umweltpolitik

besonders schwer.

WW Wie kann die Branche diese bewältigen?

WW Die Stahlunternehmen in Europa haben

bereits weitreichende Schritte zur Restrukturierung

und Konsolidierung eingeleitet. So

ist die EU die bislang einzige größere Stahlregion

der Welt, in der seit Ausbruch der

Krise Anlagen stillgelegt werden. Dennoch

bleibt die Restrukturierung auch in den

nächsten Jahren eine Herausforderung. Ge -

rade aus deutscher Sicht müssen wir jedoch

darauf achten, dass es hierbei nicht zu Wettbewerbsverzerrungen

auf dem gemeinsamen

Markt wie auch im Verhältnis zu Wettbewerbern

auf Drittmärkten kommt, als

Folge von unerlaubten Subventionen, Verstaatlichungstendenzen

oder protektionistischen

Maßnahmen.

WW Die EU-Kommission hat im Juni einen

Aktionsplan zur Unterstützung der Stahlindustrie

verkündet. Was halten Sie davon?

Gibt es dabei schon Fortschritte? Was erwarten

Sie?

WW Grundsätzlich finden wir es gut, dass die

Europäische Kommission mit dem Aktionsplan

die zentrale Bedeutung der Stahlindustrie

für die europäische Wirtschaft anerkennt.

Leider fehlt es jedoch nach wie vor

an konkreten Hinweisen, wie und wann

politische Belastungen als Folge der europäischen

Energie- und Klimapolitik abgebaut

werden können. Auch sind wir be -

sorgt, dass der Aktionsplan kein klares

Bekenntnis zu einem unverfälschten Wettbewerb

auf dem EU-Binnenmarkt enthält.

Notwendig ist eine kohärente EU-Industriepolitik.

WW Nachlassende Stahlnachfrage einerseits

und Überkapazitäten andererseits sind Themen,

die die europäische Stahlindustrie

bewegen. Wie wird sich Deutschland hier

behaupten?

WW Deutschland behauptet sich im internationalen

Wettbewerb relativ gut: Die Auslastung

liegt bei den Stahlunternehmen in

Deutschland mit 83 % zehn Prozentpunkte

über der EU-Auslastung. Außerdem gehört

die Stahlindustrie hierzulande in Bezug auf

Produktivität und Innovation international

zur Spitzengruppe. Unser Netzwerk in der

Stahlforschung und die enge Zusammenarbeit

mit Stahlverwendern sind weltweit

einzigartig.

WW Zu den besonderen Herausforderungen

hierzulande zählen die Energie- und Klimapolitik.

Was muss nach den Wahlen passieren?

WW Ein leistungsfähiger Industriestandort ist

nur mit einer starken Grundstoffindustrie

stahlmarkt 11.2013


Steel International K 11

die Basis für Wohlstand und Arbeitsplätze. Die neue Bundesregierung

sollte das wissen und danach handeln. Das gilt besonders für

die Energiewende, bei der die Bundesregierung die Kosten rasch,

d. h. in den ersten hundert Tagen, in den Griff bekommen muss.

Ansonsten droht Deutschland die Deindustrialisierung.

WW Welche Erwartungen hegen Sie für die Stahlkonjunktur in

Deutschland im kommenden Jahr 2014?

WW Die Stahlnachfrage wird hierzulande in diesem Jahr zwar um

1,6 % zurückgehen. Diese Prognose beruht auf der Annahme einer

leichten Erholung im zweiten Halbjahr 2013 als Folge niedriger

Lagerbestände bei Händlern und Verarbeitern. Für 2014 erwarten

wir dagegen ein Wachstum der Stahlnachfrage von rd. 3 %. Das

Vorkrisenniveau von 2006 würde hierzulande dann nur noch um rd.

3 % unterschritten.

WW Die internationale Jahreskonferenz STAHL 2013 steht vor der Tür.

Sie findet nun nur noch eintägig statt. Was steckt dahinter?

WW Die Konzentration auf einen Tag entspricht dem Wunsch der

Mitgliedsunternehmen. Wir haben deshalb das Konzept leicht geändert

und Elemente des bisherigen zweiten Tages integriert. Die breite

Themenvielfalt bleibt erhalten. Ich bin mir sicher, dass wir für

unsere Gäste einen spannenden und interessanten Tag organisieren

können.

(sm 131105839) K

stahlmarkt 11.2013


12 K Steel International

STAHL 2013

Stahl in Bewegung

Düsseldorf. Am 28. November 2013 veranstaltet das Düsseldorfer

Stahl-Zentrum (Stahlinstitut VDEh und Wirtschaftsvereinigung Stahl)

die diesjährige internationale Jahrestagung STAHL 2013. Das Motto

»Stahl in Bewegung« spiegelt dabei den Strukturwandel auf dem

europäischen Stahlmarkt wider.

WW K 2013 war ein bewegtes Jahr, geprägt

von verschiedenen Entwicklungen, deren

Bedeutung sich erst in der historischen

Rückschau voll umfänglich erschließen wird.

»Stahl in Bewegung« bezieht sich nicht nur

auf vergangene, sondern auch auf zukünftige

Themen. Fragen, die in diesem Zusammenhang

wichtig sind, lauten u. a.: Wird der

Euro trotz Staatsschuldenkrise seine Stabilität

wiedererlangen können? Wird die Wirtschaft

weiterhin mit wechselvollen politischen

Rahmenbedingungen zu rechnen

haben? Wird der Strukturwandel auf dem

europäischen Stahlmarkt auch die Stahlindustrie

in Deutschland nachhaltig verändern?

STAHL 2013 findet am 28. November im

CCD Congress Center Düsseldorf statt. Um

9:00 Uhr startet der Tag mit einer Mitgliederversammlung

für die persönlichen Mitglieder

des Stahlinstituts VDEh und die Vertreter

der Mitgliedsunternehmen der im

Stahl-Zentrum ansässigen Organisationen.

Offiziell beginnt die Veranstaltung um

10:00 Uhr. Nach der Begrüßung durch Hans

Jürgen Kerkhoff, Präsident Wirtschaftsvereinigung

Stahl und Vorsitzender Stahlinstitut

VDEh, kommen auch Antonio Tajani, Vizepräsident,

Europäische Kommission, und

Prof. Dr. Henning Kagermann, Präsident,

acatech, Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

e.V., in der Eröffnungsveranstaltung

zu Wort.

Noch kompakterer Überblick

In diesem Jahr wurde die Zahl der Stahldialoge

erweitert, zeitgleich erfolgte die inhaltliche

Straffung. Den Zuschauern wird konzentriert

an einem Tag die Palette der aktuellen

technischen und wirtschaftspolitischen

Themen vorgestellt, die die Stahlindustrie in

diesem Jahr besonders geprägt haben.

Insgesamt gibt es an dem Tag acht Stahldialoge,

wobei jeweils vier parallel stattfinden.

Von 13:00 bis 15:00 Uhr können die

Besucher zwischen Vorträgen zu den folgenden

Themenblöcken wählen: »Energiewende

und industrielle Wettbewerbsfähigkeit

im internationalen Kontext«, »Die Stadt

von morgen – Herausforderungen für Stahl«,

»Protektionismus bei Rohstoffen und Stahl«

und »Neue Anlagen und Prozesse – Erfolgsfaktoren

im globalen Wettbewerb«.

In der anschließenden halbstündigen Pause

kann die Zeit für die begleitende Ausstellung

im Foyer und im Pavillon genutzt werden.

Von 15:30 Uhr bis 17:30 Uhr folgen

vier weitere, zeitgleich stattfindende Stahldialoge

zu den Themen »Industriestandort

Deutschland in Europa: Herausforderungen

und Perspektiven«, »Der Beitrag von Stahl

für ein kohlenstoffarmes Europa«, »Brüsseler

Ziele zur Luftreinhaltung – Ansprüche

jenseits des Machbaren?« und »Neue um -

formtechnische Entwicklungen«. Traditionell

wird die Veranstaltung wieder mit dem

Stahltreff ausklingen, der um 18:00 Uhr in

der Stadthalle beginnt.

www.stahl2013.de (sm 131105787) K

/

stahlmarkt 11.2013


14 K Steel International


US-Stahlarbeiter wollen mehr Lohn

New York (bln). Weil sie sich am Arbeitsplatz ausziehen und in vom

Arbeitgeber diktierte Schutzkleidung wechseln müssen, verlangen Arbeiter

in Gary im Bundesstaat Indiana für die zum Kleidungswechsel notwendige

Zeit einen Lohnausgleich. 800 Arbeiter der U.S. Steel Corporation versuchen,

ihre Forderungen auf dem Rechtsweg durchzusetzen.

WW K Nachdem ein regionales Gericht für

U.S. Steel und gegen die Kläger entschied,

hoffen die klagenden Stahlarbeiter nun, dass

der U.S. Supreme Court, das höchste Gericht

im Land, zu ihren Gunsten entscheiden wird.

Obwohl der Bundesgerichtshof in Washington

nur einen Bruchteil der eingereichten

Berufungsanträge annimmt, halten die Richter

diesen Fall und die Argumente beider

Seiten offensichtlich für wichtig genug.

Alte Tarifverträge sollen

angepasst werden

Wie ihre Kollegen in anderen Betrieben,

arbeiten die Arbeiter im Gary-Hüttenwerk

von U.S. Steel in Schutzanzügen, die vor

Schichtbeginn angezogen und am Ende der

Schicht ausgezogen werden. Da das Um -

kleiden laut Klage je eine Stunde vor und

nach der achtstündigen Schicht in Anspruch

nimmt, verlangen die betroffenen Arbeiter

Lohn für täglich zehn Stunden. In der Entscheidung

des Chicagoer Regionalgerichtes

wiesen Richter darauf hin, dass laut den von

der U.S. Steel Corporation und der United-

Steelworkers(USW)-Gewerkschaft ausgehandelten

Tarifverträgen Umkleidezeiten

nicht bezahlt werden. Angesichts des Wettbewerbs

auf dem globalen Stahlmarkt, so

das Gericht, halte die Gewerkschaft ihre

Lohnforderungen im Rahmen, »um nicht die

Gans zu töten, die die goldenen Eier legt«.

Den Richtern zufolge will die Gewerkschaft

dazu beitragen, dass die amerikanische

Stahlindustrie im eigenen Land produziert,

nicht in Übersee.

Das relevante Bundesgesetz schreibt vor,

dass Arbeitgeber für die mit einem Job verbundenen

»primären Aktivitäten« zahlen

müssen. Aber das gleiche Gesetz macht eine

Ausnahme für gewerkschaftlich organisierte

Belegschaften, sofern Nichtbezahlung traditionelle

Praxis oder eine Konzession in einschlägigen

Tarifverträgen ist. Genau das war

seit 1947 der Fall in den Tarifverträgen zwischen

U.S. Steel und der Stahlarbeitergewerkschaft

und genau das gilt auch für den

letzten, im September vergangenen Jahres

ratifizierten Tarifvertrag.

Für die Stahlarbeiter ist das über 60 Jahre

alte Gesetz ein alter Zopf, der abgeschnitten

werden muss. Als das Gesetz verabschiedet

wurde, so die Kläger, war berufsverbundene

Kleidung – die Uniform einer Kellnerin oder

die Schürze eines Metzgers – nicht die komplizierte

Schutzkleidung eines Stahlarbeiters

von heute, die es vor Jahrzehnten in Hüttenwerken

nicht gab. U.S. Steel dagegen führt

an, dass Arbeiter in Hüttenwerken auch in

den 1940er-Jahren, als das Gesetz verabschiedet

wurde, gewisse Schutzkleidung

trugen. Das Unternehmen beharrt darauf,

dass der Kongress den Tarifpartnern das

Recht gab, für oder gegen die Bezahlung

von Umkleidezeiten zu entscheiden, um

andere Arrangements zu erlauben, u. a.

höhere Stundenlöhne oder Flexibilität in der

Bezahlung von gewissen Aktivitäten, zum

Beispiel das Duschen am Schichtende.

Bezahlte Umkleidezeiten erhöhen

die Arbeitskosten

Im Prozess, in dem das Urteil für Mitte

nächsten Jahres erwartet wird, steht für

U.S. Steel viel auf dem Spiel. Würde der

Bundesgerichtshof zugunsten der klagenden

Stahlarbeiter von Gary entscheiden,

würden alle anderen der ca. 10.000 Stahlarbeiter

in U.S.-Steel-Hüttenwerken für Um -

kleidezeiten kassieren – womöglich nicht

nur vom Tag der Entscheidung an, sondern

auch rückwirkend. Höhere Arbeitskosten

wären ein schwerer Schlag für ein Unternehmen,

das finanzielle Schwierigkeiten hat

und am Beginn einer Restrukturierungsphase

steht. Obendrein würde ein Urteil

zugunsten der Kläger auch Auswirkungen

auf andere Stahlunternehmen haben und

ihre Wettbewerbsfähigkeit schwächen – insbesondere

gegenüber ausländischen Unternehmen

mit niedrigen Arbeitskosten.

Die klagenden Stahlarbeiter sprechen

ihrer Gewerkschaft das Recht ab, in ihrem

Namen auf das Kompensationsrecht für das

langwierige An- und Ausziehen der Schutzkleidung

zu verzichten. Die USW-Führung

scheint mit U.S. Steel übereinzustimmen,

wenn es um die Interpretation des entsprechenden

Gesetzes und die lange Praxis der

mit dem Unternehmen ausgehandelten

Tarifverträge geht. Aber in den Rechtsstreit

mischt sich die USW nicht ein. Ob die Ge -

werkschaftsleitung mit der Entscheidung,

die klagenden Stahlarbeiter nicht zu unterstützen,

den Zorn der Kläger und anderer

Stahlarbeiter auf sich zieht, bleibt abzuwarten.

Im Gegensatz zur Stahlarbeitergewerkschaft

unterstützt der Gewerkschaftsdachverband

AFL-CIO mit Eingaben an die Ge -

richte die klagenden Arbeiter. Das gleiche

gilt für die United Food and Commercial

Workers International Union, eine Gewerkschaft,

die u. a. Fleischwarenhersteller in

Schlachthäusern vertritt und damit eine

Gruppe von Beschäftigten, die auch besondere

Kleidung am Arbeitsplatz tragen müssen.

Die U.S.-Handelskammer und die Obama-Administration

unterstützen U.S. Steel

in Gerichtseingaben.

Während der Rechtsstreit zwischen den

Gary-Stahlarbeitern und U.S. Steel beim

Bundesgerichtshof landete, ratifizierte die

Belegschaft des kanadischen U.S.-Steel-

Lake-Erie-Hüttenwerks einen fünfjährigen

Tarifvertrag, der die viermonatige Aussperrung

der tausendköpfigen Belegschaft be -

endete. Aber es dauerte ca. vier Wochen,

bevor der wieder angeheizte Hochofen und

die nahe Kokerei voll produzieren konnten.

In der Zwischenzeit gab es längere Lieferzeiten

für Stahlblech, weil mehrere Unternehmen

geplante und ungeplante Wartungsarbeiten

durchführen mussten.

stahlmarkt 11.2013


Steel International K 15

Neben der Öl- und Gasindustrie ist die Autobranche der beste Kunde

der Stahl industrie. Keine andere Herstellungsbranche erfuhr in

diesem Jahr einen eindrucksvolleren Höhenflug als die Automobilindustrie.

Die wieder erstarkten einstmals »Drei Großen« von De -

troit, General Motors, Ford und Chrysler, meldeten alle Verkaufsrekorde

und Rekordgewinne. Das wieder produzierende U.S.-Steel-

Lake-Erie-Werk hat eine Jahres kapazität von 2,9 Mill. t und produziert

insbesondere warmgewalzte Coils für Auto hersteller in Kanada

und den Vereinigten Staaten.

(sm 131105789) K

L STEEL TICKER

REORGANISATIONSPROJEKT SALZGITTER AG 2015

Salzgitter. Der Aufsichtsrat der Salzgitter AG hat in seiner Sitzung am

26. September 2013 einer grundlegenden Veränderung der Konzernorganisation

zugestimmt. Deren Gestaltungsprinzipien sind hohe Kunden- und

Marktorientierung, eindeutige und schlanke Führungsstruktur sowie hohe

Prozesseffizienz. Die neue Konzernstruktur wird am 1. Januar 2014 in Kraft

treten.

Die Konzerngesellschaften werden organisatorisch fünf Geschäftsbereichen

zugeordnet: Flachstahl, Grobblech/Profilstahl, Energie, Handel und

Technologie. Die vorwiegend konzernintern tätigen Dienstleistungsunternehmen

werden entweder den Geschäftsfeldern ihrer größten Konzernkunden

zugeordnet oder in einem der Vorstandsressorts zentral geführt.

Der Vorstand der Salzgitter AG wird künftig aus drei Mitgliedern bestehen:

Vorstandsvorsitzender, Vorstand Finanzen und Arbeitsdirektor. Die

aktive Führung der Geschäftsbereiche wird von einem neuen Gremium, der

»Konzerngeschäftsleitung«, wahrgenommen werden.

Die Vorstandsmitglieder Wolfgang Eging und Heinz Groschke bleiben bis

zu ihrem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2014 Mitglieder des Vorstands

und fungieren ab 1. Januar 2014 als Leiter der Geschäftsbereiche Energie

bzw. Handel. Mit diesen Entscheidungen des Aufsichtsrats zur neuen Konzernstruktur

und der Unterzeichnung des Zukunftsvertrags seien alle notwendigen

Voraussetzungen geschaffen, um das konzernweite Reorganisationsprojekt

»Salzgitter AG 2015« zügig umzusetzen. Das Programm soll

die Wettbewerbsfähigkeit des Salzgitter-Konzerns in einem schwierigen

Marktumfeld stabilisieren, das von einer Strukturkrise der europäischen

Stahlindustrie bestimmt sei. Es diene somit zugleich der Absicherung der

Eigenständigkeit des Unternehmens sowie dem Erhalt möglichst vieler

Arbeitsplätze.

(sm 131105778) K

WELTWEIT DICKSTE EDELSTAHLBRAMMEN

BEI POSCO

Erlangen. Im Juli ist bei der Pohang Iron and Steel Co. Ltd. (Posco) in

Pohang, Korea, eine einsträngige Stranggießanlage zur Erzeugung der

weltweit dicksten Brammen aus Edelstahl in Betrieb gegangen. Die Anlage

wurde von Siemens Metals Technologies im Edelstahlwerk SSCP 4 errichtet

und ist für die jährliche Erzeugung von 700.000 t Brammen mit Dicken von

bis zu 300 mm aus austenitischen und ferritischen Stählen ausgelegt. Mit

der neuen Stranggießanlage erweitert Posco seine Produktionskapazitäten

für qualitativ hochwertige Edelstähle.

(sm 131105769) K

stahlmarkt 11.2013


16 K Steel International

USA verzeichnen wachsende

Nachfrage nach Rohren

Stahlrohre wertmäßig wichtigstes Segment

New York. Der US-Markt für Rohre hat sich erholt, in den kommenden

Jahren erwarten Branchenexperten eine kräftige Nachfrage der Abnehmerbranchen.

Auch wenn der Absatz von Kunststoffrohren steigt, so behaupten

dennoch Stahlrohre ihren Platz als wertmäßig wichtigstes Marktsegment,

heißt es in einer Mitteilung von Germany Trade & Invest.

WW K Die deutschen Rohrhersteller verzeichneten

im Gesamtjahr 2010 zwar noch einen

Rückgang ihrer Lieferungen in die Vereinigten

Staaten um 5,1 % auf 764,7 Mill. USD,

US-Nachfrage für Rohre in Mrd. USD

in Mrd. USD

20

15

10

5

0

11,3

8,5

Stahl

13,0

7,6

Kunststoff

16,8

11,3

2005 2010 2015 2020

(131105719/1) Quelle: freedonia, gtai

19,2

13,9

doch seit der zweiten Jahreshälfte 2010 hat

sich der Wind auf dem US-Markt für Rohre

gedreht. Aufgrund der dynamischen Entwicklung

der Energiewirtschaft und der Erdgasindustrie

sowie zunehmenden staatlichen

Investitionen in die Abwasser- und

Trinkwassernetze erwartet das Marktforschungsinstitut

Freedonia bis 2017 jährliche

Zuwachsraten von 5,2 %. Der Bruttoabsatz

wird 2015 laut der Branchenexperten 30,4

Mill. t betragen.

Eine günstige Wachstumsprognose räumen

Experten u. a. Rohren aus High Density

Polyethylen (HDPE) ein, die zunehmend in

der Trink- und Abwasserversorgung zum

Einsatz kommen. Die US-Wasserwirtschaft

kämpft mit erheblichen infrastrukturellen

Problemen, eine nötige Modernisierung

dürfte den Absatz von Rohren in diesem

Bereich kontinuierlich ankurbeln.

Wachstum bei Stahlrohren

Bei Stahlrohren werde das Wachstum zwar

unter dem Branchendurchschnitt bleiben,

doch Stahlrohrhersteller dürften von dem

Aufschwung in der US-amerikanischen Ölund

Erdgasindustrie profitieren. Daneben ist

die Chemieindustrie ein weiteres wichtiges

Absatzgebiet. Laut einer Berechnung des

Freedonia-Instituts steigt die Nachfrage

nach Stahlrohren zwischen 2010 und 2015

um 5,3 % von 13,0 Mrd. USD auf 16,8 Mrd.

USD. Wertmäßig liegt das Segment der

Stahlrohre mit 44 % nach wie vor auf dem

Spitzenplatz in dem Wirtschaftsbereich Rohre.

Im Hinblick auf die Verkaufszahlen dürften

Betonrohre und verformbare Metallrohre

das größte Marktsegment bleiben. Betonrohre

kommen hauptsächlich bei der Überbrückung

von großen Distanzen im Bereich

des Wasser- und Abwassertransports zum

Einsatz, Rohre aus verformbaren Metallrohren

in der Bauindustrie. Deutschland ist

siebtwichtigstes Lieferland, 2010 exportierten

deutsche Hersteller Rohre im Wert von

764,7 Mill. USD in die USA. (sm 131105719) K


Steel International K 17

Posco hat jetzt auch in Europa ein Zuhause

Südkoreanischer Stahlerzeuger nimmt Kaltwalzwerk in der Türkei in Betrieb

Antalya. Mit der Fertigstellung einer neuen Kaltwalzstraße in der

türkischen Provinz Kocaeli besitzt der südkoreanische Stahlerzeuger Posco

nun die erste Produktionsanlage auf europäischem Boden. Das im

Industriekomplex Izmit beheimatete Werk »Posco Assan TST« verfügt über

eine Produktionskapazität von 200.000 t/Jahr.

WW K Das neue Werk verschafft dem Stahlerzeuger

aber nicht nur den Zugang zum

europäischen und zum türkischen Markt. Es

bietet außerdem eine gute strategische Ausgangsbasis

für den Eintritt auf die Märkte in

umliegenden Regionen. Schon bald könnte

Posco von dort aus Produkte in Russland, in

der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten

und in Nordafrika anbieten.

Der Standort ist ideal, da sich in der Türkei

mittlerweile nicht nur diverse globale Automobilerzeuger

wie Renault, Fiat, Ford, Nissan

und Honda angesiedelt haben. Das Land

am Bosporus ist neben Deutschland und

Italien auch einer der drei größten Haushaltsgeräteerzeuger

in Europa. So steigt in

dieser Region die Nachfrage nach hochwertigen

und nichtrostenden kaltgewalzten

Stählen stetig.

Trotz dieser Rahmenbedingungen gibt es

bisher in der Türkei kein einziges Werk, das

nichtrostenden Stahl erzeugt. Aus diesem

Grund sind die dort angesiedelten Verarbeiter

auch weiterhin von Importen abhängig. Bis

zum Jahr 2015 rechnen Experten mit einem

Mangel an diesen Produkten von rd. 1 Mill. t.

Posco will aber von seinem neuen Werk aus

nicht nur die türkischen Industrieunternehmen

und die umliegenden Länder mit Stahl

versorgen. Ein Teil der Produkte ist auch für

das unternehmenseigene Service-Center

Posco-ITPC bestimmt, das im September in

der Nähe der italienischen Stadt Verona den

Betrieb aufgenommen hat. Der Stahlerzeuger

erhofft sich von der engen Zusammenarbeit

der beiden Konzernteile hohe Synergien.

Bei der Eröffnung des türkischen Werkes

begrüßte Poscos CEO Chung Joonyang rd.

300 Gäste aus Politik und Wirtschaft. Er

bezeichnete die Kaltwalzstraße als Frucht

der langen Beziehungen zwischen den beiden

Ländern. Zuvor hatte ihm der türkische

Industrieminister Nihat Ergun zugesagt, das

neue Werk kräftig zu unterstützen.

Mit der Fertigstellung der Kaltwalzanlage

vergrößert sich die Produktionskapazität von

Posco weltweit auf 3 Mill. t/a.

(sm 131105709) K


18 K Steel International

Gemeinsam Werte schaffen

Tata Steel richtet sich noch stärker nach

den Endkundenmärkten aus

Frankfurt/Main (WS). Europas zweitgrößter Stahlkonzern, Tata Steel,

stellt sich auf die Veränderungen der Märkte ein. Denn während

der Stahlmarkt global weiter wächst, hinkt seine Entwicklung in Europa

hinterher. Trotzdem gibt es Chancen – schließlich sind zahlreiche

hochinnovative Stahl verarbeitende Industrien in Europa ansässig.

»Tata Steel wird seine Kunden auf diesen anspruchsvollen Märkten in

Zukunft noch stärker unterstützen«, versicherte Chief Commercial Officer,

Dr. Henrik Adam, auf dem 8. Dow Jones Stahl Tag in Frankfurt.

(131105863/1) (Quelle: Tata Steel)

Henrik Adam

WW K Die weltweite Stahlverwendung wird

im kommenden Jahr auf rd. 1,5 Mrd. t steigen.

Seit 2007 hat sich die Stahlnachfrage

jedoch von Region zu Region unterschiedlich

entwickelt. Zwar hat die weltweite

Wirtschafts- und Finanzkrise im Jahr 2007

sämtliche Märkte in Mitleidenschaft gezogen,

doch während Prognosen zeigen, dass

China bis 2014 wieder 163 % der Stahlnachfrage

von 2007 er reicht (Welt insgesamt

rd. 123 %), zählt Europa mit nur

71 % zu den Schlusslichtern. »Die EU-27

ist die einzige Region, die so stark gelitten

hat«, erklärte Dr. Henrik Adam und: »Wir

gehen davon aus, dass die europäische

Stahlnachfrage das Vorkrisenniveau von

2007 nicht vor 2020 wieder erreichen

wird.«

Die gute Nachricht in Dr. Adams Vortrag

war, dass die Situation nicht in allen Regionen

und Branchen Europas gleich aussieht.

Beispielsweise konnten der Automobil- und

Maschinenbausektor in Deutschland, Tschechien

und UK, aber auch die Baubranche in

Stahlnachfrage und Industrieproduktion in Europa

Stahlnachfrage

2014 Prognose Veränderung zu 2007 in %

Produktion in ausgewählten Branchen/Ländern

2014 Prognose (Index: 2010 = 100)

Spanien (ES)

Italien (IT)

UK

EU-27

47

62

66

71

ES - Bau

FR – Auto

CZ – Bau

IT – Bau

IT – Maschbau

UK – Auto

Geringere

Aktivität

gegenüber

2010

Frankreich (FR)

Deutschland (DE)

Tschechische Republik (CZ)

Polen (PL)

74

92

93

98

DE – Auto

PL – Bau

UK – Maschbau

DE – Maschbau

CZ – Maschbau

CZ – Auto

Gestiegene

Aktivität

gegenüber

2010

0 50 100

0 50 100 150

(131105863/2) Quelle: Eurofer, Tata Steel Europe, Dow Jones Stahl Tag 2013

stahlmarkt 11.2013


Tata Steel will die

deutschen und

europäischen Kunden

auf den anspruchsvollen

und wettbewerbsfähigen

Märkten noch

besser unterstützen

(Foto: Tata Steel).

(131105863/3)

Polen fast wieder das Vorkrisenniveau er -

reichen. »Es gibt also durchaus attraktive

Nischen und somit entsprechend Chancen«,

betonte Adam.

»Ich glaube, dass die Globalisierung in

den nächsten 10 bis 15 Jahren die maßgeblich

treibende Kraft für die Stahlindustrie

sein wird«, machte der Tata-Steel-Manager

deutlich. So gebe es einige »Megatrends«,

die sowohl kurz- wie auch langfristig positiven

Einfluss auf die Stahlindustrie haben

dürften. Dazu zählen Urbanisierung und

»

Globalisierung

und

Megatrends sind Potenziale,

über die wir uns in Europa

Gedanken machen müssen,

sie sind unsere Chancen

für Wachstum.

Entwicklung von Megastädten, globale Um -

verteilungen, aber auch der demografische

Wandel. Dass die Bevölkerung in vielen

Regionen der Welt zunehmend altert, wird

weitreichende Folgen haben – bis hin zum

Kampf um die besten Mitarbeiter.

Es gibt noch weitere Trends: So hat z. B.

die Hälfte des weltweiten Wachstums in den

letzten 10 Jahren in Asien stattgefunden.

Eine Rolle spielen auch die Themen Energie

und Ressourcen: »Der Weltenergieverbrauch

wird in den nächsten 15 Jahren um

rd. 50 % steigen«, sagte dazu Dr. Henrik

Adam und die damit verbundenen Technologien

werden eher »grüner« und ressourcenschonender

sein als bisher. »Dies bietet

für uns ein hohes Potenzial an Wachstum

für die Zukunft.«

Bei den Kunden der Stahlindustrie wird

der Wandel zu grünen und kosten- sowie

energieeffizienten Produkten und Lösungen

nicht aufzuhalten sein. Entsprechend stärker

wird man dort auch den Fokus auf Kooperation

bei Innovationen und Design legen.

Und genau in dem Wandel der Kundenanforderungen

liegen wiederum die Chancen

für die europäischen Stahlerzeuger.

Die verarbeitenden Industrien

Europas sind stark

und müssen es bleiben

Branchen wie die Automobilindustrie, das

Baugewerbe, die Energieerzeugung sowie

der Förder- und Hebesektor lassen in den

nächsten Jahren hoffen. Diese Sektoren

werden von den Stahlerzeugern Produkte

und Leistungen einfordern, bei denen die

Stahlindustrie in Europa ihr Know-how einbringen

kann: z. B. mit einem fokussierten

Kostenmanagement, mit dem Wissen um

intelligente Energienutzung und innovative

Werkstoffe für Hightech-Anforderungen.

»Die verarbeitende Industrie kann weiterhin

eine wichtige Rolle in Europa spielen«,

machte Dr. Henrik Adam deutlich. Wie stark

die verarbeitende Industrie in Europa ist,

zeigte er an einigen Zahlen: 5.800 Mrd. €

Umsatz und 1.400 Mrd. € Wertschöpfung

im Jahr 2009 bei 37 Mill. Beschäftigten in

insgesamt 2 Mill. Unternehmen, darüber

»

Wir

sehen, dass es in Europa

mit einer hoch entwickelten

Industrieproduktion genügend

Nachfrage gibt, dass aber auch

in vielen Regionen und

Branchen Europas die Türen für

Exporte offen sind.

hinaus Exporte in Höhe von 3.800 Mrd. € im

Jahr 2010. »Wenn wir dieses ›Asset‹, diesen

Trumpf, nicht erhalten, verspielen wir alle

einen hohen Wert unserer europäischen

Wettbewerbsfähigkeit.«

Tata Steel hat sich gut vorbereitet

Das Produktportfolio von Tata Steel ist breit

gefächert. Zahlreiche prestigeträchtige

Stahllösungen lassen sich bereits aufzählen.

Dazu gehört Stahl für die Fahrwerke in den

Airbus-Flugzeugen, für Batteriehülsen bzw.

die Verpackungsindustrie oder auch für

Schienen des französischen Hochgeschwindigkeitszuges

TGV. Diese Erfolgsgeschichten

stahlmarkt 11.2013


20 K Steel International

Über Tata Steel

Mutterkonzern ist die indische Tata-Gruppe, mit

Sitz in Mumbai, ein Mischkonzern, dessen Kerngeschäft

nach wie vor Stahl ist. Firmengründer

Jamshedji Nasarwanji Tata – übrigens auch als

Vater der indischen Industrialisierung bezeichnet

– hat vor über 100 Jahren den Engländern die

Erlaubnis zur Stahlerzeugung abgerungen. So

wurde 1907 Tata Steel gegründet (früher TISCO

– Tata Iron and Steel). Die indische Stadt

Jamshedpur – die Stelle, an der er das erste Stahlwerk

Indiens und heutige Hauptwerk der Tata-

Gruppe errichten ließ – ist übrigens nach ihm

benannt. Die Gruppe verfügt über eine Jahreskapazität

von 28 Mill. t Rohstahl mit Produktionsstätten

in 26 Ländern und einer Vertriebspräsenz

in über 50 Märkten. Sie beschäftigt rd. 80.000

Mitarbeiter auf vier Kontinenten. Tata Steel hat im

Jahr 2007 den Stahlkonzern Corus erworben, der

aus der Vereinigung von British Steel und der niederländischen

Koninklijke Hoogovens (1999) hervorgegangen

war.

Inzwischen umbenannt in Tata Steel ist der

europäische Teil der Gruppe mit rd. 33.000 Mitarbeitern

in London ansässig. In Europa be trägt die

Rohstahlkapazität ca. 17,9 Mill. t. Die größten

derlanden

(IJmuiden) und in Großbritannien

(Scunthorpe, Port Talbot, Rotherham). Es gibt zahlreiche

nachgelagerte Produktionsstätten in Großbritannien,

den Niederlanden, Deutschland,

Frankreich, Belgien, Schweden, Spanien, der Türkei

und den USA. Darüber hinaus existiert ein

breites Netzwerk von Service-Centern und Weiterverarbeitungsbetrieben

in ganz Europa. Chairman

von Tata Steel ist Cyrus Mistry. Die europäische

Führungsspitze besteht u. a. aus Dr. Karl

Ulrich Köhler, Managing Director und CEO,



Das Produktportfolio von Tata Steel umfasst

hochwertige Bandstahlprodukte, Baustähle, Spe-


hin zu Schienen, außerdem Spezialstähle für den

Maschinenbau und zahlreiche individuelle Stahlprodukte

wie geschweißte Rohrkonstruktionen

für den Offshoresektor, Dach- und Wandsysteme,

Gebäudehüllen und Systeme für den konstruktiven

Ingenieurbau.

will Tata Steel nun fortsetzen und intensivieren.

Deutsche wie europäische Kunden sollen

noch bessere, individuell zugeschnittene

Lösungen erhalten.

»Unsere Kundengruppen, sei es die Automobil-,

Bau-, Flugzeug-, Energie-, Hebeoder

Förderindustrie, können wir mit einem

breiten Spektrum an innovativen Produkten

versorgen«, sagte dazu Dr. Henrik Adam.

»Jetzt haben wir dies im Hinblick auf Produktportfolio

und Abnehmerbranchen noch

weiter hinterfragt, damit wir unsere Kunden

auf den anspruchsvollen und wettbewerbsintensiven

Märkten noch besser unterstützen

können.«

Das könne so weit gehen, dass Tata Steel

nicht nur den Stahl für Kraftwerksbauten

liefere, sondern sie auch plane, als Dienstleister

für einen Investor, und sogar die Bauaufsicht

übernehme. So kann das Stahlwerk

einerseits Güten entwickeln, die auf die

komplexen Anforderungen der Kunden

zugeschnitten sind, andererseits durch die

Kombination aus Versorgungsleistung und

Serviceleistung für den Kunden Mehrwert

generieren. Die Folge sind Fortschritte – die

man gemeinsam macht – und somit eine

enge Kundenbindung. »Es geht uns darum,

ganz bestimmte Zwecke in der Lieferkette

unserer Kunden zu erfüllen.« Da heiße es

auch mal, für Stahllösungen mit den Kunden

gemeinsam zu kämpfen und in einem

engen Austausch Engineering-Lösungen zu

finden, die z. B. kostengünstig und gewichtseinsparend

sind. Außerdem: »Wir werden

auch mit Commodity-Güten in Europa Geld

verdienen können, wenn die Serviceleistungen

stimmen.« Denn es geht darum, flexibel,

bedarfsgerecht, schnell und anpassungsfähig

dem Kunden den erforderlichen

»

Wir

fragen unsere Kunden

nicht: ›Wieviel Stahl brauchen

Sie?‹, sondern uns interessiert:

›Wie können wir für Sie

Mehrwert schaffen?‹

Service zur Verfügung zu stellen. Unter

anderem dafür hat Tata Steel seine europäische

Distribution neu ausgerichtet. Die Strategie

wird auf der Messe Blechexpo vorgestellt,

siehe auch S. 58.

Flexibilität gewinnt das europäische Stahlunternehmen

– hervorgegangen aus niederländischen

und englischen Stahlwerken –

mit indischer Mutter sicher auch durch seinen

Multikulturalismus. Nachgelagerte Produktion,

Distributions- und Service-Netzwerke

reichen von Norwegen bis Spanien

und von England bis Osteuropa. »Wir sind

durchaus ein Multikulti-Unternehmen und

in Europa breit aufgestellt«, sagte dazu

Dr. Henrik Adam im Gespräch mit dem

»stahlmarkt« am Rande der Dow-Jones-

Konferenz. Das bedeute Flexibilität und biete

große Chancen im Hinblick auf die An -

passungsfähigkeit an die Kunden. Die europäische

Multikulti-Gesellschaft bei Tata Steel

stelle zusammen mit dem sehr stimmigen

Wertebild aus der indischen Firmenkultur

eine Bereicherung dar. Man könne dadurch

viel flexibler im Verständnis des Kunden

sein. Und: »Den Kunden zu verstehen ist

doch die erste wichtige Aufgabe«, erklärte

Dr. Henrik Adam. »Nur wer den Kunden

tatsächlich verstanden hat, der wird danach

auch gerne gefragt«.

Das alles sind starke Argumente, weshalb

sich die Stahlindustrie in Europa auch in

Zukunft behaupten wird, davon ist der Tata-

Steel-Manager überzeugt und so lautete

sein Abschlussstatement: »Wir von Tata

Steel glauben, dass wir Ecken und Nischen

finden und auch bei unserer Größe in Europa

be stehen werden. Wir sind hier, um im

Markt zu bleiben und nicht hinaus zugehen.«

www.tatasteeleurope.com

/

(sm 131105863) K

stahlmarkt 11.2013


Steel International K 21

L STEEL TICKER

VALINOX NUCLÉAIRE NIMMT NEUE ROHRANLAGE

IN BETRIEB

Mönchengladbach. Valinox Nucléaire hat neue Maschinen für sein

Rohrwerk in Nansha, Guangdong, China, in Betrieb genommen. Vali nox

erweitert damit seine Produktionskapazitäten. Mit der von SMS Meer gelieferten

Technik setzen die beiden Unternehmen ihre langjährige Partnerschaft

fort.

Mit dem neuen Walzwerk von SMS Meer ist Valinox Nucléaire in der

Lage, die Produktionskapazität von Rohren für die nukleare Dampferzeugung

um 2.000 km/a zu steigern. So kann das Unternehmen der rasant

steigenden Nachfrage von chinesischen Unternehmen für nukleartechnische

Einrichtungen nachkommen.

Valinox ist weltweit führend in der Herstellung von Spezialrohren für die

Energiewirtschaft.

(sm 131105770) K

EUROFER KRITISIERT EU FÜR NEUE

EMISSIONSHANDELSPLÄNE

Brüssel. Der europäische Stahlverband EUROFER hat die jüngsten Pläne

der Europäischen Kommission für die dritte Periode des Emissionshandelssystems

ETS scharf kritisiert. Die Kommission hatte Anfang September

entschieden, dass die Betreiber von Stahlerzeugungsanlagen im laufenden

Jahr 5,73 % weniger kostenfreie Handelszertifikate bekommen. Bis zum

Jahr 2020 sollen die Kürzungen auf 17,56 % steigen. Insgesamt werden die

kostenlosen Zertifikate in dem Zeitraum von 2013 bis 2020 damit um durchschnittlich

11,58 % gekürzt.

Nach Angaben des Verbands erhalten die Stahlerzeuger bereits jetzt

wesentlich weniger Zertifikate als sie benötigen.

Die neuen Vorschriften verschlimmern EUROFER zufolge die Situation

noch, da die Stahl erzeuger künftig noch mehr Zertifikate kaufen müssen

als zunächst geplant. EUROFER-Generalsekretär Gordon Moffat forderte

die Politiker in Brüssel auf, diese Vorgaben sofort wieder zu rückzunehmen,

da sie die Unternehmen benachteiligen, die im internationalen Wettbewerb

stehen. Eine Abwanderung der Industrie ins außereuropäische Ausland

verhindere die EU, anders als versprochen, nicht.

(sm 131105718) K

CHINAS STAHLRIESEN MÜSSEN »ONLINE« LERNEN

London. Wenn chinesische Stahlerzeuger künftig mehr Material über ihre

eigenen Onlineplattformen verkaufen wollen, müssen sie direkten Kontakt

zu Endkunden aufnehmen. Tun sie es nicht und verkaufen ihre Produkte

wie bisher nur an unzählige Zwischenhändler, dürfte sich nach Einschätzung

des Londoner Beratungsunter nehmens MEPS kaum eine Tonne mehr

Stahl absetzen lassen. Zudem bleibt der Verkauf in effizient und sehr teuer.

Umdenken müssen aber auch die Endnutzer, wie die Energie- und Bauunternehmen.

Sie müssen in gut funktionierende Einkaufsabteilungen und

Lagerhäuser investieren. Gelingt die Um stellung, verkürzt sich die Lieferkette

vom Stahlerzeuger bis zum Endnutzer. Zwischenhändler werden ausgeschaltet,

Transporte vermieden – die Kosten sinken. Außerdem dürfte

das Verständnis zwischen Stahlerzeuger und Kunden für zu lösende Probleme

und Anwendungen steigen. Kunden können ihre Wünsche direkt an

die Stahlhersteller übermitteln.

(sm 130905583) K

stahlmarkt 11.2013


22 K Steel International

Chiles Metallindustrie hat noch einen langen Weg vor sich

Santiago. Die Metall erzeugende und verarbeitende Industrie Chiles ist zwar in den vergangenen Jahren gewachsen,

im Vergleich zu anderen Industrie- und Schwellenländern hinkt das Land aber noch meilenweit hinterher.

WW K Dies soll sich nun ändern. Berater zeigen

den Weg auf, wie dieser Industriebereich

künftig eine größere Bedeutung

erlangen könnte. Eine bessere Aus- und

Weiterbildung der Beschäftigten, ein anhaltend

hoher Kupferpreis und eine Produktionsausweitung

in der Metallerzeugung

dürften den Abstand auf jeden Fall verkleinern.

Das jedenfalls sind die Vorschläge des

Beratungsunternehmens Econsult, das sich

über die Rolle der chilenischen Industrie jetzt

und in Zukunft Gedanken gemacht hat.

Präsentiert wurde die Studie Ende August

während des traditionellen Industrieforums

in Santiago, das der heimische Metallindustrieverband

Asimet veranstaltet hat. Die

Berater kritisierten, dass Chile gegenwärtig

noch in einem sehr hohen Maß von seinen

Rohstoffvorkommen – vor allem von Kupfer

– abhängig ist. Sie sind außerdem der Meinung,

dass die wirtschaftliche Entwicklung

des Landes ohne eine gut funktionierende

Metallindustrie weiter schwächeln wird.

Der Metall erzeugende und verarbeitende

Sektor des Landes hatte im vergangenen

Jahr nur einen Anteil von 2,4 % am gesamten

Bruttoinlandsprodukts. Bezogen auf die

Wertschöpfung der herstellenden Industrie

betrug der Anteil ebenfalls nur 23 %. Bei

den Exporten sieht es nicht besser aus. Die

Metall verarbeitende Industrie kommt bezogen

auf alle Ausfuhren des Landes nur auf

einen Anteil von 5,3 %. Bei den Nicht-Kupfer-Ausfuhren

sind es vernachlässigbare

11,5 %.

Die Branche hat 175.000 Arbeitsplätze in

Chile geschaffen und damit nur 20 % aller

Arbeitsplätze in der Industrie und 2,3 %

aller Arbeitsplätze im Land. Im internationalen

Vergleich nimmt dieser Industriebereich

nach Angaben der Berater eine wesentlich

wichtigere Rolle ein. Die Metall verarbeitende

Industrie ist mit einem Anteil von mehr

als 50 % in vielen Ländern der bestimmende

Faktor in der Herstellungsindustrie. Hier hat

Chile noch ein großes Aufholungspotenzial.

Um das Wachstum in diesem zukunftsträchtigen

Sektor zu beschleunigen, muss

das Land nach Einschätzung der Berater zur

Erhöhung der Produktivität aber nicht nur

Aus- und Weiterbildung verbessern, sondern

außerdem die hohen Energiekosten

reduzieren. Sie belasten nämlich viele Unternehmen

und machen bei einigen Gesellschaften

50 % aller direkten Produktionskosten

aus. Gegenwärtig kostet 1 MWh

Strom 175 USD. Das ist doppelt so viel wie

in Kanada, in den USA, in Neuseeland oder

China.

Durch diese hohe Belastung sinkt die

Wettbewerbsfähigkeit der chilenischen In -

dustrie um rd. 30 %, folgert das Beratungsunternehmen.

So wundert es nicht, dass

Econsult zum schnellen Handeln drängt und

eine signifikante Verbesserung der Energieversorgung

fordert. Abgesehen davon muss

Chile aber auch die Produktion im Land ausbauen.

Gegenwärtig werden noch 68 %

aller metallurgischen und mechanischen

Produkte importiert. Exportiert werden nur

7 %.

Um hier künftig erfolgreicher zu sein,

braucht das Land aber einen Wechselkurs,

der diese Entwicklung fördert. Da der Wechselkurs

vom Kupferpreis abhängig ist, sehen

die Berater den Preis des Metalls als Schlüsselindikator

für die Stimulierung des Wachstums

und für die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit.

Quelle: Alacero

(sm 131105702) K

stahlmarkt 11.2013


Steel International K 23

L STEEL TICKER

WELTGRÖSSTE STRANGGIESS-

ANLAGE FÜR VORBLÖCKE GEHT

IN BETRIEB

Mönchengladbach. Dongbei Special Steel

aus Dalian City, Provinz Liaoning, China, hat eine

800-mm-Vorblock-Stranggießanlage von SMS

Concast erfolgreich in Betrieb genommen. Das

Unternehmen betreibt jetzt die dritte Stranggießanlage

für Vorblöcke von SMS Concast.

»Diese Stranggießanlage ist ein Meilenstein für

Maschinenbau, Elektro- und Verfahrenstechnik.

Sie setzt einen neuen Maßstab in der Stahlgussindustrie«,

sagt Luis Hernandez, CEO von SMS

Concast. »Wir haben verschiedene technische

Innovationen integriert. Dass Dongbei uns bereits

dreimal als Partner gewählt hat, zeigt, dass wir mit

unserer Technologie auf dem richtigen Weg sind.«

Mit der neuen Anlage führen Dongbei und

SMS Concast ihre langjährige Partnerschaft fort.

Genau wie die Vorgängeranlage in Dongbei-

Beiman (2002) und Dongbei-Dalian (2011) produziert

die neue Stranggießanlage hochwertige

Vorblöcke aus Spezialstahl. Sie hat eine Kapazität

von bis zu 450.000 t/a. Die Maschine gießt

Vorblocktransport in der neuen Vorblock-Stranggießanlage von Dongbei Special Steel

(Foto: SMS Concast).

Vorblöcke mit einem Durchmesser von 600 bis

800 mm. Dongbei Special Steel nutzt die Vorblöcke,

um große Wellen, Werkzeugstahl und Edelstahl

auf den hydraulischen Pressen und Radialschmiedemaschinen

von SMS Meer zu schmieden.

Die Produkte werden an die Öl-, Energie-,

Luftfahrt- und Automobilindustrie geliefert.

(111105761/1)

(sm 131105761) K

stahlmarkt 11.2013


24 K Neue Firmenschriften

Aratubo S.A.

Geschweißte Präzisionsstahlrohre

16 Seiten, deutsch

Als feste Größe unter den europäischen

Herstellern von ge -

schweißten Präzisionsstahlrohren

hat sich Aratubo S.A. aus

dem baskischen Vitoria u. a. in

Branchen wie der Automobilindustrie

sowie dem Stahlhandel etabliert.

Im neuen Gesamtkatalog stellt Aratubo sein erweitertes Produktionsprogramm

vor, der außerdem einen umfassenden Überblick über sämtliche

Firmenaktivitäten bietet.

E. Büker Rohrtechnik GmbH

E. Büker Rohrtechnik GmbH

8 Seiten, deutsch

Die E. Büker Rohrtechnik GmbH ist ein

Spezialist für mobile Rohranfasmaschinen

und für Systemlösungen zur Erzeugung

von Prozesswärme. Zu den Leistungen

zählen nicht nur Fertigung und

Konzeption, sondern auch Wartung. Das

seit mehr als 25 Jahren bestehende

meerbuscher Unternehmen zählt Rohrleitungs-

und Kesselbauer sowie sämtliche

Kratwerkbauer aus Europa und

auch aus Übersee zu seinen Kunden.

Aratubo S.A. (Vertrieb Deutschland)

Virchowstraße 4, 90409 Nürnberg

Tel. +49 911 569628-0, Fax +49 911 569628-20

E-Mail: aalecu@aratubo.com, www.aratubo.com

(sm 131105795) K

E. Büker Rohrtechnik GmbH

Meerbuscher Straße 64 – 78, 40670 Meerbusch

Tel. +49 2159 92840-0, Fax +49 2159 92840-10

E-Mail: info@bueker-rohrtechnik.de

www.bueker-rohrtechnik.de

(sm 131105796) K

Eckelmann AG

CNC-Steuerung für Schneidmaschinen

2013

8 Seiten, deutsch

Die Eckelmann AG konzentriert sich seit

35 Jahren auf die Entwicklung und Ausführung

von Automatisierungslösungen

für den Maschinen- und Anlagenbau. Im

CNC-Bereich hält das Unternehmen eine

breite Palette von flexibel einsetzbaren

Hard- und Softwarekomponenten und

entsprechenden Service bereit und arbeitet

dabei eng mit Ferrocontrol Steuerungssysteme

GmbH sowie Rex & Schley Automatisierungstechnik

GmbH zusammen.

Paul Ernst Maschinenfabrik GmbH

ATLAS – Die modulare Entgratmaschine

18 Seiten, deutsch

Die modulare Entgratmaschine

ATLAS umfasst leistungsfähige

Aggregate und eine komfortable

Steuerung für flexible

Blechentgratung und Oberflächenfinish.

Die Modulbauweise

sorgt dafür, dass die Maschine

individuell zusammengestellt

werden kann.

Eckelmann AG

Berliner Straße 161, 65205 Wiesbaden

Tel. +49 611 7103-0, Fax +49 611 7103-133

E-Mail: info@eckelmann.de, www.eckelmann.de

(sm 131105798) K

Paul Ernst Maschinenfabrik GmbH

Alte Meckesheimer Straße, 74927 Eschelbronn

Tel. +49 6226 9504-0, Fax +49 6226 9504-40

E-Mail: info@ernst-maschinen.de, www.ernst-maschinen.de

(sm 131105797) K

Castolin GmbH

Castolin GmbH

Gutenbergstraße 10, 65830 Kriftel

Tel. +49 6192 403-0, Fax +49 6192 403-314

E-Mail: castolin@castolin.de, www.castolin.de

innovationen, stärker wachsen…

24 Seiten, deutsch

Castolin Eutectic ist ein führendes Unternehmen

in der Verschleißbekämpfung

und in Spezialverbindungslösungen für

harte und raue Einsatzbedingungen.

Castolin Eutectic ist in zahlreichen Ländern

vertreten und verfügt über umfassende

Industrieerfahrung, die Reparaturund

Verbindungstechnik, aber auch

Oberflächenschutz umfasst. Verschleißmechanismen

wie Ermüdung, Stoßbeanspruchung

oder Abrasion gehören zu

den Kerngebieten des Unternehmens.

(sm 131105799) K

Stahlwerk, Schweißgeräte Deutschland e.K.

STAHLWERK ®

24 Seiten, deutsch

Stahlwerk Schweißgeräte ist

einer der führenden Anbieter

von leistungsstarken Schweißgeräten

für den industriellen

Sektor sowie den Hobbybereich.

Das Unternehmen setzt

auf Invertertechnologie, die

sich stufenlos regulieren lässt, den Eigenbedarf reduziet und bei präziser

Steuerung eine hohe Geschwindigkeit zurlässt. Die Stahlwerk-Plasmaschneider

lassen sich mit Luft anstatt Gas an allen leitfähigen metallen

wie Edelstahl, Titan, Kupfer und Normstahl einsetzen.

Stahlwerk Schweißgeräte Deutschland e.K.

Auf dem Schurwessel 31, 53347 Alfter

Tel. +49 228 243317-13, Fax +49 228 243317-23

E-Mail: info@stahlwerk-schweissgeraete.de

www.stahlwerk-schweissgeraete.de

(sm 131105800) K

stahlmarkt 11.2013


26 K Branchenbericht

Baumaschinen:

Geschäft läuft schleppend

Chinesen drängen in die Weltmärkte

Frankfurt (kv). Bei den deutschen Herstellern von Bau- und Baustoffmaschinen

ist die Stimmung gedämpft. Die Gesamtbranche muss 2013

voraussichtlich erneut Umsatzeinbußen hinnehmen. Zugleich wird sich der

globale Wettbewerb noch deutlich verschärfen.

WW K »Die Lage verbessert sich langsam, die

Branchenstimmung noch nicht.« Mit diesen

Worten umreißt der Fachverband Bau- und

Baustoffmaschinen im Verband Deutscher

Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) die

konjunkturelle Situation im Herbst 2013.

Zwar stabilisieren sich inzwischen die Auftragseingänge,

die im vergangenen Jahr

zumeist niedriger waren als der Umsatz, und

liegen jetzt auch wieder über dem Umsatz.

Angesichts der langen Durchlaufzeiten reichen

sie aber noch nicht wieder aus, um

auch die Erlöse mitzuziehen. So stiegen die

Bestellungen in den ersten sieben Monaten

um 2 %, während der Umsatz um 7 %

schrumpfte. Offenbar hat die hoch gelobte

Weltmesse Bauma im April in München

doch nicht in vollem Maße den Hoffnungen

der Hersteller entsprochen. So heißt es nun

im Verband: »Der Bauma-Effekt war schwächer

als erwartet und ohne Nachhaltigkeit.

Der Branchenumsatz bleibt wohl 2013 im

negativen Bereich.« Bereits 2012 war er

leicht auf 12,5 (12,6) Mrd. € gesunken,

nachdem das Jahr 2011 ein Wachstum von

17 % gebracht hatte.

Die Zahlen sind vor dem Hintergrund der

weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise vor

rd. fünf Jahren zu sehen: Im Zuge wirtschaftlicher

Liberalisierung in vielen Emerging

Markets, der guten Entwicklung der

Bauindustrie auch in Industrieländern und

oft zu einfachem Zugang zur Finanzierung

erlebte die internationale – und damit auch

die deutsche – Baumaschinenindustrie von

2003 bis 2007 einen nie gekannten Aufschwung.

Als die Blase 2007 / 08 mit Immobilienkrisen

und Lehman-Crash platzte, brachen

praktisch alle Märkte (mit Ausnahme

von China) mehr oder weniger stark ein. Der

Rückgang in Deutschland kumulierte sich in

den Jahre 2008 und 2009 auf 55 %. Lediglich

ein Gutteil der Verluste konnte inzwischen

wettgemacht werden.

Verhaltene Aussichten

Aus den Worten von Verbandsgeschäftsführer

Jochen Schmid lässt sich die Unsicherheit

heraushören, die auf der Stimmung auch

wegen eines recht schwachen europäischen

Umfeldes lastet. »Bei den verhaltenen Aussichten

für die Branche kann das Szenario

»

Bei

den verhaltenen

Aussichten für die Branche

kann das Szenario für

das Gesamtjahr bestenfalls

als Seitwärtsbewegung

beschrieben werden.

Verbandsgeschäftsführer Jochen Schmid

für das Gesamtjahr bestenfalls als Seitwärtsbewegung

beschrieben werden. Allerdings

besteht angesichts des guten absoluten

Niveaus, auf dem sich die Branche derzeit

befindet, kein Anlass zur Sorge«, so der

Tenor im Vorstand des Fachverbandes auf

seiner Sommersitzung. Im Einzelnen liegt

beim Bereich Baumaschinen (Umsatz 2012

rd. 7,9 Mrd. €) aktuell nur die Teilbranche

der Hochbaumaschinen im Plus. Zuletzt war

aber in allen Bereichen ein Anziehen der

Nachfrage zu verzeichnen. »Allerdings dürfte

die Hypothek des schwachen ersten

Quartals bei Erd- und Straßenbaumaschinen

zu groß sein, als dass auf das Gesamtjahr

gesehen die schwarze Null im Branchenumsatz

noch erreicht werden kann«, so Schmid.

Der Bereich Baustoffmaschinen (4,6 Mrd. €

Umsatz) liegt im Auftragseingang nach Sondereffekten

durch Einzelprojekte im ersten

Quartal deutlich über dem Vorjahresergebnis.

Schmid: »Auch wenn sich dies in den

nächsten Monaten wieder relativieren sollte,

ist bei den Baustoffmaschinen ein Wachstum

auf das gesamte Jahr 2013 durchaus

realistisch.«

Zu den für die Gesamtbranche aktuell

positiv laufenden Märkten gehören den

Angaben zufolge der Mittlere Osten, hier

insbesondere Saudi-Arabien, Russland mit

allerdings leicht nachlassender Dynamik, die

zentralasiatischen Staaten und mit Abstrichen

Nordamerika und Brasilien. Deutschland,

Frankreich und Skandinavien bleiben

relativ stabil. Am negativen Ende befänden

sich nach wie vor die südeuropäischen Länder.

Auch China und Indien enttäuschten:

Nach einem schwachen Jahr 2012 stelle sich

hier bislang keine echte Belebung ein.

Auf Platz drei in der Weltrangliste

Weltweit gesehen ist Deutschland der drittgrößte

Produzent für Bau- und Baustoffmaschinen

nach den USA und Japan. Rd.

73 % der Gesamtproduktion, in Sparten wie

dem Zementanlagenbau sogar rd. 90 %,

gehen in den Export. Der Welthandelsanteil

von 13 % bestätigt die Aussage des VDMA,

dass deutsche »Engineering Technology«

nicht ohne Grund seit Langem für Leistung,

Produktivität und Qualität steht, die – zu -

mindest bisher – die drei wichtigsten Kriterien

für die Kaufentscheidung von Kunden

sind. Weltweite Produktionsstätten und

Vertriebsniederlassungen der Bau- und Baustoffmaschinenhersteller

sorgen für Kundennähe

und die Kommunikation vor Ort.

Die Unternehmen arbeiten mit einheimischen

Partnern zusammen und orientieren

sich konsequent an den Anforderungen und

Wünschen der Kunden, heißt es im Verband.

Dennoch kommen auf die deutschen

Anbieter erhebliche Herausforderungen zu.

Und wenn von Seiten des Verbandes von

verhaltenen Aussichten die Rede ist, so wird

diese Einschätzung von einer Studie der

stahlmarkt 11.2013


Branchenbericht K 27

renommierten Managementberatung Oliver

Wyman zumindest, was die Chancen der

traditionellen Hersteller der Industriestaaten

betrifft, in weiten Teilen bestätigt. Zunächst

zeigt die Analyse die Entwicklung der globalen

Märkte auf, die für die exportabhängigen

deutschen Anbieter von eminenter

Bedeutung sind. Danach wird die globale

Baumaschinenindustrie in den kommenden

Jahren weiter wachsen, wenn auch nicht so

stark wie vor und unmittelbar nach der Wirtschaftskrise.

Mit einem durchschnittlichen

jährlichen Anstieg von 2,6 % soll das Ge -

samtmarktvolumen von 2012 bis 2020 um

knapp 25 % zulegen. Dabei wachsen die

etablierten Märkte in Westeuropa, Nordamerika,

Japan und Südkorea bis 2020 allerdings

nur um durchschnittlich 1,6 % im

Jahr. An Dynamik einbüßen werde auch

der chinesische Baumaschinenmarkt, der

Wachstumsmotor der letzten Jahre schlechthin.

Immerhin kann er voraussichtlich noch

überdurchschnittlich um 2,9 % anziehen.

Wyman: »Die herben Marktrückgänge in

»

Die

Lage verbessert sich

langsam, die Branchenstimmung

noch nicht.

Fachverband Bau- und Baustoffmaschinen

im Verband Deutscher Maschinen- und

Anlagenbau (VDMA)

einigen Sektoren im Jahr 2012 haben bereits

zu einer ersten Korrektur des früheren chinesischen

Booms geführt. Auch in den kommenden

Jahren ist hier von deutlich geringeren

Zuwachsraten auszugehen als bis

2011. Ein wesentlicher Faktor ist ein auf

Sicht potenziell gedämpftes gesamtwirtschaftliches

Wachstum. Hinzu kommen die

erheblichen Produktivitätsreserven sowohl

im Maschinenpark als auch in der gesamten

chinesischen Bauwirtschaft.« Die Anzahl der

Baumaschinen pro Kopf liege in China in

etwa auf westlichem Niveau. Würden diese

Maschinen auch westliche Produktivität aufweisen,

könnte in China erheblich mehr

Bauleistung erbracht werden, ohne dass die

aktuellen Verkaufszahlen gesteigert werden

müssten.

Klassische Triade verliert

an Bedeutung

Da die klassische Triade (Westeuropa, Nordamerika,

Japan / Südkorea) sowie China als

Treiber künftig eine geringere Rolle spielen

werden, finde das Wachstum der globalen

Baumaschinenindustrie vor allem »entlang

des Äquators« statt. Hier seien bis 2020

durchschnittliche jährliche Wachstumsraten

von 4 bis 5 % möglich, in Einzelfällen wie in

Indonesien auch mehr. Dabei tun sich neben

den ungebrochen wachstumsdynamischen

Märkten Brasilien und Indien insbesondere

Länder wie Vietnam, Kambodscha, Malaysia

sowie Teile des afrikanischen Kontinents

hervor. Letztere haben erst rd. 20 % ihres

langfristigen Marktpotenzials erreicht. Zum

Vergleich: Die Triademärkte sind bereits bei

stahlmarkt 11.2013


28 K Branchenbericht

Bau- und Baustoffmaschinenbranche stark im Ausland

Der Fachverband Bau- und Baustoffmaschinen im

VDMA vertritt die Interessen von rd. 300 Unternehmen,

die Maschinen und Anlagen für die

Bau-, Baustoff-, Keramik- und Glasindustrie herstellen.

Unter den Firmen sind Großunternehmen,

aber insbesondere mittelgroße bis sehr kleine

Unternehmen mit fünf bis 20 Mitarbeitern und

auch Töchter internationaler Konzerne. Mit rd.

43.000 Beschäftigten im Inland und einem Um -

satz von 12,5 Mrd. €, von dem fast drei Viertel im

Ausland erzielt werden, gehört die Branche zu

den führenden Zweigen des mittelständisch

geprägten deutschen Maschinen- und Anlagenbaus.

Kein anderes Land bietet nach Darstellung

des Fachverbands ein so vielfältiges Angebot an

Maschinen, Anlagen und Komponenten. Das

ohnehin differenzierte Standardangebot ergänzen

85 % angekommen, China bei 75 %. In

Summe werden die neuen Schwellenländer

entlang des Äquators ihr Marktvolumen bis

2020 um rd. ein Drittel steigern und dann

einen Anteil von fast 30 % am Weltmarkt

aufweisen. »Hier steht ein völlig neues

Marktvolumen zur Verteilung an«, betont

Dr. Romed Kelp, Partner und Baumaschinenexperte

bei Oliver Wyman. »Eine Verdrängung

ist nicht erforderlich. Neue Kunden

werden bedient und bei entsprechendem

Vorgehen langfristig gebunden.«

Besonders die chinesischen Baumaschinenhersteller

sind laut Wyman-Analyse perfekt

aufgestellt, um die klassischen Schwellenländer

und die Nachfrage in den neuen

Märkten zu bedienen. Sie verfügen über

sehr breite Produktprogramme, die den

gesamten Maschinenbedarf im Tief- und

Hochbau abdecken. Zudem seien die Produkte

weniger als westliche Maschinen auf

spezifische Aufgaben ausgelegt. Weitere

Vorteile seien die einfache Technik, die

Eigenreparaturen ermögliche, und vergleichsweise

niedrige Anschaffungskosten.

Darüber hinaus seien die Chinesen überaus

aktiv und findig beim Erschließen neuer

Absatzregionen. Durch die staatliche Finanzierung

von Infrastrukturprojekten, begleitende

Investitionen in Rohstoffexploration

oder Produktionsstätten sowie klassische

Absatzfinanzierung schüfen sich die Unternehmen

ihren eigenen Markt. Zusätzlich

investierten sie mittlerweile mehr und mehr

in Produktqualität und lokale Serviceinfrastrukturen.

Mahnung von Oliver Wymann:

»Entsprechend schnell müssen westliche

Unternehmen reagieren. Sammeln die Nutzer

in den lokalen Märkten erst einmal

Erfahrung mit den chinesischen Produkten

und sind Strukturen wie Servicenetze und

Ersatzteilversorgung entstanden, werden sie

nur mit erheblichem Aufwand von westlichen

Produkten zu überzeugen sein.«

»Industrie steht am Scheideweg«

Wyman: »Die Industrie steht global am

Scheideweg. Ihre Struktur wird sich in den

kommenden Jahren drastisch wandeln.

Noch stammen mit Caterpillar, Komatsu,

Hitachi, Volvo und Liebherr die fünf umsatzstärksten

Unternehmen der Branche aus der

Triade.« Doch getrieben durch den großen

Heimatmarkt und die systematische und

rasante Erschließung neuer Emerging Markets

seitens der chinesischen Hersteller würden

es im Jahr 2020 höchstens noch drei

sein. »Auf Platz sechs und sieben der Rangliste

lauern mit Sany und Zoomlion schon

jetzt zwei Player aus der Volksrepublik China«,

so die Analyse. Bemerkbar mache sich

zudem die von den chinesischen Anbietern

vorangetriebene Konsolidierung. Künftig

würden die Topunternehmen auf einen

die Hersteller durch Systemkonzepte und Sonderlösungen.

Das gilt sowohl für die gesamte Palette

an Baggern, Ladern, Kranen, Aufzügen, Pumpen,

Mischanlagen, Tunnelvortriebsmaschinen, Bohrgeräten,

Walzen, Straßenfertigern und anderer

Baumaschinentechnik, die im Hoch-, Erd-, Tief-,

Verkehrswege- und dem Tunnelbau eingesetzt

werden, als auch für Technologien, mit denen

Grundstoffe wie mineralische Rohstoffe, Zement,

Kalk, Gips, Sand, Kies und Schotter gewonnen,

aufbereitet, verarbeitet, gefördert und verpackt

werden. Und darüber hinaus umfasst das Angebot

Maschinen und Anlagen, mit denen Steine, Platten,

Elemente, Fertigteile, Fliesen und Rohre aus

Beton oder Keramik hergestellt oder bearbeitet

werden können sowie komplette Bauglas- und

Fassadenglaslinien.

deutlich höheren Anteil am Gesamtmarkt

kommen. Getragen vom globalen Markterfolg

würden sich die chinesischen Baumaschinenhersteller

zunehmend durch Produkt-

und / oder regionale Unternehmenszukäufe

breiter aufstellen und ihre Position

weiter ausbauen.

Mit ihren technologisch führenden, sehr

effizienten und stark auf die spezifischen

Bedürfnisse der Kunden zugeschnittenen

Maschinen seien die westlichen Anbieter

zwar optimal für die etablierten Märkte aufgestellt.

Doch in den Zukunftsmärkten werde

das Absatzpotenzial für Premiumprodukte

stark begrenzt bleiben. Zudem hätten die

westlichen Hersteller für diese Regionen in

der Regel bisher keine adäquaten Produkte.

So sei das Wohl der Baumaschinenhersteller

aus Westeuropa, Nordamerika, Japan und

Südkorea zum überwiegenden Teil mit der

Entwicklung der Triade und des Premiumsegments

in China verknüpft. Gerade für die

mittelgroßen europäischen Hersteller, die

nach wie vor den Löwenanteil ihres Ge -

schäfts in den klassischen Märkten machen,

dürfte ein Einfrieren von öffentlichen Bauinvestitionen

sowie eine länger anhaltende

wirtschaftliche Schwächephase in Südeuropa

zur Nagelprobe werden. Die westlichen

Hersteller müssten dringend handeln, um

ihre Wettbewerbsfähigkeit und damit auch

ihre Eigenständigkeit langfristig zu sichern.

»Im Wesentlichen gilt es, das Produktportfolio

top-down zu erweitern und entsprechend

den Kundenbedürfnissen in wachsenden

Märkten anzupassen, um auch

künftig am globalen Wachstum partizipieren

zu können. Ziel muss sein, sich preislich

den chinesischen Anbietern soweit anzunähern,

dass die Maschinen in Kombination

mit Merkmalen wie Produktqualität, Marke

oder westlichen Serviceleistungen und -qualität

für Kunden in den Zukunftsmärkten

eine wirkliche Alternative darstellen«, so die

Analyse. Ließen sich die neuen Produkte

nicht mit der Premiummarke vereinbaren,

sollte über die Einführung möglicher Zweitmarken

nachgedacht werden.

(sm 131105790) K

stahlmarkt 11.2013


Branchenbericht K 29

Werkzeugmaschinenindustrie erwartet Konjunkturerholung

Hannover. Angesichts der globalen Wirtschaftsentwicklung und der Investitionsfreude der wichtigsten Abnehmerbranchen

rechnet die internationale Werkzeugmaschinenindustrie 2014 mit einem günstigen konjunkturellen Umfeld.

WW K Nach Prognosen der britischen Wirtschaftsforscher

von Oxford Economics sollen

die Automobil- und Zulieferindustrie, der

Maschinenbau, die Metallerzeugung, die

Metallbe- und -verarbeitung, die Elektroindustrie,

die Feinmechanik und Optik einschließlich

der Medizintechnik sowie der

sonstige Fahrzeugbau in diesem Jahr weltweit

um 6,5 % wachsen. 2014 werden sie

sich laut der Forscher mit 12,7 % sogar fast

wieder verdoppeln. »Das lässt sich zwar

nicht eins zu eins auf die Investitionen in

Werkzeugmaschinen übertragen, der Trend

ist jedoch eindeutig«, erklärte Martin Kapp,

Vorsitzender des VDW (Verein Deutscher

Werkzeugmaschinenfabriken), im September

anlässlich der EMO in Hannover.

Der internationale Werkzeugmaschinenverbrauch

wird 2013 um 2 % ansteigen und

damit einen neuen Rekordwert von 68 Mrd. €

erreichen. Die wichtigsten Märkte für Werkzeugmaschinen

befinden sich im Aufwind.

Sowohl in China und Südkorea als auch in

den USA, Mexiko und Russland wächst der

Werkzeugmaschinenverbrauch. In Deutschland

stagniert die Werkzeugmaschinenproduktion

in diesem Jahr zwar, doch die deutschen

Hersteller werden das hervorragende

Vorjahresergebnis voraussichtlich halten.

2012 produzierten deutsche Werkzeugmaschinenhersteller

Maschinen und Dienstleistungen

im Wert von 14,2 Mrd. €. Das entsprach

einem Zuwachs von 10 % und damit

dem Vorkrisenniveau des Jahres 2008.

Positive Signale kommen auch von den

wichtigen Abnehmern in Deutschland, die

im nächsten Jahr wieder mehr investieren

wollen. »Spätestens damit dürfte sich auch

die Auftragslage der Werkzeugmaschinenindustrie

wieder ins Plus drehen«, so Kapp.

Entsprechend zeigt das Ifo-Geschäftsklima

in der deutschen Investitionsgüterindustrie

nach oben, ebenso wie der Einkaufsmanagerindex,

der für die Eurozone mit Deutschland

an der Spitze erstmals seit zwei Jahren

wieder im Wachstumsbereich liegt.

(sm 131105757) K


30 K Branchenbericht

Festge neuer VDMA-Präsident

Stuttgart (kv). Mit Dr. Reinhold Festge ist erneut ein mittelständischer Unternehmer

zum obersten Repräsentanten des deutschen Maschinenbaus gewählt worden.

WW K Die Mitgliederversammlung des Verbands

Deutscher Maschinen- und Anlagenbau

(VDMA) hat den 68-jährigen Familienunternehmer

am 18. Oktober in Stuttgart

zum neuen Präsidenten gewählt. Er ist Nachfolger

von Dr. Thomas Lindner, dessen Amtszeit

satzungsgemäß nach drei Jahren endet.

Festge wurde am 10. November 1945 im

westfälischen Oelde geboren. Nach Ab -

schluss des Medizinstudiums studierte er

Betriebswirtschaft. Seit 1987 ist er persönlich

haftender Geschäftsführender Gesellschafter

der Haver & Boecker OHG. Das Unternehmen

wurde 1887 in Oelde gegründet und hat

aktuell weltweit über 2.700 Mitarbeiter. Der

Umsatz der Gruppe liegt bei rd. 400 Mill. €.

Die Produktpalette reicht von Drahtgewebe

und Drahtgewebeprodukten für die industrielle

und architektonische Anwendung bis

zu Maschinenbauprodukten der Verpackungs-

und Aufbereitungstechnik.

Im VDMA war Festge von 1998 bis 2004

Vorsitzender des Fachverbandes Bau- und

Baustoffmaschinen und von 2005 bis 2011

Vorsitzender des VDMA-Landesverbandes

Nordrhein-Westfalen. Nach Festges Worten

ist die Nachfolge bei Haver & Boecker geregelt.

Seine beiden Söhne Florian und Fabian

arbeiten im Unternehmen. Der älteste Sohn

Florian wird die Nachfolge antreten. Beispielhaft

ist das Engagement Festges, wenn

es um die Ausbildung junger Leute geht.

Das Thema Bildung werde eines seiner

Schwerpunktthemen als VDMA-Präsident

sein: »Ich glaube, dass wir heute als Gesellschaft

den grundlegenden Fehler machen,

keine vernünftigen Lösungen für Ausbildung

anzubieten.«

Der VDMA vertritt über 3.100 vorrangig

mittelständische Mitgliedsunternehmen der

Investitionsgüterindustrie und ist damit

einer der mitgliederstärksten und mächtigs-

(Foto: Tristan Rösler/alphapixels)

Dr. Reinhold Festge

ten Industrieverbände in Europa. Mit einem

Umsatz von 207 Mrd. € (2012) und 971.000

Beschäftigten im Inland ist der Maschinenbau

größter industrieller Arbeitgeber in

Deutschland.

(sm 131105791) K

Italiens Maschinenbauer erleben schwaches Jahr

Cinisello Balsamo. Nach einem zweijährigen Aufschwung stagnierte die Entwicklung der italienischen

Maschinenbauer im vergangenen Jahr aufgrund der rückläufigen Inlandsnachfrage.

WW K Die italienischen Maschinenbauer produzierten

2012 Waren im Wert von rd. 29

Mrd. €, das ist im Vergleich zum Vorjahr ein

leichter Rückgang von 0,8 %. Laut dem Verband

der Branchenunternehmen, FEDER-

MACCHINE, mussten die Hälfte der Verbandsmitglieder

einen Umsatzrückgang

hinnehmen. Positiv gestalteten sich die Ausfuhren

der Branche, sie stiegen um 2,2 %

auf einen neuen Rekordwert von 21,8

Mrd. €. Wichtigster Absatzmarkt für Italiens

Maschinenbauer ist China, allerdings gingen

die Exporte ins Reich der Mitte im vergangenen

Jahr um 11 % auf 2 Mrd. € zurück.

Deutschland ist zweitwichtigster Käufer von

Maschinen aus Italien. Die italienische Ma -

schinenbaubranche konnte ihre Exporte

nach Deutschland 2012 um 6,5 % auf 1,9

Mrd. € steigern. Dahinter folgen die USA

und Frankreich.

Demgegenüber hielt die Schwäche des

italienischen Markts auch im vergangenen

Jahr an. So gingen die Inlandsbestellungen im

Vergleich zum Vorjahr um 8,9 % auf unter

7,2 Mrd. € zurück. Auch der Import entwickelte

sich mit einem Minus von 6,8 % rückläufig.

Vor dem Hintergrund eines schrumpfenden

Inlandsmarktes haben die italienischen

Hersteller ihre Aktivitäten stark auf das

Ausland ausgerichtet. Dies bestätigt sich

durch die Entwicklung des Verhältnisses

Export zu Produktion – der Exportanteil stieg

in den vergangenen zehn Jahren um 10 %

und erreichte 2012 einen Anteil von 75 %.

»Die Schwäche des italienischen Marktes

bedarf nach unserer Meinung eines gut strukturierten

Maßnahmenprogramms zur Wiederankurbelung

des Konsums, ausgehend

von einer Liberalisierung der Abschreibungsquoten.

In unserem Vorschlag sind die Investitionen

in Produktionsmittel im Sinne der

Einkommenssteuer absetzbar, mit frei vom

Unternehmen festgelegten Quoten. Diese

Maßnahme würde mittelfristig die Staatskassen

nicht belasten, da sie ja nur zu einer

zeitlichen Verschiebung der Staats einnahmen

führt«, so Giancarlo Losma, Präsident der

FEDERMACCHINE.

(sm 130905576) K

stahlmarkt 11.2013


32 K Special: Baden-Württemberg

Optimistisch trotz Wachstumspause

Autoindustrie setzt positiven Trend im Südwesten fort

Stuttgart (LS). Nach vier Anstiegen in Folge zeigte der Geschäftsklimaindex

der L-Bank für die Wirtschaft im Südwesten im September 2013 leicht

nach unten. In der Bauindustrie haben sich die Perspektiven eingetrübt.

Positive Ausblicke vermeldeten die Produzenten elektronischer Erzeugnisse

und die Autoindustrie. Auch der Maschinenbau scheint sich in der zweiten

Jahreshälfte 2013 wieder besser zu entwickeln.

WW K Im ersten Halbjahr 2013 musste die

baden-württembergische Wirtschaft einen

Rückgang ihrer Exporte hinnehmen. Laut

dem Statistischen Landesamt sanken die

baden-württembergischen Ausfuhren im

ersten Halbjahr von rd. 90 Mrd. € um 4 %

auf rd. 86 Mrd. € in der ersten Jahreshälfte

In Baden-Württemberg findet man

viele Global Player, die eine hohe

Wertschöpfung erzeugen

(Foto: TRUMPF).

2013. Auch die Importe waren im ersten

Halbjahr 2013 um 5,6 % niedriger als im

Vorjahreszeitraum.

Exportschlager aus dem Ländle

Exportschlager aus Baden-Württemberg

waren insbesondere Autos und Autoteile,

Maschinen, pharmazeutische Produkte, Da -

tenverarbeitungsgeräte, elektronische und

optische Erzeugnisse sowie elektrische Ausrüstungen.

Wichtigster Handelspartner des

süddeutschen Bundeslandes war nach wie

vor die USA.

»Zwar setzt die Südwirtschaft ihre Internationalisierungsstrategie

mit weltweiten

Investitionen fort und erschließt neue Ab -

satzchancen in den Weltmärkten, aber der

Gegenwind wird stärker«, so Georg Fichtner,

Präsident der Industrie- und Handelskammer

(IHK) Region Stuttgart. Ursachen

für die rückläufigen Ausfuhren seien der

härter werdende internationale Wettbewerb,

zunehmende weltweite Handelsbarrieren,

Bürokratie und verschlechterte Rahmenbedingungen

am Standort Deutschland.

Insbesondere im letzten Punkt, d. h. in

der Verbesserung der wirtschaftspolitischen

Rahmenbedingungen in Deutschland, sieht

Fichtner in der Bundes- und Landespolitik

Handlungsbedarf.

(131105692/2)

Gute Finanzierungsbedingungen

»Die Finanzierungsbedingungen für Firmen

in Baden-Württemberg sind weiterhin

gut«, sagte Christian Brand, Vorsitzender

des Vorstands der L-Bank, Staatsbank für

Baden-Württemberg. Positive Nachrichten

lieferte auch der GfK-Konjunkturklimaindex,

der im September 2013 erstmals seit

Mai 2012 wieder einen positiven Wert

erreicht hat.

stahlmarkt 11.2013


Special: Baden-Württemberg K 33

Konjunkturindex Baden-Württemberg

Von Januar 2012 bis September 2013

15

10

5

Stand:

September

2013

0

-5

-10

-15

-20

2012 2013

(131105692/1) Quelle: L-Bank, ifo-Konjunkturindex für Baden-Württemberg

Trotz der leicht eingetrübten Stimmung

befürchten die meisten Unternehmen weiterhin

keine großen Finanzierungsschwierigkeiten,

wie der Konjunkturbericht für

Baden-Württemberg der L-Bank für den

Monat September zeigte. Vergleichsweise

wenige Betriebe berichteten von einer restriktiven

Haltung der Banken bei der Vergabe

von Krediten. Im verarbeitenden Gewerbe

sank sogar die Zahl der Unternehmen, die

über Kreditschwierigkeiten berichteten.

Autoindustrie entwickelt sich gut

In der baden-württembergischen Autoindustrie

spiegelte der Saldo zum Geschäftsklimaindex,

der die Urteile zur aktuellen

Geschäftslage und zur Entwicklung in den

nächsten Monaten umfasst, Ende September

2013 Optimismus wider. Diesen begründete

die umsatzstärkste Branche im Südwesten

mit steigenden Erwartungen an den

Export. So will beispielsweise der Zulieferer

ZF Friedrichshafen seinen Umsatz im laufenden

Jahr um rd. 10 % steigern. Das Unternehmen

plant in diesem Zusammenhang,

5.000 Stellen weltweit zu schaffen – 2.000

davon in Deutschland.

Auch die Entwicklung bei den Herstellern

von Datenverarbeitungsgeräten und Produzenten

von elektronischen und optischen

Erzeugnissen war im September 2013 er -

freulich. In der Bauwirtschaft schien sich

jedoch die Stimmung eher zu verschlechtern.

Erstmals seit Dezember 2012 fiel der

Wert des Stimmungsbarometers im September

2013 in den negativen Bereich. Die

Hochbauunternehmen zeigten sich dabei

optimistischer als die Unternehmen im Tiefbau.

Ausblick im Maschinenbau

positiver

Die erwartete rasche Konjunkturbelebung

im baden-württembergischen Maschinenbau

war im ersten Halbjahr 2013 noch nicht

eingetreten. »Wir hoffen aber, dass der

Maschinenbau im zweiten Halbjahr auf

Wachstumskurs zurückkehrt. Wir erleben

wieder erste positive Impulse aus China und

auch aus den Euro-Partner-Ländern«, sagte

der Vorsitzende des VDMA Baden-Württemberg,

Christoph Hahn-Woernle, Mitte Juli

2013.

Der VDMA Baden-Württemberg vermeldete

zu Beginn des Oktobers 2013, dass sich

der baden-württembergische Maschinenbau

auf Erholungskurs befinde. Im August nahmen

die Auftragseingänge real um 7 % zu.

Die Inlandsaufträge wuchsen um 5 % und

die Auslandsorder um 7 %. Die Auftragseingänge

überstiegen im statistisch stabileren

Drei-Monats-Zeitraum Juni bis August 2013

das Vorjahresniveau um real 3 %.

VDMA-Geschäftsführer Ulrich P. Hermani

sagte dazu: »Die positive Entwicklung in

den letzten drei Monaten bestärkt uns in der

Hoffnung, dass die Seitwärtsbewegung bei

den Auftragseingängen beendet ist und der

Maschinenbau wieder auf einen moderaten

Wachstumskurs einschwenkt.«

2013 wurde im baden-württembergischen

Maschinenbau bisher kräftig investiert

– somit setzen sich die hohen Investitionen

wie auch in den Jahren 2011 und

2012 fort. Laut der Konjunkturumfrage des

VDMA Baden-Württembergs, die im Juli

2013 veröffentlicht wurde, wollten 52 %

der befragten Unternehmen das hohe Investitionsniveau

im laufenden Jahr halten.

29 % wollten es sogar noch anheben.

»Die Unternehmen sehen den riesigen

Investitionsbedarf bei ihren Kundenindustrien

und setzen darauf, dass der konjunkturelle

Funke bald überspringt«, so Hahn-

Woernle. Einen negativen Einfluss auf die

Investitionsneigung haben die politischen

Unsicherheiten. Als unklar galt nicht nur die

Entwicklung in den hoch verschuldeten

Euroländern, sondern auch die Umsetzung

der Energiewende und die angedrohten

Steuererhöhung für Spitzenverdiener, wie

der VDMA-Vorsitzende erklärte: »Eine Verwirklichung

der ›grünen Vermögensabgabe‹

oder die Wiedereinführung der Vermögenssteuer

würde die Unternehmen des badenwürttembergischen

Maschinenbaus im

Mark treffen.«

Quellen: VDMA Baden-Württemberg, IHK Region Stuttgart,

L-Bank, Statistisches Landesamt

(sm 131105692) K

stahlmarkt 11.2013


34 K Special: Baden-Württemberg

Auf dem Weg zur perfekten

Softwarelösung

eNVenta ERP bei Stahlpartner Sülzle

Stockach. Die Stahlpartner Sülzle GmbH mit Stammsitz im badenwürttembergischen

Rosenfeld ist eines der führenden Unternehmen auf den

Gebieten Stahlhandel und Betonstahlbiegereien im Südwesten Deutschlands.

Nach der Auswahl und Einführung einer neuen Unternehmenssoftware

arbeiten heute alle zwölf Firmenstandorte mit eNVenta ERP.

WWK Nachdem die Geschäftsführung für die

langjährig eingesetzte Biegereisoftware

keine Weiterentwicklungsperspektive mehr

sah, begab man sich auf die Suche nach

einer geeigneten und zukunftsfähigen Softwarelösung,

mit der die Geschäftsprozesse

des Stahlhandels, der Biegereien und des

Nutzeisengeschäfts zusammen mit dem

Rechnungswesen vollintegriert abgebildet

werden können. Mit Unterstützung der ERP-

Berater der MQ result consulting AG und

unter Einbeziehung aller Standorte der

Sülzle-Gruppe wurden »Best Practices«

identifiziert, in einheitlichen Geschäftsprozessen

festgehalten und als Anforderungen

an die neue Software formuliert. Die an -

schließende Marktrecherche ergab schnell,

dass in keiner Standardsoftware am Markt

alle gewünschten Funktionalitäten vollständig

realisiert waren. »Wir hatten jedoch den

Eindruck«, so berichtet Heinrich Sülzle, Ge -

schäftsführer der Stahlpartner Sülzle GmbH,

»dass die technologische Plattform, auf der

Nissen & Velten arbeitet, und die Funktionalitäten,

die bereits realisiert sind, ein gutes

Fundament für unsere Standortstrategie

bilden.« Die Bereitschaft, eine Entwicklungspartnerschaft

mit dem Unternehmen Stahlpartner

Sülzle einzugehen, um insbeson dere

den Funktionsumfang des Moduls eNVenta

Biegerei auszubauen, das Preis-Leistungs-

Verhältnis und die räumliche Nähe von

Stockach und Rosenfeld seien weitere Faktoren

gewesen, die den Ausschlag für Nissen

& Velten sowie eNVenta ERP gegeben

hätten.

Ein zentrales ERP-System

für alle Standorte

Am 1. Juli 2011 gingen aus der Unternehmensgruppe

die Firma Stahlpartner Aichach

und das Werk Nordhausen als Pilotanwender

mit eNVenta ERP in den Echtbetrieb. Sukzessive

folgten Standort für Standort die weiteren

Unternehmen der Gruppe. Heute arbeiten

80 Anwender mit dem neuen ERP-System.

Die zentrale Installation läuft am Hauptsitz

in Rosenfeld. Alle übrigen Standorte

greifen via Internet auf die Software zu.

Stahlpartner Sülzle ist ein dynamisch wachsendes

Unternehmen. Die Übernahme von

Firmen, die das Portfolio ergänzen, ist Be -

standteil der Wachstumsstrategie. In der

Praxis sorgt das zentrale ERP-System unter

anderem dafür, dass neue Unternehmen

sehr schnell in die Gruppe integriert werden.

Die Mitarbeiter können die Grundverschlüs-

(131005629/1)

Die Geschäftsführer

der Stahlpartner

Sülzle GmbH,

Heinrich Sülzle (links)

und Andreas Sülzle,

im Werk Rosenfeld

(Foto: Sülzle)

stahlmarkt 11.2013


Special: Baden-Württemberg K 35

selung der Firmenstandards wie etwa den

zentralen Biegeformenstamm, Material arten

oder Mattentypen sofort produktiv nutzen.

Ein Highlight der neuen ERP-Software ist

beispielsweise auch der integrierte Workflow

vom ersten Angebot bis zum Auftrag

und schließlich zur Auslieferung. Das An -

gebotswesen erlaubt es, Kundenangebote

sehr komfortabel zu erstellen. Die Kalkulation

und die Konditionierung für ein spezifisches

Bauprojekt werden dabei im ERP-

System durchgeführt. Auf Basis der verschiedenen

Schlüssel und Preisarten lässt sich mit

den hinterlegten dynamischen Textbausteinen

zu den einzelnen Leistungen ein flexibles

Angebot direkt in eNVenta ERP erstellen.

Die Texte werden dabei nur einmal im ERP-

System verschlüsselt und sind dann immer

wieder nutzbar. Die Angebotserstellung

wird so deutlich vereinfacht und die Änderungshistorie

beziehungsweise der Verhandlungsverlauf

eines Angebots bis zum Vertragsabschluss

mit dem Kunden ist Schritt

für Schritt nachvollziehbar. Bei Bedarf lassen

sich Textpassagen auch noch jederzeit individuell

anpassen. Erhält das Angebot den

Zuschlag wird es direkt in einen Auftrag

umgewandelt.

Die nächsten Schritte

Gerhard Reich, EDV-Leiter bei Stahlpartner

Sülzle, sagt über Start und Verlauf des Einführungsprojekts:

»Die gewaltige Dimension

unseres ERP-Projektes und der damit

verbundene Aufwand an Zeit und Ressourcen

wurde anfänglich von beiden Seiten

unterschätzt. Die Einführungsphase mit

dem Consulting von Nissen & Velten ist

dann allerdings gut gelaufen. Die Kompetenz

der Mitarbeiter von Nissen & Velten ist

sehr gut.« Charakteristische Herausforderungen

des Projekts waren der große Um -

fang an Datenübernahmen und Schulungen

an den Standorten der Gruppe. Auch kamen

in der Einführungsphase durch Firmenübernahmen

neue Produktionsstandorte mit

spezifischen Funktionsanforderungen hinzu.

Aktuell werden bei Sülzle täglich bis zu 500

Biegepläne mit eNVenta ERP erfasst.

Der Anspruch der Projektpartner, gemeinsam

die State-of-the-Art-Lösung einer integrierten

Biegereisoftware zu entwickeln, ist

noch nicht vollständig verwirklicht. Doch

Heinrich Sülzle, Geschäftsführer der Stahlpartner

Sülzle GmbH, erklärt: »Wir haben

bis heute gemeinsam 80 bis 85 % des Projektvolumens

realisiert. Funktional ist unsere

ERP-Lösung der alten Software bereits deutlich

überlegen. Wir können beispielsweise

zu jedem Zeitpunkt alle Informationen über

Kunden, Projekte, Produktionsmenge pro

Standort oder auch Roherlöse auf Knopfdruck

abrufen.«

Noch sind auch kleinere Insellösungen im

Einsatz, die in der Vergangenheit separat

entwickelt wurden, beispielsweise ein eigenes

Tool zur Verwaltung der Einkaufsabschlüsse.

Sie sollen in den kommenden

Monaten ebenfalls durch die neue ERP-

Software abgelöst werden. Aktuell steht bei

Sülzle zunächst das Update auf die Version

3.0 des ERP-Systems an, die umfangreiche

neue Funktionalitäten mitbringt.

Auch für die Zeit nach der Integration der

letzten Tools bestehen schon weitere Plä -

ne wie etwa die Einführung des Moduls

Über Sülzle


ständig auf Wachstumskurs – deutschlandweit.

Mit inzwischen zwölf Standorten in Baden-Württemberg,

Bayern, Hessen, Thüringen und Sachsen-

Anhalt beschäftigt das Familienunternehmen

insgesamt rd. 400 Mitarbeiter. Neben dem Handel

mit Stahlprodukten und Bewehrungsstahl für den

Bau sind die Eisenbiegerei sowie die Anarbeitung

weitere Geschäftsfelder. Darüber hinaus sind die

Firmen Sülzle Nutzeisen in Sulz-Bergfelden und

Stahlpartner Aichach im Münchner Raum Partnerunternehmen

von Sülzle.

MIS Management-Informationssystem von

eNVenta ERP. Darüber hinaus gibt es bereits

Ideen zur Onlineübertragung von BVBS-

Daten aus dem ERP-System an den Maschinenpark

sowie zum Einsatz von Barcode-

Scannern für die Rückmeldung des Produktionsfortschritts

und zur Dokumentation der

Beladung von LKW.

(sm 131005629) K

«

KONTAKT

Nissen & Velten Software GmbH

Goethestraße 33

78333 Stockach

Tel. +49 7771 879-0

www.nissen-velten.de

Stahlpartner Sülzle GmbH

Hauffstraße 14

72348 Rosenfeld

Tel. +49 7428 9414-0

www.ssk-gruppe.de

stahlmarkt 11.2013


36 K Special: Baden-Württemberg

Nah an den Markttrends und am Kunden

BESSEY Präzisionsstahl GmbH setzt auf Kooperation und Innovation

Bietigheim-Bissingen (LS). Die BESSEY Präzisionsstahl GmbH ist eine

der wenigen verbliebenen hersteller- und handelsunabhängigen Blankstahlziehereien

in Deutschland. Das Qualitätsspektrum erstreckt sich von den

unlegierten Güten bis hin zu den hochlegierten Edel stählen. »Wir kaufen

dort ein, wo wir den für den Verwendungszweck geeignetsten Rohstoff

bekommen. Damit bieten wir dem Kunden beste Verarbeitungsqualität«,

erklärt Günther Schwarz, Leiter Vertriebsteam der BESSEY Präzisionsstahl.

»Viele Innovationen entwickelt die BESSEY Präzisionsstahl gemeinsam

mit den Kunden und bekommt daher die Markttrends direkt mit«, fügt

Rudolf Müller, Leiter Qualitätssicherung, hinzu.

WW K Die BESSEY Präzisionsstahl mit Sitz im

baden-württembergischen Bietigheim-Bissingen

stellt hochpräzise Automatenstähle,

Edelbaustähle und rostbeständige Edelstähle

her. Das Unternehmen nimmt aufgrund

seiner Unabhängigkeit von Herstellern und

Händlern eine Sonderstellung im süddeutschen

Markt ein, wie Schwarz erklärt: »Die

meisten Stahlproduzenten in Deutschland

haben eine eigene Blankstahlfertigung und

beschränken damit ihr Qualitäts- und Ab -

messungsportfolio. Als unabhängiges Un -

ternehmen haben wir jedoch eine große

Bandbreite von Stahlerzeugern im Rücken,

sodass wir auswählen können, von wem wir

den Rohstoff beziehen. Dem Kunden bieten

wir damit eine große Sicherheit, ihn schnell

und flexibel mit dem für seine Anwendung

qualitativ besten Material zu versorgen.«

Alle Lieferanten der BESSEY Präzisionsstahl

müssen ein zertifiziertes Qualitätsmanagement

vorweisen.

»Wir beziehen unseren Stahl fast ausschließlich

aus Westeuropa, sodass unsere Kunden

sich auf die gute Qualität verlassen können.

Für unsere Kunden ist die Zerspanbarkeit der

Güten sehr wichtig«, erklärt Müller. Die

Unternehmen stammen überwiegend aus

der Automobilindustrie, aus der Präzisionsdrehteilebranche,

dem Ma schinenbau und

der Befestigungstechnik. Die BESSEY Präzisionsstahl

ist nach ISO TS 16949, der höchsten

Anforderung der Automobilindus trie,

zertifiziert. Das große Know-how im Unternehmen

garantiert den Kunden eine hohe

Qualität in allen Fertigungsprozessen. Zum

umfangreichen Ma schinenpark des Unternehmens

gehören vier Ziehbänke, eine

Schälanlage sowie acht Schleifmaschinen,

die nach dem Zieh- bzw. Schälvorgang für

geringe Toleranzen und eine den jeweiligen

Anforderungen entsprechende Oberfläche

sorgen.

125-jähriges Jubiläum

im nächsten Jahr

Auf dem rd. 50.000 m 2 großen Unternehmensgelände

befinden sich neben der Verwaltung

die Blankstahlfertigung, das Labor,

der Vertrieb und die Stahllogistik. Das zweite

Standbein von BESSEY, die Fertigung von

qualitativ hochwertigen Spann- und Schneidwerkzeugen,

befindet sich 3 km nördlich

vom Hauptwerk. Die Geschichte des Unternehmens

beginnt im Jahre 1889, als Max

Bessey eine Blankstahlzieherei in Stuttgart

gründete. Bedingt durch das stetige Wachstum

und dem damit einhergehenden zusätzlichen

Platzbedarf wurde der Standort nach

Bietigheim verlagert. BESSEY feiert somit im

nächsten Jahr an den Standorten in Bietigheim-Bissingen

sein 125-jähriges Jubiläum.

Das große Know-how bei BESSEY garantiert dem Kunden eine hohe Qualität in allen

Fertigungsprozessen. Zum umfangreichen Maschinenpark des Unternehmens gehören u. a. acht

Schleifmaschinen (Foto: BESSEY).

(131105690/3)

«

KONTAKT

BESSEY Präzisionsstahl GmbH

Mühlwiesenstraße 40

74321 Bietigheim-Bissingen

Tel. +49 7142 401-555

www.bessey.de

stahlmarkt 11.2013


Special: Baden-Württemberg K 37

Die BESSEY Präzisionsstahl verfügt über eine

jährliche Fertigungskapazität von über

40.000 t. Zum Produktportfolio gehören

Automatenstähle, Stähle für die allgemeine

technische Verwendung, Einsatz-, Vergütungs-

und Wälzlagerstähle sowie rost-, säure-

und hitze beständige Stähle. Auf Anfrage

können auch Kaltstauchstähle und Nitrierstähle

angeboten werden. Es gibt sie in den

Ausführungen rund, sechskant, vierkant

und flach. Spezielle Profile sind auf Anfrage

erhältlich. Geliefert wird weltweit, wobei

der Schwerpunkt in Deutschland liegt.

»Süddeutschland sind wir jedoch aufgrund

des Standorts traditionell sehr verbunden.

Eines unserer ersten Zertifikate war

das Umweltzertifikat nach DIN EN ISO

14001:2004. Damit waren wir in der Stahlbranche

einer der Vorreiter. Wir sind hier in

der Wasserschutzzone an der Enz, sodass

schon deshalb besondere Vorsichtsmaßnahmen

notwendig sind«, erklärt Müller.

Kundennähe wird großgeschrieben

Die BESSEY Präzisionsstahl beliefert mit dem

sogenannten Halbzeug alle Branchen, in

denen höchste Präzision und Haltbarkeit

gefragt sind. Auch die Optik der Oberfläche

kann ein entscheidender Faktor sein, so zum

Beispiel bei Möbelgriffen, für die gemeinsam

mit dem Kunden die beste Oberfläche

definiert und entwickelt wurde.

Permanent und mit steigender Tendenz

werden beim Unternehmen neue, noch

höher belastbare Stahlqualitäten nachgefragt.

Oft gestellte Fragen sind laut Müller

etwa: »Welche Anforderungen müssen speziell

bei unseren Kunden gehärtete Wellen

»

Im

Bereich der Prüftechnik

werden wir oft als Feuerwehr

eingesetzt.

Rudolf Müller, Leiter

Qualitätssicherung

»

Flache

Hierarchien ermöglichen

uns kurze Entscheidungswege.

Günther Schwarz,

Leiter Vertriebsteam

erfüllen? Welche speziellen Anforderungen

ergeben sich hieraus schon bei der Erschmelzung,

beim Glühen und bei der Verarbeitung?«

Der partnerschaftliche Dialog mit Lieferanten

und Kunden ist bei der BESSEY Präzisionsstahl

ein wichtiger Punkt. BESSEY ist

flexibel und stark in der Kommunikation mit

seinen Partnern und bekommt deshalb

Markttrends sehr schnell mit. Damit ist man

den Wettbewerbern oft einen Schritt vo -

raus. »2012 hat das Unternehmen gemeinsam

mit einem Kunden eine Liefervorschrift

entwickelt. Hieraus ergab sich die Anschaffung

eines Remagraphen, mit dem sich

magnetische Eigenschaften messen lassen«,

so Müller. Nah am Kunden ist das badenwürttembergische

Unternehmen auch dank

seiner flachen Hierarchien. »Straffe Organisationen

ermöglichen kurze Entscheidungswege

und daher ein flexibles Reagieren auf

Kundenanforderungen«, erklärt Schwarz.

Feuerwehrfunktion

bei Prüfverfahren

Die BESSEY Präzisionsstahl beschäftigt rd.

90 Mitarbeiter und ist in puncto Prüftechnik

hervorragend aufgestellt. Die hauseigene

Qualitätsstelle für chemische und physikalische

Untersuchungen ermöglicht es, auch

bei neuen Werkstoffen die Untersuchungsergebnisse

schnell in die Produktion einfließen

zu lassen. Spezielle Werkstoffe in Verbindung

mit modernster Prüftechnik werden

beispielsweise für die Bosch-Common-

Rail-Dieseleinspritz systeme eingesetzt. Auch

anspruchsvolle optische Lösungen werden

gemeinsam mit den Kunden aus der Möbelindustrie

gefunden.

In dem baden-württembergischen Unternehmen

spielt die Prüftechnik eine große

Rolle, da die Anforderungen der Kunden an

die Blankstähle hinsichtlich ihrer Fehlerfreiheit

steigen. So nutzt man bei der BESSEY

Präzisionsstahl neben dem Remagraphen

auch die Ultraschallprüfung, das sogenannte

»Phased-Array«-Verfahren, zur Prüfung

von Innenfehlern sowie verschiedene Wirbelstromprüfverfahren

zur Erkennung von

Oberflächenfehlern. Auch die mechanische

Materialprüfung sowie technologische und

metallurgische Beratung gehören zum Leistungsspektrum.

»Das gehört zu unserer

Unternehmensphilosophie und das schätzen

unsere Kunden. Wir haben uns einen

Namen als Problemlöser gemacht«, weiß

Müller.

(sm 131105690) K

stahlmarkt 11.2013


38 K Special: Baden-Württemberg

Vieles haben und alles liefern

VRW setzt als Vollsortimenter auf Nischenmärkte

Schwäbisch Gmünd (LS/mh). Die VRW Eisen- und Metallhandels GmbH

hat kräftig investiert und ihr Produktspektrum erweitert. Der badenwürttembergische

Händler bietet nun auch spezielle Flachabmessungen an.

»Getreu unserem Motto ›Vieles haben und alles liefern‹ erfüllen wir gerne

auch besondere Kundenanfragen«, sagt VRW-Geschäftsführer Wolfgang

Sachsenmaier. Die Gründe für die vermehrten Anfragen nach diesen

speziellen Güten sind vielseitig. »Viele Kunden brauchen individuelle

Abmessungen, um Produkte zu fertigen, die schwer kopiert werden

können«, weiß auch Jürgen Wolf, ebenfalls Geschäftsführer bei VRW.

»

Je

nach Anfrage beschäftigen

wir uns selbstverständlich

auch mit einem Werkstoff,

der so bisher noch nicht fest

im Sortiment geführt wird.

Jürgen Wolf, Geschäftsführer VRW

Eisen- und Stahlhandels GmbH

WW K »Rundmaterialien sind in Deutschland

überall erhältlich, aber speziell die Flachstahlspezialitäten,

die wir vorhalten, nicht«,

so Wolf. Die Flachprodukte werden aus ex -

tra geschmiedeten Blechen gesägt. »Angefertigt

werden die Bleche von deutschen

Herstellern«, sagt Sachsenmaier und unterstreicht

damit die hohe Qualität der Bleche.

Auf drei Blockbandsägen mit geringen

Toleranzabweichungen werden aus Blechen

und Blöcken Flach- und Breitflachprodukte

bis zu 6.000 m Länge gefertigt. Je nachdem

wie es der Kunde wünscht, sind auch Fixmaße

ohne Randaufhärtungen möglich.

Diese Bearbeitungsvariante macht weitere

Wärmebehandlungen, wie Weich- und Normalglühen,

unnötig und spart so Kosten ein.

Anwendung finden die gesägten Bleche

z. B. im Maschinenbau, da dort spezielle

Stähle gebraucht werden. »Die Kunden aus

dem Maschinenbausektor, die früher ge -

brannte Teile haben wollten, ziehen nun

gesägte vor. Das Material ist so gut, dass es

sich sofort beispielsweise mit einem Fräser

bearbeiten lässt, ohne dass sich das Material

verändert«, führt Wolf aus. Anders als

beim Brennschneiden weist das Werkstück,

das mit der Blockbandsäge bearbeitet wurde,

bereits an der Kante ein homogenes

Gefüge auf. Das liegt daran, dass die Bearbeitung

mit der Blockbandsäge von mechanischer

Art ist, wodurch das Gefüge viel

weniger ungünstig beeinflusst wird.

»In den normalen Güten bieten wir Blockbandzuschnitte

schon seit zehn Jahren an.

Spezielle Güten gehören nun auch zu unserem

Sortiment, weil wir immer öfter dazu

Anfragen erhalten«, erklärt Sachsenmaier.

So wurde das Produktportfolio beispielsweise

um die Flach- und Vierkantspezialitäten

S355J0/J2 erweitert, die in gewalzter und

geschmiedeter Form erhältlich sind. Neu

sind zudem Stranggussprodukte in den Ausführungen

rund, flach, vierkant und als

Blockzuschnitt aus der Kokille.

(131105366/1)

(131105366/2)

Das umfangreiche Serviceangebot von VRW

umfasst Laserschneiden, Tafelscheren,

Brennschneiden, Abkanten, Rohrlasern und

mechanische Fertigungen (Fotos: VRW).

Seit Mitte Juli 2013 hat VRW eine neue Behringer-Blocksäge mit automatischem Vorschub in

Betrieb, mit der im Automatikbetrieb auch nachts die Flachprodukte zugesägt werden können.

stahlmarkt 11.2013


Special: Baden-Württemberg K 39

Anfragen aus den Nachbarländern

»Maschinenbauern bzw. Werkzeugbauern

bieten wir mit diesen speziellen Werkstoffen

eine echte Alternative zu deren Rundma terial

an. Aus Italien, Österreich und der Schweiz

bekommen wir viele Anfragen zu besonderen

Werkstoffen«, freut sich Wolf. Dabei seien die

Gründe für die zunehmenden Anfragen vielseitig.

Flachabmessungen finden in den gleichen

Bereichen Verwendung wie Rundabmessungen,

machen je doch weniger Bearbeitung

notwendig und sind daher günstig.

Zudem benötigen viele VRW-Kunden individuelle

Abmessungen, um Produkte zu fertigen,

die schwer kopiert werden können.

Fortlaufend arbeitet VRW daran, das Sortiment

den Bedürfnissen der Kunden entsprechend

anzupassen und zu erweitern, wie

Wolf ausführt: »Je nach Anfrage be schäftigen

wir uns selbstverständlich auch mit einem

Werkstoff, der so bisher noch nicht fest im

Sortiment geführt wird. Wenn unsere Kunden

jedoch wissen, dass wir ihn auf Lager haben,

können sie auch anders planen.«

»Die Zusammenarbeit mit namhaften

Partnern ist dafür notwendig«, hebt Sachsenmaier

hervor. VRW liefert exklusiv hochwertige

Gussprodukte des Siegener Unternehmens

Gontermann und Peipers.

Zum Produktportfolio gehören Qualitätsstahl,

Edelbaustahl, vorvergüteter Hochleis-

tungsstahl, Werkzeugstahl, Nitrierstahl und

Guss. Manchmal ist auch die Menge für den

Kunden ein Problem. Wir leisten mengenmäßig

wirklich alles – von der Briefmarke bis

zur kompletten Schiffsladung«, erklärt Sachsenmaier.

»

Bei

uns ist mengenmäßig

alles möglich:

Von der Briefmarke bis zur

kompletten Schiffsladung.

Wolfgang Sachsenmaier, Geschäftsführer

VRW Eisen- und Metallhandels GmbH

Umfangreiche Investitionen

VRW hat in großem Umfang investiert. Aufgrund

des größer werdenden Wunsches

nach speziellen Werkstoffen hat VRW seit

Mitte Juli 2013 eine neue Behringer-Blocksäge

mit automatischem Vorschub in Be trieb,

mit der im Automatikbetrieb auch nachts die

Flachprodukte zugesägt werden können.

Neu im Unternehmen sind auch eine

Strahl- und Konservierlinie von Rösler, die

2013 in Betrieb genommen wurde, außerdem

eine neue Behringer-Gehrungssäge

sowie drei Scheffer-Schnelllaufmagnetkräne.

Zudem vergrößerte VRW ihr Stahlhandelslager

letztes Jahr um 5.500 m 2 .

Das umfangreiche Serviceangebot von

VRW umfasst Laserschneiden, Tafelscheren,

Brennschneiden, Abkanten, Rohrlasern und

mechanische Fertigungen wie Bohren, Sä -

gen, Fräsen, Stanzen, Entgraten, Sandstrahlen,

Konservieren, Bürsten oder Gewindeschneiden.

»Wir sind schon jetzt ein kompetenter

Partner in der Anarbeitung, möchten

diesen Bereich jedoch noch weiterentwickeln.

Das ist jedoch nur zusammen mit qualifizierten

Mitarbeitern möglich«, so Wolf.

Flexibilität im Vordergrund

»Unsere Strategie ist: Vieles haben und alles

liefern. Dann ist man flexibler. Massenstahl

muss man zwar anbieten, er darf jedoch

nicht das Hauptgeschäft sein. Es kommt

darauf an, sich zusätzlich auf Sparten zu

spezialisieren, in denen es etwas zu verdienen

gibt – und man muss schneller als die

anderen sein«, fasst Wolf die VRW-Strategie

zusammen.

(sm 131105366) K

«

KONTAKT

VRW Eisen- und

Metallhandels GmbH

Lise-Meitner-Straße 14

73529 Schwäbisch Gmünd

Tel. +49 7171 10456-0

www.vrw-gmbh.de

stahlmarkt 11.2013


40 K Special: Baden-Württemberg

Über den Handel hinaus

INTERSTAHL Süd hat neues Edelstahl-Service-Center

eröffnet

Donzdorf (mh). Es ist längst kein Geheimtipp mehr: Der nächste

Entwicklungsschritt im Stahlhandel ist die Erweiterung der Anarbeitung.

Was oft jedoch graue Theorie ist, hat sich bei INTERSTAHL Süd aus der

Praxis entwickelt. Im März 2013 hat der schwäbische Grobblechdistributeur

sein Geschäft erweitert und ein neues Edelstahlbearbeitungszentrum

eröffnet.

WW K Schon länger hat das Unternehmen

neben dem Grobblechhandel auf Wunsch

auch Bearbeitungen für Edelstahltafeln

übernommen – und diese an einen Lohnbetrieb

weitergegeben. Das hat lange reibungslos

funktioniert, dann aber geriet ein

Zulieferer in Schwierigkeiten.

Eigenes Bearbeitungszentrum

gut gestartet

Vor die Wahl gestellt, die Bearbeitung aufwendig

neu zu organisieren oder das Ganze

gleich selbst in die Hand zu nehmen, hat

man sich bei INTERSTAHL Süd für den Schritt

nach vorn entschieden. Denn die Gelegenheit

war günstig, die Mittel vorhanden, das

Motiv sowieso. Der ohnehin schon geplante

Ausbau der Lagerkapazität am Standort

Donzdorf – eine Investition von 2,5 Mill. €

– wurde umgesetzt, eine neue Halle errichtet,

in einen Maschinenpark investiert, erfahrene

Maschinenbediener geholt. Seit März

2013 ist das Edelstahl-Service-Center nun in

Betrieb. »Die ersten Monate sind sehr gut

angelaufen«, bilanziert Geschäftsführer

Markus Werner.

So ganz ins Ungewisse war natürlich

ohnehin nicht geplant worden: »Wir wussten

so einigermaßen, worauf wir uns einlassen,

und haben beim Kundenstamm ja nicht

von Null angefangen. Auf dieser Basis haben

wir gerechnet, ob es Sinn macht oder nicht.«

Große Bearbeitungstiefe

über den Standard hinaus

Das Ergebnis dieser Rechnung: ein neuer

Maschinenpark mit Dreh- und Fräsmaschine

sowie einer Plasmaanlage. »Nichts Spektakuläres

im einzelnen«, sagt Markus Werner

– und muss lächeln bei diesem Satz. Tatsächlich

bietet INTERSTAHL Süd eine Anarbeitungstiefe,

die gebündelt von einem An -

bieter nicht so leicht zu finden ist. »Es gibt

natürlich viele Edelstahlbearbeiter, aber die

meisten haben sich auf eine bestimmte

Schiene spezialisiert. Bei uns bekommen die

Kunden vom Brennen bis zum Schleifen alles

aus einer Hand. Das ist schon etwas Besonderes.«

Da die Kunden ihre Teile nicht über

mehrere Bearbeiter schleusen müssen, sparen

sie Organisationsaufwand, Zeit und

nicht zuletzt die oft nicht einfache Auseinandersetzung

mit vielen Lieferquellen.

Neben der großen Bearbeitungstiefe wurde

zugleich Wert darauf gelegt, einen Ab -

messungsbereich bearbeiten zu können, der

über die standardmäßigen Dimensionen

hinausgeht. »Abmessungen bis 600 mm

können überall gedreht werden. Schwierig

wird‘s im Bereich darüber. Wir haben uns

daher entschieden, einen möglichst großen

Bereich abzudecken«, erläutert Markus

Werner. Mit der Drehmaschine können Teile

bis 1.200 mm Umlaufdurchmesser bearbeitet

werden, gefräst werden können Teile bis

3.000 mm x 1.700 mm bei einem maximalen

Werkstückgewicht von 9 t. Mit der Breitbandnassschleifmaschine

lassen sich Teile

bis 1.100 mm schleifen.

Handel mit Grobblechen: schnellerer

Umschlag, größeres Sortiment

Das konventionelle Grobblechgeschäft wird

neben der Edelstahlbearbeitung jedoch nicht

vernachlässigt. Im Gegenteil: »Der Handel

Diese zwei neuen Iberimex-

Bearbeitungszentren sind teil des Edelstahl-

Service-Centers (Fotos: INTERSTAHL Süd).

(131105650/1)

stahlmarkt 11.2013


Special: Baden-Württemberg K 41

mit Grobblechen konventioneller Güten ist

und bleibt unser angestammtes Geschäft –

und es wächst«, so der Ge schäftsführer. Ein

Ziel der Investition war daher auch die Er -

weiterung des eigenen Handelssortiments.

»Dank der neuen Halle haben wir eine höhere

Kapazität und sind im Umschlag noch

schneller geworden. Wir nutzen zudem die

neuen Flächen, um unser Sortiment weiter

auszubauen«, so Markus Werner.

Der Erfolg bestätigt die Arbeit: Man hat

sich eine gute Marktposition in der Region

geschaffen, sich einen Ruf als kompetenter

und zuverlässiger Lieferant erworben. Während

in der Edelstahlbearbeitung die Wertschöpfung

ins Haus geholt wurde, hält sich

das Unternehmen im konventionellen Grobblechbereich

konsequent an die eigene

Maßgabe, selbst nicht tiefer in die Wertschöpfung

einzusteigen. Nach wie vor deckt

das Unternehmen diesen Bereich mit Zulieferern

ab – den eigenen Kunden will man

nicht ins Gehege steigen.

INTERSTAHL Süd gehört neben der INTER-

STAHL Service GmbH in Wetter und einer

Niederlassung in Rumänien zur INTERSTAHL

Firmengruppe. Die Gruppe liefert ein breites

Spektrum hochwertiger Stahlwerkstoffe -

vom Feinstblech bis zum Grobblech und

vom Coil bis zum Spaltband oder zum

Zuschnitt in Baustahl und Edelstahl sowie

Zum neuen Edelstahlbearbeitungszentrum bei INTERSTAHL Süd gehört auch eine Plasmaanlage

des Herstellers Messer.

Sonderstählen. INTERSTAHL Süd-Geschäftsführer

Markus Werner legt aber nicht nur

Wert auf Bestandssicherung, sondern ist mit

einem Bein immer schon beim nächsten

Schritt. Er überlegt, was die Kunden bald

wollen könnten, wie der Markt sich entwickelt.

Denn die Kunden, da ist er sich sicher,

werden weitere Wünschen an den Markt

tragen. »Ich kann mir gut vorstellen, dass

Verarbeiter auf uns zukommen und – im

Edelstahlbereich – Schweißkonstruktionen

bis hin zu kompletten Bauteilen anfragen.«

Doch ein Schritt kommt nach dem anderen.

»Jetzt sehen wir erst mal, wie sich die Bearbeitung

entwickelt.«

(sm 131105650) K

«

KONTAKT

INTERSTAHL Süd

Dieselstraße 2

73072 Donzdorf/Göppingen

Tel. +49 7162 9466-0

www.interstahl.com

(131105650/2)

stahlmarkt 11.2013


42 K Special: Baden-Württemberg

Dem Kunden die Bewertung überlassen

SHC Heilbronn punktet mit hoher Qualität und Zuverlässigkeit

Heilbronn (LS). Die SHC Stahlhandelscenter Heilbronn GmbH ist

spezialisiert auf die Lagerhaltung und Lieferung von Grobblechen – vor

allem in Sondergüten. Eine hohe Kompetenz besitzt der Stahlhändler

zudem in den Bereichen Beratung und Logistik.

WW K SHC Heilbronn bietet eine große Auswahl

an Blechen in verschleißfesten Stählen,

hochfesten Feinkornbaustählen, Vergütungsstählen,

legierten Einsatzstählen, Druckbehälterstählen

und auch Baustählen an. Dabei

setzt SHC vorrangig auf das Sondergütengeschäft

und liefert eine Vielfalt an Qualitäten

in verschiedenste Branchen wie Maschinenund

Anlagenbau, Baumaschinenindustrie,

Werkzeug- und Formenbau sowie Behälterund

Apparatebau u. a.

Das mittelständische Unternehmen mit

Sitz in Heilbronn wurde 1995 gegründet

und beschäftigt heute ca. 20 Mitarbeiter,

wobei auch bei den gewerblichen Lagerarbeitern

großer Wert auf qualifiziertes Personal

gelegt wird. Nur so ist es möglich, die

verschiedensten Anforderungen der Kunden

dauerhaft und zuverlässig zu erfüllen. Als

privates und mittelständisches Unternehmen

ist SHC in der Lage, schnell und flexibel

auf Kunden, Märkte und Entwicklungen zu

reagieren – das Unternehmen ist nach DIN

ISO 9001:2000 zertifiziert.

Jeden Wunsch erfüllen –

Jede Anforderung als

Herausforderung betrachten

Das baden-württembergische Unternehmen

verfügt ständig über einen Lagerbestand

von ca. 20.000 t Grobblech. Während in

den ersten Jahren vorrangig die traditionellen

Heimatmärkte Baden-Württemberg und

Bayern bedient wurden, hat SHC in den letzten

Jahren an überregionaler Bedeutung

dazu gewonnen. Heute ist man bundesweit

aktiv und bedient zudem die angrenzenden

Länder Österreich, Schweiz, Benelux sowie

die osteuropäischen Märkte. Aufgrund einer

professionellen Logistik im eigenen Haus ist

man jederzeit in der Lage, alle Regionen in

kürzester Zeit »frei Haus geliefert« zu be -

dienen.

SHC bezieht fast ausschließlich Material

von westeuropäischen integrierten Grobblechherstellern,

wobei den umfangreichen

Bezügen bei deutschen Produzenten besondere

Bedeutung zukommt. Durch die langjährige

Zusammenarbeit mit qualifizierten

Partnern ist SHC zudem auch jederzeit in der

Lage, nahezu jede Art von zusätzlich erforderlichen

Werkstoffprüfungen (wie z. B. Bahnabnahme,

Aufschweißbiegeversuch, Zugversuch

in Dickenrichtung u. a.) sowie vielfältigste

Dienstleistungen (wie z. B. Sandstrahlen

und Konservieren, Fräs- und Schleifbearbeitung,

Brennzuschnitte u. a.) anzubieten.

Die hervorstechenden Merkmale bei SHC

Heilbronn sind: Vielseitigkeit, Schnelligkeit

und Zuverlässigkeit.

Ziel bei SHC Heilbronn ist es, jeden noch

so ausgefallenen Kundenwunsch zu erfüllen

– das Motto lautet: »Erst der Kunde entscheidet,

ob ein Unternehmen wirklich kundenorientiert

ist.«

(sm 131105691) K

«

KONTAKT

SHC Stahlhandelscenter Heilbronn

GmbH

Hafenstraße 95

74076 Heilbronn

Tel. +49 7131 7626-0

www.shc-heilbronn.com

(131105691/1)

SHC Heilbronn verfügt über eine hohe

Kompetenz in Grobblechen, speziell bei

Sondergüten (Foto: SHC Heilbronn).

stahlmarkt 11.2013


44 K Special: Baden-Württemberg

Quartett an der Unternehmensspitze

Kaltenbach stellt sich neu auf

Lörrach. Das Jahr 2013 steht in der Kaltenbach-Gruppe für Konsolidierung,

Strukturwandel und Synergieeffekte. Der mit neun Tochterfirmen und

17 Vertretungen weltweit tätige Anbieter für Systemlösungen für die

Stahlbranche mit dem Headquarter in Lörrach befindet sich in einem

modernen Veränderungsprozess und schreibt sich gezielte Maßnahmen in

der Gruppenstruktur und Marktbearbeitung ganz groß auf die Fahnen.

WW K Im Zuge des Umbaus des Unternehmens

vom Einzelunternehmen hin zur Firmengruppe

hatte CEO Valentin Kaltenbach

auch seine Unternehmensspitze neu be -

setzt. »Die Firma Kaltenbach ist wie wahrscheinlich

viele andere Mittelständler in den

letzten 20 Jahren organisch gewachsen.

Jetzt geht es darum, dieses Wachstum zu

konsolidieren und zu bündeln, um die Sy -

nergien, die es in der Firmengruppe gibt,

noch stärker herauszuarbeiten. Der Kunde

wird weltweit ein einheitliches Unternehmen

Kaltenbach wahrnehmen und entsprechend

in Anspruch nehmen können«, er klärt der

Firmenchef und präsentiert seine nun zu -

sammengestellte Führungsmannschaft.

Umbau zur Unternehmensgruppe

Eingeläutet wurde dieser Veränderungsprozess

mit der Einführung der Position einer

gruppenweiten Geschäftsleitung für Finanzen.

Dafür wurde im September 2012 lrene

Lange nach Lörrach geholt und bekleidet

seitdem die Position des Group CFO und

Member of the Management Board und

trägt zusätzlich die Verantwortung als CHRO

der Unternehmensgruppe. ln ihrer CFO-Verantwortung

stehen seitdem das Finanzwesen

der gesamten Kaltenbach-Gruppe

mit den Kernbereichen Controlling und

Finanzbuchhaltung, Reporting und Forecasting,

darüber hinaus die Bereiche Human

Resources und IT.

»Meine Mission in der Kaltenbach-Gruppe

ist es, die Prozesse zu optimieren, Kosteneinsparungspotenziale

zu heben sowie

Inter nationalisierungs- und Konsolidierungsmaßnahmen

stetig voranzutreiben«, zeigt

sich CFO lrene Lange überzeugt.

Dazu bedarf es auch neuer Technologien

und Produktinnovationen. »Es geht darum,

dass wir für unsere Kunden immer nach dem

Besten streben. Dazu gehören natürlich auch

saubere Prozesse und transparente Projektmanagementtools«,

so Christian Dorfhuber,

Member of the Management Board und seit

Juli 2013 Leiter der Produktion.

Der aktuellste Neuzugang der Geschäftsleitung

Kaltenbachs und somit auch Member

of the Management Board ist Matthias

Rummel. Er hat die Gesamtleitung des Bereiches

Vertrieb und After Sales übernommen

und komplettiert die neue vierköpfige

Unternehmensspitze.

»Es geht uns darum, dass Standardprodukte

noch stärker als bisher den jeweiligen Be -

dürfnissen von regionalen Märkten oder auch

von Kundensegmenten und Branchen entsprechend

angepasst werden«, so Rummel.

»Zukunftsorientiertes Handeln, die Vorstellung

von Stabilität, Leistungskraft, Wert- und

Qualitätsbewusstsein; all diese Kaltenbach-

Kernwerte mit dem Markenbild Kaltenbachs

zu verknüpfen, hat mich dazu bewogen,

unsere Persönlichkeit auch in visueller Hinsicht

zu stärken. Anlässlich der IPS im Mai

2013 in Lörrach haben wir die neue Kaltenbach

Corporate ldentity (Cl) und das neue

Kaltenbach Corporate Design (CD) aus der

Taufe gehoben. Das komplett überarbeitete

Erscheinungsbild wird nun einer breiten

Öffentlichkeit präsentiert«, erklärt der Inhaber

Valentin Kaltenbach. (sm 131105828) K

Das Führungsquartett: Christian Dorfhuber, lrene Lange, Valentin Kaltenbach, Matthias Rummel

(von li. nach re.) (Foto: Kaltenbach)

(131105828/1)

«

KONTAKT

Kaltenbach GmbH + Co. KG

Blasiring 4

79539 Lörrach

Tel. +49 7621 175-0

www.kaltenbach.com

Blechexpo: Halle 5, Stand 5113

stahlmarkt 11.2013


Special: Baden-Württemberg K 45

Schleif- und Polierwerkzeuge von Kreeb (Foto: Kreeb)

SCHLEIF- UND POLIER-

WERKZEUGE VON KREEB

Göppingen. Die Firma Heinrich Kreeb GmbH

& Co. KG ist Hersteller von Schleif- und Polierwerkzeugen

für die mechanische Oberflächenbearbei-

tung. Diese werden eingesetzt für das Entgraten,

Schleifen, Mattieren, Bürsten und Polieren der

unterschiedlichsten Werkstoffe.

Für die Oberflächenbehandlung von Blechen

ist Kreeb ein kompetenter Ansprechpartner. Zum

Produktionsprogramm gehören Abrasivbürsten

aus Nylonfasern, die mit Schleifkorn durchsetzt

sind und als Rund-, Teller- oder Pinselbürste eingesetzt

werden. Diese Bürsten werden zum Entfernen

leichter bis mittlerer Grate (z. B. Sekundärgrate

nach Stanzoperationen) verwendet.

Neben Schleiflamellenscheiben für das flächige

Bearbeiten von Metallen fertigt Kreeb flexible

Schleifsterne für das Schleifen konturreicher

Werkstücke. Zum Entgraten, Feinschleifen und

Mattieren verarbeitet man Nylonfaservlies mit

eingelagertem Schleifkorn. Aus diesem Rohmaterial

stellt Kreeb beispielsweise Lamellenscheiben,

Ronden sowie Tellerscheiben

für Bürstmaschinen mit

allen gängigen Bearbeitungsaggregaten

(Planetenkopf,

lineare Bearbeitungseinheiten)

her.

Bürsten aus Fibre, Sisal

und Draht sowie Polierscheiben

aus Baumwollgewebe

und Filz zum Erzielen glänzender

Oberflächen runden das

umfangreiche Produktspektrum

von Kreeb ab. Generell

sieht sich das Göppinger Unternehmen

als Problemlöser, der neben standardisierten

Produkten auch speziell auf die

individuellen Kundenbedürfnisse abgestimmte

Werkzeuge entwickelt und fertigt.

Neben dem Stammsitz in Göppingen produziert

Kreeb noch in Haan bei ihrem Zweigbetrieb

bi-flex Birkenstock GmbH & Co. KG.

/

Heinrich Kreeb GmbH & Co. KG

Ziegelstraße 37

73033 Göppingen

Tel. +49 7161 9274-0

www.kreeb.com

Blechexpo: Halle 1, Stand 1201

(sm 131105641) K

LANTEK WIRD PARTNER

VON MITSUBISHI

Darmstadt. Lantek hat einen weiteren Maschinenhersteller

als Partner gewonnen: Ab sofort

arbeiten das IT-Unternehmen und die Mitsubishi

Electric Mechatronics Software, Nagoya/Japan,

eng zusammen.

Das Tochterunternehmen der Mitsubishi Corporation

stellt Maschinen unter anderem zur

Bearbeitung von Stahlröhren her und ist jetzt

OEM-Partner von Lantek, einem der Weltmarktführer

im Segment von CAD-/CAM- und ERP-

Software. Die Programme steuern Maschinen

verschiedener Hersteller zur Blech- und Stahlbearbeitung

anlagenübergreifend aus einer durchgängigen

Oberfläche. Lantek verfügt weltweit

über 100 OEM-Partner. Dazu zählen in Japan

auch Toshiba und Toyota.

www.lanteksms.com

Blechexpo: Halle 1, Stand 1137

/

(sm 131105772) K

INNOVATION AWARD

LASER TECHNOLOGY 2014

Aachen. Der mit 10.000 € dotierte Innovation

Award Laser Technology wird vom Arbeitskreis

Lasertechnik e.V. und dem European Laser Institute

ELI alle zwei Jahre als europäischer Wissenschaftspreis

in Anerkennung von herausragenden

Innovationen im Bereich der Lasertechnik

verliehen. Der Preis richtet sich an Einzelpersonen

und Projektgruppen, die eine innovative

lasertechnische Entwicklung vom Stadium der

anwendungsnahen Forschung bis hin zur erfolgreichen

industriellen Umsetzung gestaltet haben.

Zugelassen sind nur Bewerber, die für Universitäten,

FuE-Zentren sowie Unternehmen mit Sitz

in Europa arbeiten.

Einreichungsfrist für Anträge zur laufenden

Ausschreibung ist der 17. Januar 2014.

www.innovation-award-laser.org

/

(sm 131105743) K

stahlmarkt 11.2013


46 K Special: Baden-Württemberg

Ein Sandwich zum Sparen

Wie Textil im Stahl nicht nur den Kraftstoffverbrauch

reduziert

Meßstetten-Tieringen. Der schwäbische Textilhersteller Mattes &

Ammann ist seit 2008 Teil eines vom Bundeswirtschaftsministerium

geförderten Forschungsprojektes zum Thema Leichtbau. Gemeinsam mit

dem Institut für Textil- und Verfahrenstechnik entwickelten die Textiler mit

einer speziellen Kunstfaser, die zwischen hauchdünne Stahlplatten

gebracht wird, einen neuartigen Stahltextilverbund.

WW K Das Institut für Textil- und Verfahrenstechnik

(ITV) Denkendorf initiierte das Projekt

2008 und bekam dabei neben der

finanziellen Unterstützung des Bundesministeriums

für Wirtschaft und Technologie

auch fachkundige Hilfe vom Institut für

Umformtechnik der Universität Stuttgart

sowie von den schwäbischen Textilprofis.

Außerdem im Boot: Partner aus der Automobil-,

Blech-, Akustik- und Klebstoffindustrie.

Dr. Ing. Thomas Stegmaier des ITV er -

klärt: »Daraus ergab sich eine Kooperationsgemeinschaft,

die gemeinsam nach den

strengen Kriterien der Automobilbranche

einen Stahltextilverbund entwickelte, dessen

Stärke zunächst in der sehr guten Verformbarkeit

und Tiefziehfähigkeit liegt.«

Möglich macht das ein von Mattes &

Ammann entwickeltes Aramidgestrick (ein

Gemisch aus Hochleistungspolymerkunststoff),

eingelegt zwischen zwei je 0,23 mm

dicke Stahlbleche. Anschließend miteinander

verklebt, entsteht eine Sandwichbauweise,

die mit gerade einmal 0,8 mm Dicke

äußerst flexibel, hitzebeständig und – im

Vergleich zu den üblichen rd. 1,5 mm dicken

Vollblechwänden – auch vergleichsweise

leicht ist. Weiterer Vorteil: Das Gestrick entkoppelt

die beiden Stahllagen akustisch und

bewirkt damit die so wichtige Körperschalldämpfung.

Diese wiederum sorgt dafür,

dass das Verbundmaterial Schwingungen in

der Karosserie dämpfen kann, die sonst als

Lärm wieder in den Innenraum abgestrahlt

werden. Das Fahrzeuginnere wird entsprechend

leiser.

Abspecken – der Umwelt zuliebe

Die erste Forschungsphase war im Frühjahr

dieses Jahres abgeschlossen – mit einem

echten Erfolg: Im Stuttgarter Werk des

Automobilherstellers Daimler fertigte Mattes

& Ammann beispielsweise aus dem

neuartigen Verbundmaterial eine Stirnwand

für die Daimler-A Klasse. Stegmaier:

»Technisch ist das Produkt schon jetzt ausgereift.

In der zweiten Forschungsphase

geht es danach dann primär um die Wirtschaftlichkeit,

denn das Ziel ist natürlich die

Serienproduktion.« So versucht das Forschungsteam,

die Kosten pro reduziertem

Kilogramm Gewicht unter einen Euro zu

bringen – »dann hat es seine endgültige

Berechtigung.« Ein Ansatz, der auch Volkswagen

auf den Plan rief bzw. generell für

wachsendes Interesse an diesem Stahl-

Textil-Sandwich sorgt. Schließlich will der

Gesetzgeber bis 2020 den CO 2

-Ausstoß

pro gefahrenen Kilometer auf maximal

95 g begrenzen. »Das ist eigentlich nur

über reduziertes Gewicht zu erreichen«,

wie Stegmaier erklärt: 100 eingesparte

Kilogramm sparen rd. 0,5 l Treibstoff.

Das wiederum ermöglicht ein besonders

formbarer und galvanisch verzinkter DC04-

Stahl. Demonstrationen zeigten bereits die

sehr guten Tiefzieheigenschaften und damit

die Möglichkeit, jede Geometrie problemlos

umsetzen zu können. Zudem ist der Stahl

äußerst kompatibel mit dem Aramidgestrick

sowie dem Einkomponenten-Epoxidharzkleber,

einem bereits etablierten Produkt im

Karosseriebau.

«

KONTAKT

Mattes & Ammann

Brühlstraße 8

72469 Meßstetten-Tieringen

Tel. +49 7436 877-0

www.mattesammann.de

(111105729/1)

Dieses Musterteil

verdeutlicht die

optimale

dreidimensionale

Verformbarkeit des

neuartigen Materials

(Foto: Mattes &

Ammann/ITV).

Institut für Textil- und

Verfahrenstechnik (ITV) der

Deutschen Institute für Textil- und

Faserforschung Denkendorf

Körschtalstraße 26

73770 Denkendorf

Tel. +49 711 9340-0

www.itv-denkendorf.de

stahlmarkt 11.2013


Special: Baden-Württemberg K 47

Tests zur Biegesteifigkeit und Delaminationsfestigkeit, zu Zugversuchen

und Tiefzieheigenschaften bis hin zur Körperschalldämpfung

machen es deutlich: Die Kombination aus Stahl, Hightechkleber und

Aramidgestrick erfüllt sämtliche Anforderungen an ein wirtschaftliches

und umweltgerechtes Leichtbaumaterial. Die Komponenten

sind ausgereift, optimal aufeinander abgestimmt und wurden vom

ITV bereits im Jahr 2000 mit einem Basispatent geschützt. Stegmaier:

»Was nun noch fehlt, sind Aussagen zur Langzeitbeständigkeit

des Material-Sandwichs.« Das bedeutet: Dauerschwingversuche

belegen eine zeitliche und mechanische Belastbarkeit, während

Alterungsversuche im Klimaschrank die Lebensdauer vorhersagen

sollen. Je nach Anspruch des jeweiligen Automobilherstellers stehen

außerdem Verträglichkeitstests in Bezug auf Umwelteinflüsse wie

UV-Licht oder Salz auf dem Programm. Und Werner Moser vom

Textilunternehmen M&A ergänzt: »Die Idee der Leichtbauweise entstand

schon in den 1980ern – neu ist sie also nicht. Aber der Druck

seitens des Gesetzgebers lässt endlich Fahrtwind aufkommen,

sodass wir der Industrie schon bald eine Entwicklung präsentieren

können, die den Karosseriebau garantiert verändern wird.«

(sm 131105729) K

stahlmarkt 11.2013


Special: Bänder & Bleche / Blechexpo & Schweisstec K 49

Dieses Jahr rechnen die

Veranstalter mit noch mehr

Besuchern als zu den bereits

erfolgreichen vorherigen Messen

Blechexpo und Schweisstec

(Foto: P. E. Schall).

(131105693/1)

11. Blechexpo und 4. Schweisstec

in der Erfolgsspur

Neue Sonderschau »Top of Automobil«

Stuttgart. Das Prozesskettenduo Blechexpo – Internationale Fachmesse

für Blechbearbeitung und Schweisstec – Internationale Fachmesse für

Fügetechnologie findet vom 5. bis 8. November 2013 in der Landesmesse

am Stuttgarter Flughafen statt.

WW K Im Vergleich zu den erfolgreichen vergangenen

Veranstaltungen, der 10. Blechexpo

und der 3. Schweisstec, zeigt sich in

diesem Jahr noch ein weiterer Zuwachs.

Bereits Ende August hatten sich 1.029

Unternehmen angemeldet, teilte der Veranstalter,

das private Messeunternehmen Paul

E. Schall GmbH & Co. KG aus Frickenhausen,

mit. In Zeiten der relativen Verunsicherung

vor allem in den südeuropäischen

Märkten sei insbesondere die nochmalige

Zunahme an Ausstellungsflächen überraschend.

Viele ausländische und

neue Aussteller

Festzustellen sei eine spürbare Zunahme an

ausländischen Unternehmen. Aus Deutschland

kommen die meisten Unternehmen,

dahinter folgt Italien mit rd. 100 Unternehmen.

Gewohnt stark präsentiert sich auch

die Schweiz mit mehr als 40 Ausstellern. Aus

der Türkei kommen 20 Aussteller. Auf dem

diesjährigen Messeduo in Stuttgart sind 200

neue Aussteller und Unternehmen dabei.

Monika Potthoff, Blechexpo-Projektleiterin,

kennt die Gründe: »Dies ist vor allem auf die

steigende Attraktivität des Fachmesseduos

für Prozessketten als strikt praxisorientierter

Businessplattform mit hohem Anteil an entscheidungsbefugten

Fachleuten zurückzuführen.«

Neu ist dieses Jahr die Sonderschau »Top

of Automobil«. So soll auf der einen Seite

die Verbundenheit mit der Automobilindustrie

und deren Zulieferern, auf der anderen

Seite die hohe Innovationsfähigkeit in puncto

Lösungen in und um das Automobil

gezeigt werden. Beteiligt sind mehr als 20

namhafte Unternehmen aus allen technologischen

Disziplinen zur Fertigung von Komponenten

für Fahrzeuge wie u.a. Stanzteile,

Karosserieteile, Rohkarosserien, Abgassysteme

und Felgen. Mit dabei sind zudem die

Hersteller selbst, die ihre Produkte den Besuchern

vorstellen.

Die 4. Schweisstec kann sich mit über 70

namhaften Teilnehmern neben der EMO

2013, einer der wichtigsten Messen für die

Werkzeugmaschinenindustrie, gut behaupten.

Laut Veranstalter sehen viele große

Unternehmen in der Schweisstec das logische

Bindeglied zur Blechexpo und damit

zur Bleche, Rohre und Profile verarbeitenden

Branche. Diese informiert sich demnach auf

der Stuttgarter Messe über alle Aspekte der

modernen Trenn-, Füge, Umform- und

Stanzbearbeitung und bekommt so die notwendige

Sicherheit zur Investitionsgüterbeschaffung.

/

www.blechexpo-messe.de

www.schweisstec-messe.de

(sm 131105693) K

stahlmarkt 11.2013


Göcke bietet

Blechbearbeitung

im XXL-Format an.

Die großformatigen

Bleche werden im

Brücken-, Fahrzeugund

Tagebau

eingesetzt

(Foto: Göcke).

(131105782/1)

Blechbearbeitung in XXL

Göcke Umformtechnik ist stringent auf Expansionskurs

Ahaus. In diesem Jahr feiert das Unternehmen Göcke Umformtechnik sein

25. Unternehmensjubiläum. 1988 mit sechs Mitarbeitern gegründet, zählt

Göcke heute zu den führenden Anbietern bei der Blechbearbeitung im

XXL-Format. Eine zusätzliche Laserschweißanlage für überdimensionale

Bleche gehört zu den neuesten Errungenschaften.

gleichzeitig geringen thermischen Verzügen,

eröffnen in der Weiterverarbeitung zu Kantprofilen

neue Möglichkeiten. In der Regel

wird ohne Zuführung eines Zusatzwerkstoffes

gearbeitet. Auf Kundenwunsch kann ein

Zusatzwerkstoff, speziell für hochfeste

Materialgüten, jedoch zugeführt werden.

WW K Göcke Umformtechnik wurde 1988

von Wilhelm Göcke mit dem Gedanken

gegründet, der damaligen Situation entgegenzuwirken.

Stahlblechverarbeitung wurde

zumeist in Massenproduktion durchgeführt,

sodass Wilhelm Göcke wenig Raum für In -

dividuelles oder Abmessungen abseits der

Norm sah. So besetzte er anfänglich mit

sechs Mitarbeitern diese Nische und spezialisierte

sich auf die Bearbeitung ungewöhnlicher

Kantprofile.

Heute zählt das Unternehmen Göcke zu

den führenden Anbietern auf diesem Ge -

biet. Mit der Philosophie »Entwicklung, Produktion

und Service – alles aus einer Hand«

ist Göcke nicht nur in Deutschland erfolgreich,

sondern weit über die Grenzen Europas

hinaus. Auf einer Fläche von 40.000 m 2

arbeiten heute 145 Mitarbeiter. Sie produzieren

Abkantprofile und bearbeiten Bleche

in Großformaten bis zu einer Länge von

25 m. Letztere werden im Brücken-, Fahrzeug-

oder Tagebau eingesetzt.

Im Unternehmen gibt es den Slogan

»Blechbearbeitung in XXL« – der Großteil

der bei Göcke verwendeten Maschinen sind

Sonderkonstruktionen. Werkzeuge für die

Abkantpressen sowie Schablonen für Blechzuschnitte

werden eigens im Hause Göcke

gefertigt.

Eine Innovation im Unternehmen Göcke

ist die zusätzliche Laserschweißanlage für

überdimensionale Bleche. Mit den beiden

Laserschweißanlagen können Bleche mit

einer Dicke von 1 bis 8 mm für Abkantpro file

zu einer maximalen Größe von 4 m x 20 m

bzw. 5 m x 12 m verschweißt werden. Ex -

trem schmale Schweißnahtformen, bei

Wirtschaftlich durch hohe

Schweißgeschwindigkeit

Beim Laserschweißen und -schneiden von

Blechen zählt Göcke zu den führenden

Unternehmen. Möglich ist dies dank der

hohen Bearbeitungsgeschwindigkeit, mit

der sich die Produktivität und somit die

Wertschöpfung steigern lässt. Materialien

wie Stahl, Edelstahl und Aluminium oder

auch Kupfer-Nickel-Legierungen eignen sich

besonders gut für die Herstellung von

Tailored Blanks.

(sm 131105782) K

«

KONTAKT

Göcke GmbH & Co. KG

Siemensstraße 1

48683 Ahaus

Tel. +49 2561 9330-0

www.goecke-umformtechnik.de

stahlmarkt 11.2013


Special: Bänder & Bleche / Blechexpo & Schweisstec K 51

KLÖCO ERSTMALIG AUF

DER BLECHEXPO

Duisburg. Zum ersten Mal ist Klöckner & Co in

diesem Jahr auf der Stuttgarter Blechexpo vertreten,

dort präsentiert der international tätige

Stahl- und Metalldistributor sein Produkt- und

Serviceportfolio.

Aussteller sind die deutschen Tochtergesellschaften

Becker Stahl-Service (BSS) und Klöckner

Stahl- und Metallhandel (KSM) sowie Koenig

Feinstahl aus der Schweiz.

BSS beispielsweise punktet mit einem permanenten

Lagerbestand an Coils von rd. 200.000 t.

Produziert werden die Vorprodukte bei BSS mit

hochleistungsfähigen Spalt- und Querteilanlagen,

Tafelscheren sowie vollautomatischen

Schneidezentren. Neben Coils reicht das Leistungsspektrum

über Spaltband, rechtwinklige

Tafeln, Zuschnitte und Trapezplatinen sowie

Grob- und Feinblechtafeln in allen gängigen Fixund

Sonderformaten.

Koenig Feinstahl als führendes Stahl-Service-

Center in der Schweiz bietet darüber hinaus

auch Serviceleistungen in der Anwendungsberatung

und für Anarbeitungen an. Nebst Spezialprodukten

werden zudem kundenspezifische

Lösungen für Kanban- und Konsignationslager

offeriert.

Auch KSM bietet ein breites Spektrum der

Blechbearbeitung an, beispielsweise Einzelanfertigungen

sowie Großserien von Brennteilen im

Bereich Autogen- und Plasmabrennschneiden.

Alle handelsüblichen Fein- und Grobblechformate

– auch im Bereich Aluminium und Edelstahl

Rostfrei – sind direkt ab Lager verfüg- und lieferbar.

»Der Messeauftritt auf der Stuttgarter Blechexpo

zeigt, dass Klöckner & Co auf Basis seiner

hohen Materialverfügbarkeit, der Produktvielfalt

und spezialisierten Anarbeitungslösungen zu

den Top-Performern der internationalen Stahlund

Metalldistribution zählt«, so Karsten Lork,

Mitglied des Vorstands der Klöckner & Co SE für

die Geschäftsbereiche Europa und Asien.

/

Klöckner & Co SE

Am Silberpalais 1

47057 Duisburg

Tel. +49 203 307-0

www.klöckner.com

Blechexpo: Halle 5, Stand 5518

(sm 131105792) K

UNTERPULVER-SCHWEISSEN

LIVE AUF DER SCHWEISSTEC

Eisenberg. Blickfang und Besuchermagnet

auf der Schweisstec in Stuttgart wird das UP-

(Unterpulver)-Schweißen eines Pipelinerohres

mit 1 m Durchmesser sein. OERLIKON zeigt damit

exemplarisch die breitgefächerte Kompetenz in

allen Belangen rund um das Schweißen. Von der

Stromquelle und deren digitaler Steuerung über

Schweißzusatzwerkstoffe, Schweißpulver, Automatisierungsanlagen,

Rauchabsaugung, unterschiedliches

Zubehör bis hin zu den Schweißgasen

der Muttergesellschaft Air Liquide erhält

der Anwender qualifiziert alles aus einer Hand.

So ergeben die aufeinander abgestimmten Komponenten,

Prozesse und die ganzheitliche Beratung

eine Lösung ohne Schnittstellenkonflikte.

Davon profitiert der Kunde in vielfacher Hinsicht.

/

OERLIKON Schweißtechnik GmbH

Industriestraße 12

67304 Eisenberg

Tel. +49 6351 476-0

www.oerlikon.de

Schweisstec: Halle 7, Stand 7110

(sm 131105820) K

stahlmarkt 11.2013


52 K Special: Bänder & Bleche / Blechexpo & Schweisstec

Neue Richtmaschine für Platten

Baden-Baden. Pünktlich zur Blechexpo in Stuttgart stellt die ARKU Maschinenbau GmbH eine neu entwickelte

Richtmaschine für Platten vor: Der PlateMaster ® ist speziell für das wirtschaftliche Richten von großflächigen

Blechteilen (Breite bis 2.000 mm) und dicken Platten ausgelegt (Dicke bis 50 mm).

WW K »Der Bedarf im Markt ist da und wir

haben reagiert«, antwortet Geschäftsbereichsleiter

»Teile richten« Andreas Hellriegel

auf die Frage, warum ARKU eine Richtmaschine

für große Blechteile und Platten

entwickelt hat. »Der PlateMaster ergänzt

optimal unsere im Markt etablierte Flat-

Master ® -Baureihe und ist speziell für Kunden

gedacht, die großflächige Teile hinreichend

eben brauchen.«

Der PlateMaster ist von seiner Bauweise

einfacher gehalten und im Vergleich zur Präzisionsrichtmaschine

FlatMaster für den

Kunden günstiger in der Anschaffung. Die

hydraulische Richtmaschine ist besonders

für den robusten Einsatz konzipiert. Sie ist

unempfindlich gegen Schmutz und kann

schnell und einfach gereinigt werden. Gerade

bei der Bearbeitung von großen Blechplatten,

die oftmals mit Rost und Zunder

überzogen sind, ist eine einfache Säuberung

des Richtaggregats wichtig.

Auch beim PlateMaster sind die beiden

ARKU-Qualitätsmerkmale servo-hydraulische

Richtspaltregelung und Überlastschutz

integriert. Konstante Richtergebnisse und

die Absicherung gegen Beschädigungen der

Maschine sind wie beim FlatMaster gewährleistet.

Der PlateMaster steht im Richtzentrum bei

ARKU in Baden-Baden für Besichtigungen

und Vorführungen bereit. Umfassende In -

formationen zur neuen Richtmaschine sind

bei ARKU auf der Blechexpo erhältlich. Live

zu sehen auf dem Messestand in Stuttgart

sind die Präzisionsrichtmaschine FlatMaster

55 und der schnelle Hochleistungsvorschub

ServoMaster ® HiSpeed.

(131105810/1)

ARKU-PlateMaster ® – die neue Richtmaschine für großflächige Blechteile und dicke Platten

(Breite bis 2.000 mm, Dicke bis 50 mm; Foto: ARKU).

/

ARKU Maschinenbau GmbH

Siemensstraße 11

76532 Baden-Baden

Tel. +49 7221 5009-0

www.arku.de

Blechexpo: Halle 1, Stand 1101

(sm 131105810) K

TÜV RHEINLAND

UNTERSTÜTZT BEI

SCHWEISSER-PERSONALSUCHE

Köln. Schweißer sind gefragt. Laut Engpassanalyse

des Bundesministeriums für Wirtschaft

und Technologie zählt dieses Handwerk zu den

Top-10-Engpassberufen in Deutschland. Die Zahl

der unbesetzten Stellen übersteigt die der Be -

werber in diesem Bereich deutlich. Entsprechend

ist ein Konkurrenzkampf um qualifizierte Mitarbeiter

entbrannt. Für Unternehmen bedeutet

das, dass sie nicht mehr auf Bewerbungen warten

können, sondern selbst aktiv werden müssen.

Wer dazu keine Zeit hat, kann sich dabei

helfen lassen. Um Unternehmen bei der Suche

nach Fachkräften zu unterstützen, hat die TÜV

Rheinland Akademie jetzt das Personalmanagementprogramm

Managed Recruiting Schweißen

geschaffen. Von der Erstellung eines Anforderungsprofils

über die Schaltung von Stellenanzeigen

und die Abwicklung des gesamten Auswahlverfahrens

bis hin zur Bewertung der bereits

vorhandenen Fachkompetenz des jeweiligen

Bewerbers nimmt sie ihren Kunden die Personalsuche

und -auswahl komplett ab. Überdies profitieren

diese beim Aufspüren von geeigneten

Mitarbeitern von den guten Kontakten des Bildungsanbieters

bis in die Regionen hinein. Und

dank der eigenen Schweißkursstätten kann die

TÜV Rheinland Akademie fehlendes Know-how

gezielt nachschulen, sodass die Unternehmen

passgenau qualifizierte Mitarbeiter bekommen

www.tuv.com/schweissen

/

(sm 131105740) K

stahlmarkt 11.2013


Special: Bänder & Bleche / Blechexpo & Schweisstec K 53

REMMERT AUF DER

BLECHEXPO 2013:

MEHR PLATZ. MEHR EFFIZIENZ.

MEHR PRODUKTIVITÄT.

Löhne. Egal, ob kleine oder große Mengen

Blech – Unternehmen, die ihr Flachgut optimiert

bevorraten wollen, sind auf leistungsstarke

Lagersysteme angewiesen. Auf der Blechexpo

2013 stellt die Friedrich Remmert GmbH daher

wirtschaftliche Lagerlösungen für Bleche in den

Fokus. Das Unternehmen informiert die Fachbesucher

über moderne Bevorratungsmöglichkeiten

und stellt seine Systeme, die Remmert-Blechlager

und den Remmert BASIC Tower, vor.

Die Anforderungen an die Blechbevorratung

sind in den letzten Jahren immer weiter gestiegen.

Alles muss kompakter, schneller und effizienter

sein. Unternehmen wollen nicht nur mehr

Material auf weniger Fläche lagern. Die Systeme

müssen auch eine reibungslose Fertigung ermöglichen.

Dafür bietet die Friedrich Remmert GmbH

ein perfekt auf diese Herausforderungen zugeschnittenes

Angebot an automatischen Lagersystemen

für Bleche und Flachgüter. Anwender

profitieren von Platzeinsparungen von bis zu

70 % im Vergleich zu konventionellen Lagermethoden.

Darüber hinaus steigert das optimierte

Materialhandling die Produktivzeit der integrierten

Bearbeitungsmaschinen.

Es gibt Lagersysteme für unterschiedliche Größenordnungen:

Der Remmert BASIC Tower ist die

optimale Lösung zur Bevorratung geringer Mengen

Blech. Das Stand-alone-System ist bei einer

Systemhöhe von 3.830 bis 7.250 mm mit 14 bis

33 Ebenen à 3.000 kg erhältlich. Durch das vereinfachte

Handling (optional halb- oder vollautomatisch)

können Unternehmen die Produktivität

ihrer Maschinen um bis zu 80 % steigern.

Langgut- und Blechlagersysteme können perfekt an die Prozesse der Kunden angepasst werden

(Foto: Remmert).

»Der BASIC Tower basiert zudem auf einem Plugand-Run-Konzept«,

ergänzt Matthias Remmert,

Geschäftsführer von Remmert. »Dadurch ist der

Lagerturm innerhalb kürzester Zeit aufgebaut

und kann sofort genutzt werden.« Eine effiziente

Möglichkeit zur Lagerung größerer Blechmengen

sind die Remmert-Blechlager Mini und Midi.

Die Systeme sind je nach Anforderung in drei

Größen mit einer Nutzlast von bis zu 6.000 kg

pro Ladeebene verfügbar. Dank ihrer modularen

Bauweise sind sie jederzeit erweiterungsfähig

und lassen sich flexibel den individuellen Kundenanforderungen

anpassen. Ein- und Auslagerungen

realisiert ein fahrwegoptimiertes Regalbediengerät.

Die Zugriffszeiten auf das Material

verkürzen sich dadurch um 70 %. Außerdem

kann das Lager an alle gängigen Bearbeitungsmaschinen

angeschlossen werden. Durch das

verbesserte Materialhandling steigt die Maschinenauslastung

um ein Vielfaches.

/

Friedrich Remmert GmbH

Brunnenstraße 113

32584 Löhne

Tel. +49 5732 896-0

www.remmert.de

Blechexpo: Halle 1, Stand 1609

(111105726/1)

(sm 131105726) K

stahlmarkt 11.2013


54 K Special: Bänder & Bleche / Blechexpo & Schweisstec

Effektive Nassschleiftechnik

Weber bietet ausgereifte Technik für

die Blechbearbeitung

Kronach. Das Entgraten und Oberflächenschleifen von Blechteilen ist

heute zunehmend Standard. Das betrifft mehr oder weniger alle Teile, die

mit den unterschiedlichsten Verfahren geschnitten werden. Die üblichen

Bearbeitungsverfahren mit Schleifbändern und Bürsten werden trocken

oder nass eingesetzt. Die Entscheidung, welches Verfahren zum Einsatz

kommt, hängt von verschiedenen Kriterien ab. Ausschlaggebend sind

Materialart, Schneidverfahren, Materialdicke und Verölung.

WW K Die Hans Weber Maschinenfabrik

GmbH in Kronach baut seit Jahrzehnten

neben Trocken- auch Nassschleifmaschinen,

die sich durch ausgereifte Technik und

durchdachte Detaillösungen auszeichnen.

So steht für die Baureihen NLC – Nassschleifmaschinen

das gesamte Spektrum der

WEBER-Schleiftechnik zur Auswahl. Das ist

neben den Schleifband- und Bürststationen

auch der Planetenkopf mit doppelt rotierenden

Werkzeugen. Die Bestückung der

Maschinen ist entsprechend der Aufgabestellung

frei anzuordnen und erlaubt so die

optimale Maschinenkonfiguration. Die Steuerung

erfolgt über das WEBER-Touchterminal

in Verbindung mit dem WEBER-»i-

Touch«-Navigationssystem. Damit ist ein

schnelles und fehlerfreies Navigieren durch

die Ma schinenbedienung gesichert. Die

Blechdicke kann zusätzlich durch die am

Maschineneinlass angebrachte Werkstückdickenmessung

erfolgen.

Der Maschinenkörper ist standardmäßig

aus verzinkten Teilen oder VA-Stahlkomponenten

gebaut und damit korrossionsgeschützt.

Trotz der kompakten Bauweise ist

das Vakuumsystem mit dem notwendigen

Separator platzsparend im Inneren untergebracht.

Der Wasserumlauf ist großzügig

ausgelegt, da damit der gesamte Materialabtrag

sicher aus dem Maschineninnnenraum

gespült und der Filterung zugeführt

wird. Die Teiletrocknung am Auslass arbeitet

sowohl mit Quetschrollen als auch mit Luftdüsen.

Für Kleinteile, deren Transport durch

die Quetschrollen mechanisch beschränkt

ist, haben WEBER-Maschinen eine spezielle

Vorrichtung eingebaut.

Das umlaufende Schmutzwasser wird entweder

durch einen Flachbettfilter oder

durch eine Zentrifuge gereinigt und danach

wieder zugeführt. Beide Einheiten werden

direkt an der Maschine aufgestellt und sparen

dadurch ebenfalls Platz. Großer Wert

wird auf einfache Zugänglichkeit zur Reinigung

und Kontrolle der Wasserverteilung

gelegt. Die verschiedenen Komponenten

können ohne Werkzeug zur Kontrolle und

Reinigung aus- und eingebaut werden. So

stellt die WEBER-Baureihe ein ausgereiftes

Maschinenkonzept dar, das sich immer im

notwendigen Umfang auf neue technische

Herausforderungen einstellt.

(sm 130905528) K

«

KONTAKT

Hans Weber Maschinenfabrik GmbH

Bamberger Straße 19 – 21

96317 Kronach

Tel. +49 9261 409-0

www.hansweber.de

Blechexpo: Halle 1, Stand 1604

(130905528/1)

Die Bestückung der Maschinen ist flexibel

und erlaubt so eine optimale Konfiguration

(Foto: WEBER).

stahlmarkt 11.2013


Special: Bänder & Bleche / Blechexpo & Schweisstec K 55

NEUER PLASMAHAND-

SCHNEIDINVERTER

Finsterwalde. Der Plasma-Handschneidinverter

CUTi 35 von Kjellberg erzielt dank sinusförmiger

Stromaufnahme mit PFC (Power Factor

Correction) maximale Leistung aus dem einphasigen

230-V-Netz. Elektrisch leitfähige Werkstoffe,

wie Bau- und Edelstahl, Aluminum und

Kupfer, mit einer Materialdicke bis 12 mm können

damit effizient geschnitten werden. Mit dem

festangeschlossenen Plasmabrenner KjellCut

35C wird der Pilotbogen mittels Hubzündung

ohne Werkstückkontakt entwickelt.

Aufgrund seiner kompakten Bauweise und

seiner geringen Masse von nur 10 kg (inklusive

Brenner) ist der Inverter CUTi 35 ideal für Reparatur-

und Servicearbeiten auf Baustellen, in

Werkstätten und bei Montageeinsätzen. Das

technische Leistungsspektrum des Plasmahandschneidinverters

ist durch zahlreiches Zubehör,

wie Räderwagen, längere Verschleißteile oder

Kreisschneideinrichtungen, erweiterbar. Damit

ist er vielfältig einsetzbar, unter anderem zum

Manuelle

Plasmaschneidanlage

CUTi 35 für den

mobilen und

sicheren Einsatz

(Foto: Kjellberg)

Schneiden von Geraden, Konturen,

Löchern und mit Schablonen.

Der neue Inverter CUTi 35

ersetzt ab sofort das Modell

CUTi 40. Alle Anlagen der

CUTi-Reihe werden mit

einem Erstausrüstungskit

mit Verschleißteilen und

Werkzeugen sowie einem

Filterdruckregler geliefert.

/

Kjellberg Finsterwalde

Plasma und Maschinen GmbH

Oscar-Kjellberg-Straße 20

03238 Finsterwalde

Tel. +49 3531 500-0

www.kjellberg.de (sm 130905361) K

(130905361/1)

stahlmarkt 11.2013


56 K Special: Bänder & Bleche / Blechexpo & Schweisstec

Neue Funktionen für Effizienz und Prozesssicherheit

Ditzingen. Zur Blechexpo 2013 stellt Trumpf eine Vielzahl an intelligenten Funktionen und Softwarelösungen

für seine Werkzeugmaschinen vor.

WW K Diese neuen sogenannten Smart Functions

gehören zu den Trumpf-Assistenzsystemen,

mit deren Hilfe die Maschine dem

Bediener assistiert und ihn entlastet.

Smart Nozzle Automation für TruLaser-

Maschinen. Für eine sichere Produktion ist

die Düsen- und Linsenqualität ein entscheidender

Faktor. Denn wenn das Schneidergebnis

nicht optimal ist, kann es an folgenden

Ursachen liegen: Die Linse oder die

Düse ist verschmutzt oder beschädigt, der

Laserstrahl ist nicht zentrisch zur Düse oder

die Fokuslage ist verstellt. Mit DetectLine

und dem neuen Funktionspaket Smart

Nozzle Automation für die TruLaser 5030

und 5040 bietet Trumpf für all diese Ursachen

automatisierte Lösungen. Die Sensorik

LensLine mit Zustandsprüfung erkennt den

Zustand der Linse. DetectLine sorgt für eine

automatische Fokuslageneinstellung. Eine

Einheit am Düsenwechsler zentriert automatisch

den Strahl.

Smart Bending Package für TruBend-

Maschinen. Neu zur Blechexpo ist auf den

Biegemaschinen der TruBend-Serie 5000 die

Funktion TCB (Thickness Controlled Bending).

Gemeinsam mit dem BendGuard und

der optischen Rüst- und Positionierhilfe bildet

sie das Smart Bending Package. Die optische

Rüst- und Positionierhilfe zeigt dem

Bediener über LEDs, an welchen Stellen er

ein Biegewerkzeug rüsten oder wo die

nächste Kantung erfolgen muss. Der Bend-

Guard ist eine optische Sicherheitseinrichtung.

Ist eine Störkontur, beispielsweise eine

Hand, im Sicherheitsbereich des Lichtfeldes

des BendGuard, stoppt die Biegemaschine.

Smart Functions an der TruMatic 6000.

Die neue Stanz-Laser-Maschine TruMatic

6000, die Trumpf nach ihrer Weltpremiere

auf seiner Hausmesse Intech im April 2013

nun auf der Blechexpo der breiten Öffentlichkeit

vorstellt, hat ebenfalls zahlreiche

Smart Functions im Programm.

Dazu zählt beispielsweise die Funktion

Smart Load, die das Blech präzise auf der

Maschine positioniert, auch wenn dieses

zuvor unsauber auf dem Rohblechstapel lag.

Das geschieht durch ein intelligentes Zusammenwirken

von Blechklemmung, Tischvorschub

und Beladegerät. Ein Eingreifen des

Bedieners ist dabei nicht mehr notwendig.

Einige dieser Smart Functions an der neuen

TruMatic 6000 sind zukünftig auch auf weiteren

TruPunch- und TruMatic-Maschinen

verfügbar.

/

TRUMPF GmbH + Co. KG

Johann-Maus-Straße 2

71254 Ditzingen

Tel. +49 7156 303-0

www.trumpf.com

Blechexpo: Halle 1, Stand 1403

(sm 131105751) K


Special: Bänder & Bleche / Blechexpo & Schweisstec K 57

Neuerungen in Geschwindigkeit und Präzision

Rijssen. Neue Maßstäbe im Plasma- und Autogenschneiden soll die neue V304-Plattenbearbeitungsanlage

von Voortman setzen.

WW K Die neusten Voortman-Entwicklungen

und -Innovationen wurden in das Design der

V304 integriert. Durch diese Neuerungen

können eine höhere Produktionsgeschwindigkeit

und Qualität erreicht werden.

Die V304 ist das Folgemodell der VCS-

Modelle Compact, Thermo und Multi und

ermöglicht Mehrbrennerschneiden, gerades

Plasmaschneiden sowie 3-D-Fasenschneiden.

Die Maschine erreicht eine hohe Produktionsleistung

und ist perfekt geeignet

für simultane, sich wiederholende Aufgaben.

Maximal sechs Autogenbrenner, zwei

Plasmabrenner oder eine Kombination beider

Technologien bietet die starke Stahlbrücke.

Sowohl der Autogen-Dreifach-Brenner

als auch der Plasmabrenner können

Schweißnahtvorbereitungen durchführen

und X-, Y-, K- oder V-Schnitte anfertigen,

um nachfolgende Produktionsschritte zu

vereinfachen. Eine Streifenschneideinheit

mit drei Autogenbrennern kann Streifen aus

einer Rohplatte schneiden. Um die Platten

schnell zu markieren, ist die Installation einer

stufenlos rotierbaren Inkjet-Markierungseinheit

möglich.

Die V304 ist ausgestattet mit True Hole

Technology von Hypertherm oder Contour

Cut von Kjellberg, um eine höhere Lochqualität

im Vergleich zu konventionellen

Schneidmethoden zu erzielen. Weiterhin

bietet die Maschine verschiedene Schachtelprogramme,

um einen optimalen Materialverbrauch

zu erreichen.

Entwicklungen und Eigenschaften

Die V304 ist eine Voortman-Neuentwicklung

im Bereich Plattenbearbeitung. Neben

dem neuen Design punktet die Anlage mit

einem doppelsynchronisierten Servogetriebe

in Kombination mit doppellinearer Führung,

Schrägverzahnung und Ritzelsystem. Zudem

ist die stabil gebaute Stahlbrücke mit einer

schrägverzahnten Zahnstange ausgestattet.

Das neue 3-D-Plasma-Fasenaggregat wird

synchron in fünf Achsen gesteuert. Die Entwicklung

des Antriebskonzeptes in enger

Zusammenarbeit mit dem Hersteller der

Antriebe sichert die gleichbleibend hohe

Schnittqualität.

Die Filtereinheit ist mit Hochleistungsmembranfiltern

ausgestattet und bietet

damit die effizienteste Lösung, um Staub

und Rauch zu filtern. Mit einem Abscheidegrad

von 99,98 % ist die Rückhaltung feinster

Partikel garantiert.

/

Voortman

Ozonstraat 1

7463 PK Rijssen

Niederlande

Tel. +31 548 536-373

www.voortman.net

Blechexpo 2013: Halle 5, Stand 5516

(sm 131105741) K


58 K Special: Bänder & Bleche / Blechexpo & Schweisstec

TATA STEEL AUF DER BLECHEXPO

London. Auf der diesjährigen Blechexpo in

Stuttgart präsentiert Tata Steel, wie das Unternehmen

sein Distributions- und Service-Center-

Netzwerk auf dem europäischen Festland neu

ausrichtet. Ab sofort stehen bei Europas zweitgrößtem

Stahlhersteller unternehmensweit die

Endkundenmärkte stärker im Fokus. Deutsche

Tata Steel richtet sein Distributions- und Service-Center-Netzwerk auf dem europäischen

Festland neu aus (Foto: Tata Steel).

(131105830/1)

und europäische Kunden profitieren dadurch von

einem noch besser auf sie zugeschnittenen Produkt-

und Serviceangebot.

Tata Steel verfügt über die zweitgrößte Infrastruktur

aus Distributions- und Service Centern

in Europa. Im Zuge der Neuausrichtung werden

alle Betriebe auf dem europäischen Festland

nach Endkundenmärkten – wie der Automobil-,

Bau- oder Hebe- und Förderindustrie – organisiert.

Jeder Standort ist darüber hinaus einer der

beiden Produktgruppen Feinblech oder Grob-/

Bandblech zugeordnet. Damit hat Tata Steel seine

Vertriebsorganisation unternehmensweit

vereinheitlicht. Kunden erhalten jetzt direkten

Zugang zu dem umfassenden Produkt- und Serviceportfolio

der gesamten Gruppe

Um Kunden in ihren Märkten noch erfolgreicher

zu machen, erweitert und optimiert Tata

Steel sein Produkt- und Servicespektrum kontinuierlich.

Ein Beispiel dafür sind die auf der

Blech expo vorgestellten hochfesten niedriglegierten

Stähle der Ympress ® -Familie, von denen

einige an spezifische Kundenanforderungen

angepasst wurden

Tata Steel stellt auf der Blechexpo darüber hinaus

seine neu entwickelten Engineering-Dienstleistungen

vor. Auf dem Messestand demonstriert

der Stahlhersteller, wie Kunden aus der

Automobilindustrie von diesem Angebot profitieren

können. Beispielsweise hilft der Gesamtbetriebskosten-Scan

(TCO-Scan) dabei, die Kosten

für spezifische Anwendungen sowohl in der Herstellung

als auch während der Nutzung deutlich

zu reduzieren. Diesen Service bietet das Unternehmen

nicht nur für die Automobilindustrie,

sondern auch für seine Kunden aus dem Hebeund

Fördersektor oder der Bauindustrie an.

www.tatasteel.com

Blechexpo: Halle 5, Stand 5317

/

(sm 131105830) K

SCHWEISSERPRÜFUNGSNORM

DIN EN ISO 9606-1 KOMMT

Düsseldorf. Viele Jahre liefen sie parallel

nebeneinander: Die Schweißerprüfungsnormen

»Prüfung von Schweißern – Schmelzschweißen

– Teil 1: Stähle« EN 287-1 auf europäischer Ebene

und die ISO 9606-1 außerhalb von Europa.

Nach fast 20 Jahren findet die Zweigleisigkeit

nun ein Ende. Eine Umfrage durch das European

Committee for Standardization (CEN) hat zum

Resultat geführt, die ISO 9606-1 als »EN ISO«-

Norm zu übernehmen – allerdings mit einer

24-monatigen Übergangsfrist.

Der DVS – Deutscher Verband für Schweißen

und verwandte Verfahren e.V. geht davon aus,

dass Ende des Jahres die neue, einheitliche

Schweißerprüfungsnorm durch das CEN und das

DIN Deutsches Institut für Normung e.V. als DIN

EN ISO 9606-1 veröffentlicht ist. Ab dann gilt die

Übergangsfrist von 24 Monaten. Der DVS weist

darauf hin, dass in diesem Zeitraum möglicherweise

Schweißerprüfungen nach DIN EN ISO

9606-1 nicht anerkannt werden, sondern noch

Schweißerprüfungen nach DIN EN 287-1 gefordert

werden. Daher rät der DVS, zwei Schweißerprüfbescheinigungen

– nach alter und nach

neuer Norm – auszugeben. Unternehmen, die

sich die Frage stellen, welche Bedeutung die Veröffentlichung

der DIN EN ISO 9606-1 für sie konkret

hat, erhalten kompetente Antwort von den

Ansprechpartnern in den DVS zugelassenen Bildungseinrichtungen.

(sm 131105699) K

EWM WIRD AG

Mündersbach. Die Gesellschafter der EWM

Hightec Welding GmbH haben mit der Eintragung

in das Handelsregister die Rechtsform in

eine Aktiengesellschaft geändert. Damit tritt das

weltweit zu den bedeutendsten Anbietern von

Lichtbogenschweißtechnik zählende Unternehmen

unter dem Namen EWM AG auf. Das familiengeführte

Unternehmen mit Stammsitz im

Westerwald trage damit der Entwicklung der

letzten Jahre Rechnung. Zugleich würden damit

die Weichen für die Zukunft und ein weiterhin

dynamisches Wachstum gestellt.

www.ewm-group.com

Schweisstec: Halle 7, Stand 7207

/

(sm 131105717) K

stahlmarkt 11.2013


Special: Bänder & Bleche / Blechexpo & Schweisstec K 59

STAHL-SERVICE-KOMPETENZ

VON EMW

Neunkirchen. Das Stahl-Service-Center EMW

präsentiert sich auf der BLECHEXPO auf einem

gemeinsamen Stand mit SCHÄFER Lochbleche.

Beide Unternehmen sind Teil der international

erfolgreichen SCHÄFER WERKE GMBH mit Sitz in

Neunkirchen im Siegerland. Das in der deutschen

Stahlbranche seltene Zusammenwirken eines

umfangreichen Feinblechlagers und der nachgeschalteten

Verarbeitung unter dem Dach derselben

Unternehmensgruppe ermöglicht kurze

Wege und hohe Flexibilität, von der die gemeinsamen

Kunden profitieren. Der gemeinsame

Messeauftritt unterstreicht diese doppelte Kompetenz.

Sowohl EMW wie auch SCHÄFER Lochbleche

beliefern unter anderem Kunden aus der Automobilbranche.

EMW versorgt die Automobilbranche

mit Spaltbändern und Zuschnitten, die

in der Regel zu Karosserieteilen weiterverarbeitet

werden. Neben weichen Tiefziehstählen liefert

die EMW auch höherfeste Stähle für crashrelevante

Sicherheitsteile. Mit einem ständig

abrufbereiten Lagervolumen von rd. 100.000 t

Feinblech in nahezu allen marktgängigen Qualitäten

und fünf Spaltanlagen unterstützt EMW

Im Stahl-Service-

Center EMW wird

hochwertiges

Feinblech in nahezu

allen marktgängigen

Güten verarbeitet

(Foto: SCHÄFER

Werke).

eine Just-in-time-Lieferung nach Kundenvorgaben.

Weitere wichtige Anwendungsbereiche für

Lochbleche sind Schallschutz, Ladenbau und

Architektur. Mit weit mehr als 400 standardmäßig

verfügbaren Lochbildern liefert SCHÄFER

Lochbleche beispielsweise individuelle Gestaltungen

für Fassadenverkleidungen und Lärmschutzwände,

aber auch Regale und Sitzmöbel.

SCHÄFER Lochbleche gewährleistet mit seiner

großen Werkzeugvielfalt umfassende Möglichkeiten

der Fertigung von Lochblech aus Stahl,

Edelstahl und Aluminium.

/

SCHÄFER Werke

Pfannenbergstraße 1

57290 Neunkirchen

Tel. +49 2735 787-01

www.schaefer-werke.de

Blechexpo: Halle 5, Stand 5101

(131105727/1)

(sm 131105727) K

stahlmarkt 11.2013


60 K Special: Bänder & Bleche / Blechexpo & Schweisstec

Neuer Welding Guide zu AHSS/UHSS-Stählen

Stockholm. Um noch stärker auf die wachsende Nachfrage der Automobilindustrie nach AHSS/UHSS-Stählen

einzugehen, hat SSAB jetzt einen einzigartigen und ausführlichen Leitfaden zum Schweißen von AHSS/UHSS-

Stählen in englischer Sprache vorgestellt.

WW K Vor dem Hintergrund einer zunehmenden

Anzahl an Automobilapplikationen,

die mit AHSS/UHSS-Stählen entwickelt

werden, bietet der neue Welding Guide die

nötigen Erkenntnisse und Empfehlungen,

um Schweiß prozesse zu optimieren und

unmittelbar von den Vorteilen dieser Werkstoffe

zu profitieren.

Der Welding Guide »Schweißen von

AHSS/UHSS-Stahl – Leitfaden für die Automobilindustrie«

stellt detailliert und übersichtlich

die in der Automobilindustrie ge -

läufigsten Schweißmethoden vor: Widerstandspunktschweißen,

Laserschweißen

und Lichtbogenschweißen. Er legt den

Schwerpunkt dabei insbesondere auf UHSS-

Stähle und bietet ausführliche Testergebnisse

sowie Empfehlungen zu bewährten Verfahren

für beschichtete und unbeschichtete

AHSS/UHSS-Stähle.

»In den vergangenen Jahren haben wir

zahlreiche Fragen zum Schweißen von

AHSS/UHSS-Stählen erhalten, da es sich

vom Schweißen unlegierter Stähle unterscheidet«,

erklärt Tony Nilsson, Principal

Joining Specialist bei SSAB. »Wir wollten der

Automobilindustrie daher einen Leitfaden

zur Verfügung stellen, der das gesamte

Know-how sowie die Forschungsergebnisse

und Kennwerte zusammenfasst, die wir

über die Jahre hinweg gesammelt haben.«

Der Welding Guide für AHSS/UHSS-Stähle

ist nach SSAB-Angaben in seiner Art einzigartig

in der Stahl- und Automobilindustrie.

»Der neue Welding Guide ist ein weiterer

Beleg für das Bestreben von SSAB, seinen

Kunden mehr als nur Stahl zu bieten. Da es

auf dem Markt bisher keinen entsprechenden

Leitfaden gab, wollten wir bei SSAB

einen Welding Guide erstellen und damit

nicht nur unsere Kunden, sondern auch den

gesamten Markt unterstützen«, sagt Anke

Meyer, Marketing Manager bei SSAB EMEA.

(130905464/1)

Das Widerstandspunktschweißen

ist das geläufigste Fügeverfahren

für AHSS/UHSS-Stahl in der

Automobilindustrie (Foto: SSAB).

Der Welding Guide wurde vom SSAB Knowledge

Service Center entwickelt, das als

technische Supportabteilung fachspezifisches

Know-how und Empfehlungen zu

AHSS/UHSS-Stählen für die Automobil -

industrie bietet. Der rd. 80 Seiten umfassende

Leitfaden kann online unter www.ssab.

com/weldingguide bestellt werden. Er steht

sämtlichen Automobilherstellern und Zulieferunternehmen

sowie allen weiteren interessierten

Industriezweigen zur Verfügung.

www.ssab.com/weldingguide

/

(sm 130905464) K

stahlmarkt 11.2013


62 K Special: Edelstahl

Edelstahl Rostfrei in chloridhaltigen Wässern

Von Ulrich Heubner 1 und Hans-Peter Wilbert 2 (131105736/3)

(131105736/1)

Nichtrostende Stähle werden in der Trinkwasserinstallation, in Anlagen zur

Abwasserbehandlung, in Kühlwassersystemen der Industrie mit Fluss-,

Brack- und Meerwasser und in Schwimmbadwässern in großem Umfang

eingesetzt. Bei sachgerechter Werkstoffauswahl und sorgfältiger Werkstoffverarbeitung

sind nichtrostende Stähle in den betrachteten Anwendungen

in Wässern wartungsarm und langlebig und bieten damit ausgesprochen

nachhaltige Lösungen.

WW K Edelstahl Rostfrei ist ein Sammelbegriff

für nichtrostende Stähle. Sie enthalten mindestens

10,5 % Chrom und weisen gegenüber

unlegierten Stählen eine deutlich bessere

Korrosionsbeständigkeit auf. Die traditionelle

Namensgebung »nichtrostende

Stähle« hat ihren Ursprung darin, dass diese

Werkstoffe bei Auslagerung an normaler

Atmosphäre nicht rosten. Dies bedeutet

jedoch nicht, dass sie beliebigen Medien

ohne Korrosionserscheinungen ausgesetzt

werden können. Mit einer Erhöhung des

Chromgehalts über den oben genannten

Mindestgehalt hinaus und durch Hinzufügen

weiterer Legierungsbestandteile wie

von Nickel (Ni) und Molybdän (Mo) kann die

1)

Nickel Institute, Werdohl

2)

Informationsstelle Edelstahl Rostfrei, Düsseldorf

Die Ausführungen basieren auf dem ISER-Merkblatt 830, das

kostenfrei bei der Informationsstelle Edelstahl Rostfrei,

E-Mail: info@edelstahl-rostfrei.de, angefordert werden kann.

Korrosionsbeständigkeit in Anpassung an

die jeweils umgebenden Medien, beispielsweise

in chloridhaltigen Wässern, weiter

erhöht werden. Damit kann die Wasserwirtschaft

über Edelstahl Rostfrei in einer Vielzahl

unterschiedlicher Sorten für mannigfache

Anwendungen verfügen.

Allgemeines

Nichtrostende korrosionsbeständige Stähle

sind in Trinkwasser und Wässern ähnlicher

chemischer Zusammensetzung, in Oberflächenwässern

einschließlich Meerwasser,

Heizungs- und Kühlwässern gegen Flächenkorrosion,

wie man sie von unlegierten Stählen,

Kupfer, Zink etc. kennt, beständig. Die

Beständigkeit wird auch durch saure Wasserinhaltsstoffe

in weiten Bereichen nicht

beeinträchtigt. So ist Edelstahl Rostfrei beispielsweise

in kohlensäurereichen Mineralwässern

mit einem pH-Wert von etwa 4

beständig. Aufgrund der sicheren Beständigkeit

gegen Flächenkorrosion spielt diese

in der Praxis beim Einsatz von nichtrostenden

Stählen in chloridhaltigen Wässern keine

Rolle.

Gegenüber Erosionskorrosion weisen

nichtrostende Stähle in Wässern eine vergleichsweise

hohe Beständigkeit auf, sodass

ihre Anwendung auch im Fall hoher Fließgeschwindigkeiten

bis herauf zu beispielsweise

30 m/s in Betracht gezogen werden kann.

Zur Vermeidung von örtlicher Korrosion in

der Form von Loch- und Spaltkorrosion in

chloridhaltigen Wässern ist jedoch eine Vielzahl

von Einflussgrößen zu betrachten.

Werkstoffbedingte Einflussgrößen

Ein Maß für die Beständigkeit nichtrostender

Stähle gegenüber Loch- und Spaltkorrosion

ist die sogenannte Wirksumme, die sich aus

den Massenanteilen der Legierungselemente

Chrom, Molybdän und Stickstoff ergibt.

Eine Zunahme der Beständigkeit mit der

Wirksumme gilt auch für chloridhaltige

Wässer.

Mit Wirksummen von 16 bis 20 sind die

ferritischen nichtrostenden Stähle 1.4016,

1.4509, 1.4510 und 1.4511, die austenitischen

nichtrostenden Stähle 1.4301,

1.4306, 1.4307 und 1.4541 und ebenso die

martensitischen korrosionsbeständigen

Stähle 1.4057 und 1.4122, die als Langprodukte

beispielsweise für Pumpenwellen,

Spindeln, Ventile und Armaturen Verwendung

finden, für Trinkwässer und Industrie-

stahlmarkt 11.2013


Special: Edelstahl K 63

Links: Edelstahl Rostfrei in Einrichtungen zur

Abwasser behandlung (Foto: Huber SE)

Mitte: Vielfältige Gestaltungs möglichkeiten

mit Edelstahl Rostfrei in Schwimmbädern

(Foto: Berndorf Metall- und Bäderbau

GmbH / Hotel Aquarius in Kolobrzeg / PL)

(131105736/2)

Rechts: Trinkwasserinstallation und

Warmwasserbereitung mit Rohren und

Pressfittings aus Edelstahl Rostfrei

(Foto: Esta Rohr GmbH / Installationsunternehmen

Siegfried Bruni)

wässer mit mäßigem Chloridionengehalt

geeignet. Für die molybdänfreien ferritischen

und austenitischen nichtrostenden Stähle in

Wasserverteilungs- und Speichersystemen

lässt sich für die Lochkorrosionsanfälligkeit

im Kaltwasserbereich ein bei ungefähr

200 mg/l liegender Chloridionengehalt als

Grenzwert ableiten. Oberhalb dieses Grenzwerts

ist in Kaltwasser die Wahrscheinlichkeit

für Lochkorrosion hoch. In Warmwasser

ist der Grenzwert niedriger und liegt dort

eher im Bereich von etwa 50 mg/l. Diese

Aussagen gelten für die Lochkorrosion, während

die kritischen Gehalte für das Auftreten

von Spaltkorrosion deutlich niedriger liegen.

Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass bei

den nickel- und molybdänfreien ferritischen

nichtrostenden Stählen ein einmal begonnener

Loch- oder Spaltkorrosionsangriff rascher

fortschreitet als bei den mit Nickel legierten

austenitischen nichtrostenden Stählen.

Der ferritische nichtrostende Stahl 1.4521,

die austenitischen nichtrostenden Stähle

1.4401, 1.4404, 1.4571 und 1.4435 und

ebenso die austenitisch-ferritischen Duplexstähle

1.4062, 1.4162 und 1.4362 umfassen

Wirksummen von 25 bis 27 und eignen sich

für Trink- und Industriewässer mit erhöhtem

Chloridionengehalt, im Kaltwasserbereich

mit einem Chloridionengehalt bis zu einer

Obergrenze von 1.000 mg/l oder mit mäßigem

Chloridionengehalt bei erhöhten Temperaturen,

also beispielsweise für Trinkwasser

im Warmwasserbereich.

Die austenitischen nichtrostenden Stähle

1.4439 und 1.4539 und der austenitischferritische

Duplexstahl 1.4462 mit Wirksummen

von 34 bis 38 eignen sich für Brauchund

Kühlwässer mit verhältnismäßig hohen

Chloridionengehalten, beispielsweise bei der

Kühlung mit Flusswasser, wo mit Chloridionenkonzentrationen

zwischen 1.500 mg/l

und 5.000 mg/l zu rechnen ist.

Mit Wirksummen von 41 bis 54 eignen

sich die austenitschen nichtrostenden Stähle

1.4547, 1.4529, 1.4565 und 1.4562 und die

austenitisch-ferritischen Superduplexstähle

1.4501 und 1.4410 für die Handhabung von

Solen, Brackwasser und Meerwasser mit

Chloridionengehalten bis hin zu 20.000 mg/l.

Wasserseitige Einflussgrößen

Bei der Auswahl nichtrostender Stähle für

die Anwendung in Wässern ist der Gehalt an

Chloridionen das wichtigste Kriterium. Die

jeweils zulässigen Höchstwerte hängen

jedoch nicht nur werkstoffseitig vom Typ des

Stahls ab, sondern zugleich auch wasserseitig

von den Einflussgrößen pH-Wert, Temperatur

und vom Gehalt an anderen gelösten

Substanzen wie Nitraten, Sulfaten usw.

Besondere Aufmerksamkeit ist erforderlich,

wenn neben Chloriden andere Halogenide

vorhanden sind, beispielsweise Bromide und

Iodide. Ein anderer wichtiger Faktor ist der

Gehalt an oxidierend wirkenden Substanzen,

da das Risiko der Lochkorrosion mit der oxidierenden

Wirkung des Wassers zunimmt.

Chlor ist ein starkes Oxidationsmittel. Nichtrostende

Stähle sind in der Regel gegenüber

Chlorgehalten, wie sie beispielsweise in

Abwasserbehandlungsanlagen anzutreffen

sind, beständig. Chlorgehalte von 2 mg/l in

gechlortem Süßwasser führten bei nichtrostenden

Stählen der Sorten 1.4301 und

1.4404 nicht zu Korrosion. Dauerhafter Kontakt

mit gechlortem Süßwasser mit 3 bis

5 mg/l Chlorgehalt löste bei nichtrostenden

Stählen der Sorten 1.4301 und 1.4307

Spaltkorrosion aus; bei der Sorte 1.4404 hingegen

in weit geringerem Maße.

Bauseitige Einflussgrößen

Für die Korrosionsbeständigkeit nichtrostender

Stähle gegenüber chloridhaltigen Wässern

ist die Vermeidung von Spalten wichtig.

Sind sie unvermeidbar, sollten sie möglichst

weit sein. Spalte mit einer Weite von mehr

als 0,5 mm gelten gemäß DIN EN 12502-4

im Allgemeinen als unkritisch. Auch sind

Metall/Metall-Spalte in der Regel weniger

kritisch als Metall/Kunststoff-Spalte. Sind

Spalte unvermeidbar, lässt sich die erhöhte

Korrosionsgefahr in der Regel durch die

Wahl eines beständigeren Werkstoffs auffangen.

Um das Risiko von Spaltkorrosion zu minimieren,

ist die Vermeidung von Ablagerungen

wichtig. Deshalb sollten die konstruktiven

Vorgaben erforderlichenfalls eine hierfür

ausreichende Mindestströmungsgeschwindigkeit

vorschreiben. Im Fall der Handha-

stahlmarkt 11.2013


64 K Special: Edelstahl

bung von Schlämmen sollte die Konstruktion

keine strömungstechnischen Toträume

vorsehen, in denen sich Ablagerungen

ansammeln könnten.

Ferner hat die Oberflächenbeschaffenheit

einen wesentlichen Einfluss auf die Korrosionsbeständigkeit.

Die höchste Beständigkeit

wird mit einer sauberen und metallisch blanken

Oberfläche erzielt, die darüber hinaus

frei ist von Spalten und spaltähnlichen

Erscheinungen wie Einbrandkerben und

Poren als Schwachstellen für das Entstehen

von Spaltkorrosion. Besonders ist auf werkstoffgerechtes

Schweißen zu achten. An

Schweißverbindungen sind jegliche Anlauffarben,

Verzunderungen, Spritzer und

Schlackenreste sorgfältig zu entfernen und

es ist eine einwandfreie Wurzeldurchschweißung

zu beachten.

Oxidfilme mit dunkleren Farben als strohgelb

erhöhen laut DIN EN 12502-4 die

Wahrscheinlichkeit für Lochkorrosion. Sie

können durch Beizen, Feinschleifen oder

Kugelstrahlen, z.B. mit Glasperlen, entfernt

werden. Unter kritischen Bedingungen können

jedoch auch strohgelbe Oxidfilme schon

die Wahrscheinlichkeit für Lochkorrosion

erhöhen.

Auch die mikrobiologisch beeinflusste

Korrosion nichtrostender Stähle in chloridhaltigen

Wässern setzt in der Regel dort ein,

wo eine verarbeitungsbedingte Schwächung

der Korrosionsbeständigkeit durch

Anlauffarben auf und neben den Schweißverbindungen

vorliegt. Charakteristisch

hierbei ist eine Begünstigung insbesondere

der Loch- und in geringerem Umfang auch

der Spaltkorrosion. Wie die Praxis zeigt, gilt

es vor allem, die Bildung von Anlauffarben

beim Schweißen nichtrostender Stähle

unnachsichtig und kompromisslos zu vermeiden

oder diese vollständig und gründlich

zu entfernen, am besten durch eine Beizung

im Vollbad.

Betriebliche Einflussgrößen

Eine wichtige betriebliche Einflussgröße ist

der Strömungszustand. In strömenden Wässern

ist die Korrosionsbeständigkeit immer

relativ hoch, während in Stagnationsphasen

Lochkorrosion eingeleitet werden kann. Im

Fall sehr hoher Mediengeschwindigkeiten

kann die Strömungsgeschwindigkeit sogar

zu einem dominierenden Faktor für die

Beständigkeit der nichtrostenden Stähle in

chloridhaltigen Wässern werden. In Versuchen

zum Einfluss sehr hoher Mediengeschwindigkeiten

zeigte sich, dass sehr hohe

Fließgeschwindigkeiten das Lochkorrosionspotenzial

des nichtrostenden Stahls in chloridhaltigen

Wässern erheblich erhöhen können.

Eine solche Abhängigkeit des Lochkorrosionspotenzials

von der Fließgeschwindigkeit

kann im Fall von Pumpenkomponenten

ein entscheidender Faktor für die Beständigkeit

der dort eingesetzten nichtrostenden

Stähle in chloridhaltigen Wässern sein.

«

KONTAKT

Informationsstelle

Edelstahl Rostfrei

Sohnstraße 65

40237 Düsseldorf

Tel. +49 211 6707-835

www. edelstahl-rostfrei. de

(sm 131105736) K

DÖRRENBERG EDELSTAHL

MIT NEUEM IMAGEFILM

Engelskirchen. Die Dörrenberg Edelstahl

GmbH aus Engelskirchen hat im Zuge der Neugestaltung

ihrer Website auch ihren Imagefilm

neu erstellen lassen und hierzu einen zeitgemäßen

PR-Film produziert. Informativ und anschaulich

werden die vier Geschäftsbereiche Edelstahl,

Formguss, Feinguss und Oberflächentechnik

vorgestellt. Die Zuschauer erhalten dabei Einblicke

ins Stahlwerk ebenso wie in eines der

größten Lager für Werkzeugstahl in Europa.

Einen Blick hinter die Kulissen erlaubt auch die

zentrale Werkstofftechnik, zuständig für Forschung

und Entwicklung sowie Qualitätssicherung.

Sowohl auf der Internetseite als auch über das

Videoportal Youtube ist der Film verfügbar.

www.doerrenberg.de

/

(sm 131105728) K

stahlmarkt 11.2013


Edelstahl Rostfrei 2013 und 2014

Mehr über die Lage auf dem globalen Edelstahlmarkt und über die aktuellen

Entwicklungen und Trends enthält auch die parallel erscheinende


Sie u. a. ein Interview mit Markus Moll, Managing Director von Steel &

Metals Market Reseach (SMR), Reutte/Österreich.

Eine leicht gekürzte Zusammenfassung in deutscher

Sprache gibt es als PDF auf unserer Web site

zum Download oder direkt per QR-Code.

/www.stahlmarkt-magazin.de/crossmedia

THYSSENKRUPP ELEVATOR STÄRKT

SEINE POSITION IN NORDAMERIKA

Essen. ThyssenKrupp Elevator hat sämtliche Geschäftsanteile der amerikanischen

Edmonds Elevator, Inc. übernommen. Das Unternehmen mit Sitz

in Cleveland, Ohio (USA), wurde 1875 gegründet. Zum Leistungsspektrum

gehört – neben der Wartung und Reparatur – auch die Modernisierung von

Aufzügen.

(sm 130905463) K

WIRTSCHAFTLICHE BEDEUTUNG DES INTERNETS

Köln. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult (IW Consult)

ermittelt für den »eTown Award« gemeinsam mit Google deutsche Städte,

in denen Unternehmen sehr effizient das Internet nutzen. Dafür wird ein

»eTown Index« erstellt, der sich aus zwei Komponenten zusammensetzt

– AdWords und dem Business Model Monitor Digital (BM2D).

BM2D misst die Bedeutung des Internets für die Unternehmen und teilt

sie dafür in vier Gruppen ein. Die erste Gruppe umfasst die Unternehmen,

für die das Internet keine Relevanz hat – im vorigen Jahr waren das 18 %.

Zur vierten Gruppe zählt hingegen das andere Extrem – Unternehmen, für

die das Internet im Mittelpunkt steht, beispielsweise Onlineshops. Zu dieser

Gruppe gehört etwa jedes sechste deutsche Unternehmen.

Die Befragungen ergaben, dass lediglich jedes fünfte Unternehmen keine

eigene Internetseite hat, jedes zweite ist mittlerweile auf das Netz angewiesen.

Die Betriebe, die verstärkt auf das weltweite Netz setzen, sind

zumeist erfolg reicher als ihre nicht digital ausgerichteten Mitbewerber. So

erwarten rd. 60 % der netzaffinen Unternehmen in diesem Jahr eine

Umsatzsteigerung, bei den nicht-netzaffinen sind es nur 40 %. Rd. 44 %

würden eine Unterstützung ihrer Stadt bei Internetaktivitäten begrüßen.

Doch nur jedes zehnte Unternehmen konnte bisher darauf zu rückgreifen.

Die zweite Komponente des »eTown Index« ist Google AdWords, die

Anzeigen in Google neben den generellen Suchergebnissen. Hier zeigt sich,

wie intensiv Unternehmen das Internet als Vertriebsweg nutzen. 28 % der

befragten Unternehmen haben mit Google AdWords neue Märkte erschlossen,

für über 70 % bedeutete diese Funktion Kundengewinnung. Dresden

und Brandenburg an der Havel weisen einen »eTown Index« von 110 be -

ziehungsweise 112 auf. Den höchsten Index erhielt die Stadt Osnabrück

mit 118.

(sm 131105700) K

stahlmarkt 11.2013


66 K Special: Edelstahl

Expertenwissen austauschen

Stainless Steel World Conference & Expo 2013

Maastricht. Vom 12. bis 14. November findet die Stainless Steel World

Conference 2013 in Maastricht statt. Die internationale Plattform bietet

Experten von korrosionsbeständigen Legierungen eine professionelle

Umgebung, in der Fachwissen über Entwicklungen, Spezifikationen und

Anwendungen geteilt und diskutiert werden kann.

Stainless Steel World Conference

Exhibition & Congress Centre

(MECC) Maastricht:

12. – 14. November 2013

Dienstag + Mittwoch:

9:00 – 17:00 Uhr

Donnerstag:

9:00 – 16:00 Uhr

Teilnahmegebühr:

1.295 €

WW K Parallel zur Stainless Steel World Expo

findet wieder die Konferenz mit verschiedenen

Vorträgen zum Thema nichtrostender

Stahl für verschiedene Branchen statt. Besucher

können Lieferanten und Einkäufer aus

aller Welt treffen und ihre Produkte, ihren

Service und Firmenaktivitäten präsentieren.

Auch in diesem Jahr werden neben den

Vorträgen verschiedene Seminare als Basis

zur Diskussion angeboten. Schwerpunkte

werden dabei neben aktuellen Marktentwicklungen,

Trends im Produktionsbereich

und Schweißen auch Themen wie Metallurgie,

Schmieden und heißisostatisches Pressen

sein. Besucher können sich online unter

anderem für Workshops wie »Die Welt des

nichtrostenden Edelstahls: Eine kurze Übersicht

der Anwendungen«, »Euro-Inox-Herstellungsseminar«

oder »Verbesserung Ihrer

Ausstellerfähigkeiten« registrieren.

Ein besonderes Highlight der Stainless

Steel World Expo wird in diesem Jahr die

Ermäßigt:

Drei Teilnehmer zum Preis von zweien

Ausstellung »100 Jahre Edelstahl« darstellen.

Sie fasst wichtige Fakten aus 100 Jahren

Edelstahl und korrosionsbeständigen Legierungen

zusammen.

www.stainless-steel-world.net/

ssw2013

/

(sm 131105754) K

Stainless Steel World

Expo 2011 (Foto: KCI)

(111105754/1)

stahlmarkt 11.2013


stahlmarkt 11.2013

Special: Edelstahl K 67


(131105686/5)

(131105686/3)

»Made in Europe«

Unternehmensphilosophie schafft Sonderstellung

Mülheim an der Ruhr (LS). Der Edelstahlhändler für rost- und säurebeständige

Blankstähle, die Ibero Stahl GmbH, setzt stark auf die Qualität

aus Europa. »Unser Wachstum bestätigt uns in dieser Unternehmensphilosophie«,

so Roland Giesen, Geschäftsführer von Ibero. »Eine wichtige

Rolle spielt dabei auch unsere spanische Muttergesellschaft Olarra«, fügt

Rolf Birkmann, Firmengründer und ebenfalls Geschäftsführer, hinzu.

WW K Im Jahr 2008 verlagerte Ibero seinen

Hauptsitz innerhalb Mülheims und feierte

dies mit Mitarbeitern und vielen Kunden.

Nächstes Jahr gibt es wieder einen Grund zu

feiern: 2014 begeht Ibero sein 40-jähriges

Unternehmensjubiläum. »Der Umzug in die

neuen Räumlichkeiten war für uns sehr

wichtig. Uns stehen nun mehr Lagerkapazitäten

zur Verfügung, zudem konnten die

Durchlaufzeiten der Aufträge deutlich verkürzt

werden. Diese Entwicklung wollen wir

weiterführen und auch in den Ausbau der

Lagerkapazitäten sowie in unseren Fuhrpark

in vestieren.«

Die Ibero-Kunden sind in ganz Europa zu

finden. »Unser Exportanteil ist auf 25 % ge -

wachsen. Insbesondere in den letzten acht

bis zehn Jahren gab es starke Zuwächse«,

so Giesen. Der Schwerpunkt liegt nach wie

vor auf Deutschland, doch auch Benelux sei

für das Mülheimer Unternehmen schon

immer wichtig gewesen. Geliefert wird zu -

dem nach Schweden, Dänemark, Norwegen,

Österreich, in die Schweiz und nach

Osteuropa. Alle Kunden innerhalb Deutschlands

werden dank des eigenen Fuhrparks

mit 11 Lkw von Mülheim aus bedient. Mit

zwei Vertriebsbüros in Frankfurt am Main

sowie in Vaihingen an der Enz (in der Nähe

von Stuttgart) sichert Ibero Stahl die umfassende

Betreuung der regionalen Kunden.

An den drei Standorten werden 60 Mitarbeiter

beschäftigt – vier davon waren bis vor

Kurzem Auszubildende, die alle unbefristet

übernommen wurden.

Auch Spezialitäten sind schnell

beim Kunden

Ibero beliefert sowohl den Handel als auch

die Verarbeiter, wobei der Großteil der Lieferungen

an Handelshäuser innerhalb Europas

geht. Beliefert werden Regionalhändler

und große Distributoren auftragsbezogen

– von einer Stange bis hin zu kompletten

Lagerergänzungen. Ebenso wichtig ist die

Belieferung der verarbeitenden Industrie.

Ibero ist Zulieferer der Automobilbranche,

des Maschinenbaus, der Chemieindustrie

sowie der Befestigungs-, Armaturen- und

Hydraulikindustrie. »Gerade in der Weiterverarbeitung

unserer Produkte, wie beim

Zerspanen, liegen unsere Vorteile. Hier

schätzen unsere Kunden die gleichbleibend

gute Qualität«, führt Giesen aus.

Ein zusätzlicher Pluspunkt des Mülheimer

Unternehmens ist die kurze Lieferzeit, die

Ibero seinen Kunden garantiert. Möglich wird

dies durch die speziellen Einlagerungen für

die Kunden und auch durch die 5.000 t

Material, die das Unternehmen ständig in

Mülheim bevorratet. »Nach Auftragseingang

können die Kunden, wenn sie es wünschen,

ihr Material bereits nach einer halben Stunde

abholen. Andernfalls stellen wir die Ware auf

Wunsch innerhalb von 24 Stunden zu.«

Ibero bietet Edelstahl-Langprodukte und

hat sich spezialisiert auf blanken Rund-,

Sechskant- und Vierkantstahl bis zu einem

maximalen Durchmesser von 100 mm. Das

Angebotsspektrum ist breit und reicht bis

hin zu Sondertoleranzen wie h6, f7 und e8.

Auch Sonderlängen fernab des Standards

werden geliefert. Außerdem bietet die mo -

derne Sägeanlage die Möglichkeit, Kurz-

stahlmarkt 11.2013


Special: Edelstahl K 69

Links: Blick in das Lager (Fotos: WS)

Mitte: Vorbereitung auf den Versand

Rechts: Das Angebotssspektrum bei Ibero ist

breit und reicht bis hin zu Sondertoleranzen

wie h6, f7 und e8.

(131105686/4)

längen und Sonderstücke zu beziehen.

Diverse Rundabmessungen sind bis zur Toleranz

h6 erhältlich. Im Bereich der Kolbenstangen

weist Ibero eine umfangreiche

Lagerhaltung in den Toleranzen e8 und f8

auf. Seine Produktpalette baut das Unternehmen

ständig aus und passt sie den

Anforderungen des Marktes an.

»Ihre Stärke ist unsere Lieferfähigkeit« ist

das Motto des Mülheimer Stahlhändlers.

»Bei uns kann der Kunde auch kleinere, speziellere

Mengen und Abmessungen ordern,

die er im Werk nicht bekommt«, führt Giesen

aus. Das Zeugnis für die bestellte Ware

gibt es je nach Kundenwunsch: vorab per

E-Mail oder mit der Ware zusammen per

Rechnung.

Bei Ibero spielt der Servicegedanke eine

große Rolle, wie Giesen an einigen Beispielen

aus seinem Unternehmen belegt: »Wir

haben viele Fahrer, die schon 20 bis 25 Jahre

bei uns arbeiten und genau wissen, wie

sie mit dem Material umgehen. Es ist uns

wichtig, ein verlässlicher Partner für den

Kunden zu sein und einen direkten Draht zu

ihm zu haben. So ist unser Vertrieb auch

nicht nach Regionen aufgeteilt. Der Kunde

kann den Ansprechpartner wählen, den er

möchte.«

Umfangreich und speziell

Bei den Stahlsorten hat Ibero ein

umfang reiches Angebot, wie Giesen

ausführt: »An gefangen bei den

niedriglegierten Stählen, wie

1.4021 und 1.4034, bis hin zu

höher legierten wie 1.4571. Auch

Duplex, z. B. 1.4462, ist bei uns

standardmäßig vor rätig.« Im Mittelpunkt

steht der 1.4305, der als

MECAMAX-Qualität mit verbesserten

Zerspanungseigenschaften

geliefert wird.

»Auf diesem Gebiet

sind wir Spezialist. Eigentlich bekommt der

Kunde bei uns alle nichtrostenden Qualitäten

– wenn nicht aus Vorrat, dann aus Neuproduktion.«

Die MECAMAX-Qualitäten bieten viele

Vorteile für die Zerspanungsindustrie. MECA-

MAX-AV ® garantiert eine längere Lebensdauer

der Werkzeuge, eine höhere Schnittgeschwindigkeit

um bis zu 30 % und

geringere Bearbeitungskosten.

Ware ist zu 100 %

aus Europa

»Unsere Kunden können

sich darauf verlassen,

Roland Giesen

(Foto: WS)


70 K Special: Edelstahl

(131105686/2)

Die Ibero-Geschäftsführer Roland Giesen und Rolf Birkmann

(v.l.n.r., Foto: A & O Kommunikationsagentur GmbH)

dass unsere Ware zu 100 % aus Europa

stammt. Das gilt auch für das Vormaterial.

Bei unserem Mutterkonzern wissen wir das

ohnehin, weil dort der Edelstahl direkt vor

Ort erschmolzen wird«, betont Giesen. Alle

bei Ibero erhältlichen Artikel sind mit einem

entsprechenden Werkszeugnis attestiert. 75

bis 80 % des Materials liefert die spanische

Muttergesellschaft Olarra SA mit Sitz in Bilbao.

Der Rest stammt aus anderen europäischen

Werken, z. B. aus Deutschland, Italien

und Frankreich.

»Mit Blick auf die Zukunft ist es wichtig,

die Industrie in Europa zu halten und zu

stützen. Hier sollte auch die Politik stärker

helfend zur Seite stehen. Wichtig ist aber

auch für jeden Einzelnen von uns, und das

gilt im privaten wie im geschäftlichen Be -

reich, dass nicht immer der Preis alleine beim

Einkauf entscheidend sein sollte.«

Verzicht auf Spotgeschäfte

schafft Wachstum

Ibero kann eine positive Mengenentwicklung

verzeichnen, weiß Giesen zu berichten: »Seit

unserer Unternehmensgründung können wir

jedes Jahr ein gesundes Wachstum verzeichnen

und das ohne Unternehmenszukäufe.

Unsere Strategie ist es, mit Kunden langfristige

Partnerschaften aufzubauen – und das

funktioniert sehr gut.« 2010/2011 waren die

mengenmäßig erfolgreichsten Jahre seit der

Unternehmensgründung, auch 2012 verzeichnete

Ibero ein gutes Mengenwachstum.

Für das vierte Quartal 2013 zeichne sich

bereits eine Stabilisierung ab, die auf ein

Wachstum im Jahr 2014 hindeute.

»Wir haben dieses Wachstum unserer

Unternehmenspolitik, die auf gleichbleibend

gute Qualität setzt, zu verdanken. Und

unseren Mitarbeitern, die sich voll mit dem

Unternehmen identifizieren und für Service,

Kompetenz und Verlässlichkeit stehen«, so

Giesen.

Die Verbindungen nach Spanien gehen

länger zurück, wie Geschäftsführer Rolf Birkmann

ausführt, der Ibero 1974 gegründet

hat. Schon der Unternehmensname, der an

die Iberische Halbinsel erinnert, zu der auch

Spanien gehört, drückt diese Beziehung aus.

Gewählt hat Birkmann den Namen, da schon

im Gründungsjahr 1974 Beziehungen zum

heutigen spanischen Mutterkonzern bestanden.

»Die Verbindung schafft Synergien für

beide Seiten. Olarra ist ein guter Partner, da

wir uns auf das Material verlassen können.

Und Olarra wiederum kann von unseren

Kontakten auf dem deutschen Markt profitieren«,

so Birkmann. (sm 131105686) K

«

KONTAKT

Ibero Stahl GmbH

Pilgerstraße 27

45473 Mülheim an der Ruhr

Tel. +49 208 993838

www.ibero-edelstahl.de

Stainless Steel World: Stand S106

stahlmarkt 11.2013


Special: Edelstahl K 71

Neue Studie über Rohstoffhandelsbarrieren

für die Edelstahlindustrie

Exportrestriktionen für Europa sind keine Alternative

Mülheim a.d.R./Dordrecht. Als Nettoimporteur der Hauptbestandteile

von Edelstahl sind offene Märkte im Interesse Europas. Die Abschottung

des eigenen Marktes durch Handelsbarrieren mit dem Ziel einer erhöhten

Versorgungssicherheit ist keine Alternative. Zu diesem Schluss kommen das

Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und die Universität

Heidelberg in einer Studie über strategische Handelspolitik und deren

Auswirkungen auf die Edelstahlindustrie.

WW K Die Studie wurde unter Leitung von

Prof. Timo Goeschl, Prof. Andreas Löschel

und Frank Pothen im Auftrag der deutschniederländischen

Rohstoffhandelsgruppe

Oryx Stainless durchgeführt. Die drei Wissenschaftler

haben die Begründungen, die

Auswirkungen und den Umfang von Handelsrestriktionen

für die Hauptbestandteile

von Edelstahl (Nickel, Chrom, Molybdän und

Edelstahlschrott) wissenschaftlich untersucht

und politische Handlungsempfehlungen

für die EU entwickelt.

Zur Sicherung der Rohstoffversorgung der

Edelstahlindustrie sollte die EU eigene Einfuhrzölle

aufgeben und die internationalen

Handelsrestriktionen und deren Auswirkungen

auf die Märkte transparent machen. Vor

allem aber gelte es, über die WTO, aber

auch im Rahmen von bilateralen Handelsabkommen,

die Märkte für den Handel mit

Nickel, Chrom, Molybdän und Edelstahlschrott

weiter zu öffnen.

Für Edelstahlschrott, mit dem in Europa

etwa 60 % des Rohstoffbedarfs für die Edelstahlproduktion

gedeckt wird, existieren mit

Exportrestriktionen in mehr als 30 Ländern

die weitaus meisten Handelsbeschränkungen.

Allerdings haben diese Ausfuhrbeschränkungen

meist keinen Einfluss auf die

Versorgung Europas mit diesem Rohstoff.

Mit Ausnahme von China, Indien und Russland

sind sie nahezu ausschließlich in Na -

tionen ohne international bedeutendes

Schrott aufkommen in Kraft.

Die kürzlich eingeführten Exportbeschränkungen

für Edelstahlschrott in Südafrika

deuten an, dass sich der Trend zu mehr Protektionismus

in Schrottmärkten fortsetzen

könnte. Bereits seit 2002 war, parallel zu

deutlich gestiegenen Rohstoffpreisen, ein

Anwachsen von Exportbeschränkungen für

viele Rohstoffe zu beobachten. Auf europäischer

Ebene wurde in der Vergangenheit

ebenfalls über Exportbeschränkungen für

Schrott diskutiert.

An der Spitze der Länder, die den Export

der Hauptbestandteile von Edelstahl einschränken,

steht China. Die Volksrepublik

beschränkt die Ausfuhr aller vier untersuchten

Rohstoffe. Indonesien und Russland sind

neben China die Schlüsselländer für den

Primärrohstoff Nickel. Indien und Zimbabwe

schränken den Export von Chrom ein.

Chrom weist laut einer Studie der TU Berlin

aus dem Jahr 2012 kurzfristig die kritischste

Versorgungssicherheit von allen Hauptbestandteilen

von Edelstahl auf.

»Durch Ausfuhrbeschränkungen können

sich einzelne Nationen oder Interessengruppen

innerhalb dieser Länder wirtschaftliche

stahlmarkt 11.2013


72 K Special: Edelstahl

Vorteile verschaffen. Die Kosten werden von

Dritten getragen. Dadurch sind Exportbeschränkungen

in den meisten Fällen insgesamt

schädlich«, so Prof. Timo Goeschl,

Ph.D. von der Universität Heidelberg. »Statt

über mögliche Exportrestriktionen zu diskutieren,

sollten sich Deutschland und Europa

auf Handelsabkommen, aber auch auf die

effizientere Nutzung von Rohstoffen fokussieren.

Insbesondere Letzteres trägt zum

nachhaltigen Umgang mit knappen Ressourcen

bei«, sagt Frank Pothen vom Zentrum

für Europäische Wirtschaftsforschung

(ZEW).

Europa, das mit seinem Schrottaufkommen

den eigenen Bedarf nicht decken kann, ist

auf Importe aus aller Welt angewiesen. »Die

ZEW-Studie zeigt erneut, wie wichtig insbesondere

für den Edelstahlschrottmarkt freier

Handel ist. Die Diskussion über mögliche

Exportbeschränkungen in der EU ist für die

Forderung nach offenen Märkten und die

Versorgungssicherheit der europäischen

Edelstahlindustrie eher kontraproduktiv.

Darüber hinaus unterstreicht die Studie des

ZEW die Bedeutung hoher Recyclingraten

und effizienter Rohstoffnutzung. Hierzu tragen

offenere Schrottmärkte, aber auch ein

noch höherer Einsatz von Schrotten bei der

Produktion neuen Edelstahls bei. Dies würde

nicht nur den Verbrauch der Primärrohstoffe

verringern, sondern sich auch positiv auf

die Umweltbilanz auswirken, wie das Fraunhofer

UMSICHT in einer Studie aufgezeigt

hat«, so Roland Mauss, Vorstandsmitglied,

Oryx Stainless.

www.oryxstainless.com

/

(sm 131105756) K

Edelstahl senkt SO 2

-Emissionen im Kraftwerk

Espoo. Outokumpu liefert Quartobleche aus austenitischem Edelstahl der Sorte 4565 für ein Kraftwerk

im sächsischen Boxberg.

WW K Gebaut wird die Modifizierung der

Rauchgasentschwefelungsanlage (REA) von

der Babcock Noell GmbH und ihrem Subunternehmer,

der Heinz Gothe GmbH & Co.

KG. Energie sauber und effizient zu erzeugen,

ist weltweit eine besondere Herausforderung.

In vielen Ländern werden die Vorschriften

für Emissionen wie Schwefeldioxid

immer weiter verschärft. Edelstahl von

Outokumpu wird im Braunkohlekraftwerk

Boxberg in der Tray-Ebene der Rauchgasentschwefelungsanlage

verbaut, in der das

Kalkwäscheverfahren zur SO 2

-Abscheidung

aus den Kraftwerksabgasen eingesetzt wird.

Diese Tray-Ebene verbessert durch die In -

tensivierung der Gas-Flüssig-Reaktion den

Stoffaustausch erheblich: Der Energieverbrauch

des Absorbers wird spürbar gesenkt

und die Staub- und SO 2

-Abscheidung

gleichzeitig beträchtlich verbessert.

Die korrosive Belastung in solchen Nasswäschesystemen

wird in erster Linie durch

die Chloridmenge, den pH-Wert und die

lokale Temperatur bestimmt. Outokumpu

beriet die Babcock Noell GmbH bei der

Materialauswahl. Der Kraftwerksbauer entschied

sich daraufhin für hochlegierten austenitischen

Edelstahl der Sorte 4565, der

allen Materialanforderungen in diesem Nasswäscheprozess

standhalten kann.

»Die Babcock Noell GmbH und ihre Vorgängerunternehmen

haben bereits seit den

frühen 1990er-Jahren Erfahrungen mit Outokumpu

4565 gemacht. Seither hat dieser

Werkstoff in mehr als zehn Rauchgasentschwefelungsprojekten

weltweit härtesten

Bedingungen getrotzt. Die Eigenschaften

von Outokumpu 4565 ermöglichen es uns,

unseren Kunden effiziente wettbewerbsfähige

Lösungen anzubieten«, erklärt die Babcock

Noell GmbH.

Outokumpu lieferte 3, 6 und 8 mm dicke

Quartobleche mit einem Gesamtgewicht

von 36 t aus hochlegiertem austenitischem

Edelstahl Outokumpu 4565 während des

Jahres 2012. Die modifizierte Rauchgasentschwefelungsanlage

im Kraftwerk Boxberg

ist seit Anfang dieses Jahres in Betrieb.

www.outokumpu.com

Stainless Steel World: Stand S248

/

(sm 131105683) K


Rohstahlproduktion

September 2013

Düsseldorf. Im September ist die Rohstahlerzeugung in Deutschland

erstmals seit sieben Monaten im Vergleich zum Vorjahr wieder

angestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat legte die Produktion

um 1,4 % auf 3,6 Mill. t zu. Allerdings wurde im dritten Quartal mit

10,2 Mill. t 3,3 % weniger pro duziert als im Vorjahreszeitraum. Verantwortlich

für diesen Rückgang war die ungewöhnliche Häufung

von Produktionsunterbrechungen in den Sommermonaten als Folge

von Reparaturen, die bis in den September an dauerten. Die Produktionszahl

für Septem ber bestätigt aber, dass die konjunkturelle

Grundtendenz leicht aufwärtsgerichtet ist. (Quelle: Stahl-Zentrum)

(sm 131105843) K

TÜV NORD ERWEITERT PRÜFANGEBOT

Hannover. TÜV NORD hat in Duisburg eine neue automatische Ultraschallprüfanlage

in Betrieb genommen. Die Anlage kann ferritische, austenitische,

nahtlose und geschweißte Rohre mit einem Außendurchmesser

von 60 bis 508 mm, mit Wanddicken von 3,9 bis 40 mm bei Längen

von 4 bis 13 m auf mehrere Qualitätsmängel prüfen.

Das eingesetzte Prüfkopfsystem (Cluster) kann auf Basis der DIN EN

ISO 10893-8, 10893-10 und 10893-12 Dopplungen, Längs- und Querfehler

sowie die Wanddicke der Rohre überprüfen. »Der große Vorteil

der Anlage ist, dass die verschiedenen Prüfungen einzeln oder zusammen

ohne Änderung der Prüfkopfeinstellungen durchgeführt werden

können. Außerdem ist die Prüfung jederzeit reproduzierbar und wird

elektronisch dokumentiert«, erläutert Frank Kuske, Geschäftsführer

TÜV NORD Material Testing. Das Unternehmen bietet damit seinen

Kunden die Möglichkeit, Einzelrohre bis hin zur Klein- und Großserie

zu qualifizieren.

Als international operierendes Handelshaus für Stahlrohre und Rohrverbindungsteile

profitiert beispielsweise die Buhlmann Gruppe von

der neuen Ultraschallprüfanlage, die sich in un mittelbarer Nachbarschaft

befindet. TÜV NORD Material Testing verfügt über ein umfangreiches

Equipment für zerstörende und zerstörungsfreie Werkstoffprüfungen.

Zu den Leistungsschwerpunkten zählen Prüfungen an Rohren

und Rohrzubehör sowie Schweißer- und Schweißverfahrensprüfungen.

Das Angebot richtet sich an Unternehmen, die metallische Werkstoffe

und Erzeugnisse herstellen, sie verarbeiten oder mit ihnen handeln.

/www.tuev-nord.de/mt (sm 131105708) K

STIFTUNG STAHLWERK GEORGSMARIENHÜTTE

SCHREIBT STUDIENPREIS AUS

Clausthal. Die Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte wird an der

TU Clausthal im kommenden Frühjahr erstmals einen Studienpreis verleihen.

Bis zum Jahresende 2013 können sich Studierende dafür bewerben.

Der Preis wird jährlich ausgeschrieben. Vergeben wird er für eine

Bachelorarbeit mit der Abschlussnote 2,0 oder besser, die an der

TU Clausthal auf den Fachgebieten der Metallurgie, Werkstoffkunde

und Werkstofftechnik sowie Schweißtechnik und Trennende Fertigungsverfahren

geschrieben wurde.

www.tu-clausthal.de/info/ foerdervereine (sm 130905514) K

/

stahlmarkt 11.2013


74 K Stahlhandel

Clevere Lösung für vielseitigen

Mittelständler

Thomann GmbH wählt Branchenlösung von markmann + müller

Lindau/ Herdecke. Die Thomann GmbH, ein erfolgreiches Unternehmen

aus dem Produktionsverbindungshandel, hat begonnen, zur Steuerung aller

Unternehmensprozesse die leistungsfähige ERP-Softwarelösung »m+m

StahlPLUS« von markmann + müller einzuführen und sich so für die

Zukunft aufzustellen.

WW K Mit dem schönen Lindau am Bodensee

verbindet man vor allem Kultur, Freizeit und

Erholung. Aber die Region hat auch eine

starke mittelständische Tradition. Ein gutes

Beispiel hierfür ist die Thomann GmbH, ein

vielseitiges und serviceorientiertes Handelsunternehmen

mit 120 Mitarbeitern an insgesamt

vier Standorten.

Das angesehene Familienunternehmen

wurde bereits im Jahr 1845 gegründet und

wird mittlerweile in der sechsten Generation

geführt. Vom Stammsitz am Bodensee konzentriert

das Unternehmen seine Handelsaktivitäten

auf den süddeutschen Raum, ist

aber auch im Vorarlberg in Österreich oder

aber in der Ostschweiz aktiv. Thomann

besteht aus fünf umfangreichen und

zugleich anspruchsvoll sortierten Geschäftsbereichen.

Das Portfolio reicht vom Stahl

über den Arbeitsschutz, die Bauelemente

und Brennstoffe bis hin zu Handwerker- und

Industriebedarf. Dabei macht der Stahlhandel

rd. 60 % der Tätigkeiten aus. Im Bereich

des Stahlservices werden hochpräzise Sägezuschnitte

auf mehreren CNC-gesteuerten

Anlagen ausgeführt. Außerdem verfügt

Thomann über ein eigenes Hochregallager

(131105753/1)

Vielseitigkeit und zahlreiche, unterschiedliche Prozesse und Abläufe erfordern eine entsprechend leistungsfähige ERP-Softwarelösung.

stahlmarkt 11.2013


Stahlhandel K 75

und kann so seine Kunden sehr zeitnah

bedienen.

Rolf Thomann, der zusammen mit seinem

Vater Sighard erfolgreich die Geschicke des

Unternehmens leitet, beschreibt die Ausgangssituation

des Unternehmens so: »Wir

bieten unseren Kunden eine sehr breite

Angebotspalette. Diese Vielseitigkeit bedeutet

auf der anderen Seite natürlich auch,

dass wir firmenintern ebenfalls zahlreiche,

unterschiedliche Prozesse und Abläufe

haben. Aus dieser komplexen Struktur rühren

unsere hohen Anforderungen an eine

neue ERP-Software.«

Konrad Epple, der erfahrene EDV-Leiter

von Thomann, ergänzt die Aussagen des

Geschäftsführers aus der Sicht eines IT-Spezialisten:

»Unsere Ansprüche sind hoch: Wir

wollen eine IT-Lösung, die auch wirklich alle

unsere Geschäftsbereiche problemlos abbilden

kann und gleichzeitig so benutzerfreundlich

ist, dass unsere Mitarbeiter sie

gerne und ohne lange Einarbeitungszeiten

benutzen.«

Um die beste Lösung zu finden, ging das

Unternehmen vom Bodensee auf die Suche

nach einem geeigneten Partner. Fündig wurde

Thomann schließlich im Westen der

Republik. Die Branchenlösung »m+m Stahl-

PLUS« der ERP-Spezialisten markmann +

müller aus Herdecke erlaubt dem erfolgreichen

Mittelständler die Einbindung aller

seiner Arbeitsabläufe in ein einziges, be -

währtes System.

Geschäftsführer Rolf Thomann erklärt die

Hauptvorteile aus Sicht des Managements:

»Unser besonderes Augenmerk gilt der Produktions-

und Kapazitätsplanung. Beide

Aspekte lassen sich in m+m StahlPLUS optimal

umsetzen. Die Branchenlösung m+m

StahlPLUS passt sehr gut zu uns und unseren

Anforderungen, da sie neben dem Stahlhandel

auch die Stahlanarbeitung abdeckt.

(131105753/2)

Der Stahlhandel macht rd. 60 % der Aktivitäten bei Thomann aus (Fotos: Thomann/m+m).

Auch die softwareseitige Anbindung unseres

Hochregallagers ist kein Problem.« Thomann

nennt außerdem noch ein überzeugendes

kaufmännisches Argument: »Da -

durch, dass StahlPLUS komplett auf dem

etablierten Dynamics-NAV-Standard von

Weltmarktführer Microsoft aufsetzt, sind

zukünftige Updates problemlos möglich und

unsere Investitionen absolut zukunftssicher.«

Das Unternehmen Thomann ist ein hervorragendes

Beispiel für den Erfolg des

deutschen Mittelstandes und zeigt, wie man

es richtig macht: Selbst ein lange etablierter

Mittelständler ruht sich nicht im Hier und

Jetzt aus, sondern er sorgt – neben vielen

weiteren Weichenstellungen – mit einer

modernen ERP-Lösung schon heute dafür,

dass sein eigener Erfolg auch in Zukunft

gesichert ist.

(sm 131105753) K

«

KONTAKT

markmann + müller

datensysteme GmbH

Gahlenfeldstraße 45

58313 Herdecke

Tel. +49 2330 801-0

www.mumdat.de

stahlmarkt 11.2013


(131105842/1) (Foto: WS / BDS Stahlhandelstag)

Rückblick auf den BDS-Stahlhandelstag 2013

Ein Hoffnungsschimmer für 2014

Nürnberg/Düsseldorf (hgd). »Kompetent, kooperativ, kommunikativ« –

das war das Motto des diesjährigen Stahlhandelstages, den die BDS AG –

Bundesverband Deutscher Stahlhandel Mitte September in Nürnberg

veranstaltete. Dort trafen sich mehr als 300 Delegierte, das »Who is Who«

der Stahlbranche, um sich in einem zweitägigen Kongress untereinander

auszutauschen.

WW K Prof. Dr. Roland Döhrn vom Rheinisch-

Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung

(RWI), Essen, sprach in seinem Vortrag

»Perspektiven der gesamtwirtschaftlichen

Entwicklung – Folgen für den Stahlmarkt«

über die internationalen wie nationalen

wirtschaft lichen Rahmenbedingungen

und ihre Auswirkungen auf den Stahlmarkt.

Das RWI hat Hoffnung für den Euroraum:

Für das kommende Jahr prognostiziert man

hier ein zartes Wirtschaftswachstum von

0,9 %. In Deutschland bessere sich – immerhin

– die allgemeine Stimmung.

Laut Prof. Dr. Döhrn wird die Binnennachfrage

im kommenden Jahr für den Aufschwung

sorgen. Das Bruttoinlandsprodukt

soll 2015 um 1,9 % ansteigen, wobei die

Anlageninvestitionen einen gewichtigen

Anteil daran haben werden, denn sie sollen

um 5,5 % zulegen. Bekanntlich leidet die

Stahlbranche seit geraumer Zeit unter Überkapazitäten

– weltweit stärker als in Deutschland.

Döhrn sagte dazu, dass das Thema

weniger eine Frage der Mengen als vielmehr

der Erlöse sei. Hoffnung gebe es wegen der

besagten Anlageninvestitionen im kommenden

Jahr, wegen der zu erwartenden Exportsteigerung

und nicht zuletzt wegen des

zunehmenden Bedarfs der Stahlverwender.

Jochen Schneider (Züblin Stahlbau) referierte

über das Thema »Marktsituation gestern

und heute; Aus wirkungen auf die

Materialbeschaffung«. Anschließend kam

Ralf Niemeier (Montanstahl) zu Wort. Er

zeigte am Beispiel von Tragprofilen für Glasfassaden

die technischen Potenziale dieser

Wertschöpfungs kette auf. Partner der Glasindustrie

könne wegen der immer schwerer

werdenden Scheiben nur der Werkstoff

Stahl sein. Über einige exemplarische

Rechtsfälle sprach anschließend Rechtsanwalt

Tim Lieber. Zum Schluss des ersten

Abends wurden einige Auszubildende und

Fernstudenten geehrt.

Als Vertreter der Stahlproduktion referierte

Dr. Günter Luxenburger (Dillinger Hütte)

über die Perspektiven des Grobblechmarktes,

außerdem beschrieb Dr. Jens Knöll die

Lage der Stahlindustrie aus Sicht der Flachstahlerzeuger.

Zu den Themen Stahldistribution

und Service-Center sowie den damit

verbundenen nötigen Strategien in an -

spruchsvollen Märkten referierte danach

Dr. Jens Lauber (Tata Steel Distribution). Die

Perspektive des Stahlhandels nahmen Peter

Heinlein (Georg Heinlein GmbH) und Hartmut

Böttche (rff Rohr Flansch Fitting Handels

GmbH) ein.

Oliver Ellermann, Vorstand Bundesverband

Deutscher Stahlhandel, wagte mit

seinem Thema »Der Stahlhandel im Jahr

2025« einen Blick in die Zukunft. Deutlich

wurde dabei, dass die Ausbildung eine starke

Stellung im Stahlhandel behalten wird.

Zugleich nehmen technische und logistische

Inhalte zu. Der BDS-Vorstand beendete seinen

Vortrag mit den Worten: »Wer nur auf

ferne Daten starrt, droht die nahe Zukunft

aus den Augen zu verlieren.«

www.stahlhandel.com

/

(sm 131105842) K

stahlmarkt 11.2013


StahlTermine K 77

Termin/Ort Thema Veranstalter Info/Kontakt

5.-8.11.2013

Stuttgart

6.11.2013

Würzburg

BLECHexpo & SCHWEISStec 2013 –

Internationale Fachmesse für Blechbearbeitung &

Internationale Fachmesse für Fügetechnologie

P. E. Schall GmbH & Co. KG +49 7025 9206-612

www.blechexpo-messe.de

www.schweisstec-messe.de

Seminar: Normung im Stahlhandel BDS AG +49 211 86497-0

www.stahlhandel.com

12.-13.11.2013

Duisburg

Stahleinkauf kompakt – Essenzielles Wissen

für Neu- und Quereinsteiger im Stahleinkauf

BME Akademie GmbH +49 69 30838-200

www.bme-akademie.de

12.-13.11.2013

Kassel

12.-14.11.2013

Maastricht

12.-14.11.2013

Bremen

12.-15.11.2013

Moskau

13.-15.11.2013

Berlin

13.-15.11.2013

Berlin

14.11.2013

Frankfurt/Main

14.-15.11.2013

München

14.-15.11.2013

Saarlouis

3. VDI-Fachtagung »Stahl- und Gusszerspanung« VDI +49 211 6214-201

www.vdi.de/spanen

Stainless Steel World 2013 Stainless Steel World +31 575 585 298

www.stainless-steel-world.net

Seminar Kontaktstudium Werkstofftechnik Stahl Stahl-Akademie +49 211 6707-458

www.stahl-akademie.de

Metal-Expo 2013 Metal-Expo JSC +7 495 73499-66

www.metal-expo.ru

BDSV-Jahrestagung

Bundesvereinigung Deutscher

Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen

e.V. (BDSV)

+49 211 828953-0

www.bdsv.de

48. Symposium Einkauf und Logistik BME e.V. +49 69 30838-200

www.bme-symposium.de

Workshop

»Berührungslose Temperaturmesstechnik«

Münchner Stahlbautage

Optris GmbH +49 30 500197-0

http://www.optris.de/optrisinfrarot-tour

Universität der Bundeswehr München,

Technische Universität München,

bauforumstahl e.V.

+49 211 6707-828

www.bauforumstahl.de

Seminar »Grobbleche« BDS AG +49 211 86497-0

www.stahlhandel.com

20.11.2013

Böblingen

25.11.2013

Lübeck

25.-26.11.2013

Schleiden/Eifel

Praxis-Seminar »Leichtbausysteme aus Stahl für

Dach und Fassade – Energie- und kosteneffiziente

Lösungen für Neu- und Bestandsbau«

iforum Industriebau:

Stahlhallen im Industrie- und Gewerbebau

Seminar: Rohre und Rohrzubehör aus Edelstählen

(Rohre III)

Stahl-Informations-Zentrum

Industrieverband für Bausysteme

im Metallleichtbau e.V. (IFBS)

+49 211 6707-989

www.stahl-info.de

bauforumstahl e.V. +49 211 6707-828

www.bauforumstahl.de

BDS AG +49 211 86497-0

www.stahlhandel.com

28.11.2013

Düsseldorf

STAHL 2013

Stahlinstitut VDEh

Wirtschaftsvereinigung Stahl

+49 211 6707-0

www.stahl-online.de

28.-29.11.2013

Frankfurt am Main

2.-3.12.2013

Frankfurt/Main

9.-10.12.2013

Dortmund

Werkstoffprüfung 2013

Deutsche Gesellschaft

für Materialkunde e.V.

+49 69 75306-741

www.tagungwerkstoffpruefung.de

Production Executive Circle Management Circle AG +49 6196 4722-789

www.productionexecutivecircle.de

Seminar Einführung in die Werkstofftechnik

von Stahl

Stahl-Akademie +49 211 6707-458

www.stahl-akademie.de

12.12.2013

Hannover

Fachseminar »Stahlspundwände –

Neues für Planung und Anwendung«

Stahl-Informations-Zentrum +49 211 6707-849

www.stahl-info.de

15.1.2014

Essen

15.-18.1.2014

Essen

20.-23.1.2014

Schardscha

7. Internationaler Architekturkongress

»Neues Bauen mit Stahl – Freies Gestalten

in der modernen Architektur«

DEUBAUKOM – Fachmesse für Architektur

und Ingenieurkunst, Wohnungswirtschaft,

Baugewerbe und Industriebau

Stahl-Informations-Zentrum,

Architektenkammer Nordrhein-Westfalen,

Industrieverband Feuerverzinken e.V.

+49 211 6707-989

www.stahl-info.de

Messe Essen GmbH +49 201 7244-0

www.deubaukom.de

SteelFab 2014 Expo Centre Sharjah +971 6 5770000

www.steelfabme.com

21.-24.1.2014

Hamburg

NORTEC – Die Fachmesse für Produktion

im Norden

Hamburg Messe und Congress GmbH +49 40 3569-2453

www.nortec-hamburg.de

21.-25.1.2014

Basel

11.-12.2.2014

Düsseldorf

SWISSBAU 2014 MCH Messe Schweiz (Basel) AG +41 58 200 20 20

www.swissbau.ch

18. Handelsblatt-Jahrestagung »Stahlmarkt 2014« EUROFORUM Deutschland SE +49 211 9686-3645

www.handelsblattstahlmarkt.de

stahlmarkt 11.2013


78 K Fachmedien

annette.engels@stahleisen.de

Tel. +49 211 6707-561

Fax +49 211 6707-547

Direkt bestellen

über diesen QR-Code

oder online über

www.stahleisen.de/Content/Produkte/Buchshop

WW Industrieverband Massivumformung

e.V. (Hrsg.): EXTRA-Info »Simulation in

der Massivumformung«

Industrieverband Massivumformung e.V., Hagen, 2013, 63 S.,

kostenlos

In Verbindung mit den in naher Zukunft zu

erwartenden Forschungsergebnissen wird

aufgezeigt, dass die Entwicklung von virtuellen

Werkzeugen im Bereich der Massivumformung

voranschreitet. Entwicklungen im

Bereich der Grundlagenforschung, die auf

ein besseres Verständnis der Vorgänge in

Werkstück und Werkzeug abzielen und

dadurch neue Möglichkeiten für gezielten

technischen Fortschritt eröffnen, werden

erläutert. Eine Vielzahl von Unternehmen

der Branche und Instituten haben sich an

diesem Heft beteiligt. Dadurch bietet es

einen umfangreichen Querschnitt der in den

Massivumformunternehmen vorhandenen

Anwendungen. Das Heft richtet sich in erster

Linie an die Kunden der Massivumformung.

Es ist jedoch auch für den Bereich

Ausbildung im weitesten Sinn gut geeignet.

Die deutsche Version »Simulation in der

Massivumformung« als auch die englische

Version »Simulation of forging processes«

umfassen jeweils 63 Seiten und sind kostenlos.

Abrufbar bei

Dorothea Bachmann Osenberg

E-Mail: osenberg@metalform.de

/

(sm 130605121) K

WW VDI Zentrum Ressourceneffizienz

GmbH (Hrsg.): Branchenwissen

Ressourceneffizienz (DVD)

VDI ZRE, Berlin 2013, DVD, kostenlos erhältlich

über info@vdi-zre.de

Das VDI-Zentrum Ressourceneffizienz hat

für die Branchen Metallverarbeitung, Oberflächenbeschichtung

und Kunststoffverarbeitung

das verfügbare Fachwissen auf einer

DVD gebündelt. Mit Ressourcenchecks können

Unternehmen Einsparpotenziale bei

den Materialkosten aufdecken und sich

Impulse für Effizienzprojekte holen. Neben

einem Basischeck werden Vertiefungsmodule

angeboten. Anschauliche Kurzfilme über

Best-Practice-Beispiele runden das Informationsangebot

ab.

Die DVD kann kostenlos über das VDI

Zentrum Ressourceneffizienz bestellt werden:

info@vdi-zre.de

(sm 130705269) K

WW J. Bliedtner, H. Müller, A. Barz:

Lasermaterialbearbeitung: Grundlagen –

Verfahren – Anwendungen – Beispiele.

Fachbuchverlag Leipzig 2013, 530 S., geb. inkl. DVD, ISBN

978-3-446-42168-4, Preis: 39,99 €

Moderne Lasertechnologien gelten als zu -

kunftsweisende Schlüsseltechnologien mit

einem breiten Anwendungspotenzial in der

Technik. Dieses moderne Lehrbuch gibt

einen Überblick über die Grundlagen der

Lasertechnik, die für das Verständnis der

Lasermaterialbearbeitung notwendig sind,

über Laserstrahlungsquellen und die für die

Lasermaterialbearbeitung wichtigen Laserarten,

Laserstrahleigenschaften und Wechselwirkungsprozesse

zwischen Laserstrahlung

und Materie. Außerdem geht es um

typische Materialbearbeitungsanlagen so -

wie Strahlformungs- und Strahlführungselemente,

aber auch alle Verfahren der

Lasermaterialbearbeitung (Abtragen, Bohren,

Beschriften, spannungsinduziertes Trennen,

Schneiden, Schweißen, Löten, Härten,

Generieren, lasergestützte RP-Verfahren).

Die beigefügte DVD enthält Videos zu

Verfahren und Grundlagen des Fachgebietes.

(sm 130905501) K

WW Stahl-Informations-Zentrum (Hrsg.):

Zink-Magnesium-veredelte Feinbleche –

Weniger ist mehr

Stahl-Informations-Zentrum, Düsseldorf 2012, 20 S.,

in Einzelexemplaren kostenfrei und zum Download unter

www.stahl-info.de

Mit Zink-Magnesium ist ein neuer Schmelztauchüberzug

für Stahlfeinbleche verfügbar,

der einen verbesserten Korrosionsschutz

bietet. In der Broschüre »Zink-Magnesiumveredelte

Feinbleche – Weniger ist mehr«

werden technische Eigenschaften sowie

Verarbeitungs- und Anwendungsmöglichkeiten

von Stahlfeinblechen mit diesem

Überzug vorgestellt. Zudem beschreibt die

Publikation deren Vorteile im Hinblick auf

Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

(sm 130304731) K

stahlmarkt 11.2013


Personalien K 79

VIP-Seite

WW Steno Marcegaglia,

Gründer und Chairman

der gleichnamigen italienischen

Unternehmensgruppe,

starb am 10. September

im Alter von 83 Jahren.

Das vor mehr als 50 Jahren

in der Nähe von Mantua gegründete Unternehmen

entwickelte sich unter der Führung

des Patriarchen zu einem der weltweit größten

Stahlverarbeiter mit einer Kapazität von

mehr als 5 Mill. t/a.

(sm 131105748) K

WW Ralph Oppenheimer, 72, ist in den

Ruhestand getreten. Nach 31 Jahren legte er

beim Stahlhändler Stemcor sein Amt als

Chairman nieder und verließ den Board of

Directors. Ende des Jahres 2012 war er

bereits als Chief Executive Officer zurückgetreten.

Das Unternehmen will in Kürze einen

Nachfolger benennen. (sm 131105759) K

WW Die World Steel Association hat einen

neuen Chairman. Joon-Yang Chung, CEO

des südkoreanischen Stahlerzeugers Posco,

hat Anfang Oktober das Amt von Alexey

Mordashov übernommen und wird es ein

Jahr lang ausüben. Vice Chairmen des internationalen

Stahlverbands sind Mordashov

und voestalpine-Vorstandsvorsitzender

Wolfgang Eder. Eiji Hayashida, CEO der JFE

Steel Corporation, wurde zum Schatzmeister

gewählt. Zum Executive Committee des

Board of Directors gehören unter anderem

Wolfgang Eder und Heinrich Hiesinger, Vorstandsvorsitzender

der ThyssenKrupp AG.

(sm 131105840) K

WW Am 11. November feiert Beate Brüninghaus,

Abteilungsleiterin Öffentlichkeitsarbeit

der Wirtschaftsvereinigung Stahl,

ihren 60. Geburtstag.

(sm 13110564) K

WW Seinen 65. Geburtstag begeht am

28. November Hans-Willy Bein, der früher

als Wirtschaftsjournalist bei der Süddeutschen

Zeitung u. a. auch über die Stahlbranche

berichtete.

(sm 131105665) K

WW 75 Jahre alt wird am 29. November Prof.

Dr.-Ing. Klaus Wünnenberg, ehemals im

Ausschuss für metallurgische Grundlagen

des Mannesmann Forschungsinstituts

GmbH, Duisburg.

(sm 131105666) K

stahlmarkt 11.2013


80 K Inserentenverzeichnis

INSERENTENVERZEICHNIS

A

AERO-LIFT Vakuumtechnik GmbH 16

AGTOS GmbH 60

Ametras Oboe GmbH 72

Autogena Stahl GmbH 21

AVESKA-Edelstahl GmbH 67

B

Bandstahl-Service-Hagen GmbH 4

BANDTEC Stahlband GmbH 3

BEPRO Blech und Profilstahl

Handelsges. mbH & Co. KG 1 (Titel)

Bodycote Wärmebehandlung GmbH 65

Bucher Stahlhandel GmbH 41

E. Büker Rohrtechnik GmbH 79

Bürger + Althoff GmbH & Co. KG 53

C

C & R Stahlhandel GmbH 60

Coiltec Maschinenvertrieb GmbH 80

Couth Butzbach

Produktkennzeichnung GmbH 58

Cronimet Holding GmbH 61

D

Karl Diederich

84 (U4)

DM-Stahl GmbH 4

Dylan Deutschland GmbH 39

Dr. Fister GmbH 79

G

Göcke Umformtechnik GmbH 15

H

Ha-Beck Inh. Mathias Hasecke e.K. 80

Hanigk & Bartosch Stahlservice

GmbH & Co. KG 81

I.M.M. J. Haupt 81

HFS Hagener Feinblech Service GmbH 67

I

IMS Messsysteme GmbH 27

Internorm Kunststofftechnik GmbH 23

INTERSTAHL SÜD GmbH 29

L

Lochanstalt Aherhammer

Stahlschmidt & Flender GmbH 79

LUBAS Maschinen und Geräte 60

M

MCH Messe Schweiz (Basel) AG 25

N

Artur Naumann Stahl AG 47

O

Ohra-Regalanlagen GmbH 59

P

Petig Edelstahlhandel GmbH 64

Dipl.-Ing. Franco Pinelli 59

R

Willy Rapp GmbH 22

RP Technik GmbH 45

RSK Stahl- und Fertigteile

Produktions- u. Vertriebs GmbH 22

Konrad Rump Oberflächentechnik

GmbH & Co. KG 23

S

SAZ Stahlanarbeitungszentrum

Dortmund GmbH & Co. KG 17

Von Schaewen AG 31

Schierle Stahlrohre KG 67

Alois Schmitt GmbH & Co. KG 35

F.W. Schnutz GmbH & Co. KG 9

SHC Stahlhandelscenter

Heilbronn GmbH 81

SSB Schienensysteme Brandt GmbH 80

Stahleisen Communications

11, 47, 48, 70, 75, 83 (U3)

Stahlo Stahlservice

GmbH & Co. KG 56, 57

Stam Spa 13

T

ThyssenKrupp Steel Europe AG 43

ThyssenKrupp Stahl Service

Center GmbH

2 (U2)

U

UNIVERSAL Eisen und Stahl GmbH 55

V

VACOHUB Transportanlagen

GmbH & Co. KG 51

VRW Eisen- und Metall

Handelsgesellschaft mbH 73

W

Warenzeichenverband

Edelstahl Rostfrei e.V. 71

WITEC AG 21

www.Laserteile4you.de 41

Beilagen:

Ancofer Stahlhandel GmbH

RP Technik GmbH

Carl Spaeter GmbH

StaRo Stahlrohrhandelsgesellschaft mbH

stahlmarkt 11.2013


K 81

Bitte unbedingt beachten

Anzeigenschluss für Heft 12.2013

ist Freitag, der 15. 11. 2013

Erscheinungstermin ist der 5. 12. 2013

stahlmarkt 11.2013


82 K Vorschau / Impressum

VORSCHAU 12.2013

Steel International

Grundsteinlegung für US-Rohrwerk in Louisiana

Produktpalette erweitert

Deutscher Stahl für Offshore-Windpark in der Ostsee

Stahl-Know-how für die Bergung der Costa Concordia

Länderberichte

Polens Stahlindustrie will konkurrenzfähig bleiben

Großinvestitionen in polnische Häfen

Initiative zur Wiederbelebung der spanischen Wirtschaft

Branchenbericht

Qualität und Service soll die Zukunft der Werkzeugindustrie sichern

Special: Markieren & Kennzeichnen

Von Reinhold Mannel: »Sicher markieren, eindeutig identifizieren«

mit zahlreichen Produkt- und Anwenderberichten

Special: Verzinken

Vorsicht, Salzsprühnebeltest

Neues Vorzeigewerk eröffnet

Zink und seine Legierungen als Korrosionsschutz für Offshore-

Windkraftanlagen

Special: Steel Art & Culture

Neue Sitzmöbelserie aus Streckmetall und Leder

Stahlskulpturen zur Fußball-WM 2018 in Russland

Diverse Firmenporträts und Anwenderberichte

und vieles mehr!

Impressum

Herausgeber und Verlag:

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Postfach 105164, 40042 Düsseldorf

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Printed in Germany

ISSN 0178-6571

Fotos: Stahlwerk Annahütte

stahlmarkt 11.2013

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