Landkreis Friesland

neomedia

Faszination. Sehnsucht. Heimat.

JOHANNES BITTER

Ein Weltmeister

im Boßelverein

Als die Sirene zum Abpfiff ertönte, brach der Jubel los.

Wir waren Handball-Weltmeister! Und ich, der Friesländer

Junge aus Zetel, mittendrin.

I

n so einem Moment entlädt sich die ganze Anspannung.

Die Schufterei im Training, der Druck,

vor dem heimischen Publikum nicht zu versagen

– das alles fällt von einem ab und die pure Euphorie

bricht sich Bahn. Doch bis dahin, bis zum

Weltmeistertitel 2007 war es ein langer Weg, auf

dem mich Freunde begleitet, Trainer geformt und

meine Familie geerdet hat. Als Friesländer neige ich

ohnehin nicht dazu, abzuheben. Dieser Eigenschaft

verdanke ich es, dass ich nach dem WM-Titel und

dem damit verbundenen Medienrummel mit beiden

Beinen fest am Boden blieb.

Johannes Bitter, geb. 1982 in Oldenburg, verheiratet, drei

Kinder | 1989 bis 1999 bei der HSG Neuenburg/Bockhorn |

2002 bis 2003 beim Wilhemshavener HV | 2003 bis 2007 beim

SC Magdeburg | 2007 bis 2016 beim HSV Hamburg | aktuell

beim TVB 1898 Stuttgart unter Vertrag | Handball-Weltmeister

2007 | Europapokalsieger 2007 | Auszeichnung mit der Friesland-Medaille

2007 | DHB-Pokalsieger 2010 | Deutscher

Meister 2011 | Champions-League-Sieger 2013

Dass ich zum Handball und nicht wie viele andere

zum Fußball gekommen bin, schreibe ich meiner

sportbegeisterten Familie zu (und vielleicht auch

meinem überschaubaren fußballerischen Talent).

Ich bin mit zwei Schwestern und einem Bruder in

Zetel aufgewachsen, die ebenso wie mein Vater

Handball spielten. Zu meinem ersten Verein, der

HSG Neuenburg/Bockhorn, die damals noch SSV

Neuenburg hieß, bin ich jedoch durch einen Freund

gekommen, der mich einmal zum Training mitnahm.

In dieser Zeit haben mich besonders Horst Otten

und Bernd Frosch als Trainer geprägt. Doch meine

Karriere hätte beinahe ein abruptes Ende genommen,

als ich im Alter von 14 Jahren nicht für die We-

Weitere Magazine dieses Users