Welt des Vergessens - Demenz-Ratgeber Hamburg

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Welt des Vergessens

Demenz-Ratgeber

für Betroffene und Angehörige

in Hamburg


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INHALT

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort ....................................................................................................3

2. Auch nach der Diagnose geht die Sonne wieder auf ..........................................4

3. Demenz: Was ist das? .................................................................................8

4. Noch ist keine Heilung möglich – Symptome können aber gelindert werden .........18

5. Wie wird die Diagnose gestellt? ...................................................................22

6. Der Demenz vorbeugen ..............................................................................26

7. Information und Beratung ..........................................................................28

8. Therapien für Menschen mit Demenz ...................... .....................................32

9. Bewegung stärkt Lebensfreude und hält fit ...................................................38

10. Unsicherheiten im Alltag abbauen... .............................................................40

11. Kommunikation und Umgang mit Betroffenen ...............................................44

12. Mit Demenz im Krankenhaus ......................................................................48

13. Im Zwiespalt zwischen Vorwürfen und Erleichterung .......................................52

14. Vielseitige Hilfen für Angehörige und Betroffene ............................................56

15. Humor und Leichtigkeit sind immer gut ........................................................64

16. Der Austausch mit anderen vermittelt Kraft, Mut und hilfreiche Tipps ................66

17. Finanzielle Hilfen für Menschen mit Demenz und Angehörige ...........................70

18. Rechtliche Aspekte bei Demenz ...................................................................74

19. Rechtliche Vorsorge .................................................................................. 78

20. Ansprechpartner in Hamburg / Kontaktdaten .................................................80

Copyrights:

Kapitel 2, 4, 9, 10, 13, 15, 16, 18: Holger Hartwig, HARTWIG3C, coaching – communication – consulting, Hamburg

Kapitel 3, 5, 6, 8, 11, 17, 19: Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V. Selbsthilfe Demenz, Berlin / Karen Roske, Hannover

Kapitel 7, 12, 14: Jörn Wieking, Geschäftsführer, Alzheimer Gesellschaft Hamburg e. V. Selbsthilfe Demenz / Karen Roske, Journalistin, Hannover

Sonstiges: Verzeichnis der PR-Darstellungen: Seite 86 // Bildquellen: Seite 87 // Impressum: Seite 87

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VORWORT

Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,

Sie halten einen Ratgeber zum Thema

Demenz in Ihren Händen. Ich weiß

nicht, in welcher Situation Sie zu ihr

gegriffen haben. Vielleicht haben Sie

oder jemand in Ihrer Familie oder in

Ihrer Umgebung erst vor Kurzem die

Diagnose Demenz erhalten.

Mir ist bewusst: Eine solche Diagnose

zu hören, ist zuallererst ein Schock.

Auch, wenn sie auf der anderen Seite

manch' ungewöhnliche Verhaltens -

weisen, die vorher aufgetreten sind,

erklären helfen kann.

Mit dieser Broschüre, die neben wichtigen,

grundlegenden Informationen ganz

speziell über Hilfsangebote in Hamburg

informiert, möchten wir Ihnen vor allem

Mut machen, sich dem Thema Demenz

zu nähern und zu stellen.

Natürlich wissen wir: Leben unter

den Bedingungen der Demenz ist eine

Herausforderung. Information und Aufklärung

über die verschiedenen demenziellen

Veränderungen, Hilfe beim Auffinden

der verschiedenen Hilfsangebote

für Betroffene (und damit meine ich so

wohl Erkrankte als auch ihre An- und

Zugehörigen) – das sind wichtige Impulse

und Ziele, die wir mit dieser Ratgeber-Broschüre

verfolgen.

Wir danken allen, die uns bei der Erstellung

und Verbreitung geholfen haben

und helfen.

Vielleicht, liebe Leserin, lieber Leser,

haben Sie diese Broschüre nicht aus

persönlicher Betroffenheit, sondern aus

Interesse an einem gesellschaftlich

immer relevanter werdenden Thema

mitgenommen. Auch dann möchten wir

Sie ermutigen: Mischen Sie sich ein in

gesellschaftliche Debatten, in denen wir

miteinander klären, wie Menschen mit

Demenz in unserer Mitte in größtmög -

licher Selbstbestimmtheit leben können.

Was muss neu und anders werden,

damit wir die „Freie und demenzfreundliche

Hansestadt Hamburg“ werden?

Mit vielen engagierten Trägern setzen

wir uns hierfür in der „Landesinitiative

Leben mit Demenz in Hamburg“ ein.

Ihre Anregung und Mitarbeit sind hier

sehr willkommen!

Wir, die Alzheimer Gesellschaft

Hamburg e. V., sind die Selbsthilfe-

Organi sation im Themenfeld Demenz in

Hamburg. In Gesprächsgruppen, in der

persönlichen Beratung am Alzheimer-

Telefon, in unserer Geschäftsstelle oder

in der Häuslichkeit, in verschiedenen

Angeboten am Beginn der Herausforderungen,

im Chor für Menschen mit und

ohne Demenz, bei betreuten Urlauben

und Angeboten, die wir vielleicht mit

Ihnen gemeinsam noch entwickeln werden,

sind wir an Ihrer Seite.

Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf,

wenn Sie weitergehende Fragen haben,

wenn Sie Unterstützung brauchen oder

mit uns an einer demenzsensiblen Stadt

arbeiten möchten.

Für alles, was jetzt zu Ihrer Realität

gehört, wünsche ich Ihnen von Herzen

Gutes.

Ihr Tobias Götting

Alzheimer Gesellschaft Hamburg e. V.

Der Vorsitzende

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REPORTAGE: Leben mit Demenz

Auch nach der Diagnose geht die Sonne

wieder auf

Die Hamburger Eheleute Angela und Gerd Griem berichten über ihr Leben mit Demenz

Sein gesamtes Leben lang ist „Krankheit“

ein Fremdwort. Sport steht im

Mittelpunkt, zunächst mehrere Jahrzehnte

aktiv Volleyball, später Wandern

und Schwimmen. Für Gerd Griem ist das

Leben geprägt durch viel Aktivität.

Gemeinsam mit seiner Ehefrau Angela,

die er beim Sport kennengelernt hat,

genießt er den Ruhestand nach mehr als

zwei Jahrzehnten als Geschäftsführer

des Hamburger Volleyballverbandes.

Bis 2015, als bei dem heute 77-Jährigen

eine beginnende Demenz festgestellt

wird – ein Schock für das Paar.

Was bedeutet die Diagnose? Hätte man

die Krankheit eher bemerken können?

Wie kann das Leben weitergehen? Diese

und andere Fragen werden von jetzt auf

gleich Bestandteil des Alltags der Eheleute.

Bei einem Kaffee in ihrer Wohnung

in Wandsbek erzählen beide, wie

Tipp

Demenz-

Muster wohnung

Beratung und Muster gegen stände zur

Orientierungshilfe und Sicherheit in der

Häuslichkeit

Kontakt/Adresse: siehe Kapitel 20, Seite 80

sie mit der Krankheit umgehen und versuchen,

„das Beste daraus zu machen“.

Die ersten Anzeichen: Gerd Griem

blickt zurück. Es ist etwa fünf Jahre her,

dass „ich Stück für Stück gemerkt habe,

dass es mit mir nicht mehr so ist, wie

ich es gerne hätte“. Er sei früher sehr gut

im Kopfrechnen gewesen und der Umgang

mit Zahlen fiel ihm leicht. „Ich

merkte, dass ich mich immer schwerer

tat und es öfter Fehler gab. Am Anfang

habe ich gedacht: Na ja, ich werde halt

auch älter. Dann fing ich an, mir Sorgen

zu machen.“ Zunächst habe er überhaupt

nicht daran gedacht, dass es eine

Krankheit sein könnte, „doch dann

wollte ich es doch wissen“.

Die erste Untersuchung: Griem berichtet,

dass er 2012 das erste Mal durch

eine Untersuchung klären wollte, „ob

mit mir alles in Ordnung ist“. Der Arztbesuch

brachte absolute Erleichterung.

„Der Doktor konnte überhaupt keine

Anzeichen für Demenz feststellen. Das

war sehr beruhigend.“

Die weiteren Anzeichen: Es vergehen

etwa zwei Jahre, bis das Thema wieder

im Leben der Griems auftaucht. „Mein

Mann hat nachts plötzlich geschrien.

Ich wurde dann aufgeschreckt und es

hat mich sehr beunruhigt“, erzählt

Angela Griem (63). Sie habe sich absolut

nicht erklären können, was in ihrem

Mann vorgeht. „Dann haben wir zufällig

im Fernsehen einen Beitrag gesehen in

dem es hieß, dass solche Träume eine

beginnende Demenz sein können“. Die

nächtlichen unerklärlichen Aktivitäten

hören nicht auf und so geht es im

November 2014 erneut zum Arzt.

Der Tag des Schocks: Der erneute Weg

zu einem Neurologen steht an. Angela

Griem erinnert sich: „Der Arzt holte

einen Test aus der Schublade und da

kam bei meinem Mann gar nichts. Er

konnte die Gedanken nicht sortieren

und festhalten. Ich war völlig ver -

daddert.“ Ihr Mann berichtet, dass er

einfach nur sprachlos gewesen sei. „Ich

war total frustriert und dachte mir:

Vielleicht habe ich nur einen schlechten

Tag.“ Der behandelnde Arzt habe sehr

vorsichtig agiert und auch nicht sofort

von Demenz gesprochen. Es gelte, erst

einmal ein halbes Jahr zu schauen, habe

er gemeint.

Die Diagnose: Weitere Untersuchungen

folgen. „Das gab uns die Chance, uns

langsam an den Gedanken zu gewöhnen,

dass ich vielleicht doch nicht mehr

ganz gesund sein könnte“, beschreibt

der Rentner die Zeit bis zur Gewissheit.

Leider bringen die weiteren Test

Gewissheit: Bei Gerd Griem wird eine

beginnende Demenz festgestellt. Und

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Gut ist es, immer wieder miteinander zu

sprechen und dabei kein Thema auszulassen.

nun? Fragen über Fragen, so beschreibt

es der 77-Jährige. Was wird aus den

Plänen für die kommenden Jahre, wenn

seine deutlich jüngere Ehefrau auch in

Rente geht?

Die erste Zeit mit der Krankheit: Gerd

Griem geht mit seinen Gedanken aus

dieser Zeit sehr offen um. „Für mich war

es schon problematisch. Ich habe gefragt,

was es für meine Frau bedeutet,

dass für mich vieles immer schwieriger

wird und ich immer mehr auf ihre Hilfe

angewiesen sein werde.“ Er habe sich

dann auf vielen Wegen über die Krankheit,

den Verlauf und auch Hilfs an -

gebote informiert. „Das war das Beste,

was ich machen konnte.“ So habe er

auch den Kontakt zur Alzheimer Gesellschaft

Hamburg gefunden. Seiner Frau

geht es in der ersten Zeit auch nicht viel

anders. „Ich wollte das so nicht wahr -

haben und bin heute sehr froh, dass ich

dann bei der Alzheimer Gesellschaft an

Veranstaltungen teilgenommen habe

und Zusammenhänge verstanden habe.“

Auch sie sagt: „Es war gut und richtig,

sich sofort über die Krankheit und die

Zusammenhänge zu informieren.“

Der Alltag mit der Krankheit: Die Eheleute

berichten, dass es eine Heraus -

forderung ist, sich immer wieder klar zu

machen, dass die Krankheit nicht zu

stoppen ist, sondern der Verlauf verlangsamt

werden kann. Gerd Griem:

„Ich habe Sport gemacht und gesund

gelebt. Aber du hast keine Chance,

wenn dich diese Krankheit erwischt.“ Er

versuche, offen mit der Krankheit zu

leben. Und schaut zu seiner Frau hin -

über und ergänzt: „Aber manches, was

ich erlebe, mag ich ihr dann auch zunächst

gar nicht erzählen.“ Für ihn sei

der Austausch mit anderen Betroffenen

wichtig. „Die wöchentliche Gruppe bei

der Alzheimer Gesellschaft ist da eine

ideale Möglichkeit.“ Und er sei dankbar,

dass er den Alltag noch gut meistern

könne. Lediglich ans Steuer seines Autos

setze er sich aus Gründen der Sicherheit

nicht mehr. „Durch die Arbeit im Sport

habe ich erfahren dürfen, dass es immer

eine Lösung gibt. Darauf vertraue ich.

„Für Angela Griem ist der Austausch mit

anderen Angehörigen ebenfalls eine

wichtige Stütze. „Da kann ich dann

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REPORTAGE: Leben mit Demenz

auch gut einordnen, wie es um meinen

Mann steht.“ Sie sei dankbar, dass sie

immer wieder miteinander sprechen

und dabei kein Thema auslassen. „Es

gibt ja auch Partner, die es leugnen und

sagen, dass sie diese Krankheit nicht

haben. Dann muss das extrem schwierig

sein.“

Der Umgang nach außen: Mit der Demenzerkrankung

im privaten Umfeld

richtig umzugehen, sei durchaus eine

Herausforderung. Angela Griem: „Die

meisten Menschen wissen nicht wirklich

etwas über die Krankheit und was

das bedeutet.“ Deshalb würden sie

nicht jedem offensiv von der Krankheit

berichten, sondern situationsbedingt

entscheiden. „Grundsätzlich halten wir

es für sinnvoll, offen mit der Krankheit

umzugehen. Erst kürzlich bei einer

Chorfahrt war es wieder wichtig, die

anderen Teilnehmer zu informieren.

Dann haben wir sehr viel Verständnis

und Hilfsbereitschaft erfahren“, erzählt

Angela Griem. Ihr Mann berichtet, dass

er dann manches Mal ins Nachdenken

kommt, „wenn Freunde zu mir sagen:

Gerd, du hast das doch nicht“.

Die Zukunft: Das Ehepaar schaut sich

an und beide beschreiben, was sie mit

Blick auf die Zukunft bewegt. „Es macht

mich schon fuchsig und ich bin nicht

gelassen, wenn ich nach vorne schaue“,

erzählt er. Beide würden versuchen, im

UNTERNEHMENSPORTRÄT

Demenzkompetenz Diakonie Hamburg

Mit Demenz leben – dafür bietet die Diakonie in Hamburg

umfassende Unterstützung. Menschen mit Demenz

und ihre Angehörigen werden mit Einfühlungsvermögen

und Professionalität beraten, begleitet, versorgt und betreut.

Von einer ersten Beratung über Besuchsdienste,

Betreuungen am Tag, schützende Räume für Patienten

mit Demenz im Krankenhaus oder besondere Wohn -

formen für Betroffene – die Diakonie bietet Angebote und

Einrichtungen in ganz Hamburg. Die Kompetenz für den

Umgang mit Demenz finden Sie bei uns auf allen Ebenen:

in der Beratung, bei Schulungsangeboten, bei unseren

Pflegekräften und bei unseren geschulten Freiwilligen.

Diakonisches Werk Hamburg – Fachbereich Pflege und Senioren

Königstraße 54 · 22767 Hamburg · Tel. 040 30620-295

info@pflege-und-diakonie.de · www.pflege-und-diakonie.de

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UNTERNEHMENSPORTRÄT

Kostenlosen Pflegekurs einfach online besuchen

Hilfe für pflegende Angehörige: Die DAK-Gesundheit hat

als erste Krankenkasse einen kostenlosen Online-Pflegekurs

entwickelt. Der DAK-Pflegecoach ist ein zertifi -

zierter Pflegekurs und kann am heimischen Computer

oder Tablet absolviert werden – in völlig flexibler Zeit -

einteilung. Der DAK-Pflegecoach beantwortet in verschiedenen

Modulen die wichtigsten Fragen rund um

die Pflege. Ein zentrales Modul ist der Demenzcoach

(www.dak.de/pflegecoach). Nutzer lernen, was Demenz

ist und wie das Leben mit Betroffenen gestaltet werden

kann. Der Coach gibt auch Tipps zu Versicherungen und

vernetzt mit Experten, die bei dringenden Fragen helfen.

DAK-Gesundheit

Nagelsweg 27–31 · 20097 Hamburg · Tel. 040 2396-0

presse@dak.de · www.dak.de/pflegecoach

Moment zu leben. „Wir haben gerade

mit Freunden eine Flusskreuzfahrt gemacht.

So locker wie früher geht es

allerdings nicht mehr.“ Er hofft, dass er

mit seiner Krankheit „nur kleine Schritte

in die falsche Richtung geht in den

nächsten Jahren.“ Und dann spricht er

über seine Frau: „Ich frage mich sehr

oft: Kann ich das, was noch kommt,

meiner Frau zumuten? Was macht

meine Krankheit mit ihr? Wie kann sie

alleine weiterleben?“

Seine Gattin, mit der er seit über 35

Jahren verheiratet ist, sitzt neben ihm

und auch an dieser Stelle gibt es offene

Worte: „Mir ist in den Kursen, die ich

besucht habe, deutlich geworden: Sorge

auch für dich, gebe dich nicht auf.“

Manchmal schaue sie nur in die nächste

Woche und denke, dass es sich schon

finden werde. Dann gebe es aber auch

Phasen, in denen sie sich mit Pflegegrade,

Pflegeheimen und den weiteren

Veränderungen auseinandersetze. „Wir

haben gemeinsam Heime angeschaut,

um uns rechtzeitig zu orientieren. Wir

wissen ja, um was es geht und haben

Ruhe im Umgang.“

Für sie sei es sehr wichtig zu wissen,

„dass ich mit der Krankheit nicht alleine

dastehe und es viele Unterstützungs -

angebote gibt.“ Das hört sich sehr rational

an. Beide scheinen die Krankheit angenommen

zu haben. Gerd Griem weiß:

„Auch nach der Diagnose geht am

nächsten Tag wieder die Sonne auf.

Offen miteinander umgehen zu können,

ist ein großes Geschenk. Und das

Positive ist auf jeden Fall: Anders als

bei anderen Krankheiten, hat man bei

dieser keine Schmerzen.“

Kontakte/Adressen: siehe Kapitel 20, Seite 80

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DEMENZERKRANKUNGEN: Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzformen

Demenz: Was ist das?

Demenz“ und „Alzheimer“ sind nicht dasselbe: Unter

Demenz versteht man ein Muster von Symptomen, das

viele verschiedene Ursachen haben kann. Die Alzheimer-

Krankheit ist die häufigste dieser Ursachen.

Wie häufig ist Demenz?

Mit zunehmendem Alter steigt die

Wahrscheinlichkeit, an einer Demenz zu

erkranken. Von den 60-Jährigen ist nur

jeder Hundertste betroffen, von den

80-Jährigen dagegen jeder Sechste und

von den 90-Jährigen sogar fast jeder

Zweite. In Deutschland leiden zurzeit

1,5 Millionen Menschen an einer

Demenz. Jedes Jahr erhöht sich die Zahl

um etwa 40 000. Weil die Lebenserwartung

weiter steigt und geburtenstarke

Jahrgänge alt werden, wird sich die Zahl

der Betroffenen bis zum Jahr 2050

mindestens verdoppeln.

Das Hauptmerkmal der Demenz ist, dass Menschen mit Demenz fällt es zunehmend

sich mehrere geistige Fähigkeiten

schwerer, sich neue Informationen

verschlechtern. Es ist keine reine Ge -

dächtnisstörung. Auch Aufmerksamkeit,

Sprache, Auffassungsgabe, Denkver mö -

gen und Orientierungssinn sind davon

be einträchtigt. Das Risiko, an Demenz zu

erkranken, steigt mit dem Lebensalter:

Da immer mehr Menschen sehr alt werden,

wird die Zahl der Erkrankten künftig

weiter ansteigen, wenn kein Heilmittel

gefunden wird. Nur in seltenen Fällen

sind die Betroffenen jünger als 60 Jahre.

einzuprägen, sich auf einen Gedanken

oder Gegenstand zu konzentrieren, sich

sprachlich auszudrücken in Wort und

Schrift, die Mitteilungen anderer zu verstehen,

Situationen zu überblicken, Zusammenhänge

zu erkennen, zu planen

und zu organisieren, sich örtlich oder

zeitlich zurechtzufinden. Ihre Fähig -

keiten sind so weit eingeschränkt, dass

sie gewohnte Alltagstätigkeiten nicht

mehr ausüben können.

Häufigkeit der Demenz nach Altersgruppen in Europa

Neue Zahlen

Trotzdem stimmen neuere Studien auch

zuversichtlich: In den wohlhabenden

Ländern scheint sich unter den alten

Menschen der Anteil derer, die an

Demenz erkranken, zu stabi lisieren

oder sogar zurück zugehen.

Man vermutet, dass das an

einem gesünderen Lebens -

wandel liegt und an besserer

medi zinischer Behandlung,

beispielsweise bei Bluthochdruck

und hohen Cholesterin werten.

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DEMENZERKRANKUNGEN: Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzformen

Meist verändern sich daneben auch die

sozialen Verhaltensweisen, die Stimmung

oder der Wirklichkeitsbezug.

Manchmal stehen diese Veränderungen

sogar im Vordergrund. Gefühlszustände

wie Depression, Angst oder Unruhe können

die geistigen Fähigkeiten zusätzlich

herabsetzen.

Von einer reinen Gedächtnisstörung

(Amnesie) unterscheidet sich die

Demenz dadurch, dass neben dem

Gedächtnis auch andere geistige Fähigkeiten

beeinträchtigt sind und dass

die Alltagstätigkeiten eingeschränkt

sind. Im Gegensatz zu einem akuten

Verwirrtheitszustand (Delir) ist bei einer

Demenz das Bewusstsein nicht getrübt,

das heißt die Menschen bleiben wach

und reak tionsfähig.

Die Symptome einer Demenz können

sehr unterschiedlich ausgeprägt sein,

von geringen Veränderungen bis zum

völligen Verlust der Selbstständigkeit.

Demenzen können viele verschiedene

Ursachen haben

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen

primären und sekundären Formen

der Demenz.

Primäre Demenzen sind solche, bei

denen der Krankheitsprozess direkt im

Gehirn beginnt. Sie sind nach heutigem

Kenntnisstand irreversibel, können

also nicht mehr rückgängig gemacht

werden.

Neben der Alzheimer-Krankheit mit

einem Anteil von rund 60 Prozent aller

Fälle gibt es noch andere primäre

Demenzen. Die häufigsten sind gefäßbedingte

Demenzen, auch vaskuläre

Demenzen genannt. Diese entstehen

infolge von Durchblutungsstörungen

im Gehirn, zum Beispiel nach einem

Infarkt, Schlaganfall oder Herzkreislauferkrankungen.

Weitere Formen sind die

Lewy-Körperchen-Demenz und die

Fron totemperalen Demenzen.

Ursachen der Demenzen

INFO

Primäre Demenzen entstehen direkt

im Gehirn. Nach heutigem Wissen

ist diese Krankheit nicht heilbar und

auch nicht aufzuhalten.

Sekundäre Demenzen sind Folge -

erscheinungen von anderen

Erkrankungen. Diese sind zumindest

zum Teil behandelbar und manchmal

bilden sich auch die Demenzsymptome

wieder zurück.

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DEMENZERKRANKUNGEN: Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzformen

Bei den sekundären Demenzformen ist

die Demenz die Folge einer anderen

Grunderkrankung, wie zum Beispiel

Stoffwechselerkrankungen, Vergiftungserscheinungen

durch Medikamentenmissbrauch,

Hormon- oder Vitamin -

mangelzustände oder auch Depressionen.

Hirntumore, -geschwulste oder

eine Abflussstörung des Nervenwassers

im Gehirn (Normaldruckhydrozephalus)

können ebenfalls für demenzielle Symptome

verantwortlich sein. Diese Grunderkrankungen

sind zumindest zum Teil

behandelbar und manchmal ist auch

eine Rückbildung der Demenzsymptome

möglich.

Zu den sekundären Demenzen gehören

auch das Korsakow-Syndrom und die

Demenz bei Morbus Parkinson. Insgesamt

machen sekundäre Demenzen bis zu zehn

Prozent aller Krankheitsfälle aus.

Die Alzheimer-Krankheit

Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste

Ursache einer Demenz. Diese hirnorganische

Krankheit ist benannt nach

dem deutschen Neurologen Alois Alz -

heimer (1864–1915). Er hat sie 1906

erstmals wissenschaftlich beschrieben.

Was geschieht bei einer Demenz im

Gehirn?

Eine Demenz entsteht, wenn Krankheiten

ausgedehnte Abschnitte der Hirnrinde

schädigen, die für geistige Fähigkeiten,

Verhalten oder Persönlichkeit zuständig

sind. Sie entsteht auch, wenn wichtige

Verbindungsbahnen zwischen solchen

Abschnitten unterbrochen sind. Bei

neurodegenerativen Krankheiten gehen

Nervenzellen verloren, weil Eiweiß -

bestandteile im Gehirn fehlerhaft

verarbeitet werden. Sie lagern sich

zusammen und schädigen die

Nervenzellen. Wenn sehr

viele Nervenzellen verloren

gehen, schrumpft das

Hirngewebe in der

betroffenen Region. Bei

Krankheiten der Hirngefäße

werden tief liegende Regionen des

Gehirns schlechter mit Blut versorgt, was

ebenfalls Nervenzellen absterben lässt

und Nervenfasern schädigt.

Im Gehirn von Menschen mit Alzheimer

sind typische Eiweißablagerungen festzustellen.

Die Krankheit ist durch einen

langsam fortschreitenden Verlust von

Nervenzellen gekennzeichnet, vor allem

im Schläfenlappen und Scheitellappen

des Gehirns. Diese Abschnitte der Hirnrinde

sind für Gedächtnis, Sprache und

Orientierungsfähigkeit wichtig. Es gibt

aber auch Varianten der Alz heimer-

Krankheit, bei denen Teile des Stirnhirns

oder des Hinterhauptslappens betroffen

sind. Dann kommt es zu Wortfindungs -

stö rungen und verlangsamter Sprache,

Per sönlichkeitsveränderungen und eingeschränktem

Denkvermögen oder Störungen

der optischen Wahrnehmung.

Alle diese Störungen sind bei den

Betroffenen unterschiedlich stark aus -

geprägt und nehmen im Verlauf der

Erkrankung zu. Sie machen die Bewältigung

des normalen Alltagslebens immer

schwieriger. Die Patienten sind zunehmend

auf Hilfe und Unterstützung angewiesen.

Die jeweiligen Anforderungen

an Betreuung, Pflege, Therapie und ärztliche

Behandlung sind dabei sehr unterschiedlich.

Vaskuläre Demenzen: Gefäßkrank -

heiten als Ursache

Demenzformen, bei denen durch Durchblutungsstörungen

des Gehirns Nervenzellen

absterben, werden als vaskuläre

Demenzen bezeichnet. Die häufigste Variante

wird durch eine Wandverdickung

in kleinen Blutgefäßen hervorgerufen,

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UNTERNEHMENSPORTRÄT

Hilfe im Alter durch die Malteser Caritas

In den Altenhilfe-Einrichtungen der Malteser Caritas

Hamburg gGmbH startete in den vergangenen zwei

Jahren in Kooperation mit der ENPP-Böhm Bildung- und

Forschungsgesellschaft mbH eine Schulung nach dem

etablierten Pflegemodell von Professor Erwin Böhm für

die in der Pflege und Betreuung tätige Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter.

Bei diesem Modell handelt es sich um ein ganzheit -

liches, reaktivierendes, psychobiografisches Pflegemodell,

welches die gesamte Lebensgeschichte des demenziell veränderten

Menschen mit seinen emotionalen Erfahrungen

einbezieht: Pflegende Mitarbeitende gehen auf die Bedürfnisse

der Bewohnerinnen und Bewohner ein und fördern

die vorhandenen Ressourcen in individueller Weise.

Der demenziell veränderte Mensch wird mit seiner

Lebenswelt ernst- und angenommen. Ziel der Betreuung

ist eine Form der Beziehungspflege, die der Bewohnerin

bzw. dem Bewohner ein „Daheim“-Gefühl vermittelt.

Durch eine intensive Auseinandersetzung mit der Bio grafie

der Bewohnerin bzw. des Bewohners, den Gefühlen

und den individuellen Prägungen ist ein tieferes Verständnis

für das individuelle Verhalten als auch ein zielorientierter

Umgang mit dem Menschen möglich. Die aus

der jeweiligen Prägungsgeschichte abgeleiteten Schlüsselreize

versetzen den Menschen in die Lage, seine vorhandenen

Ressourcen zu aktivieren und sich lebendiger zu

fühlen. Seine Lebensgeschichte erfährt Würdigung und

die nötige Wertschätzung.

Malteser Caritas Hamburg gGmbH

Wandsbeker Allee 1 · 22041 Hamburg · Tel. 040 675877910

malteser@malteser.org · www.malteser.org

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DEMENZERKRANKUNGEN: Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzformen

INFO

Risikofaktoren für vaskuläre

Demenzen sind unter anderem

Bluthochdruck, Herzerkrankungen,

Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus),

Fettstoffwechselstörungen (Über-

maß an Blutfetten wie Cholesterin),

Übergewicht, Bewegungsmangel

und Rauchen.

Wenn Sie diese Risiken abstellen

oder rechtzeitig behandeln lassen,

beugen Sie einer Erkrankung vor.

welche die tiefen Strukturen des Gehirns

mit Blut versorgen. Bluthochdruck ist

der wichtigste Risikofaktor. Die Gefäß -

erkrankung bewirkt kleine Infarkte und

schädigt die Nervenfasern. Dadurch wird

die Informationsweiterleitung im Gehirn

eingeschränkt, was zu herabgesetzter

Aufmerksamkeit führt und den Denk -

prozess verlangsamt.

Die vaskuläre Demenz beginnt oft

schleichend und schreitet ganz allmählich

voran. Deshalb ist sie schwer von

der Alzheimer-Krankheit zu unter -

scheiden. Allerdings sind die Symptome

anders: Im Vordergrund stehen nicht

Gedächtnisstörungen, sondern Verlangsamung,

Denkschwierigkeiten oder

labile Stimmung.

Eine seltenere Form der vaskulären

Demenz ist die Multi-Infarkt-Demenz,

bei der das Gehirn durch viele kleine

Schlaganfälle geschädigt wird. Die

Krankheit beginnt meist plötzlich und

schreitet in der Regel stufenweise fort.

Die Symptome sind denen der Alzheimer-Krankheit

sehr ähnlich, es können

aber körperliche Störungen wie Taubheitsgefühle

oder Lähmungserscheinungen

hinzukommen.

Die Lewy-Körperchen-Demenz

Die Lewy-Körperchen-Demenz ähnelt

der Alzheimer-Krankheit sehr stark. Bei

vielen Patienten sind aber starke

Schwankungen der geistigen Fähig -

keiten im Tagesverlauf festzustellen.

UNTERNEHMENSPORTRÄT

Malteser Demenzkompetenz

Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen benötigen

verständnisvolle und kompetente Ansprechpartner, die

im Alltag unterstützen können. Die Malteser sind

Anlaufstelle für Menschen, die an Demenz erkrankt sind.

Mit unseren Beratungs- und Betreuungsangeboten

möchten wir deren Lebensqualität stärken und ihre Angehörigen

entlasten. Wir bieten Beratung und häusliche

Besuchsdienste durch geschulte Demenzbegleiter zur

Entlastung Angehöriger. Die Kosten für den Besuchsdienst

können von den Pflegekassen übernommen werden.

Es gibt zwei Standorte: Zuständig für Volksdorf und Umgebung

ist Britta Strüwe (040 53304021) und für Eidelstedt

und Umgebung Sophia Schlamp (040 41918729).

Malteser Hilfsdienst e. V. (Zentrale)

Eichenlohweg 24 · 22309 Hamburg · Tel. 040 209408-0

malteser.hamburg@malteser.org · www.malteser-hamburg.de/demenz

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UNTERNEHMENSPORTRÄT

Was ist wenn...?

Im März 1990 gründete Angelika Lembke die heutige

LEMBKE Häusliche Kranken- und Altenpflege GmbH in

Hamburg. Heute arbeitet das Unternehmen mit mehr als

130 engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die

LEMBKE-Mitarbeiter betreuen derzeit circa 400 Kunden in

den unterschiedlichsten Bereichen.

Der Pflegedienst LEMBKE arbeitet nach den strengen und

laufend aktualisierten Regeln des hauseigenen Qualitätsmanagements,

um alle gesetzlichen und vertraglichen

Anforderungen zu erfüllen und vor allem unsere Kunden

hervorragend zu betreuen. „Ich bin bis heute davon überzeugt,

dass es möglich ist, dass ein Mensch in seinen

eigenen vier Wänden von uns so gut versorgt und begleitet

werden kann und dies auch bis zum Lebensende",

sagt Angelika Lembke. Im Mittelpunkt des täglichen Geschehens

stehen unsere Mitarbeiter und unsere Kunden

gleichermaßen. Unsere Mitarbeiter werden durch interne

und externe Spezialisten hervorragend fort- und weiterge

bildet und erhalten attraktive Zusatzleistungen neben

einem bestmöglichen Gehalt.

Demenz ist nur ein Wort. Wir schauen auf den Menschen

und auf das, was er noch kann. Unsere große Erfahrung in

der Betreuung Demenzerkrankter gibt auch den Ange -

hö rigen Sicherheit und Halt.

Lassen Sie uns in aller Ruhe über Ihre Wünsche sprechen

– wir überzeugen Sie gern davon, dass Sie bei uns in den

besten Händen sind. Selbstverständlich beraten wir Sie

kostenfrei.

LEMBKE Häusliche Kranken- und Altenpflege GmbH

Bramfelder Chaussee 238 a · 22177 Hamburg · Tel. 040 697065-0

info@lembke-pflegedienst.de · www.lembke-pflegedienst.de

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Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:24 Seite 14

DEMENZERKRANKUNGEN: Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzformen

Das Hauptmerkmal der Demenz ist, dass

sich mehrere geistige Fähigkeiten ver -

schlech tern. Es ist keine reine Gedächtnisstörung.

Bei der Lewy-Körperchen-Krankheit

wird der Verlust von Nervenzellen durch

Zusammenballungen eines bestimmten

Proteins im Zellinneren hervorgerufen.

Diese Einschlusskörper tragen den

Namen von Friedrich H. Lewy (1885–

1950), der als junger Arzt im Labor von

Alois Alzheimer tätig war.

Bei den Betroffenen treten häufig früh

zu Krankheitsbeginn Halluzinationen

und/oder Bewegungsstörungen auf.

Kenn zeichnend für eine Lewy-Körperchen-Demenz

sind:

– starke Schwankungen der geistigen

Leistungsfähigkeit und der Aufmerksamkeit

– optische Halluzinationen, die oft sehr

detailreich sind

– leichte Parkinsonsymptome wie unwillkürliches

Zittern der Hände oder

steife Bewegungen

– häufig kommt es zu Stürzen oder kurzen

Bewusstlosigkeiten.

Es müssen allerdings nicht alle Symptome

auftreten. Und es gibt auch Mischformen

von Alzheimer- und Lewy-

Körperchen-Demenz.

Das Korsakow-Syndrom

Das Korsakow-Syndrom ist häufig die

Folge eines jahrelangen, übermäßigen

Alkoholkonsums. Es wird jedoch auch

nach Infektionen wie Enzephalitis und

Traumen wie schweren Kopfverletzungen

beobachtet. Die Betroffenen ver -

lieren die Fähigkeit, neue Informationen

zu speichern, und füllen ihre

Gedächtnis lücken mit frei erfundenen

Geschichten.

Vielen Patienten ist dies jedoch nicht

bewusst, sodass es sich dabei nicht um

bewusstes Täuschen oder gar Lügen

handelt. Vielmehr ist das Korsakow-

Syndrom Ausdruck einer schweren chronischen

Schädigung des Gehirns. Davon

sind vor allem Hirnregionen betroffen,

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UNTERNEHMENSPORTRÄT

Vielseitige Angebote der Martha Stiftung

Der Name Martha Stiftung steht für soziale Dienstleistungen

auf der Grundlage christlicher Werte und diakonischer

Tradition. Wir unterstützen die selbstbestimmte

Teilhabe von Menschen im Alter, Menschen mit Behinderung

und suchtkranker Menschen. Gegründet 1849, ist

die Martha Stiftung heute ein modernes Sozialunternehmen

mit 850 Beschäftigten und dezentral im Hamburger

Stadtgebiet mit verschiedenen Einrichtungen und Angeboten

für Menschen mit Demenz organisiert:

In Flottbek bestehen Betreuungsgruppen und ein Helfer

innenkreis für Menschen mit Demenz, in Eimsbüttel

die Tagespflege St. Markus sowie ein Wohnbereich für

Menschen mit Demenz im Seniorenzentrum St. Markus.

Zusätzlich gibt es in Langenhorn eine Wohngemeinschaft

und eine Betreuungsgruppe für Menschen mit Demenz.

In Rahlstedt besteht ein Wohnbereich für Menschen mit

Demenz im Martha Haus, eine Wohngemeinschaft und

eine Betreuungsgruppe sowie ein Helferinnenkreis für

Menschen mit Demenz (in Kooperation mit dem Ev.-Luth.

Kirchengemeindeverband Rahlstedt).

Ein besonderes Beispiel: Mit einem neuartigen Pflegekonzept

ermöglicht die Martha Stiftung demenziell erkrankten

Menschen, in der Vertrautheit einer kleinen

Gruppe am Alltag teilzunehmen und auf diese Weise

länger aktiv zu bleiben. Diese ambulant betreute Wohngemeinschaft

– eine barrierefreie Wohnung mit acht

Apartments – verbindet Aktivität und Alltagsnähe mit

Überschaubarkeit, Geborgenheit und Sicherheit.

Martha Stiftung

Eilbeker Weg 86 · 22089 Hamburg · Tel. 040 209876-0

info@martha-stiftung.de · www.martha-stiftung.de

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Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:24 Seite 16

DEMENZERKRANKUNGEN: Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzformen

die für die Gedächtnisbildung und die

Regulierung der Emotionen zuständig

sind. Deshalb sind viele Betroffene auch

in ihrer Emotionalität verändert. Sie

können distanzlos oder unangemessen

heiter wirken.

Emotionen und Sozialverhalten kontrolliert.

Die Erkrankung tritt meist schon

zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr

auf oder noch früher. Die Spanne ist

sehr groß und liegt zwischen 20 und 85

Lebensjahren.

Viele Betroffene sind sehr beeinträchtigt

in ihrer Alltags- und Sozialkompetenz,

sodass ihnen eine selbstständige

Lebensführung nicht mehr möglich ist.

Frontotemporale Demenz oder

Pick-Krankheit

Bei der Frontotemporalen Demenz findet

der Abbau von Nervenzellen zunächst im

Stirn- und Schläfenbereich des Gehirns

statt, in den Fronto-Temporal-Lappen.

Von hier aus werden unter anderem

Im Gehirn der Erkrankten findet man

Zusammenballungen von zwei verschiedenen

Proteinen der Nervenzellen. Aus

einem davon entstehen dadurch kugelförmige

Gebilde, die sogenannten Pick-

Körper. Sie sind nach dem Prager Neurologen

Arnold Pick benannt. Deshalb

wurde diese Form der Demenz früher

auch als Pick-Krankheit bezeichnet.

Bei fast allen Patienten fallen zu Beginn

Veränderungen der Persönlichkeit und

UNTERNEHMENSPORTRÄT

Hartwig-Hesse-Stiftung – Wohnen, Betreuung und Pflege

Die Hartwig-Hesse-Stiftung wurde im Jahr 1826 vom

Hamburger Kaufmann Hartwig Hesse gegründet und verfolgt

ausschließlich gemeinnützige Zwecke. Das Portfolio

der Stiftung umfasst Wohnen, Betreuung und Pflege in

Einrichtungen und in Service- oder Mehrgenerationen-

Wohnanlagen. Zudem betreibt die Stiftung eine Tagespflegeeinrichtung

und zwei Ambulante Pflegedienste,

welche unter anderem die Betreuung von fünf Wohn-

Pflege-Gemeinschaften für Menschen übernehmen, die

an Demenz erkrankt sind. Die Stiftung ist auf das Thema

Demenz spezialisiert und realisiert aktuell neue Wohnund

Betreuungsformen.

Hartwig-Hesse-Stiftung

Alexanderstraße 29 · 20099 Hamburg · Tel. 040 253284-0

info@hartwig-hesse-stiftung.de · www.hartwig-hesse-stiftung.de

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Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:24 Seite 17

UNTERNEHMENSPORTRÄT

Die ASB-Tagespflegen in Hamburg

Für Menschen, die tagsüber Betreuung und Pflege brauchen,

bietet der ASB Hamburg seine Tagespflegen an.

Menschen mit Demenz und körperlichen Beeinträch ti -

gungen erleben hier einen Tag in netter Gemeinschaft.

Das qualifizierte Pflegepersonal regt die Besucher zu

gemeinsamen Aktivitäten an, um Körper und Geist in

Bewegung zu halten. Dazu gehören Gymnastik, Singen,

Kochen, Gedächtnistraining, Spiele und mehr. Die

Be sucher werden auf Wunsch von zu Hause abgeholt

und nachmittags zurückgebracht. Der Aufenthalt in

den Tagespflegen wird gesondert durch die Pflegekassen

gefördert. Wir informieren Sie gern!

ASB Sozialeinrichtungen (Hamburg) GmbH

Heidenkampsweg 81 · 20097 Hamburg · Tel. 040 83398-130

stefan.pabst@asb-hamburg.de · www.asb-hamburg.de

des zwischenmenschlichen Verhaltens

auf. Dazu zählen insbesondere Aggressivität,

Taktlosigkeit, maßloses Essen oder

auch Teilnahmslosigkeit. Im Verlauf der

Erkrankung entwickeln sich Störungen

der Sprache, die sich in Wortfindungsstörungen,

Verständnisstörungen und

fehlendem Mitteilungsbedürfnis bis zum

völligen Verstummen äußern. Dann

kommt es zur Beeinträchtigung des

Gedächtnisses, die lange Zeit aber nicht

so stark ausgeprägt ist wie bei der

Alz heimer-Krankheit.

Die Diagnostik kann schwierig sein. Weil

zu Beginn Veränderungen der Persönlichkeit

und des Verhaltens im Vordergrund

stehen, kommt es nicht selten

zu Verwechslungen mit psychischen

Störungen wie Depression, Burn-out-

Syndrom, Schizophrenie oder Manie.

Die Betroffenen zeigen in der Regel

kaum Krankheitseinsicht oder Therapie -

moti vation.

Weil die Vorgänge, die zum Nervenzell -

untergang führen, zum größten Teil

nicht bekannt und nicht beeinflussbar

sind, gibt es bisher auch keine gezielten

Therapiemöglichkeiten. Die medikamentöse

Behandlung zielt derzeit darauf ab,

die Verhaltensauffälligkeiten der Patienten

zu mildern.

Auch wenn eine Demenz bis heute nicht

heilbar ist, hat sich die Behandlung in

den letzten Jahren doch weiter ent -

wickelt. Nicht-medikamentöse Therapien,

neue Ansätze der Betreuung und unterstützende

Hilfen erleichtern das Leben

mit der Erkrankung, können Lebensfreude

und Sinnhaftigkeit erhalten.

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Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:25 Seite 18

INTERVIEW: Dr. Axel Wollmer

Noch ist keine Heilung möglich –

Symptome können aber gelindert

werden

Interview mit Facharzt Dr. Axel Wollmer

Immer mehr Menschen erkranken an

Demenz. Im Gespräch geht Dr. Axel

Wollmer, Chefarzt der Klinik für

Geronto psychiatrie in der Asklepios

Klinik Nord – Ochsenzoll, auf den aktuellen

Stand der Forschung ein und gibt

unter anderem Tipps, wann der Weg

zum Arzt sinnvoll ist und wie Angehörige

mit der Krankheit umgehen sollten.

Demenz wird in der Gesellschaft

immer mehr ein Thema. Gibt es

Gründe, warum die Zahl der Erkrankungen

offenbar zunimmt?

Die Zahl der Erkrankungen steigt an,

weil die Menschen älter werden und

Demenz eine Alterserkrankung ist.

Gleichzeitig hat aber der Anteil der

älteren und alten Menschen, die an

Dr. Axel Wollmer ist Facharzt für

Psychiatrie und Psychologie und seit

fünf Jahren Chefarzt der Klinik für

Gerontopsychiatrie an der Asklepios

Klinik Nord – Ochsenzoll.

Sein Arbeitsfeld umfasst die frühe

Abklärung von kognitiven Defiziten

bis hin zur Behandlung von schwer an

Demenz Erkrankten in stationärer

Behandlung. Der Facharzt hat sich

vorher intensiv mit der Demenz-

Forschung beschäftigt und engagiert

sich im Vorstand der Alzheimer

Gesellschaft Hamburg und der

Hamburgischen Brücke für die Selbstund

Angehörigenhilfe zum Thema

Demenz.

einer Demenz leiden, in den letzten 25

Jahren um etwa 25 Prozent abge -

nommen. Wir bleiben also auch geistig

länger gesund. Unser Gedächtnis lässt

später nach.

Früher hieß es oft in den Familien:

Oma oder Opa werden immer

tüdeliger . . .

Ja, das stimmt. Früher hat man Vergesslichkeit

und Demenz oft als normale

Alterserscheinung wie das Ergrauen des

Haars hingenommen, wie es auch in

dem Begriff „senil“ anklingt. Heute verstehen

wir sie als Folgen von Erkrankungen

des Gehirns.

Gibt es den richtigen Zeitpunkt, wann

jemand, der Veränderungen an sich

feststellt, zum Arzt gehen sollte?

Ja. Vergesslichkeit ist genauso ernst zu

nehmen wie etwa Schmerzen. Wer an

sich Veränderungen feststellt und sich

Sorgen macht, dass etwas nicht mehr

stimmt, sollte zum Arzt gehen. Damit ist

aber nicht gemeint, dieses gleich bei

jeder kleinen Vergesslichkeit, wie wir sie

alle kennen, zu tun.

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Geben Sie bitte einen Einblick, wie das

Feststellen der Krankheit erfolgt?

Der erste Schritt ist in der Regel das

Ansprechen des Themas durch den

Betroffenen beim Hausarzt. Der macht

dann einen kurzen Test. Wenn dort

etwas auffällig ist, folgen in einem

speziellen Zentrum, beispielweise einer

Memory-Klinik, genauere Untersuchungen.

Es wird unter anderem eine ausführliche

Gedächtnistestung vorge -

nommen und es werden Schichtbilder

vom Kopf erstellt. Manchmal kommt

noch eine Lumbalpunktion hinzu, also

ein Entnehmen von Nervenwasser am

Rücken, die etwas unangenehm sein

kann. Vor den Untersuchungen muss

aber niemand Angst haben.

Für manchen lässt es sich vielleicht

auch ohne die Diagnose noch einige

Zeit besser leben . . .

Das mag sein. Solange man keine Diagnose

hat, ist man natürlich auch nicht

offiziell krank. Ich rate dazu, die Augen

nicht vor der Realität zu verschließen.

Je früher jemand Bescheid weiß, umso

mehr kann therapeutisch und mit Blick

auf die Zukunftsplanung gemacht werden.

Was sagen Sie zu der Aussage: Habe

ich die Diagnose, ist mein Leben zu

Ende . . .

Das unterschreibe ich so keinesfalls. Ich

kenne sehr viele Demenzpatienten, die

sich glücklich und zufrieden fühlen. Es

ist wichtig, Demenz nicht fatalistisch im

Sinne von „Da kann man ja sowieso

nichts machen“ zu sehen. Wir können

heute die Symptome mit wirksamen

Medikamenten in vielen Fällen lindern.

Es ist aber auch klar: Es ist die Diagnose

einer voranschreitenden Krankheit, die

den Kern der Person angreift, weil sich

Menschen nun einmal wesentlich über

die Fähigkeiten ihres Verstandes de -

finieren. Das ist dann keine einfache

Aufgabe, damit zurechtzukommen.

Gibt es neue Erkenntnisse zu den

Gründen für Demenz und zu Therapiemöglichkeiten?

Demenz kann die Folge einer Reihe verschiedener

Krankheiten des Gehirns

sein. Die häufigste ist die Alzheimer-

Krankheit, über deren Entstehung wir

mittlerweile sehr viel wissen: Es lagert

sich sogenanntes Beta-Amyloid im Gehirn

und Tau-Protein in den Nerven -

zellen ab. Das zusammen führt zu einer

Degeneration der Nervenzellen, die

letztlich zu den Symptomen der Demenz

führt. Die Veränderungen im Gehirn

schreiten etwa 20 Jahre voran, ehe erste

Symptome einer Demenz auftreten. Das

ist wahrscheinlich der Grund dafür, dass

neue Therapieansätze, die vor allem

gegen das Beta-Amyloid entwickelt

werden, gegen die Symptome der Demenz

bisher nicht überzeugend wirken.

Sie können in Zukunft ihr Potenzial am

ehesten in einer langfristigen Vorbeugung

ausspielen.

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Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:25 Seite 20

INTERVIEW: Dr. Axel Wollmer

Die Diagnostik sollte beim Psychiater oder Neurologen erfolgen.

Können Sie Empfehlungen geben, was

zum Beispiel Ehepartner für sich tun

sollten, um mit der fortschreitenden

Krankheit zurechtzukommen?

Bis zu 70 Prozent der Erkrankten werden

heute in der Regel von Angehörigen

zu Hause versorgt. Die Pflege eines

Demenz-Patienten kann ein Liebesdienst,

der gerne geleistet, und eine erfüllende

Aufgabe, die gerne angenommen

wird, sein. Die größte Gefahr für

die Angehörigen ist, eigene Bedürfnisse

völlig aus den Augen zu verlieren. Angehörige

müssen sich Oasen schaffen, die

frei sind von der Pflegerolle. Sie brauchen

diese Kraftquellen, um die Herausforderung

zu meistern.

Oft ist der Umgang mit dem persön -

lichen Umfeld eine Herausforderung.

Gibt es einen geeigneten Zeitpunkt,

wann Nachbarn oder Freunde informiert

sein sollten?

Das ist eine Frage, wie nah man sich

steht. Mit Freunden kann man offener

sprechen als mit anderen, denen man

distanzierter in sozialen Rollen begegnet.

Wichtig ist, Missverständnisse und

Gefahren zu vermeiden. Praktische Beispiele:

Jemand hat einen Freund zum

Geburtstag immer angerufen, aber in

diesem Jahr nicht. Hat er das Interesse

an der Freundschaft verloren? Nein, er

hat es wegen seiner Krankheit vergessen.

Wenn der Freund um die Krankheit

weiß, kann er es einordnen und ist nicht

verunsichert oder enttäuscht. Oder: Eine

Demenz-Patientin verlässt mitunter das

Haus und verliert die Orientierung.

Wenn Nachbarn Bescheid wissen, können

sie helfen, dass sie sich nicht verläuft.

Haben Sie Tipps, wie das Gespräch mit

dem Umfeld am besten gesucht werden

kann?

Da gibt es kein Patentrezept. Ich würde

ein persönliches Gespräch bei passender

Gelegenheit in geeignetem Rahmen

vorschlagen.

Demenz ist auch immer mehr ein

Thema der Medien. Gibt es einen

Spielfilm oder eine Dokumentation,

die Sie empfehlen?

Zum Beispiel den Film „Honig im Kopf“

mit Dieter Hallervorden, eine gelungene

und auch lustige Darstellung der Krankheit

bei einem älteren Mann oder auch

„Still Alice“, die dramatisch erzählte

Geschichte einer jüngeren Frau, die an

Demenz erkrankt.

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Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:25 Seite 21

UNTERNEHMENSPORTRÄT

Balance für die Seele im Alter

Das Heinrich Sengelmann Krankenhaus (HSK) ist ein Ort,

an dem der Mensch im Mittelpunkt steht – ein Haus,

dessen Personal durch fachliche Kompetenz, Erfahrung

und Menschlichkeit überzeugt.

Als Krankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und

Psychosomatik gehören wir zu den Medizinischen

Gesellschaften der Evangelischen Stiftung Alsterdorf.

Wir erfüllen zentrale Versorgungsaufträge im Gesundheitswesen

des Kreises Storman sowie in der Freien und

Hansestadt Hamburg.

In der Station G für Gerontopsychiatrie und -psycho-

therapie behandeln wir mit einem ganzheitlichen

Konzept ältere Menschen, die unter psychischen Erkrankungen

leiden.

Ältere Menschen sind meist gewohnt, ihr Leben selbst zu

gestalten. Doch manchmal führen Depressionen, chro -

nische Schmerzen, Hirnleistungsstörungen oder Verwirrtheitszustände

dazu, dass dies nicht mehr unein -

geschränkt möglich ist. Wir behandeln das gesamte

Spektrum psychischer und neuropsychiatrischer Erkrankungen

– dazu gehören u. a. Demenzen wie Alzheimer.

Außerdem bieten wir Hilfen für pflegende Angehörige.

Gemeinsam üben wir bei Ihnen zu Hause die Pflege, erproben

Pflegehilfsmittel und trainieren den Umgang mit

ihnen. Wir erstellen Versorgungspläne und überlegen mit

Ihnen, ob es bereits soziale Netzwerke gibt, die Sie

zudem entlasten können. Damit erhalten Sie insgesamt

mehr Sicherheit für die Pflegesituation.

Heinrich Sengelmann Krankenhaus gGmbH

Kayhuder Straße 65 · 23863 Bargfeld-Stegen · Tel. 04535 505-0

hsk@alsterdorf.de · www.heinrich-sengelmann-krankenhaus.de

21


Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:25 Seite 22

MENSCHEN MIT DEMENZ: Diagnose

Wie wird die Diagnose

gestellt?

Nicht jede Gedächtnisstörung muss auf eine Demenz

zurückgehen.

Warum ist die Diagnose so wichtig?

Die genaue Diagnose erklärt die

verminderte Leistungsfähigkeit und die

Verhaltensänderungen der Betroffenen

und kann dadurch entlastend wirken.

Unter Umständen deckt sie eine andere

behandelbare Krankheit als Ursache der

Symptome auf. Die Diagnose ist die

Voraussetzung für den Behandlungsplan

und erleichtert den Zugang zu Hilfs -

möglichkeiten. Darüber hinaus ist sie

eine Grundlage für die weitere Lebens -

planung.

Wenn erbliche Krankheiten der

Demenz zugrunde liegen, hat

die Diagnose auch eine

Bedeutung für die

Geschwister und Kinder der

Betroffenen.

Wer kann die Diagnose stellen?

In unkomplizierten Fällen können

Haus ärzte eine Demenzerkrankung

zwar sicher feststellen, aber weil eine

genaue Diagnose so wichtig ist, sollten

Be troffene und Angehörige unbedingt

auch Fachärzte aufsuchen und auf einer

sorgfältigen Untersuchung bestehen.

Dafür stehen Fachärzte für Neurologie

oder Psychiatrie bereit und andere spezi -

alisierte Einrichtungen – zum Beispiel

mit Gedächtnissprechstunden oder

Memory-Kliniken in Kranken häusern.

Der erste Schritt zur Diagnose ist wichtig,

um zu entscheiden, ob eine Demenz

vorliegt oder eine reine Gedächtnisstörung

(Amnesie) oder ein akuter Verwirrtheitszustand

(Delir). Diese haben andere

Ursachen, erfordern andere Behandlungsmaßnahmen

und sind mit einer

anderen Prognose verbunden. Ferner

muss der Schweregrad der Demenz ermittelt

werden, um abzuschätzen, zu

welchen Problemen sie führt, welchen

Unterstützungsbedarf der Betroffene

hat, ob Gefahren für ihn oder seine Bezugspersonen

bestehen und welche Versorgungsmaßnahmen

eingeleitet werden

müssen. Hierfür wird untersucht, ob die

geistigen Fähigkeiten der Betroffene

vermindert sind und ob sich das negativ

auf ihre Alltagstätigkeiten auswirkt.

Um die geistigen Funktionen zu beurteilen,

gibt es Tests: Der Mini-Mental-

Status-Test (MMST) ist dabei am weitesten

verbreitet. Mit Fragen werden wichtige

geistige Funktionen überprüft, etwa

Erinnerung, Aufmerksamkeit, Orientierung,

Lesen und Rechnen. Im Gespräch

mit Betroffenen und Angehörigen soll

auch herausgefunden werden, ob sich

die Persönlichkeit, das Verhalten, die

Stimmung oder der Antrieb der Erkrankten

verändert haben und ob ihr Wirklichkeitsbezug

gestört ist.

Der zweite Schritt – die Klärung der

Ur sache – ist wichtig, weil einer Demenz

ganz verschiedene Krankheiten zugrunde

liegen können. Daraus ergeben

sich andere Behandlungsmöglichkeiten,

verschiedene Probleme für die Betroffenen

und ihre Angehörigen und unterschiedliche,

zu erwartende Verläufe. Einige

Ursachen sind behebbar und dürfen

daher keinesfalls übersehen werden.

Hinweise auf die Ursache ergeben sich

aus der Vorgeschichte, zum Beispiel

Krankheiten in der Familie, frühere oder

gegenwärtige eigene Krankheiten und

damit verbundene Medikamenteneinnahme,

Verletzungen oder Operationen,

möglicherweise auch Suchtmittelmissbrauch.

Weitere Anhaltspunkte liefern

das Muster der Symptome, die körper -

liche Untersuchung und Laborbefunde.

Bei der körperlichen Untersuchung muss

auch auf Einschränkungen des Seh- und

Hörvermögens geachtet werden, weil

sie viele Tätigkeiten im Alltag zusätzlich

beeinträchtigen können.

Bildgebende Verfahren, Biomarker und

Frühdiagnostik

Zur ersten Diagnostik gehört ein bild -

gebendes Verfahren wie Computer -

tomografie oder Magnetresonanz tomo -

grafie (Kernspintomografie). Mit diesen

22


Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:26 Seite 23

MENSCHEN MIT DEMENZ: Diagnose

Tipp

Behebbare Ursachen

ausschließen

Eine besonders wichtige

Aufgabe der Diagnostik ist es,

behebbare Ursachen zu erkennen:

– Depression

– Abflussbehinderung des Nervenwassers

(Normaldruckhydrozephalus)

– Blutungen innerhalb des Schädels

– operable Tumore

– Infektionen des Gehirns (zum Beispiel

Herpes-simplex-Enzephalitis)

– Vitaminmangelzustände

(z. B. B12, Folsäure)

– Hormonmangelzustände

(z. B. Schilddrüsenhormon)

– schädlicher Gebrauch von Medika men ten

wie Beruhigungs- oder Schlaf mitteln

UNTERNEHMENSPORTRÄT

Christliche Geborgenheit für Menschen mit Demenz

In drei Wohngruppen von 13 bis 15 Bewohnerinnen und Alle Zimmer verfügen über ein seniorengerechtes Bad

Bewohnern finden Menschen mit Demenz ein neues Zuhause

in christlicher Geborgenheit. Die ausschließlich Stilrichtungen gestaltete Gemeinschaftsräume schaffen

mit Dusche, WC und Waschbecken. In unterschiedlichen

Einzel-Pflegeapartments können individuell mit eigenen Behaglichkeit und Wohlbefinden. Von den Gemeinschafts -

Möbeln eingerichtet und gestaltet werden. Bilder, Uhren räumen gibt es einen direkten Zugang zum geschützten

und andere Erinnerungsstücke sind gerne willkommen. Dachgarten mit seiner besonderen Erlebniswelt.

AGAPLESION BETHANIEN-HÖFE

Martinistraße 45 · 20251 Hamburg · Tel. 040 235378-210

bethanien-hoefe@bethanien-diakonie.de · www.bethanien-diakonie.de

23


Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:26 Seite 24

MENSCHEN MIT DEMENZ: Diagnose

Wenn erbliche Krankheiten der Demenz

zugrunde liegen, hat die Diagnose auch

eine Bedeutung für die Geschwister und

Kinder der Betroffenen.

Die genaue Diagnose

Gedächtnissprechstunden oder Memory-

Kliniken sind an Klinken und Krankenhäuser

angeschlossen. Sie sind Tech niken lässt sich das Gehirn darstellen.

So sind beispielsweise Blutungen und

spezialisiert auf die diagnostische

Abklärung von

Tumore zu erkennen, Folgen von Durch -

Hirnleistungsstörungen und blutungsstörungen wie Infarkte oder

können eine umfassende Schä digungen von Faserbahnen. Zu sehen

Untersuchung vornehmen. ist aber auch, ob bestimmte Abschnitte

Eine Überweisung vom Hausoder

Facharzt ist erforderlich. venzellen bereits geschrumpft sind.

des Gehirns durch den Verlust von Ner-

(siehe Kapitel 20, Seite 80)

Mit einer Positronen-Emissions-Tomo -

grafie können der Hirnstoffwechsel

Nur mit Zustimmung der Betroffenen

Diagnostische Maßnahmen dürfen nur mit dem Einverständnis der Betroffenen

vorgenommen werden. Wenn jemand den Untersuchungen nicht mehr

zustimmen kann, weil er oder sie deren Bedeutung nicht versteht, können

Bevollmächtigte oder rechtliche Betreuer stellvertretend einwilligen. Gegen

den Willen eines Betroffenen darf eine diagnostische Unter suchung nur

durchgeführt werden, wenn für ihn oder für seine Mitmenschen Gefahr

besteht.

Wenn Betroffene es ablehnen, zur Abklärung der Gedächtnisprobleme einen Arzt

aufzusuchen, versuchen Angehörige manchmal erfolgreich, den Arztbesuch mit einer

allgemeinen Vorsorgeuntersuchung zu begründen.

Aufklärung über die Diagnose

Die Betroffenen haben das Recht, ihre Diagnose zu erfahren oder darüber im

Unklaren zu bleiben. Sie können auch entscheiden, ob Angehörige oder andere

Bezugspersonen darüber informiert werden dürfen. Fast immer ist es hilfreich, die

Angehörigen in die Aufklärung einzubeziehen. Bei Erkrankten, die Mitteilungen über die

vorliegende Erkrankung nicht mehr verstehen, sich kein Urteil über die Therapiemöglichkeiten

bilden und nicht mehr danach handeln können, kann die ärztliche Behandlung nur

auf der Grundlage einer Vollmacht oder einer recht lichen Betreuung erfolgen.

untersucht und Proteinablagerungen im

Gehirn dargestellt werden. Diese Untersuchung

gehört nicht zur Routinediagnostik.

Aber beide Verfahren eignen sich

dazu, den Ort der Nervenzellschädigung

und damit die Art der zugrunde liegenden

Krankheit nachzuweisen.

Biomarker sind Messwerte für biologische

Prozesse. Wenn bei Betroffenen der

Verdacht auf eine entzündliche Erkrankung

besteht, kann das Nervenwasser

des Gehirns (Liquor) untersucht werden.

In einer Probe des Nervenwassers lassen

sich auch die Konzentrationen bestimmter

Proteine erkennen. Die Messwerte

geben Hinweise auf Ablagerungen und

auf einen Verlust von Nervenzellen. Bei

der Alzheimer-Krankheit sind sie in charakteristischer

Weise verändert.

Früherkennung: Wenn es Hinweise auf

eine Alzheimer-Krankheit gibt, können

die Betroffenen rechtzeitig wichtige

Entscheidungen treffen und das eigene

Leben selbstständig gestalten. Andererseits

müssen sie aber mit dem Wissen

leben, dass sie an einer fortschreitenden

Krankheit leiden, für die es zurzeit keine

Heilung gibt. Deshalb ist es wichtig, Bedeutung

und Folgen der Frühdiagnostik

vorher ausführlich zu besprechen.

Kontakte/Adressen: siehe Kapitel 20, Seite 80

24


Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:27 Seite 25

UNTERNEHMENSPORTRÄT

Gemeinsam statt einsam

In unserem Schilling-Stift setzen wir in vier Wohn -

gemeinschaften für insgesamt 48 Menschen mit Demenz

ein auf die speziellen Bedürfnisse der Bewohnerinnen

und Bewohner zugeschnittenes Betreuungskonzept um.

Jeweils bis zu zwölf Personen leben in einer großen

Wohnung mit einem gemütlichen Wohnzimmer und

einer ansprechenden, geräumigen Wohnküche. Hier

essen alle zusammen.

Wer mal nicht in der Gemeinschaft sein möchte, kann

sich in sein individuell eingerichtetes Einzelzimmer zurückziehen.

Ein geschützter Garten und Balkone ergänzen

den Wohnbereich. Geburtstage und andere Festtage

gestalten die Mitarbeitenden gemeinsam mit den Bewohnerinnen

und Bewohnern.

Das tägliche Leben ist geprägt durch Zuwendung,

Freundlichkeit und individuelle Unterstützung. Mit -

einander werden die Tage mit haushaltsnahen Tätig -

keiten, Vorlesen, Singen, Spielen, Bewegung und Klönen

gestaltet. Bereichernde Konzerte, Gottesdienste und

Ausflüge gehören zum Leben in unseren Wohngruppen

für Menschen mit Demenz ebenso dazu wie einfach mal

nichts zu tun.

Unsere speziell ausgebildeten Fach- und Betreuungskräfte

erbringen die Pflege und Betreuung unter Berücksichtigung

der individuellen Fähigkeiten und der persönlichen

Vorlieben. Die ärztliche Versorgung wird durch

Fach- und Allgemeinmediziner geleistet, die regelmäßig

in die Wohngemeinschaften kommen.

Hermann und Lilly Schilling-Stiftung

Isfeldstraße 16 · 22589 Hamburg · Tel. 040 866259-0

info@schilling-stift.de · www.schilling-stift.de

25


Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:27 Seite 26

MENSCHEN MIT DEMENZ: Prävention

Der Demenz vorbeugen

Eine gezielte Prävention durch Medikamente oder eine

bestimmte Lebensweise ist nicht möglich. Aber mit

allgemeiner Vorbeugung kann man Risiken ausschalten

und Demenz begünstigende Krankheiten vermeiden.

Bewegung

Körperliche Aktivität schützt vor Demenz:

Mindestens dreimal wöchentlich

sollte man spazieren gehen, im Garten

Rätsellösen wirkt positiv auf das Gehirn. arbeiten oder Sport treiben. Studien

Grundsätzlich beugt eine gesunde

haben gezeigt, dass ältere Menschen,

die sich ausgiebig bewegen, um bis zu

50 Prozent seltener an geistigen Einschränkungen

leiden. Fitness ist gut für

Lebensweise dem Risiko vor, an einer

Demenz zu erkranken. Dies ist umso bedeutsamer,

wenn neuere Erkenntnisse

die Lebensqualität, verbessert die geistige

Leistungsfähigkeit und trägt zu

einem ausgeglichenen Gemüt bei.

darauf hinweisen, dass eine Demenz -

erkrankung ihren Ursprung bereits 20

Jahre vor dem Auftreten von Beeinträchtigungen

hat. Im Hinblick auf

präventive Maßnahmen von Demenz -

erkrankungen hat sich herausgestellt,

dass gemeinsame Aktivitäten, Wertschätzung

und soziale Kontakte eine

große Rolle spielen.

Geistige Fitness

Aktive geistige Tätigkeiten wie Lesen,

Schreiben, Karten- oder Brettspiele,

Gruppengespräche oder Musizieren wirken

offenbar positiv aufs Gehirn. Dass es

mit zunehmendem Alter langsamer wird,

ist normal. Aber Training hilft. Wichtig

ist, dass die Übungen die geistige Leis-

Denksport treiben

„Use it or loose it“: Gebrauche dein Gehirn, sonst verliert es seine Kraft. Neue

Informationen beleben die Hirn regionen, die vom Abbau bedroht sind. Auch wenn

es manchmal unbequem ist, wird sich die Anstrengung lohnen. Je anspruchsvoller

die Aufgabe, desto besser!

Risiken meiden

Vermeiden Sie Risikofaktoren wie Übergewicht, Rauchen, viel Alkohol,

schlechte Cholesterinwerte und Produkte mit gesättigten Fettsäuren sowie die

Arbeit mit Pestiziden.

Bei Typ-2-Diabetes (Altersdiabetes) und schlechten Cholesterinwerten gilt es, die

Ernährungsempfehlungen zu beachten.

tungsfähigkeit auch im Alltag verbessern.

Wer beispielsweise häufig Kreuzworträtsel

löst und darin immer besser

wird, kann sich deshalb nicht auch

Namen besser merken. Am besten sind

Aktivitäten, die mehrere Hirnregionen

ansprechen, zum Beispiel eine neue

Sprache lernen oder musizieren. In

Gruppen geht es noch besser, denn die

Kontakte bringen Anregungen, Gefühle

und Herausforderungen mit sich.

Ernährung

Die sogenannte Mittelmeerdiät könnte

das Risiko für eine Demenzerkrankung

verringern: Sie beinhaltet viel Gemüse

und Obst, kalt gepresstes Olivenöl, viel

Fisch und wenig Alkohol. Einige Untersuchungen

haben gezeigt, dass viel Vitamin

C und E das Risiko mindern könnten.

Bluthochdruck und Diabetes behandeln

Ältere Menschen haben häufig Durchblutungsstörungen

des Gehirns, deren

Ursache wiederum oft in einem Bluthochdruck

liegt. Diese Erkrankungen zu

behandeln ist wichtig, um gegen Demenz

vorzubeugen. Eine europäische

Studie hat gezeigt, dass die systema -

tische Therapie von Bluthochdruck die

Häufigkeit von Demenz- und Alzheimererkrankungen

um die Hälfte senken

kann. Ebenso wichtig ist eine gute

Diabeteseinstellung.

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UNTERNEHMENSPORTRÄT

Professions-DemenzNetz Harburg

Unsere K&S Seniorenresidenz Hamburg – Harburger

Sand bietet auf insgesamt fünf Etagen ausreichend

Raum für 168 Pflegeplätze in Einzel- oder Doppel -

zimmern, jeweils mit eigenem Sanitärbereich. Die anspruchsvolle

Grundausstattung der Pflegezimmer kann

jeder Bewohner selbstverständlich mit eigenen, lieb

gewordenen Möbeln vervollständigen.

Mit qualifiziertem Personal und Demenz-Fachpflege vor

Ort gewährleisten wir auch bei hoher Pflegebedürftigkeit

optimale Unterstützung und Fürsorge – dazu zählen

auch die ergotherapeutische Betreuung der Bewohner

und individuelle Gespräche mit den Angehörigen. Wir

sind zudem aktiver Kooperationspartner im DemenzNetz

Harburg. Übergeordnetes Ziel der lokalen Allianz ist die

Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit

Demenz und deren pflegenden Angehörigen im Süden

Hamburgs. Maßgaben des Netzwerks sind u.a. auf

neue Leistungsangebote für Menschen mit Demenz hin -

zu weisen, Informationen zum Thema bereitzustellen,

Kooperationsangebote auszubauen, auf Problemstellungen

und Handlungsbedürfnisse in der Versorgung hinzu -

weisen sowie öffentlich mit den Partnern auf relevante

Themen aufmerksam zu machen.

Das DemenzNetz Harburg entstand 2014, initiiert durch

das Projekt Herbstdrachen des Evangelisch-lutherischen

Kirchenkreises Hamburg-Ost. Derzeit zählen zum Netzwerk

Beratungsstellen, Selbsthilfe- und Gesprächskreise,

Therapiepraxen und Anbieter von Pflegedienstleistungen.

K&S Seniorenresidenz Hamburg – Harburger Sand

Neue Straße 26 · 21073 Hamburg · Tel. 04264 8309-0

harburg@ks-unternehmensgruppe.de · www.ks-unternehmensgruppe.de

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MENSCHEN MIT DEMENZ: Information und Beratung

Information und Beratung

Es gibt viele verschiedene Beratungs mög -

lich keiten und -angebote in Hamburg

Tipp

Je früher Sie sich über die

Erkrankung und mögliche Hilfen

informieren, umso besser

können Sie vorsorgen, Entlastung

finden und Lebensqualität erhalten!

Nach der Diagnose und im weiteren

Verlauf der Demenz stellen sich für Erkrankte

und Angehörige viele Fragen.

Häufig sind sie sehr verunsichert und

besorgt. Erfahrungen zeigen, dass es

hilfreich ist, diese Fragen nicht aufzuschieben,

sondern in einer persönlichen

Beratung anzusprechen. Im Gespräch ist

es möglich, die eigene Situation zu betrachten

und schnell Klarheit zu schaffen,

welche Schritte als nächstes vor -

genommen werden sollten, was noch

warten kann und was bereits geregelt

ist. Die persönliche Beratung hilft, die

eigene Situation besser einzuschätzen

und schnell an die aktuell bedeutsamen

Informationen zu kommen.

So erzählt eine Angehörige: „Eigentlich

wollten mein Mann und ich erstmal

unsere Ruhe haben, nachdem er die

Diagnose erhalten hat. Es war ein ganz

schöner Schock. Aber immer wieder

kamen Gedanken und Fragen auf. Wir

haben einfach keine Ruhe gefunden und

uns dann entschlossen, aktiv die Situation

anzugehen. Es war schmerzhaft, die

Fragen anzusprechen, die einem durch

den Kopf gingen. Es war aber sehr hilfreich.

In manchen Dingen hatten wir

uns unnötig Gedanken gemacht, bei anderen

wussten wir jetzt, wie wir diese

angehen. Und vor allem wusste ich

jetzt, wohin ich mich bei neuen Fragen

wenden konnte.“

Es gibt verschiedene Beratungsmöglichkeiten

in Hamburg:

Pflegestützpunkte beraten vertraulich,

neutral und kostenlos zu allen Aspekten

im Alter und bei der Pflege: Was sollte

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UNTERNEHMENSPORTRÄT

Helfen beginnt mit einem Lächeln

Das Elisabeth Alten- und Pflegeheim wird von uns, den

Bewohnern und Nachbarn, kurz ELISABETH genannt. Es

liegt mitten in der bewegten Hamburger Sternschanze.

Dort pulsiert das Leben genauso wie bei uns.

Denn obwohl das ELISABETH ein Haus mit langer Geschichte

und unzähligen guten Erinnerungen ist, bleiben

wir nicht im Gestern stehen. Bei uns hat Leben vor allem

ein Hier und Jetzt. Unser Ansatz will also das Spannungsfeld

zwischen Normalität und dem Besonderen

sichtbar machen. Darum geht es in der modernen Altenpflege.

Sie muss im Alltag Sinn und Freude erzeugen

können, für Bewohner und Mitarbeiter gleichermaßen.

Helfen beginnt mit einem Lächeln – das ist unsere

„innere Überschrift“, denn wir glauben an die positive

Kraft die ein Lächeln und ein freundliches Wort schenken

kann. Pflege ist mehr als einfach nur Versorgung. Gute

Pflege basiert auf Vertrauen und Respekt.

Wenn man sich in zunächst fremde Hände begibt, ist es

wichtig, sich schnell wohl und gut aufgehoben zu fühlen.

Das geschieht zum einen durch einwandfreie und pro -

fes sionelle Pflege und zum anderen durch Sensibilität

für die Bedürfnisse des Einzelnen und eine natürliche

Wärme und Fürsorge im Umgang mit unseren Be -

wohnern.

Erfahren Sie mehr über unser Haus, die Möglichkeiten

und Angebote und über die Menschen, die es mit Leben

füllen. Sie sind jederzeit herzlich eingeladen, sich einen

persönlichen Eindruck von unserem Haus zu machen.

Elisabeth Alten- und Pflegeheim der Freimaurer von 1795 e. V.

Kleiner Schäferkamp 43 · 20357 Hamburg · Tel. 040 441808-1133

besucher@elisabeth-altenheim.de · www.elisabeth-altenheim.de

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UNTERNEHMENSPORTRÄT

Leben in familiärer

Gemeinschaft

Bis zu zehn Menschen mit Demenz leben unter der

Obhut unserer Pflege- und Betreuungskräfte in Wohnpflegegemeinschaften

zusammen. Im Auftrag der Angehörigen

sind wir rund um die Uhr da und sorgen für eine

feste Tagesstruktur mit wiederkehrenden Ritualen.

Gemeinsam kochen und essen, spazieren gehen, Musik

hören, gemeinsam entspannen oder Gäste empfangen –

das alles gehört zum Alltag. Außerdem schaffen wir

Räume, um auf individuelle Bedürfnisse einzugehen.

Wenn Sie für sich oder ihren Angehörigen eine Wohn -

gemeinschaft suchen oder mehr erfahren wollen, freuen

wir uns auf Ihren Anruf.

Hamburger Gesundheitshilfe

Alter Teichweg 55 · 22049 Hamburg · Tel. 040 209882-0

mail@hgh-ggmbh.de · www.hamburger-gesundheitshilfe.de

Sich zu Hause fühlen

In dem sehr beliebten und schönen Stadtteil Langenhorn

liegt das Altenzentrum Ansgar. Die ruhige Lage direkt am

Park ist ideal für die Bewohner unseres Altenzentrums.

Es bietet vieles, was Ihr Leben bequem, sicher und un be -

schwerter macht: ansprechende Architektur, behinderten -

gerechte Ausstattung und einen Speiseplan in Absprache

mit den Bewohnern. Ein vielfältiges Programm an Beschäftigungen

und Veranstaltungen, das sich stark an

den Interessen der Bewohner orientiert, sorgt ebenfalls

für eine lebhafte und positive Atmosphäre. Zudem sind

wir Ausbildungsbetrieb für Examinierte Altenpflegekräfte

und bieten FSJ-Stellen an.

Altenzentrum Ansgar Diakoniestiftung Alt-Hamburg

Reekamp 51 · 22415 Hamburg · Tel. 040 530474-0

ansgar@diakoniestiftung.de · www.ansgar.diakoniestiftung.de

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Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:28 Seite 31

MENSCHEN MIT DEMENZ: Information und Beratung

ich in meiner Situation jetzt tun? Welche

Unterstützung und Hilfe könnte ich

erhalten? Wie beantrage ich Leistungen

der Pflegeversicherung? Wo finde ich in

meiner Nähe die passende Hilfe? Es findet

auch eine enge Zusammenarbeit mit

der Bezirklichen Seniorenberatung

statt, die ältere Bürger beim Bezug von

Hilfen und deren Finanzierung unterstützt.

In Hamburg gibt es Demenz-Beratungsstellen,

die mit Fachkompetenz

und Praxiserfahrung Menschen mit

beginnender Demenz und Angehörige

beraten. Sie informieren über ambulante

und stationäre Leistungen in allen

Stadtteilen. Hier besteht auch die

Möglichkeit, psychosoziale Belastungen

anzusprechen oder mit anderen Angehörigen

in Kontakt zu kommen.

Spezielle Kursangebote für Angehörige

von Menschen mit Demenz informieren

ausführlich über Demenzerkrankungen,

über den Umgang mit dem erkrankten

Angehörigen und Hilfen zur Unterstützung.

Die Kurse werden in der Regel von

allen gesetzlichen Kassen gefördert und

sind kostenfrei.

Zu Möglichkeiten und Kontakten der

Selbsthilfe für Menschen mit beginnender

Demenz und Angehörige berät die

Alzheimer Gesellschaft Hamburg e.V. als

Selbsthilfeorganisation in Zusammen -

arbeit mit der Kontakt- und Infor -

ma tionsstelle für Selbsthilfegruppen in

Hamburg.

Für Fragen der rechtlichen Vorsorge

oder Betreuung gibt es als zentrale

Beratungsstelle die Betreuungsstelle

Hamburg. Sie berät zu Vorsorgevollmachten,

Betreuungsverfügungen, Einsatz

von rechtlichen Betreuern und

Patientenverfügungen. Daneben gibt es

regionale Betreuungsvereine, die ehrenamtliche

rechtliche Betreuer einsetzten,

begleiten und beraten.

Das Beratungszentrum für technische

Hilfen und Wohnraumanpassung berät

über spezielle Ausstattungen, technische

Hilfsmittel und Umbaumaßnahmen.

Dies schließt eine Beratung über

gesetzliche Leistungsansprüche ein.

Die Hamburger Koordinationsstelle für

Wohn-Pflege-Gemeinschaften berät

zu ambulanten und stationären Wohn -

gemeinschaften für Menschen mit Demenz

in Hamburg. Neben dem Kontakt

zu Wohngemeinschaften informiert die

Koordinationsstelle auch über die Organisation

und Finanzierung der Wohn -

gemeinschaften.

Kontakte/Adressen: siehe Kapitel 20, Seite 80/81

INFO

Alzheimer-Telefon

Am Alzheimer-Telefon können

Sie Ihre persönliche Situation

besprechen, Ihre Fragen klären

oder Kontakte zu Hilfsangeboten

erhalten. Das Beratungsteam

besteht aus ehrenamtlichen

Fachkräften und

erfahrenen Angehörigen.

Sprechzeiten:

Montag – Freitag 10 bis 13 Uhr

Montag und Donnerstag

13 bis 16 Uhr

Mittwoch 16 bis 19 Uhr

Telefon: 040 472538

Oft reicht ein erstes Gespräch

am Alzheimer-Telefon aus, um

die eigene Situation einschätzen

und nächste Schritte

vornehmen zu können.

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Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:28 Seite 32

MENSCHEN MIT DEMENZ: Therapien

Therapien für Menschen mit Demenz

Demenz ist zwar nicht heilbar, wohl aber behandelbar. Dafür gibt es medikamentöse

und nicht-medikamentöse Therapiemöglichkeiten.

INFO

Die Aussage „Da kann man nichts

machen“ ist falsch. Die Erkrankten

haben ein Recht auf Behandlung

nach dem Stand des medizinischen

Wissens. Betroffene und Angehörige

sollten daher auf einer genauen

Diagnose und der entsprechenden

Therapie bestehen.

Die medikamentöse und nicht-medikamentöse

Therapie soll die geistigen und

körperlichen Fähigkeiten der Betroffenen

möglichst lange erhalten, ihre Lebensqualität

verbessern und ihr Verhalten

stabilisieren. Die Behandlung soll erreichen,

dass

– die Erkrankung langsamer voranschreitet

– die Erkrankten möglichst lange bestehende

Kompetenzen erhalten können

– sich die Belastungen für Betroffene

und Angehörige verringern.

Denkbare Therapiemaßnahmen sollten

mit den Betroffenen möglichst früh -

zeitig erörtert werden. Auch Angehörige

sollten von Beginn an mit einbezogen

werden, um ihre Beobachtungen und

Ein drücke mitteilen zu können. So können

die Wirkungen und Nebenwirkungen

von Medikamenten sowie die Ergebnisse

der Therapien besser erfasst werden.

Mit beiden Therapieansätzen können

drei Bereiche behandelt werden:

1. Im frühen Stadium der Erkrankung

betrifft dies kognitive Fähigkeiten

wie Gedächtnis, Orientierung, Urteils -

fähigkeit und sprachlichen Ausdruck.

2. Das psychische Wohlbefinden und

Verhalten verändert sich häufig im

Verlauf der Erkrankung. Diese Beeinträchtigungen

belasten oft Betroffene

und Angehörige in ihrem Alltag. Hier

bestehen jedoch gute Möglichkeiten

der Behandlung.

3. Körperliche Erkrankungen, die unabhängig

von der Demenzerkrankung

bestehen können.

Welche medikamentösen Therapien

gibt es für Demenzkranke?

Ärzte behandeln einerseits die Symptome

der Demenz selbst, andererseits

auch andere Krankheiten und Störungen,

die die geistige Leistungsfähigkeit

beeinflussen können.

Antidementiva sind Medikamente, die

den Verlauf der Alzheimer-Krankheit

stabilisieren und das Fortschreiten der

Symptome verzögern können. Als Mittel

im frühen und mittleren Stadium

verschreiben die Ärzte Acetylcholin -

esterase-Hemmer, die unter verschiedenen

Handelsnamen auf dem Markt sind.

Für die mittlere bis späte Phase empfehlen

die medizinischen Fachgesellschaften

den Wirkstoff Memantine.

Die medikamentöse Therapie schlägt

nicht bei allen Patienten an. Es ist bereits

ein Erfolg, wenn sich die geistige

Leistungsfähigkeit für eine Weile nicht

verschlechtert. Einige Patienten leiden

unter Nebenwirkungen wie Übelkeit,

Durchfall oder Schlaflosigkeit.

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Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:29 Seite 33

UNTERNEHMENSPORTRÄT

Sicherheit geben

Mit Demenz verändert sich das Leben der Betroffenen

und der Angehörigen. Die Entscheidung für eine Pflegeeinrichtung

kann allen ein Gefühl der Beruhigung und

Erleichterung geben. Es bleibt wieder mehr Zeit für die

schönen Momente – trotz der Krankheit. Die Pflege und

Betreuung von Demenzkranken erfordert viel Einfühlungs -

vermögen und Fingerspitzengefühl. Mit unseren verlässlichen

Betreuungsangeboten ermöglichen wir den Betroffenen

ein Leben in Sicherheit und größtmöglicher

Vertrautheit. Zehn Einrichtungen von PFLEGEN & WOHNEN

HAMBURG sind auf die besondere Betreuung bei Demenz

spezialisiert. Wir beraten Sie sehr gerne – rufen Sie uns an!

PFLEGEN & WOHNEN HAMBURG GmbH

Finkenau 11 · 22081 Hamburg · Tel. 040 2022-0

pflegeinfo@pflegenundwohnen.de · www.pflegenundwohnen.de

Ein neues Zuhause im Alter!

Die Senioren-Zentren Geschwister Jensen GmbH betreibt

in Hamburg seit vielen Jahren drei Senioren-Zentren mit

insgesamt 303 vollstationären P flegeplätzen, die gut in

den Stadtteilen integriert und vernetzt sind. Getreu dem

Motto „Willkommen zu Hause“, wird den Bewohnern

durch die engagierten und motivierten Mitarbeiter-Teams

auf möglichst liebevolle Art und Weise die Sicherheit gegeben,

sich gut gep flegt, kompetent betreut und wohl

umsorgt zu fühlen. Nutzen Sie gerne eine der vielfältigen

Veranstaltungen zu einem Besuch und machen sich

selbst ein Bild, oder vereinbaren Sie einen individuellen

Termin zum Informationsaustausch. Wir freuen uns auf Sie!

Senioren-Zentren Geschwister Jensen GmbH

Kieler Straße 212 · 22525 Hamburg · Tel. 040 853334-44

info@geschwister-jensen.de · www.geschwister-jensen.de

Seniorenzentren in Hamburg

www.geschwister-jensen.de

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Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:29 Seite 34

MENSCHEN MIT DEMENZ: Therapien

INFO

Die Angehörigen spielen bei der

medikamentösen Therapie eine

wichtige Rolle: Sie sollten sorgfältig

beobachten, welche Wirkungen

oder unerwünschten

Nebenwirkungen auftreten und

es dem Arzt oder der Ärztin mitteilen.

Vielleicht muss daraufhin

die Dosierung verändert oder das

Medikament abgesetzt werden.

Es gibt verschiedene Wege, die zur

Therapie beitragen können – nicht zur

Heilung, aber zur Behandlung.

Auf die Mischung kommt es an

Bei der Behandlung von Menschen mit

Demenz geht es immer darum, für

jeden Menschen den passenden

Therapie-Mix zu finden. Dazu

sollten sich Betroffene,

Angehörige, Ärzte und

Therapeuten gut abstimmen.

Denn nicht jede Thera -

pie taugt für jeden Patienten.

Und für manchen kann zu viel des

Guten auch in „Therapiestress“ ausarten.

Zur medikamentösen Behandlung von

psychischen Symptomen, Verhaltensstörungen

und körperlichen Erkrankungen

werden verschiedene Mittel eingesetzt:

– Antidepressiva verbessern die

Stimmung.

– Neuroleptika helfen bei Unruhe,

Wahn vorstellungen oder Sinnes -

täuschungen.

– Anxiolytika wirken gegen Angst -

zustände.

– Bei Parkinson- oder Lewy-Körperchen-

Demenz werden auch Medikamente

verordnet, die die Beweglichkeit

erleichtern.

Für die Gesundheit und das Wohlbefinden

der Betroffenen ist es wichtig, dass

körperliche Leiden erkannt und behandelt

werden. Dabei ist besonders an

Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes

zu denken, aber auch an akute

Krankheiten und Infektionen, die zu Dehydration

(Austrocknen) führen können.

Nicht-medikamentöse Therapieformen

für Demenzkranke

Immer mehr Aufmerksamkeit und Bedeutung

erlangen Therapieformen ohne

Medikamente. Generell fördern in allen

Stadien der Erkrankung die Erfahrung

von Freude, das Erleben der eigenen

Identität und gemeinsame Aktivitäten

das Wohlbefinden und die Kompetenzen.

Nach folgend mög liche Therapie -

formen:

Erinnerungstherapie/Biografiearbeit

Mit Hilfe von Fotos, Gegenständen oder

Geschichten geht es darum, Erinnerungen

an Ereignisse aus der eigenen

Lebensgeschichte wieder zu erwecken.

Das kann das Gedächtnis und den Austausch

mit anderen anregen, die Stimmung

und das Gefühl für die eigene

Identität verbessern.

Musiktherapie

Mit Musik können auch Menschen kommunizieren,

die sich sprachlich nicht

mehr gut verständigen können. Sie

spricht die Gefühle an, kann aktivieren

oder beruhigen, freudige oder traurige

Stimmungen ausdrücken. Gemeinsames

Singen macht Spaß, stiftet Kontakte,

weckt Erinnerungen und hebt die Stimmung.

Menschen mit Demenz erinnern

sich oft noch sehr gut an Liedtexte aus

ihrer Kindheit, nicht selten überraschen

sie sich und andere beim Singen mit ungeahnten

Fähigkeiten.

Speziell ausgebildete Musiktherapeuten

singen und musizieren mit Betroffenen

und knüpfen dabei an deren Vor lieben

an. So wecken sie etwa Er innerungen an

Tanzvergnügen, Gottesdienste oder Konzertbesuche.

Auch pflegende Angehörige

oder Ehrenamt liche in Betreuungsgruppen

können die Erkrankten mit

Musik und Tanz fördern und anregen.

Körperliches Training

Gute Erfahrungen gibt es mit Kraft- und

Gleichgewichtsübungen. Körperliches

Training verbessert bei Menschen mit

Demenz nicht nur Beweglichkeit und

Kraft, sondern auch die geistige Leistungsfähigkeit

und das psychische Befinden.

Sie werden auch aufmerksamer

und stürzen nicht so leicht.

Ergotherapie

Die Ergotherapie wurde früher als

Beschäftigungstherapie bezeichnet. Im

Mittelpunkt stehen Übungen zum Erhalt

der Alltagsfähigkeiten, beispielsweise

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Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:29 Seite 35

UNTERNEHMENSPORTRÄT

Schaffung eines Zuhause-Gefühls

Das Domicil – Seniorenpflegeheim Jenfeld liegt in zentraler

Lage am grünen Stadtrand von Hamburg und ist mit

öffentlichen und privaten Verkehrsmitteln leicht erreichbar.

Der eigene parkähnliche Garten sowie der nahe gelegene

Öjendorfer Park laden zum Verweilen im Grünen

ein. Ob befristete Kurzzeit- oder Verhinderungspflege

oder vollstationäre Unterbringung notwendig ist: Wir

bieten für jedes Bedürfnis die passende Möglichkeit.

In den möblierten großzügigen Einzel- und Doppel -

zimmern - jeweils mit modernem Duschbad - können es

sich die Bewohnerinnen und Bewohner auch mit ihren

eigenen Möbeln und Einrichtungsgegenständen gemütlich

machen. Unsere eigene Küche und Wäscherei

(im Haus), ein Frisör und ein umfangreiches Beschäf -

tigungs- und Ausflugsangebot runden den Service ab.

Zusätzlich besteht ein spezielles Betreuungsangebot für

Menschen mit Demenz. Es richtet sich an Menschen mit

stark ausgeprägten Verhaltensauffälligkeiten.

Gerade Menschen mit Demenz brauchen ein überschaubares,

ihnen vertrautes Wohnumfeld, menschliche Nähe,

Schutz sowie eine möglichst normale, am alltäglichen

Leben orientierte Umgebung, um sich wohlzufühlen.

Ein besonderes Highlight: Es gibt einen Snoezelraum –

ein Wohlfühlraum zum Wahrnehmen der Sinne. Wir

möchten unseren Bewohnern ein Zuhause geben. Dies

bieten wir in unserem beschützen Wohn bereich mit

eigenem Garten im Erdgeschoss – in einer Atmos phäre,

die geprägt ist von Ruhe, Akzeptanz, Toleranz und Humor.

Domicil – Seniorenpflegeheim Jenfeld GmbH

Öjendorfer Damm 97 · 22043 Hamburg-Jenfeld · Tel. 040 890007-0

jenfeld@domicil-seniorenresidenzen.de · www.domicil-seniorenresidenzen.de

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Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:29 Seite 36

UNTERNEHMENSPORTRÄT

Gut umsorgt, professionell betreut

Menschen mit Demenz haben je nach Stadium der

Erkrankung sehr unterschiedliche Bedürfnisse und brauchen

besondere Betreuung und Fürsorge. Als hanseatisch

geprägtes Familienunternehmen unterhält die FRANK

WAGNER HOLDING an neun Hamburger Standorten

Seniorenpflegedomizile. Das Unternehmen hat sich auf

die Betreuung von demenziell erkrankten Menschen spezialisiert

und ist offizieller Partner der Hansestadt im

Rahmen des stationären Dementenprogramms BESTDEM.

Die besonders geschulten Mitarbeiter in den speziellen

Wohnbereichen begegnen den Betroffenen in ihrer

eigenen Welt. Sie geben ihnen die Zeit, Zuwendung und

Pflege, die sie jeweils brauchen. Gerade für demenz -

erkrankte Menschen ist es wichtig, dass man ihre

persönliche Geschichte kennt. Durch die gemeinsame

Biografiearbeit, bei der auch Angehörige einbezogen

werden, wird ein tieferes Verständnis für die Persönlichkeit

aufgebaut. Musik- und Fototherapie aktivieren die

Er innerungen; auch der Kontakt mit Tieren, zum Beispiel

Kaninchen und Hunden, intensiviert die Lebensfreude.

Regelmäßig gibt es Ausflüge, zum Beispiel in unseren

Schrebergarten. Zu Hause wird zusammen gekocht,

ge backen und gegessen. Mit zunehmender Demenz wird

es wichtiger, den Menschen Rückzugsinseln zu bieten,

gleich zeitig aber auch viel Zuwendung und wohltuenden,

be ruhigenden Körperkontakt, etwa bei der Aromapflege

oder beim „Snoezelen“. Wer sich zum Thema Demenzpflege

beraten lassen möchte, vereinbart einfach einen Termin.

Frank Wagner Holding Hanseatische Management GmbH

Wellingsbüttler Weg 71 · 22391 Hamburg · Tel. 040 97070-970

info@fw-holding.de · www.fw-holding.de

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Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:29 Seite 37

MENSCHEN MIT DEMENZ: Therapien

Körperpflege, Ankleiden und Haushaltstätigkeiten.

Wenn die Betroffenen den

Übungen nicht mehr folgen können,

konzentrieren sich die Ergotherapeuten

darauf, die Körperwahrnehmung und

Bewegung zu fördern. Ergotherapeuten

helfen dabei, in der Wohnung Gefahrenquellen

für Stürze oder Verbrennungen

zu beseitigen, das Bad zweckmäßig

einzurichten und den Menschen mit

Demenz die Orientierung zu erleichtern.

Sie beraten auch über Hilfsmittel bei

Mobilitäts pro blemen oder Inkontinenz.

Logopädie

Viele Demenzkranke haben Schwierigkeiten

beim Sprechen, Schlucken und

Essen. Logopäden diagnostizieren und

behandeln diese Störungen. Das ist

aber bei Betroffenen nur im frühen

Stadium sinnvoll.

Kunsttherapie

Beim Malen, Zeichnen und Gestalten

können sich Menschen mit Demenz ausdrücken

und beschäftigen, auch wenn

Biografiearbeit kann das Gedächtnis und

den Austausch mit anderen anregen.

sie nicht mehr gut sprechen können. Das

kreative Tun kann die Konzentration fördern,

Stress und depressive Stimmung

abbauen. In der Kunsttherapie können

die Menschen Gefühle oder Stimmungen

ausdrücken und beim Schaffen eigener

Werke ihr Selbstwertgefühl steigern.

Geschulte Kunsttherapeuten beobachten,

welche positiven oder negativen

Reaktionen auftreten und gehen darauf

ein.

Physiotherapie

Physiotherapie oder Krankengymnastik

umfasst Heilverfahren, die mit Be -

wegung, Wärme oder Licht arbeiten. Sie

kann zum Beispiel bei Bettlägerigen verhindern,

dass ihre Glieder versteifen. Als

Bewegungstherapie kann sie Mobilität,

Kraft und Gleichgewicht stärken, um die

Sturzgefahr zu verringern. Die Übungen

sollen Freude und Bewegung fördern, ob

einzeln oder in der Gruppe. Denn Gymnastik,

Spazierengehen oder Sport sind

gut für Körper und Geist.

Snoezelen

In den Niederlanden wurde die Methode

des „Snoezelen“ entwickelt (sprich:

snuselen). In heimeligen Räumen werden

Betroffenen in entspannter Atmos -

phäre Reize zum Sehen, Hören, Riechen

und Tasten angeboten. In Pflege heimen

gibt es damit gute Er fahrungen.

Basale Stimulation

Besonders im fortgeschrittenen Stadium

leiden Menschen mit Demenz häufig

unter Reizarmut, sie nehmen sich und

ihre Umwelt nur sehr eingeschränkt

wahr. Die Basale Stimulation wirkt dem

entgegen, indem sie alle Sinne zum

Tasten, Greifen, Sehen, Schmecken und

Riechen aktiviert.

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REPORTAGE: Bewegung stärkt Lebensfreude

Bewegung stärkt Lebensfreude und hält fit

Besonderes Vereinsangebot für Menschen mit Demenz und Angehörige

Donnerstag, 11:30 Uhr, in einem der

Gymnastikräume des Walddörfer Sportvereins.

Die kleine Gruppe mit einigen

Senioren bereitet sich auf die Bewegungsstunde

vor. So, wie sich landauf

landab viele ältere Menschen zur Gymnastik

im Verein treffen. Dann kommt

etwas verspätet Hannelore herein. Sie

zieht sich ihre Turnschuhe an und

scherzt: „Ich hab’ mich etwas ver -

laufen.“ Während das in den meisten

Seniorengymnastikgruppen wahrschei n -

lich für ein leichtes Schmunzeln sorgt,

wissen hier alle, was hinter ihrer Bemerkung

steckt.

Hannelore ist an Alzheimer erkrankt –

und hat sich ihren Humor im Umgang

mit der Krankheit erhalten. So wie sie

freuen sich weitere Betroffene jede

Woche auf die Stunde mit Gruppen -

leiterin Ute Grunwald. „Bewegung tut

mir gut, und es ist einfach schön, hier

mitzumachen, weil sehr behutsam miteinander

umgegangen wird.“ Es sei

ein gutes Gefühl, etwas für sich und

das Wohlbefinden zu tun. Es sei eine

„lustige Truppe“ – an der sie mit ihrer

Art ihren Anteil hat. Denn sie genieße

die Zeit, während ihr Mann „zu Hause in

der Küche steht und etwas Schönes für

das Mittagessen kocht“.

Während Hannelore alleine kommt, ist

Kurt mit seiner Freundin Leni da.

Donnerstags sei sein „Leni-Tag“ – und

da werde gemeinsam viel unternommen.

Beide sind vom ersten Moment

dabei. „Der Sport tut uns beiden richtig

gut“, sagt Kurt. Es gehe locker und entspannt

zu und mache einfach Spaß.

„Wir sind sozusagen ein sportlicher

Stammtisch“, freut sich der Senior. Bei

Leni ist die Krankheit im Umgang spürbar,

ebenso wie ihr Vertrauen zu Kurt.

Immer wieder werfen sich die beide

Blicke zu. Bei der ersten Übung sind

Leitet die erste Sportgruppe Hamburgs

für Demenzkranke und deren Angehörige:

Ute Grunwald

dann beide mit viel Elan dabei. Ein Ball

wird hin und her geworfen und jeder

sagt: „Mein Name ist . . . und wie heißt

Du?“ Nur ein Beispiel, wie durch die

Bewegung die Durch blutung und

Ko ordination gefördert wird und so für

körperliche und geistige Anregung

sorgt.

Gruppenleiterin Ute Grunwald schaut

sich um, und es geht schon bald zur

nächsten Übung, eine von vielen, die sie

sich überlegt hat. Gemeinsam mit Torge,

der ein freiwilliges soziales Jahr im

Sportverein macht und der jetzt für

flotte Musik sorgt, wird zum lockeren

Tanzen animiert. Allen ist anzumerken:

Das macht Spaß. In diesem Moment

denkt keiner im Raum an die Schwere

der unheilbaren Krankheit. In den Gesichtern

ist Freude zu sehen.

Auch Sylvia, die mit ihrer Mutter

Barbara seit einem Jahr zur Gruppe

kommt, ist zufrieden mit der Bewegungsstunde.

„Klar haben wir uns gefragt,

ob das wohl das Richtige ist. Wir

wussten ja nicht, ob der Sport meine

Mutter überfordert und wie es in der

Gruppe sein wird.“ Alle Bedenken seien

schnell verflogen. Heute sei der Sport

fest im Wochenplan verankert. Ihre

Mutter genieße die Zeit und es komme

auch vor, dass sie zu Hause beim

Kochen einfach zwischen dem Umrühren

anfange, sich zu dehnen oder Gelenke

kreisen zu lassen.

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Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:29 Seite 39

REPORTAGE: Bewegung stärkt Lebensfreude

Durch den Sport wird die Beweglichkeit

gefördert und Bewegungsmuster, die seit

der Geburt im Körper fest verankert sind,

werden wieder bewusster wahrgenommen

und trainiert. Jeder macht nach seinen

Möglichkeiten mit.

Die Bewegungsstunde geht nun mit den

unterschiedlichsten Übungen weiter.

Vom ersten bis zum letzten Moment ist

spürbar, wie vertraut und herzlich das

Miteinander ist und welche Freude das

gemeinsame Bewegen macht. Alle

gehen zufrieden und beschwingt von

ihrem sportlichen Stammtisch nach

Hause – ganz anders, als es bei manchem

Kneipen-Stammtisch der Fall ist.

Energieschub für das Denken –

Drei Fragen an Ute Grunwald

Ute Grunwald (59) hat 2016 das Angebot

„Sport für Demenzkranke und ihre

Angehörige“ ins Leben gerufen. Zuvor

hat die ausgebildete Motopädin und Erzieherin

einige Jahre im Tagestreff der

Alzheimer Gesellschaft Hamburg ge -

arbeitet.

Wie ist die Idee entstanden und gibt

es Besonderheiten im Vergleich zu anderen

Sportangeboten für Senioren?

Wir haben im Tagestreff kleine Bewegungseinheiten

eingebaut und dabei

spürte ich, wie gut das den Teilnehmern

tut. Daraus ist von der Alzheimer

Gesellschaft die Idee entstanden, ein

wöchentliches Angebot zu schaffen.

Beim Walddörfer SV sind wir mit offenen

Armen empfangen worden. Der

Unterschied zu anderen Angeboten ist

sicherlich, dass ich als Leiterin vorsichtig

und aufmerksam mit den Teilnehmern

umgehe. Vieles geht langsamer,

vorbereitete Übungen können, aber

müssen nicht durchgeführt werden. Wir

wollen gemeinsam eine fröhliche Zeit

erleben mit Bewegung und Musik. Es

darf und soll viel gelacht werden. Bei

den Übungen achte ich auch darauf,

dass diese auch zu Hause möglich sind.

Das Angebot war das erste dieser Art

in Hamburg. Glauben Sie, dass weitere

folgen werden?

Das wünsche ich mir, denn jedes Angebot

für Erkrankte und deren Angehörige

ist ein Anker im Alltag und Umgang mit

der Krankheit. Beim Sport werden

zudem Bewegungsmuster, die vielleicht

durch die Krankheit verloren gegangen

sind, wieder aktiviert. Es ist ein Energieschub

für das Denken.

Worauf sollten Vereine achten, die ein

solches Angebot schaffen wollen?

Wichtig ist, dass für die Leitung einer

Gruppe die normale Qualifikation als

Übungsleiter nicht ausreicht. Erfahrungen

im Umgang mit Demenzkranken

sind wichtig, um Situationen erfassen

zu können und die Teilnehmer nicht zu

überfordern. Ich wünsche mir viele

Nachahmer und gebe meine Erfahrungen

gerne weiter. Ich kann nur allen zurufen:

„Macht euch auf den Weg!“

INFO

Kontakt:

Walddörfer Sportverein

Halenreie 32–34

22359 Hamburg

Telefon: 040 645062-0

www.walddoerfer-sv.de

E-Mail: info@walddoerfer-sv.de

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MENSCHEN MIT DEMENZ: Wie geht die Gesellschaft mit Menschen mit Demenz um?

Unsicherheiten im Alltag abbauen

Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit Demenz und Angehörigen

BasisQ: Schulung für Firmen zum

Umgang mit Menschen mit Demenz

im Berufsalltag

Menschen mit einer Demenz leben auch

mit der Erkrankung lange in ihrem gewohnten

Umfeld und Stadtteil. Der Verbleib

in der vertrauten Umgebung unterstützt

die Selbstständigkeit und die

Teilhaben am gesellschaftlichen Leben.

Vermehrt sind dann auch Mitarbeiter

von Geschäften und Betrieben, Nah -

verkehr oder Polizei, gefordert in ihrem

Berufsalltag mit irritierenden Äußerungen

und veränderten Verhaltensweisen

umzugehen. Um Mitarbeiter hier niedrig -

schwellig und individuell im Umgang

mit Menschen mit Demenz zu unterstützen

wurde 2014 vom Competence

Center Gesundheit (CCG), der Hochschule

für Angewandte Wissenschaften

Hamburg, das spezielle Schulungs -

angebot BasisQ in Hamburg ins Leben

ge rufen.

Die BasisQ-Schulungen nutzten bislang

etwa 1000 Personen in Hamburg aus

ganz unterschiedlichen Dienstleistungsbereichen.

„Ob Apotheken, Kirchenkreise,

Restaurants oder auch Taxi unter nehmen

– sie alle und viele mehr haben davon

profitiert, dass schwierige Situationen

verstanden und im Sinne der Betroffenen

bewältigt werden können“, sagt Susanne

Busch, die das CCG leitet.

Eine Besonderheit von BasisQ ist, dass

die Schulungen von einer geronto -

psychiatrischen Fachkraft und einem Angehörigen

eines Menschen mit Demenz

als Tandem durchgeführt werden. Wichtigster

Lernpunkt ist das Verstehen des

Verhaltens. „So merkwürdig es im Einzelfall

auch erscheinen mag, das Ver halten

von Menschen mit Demenz repräsentiert

ihre Wahrnehmungen und ihr Erleben.

Um adäquat reagieren zu können, muss

das Verhalten verstanden werden. BasisQ

baut Unsicherheiten bei allen Beteiligten

ab“, ist Busch überzeugt.

Auch Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser

nehmen mittlerweile diesen

besonderen Schulungsansatz für pflegeunterstützendes

Personal – wie etwa

Reinigungs- oder Transportdienste in

Anspruch. Hauptzielgruppe sind aber All -

tagsdienstleister wie etwa der öffent liche

Personennahverkehr, die Gastro nomie

oder der Einzelhandel. „Gespräche mit

Mitarbeitenden weisen darauf hin, dass

es immer wieder zu schwierigen Situationen

kommen kann, und hierfür Schulungsbedarf

gesehen würde. Unter -

nehmensleitungen bzw. Per sonal verant -

wortliche sehen aber oftmals keinen

Handlungsbedarf.“ Das sei umso be -

dauerlicher, als dass die Auswertungen

gezeigt haben, dass sich die Teilnehmenden

der Basisqualifikation auch noch

nach Monaten sicherer im Umgang mit

Menschen mit Demenz fühlen.

Diese Einschätzung bestätigt Matthias

Neugebauer von der Pflegeschule

Alster tal. Auf dem Gelände des Hamburger

Hospitals zum Heiligen Geist

gibt es eine „kleine Stadt“ für Senioren

mit Bankfiliale, Restaurant und Läden.

„Die Mitarbeiter dort haben viel Kontakt

zu dementen Menschen und deren Angehörigen.

Das ist für sie eine Herausforderung,

weil sie berufsfremd sind. Die

Schulung war dafür genau richtig und

traf auf großes Interesse.“ Die Rück -

meldungen auf die Schulung seien

durchweg positiv gewesen. Neugebauer

weiter: „Die Teilnehmer können nun die

Situationen mit Demenzkranken viel besser

einschätzen. Die Teilnahme am Seminar

ist definitiv gut investierte Zeit.“

In der geförderten Projektphase bis

2016 konnte die Schulung kostenfrei

angeboten werden. Heute kann die

Schulung für einen geringen Kostensatz

als Basisqualifikation für Interessierte

aus allen Branchen personenbezogener

Dienstleistungen gebucht werden, so

Ralf Schattschneider, der BasisQ koor -

diniert.

INFO

Kontakt BasisQ:

Ralf Schattschneider

Telefon: 040 42875-7211

www.basisq.de

E-Mail: ralf.schattschneider@

haw-hamburg.de

40


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MENSCHEN MIT DEMENZ: Wie geht die Gesellschaft mit Menschen mit Demenz um?

Freuen sich auf weitere Anfragen von

Hamburger Unternehmen, die ihre Mit -

arbeiter im Umgang mit Demenzkranken

schulen lassen wollen: Ralf Schattschneider

(links) und Professor Dr. Susanne Busch

vom Hamburger Competence Center

Gesundheit (CCG)

Neue Plattform „AniTa“ vernetzt Unterstützungsmöglichkeiten – Ziel: Bundesweiter „Tausch“ von persönlicher (Für-)Sorge

Ein neues Projekt für Angehörige von Pflegebedürftigen bzw. von Pflegebedürftigkeit bedrohten Menschen – nicht nur, aber auch mit

beginnender Demenz – denen es aufgrund einer räumlichen Distanz nicht möglich ist, ihre Angehörigen zu begleiten, ist seit Mitte 2017

am Competence Center Gesundheit (CCG) der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg gestartet. Ziel ist es, über eine

internetgestützte überregionale Plattform Menschen zu vernetzen und so gegenseitige Hilfe bei der Unterstützung von Angehörigen

zu ermöglichen.

Starten wird das Pilotprojekt unter der Bezeichnung „AniTa – Angehörige von älteren Menschen mit Pflege-/Unterstützungs -

bedarf im (Aus-)Tausch“ in den Modellregionen Nord (insbesondere Stadt Hamburg und Kreis Pinneberg) und Süd (Stadt

München und Kreis Augsburg). Projektleiterin Professor Dr. Susanne Busch vom CCG: „Wir wollen Menschen zusammenbringen,

damit sie im möglichst gegenseitigen Tausch die persönliche Fürsorge für Angehörige übernehmen, die weit entfernt wohnen.“

Hintergrund sei die zunehmende Alterung der Bevölkerung, die mit einer zunehmenden Zahl an hilfepflegebedürftigen Menschen

und sich wandelnden Familienformen einhergeht. Busch: „Manchmal wohnen die Kinder viele hundert Kilometer weit weg von den

Eltern. Dann fehlt das familiäre Unterstützungspotenzial vor Ort.“ Hier Vernetzung und Austausch voranzubringen, könnte eine sinnvolle

Unterstützung von Hilfe- und Pflegebedürftigen werden und emotional entlastend für die Familienangehörigen wirken.

Ein wissenschaftlicher Beirat und die Deutsche Alzheimer Gesellschaft begleiten das Projekt, das bis 2020 läuft. Busch: „In Kürze wird die

Internetplattform starten und wir hoffen, dass sich viele Hamburger dort melden. Es wird aber auch möglich sein, sich schriftlich oder

telefonisch anzumelden.“ In den kommenden Jahren werde sich dann zeigen, ob die Vernetzung und der Austausch mit AniTa gelingt.

Kontakt: „AniTa – Angehörige von älteren Menschen mit Pflege-/Unterstützungsbedarf im (Aus-)Tausch“

Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Competence Center Gesundheit (CCG)

Telefon: 040 42875-9257

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Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:30 Seite 42

MENSCHEN MIT DEMENZ: Wie geht die Gesellschaft mit Menschen mit Demenz um?

Landesinitiative Leben mit Demenz in

Hamburg

In Hamburg sind über 30 000 Menschen

an einer Demenz erkrankt. Das Risiko an

einer Demenz zu erkranken steigt mit

dem Lebensalter. Im Zuge des demografischen

Wandels und steigender Lebenserwartung

wird deshalb von einem weiteren

Anstieg demenzieller Erkrankungen

in der Bevölkerung ausgegangen.

Eine Demenzerkrankung verändert nicht

nur das Leben der erkrankten Person

sondern des familiären Umfeldes und

des gesellschaftlichen Lebens. Betroffenen

Personen benötigen die liebvolle

Begleitung und Betreuung von Angehörigen

und Freunden. Professionelle Angebote

der medizinischen Behandlung

INFO

und pflegerischen Versorgung sind gefordert

sich auf Anforderungen von

Menschen mit einer Demenz einzustellen.

Schließlich nehmen und sollen erkrankte

Personen solange wie möglich

im vertrauten Umfeld leben und weiterhin

am gesellschaftlichen Leben teil -

haben können.

Um diesen Herausforderungen gerecht

zu werden, wurde im September 2012

die Landesinitiative Leben mit Demenz

in Hamburg von der Behörde für

Gesundheit und Verbraucherschutz,

vielen Vereinen und Organisationen

sowie Angehörigen ins Leben gerufen.

Ziel der Landesinitiative ist eine um -

fassende Verbesserung der Lebensbedin-

Landesinitiative Leben mit Demenz

in Hamburg

Kontakt:

Hamburgische Arbeitsgemeinschaft

für Gesundheitsförderung e. V.

Hammerbrookstraße 73

20097 Hamburg

Telefon: 040 2880364-0

E-Mail: buero@hag-gesundheit.de

gungen für Menschen mit Demenz und

deren Angehörige in der Hansestadt.

Verbunden damit ist die Herstellung von

Transparenz über Hilfs- und Entlastungsangeboten,

aber auch Initiativen

und Projekte zur Weiterentwicklung von

Angeboten und der sozialen Teilhabe

von Betroffenen und Angehörigen.

UNTERNEHMENSPORTRÄT

Leben in einem beschützten Rahmen

In unserem Bereich für Menschen mit Demenz werden

unsere Bewohner entsprechend ihren Fähigkeiten, Gewohnheiten

und ihrem Grad der demenziellen Erkrankung

betreut. Sie werden als vollständige Person mit all

ihren Gefühlen, Wünschen, Bedürfnissen und Ängsten

wahrgenommen und respektiert und gestalten ihren Alltag

aktiv mit. Grundlage unseres Betreuungskonzeptes

ist der personenzentrierte Ansatz nach Kitwood. Dieser

hat den Grundgedanken, dass jeder Mensch mit Demenz

einzigartig ist, in sich und in seinem Erleben. In unserem

familiären Wohnbereich leben und arbeiten wir gemeinsam

mit den uns anvertrauten Bewohnern.

Pflegewohnstift Garstedter Weg

Garstedter Weg 79–85 · 22453 Hamburg · Tel. 040 696666-0

info.garstedter-weg@dessg.de · www.pws-garstedter-weg.de

42


Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:30 Seite 43

UNTERNEHMENSPORTRÄT

Besonderer Garten- und Dementenbereich

Unser Bereich für Menschen mit Demenz im Matthias-

Claudius-Heim ist nach den Voraussetzungen der Rahmenvereinbarung

zur besonderen Dementenbetreuung

in Hamburg durch die Behörde anerkannt. Er gilt somit

als offizieller, geschützter Bereich mit den erfüllten

Zulassungsvoraussetzungen für Menschen mit Demenz

oder anderen gerontopsychiatrischen Erkrankungen.

Die Bewohner werden hier von einem multidisziplinären

Team begleitet und betreut. Unser Ziel ist es, ihnen einen

Alltag zu ermöglichen, in dem sie sich sicher und geborgen

fühlen. Die Bedürfnisse der Bewohner, in der Pflege

sowie in der Betreuung, haben oberste Priorität und

bilden eine Einheit. Wir sind flexibel und passen uns den

Bewohnern an und nicht umgekehrt.

In unserem Handeln verbinden wir Herzlichkeit mit Professionalität.

Erfolg ist für uns der Aufbau einer inten -

siven, respektvollen, menschenwürdigen, vertrauens -

vollen und liebenswürdigen Beziehung zu unseren Bewohnern.

Sie stehen im Mittelpunkt und nicht ihre

Erkrankungen und Defizite.

Garten und Gartenarbeit ist oft ein wichtiger Teil der

Biografie unserer Bewohner gewesen, und so bieten wir

ihnen das gemeinsame Planen, Handeln und auch Genießen

in unserem Garten an. Hochbeete ermöglichen allen

Bewohnern einen ungehinderten Zugang zu den duftenden

Pflanzen und Kräutern, die zum Schmecken und

Riechen einladen – selber aktiv den Boden vorbereiten,

aussäen, wachsen sehen, pflegen und ernten.

Matthias-Claudius-Heim · Alten- und Pflegeheim der Diakoniestiftung Alt-Hamburg

Walther-Mahlau-Stieg 8 · 22041 Hamburg · Tel. 040 696953-0

verwaltung@mch.diakoniestiftung.de · www.matthias-claudius-heim.de

43


Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:30 Seite 44

MENSCHEN MIT DEMENZ: Der Umgang mit Demenzkranken

Kommunikation und

Umgang mit Betroffenen

Wertschätzender Umgang

Wenn an Demenz erkrankte Menschen

die Merk- und Erinnerungsfähigkeit

verloren haben, hat sich für den Umgang

mit ihnen eine wertschätzende Grund -

haltung bewährt, die „Validation“

genannt wird. Validation bedeutet

richtig, zutreffend und meint hier, dass

die aktuelle Realität des erkrankten

Angehörigen, auch wenn diese nicht

zutrifft, als gültig angenommen und

wertgeschätzt wird. Der Grundsatz ist:

Man akzeptiert, dass Menschen mit

Demenz in ihrer eigenen Welt leben und

korrigiert sie nicht ständig. Auch schein -

bar verrücktes Verhalten wird ernst

genommen und zu verstehen versucht.

So kann man die Betroffenen in „ihrer

Welt“ erreichen.

Ein Beispiel: Frau M. sagt immer wieder,

sie müsse schnell nach Hause, weil die

Mutter mit dem Essen warten würde.

Die Antwort, dass die Mutter schon

lange tot sei und dass Frau M. auch

gerade ge gessen habe, hilft in einer

solchen Situation oft nicht weiter.

Günstiger ist es, ein Gespräch darüber

anzufangen. Hilfreich könnten

Bemerkungen sein, wie: „Ihre

Mutter kochte wohl sehr

gut. Was schmeckte Ihnen

besonders gut?“ oder: „Ihrer

Mutter war es immer wichtig,

dass am Abend alle rechtzeitig

zu Hause sind? Wie war es, wenn

jemand zu spät kam?“

Menschen mit Demenz benötigen sehr viel Aufmerksamkeit

und Hilfe. Für die Kommunikation und den Umgang mit

ihnen gibt es aber hilfreiche Regeln und praktische Tipps.

In den meisten Fällen ist es gut, mit der

Diagnose Demenz offen umzugehen,

denn Angehörige und Erkrankte können

häufig mit Verständnis und Unterstützung

von ihren Mitmenschen rechnen.

Die Betroffenen befürchten oft, nicht

mehr ernst genommen zu werden. Sie

haben Angst, dass andere sich in ihre

Angelegenheiten einmischen. Ab einem

bestimmten Stadium erleben sich Betroffene

häufig als jünger und kompetenter

und nicht als krank. Entsprechende

Zuschreibungen lehnen sie daher

ab. Angehörige sollten darauf Rücksicht

nehmen.

Wenn die Diagnose früh gestellt wird, ist

es noch möglich hierüber zu sprechen

und wichtige Punkte für die Zukunft

festzulegen. Betroffene können medizi -

nische und therapeutische Maßnahmen

besprechen und noch selbst darüber

mitentscheiden. Wie sie später leben,

wohnen, versorgt und behandelt werden

möchten, lässt sich vielleicht ebenfalls

herausfinden.

Wenn sie selbst keine Auskunft mehr

geben können, ist es für andere Betreuungspersonen

hilfreich, Informationen

über ihre Lebensweise und Persönlichkeit

zu erhalten. Das Wissen über Gewohnheiten

in Bezug auf Körperpflege,

Frisur, Kleidung und Ernährungs -

gewohnheiten spielt im Umgang mit

Betroffenen und für ihr Wohlbefinden

eine große Rolle. Das gilt auch für

soziale Kontakte, Lieblingsbeschäfti -

gungen, frühere berufliche Tätigkeiten,

den Umgang mit Geld sowie Wert -

vorstellungen und Überzeugungen.

Um diese Informationen festzuhalten,

gibt es vielfältige Möglichkeiten wie

Biografiebögen, Lebensbücher oder

elek tronische Biografiebücher, in die

sogar Filme eingefügt werden können.

Angehörige können im Alltag viel tun,

um den erkrankten Angehörigen anzu -

regen, zu beschäftigen und zu fördern.

Dies lässt sich auch gut mit der Einbindung

geschulter Betreuungspersonen

verbinden. Hierdurch kann der pflegende

Angehörige zugleich freie Zeit für sich

erhalten. Angehörige oder die Betreuungsperson

können für Bewegung sorgen,

beispielsweise mit Spazierengehen,

Sport, Ballspielen oder Tanzen. Sie sollten

Menschen mit Demenz am Haushalt

beteiligen, beim Kochen und Backen,

Auto waschen oder anderen vertrauten

Tätigkeiten. Es ist wichtig, gemeinsam

Schönes zu erleben: Freunde einladen

oder besuchen, ins Café oder Restaurant

gehen, Ausflüge und Reisen machen,

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Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:30 Seite 45

MENSCHEN MIT DEMENZ: Der Umgang mit Demenzkranken

INFO

Menschen mit Demenz möchten

– verstanden werden

– akzeptiert und respektiert werden

– sozial eingebunden sein

– nützlich sein

– sich sicher fühlen

– in ihrer gewohnten Umgebung

bleiben

– so selbstständig wie möglich

handeln können

– sich frei bewegen dürfen

Das Konzept eines wertschätzenden

Umgangs (Validation) hat sich bewährt.

Konzerte besuchen oder sich einen kleinen

Luxus gönnen. Gespräche und Gesellschaftsspiele

trainieren das Gedächtnis,

ebenso wie Fotoalben an sehen, vorlesen

oder singen.

Das gemeinsame Tun soll Freude machen,

aus Langeweile, Traurigkeit und

Apathie herausführen. Es kann auch

schwierige Verhaltensweisen wie Unruhe

oder Aggressivität beeinflussen und

den alltäglichen Umgang insgesamt

erleichtern. Auf das Tun kommt es an –

nicht auf das Ergebnis. Humor und

Lachen tun gut!

Empfehlungen für Konfliktsituationen

Schwierige Situationen lassen sich oftmals

nicht vermeiden. Wird der erkrankte

Angehörige plötzlich unge -

halten und ärgerlich oder ist stark

verängstigt, sollte man zunächst

herausfinden, ob es einen erkennbaren

Grund oder eine Erklärung für dieses

Verhalten gibt. Kann die Situa tion beruhigt

werden, indem die Rahmenbedingungen

verändert werden? Oder liegt

das Verhalten in der Biografie begründet?

Grundsätzlich ist es wichtig, darauf

zu achten, dass die Situa tion nicht eskaliert.

Man sollte nicht über richtig oder falsch

diskutieren und nicht versuchen, die betroffenen

Angehörigen mit Argumenten

zu überzeugen. Aufgrund der beeinträchtigten

Merkfähigkeit können sie

längere Ausführungen nicht verstehen.

Argumente und Erklärungen können sie

daher nicht mehr abgewägen, sie bleiben

somit wirkungslos. Aber die mit den

Aussagen verbundenen Gefühle nehmen

sie weiterhin wahr. Ihre Reaktion erfolgt

dann nicht auf den Inhalt der Aussage,

Mobilität ermöglichen

Für viele Menschen ist das

Autofahren ein wichtiger

Ausdruck von Unabhängigkeit

und Kompetenz.

Manchmal erscheint es für

Einkäufe oder Arztbesuche

sogar unverzichtbar. Die Fähig keit,

sicher Auto zu fahren, geht aber mit

einer Demenz oft schneller verloren, als

die Betroffenen selbst meinen. Deshalb

ist es wichtig, möglichst früh nach

Alternativen zu suchen. Neben öffent -

lichen Verkehrsmitteln können das

Fahrgemeinschaften mit Nachbarn sein,

Lieferdienste der Supermärkte oder

Freunde, die den Fahrdienst für be -

stimmte Wege übernehmen.

Wenn Betroffene nicht vom Autofahren

abgebracht werden können, sollten

Angehörige Kontakt zu einer Beratungsstelle

aufnehmen.

45


Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:30 Seite 46

MENSCHEN MIT DEMENZ: Der Umgang mit Demenzkranken

Es ist wichtig, gemeinsam Schönes

zu erleben: Freunde einladen oder besuchen,

ins Café oder Restaurant gehen, Ausflüge

sowie Reisen machen und vieles mehr.

sondern auf die mit ihr verbundenen

Gefühle. So kann ein nachdrücklicher

Grundton als Bevormundung aufgenommen

werden und ein entsprechend ablehnendes

Verhalten hervor rufen.

Im Krankenhaus

Wenn Menschen mit einer Demenz ins

Krankenhaus müssen, ist das für sie und

ihre Angehörigen oftmals eine große

Herausforderung. Aber auch für das

ärztliche und pflegerische Personal ist es

nicht einfach. Denn die meisten Krankenhäuser

sind bisher nicht darauf eingestellt,

dass diese Patienten mehr Zeit

und Einfühlungsvermögen brauchen. Hilf -

reiche Tipps für diese Ausnahme situation

folgen auf den Seiten 48 bis 50.

10 Regeln helfen Angehörigen im Umgang mit Menschen mit Demenz:

1. Informieren Sie sich gründlich über die Krankheit.

2. Nehmen Sie den Menschen mit seiner Erkrankung so an, wie er ist.

3. Versuchen Sie, die Gewohnheiten des Erkrankten beizubehalten.

4. Lenken Sie Ihren Blick auf die noch vorhandenen Fähigkeiten.

5. Ein überschaubarer und gleichbleibender Tagesablauf gibt dem Betroffenen ein Gefühl der Sicherheit.

6. Nehmen Sie dem Betroffenen nicht alle Aufgaben ab.

7. Versuchen Sie, durch langsames Sprechen und durch kurze Sätze mit nur einer Mitteilung Ihre Sprechweise zu vereinfachen.

8. Reagieren Sie mit Ruhe und Ge lassen heit auf Unruhe zustände und Gereiztheit und ver suchen Sie, den Menschen mit Demenz

abzulenken.

9. Liebevolle Zuwendung, Zärtlichkeit und Körperkontakt werden für die Beziehung zu dem Betrof fenen immer wichtiger.

10. Vergessen Sie nicht sich selbst!

46


Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:08 Seite 47

UNTERNEHMENSPORTRÄT

ELIM – leben und arbeiten in der Oase

ELIM war in der Geschichte Israels ein Ort, an dem die

Menschen sich ausruhten und neue Kräfte sammelten.

Ein Stück Himmel auf Erden. Als ELIM Diakonie wollen

wir ein solcher Ort der Zuflucht und Ruhe sein. Menschen,

die Hilfe brauchen, erfahren bei uns Zuspruch für

Leib und Seele sowie kompetente Dienstleistungen.

Wir verantworten das Serviceangebot in sechs Seniorenwohnanlagen

– fünf in nicht eigener und eine in eigener

Trägerschaft. Für die Begleitung im häuslichen Um -

feld sorgen unsere beiden ambulanten Pflegedienste in

Hamburg-Hamm und Norderstedt.

In den drei stationären Einrichtungen (HH-Eppendorf,

Niendorf und Bergedorf) bieten wir Seniorinnen und

Senioren ein neues Zuhause. Die speziellen Bedürfnisse

von demenziell erkrankten Bewohnerinnen und Bewohnern

werden durch entsprechende Angebote berück -

sichtigt, zum Beispiel die besondere Organisation der

Wohngruppen und das Engagement der geschulten

Alltags begleiterinnen und -begleiter. Unser ambulanter

Hos piz dienst gewährleistet eine fachkundige und einfühlsame

Begleitung bis zum Lebensende. Als Arbeit -

geber mit christlich-diakonischer Grundausrichtung liegen

uns die Dienstgemeinschaft und die Mitarbeitenden

am Herzen. Weil die Dienstleistungen von Menschen an

Menschen erbracht werden, legen wir besonderen Wert

auf die Mitarbeiterführung. Wir pflegen eine wertschätzende

Unternehmenskultur, fördern unsere Mitarbeitenden

und sorgen für angemessene Arbeitsbedingungen.

ELIM Diakonie

Bondenwald 56 · 22459 Hamburg · Tel. 040 55425-145

elim-diakonie@fegn.de · www.elim-diakonie.de

47


Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:08 Seite 48

MENSCHEN MIT DEMENZ: Mit Demenz im Krankenhaus

Mit Demenz im Krankenhaus

Für Menschen mit Demenz bedeutet ein Krankenhausaufenthalt

aufgrund der Beeinträchtigungen eine besondere

Herausforderung. Die fremde Umgebung erleben sie oft als

verwirrend und bedrohlich. Für Betroffene und Angehörige

gibt es hilfreiche Informationen und spezielle Angebote in

einigen Hamburger Krankenhäusern.

Am besten schriftlich

Wichtige Informationen sollten schrift -

lich in der Patientenakte hinterlegt

werden: Braucht der Patient Hilfe beim

Essen, Anziehen und Aufstehen? Welches

sind seine Gewohnheiten, Vorlieben und

Abneigungen? Was macht ihn

unruhig oder vielleicht

aggressiv? Für diese

Angaben eignet sich der

„Informationsbogen für

Patienten mit einer Demenz

bei Aufnahme ins Krankenhaus“

der Deutschen Alzheimer Gesell -

schaft. Er kann heruntergeladen werden

unter www.deutsche-alzheimer.de –

unter Angehörige, dann „Mit Demenz im

Krankenhaus“.

Egal, ob es um einen geplanten Eingriff

oder einen plötzlichen Notfall geht – ein

Krankenhausaufenthalt ist für Menschen

mit Demenz und ihre Angehörigen

immer eine Ausnahmesituation. Die

Erkrankten sind aufgrund der Demenz

kaum in der Lage, sich in der fremden

Umgebung zurechtzufinden. Sie wissen

häufig nicht, warum sie im Krankenhaus

sind, können ihre Beschwerden kaum

beschreiben und den Aufklärungs -

gesprächen nur eingeschränkt folgen.

Patienten mit Demenz gut zu versorgen,

erfordert mehr Zeit, als dem medizinischen

und pflegerischen Personal zur

Verfügung steht. Die Angehörigen machen

sich meist große Sorgen und haben

viele Fragen vor, während und manchmal

auch noch nach einem Krankenausaufenthalt.

Gleichzeitig sind sie als

Bezugsperson für die erkrankte Person

wichtiger denn je – als Fürsprecher der

Erkrankten und als Ansprechpartner für

Ärzte und Pfleger.

Von allen Patienten, die in Hamburger

Kliniken wegen körperlicher Erkrankungen

behandelt werden, sind schätzungsweise

10 bis 15 Prozent an Demenz

erkrankt. Dieser Anteil wird wachsen,

aber bisher sind nur wenige Einrichtungen

darauf vorbereitet und können mit

geschultem Personal auf diese Menschen

eingehen. Seit 2016 setzt sich in

Hamburg die Arbeitsgruppe „Demenzielle

Erkrankungen im Krankenhaus“

für Verbesserungen ein. Dort engagieren

sich neben pflegerischen und ärztlichen

Fachleuten sowie Mitgliedern der

Alzheimer Gesellschaft Hamburg auch

Vertreter der Angehörigen. Die Arbeitsgruppe

regt einen engen Austausch

zwischen allen Beteiligten an und will

die Rolle der Angehörigen stärken.

Vor der Aufnahme im Krankenhaus

Patienten mit Demenz sollten nur

stationär behandelt werden, wenn es

un bedingt notwendig ist. Möglichst

viele Untersuchungen sollten vorher

ambulant erledigt werden. Manche

Krankenhäuser haben eine Abteilung für

Geriatrie oder Gerontopsychiatrie, zum

Teil mit einer speziellen Demenzstation.

Diese sind auf die Bedürfnisse von

Menschen mit Demenz vorbereitet und

können sie entsprechend behandeln. In

jedem Fall sollte der Krankenhausaufenthalt

so kurz wie möglich bleiben.

48


Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:08 Seite 49

MENSCHEN MIT DEMENZ: Mit Demenz im Krankenhaus

Zur Aufnahme im Krankenhaus müssen

alle erforderlichen Unterlagen wie

Einweisung, Befunde, aktueller Medikamentenplan

und sonstige Informationen

der behandelnden Ärzte mitgebracht

werden. Das Krankenhauspersonal, aber

auch die Zimmernachbarn sollten von

Beginn an wissen, dass der Patient oder

die Patientin an einer Demenz leidet und

dass sie mit besonderen Verhaltensweisen

rechnen müssen.

Um die Patienten nicht zu überfordern,

sollten sie nur die Kleidungsstücke und

Hygieneartikel mitnehmen, die sie im

Krankenhaus brauchen. Alle notwen -

digen Hilfsmittel wie Brille, Rollator,

Kalender oder Uhr sollten in Reichweite

sein. Daneben können vertraute Gegenstände

hilfreich sein: zum Beispiel ein

Foto der Familie, das sonst zu Hause auf

dem Nachttisch steht, oder das Lieblingskissen

vom Sofa. Ein Buch zum

(Vor-)Lesen oder gewohnte Beschäf -

tigungen lassen die Zeit schneller ver -

gehen und tragen zur Entspannung bei.

Nahe Angehörige sind häufig auch die

Bevollmächtigten oder rechtlichen Betreuer

der Patienten mit einer Demenzerkrankung.

Wenn dies auch die

Gesundheitssorge umfasst, sind die Angehörigen

Hauptansprechpartner für das

Krankenhaus. Sie sollten eine Kopie der

Vorsorgevollmacht oder des Betreuerausweises

im Krankenhaus hinterlassen.

Auf der Station

Ansprechpartner im Krankenhaus sind

das medizinische Personal auf der Station,

aber auch die Mitarbeitenden des

Sozialdienstes. Sie beraten zum Beispiel

über Pflegegrade und wie man sie beantragt,

unterstützen die Verlegung in eine

Ist das medizinische und pflegerische

Personal über die Demenz eines Patienten

informiert, erleichtert dies seinen Aufent -

halt.

Besuchen oder bleiben?

Für demenzkranke Patienten

ist die Gesellschaft

vertrauter Personen im

Krankenhaus sehr wichtig.

Besuchen Sie sie so oft wie

möglich, auch im Wechsel

mit anderen Verwandten. Wenn

Sie über Nacht bei der bzw. dem

Erkrankten bleiben möchten, fragen Sie

nach der Möglichkeit des „Rooming-in“.

Eine Übernahme der Kosten durch die

Krankenkasse ist möglich, viele

Krankenhäuser berechnen hier auch

keine Kosten aufgrund der erhaltenden

Unterstützung durch die Angehörigen.

49


Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:08 Seite 50

MENSCHEN MIT DEMENZ: Mit Demenz im Krankenhaus

Rehabilitationsklinik oder vermitteln

therapeutische Maßnahmen wie Krankengymnastik,

die nach der Entlassung

vielleicht nötig werden.

Viele Krankenhäuser arbeiten mit Ehrenamtlichen

zusammen. Am bekanntesten

sind die „Grünen Damen und Herren“

der evangelischen und katholischen

Krankenhaushilfe. Sie begleiten die

Patienten im Krankenhaus durch Gespräche

und Beschäftigungsangebote,

erledigen kleinere Besorgungen oder

gehen mit ihnen zu Untersuchungen.

Akutkrankenhäuser und Kranken -

häuser mit speziellen Angeboten

Einige Hamburger Krankenhäuser bieten

eine spezielle Versorgung für Patienten

mit Demenzerkrankungen an. Diese Angebote

kommen insbesondere bei planbaren

Krankenhausaufenthalten in

Frage. Akutkrankenhäuser, die bei Notfällen

aufgesucht werden, bieten diese

besondere Begleitung für Menschen mit

kognitiven Einschränkungen zumeist

nicht. In diesen Fällen sollten Angehörige

– sofern der erkrankte Angehörige

bereits in einem Krankenhaus behandelt

wurde und dort bekannt ist – die Mit -

arbeiter des Krankentransportes nachdrücklich

darauf hinweisen. Grundsätzlich

sollte eine Begleitung der erkrankten

Angehörigen auf der Notaufnahme

im Krankenhaus erfolgen.

Spezielle Angebote in Hamburg

Die Station Siloah im AGAPLESION

DIAKONIEKLINIKUM HAMBURG und

die Gedächtnisstation in der Asklepios

Klinik Wandsbek bieten schützende

Räume für Patienten, die an Unruhe,

Verwirrtheit oder Orientierungslosigkeit

leiden. Die Stationen sind baulich und

therapeutisch so zugeschnitten, dass sie

den Patienten Sicherheit in der fremden

Umgebung vermitteln und dass sie sich

leichter orientieren können.

Auf der Station für kognitive Geriatrie

im Albertinen-Haus sind die Pflegekräfte,

das Therapeutenteam sowie die Ärztinnen

und Ärzte besonders geschult. Sie behandeln

ältere, meist mehrfach erkrankte

Menschen mit akuten Krankheitsbildern

mit kognitiven Einschränkungen als Zusatzerkrankung

internistisch, neurologisch

und chirurgisch-orthopädisch.

Das Katholische Marienkrankenhaus

hat eine eigene Station für Demenzund

Delirpatienten mit professioneller

Betreuung in einem patientengerechten

Umfeld. Ein spezielles Architektur- und

Farbkonzept bietet ihnen Orientierung

und Sicherheit. Das Personal ist kompetent

geschult und wird durch Ehrenamtliche

unterstützt. Die Hilfe und Beratung

des Sozialdienstes für Angehörige umfasst

Pflegestufenanträge, Vollmachten,

Kurzzeitpflege, Heimunterbringung und

Pflegedienste. Es gibt auch spezielle

Schulungen für pflegende Angehörige,

eine enge Kooperation mit Selbsthilfegruppen,

Angehörigenhilfe und anderen.

Im Zentrum für Ältere in der Asklepios

Klinik Nord – Ochsenzoll gibt es zwei

Stationen mit orientierungsförderndem

Raumkonzept und geschütztem Atriumgarten.

Im interdisziplinären Team kümmern

sich Geriater, Psychiater und Neurologen

um Patienten mit geriatrischen

Erkrankungen und Demenz, Delir oder

anderen Begleiterkrankungen.

Innere Medizin

Die Station DAVID im Evangelischen

Krankenhaus Alsterdorf ist auf die Bedürfnisse

von Patientinnen und Patienten

mit Demenz ausgerichtet. Das Per -

sonal ist entsprechend geschult und gut

vernetzt mit Hausärzten, Fachärzten,

Pflegediensten und Beratungsstellen.

Psychiatrie und Psychotherapie

Folgende Kliniken bieten eine gute Versorgung

für Menschen mit Demenz:

– Albertinen-Krankenhaus, Station für

Ältere im Zentrum für Psychiatrie und

Psychotherapie

– Asklepios Klinik Harburg, Tagesklinik

für Ältere (Gerontopsychiatrie)

– Asklepios Klinik Nord – Ochsenzoll,

Klinik für Gerontopsychiatrie, Zentrum

für Ältere inklusive Tageskliniken

(Geriatrie und Gerontopsychiatrie)

– Asklepios Klinik Nord – Standort

Wandsbek, Gerontopsychiatrie

– Asklepios Westklinikum Hamburg,

Abteilung für Psychiatrie und Psycho -

therapie, Station für ältere Menschen

– Schön Klinik Hamburg-Eilbek,

Tagesklinik für Ältere (Geronto-

psychiatrie)

– Universitätsklinikum Hamburg-

Eppen dorf, Klinik und Poliklinik

für Psychiatrie und Psychotherapie

(Gerontopsychiatrie mit Tagesklinik)

Zentrale Notaufnahme

Das Albertinen-Krankenhaus, das

Katholische Marienkrankenhaus und

das Bethesda Krankenhaus Bergedorf

setzen Konzepte für ein „Demenz-

sen sibles Krankenhaus“ um.

Kontakte/Adressen: siehe Kapitel 20, Seite 81/82

50


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UNTERNEHMENSPORTRÄT

Mit Demenz im Krankenhaus

Ein Krankenhausaufenthalt ist für Patienten mit Demenz

oft mit Ängsten und Unsicherheit verbunden. Das Marienkrankenhaus

Hamburg ist deshalb ganz besonders auf

körperlich erkrankte Menschen mit Demenz eingerichtet –

und auf Patienten, bei denen sich im Rahmen einer

körperlichen Erkrankung ein Verwirrtheitszustand einstellt.

Eine behutsame Betreuung hilft diesen Patienten, sich in

der fremden Umgebung sicher zu fühlen. Entsprechend

qualifizierte Mitarbeiter werden von eigens geschulten,

ehrenamtlichen Demenzlotsen unterstützt. Die besondere

Stationsarchitektur sorgt dafür, dass sich Menschen mit

Demenz oder Verwirrtheitszuständen gut zurechtfinden.

Angehörigenschulung: Gewusst wie

Neben den therapeutischen Teams auf den Stationen steht

den Angehörigen eine speziell ausgebildete Krankenschwester

zur Seite, die die häusliche Pflege vorbereitet

und in der ersten Zeit nach der Entlassung aus dem Krankenhaus

begleitet. Sie berät, ob ein demenzkranker Patient

überhaupt in die häusliche Umgebung zurückkehren kann.

Bestimmte Pflegetechniken können bereits vor Ort geübt

werden. In einem Initialpflegekurs werden Angehörige auf

die besonderen pflegerischen Bedürfnisse Demenzkranker

vorbereitet und können sich mit anderen Angehörigen

austauschen. Auf Wunsch kommt die Pflegetrainerin auch

nach Hause, um das Wohnumfeld zu optimieren.

Kath. Marienkrankenhaus gGmbH

Alfredstraße 9 · 22087 Hamburg · Tel. 040 2546-0

info@marienkrankenhaus.org · www.marienkrankenhaus.org

51


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REPORTAGE: Von zu Hause ins Heim

Im Zwiespalt zwischen Vorwürfen und

Erleichterung

Von zu Hause ins Heim: eine schwere Entscheidung für die Angehörigen

Schlechtes Gewissen, schwere Entscheidung

und Angst – diese Begriffe fallen,

wenn Britta K. über die Zeit spricht, in

der sie sich mit der Pflege ihrer an Alzheimer

erkrankten Mutter Renate am

Ende ihrer Kräfte sah und über den Einzug

ins Heim nachdachte.

„Bis zum Wechsel in das Heim sagte mir

der Verstand: Es kann so nicht weitergehen.

Alles dreht sich nur noch um die

Betreuung. Ich hatte permanent Angst,

dass etwas passiert, wenn ich nicht bei

ihr bin“, erzählt die 47-Jährige. Bei aller

Einsicht kreiste aber auch ein anderer

Gedanke im Kopf: „Ich kann doch meine

Mutter nicht einfach in ein Heim abschieben.“

Das schlechte Gewissen sei

stärker gewesen als die Vernunft und

„ich wollte lange keine Entscheidung

treffen“. Geholfen haben Britta dann die

Umstände. „Nachdem meine Mutter

nachts aus ihrer Wohnung allein in ein

Krankenhaus gelaufen war, weil sie

wohl Angst allein hatte, habe ich am

nächsten Tag mit der Leitung des Heimes

gesprochen, in dem wir einen

Schnupperbesuch gemacht hatten. Die

sagte dann ‚Kommen Sie heute und

bringen Sie Ihre Mutter‘.“

Wie ist die Tochter das Thema Wechsel

in ein Heim angegangen? Sie hat sich

bei der Alzheimer Gesellschaft Hamburg

Hilfe geholt, berichtet die 47-Jährige.

Und sie hat mit ihrer Mutter zwei Einrichtungen

besucht. „Das würde ich

jedem, der vor einer so Entscheidung

steht, empfehlen.“ So sei dann die Wahl

für das neue Zuhause der Mutter am

Tag X einfacher gewesen und „ich war

froh, dass in dem Heim auch ein Platz

frei war“. Trotz allem habe sie beim Abschied

am ersten Tag „eine Runde geheult,

als meine Mutter zu mir sagte:

‚Ich wusste, dass Du mich abschiebst‘“.

Diese Bemerkung saß und es kostete

Britta Überwindung, am nächsten Tag

wieder zur Mutter zu gehen. Als es dann

soweit war, gab es eine Überraschung.

„Meine Mutter sagte, dass sie sich

wohlfühlt.“ Es sei für sie wichtig zu wissen,

dass ihre Mutter jetzt in guten

Händen ist und im Alltag alle Hilfen bekommt,

die notwendig sind, sagt Britta

rückblickend. Nach den intensiven Monaten

der Pflege habe sie gelernt, ihre

Mutter loszulassen. „Gleichzeitig habe

ich mich gefragt: Was tut meiner Mutter

neben den Angeboten des Heimes

gut? Wie kann ich dafür sorgen, dass sie

weiter am Leben teilnehmen kann?“

Heute unternehmen Mutter und Tochter

einmal in der Woche etwas zusammen.

Regelmäßige Besuche einer Ergotherapeutin

sind ebenfalls fest im Wochenablauf

verankert. Als Glücksgriff habe

sich das Angebot einer „Hundefrau“

vom Hospizdienst erwiesen, berichtet

Britta begeistert. Gemeinsam mit dem

Hund geht es für ihre Mutter dann auf

einen Spaziergang an der frischen Luft.

In der Rückschau steht für Britta fest:

„Es ist gut, wie es ist. Meine Mutter hat

ihren Frieden gefunden, und auch ich

habe wieder mehr Lebensqualität.“ Zu

den Begriffen, die vor der Entscheidung

für ein Heim in ihrem Kopf kreisten,

habe sie inzwischen einen weiteren hinzugefügt:

Erleichterung.

Eine Abwechslung im Alltag ist der Spazier -

gang gemeinsam mit einem Hund.

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REPORTAGE: Von zu Hause ins Heim

Mit einem Lächeln geht’s nach Hause:

Wohn-Paten unterstützen Betroffene

ehrenamtlich – Schulung gibt Sicherheit

Es gibt viele Möglichkeiten sich für

Menschen mit Demenz und Angehörige

zu engagieren. So setzen sich Wohn-

Paten für alleinstehend Betroffene ein,

unterstützen Ombudspersonen den Mitwirkungsbeirat

in Wohneinrichtungen

oder WG-Begleiter die Selbstorganisation

pflegender Angehörigen in Wohngemeinschaften.

„Alle drei Formen sind eine schöne Aufgabe

für Menschen, die etwas von ihrer

persönlichen Zeit für andere abgeben

möchten“, sagt Projektkoordinatorin

Sabine Wannags von der Alzheimer Gesellschaft

Hamburg. Im Gegensatz zum

WG-Begleiter und Ombudsmann, die jeweils

Gruppen beratend begleiten (siehe

Infokasten), sind Wohn-Paten in Zusammenarbeit

mit gesetzlichen Betreu-

Zwei der Wohn-Paten der Alzheimer

Gesellschaft Hamburg sind Renate

Messaoudi und Edith Feldhaus (von links),

hier im Gespräch über ihre Arbeit mit

Projektkoordinatorin Sabine Wannags.

ern oder entfernt lebenden Angehörigen

direkt in der Begleitung alleinlebender

Menschen mit Demenz tätig.

Renate Messaoudi ist eine der Wohn-

Patinnen, die sich in der Hansestadt engagieren.

Bevor sie als Pate begonnen

hat, ließ sie sich in einem Seminar schulen.

Dort habe es Informationen über

die Krankheit, über die Aufgaben und

die rechtlichen Rahmenbedingungen

gegeben. Sie unterstütze seit einigen

Monaten mit Petra eine Bewohnerin

einer Wohneinrichtung. „Ich wollte

mich engagieren und sage heute: ‚Jemanden

als Wohn-Pate zu unterstützen

macht Freude, strengt nicht an und ich

gehe jedes Mal mit einem Lächeln nach

Ehrenamtliche Alltagshilfe

Zur Steigerung der Lebens qualität

von Menschen mit Pflege- und

Assistenz bedarf gibt es drei

Formen für ehrenamtliches

Engagement:

Wohn-Paten

Wohn-Paten übernehmen

ehrenamtlich Angehörigenfunktionen.

Sie unterstützen

alleinstehende Menschen in einer

Wohngemeinschaft oder Wohneinrichtungen.

Der Pate übernimmt typische

Aufgaben eines Angehörigen, beispielsweise

gemeinsam angenehme Stunden

zu erleben, kleinere Besorgungen zu

erledigen oder bei Aktivtäten der Wohn -

gemeinschaft zu begleiten. Er steht in

Kontakt mit dem gesetzlichen Betreuer,

der weiterhin für alle rechtlichen

Belange verantwortlich bleibt.

WG-Begleiter

Ein Begleiter einer ambulanten Wohn -

gemeinschaft (WG) unterstützt die

Angehörigengruppe bei allen organisatorischen

Fragen einer WG. Dabei geht

es um die Umsetzung von Mitwirkungsrechten.

Ombudsperson

Eine Ombudsperson wird durch die

Wohnpflegeaufsicht bestellt. Sie vertritt

die Interessen von Menschen, die in

Wohneinrichtungen leben, und unter -

stützt den Wohnbeirat gegenüber der

Einrichtungsleitung.

Hause.‘“ Viele interessante Gespräche

habe sie mit Petra geführt, auch über

Themen wie Testament oder Todesfall.

„Ich freue mich, dass ich Petra auch bei

Problemen im Alltag unterstütze, wenn

sie es alleine nicht schafft.“

53


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REPORTAGE: Von zu Hause ins Heim

Ganz ähnlich sind die Erfahrungen, die

Edith Feldhaus gemacht hat. Sie pflegte

viele Jahre ihre demente Mutter und

wollte dann etwas zurückgeben. „Zunächst

war ich WG-Begleiterin, habe

dann aber gemerkt, dass mir die Arbeit

als Patin mit dem persönlichen Kontakt

mehr liegt.“ Einmal pro Woche besuche

sie Eddie. „Ich habe das Ziel, dass es uns

beiden dann gut geht und Eddie sich

wohlfühlt“, erzählt Feldhaus. Manchmal

reiche es aus, einfach nur da zu sein.

Wichtig sei für sie, aber auch Grenzen

zu setzen. „Wer einen anderen Menschen

unterstützt, sollte darauf achten,

dass es nicht zu einer Belastung wird,

weil immer mehr Zeit abgefordert wird.“

Für sie seien für ihre Arbeit ebenso die

regelmäßigen Treffen der Wohn-Paten

interessant, da „wir dort einen regen

Austausch über die Erlebnisse, aber

auch über mögliche Probleme haben“.

Für Projektkoordinatorin Wannags und

ihre Kollegin Anya Freese wird die Herausforderung

immer größer. „Wir bekommen

immer mehr Anfragen“. Deshalb

würden sie sich freuen, wenn sich

noch mehr Menschen als Wohn-Pate

engagieren. Die Grundschulung erfolge

in zehn Seminarstunden und dann bestimme

jeder, wieviel er an Zeit einbringe.

„Die, die mitmachen, berichten

uns, dass sie die Aufgabe als eine Bereicherung

empfinden“, so Wannags.

INFO

WG-Begleiter und Wohn-Paten

Alzheimer Gesellschaft Hamburg e. V.

Sabine Wannags / Anya Freese

Telefon: 040 68913625

E-Mail: s.wannags@alzheimer-hamburg.de

Ombudsperson

STATTBAU HAMBURG Stadtentwicklungsgesellschaft

mbH

Martina Kuhn

Telefon: 040 432952-36

E-Mail: m.kuhn@stattbau-hamburg.de

UNTERNEHMENSPORTRÄT

Besondere stationäre Dementenbetreuung

Das Senioren- und Therapiezentrum Rahlstedter Höhe

besticht durch seine Vielfältigkeit. Die Wohnbereiche für

Menschen im stationären Bereich, der Dementen be treu -

ung und Palliativpflege bilden nahezu alle Versorgungsstrukturen

ab. Im Fachbereich Demenz werden bis zu 53

Bewohner pflegerisch und therapeutisch betreut.

Eine groß zügige Terrasse bietet zudem einen Aktiv-Park

mit Sinneswelten, die pädagogische und therapeutische

Elemente verbinden. Der Aufenthalt dient der Entspannung

und sorgt außerdem für ein ganzheitliches Wohlbefinden.

Die individuelle Gestaltung der Räumlichkeiten

hilft zusätzlich bei der Orientierung.

Senioren- und Therapiezentrum Rahlstedter Höhe GmbH

Kühlungsborner Straße 7–11 · 22147 Hamburg · Tel. 040 648996-0

info@haus-rahlstedter-hoehe.de · www.haus-rahlstedter-hoehe.de

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UNTERNEHMENSPORTRÄT

Sicherheit. Würde. Lebensfreude.

Das Haus Ilse ist eine staatlich anerkannte geschlossene

gerontopsychiatrische Fachpflegeeinrichtung. Uns ist es

wichtig, die Gefühle unserer Bewohner zu respektieren

und ihnen ein würdiges Altern als erwachsene und

lebenserfahrene Menschen zu ermöglichen. Gleichzeitig

ist es unser Wunsch, dass sich unsere Bewohner geborgen

und in Sicherheit fühlen. Dazu verhilft ein strukturierter

Tagesablauf mit orientierenden Grenzen, in dessen Verlauf

eine behütende Fürsorge erkennbar ist. Neben der

täglichen therapeutischen Begleitung, fördern jahreszeitliche

Feste und eingestreute Events die Lebensfreude

und das lebendige Miteinander in unserem Hause.

Haus Ilse Alten- und Pflegeheim

Segeberger Chaussee 23 · 22850 Norderstedt · Tel. 040 5294153

info@hausilse.com · www.hausilse.com

Mit Kakadu und Reiki gegen das Vergessen

„Das Wichtigste ist, die Bedürfnisse von an Demenz

erkrankten Menschen wahrzunehmen und darauf individuell

einzugehen“, erklärt Lutz Richter, Residenzleiter des

SenVital Senioren- und Pflegezentrums Hamburg am

Barmbeker Markt. Neben menschlicher Wärme setzt man

hier deshalb auf verschiedene ganzheitliche Behandlungswege.

Dazu gehören die klassische Biografiearbeit,

beschäftigungstherapeutische Angebote, aber auch inno -

vative Konzepte. So schaut in dem behütenden Bereich

regelmäßig Kakadu Kimi vorbei. Sogar eine Reiki-Lehrerin

kümmert sich um die positiven Energien der Gäste – mit

großem Erfolg: „Diese blühen regelrecht auf“, so Richter.

SenVital Senioren- und Pflegezentrum Hamburg am Barmbeker Markt

Stückenstraße 1 · 22081 Hamburg · Tel. 040 2000381-0

info-hamburg@senvital.de · www.senvital.de

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MENSCHEN MIT DEMENZ: Vielseitige Hilfen

Vielseitige Hilfen für Angehörige

und Betroffene

Die meisten Menschen mit einer Demenz leben zu Hause und werden von Angehörigen

betreut. Beratung, Gesprächs gruppen und professionelle Dienste unterstützen und sichern

die häusliche Pflege und Betreuung.

Das Leben im gewohnten Zuhause und in

der vertrauten Umgebung unterstützt

Menschen mit Demenz dabei, ihr Leben

möglichst lange weitgehend selbstständig

und selbstbestimmt zu führen. Wenn

die Erkrankung fortschreitet, sind Angehörige

gefordert: Sie übernehmen immer

mehr Aufgaben und sichern so den gewohnten

Alltag. Ihr persönlicher Freiraum

für eigene Aktivitäten nimmt dadurch ab,

gesundheitliche Belastungen durch

Stress und nächtliche Unruhe nehmen zu.

Damit Angehörige möglichst lange und

gesund den Alltag tragen können, gibt

es viele Hilfen zur Unterstützung der

tägliche Begleitung und Betreuung des

Betroffenen. Aber vielen Angehörigen

fällt es nicht leicht, Hilfe anzunehmen.

Tipp

Beratung

Angehörige, die sich stark

belastet fühlen und zugleich

Bedenken haben, Hilfe

anzunehmen, sollten Kontakt zu

einer Beratungsstelle aufnehmen.

Dort können sie den Zwiespalt

besprechen und Klarheit finden oder sich

über mögliche Hilfen in der persönlichen

Situation informieren (siehe auch Artikel 7,

Information und Beratung, ab Seite 28).

Sie machen sich häufig Vorwürfe, es

nicht selbst geschafft zu haben. Sie

meinen, fremde Personen könnten nicht

mit dem Angehörigen umgehen. Auch

Schamgefühle kommen hier häufig ins

Spiel. Für die Angehörigen ist es dann

wichtig zu erkennen, dass die Entlastung

nicht nur ihre Gesundheit stärkt, sondern

auch für den erkrankten Angehö -

rigen eine positive Abwechslung sein

kann. Indem sie Hilfe annehmen, nehmen

sie ihre Verantwortung wahr und

geben sie eben gerade nicht ab.

Kurse für Angehörige

Ergänzend zur Einzelberatung, bieten

Kurse speziell für Angehörige von Menschen

mit Demenz eine gute Möglichkeit,

sich umfassender und im Austausch

mit anderen zu informieren. Hier können

sie über das Krankheitsbild Demenz

sprechen, über den Umgang mit erkrankten

Angehörigen, die eigenen Belastungen,

mögliche Unterstützungs -

leistungen sowie gesetzlichen Ansprüchen

und rechtliche Aspekte. Die Kurse

werden von verschiedenen Trägern angeboten.

Sie werden über ein Wochenende,

aber auch in kürzeren Einheiten

unter der Woche angeboten. Die Teilnahme

ist meist kostenfrei und zugleich

besteht bei den meisten das Angebot

einer zeitgleichen Betreuung des erkrankten

Angehörigen.

Gesprächsgruppen für Angehörige

Es ist gut nachvollziehbar, dass es Angehörigen

oft schwerfällt, die Erkrankung

ihres Familienmitglieds und die veränderten

Rollenanforderungen anzunehmen.

Der Austausch mit Gleichbetroffenen

in Gesprächsgruppen kann ihnen

helfen, sich nicht allein vor diesen Fragen

zu sehen. Durch gemeinsame Er -

fahrungen, Verständnis und Zuspruch

gewinnen sie Klarheit und Kraft. Angehörige

können sich in diesen Gruppen

emotional stärken und von den Erfahrungen

anderer profitieren. Die Alz -

heimer Gesellschaft Hamburg e. V. und

andere Träger bieten viele Gesprächs -

gruppen in Hamburger Stadtteilen an.

Darüber hinaus gibt es spezielle Gesprächsgruppen

für Angehörige von jüngeren

Menschen mit Demenz und von

Menschen, die an einer frontotemporalen

Demenz erkrankt sind.

Gesprächsgruppen für Betroffene

Auch für Betroffene, die die Diagnose im

frühen Stadium erhalten haben, bietet

die Alzheimer Gesellschaft Hamburg

e. V. eine spezielle Beratung und zwei

fachlich geleitete Gesprächsgruppen an.

Die Themen werden von den Teilnehmern

der Gruppe bestimmt. Neben Gesprächsrunden

werden auch gemeinsame

Freizeitaktivitäten unternommen.

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MENSCHEN MIT DEMENZ: Vielseitige Hilfen

Einzel- und Gruppenbetreuung durch

ehrenamtliche Helfer

In Hamburg werden von Mitgliedern der

Angehörigenhilfe Demenz und weiteren

Anbietern Unterstützungs- und Entlastungsleistungen

durch geschulte ehrenamtliche

Helfer angeboten.

Einzelbetreuung

Die Einzelbetreuung findet meist zu

Hause oder im näheren Umfeld statt. Es

handelt sich um eine sehr individuelle

Betreuung, in der persönliche Vorlieben

und Kompetenzen aufgenommen werden.

Im Verlauf werden die Einsätze zumeist

direkt von den ehrenamtlichen

Helfern und Angehörigen abgestimmt.

Oft werden die ehrenamtlichen Helfer

auch zu einem vertrauten Ansprech -

partner für die Angehörigen. Nicht zuletzt

stellt die ehrenamtliche Betreuung

auch eine gute Möglichkeit für Angehörige

dar, das erste Mal auszuprobieren,

wie es ist, wenn andere Personen den erkrankten

Angehörigen betreuen. Erfahrungen

zeigen, dass pflegende Ange -

hörige immer wieder überrascht sind,

wie gut dies geht.

Betreuungsgruppen

Betreuungsgruppen werden in verschiedenen

Stadtteilen angeboten, meist

einmal in der Woche für acht Gäste.

Unter Leitung einer Fachkraft findet die

Betreuung in einer Kleingruppe mit geschulten

ehrenamtlichen Helfern statt.

Sie gehen in entspannter Atmosphäre

individuell auf die Gäste ein, leiten

spielerische, kreative und musikalische

Aktivitäten an. Dazu gehören auch

Spaziergänge und eine kleine Mahlzeit,

die gemeinsam eingenommen wird. Wie

die Einzelbetreuung, ist auch die Be -

treuungsgruppe ein guter Einstieg für

weitere Unterstützungsangebote.

Angebote für Menschen im frühen

Stadium der Demenz

In Hamburg gibt es zunehmend auch

Angebote, die sich speziell an Menschen

im frühen Stadium der Erkrankung

richten. Sie sind auf Nachfrage von

Be troffenen entstanden, die Kontakt

zu Gleichbetroffenen suchen und mit

Begleitung gemeinsame Aktivitäten

unternehmen wollen. Es handelt sich

um Gruppenangebote, die bis zu sechs

Stunden dauern.

Ambulante Pflegedienste

Mitarbeiter ambulanter Pflegedienste

können die häusliche Betreuung der Angehörigen

unterstützen, in Einzelbetreuung

und durch Übernahme der Pflege.

Auf sich selber achten

Als pflegende Angehörige sollten Sie

nicht zuletzt auf ihre eigene körperliche

und seelische Gesundheit achten. Dazu

gehören regelmäßige ärztliche

Betreuung, eventuell psychologische

Hilfe, entspannende Tätigkeiten

und Übungen. Bewegen Sie

sich ausreichend, essen Sie

gesund, verfolgen Sie

weiter Ihre Interessen und

halten Sie Kontakte zu

Familie, Freunden und

Bekannten aufrecht. Wenn Sie

selbst ausgeglichen sind, tragen Sie

damit auch zum Wohlbefinden der

Betroffenen bei.

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MENSCHEN MIT DEMENZ: Vielseitige Hilfen

Die betroffene Person kann so auch zusätzliche

Anregung und Kontakte erhalten

und der Angehörige kann Entlastung

bei der körperlichen Pflege bekommen.

Bestimmte Pflegedienste bieten auch

spezielle medizinische und pflegerische

Leistungen der häuslichen Versorgung in

der letzten Lebensphase an. Diese palliativen

Pflegeleistungen können unabhängig

von den Leistungen der Pflegeversicherung

genutzt werden, ambulant oder

auch in der stationären Pflege.

Tagespflege

In Hamburg gibt es über 30 Tages -

pflegen, in denen mehrheitlich bis zu 25

Gäste über einen Zeitraum von sechs

Stunden betreut werden. Die Arbeit ist

zumeist besonders auf die Betreuung

von Menschen mit Demenz ausgerichtet.

Im Mittelpunkt stehen spielerische, körperliche

und musikalische Aktivitäten.

Die Gäste erhalten drei Mahlzeiten und

werden mit einem eigenen Bustransfer

von Zuhause in die Tagespflege und zurück

gebracht. Die Tagespflege eignet

sich besonders für die Entlastung von

Angehörigen, da sie neben einer anregenden

Betreuung für den Betroffenen

auch für den Transfer und die Mahl -

zeiten sorgt.

Pflege und Betreuung bei Verhinderung

des Angehörigen

Um Angehörigen eine Auszeit zu ermöglichen

oder wenn sie aus gesundheit -

lichen Gründen die Pflege nicht übernehmen

können, gibt es die Möglichkeit,

den Erkrankten eine Zeit lang im Rahmen

der Verhinderungspflege zu Hause

oder in der Kurzzeitpflege in einer stationären

Pflegeeinrichtung zu versorgen.

Bei Menschen mit einer Demenz ist

jedoch genau zu prüfen, ob die Ver -

sorgung im Rahmen der Verhinderungspflege

zu Hause sichergestellt werden

kann. Zumeist kann die Kurzzeitpflege

eine sichere Betreuung des erkrankten

Angehörigen am besten gewährleisten.

Zugleich bietet die Kurzzeitpflege die

Möglichkeit, eine stationäre Pflegeeinrichtung

näher kennenzulernen.

Freizeit, Kultur und Urlaubsangebote

In den letzten Jahren sind viele Freizeitangebote

entstanden, die sowohl gemeinsam

als auch einzeln von Menschen

mit Demenz und ihren Angehörigen genutzt

werden können.

Chöre

Musik und das gemeinsame Singen von

Liedern spricht Menschen mit Demenz

zumeist gut an. Musik belebt, verbindet

die Menschen miteinander und bereitet

viel Freude. In Hamburg gibt es unter

Leitung von Musikpädagogen auch

Chorangebote für Menschen mit Demenz

und Angehörige. Mit viel Freude

und Elan werden in zwei Chorproben im

Monat bekannte und weniger bekannte

Lieder gesungen, um mit einem kleinen

Repertoire auch öffentlich aufzutreten.

Im Mittelpunkt steht die Freude am

gemeinsamen Singen und nicht das Er -

gebnis.

Museumsführungen

In der Hamburger Kunsthalle und vielen

weiteren Museen gibt es spezielle Führungen,

die sich in Dauer, Ansprache und

Konzentration am Bedarf von Menschen

mit Demenz orientieren.

Kreativ- und Kunstgruppen

Unter Leitung von Kunstpädagogen und

freien Künstlern können sich Menschen

mit Demenz kreativ ausprobieren. Im

Mittelpunkt stehen nicht das Ergebnis,

sondern der Gestaltungsprozess und der

Kontakt. Die Begegnung und die gemeinsame

Freude über das geschaffene

Bild oder Objekt ist immer wieder eine

schöne Erfahrung. Die Angebote richten

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UNTERNEHMENSPORTRÄT

Angehörigenschule & Pflegeleitstelle Demenz

Im Rahmen einer Kooperation zwischen der Hamburger

Angehörigenschule und der AOK Rheinland/Hamburg

bieten wir für pflegende Angehörige, Nahestehende und

ehrenamtlich Unterstützende spezielle Pflegedemenz-

Kurse an. Hier erhalten die Teilnehmer Informationen

und Anregungen zur Pflege und Alltagsbewältigung und

natürlich Wissenswertes zur Erkrankung Demenz. Die

Pflegekurse vermitteln Sicherheit im Umgang mit der

besonderen Situation und können auch zu einem Austausch

mit anderen Betroffenen beitragen. Die Teilnahme

ist kostenlos und unabhängig von der Kassen -

zugehörigkeit möglich.

Das aktuelle Kursprogramm ist bei der AOK Rheinland/

Hamburg und bei der Hamburger Angehörigenschule

(www.hamburgerangehoerigenschule.de) erhältlich. Die

AOK Rheinland/Hamburg bietet zudem mit ihrer Pflegeleitstelle

Demenz eine wichtige Unterstützung für

pflegende Angehörige und steht für Fragen mit einem

Expertenteam zur Verfügung (Telefon: 0241 464-275).

Wir helfen bei der exklusiven Beratung und Begleitung,

nennen Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen in der

Nähe, geben einen Überblick über Entlastungsmöglichkeiten

und deren Finanzierung, informieren u. a. über

spezialisierte Pflegedienste, Tagespflegehäuser und stationäre

Pflegeeinrichtungen und wir zeigen spezialisierte

medizinische sowie pflegerische Versorgungsangebote

auf. Die Pflegeleitstelle Demenz ist ein besonderer

Service für pflegende Angehörige von AOK-Versicherten.

AOK Rheinland/Hamburg

Pappelallee 22–26 · 22089 Hamburg · Tel. 040 2023-2023

aok.hh@rh.aok.de · www.aok.de/rh

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UNTERNEHMENSPORTRÄT

Ein zweites Zuhause für Menschen mit Demenz

Sich sicher und geborgen fühlen in einem Umfeld, das

größtmögliche Selbstständigkeit bietet – mit diesem

Anspruch haben wir unsere Senioreneinrichtungen speziell

für Menschen mit Demenz ausgestattet. Für sie bieten

unsere Häuser in Altona, Stellingen, St. Georg und

Wellingsbüttel maßgeschneiderte Betreuung und Hilfe

an – egal ob in der häuslichen Pflege, der Tagespflege

oder im Seniorenheim. Unser qualifiziertes Fachpersonal

geht individuell auf die Ansprüche demenziell Erkrankter

ein und bietet Beratung und Entlastung auch für pflegende

Angehörige. Lernen Sie uns kennen: Diakonie

Alten Eichen – seit 150 Jahren „Dem Menschen zuliebe“.

Diakonie Alten Eichen

Wördemanns Weg 19–23 · 22527 Hamburg · Tel. 040 5487-1010

demenz@diakonie-alten-eichen.de · www.diakonie-alten-eichen.de

Besondere Betreuung für Menschen mit Demenz

Das Theodor-Fliedner-Haus bietet die stationäre Pflege

und Betreuung von älteren und kranken Menschen an.

Wir handeln nach den Leitsätzen der diakonischen Pflege -

qualität. Individuelle Bedürfnisse unserer Bewohnerinnen

und Bewohner sowie der Respekt vor den Menschen

stehen bei uns ebenso im Vordergrund wie die pflege -

rische Qualität und eine professionelle medizinische

Versorgung. In ruhiger Lage in Hamburg-Bramfeld geben

wir unseren Bewohnern die Sicherheit und die Geborgenheit

eines neuen Zuhauses. Schwerpunkte unseres

Hauses sind neben der stationären Pflege die besondere

Betreuung von an Demenz erkrankten Menschen.

Theodor-Fliedner-Haus | Evangelisches Seniorenwohn- und Pflegezentrum Bramfeld

Berner Chaussee 37–41 · 22175 Hamburg · Tel. 040 646045-0

info@tfh-hamburg.de · www.tfh-hamburg.de

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MENSCHEN MIT DEMENZ: Vielseitige Hilfen

sich nicht nur an Menschen mit beginnender

Demenz, Angehörige können

auch teilnehmen.

Theater, Schul- und KITA-Projekte

Es gibt in verschiedenen Stadtteilen

gemeinsame Projekte mit Kindern, Schülern

und Menschen mit Demenz. In

Theaterprojekten kommen Menschen

mit Demenz mit Grundschülern zusammen

und drücken unter Anleitung einer

Theaterpädagogin Gedichte, Lieder und

Szenen kreativ im darstellenden Spiel

aus.

Sportangebote

Sport und Bewegung sind in jedem Alter

für den Erhalt von Gesundheit und Lebensfreude

wichtig. Oft überfordern die

üblichen Sportangebote aber Menschen

mit einer Demenz. In Zusammenarbeit

mit Sportvereinen sind deshalb Angebote

für Menschen mit Demenz und Angehörige

entstanden, in denen Kraft,

Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination

unter Berücksichtigung der per -

sönlichen Leistungsfähigkeit trainiert

werden.

Musik und Tanz

In vielen Stadtteilen in Hamburg gibt es

Musik und Tanzcafés für Menschen mit

Demenz und ihre Angehörigen. In einem

schönen Rahmen erleben die Gäste bei

Live-Musik, Kaffee und Kuchen einen

unbeschwerten Nachmittag. Ehrenamtliche

Betreuerinnen kümmern sich um

die Erkrankten, tanzen mit ihnen und

geben den Angehörigen Freiraum für

Gespräche. Es kommt zu Begegnungen

und Gesprächen, die in anderer Umgebung

vielleicht nie zustande gekommen

wären. Einige schunkeln, andere singen

oder summen mit oder wippen mit den

Füßen.

Stadtteilführungen, Stadtparkspaziergänge

Immer wieder werden spezielle Stadtteilführungen

und Parkspaziergänge angeboten.

Die Stadtteilführungen verbinden

Bewegung, Erinnerung und Wiederentdecken.

Und die Spaziergänge ermöglichen

Bewegung und Entspannung in der Natur.

Die Rundgänge schaffen darüber hinaus

Begegnungen mit anderen und sind in

Umfang und Konzen tration an Menschen

mit Demenz ausgerichtet.

Hausnotrufdienste

Wenn Sie einen Hausnotrufdienst

nutzen, tragen Sie einen kleinen

Alarmgeber am Körper, der über das

Telefonnetz mit einer Notrufzentrale

verbunden ist. Rund um die Uhr wird

dort bei Bedarf die notwendige Hilfe

veranlasst, zum Beispiel wird

ein Arzt, eine Pflegekraft,

eine Person Ihres Vertrauens

oder auch ein Rettungsdienst

verständigt.

Hausnotrufdienste können

alleinlebende Menschen mit

Demenz im frühen Stadium der

Erkrankung Sicherheit geben. Dies

verändert sich im Verlauf der Erkrankung,

da dann die Fähigkeiten zur Bedienung

abnehmen. Für ältere pflegende

Angehörige von Menschen mit Demenz

sind Hausnotrufdienste sinnvoll, um

Notfallsituationen der pflegenden

Angehörigen abzusichern.

Hausnotrufsysteme werden von den

Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege

und von privaten Anbietern angeboten.

Unter bestimmten Voraussetzungen

übernimmt Ihre Pflegekasse die Kosten,

oder das Grundsicherungs- und

Sozialamt gibt einen Zuschuss.

Einen Anspruch auf Hausnotruf nach

dem Pflegeversicherungsgesetz haben

alle Pflegebedürftigen, die alleine

wohnen oder am Tage überwiegend auf

sich selbst gestellt sind, die mit dem

Telefon in Notsituationen keinen Hilferuf

absetzen können und bei denen

aufgrund des Krankheits- beziehungsweise

Pflegezustandes jederzeit mit einer

derartigen Notsituation zu rechnen ist.

Auskünfte erteilt die Bezirkliche

Seniorenberatung in Hamburg.

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MENSCHEN MIT DEMENZ: Vielseitige Hilfen

Geben Sie einer vertrauten Person einen Zweitschlüssel zu Ihrer Wohnung.

Betreute Urlaube

Ein gemeinsamer Urlaub wird im Verlauf

der Demenz immer schwieriger. Deshalb

sind spezielle Urlaubsangebote für

Menschen mit Demenz und Angehörige

entstanden. Die Angehörigen sind tagsüber

von der Begleitung und Betreuung

entlastet, können entspannen und Ausflüge

unternehmen. Der Kontakt zu anderen

Angehörigen schafft Vertrautheit

und kann Anregungen über den Urlaub

hinaus bringen. Die Begleitung der erkrankten

Angehörigen erfolgt durch eine

feste Bezugsperson.

Wohn-Pflege-Angebote für Menschen

mit Demenz

In Hamburg stehen verschiedene Wohn-

Pflege-Angebote zur Verfügung, wenn

die Pflege und Betreuung zu Hause nicht

mehr möglich sein sollte. Viele Pflegeheime

haben sich in den letzten Jahren

auf Bewohner mit einer Demenz ausgerichtet.

Der Personenkreis benötigt eine

besondere Betreuung und Umgebung,

die Stress reduziert, die Erfahrung des

Personseins stärkt und die Sinne gezielt

anregt. Daneben bestehen Wohngemeinschaften

und Pflegeeinrichtungen,

die speziell auf Menschen mit Demenz

ausgerichtet sind.

Wohngemeinschaften

Für viele Menschen mit einer Demenz

sind überschaubare und familiäre

Wohngemeinschaften besonders ge -

eignet. Denn so werden die Orientierung,

die Zugehörigkeit und sinnliche

Anregungen unterstützt. Wohngemeinschaften

für Menschen mit Demenz gibt

es in vielen Stadtteilen mit ambulanter

oder stationärer Versorgung.

Besondere stationäre Pflegeeinrichtungen

Immer wieder sind mit einer Demenz -

erkrankung auch Verhaltensweisen verbunden,

die besondere Anforderungen

an die Begleitung und Betreuung stellen.

Dies kann zum Beispiel starke Unruhe,

ein hoher Bewegungsdrang, ein zwanghaftes

Handeln oder ein verbal und

körperlich aggressiver Ausdruck sein. In

diesen Fällen ist eine Betreuung in

einem Heim oder einer Wohngemeinschaft

für die Menschen mit Demenz zumeist

nicht möglich. Um ihren Ver -

haltensweisen gerechter zu werden, sind

zum Beispiel größere Räume mit Rückzugsbereichen

erforderlich. In Hamburg

gibt es deshalb Pflegeeinrichtungen, die

sich auf Menschen mit Demenz mit besonderen

Verhaltensweisen spezialisiert

haben.

Kontakte/Adressen: siehe Kapitel 20, Seite 82

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MENSCHEN MIT DEMENZ: Vielseitige Hilfen

Tipp

Tipps für Alleinlebende mit einer Demenz

– Sollten Sie die rechtliche Vorsorge für sich noch nicht geregelt haben, informieren Sie sich hierüber und nehmen Sie Kontakt

zu einer Beratungsstelle auf (siehe Artikel 8 und 18).

– Nutzen Sie Gedächtnisstützen wie Kalender, Notiz- und Klebezettel oder lassen Sie sich von einer vertrauten Person an

Termine erinnern.

– Strukturieren Sie Ihren Alltag mit Tages- und Wochenplänen.

– Bewahren Sie wichtige Dinge immer am selben Platz auf.

– Vereinfachen Sie Ihren Alltag, beispielsweise mit Fertiggerichten oder „Essen auf Rädern“, mit einem Seniorentelefon, indem Sie

unbenutzte Kleidung und Hausrat aussortieren.

– Sorgen Sie für Sicherheit: Geben Sie einer vertrauten Person einen Zweitschlüssel zu Ihrer Wohnung, schaffen Sie zu Hause gute

Beleuchtung und entfernen Sie Stolperfallen. Hängen Sie wichtige Kontakte direkt neben das Telefon. Verabreden Sie regelmäßige

Telefonate oder Notrufzeichen mit den Nachbarn. Sie können auch einen Hausnotruf nutzen.

– Gestalten Sie Ihre Freizeit so aktiv wie möglich und tun Sie alles, was Ihnen Spaß macht.

– Verzichten Sie aufs Autofahren, aber bleiben Sie mobil, zum Beispiel mit Fahrgemeinschaften, öffentlichen Verkehrsmitteln und

gelegentlich per Taxi.

– Machen Sie Urlaub, wenn Sie gern verreisen. Wenn Sie mehr Unterstützung brauchen, könnten Sie einen guten Freund oder eine

Freundin bitten mitzukommen. Es gibt auch betreute Gruppenreisen für Menschen mit Demenz.

Viele moderne Haushaltsgeräte haben eine Abschaltautomatik – bei einem Elektroherd zum Beispiel bei Überhitzung der Kochfelder.

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INTERVIEW: Ehrenamtliche Helferin

Humor und Leichtigkeit sind immer gut

Ehrenamtliche Helfer betreuen Menschen mit Demenz und entlasten Angehörige –

Gespräch mit einer Helferin

Gabriela Kochbati (62) ist eine von vielen

engagierten ehrenamtlichen Betreuungspersonen

für Menschen mit Demenz

in Hamburg. Die frühere Kellnerin,

engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich

in der häuslichen Betreuung

von Menschen mit Demenz. Sie spricht

über ihre Motivation und Erfahrung mit

Betroffenen und Angehörigen.

Frau Kochbati, wie sind Sie zu der

Aufgabe der ehrenamtlichen Helferin

für Menschen mit Demenz gekommen?

Ausschlaggebend war meine Nachbarin,

die nachts um drei angetroffen wurde,

um eine Bild-Zeitung zu kaufen. Da

habe ich das erste Mal mit dem Thema

Demenz persönliche Erfahrungen gemacht.

Kurz darauf wurden ehrenamtliche

Helfer für den Besuchsdienst älterer

Menschen gesucht. Nach einer Schulung

habe ich dann eine erste Begleitung

übernommen. Der erste Besuch in

einer Familie war eine Herausforderung,

aber ich bin bis heute dankbar für diese

und die vielen anderen Erfahrungen.

Erzählen Sie uns aus Ihrer Tätigkeit.

Wie verlaufen die ersten Begegnungen

oft?

Am Anfang steht ein gemeinsamer Besuch

mit der Koordinatorin der Ehrenamtlichen

in der Häuslichkeit der zu betreuenden

Person und dem Angehörigen.

Nach Absprache der Besuchszeit

und Aktivitäten folgt dann der erste Besuch.

Zumeist freuen sich die Menschen,

wenn ich komme. Manchmal

lehnt mich die Person, die ich betreuen

Die ehrenamtliche Helferin, Gabriela

Kochbati, begleitet und betreut seit

vielen Jahren Menschen mit Demenz.

Mit Freude blickt sie auf viele

Erlebnisse und Erfahrungen mit

Betroffenen und Angehörigen zurück.

soll ab. Dann muss das Eis oft erst gebrochen

werden. Dies gelingt dann nach

weiteren Treffen auch meistens.

Worauf kommt es Ihnen in der gemeinsamen

Zeit mit dem an Demenz

Erkrankten an?

Für mich ist das Wichtigste, möglichst

viel Fröhlichkeit mitzubringen durch

eine positive, motivierende Lebenseinstellung.

Ohne diese Haltung geht das

nicht. Das Wichtigste ist: Für die an

einer Demenz erkrankte Person soll es

eine angenehme Zeit sein. Was wir unternehmen,

hängt einzig und allein von

den Interessen und Vorlieben des Erkrankten

ab. Diese erfahre ich meist,

weil wir viel über die Biografie des

Menschen sprechen. Die Zeit, die wir

haben, gilt es, gut zu nutzen. Je nachdem,

was Spaß macht, wird zusammen

gekocht, gebastelt oder wir singen

Volkslieder. Die Palette ist unendlich

groß. Manchmal sind es auch Alltagsdinge

wie Staub wischen oder Blumen

gießen. Oder wir gehen zusammen spazieren.

Dabei ist es wichtig für mich:

Meine Zeit verbringe ich nur mit der erkrankten

Person nicht nur, um ihr anregende

Stunden zu geben, sondern auch

um den Angehörigen zu entlasten; denn

es ist unheimlich schwierig, dem geliebten

Partner zur Seite zu stehen, wenn er

verwirrt ist. Das zerrt an den Nerven.

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INTERVIEW: Ehrenamtliche Helferin

Sie wissen durch die Ausbildung und

die vielen Jahre in der Betreuung viel

über die Krankheit und deren Verlauf.

Sind diese Gedanken im Hinterkopf

immer mit dabei?

Nein. Das schalte ich aus. Ich bin immer

in dem Moment. Wir sprechen zwar

über die Vergangenheit, aber die Zukunft

ist ganz weit weg. Nur einmal

habe ich es erlebt, dass ich gefragt

wurde, ob es ein Leben nach dem Tod

gibt. In solchen Situationen versuche

ich locker zu bleiben; denn ich glaube

daran und habe damals gesagt: „Woher

soll ich das wissen, ich bin ja auch noch

nicht von dort zurückgekommen.“

Humor und eine gewisse Leichtigkeit

sind immer gut.

Wie gehen Sie damit um, wenn ein

Betroffener darüber spricht, was er ja

alles nicht mehr kann?

Klarheit, Wahrheit und Offenheit sind

mir absolut wichtig. Es bringt nichts,

eine Situation zu überspielen oder nicht

auf Gedanken einzugehen. Wenn jemand

beklagt, dass er dieses oder jenes

nicht mehr kann und zu viel vergisst,

dann sage ich meistens: „Denken Sie

doch mal daran, dass Sie über 80 Jahre

alt sind – und Sie verlangen, dass sie

noch Rock ‘n‘ Roll tanzen wie eine

Zwanzigjährige? Das geht nicht.“ Oft

können so die Beeinträchtigungen

leichter angenommen werden.

Haben Sie aus Ihrer Sicht im Umgang

auch einen Vorteil gegenüber den direkten

Angehörigen?

Auf jeden Fall. Ich kenne die gemeinsame

Geschichte mit allen Erlebnissen

nicht. Das macht den Umgang und das

Gespräch mit dem erkrankten Angehörigen

oft einfacher, weil er sich so gibt,

wie er ist. Er muss keine Rücksicht nehmen.

Das ist für viele dann auch befreiend.

Auch im Vergleich zu den Angehörigen

habe ich es einfacher, weil ich

nicht die vielen Erfahrungen des Alltags

im Hinterkopf habe. Es gibt manchmal

Angehörige, die können sich aufgrund

ihres Alltags gar nicht vorstellen, was

ich mit dem Erkrankten noch an Freude

und schönen Momente erleben kann,

weil wir uns so begegnen, wie es der

Moment gerade möglich macht.

Haben Sie Grundsätze im Umgang mit

den Erkrankten?

Ja, es ist mir sehr wichtig, dass die Demenzerkrankten

weiter selbst entscheiden,

was sie wollen. Sie können, wenn

sie etwas wollen, viel mehr, als ihnen oft

von den Angehörigen zugetraut wird.

Wichtig ist, den Menschen etwas zuzutrauen,

solange es keine auf den ersten

Blick erkennbare Gefahr ist. Wenn ein

Mensch etwas wirklich will, dann kann

er verdammt viel.

Woher nehmen Sie die Kraft für Ihre

Tätigkeit?

Mich erfreut es heute, wenn Menschen

lächeln. Früher habe ich mich nie intensiv

mit Menschen beschäftigt, sie waren

mir ziemlich egal. Das änderte sich, als

ich mit 42 Jahren überfallen wurde und

ins Krankenhaus musste. Mir war plötzlich

bewusst wie verletzlich unser Leben

ist und wie wichtig Aufmerksamkeit

INFO

Sie haben Interesse an der

ehrenamtlichen Betreuung

von Menschen mit

Demenz?

Die Träger der Angehörigenhilfe

Demenz für Hamburg bieten in

verschiedenen Stadtteilen Schulungen

und Einsätze für ehrenamtliche Helfer

in der Betreuung von Menschen mit

Demenz an. Information und Kontakt:

Alzheimer Gesellschaft Hamburg e. V.

Gabrielle Stohwasser

Telefon: 040 68913625

E-Mail: info@alzheimer-hamburg.de

www.angehoerigenhilfe.de

und Zuwendung von anderen ist. Da war

klar: Ich werde in meinem Leben etwas

ändern. Heute mit den Senioren zu arbeiten,

ist für mich zu einer Berufung

geworden. Ich erlebe Freude und Dankbarkeit

durch viele Momente und Reaktionen.

Und auch der Kontakt und Austausch

mit den anderen Ehrenamtlichen

gibt mir Sicherheit und Freude.

Erleben Sie auch Dankbarkeit von den

Angehörigen?

Ja. Viele lassen es mich schon in der Zeit

der Betreuung spüren, wie sehr sie

meine Unterstützung schätzen. Für

mein eigenes Leben nehme ich unendlich

viel aus den Betreuungen und Begegnungen

mit.

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REPORTAGE: Gesprächsgruppen

Der Austausch mit anderen vermittelt

Kraft, Mut und hilfreiche Tipps

Gesprächsgruppen für Angehörige – Gegenseitige Hilfe steht im Mittelpunkt

Auf dem Tisch stehen Kaffee, kalte

Getränke, Kekse und kleine Süßigkeiten.

Es ist gemütlich im Bastelraum der

DRK-Tagespflege Süderelbe. Heute trifft

sich hier – wie jeden Monat einmal –

die Gesprächsgruppe für Angehörige

von Menschen mit Demenz. Etwa zwei

Stunden werden sich die Angehörigen –

so wie in vielen weiteren Gruppen in der

Hansestadt – über ihre Herausforderungen

im Alltag mit dem von Demenz

betroffenen Partner oder Elternteil austauschen,

sich gegenseitig ermutigen

und Tipps geben.

Geleitet wird die Süderelbe-Gruppe seit

elf Jahren von Sigrid Rudolph. An erster

Stelle steht für sie bei den Treffen der

direkte Austausch zwischen den Angehörigen.

„Wir haben keinen Themenplan.

Das ergibt sich, je nachdem, was

die Teilnehmer zu Hause bewegt hat“,

erzählt Rudolph, die sich freut, beim

DRK immer mit offenen Armen empfangen

zu werden. Das Spektrum reiche

von dem Austausch über Verhaltens -

weisen des Erkrankten, Problemen mit

dem Pflegedienst, Erfahrungen mit

Behörden und Medikamenten bis hin zu

Fragen rund um die Sexualität. Wenn

sich dann herausstelle, dass die Mitglieder

der Gruppe Bedarf an weitergehenden

Informationen zu einem Thema

haben, dann „führe ich persönliche

Gespräche oder organisiere, dass ein

Experte zu dem Thema zu uns in die

Gruppe kommt und informiert“.

Sigrid Rudolph weiß, wovon sie spricht.

Ihre Eltern seien beide an Alzheimer

erkrankt gewesen. Dadurch verfüge sie

über viele persönliche Erfahrungen im

Umgang mit Demenz. Auch den Austausch

unter Angehörigen kennt sie aus

eigener Erfahrung. „Ich war selbst Mitglied

der Gruppe und habe erlebt, wie

wichtig der Austausch mit anderen ist.

Als die Zukunft der Gruppe ungeklärt

war, wurde die Leitung an mich herangetragen.

Mir war klar: ‚Es muss weitergehen.‘“,

so Rudolph. Sie habe sich dann

über die Alzheimer Gesellschaft weiterqualifiziert

und freut sich heute über bis

zu 20 Mitglieder der Gruppe.

Seit elf Jahren leitet sie eine Angehörigen-

Gruppe: Sigrid Rudolph

Für sie sei es wichtig, dass die Atmos -

phäre bei den Treffen stimmt. Vertraut

und vertraulich müssten sich die Treffen

für die Teilnehmer anfühlen. „Es geht

schon sehr persönlich zu und oft kullern

auch die Tränen.“ Ihr Ziel sei es, dann

mit gebotener Zurückhaltung den Austausch

zu fördern, auch mal in den Arm

zu nehmen und Tipps zu geben.

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REPORTAGE: Gesprächsgruppen

„Manchmal ist meine Bitte nach einem

Gespräch auch nur: ‚Kümmere Dich

auch selbst, damit es Dir besser geht.‘“,

so die erfahrene Gruppenleiterin. Bei

allem Austausch sei ihr klar, dass die

Krankheit für die Angehörigen „immer

ein schwerer Weg bleibt und wir mit -

einander nur lernen dürfen, besser

damit umzugehen“. Manches Mal würden

sie die Erzählungen auch belasten.

„Da ist es dann gut, dass wir Gruppenleiter

uns alle zwei Monate bei der

Alzheimer Gesellschaft zum Austausch

treffen.“

Für Sigrid Rudolph steht fest: Wer in die

Gruppen kommt, der könne eine Nähe

und Distanz zugleich erfahren. Nähe,

weil die Erfahrungen mit der Krankheit

ähnlich sind. Und Distanz, weil die Teilnehmer

nicht verwandt und meist auch

nicht bekannt sind. Vielleicht sei es

genau diese Kombination, die es allen

möglich mache, sich zu öffnen, von Gefühlen

und Problemen zu sprechen und

dann genau dadurch voneinander zu

profitieren. Häufig teilten Angehörige

mit: „Ich hätte nicht gedacht, dass die

Gesprächsgruppe meine größte Hilfe in

der Zeit meiner Pflege war.“

Stimmen von Gruppenmitgliedern:

Renate Nagorny: „Ich bin zufällig vor

vier Jahren in die Gruppe gekommen

und wusste nicht, was mich erwartet.

Mein Mann konnte kaum noch etwas.

Durch den Austausch habe ich gemerkt,

dass andere es auch schwer haben und

ich mit meinen Herausforderungen

nicht alleine dastehe. Ich kann in der

Gruppe vieles ansprechen, was mit anderen,

die die Situation nicht kennen,

Einmal im Monat treffen sich Angehörige in

der DRK-Tagespflege Süderelbe zum

Austausch von Erfahrungen, aber auch

Sorgen und Nöten. Wenn sich aus den

Gesprächen weitergehende Fragen ergeben,

wird durch die Gruppenleiterin ein Experte

zur Beantwortung von Fragen eingeladen.

einfach nicht möglich ist. Darüber

hinaus habe ich viele Informationen und

auch den einen oder anderen Hinweis

bekommen, den man sonst von den

Pflegediensten, Krankenkassen oder

Behörden so nicht bekommt.“

Günter Burat: „Es tut gut, Menschen zu

treffen, die vom gleichen Schicksal betroffen

sind. In der Gruppe werde ich

verstanden, wenn ich beschreibe, was

ich gerade mit meiner Frau und der

Krankheit erlebe. Das hilft.“

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REPORTAGE: Gesprächsgruppen

Sabine Lange: „Wer zu dieser Gruppe

kommt, der wird für die schwierigen

Momente im Alltag gestärkt. Selbst zu

erzählen, was einen beschäftigt, und

auch von anderen zu erfahren, dass

viele Themen sehr ähnlich sind, tut einfach

gut. Außerdem habe ich hier auch

Selbstvertrauen bekommen, gegenüber

Ärzten, Krankenkassen und Pflege -

diensten robuster aufzutreten.“

Gisela von Allwörden: „Viele Menschen

wissen mit Demenz nichts anzufangen.

Hier einfach so reden zu können, wie

einem zumute ist – das tut sehr gut. Ich

war ein Wrack und habe viel geweint.

Das war auch beim ersten Besuch der

Gruppe so. Ich komme regelmäßig, weil

der Erfahrungsaustausch – beispielsweise

auch über Medikamente –

unheim lich hilfreich ist.“

Ursula Krüger: „In der Gruppe kann ich

über vieles sprechen, was für Menschen,

die mit Demenz im Alltag keine Erfahrung

haben, nicht zu verstehen ist. Auch

in der Familie ist es manches Mal nicht

so einfach, sich auszutauschen. Hier

klare Worte zu sprechen und zu hören,

dabei verstanden zu werden und wichtige

Informationen zu bekommen, ist

einfach sehr, sehr schön.“

INFO

Gesprächsgruppen in den Hamburger Stadtteilen

In diesen Hamburger Stadtteilen bietet die Alzheimer Gesellschaft Hamburg Gesprächsgruppen für Angehörige von Menschen mit

Demenz an:

– Altona, Gefionstraße 3 (Bürgertreff Altona-Nord), jeden vierten Dienstag im Monat von 16:30 bis 18:30 Uhr

– Barmbek, Steilshooper Straße 2 (DRK Hamburg-Nord), jeden ersten Freitag im Monat von 14 bis 16 Uhr

– Bergedorf, Leuschnerstraße 93 b, jeden vierten Mittwoch im Monat von 17:30 bis 19:30 Uhr

– Eimsbüttel, Bei der Christuskirche 2, jeden ersten Mittwoch im Monat von 15 bis 17 Uhr

– Harburg, Am Frankenberg 34 (Seniorenwohnanlage), jeden dritten Dienstag im Monat von 16 bis 18 Uhr

– Jenfeld, Charlottenburger Straße 1 (Jenfeld-Haus), jeden dritten Dienstag im Monat von 15:30 bis 17:30 Uhr

– Langenhorn, Wördenmoorweg 22 (Gemeindehaus Ansgar-Kirche), jeden zweiten Freitag im Monat von 15 bis 17 Uhr

– Rissen, Am Rissener Bahnhof 17 (ASB Tagespflege Rissen), jeden dritten Montag im Monat von 16 bis 18 Uhr

– Süderelbe, Hausbrucher Straße 121 a (DRK-Tagespflege), jeden ersten Dienstag im Monat von 16:30 bis 18:00 Uhr

– Volksdorf, Farmsener Landstraße 71–73 (Diakonissen-Mutterhaus), jeden letzten Donnerstag im Monat von 15 bis 17 Uhr

– Wandsbek

Gruppe I: Litzowstraße 20, jeden ersten Donnerstag im Monat von 15 bis 17 Uhr

Gruppe II: Wandsbeker Allee 68, jeden dritten Donnerstag im Monat von 15 bis 17 Uhr

Darüber hinaus gibt es noch eine Gruppe für Angehörige von Menschen mit einer frontotemporalen Demenz in Wandsbek,

Litzowstraße 20. Das Treffen ist dort jeden ersten Dienstag von 17 bis 19 Uhr.

Weitere Informationen und Anmeldung zu den Gruppen über unser Alzheimer-Telefon: 040 472538

(montags bis freitags von 10 bis 13 Uhr sowie montags und donnerstags von 13 bis 16 Uhr und mittwochs von 16 bis 19 Uhr)

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REPORTAGE: Gesprächsgruppen

Gesprächsgruppen helfen Angehörigen

dabei, auch mal loslassen zu können sowie

die eigenen Belange und Fragen in den

Mittelpunkt zu stellen.

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MENSCHEN MIT DEMENZ: Finanzielle Leistungen

Finanzielle Hilfen für

Menschen mit Demenz und

Angehörige

Die Reform der Pflegeversicherung kommt Menschen mit

Demenz zugute

Tipp

Angehörige

können den

Gutachter beim

Hausbesuch zusätzlich

um ein Gespräch unter vier Augen ohne

Beisein des Kranken bitten, um offen

über die Defizite des Betroffenen spre -

chen zu können, ohne diesen dadurch

zu kränken.

Zur Vorbereitung ist es sinnvoll, ein

Pflegetagebuch auszufüllen, das die

Deutsche Alzheimer Gesellschaft im

Internet zur Verfügung stellt.

Um Leistungen der Pflegeversicherung

zu erhalten, muss der Betreffende oder

sein rechtlicher Vertreter einen Antrag

bei der Pflegekasse stellen. Diese ist

immer bei der Krankenkasse des Ver -

sicherten angesiedelt. Sie beauftragt

den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung

oder einen unabhängigen

Gutachter, einen Hausbesuch zur Einstufung

des Pflegebedürftigen vorzunehmen.

Der Gutachter kündigt seinen

Besuch schriftlich an.

Zum Hausbesuch sollten ein aktueller

Medikamentenplan, ärztliche Bescheinigungen

oder Krankenhausberichte und

gegebenenfalls die Pflegedokumentation

des Pflegedienstes bereitliegen.

Beim Einstufungsbesuch müssen die

Gutachter auch die pflegenden Angehörigen

befragen. Gerade bei Menschen

mit Demenz ist es unabdingbar, dass sie

die Aussagen von Angehörigen oder

Pflegekräften berücksichtigen, da die

Leistungsfähigkeit des Kranken stark

schwanken kann. Angehörige können zu

ihrer Unterstützung eine Vertrauens -

person hinzuziehen, auch von der Alzheimer

Gesellschaft oder einem ambulanten

Pflegedienst.

Die Pflegebedürftigen erhalten das Gutachten

und den Bescheid über den festgestellten

Pflegegrad. Wenn der Bescheid

falsch oder ungünstig erscheint,

kann man dagegen Widerspruch einlegen.

Wird der Widerspruch abgelehnt,

ist eine kostenfreie Klage vor dem Sozialgericht

möglich. In jedem Fall ist es

sinnvoll bei abweichender Einschätzung

von Bescheiden Kontakt zu den bezirk -

lichen Pflegestützpunkten aufzunehmen.

Pflegebedürftig im Sinne des Sozial -

gesetzbuches sind Personen, die „gesundheitlich

bedingte Beeinträchtigungen

der Selbstständigkeit oder der

Fähigkeiten aufweisen und deshalb der

Hilfe durch andere bedürfen. Es muss

sich um Personen handeln, die körper -

liche, kognitive oder psychische Be -

einträchtigungen oder gesundheitlich

bedingte Belastungen oder Anforderungen

nicht selbstständig kompensieren

oder bewältigen können.“

Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen

können folgende sechs „Module“ betreffen,

die prozentual gewichtet werden:

1. Mobilität (10 Prozent): Wie selbstständig

kann sich ein Mensch fortbewegen

und seine Körperhaltung ändern?

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MENSCHEN MIT DEMENZ: Finanzielle Leistungen

Den nachfolgenden Modulen 2 und 3

wird mit 15 Prozent ein gemeinsam

gewichteter Prozentsatz zugeordnet.

2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten:

Wie gut findet sich ein

Mensch im Alltag örtlich und zeitlich

zurecht? Kann er für sich selbst Entscheidungen

treffen? Kann er Gespräche

führen und Bedürfnisse mitteilen?

3. Verhaltensweisen und psychische

Pro blemlagen: Wie häufig benötigt

ein Mensch Hilfe aufgrund von psychischen

Problemen und Verhaltensweisen

wie etwa aggressivem oder

ängstlichem Verhalten?

4. Selbstversorgung (40 Prozent): Wie

selbstständig kann sich ein Mensch

im Alltag versorgen bei der Körperpflege,

beim Ankleiden, beim Essen

und Trinken?

5. Bewältigung von und selbstständiger

Umgang mit krankheits- oder the -

rapiebedingten Anforderungen und

Belastungen (20 Prozent): Welche

Unterstützung benötigt ein Mensch

beim Umgang mit der Krankheit und

bei Behandlungen – zum Beispiel bei

Medikamentengabe, Verbandswechsel,

Diät, Dialyse oder Beatmung?

6. Gestaltung des Alltagslebens und

sozialer Kontakte (15 Prozent): Wie

selbstständig kann ein Mensch seinen

Tagesablauf planen oder Kontakte

pflegen?

Ermittlung des Pflegegrades

Vereinfacht formuliert erfolgt die 2. Schritt: Die Summe der Einzelpunkte

Ermittlung des Pflegegrades in drei

Schritten (siehe auch Abbildung unten):

1. Schritt: Die Einzelpunkte je Modul

werden addiert und als Tageswert ausgewiesen.

wird nach einer festgelegten Berechnungsregel

entsprechend der prozentualen

Gewichtung des Moduls in einen gewichteten

Punktwert umgerechnet.

DIE PFLEGEGRADE ENTSPRECHEND DER GEWICHTETEN PUNKTE

1

2

3

geringe Beeinträchtigung der Selbst -

ständigkeit oder der Fähigkeiten

erhebliche Beeinträchtigung der Selbst -

ständigkeit oder der Fähigkeiten

schwere Beeinträchtigung der Selbst -

ständigkeit oder der Fähigkeiten

12,5 – unter 27

27 – unter 47,5

47,5 – unter 70

Der Gutachter schätzt für jede der sechs

4

schwerste Beeinträchtigung der Selbst -

70 – unter 90

Module den Grad der Selbstständigkeit.

ständigkeit oder der Fähigkeiten

Es ergibt sich für jeden Bereich ein Wert

zwischen 0 und 3 Punkten. Die Punkt-

5

schwerste Beeinträchtigung der Selbst -

90 – 100

werte fließen dann in unterschiedlicher

ständigkeit oder der Fähigkeiten mit

Gewichtung in die Ermittlung des Pflege -

besonderen Anforderungen an die

grades ein.

pflegerische Versorgung

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MENSCHEN MIT DEMENZ: Finanzielle Leistungen

Übergang von Pflegestufen in

Pflegegrade

Wer am 31. Dezember 2016 bereits

eine Pflegestufe hatte, muss wegen der

Änderung keinen neuen Antrag stellen.

Pflegebedürftige mit ambulantem

zusätzlichem Betreuungsbedarf werden

in den übernächsten Pflegegrad über -

geleitet: Aus Pflegestufe 0 wird Pflege -

grad 2, aus Pflegestufe 1 Pflegegrad 3

usw. Dadurch ergeben sich für Demenz -

kranke, die nach dem alten Recht als

„in ihrer Alltags kompetenz erheblich

ein geschränkt“ galten, teils erhebliche

Verbesserungen.

Lassen Sie sich beraten

Die Bestimmungen der

Pflegeversicherung und die

Beantragung von Leis tun gen

sind zum Teil recht kom pli -

ziert. Deshalb sollten Sie sich

ausführlich informieren oder eine

Beratung auf suchen, zum Beispiel bei

Pflegestützpunkten, Pflegekassen oder

der Alzheimer Gesellschaft. Ausführliche

Informationen enthält der von der

Deutschen Alzheimer Gesell schaft

herausgegebene „Leitfaden zur Pflege -

versicherung“. Mit dem Pflegeleistungs-

Helfer des Bundesgesundheitsministe -

riums können Sie sich im Internet die

indi viduellen Leistungsansprüche

zu sammenstellen:

www.bundesgesundheitsministerium.de/

service/pflegeleistungs-helfer.html. Weitere

Informationen zum Pflegestärkungsgesetz

finden Sie unter: www.pflegestaerkungsgesetz.de.

Informationen über das neue

Begutachtungsverfahren geben die

Medizinischen Dienste unter:

www.pflegebegutachtung.de.

3. Schritt: Schließlich werden die gewichteten

Punkte der sechs Lebens -

bereiche (Module) zu einem Gesamtpunktwert

addiert, der zwischen 0 und

100 Punkten liegen kann.

Monatliche Leistungen

Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2 erhalten

aus der Pflegeversicherung monat -

liche Leistungen entweder als Pflegegeld,

das zur freien Verfügung steht,

oder als Pflegesachleistungen, die über

ambulante Pflegedienste oder freie

Pflegefachkräfte abgerechnet werden

können. Pflegegeld und -sachleistungen

können auch kombiniert werden.

Zusätzlich stehen Leistungen für teil -

stationäre Tages- oder Nacht-Pflege -

einrichtungen zur Verfügung.

Jeder Pflegebedürftige hat unabhängig

vom Pflegegrad Anspruch auf einen

sogenannten Entlastungsbetrag in Höhe

von 125 Euro pro Monat. Dieser Betrag

ist zweckgebunden und wird nicht bar

ausgezahlt. Damit können beispielsweise

Tages- und Nachtpflege finanziert

werden, Einsätze von Pflegediensten

(außer zur Unterstützung bei der

Körperpflege) oder Kurzzeitpflege, aber

auch die Vermittlung von ehrenamt -

lichen Helferinnen und Betreuungs -

gruppen, Unterstützung im Haushalt

und weitere Entlastungshilfen.

Auch für die stationäre Pflege im Heim

werden monatliche Leistungen zur Verfügung

gestellt.

Jährliche Leistungen

Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 2 stehen

für einen Kurzzeitpflegeaufenthalt

bis 1612 Euro pro Kalenderjahr zu. Für

die Verhinderungspflege im häuslichen

oder im stationären Bereich wird bei

Verhinderung des pflegenden Angehörigen

oder einer ehrenamtlichen Pflegeperson

die gleiche Leistung gewährt.

Wird eine der Leistungen nur teilweise

in Anspruch genommen, können bis zu

806 Euro der Kurzzeitpflegeleistung für

Verhinderungspflege genutzt werden

oder umgekehrt die gesamte Verhinderungspflegeleistung

von 1612 Euro für

Kurzzeitpflege. Eine Pflegeperson kann

auch stundenweise verhindert sein,

etwa um einzukaufen, private Termine

wahrzunehmen oder sich zu erholen.

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MENSCHEN MIT DEMENZ: Finanzielle Leistungen

Weitere Leistungen

Pflegebedürftige haben Anspruch auf

technische Hilfsmittel. Wenn die Pflegekasse

zum Beispiel den Bedarf für ein

Pflegebett anerkennt, wird es finanziert.

Für Verbesserungen des Wohnumfeldes

können Zuschüsse von bis zu 4000

Euro je Maßnahme gezahlt werden. Bei

Bedarf übernehmen die Pflegekassen

auch die Kosten für Hilfsmittel zum

Verbrauch wie Einmalhandschuhe von

bis zu 40 Euro pro Monat.

Wer ausschließlich Pflegegeld erhält,

muss ab Pflegegrad 2 in bestimmten

Zeitabständen Pflegeberatungsbesuche

von ambulanten Diensten oder neu -

tralen Beratungsstellen in Anspruch

nehmen. Wer Sachleistungen bekommt,

kann die Besuche ebenfalls anfordern,

ist aber nicht dazu verpflichtet. Darüber

hinaus besteht Anspruch auf eine Beratung

durch Pflegeberater bei den Pflegestützpunkten

und bei der Pflegekasse.

Das Leben in selbst organisierten am -

bulant betreuten Wohngemeinschaften

wird gesondert unterstützt. Unter

bestimmten Voraussetzungen erhalten

Pflegebedürftige dafür monatlich

214 Euro zusätzlich. Zudem bekommen

sie als Starthilfe zum Aufbau einer WG

pro Person 2500 Euro, insgesamt jedoch

maximal 10000 Euro pro WG.

Die Pflegekassen übernehmen unter

bestimmten Umständen Sozialversicherungsbeiträge

für pflegende Angehörige

und schließen diese in die gesetzliche

Unfallversicherung ein. Ab Pflegegrad 2

und einem zeitlichen Aufwand von mindestens

10 Stunden pro Woche, verteilt

auf zwei oder mehr Tage, erhalten private

Pflegepersonen, die nicht mehr

als 30 Stunden wöchentlich berufstätig

sind, Beiträge zur Rentenversicherung.

Zur besseren Vereinbarkeit von Pflege

und Beruf gibt es für Arbeitnehmerinnen

und Arbeitnehmer Möglichkeiten zur

unbezahlten, aber sozialversicherungspflichtigen

Freistellung für bis zu sechs

Monate nach dem Pflegezeitgesetz oder

zur Reduzierung der Arbeitszeit für bis

zu zwei Jahre nach dem Familienpflegezeitgesetz.

Leistungen bei Pflegegrad 1

Bei Pflegegrad 1 stehen als finanzielle

Leistungen nur der monatliche Entlastungsbetrag

von 125 Euro, bis zu 4000

Euro für die Verbesserung des Wohnumfeldes,

genehmigte technische Hilfs -

mittel zur Pflege und die Sonderleistung

von 214 Euro monatlich zum Leben in

einer Pflegewohngemeinschaft zur Verfügung.

Eine Besonderheit ist, dass der

Entlastungsbetrag bei Pflegegrad 1 daneben

auch für Unterstützung bei der

Körperpflege durch einen Pflegedienst

sowie für die Kosten stationärer Pflege

eingesetzt werden kann.

Schwerbehindertenausweis

Einen Schwerbehindertenausweis

bekommen Personen, deren Alltag

zum Beispiel infolge einer chronischen

Erkrankung stark beeinträchtigt ist. Dazu

zählen auch Menschen mit Demenz. Auf

dem Ausweis wird der Grad der

Behinderung von 20 bis 100

angegeben. Außerdem

zeigen Merk zeichen

besondere Beein -

trächtigungen an, zum Bei -

spiel „G“ für Gehbehinderung.

Je nach Behinderungsgrad und

Merkzeichen berechtigt der Ausweis zum

Beispiel:

– zur unentgeltlichen Nutzung

öffentlicher Verkehrsmittel

(bei Bedarf mit einer Begleitperson)

– zur Ermäßigung der Rundfunkgebühr

– zur Gewährung von Steuer -

erleichterungen.

Der Schwerbehindertenausweis wird beim

Versorgungsamt Hamburg beantragt:

Versorgungsamt Hamburg

Adolph-Schönfelder-Straße 5

22083 Hamburg

Telefon: 040 42863-0

E-Mail: versorgungsamt@basfi.hamburg.de

73


Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:10 Seite 74

INTERVIEW: Fachanwältin Bärbel Schönhof

Rechtliche Aspekte bei Demenz

Fragen an die Fachanwältin Bärbel Schönhof

Der Arzt hat die Diagnose ausgesprochen:

Demenz. Was bedeutet die Krankheit

unter rechtlichen Gesichtspunkten?

Worauf ist zu achten? Bärbel Schönhof,

Fachanwältin aus Bochum, gibt im

Gespräch Angehörigen und Erkrankten

wichtige Hinweise und praktische Tipps.

Schönhof kann dabei neben ihren juristischen

Fachkenntnissen auch auf persönliche

Erfahrungen zurückgreifen.

Ihre Mutter erkrankte im Alter von 48

Jahren und die Juristin hat diese 15

Jahre betreut und gepflegt.

Frau Schönhof, was sollten aus rechtlicher

Sicht, die ersten Schritte nach

einer Demenzdiagnose sein?

Grundsätzlich ist es für den erkrankten

Menschen und seine Angehörigen wichtig,

sich bewusst zu werden, dass der

Erkrankte früher oder später Entscheidungen

nicht mehr für sich treffen

kann. Daraus ergeben sich Fragen: Was

bedeutet das für mein weiteres Leben?

Wer soll für mich die Entscheidungen

treffen? Sich diese Fragen so zu stellen,

bedeutet ganz automatisch, sich mit

Patientenvollmacht, Vorsorgevollmacht

und Testament zu beschäftigen. Fest

steht: Je eher und je intensiver die Auseinandersetzung

mit diesen Themen beginnt,

umso besser und einfacher ist das

für alle Beteiligten. Es ist wichtig, sich

bewusst zu sein, dass man nicht mehr

vor diesen Fragen weglaufen kann.

Wie gehen Angehörige aus Ihrer Sicht

diese Themen am besten an?

Entscheidend ist, wie krankheitseinsichtig

der Betroffene ist. Wenn die Diagnose

eher ignoriert wird, empfehle ich,

das Thema unverfänglich zu beginnen

und den Fokus von dem Betroffenen abzulenken

und die Familie insgesamt zu

betrachten. Das geht beispielsweise,

wenn man sagt: Wir müssen uns einmal

gegenseitig Gedanken machen, was ist,

wenn einem von uns etwas passiert.

Dann gibt das dem Erkrankten nicht das

Gefühl, dass es nur an ihm liegt und

aufgrund seiner Defizite gehandelt wird.

Bärbel Schönhof ist Rechtsanwältin

mit den Schwerpunkten Sozialrecht,

dem Pflege-, Medizin- und

Gesundheitsrecht, dem Familien- und

Erbrecht. Die Bochumerin engagiert

sich zudem als stellvertretende

Vorsitzende der Deutschen Alzheimer

Gesellschaft e. V. und hat einen

Lehrauftrag an der Universität

Witten/Herdecke für den Masterstudiengang

Demenz. Der Studiengang

ist auf die Versorgung mit Demenz

ausgerichtet.

Wie lange kann ein Mensch mit Demenz

überhaupt Schriftstücke rechtswirksam

verfassen?

Dafür gibt es keine Regelung. Das muss

immer individuell geprüft werden. Es

gilt der Grundsatz: Der Betroffene muss

noch wissen, was er tut und was er unterschreibt.

Es wird sehr schwierig,

wenn Vater oder Mutter alles unterschreiben,

was ihnen vorgelegt wird.

Weil niemand weiß, wieviel Zeit im Einzelfall

bleibt, sollten alle Beteiligten die

wichtigen Fragen zügig regeln.

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Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:10 Seite 75

INTERVIEW: Fachanwältin Bärbel Schönhof

Worauf sollte bei Vollmachten und

Testament geachtet werden?

Die Vollmacht gilt zu Lebzeiten. Sie betrifft

Entscheidungen, die der Angehörige

für den Erkrankten trifft. Das Testament

gilt ab dem Tod. Für beides gilt:

Der Unterzeichner muss noch selbst

wissen, was er tut. Problematisch wird

es immer dann, wenn innerhalb kürzester

Zeit mehrere Dokumente unterschrieben

werden, die sich inhaltlich

widersprechen. Das ist dann ein Indiz,

dass eine starke Beeinflussung erfolgt

ist und Manipulation nicht auszuschließen

ist. Es gilt: Je frühzeitiger diese Fragen

geregelt werden, umso besser.

Neben Vollmachten und Testament

gibt es einen dritten Bereich, der eine

Herausforderung sein kann. Wie ist

mit Schenkungen umzugehen?

Es gibt zwei Arten von Schenkungen.

Wenn jemand einem anderen Geld gibt,

dann ist die Schenkung vollzogen. Bei

anderen Arten, zum Beispiel Über tra -

gungen von Immobilien, ist ein Notar

not wendig. Dieser muss dann die Geschäftsfähigkeit

des Erkrankten prüfen.

Dabei muss man aber wissen, dass diese

Gespräche zur Prüfung oft sehr kurz sein

können. Manchmal ist ein ärzt liches

Attest sinnvoll. Mir ist es auch wichtig,

darauf hinzuweisen: Tritt später einmal

Pflegebedürftigkeit ein und es sind Kosten

zu übernehmen, werden die Beschenk -

ten herangezogen, wenn die Schenkung

nicht mehr als zehn Jahre zurückliegt.

Blicken wir auf den Alltag mit Betroffenen:

Wer haftet bei Schäden, die ein

Erkrankter verursacht?

Grundsätzlich gilt hier: Wenn der Erkrankte

keine Einsicht hat, dass er einen

Schaden verursacht hat – zum Beispiel

mit seinem Fahrrad ein Auto beschädigt

zu haben – wird es schwierig. Die Haftpflichtversicherung

wird dann nichts

zahlen. Es ist wichtig, sich rechtzeitig

die Policen anzusehen. Die Versicherungen

bieten in der Regel heute in den Verträgen

eine sogenannte Delikt un fähig -

keitsklausel an. Dann werden Schä den

auch von Deliktunfähigen über nommen.

Fehlt diese Klausel, sollte eine Ergänzung

vorgenommen werden, auch wenn der

Beitrag dann teurer wird.

Wann kann ein Angehöriger gegebenenfalls

für Schäden, die der Betroffene

verursacht hat, verantwortlich

gemacht werden?

Das ist nur der Fall, wenn der Angehörige

seine Aufsichtspflicht verletzt hat.

Das ist bei einer gängigen Vorsorgevollmacht

oder rechtlicher Betreuung nur

sehr selten der Fall. Aufmerksam zu sein

ist wichtig, Angst mit Blick auf die Haftung

bei Schäden aber nicht erforderlich,

zumal die Geschädigten ja auch

nachweisen müssen, dass der Schaden

nicht entstanden wäre, wenn der Angehörige

aufgepasst hätte.

Ein heikles Thema ist die Frage der

Mo bilität. Wie sieht es bei einer Demenzerkrankung

mit dem Autofahren

aus?

Die wichtigste Frage ist für mich: Wie

bekomme ich den Erkrankten dazu, sich

nicht mehr hinter das Steuer zu setzen?

Aus meiner Erfahrung heraus empfehle

ich, sehr frühzeitig und sehr offen über

das Autofahren mit dem Erkrankten zu

sprechen. Die Diagnose Demenz ist ja

nicht gleichbedeutend mit der Fahr -

untüchtigkeit. Bei diesem Thema ist

auch der behandelnde Arzt in der

Pflicht. Er muss aufklären, sonst haftet

er auch für Schäden mit.

Kann nach einer Diagnose der Ver -

sicherungsschutz wegfallen?

Nein. Der Versicherungsschutz ist auch

nach einer Diagnose weiterhin gegeben

und deckt auf jeden Fall die Schäden

Dritter ab. Es besteht allerdings die

Möglichkeit, dass sich die Versicherung

einen Teil der Kosten für die Regu -

lierung des Schadens – bis zu 5000 Euro

sind denkbar – vom Demenzkranken zurückholt.

Ich finde es wichtig, dass die

Angehörigen sich immer die Frage stellen

sollten, ob das Fahren des Erkrankten

für andere zu einer Lebensbedrohung

werden könnte. Dann muss man

abwägen, ob es nicht sogar sinnvoll ist,

auch die Polizei zu rufen, wenn der Erkrankte

sich weiterhin hinter das Steuer

des Autos setzt.

Stichwort Geschäftsfähigkeit: Wie

kann man sich beispielsweise gegen

die eines Haustürgeschäfts mit einem

erkrankten Anghörigen schützen?

Grundsätzlich besteht bei allen diesen

Geschäften die Rücktrittsmöglichkeit

innerhalb von zwei Wochen. Das Problem

ist oft, dass erst viel später bekannt

wird, dass ein Vertrag an der Tür

oder per Telefon abgeschlossen wurde.

Es gilt dann: Wenn der Nachweis

er bracht werden kann, dass der Angehörige

geschäftsunfähig ist, dann gelten

die Verträge nicht. Mein Tipp an die

Angehörigen ist, regelmäßig die Post

durchzusehen, ob irgendwelche Vertragsbestätigungen

kommen, um dann

sofort zu reagieren und den Vertragspartner

zu kontaktieren.

75


Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:11 Seite 76

UNTERNEHMENSPORTRÄT

Sterben ist Leben bis zuletzt

In der stationären Pflegeeinrichtung „TABEA – Leben in

Geborgenheit“ wurde eine Palliativeinheit mit beson -

deren Möglichkeiten der Versorgung im Rahmen von

Palliative Care geschaffen. Die Einheit ist integriert in

einem Pflegewohnbereich und umfasst fünf Betten für

Bewohnerinnen und Bewohner, die sich in einer palliativpflegerischen

Situation befinden.

Der Schwerpunkt in der palliativen Versorgung ist das

ganzheitliche fürsorgliche Begleiten von sterbenden

Menschen und ihren Angehörigen, um ihnen bis zuletzt

ein Leben in Würde zu ermöglichen. Eine besondere

Beachtung erhalten die Symptomkontrolle und die

Linderung von schweren, belastenden Symptomen wie

zum Beispiel Schmerzen oder Angst. Hierzu trägt ein

interdisziplinäres Team bei, das aus Palliativen Care-

Fachkräften, Pallia tivmedi zinern und Seelsorgern besteht

und mit weiteren Spezialisten aus den Bereichen ambulante

Hospiz arbeit, Vernetzung mit spezialisierter am -

bulanter Palliativ versorgung, Physiotherapie, Ethikberatung,

Palliative Care Beratung u. v. a. ergänzt wird.

Unsere Einrichtung arbeitet aktiv und kontinuierlich in

Netzwerken der Hospiz- und Palliativarbeit mit. Außerdem

sind wir Mitglied in der Fachgesellschaft für Palliative

Geriatrie (FGPG) e. V.

„Wenn keine Heilung mehr möglich ist,

können wir noch viel tun!“

Diakoniewerk TABEA e. V.

Am Isfeld 19 · 22589 Hamburg · Tel. 040 8092-0

info@tabea.de · www.tabea.de

76


Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:11 Seite 77

INTERVIEW: Fachanwältin Bärbel Schönhof

Ein weiteres Thema ist die Freizeit -

gestaltung: Gibt es rechtliche Besonderheiten,

wenn ein Mensch mit

Demenz seinen Hobbys, beispielsweise

in einem Verein nachgeht?

Im Freizeitbereich kann es leicht Probleme

geben, weil bei Unfällen jeglicher

Art oft die Demenz in den Vordergrund

gestellt wird. Wichtig ist, die private

Unfallversicherung über die Demenzerkrankung

zu informieren. Viele Ver -

sicherer haben eine Klausel, die den

Versicherungsschutz für Demenzkranke

ausschließt. Andere haben festgelegt,

dass sie als Versicherung nur noch dann

zahlen, wenn der Unfall nicht demenzbedingt

ist. Hier hilft das Gespräch mit

dem Versicherer, um Klarheit zu be -

kommen.

Schauen wir auf das Thema Pflege zu

Hause. Gibt es rechtliche Aspekte, die

der Angehörige bei der Pflege eines

Demenzerkrankten berücksichtigen

muss?

Auch hier ist die Aufsichtspflicht ein

wichtiger Aspekt. Es gilt: Als Pflegekraft

haben sie nicht rund um die Uhr diese

Pflicht und sind damit auch nicht für

alles zur Verantwortung zu ziehen. Sehr

wichtig ist mir der Hinweis auf privat

beschäftigte Pflege- oder Haushalts -

hilfen. Dabei geht es nicht um Familienangehörige,

die stundenweise aus -

helfen. Die wenigsten dieser Kräfte sind

selbstständig und müssen deshalb keine

Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Sie

müssen also daran denken, diese Kräfte

anzumelden und dann auch dafür zu

zahlen. Sonst drohen Strafverfahren

und Nachforderungen.

Letztes Thema: Welche Tipps geben Sie

Angehörigen, um im Umgang mit dem

Medizinischen Dienst der Kranken -

versicherungen und bei der Frage der

Pflegegrad-Einstufung gut vorbereitet

zu sein?

Mein Rat ist: Bereiten Sie sich auf den

Besuch des Medizinischen Dienst vor.

Besorgen Sie sich ein aktuelles Pflege -

tagebuch. Das kann man sich aus dem

Internet herunterladen. Füllen Sie dieses

Buch für einige Tage aus. Das ist eine

gute Grundlage für das Gespräch.

Grundsätzlich empfehle ich bei allen

Themen rund um die Demenz: Wer sich

unsicher ist oder Fragen hat, der sollte

auf Ratgeber zurückgreifen, eine Be -

ratungsstelle aufsuchen oder auch zu

einem Rechtsanwalt gehen, der das

Krankheitsbild des Angehörigen kennt.

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MENSCHEN MIT DEMENZ: Rechtliches

INFO

Testament

Ein gültiges Testament muss hand -

schriftlich verfasst, mit Datum

versehen und eigenhändig unter -

schrieben sein. Der Verfasser muss

noch voll geschäftsfähig sein und

sich darüber im Klaren sein, was

seine Entscheidungen für die Erben

bedeuten. Wenn die Testierfähigkeit

infrage steht, sollte das Testament

notariell beurkundet werden, um

eine spätere Anfechtung zu ver -

meiden. Zusätzlich kann man die

Testierfähigkeit zum Zeitpunkt der

Unterzeichnung des Testaments

durch ein fachärztliches Gutachten

bestätigen lassen.

Am besten frühzeitig alles in die Wege

leiten und bei Rechtsfragen nichts dem

Schicksal überlassen

Rechtliche Vorsorge

Spätestens im frühen Stadium der Erkrankung sollten

mit einer Vorsorgevollmacht, einer Patientenverfügung

und einem Testament persönliche Entscheidungen

recht lich abgesichert werden.

Vorsorgevollmacht

Wer für den Fall vorsorgen will, dass er

sich aus gesundheitlichen Gründen nicht

mehr selbst um seine Angelegenheiten

kümmern kann, kann mit einer Vor -

sorgevollmacht wichtige Entscheidungen

auf eine Person seines Vertrauens

übertragen. Diese Person kann zum Beispiel

bevollmächtigt werden,

– Entscheidungen über medizinische

Behandlungen zu treffen

– die finanziellen Angelegenheiten zu

regeln

– Verträge zu unterschreiben

– zu entscheiden, wo der erkrankte

Mensch leben soll.

Für die finanzielle Vorsorge kann es

sinnvoll sein, gemeinsam zur Bank zu

gehen. Banken verwenden häufig eigene

Formulare für Vollmachten.

Rechtsgültige Vollmachten können nur

voll geschäftsfähige Personen erteilen.

Betroffene müssen sie daher rechtzeitig

ausstellen, spätestens im frühen Stadium

einer Demenz. Im Zweifelsfall kann man

die Vollmacht von einem Notar beglaubigen

lassen. Wenn Immobilien vorhanden

sind, ist zum Verkauf immer eine notariell

beglaubigte Vollmacht erforderlich.

Die Vorsorgevollmacht sollte bei den

wichtigen Unterlagen verwahrt werden.

Der oder die Bevollmächtigte sollte

darüber informiert sein und darauf Zugriff

haben. Eine Vorsorgevollmacht ist

an keine bestimmte Form gebunden, sie

kann handschriftlich oder auf Vor -

drucken verfasst werden.

Rechtliche Betreuung

Wenn jemand wichtige Entscheidungen

nicht mehr selbst treffen kann und keine

(Vorsorge-)Vollmacht ausgestellt hat,

können Angehörige beim zuständigen

Amtsgericht eine „rechtliche Betreuung“

anregen. Wenn eine Vorsorgevollmacht

vorliegt, ist ein gerichtliches Betreuungsverfahren

entbehrlich – aber nur für

die Bereiche, die ausdrücklich durch die

Vollmacht abgedeckt werden. Die An -

regung kann sowohl von Angehörigen

als auch von Ärzten oder anderen Personen

ausgehen, die einen Hilfebedarf erkennen.

Das Gericht bestellt dann eine

Person, die den Betreffenden in allen

notwendigen Bereichen vertreten kann,

zum Beispiel in Vermögens- und Gesundheitsfragen

oder Wohnungsange -

legenheiten. Mit der Einrichtung einer

Betreuung sind Kosten verbunden, die

der Betroffene in der Regel selbst zahlen

muss. Kann er das nicht, übernimmt der

Staat die Kosten. Rechtliche Betreuer

unterstehen der Kontrolle des Gerichts

und müssen regelmäßig Rechenschaft

ablegen, insbesondere über die Finanzen.

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MENSCHEN MIT DEMENZ: Rechtliches

Patientenverfügung

Patienten müssen allen ärztlichen Maßnahmen

zustimmen. Für den Fall, dass

sie die Art und den Zweck der ärztlichen

Maßnahmen nicht mehr verstehen, ist

eine Patientenverfügung wichtig. Sie

legt fest, welche medizinischen Maßnahmen

im Fall eines lebensbedroh -

lichen Zustandes ergriffen oder unterlassen

werden sollen – beispielsweise

wird die Flüssigkeitszufuhr erlaubt, aber

die künstliche Ernährung untersagt.

In der Patientenverfügung kann auch

eine Person bestimmt werden, die für

den Betroffenen gegebenenfalls über

solche Maßnahmen entscheiden kann.

Vor dem Aufsetzen einer Patientenver -

fügung ist eine ausführliche Beratung

empfehlenswert, zum Beispiel beim

Hausarzt.

Patientenverfügungen müssen erstellt

werden, wenn die Betreffenden noch

einwilligungsfähig sind, das heißt solange

sie verstehen, was ihnen erklärt

wird und daraufhin eine Entscheidung

treffen und diese mitteilen können.

Geschäftsfähigkeit

Wer durch eine Demenzerkrankung so

weit in seiner Denk- und Urteilsfähigkeit

beeinträchtigt ist, dass er die Bedeutung

und Folgen eines Rechtsgeschäfts – zum

Beispiel eines Kaufvertrags – nicht mehr

verstehen und vernünftig abwägen

kann, gilt im juristischen Sinn als geschäftsunfähig.

Im frühen Stadium einer

Demenz ist die Geschäftsfähigkeit häufig

noch vorhanden. Bei einer mittelschweren

oder schweren Demenz ist sie

meist nicht mehr gegeben.

In der Geschäftsfähigkeit kann es Abstufungen

geben: Jemand ist beispielsweise

nicht mehr in der Lage, einen komplizierten

Pachtvertrag mit vielen Klauseln

zu verstehen, kann aber noch problemlos

einen neuen Staubsauger kaufen.

Wenn die Geschäftsfähigkeit ständig

und in allen Bereichen nicht mehr

besteht, kann ein Arzt die Geschäfts -

un fähigkeit bescheinigen. Damit kann

man auch Käufe und Verträge rück -

gängig machen, die eine an Demenz

erkrankte Person abgeschlossen hat.

Haftung und Versicherung

Wer aufgrund einer Demenz nicht in der

Lage ist, die Folgen seines Handelns zu

überblicken oder die Unrechtmäßigkeit

einzusehen, der gilt vor dem Gesetz als

„nicht schuldfähig“ oder „nicht delikt -

fähig“. Für Schäden, die eine nicht schuldfähige

Person verursacht, kann in der

Regel weder sie selbst noch ihre Angehörigen

verantwortlich gemacht werden

– beispielsweise wenn sie im Laden

etwas mitnimmt, ohne zu be zahlen. Nur

wenn einem Angehörigen vom Betreuungsgericht

ausdrücklich die gesamte

Personensorge und Beaufsich tigung

eines Menschen mit Demenz übertragen

wurde, haftet dieser für Schäden.

Allerdings sollten Angehörige grund -

sätzlich versuchen, vorhersehbare Ge -

fahrensituationen zu vermeiden. Wenn

beispielsweise die demenzkranke Ehefrau

schon wiederholt Blumentöpfe vom

Balkon auf den Gehweg geworfen hat,

dann sollte der Ehemann darauf achten,

dass dort keine Blumen töpfe oder

ähnliche Gegenstände mehr

stehen. Sonst kann er unter

Umständen mitverantwort -

lich gemacht werden, wenn

etwas passiert.

Die private Haftpflichtversicherung

muss über die Demenz -

erkrankung informiert werden. Sie prüft

im Schadensfall automatisch, ob der

Angehörige überhaupt haftbar gemacht

werden kann. Es gibt auch Haftpflichtversicherungen,

die die Absicherung von

„deliktunfähigen erwachsenen Personen“

mit einschließen. Sie zahlen in einem

gewissen Rahmen auch für Schäden, für

die diese nach dem Gesetz nicht ver -

antwortlich gemacht werden können.

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ANSPRECHPARTNER / KONTAKTDATEN

Adressen zu den Artikeln:

Artikel 2

(Leben mit Demenz):

Alzheimer Gesellschaft Hamburg

e.V.

Wandsbeker Allee 68

22041 Hamburg

Telefon: 040 472538

E-Mail: info@alzheimer-hamburg.de

Demenz-Muster wohnung

Beratung und Muster gegen stände

zur Orientierungshilfe und Sicherheit

in der Häuslichkeit

Diakonie Stiftung MitMenschlichkeit

Hamburg

Königstraße 54

22767 Hamburg

Telefon: 040 30620261

E-Mail: fugmann-gutzeit@

diakonie-hamburg.de

Artikel 5

(Diagnose):

Memory Clinic Albertinen-

Krankenhaus

Psychiatrie und Psychotherapie

Süntelstraße 11 a

22457 Hamburg

Telefon: 040 55882177

Memory Clinic Asklepios Klinik

Harburg

Psychiatrische Institutsambulanz II,

Haus 6, 2 Stock

Eißendorfer Pferdeweg 52

21075 Hamburg

Telefon: 040 1818-864555

Gedächtnissprechstunde

Asklepios Klinik Altona

Paul-Ehrlich-Straße 1

22763 Hamburg

Neurologie, 18 Stock, Station 18 A

Telefon: 040 1818-811403

Gedächtnissprechstunde

Asklepios Klinik Nord/

AK Ochsenzoll

Klinik für Gerontopsychiatrie

Memory-Clinic-Gedächtnissprechstunde

Langenhorner Chaussee 560

22419 Hamburg

Telefon: 040 1818-872337

Demenz – Gedächtnissprechstunde

Asklepios Klinik Barmbek

Rübenkamp 220

22307 Hamburg

Neurologie, 3. Stock

Telefon: 040 1818823841

Gedächtnissprechstunde

Asklepios Klinik Wandsek

Alphonstraße 14

22043 Hamburg

Telefon: 040 1818831413

Gedächtnissprechstunde

Westklinikum Hamburg Rissen

Suurheid 20

22559 Hamburg

Abteilung für Psychatrie und

Psychotherapie

Telefon: 040 81912840

Gedächtnissprechstunde Univer -

sitätsklinikum Hamburg Eppendorf

Klinik für Psychiatrie und

Psychotherapie

Martinistraße 52

20246 Hamburg

Telefon: 040 741053210

Artikel 7 (Information

und Beratung):

Pflegestützpunkte in Hamburg

Pflegestützpunkt Altona

Achtern Born 135

22549 Hamburg

Telefon: 040 428991010

pflegestuetzpunkt@

altona.hamburg.de

Bezirksamt Bergedorf –

Pflegestützpunkt und Beratungszentrum

für ältere, pflegebedürftige

und körperbehinderte

Menschen (PBM)

Weidenbaumsweg 21

21029 Hamburg

Telefon: 040 42899-1020

E-Mail: pflegestuetzpunkt@

bergedorf.hamburg.de

Pflegestützpunkt Eimsbüttel

Garstedter Weg 13

22453 Hamburg

Telefon: 040 42899-1030

E-Mail: pflegestuetzpunkt@

eimsbuettel.hamburg.de

Pflegestützpunkt Hamburg-Mitte

Bezirksamt Hamburg-Mitte

Dezernat Soziales, Jugend und

Gesundheit, Fachamt Gesundheit,

Gutachten und Gesundheitshilfen,

Beratung und Hilfen für Senioren

und körperbehinderte Menschen

Besenbinderhof 41

20097 Hamburg

Telefon: 040 42899-1050

E-Mail: pflegestuetzpunkt@

hamburg-mitte.hamburg.de

Pflegestützpunkt Hamburg-Nord

Kümmellstraße 5–7

20144 Hamburg

Telefon: 040 428991060

E-Mail: pflegestuetzpunkt@

hamburg-nord.hamburg.de

Pflegestützpunkt Harburg

Harburger Rathausforum 1

21073 Hamburg

Telefon: 040 42899-1040

E-Mail: pflegestuetzpunkt@

harburg.hamburg.de

Bezirksamt Wandsbek – Soziales

Dienstleistungszentrum Wandsbek

– Pflegestützpunkt Wandsbek

Wandsbeker Allee 62

22041 Hamburg

Telefon: 040 42899-1070

E-Mail: pflegestuetzpunkt@

wandsbek.hamburg.de

Pflegestützpunkt Rahlstedt

Bezirksamt Wandsbek – Soziales

Dienstleistungszentrum Rahlstedt –

Pflegestützpunkt Rahlstedt

Rahlstedter Straße 151–157

22143 Hamburg

Telefon: 040 42899-1080

E-Mail: pflegestuetzpunktrahlstedt@wandsbek.hamburg.de

Demenz-Beratungsstellen

Alzheimer Gesellschaft Hamburg

e.V.

Wandsbeker Allee 68

22041 Hamburg

Telefon: 040 472538

info@alzheimer-hamburg.de

Beratungsstelle für ältere

Menschen und ihre Angehörigen

Hamburgische Brücke

Hellbrookkamp 58

22177 Hamburg

Telefon: 040 4602158

E-Mail: bst@hamburgischebruecke.de

Beratungsstelle Demenz

Albertinen-Haus

Zentrum für Geriatrie und

Gerontologie

Sellhopsweg 18-22

22459 Hamburg

Telefon: 040 5581-1850

Demenz-Sorgentelefon der

Diakonie

Sprechzeit: Montag bis Freitag von

9–12 Uhr

Telefon: 040 30620-349

Lotsenbüro: Demenz Information

Beratung

Kirchenkreis Hamburg-West/

Südholstein

Bei der Flottbecker Mühle 25b

22607 Hamburg

Telefon: 040 97071327

E-Mail: lotsenbuero@

kirchenkreis-hhsh.de

80


Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:12 Seite 81

ANSPRECHPARTNER / KONTAKTDATEN

Kursangebote für Angehörige

von Menschen mit Demenz

Alzheimer Gesellschaft Hamburg

e.V.

Wandsbeker Allee 68

22041 Hamburg

Telefon: 040 472538

info@alzheimer-hamburg.de

HAS Hamburger Angehörigenschule

Hamburg gGmbH

Telefon: 040 30620-436

info@hamburgerangehoerigenschule.de

DIE ANGEHÖRIGENSCHULE

Richardstraße 45

22081 Hamburg

Telefon: 040 18204026

moritz@angehoerigenschule.de

Selbsthilfe

Kontakt und Informationsstelle für

Selbsthilfegruppen in Hamburg

KISS Hamburg

Kontaktstelle Altona

Gaußstraße 21–23

22765 Hamburg

Telefon: 040 49292201

E-Mail: kissaltona@

paritaet-hamburg.de

Kontaktstelle Harburg

Neue Straße 27

21073 Hamburg

Telefon: 040 30087322

E-Mail: kissharburg@

paritaet-hamburg.de

Kontaktstelle Mitte

Kreuzweg 7

20099 Hamburg

Telefon: 040 537978-979

E-Mail: kissmitte@

paritaet-hamburg.de

Kontaktstelle Wandsbek

Brauhausstieg 15–17

22041 Hamburg

Telefon: 040 39926350

E-Mail: kisswandsbek@

paritaet-hamburg.de

KISS Selbsthilfe – Beratung für

pflegende Angehörige

Telefon: 040 39926355

Betreuungsstellen

Betreuungsstelle Hamburg

Abschnitt Altona/Eimsbüttel

Eschelsweg 27

22767 Hamburg

Betreuungsstelle Hamburg

Abschnitt Harburg/Bergedorf

Steindamm 9

20099 Hamburg

Betreuungsstelle Hamburg

Abschnitte Hamburg-Mitte, Nord

und Wandsbek

Winterhuder Weg 31

22085 Hamburg

Kontakt zu allen Betreuungsstellen

Telefon: 040 428635452

E-Mail: betreuungsstellen@

altona.hamburg.de

Betreuungsvereine

Altona

Diakonieverein Vormundschaften

und Betreuungen e.V.

Mühlenberger Weg 57

22587 Hamburg

Telefon: 040 87971626

Bergedorf

Betreuungsverein Bergedorf e.V.

Ernst-Manitius-Straße 5

21029 Hamburg

Telefon: 040 7213320

Eimsbüttel

Insel e. V. Betreuungsverein

Eimsbüttel

Heußweg 25

20255 Hamburg

Telefon: 040 4200226

Hamburg-Mitte

Zukunftswerkstatt der Generationen

e.V.

Betreuungsvereine Wandsbek &

Hamburg-Mitte

Papenstraße 27

22089 Hamburg

Telefon: 040 201111

Hamburg-Nord

Betreuungsverein Hamburg-Nord

e.V.

Wohldorfer Straße 9

22081 Hamburg

Telefon: 040 27287780

Harburg

Insel e. V. Betreuungsverein für

Harburg und Wilhelmsburg

Deichhausweg 2

21073 Hamburg

Telefon: 040 32873924

Wandsbek

Zukunftswerkstatt der Generationen

e.V.

Betreuungsvereine Wandsbek und

Hamburg Mitte

Papenstraße 27

22089 Hamburg

Telefon: 040 201111

Beratungsstellen:

Beratungszentrum für Technische

Hilfen & Wohnraumanpassung

Richardstraße 45 (Richardhof)

22081 Hamburg-Barmbek

Telefon 040 2999560

E-Mail: beratung@

barrierefrei-leben.de

Hamburger Koordinationsstelle

für Wohn-Pflege-Gemeinschaften

STATTBAU HAMBURG GmbH

Sternstraße 106

20357 Hamburg

Telefon: 040 43294223

E-Mail: koordinationsstelle@

stattbau-hamburg.de

Demenz-Musterwohnung

Beratung und Mustergegenstände

zur Orientierungshilfe und Sicherheit

in der Häuslichkeit

Diakonie Stiftung MitMenschlichkeit

Hamburg

Königstraße 54

22767 Hamburg

Telefon: 040 30620261

fugmann-gutzeit@

diakonie-hamburg.de

Hospiz & Palliativarbeit

Koordinierungsstelle Hamburg

Landesverband Hospiz &

Palliativarbeit Hamburg e. V.

Winterhuder Weg 29

22085 Hamburg

Telefon: 040 226303030

E-Mail: kontakt@koordinierungsstelle-hospiz.de

Beratungsstelle CHARON

Hamburger Gesundheitshilfe

gGmbH

Hilfen im Umgang mit Sterben, Tod

und Trauer

Winterhuder Weg 29

22085 Hamburg

Telefon: 040 22630300

E-Mail: info@charon-hamburg.de

Artikel 12

(Mit Demenz im

Krankenhaus):

Anschriften der Krankenhäuser

Agaplesion Diakonieklinikum

Hamburg

Hohe Weide 17

20259 Hamburg

Telefon: 040 79020-0

www.d-k-h.de

Albertinen-Haus –

Medizinisch-Geriatrische Klinik

Sellhopsweg 18–22

22459 Hamburg

Telefon: 040 5581-0

www.albertinen.de

Albertinen-Krankenhaus

Suntelstraße 11 a

22457 Hamburg

Telefon: 040 5588-0

www.albertinen.de

Asklepios Klinik Altona

Paul-Ehrlich-Straße 1

22763 Hamburg

Telefon: 040 181881-0

www.asklepios.com/altona

Asklepios Klinik Barmbek

Rubenkamp 220

22307 Hamburg

Telefon: 040 181882-0

www.asklepios.com/barmbek

Asklepios Klinik Harburg

Eißendorfer Pferdeweg 52

21075 Hamburg

Telefon: 040 181886-0

www.asklepios.com/harburg

Asklepios Klinik Nord –

Standort Ochsenzoll

Geriatrie und Psychiatrie

Langenhorner Chaussee 560

22419 Hamburg

Telefon: 040 181887-0

www.asklepios.com/nord

Asklepios Klinik Nord –

Standort Wandsbek

Psychiatrie, Juthornstraße 71

22043 Hamburg

Telefon: 040 181883-0

www.asklepios.com/

nord_wandsbek.Asklepios

Asklepios Klinik Wandsbek

Alphonsstraße 14

22043 Hamburg

Telefon: 040 181883-0

www.asklepios.com/wandsbek

Asklepios Westklinikum Hamburg

Suurheid 20

22559 Hamburg

Telefon: 040 8191-2865

www.asklepios.com/westklinikum

Bethesda Krankenhaus Bergedorf

Glindersweg 80

21029 Hamburg

Telefon: 040 725540

www.klinik-bergedorf.de

Ev. Krankenhaus Alsterdorf

Bodelschwinghstraße 24

22337 Hamburg

Telefon: 040 507703

www.evangelischeskrankenhaus-alsterdorf.de

Heinrich Sengelmann

Krankenhaus gGmbH

Kayhuder Straße 65

23863 Bargfeld-Stegen

04535 505-0

www.heinrich-sengelmannkrankenhaus.de

PR-Darstellung: Seite 21

81


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ANSPRECHPARTNER / KONTAKTDATEN

Kath. Marienkrankenhaus gGmbH

Alfredstraße 9

22087 Hamburg

Telefon: 040 2546-0

www.marienkrankenhaus.org

PR-Darstellung: Seite 51

Schön Klink Hamburg Eilbek

Dehnhaide 120

22081 Hamburg

Telefon: 040 2092-0

www.schoen-kliniken.de

Universitätsklinikum

Hamburg-Eppendorf

Martinistraße 52

20246 Hamburg

Telefon: 040 7410-0

www.uke.de

Artikel 14

(Vielseitige Hilfen):

Kurse für Angehörige

Kurse werden von verschiedenen

Anbietern angeboten,

Information und Anmeldung:

Alzheimer Gesellschaft Hamburg

e.V.

Telefon: 040 68913625

info@alzheimer-hamburg.de

DIE ANGEHÖRIGENSCHULE –

DAnS – gemeinnützige UG

Telefon: 040 18204026

moritz@angehoerigenschule.de

Hamburger Angehörigenschule

Hamburg gGmbH

Telefon: 040 30620-436

info@hamburgerangehoerigenschule.de

Angehörigengruppen in

verschiedenen Stadtteilen

Information und Kontakt:

Alzheimer Gesellschaft Hamburg

e.V.

Telefon: 040 472538

info@alzheimer-hamburg.de

Kontakt und Informationsstelle für

Selbsthilfegruppen Hamburg

Altona

Telefon: 040 49292201

kissaltona@paritaet-hamburg.de

Harburg

Telefon: 040 30087322

kissharburg@paritaet-hamburg.de

Hamburg-Mitte

Telefon: 040 537978979

kissmitte@paritaet-hamburg.de

Wandsbek

Telefon: 040 39926350

kisswandsbek@paritaet-hamburg.de

Angebote für Menschen mit

beginnender Demenz:

– Beratung

– Gesprächsgruppen

– Tagestreffs (Wandsbek, Lohbrügge)

– Malgruppe

– Chor Vergissmeinnicht

– Erinnerungswerkstatt

– Gedächtnisspaß und persönliche

Sozialberatung

Information und Anmeldung:

Telefon: 040 68913625

E-Mail: info@alzheimer-hamburg.de

Ehrenamtliche Betreuungs -

angebote:

Anbieter von Betreuungsangeboten

für Menschen mit Demenz mit

geschulten Ehrenamtlichen haben

sich in der „Angehörigenhilfe

Demenz für Hamburg“ zusammengeschlossen.

Es handelt sich um

anerkannte Angebote der Stadt

Hamburg und der Pflegekassen.

Information und Kontakt:

Angehörigenhilfe Demenz für

Hamburg

c/o: Alzheimer Gesellschaft

Hamburg e. V.

Telefon: 040 68913625

info@alzheimer-hamburg.de

www.angehoerigenhilfe.de

Unterstützung in Wohngemeinschaften

und Heimen

Engagierte Menschen unterstützen

über die Alzheimer Gesellschaft

Hamburg e.V. und die Stattbau

Hamburg GmbH pflegebedürftige

Menschen mit Demenz sowie

Angehörige in diesen Wohn-Pflege-

Angeboten. Es gibt ehrenamtlich

tätige

– Wohn-Paten

– WG-Begleiter

– Ombudspersonen

Information und Kontakt:

Alzheimer Gesellschaft Hamburg

e. V.

Telefon: 040 472538

s.wannags@alzheimer-hamburg.de

Stattbau Hamburg Stadtentwicklungsgesellschaft

GmbH

Telefon: 040 432942-36

m.kuhn@stattbau-hamburg.de

Klöncafés mit Musik und Tanz

Regelmäßige Angebote in

Wandsbek, Bergedorf und

Langenhorn

Information und Anmeldung:

Alzheimer Gesellschaft Hamburg

e. V.

Telefon: 040 68913625

E-Mail: info@alzheimer-hamburg.de

Chor Vergissmeinnicht

in Wandsbek und Altona

Informationen und Anmeldung:

Telefon: 040 68913625

E-Mail: a.hassel@alzheimer-hamburg.de

Betreute Urlaube

Für Menschen mit beginnender

Demenz und Angehörige:

Baabe auf Rügen

Für Menschen mit Demenz und

Angehörige: Ostseebad Rerik

weitere Informationen:

Alzheimer Gesellschaft Hamburg

e. V.

Telefon: 040 68913625

E-Mail: info@alzheimer-hamburg.de

Sportangebote

„Fit bleiben!“ richtet sich speziell

an ältere Menschen mit Gedächtnis -

problemen, Partner können auch

teilnehmen. Die angeleiteten

Gruppen werden in Zusammen -

arbeit mit Sportvereinen in Volksdorf

und Eimsbüttel angeboten.

Informationen:

Telefon: 040 68913625

E-Mail: info@alzheimer-hamburg.de

Ansprechpartner:

Krankenkassen

AOK Rheinland/Hamburg

Pappelallee 22–26

22089 Hamburg

Telefon: 040 2023-2023

PR-Darstellung: Seite 59

Barmer Ersatzkasse

Hammerbrookstraße 92

20097 Hamburg

Telefon: 0800 333004603101

DAK Gesundheit

Nagelsweg 27-31

20097 Hamburg

Telefon: 040 2396-0

PR-Darstellung: Seite 7

HEK – Hanseatische Krankenkasse

Wandsbeker Zollstraße 86–90

22041 Hamburg

Telefon: 0800 0213213

Techniker Krankenkasse

Bramfelder Straße 140

22305 Hamburg

Telefon: 040 69090

Betreuung / Pflege /

Wohnen / Verschiedenes

AGAPLESION BETHANIEN-HÖFE

Martinistraße 45

20251 Hamburg

Telefon: 040 235378-210

PR-Darstellung: Seite 23

Albertinen-Diakoniewerk e. V.

Süntelstraße 11 a

22457 Hamburg

Telefon: 040 55881

Alida Schmidt-Stiftung

Hamburger Straße 152

22083 Hamburg

Telefon: 040 227101-0

alsterdorf assistenz ost gGmbH

Steilshooper Straße 54

22305 Hamburg

Telefon: 040 697981-37

alsterdorf assistenz west GmbH

Max-Brauer-Allee 50

22765 Hamburg

Telefon: 040 35748138

Alten- und Pflegeheim

„Fallen Anker“

Bernadottestraße 140

22605 Hamburg

Telefon: 040 8890270

Alten- und Pflegeheim

Haus Weinberg

Beim Rauhen Hause 21

22111 Hamburg

Telefon: 040 65591150

Altenzentrum Ansgar

Dikoniestiftung Alt-Hamburg

Reekamp 51

22415 Hamburg

Telefon: 040 530474-0

PR-Darstellung: Seite 30

82


Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:12 Seite 83

ANSPRECHPARTNER / KONTAKTDATEN

Alter und Pflege e. V.

Elsässer Straße 4

22049 Hamburg

Telefon: 040 63644733

ÄKS Ärztliche Krankenpflege

Süderelbe

Cuxhavener Straße 170

21147 Hamburg

Telefon: 040 637972874

AMARITA Hamburg-Mitte

Angerstraße 20–22

22087 Hamburg

Telefon: 040 55500298

Ambulante Pflege

medicur Billstedt GmbH

Billstedter Hauptstraße 34–36

22111 Hamburg

Telefon: 040 731065-0

Ambulanter Pflegedienst

Wicht-Baasch GmbH

Ahrensburger Straße 102

22041 Hamburg

Telefon: 040 6567575

Ambulanter Pflegedienst

Tobias Carstens

Kollaustraße 109

22453 Hamburg

Telefon: 040 586566

Arbeiterwohlfahrt

Landesverband Hamburg e. V.

Witthöfftstraße 5–7

22041 Hamburg

Telefon: 040 4140230

Arbeitsgemeinschaft der

Freien Wohlfahrtspflege

Hamburg e. V.

Burchardstraße 19

20095 Hamburg

Telefon: 040 231586

ASB Sozialeinrichtungen

(Hamburg) GmbH

Heidenkampsweg 81

20097 Hamburg

Telefon: 040 83398-0

PR-Darstellung: Seite 17

Augustinum Hamburg

Neumühlen 37

22763 Hamburg

Telefon: 040 39194400

AWO Seniorenzentrum

Hagenbeckstraße gGmbH

Hagenbeckstraße 12

22527 Hamburg

Telefon: 040 401907-0

Balsam Vital GmbH

Poppenspälerweg 26–28

22149 Hamburg

Telefon: 040 631285625

Baugenossenschaft „Süderelbe“ eG

Kleinfeld 86

21149 Hamburg

Telefon: 040 702052-0

Bundesverband privater Anbieter

sozialer Dienste e. V. (bpa)

Landesgruppe Hamburg

Heinrich-Hertz-Straße 90

22085 Hamburg

Telefon: 040 2530716-0

Caritasverband für Hamburg e. V.

Danziger Straße 66

20099 Hamburg

Telefon: 040 280140-0

Matthias-Claudius-Heim

Alten- und PFlegeheim der

Dikoniestiftung Alt-Hamburg

Walther-Mahlau-Stieg 8

22041 Hamburg

Telefon: 040 696953-0

PR-Darstellung: Seite 43

Cura Seniorenzentrum Bergedorf

GmbH

Gojenbergsweg 30

21029 Hamburg

Telefon: 040 897256-0

Cura Seniorenzentrum

Langenhorn GmbH

Röweland 6 a

22419 Hamburg

Telefon: 040 530465-0

Curatio Pflegedienst GmbH

Elsässer Straße 26

22049 Hamburg

Telefon: 040 611614-0

Pflegedienst Claussen GmbH

Tannenhofstraße 5

22848 Norderstedt

Telefon: 040 52368225

Delphin Ambulante Pflege für

Hamburg GbR

Danziger Straße 35 a

20099 Hamburg

Telefon: 040 28055484

Deutsches Rotes Kreuz

Landesverband Hamburg e. V.

Behrmannplatz 3

22529 Hamburg

Telefon: 040 55420-0

Diakoniestiftung Alt-Hamburg

Bebelallee 10

22299 Hamburg

Telefon: 040 4068911767

Diakoniewerk TABEA e. V.

Am Isfeld 19

22589 Hamburg

Telefon: 040 8092-0

PR-Darstellung: Seite 76

Diakonisches Werk Hamburg

Fachbereich Pflege und Senioren

Königstraße 54

22767 Hamburg

Telefon: 040 30620-295

PR-Darstellung: Seite 6

Diesterweg-Stiftung

Tierparkallee 30

22527 Hamburg

Telefon: 040 5407024

Domicil Seniorenpflegeheim

Heimfeld GmbH

Petersweg 3–5

21075 Hamburg

Telefon: 040 300965-0

Domicil – Seniorenpflegeheim

Jenfeld GmbH

Öjendorfer Damm 97

22043 Hamburg-Jenfeld

Telefon: 040 890007-0

PR-Darstellung: Seite 35

Elbstern GmbH

Friedensallee 27

22765 Hamburg

Telefon: 040 557755600

ELIM Diakonie

Bondenwald 56

22459 Hamburg

Telefon: 040 55425-145

PR-Darstellung: Seite 47

Elisabeth Alten- und Pflegeheim

der Freimaurer von 1795 e. V.

Kleiner Schäferkamp 43

20357 Hamburg

Telefon: 040 441808-1528

PR-Darstellung: Seite 29

Ev.-luth. Diakonissenanstalt

Alten Eichen in Hamburg

Gemeinnützige Stiftung

Wördemanns Weg 19-23

22527 Hamburg

Telefon: 040 5487-1010

PR-Darstellung: Seite 60

Evangelische Stiftung der

Bodelschwingh-Gemeinde

Forsmannstraße 17/19

22303 Hamburg

Telefon: 040 696591-15

Evangelisch-Reformierte

Stiftung Altenhof

Winterhuder Weg 98–106

22085 Hamburg

Telefon: 040 229411-0

EXCELLENT Pflege- und

Gesundheitsdienst GmbH

Hellkamp 7

20255 Hamburg

Telefon: 040 43214667

Fahrenkroen Seniorenpflege &

Betreuungszentrum GmbH

Fahrenkrön 125

22179 Hamburg

Telefon: 040 800040-0

K.D. Feddersen Stiftung

Feldhoopstücken 36–40

22529 Hamburg

Telefon: 040 58957-0

Gemeinschaftspraxis Apostelweg

Apostelweg 12

22143 Hamburg

Telefon: 040 6770022

Georg-Behrmann-Stiftung

Justus-Brinkmann-Straße 60

21029 Hamburg

Telefon: 040 724184-0

Hamburger Gesundheitshilfe

gGmbH

Alter Teichweg 55

22049 Hamburg

Telefon: 040 209882-0

PR-Darstellung: Seite 30

Hamburger Senioren Domizile

GmbH

Reichsbahnstraße 20

22525 Hamburg

Telefon: 040 57203-0

Hamburger Senioren- und

Behinderten-Hilfsdienst e. V.

Scharbeutzer Straße 54

22147 Hamburg

Telefon: 040 253052-200

Hamburgische Brücke

Uhlenhorster Weg 7–11

22085 Hamburg

Telefon: 040 227298-0

Hamburgische Pflegegesellschaft

e. V.

Burchardstraße 19

20095 Hamburg

Telefon: 040 23808788

Hanseatic Pflegedienst GmbH

Meckelfelder Weg 2 a

21079 Hamburg

Telefon: 040 22637110

HAP Hanse Ambulanter

Pflegedienst GmbH

Bramfelder Chaussee 29

22177 Hamburg

Telefon: 040 637971697

Hartwig-Hesse-Stiftung

Alexanderstraße 29

20099 Hamburg

Telefon: 040 253284-0

PR-Darstellung: Seite 16

83


Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:12 Seite 84

ANSPRECHPARTNER / KONTAKTDATEN

Home Instead Seniorenbetreuung

Hamburg

Sönke Hinrichs & André Schulz GbR

Schrankenwerg 8

22143 Hamburg

Telefon: 040 67585043

Hospital zum Heiligen Geist

Hinsbleek 11

22391 Hamburg

Telefon: 040 60601-111

Tagespflege Hamel GmbH

Petersweg 1

21075 Hamburg

Telefon: 040 7661220

Haus Ilse

Alten- und Pflegeheim

Segeberger Chaussee 23

22850 Norderstedt

Telefon: 040 5294153

PR-Darstellung: Seite 55

INTEGRA Seniorenimmobilien

GmbH & Co. KG

Rolandsbrücke 4

20095 Hamburg

Telefon: 040 333013870

Interkultureller Pflegedienst GmbH

Bramfelder Chaussee 1

22177 Hamburg

Telefon: 040 64220740

Ernst & Claere Jung Stiftung

Emkendorfstraße 49

22605 Hamburg

Telefon: 040 8801036

Johanniter Unfallhilfe e. V.

Regionalverband Hamburg

Helbingstraße 47

22047 Hamburg

Telefon: 040 65054171

JWO Hamburg Care GmbH

Friedensallee 290

22763 Hamburg

Telefon: 040 890667670

K&S Seniorenresidenz

Hamburg – Harburger Sand

Neue Straße 26

21073 Hamburg-Harburg

Telefon: 04264 8309-0

PR-Darstellung: Seite 27

KerVita Betriebs GmbH

Kuehnstraße 71 d

22045 Hamburg

Telefon: 040 696486-0

KONFETTI IM KOPF e. V.

Friedensallee 290

22763 Hamburg

Telefon: 040 890667679

Kursana ambulanter Pflegedienst

Schluchtmann GmbH

Tangstedter Landstraße 234 a

22417 Hamburg

Telefon: 040 5207051

Kursana Domizil Hamburg-

Billstedt

Sonnenland 15

22115 Hamburg

Telefon: 040 7148640-0

Kursana Domizil Oststeinbek

Eichredder 23

22113 Oststeinbek

Telefon: 040 7148670-0

Kursana Residenz Hamburg

Ernst-Mittelbach-Ring 47

22455 Hamburg

Telefon: 040 55202-0

Marie Kroos-Stiftung

Ehestorfer Weg 148

21075 Hamburg

Telefon: 040 70970980

LEMBKE Häusliche Krankenund

Altenpflege GmbH

Bramfelder Chaussee 238 a

22177 Hamburg

Telefon: 040 697065-0

PR-Darstellung: Seite 13

Lundbeck GmbH

Ericusspitze 2

20457 Hamburg

Telefon: 040 236490

Malteser Caritas Hamburg gGmbH

Wandsbeker Allee 1

22041 Hamburg

Telefon: 040 675877910

PR-Darstellung: Seite 11

Malteser Hilfsdienst e. V.

Diözesangeschäftsstelle

Eichenlohweg 24

22309 Hamburg

Telefon: 040 209408-0

PR-Darstellung: Seite 12

Malteser Hilfsdienst e. V.

Hospiz-Zentrum Bruder Gerhard

Halenreie 5

22359 Hamburg

Telefon: 040 6033001

Martha Stiftung

Eilbeker Weg 86

22089 Hamburg

Telefon: 040 209876-0

PR-Darstellung: Seite 15

MBD Medicare Brigitte Dornia

GmbH & Co. KG

Heidhorst 4

21031 Hamburg

Telefon: 040 4038086339-0

Mediplex Hamburg GmbH

An der Alster 26

20099 Hamburg

Telefon: 040 468989320

Multi-Kulti Gesundheits- und

Pflegedienst International GmbH

Veringstraße 29

21107 Hamburg

Telefon: 040 75665940

Neurologie Neuer Wall

Fachärzte für Neurologie &

Psychiatrie

Neuer Wall 19

20354 Hamburg

Telefon: 040 300687640

Neurologische-Praxisgemeinschaft-Hamburger-Straße

Hamburger Straße 146

22083 Hamburg

Telefon: 040 223220

Neuropsychiatrisches Zentrum

Hamburg-Altona GmbH

Stresemannstraße 23

22769 Hamburg

Telefon: 040 53307380

Notmütterdienst

Familien- und Seniorenhilfe e. V.

Geschäftsstelle Hamburg

Schloßstraße 94

22041 Hamburg

Telefon: 040 361119-0

Der PARITÄTISCHE

Wohlfahrtsverband Hamburg e. V.

Wandsbeker Chaussee 8

22089 Hamburg

Telefon: 040 41520151

Parkresidenz Greve & Co.

Karl-Lippert-Stieg 1

22391 Hamburg

Telefon: 040 60608-0

Passat Pflegeresidenz GmbH

Rothenbaumchaussee 101

20148 Hamburg

Telefon: 040 37027991-0

Pflegediakonie Hamburg-West/

Südholstein gemeinnützige

GmbH

Klopstockplatz 2

22765 Hamburg-Ottensen

Telefon: 040 39825100

PFLEGEN & WOHNEN Alsterberg

Maienweg 145

22297 Hamburg

Telefon: 040 2022-3900

PFLEGEN & WOHNEN Altona

Thadenstraße 118 a

22767 Hamburg

Telefon: 040 2022-2024

PFLEGEN & WOHNEN Farmsen

August-Krogmann-Straße 100

22159 Hamburg

Telefon: 040 2022-2214

PFLEGEN & WOHNEN HAMBURG

GmbH

Finkenau 11

22081 Hamburg

Telefon: 040 2022-0

PR-Darstellung: Seite 33

PFLEGEN & WOHNEN Heimfeld

An der Rennkoppel 1

21075 Hamburg

Telefon: 040 2022-4040

PFLEGEN & WOHNEN Holstenhof

Elfsaal 20

22043 Hamburg

Telefon: 040 2022-4834

PFLEGEN & WOHNEN Horn

Bauerberg 10

22111 Hamburg

Telefon: 040 2022-4631

PFLEGEN & WOHNEN Husarendenkmal

Am Husarendenkmal 16

22043 Hamburg

Telefon: 040 2022-4725

PFLEGEN & WOHNEN Lutherpark

Holstenkamp 119

22525 Hamburg

Telefon: 040 2022-2816

PFLEGEN & WOHNEN Moosberg

Moosberg 3

21033 Hamburg

Telefon: 040 2022-2752

PFLEGEN & WOHNEN Öjendorf

Deelwischredder 37

22043 Hamburg

Telefon: 040 2022-4834

PFLEGEN & WOHNEN Uhlenhorst

Heinrich-Hertz-Straße 90

22085 Hamburg

Telefon: 040 2022-4305

PFLEGEN & WOHNEN

Wilhelmsburg

Hermann-Westphal-Straße 9

21107 Hamburg

Telefon: 040 2022-4235

Pflegewerk Hamburg gGmbH

Haus St. Hildegard

Rothenburgsorter Marktplatz 2

20539 Hamburg

Telefon: 040 4689720

Pflegewerk Hamburg gGmbH

Haus Wandsbek

Ölmühlenweg 78

22047 Hamburg

Telefon: 040 413486100

Pflegewohnstift Alsterkrug -

chaussee

Alsterkrugchaussee 614

22335 Hamburg

Telefon: 040 512088-0

84


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ANSPRECHPARTNER / KONTAKTDATEN

Pflegewohnstift Garstedter Weg

Garstedter Weg 79–85

22453 Hamburg

Telefon: 040 696666-0

PR-Darstellung: Seite 42

Pro Seniore Residenz Hamburg

Gazellenkamp 38

22529 Hamburg

Telefon: 040 4192509

Tagespflege Bei Philipps

Altenpension Philipps GmbH

& Co. KG

Wentorfer Straße 70–72

21029 Hamburg

Telefon: 040 7219405

Krankenpflegedienst Ritter GmbH

Alsterdorfer Straße 268

22297 Hamburg

Telefon: 040 80007760

Philipp F. Reemtsma Stiftung

Storchenheimweg 15

22559 Hamburg

Telefon: 040 81905-0

RENAFAN GmbH

Ambulante Pflege Barmbek

Fuhlsbütteler Straße 181

22307 Hamburg

Telefon: 040 61137400

RENAFAN GmbH

Ambulante Pflege Eidelstedt

Pinneberger Chaussee 3

22523 Hamburg

Telefon: 040 8666421-0

RENAFAN GmbH

Ambulante Pflege Eimsbüttel

Eimsbütteler Chaussee 35

22529 Hamburg

Telefon: 040 400211

RENAFAN GmbH

Ambulante Pflege Harburg

Lüneburger Straße 2

21073 Hamburg

Telefon: 040 76752970

RENAFAN GmbH

Ambulante Pflege Volksdorf

Farmsener Landstraße191

22359 Hamburg

Telefon: 040 2987240

RENAFAN GmbH

Ambulante Pflege Wandsbek

Wandsbeker Marktstraße164

22041 Hamburg

Telefon: 040 696544-0

RENAFAN GmbH

Ambulante Pflege Wedel

Rolandstraße 6

22880 Wedel

Telefon: 04103 919771

RENAFAN Intensivpflege

Hamburg Ambulante Intensivpflege

Bürgerweide 4

20535 Hamburg

Telefon: 040 55449165

Hermann und Lilly Schilling-

Stiftung

Isfeldstraße 16

22589 Hamburg

Telefon: 040 866259-0

PR-Darstellung: Seite 25

Senator-Ernst-Weiß-Haus

Bullenkoppel 17

22047 Hamburg

Telefon: 040 6946-0

Senator Seniorenzentrum

„Kapernaum“

Rennbahnstraße 51–53

22111 Hamburg-Horn

Telefon: 040 3501860

Senioren- und Pflegeheim

Margarethenhof GmbH

Wohldorfer Damm 156

22395 Hamburg

Telefon: 040 6048742

Senioren- und Therapiezentrum

„Haus am Wehbers Park“

Fruchtallee 82–84

20259 Hamburg

Telefon: 040 2393668-0

Senioren- und Therapiezentrum

Haus Burgwedel GmbH

Walter-Jungleib-Straße 1

22457 Hamburg

Telefon: 040 559773-0

Senioren- und Therapiezentrum

Rahlstedter Höhe GmbH

Kühlungsborner Straße 7–11

22147 Hamburg

Telefon: 040 648996-0

PR-Darstellung: Seite 54

Seniorenresidenz Eidelstedt

Eidelstedter Dorfstraße 19

22527 Hamburg

Telefon: 040 4689530

Seniorenresidenz Fischbek

An de Geest 22

22149 Hamburg

Telefon: 040 570063-0

Seniorenresidenz Groß Flottbek

Müllenhoffweg 15

22607 Hamburg

Telefon: 040 89951-0

Anmerkung:

Seniorenresidenz Lurup

Luruper Hauptstraße 119

22547 Hamburg

Telefon: 040 840523-0

Seniorenresidenz Reinbek

Bogenstraße 2

21465 Reinbek

Telefon: 040 8197890

Seniorensitz am Hegen

Am Hegen 29

22149 Hamburg

Telefon: 040 6737040

Senioren-Zentren

Geschwister Jensen GmbH

Kieler Straße 212

22525 Hamburg

Telefon: 040 85333-40

PR-Darstellung: Seite 33

Seniorenzentrum St. Markus

Gärtnerstraße 63

20253 Hamburg

Telefon: 040 401908-0

SenVital Senioren- und

Pflegezentrum Hamburg

am Barmbeker Markt

Stückenstraße 1

22081 Hamburg

Telefon: 040 2000381-0

PR-Darstellung: Seite 55

Stadtdomizil

Lippmannstraße 19–21

22769 Hamburg

Telefon: 040 43281-0

STATTBAU HAMBURG

Stadtentwicklungs mbH

Hamburger Koordinationsstelle

für Wohn-Pflege-Gemeinschaften

Sternstraße 106

20357 Hamburg

Telefon: 040 432942-23

Stiftung Anscharhöhe

Tarpenbekstraße 107

20251 Hamburg

Telefon: 040 4669-0

Stiftung Hanna Reemtsma Haus

Kriemhildstraße 15

22559 Hamburg

Telefon: 040 81958-0

TaP Tagespflege Poppenbüttel

gGmbH

Poppenbüttler Bogen 2

22399 Hamburg

Telefon: 040 61188999-0

Sollten Angaben bzw. die Auflistung der Anbieter nicht vollständig oder richtig

sein, bitten wir dies zu entschuldigen. Gerne können Sie uns für eine neue

Ausgabe, die fehlenden oder nicht vollständigen Angaben zukommen lassen:

info@kuw.de – Stichwort: „Demenz-Ratgeber in Hamburg“.

Theodor-Fliedner-Haus

Ev. Seniorenwohn- und

Pflegezentrum Bramfeld

Berner Chaussee 37-41

22175 Hamburg

Telefon: 040 646045-0

PR-Darstellung: Seite 60

Therapie am Hafen

Seewartenstraße 10, Haus 1

20459 Hamburg

Telefon: 040 33442479

Trägerverbund Hamburger Osten

Moorende 4

20535 Hamburg

Telefon: 040 6557336

Verbraucherzentrale Hamburg e. V.

Kirchenallee 22

20099 Hamburg

Telefon: 040 24832-0

Vereinigte Hamburger Wohnungsbaugenossenschaft

eG

Hohenfelder Allee 2

22087 Hamburg

Telefon: 040 251512-0

Frank Wagner Holding

Hanseatische Management GmbH

Wellingsbüttler Weg 71

22391 Hamburg

Telefon: 040 97070-970

PR-Darstellung: Seite 36

Wilhelmsburger Krankenhaus

Groß-Sand Geriatriezentrum/

Kognitive Geriatrie

Groß-Sand 3

21107 Hamburg

Telefon: 040 75205-0

Wohnpark Fama

Luruper Hauptstraße 247–249

22547 Hamburg

Telefon: 040 84004080

Wohnungsbaugenossenschaft

„Süderelbe“ eG

„Haus am Frankenberg“

Am Frankenberg 34

21077 Hamburg

Telefon: 040 76403-0

Wohnungsbaugenossenschaft

„Süderelbe“ eG

„Haus Hammer Landstraße“

Hammer Landstraße 168

20537 Hamburg

Telefon: 040 80608100

Zentralverband Hamburger

Pflegedienste e. V. – ZHP

Bramfelder Straße 60 a

22305 Hamburg

Telefon: 040 46070270

85


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VERZEICHNIS DER PR-DARSTELLUNGEN

Verzeichnis der PR-Darstellungen

Die nachstehenden Firmen und gemeinnützigen Einrichtungen haben mit ihren Public-Relations-Beiträgen

das Zustandekommen dieser Broschüre in dankenswerter Weise gefördert.

AGAPLESION BETHANIEN-HÖFE, Hamburg ..............23

Altenzentrum Ansgar Diakoniestiftung Alt-Hamburg ........30

AOK Rheinland/Hamburg ...............................59

ASB Sozialeinrichtungen (Hamburg) GmbH, Hamburg ......17

Matthias-Claudius-Heim

Alten- und Pflegeheim der Diakoniestiftung Alt-Hamburg ...43

DAK-Gesundheit, Hamburg ...............................7

Diakonie Alten Eichen, Hamburg .........................60

Diakonisches Werk Hamburg

Fachbereich Pflege und Senioren, Hamburg ................6

Diakoniewerk TABEA e. V., Hamburg .....................76

Domicil – Seniorenpflegeheim Jenfeld GmbH,

Hamburg-Jenfeld .......................................35

ELIM Diakonie, Hamburg ...............................47

Elisabeth Alten- und Pflegeheim der Freimaurer

von 1795 e. V., Hamburg ................................29

Hamburger Gesundheitshilfe gGmbH, Hamburg ...........30

Haus Ilse Alten- und Pflegeheim, Norderstedt .............55

Hartwig-Hesse-Stiftung, Hamburg .......................16

Kath. Marienkrankenhaus gGmbH, Hamburg ..............51

K&S Seniorenresidenz Hamburg – Harburger Sand,

Hamburg-Harburg ......................................27

LEMBKE Häusliche Kranken- und Altenpflege GmbH,

Hamburg ..............................................13

Malteser Caritas Hamburg gGmH, Hamburg ..............11

Malteser Hilfsdienst e. V. (Zentrale), Hamburg .............12

Martha Stiftung, Hamburg ..............................15

PFLEGEN & WOHNEN HAMBURG GmbH,

Hamburg ..............................................33

Pflegewohnstift Garstedter Weg, Hamburg ...............42

Hermann und Lilly Schilling-Stiftung, Hamburg ............25

Heinrich Sengelmann Krankenhaus gGmbH,

Bargfeld-Stegen ........................................21

Senioren- und Therapiezentrum Rahlstedter Höhe

GmbH, Hamburg .......................................54

Senioren-Zentren Geschwister Jensen GmbH,

Hamburg .............................................33

SenVital Senioren- und Pflegezentrum Hamburg ...........55

Theodor-Fliedner-Haus І Evangelisches Seniorenwohnund

Pflegezentrum Bramfeld, Hamburg ...................60

Frank-Wagner-Holding Hanseatische Management

GmbH, Hamburg .......................................36

86


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BILDQUELLEN / IMPRESSUM

Bildquellen

Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V. Selbsthilfe Demenz, Berlin: S. 8 re., 9 u., 72 re., 73 o.

Holger Hartwig, Hamburg: S. 5, 38, 39, 41 o., 53 li., 64, 66, 67.

Archiv (Werkaufnahmen): S. 7, 11, 13, 27, 30, 33, 35, 42, 43, 54, 76.

AA+W/fotolia.com: S. 28 u., 41 u., 45 u., 53 re., 65; Africa Studio/fotolia.com: S. 31; Stefan Albrecht, Hamburg: S. 6 u.; auremar/

fotolia.com: S. 46 o.; Cathrin Bach: S. 23 u. li.; beeboys/fotolia.com: S. 34 o.; BillionPhotos/fotolia.com: S. 69; blickgrafie І bea albers:

S. 55. o.; Peggy Blume/fotolia.com: S. 30 o.; Ilka Bressem, Hermann und Lilly Schilling-Stiftung: S. 25 u.; Matthias Büchner/

fotolia.com: S. 78; contrastwerkstatt/fotolia.com: S. 28 o.; Chepko Danil/fotolia.com: S. 9 o.; Uwe Dankert, Hamburg: S. 3; Elnur/

fotolia.com: S. 10 u., 24 li. u., 49 u., 61 re., 73 u.; Sebastian Engels, Hamburg: S. 16 u. li.; Jost Fink, Hamburg: S. 51; fotohansel/

fotolia.com: S. 77; galina2015/fotolia.com: S. 7; Johannes Groht, Hamburg: S. 60 u.; Michael Hagedorn, Pinneberg: S.16 u. re., 29,

36; highwaystarz/fotolia.com: S. 62; Tim Hoppe Fotografie: S. 47 o. li.; IBOLD, Hamburg: S. 15; JSB31/fotolia.com: S. 14; khalaziy/

fotolia.com: S. 18/19; Robert Kneschke, Köln/fotolia.com: S. 59; Kzenon/fotolia.com: S. 49 o.; littlebell/fotolia.com: S. 57 o.; Jacob

Lund/fotolia.com: S. 79 o.; Marco2811/fotolia.com: S. 16; michaelheim/fotolia.com: Buchtitel, S. 1; Nomad_Soul/fotolia.com: S. 23 li.;

Ocskay Bence/fotolia.com: S. 20, 61 li.; Ocskay Mark/fotolia.com: S. 45 o.; Osterland/fotolia.com: S. 4, 17, 23 re., 56, 70; pathdoc/

fotolia.com: S. 32; Bernd Perlbach, Preetz/Heinrich Sengelmann Krankenhaus gGmbH: S. 21; Picture_Factory/fotolia.com: S 24 re.,

58; RAM/fotolia.com: S. 63 u.; Alexander Raths/fotolia.com: S. 8 li., 22, 24 li. o., 26 u., 34 u., 44, 46 u., 48, 57 u., 63 o.; Birgit Reitz-

Hofmann/fotolia.com: S. 10 o.; Gabriele Rohde/fotolia.com: S. 37; Juliane Schmidt, Hermann und Lilly Schilling-Stiftung: S. 25 o.;

Bärbel Schönhof, Bochum: S. 74; Annette Schrader, Hamburg: S. 17, 47 o. re. und u.; Philipp Schumann, Berlin: S. 23 u. re.; SenVital/

Manfred Schwellies, Hamburg: S. 55 u.; Sir_Oliver/fotolia.com: S. 70 o.; Konstantin Sytyagin/fotolia.com: S. 6 o.; Jana Tolle,

Hamburg: S. 60 o.; weyo/fotolia.com: S. 71; Sabine Wigbers, Hamburg: S. 12; Axel Wollmer, Hamburg: S. 18 u.; Franco Zehnder,

Rellingen: S. 52.

IMPRESSUM

Herausgegeben in Zusammenarbeit mit der

Alzheimer Gesellschaft Hamburg e. V.

Redaktion:

Jörn Wieking (Geschäftsführer),

Katharina Auberger (Öffentlichkeitsarbeit)

Autoren:

Holger Hartwig, HARTWIG3C, coaching – communication –

consulting, Hamburg;

Karen Roske, Journalistin, Hannover

Erste Ausgabe 2017

Verlag Kommunikation & Wirtschaft GmbH,

Oldenburg (Oldb)

Bildquellen: Seite 87

Die Publikation erscheint im Verlagsbereich Regionalmedien.

Alle Rechte bei Kommunikation & Wirtschaft GmbH,

Oldenburg (Oldb)

Das Manuskript ist Eigentum des Verlages. Alle Rechte vor -

behalten. Auswahl und Zusammenstellung sind urheberrechtlich

geschützt. Für die Richtigkeit der im Inhaltsverzeichnis

aufgeführten Autorenbeiträge und der PR-Texte übernehmen

Verlag und Redaktion keine Haftung.

Printed in Germany 2017

Bildbearbeitung:

Kommunikation & Wirtschaft GmbH, Oldenburg (Oldb)

Druck:

Gutenberg Beuys Feindruckerei, Langenhagen

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