Welt des Vergessens - Demenz-Ratgeber Hamburg
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<strong>Welt</strong> <strong>des</strong> <strong>Vergessens</strong><br />
<strong>Demenz</strong>-<strong>Ratgeber</strong><br />
für Betroffene und Angehörige<br />
in <strong>Hamburg</strong>
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INHALT<br />
Inhaltsverzeichnis<br />
1. Vorwort ....................................................................................................3<br />
2. Auch nach der Diagnose geht die Sonne wieder auf ..........................................4<br />
3. <strong>Demenz</strong>: Was ist das? .................................................................................8<br />
4. Noch ist keine Heilung möglich – Symptome können aber gelindert werden .........18<br />
5. Wie wird die Diagnose gestellt? ...................................................................22<br />
6. Der <strong>Demenz</strong> vorbeugen ..............................................................................26<br />
7. Information und Beratung ..........................................................................28<br />
8. Therapien für Menschen mit <strong>Demenz</strong> ...................... .....................................32<br />
9. Bewegung stärkt Lebensfreude und hält fit ...................................................38<br />
10. Unsicherheiten im Alltag abbauen... .............................................................40<br />
11. Kommunikation und Umgang mit Betroffenen ...............................................44<br />
12. Mit <strong>Demenz</strong> im Krankenhaus ......................................................................48<br />
13. Im Zwiespalt zwischen Vorwürfen und Erleichterung .......................................52<br />
14. Vielseitige Hilfen für Angehörige und Betroffene ............................................56<br />
15. Humor und Leichtigkeit sind immer gut ........................................................64<br />
16. Der Austausch mit anderen vermittelt Kraft, Mut und hilfreiche Tipps ................66<br />
17. Finanzielle Hilfen für Menschen mit <strong>Demenz</strong> und Angehörige ...........................70<br />
18. Rechtliche Aspekte bei <strong>Demenz</strong> ...................................................................74<br />
19. Rechtliche Vorsorge .................................................................................. 78<br />
20. Ansprechpartner in <strong>Hamburg</strong> / Kontaktdaten .................................................80<br />
Copyrights:<br />
Kapitel 2, 4, 9, 10, 13, 15, 16, 18: Holger Hartwig, HARTWIG3C, coaching – communication – consulting, <strong>Hamburg</strong><br />
Kapitel 3, 5, 6, 8, 11, 17, 19: Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V. Selbsthilfe <strong>Demenz</strong>, Berlin / Karen Roske, Hannover<br />
Kapitel 7, 12, 14: Jörn Wieking, Geschäftsführer, Alzheimer Gesellschaft <strong>Hamburg</strong> e. V. Selbsthilfe <strong>Demenz</strong> / Karen Roske, Journalistin, Hannover<br />
Sonstiges: Verzeichnis der PR-Darstellungen: Seite 86 // Bildquellen: Seite 87 // Impressum: Seite 87<br />
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VORWORT<br />
Vorwort<br />
Liebe Leserinnen und Leser,<br />
Sie halten einen <strong>Ratgeber</strong> zum Thema<br />
<strong>Demenz</strong> in Ihren Händen. Ich weiß<br />
nicht, in welcher Situation Sie zu ihr<br />
gegriffen haben. Vielleicht haben Sie<br />
oder jemand in Ihrer Familie oder in<br />
Ihrer Umgebung erst vor Kurzem die<br />
Diagnose <strong>Demenz</strong> erhalten.<br />
Mir ist bewusst: Eine solche Diagnose<br />
zu hören, ist zuallererst ein Schock.<br />
Auch, wenn sie auf der anderen Seite<br />
manch' ungewöhnliche Verhaltens -<br />
weisen, die vorher aufgetreten sind,<br />
erklären helfen kann.<br />
Mit dieser Broschüre, die neben wichtigen,<br />
grundlegenden Informationen ganz<br />
speziell über Hilfsangebote in <strong>Hamburg</strong><br />
informiert, möchten wir Ihnen vor allem<br />
Mut machen, sich dem Thema <strong>Demenz</strong><br />
zu nähern und zu stellen.<br />
Natürlich wissen wir: Leben unter<br />
den Bedingungen der <strong>Demenz</strong> ist eine<br />
Herausforderung. Information und Aufklärung<br />
über die verschiedenen demenziellen<br />
Veränderungen, Hilfe beim Auffinden<br />
der verschiedenen Hilfsangebote<br />
für Betroffene (und damit meine ich so<br />
wohl Erkrankte als auch ihre An- und<br />
Zugehörigen) – das sind wichtige Impulse<br />
und Ziele, die wir mit dieser <strong>Ratgeber</strong>-Broschüre<br />
verfolgen.<br />
Wir danken allen, die uns bei der Erstellung<br />
und Verbreitung geholfen haben<br />
und helfen.<br />
Vielleicht, liebe Leserin, lieber Leser,<br />
haben Sie diese Broschüre nicht aus<br />
persönlicher Betroffenheit, sondern aus<br />
Interesse an einem gesellschaftlich<br />
immer relevanter werdenden Thema<br />
mitgenommen. Auch dann möchten wir<br />
Sie ermutigen: Mischen Sie sich ein in<br />
gesellschaftliche Debatten, in denen wir<br />
miteinander klären, wie Menschen mit<br />
<strong>Demenz</strong> in unserer Mitte in größtmög -<br />
licher Selbstbestimmtheit leben können.<br />
Was muss neu und anders werden,<br />
damit wir die „Freie und demenzfreundliche<br />
Hansestadt <strong>Hamburg</strong>“ werden?<br />
Mit vielen engagierten Trägern setzen<br />
wir uns hierfür in der „Lan<strong>des</strong>initiative<br />
Leben mit <strong>Demenz</strong> in <strong>Hamburg</strong>“ ein.<br />
Ihre Anregung und Mitarbeit sind hier<br />
sehr willkommen!<br />
Wir, die Alzheimer Gesellschaft<br />
<strong>Hamburg</strong> e. V., sind die Selbsthilfe-<br />
Organi sation im Themenfeld <strong>Demenz</strong> in<br />
<strong>Hamburg</strong>. In Gesprächsgruppen, in der<br />
persönlichen Beratung am Alzheimer-<br />
Telefon, in unserer Geschäftsstelle oder<br />
in der Häuslichkeit, in verschiedenen<br />
Angeboten am Beginn der Herausforderungen,<br />
im Chor für Menschen mit und<br />
ohne <strong>Demenz</strong>, bei betreuten Urlauben<br />
und Angeboten, die wir vielleicht mit<br />
Ihnen gemeinsam noch entwickeln werden,<br />
sind wir an Ihrer Seite.<br />
Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf,<br />
wenn Sie weitergehende Fragen haben,<br />
wenn Sie Unterstützung brauchen oder<br />
mit uns an einer demenzsensiblen Stadt<br />
arbeiten möchten.<br />
Für alles, was jetzt zu Ihrer Realität<br />
gehört, wünsche ich Ihnen von Herzen<br />
Gutes.<br />
Ihr Tobias Götting<br />
Alzheimer Gesellschaft <strong>Hamburg</strong> e. V.<br />
Der Vorsitzende<br />
3
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:22 Seite 4<br />
REPORTAGE: Leben mit <strong>Demenz</strong><br />
Auch nach der Diagnose geht die Sonne<br />
wieder auf<br />
Die <strong>Hamburg</strong>er Eheleute Angela und Gerd Griem berichten über ihr Leben mit <strong>Demenz</strong><br />
Sein gesamtes Leben lang ist „Krankheit“<br />
ein Fremdwort. Sport steht im<br />
Mittelpunkt, zunächst mehrere Jahrzehnte<br />
aktiv Volleyball, später Wandern<br />
und Schwimmen. Für Gerd Griem ist das<br />
Leben geprägt durch viel Aktivität.<br />
Gemeinsam mit seiner Ehefrau Angela,<br />
die er beim Sport kennengelernt hat,<br />
genießt er den Ruhestand nach mehr als<br />
zwei Jahrzehnten als Geschäftsführer<br />
<strong>des</strong> <strong>Hamburg</strong>er Volleyballverban<strong>des</strong>.<br />
Bis 2015, als bei dem heute 77-Jährigen<br />
eine beginnende <strong>Demenz</strong> festgestellt<br />
wird – ein Schock für das Paar.<br />
Was bedeutet die Diagnose? Hätte man<br />
die Krankheit eher bemerken können?<br />
Wie kann das Leben weitergehen? Diese<br />
und andere Fragen werden von jetzt auf<br />
gleich Bestandteil <strong>des</strong> Alltags der Eheleute.<br />
Bei einem Kaffee in ihrer Wohnung<br />
in Wandsbek erzählen beide, wie<br />
Tipp<br />
<strong>Demenz</strong>-<br />
Muster wohnung<br />
Beratung und Muster gegen stände zur<br />
Orientierungshilfe und Sicherheit in der<br />
Häuslichkeit<br />
Kontakt/Adresse: siehe Kapitel 20, Seite 80<br />
sie mit der Krankheit umgehen und versuchen,<br />
„das Beste daraus zu machen“.<br />
Die ersten Anzeichen: Gerd Griem<br />
blickt zurück. Es ist etwa fünf Jahre her,<br />
dass „ich Stück für Stück gemerkt habe,<br />
dass es mit mir nicht mehr so ist, wie<br />
ich es gerne hätte“. Er sei früher sehr gut<br />
im Kopfrechnen gewesen und der Umgang<br />
mit Zahlen fiel ihm leicht. „Ich<br />
merkte, dass ich mich immer schwerer<br />
tat und es öfter Fehler gab. Am Anfang<br />
habe ich gedacht: Na ja, ich werde halt<br />
auch älter. Dann fing ich an, mir Sorgen<br />
zu machen.“ Zunächst habe er überhaupt<br />
nicht daran gedacht, dass es eine<br />
Krankheit sein könnte, „doch dann<br />
wollte ich es doch wissen“.<br />
Die erste Untersuchung: Griem berichtet,<br />
dass er 2012 das erste Mal durch<br />
eine Untersuchung klären wollte, „ob<br />
mit mir alles in Ordnung ist“. Der Arztbesuch<br />
brachte absolute Erleichterung.<br />
„Der Doktor konnte überhaupt keine<br />
Anzeichen für <strong>Demenz</strong> feststellen. Das<br />
war sehr beruhigend.“<br />
Die weiteren Anzeichen: Es vergehen<br />
etwa zwei Jahre, bis das Thema wieder<br />
im Leben der Griems auftaucht. „Mein<br />
Mann hat nachts plötzlich geschrien.<br />
Ich wurde dann aufgeschreckt und es<br />
hat mich sehr beunruhigt“, erzählt<br />
Angela Griem (63). Sie habe sich absolut<br />
nicht erklären können, was in ihrem<br />
Mann vorgeht. „Dann haben wir zufällig<br />
im Fernsehen einen Beitrag gesehen in<br />
dem es hieß, dass solche Träume eine<br />
beginnende <strong>Demenz</strong> sein können“. Die<br />
nächtlichen unerklärlichen Aktivitäten<br />
hören nicht auf und so geht es im<br />
November 2014 erneut zum Arzt.<br />
Der Tag <strong>des</strong> Schocks: Der erneute Weg<br />
zu einem Neurologen steht an. Angela<br />
Griem erinnert sich: „Der Arzt holte<br />
einen Test aus der Schublade und da<br />
kam bei meinem Mann gar nichts. Er<br />
konnte die Gedanken nicht sortieren<br />
und festhalten. Ich war völlig ver -<br />
daddert.“ Ihr Mann berichtet, dass er<br />
einfach nur sprachlos gewesen sei. „Ich<br />
war total frustriert und dachte mir:<br />
Vielleicht habe ich nur einen schlechten<br />
Tag.“ Der behandelnde Arzt habe sehr<br />
vorsichtig agiert und auch nicht sofort<br />
von <strong>Demenz</strong> gesprochen. Es gelte, erst<br />
einmal ein halbes Jahr zu schauen, habe<br />
er gemeint.<br />
Die Diagnose: Weitere Untersuchungen<br />
folgen. „Das gab uns die Chance, uns<br />
langsam an den Gedanken zu gewöhnen,<br />
dass ich vielleicht doch nicht mehr<br />
ganz gesund sein könnte“, beschreibt<br />
der Rentner die Zeit bis zur Gewissheit.<br />
Leider bringen die weiteren Test<br />
Gewissheit: Bei Gerd Griem wird eine<br />
beginnende <strong>Demenz</strong> festgestellt. Und<br />
4
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Gut ist es, immer wieder miteinander zu<br />
sprechen und dabei kein Thema auszulassen.<br />
nun? Fragen über Fragen, so beschreibt<br />
es der 77-Jährige. Was wird aus den<br />
Plänen für die kommenden Jahre, wenn<br />
seine deutlich jüngere Ehefrau auch in<br />
Rente geht?<br />
Die erste Zeit mit der Krankheit: Gerd<br />
Griem geht mit seinen Gedanken aus<br />
dieser Zeit sehr offen um. „Für mich war<br />
es schon problematisch. Ich habe gefragt,<br />
was es für meine Frau bedeutet,<br />
dass für mich vieles immer schwieriger<br />
wird und ich immer mehr auf ihre Hilfe<br />
angewiesen sein werde.“ Er habe sich<br />
dann auf vielen Wegen über die Krankheit,<br />
den Verlauf und auch Hilfs an -<br />
gebote informiert. „Das war das Beste,<br />
was ich machen konnte.“ So habe er<br />
auch den Kontakt zur Alzheimer Gesellschaft<br />
<strong>Hamburg</strong> gefunden. Seiner Frau<br />
geht es in der ersten Zeit auch nicht viel<br />
anders. „Ich wollte das so nicht wahr -<br />
haben und bin heute sehr froh, dass ich<br />
dann bei der Alzheimer Gesellschaft an<br />
Veranstaltungen teilgenommen habe<br />
und Zusammenhänge verstanden habe.“<br />
Auch sie sagt: „Es war gut und richtig,<br />
sich sofort über die Krankheit und die<br />
Zusammenhänge zu informieren.“<br />
Der Alltag mit der Krankheit: Die Eheleute<br />
berichten, dass es eine Heraus -<br />
forderung ist, sich immer wieder klar zu<br />
machen, dass die Krankheit nicht zu<br />
stoppen ist, sondern der Verlauf verlangsamt<br />
werden kann. Gerd Griem:<br />
„Ich habe Sport gemacht und gesund<br />
gelebt. Aber du hast keine Chance,<br />
wenn dich diese Krankheit erwischt.“ Er<br />
versuche, offen mit der Krankheit zu<br />
leben. Und schaut zu seiner Frau hin -<br />
über und ergänzt: „Aber manches, was<br />
ich erlebe, mag ich ihr dann auch zunächst<br />
gar nicht erzählen.“ Für ihn sei<br />
der Austausch mit anderen Betroffenen<br />
wichtig. „Die wöchentliche Gruppe bei<br />
der Alzheimer Gesellschaft ist da eine<br />
ideale Möglichkeit.“ Und er sei dankbar,<br />
dass er den Alltag noch gut meistern<br />
könne. Lediglich ans Steuer seines Autos<br />
setze er sich aus Gründen der Sicherheit<br />
nicht mehr. „Durch die Arbeit im Sport<br />
habe ich erfahren dürfen, dass es immer<br />
eine Lösung gibt. Darauf vertraue ich.<br />
„Für Angela Griem ist der Austausch mit<br />
anderen Angehörigen ebenfalls eine<br />
wichtige Stütze. „Da kann ich dann<br />
5
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:22 Seite 6<br />
REPORTAGE: Leben mit <strong>Demenz</strong><br />
auch gut einordnen, wie es um meinen<br />
Mann steht.“ Sie sei dankbar, dass sie<br />
immer wieder miteinander sprechen<br />
und dabei kein Thema auslassen. „Es<br />
gibt ja auch Partner, die es leugnen und<br />
sagen, dass sie diese Krankheit nicht<br />
haben. Dann muss das extrem schwierig<br />
sein.“<br />
Der Umgang nach außen: Mit der <strong>Demenz</strong>erkrankung<br />
im privaten Umfeld<br />
richtig umzugehen, sei durchaus eine<br />
Herausforderung. Angela Griem: „Die<br />
meisten Menschen wissen nicht wirklich<br />
etwas über die Krankheit und was<br />
das bedeutet.“ Deshalb würden sie<br />
nicht jedem offensiv von der Krankheit<br />
berichten, sondern situationsbedingt<br />
entscheiden. „Grundsätzlich halten wir<br />
es für sinnvoll, offen mit der Krankheit<br />
umzugehen. Erst kürzlich bei einer<br />
Chorfahrt war es wieder wichtig, die<br />
anderen Teilnehmer zu informieren.<br />
Dann haben wir sehr viel Verständnis<br />
und Hilfsbereitschaft erfahren“, erzählt<br />
Angela Griem. Ihr Mann berichtet, dass<br />
er dann manches Mal ins Nachdenken<br />
kommt, „wenn Freunde zu mir sagen:<br />
Gerd, du hast das doch nicht“.<br />
Die Zukunft: Das Ehepaar schaut sich<br />
an und beide beschreiben, was sie mit<br />
Blick auf die Zukunft bewegt. „Es macht<br />
mich schon fuchsig und ich bin nicht<br />
gelassen, wenn ich nach vorne schaue“,<br />
erzählt er. Beide würden versuchen, im<br />
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<strong>Demenz</strong>kompetenz Diakonie <strong>Hamburg</strong><br />
Mit <strong>Demenz</strong> leben – dafür bietet die Diakonie in <strong>Hamburg</strong><br />
umfassende Unterstützung. Menschen mit <strong>Demenz</strong><br />
und ihre Angehörigen werden mit Einfühlungsvermögen<br />
und Professionalität beraten, begleitet, versorgt und betreut.<br />
Von einer ersten Beratung über Besuchsdienste,<br />
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mit <strong>Demenz</strong> im Krankenhaus oder besondere Wohn -<br />
formen für Betroffene – die Diakonie bietet Angebote und<br />
Einrichtungen in ganz <strong>Hamburg</strong>. Die Kompetenz für den<br />
Umgang mit <strong>Demenz</strong> finden Sie bei uns auf allen Ebenen:<br />
in der Beratung, bei Schulungsangeboten, bei unseren<br />
Pflegekräften und bei unseren geschulten Freiwilligen.<br />
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Königstraße 54 · 22767 <strong>Hamburg</strong> · Tel. 040 30620-295<br />
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6
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:23 Seite 7<br />
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Hilfe für pflegende Angehörige: Die DAK-Gesundheit hat<br />
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entwickelt. Der DAK-Pflegecoach ist ein zertifi -<br />
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oder Tablet absolviert werden – in völlig flexibler Zeit -<br />
einteilung. Der DAK-Pflegecoach beantwortet in verschiedenen<br />
Modulen die wichtigsten Fragen rund um<br />
die Pflege. Ein zentrales Modul ist der <strong>Demenz</strong>coach<br />
(www.dak.de/pflegecoach). Nutzer lernen, was <strong>Demenz</strong><br />
ist und wie das Leben mit Betroffenen gestaltet werden<br />
kann. Der Coach gibt auch Tipps zu Versicherungen und<br />
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DAK-Gesundheit<br />
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Moment zu leben. „Wir haben gerade<br />
mit Freunden eine Flusskreuzfahrt gemacht.<br />
So locker wie früher geht es<br />
allerdings nicht mehr.“ Er hofft, dass er<br />
mit seiner Krankheit „nur kleine Schritte<br />
in die falsche Richtung geht in den<br />
nächsten Jahren.“ Und dann spricht er<br />
über seine Frau: „Ich frage mich sehr<br />
oft: Kann ich das, was noch kommt,<br />
meiner Frau zumuten? Was macht<br />
meine Krankheit mit ihr? Wie kann sie<br />
alleine weiterleben?“<br />
Seine Gattin, mit der er seit über 35<br />
Jahren verheiratet ist, sitzt neben ihm<br />
und auch an dieser Stelle gibt es offene<br />
Worte: „Mir ist in den Kursen, die ich<br />
besucht habe, deutlich geworden: Sorge<br />
auch für dich, gebe dich nicht auf.“<br />
Manchmal schaue sie nur in die nächste<br />
Woche und denke, dass es sich schon<br />
finden werde. Dann gebe es aber auch<br />
Phasen, in denen sie sich mit Pflegegrade,<br />
Pflegeheimen und den weiteren<br />
Veränderungen auseinandersetze. „Wir<br />
haben gemeinsam Heime angeschaut,<br />
um uns rechtzeitig zu orientieren. Wir<br />
wissen ja, um was es geht und haben<br />
Ruhe im Umgang.“<br />
Für sie sei es sehr wichtig zu wissen,<br />
„dass ich mit der Krankheit nicht alleine<br />
dastehe und es viele Unterstützungs -<br />
angebote gibt.“ Das hört sich sehr rational<br />
an. Beide scheinen die Krankheit angenommen<br />
zu haben. Gerd Griem weiß:<br />
„Auch nach der Diagnose geht am<br />
nächsten Tag wieder die Sonne auf.<br />
Offen miteinander umgehen zu können,<br />
ist ein großes Geschenk. Und das<br />
Positive ist auf jeden Fall: Anders als<br />
bei anderen Krankheiten, hat man bei<br />
dieser keine Schmerzen.“<br />
Kontakte/Adressen: siehe Kapitel 20, Seite 80<br />
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Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:23 Seite 8<br />
DEMENZERKRANKUNGEN: Die Alzheimer-Krankheit und andere <strong>Demenz</strong>formen<br />
<strong>Demenz</strong>: Was ist das?<br />
„<strong>Demenz</strong>“ und „Alzheimer“ sind nicht dasselbe: Unter<br />
<strong>Demenz</strong> versteht man ein Muster von Symptomen, das<br />
viele verschiedene Ursachen haben kann. Die Alzheimer-<br />
Krankheit ist die häufigste dieser Ursachen.<br />
Wie häufig ist <strong>Demenz</strong>?<br />
Mit zunehmendem Alter steigt die<br />
Wahrscheinlichkeit, an einer <strong>Demenz</strong> zu<br />
erkranken. Von den 60-Jährigen ist nur<br />
jeder Hundertste betroffen, von den<br />
80-Jährigen dagegen jeder Sechste und<br />
von den 90-Jährigen sogar fast jeder<br />
Zweite. In Deutschland leiden zurzeit<br />
1,5 Millionen Menschen an einer<br />
<strong>Demenz</strong>. Je<strong>des</strong> Jahr erhöht sich die Zahl<br />
um etwa 40 000. Weil die Lebenserwartung<br />
weiter steigt und geburtenstarke<br />
Jahrgänge alt werden, wird sich die Zahl<br />
der Betroffenen bis zum Jahr 2050<br />
min<strong>des</strong>tens verdoppeln.<br />
Das Hauptmerkmal der <strong>Demenz</strong> ist, dass Menschen mit <strong>Demenz</strong> fällt es zunehmend<br />
sich mehrere geistige Fähigkeiten<br />
schwerer, sich neue Informationen<br />
verschlechtern. Es ist keine reine Ge -<br />
dächtnisstörung. Auch Aufmerksamkeit,<br />
Sprache, Auffassungsgabe, Denkver mö -<br />
gen und Orientierungssinn sind davon<br />
be einträchtigt. Das Risiko, an <strong>Demenz</strong> zu<br />
erkranken, steigt mit dem Lebensalter:<br />
Da immer mehr Menschen sehr alt werden,<br />
wird die Zahl der Erkrankten künftig<br />
weiter ansteigen, wenn kein Heilmittel<br />
gefunden wird. Nur in seltenen Fällen<br />
sind die Betroffenen jünger als 60 Jahre.<br />
einzuprägen, sich auf einen Gedanken<br />
oder Gegenstand zu konzentrieren, sich<br />
sprachlich auszudrücken in Wort und<br />
Schrift, die Mitteilungen anderer zu verstehen,<br />
Situationen zu überblicken, Zusammenhänge<br />
zu erkennen, zu planen<br />
und zu organisieren, sich örtlich oder<br />
zeitlich zurechtzufinden. Ihre Fähig -<br />
keiten sind so weit eingeschränkt, dass<br />
sie gewohnte Alltagstätigkeiten nicht<br />
mehr ausüben können.<br />
Häufigkeit der <strong>Demenz</strong> nach Altersgruppen in Europa<br />
Neue Zahlen<br />
Trotzdem stimmen neuere Studien auch<br />
zuversichtlich: In den wohlhabenden<br />
Ländern scheint sich unter den alten<br />
Menschen der Anteil derer, die an<br />
<strong>Demenz</strong> erkranken, zu stabi lisieren<br />
oder sogar zurück zugehen.<br />
Man vermutet, dass das an<br />
einem gesünderen Lebens -<br />
wandel liegt und an besserer<br />
medi zinischer Behandlung,<br />
beispielsweise bei Bluthochdruck<br />
und hohen Cholesterin werten.<br />
8
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:23 Seite 9<br />
DEMENZERKRANKUNGEN: Die Alzheimer-Krankheit und andere <strong>Demenz</strong>formen<br />
Meist verändern sich daneben auch die<br />
sozialen Verhaltensweisen, die Stimmung<br />
oder der Wirklichkeitsbezug.<br />
Manchmal stehen diese Veränderungen<br />
sogar im Vordergrund. Gefühlszustände<br />
wie Depression, Angst oder Unruhe können<br />
die geistigen Fähigkeiten zusätzlich<br />
herabsetzen.<br />
Von einer reinen Gedächtnisstörung<br />
(Amnesie) unterscheidet sich die<br />
<strong>Demenz</strong> dadurch, dass neben dem<br />
Gedächtnis auch andere geistige Fähigkeiten<br />
beeinträchtigt sind und dass<br />
die Alltagstätigkeiten eingeschränkt<br />
sind. Im Gegensatz zu einem akuten<br />
Verwirrtheitszustand (Delir) ist bei einer<br />
<strong>Demenz</strong> das Bewusstsein nicht getrübt,<br />
das heißt die Menschen bleiben wach<br />
und reak tionsfähig.<br />
Die Symptome einer <strong>Demenz</strong> können<br />
sehr unterschiedlich ausgeprägt sein,<br />
von geringen Veränderungen bis zum<br />
völligen Verlust der Selbstständigkeit.<br />
<strong>Demenz</strong>en können viele verschiedene<br />
Ursachen haben<br />
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen<br />
primären und sekundären Formen<br />
der <strong>Demenz</strong>.<br />
Primäre <strong>Demenz</strong>en sind solche, bei<br />
denen der Krankheitsprozess direkt im<br />
Gehirn beginnt. Sie sind nach heutigem<br />
Kenntnisstand irreversibel, können<br />
also nicht mehr rückgängig gemacht<br />
werden.<br />
Neben der Alzheimer-Krankheit mit<br />
einem Anteil von rund 60 Prozent aller<br />
Fälle gibt es noch andere primäre<br />
<strong>Demenz</strong>en. Die häufigsten sind gefäßbedingte<br />
<strong>Demenz</strong>en, auch vaskuläre<br />
<strong>Demenz</strong>en genannt. Diese entstehen<br />
infolge von Durchblutungsstörungen<br />
im Gehirn, zum Beispiel nach einem<br />
Infarkt, Schlaganfall oder Herzkreislauferkrankungen.<br />
Weitere Formen sind die<br />
Lewy-Körperchen-<strong>Demenz</strong> und die<br />
Fron totemperalen <strong>Demenz</strong>en.<br />
Ursachen der <strong>Demenz</strong>en<br />
INFO<br />
Primäre <strong>Demenz</strong>en entstehen direkt<br />
im Gehirn. Nach heutigem Wissen<br />
ist diese Krankheit nicht heilbar und<br />
auch nicht aufzuhalten.<br />
Sekundäre <strong>Demenz</strong>en sind Folge -<br />
erscheinungen von anderen<br />
Erkrankungen. Diese sind zumin<strong>des</strong>t<br />
zum Teil behandelbar und manchmal<br />
bilden sich auch die <strong>Demenz</strong>symptome<br />
wieder zurück.<br />
9
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:23 Seite 10<br />
DEMENZERKRANKUNGEN: Die Alzheimer-Krankheit und andere <strong>Demenz</strong>formen<br />
Bei den sekundären <strong>Demenz</strong>formen ist<br />
die <strong>Demenz</strong> die Folge einer anderen<br />
Grunderkrankung, wie zum Beispiel<br />
Stoffwechselerkrankungen, Vergiftungserscheinungen<br />
durch Medikamentenmissbrauch,<br />
Hormon- oder Vitamin -<br />
mangelzustände oder auch Depressionen.<br />
Hirntumore, -geschwulste oder<br />
eine Abflussstörung <strong>des</strong> Nervenwassers<br />
im Gehirn (Normaldruckhydrozephalus)<br />
können ebenfalls für demenzielle Symptome<br />
verantwortlich sein. Diese Grunderkrankungen<br />
sind zumin<strong>des</strong>t zum Teil<br />
behandelbar und manchmal ist auch<br />
eine Rückbildung der <strong>Demenz</strong>symptome<br />
möglich.<br />
Zu den sekundären <strong>Demenz</strong>en gehören<br />
auch das Korsakow-Syndrom und die<br />
<strong>Demenz</strong> bei Morbus Parkinson. Insgesamt<br />
machen sekundäre <strong>Demenz</strong>en bis zu zehn<br />
Prozent aller Krankheitsfälle aus.<br />
Die Alzheimer-Krankheit<br />
Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste<br />
Ursache einer <strong>Demenz</strong>. Diese hirnorganische<br />
Krankheit ist benannt nach<br />
dem deutschen Neurologen Alois Alz -<br />
heimer (1864–1915). Er hat sie 1906<br />
erstmals wissenschaftlich beschrieben.<br />
Was geschieht bei einer <strong>Demenz</strong> im<br />
Gehirn?<br />
Eine <strong>Demenz</strong> entsteht, wenn Krankheiten<br />
ausgedehnte Abschnitte der Hirnrinde<br />
schädigen, die für geistige Fähigkeiten,<br />
Verhalten oder Persönlichkeit zuständig<br />
sind. Sie entsteht auch, wenn wichtige<br />
Verbindungsbahnen zwischen solchen<br />
Abschnitten unterbrochen sind. Bei<br />
neurodegenerativen Krankheiten gehen<br />
Nervenzellen verloren, weil Eiweiß -<br />
bestandteile im Gehirn fehlerhaft<br />
verarbeitet werden. Sie lagern sich<br />
zusammen und schädigen die<br />
Nervenzellen. Wenn sehr<br />
viele Nervenzellen verloren<br />
gehen, schrumpft das<br />
Hirngewebe in der<br />
betroffenen Region. Bei<br />
Krankheiten der Hirngefäße<br />
werden tief liegende Regionen <strong>des</strong><br />
Gehirns schlechter mit Blut versorgt, was<br />
ebenfalls Nervenzellen absterben lässt<br />
und Nervenfasern schädigt.<br />
Im Gehirn von Menschen mit Alzheimer<br />
sind typische Eiweißablagerungen festzustellen.<br />
Die Krankheit ist durch einen<br />
langsam fortschreitenden Verlust von<br />
Nervenzellen gekennzeichnet, vor allem<br />
im Schläfenlappen und Scheitellappen<br />
<strong>des</strong> Gehirns. Diese Abschnitte der Hirnrinde<br />
sind für Gedächtnis, Sprache und<br />
Orientierungsfähigkeit wichtig. Es gibt<br />
aber auch Varianten der Alz heimer-<br />
Krankheit, bei denen Teile <strong>des</strong> Stirnhirns<br />
oder <strong>des</strong> Hinterhauptslappens betroffen<br />
sind. Dann kommt es zu Wortfindungs -<br />
stö rungen und verlangsamter Sprache,<br />
Per sönlichkeitsveränderungen und eingeschränktem<br />
Denkvermögen oder Störungen<br />
der optischen Wahrnehmung.<br />
Alle diese Störungen sind bei den<br />
Betroffenen unterschiedlich stark aus -<br />
geprägt und nehmen im Verlauf der<br />
Erkrankung zu. Sie machen die Bewältigung<br />
<strong>des</strong> normalen Alltagslebens immer<br />
schwieriger. Die Patienten sind zunehmend<br />
auf Hilfe und Unterstützung angewiesen.<br />
Die jeweiligen Anforderungen<br />
an Betreuung, Pflege, Therapie und ärztliche<br />
Behandlung sind dabei sehr unterschiedlich.<br />
Vaskuläre <strong>Demenz</strong>en: Gefäßkrank -<br />
heiten als Ursache<br />
<strong>Demenz</strong>formen, bei denen durch Durchblutungsstörungen<br />
<strong>des</strong> Gehirns Nervenzellen<br />
absterben, werden als vaskuläre<br />
<strong>Demenz</strong>en bezeichnet. Die häufigste Variante<br />
wird durch eine Wandverdickung<br />
in kleinen Blutgefäßen hervorgerufen,<br />
10
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:23 Seite 11<br />
UNTERNEHMENSPORTRÄT<br />
Hilfe im Alter durch die Malteser Caritas<br />
In den Altenhilfe-Einrichtungen der Malteser Caritas<br />
<strong>Hamburg</strong> gGmbH startete in den vergangenen zwei<br />
Jahren in Kooperation mit der ENPP-Böhm Bildung- und<br />
Forschungsgesellschaft mbH eine Schulung nach dem<br />
etablierten Pflegemodell von Professor Erwin Böhm für<br />
die in der Pflege und Betreuung tätige Mitarbeiterinnen<br />
und Mitarbeiter.<br />
Bei diesem Modell handelt es sich um ein ganzheit -<br />
liches, reaktivieren<strong>des</strong>, psychobiografisches Pflegemodell,<br />
welches die gesamte Lebensgeschichte <strong>des</strong> demenziell veränderten<br />
Menschen mit seinen emotionalen Erfahrungen<br />
einbezieht: Pflegende Mitarbeitende gehen auf die Bedürfnisse<br />
der Bewohnerinnen und Bewohner ein und fördern<br />
die vorhandenen Ressourcen in individueller Weise.<br />
Der demenziell veränderte Mensch wird mit seiner<br />
Lebenswelt ernst- und angenommen. Ziel der Betreuung<br />
ist eine Form der Beziehungspflege, die der Bewohnerin<br />
bzw. dem Bewohner ein „Daheim“-Gefühl vermittelt.<br />
Durch eine intensive Auseinandersetzung mit der Bio grafie<br />
der Bewohnerin bzw. <strong>des</strong> Bewohners, den Gefühlen<br />
und den individuellen Prägungen ist ein tieferes Verständnis<br />
für das individuelle Verhalten als auch ein zielorientierter<br />
Umgang mit dem Menschen möglich. Die aus<br />
der jeweiligen Prägungsgeschichte abgeleiteten Schlüsselreize<br />
versetzen den Menschen in die Lage, seine vorhandenen<br />
Ressourcen zu aktivieren und sich lebendiger zu<br />
fühlen. Seine Lebensgeschichte erfährt Würdigung und<br />
die nötige Wertschätzung.<br />
Malteser Caritas <strong>Hamburg</strong> gGmbH<br />
Wandsbeker Allee 1 · 22041 <strong>Hamburg</strong> · Tel. 040 675877910<br />
malteser@malteser.org · www.malteser.org<br />
11
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:23 Seite 12<br />
DEMENZERKRANKUNGEN: Die Alzheimer-Krankheit und andere <strong>Demenz</strong>formen<br />
INFO<br />
Risikofaktoren für vaskuläre<br />
<strong>Demenz</strong>en sind unter anderem<br />
Bluthochdruck, Herzerkrankungen,<br />
Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus),<br />
Fettstoffwechselstörungen (Über-<br />
maß an Blutfetten wie Cholesterin),<br />
Übergewicht, Bewegungsmangel<br />
und Rauchen.<br />
Wenn Sie diese Risiken abstellen<br />
oder rechtzeitig behandeln lassen,<br />
beugen Sie einer Erkrankung vor.<br />
welche die tiefen Strukturen <strong>des</strong> Gehirns<br />
mit Blut versorgen. Bluthochdruck ist<br />
der wichtigste Risikofaktor. Die Gefäß -<br />
erkrankung bewirkt kleine Infarkte und<br />
schädigt die Nervenfasern. Dadurch wird<br />
die Informationsweiterleitung im Gehirn<br />
eingeschränkt, was zu herabgesetzter<br />
Aufmerksamkeit führt und den Denk -<br />
prozess verlangsamt.<br />
Die vaskuläre <strong>Demenz</strong> beginnt oft<br />
schleichend und schreitet ganz allmählich<br />
voran. Deshalb ist sie schwer von<br />
der Alzheimer-Krankheit zu unter -<br />
scheiden. Allerdings sind die Symptome<br />
anders: Im Vordergrund stehen nicht<br />
Gedächtnisstörungen, sondern Verlangsamung,<br />
Denkschwierigkeiten oder<br />
labile Stimmung.<br />
Eine seltenere Form der vaskulären<br />
<strong>Demenz</strong> ist die Multi-Infarkt-<strong>Demenz</strong>,<br />
bei der das Gehirn durch viele kleine<br />
Schlaganfälle geschädigt wird. Die<br />
Krankheit beginnt meist plötzlich und<br />
schreitet in der Regel stufenweise fort.<br />
Die Symptome sind denen der Alzheimer-Krankheit<br />
sehr ähnlich, es können<br />
aber körperliche Störungen wie Taubheitsgefühle<br />
oder Lähmungserscheinungen<br />
hinzukommen.<br />
Die Lewy-Körperchen-<strong>Demenz</strong><br />
Die Lewy-Körperchen-<strong>Demenz</strong> ähnelt<br />
der Alzheimer-Krankheit sehr stark. Bei<br />
vielen Patienten sind aber starke<br />
Schwankungen der geistigen Fähig -<br />
keiten im Tagesverlauf festzustellen.<br />
UNTERNEHMENSPORTRÄT<br />
Malteser <strong>Demenz</strong>kompetenz<br />
Menschen mit <strong>Demenz</strong> und ihre Angehörigen benötigen<br />
verständnisvolle und kompetente Ansprechpartner, die<br />
im Alltag unterstützen können. Die Malteser sind<br />
Anlaufstelle für Menschen, die an <strong>Demenz</strong> erkrankt sind.<br />
Mit unseren Beratungs- und Betreuungsangeboten<br />
möchten wir deren Lebensqualität stärken und ihre Angehörigen<br />
entlasten. Wir bieten Beratung und häusliche<br />
Besuchsdienste durch geschulte <strong>Demenz</strong>begleiter zur<br />
Entlastung Angehöriger. Die Kosten für den Besuchsdienst<br />
können von den Pflegekassen übernommen werden.<br />
Es gibt zwei Standorte: Zuständig für Volksdorf und Umgebung<br />
ist Britta Strüwe (040 53304021) und für Eidelstedt<br />
und Umgebung Sophia Schlamp (040 41918729).<br />
Malteser Hilfsdienst e. V. (Zentrale)<br />
Eichenlohweg 24 · 22309 <strong>Hamburg</strong> · Tel. 040 209408-0<br />
malteser.hamburg@malteser.org · www.malteser-hamburg.de/demenz<br />
12
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:24 Seite 13<br />
UNTERNEHMENSPORTRÄT<br />
Was ist wenn...?<br />
Im März 1990 gründete Angelika Lembke die heutige<br />
LEMBKE Häusliche Kranken- und Altenpflege GmbH in<br />
<strong>Hamburg</strong>. Heute arbeitet das Unternehmen mit mehr als<br />
130 engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die<br />
LEMBKE-Mitarbeiter betreuen derzeit circa 400 Kunden in<br />
den unterschiedlichsten Bereichen.<br />
Der Pflegedienst LEMBKE arbeitet nach den strengen und<br />
laufend aktualisierten Regeln <strong>des</strong> hauseigenen Qualitätsmanagements,<br />
um alle gesetzlichen und vertraglichen<br />
Anforderungen zu erfüllen und vor allem unsere Kunden<br />
hervorragend zu betreuen. „Ich bin bis heute davon überzeugt,<br />
dass es möglich ist, dass ein Mensch in seinen<br />
eigenen vier Wänden von uns so gut versorgt und begleitet<br />
werden kann und dies auch bis zum Lebensende",<br />
sagt Angelika Lembke. Im Mittelpunkt <strong>des</strong> täglichen Geschehens<br />
stehen unsere Mitarbeiter und unsere Kunden<br />
gleichermaßen. Unsere Mitarbeiter werden durch interne<br />
und externe Spezialisten hervorragend fort- und weiterge<br />
bildet und erhalten attraktive Zusatzleistungen neben<br />
einem bestmöglichen Gehalt.<br />
<strong>Demenz</strong> ist nur ein Wort. Wir schauen auf den Menschen<br />
und auf das, was er noch kann. Unsere große Erfahrung in<br />
der Betreuung <strong>Demenz</strong>erkrankter gibt auch den Ange -<br />
hö rigen Sicherheit und Halt.<br />
Lassen Sie uns in aller Ruhe über Ihre Wünsche sprechen<br />
– wir überzeugen Sie gern davon, dass Sie bei uns in den<br />
besten Händen sind. Selbstverständlich beraten wir Sie<br />
kostenfrei.<br />
LEMBKE Häusliche Kranken- und Altenpflege GmbH<br />
Bramfelder Chaussee 238 a · 22177 <strong>Hamburg</strong> · Tel. 040 697065-0<br />
info@lembke-pflegedienst.de · www.lembke-pflegedienst.de<br />
13
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:24 Seite 14<br />
DEMENZERKRANKUNGEN: Die Alzheimer-Krankheit und andere <strong>Demenz</strong>formen<br />
Das Hauptmerkmal der <strong>Demenz</strong> ist, dass<br />
sich mehrere geistige Fähigkeiten ver -<br />
schlech tern. Es ist keine reine Gedächtnisstörung.<br />
Bei der Lewy-Körperchen-Krankheit<br />
wird der Verlust von Nervenzellen durch<br />
Zusammenballungen eines bestimmten<br />
Proteins im Zellinneren hervorgerufen.<br />
Diese Einschlusskörper tragen den<br />
Namen von Friedrich H. Lewy (1885–<br />
1950), der als junger Arzt im Labor von<br />
Alois Alzheimer tätig war.<br />
Bei den Betroffenen treten häufig früh<br />
zu Krankheitsbeginn Halluzinationen<br />
und/oder Bewegungsstörungen auf.<br />
Kenn zeichnend für eine Lewy-Körperchen-<strong>Demenz</strong><br />
sind:<br />
– starke Schwankungen der geistigen<br />
Leistungsfähigkeit und der Aufmerksamkeit<br />
– optische Halluzinationen, die oft sehr<br />
detailreich sind<br />
– leichte Parkinsonsymptome wie unwillkürliches<br />
Zittern der Hände oder<br />
steife Bewegungen<br />
– häufig kommt es zu Stürzen oder kurzen<br />
Bewusstlosigkeiten.<br />
Es müssen allerdings nicht alle Symptome<br />
auftreten. Und es gibt auch Mischformen<br />
von Alzheimer- und Lewy-<br />
Körperchen-<strong>Demenz</strong>.<br />
Das Korsakow-Syndrom<br />
Das Korsakow-Syndrom ist häufig die<br />
Folge eines jahrelangen, übermäßigen<br />
Alkoholkonsums. Es wird jedoch auch<br />
nach Infektionen wie Enzephalitis und<br />
Traumen wie schweren Kopfverletzungen<br />
beobachtet. Die Betroffenen ver -<br />
lieren die Fähigkeit, neue Informationen<br />
zu speichern, und füllen ihre<br />
Gedächtnis lücken mit frei erfundenen<br />
Geschichten.<br />
Vielen Patienten ist dies jedoch nicht<br />
bewusst, sodass es sich dabei nicht um<br />
bewusstes Täuschen oder gar Lügen<br />
handelt. Vielmehr ist das Korsakow-<br />
Syndrom Ausdruck einer schweren chronischen<br />
Schädigung <strong>des</strong> Gehirns. Davon<br />
sind vor allem Hirnregionen betroffen,<br />
14
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:24 Seite 15<br />
UNTERNEHMENSPORTRÄT<br />
Vielseitige Angebote der Martha Stiftung<br />
Der Name Martha Stiftung steht für soziale Dienstleistungen<br />
auf der Grundlage christlicher Werte und diakonischer<br />
Tradition. Wir unterstützen die selbstbestimmte<br />
Teilhabe von Menschen im Alter, Menschen mit Behinderung<br />
und suchtkranker Menschen. Gegründet 1849, ist<br />
die Martha Stiftung heute ein modernes Sozialunternehmen<br />
mit 850 Beschäftigten und dezentral im <strong>Hamburg</strong>er<br />
Stadtgebiet mit verschiedenen Einrichtungen und Angeboten<br />
für Menschen mit <strong>Demenz</strong> organisiert:<br />
In Flottbek bestehen Betreuungsgruppen und ein Helfer<br />
innenkreis für Menschen mit <strong>Demenz</strong>, in Eimsbüttel<br />
die Tagespflege St. Markus sowie ein Wohnbereich für<br />
Menschen mit <strong>Demenz</strong> im Seniorenzentrum St. Markus.<br />
Zusätzlich gibt es in Langenhorn eine Wohngemeinschaft<br />
und eine Betreuungsgruppe für Menschen mit <strong>Demenz</strong>.<br />
In Rahlstedt besteht ein Wohnbereich für Menschen mit<br />
<strong>Demenz</strong> im Martha Haus, eine Wohngemeinschaft und<br />
eine Betreuungsgruppe sowie ein Helferinnenkreis für<br />
Menschen mit <strong>Demenz</strong> (in Kooperation mit dem Ev.-Luth.<br />
Kirchengemeindeverband Rahlstedt).<br />
Ein besonderes Beispiel: Mit einem neuartigen Pflegekonzept<br />
ermöglicht die Martha Stiftung demenziell erkrankten<br />
Menschen, in der Vertrautheit einer kleinen<br />
Gruppe am Alltag teilzunehmen und auf diese Weise<br />
länger aktiv zu bleiben. Diese ambulant betreute Wohngemeinschaft<br />
– eine barrierefreie Wohnung mit acht<br />
Apartments – verbindet Aktivität und Alltagsnähe mit<br />
Überschaubarkeit, Geborgenheit und Sicherheit.<br />
Martha Stiftung<br />
Eilbeker Weg 86 · 22089 <strong>Hamburg</strong> · Tel. 040 209876-0<br />
info@martha-stiftung.de · www.martha-stiftung.de<br />
15
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:24 Seite 16<br />
DEMENZERKRANKUNGEN: Die Alzheimer-Krankheit und andere <strong>Demenz</strong>formen<br />
die für die Gedächtnisbildung und die<br />
Regulierung der Emotionen zuständig<br />
sind. Deshalb sind viele Betroffene auch<br />
in ihrer Emotionalität verändert. Sie<br />
können distanzlos oder unangemessen<br />
heiter wirken.<br />
Emotionen und Sozialverhalten kontrolliert.<br />
Die Erkrankung tritt meist schon<br />
zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr<br />
auf oder noch früher. Die Spanne ist<br />
sehr groß und liegt zwischen 20 und 85<br />
Lebensjahren.<br />
Viele Betroffene sind sehr beeinträchtigt<br />
in ihrer Alltags- und Sozialkompetenz,<br />
sodass ihnen eine selbstständige<br />
Lebensführung nicht mehr möglich ist.<br />
Frontotemporale <strong>Demenz</strong> oder<br />
Pick-Krankheit<br />
Bei der Frontotemporalen <strong>Demenz</strong> findet<br />
der Abbau von Nervenzellen zunächst im<br />
Stirn- und Schläfenbereich <strong>des</strong> Gehirns<br />
statt, in den Fronto-Temporal-Lappen.<br />
Von hier aus werden unter anderem<br />
Im Gehirn der Erkrankten findet man<br />
Zusammenballungen von zwei verschiedenen<br />
Proteinen der Nervenzellen. Aus<br />
einem davon entstehen dadurch kugelförmige<br />
Gebilde, die sogenannten Pick-<br />
Körper. Sie sind nach dem Prager Neurologen<br />
Arnold Pick benannt. Deshalb<br />
wurde diese Form der <strong>Demenz</strong> früher<br />
auch als Pick-Krankheit bezeichnet.<br />
Bei fast allen Patienten fallen zu Beginn<br />
Veränderungen der Persönlichkeit und<br />
UNTERNEHMENSPORTRÄT<br />
Hartwig-Hesse-Stiftung – Wohnen, Betreuung und Pflege<br />
Die Hartwig-Hesse-Stiftung wurde im Jahr 1826 vom<br />
<strong>Hamburg</strong>er Kaufmann Hartwig Hesse gegründet und verfolgt<br />
ausschließlich gemeinnützige Zwecke. Das Portfolio<br />
der Stiftung umfasst Wohnen, Betreuung und Pflege in<br />
Einrichtungen und in Service- oder Mehrgenerationen-<br />
Wohnanlagen. Zudem betreibt die Stiftung eine Tagespflegeeinrichtung<br />
und zwei Ambulante Pflegedienste,<br />
welche unter anderem die Betreuung von fünf Wohn-<br />
Pflege-Gemeinschaften für Menschen übernehmen, die<br />
an <strong>Demenz</strong> erkrankt sind. Die Stiftung ist auf das Thema<br />
<strong>Demenz</strong> spezialisiert und realisiert aktuell neue Wohnund<br />
Betreuungsformen.<br />
Hartwig-Hesse-Stiftung<br />
Alexanderstraße 29 · 20099 <strong>Hamburg</strong> · Tel. 040 253284-0<br />
info@hartwig-hesse-stiftung.de · www.hartwig-hesse-stiftung.de<br />
16
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:24 Seite 17<br />
UNTERNEHMENSPORTRÄT<br />
Die ASB-Tagespflegen in <strong>Hamburg</strong><br />
Für Menschen, die tagsüber Betreuung und Pflege brauchen,<br />
bietet der ASB <strong>Hamburg</strong> seine Tagespflegen an.<br />
Menschen mit <strong>Demenz</strong> und körperlichen Beeinträch ti -<br />
gungen erleben hier einen Tag in netter Gemeinschaft.<br />
Das qualifizierte Pflegepersonal regt die Besucher zu<br />
gemeinsamen Aktivitäten an, um Körper und Geist in<br />
Bewegung zu halten. Dazu gehören Gymnastik, Singen,<br />
Kochen, Gedächtnistraining, Spiele und mehr. Die<br />
Be sucher werden auf Wunsch von zu Hause abgeholt<br />
und nachmittags zurückgebracht. Der Aufenthalt in<br />
den Tagespflegen wird gesondert durch die Pflegekassen<br />
gefördert. Wir informieren Sie gern!<br />
ASB Sozialeinrichtungen (<strong>Hamburg</strong>) GmbH<br />
Heidenkampsweg 81 · 20097 <strong>Hamburg</strong> · Tel. 040 83398-130<br />
stefan.pabst@asb-hamburg.de · www.asb-hamburg.de<br />
<strong>des</strong> zwischenmenschlichen Verhaltens<br />
auf. Dazu zählen insbesondere Aggressivität,<br />
Taktlosigkeit, maßloses Essen oder<br />
auch Teilnahmslosigkeit. Im Verlauf der<br />
Erkrankung entwickeln sich Störungen<br />
der Sprache, die sich in Wortfindungsstörungen,<br />
Verständnisstörungen und<br />
fehlendem Mitteilungsbedürfnis bis zum<br />
völligen Verstummen äußern. Dann<br />
kommt es zur Beeinträchtigung <strong>des</strong><br />
Gedächtnisses, die lange Zeit aber nicht<br />
so stark ausgeprägt ist wie bei der<br />
Alz heimer-Krankheit.<br />
Die Diagnostik kann schwierig sein. Weil<br />
zu Beginn Veränderungen der Persönlichkeit<br />
und <strong>des</strong> Verhaltens im Vordergrund<br />
stehen, kommt es nicht selten<br />
zu Verwechslungen mit psychischen<br />
Störungen wie Depression, Burn-out-<br />
Syndrom, Schizophrenie oder Manie.<br />
Die Betroffenen zeigen in der Regel<br />
kaum Krankheitseinsicht oder Therapie -<br />
moti vation.<br />
Weil die Vorgänge, die zum Nervenzell -<br />
untergang führen, zum größten Teil<br />
nicht bekannt und nicht beeinflussbar<br />
sind, gibt es bisher auch keine gezielten<br />
Therapiemöglichkeiten. Die medikamentöse<br />
Behandlung zielt derzeit darauf ab,<br />
die Verhaltensauffälligkeiten der Patienten<br />
zu mildern.<br />
Auch wenn eine <strong>Demenz</strong> bis heute nicht<br />
heilbar ist, hat sich die Behandlung in<br />
den letzten Jahren doch weiter ent -<br />
wickelt. Nicht-medikamentöse Therapien,<br />
neue Ansätze der Betreuung und unterstützende<br />
Hilfen erleichtern das Leben<br />
mit der Erkrankung, können Lebensfreude<br />
und Sinnhaftigkeit erhalten.<br />
17
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:25 Seite 18<br />
INTERVIEW: Dr. Axel Wollmer<br />
Noch ist keine Heilung möglich –<br />
Symptome können aber gelindert<br />
werden<br />
Interview mit Facharzt Dr. Axel Wollmer<br />
Immer mehr Menschen erkranken an<br />
<strong>Demenz</strong>. Im Gespräch geht Dr. Axel<br />
Wollmer, Chefarzt der Klinik für<br />
Geronto psychiatrie in der Asklepios<br />
Klinik Nord – Ochsenzoll, auf den aktuellen<br />
Stand der Forschung ein und gibt<br />
unter anderem Tipps, wann der Weg<br />
zum Arzt sinnvoll ist und wie Angehörige<br />
mit der Krankheit umgehen sollten.<br />
<strong>Demenz</strong> wird in der Gesellschaft<br />
immer mehr ein Thema. Gibt es<br />
Gründe, warum die Zahl der Erkrankungen<br />
offenbar zunimmt?<br />
Die Zahl der Erkrankungen steigt an,<br />
weil die Menschen älter werden und<br />
<strong>Demenz</strong> eine Alterserkrankung ist.<br />
Gleichzeitig hat aber der Anteil der<br />
älteren und alten Menschen, die an<br />
Dr. Axel Wollmer ist Facharzt für<br />
Psychiatrie und Psychologie und seit<br />
fünf Jahren Chefarzt der Klinik für<br />
Gerontopsychiatrie an der Asklepios<br />
Klinik Nord – Ochsenzoll.<br />
Sein Arbeitsfeld umfasst die frühe<br />
Abklärung von kognitiven Defiziten<br />
bis hin zur Behandlung von schwer an<br />
<strong>Demenz</strong> Erkrankten in stationärer<br />
Behandlung. Der Facharzt hat sich<br />
vorher intensiv mit der <strong>Demenz</strong>-<br />
Forschung beschäftigt und engagiert<br />
sich im Vorstand der Alzheimer<br />
Gesellschaft <strong>Hamburg</strong> und der<br />
<strong>Hamburg</strong>ischen Brücke für die Selbstund<br />
Angehörigenhilfe zum Thema<br />
<strong>Demenz</strong>.<br />
einer <strong>Demenz</strong> leiden, in den letzten 25<br />
Jahren um etwa 25 Prozent abge -<br />
nommen. Wir bleiben also auch geistig<br />
länger gesund. Unser Gedächtnis lässt<br />
später nach.<br />
Früher hieß es oft in den Familien:<br />
Oma oder Opa werden immer<br />
tüdeliger . . .<br />
Ja, das stimmt. Früher hat man Vergesslichkeit<br />
und <strong>Demenz</strong> oft als normale<br />
Alterserscheinung wie das Ergrauen <strong>des</strong><br />
Haars hingenommen, wie es auch in<br />
dem Begriff „senil“ anklingt. Heute verstehen<br />
wir sie als Folgen von Erkrankungen<br />
<strong>des</strong> Gehirns.<br />
Gibt es den richtigen Zeitpunkt, wann<br />
jemand, der Veränderungen an sich<br />
feststellt, zum Arzt gehen sollte?<br />
Ja. Vergesslichkeit ist genauso ernst zu<br />
nehmen wie etwa Schmerzen. Wer an<br />
sich Veränderungen feststellt und sich<br />
Sorgen macht, dass etwas nicht mehr<br />
stimmt, sollte zum Arzt gehen. Damit ist<br />
aber nicht gemeint, dieses gleich bei<br />
jeder kleinen Vergesslichkeit, wie wir sie<br />
alle kennen, zu tun.<br />
18
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:25 Seite 19<br />
Geben Sie bitte einen Einblick, wie das<br />
Feststellen der Krankheit erfolgt?<br />
Der erste Schritt ist in der Regel das<br />
Ansprechen <strong>des</strong> Themas durch den<br />
Betroffenen beim Hausarzt. Der macht<br />
dann einen kurzen Test. Wenn dort<br />
etwas auffällig ist, folgen in einem<br />
speziellen Zentrum, beispielweise einer<br />
Memory-Klinik, genauere Untersuchungen.<br />
Es wird unter anderem eine ausführliche<br />
Gedächtnistestung vorge -<br />
nommen und es werden Schichtbilder<br />
vom Kopf erstellt. Manchmal kommt<br />
noch eine Lumbalpunktion hinzu, also<br />
ein Entnehmen von Nervenwasser am<br />
Rücken, die etwas unangenehm sein<br />
kann. Vor den Untersuchungen muss<br />
aber niemand Angst haben.<br />
Für manchen lässt es sich vielleicht<br />
auch ohne die Diagnose noch einige<br />
Zeit besser leben . . .<br />
Das mag sein. Solange man keine Diagnose<br />
hat, ist man natürlich auch nicht<br />
offiziell krank. Ich rate dazu, die Augen<br />
nicht vor der Realität zu verschließen.<br />
Je früher jemand Bescheid weiß, umso<br />
mehr kann therapeutisch und mit Blick<br />
auf die Zukunftsplanung gemacht werden.<br />
Was sagen Sie zu der Aussage: Habe<br />
ich die Diagnose, ist mein Leben zu<br />
Ende . . .<br />
Das unterschreibe ich so keinesfalls. Ich<br />
kenne sehr viele <strong>Demenz</strong>patienten, die<br />
sich glücklich und zufrieden fühlen. Es<br />
ist wichtig, <strong>Demenz</strong> nicht fatalistisch im<br />
Sinne von „Da kann man ja sowieso<br />
nichts machen“ zu sehen. Wir können<br />
heute die Symptome mit wirksamen<br />
Medikamenten in vielen Fällen lindern.<br />
Es ist aber auch klar: Es ist die Diagnose<br />
einer voranschreitenden Krankheit, die<br />
den Kern der Person angreift, weil sich<br />
Menschen nun einmal wesentlich über<br />
die Fähigkeiten ihres Verstan<strong>des</strong> de -<br />
finieren. Das ist dann keine einfache<br />
Aufgabe, damit zurechtzukommen.<br />
Gibt es neue Erkenntnisse zu den<br />
Gründen für <strong>Demenz</strong> und zu Therapiemöglichkeiten?<br />
<strong>Demenz</strong> kann die Folge einer Reihe verschiedener<br />
Krankheiten <strong>des</strong> Gehirns<br />
sein. Die häufigste ist die Alzheimer-<br />
Krankheit, über deren Entstehung wir<br />
mittlerweile sehr viel wissen: Es lagert<br />
sich sogenanntes Beta-Amyloid im Gehirn<br />
und Tau-Protein in den Nerven -<br />
zellen ab. Das zusammen führt zu einer<br />
Degeneration der Nervenzellen, die<br />
letztlich zu den Symptomen der <strong>Demenz</strong><br />
führt. Die Veränderungen im Gehirn<br />
schreiten etwa 20 Jahre voran, ehe erste<br />
Symptome einer <strong>Demenz</strong> auftreten. Das<br />
ist wahrscheinlich der Grund dafür, dass<br />
neue Therapieansätze, die vor allem<br />
gegen das Beta-Amyloid entwickelt<br />
werden, gegen die Symptome der <strong>Demenz</strong><br />
bisher nicht überzeugend wirken.<br />
Sie können in Zukunft ihr Potenzial am<br />
ehesten in einer langfristigen Vorbeugung<br />
ausspielen.<br />
19
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:25 Seite 20<br />
INTERVIEW: Dr. Axel Wollmer<br />
Die Diagnostik sollte beim Psychiater oder Neurologen erfolgen.<br />
Können Sie Empfehlungen geben, was<br />
zum Beispiel Ehepartner für sich tun<br />
sollten, um mit der fortschreitenden<br />
Krankheit zurechtzukommen?<br />
Bis zu 70 Prozent der Erkrankten werden<br />
heute in der Regel von Angehörigen<br />
zu Hause versorgt. Die Pflege eines<br />
<strong>Demenz</strong>-Patienten kann ein Liebesdienst,<br />
der gerne geleistet, und eine erfüllende<br />
Aufgabe, die gerne angenommen<br />
wird, sein. Die größte Gefahr für<br />
die Angehörigen ist, eigene Bedürfnisse<br />
völlig aus den Augen zu verlieren. Angehörige<br />
müssen sich Oasen schaffen, die<br />
frei sind von der Pflegerolle. Sie brauchen<br />
diese Kraftquellen, um die Herausforderung<br />
zu meistern.<br />
Oft ist der Umgang mit dem persön -<br />
lichen Umfeld eine Herausforderung.<br />
Gibt es einen geeigneten Zeitpunkt,<br />
wann Nachbarn oder Freunde informiert<br />
sein sollten?<br />
Das ist eine Frage, wie nah man sich<br />
steht. Mit Freunden kann man offener<br />
sprechen als mit anderen, denen man<br />
distanzierter in sozialen Rollen begegnet.<br />
Wichtig ist, Missverständnisse und<br />
Gefahren zu vermeiden. Praktische Beispiele:<br />
Jemand hat einen Freund zum<br />
Geburtstag immer angerufen, aber in<br />
diesem Jahr nicht. Hat er das Interesse<br />
an der Freundschaft verloren? Nein, er<br />
hat es wegen seiner Krankheit vergessen.<br />
Wenn der Freund um die Krankheit<br />
weiß, kann er es einordnen und ist nicht<br />
verunsichert oder enttäuscht. Oder: Eine<br />
<strong>Demenz</strong>-Patientin verlässt mitunter das<br />
Haus und verliert die Orientierung.<br />
Wenn Nachbarn Bescheid wissen, können<br />
sie helfen, dass sie sich nicht verläuft.<br />
Haben Sie Tipps, wie das Gespräch mit<br />
dem Umfeld am besten gesucht werden<br />
kann?<br />
Da gibt es kein Patentrezept. Ich würde<br />
ein persönliches Gespräch bei passender<br />
Gelegenheit in geeignetem Rahmen<br />
vorschlagen.<br />
<strong>Demenz</strong> ist auch immer mehr ein<br />
Thema der Medien. Gibt es einen<br />
Spielfilm oder eine Dokumentation,<br />
die Sie empfehlen?<br />
Zum Beispiel den Film „Honig im Kopf“<br />
mit Dieter Hallervorden, eine gelungene<br />
und auch lustige Darstellung der Krankheit<br />
bei einem älteren Mann oder auch<br />
„Still Alice“, die dramatisch erzählte<br />
Geschichte einer jüngeren Frau, die an<br />
<strong>Demenz</strong> erkrankt.<br />
20
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:25 Seite 21<br />
UNTERNEHMENSPORTRÄT<br />
Balance für die Seele im Alter<br />
Das Heinrich Sengelmann Krankenhaus (HSK) ist ein Ort,<br />
an dem der Mensch im Mittelpunkt steht – ein Haus,<br />
<strong>des</strong>sen Personal durch fachliche Kompetenz, Erfahrung<br />
und Menschlichkeit überzeugt.<br />
Als Krankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und<br />
Psychosomatik gehören wir zu den Medizinischen<br />
Gesellschaften der Evangelischen Stiftung Alsterdorf.<br />
Wir erfüllen zentrale Versorgungsaufträge im Gesundheitswesen<br />
<strong>des</strong> Kreises Storman sowie in der Freien und<br />
Hansestadt <strong>Hamburg</strong>.<br />
In der Station G für Gerontopsychiatrie und -psycho-<br />
therapie behandeln wir mit einem ganzheitlichen<br />
Konzept ältere Menschen, die unter psychischen Erkrankungen<br />
leiden.<br />
Ältere Menschen sind meist gewohnt, ihr Leben selbst zu<br />
gestalten. Doch manchmal führen Depressionen, chro -<br />
nische Schmerzen, Hirnleistungsstörungen oder Verwirrtheitszustände<br />
dazu, dass dies nicht mehr unein -<br />
geschränkt möglich ist. Wir behandeln das gesamte<br />
Spektrum psychischer und neuropsychiatrischer Erkrankungen<br />
– dazu gehören u. a. <strong>Demenz</strong>en wie Alzheimer.<br />
Außerdem bieten wir Hilfen für pflegende Angehörige.<br />
Gemeinsam üben wir bei Ihnen zu Hause die Pflege, erproben<br />
Pflegehilfsmittel und trainieren den Umgang mit<br />
ihnen. Wir erstellen Versorgungspläne und überlegen mit<br />
Ihnen, ob es bereits soziale Netzwerke gibt, die Sie<br />
zudem entlasten können. Damit erhalten Sie insgesamt<br />
mehr Sicherheit für die Pflegesituation.<br />
Heinrich Sengelmann Krankenhaus gGmbH<br />
Kayhuder Straße 65 · 23863 Bargfeld-Stegen · Tel. 04535 505-0<br />
hsk@alsterdorf.de · www.heinrich-sengelmann-krankenhaus.de<br />
21
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:25 Seite 22<br />
MENSCHEN MIT DEMENZ: Diagnose<br />
Wie wird die Diagnose<br />
gestellt?<br />
Nicht jede Gedächtnisstörung muss auf eine <strong>Demenz</strong><br />
zurückgehen.<br />
Warum ist die Diagnose so wichtig?<br />
Die genaue Diagnose erklärt die<br />
verminderte Leistungsfähigkeit und die<br />
Verhaltensänderungen der Betroffenen<br />
und kann dadurch entlastend wirken.<br />
Unter Umständen deckt sie eine andere<br />
behandelbare Krankheit als Ursache der<br />
Symptome auf. Die Diagnose ist die<br />
Voraussetzung für den Behandlungsplan<br />
und erleichtert den Zugang zu Hilfs -<br />
möglichkeiten. Darüber hinaus ist sie<br />
eine Grundlage für die weitere Lebens -<br />
planung.<br />
Wenn erbliche Krankheiten der<br />
<strong>Demenz</strong> zugrunde liegen, hat<br />
die Diagnose auch eine<br />
Bedeutung für die<br />
Geschwister und Kinder der<br />
Betroffenen.<br />
Wer kann die Diagnose stellen?<br />
In unkomplizierten Fällen können<br />
Haus ärzte eine <strong>Demenz</strong>erkrankung<br />
zwar sicher feststellen, aber weil eine<br />
genaue Diagnose so wichtig ist, sollten<br />
Be troffene und Angehörige unbedingt<br />
auch Fachärzte aufsuchen und auf einer<br />
sorgfältigen Untersuchung bestehen.<br />
Dafür stehen Fachärzte für Neurologie<br />
oder Psychiatrie bereit und andere spezi -<br />
alisierte Einrichtungen – zum Beispiel<br />
mit Gedächtnissprechstunden oder<br />
Memory-Kliniken in Kranken häusern.<br />
Der erste Schritt zur Diagnose ist wichtig,<br />
um zu entscheiden, ob eine <strong>Demenz</strong><br />
vorliegt oder eine reine Gedächtnisstörung<br />
(Amnesie) oder ein akuter Verwirrtheitszustand<br />
(Delir). Diese haben andere<br />
Ursachen, erfordern andere Behandlungsmaßnahmen<br />
und sind mit einer<br />
anderen Prognose verbunden. Ferner<br />
muss der Schweregrad der <strong>Demenz</strong> ermittelt<br />
werden, um abzuschätzen, zu<br />
welchen Problemen sie führt, welchen<br />
Unterstützungsbedarf der Betroffene<br />
hat, ob Gefahren für ihn oder seine Bezugspersonen<br />
bestehen und welche Versorgungsmaßnahmen<br />
eingeleitet werden<br />
müssen. Hierfür wird untersucht, ob die<br />
geistigen Fähigkeiten der Betroffene<br />
vermindert sind und ob sich das negativ<br />
auf ihre Alltagstätigkeiten auswirkt.<br />
Um die geistigen Funktionen zu beurteilen,<br />
gibt es Tests: Der Mini-Mental-<br />
Status-Test (MMST) ist dabei am weitesten<br />
verbreitet. Mit Fragen werden wichtige<br />
geistige Funktionen überprüft, etwa<br />
Erinnerung, Aufmerksamkeit, Orientierung,<br />
Lesen und Rechnen. Im Gespräch<br />
mit Betroffenen und Angehörigen soll<br />
auch herausgefunden werden, ob sich<br />
die Persönlichkeit, das Verhalten, die<br />
Stimmung oder der Antrieb der Erkrankten<br />
verändert haben und ob ihr Wirklichkeitsbezug<br />
gestört ist.<br />
Der zweite Schritt – die Klärung der<br />
Ur sache – ist wichtig, weil einer <strong>Demenz</strong><br />
ganz verschiedene Krankheiten zugrunde<br />
liegen können. Daraus ergeben<br />
sich andere Behandlungsmöglichkeiten,<br />
verschiedene Probleme für die Betroffenen<br />
und ihre Angehörigen und unterschiedliche,<br />
zu erwartende Verläufe. Einige<br />
Ursachen sind behebbar und dürfen<br />
daher keinesfalls übersehen werden.<br />
Hinweise auf die Ursache ergeben sich<br />
aus der Vorgeschichte, zum Beispiel<br />
Krankheiten in der Familie, frühere oder<br />
gegenwärtige eigene Krankheiten und<br />
damit verbundene Medikamenteneinnahme,<br />
Verletzungen oder Operationen,<br />
möglicherweise auch Suchtmittelmissbrauch.<br />
Weitere Anhaltspunkte liefern<br />
das Muster der Symptome, die körper -<br />
liche Untersuchung und Laborbefunde.<br />
Bei der körperlichen Untersuchung muss<br />
auch auf Einschränkungen <strong>des</strong> Seh- und<br />
Hörvermögens geachtet werden, weil<br />
sie viele Tätigkeiten im Alltag zusätzlich<br />
beeinträchtigen können.<br />
Bildgebende Verfahren, Biomarker und<br />
Frühdiagnostik<br />
Zur ersten Diagnostik gehört ein bild -<br />
geben<strong>des</strong> Verfahren wie Computer -<br />
tomografie oder Magnetresonanz tomo -<br />
grafie (Kernspintomografie). Mit diesen<br />
22
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:26 Seite 23<br />
MENSCHEN MIT DEMENZ: Diagnose<br />
Tipp<br />
Behebbare Ursachen<br />
ausschließen<br />
Eine besonders wichtige<br />
Aufgabe der Diagnostik ist es,<br />
behebbare Ursachen zu erkennen:<br />
– Depression<br />
– Abflussbehinderung <strong>des</strong> Nervenwassers<br />
(Normaldruckhydrozephalus)<br />
– Blutungen innerhalb <strong>des</strong> Schädels<br />
– operable Tumore<br />
– Infektionen <strong>des</strong> Gehirns (zum Beispiel<br />
Herpes-simplex-Enzephalitis)<br />
– Vitaminmangelzustände<br />
(z. B. B12, Folsäure)<br />
– Hormonmangelzustände<br />
(z. B. Schilddrüsenhormon)<br />
– schädlicher Gebrauch von Medika men ten<br />
wie Beruhigungs- oder Schlaf mitteln<br />
UNTERNEHMENSPORTRÄT<br />
Christliche Geborgenheit für Menschen mit <strong>Demenz</strong><br />
In drei Wohngruppen von 13 bis 15 Bewohnerinnen und Alle Zimmer verfügen über ein seniorengerechtes Bad<br />
Bewohnern finden Menschen mit <strong>Demenz</strong> ein neues Zuhause<br />
in christlicher Geborgenheit. Die ausschließlich Stilrichtungen gestaltete Gemeinschaftsräume schaffen<br />
mit Dusche, WC und Waschbecken. In unterschiedlichen<br />
Einzel-Pflegeapartments können individuell mit eigenen Behaglichkeit und Wohlbefinden. Von den Gemeinschafts -<br />
Möbeln eingerichtet und gestaltet werden. Bilder, Uhren räumen gibt es einen direkten Zugang zum geschützten<br />
und andere Erinnerungsstücke sind gerne willkommen. Dachgarten mit seiner besonderen Erlebniswelt.<br />
AGAPLESION BETHANIEN-HÖFE<br />
Martinistraße 45 · 20251 <strong>Hamburg</strong> · Tel. 040 235378-210<br />
bethanien-hoefe@bethanien-diakonie.de · www.bethanien-diakonie.de<br />
23
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:26 Seite 24<br />
MENSCHEN MIT DEMENZ: Diagnose<br />
Wenn erbliche Krankheiten der <strong>Demenz</strong><br />
zugrunde liegen, hat die Diagnose auch<br />
eine Bedeutung für die Geschwister und<br />
Kinder der Betroffenen.<br />
Die genaue Diagnose<br />
Gedächtnissprechstunden oder Memory-<br />
Kliniken sind an Klinken und Krankenhäuser<br />
angeschlossen. Sie sind Tech niken lässt sich das Gehirn darstellen.<br />
So sind beispielsweise Blutungen und<br />
spezialisiert auf die diagnostische<br />
Abklärung von<br />
Tumore zu erkennen, Folgen von Durch -<br />
Hirnleistungsstörungen und blutungsstörungen wie Infarkte oder<br />
können eine umfassende Schä digungen von Faserbahnen. Zu sehen<br />
Untersuchung vornehmen. ist aber auch, ob bestimmte Abschnitte<br />
Eine Überweisung vom Hausoder<br />
Facharzt ist erforderlich. venzellen bereits geschrumpft sind.<br />
<strong>des</strong> Gehirns durch den Verlust von Ner-<br />
(siehe Kapitel 20, Seite 80)<br />
Mit einer Positronen-Emissions-Tomo -<br />
grafie können der Hirnstoffwechsel<br />
Nur mit Zustimmung der Betroffenen<br />
Diagnostische Maßnahmen dürfen nur mit dem Einverständnis der Betroffenen<br />
vorgenommen werden. Wenn jemand den Untersuchungen nicht mehr<br />
zustimmen kann, weil er oder sie deren Bedeutung nicht versteht, können<br />
Bevollmächtigte oder rechtliche Betreuer stellvertretend einwilligen. Gegen<br />
den Willen eines Betroffenen darf eine diagnostische Unter suchung nur<br />
durchgeführt werden, wenn für ihn oder für seine Mitmenschen Gefahr<br />
besteht.<br />
Wenn Betroffene es ablehnen, zur Abklärung der Gedächtnisprobleme einen Arzt<br />
aufzusuchen, versuchen Angehörige manchmal erfolgreich, den Arztbesuch mit einer<br />
allgemeinen Vorsorgeuntersuchung zu begründen.<br />
Aufklärung über die Diagnose<br />
Die Betroffenen haben das Recht, ihre Diagnose zu erfahren oder darüber im<br />
Unklaren zu bleiben. Sie können auch entscheiden, ob Angehörige oder andere<br />
Bezugspersonen darüber informiert werden dürfen. Fast immer ist es hilfreich, die<br />
Angehörigen in die Aufklärung einzubeziehen. Bei Erkrankten, die Mitteilungen über die<br />
vorliegende Erkrankung nicht mehr verstehen, sich kein Urteil über die Therapiemöglichkeiten<br />
bilden und nicht mehr danach handeln können, kann die ärztliche Behandlung nur<br />
auf der Grundlage einer Vollmacht oder einer recht lichen Betreuung erfolgen.<br />
untersucht und Proteinablagerungen im<br />
Gehirn dargestellt werden. Diese Untersuchung<br />
gehört nicht zur Routinediagnostik.<br />
Aber beide Verfahren eignen sich<br />
dazu, den Ort der Nervenzellschädigung<br />
und damit die Art der zugrunde liegenden<br />
Krankheit nachzuweisen.<br />
Biomarker sind Messwerte für biologische<br />
Prozesse. Wenn bei Betroffenen der<br />
Verdacht auf eine entzündliche Erkrankung<br />
besteht, kann das Nervenwasser<br />
<strong>des</strong> Gehirns (Liquor) untersucht werden.<br />
In einer Probe <strong>des</strong> Nervenwassers lassen<br />
sich auch die Konzentrationen bestimmter<br />
Proteine erkennen. Die Messwerte<br />
geben Hinweise auf Ablagerungen und<br />
auf einen Verlust von Nervenzellen. Bei<br />
der Alzheimer-Krankheit sind sie in charakteristischer<br />
Weise verändert.<br />
Früherkennung: Wenn es Hinweise auf<br />
eine Alzheimer-Krankheit gibt, können<br />
die Betroffenen rechtzeitig wichtige<br />
Entscheidungen treffen und das eigene<br />
Leben selbstständig gestalten. Andererseits<br />
müssen sie aber mit dem Wissen<br />
leben, dass sie an einer fortschreitenden<br />
Krankheit leiden, für die es zurzeit keine<br />
Heilung gibt. Deshalb ist es wichtig, Bedeutung<br />
und Folgen der Frühdiagnostik<br />
vorher ausführlich zu besprechen.<br />
Kontakte/Adressen: siehe Kapitel 20, Seite 80<br />
24
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:27 Seite 25<br />
UNTERNEHMENSPORTRÄT<br />
Gemeinsam statt einsam<br />
In unserem Schilling-Stift setzen wir in vier Wohn -<br />
gemeinschaften für insgesamt 48 Menschen mit <strong>Demenz</strong><br />
ein auf die speziellen Bedürfnisse der Bewohnerinnen<br />
und Bewohner zugeschnittenes Betreuungskonzept um.<br />
Jeweils bis zu zwölf Personen leben in einer großen<br />
Wohnung mit einem gemütlichen Wohnzimmer und<br />
einer ansprechenden, geräumigen Wohnküche. Hier<br />
essen alle zusammen.<br />
Wer mal nicht in der Gemeinschaft sein möchte, kann<br />
sich in sein individuell eingerichtetes Einzelzimmer zurückziehen.<br />
Ein geschützter Garten und Balkone ergänzen<br />
den Wohnbereich. Geburtstage und andere Festtage<br />
gestalten die Mitarbeitenden gemeinsam mit den Bewohnerinnen<br />
und Bewohnern.<br />
Das tägliche Leben ist geprägt durch Zuwendung,<br />
Freundlichkeit und individuelle Unterstützung. Mit -<br />
einander werden die Tage mit haushaltsnahen Tätig -<br />
keiten, Vorlesen, Singen, Spielen, Bewegung und Klönen<br />
gestaltet. Bereichernde Konzerte, Gottesdienste und<br />
Ausflüge gehören zum Leben in unseren Wohngruppen<br />
für Menschen mit <strong>Demenz</strong> ebenso dazu wie einfach mal<br />
nichts zu tun.<br />
Unsere speziell ausgebildeten Fach- und Betreuungskräfte<br />
erbringen die Pflege und Betreuung unter Berücksichtigung<br />
der individuellen Fähigkeiten und der persönlichen<br />
Vorlieben. Die ärztliche Versorgung wird durch<br />
Fach- und Allgemeinmediziner geleistet, die regelmäßig<br />
in die Wohngemeinschaften kommen.<br />
Hermann und Lilly Schilling-Stiftung<br />
Isfeldstraße 16 · 22589 <strong>Hamburg</strong> · Tel. 040 866259-0<br />
info@schilling-stift.de · www.schilling-stift.de<br />
25
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:27 Seite 26<br />
MENSCHEN MIT DEMENZ: Prävention<br />
Der <strong>Demenz</strong> vorbeugen<br />
Eine gezielte Prävention durch Medikamente oder eine<br />
bestimmte Lebensweise ist nicht möglich. Aber mit<br />
allgemeiner Vorbeugung kann man Risiken ausschalten<br />
und <strong>Demenz</strong> begünstigende Krankheiten vermeiden.<br />
Bewegung<br />
Körperliche Aktivität schützt vor <strong>Demenz</strong>:<br />
Min<strong>des</strong>tens dreimal wöchentlich<br />
sollte man spazieren gehen, im Garten<br />
Rätsellösen wirkt positiv auf das Gehirn. arbeiten oder Sport treiben. Studien<br />
Grundsätzlich beugt eine gesunde<br />
haben gezeigt, dass ältere Menschen,<br />
die sich ausgiebig bewegen, um bis zu<br />
50 Prozent seltener an geistigen Einschränkungen<br />
leiden. Fitness ist gut für<br />
Lebensweise dem Risiko vor, an einer<br />
<strong>Demenz</strong> zu erkranken. Dies ist umso bedeutsamer,<br />
wenn neuere Erkenntnisse<br />
die Lebensqualität, verbessert die geistige<br />
Leistungsfähigkeit und trägt zu<br />
einem ausgeglichenen Gemüt bei.<br />
darauf hinweisen, dass eine <strong>Demenz</strong> -<br />
erkrankung ihren Ursprung bereits 20<br />
Jahre vor dem Auftreten von Beeinträchtigungen<br />
hat. Im Hinblick auf<br />
präventive Maßnahmen von <strong>Demenz</strong> -<br />
erkrankungen hat sich herausgestellt,<br />
dass gemeinsame Aktivitäten, Wertschätzung<br />
und soziale Kontakte eine<br />
große Rolle spielen.<br />
Geistige Fitness<br />
Aktive geistige Tätigkeiten wie Lesen,<br />
Schreiben, Karten- oder Brettspiele,<br />
Gruppengespräche oder Musizieren wirken<br />
offenbar positiv aufs Gehirn. Dass es<br />
mit zunehmendem Alter langsamer wird,<br />
ist normal. Aber Training hilft. Wichtig<br />
ist, dass die Übungen die geistige Leis-<br />
Denksport treiben<br />
„Use it or loose it“: Gebrauche dein Gehirn, sonst verliert es seine Kraft. Neue<br />
Informationen beleben die Hirn regionen, die vom Abbau bedroht sind. Auch wenn<br />
es manchmal unbequem ist, wird sich die Anstrengung lohnen. Je anspruchsvoller<br />
die Aufgabe, <strong>des</strong>to besser!<br />
Risiken meiden<br />
Vermeiden Sie Risikofaktoren wie Übergewicht, Rauchen, viel Alkohol,<br />
schlechte Cholesterinwerte und Produkte mit gesättigten Fettsäuren sowie die<br />
Arbeit mit Pestiziden.<br />
Bei Typ-2-Diabetes (Altersdiabetes) und schlechten Cholesterinwerten gilt es, die<br />
Ernährungsempfehlungen zu beachten.<br />
tungsfähigkeit auch im Alltag verbessern.<br />
Wer beispielsweise häufig Kreuzworträtsel<br />
löst und darin immer besser<br />
wird, kann sich <strong>des</strong>halb nicht auch<br />
Namen besser merken. Am besten sind<br />
Aktivitäten, die mehrere Hirnregionen<br />
ansprechen, zum Beispiel eine neue<br />
Sprache lernen oder musizieren. In<br />
Gruppen geht es noch besser, denn die<br />
Kontakte bringen Anregungen, Gefühle<br />
und Herausforderungen mit sich.<br />
Ernährung<br />
Die sogenannte Mittelmeerdiät könnte<br />
das Risiko für eine <strong>Demenz</strong>erkrankung<br />
verringern: Sie beinhaltet viel Gemüse<br />
und Obst, kalt gepresstes Olivenöl, viel<br />
Fisch und wenig Alkohol. Einige Untersuchungen<br />
haben gezeigt, dass viel Vitamin<br />
C und E das Risiko mindern könnten.<br />
Bluthochdruck und Diabetes behandeln<br />
Ältere Menschen haben häufig Durchblutungsstörungen<br />
<strong>des</strong> Gehirns, deren<br />
Ursache wiederum oft in einem Bluthochdruck<br />
liegt. Diese Erkrankungen zu<br />
behandeln ist wichtig, um gegen <strong>Demenz</strong><br />
vorzubeugen. Eine europäische<br />
Studie hat gezeigt, dass die systema -<br />
tische Therapie von Bluthochdruck die<br />
Häufigkeit von <strong>Demenz</strong>- und Alzheimererkrankungen<br />
um die Hälfte senken<br />
kann. Ebenso wichtig ist eine gute<br />
Diabeteseinstellung.<br />
26
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:27 Seite 27<br />
UNTERNEHMENSPORTRÄT<br />
Professions-<strong>Demenz</strong>Netz Harburg<br />
Unsere K&S Seniorenresidenz <strong>Hamburg</strong> – Harburger<br />
Sand bietet auf insgesamt fünf Etagen ausreichend<br />
Raum für 168 Pflegeplätze in Einzel- oder Doppel -<br />
zimmern, jeweils mit eigenem Sanitärbereich. Die anspruchsvolle<br />
Grundausstattung der Pflegezimmer kann<br />
jeder Bewohner selbstverständlich mit eigenen, lieb<br />
gewordenen Möbeln vervollständigen.<br />
Mit qualifiziertem Personal und <strong>Demenz</strong>-Fachpflege vor<br />
Ort gewährleisten wir auch bei hoher Pflegebedürftigkeit<br />
optimale Unterstützung und Fürsorge – dazu zählen<br />
auch die ergotherapeutische Betreuung der Bewohner<br />
und individuelle Gespräche mit den Angehörigen. Wir<br />
sind zudem aktiver Kooperationspartner im <strong>Demenz</strong>Netz<br />
Harburg. Übergeordnetes Ziel der lokalen Allianz ist die<br />
Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit<br />
<strong>Demenz</strong> und deren pflegenden Angehörigen im Süden<br />
<strong>Hamburg</strong>s. Maßgaben <strong>des</strong> Netzwerks sind u.a. auf<br />
neue Leistungsangebote für Menschen mit <strong>Demenz</strong> hin -<br />
zu weisen, Informationen zum Thema bereitzustellen,<br />
Kooperationsangebote auszubauen, auf Problemstellungen<br />
und Handlungsbedürfnisse in der Versorgung hinzu -<br />
weisen sowie öffentlich mit den Partnern auf relevante<br />
Themen aufmerksam zu machen.<br />
Das <strong>Demenz</strong>Netz Harburg entstand 2014, initiiert durch<br />
das Projekt Herbstdrachen <strong>des</strong> Evangelisch-lutherischen<br />
Kirchenkreises <strong>Hamburg</strong>-Ost. Derzeit zählen zum Netzwerk<br />
Beratungsstellen, Selbsthilfe- und Gesprächskreise,<br />
Therapiepraxen und Anbieter von Pflegedienstleistungen.<br />
K&S Seniorenresidenz <strong>Hamburg</strong> – Harburger Sand<br />
Neue Straße 26 · 21073 <strong>Hamburg</strong> · Tel. 04264 8309-0<br />
harburg@ks-unternehmensgruppe.de · www.ks-unternehmensgruppe.de<br />
27
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:27 Seite 28<br />
MENSCHEN MIT DEMENZ: Information und Beratung<br />
Information und Beratung<br />
Es gibt viele verschiedene Beratungs mög -<br />
lich keiten und -angebote in <strong>Hamburg</strong><br />
Tipp<br />
Je früher Sie sich über die<br />
Erkrankung und mögliche Hilfen<br />
informieren, umso besser<br />
können Sie vorsorgen, Entlastung<br />
finden und Lebensqualität erhalten!<br />
Nach der Diagnose und im weiteren<br />
Verlauf der <strong>Demenz</strong> stellen sich für Erkrankte<br />
und Angehörige viele Fragen.<br />
Häufig sind sie sehr verunsichert und<br />
besorgt. Erfahrungen zeigen, dass es<br />
hilfreich ist, diese Fragen nicht aufzuschieben,<br />
sondern in einer persönlichen<br />
Beratung anzusprechen. Im Gespräch ist<br />
es möglich, die eigene Situation zu betrachten<br />
und schnell Klarheit zu schaffen,<br />
welche Schritte als nächstes vor -<br />
genommen werden sollten, was noch<br />
warten kann und was bereits geregelt<br />
ist. Die persönliche Beratung hilft, die<br />
eigene Situation besser einzuschätzen<br />
und schnell an die aktuell bedeutsamen<br />
Informationen zu kommen.<br />
So erzählt eine Angehörige: „Eigentlich<br />
wollten mein Mann und ich erstmal<br />
unsere Ruhe haben, nachdem er die<br />
Diagnose erhalten hat. Es war ein ganz<br />
schöner Schock. Aber immer wieder<br />
kamen Gedanken und Fragen auf. Wir<br />
haben einfach keine Ruhe gefunden und<br />
uns dann entschlossen, aktiv die Situation<br />
anzugehen. Es war schmerzhaft, die<br />
Fragen anzusprechen, die einem durch<br />
den Kopf gingen. Es war aber sehr hilfreich.<br />
In manchen Dingen hatten wir<br />
uns unnötig Gedanken gemacht, bei anderen<br />
wussten wir jetzt, wie wir diese<br />
angehen. Und vor allem wusste ich<br />
jetzt, wohin ich mich bei neuen Fragen<br />
wenden konnte.“<br />
Es gibt verschiedene Beratungsmöglichkeiten<br />
in <strong>Hamburg</strong>:<br />
Pflegestützpunkte beraten vertraulich,<br />
neutral und kostenlos zu allen Aspekten<br />
im Alter und bei der Pflege: Was sollte<br />
28
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:28 Seite 29<br />
UNTERNEHMENSPORTRÄT<br />
Helfen beginnt mit einem Lächeln<br />
Das Elisabeth Alten- und Pflegeheim wird von uns, den<br />
Bewohnern und Nachbarn, kurz ELISABETH genannt. Es<br />
liegt mitten in der bewegten <strong>Hamburg</strong>er Sternschanze.<br />
Dort pulsiert das Leben genauso wie bei uns.<br />
Denn obwohl das ELISABETH ein Haus mit langer Geschichte<br />
und unzähligen guten Erinnerungen ist, bleiben<br />
wir nicht im Gestern stehen. Bei uns hat Leben vor allem<br />
ein Hier und Jetzt. Unser Ansatz will also das Spannungsfeld<br />
zwischen Normalität und dem Besonderen<br />
sichtbar machen. Darum geht es in der modernen Altenpflege.<br />
Sie muss im Alltag Sinn und Freude erzeugen<br />
können, für Bewohner und Mitarbeiter gleichermaßen.<br />
Helfen beginnt mit einem Lächeln – das ist unsere<br />
„innere Überschrift“, denn wir glauben an die positive<br />
Kraft die ein Lächeln und ein freundliches Wort schenken<br />
kann. Pflege ist mehr als einfach nur Versorgung. Gute<br />
Pflege basiert auf Vertrauen und Respekt.<br />
Wenn man sich in zunächst fremde Hände begibt, ist es<br />
wichtig, sich schnell wohl und gut aufgehoben zu fühlen.<br />
Das geschieht zum einen durch einwandfreie und pro -<br />
fes sionelle Pflege und zum anderen durch Sensibilität<br />
für die Bedürfnisse <strong>des</strong> Einzelnen und eine natürliche<br />
Wärme und Fürsorge im Umgang mit unseren Be -<br />
wohnern.<br />
Erfahren Sie mehr über unser Haus, die Möglichkeiten<br />
und Angebote und über die Menschen, die es mit Leben<br />
füllen. Sie sind jederzeit herzlich eingeladen, sich einen<br />
persönlichen Eindruck von unserem Haus zu machen.<br />
Elisabeth Alten- und Pflegeheim der Freimaurer von 1795 e. V.<br />
Kleiner Schäferkamp 43 · 20357 <strong>Hamburg</strong> · Tel. 040 441808-1133<br />
besucher@elisabeth-altenheim.de · www.elisabeth-altenheim.de<br />
29
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:28 Seite 30<br />
UNTERNEHMENSPORTRÄT<br />
Leben in familiärer<br />
Gemeinschaft<br />
Bis zu zehn Menschen mit <strong>Demenz</strong> leben unter der<br />
Obhut unserer Pflege- und Betreuungskräfte in Wohnpflegegemeinschaften<br />
zusammen. Im Auftrag der Angehörigen<br />
sind wir rund um die Uhr da und sorgen für eine<br />
feste Tagesstruktur mit wiederkehrenden Ritualen.<br />
Gemeinsam kochen und essen, spazieren gehen, Musik<br />
hören, gemeinsam entspannen oder Gäste empfangen –<br />
das alles gehört zum Alltag. Außerdem schaffen wir<br />
Räume, um auf individuelle Bedürfnisse einzugehen.<br />
Wenn Sie für sich oder ihren Angehörigen eine Wohn -<br />
gemeinschaft suchen oder mehr erfahren wollen, freuen<br />
wir uns auf Ihren Anruf.<br />
<strong>Hamburg</strong>er Gesundheitshilfe<br />
Alter Teichweg 55 · 22049 <strong>Hamburg</strong> · Tel. 040 209882-0<br />
mail@hgh-ggmbh.de · www.hamburger-gesundheitshilfe.de<br />
Sich zu Hause fühlen<br />
In dem sehr beliebten und schönen Stadtteil Langenhorn<br />
liegt das Altenzentrum Ansgar. Die ruhige Lage direkt am<br />
Park ist ideal für die Bewohner unseres Altenzentrums.<br />
Es bietet vieles, was Ihr Leben bequem, sicher und un be -<br />
schwerter macht: ansprechende Architektur, behinderten -<br />
gerechte Ausstattung und einen Speiseplan in Absprache<br />
mit den Bewohnern. Ein vielfältiges Programm an Beschäftigungen<br />
und Veranstaltungen, das sich stark an<br />
den Interessen der Bewohner orientiert, sorgt ebenfalls<br />
für eine lebhafte und positive Atmosphäre. Zudem sind<br />
wir Ausbildungsbetrieb für Examinierte Altenpflegekräfte<br />
und bieten FSJ-Stellen an.<br />
Altenzentrum Ansgar Diakoniestiftung Alt-<strong>Hamburg</strong><br />
Reekamp 51 · 22415 <strong>Hamburg</strong> · Tel. 040 530474-0<br />
ansgar@diakoniestiftung.de · www.ansgar.diakoniestiftung.de<br />
30
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:28 Seite 31<br />
MENSCHEN MIT DEMENZ: Information und Beratung<br />
ich in meiner Situation jetzt tun? Welche<br />
Unterstützung und Hilfe könnte ich<br />
erhalten? Wie beantrage ich Leistungen<br />
der Pflegeversicherung? Wo finde ich in<br />
meiner Nähe die passende Hilfe? Es findet<br />
auch eine enge Zusammenarbeit mit<br />
der Bezirklichen Seniorenberatung<br />
statt, die ältere Bürger beim Bezug von<br />
Hilfen und deren Finanzierung unterstützt.<br />
In <strong>Hamburg</strong> gibt es <strong>Demenz</strong>-Beratungsstellen,<br />
die mit Fachkompetenz<br />
und Praxiserfahrung Menschen mit<br />
beginnender <strong>Demenz</strong> und Angehörige<br />
beraten. Sie informieren über ambulante<br />
und stationäre Leistungen in allen<br />
Stadtteilen. Hier besteht auch die<br />
Möglichkeit, psychosoziale Belastungen<br />
anzusprechen oder mit anderen Angehörigen<br />
in Kontakt zu kommen.<br />
Spezielle Kursangebote für Angehörige<br />
von Menschen mit <strong>Demenz</strong> informieren<br />
ausführlich über <strong>Demenz</strong>erkrankungen,<br />
über den Umgang mit dem erkrankten<br />
Angehörigen und Hilfen zur Unterstützung.<br />
Die Kurse werden in der Regel von<br />
allen gesetzlichen Kassen gefördert und<br />
sind kostenfrei.<br />
Zu Möglichkeiten und Kontakten der<br />
Selbsthilfe für Menschen mit beginnender<br />
<strong>Demenz</strong> und Angehörige berät die<br />
Alzheimer Gesellschaft <strong>Hamburg</strong> e.V. als<br />
Selbsthilfeorganisation in Zusammen -<br />
arbeit mit der Kontakt- und Infor -<br />
ma tionsstelle für Selbsthilfegruppen in<br />
<strong>Hamburg</strong>.<br />
Für Fragen der rechtlichen Vorsorge<br />
oder Betreuung gibt es als zentrale<br />
Beratungsstelle die Betreuungsstelle<br />
<strong>Hamburg</strong>. Sie berät zu Vorsorgevollmachten,<br />
Betreuungsverfügungen, Einsatz<br />
von rechtlichen Betreuern und<br />
Patientenverfügungen. Daneben gibt es<br />
regionale Betreuungsvereine, die ehrenamtliche<br />
rechtliche Betreuer einsetzten,<br />
begleiten und beraten.<br />
Das Beratungszentrum für technische<br />
Hilfen und Wohnraumanpassung berät<br />
über spezielle Ausstattungen, technische<br />
Hilfsmittel und Umbaumaßnahmen.<br />
Dies schließt eine Beratung über<br />
gesetzliche Leistungsansprüche ein.<br />
Die <strong>Hamburg</strong>er Koordinationsstelle für<br />
Wohn-Pflege-Gemeinschaften berät<br />
zu ambulanten und stationären Wohn -<br />
gemeinschaften für Menschen mit <strong>Demenz</strong><br />
in <strong>Hamburg</strong>. Neben dem Kontakt<br />
zu Wohngemeinschaften informiert die<br />
Koordinationsstelle auch über die Organisation<br />
und Finanzierung der Wohn -<br />
gemeinschaften.<br />
Kontakte/Adressen: siehe Kapitel 20, Seite 80/81<br />
INFO<br />
Alzheimer-Telefon<br />
Am Alzheimer-Telefon können<br />
Sie Ihre persönliche Situation<br />
besprechen, Ihre Fragen klären<br />
oder Kontakte zu Hilfsangeboten<br />
erhalten. Das Beratungsteam<br />
besteht aus ehrenamtlichen<br />
Fachkräften und<br />
erfahrenen Angehörigen.<br />
Sprechzeiten:<br />
Montag – Freitag 10 bis 13 Uhr<br />
Montag und Donnerstag<br />
13 bis 16 Uhr<br />
Mittwoch 16 bis 19 Uhr<br />
Telefon: 040 472538<br />
Oft reicht ein erstes Gespräch<br />
am Alzheimer-Telefon aus, um<br />
die eigene Situation einschätzen<br />
und nächste Schritte<br />
vornehmen zu können.<br />
31
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:28 Seite 32<br />
MENSCHEN MIT DEMENZ: Therapien<br />
Therapien für Menschen mit <strong>Demenz</strong><br />
<strong>Demenz</strong> ist zwar nicht heilbar, wohl aber behandelbar. Dafür gibt es medikamentöse<br />
und nicht-medikamentöse Therapiemöglichkeiten.<br />
INFO<br />
Die Aussage „Da kann man nichts<br />
machen“ ist falsch. Die Erkrankten<br />
haben ein Recht auf Behandlung<br />
nach dem Stand <strong>des</strong> medizinischen<br />
Wissens. Betroffene und Angehörige<br />
sollten daher auf einer genauen<br />
Diagnose und der entsprechenden<br />
Therapie bestehen.<br />
Die medikamentöse und nicht-medikamentöse<br />
Therapie soll die geistigen und<br />
körperlichen Fähigkeiten der Betroffenen<br />
möglichst lange erhalten, ihre Lebensqualität<br />
verbessern und ihr Verhalten<br />
stabilisieren. Die Behandlung soll erreichen,<br />
dass<br />
– die Erkrankung langsamer voranschreitet<br />
– die Erkrankten möglichst lange bestehende<br />
Kompetenzen erhalten können<br />
– sich die Belastungen für Betroffene<br />
und Angehörige verringern.<br />
Denkbare Therapiemaßnahmen sollten<br />
mit den Betroffenen möglichst früh -<br />
zeitig erörtert werden. Auch Angehörige<br />
sollten von Beginn an mit einbezogen<br />
werden, um ihre Beobachtungen und<br />
Ein drücke mitteilen zu können. So können<br />
die Wirkungen und Nebenwirkungen<br />
von Medikamenten sowie die Ergebnisse<br />
der Therapien besser erfasst werden.<br />
Mit beiden Therapieansätzen können<br />
drei Bereiche behandelt werden:<br />
1. Im frühen Stadium der Erkrankung<br />
betrifft dies kognitive Fähigkeiten<br />
wie Gedächtnis, Orientierung, Urteils -<br />
fähigkeit und sprachlichen Ausdruck.<br />
2. Das psychische Wohlbefinden und<br />
Verhalten verändert sich häufig im<br />
Verlauf der Erkrankung. Diese Beeinträchtigungen<br />
belasten oft Betroffene<br />
und Angehörige in ihrem Alltag. Hier<br />
bestehen jedoch gute Möglichkeiten<br />
der Behandlung.<br />
3. Körperliche Erkrankungen, die unabhängig<br />
von der <strong>Demenz</strong>erkrankung<br />
bestehen können.<br />
Welche medikamentösen Therapien<br />
gibt es für <strong>Demenz</strong>kranke?<br />
Ärzte behandeln einerseits die Symptome<br />
der <strong>Demenz</strong> selbst, andererseits<br />
auch andere Krankheiten und Störungen,<br />
die die geistige Leistungsfähigkeit<br />
beeinflussen können.<br />
Antidementiva sind Medikamente, die<br />
den Verlauf der Alzheimer-Krankheit<br />
stabilisieren und das Fortschreiten der<br />
Symptome verzögern können. Als Mittel<br />
im frühen und mittleren Stadium<br />
verschreiben die Ärzte Acetylcholin -<br />
esterase-Hemmer, die unter verschiedenen<br />
Handelsnamen auf dem Markt sind.<br />
Für die mittlere bis späte Phase empfehlen<br />
die medizinischen Fachgesellschaften<br />
den Wirkstoff Memantine.<br />
Die medikamentöse Therapie schlägt<br />
nicht bei allen Patienten an. Es ist bereits<br />
ein Erfolg, wenn sich die geistige<br />
Leistungsfähigkeit für eine Weile nicht<br />
verschlechtert. Einige Patienten leiden<br />
unter Nebenwirkungen wie Übelkeit,<br />
Durchfall oder Schlaflosigkeit.<br />
32
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:29 Seite 33<br />
UNTERNEHMENSPORTRÄT<br />
Sicherheit geben<br />
Mit <strong>Demenz</strong> verändert sich das Leben der Betroffenen<br />
und der Angehörigen. Die Entscheidung für eine Pflegeeinrichtung<br />
kann allen ein Gefühl der Beruhigung und<br />
Erleichterung geben. Es bleibt wieder mehr Zeit für die<br />
schönen Momente – trotz der Krankheit. Die Pflege und<br />
Betreuung von <strong>Demenz</strong>kranken erfordert viel Einfühlungs -<br />
vermögen und Fingerspitzengefühl. Mit unseren verlässlichen<br />
Betreuungsangeboten ermöglichen wir den Betroffenen<br />
ein Leben in Sicherheit und größtmöglicher<br />
Vertrautheit. Zehn Einrichtungen von PFLEGEN & WOHNEN<br />
HAMBURG sind auf die besondere Betreuung bei <strong>Demenz</strong><br />
spezialisiert. Wir beraten Sie sehr gerne – rufen Sie uns an!<br />
PFLEGEN & WOHNEN HAMBURG GmbH<br />
Finkenau 11 · 22081 <strong>Hamburg</strong> · Tel. 040 2022-0<br />
pflegeinfo@pflegenundwohnen.de · www.pflegenundwohnen.de<br />
Ein neues Zuhause im Alter!<br />
Die Senioren-Zentren Geschwister Jensen GmbH betreibt<br />
in <strong>Hamburg</strong> seit vielen Jahren drei Senioren-Zentren mit<br />
insgesamt 303 vollstationären P flegeplätzen, die gut in<br />
den Stadtteilen integriert und vernetzt sind. Getreu dem<br />
Motto „Willkommen zu Hause“, wird den Bewohnern<br />
durch die engagierten und motivierten Mitarbeiter-Teams<br />
auf möglichst liebevolle Art und Weise die Sicherheit gegeben,<br />
sich gut gep flegt, kompetent betreut und wohl<br />
umsorgt zu fühlen. Nutzen Sie gerne eine der vielfältigen<br />
Veranstaltungen zu einem Besuch und machen sich<br />
selbst ein Bild, oder vereinbaren Sie einen individuellen<br />
Termin zum Informationsaustausch. Wir freuen uns auf Sie!<br />
Senioren-Zentren Geschwister Jensen GmbH<br />
Kieler Straße 212 · 22525 <strong>Hamburg</strong> · Tel. 040 853334-44<br />
info@geschwister-jensen.de · www.geschwister-jensen.de<br />
Seniorenzentren in <strong>Hamburg</strong><br />
www.geschwister-jensen.de<br />
33
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:29 Seite 34<br />
MENSCHEN MIT DEMENZ: Therapien<br />
INFO<br />
Die Angehörigen spielen bei der<br />
medikamentösen Therapie eine<br />
wichtige Rolle: Sie sollten sorgfältig<br />
beobachten, welche Wirkungen<br />
oder unerwünschten<br />
Nebenwirkungen auftreten und<br />
es dem Arzt oder der Ärztin mitteilen.<br />
Vielleicht muss daraufhin<br />
die Dosierung verändert oder das<br />
Medikament abgesetzt werden.<br />
Es gibt verschiedene Wege, die zur<br />
Therapie beitragen können – nicht zur<br />
Heilung, aber zur Behandlung.<br />
Auf die Mischung kommt es an<br />
Bei der Behandlung von Menschen mit<br />
<strong>Demenz</strong> geht es immer darum, für<br />
jeden Menschen den passenden<br />
Therapie-Mix zu finden. Dazu<br />
sollten sich Betroffene,<br />
Angehörige, Ärzte und<br />
Therapeuten gut abstimmen.<br />
Denn nicht jede Thera -<br />
pie taugt für jeden Patienten.<br />
Und für manchen kann zu viel <strong>des</strong><br />
Guten auch in „Therapiestress“ ausarten.<br />
Zur medikamentösen Behandlung von<br />
psychischen Symptomen, Verhaltensstörungen<br />
und körperlichen Erkrankungen<br />
werden verschiedene Mittel eingesetzt:<br />
– Antidepressiva verbessern die<br />
Stimmung.<br />
– Neuroleptika helfen bei Unruhe,<br />
Wahn vorstellungen oder Sinnes -<br />
täuschungen.<br />
– Anxiolytika wirken gegen Angst -<br />
zustände.<br />
– Bei Parkinson- oder Lewy-Körperchen-<br />
<strong>Demenz</strong> werden auch Medikamente<br />
verordnet, die die Beweglichkeit<br />
erleichtern.<br />
Für die Gesundheit und das Wohlbefinden<br />
der Betroffenen ist es wichtig, dass<br />
körperliche Leiden erkannt und behandelt<br />
werden. Dabei ist besonders an<br />
Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes<br />
zu denken, aber auch an akute<br />
Krankheiten und Infektionen, die zu Dehydration<br />
(Austrocknen) führen können.<br />
Nicht-medikamentöse Therapieformen<br />
für <strong>Demenz</strong>kranke<br />
Immer mehr Aufmerksamkeit und Bedeutung<br />
erlangen Therapieformen ohne<br />
Medikamente. Generell fördern in allen<br />
Stadien der Erkrankung die Erfahrung<br />
von Freude, das Erleben der eigenen<br />
Identität und gemeinsame Aktivitäten<br />
das Wohlbefinden und die Kompetenzen.<br />
Nach folgend mög liche Therapie -<br />
formen:<br />
Erinnerungstherapie/Biografiearbeit<br />
Mit Hilfe von Fotos, Gegenständen oder<br />
Geschichten geht es darum, Erinnerungen<br />
an Ereignisse aus der eigenen<br />
Lebensgeschichte wieder zu erwecken.<br />
Das kann das Gedächtnis und den Austausch<br />
mit anderen anregen, die Stimmung<br />
und das Gefühl für die eigene<br />
Identität verbessern.<br />
Musiktherapie<br />
Mit Musik können auch Menschen kommunizieren,<br />
die sich sprachlich nicht<br />
mehr gut verständigen können. Sie<br />
spricht die Gefühle an, kann aktivieren<br />
oder beruhigen, freudige oder traurige<br />
Stimmungen ausdrücken. Gemeinsames<br />
Singen macht Spaß, stiftet Kontakte,<br />
weckt Erinnerungen und hebt die Stimmung.<br />
Menschen mit <strong>Demenz</strong> erinnern<br />
sich oft noch sehr gut an Liedtexte aus<br />
ihrer Kindheit, nicht selten überraschen<br />
sie sich und andere beim Singen mit ungeahnten<br />
Fähigkeiten.<br />
Speziell ausgebildete Musiktherapeuten<br />
singen und musizieren mit Betroffenen<br />
und knüpfen dabei an deren Vor lieben<br />
an. So wecken sie etwa Er innerungen an<br />
Tanzvergnügen, Gottesdienste oder Konzertbesuche.<br />
Auch pflegende Angehörige<br />
oder Ehrenamt liche in Betreuungsgruppen<br />
können die Erkrankten mit<br />
Musik und Tanz fördern und anregen.<br />
Körperliches Training<br />
Gute Erfahrungen gibt es mit Kraft- und<br />
Gleichgewichtsübungen. Körperliches<br />
Training verbessert bei Menschen mit<br />
<strong>Demenz</strong> nicht nur Beweglichkeit und<br />
Kraft, sondern auch die geistige Leistungsfähigkeit<br />
und das psychische Befinden.<br />
Sie werden auch aufmerksamer<br />
und stürzen nicht so leicht.<br />
Ergotherapie<br />
Die Ergotherapie wurde früher als<br />
Beschäftigungstherapie bezeichnet. Im<br />
Mittelpunkt stehen Übungen zum Erhalt<br />
der Alltagsfähigkeiten, beispielsweise<br />
34
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:29 Seite 35<br />
UNTERNEHMENSPORTRÄT<br />
Schaffung eines Zuhause-Gefühls<br />
Das Domicil – Seniorenpflegeheim Jenfeld liegt in zentraler<br />
Lage am grünen Stadtrand von <strong>Hamburg</strong> und ist mit<br />
öffentlichen und privaten Verkehrsmitteln leicht erreichbar.<br />
Der eigene parkähnliche Garten sowie der nahe gelegene<br />
Öjendorfer Park laden zum Verweilen im Grünen<br />
ein. Ob befristete Kurzzeit- oder Verhinderungspflege<br />
oder vollstationäre Unterbringung notwendig ist: Wir<br />
bieten für je<strong>des</strong> Bedürfnis die passende Möglichkeit.<br />
In den möblierten großzügigen Einzel- und Doppel -<br />
zimmern - jeweils mit modernem Duschbad - können es<br />
sich die Bewohnerinnen und Bewohner auch mit ihren<br />
eigenen Möbeln und Einrichtungsgegenständen gemütlich<br />
machen. Unsere eigene Küche und Wäscherei<br />
(im Haus), ein Frisör und ein umfangreiches Beschäf -<br />
tigungs- und Ausflugsangebot runden den Service ab.<br />
Zusätzlich besteht ein spezielles Betreuungsangebot für<br />
Menschen mit <strong>Demenz</strong>. Es richtet sich an Menschen mit<br />
stark ausgeprägten Verhaltensauffälligkeiten.<br />
Gerade Menschen mit <strong>Demenz</strong> brauchen ein überschaubares,<br />
ihnen vertrautes Wohnumfeld, menschliche Nähe,<br />
Schutz sowie eine möglichst normale, am alltäglichen<br />
Leben orientierte Umgebung, um sich wohlzufühlen.<br />
Ein besonderes Highlight: Es gibt einen Snoezelraum –<br />
ein Wohlfühlraum zum Wahrnehmen der Sinne. Wir<br />
möchten unseren Bewohnern ein Zuhause geben. Dies<br />
bieten wir in unserem beschützen Wohn bereich mit<br />
eigenem Garten im Erdgeschoss – in einer Atmos phäre,<br />
die geprägt ist von Ruhe, Akzeptanz, Toleranz und Humor.<br />
Domicil – Seniorenpflegeheim Jenfeld GmbH<br />
Öjendorfer Damm 97 · 22043 <strong>Hamburg</strong>-Jenfeld · Tel. 040 890007-0<br />
jenfeld@domicil-seniorenresidenzen.de · www.domicil-seniorenresidenzen.de<br />
35
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:29 Seite 36<br />
UNTERNEHMENSPORTRÄT<br />
Gut umsorgt, professionell betreut<br />
Menschen mit <strong>Demenz</strong> haben je nach Stadium der<br />
Erkrankung sehr unterschiedliche Bedürfnisse und brauchen<br />
besondere Betreuung und Fürsorge. Als hanseatisch<br />
geprägtes Familienunternehmen unterhält die FRANK<br />
WAGNER HOLDING an neun <strong>Hamburg</strong>er Standorten<br />
Seniorenpflegedomizile. Das Unternehmen hat sich auf<br />
die Betreuung von demenziell erkrankten Menschen spezialisiert<br />
und ist offizieller Partner der Hansestadt im<br />
Rahmen <strong>des</strong> stationären Dementenprogramms BESTDEM.<br />
Die besonders geschulten Mitarbeiter in den speziellen<br />
Wohnbereichen begegnen den Betroffenen in ihrer<br />
eigenen <strong>Welt</strong>. Sie geben ihnen die Zeit, Zuwendung und<br />
Pflege, die sie jeweils brauchen. Gerade für demenz -<br />
erkrankte Menschen ist es wichtig, dass man ihre<br />
persönliche Geschichte kennt. Durch die gemeinsame<br />
Biografiearbeit, bei der auch Angehörige einbezogen<br />
werden, wird ein tieferes Verständnis für die Persönlichkeit<br />
aufgebaut. Musik- und Fototherapie aktivieren die<br />
Er innerungen; auch der Kontakt mit Tieren, zum Beispiel<br />
Kaninchen und Hunden, intensiviert die Lebensfreude.<br />
Regelmäßig gibt es Ausflüge, zum Beispiel in unseren<br />
Schrebergarten. Zu Hause wird zusammen gekocht,<br />
ge backen und gegessen. Mit zunehmender <strong>Demenz</strong> wird<br />
es wichtiger, den Menschen Rückzugsinseln zu bieten,<br />
gleich zeitig aber auch viel Zuwendung und wohltuenden,<br />
be ruhigenden Körperkontakt, etwa bei der Aromapflege<br />
oder beim „Snoezelen“. Wer sich zum Thema <strong>Demenz</strong>pflege<br />
beraten lassen möchte, vereinbart einfach einen Termin.<br />
Frank Wagner Holding Hanseatische Management GmbH<br />
Wellingsbüttler Weg 71 · 22391 <strong>Hamburg</strong> · Tel. 040 97070-970<br />
info@fw-holding.de · www.fw-holding.de<br />
36
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:29 Seite 37<br />
MENSCHEN MIT DEMENZ: Therapien<br />
Körperpflege, Ankleiden und Haushaltstätigkeiten.<br />
Wenn die Betroffenen den<br />
Übungen nicht mehr folgen können,<br />
konzentrieren sich die Ergotherapeuten<br />
darauf, die Körperwahrnehmung und<br />
Bewegung zu fördern. Ergotherapeuten<br />
helfen dabei, in der Wohnung Gefahrenquellen<br />
für Stürze oder Verbrennungen<br />
zu beseitigen, das Bad zweckmäßig<br />
einzurichten und den Menschen mit<br />
<strong>Demenz</strong> die Orientierung zu erleichtern.<br />
Sie beraten auch über Hilfsmittel bei<br />
Mobilitäts pro blemen oder Inkontinenz.<br />
Logopädie<br />
Viele <strong>Demenz</strong>kranke haben Schwierigkeiten<br />
beim Sprechen, Schlucken und<br />
Essen. Logopäden diagnostizieren und<br />
behandeln diese Störungen. Das ist<br />
aber bei Betroffenen nur im frühen<br />
Stadium sinnvoll.<br />
Kunsttherapie<br />
Beim Malen, Zeichnen und Gestalten<br />
können sich Menschen mit <strong>Demenz</strong> ausdrücken<br />
und beschäftigen, auch wenn<br />
Biografiearbeit kann das Gedächtnis und<br />
den Austausch mit anderen anregen.<br />
sie nicht mehr gut sprechen können. Das<br />
kreative Tun kann die Konzentration fördern,<br />
Stress und depressive Stimmung<br />
abbauen. In der Kunsttherapie können<br />
die Menschen Gefühle oder Stimmungen<br />
ausdrücken und beim Schaffen eigener<br />
Werke ihr Selbstwertgefühl steigern.<br />
Geschulte Kunsttherapeuten beobachten,<br />
welche positiven oder negativen<br />
Reaktionen auftreten und gehen darauf<br />
ein.<br />
Physiotherapie<br />
Physiotherapie oder Krankengymnastik<br />
umfasst Heilverfahren, die mit Be -<br />
wegung, Wärme oder Licht arbeiten. Sie<br />
kann zum Beispiel bei Bettlägerigen verhindern,<br />
dass ihre Glieder versteifen. Als<br />
Bewegungstherapie kann sie Mobilität,<br />
Kraft und Gleichgewicht stärken, um die<br />
Sturzgefahr zu verringern. Die Übungen<br />
sollen Freude und Bewegung fördern, ob<br />
einzeln oder in der Gruppe. Denn Gymnastik,<br />
Spazierengehen oder Sport sind<br />
gut für Körper und Geist.<br />
Snoezelen<br />
In den Niederlanden wurde die Methode<br />
<strong>des</strong> „Snoezelen“ entwickelt (sprich:<br />
snuselen). In heimeligen Räumen werden<br />
Betroffenen in entspannter Atmos -<br />
phäre Reize zum Sehen, Hören, Riechen<br />
und Tasten angeboten. In Pflege heimen<br />
gibt es damit gute Er fahrungen.<br />
Basale Stimulation<br />
Besonders im fortgeschrittenen Stadium<br />
leiden Menschen mit <strong>Demenz</strong> häufig<br />
unter Reizarmut, sie nehmen sich und<br />
ihre Umwelt nur sehr eingeschränkt<br />
wahr. Die Basale Stimulation wirkt dem<br />
entgegen, indem sie alle Sinne zum<br />
Tasten, Greifen, Sehen, Schmecken und<br />
Riechen aktiviert.<br />
37
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:29 Seite 38<br />
REPORTAGE: Bewegung stärkt Lebensfreude<br />
Bewegung stärkt Lebensfreude und hält fit<br />
Besonderes Vereinsangebot für Menschen mit <strong>Demenz</strong> und Angehörige<br />
Donnerstag, 11:30 Uhr, in einem der<br />
Gymnastikräume <strong>des</strong> Walddörfer Sportvereins.<br />
Die kleine Gruppe mit einigen<br />
Senioren bereitet sich auf die Bewegungsstunde<br />
vor. So, wie sich landauf<br />
landab viele ältere Menschen zur Gymnastik<br />
im Verein treffen. Dann kommt<br />
etwas verspätet Hannelore herein. Sie<br />
zieht sich ihre Turnschuhe an und<br />
scherzt: „Ich hab’ mich etwas ver -<br />
laufen.“ Während das in den meisten<br />
Seniorengymnastikgruppen wahrschei n -<br />
lich für ein leichtes Schmunzeln sorgt,<br />
wissen hier alle, was hinter ihrer Bemerkung<br />
steckt.<br />
Hannelore ist an Alzheimer erkrankt –<br />
und hat sich ihren Humor im Umgang<br />
mit der Krankheit erhalten. So wie sie<br />
freuen sich weitere Betroffene jede<br />
Woche auf die Stunde mit Gruppen -<br />
leiterin Ute Grunwald. „Bewegung tut<br />
mir gut, und es ist einfach schön, hier<br />
mitzumachen, weil sehr behutsam miteinander<br />
umgegangen wird.“ Es sei<br />
ein gutes Gefühl, etwas für sich und<br />
das Wohlbefinden zu tun. Es sei eine<br />
„lustige Truppe“ – an der sie mit ihrer<br />
Art ihren Anteil hat. Denn sie genieße<br />
die Zeit, während ihr Mann „zu Hause in<br />
der Küche steht und etwas Schönes für<br />
das Mittagessen kocht“.<br />
Während Hannelore alleine kommt, ist<br />
Kurt mit seiner Freundin Leni da.<br />
Donnerstags sei sein „Leni-Tag“ – und<br />
da werde gemeinsam viel unternommen.<br />
Beide sind vom ersten Moment<br />
dabei. „Der Sport tut uns beiden richtig<br />
gut“, sagt Kurt. Es gehe locker und entspannt<br />
zu und mache einfach Spaß.<br />
„Wir sind sozusagen ein sportlicher<br />
Stammtisch“, freut sich der Senior. Bei<br />
Leni ist die Krankheit im Umgang spürbar,<br />
ebenso wie ihr Vertrauen zu Kurt.<br />
Immer wieder werfen sich die beide<br />
Blicke zu. Bei der ersten Übung sind<br />
Leitet die erste Sportgruppe <strong>Hamburg</strong>s<br />
für <strong>Demenz</strong>kranke und deren Angehörige:<br />
Ute Grunwald<br />
dann beide mit viel Elan dabei. Ein Ball<br />
wird hin und her geworfen und jeder<br />
sagt: „Mein Name ist . . . und wie heißt<br />
Du?“ Nur ein Beispiel, wie durch die<br />
Bewegung die Durch blutung und<br />
Ko ordination gefördert wird und so für<br />
körperliche und geistige Anregung<br />
sorgt.<br />
Gruppenleiterin Ute Grunwald schaut<br />
sich um, und es geht schon bald zur<br />
nächsten Übung, eine von vielen, die sie<br />
sich überlegt hat. Gemeinsam mit Torge,<br />
der ein freiwilliges soziales Jahr im<br />
Sportverein macht und der jetzt für<br />
flotte Musik sorgt, wird zum lockeren<br />
Tanzen animiert. Allen ist anzumerken:<br />
Das macht Spaß. In diesem Moment<br />
denkt keiner im Raum an die Schwere<br />
der unheilbaren Krankheit. In den Gesichtern<br />
ist Freude zu sehen.<br />
Auch Sylvia, die mit ihrer Mutter<br />
Barbara seit einem Jahr zur Gruppe<br />
kommt, ist zufrieden mit der Bewegungsstunde.<br />
„Klar haben wir uns gefragt,<br />
ob das wohl das Richtige ist. Wir<br />
wussten ja nicht, ob der Sport meine<br />
Mutter überfordert und wie es in der<br />
Gruppe sein wird.“ Alle Bedenken seien<br />
schnell verflogen. Heute sei der Sport<br />
fest im Wochenplan verankert. Ihre<br />
Mutter genieße die Zeit und es komme<br />
auch vor, dass sie zu Hause beim<br />
Kochen einfach zwischen dem Umrühren<br />
anfange, sich zu dehnen oder Gelenke<br />
kreisen zu lassen.<br />
38
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:29 Seite 39<br />
REPORTAGE: Bewegung stärkt Lebensfreude<br />
Durch den Sport wird die Beweglichkeit<br />
gefördert und Bewegungsmuster, die seit<br />
der Geburt im Körper fest verankert sind,<br />
werden wieder bewusster wahrgenommen<br />
und trainiert. Jeder macht nach seinen<br />
Möglichkeiten mit.<br />
Die Bewegungsstunde geht nun mit den<br />
unterschiedlichsten Übungen weiter.<br />
Vom ersten bis zum letzten Moment ist<br />
spürbar, wie vertraut und herzlich das<br />
Miteinander ist und welche Freude das<br />
gemeinsame Bewegen macht. Alle<br />
gehen zufrieden und beschwingt von<br />
ihrem sportlichen Stammtisch nach<br />
Hause – ganz anders, als es bei manchem<br />
Kneipen-Stammtisch der Fall ist.<br />
Energieschub für das Denken –<br />
Drei Fragen an Ute Grunwald<br />
Ute Grunwald (59) hat 2016 das Angebot<br />
„Sport für <strong>Demenz</strong>kranke und ihre<br />
Angehörige“ ins Leben gerufen. Zuvor<br />
hat die ausgebildete Motopädin und Erzieherin<br />
einige Jahre im Tagestreff der<br />
Alzheimer Gesellschaft <strong>Hamburg</strong> ge -<br />
arbeitet.<br />
Wie ist die Idee entstanden und gibt<br />
es Besonderheiten im Vergleich zu anderen<br />
Sportangeboten für Senioren?<br />
Wir haben im Tagestreff kleine Bewegungseinheiten<br />
eingebaut und dabei<br />
spürte ich, wie gut das den Teilnehmern<br />
tut. Daraus ist von der Alzheimer<br />
Gesellschaft die Idee entstanden, ein<br />
wöchentliches Angebot zu schaffen.<br />
Beim Walddörfer SV sind wir mit offenen<br />
Armen empfangen worden. Der<br />
Unterschied zu anderen Angeboten ist<br />
sicherlich, dass ich als Leiterin vorsichtig<br />
und aufmerksam mit den Teilnehmern<br />
umgehe. Vieles geht langsamer,<br />
vorbereitete Übungen können, aber<br />
müssen nicht durchgeführt werden. Wir<br />
wollen gemeinsam eine fröhliche Zeit<br />
erleben mit Bewegung und Musik. Es<br />
darf und soll viel gelacht werden. Bei<br />
den Übungen achte ich auch darauf,<br />
dass diese auch zu Hause möglich sind.<br />
Das Angebot war das erste dieser Art<br />
in <strong>Hamburg</strong>. Glauben Sie, dass weitere<br />
folgen werden?<br />
Das wünsche ich mir, denn je<strong>des</strong> Angebot<br />
für Erkrankte und deren Angehörige<br />
ist ein Anker im Alltag und Umgang mit<br />
der Krankheit. Beim Sport werden<br />
zudem Bewegungsmuster, die vielleicht<br />
durch die Krankheit verloren gegangen<br />
sind, wieder aktiviert. Es ist ein Energieschub<br />
für das Denken.<br />
Worauf sollten Vereine achten, die ein<br />
solches Angebot schaffen wollen?<br />
Wichtig ist, dass für die Leitung einer<br />
Gruppe die normale Qualifikation als<br />
Übungsleiter nicht ausreicht. Erfahrungen<br />
im Umgang mit <strong>Demenz</strong>kranken<br />
sind wichtig, um Situationen erfassen<br />
zu können und die Teilnehmer nicht zu<br />
überfordern. Ich wünsche mir viele<br />
Nachahmer und gebe meine Erfahrungen<br />
gerne weiter. Ich kann nur allen zurufen:<br />
„Macht euch auf den Weg!“<br />
INFO<br />
Kontakt:<br />
Walddörfer Sportverein<br />
Halenreie 32–34<br />
22359 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 645062-0<br />
www.walddoerfer-sv.de<br />
E-Mail: info@walddoerfer-sv.de<br />
39
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:29 Seite 40<br />
MENSCHEN MIT DEMENZ: Wie geht die Gesellschaft mit Menschen mit <strong>Demenz</strong> um?<br />
Unsicherheiten im Alltag abbauen<br />
Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit <strong>Demenz</strong> und Angehörigen<br />
BasisQ: Schulung für Firmen zum<br />
Umgang mit Menschen mit <strong>Demenz</strong><br />
im Berufsalltag<br />
Menschen mit einer <strong>Demenz</strong> leben auch<br />
mit der Erkrankung lange in ihrem gewohnten<br />
Umfeld und Stadtteil. Der Verbleib<br />
in der vertrauten Umgebung unterstützt<br />
die Selbstständigkeit und die<br />
Teilhaben am gesellschaftlichen Leben.<br />
Vermehrt sind dann auch Mitarbeiter<br />
von Geschäften und Betrieben, Nah -<br />
verkehr oder Polizei, gefordert in ihrem<br />
Berufsalltag mit irritierenden Äußerungen<br />
und veränderten Verhaltensweisen<br />
umzugehen. Um Mitarbeiter hier niedrig -<br />
schwellig und individuell im Umgang<br />
mit Menschen mit <strong>Demenz</strong> zu unterstützen<br />
wurde 2014 vom Competence<br />
Center Gesundheit (CCG), der Hochschule<br />
für Angewandte Wissenschaften<br />
<strong>Hamburg</strong>, das spezielle Schulungs -<br />
angebot BasisQ in <strong>Hamburg</strong> ins Leben<br />
ge rufen.<br />
Die BasisQ-Schulungen nutzten bislang<br />
etwa 1000 Personen in <strong>Hamburg</strong> aus<br />
ganz unterschiedlichen Dienstleistungsbereichen.<br />
„Ob Apotheken, Kirchenkreise,<br />
Restaurants oder auch Taxi unter nehmen<br />
– sie alle und viele mehr haben davon<br />
profitiert, dass schwierige Situationen<br />
verstanden und im Sinne der Betroffenen<br />
bewältigt werden können“, sagt Susanne<br />
Busch, die das CCG leitet.<br />
Eine Besonderheit von BasisQ ist, dass<br />
die Schulungen von einer geronto -<br />
psychiatrischen Fachkraft und einem Angehörigen<br />
eines Menschen mit <strong>Demenz</strong><br />
als Tandem durchgeführt werden. Wichtigster<br />
Lernpunkt ist das Verstehen <strong>des</strong><br />
Verhaltens. „So merkwürdig es im Einzelfall<br />
auch erscheinen mag, das Ver halten<br />
von Menschen mit <strong>Demenz</strong> repräsentiert<br />
ihre Wahrnehmungen und ihr Erleben.<br />
Um adäquat reagieren zu können, muss<br />
das Verhalten verstanden werden. BasisQ<br />
baut Unsicherheiten bei allen Beteiligten<br />
ab“, ist Busch überzeugt.<br />
Auch Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser<br />
nehmen mittlerweile diesen<br />
besonderen Schulungsansatz für pflegeunterstützen<strong>des</strong><br />
Personal – wie etwa<br />
Reinigungs- oder Transportdienste in<br />
Anspruch. Hauptzielgruppe sind aber All -<br />
tagsdienstleister wie etwa der öffent liche<br />
Personennahverkehr, die Gastro nomie<br />
oder der Einzelhandel. „Gespräche mit<br />
Mitarbeitenden weisen darauf hin, dass<br />
es immer wieder zu schwierigen Situationen<br />
kommen kann, und hierfür Schulungsbedarf<br />
gesehen würde. Unter -<br />
nehmensleitungen bzw. Per sonal verant -<br />
wortliche sehen aber oftmals keinen<br />
Handlungsbedarf.“ Das sei umso be -<br />
dauerlicher, als dass die Auswertungen<br />
gezeigt haben, dass sich die Teilnehmenden<br />
der Basisqualifikation auch noch<br />
nach Monaten sicherer im Umgang mit<br />
Menschen mit <strong>Demenz</strong> fühlen.<br />
Diese Einschätzung bestätigt Matthias<br />
Neugebauer von der Pflegeschule<br />
Alster tal. Auf dem Gelände <strong>des</strong> <strong>Hamburg</strong>er<br />
Hospitals zum Heiligen Geist<br />
gibt es eine „kleine Stadt“ für Senioren<br />
mit Bankfiliale, Restaurant und Läden.<br />
„Die Mitarbeiter dort haben viel Kontakt<br />
zu dementen Menschen und deren Angehörigen.<br />
Das ist für sie eine Herausforderung,<br />
weil sie berufsfremd sind. Die<br />
Schulung war dafür genau richtig und<br />
traf auf großes Interesse.“ Die Rück -<br />
meldungen auf die Schulung seien<br />
durchweg positiv gewesen. Neugebauer<br />
weiter: „Die Teilnehmer können nun die<br />
Situationen mit <strong>Demenz</strong>kranken viel besser<br />
einschätzen. Die Teilnahme am Seminar<br />
ist definitiv gut investierte Zeit.“<br />
In der geförderten Projektphase bis<br />
2016 konnte die Schulung kostenfrei<br />
angeboten werden. Heute kann die<br />
Schulung für einen geringen Kostensatz<br />
als Basisqualifikation für Interessierte<br />
aus allen Branchen personenbezogener<br />
Dienstleistungen gebucht werden, so<br />
Ralf Schattschneider, der BasisQ koor -<br />
diniert.<br />
INFO<br />
Kontakt BasisQ:<br />
Ralf Schattschneider<br />
Telefon: 040 42875-7211<br />
www.basisq.de<br />
E-Mail: ralf.schattschneider@<br />
haw-hamburg.de<br />
40
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:30 Seite 41<br />
MENSCHEN MIT DEMENZ: Wie geht die Gesellschaft mit Menschen mit <strong>Demenz</strong> um?<br />
Freuen sich auf weitere Anfragen von<br />
<strong>Hamburg</strong>er Unternehmen, die ihre Mit -<br />
arbeiter im Umgang mit <strong>Demenz</strong>kranken<br />
schulen lassen wollen: Ralf Schattschneider<br />
(links) und Professor Dr. Susanne Busch<br />
vom <strong>Hamburg</strong>er Competence Center<br />
Gesundheit (CCG)<br />
Neue Plattform „AniTa“ vernetzt Unterstützungsmöglichkeiten – Ziel: Bun<strong>des</strong>weiter „Tausch“ von persönlicher (Für-)Sorge<br />
Ein neues Projekt für Angehörige von Pflegebedürftigen bzw. von Pflegebedürftigkeit bedrohten Menschen – nicht nur, aber auch mit<br />
beginnender <strong>Demenz</strong> – denen es aufgrund einer räumlichen Distanz nicht möglich ist, ihre Angehörigen zu begleiten, ist seit Mitte 2017<br />
am Competence Center Gesundheit (CCG) der Hochschule für Angewandte Wissenschaften <strong>Hamburg</strong> gestartet. Ziel ist es, über eine<br />
internetgestützte überregionale Plattform Menschen zu vernetzen und so gegenseitige Hilfe bei der Unterstützung von Angehörigen<br />
zu ermöglichen.<br />
Starten wird das Pilotprojekt unter der Bezeichnung „AniTa – Angehörige von älteren Menschen mit Pflege-/Unterstützungs -<br />
bedarf im (Aus-)Tausch“ in den Modellregionen Nord (insbesondere Stadt <strong>Hamburg</strong> und Kreis Pinneberg) und Süd (Stadt<br />
München und Kreis Augsburg). Projektleiterin Professor Dr. Susanne Busch vom CCG: „Wir wollen Menschen zusammenbringen,<br />
damit sie im möglichst gegenseitigen Tausch die persönliche Fürsorge für Angehörige übernehmen, die weit entfernt wohnen.“<br />
Hintergrund sei die zunehmende Alterung der Bevölkerung, die mit einer zunehmenden Zahl an hilfepflegebedürftigen Menschen<br />
und sich wandelnden Familienformen einhergeht. Busch: „Manchmal wohnen die Kinder viele hundert Kilometer weit weg von den<br />
Eltern. Dann fehlt das familiäre Unterstützungspotenzial vor Ort.“ Hier Vernetzung und Austausch voranzubringen, könnte eine sinnvolle<br />
Unterstützung von Hilfe- und Pflegebedürftigen werden und emotional entlastend für die Familienangehörigen wirken.<br />
Ein wissenschaftlicher Beirat und die Deutsche Alzheimer Gesellschaft begleiten das Projekt, das bis 2020 läuft. Busch: „In Kürze wird die<br />
Internetplattform starten und wir hoffen, dass sich viele <strong>Hamburg</strong>er dort melden. Es wird aber auch möglich sein, sich schriftlich oder<br />
telefonisch anzumelden.“ In den kommenden Jahren werde sich dann zeigen, ob die Vernetzung und der Austausch mit AniTa gelingt.<br />
Kontakt: „AniTa – Angehörige von älteren Menschen mit Pflege-/Unterstützungsbedarf im (Aus-)Tausch“<br />
Hochschule für Angewandte Wissenschaften <strong>Hamburg</strong>, Competence Center Gesundheit (CCG)<br />
Telefon: 040 42875-9257<br />
41
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:30 Seite 42<br />
MENSCHEN MIT DEMENZ: Wie geht die Gesellschaft mit Menschen mit <strong>Demenz</strong> um?<br />
Lan<strong>des</strong>initiative Leben mit <strong>Demenz</strong> in<br />
<strong>Hamburg</strong><br />
In <strong>Hamburg</strong> sind über 30 000 Menschen<br />
an einer <strong>Demenz</strong> erkrankt. Das Risiko an<br />
einer <strong>Demenz</strong> zu erkranken steigt mit<br />
dem Lebensalter. Im Zuge <strong>des</strong> demografischen<br />
Wandels und steigender Lebenserwartung<br />
wird <strong>des</strong>halb von einem weiteren<br />
Anstieg demenzieller Erkrankungen<br />
in der Bevölkerung ausgegangen.<br />
Eine <strong>Demenz</strong>erkrankung verändert nicht<br />
nur das Leben der erkrankten Person<br />
sondern <strong>des</strong> familiären Umfel<strong>des</strong> und<br />
<strong>des</strong> gesellschaftlichen Lebens. Betroffenen<br />
Personen benötigen die liebvolle<br />
Begleitung und Betreuung von Angehörigen<br />
und Freunden. Professionelle Angebote<br />
der medizinischen Behandlung<br />
INFO<br />
und pflegerischen Versorgung sind gefordert<br />
sich auf Anforderungen von<br />
Menschen mit einer <strong>Demenz</strong> einzustellen.<br />
Schließlich nehmen und sollen erkrankte<br />
Personen solange wie möglich<br />
im vertrauten Umfeld leben und weiterhin<br />
am gesellschaftlichen Leben teil -<br />
haben können.<br />
Um diesen Herausforderungen gerecht<br />
zu werden, wurde im September 2012<br />
die Lan<strong>des</strong>initiative Leben mit <strong>Demenz</strong><br />
in <strong>Hamburg</strong> von der Behörde für<br />
Gesundheit und Verbraucherschutz,<br />
vielen Vereinen und Organisationen<br />
sowie Angehörigen ins Leben gerufen.<br />
Ziel der Lan<strong>des</strong>initiative ist eine um -<br />
fassende Verbesserung der Lebensbedin-<br />
Lan<strong>des</strong>initiative Leben mit <strong>Demenz</strong><br />
in <strong>Hamburg</strong><br />
Kontakt:<br />
<strong>Hamburg</strong>ische Arbeitsgemeinschaft<br />
für Gesundheitsförderung e. V.<br />
Hammerbrookstraße 73<br />
20097 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 2880364-0<br />
E-Mail: buero@hag-gesundheit.de<br />
gungen für Menschen mit <strong>Demenz</strong> und<br />
deren Angehörige in der Hansestadt.<br />
Verbunden damit ist die Herstellung von<br />
Transparenz über Hilfs- und Entlastungsangeboten,<br />
aber auch Initiativen<br />
und Projekte zur Weiterentwicklung von<br />
Angeboten und der sozialen Teilhabe<br />
von Betroffenen und Angehörigen.<br />
UNTERNEHMENSPORTRÄT<br />
Leben in einem beschützten Rahmen<br />
In unserem Bereich für Menschen mit <strong>Demenz</strong> werden<br />
unsere Bewohner entsprechend ihren Fähigkeiten, Gewohnheiten<br />
und ihrem Grad der demenziellen Erkrankung<br />
betreut. Sie werden als vollständige Person mit all<br />
ihren Gefühlen, Wünschen, Bedürfnissen und Ängsten<br />
wahrgenommen und respektiert und gestalten ihren Alltag<br />
aktiv mit. Grundlage unseres Betreuungskonzeptes<br />
ist der personenzentrierte Ansatz nach Kitwood. Dieser<br />
hat den Grundgedanken, dass jeder Mensch mit <strong>Demenz</strong><br />
einzigartig ist, in sich und in seinem Erleben. In unserem<br />
familiären Wohnbereich leben und arbeiten wir gemeinsam<br />
mit den uns anvertrauten Bewohnern.<br />
Pflegewohnstift Garstedter Weg<br />
Garstedter Weg 79–85 · 22453 <strong>Hamburg</strong> · Tel. 040 696666-0<br />
info.garstedter-weg@<strong>des</strong>sg.de · www.pws-garstedter-weg.de<br />
42
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:30 Seite 43<br />
UNTERNEHMENSPORTRÄT<br />
Besonderer Garten- und Dementenbereich<br />
Unser Bereich für Menschen mit <strong>Demenz</strong> im Matthias-<br />
Claudius-Heim ist nach den Voraussetzungen der Rahmenvereinbarung<br />
zur besonderen Dementenbetreuung<br />
in <strong>Hamburg</strong> durch die Behörde anerkannt. Er gilt somit<br />
als offizieller, geschützter Bereich mit den erfüllten<br />
Zulassungsvoraussetzungen für Menschen mit <strong>Demenz</strong><br />
oder anderen gerontopsychiatrischen Erkrankungen.<br />
Die Bewohner werden hier von einem multidisziplinären<br />
Team begleitet und betreut. Unser Ziel ist es, ihnen einen<br />
Alltag zu ermöglichen, in dem sie sich sicher und geborgen<br />
fühlen. Die Bedürfnisse der Bewohner, in der Pflege<br />
sowie in der Betreuung, haben oberste Priorität und<br />
bilden eine Einheit. Wir sind flexibel und passen uns den<br />
Bewohnern an und nicht umgekehrt.<br />
In unserem Handeln verbinden wir Herzlichkeit mit Professionalität.<br />
Erfolg ist für uns der Aufbau einer inten -<br />
siven, respektvollen, menschenwürdigen, vertrauens -<br />
vollen und liebenswürdigen Beziehung zu unseren Bewohnern.<br />
Sie stehen im Mittelpunkt und nicht ihre<br />
Erkrankungen und Defizite.<br />
Garten und Gartenarbeit ist oft ein wichtiger Teil der<br />
Biografie unserer Bewohner gewesen, und so bieten wir<br />
ihnen das gemeinsame Planen, Handeln und auch Genießen<br />
in unserem Garten an. Hochbeete ermöglichen allen<br />
Bewohnern einen ungehinderten Zugang zu den duftenden<br />
Pflanzen und Kräutern, die zum Schmecken und<br />
Riechen einladen – selber aktiv den Boden vorbereiten,<br />
aussäen, wachsen sehen, pflegen und ernten.<br />
Matthias-Claudius-Heim · Alten- und Pflegeheim der Diakoniestiftung Alt-<strong>Hamburg</strong><br />
Walther-Mahlau-Stieg 8 · 22041 <strong>Hamburg</strong> · Tel. 040 696953-0<br />
verwaltung@mch.diakoniestiftung.de · www.matthias-claudius-heim.de<br />
43
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:30 Seite 44<br />
MENSCHEN MIT DEMENZ: Der Umgang mit <strong>Demenz</strong>kranken<br />
Kommunikation und<br />
Umgang mit Betroffenen<br />
Wertschätzender Umgang<br />
Wenn an <strong>Demenz</strong> erkrankte Menschen<br />
die Merk- und Erinnerungsfähigkeit<br />
verloren haben, hat sich für den Umgang<br />
mit ihnen eine wertschätzende Grund -<br />
haltung bewährt, die „Validation“<br />
genannt wird. Validation bedeutet<br />
richtig, zutreffend und meint hier, dass<br />
die aktuelle Realität <strong>des</strong> erkrankten<br />
Angehörigen, auch wenn diese nicht<br />
zutrifft, als gültig angenommen und<br />
wertgeschätzt wird. Der Grundsatz ist:<br />
Man akzeptiert, dass Menschen mit<br />
<strong>Demenz</strong> in ihrer eigenen <strong>Welt</strong> leben und<br />
korrigiert sie nicht ständig. Auch schein -<br />
bar verrücktes Verhalten wird ernst<br />
genommen und zu verstehen versucht.<br />
So kann man die Betroffenen in „ihrer<br />
<strong>Welt</strong>“ erreichen.<br />
Ein Beispiel: Frau M. sagt immer wieder,<br />
sie müsse schnell nach Hause, weil die<br />
Mutter mit dem Essen warten würde.<br />
Die Antwort, dass die Mutter schon<br />
lange tot sei und dass Frau M. auch<br />
gerade ge gessen habe, hilft in einer<br />
solchen Situation oft nicht weiter.<br />
Günstiger ist es, ein Gespräch darüber<br />
anzufangen. Hilfreich könnten<br />
Bemerkungen sein, wie: „Ihre<br />
Mutter kochte wohl sehr<br />
gut. Was schmeckte Ihnen<br />
besonders gut?“ oder: „Ihrer<br />
Mutter war es immer wichtig,<br />
dass am Abend alle rechtzeitig<br />
zu Hause sind? Wie war es, wenn<br />
jemand zu spät kam?“<br />
Menschen mit <strong>Demenz</strong> benötigen sehr viel Aufmerksamkeit<br />
und Hilfe. Für die Kommunikation und den Umgang mit<br />
ihnen gibt es aber hilfreiche Regeln und praktische Tipps.<br />
In den meisten Fällen ist es gut, mit der<br />
Diagnose <strong>Demenz</strong> offen umzugehen,<br />
denn Angehörige und Erkrankte können<br />
häufig mit Verständnis und Unterstützung<br />
von ihren Mitmenschen rechnen.<br />
Die Betroffenen befürchten oft, nicht<br />
mehr ernst genommen zu werden. Sie<br />
haben Angst, dass andere sich in ihre<br />
Angelegenheiten einmischen. Ab einem<br />
bestimmten Stadium erleben sich Betroffene<br />
häufig als jünger und kompetenter<br />
und nicht als krank. Entsprechende<br />
Zuschreibungen lehnen sie daher<br />
ab. Angehörige sollten darauf Rücksicht<br />
nehmen.<br />
Wenn die Diagnose früh gestellt wird, ist<br />
es noch möglich hierüber zu sprechen<br />
und wichtige Punkte für die Zukunft<br />
festzulegen. Betroffene können medizi -<br />
nische und therapeutische Maßnahmen<br />
besprechen und noch selbst darüber<br />
mitentscheiden. Wie sie später leben,<br />
wohnen, versorgt und behandelt werden<br />
möchten, lässt sich vielleicht ebenfalls<br />
herausfinden.<br />
Wenn sie selbst keine Auskunft mehr<br />
geben können, ist es für andere Betreuungspersonen<br />
hilfreich, Informationen<br />
über ihre Lebensweise und Persönlichkeit<br />
zu erhalten. Das Wissen über Gewohnheiten<br />
in Bezug auf Körperpflege,<br />
Frisur, Kleidung und Ernährungs -<br />
gewohnheiten spielt im Umgang mit<br />
Betroffenen und für ihr Wohlbefinden<br />
eine große Rolle. Das gilt auch für<br />
soziale Kontakte, Lieblingsbeschäfti -<br />
gungen, frühere berufliche Tätigkeiten,<br />
den Umgang mit Geld sowie Wert -<br />
vorstellungen und Überzeugungen.<br />
Um diese Informationen festzuhalten,<br />
gibt es vielfältige Möglichkeiten wie<br />
Biografiebögen, Lebensbücher oder<br />
elek tronische Biografiebücher, in die<br />
sogar Filme eingefügt werden können.<br />
Angehörige können im Alltag viel tun,<br />
um den erkrankten Angehörigen anzu -<br />
regen, zu beschäftigen und zu fördern.<br />
Dies lässt sich auch gut mit der Einbindung<br />
geschulter Betreuungspersonen<br />
verbinden. Hierdurch kann der pflegende<br />
Angehörige zugleich freie Zeit für sich<br />
erhalten. Angehörige oder die Betreuungsperson<br />
können für Bewegung sorgen,<br />
beispielsweise mit Spazierengehen,<br />
Sport, Ballspielen oder Tanzen. Sie sollten<br />
Menschen mit <strong>Demenz</strong> am Haushalt<br />
beteiligen, beim Kochen und Backen,<br />
Auto waschen oder anderen vertrauten<br />
Tätigkeiten. Es ist wichtig, gemeinsam<br />
Schönes zu erleben: Freunde einladen<br />
oder besuchen, ins Café oder Restaurant<br />
gehen, Ausflüge und Reisen machen,<br />
44
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:30 Seite 45<br />
MENSCHEN MIT DEMENZ: Der Umgang mit <strong>Demenz</strong>kranken<br />
INFO<br />
Menschen mit <strong>Demenz</strong> möchten<br />
– verstanden werden<br />
– akzeptiert und respektiert werden<br />
– sozial eingebunden sein<br />
– nützlich sein<br />
– sich sicher fühlen<br />
– in ihrer gewohnten Umgebung<br />
bleiben<br />
– so selbstständig wie möglich<br />
handeln können<br />
– sich frei bewegen dürfen<br />
Das Konzept eines wertschätzenden<br />
Umgangs (Validation) hat sich bewährt.<br />
Konzerte besuchen oder sich einen kleinen<br />
Luxus gönnen. Gespräche und Gesellschaftsspiele<br />
trainieren das Gedächtnis,<br />
ebenso wie Fotoalben an sehen, vorlesen<br />
oder singen.<br />
Das gemeinsame Tun soll Freude machen,<br />
aus Langeweile, Traurigkeit und<br />
Apathie herausführen. Es kann auch<br />
schwierige Verhaltensweisen wie Unruhe<br />
oder Aggressivität beeinflussen und<br />
den alltäglichen Umgang insgesamt<br />
erleichtern. Auf das Tun kommt es an –<br />
nicht auf das Ergebnis. Humor und<br />
Lachen tun gut!<br />
Empfehlungen für Konfliktsituationen<br />
Schwierige Situationen lassen sich oftmals<br />
nicht vermeiden. Wird der erkrankte<br />
Angehörige plötzlich unge -<br />
halten und ärgerlich oder ist stark<br />
verängstigt, sollte man zunächst<br />
herausfinden, ob es einen erkennbaren<br />
Grund oder eine Erklärung für dieses<br />
Verhalten gibt. Kann die Situa tion beruhigt<br />
werden, indem die Rahmenbedingungen<br />
verändert werden? Oder liegt<br />
das Verhalten in der Biografie begründet?<br />
Grundsätzlich ist es wichtig, darauf<br />
zu achten, dass die Situa tion nicht eskaliert.<br />
Man sollte nicht über richtig oder falsch<br />
diskutieren und nicht versuchen, die betroffenen<br />
Angehörigen mit Argumenten<br />
zu überzeugen. Aufgrund der beeinträchtigten<br />
Merkfähigkeit können sie<br />
längere Ausführungen nicht verstehen.<br />
Argumente und Erklärungen können sie<br />
daher nicht mehr abgewägen, sie bleiben<br />
somit wirkungslos. Aber die mit den<br />
Aussagen verbundenen Gefühle nehmen<br />
sie weiterhin wahr. Ihre Reaktion erfolgt<br />
dann nicht auf den Inhalt der Aussage,<br />
Mobilität ermöglichen<br />
Für viele Menschen ist das<br />
Autofahren ein wichtiger<br />
Ausdruck von Unabhängigkeit<br />
und Kompetenz.<br />
Manchmal erscheint es für<br />
Einkäufe oder Arztbesuche<br />
sogar unverzichtbar. Die Fähig keit,<br />
sicher Auto zu fahren, geht aber mit<br />
einer <strong>Demenz</strong> oft schneller verloren, als<br />
die Betroffenen selbst meinen. Deshalb<br />
ist es wichtig, möglichst früh nach<br />
Alternativen zu suchen. Neben öffent -<br />
lichen Verkehrsmitteln können das<br />
Fahrgemeinschaften mit Nachbarn sein,<br />
Lieferdienste der Supermärkte oder<br />
Freunde, die den Fahrdienst für be -<br />
stimmte Wege übernehmen.<br />
Wenn Betroffene nicht vom Autofahren<br />
abgebracht werden können, sollten<br />
Angehörige Kontakt zu einer Beratungsstelle<br />
aufnehmen.<br />
45
Flipping_BOOK_1.qxp_Layout 1 22.11.17 14:30 Seite 46<br />
MENSCHEN MIT DEMENZ: Der Umgang mit <strong>Demenz</strong>kranken<br />
Es ist wichtig, gemeinsam Schönes<br />
zu erleben: Freunde einladen oder besuchen,<br />
ins Café oder Restaurant gehen, Ausflüge<br />
sowie Reisen machen und vieles mehr.<br />
sondern auf die mit ihr verbundenen<br />
Gefühle. So kann ein nachdrücklicher<br />
Grundton als Bevormundung aufgenommen<br />
werden und ein entsprechend ablehnen<strong>des</strong><br />
Verhalten hervor rufen.<br />
Im Krankenhaus<br />
Wenn Menschen mit einer <strong>Demenz</strong> ins<br />
Krankenhaus müssen, ist das für sie und<br />
ihre Angehörigen oftmals eine große<br />
Herausforderung. Aber auch für das<br />
ärztliche und pflegerische Personal ist es<br />
nicht einfach. Denn die meisten Krankenhäuser<br />
sind bisher nicht darauf eingestellt,<br />
dass diese Patienten mehr Zeit<br />
und Einfühlungsvermögen brauchen. Hilf -<br />
reiche Tipps für diese Ausnahme situation<br />
folgen auf den Seiten 48 bis 50.<br />
10 Regeln helfen Angehörigen im Umgang mit Menschen mit <strong>Demenz</strong>:<br />
1. Informieren Sie sich gründlich über die Krankheit.<br />
2. Nehmen Sie den Menschen mit seiner Erkrankung so an, wie er ist.<br />
3. Versuchen Sie, die Gewohnheiten <strong>des</strong> Erkrankten beizubehalten.<br />
4. Lenken Sie Ihren Blick auf die noch vorhandenen Fähigkeiten.<br />
5. Ein überschaubarer und gleichbleibender Tagesablauf gibt dem Betroffenen ein Gefühl der Sicherheit.<br />
6. Nehmen Sie dem Betroffenen nicht alle Aufgaben ab.<br />
7. Versuchen Sie, durch langsames Sprechen und durch kurze Sätze mit nur einer Mitteilung Ihre Sprechweise zu vereinfachen.<br />
8. Reagieren Sie mit Ruhe und Ge lassen heit auf Unruhe zustände und Gereiztheit und ver suchen Sie, den Menschen mit <strong>Demenz</strong><br />
abzulenken.<br />
9. Liebevolle Zuwendung, Zärtlichkeit und Körperkontakt werden für die Beziehung zu dem Betrof fenen immer wichtiger.<br />
10. Vergessen Sie nicht sich selbst!<br />
46
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:08 Seite 47<br />
UNTERNEHMENSPORTRÄT<br />
ELIM – leben und arbeiten in der Oase<br />
ELIM war in der Geschichte Israels ein Ort, an dem die<br />
Menschen sich ausruhten und neue Kräfte sammelten.<br />
Ein Stück Himmel auf Erden. Als ELIM Diakonie wollen<br />
wir ein solcher Ort der Zuflucht und Ruhe sein. Menschen,<br />
die Hilfe brauchen, erfahren bei uns Zuspruch für<br />
Leib und Seele sowie kompetente Dienstleistungen.<br />
Wir verantworten das Serviceangebot in sechs Seniorenwohnanlagen<br />
– fünf in nicht eigener und eine in eigener<br />
Trägerschaft. Für die Begleitung im häuslichen Um -<br />
feld sorgen unsere beiden ambulanten Pflegedienste in<br />
<strong>Hamburg</strong>-Hamm und Norderstedt.<br />
In den drei stationären Einrichtungen (HH-Eppendorf,<br />
Niendorf und Bergedorf) bieten wir Seniorinnen und<br />
Senioren ein neues Zuhause. Die speziellen Bedürfnisse<br />
von demenziell erkrankten Bewohnerinnen und Bewohnern<br />
werden durch entsprechende Angebote berück -<br />
sichtigt, zum Beispiel die besondere Organisation der<br />
Wohngruppen und das Engagement der geschulten<br />
Alltags begleiterinnen und -begleiter. Unser ambulanter<br />
Hos piz dienst gewährleistet eine fachkundige und einfühlsame<br />
Begleitung bis zum Lebensende. Als Arbeit -<br />
geber mit christlich-diakonischer Grundausrichtung liegen<br />
uns die Dienstgemeinschaft und die Mitarbeitenden<br />
am Herzen. Weil die Dienstleistungen von Menschen an<br />
Menschen erbracht werden, legen wir besonderen Wert<br />
auf die Mitarbeiterführung. Wir pflegen eine wertschätzende<br />
Unternehmenskultur, fördern unsere Mitarbeitenden<br />
und sorgen für angemessene Arbeitsbedingungen.<br />
ELIM Diakonie<br />
Bondenwald 56 · 22459 <strong>Hamburg</strong> · Tel. 040 55425-145<br />
elim-diakonie@fegn.de · www.elim-diakonie.de<br />
47
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:08 Seite 48<br />
MENSCHEN MIT DEMENZ: Mit <strong>Demenz</strong> im Krankenhaus<br />
Mit <strong>Demenz</strong> im Krankenhaus<br />
Für Menschen mit <strong>Demenz</strong> bedeutet ein Krankenhausaufenthalt<br />
aufgrund der Beeinträchtigungen eine besondere<br />
Herausforderung. Die fremde Umgebung erleben sie oft als<br />
verwirrend und bedrohlich. Für Betroffene und Angehörige<br />
gibt es hilfreiche Informationen und spezielle Angebote in<br />
einigen <strong>Hamburg</strong>er Krankenhäusern.<br />
Am besten schriftlich<br />
Wichtige Informationen sollten schrift -<br />
lich in der Patientenakte hinterlegt<br />
werden: Braucht der Patient Hilfe beim<br />
Essen, Anziehen und Aufstehen? Welches<br />
sind seine Gewohnheiten, Vorlieben und<br />
Abneigungen? Was macht ihn<br />
unruhig oder vielleicht<br />
aggressiv? Für diese<br />
Angaben eignet sich der<br />
„Informationsbogen für<br />
Patienten mit einer <strong>Demenz</strong><br />
bei Aufnahme ins Krankenhaus“<br />
der Deutschen Alzheimer Gesell -<br />
schaft. Er kann heruntergeladen werden<br />
unter www.deutsche-alzheimer.de –<br />
unter Angehörige, dann „Mit <strong>Demenz</strong> im<br />
Krankenhaus“.<br />
Egal, ob es um einen geplanten Eingriff<br />
oder einen plötzlichen Notfall geht – ein<br />
Krankenhausaufenthalt ist für Menschen<br />
mit <strong>Demenz</strong> und ihre Angehörigen<br />
immer eine Ausnahmesituation. Die<br />
Erkrankten sind aufgrund der <strong>Demenz</strong><br />
kaum in der Lage, sich in der fremden<br />
Umgebung zurechtzufinden. Sie wissen<br />
häufig nicht, warum sie im Krankenhaus<br />
sind, können ihre Beschwerden kaum<br />
beschreiben und den Aufklärungs -<br />
gesprächen nur eingeschränkt folgen.<br />
Patienten mit <strong>Demenz</strong> gut zu versorgen,<br />
erfordert mehr Zeit, als dem medizinischen<br />
und pflegerischen Personal zur<br />
Verfügung steht. Die Angehörigen machen<br />
sich meist große Sorgen und haben<br />
viele Fragen vor, während und manchmal<br />
auch noch nach einem Krankenausaufenthalt.<br />
Gleichzeitig sind sie als<br />
Bezugsperson für die erkrankte Person<br />
wichtiger denn je – als Fürsprecher der<br />
Erkrankten und als Ansprechpartner für<br />
Ärzte und Pfleger.<br />
Von allen Patienten, die in <strong>Hamburg</strong>er<br />
Kliniken wegen körperlicher Erkrankungen<br />
behandelt werden, sind schätzungsweise<br />
10 bis 15 Prozent an <strong>Demenz</strong><br />
erkrankt. Dieser Anteil wird wachsen,<br />
aber bisher sind nur wenige Einrichtungen<br />
darauf vorbereitet und können mit<br />
geschultem Personal auf diese Menschen<br />
eingehen. Seit 2016 setzt sich in<br />
<strong>Hamburg</strong> die Arbeitsgruppe „<strong>Demenz</strong>ielle<br />
Erkrankungen im Krankenhaus“<br />
für Verbesserungen ein. Dort engagieren<br />
sich neben pflegerischen und ärztlichen<br />
Fachleuten sowie Mitgliedern der<br />
Alzheimer Gesellschaft <strong>Hamburg</strong> auch<br />
Vertreter der Angehörigen. Die Arbeitsgruppe<br />
regt einen engen Austausch<br />
zwischen allen Beteiligten an und will<br />
die Rolle der Angehörigen stärken.<br />
Vor der Aufnahme im Krankenhaus<br />
Patienten mit <strong>Demenz</strong> sollten nur<br />
stationär behandelt werden, wenn es<br />
un bedingt notwendig ist. Möglichst<br />
viele Untersuchungen sollten vorher<br />
ambulant erledigt werden. Manche<br />
Krankenhäuser haben eine Abteilung für<br />
Geriatrie oder Gerontopsychiatrie, zum<br />
Teil mit einer speziellen <strong>Demenz</strong>station.<br />
Diese sind auf die Bedürfnisse von<br />
Menschen mit <strong>Demenz</strong> vorbereitet und<br />
können sie entsprechend behandeln. In<br />
jedem Fall sollte der Krankenhausaufenthalt<br />
so kurz wie möglich bleiben.<br />
48
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:08 Seite 49<br />
MENSCHEN MIT DEMENZ: Mit <strong>Demenz</strong> im Krankenhaus<br />
Zur Aufnahme im Krankenhaus müssen<br />
alle erforderlichen Unterlagen wie<br />
Einweisung, Befunde, aktueller Medikamentenplan<br />
und sonstige Informationen<br />
der behandelnden Ärzte mitgebracht<br />
werden. Das Krankenhauspersonal, aber<br />
auch die Zimmernachbarn sollten von<br />
Beginn an wissen, dass der Patient oder<br />
die Patientin an einer <strong>Demenz</strong> leidet und<br />
dass sie mit besonderen Verhaltensweisen<br />
rechnen müssen.<br />
Um die Patienten nicht zu überfordern,<br />
sollten sie nur die Kleidungsstücke und<br />
Hygieneartikel mitnehmen, die sie im<br />
Krankenhaus brauchen. Alle notwen -<br />
digen Hilfsmittel wie Brille, Rollator,<br />
Kalender oder Uhr sollten in Reichweite<br />
sein. Daneben können vertraute Gegenstände<br />
hilfreich sein: zum Beispiel ein<br />
Foto der Familie, das sonst zu Hause auf<br />
dem Nachttisch steht, oder das Lieblingskissen<br />
vom Sofa. Ein Buch zum<br />
(Vor-)Lesen oder gewohnte Beschäf -<br />
tigungen lassen die Zeit schneller ver -<br />
gehen und tragen zur Entspannung bei.<br />
Nahe Angehörige sind häufig auch die<br />
Bevollmächtigten oder rechtlichen Betreuer<br />
der Patienten mit einer <strong>Demenz</strong>erkrankung.<br />
Wenn dies auch die<br />
Gesundheitssorge umfasst, sind die Angehörigen<br />
Hauptansprechpartner für das<br />
Krankenhaus. Sie sollten eine Kopie der<br />
Vorsorgevollmacht oder <strong>des</strong> Betreuerausweises<br />
im Krankenhaus hinterlassen.<br />
Auf der Station<br />
Ansprechpartner im Krankenhaus sind<br />
das medizinische Personal auf der Station,<br />
aber auch die Mitarbeitenden <strong>des</strong><br />
Sozialdienstes. Sie beraten zum Beispiel<br />
über Pflegegrade und wie man sie beantragt,<br />
unterstützen die Verlegung in eine<br />
Ist das medizinische und pflegerische<br />
Personal über die <strong>Demenz</strong> eines Patienten<br />
informiert, erleichtert dies seinen Aufent -<br />
halt.<br />
Besuchen oder bleiben?<br />
Für demenzkranke Patienten<br />
ist die Gesellschaft<br />
vertrauter Personen im<br />
Krankenhaus sehr wichtig.<br />
Besuchen Sie sie so oft wie<br />
möglich, auch im Wechsel<br />
mit anderen Verwandten. Wenn<br />
Sie über Nacht bei der bzw. dem<br />
Erkrankten bleiben möchten, fragen Sie<br />
nach der Möglichkeit <strong>des</strong> „Rooming-in“.<br />
Eine Übernahme der Kosten durch die<br />
Krankenkasse ist möglich, viele<br />
Krankenhäuser berechnen hier auch<br />
keine Kosten aufgrund der erhaltenden<br />
Unterstützung durch die Angehörigen.<br />
49
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:08 Seite 50<br />
MENSCHEN MIT DEMENZ: Mit <strong>Demenz</strong> im Krankenhaus<br />
Rehabilitationsklinik oder vermitteln<br />
therapeutische Maßnahmen wie Krankengymnastik,<br />
die nach der Entlassung<br />
vielleicht nötig werden.<br />
Viele Krankenhäuser arbeiten mit Ehrenamtlichen<br />
zusammen. Am bekanntesten<br />
sind die „Grünen Damen und Herren“<br />
der evangelischen und katholischen<br />
Krankenhaushilfe. Sie begleiten die<br />
Patienten im Krankenhaus durch Gespräche<br />
und Beschäftigungsangebote,<br />
erledigen kleinere Besorgungen oder<br />
gehen mit ihnen zu Untersuchungen.<br />
Akutkrankenhäuser und Kranken -<br />
häuser mit speziellen Angeboten<br />
Einige <strong>Hamburg</strong>er Krankenhäuser bieten<br />
eine spezielle Versorgung für Patienten<br />
mit <strong>Demenz</strong>erkrankungen an. Diese Angebote<br />
kommen insbesondere bei planbaren<br />
Krankenhausaufenthalten in<br />
Frage. Akutkrankenhäuser, die bei Notfällen<br />
aufgesucht werden, bieten diese<br />
besondere Begleitung für Menschen mit<br />
kognitiven Einschränkungen zumeist<br />
nicht. In diesen Fällen sollten Angehörige<br />
– sofern der erkrankte Angehörige<br />
bereits in einem Krankenhaus behandelt<br />
wurde und dort bekannt ist – die Mit -<br />
arbeiter <strong>des</strong> Krankentransportes nachdrücklich<br />
darauf hinweisen. Grundsätzlich<br />
sollte eine Begleitung der erkrankten<br />
Angehörigen auf der Notaufnahme<br />
im Krankenhaus erfolgen.<br />
Spezielle Angebote in <strong>Hamburg</strong><br />
Die Station Siloah im AGAPLESION<br />
DIAKONIEKLINIKUM HAMBURG und<br />
die Gedächtnisstation in der Asklepios<br />
Klinik Wandsbek bieten schützende<br />
Räume für Patienten, die an Unruhe,<br />
Verwirrtheit oder Orientierungslosigkeit<br />
leiden. Die Stationen sind baulich und<br />
therapeutisch so zugeschnitten, dass sie<br />
den Patienten Sicherheit in der fremden<br />
Umgebung vermitteln und dass sie sich<br />
leichter orientieren können.<br />
Auf der Station für kognitive Geriatrie<br />
im Albertinen-Haus sind die Pflegekräfte,<br />
das Therapeutenteam sowie die Ärztinnen<br />
und Ärzte besonders geschult. Sie behandeln<br />
ältere, meist mehrfach erkrankte<br />
Menschen mit akuten Krankheitsbildern<br />
mit kognitiven Einschränkungen als Zusatzerkrankung<br />
internistisch, neurologisch<br />
und chirurgisch-orthopädisch.<br />
Das Katholische Marienkrankenhaus<br />
hat eine eigene Station für <strong>Demenz</strong>und<br />
Delirpatienten mit professioneller<br />
Betreuung in einem patientengerechten<br />
Umfeld. Ein spezielles Architektur- und<br />
Farbkonzept bietet ihnen Orientierung<br />
und Sicherheit. Das Personal ist kompetent<br />
geschult und wird durch Ehrenamtliche<br />
unterstützt. Die Hilfe und Beratung<br />
<strong>des</strong> Sozialdienstes für Angehörige umfasst<br />
Pflegestufenanträge, Vollmachten,<br />
Kurzzeitpflege, Heimunterbringung und<br />
Pflegedienste. Es gibt auch spezielle<br />
Schulungen für pflegende Angehörige,<br />
eine enge Kooperation mit Selbsthilfegruppen,<br />
Angehörigenhilfe und anderen.<br />
Im Zentrum für Ältere in der Asklepios<br />
Klinik Nord – Ochsenzoll gibt es zwei<br />
Stationen mit orientierungsförderndem<br />
Raumkonzept und geschütztem Atriumgarten.<br />
Im interdisziplinären Team kümmern<br />
sich Geriater, Psychiater und Neurologen<br />
um Patienten mit geriatrischen<br />
Erkrankungen und <strong>Demenz</strong>, Delir oder<br />
anderen Begleiterkrankungen.<br />
Innere Medizin<br />
Die Station DAVID im Evangelischen<br />
Krankenhaus Alsterdorf ist auf die Bedürfnisse<br />
von Patientinnen und Patienten<br />
mit <strong>Demenz</strong> ausgerichtet. Das Per -<br />
sonal ist entsprechend geschult und gut<br />
vernetzt mit Hausärzten, Fachärzten,<br />
Pflegediensten und Beratungsstellen.<br />
Psychiatrie und Psychotherapie<br />
Folgende Kliniken bieten eine gute Versorgung<br />
für Menschen mit <strong>Demenz</strong>:<br />
– Albertinen-Krankenhaus, Station für<br />
Ältere im Zentrum für Psychiatrie und<br />
Psychotherapie<br />
– Asklepios Klinik Harburg, Tagesklinik<br />
für Ältere (Gerontopsychiatrie)<br />
– Asklepios Klinik Nord – Ochsenzoll,<br />
Klinik für Gerontopsychiatrie, Zentrum<br />
für Ältere inklusive Tageskliniken<br />
(Geriatrie und Gerontopsychiatrie)<br />
– Asklepios Klinik Nord – Standort<br />
Wandsbek, Gerontopsychiatrie<br />
– Asklepios Westklinikum <strong>Hamburg</strong>,<br />
Abteilung für Psychiatrie und Psycho -<br />
therapie, Station für ältere Menschen<br />
– Schön Klinik <strong>Hamburg</strong>-Eilbek,<br />
Tagesklinik für Ältere (Geronto-<br />
psychiatrie)<br />
– Universitätsklinikum <strong>Hamburg</strong>-<br />
Eppen dorf, Klinik und Poliklinik<br />
für Psychiatrie und Psychotherapie<br />
(Gerontopsychiatrie mit Tagesklinik)<br />
Zentrale Notaufnahme<br />
Das Albertinen-Krankenhaus, das<br />
Katholische Marienkrankenhaus und<br />
das Bethesda Krankenhaus Bergedorf<br />
setzen Konzepte für ein „<strong>Demenz</strong>-<br />
sen sibles Krankenhaus“ um.<br />
Kontakte/Adressen: siehe Kapitel 20, Seite 81/82<br />
50
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:08 Seite 51<br />
UNTERNEHMENSPORTRÄT<br />
Mit <strong>Demenz</strong> im Krankenhaus<br />
Ein Krankenhausaufenthalt ist für Patienten mit <strong>Demenz</strong><br />
oft mit Ängsten und Unsicherheit verbunden. Das Marienkrankenhaus<br />
<strong>Hamburg</strong> ist <strong>des</strong>halb ganz besonders auf<br />
körperlich erkrankte Menschen mit <strong>Demenz</strong> eingerichtet –<br />
und auf Patienten, bei denen sich im Rahmen einer<br />
körperlichen Erkrankung ein Verwirrtheitszustand einstellt.<br />
Eine behutsame Betreuung hilft diesen Patienten, sich in<br />
der fremden Umgebung sicher zu fühlen. Entsprechend<br />
qualifizierte Mitarbeiter werden von eigens geschulten,<br />
ehrenamtlichen <strong>Demenz</strong>lotsen unterstützt. Die besondere<br />
Stationsarchitektur sorgt dafür, dass sich Menschen mit<br />
<strong>Demenz</strong> oder Verwirrtheitszuständen gut zurechtfinden.<br />
Angehörigenschulung: Gewusst wie<br />
Neben den therapeutischen Teams auf den Stationen steht<br />
den Angehörigen eine speziell ausgebildete Krankenschwester<br />
zur Seite, die die häusliche Pflege vorbereitet<br />
und in der ersten Zeit nach der Entlassung aus dem Krankenhaus<br />
begleitet. Sie berät, ob ein demenzkranker Patient<br />
überhaupt in die häusliche Umgebung zurückkehren kann.<br />
Bestimmte Pflegetechniken können bereits vor Ort geübt<br />
werden. In einem Initialpflegekurs werden Angehörige auf<br />
die besonderen pflegerischen Bedürfnisse <strong>Demenz</strong>kranker<br />
vorbereitet und können sich mit anderen Angehörigen<br />
austauschen. Auf Wunsch kommt die Pflegetrainerin auch<br />
nach Hause, um das Wohnumfeld zu optimieren.<br />
Kath. Marienkrankenhaus gGmbH<br />
Alfredstraße 9 · 22087 <strong>Hamburg</strong> · Tel. 040 2546-0<br />
info@marienkrankenhaus.org · www.marienkrankenhaus.org<br />
51
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:08 Seite 52<br />
REPORTAGE: Von zu Hause ins Heim<br />
Im Zwiespalt zwischen Vorwürfen und<br />
Erleichterung<br />
Von zu Hause ins Heim: eine schwere Entscheidung für die Angehörigen<br />
Schlechtes Gewissen, schwere Entscheidung<br />
und Angst – diese Begriffe fallen,<br />
wenn Britta K. über die Zeit spricht, in<br />
der sie sich mit der Pflege ihrer an Alzheimer<br />
erkrankten Mutter Renate am<br />
Ende ihrer Kräfte sah und über den Einzug<br />
ins Heim nachdachte.<br />
„Bis zum Wechsel in das Heim sagte mir<br />
der Verstand: Es kann so nicht weitergehen.<br />
Alles dreht sich nur noch um die<br />
Betreuung. Ich hatte permanent Angst,<br />
dass etwas passiert, wenn ich nicht bei<br />
ihr bin“, erzählt die 47-Jährige. Bei aller<br />
Einsicht kreiste aber auch ein anderer<br />
Gedanke im Kopf: „Ich kann doch meine<br />
Mutter nicht einfach in ein Heim abschieben.“<br />
Das schlechte Gewissen sei<br />
stärker gewesen als die Vernunft und<br />
„ich wollte lange keine Entscheidung<br />
treffen“. Geholfen haben Britta dann die<br />
Umstände. „Nachdem meine Mutter<br />
nachts aus ihrer Wohnung allein in ein<br />
Krankenhaus gelaufen war, weil sie<br />
wohl Angst allein hatte, habe ich am<br />
nächsten Tag mit der Leitung <strong>des</strong> Heimes<br />
gesprochen, in dem wir einen<br />
Schnupperbesuch gemacht hatten. Die<br />
sagte dann ‚Kommen Sie heute und<br />
bringen Sie Ihre Mutter‘.“<br />
Wie ist die Tochter das Thema Wechsel<br />
in ein Heim angegangen? Sie hat sich<br />
bei der Alzheimer Gesellschaft <strong>Hamburg</strong><br />
Hilfe geholt, berichtet die 47-Jährige.<br />
Und sie hat mit ihrer Mutter zwei Einrichtungen<br />
besucht. „Das würde ich<br />
jedem, der vor einer so Entscheidung<br />
steht, empfehlen.“ So sei dann die Wahl<br />
für das neue Zuhause der Mutter am<br />
Tag X einfacher gewesen und „ich war<br />
froh, dass in dem Heim auch ein Platz<br />
frei war“. Trotz allem habe sie beim Abschied<br />
am ersten Tag „eine Runde geheult,<br />
als meine Mutter zu mir sagte:<br />
‚Ich wusste, dass Du mich abschiebst‘“.<br />
Diese Bemerkung saß und es kostete<br />
Britta Überwindung, am nächsten Tag<br />
wieder zur Mutter zu gehen. Als es dann<br />
soweit war, gab es eine Überraschung.<br />
„Meine Mutter sagte, dass sie sich<br />
wohlfühlt.“ Es sei für sie wichtig zu wissen,<br />
dass ihre Mutter jetzt in guten<br />
Händen ist und im Alltag alle Hilfen bekommt,<br />
die notwendig sind, sagt Britta<br />
rückblickend. Nach den intensiven Monaten<br />
der Pflege habe sie gelernt, ihre<br />
Mutter loszulassen. „Gleichzeitig habe<br />
ich mich gefragt: Was tut meiner Mutter<br />
neben den Angeboten <strong>des</strong> Heimes<br />
gut? Wie kann ich dafür sorgen, dass sie<br />
weiter am Leben teilnehmen kann?“<br />
Heute unternehmen Mutter und Tochter<br />
einmal in der Woche etwas zusammen.<br />
Regelmäßige Besuche einer Ergotherapeutin<br />
sind ebenfalls fest im Wochenablauf<br />
verankert. Als Glücksgriff habe<br />
sich das Angebot einer „Hundefrau“<br />
vom Hospizdienst erwiesen, berichtet<br />
Britta begeistert. Gemeinsam mit dem<br />
Hund geht es für ihre Mutter dann auf<br />
einen Spaziergang an der frischen Luft.<br />
In der Rückschau steht für Britta fest:<br />
„Es ist gut, wie es ist. Meine Mutter hat<br />
ihren Frieden gefunden, und auch ich<br />
habe wieder mehr Lebensqualität.“ Zu<br />
den Begriffen, die vor der Entscheidung<br />
für ein Heim in ihrem Kopf kreisten,<br />
habe sie inzwischen einen weiteren hinzugefügt:<br />
Erleichterung.<br />
Eine Abwechslung im Alltag ist der Spazier -<br />
gang gemeinsam mit einem Hund.<br />
52
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:08 Seite 53<br />
REPORTAGE: Von zu Hause ins Heim<br />
Mit einem Lächeln geht’s nach Hause:<br />
Wohn-Paten unterstützen Betroffene<br />
ehrenamtlich – Schulung gibt Sicherheit<br />
Es gibt viele Möglichkeiten sich für<br />
Menschen mit <strong>Demenz</strong> und Angehörige<br />
zu engagieren. So setzen sich Wohn-<br />
Paten für alleinstehend Betroffene ein,<br />
unterstützen Ombudspersonen den Mitwirkungsbeirat<br />
in Wohneinrichtungen<br />
oder WG-Begleiter die Selbstorganisation<br />
pflegender Angehörigen in Wohngemeinschaften.<br />
„Alle drei Formen sind eine schöne Aufgabe<br />
für Menschen, die etwas von ihrer<br />
persönlichen Zeit für andere abgeben<br />
möchten“, sagt Projektkoordinatorin<br />
Sabine Wannags von der Alzheimer Gesellschaft<br />
<strong>Hamburg</strong>. Im Gegensatz zum<br />
WG-Begleiter und Ombudsmann, die jeweils<br />
Gruppen beratend begleiten (siehe<br />
Infokasten), sind Wohn-Paten in Zusammenarbeit<br />
mit gesetzlichen Betreu-<br />
Zwei der Wohn-Paten der Alzheimer<br />
Gesellschaft <strong>Hamburg</strong> sind Renate<br />
Messaoudi und Edith Feldhaus (von links),<br />
hier im Gespräch über ihre Arbeit mit<br />
Projektkoordinatorin Sabine Wannags.<br />
ern oder entfernt lebenden Angehörigen<br />
direkt in der Begleitung alleinlebender<br />
Menschen mit <strong>Demenz</strong> tätig.<br />
Renate Messaoudi ist eine der Wohn-<br />
Patinnen, die sich in der Hansestadt engagieren.<br />
Bevor sie als Pate begonnen<br />
hat, ließ sie sich in einem Seminar schulen.<br />
Dort habe es Informationen über<br />
die Krankheit, über die Aufgaben und<br />
die rechtlichen Rahmenbedingungen<br />
gegeben. Sie unterstütze seit einigen<br />
Monaten mit Petra eine Bewohnerin<br />
einer Wohneinrichtung. „Ich wollte<br />
mich engagieren und sage heute: ‚Jemanden<br />
als Wohn-Pate zu unterstützen<br />
macht Freude, strengt nicht an und ich<br />
gehe je<strong>des</strong> Mal mit einem Lächeln nach<br />
Ehrenamtliche Alltagshilfe<br />
Zur Steigerung der Lebens qualität<br />
von Menschen mit Pflege- und<br />
Assistenz bedarf gibt es drei<br />
Formen für ehrenamtliches<br />
Engagement:<br />
Wohn-Paten<br />
Wohn-Paten übernehmen<br />
ehrenamtlich Angehörigenfunktionen.<br />
Sie unterstützen<br />
alleinstehende Menschen in einer<br />
Wohngemeinschaft oder Wohneinrichtungen.<br />
Der Pate übernimmt typische<br />
Aufgaben eines Angehörigen, beispielsweise<br />
gemeinsam angenehme Stunden<br />
zu erleben, kleinere Besorgungen zu<br />
erledigen oder bei Aktivtäten der Wohn -<br />
gemeinschaft zu begleiten. Er steht in<br />
Kontakt mit dem gesetzlichen Betreuer,<br />
der weiterhin für alle rechtlichen<br />
Belange verantwortlich bleibt.<br />
WG-Begleiter<br />
Ein Begleiter einer ambulanten Wohn -<br />
gemeinschaft (WG) unterstützt die<br />
Angehörigengruppe bei allen organisatorischen<br />
Fragen einer WG. Dabei geht<br />
es um die Umsetzung von Mitwirkungsrechten.<br />
Ombudsperson<br />
Eine Ombudsperson wird durch die<br />
Wohnpflegeaufsicht bestellt. Sie vertritt<br />
die Interessen von Menschen, die in<br />
Wohneinrichtungen leben, und unter -<br />
stützt den Wohnbeirat gegenüber der<br />
Einrichtungsleitung.<br />
Hause.‘“ Viele interessante Gespräche<br />
habe sie mit Petra geführt, auch über<br />
Themen wie Testament oder To<strong>des</strong>fall.<br />
„Ich freue mich, dass ich Petra auch bei<br />
Problemen im Alltag unterstütze, wenn<br />
sie es alleine nicht schafft.“<br />
53
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:08 Seite 54<br />
REPORTAGE: Von zu Hause ins Heim<br />
Ganz ähnlich sind die Erfahrungen, die<br />
Edith Feldhaus gemacht hat. Sie pflegte<br />
viele Jahre ihre demente Mutter und<br />
wollte dann etwas zurückgeben. „Zunächst<br />
war ich WG-Begleiterin, habe<br />
dann aber gemerkt, dass mir die Arbeit<br />
als Patin mit dem persönlichen Kontakt<br />
mehr liegt.“ Einmal pro Woche besuche<br />
sie Eddie. „Ich habe das Ziel, dass es uns<br />
beiden dann gut geht und Eddie sich<br />
wohlfühlt“, erzählt Feldhaus. Manchmal<br />
reiche es aus, einfach nur da zu sein.<br />
Wichtig sei für sie, aber auch Grenzen<br />
zu setzen. „Wer einen anderen Menschen<br />
unterstützt, sollte darauf achten,<br />
dass es nicht zu einer Belastung wird,<br />
weil immer mehr Zeit abgefordert wird.“<br />
Für sie seien für ihre Arbeit ebenso die<br />
regelmäßigen Treffen der Wohn-Paten<br />
interessant, da „wir dort einen regen<br />
Austausch über die Erlebnisse, aber<br />
auch über mögliche Probleme haben“.<br />
Für Projektkoordinatorin Wannags und<br />
ihre Kollegin Anya Freese wird die Herausforderung<br />
immer größer. „Wir bekommen<br />
immer mehr Anfragen“. Deshalb<br />
würden sie sich freuen, wenn sich<br />
noch mehr Menschen als Wohn-Pate<br />
engagieren. Die Grundschulung erfolge<br />
in zehn Seminarstunden und dann bestimme<br />
jeder, wieviel er an Zeit einbringe.<br />
„Die, die mitmachen, berichten<br />
uns, dass sie die Aufgabe als eine Bereicherung<br />
empfinden“, so Wannags.<br />
INFO<br />
WG-Begleiter und Wohn-Paten<br />
Alzheimer Gesellschaft <strong>Hamburg</strong> e. V.<br />
Sabine Wannags / Anya Freese<br />
Telefon: 040 68913625<br />
E-Mail: s.wannags@alzheimer-hamburg.de<br />
Ombudsperson<br />
STATTBAU HAMBURG Stadtentwicklungsgesellschaft<br />
mbH<br />
Martina Kuhn<br />
Telefon: 040 432952-36<br />
E-Mail: m.kuhn@stattbau-hamburg.de<br />
UNTERNEHMENSPORTRÄT<br />
Besondere stationäre Dementenbetreuung<br />
Das Senioren- und Therapiezentrum Rahlstedter Höhe<br />
besticht durch seine Vielfältigkeit. Die Wohnbereiche für<br />
Menschen im stationären Bereich, der Dementen be treu -<br />
ung und Palliativpflege bilden nahezu alle Versorgungsstrukturen<br />
ab. Im Fachbereich <strong>Demenz</strong> werden bis zu 53<br />
Bewohner pflegerisch und therapeutisch betreut.<br />
Eine groß zügige Terrasse bietet zudem einen Aktiv-Park<br />
mit Sinneswelten, die pädagogische und therapeutische<br />
Elemente verbinden. Der Aufenthalt dient der Entspannung<br />
und sorgt außerdem für ein ganzheitliches Wohlbefinden.<br />
Die individuelle Gestaltung der Räumlichkeiten<br />
hilft zusätzlich bei der Orientierung.<br />
Senioren- und Therapiezentrum Rahlstedter Höhe GmbH<br />
Kühlungsborner Straße 7–11 · 22147 <strong>Hamburg</strong> · Tel. 040 648996-0<br />
info@haus-rahlstedter-hoehe.de · www.haus-rahlstedter-hoehe.de<br />
54
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:09 Seite 55<br />
UNTERNEHMENSPORTRÄT<br />
Sicherheit. Würde. Lebensfreude.<br />
Das Haus Ilse ist eine staatlich anerkannte geschlossene<br />
gerontopsychiatrische Fachpflegeeinrichtung. Uns ist es<br />
wichtig, die Gefühle unserer Bewohner zu respektieren<br />
und ihnen ein würdiges Altern als erwachsene und<br />
lebenserfahrene Menschen zu ermöglichen. Gleichzeitig<br />
ist es unser Wunsch, dass sich unsere Bewohner geborgen<br />
und in Sicherheit fühlen. Dazu verhilft ein strukturierter<br />
Tagesablauf mit orientierenden Grenzen, in <strong>des</strong>sen Verlauf<br />
eine behütende Fürsorge erkennbar ist. Neben der<br />
täglichen therapeutischen Begleitung, fördern jahreszeitliche<br />
Feste und eingestreute Events die Lebensfreude<br />
und das lebendige Miteinander in unserem Hause.<br />
Haus Ilse Alten- und Pflegeheim<br />
Segeberger Chaussee 23 · 22850 Norderstedt · Tel. 040 5294153<br />
info@hausilse.com · www.hausilse.com<br />
Mit Kakadu und Reiki gegen das Vergessen<br />
„Das Wichtigste ist, die Bedürfnisse von an <strong>Demenz</strong><br />
erkrankten Menschen wahrzunehmen und darauf individuell<br />
einzugehen“, erklärt Lutz Richter, Residenzleiter <strong>des</strong><br />
SenVital Senioren- und Pflegezentrums <strong>Hamburg</strong> am<br />
Barmbeker Markt. Neben menschlicher Wärme setzt man<br />
hier <strong>des</strong>halb auf verschiedene ganzheitliche Behandlungswege.<br />
Dazu gehören die klassische Biografiearbeit,<br />
beschäftigungstherapeutische Angebote, aber auch inno -<br />
vative Konzepte. So schaut in dem behütenden Bereich<br />
regelmäßig Kakadu Kimi vorbei. Sogar eine Reiki-Lehrerin<br />
kümmert sich um die positiven Energien der Gäste – mit<br />
großem Erfolg: „Diese blühen regelrecht auf“, so Richter.<br />
SenVital Senioren- und Pflegezentrum <strong>Hamburg</strong> am Barmbeker Markt<br />
Stückenstraße 1 · 22081 <strong>Hamburg</strong> · Tel. 040 2000381-0<br />
info-hamburg@senvital.de · www.senvital.de<br />
55
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:09 Seite 56<br />
MENSCHEN MIT DEMENZ: Vielseitige Hilfen<br />
Vielseitige Hilfen für Angehörige<br />
und Betroffene<br />
Die meisten Menschen mit einer <strong>Demenz</strong> leben zu Hause und werden von Angehörigen<br />
betreut. Beratung, Gesprächs gruppen und professionelle Dienste unterstützen und sichern<br />
die häusliche Pflege und Betreuung.<br />
Das Leben im gewohnten Zuhause und in<br />
der vertrauten Umgebung unterstützt<br />
Menschen mit <strong>Demenz</strong> dabei, ihr Leben<br />
möglichst lange weitgehend selbstständig<br />
und selbstbestimmt zu führen. Wenn<br />
die Erkrankung fortschreitet, sind Angehörige<br />
gefordert: Sie übernehmen immer<br />
mehr Aufgaben und sichern so den gewohnten<br />
Alltag. Ihr persönlicher Freiraum<br />
für eigene Aktivitäten nimmt dadurch ab,<br />
gesundheitliche Belastungen durch<br />
Stress und nächtliche Unruhe nehmen zu.<br />
Damit Angehörige möglichst lange und<br />
gesund den Alltag tragen können, gibt<br />
es viele Hilfen zur Unterstützung der<br />
tägliche Begleitung und Betreuung <strong>des</strong><br />
Betroffenen. Aber vielen Angehörigen<br />
fällt es nicht leicht, Hilfe anzunehmen.<br />
Tipp<br />
Beratung<br />
Angehörige, die sich stark<br />
belastet fühlen und zugleich<br />
Bedenken haben, Hilfe<br />
anzunehmen, sollten Kontakt zu<br />
einer Beratungsstelle aufnehmen.<br />
Dort können sie den Zwiespalt<br />
besprechen und Klarheit finden oder sich<br />
über mögliche Hilfen in der persönlichen<br />
Situation informieren (siehe auch Artikel 7,<br />
Information und Beratung, ab Seite 28).<br />
Sie machen sich häufig Vorwürfe, es<br />
nicht selbst geschafft zu haben. Sie<br />
meinen, fremde Personen könnten nicht<br />
mit dem Angehörigen umgehen. Auch<br />
Schamgefühle kommen hier häufig ins<br />
Spiel. Für die Angehörigen ist es dann<br />
wichtig zu erkennen, dass die Entlastung<br />
nicht nur ihre Gesundheit stärkt, sondern<br />
auch für den erkrankten Angehö -<br />
rigen eine positive Abwechslung sein<br />
kann. Indem sie Hilfe annehmen, nehmen<br />
sie ihre Verantwortung wahr und<br />
geben sie eben gerade nicht ab.<br />
Kurse für Angehörige<br />
Ergänzend zur Einzelberatung, bieten<br />
Kurse speziell für Angehörige von Menschen<br />
mit <strong>Demenz</strong> eine gute Möglichkeit,<br />
sich umfassender und im Austausch<br />
mit anderen zu informieren. Hier können<br />
sie über das Krankheitsbild <strong>Demenz</strong><br />
sprechen, über den Umgang mit erkrankten<br />
Angehörigen, die eigenen Belastungen,<br />
mögliche Unterstützungs -<br />
leistungen sowie gesetzlichen Ansprüchen<br />
und rechtliche Aspekte. Die Kurse<br />
werden von verschiedenen Trägern angeboten.<br />
Sie werden über ein Wochenende,<br />
aber auch in kürzeren Einheiten<br />
unter der Woche angeboten. Die Teilnahme<br />
ist meist kostenfrei und zugleich<br />
besteht bei den meisten das Angebot<br />
einer zeitgleichen Betreuung <strong>des</strong> erkrankten<br />
Angehörigen.<br />
Gesprächsgruppen für Angehörige<br />
Es ist gut nachvollziehbar, dass es Angehörigen<br />
oft schwerfällt, die Erkrankung<br />
ihres Familienmitglieds und die veränderten<br />
Rollenanforderungen anzunehmen.<br />
Der Austausch mit Gleichbetroffenen<br />
in Gesprächsgruppen kann ihnen<br />
helfen, sich nicht allein vor diesen Fragen<br />
zu sehen. Durch gemeinsame Er -<br />
fahrungen, Verständnis und Zuspruch<br />
gewinnen sie Klarheit und Kraft. Angehörige<br />
können sich in diesen Gruppen<br />
emotional stärken und von den Erfahrungen<br />
anderer profitieren. Die Alz -<br />
heimer Gesellschaft <strong>Hamburg</strong> e. V. und<br />
andere Träger bieten viele Gesprächs -<br />
gruppen in <strong>Hamburg</strong>er Stadtteilen an.<br />
Darüber hinaus gibt es spezielle Gesprächsgruppen<br />
für Angehörige von jüngeren<br />
Menschen mit <strong>Demenz</strong> und von<br />
Menschen, die an einer frontotemporalen<br />
<strong>Demenz</strong> erkrankt sind.<br />
Gesprächsgruppen für Betroffene<br />
Auch für Betroffene, die die Diagnose im<br />
frühen Stadium erhalten haben, bietet<br />
die Alzheimer Gesellschaft <strong>Hamburg</strong><br />
e. V. eine spezielle Beratung und zwei<br />
fachlich geleitete Gesprächsgruppen an.<br />
Die Themen werden von den Teilnehmern<br />
der Gruppe bestimmt. Neben Gesprächsrunden<br />
werden auch gemeinsame<br />
Freizeitaktivitäten unternommen.<br />
56
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:09 Seite 57<br />
MENSCHEN MIT DEMENZ: Vielseitige Hilfen<br />
Einzel- und Gruppenbetreuung durch<br />
ehrenamtliche Helfer<br />
In <strong>Hamburg</strong> werden von Mitgliedern der<br />
Angehörigenhilfe <strong>Demenz</strong> und weiteren<br />
Anbietern Unterstützungs- und Entlastungsleistungen<br />
durch geschulte ehrenamtliche<br />
Helfer angeboten.<br />
Einzelbetreuung<br />
Die Einzelbetreuung findet meist zu<br />
Hause oder im näheren Umfeld statt. Es<br />
handelt sich um eine sehr individuelle<br />
Betreuung, in der persönliche Vorlieben<br />
und Kompetenzen aufgenommen werden.<br />
Im Verlauf werden die Einsätze zumeist<br />
direkt von den ehrenamtlichen<br />
Helfern und Angehörigen abgestimmt.<br />
Oft werden die ehrenamtlichen Helfer<br />
auch zu einem vertrauten Ansprech -<br />
partner für die Angehörigen. Nicht zuletzt<br />
stellt die ehrenamtliche Betreuung<br />
auch eine gute Möglichkeit für Angehörige<br />
dar, das erste Mal auszuprobieren,<br />
wie es ist, wenn andere Personen den erkrankten<br />
Angehörigen betreuen. Erfahrungen<br />
zeigen, dass pflegende Ange -<br />
hörige immer wieder überrascht sind,<br />
wie gut dies geht.<br />
Betreuungsgruppen<br />
Betreuungsgruppen werden in verschiedenen<br />
Stadtteilen angeboten, meist<br />
einmal in der Woche für acht Gäste.<br />
Unter Leitung einer Fachkraft findet die<br />
Betreuung in einer Kleingruppe mit geschulten<br />
ehrenamtlichen Helfern statt.<br />
Sie gehen in entspannter Atmosphäre<br />
individuell auf die Gäste ein, leiten<br />
spielerische, kreative und musikalische<br />
Aktivitäten an. Dazu gehören auch<br />
Spaziergänge und eine kleine Mahlzeit,<br />
die gemeinsam eingenommen wird. Wie<br />
die Einzelbetreuung, ist auch die Be -<br />
treuungsgruppe ein guter Einstieg für<br />
weitere Unterstützungsangebote.<br />
Angebote für Menschen im frühen<br />
Stadium der <strong>Demenz</strong><br />
In <strong>Hamburg</strong> gibt es zunehmend auch<br />
Angebote, die sich speziell an Menschen<br />
im frühen Stadium der Erkrankung<br />
richten. Sie sind auf Nachfrage von<br />
Be troffenen entstanden, die Kontakt<br />
zu Gleichbetroffenen suchen und mit<br />
Begleitung gemeinsame Aktivitäten<br />
unternehmen wollen. Es handelt sich<br />
um Gruppenangebote, die bis zu sechs<br />
Stunden dauern.<br />
Ambulante Pflegedienste<br />
Mitarbeiter ambulanter Pflegedienste<br />
können die häusliche Betreuung der Angehörigen<br />
unterstützen, in Einzelbetreuung<br />
und durch Übernahme der Pflege.<br />
Auf sich selber achten<br />
Als pflegende Angehörige sollten Sie<br />
nicht zuletzt auf ihre eigene körperliche<br />
und seelische Gesundheit achten. Dazu<br />
gehören regelmäßige ärztliche<br />
Betreuung, eventuell psychologische<br />
Hilfe, entspannende Tätigkeiten<br />
und Übungen. Bewegen Sie<br />
sich ausreichend, essen Sie<br />
gesund, verfolgen Sie<br />
weiter Ihre Interessen und<br />
halten Sie Kontakte zu<br />
Familie, Freunden und<br />
Bekannten aufrecht. Wenn Sie<br />
selbst ausgeglichen sind, tragen Sie<br />
damit auch zum Wohlbefinden der<br />
Betroffenen bei.<br />
57
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:09 Seite 58<br />
MENSCHEN MIT DEMENZ: Vielseitige Hilfen<br />
Die betroffene Person kann so auch zusätzliche<br />
Anregung und Kontakte erhalten<br />
und der Angehörige kann Entlastung<br />
bei der körperlichen Pflege bekommen.<br />
Bestimmte Pflegedienste bieten auch<br />
spezielle medizinische und pflegerische<br />
Leistungen der häuslichen Versorgung in<br />
der letzten Lebensphase an. Diese palliativen<br />
Pflegeleistungen können unabhängig<br />
von den Leistungen der Pflegeversicherung<br />
genutzt werden, ambulant oder<br />
auch in der stationären Pflege.<br />
Tagespflege<br />
In <strong>Hamburg</strong> gibt es über 30 Tages -<br />
pflegen, in denen mehrheitlich bis zu 25<br />
Gäste über einen Zeitraum von sechs<br />
Stunden betreut werden. Die Arbeit ist<br />
zumeist besonders auf die Betreuung<br />
von Menschen mit <strong>Demenz</strong> ausgerichtet.<br />
Im Mittelpunkt stehen spielerische, körperliche<br />
und musikalische Aktivitäten.<br />
Die Gäste erhalten drei Mahlzeiten und<br />
werden mit einem eigenen Bustransfer<br />
von Zuhause in die Tagespflege und zurück<br />
gebracht. Die Tagespflege eignet<br />
sich besonders für die Entlastung von<br />
Angehörigen, da sie neben einer anregenden<br />
Betreuung für den Betroffenen<br />
auch für den Transfer und die Mahl -<br />
zeiten sorgt.<br />
Pflege und Betreuung bei Verhinderung<br />
<strong>des</strong> Angehörigen<br />
Um Angehörigen eine Auszeit zu ermöglichen<br />
oder wenn sie aus gesundheit -<br />
lichen Gründen die Pflege nicht übernehmen<br />
können, gibt es die Möglichkeit,<br />
den Erkrankten eine Zeit lang im Rahmen<br />
der Verhinderungspflege zu Hause<br />
oder in der Kurzzeitpflege in einer stationären<br />
Pflegeeinrichtung zu versorgen.<br />
Bei Menschen mit einer <strong>Demenz</strong> ist<br />
jedoch genau zu prüfen, ob die Ver -<br />
sorgung im Rahmen der Verhinderungspflege<br />
zu Hause sichergestellt werden<br />
kann. Zumeist kann die Kurzzeitpflege<br />
eine sichere Betreuung <strong>des</strong> erkrankten<br />
Angehörigen am besten gewährleisten.<br />
Zugleich bietet die Kurzzeitpflege die<br />
Möglichkeit, eine stationäre Pflegeeinrichtung<br />
näher kennenzulernen.<br />
Freizeit, Kultur und Urlaubsangebote<br />
In den letzten Jahren sind viele Freizeitangebote<br />
entstanden, die sowohl gemeinsam<br />
als auch einzeln von Menschen<br />
mit <strong>Demenz</strong> und ihren Angehörigen genutzt<br />
werden können.<br />
Chöre<br />
Musik und das gemeinsame Singen von<br />
Liedern spricht Menschen mit <strong>Demenz</strong><br />
zumeist gut an. Musik belebt, verbindet<br />
die Menschen miteinander und bereitet<br />
viel Freude. In <strong>Hamburg</strong> gibt es unter<br />
Leitung von Musikpädagogen auch<br />
Chorangebote für Menschen mit <strong>Demenz</strong><br />
und Angehörige. Mit viel Freude<br />
und Elan werden in zwei Chorproben im<br />
Monat bekannte und weniger bekannte<br />
Lieder gesungen, um mit einem kleinen<br />
Repertoire auch öffentlich aufzutreten.<br />
Im Mittelpunkt steht die Freude am<br />
gemeinsamen Singen und nicht das Er -<br />
gebnis.<br />
Museumsführungen<br />
In der <strong>Hamburg</strong>er Kunsthalle und vielen<br />
weiteren Museen gibt es spezielle Führungen,<br />
die sich in Dauer, Ansprache und<br />
Konzentration am Bedarf von Menschen<br />
mit <strong>Demenz</strong> orientieren.<br />
Kreativ- und Kunstgruppen<br />
Unter Leitung von Kunstpädagogen und<br />
freien Künstlern können sich Menschen<br />
mit <strong>Demenz</strong> kreativ ausprobieren. Im<br />
Mittelpunkt stehen nicht das Ergebnis,<br />
sondern der Gestaltungsprozess und der<br />
Kontakt. Die Begegnung und die gemeinsame<br />
Freude über das geschaffene<br />
Bild oder Objekt ist immer wieder eine<br />
schöne Erfahrung. Die Angebote richten<br />
58
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:09 Seite 59<br />
UNTERNEHMENSPORTRÄT<br />
Angehörigenschule & Pflegeleitstelle <strong>Demenz</strong><br />
Im Rahmen einer Kooperation zwischen der <strong>Hamburg</strong>er<br />
Angehörigenschule und der AOK Rheinland/<strong>Hamburg</strong><br />
bieten wir für pflegende Angehörige, Nahestehende und<br />
ehrenamtlich Unterstützende spezielle Pflegedemenz-<br />
Kurse an. Hier erhalten die Teilnehmer Informationen<br />
und Anregungen zur Pflege und Alltagsbewältigung und<br />
natürlich Wissenswertes zur Erkrankung <strong>Demenz</strong>. Die<br />
Pflegekurse vermitteln Sicherheit im Umgang mit der<br />
besonderen Situation und können auch zu einem Austausch<br />
mit anderen Betroffenen beitragen. Die Teilnahme<br />
ist kostenlos und unabhängig von der Kassen -<br />
zugehörigkeit möglich.<br />
Das aktuelle Kursprogramm ist bei der AOK Rheinland/<br />
<strong>Hamburg</strong> und bei der <strong>Hamburg</strong>er Angehörigenschule<br />
(www.hamburgerangehoerigenschule.de) erhältlich. Die<br />
AOK Rheinland/<strong>Hamburg</strong> bietet zudem mit ihrer Pflegeleitstelle<br />
<strong>Demenz</strong> eine wichtige Unterstützung für<br />
pflegende Angehörige und steht für Fragen mit einem<br />
Expertenteam zur Verfügung (Telefon: 0241 464-275).<br />
Wir helfen bei der exklusiven Beratung und Begleitung,<br />
nennen Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen in der<br />
Nähe, geben einen Überblick über Entlastungsmöglichkeiten<br />
und deren Finanzierung, informieren u. a. über<br />
spezialisierte Pflegedienste, Tagespflegehäuser und stationäre<br />
Pflegeeinrichtungen und wir zeigen spezialisierte<br />
medizinische sowie pflegerische Versorgungsangebote<br />
auf. Die Pflegeleitstelle <strong>Demenz</strong> ist ein besonderer<br />
Service für pflegende Angehörige von AOK-Versicherten.<br />
AOK Rheinland/<strong>Hamburg</strong><br />
Pappelallee 22–26 · 22089 <strong>Hamburg</strong> · Tel. 040 2023-2023<br />
aok.hh@rh.aok.de · www.aok.de/rh<br />
59
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:09 Seite 60<br />
UNTERNEHMENSPORTRÄT<br />
Ein zweites Zuhause für Menschen mit <strong>Demenz</strong><br />
Sich sicher und geborgen fühlen in einem Umfeld, das<br />
größtmögliche Selbstständigkeit bietet – mit diesem<br />
Anspruch haben wir unsere Senioreneinrichtungen speziell<br />
für Menschen mit <strong>Demenz</strong> ausgestattet. Für sie bieten<br />
unsere Häuser in Altona, Stellingen, St. Georg und<br />
Wellingsbüttel maßgeschneiderte Betreuung und Hilfe<br />
an – egal ob in der häuslichen Pflege, der Tagespflege<br />
oder im Seniorenheim. Unser qualifiziertes Fachpersonal<br />
geht individuell auf die Ansprüche demenziell Erkrankter<br />
ein und bietet Beratung und Entlastung auch für pflegende<br />
Angehörige. Lernen Sie uns kennen: Diakonie<br />
Alten Eichen – seit 150 Jahren „Dem Menschen zuliebe“.<br />
Diakonie Alten Eichen<br />
Wördemanns Weg 19–23 · 22527 <strong>Hamburg</strong> · Tel. 040 5487-1010<br />
demenz@diakonie-alten-eichen.de · www.diakonie-alten-eichen.de<br />
Besondere Betreuung für Menschen mit <strong>Demenz</strong><br />
Das Theodor-Fliedner-Haus bietet die stationäre Pflege<br />
und Betreuung von älteren und kranken Menschen an.<br />
Wir handeln nach den Leitsätzen der diakonischen Pflege -<br />
qualität. Individuelle Bedürfnisse unserer Bewohnerinnen<br />
und Bewohner sowie der Respekt vor den Menschen<br />
stehen bei uns ebenso im Vordergrund wie die pflege -<br />
rische Qualität und eine professionelle medizinische<br />
Versorgung. In ruhiger Lage in <strong>Hamburg</strong>-Bramfeld geben<br />
wir unseren Bewohnern die Sicherheit und die Geborgenheit<br />
eines neuen Zuhauses. Schwerpunkte unseres<br />
Hauses sind neben der stationären Pflege die besondere<br />
Betreuung von an <strong>Demenz</strong> erkrankten Menschen.<br />
Theodor-Fliedner-Haus | Evangelisches Seniorenwohn- und Pflegezentrum Bramfeld<br />
Berner Chaussee 37–41 · 22175 <strong>Hamburg</strong> · Tel. 040 646045-0<br />
info@tfh-hamburg.de · www.tfh-hamburg.de<br />
60
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:09 Seite 61<br />
MENSCHEN MIT DEMENZ: Vielseitige Hilfen<br />
sich nicht nur an Menschen mit beginnender<br />
<strong>Demenz</strong>, Angehörige können<br />
auch teilnehmen.<br />
Theater, Schul- und KITA-Projekte<br />
Es gibt in verschiedenen Stadtteilen<br />
gemeinsame Projekte mit Kindern, Schülern<br />
und Menschen mit <strong>Demenz</strong>. In<br />
Theaterprojekten kommen Menschen<br />
mit <strong>Demenz</strong> mit Grundschülern zusammen<br />
und drücken unter Anleitung einer<br />
Theaterpädagogin Gedichte, Lieder und<br />
Szenen kreativ im darstellenden Spiel<br />
aus.<br />
Sportangebote<br />
Sport und Bewegung sind in jedem Alter<br />
für den Erhalt von Gesundheit und Lebensfreude<br />
wichtig. Oft überfordern die<br />
üblichen Sportangebote aber Menschen<br />
mit einer <strong>Demenz</strong>. In Zusammenarbeit<br />
mit Sportvereinen sind <strong>des</strong>halb Angebote<br />
für Menschen mit <strong>Demenz</strong> und Angehörige<br />
entstanden, in denen Kraft,<br />
Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination<br />
unter Berücksichtigung der per -<br />
sönlichen Leistungsfähigkeit trainiert<br />
werden.<br />
Musik und Tanz<br />
In vielen Stadtteilen in <strong>Hamburg</strong> gibt es<br />
Musik und Tanzcafés für Menschen mit<br />
<strong>Demenz</strong> und ihre Angehörigen. In einem<br />
schönen Rahmen erleben die Gäste bei<br />
Live-Musik, Kaffee und Kuchen einen<br />
unbeschwerten Nachmittag. Ehrenamtliche<br />
Betreuerinnen kümmern sich um<br />
die Erkrankten, tanzen mit ihnen und<br />
geben den Angehörigen Freiraum für<br />
Gespräche. Es kommt zu Begegnungen<br />
und Gesprächen, die in anderer Umgebung<br />
vielleicht nie zustande gekommen<br />
wären. Einige schunkeln, andere singen<br />
oder summen mit oder wippen mit den<br />
Füßen.<br />
Stadtteilführungen, Stadtparkspaziergänge<br />
Immer wieder werden spezielle Stadtteilführungen<br />
und Parkspaziergänge angeboten.<br />
Die Stadtteilführungen verbinden<br />
Bewegung, Erinnerung und Wiederentdecken.<br />
Und die Spaziergänge ermöglichen<br />
Bewegung und Entspannung in der Natur.<br />
Die Rundgänge schaffen darüber hinaus<br />
Begegnungen mit anderen und sind in<br />
Umfang und Konzen tration an Menschen<br />
mit <strong>Demenz</strong> ausgerichtet.<br />
Hausnotrufdienste<br />
Wenn Sie einen Hausnotrufdienst<br />
nutzen, tragen Sie einen kleinen<br />
Alarmgeber am Körper, der über das<br />
Telefonnetz mit einer Notrufzentrale<br />
verbunden ist. Rund um die Uhr wird<br />
dort bei Bedarf die notwendige Hilfe<br />
veranlasst, zum Beispiel wird<br />
ein Arzt, eine Pflegekraft,<br />
eine Person Ihres Vertrauens<br />
oder auch ein Rettungsdienst<br />
verständigt.<br />
Hausnotrufdienste können<br />
alleinlebende Menschen mit<br />
<strong>Demenz</strong> im frühen Stadium der<br />
Erkrankung Sicherheit geben. Dies<br />
verändert sich im Verlauf der Erkrankung,<br />
da dann die Fähigkeiten zur Bedienung<br />
abnehmen. Für ältere pflegende<br />
Angehörige von Menschen mit <strong>Demenz</strong><br />
sind Hausnotrufdienste sinnvoll, um<br />
Notfallsituationen der pflegenden<br />
Angehörigen abzusichern.<br />
Hausnotrufsysteme werden von den<br />
Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege<br />
und von privaten Anbietern angeboten.<br />
Unter bestimmten Voraussetzungen<br />
übernimmt Ihre Pflegekasse die Kosten,<br />
oder das Grundsicherungs- und<br />
Sozialamt gibt einen Zuschuss.<br />
Einen Anspruch auf Hausnotruf nach<br />
dem Pflegeversicherungsgesetz haben<br />
alle Pflegebedürftigen, die alleine<br />
wohnen oder am Tage überwiegend auf<br />
sich selbst gestellt sind, die mit dem<br />
Telefon in Notsituationen keinen Hilferuf<br />
absetzen können und bei denen<br />
aufgrund <strong>des</strong> Krankheits- beziehungsweise<br />
Pflegezustan<strong>des</strong> jederzeit mit einer<br />
derartigen Notsituation zu rechnen ist.<br />
Auskünfte erteilt die Bezirkliche<br />
Seniorenberatung in <strong>Hamburg</strong>.<br />
61
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:09 Seite 62<br />
MENSCHEN MIT DEMENZ: Vielseitige Hilfen<br />
Geben Sie einer vertrauten Person einen Zweitschlüssel zu Ihrer Wohnung.<br />
Betreute Urlaube<br />
Ein gemeinsamer Urlaub wird im Verlauf<br />
der <strong>Demenz</strong> immer schwieriger. Deshalb<br />
sind spezielle Urlaubsangebote für<br />
Menschen mit <strong>Demenz</strong> und Angehörige<br />
entstanden. Die Angehörigen sind tagsüber<br />
von der Begleitung und Betreuung<br />
entlastet, können entspannen und Ausflüge<br />
unternehmen. Der Kontakt zu anderen<br />
Angehörigen schafft Vertrautheit<br />
und kann Anregungen über den Urlaub<br />
hinaus bringen. Die Begleitung der erkrankten<br />
Angehörigen erfolgt durch eine<br />
feste Bezugsperson.<br />
Wohn-Pflege-Angebote für Menschen<br />
mit <strong>Demenz</strong><br />
In <strong>Hamburg</strong> stehen verschiedene Wohn-<br />
Pflege-Angebote zur Verfügung, wenn<br />
die Pflege und Betreuung zu Hause nicht<br />
mehr möglich sein sollte. Viele Pflegeheime<br />
haben sich in den letzten Jahren<br />
auf Bewohner mit einer <strong>Demenz</strong> ausgerichtet.<br />
Der Personenkreis benötigt eine<br />
besondere Betreuung und Umgebung,<br />
die Stress reduziert, die Erfahrung <strong>des</strong><br />
Personseins stärkt und die Sinne gezielt<br />
anregt. Daneben bestehen Wohngemeinschaften<br />
und Pflegeeinrichtungen,<br />
die speziell auf Menschen mit <strong>Demenz</strong><br />
ausgerichtet sind.<br />
Wohngemeinschaften<br />
Für viele Menschen mit einer <strong>Demenz</strong><br />
sind überschaubare und familiäre<br />
Wohngemeinschaften besonders ge -<br />
eignet. Denn so werden die Orientierung,<br />
die Zugehörigkeit und sinnliche<br />
Anregungen unterstützt. Wohngemeinschaften<br />
für Menschen mit <strong>Demenz</strong> gibt<br />
es in vielen Stadtteilen mit ambulanter<br />
oder stationärer Versorgung.<br />
Besondere stationäre Pflegeeinrichtungen<br />
Immer wieder sind mit einer <strong>Demenz</strong> -<br />
erkrankung auch Verhaltensweisen verbunden,<br />
die besondere Anforderungen<br />
an die Begleitung und Betreuung stellen.<br />
Dies kann zum Beispiel starke Unruhe,<br />
ein hoher Bewegungsdrang, ein zwanghaftes<br />
Handeln oder ein verbal und<br />
körperlich aggressiver Ausdruck sein. In<br />
diesen Fällen ist eine Betreuung in<br />
einem Heim oder einer Wohngemeinschaft<br />
für die Menschen mit <strong>Demenz</strong> zumeist<br />
nicht möglich. Um ihren Ver -<br />
haltensweisen gerechter zu werden, sind<br />
zum Beispiel größere Räume mit Rückzugsbereichen<br />
erforderlich. In <strong>Hamburg</strong><br />
gibt es <strong>des</strong>halb Pflegeeinrichtungen, die<br />
sich auf Menschen mit <strong>Demenz</strong> mit besonderen<br />
Verhaltensweisen spezialisiert<br />
haben.<br />
Kontakte/Adressen: siehe Kapitel 20, Seite 82<br />
62
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:09 Seite 63<br />
MENSCHEN MIT DEMENZ: Vielseitige Hilfen<br />
Tipp<br />
Tipps für Alleinlebende mit einer <strong>Demenz</strong><br />
– Sollten Sie die rechtliche Vorsorge für sich noch nicht geregelt haben, informieren Sie sich hierüber und nehmen Sie Kontakt<br />
zu einer Beratungsstelle auf (siehe Artikel 8 und 18).<br />
– Nutzen Sie Gedächtnisstützen wie Kalender, Notiz- und Klebezettel oder lassen Sie sich von einer vertrauten Person an<br />
Termine erinnern.<br />
– Strukturieren Sie Ihren Alltag mit Tages- und Wochenplänen.<br />
– Bewahren Sie wichtige Dinge immer am selben Platz auf.<br />
– Vereinfachen Sie Ihren Alltag, beispielsweise mit Fertiggerichten oder „Essen auf Rädern“, mit einem Seniorentelefon, indem Sie<br />
unbenutzte Kleidung und Hausrat aussortieren.<br />
– Sorgen Sie für Sicherheit: Geben Sie einer vertrauten Person einen Zweitschlüssel zu Ihrer Wohnung, schaffen Sie zu Hause gute<br />
Beleuchtung und entfernen Sie Stolperfallen. Hängen Sie wichtige Kontakte direkt neben das Telefon. Verabreden Sie regelmäßige<br />
Telefonate oder Notrufzeichen mit den Nachbarn. Sie können auch einen Hausnotruf nutzen.<br />
– Gestalten Sie Ihre Freizeit so aktiv wie möglich und tun Sie alles, was Ihnen Spaß macht.<br />
– Verzichten Sie aufs Autofahren, aber bleiben Sie mobil, zum Beispiel mit Fahrgemeinschaften, öffentlichen Verkehrsmitteln und<br />
gelegentlich per Taxi.<br />
– Machen Sie Urlaub, wenn Sie gern verreisen. Wenn Sie mehr Unterstützung brauchen, könnten Sie einen guten Freund oder eine<br />
Freundin bitten mitzukommen. Es gibt auch betreute Gruppenreisen für Menschen mit <strong>Demenz</strong>.<br />
Viele moderne Haushaltsgeräte haben eine Abschaltautomatik – bei einem Elektroherd zum Beispiel bei Überhitzung der Kochfelder.<br />
63
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:09 Seite 64<br />
INTERVIEW: Ehrenamtliche Helferin<br />
Humor und Leichtigkeit sind immer gut<br />
Ehrenamtliche Helfer betreuen Menschen mit <strong>Demenz</strong> und entlasten Angehörige –<br />
Gespräch mit einer Helferin<br />
Gabriela Kochbati (62) ist eine von vielen<br />
engagierten ehrenamtlichen Betreuungspersonen<br />
für Menschen mit <strong>Demenz</strong><br />
in <strong>Hamburg</strong>. Die frühere Kellnerin,<br />
engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich<br />
in der häuslichen Betreuung<br />
von Menschen mit <strong>Demenz</strong>. Sie spricht<br />
über ihre Motivation und Erfahrung mit<br />
Betroffenen und Angehörigen.<br />
Frau Kochbati, wie sind Sie zu der<br />
Aufgabe der ehrenamtlichen Helferin<br />
für Menschen mit <strong>Demenz</strong> gekommen?<br />
Ausschlaggebend war meine Nachbarin,<br />
die nachts um drei angetroffen wurde,<br />
um eine Bild-Zeitung zu kaufen. Da<br />
habe ich das erste Mal mit dem Thema<br />
<strong>Demenz</strong> persönliche Erfahrungen gemacht.<br />
Kurz darauf wurden ehrenamtliche<br />
Helfer für den Besuchsdienst älterer<br />
Menschen gesucht. Nach einer Schulung<br />
habe ich dann eine erste Begleitung<br />
übernommen. Der erste Besuch in<br />
einer Familie war eine Herausforderung,<br />
aber ich bin bis heute dankbar für diese<br />
und die vielen anderen Erfahrungen.<br />
Erzählen Sie uns aus Ihrer Tätigkeit.<br />
Wie verlaufen die ersten Begegnungen<br />
oft?<br />
Am Anfang steht ein gemeinsamer Besuch<br />
mit der Koordinatorin der Ehrenamtlichen<br />
in der Häuslichkeit der zu betreuenden<br />
Person und dem Angehörigen.<br />
Nach Absprache der Besuchszeit<br />
und Aktivitäten folgt dann der erste Besuch.<br />
Zumeist freuen sich die Menschen,<br />
wenn ich komme. Manchmal<br />
lehnt mich die Person, die ich betreuen<br />
Die ehrenamtliche Helferin, Gabriela<br />
Kochbati, begleitet und betreut seit<br />
vielen Jahren Menschen mit <strong>Demenz</strong>.<br />
Mit Freude blickt sie auf viele<br />
Erlebnisse und Erfahrungen mit<br />
Betroffenen und Angehörigen zurück.<br />
soll ab. Dann muss das Eis oft erst gebrochen<br />
werden. Dies gelingt dann nach<br />
weiteren Treffen auch meistens.<br />
Worauf kommt es Ihnen in der gemeinsamen<br />
Zeit mit dem an <strong>Demenz</strong><br />
Erkrankten an?<br />
Für mich ist das Wichtigste, möglichst<br />
viel Fröhlichkeit mitzubringen durch<br />
eine positive, motivierende Lebenseinstellung.<br />
Ohne diese Haltung geht das<br />
nicht. Das Wichtigste ist: Für die an<br />
einer <strong>Demenz</strong> erkrankte Person soll es<br />
eine angenehme Zeit sein. Was wir unternehmen,<br />
hängt einzig und allein von<br />
den Interessen und Vorlieben <strong>des</strong> Erkrankten<br />
ab. Diese erfahre ich meist,<br />
weil wir viel über die Biografie <strong>des</strong><br />
Menschen sprechen. Die Zeit, die wir<br />
haben, gilt es, gut zu nutzen. Je nachdem,<br />
was Spaß macht, wird zusammen<br />
gekocht, gebastelt oder wir singen<br />
Volkslieder. Die Palette ist unendlich<br />
groß. Manchmal sind es auch Alltagsdinge<br />
wie Staub wischen oder Blumen<br />
gießen. Oder wir gehen zusammen spazieren.<br />
Dabei ist es wichtig für mich:<br />
Meine Zeit verbringe ich nur mit der erkrankten<br />
Person nicht nur, um ihr anregende<br />
Stunden zu geben, sondern auch<br />
um den Angehörigen zu entlasten; denn<br />
es ist unheimlich schwierig, dem geliebten<br />
Partner zur Seite zu stehen, wenn er<br />
verwirrt ist. Das zerrt an den Nerven.<br />
64
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:09 Seite 65<br />
INTERVIEW: Ehrenamtliche Helferin<br />
Sie wissen durch die Ausbildung und<br />
die vielen Jahre in der Betreuung viel<br />
über die Krankheit und deren Verlauf.<br />
Sind diese Gedanken im Hinterkopf<br />
immer mit dabei?<br />
Nein. Das schalte ich aus. Ich bin immer<br />
in dem Moment. Wir sprechen zwar<br />
über die Vergangenheit, aber die Zukunft<br />
ist ganz weit weg. Nur einmal<br />
habe ich es erlebt, dass ich gefragt<br />
wurde, ob es ein Leben nach dem Tod<br />
gibt. In solchen Situationen versuche<br />
ich locker zu bleiben; denn ich glaube<br />
daran und habe damals gesagt: „Woher<br />
soll ich das wissen, ich bin ja auch noch<br />
nicht von dort zurückgekommen.“<br />
Humor und eine gewisse Leichtigkeit<br />
sind immer gut.<br />
Wie gehen Sie damit um, wenn ein<br />
Betroffener darüber spricht, was er ja<br />
alles nicht mehr kann?<br />
Klarheit, Wahrheit und Offenheit sind<br />
mir absolut wichtig. Es bringt nichts,<br />
eine Situation zu überspielen oder nicht<br />
auf Gedanken einzugehen. Wenn jemand<br />
beklagt, dass er dieses oder jenes<br />
nicht mehr kann und zu viel vergisst,<br />
dann sage ich meistens: „Denken Sie<br />
doch mal daran, dass Sie über 80 Jahre<br />
alt sind – und Sie verlangen, dass sie<br />
noch Rock ‘n‘ Roll tanzen wie eine<br />
Zwanzigjährige? Das geht nicht.“ Oft<br />
können so die Beeinträchtigungen<br />
leichter angenommen werden.<br />
Haben Sie aus Ihrer Sicht im Umgang<br />
auch einen Vorteil gegenüber den direkten<br />
Angehörigen?<br />
Auf jeden Fall. Ich kenne die gemeinsame<br />
Geschichte mit allen Erlebnissen<br />
nicht. Das macht den Umgang und das<br />
Gespräch mit dem erkrankten Angehörigen<br />
oft einfacher, weil er sich so gibt,<br />
wie er ist. Er muss keine Rücksicht nehmen.<br />
Das ist für viele dann auch befreiend.<br />
Auch im Vergleich zu den Angehörigen<br />
habe ich es einfacher, weil ich<br />
nicht die vielen Erfahrungen <strong>des</strong> Alltags<br />
im Hinterkopf habe. Es gibt manchmal<br />
Angehörige, die können sich aufgrund<br />
ihres Alltags gar nicht vorstellen, was<br />
ich mit dem Erkrankten noch an Freude<br />
und schönen Momente erleben kann,<br />
weil wir uns so begegnen, wie es der<br />
Moment gerade möglich macht.<br />
Haben Sie Grundsätze im Umgang mit<br />
den Erkrankten?<br />
Ja, es ist mir sehr wichtig, dass die <strong>Demenz</strong>erkrankten<br />
weiter selbst entscheiden,<br />
was sie wollen. Sie können, wenn<br />
sie etwas wollen, viel mehr, als ihnen oft<br />
von den Angehörigen zugetraut wird.<br />
Wichtig ist, den Menschen etwas zuzutrauen,<br />
solange es keine auf den ersten<br />
Blick erkennbare Gefahr ist. Wenn ein<br />
Mensch etwas wirklich will, dann kann<br />
er verdammt viel.<br />
Woher nehmen Sie die Kraft für Ihre<br />
Tätigkeit?<br />
Mich erfreut es heute, wenn Menschen<br />
lächeln. Früher habe ich mich nie intensiv<br />
mit Menschen beschäftigt, sie waren<br />
mir ziemlich egal. Das änderte sich, als<br />
ich mit 42 Jahren überfallen wurde und<br />
ins Krankenhaus musste. Mir war plötzlich<br />
bewusst wie verletzlich unser Leben<br />
ist und wie wichtig Aufmerksamkeit<br />
INFO<br />
Sie haben Interesse an der<br />
ehrenamtlichen Betreuung<br />
von Menschen mit<br />
<strong>Demenz</strong>?<br />
Die Träger der Angehörigenhilfe<br />
<strong>Demenz</strong> für <strong>Hamburg</strong> bieten in<br />
verschiedenen Stadtteilen Schulungen<br />
und Einsätze für ehrenamtliche Helfer<br />
in der Betreuung von Menschen mit<br />
<strong>Demenz</strong> an. Information und Kontakt:<br />
Alzheimer Gesellschaft <strong>Hamburg</strong> e. V.<br />
Gabrielle Stohwasser<br />
Telefon: 040 68913625<br />
E-Mail: info@alzheimer-hamburg.de<br />
www.angehoerigenhilfe.de<br />
und Zuwendung von anderen ist. Da war<br />
klar: Ich werde in meinem Leben etwas<br />
ändern. Heute mit den Senioren zu arbeiten,<br />
ist für mich zu einer Berufung<br />
geworden. Ich erlebe Freude und Dankbarkeit<br />
durch viele Momente und Reaktionen.<br />
Und auch der Kontakt und Austausch<br />
mit den anderen Ehrenamtlichen<br />
gibt mir Sicherheit und Freude.<br />
Erleben Sie auch Dankbarkeit von den<br />
Angehörigen?<br />
Ja. Viele lassen es mich schon in der Zeit<br />
der Betreuung spüren, wie sehr sie<br />
meine Unterstützung schätzen. Für<br />
mein eigenes Leben nehme ich unendlich<br />
viel aus den Betreuungen und Begegnungen<br />
mit.<br />
65
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:09 Seite 66<br />
REPORTAGE: Gesprächsgruppen<br />
Der Austausch mit anderen vermittelt<br />
Kraft, Mut und hilfreiche Tipps<br />
Gesprächsgruppen für Angehörige – Gegenseitige Hilfe steht im Mittelpunkt<br />
Auf dem Tisch stehen Kaffee, kalte<br />
Getränke, Kekse und kleine Süßigkeiten.<br />
Es ist gemütlich im Bastelraum der<br />
DRK-Tagespflege Süderelbe. Heute trifft<br />
sich hier – wie jeden Monat einmal –<br />
die Gesprächsgruppe für Angehörige<br />
von Menschen mit <strong>Demenz</strong>. Etwa zwei<br />
Stunden werden sich die Angehörigen –<br />
so wie in vielen weiteren Gruppen in der<br />
Hansestadt – über ihre Herausforderungen<br />
im Alltag mit dem von <strong>Demenz</strong><br />
betroffenen Partner oder Elternteil austauschen,<br />
sich gegenseitig ermutigen<br />
und Tipps geben.<br />
Geleitet wird die Süderelbe-Gruppe seit<br />
elf Jahren von Sigrid Rudolph. An erster<br />
Stelle steht für sie bei den Treffen der<br />
direkte Austausch zwischen den Angehörigen.<br />
„Wir haben keinen Themenplan.<br />
Das ergibt sich, je nachdem, was<br />
die Teilnehmer zu Hause bewegt hat“,<br />
erzählt Rudolph, die sich freut, beim<br />
DRK immer mit offenen Armen empfangen<br />
zu werden. Das Spektrum reiche<br />
von dem Austausch über Verhaltens -<br />
weisen <strong>des</strong> Erkrankten, Problemen mit<br />
dem Pflegedienst, Erfahrungen mit<br />
Behörden und Medikamenten bis hin zu<br />
Fragen rund um die Sexualität. Wenn<br />
sich dann herausstelle, dass die Mitglieder<br />
der Gruppe Bedarf an weitergehenden<br />
Informationen zu einem Thema<br />
haben, dann „führe ich persönliche<br />
Gespräche oder organisiere, dass ein<br />
Experte zu dem Thema zu uns in die<br />
Gruppe kommt und informiert“.<br />
Sigrid Rudolph weiß, wovon sie spricht.<br />
Ihre Eltern seien beide an Alzheimer<br />
erkrankt gewesen. Dadurch verfüge sie<br />
über viele persönliche Erfahrungen im<br />
Umgang mit <strong>Demenz</strong>. Auch den Austausch<br />
unter Angehörigen kennt sie aus<br />
eigener Erfahrung. „Ich war selbst Mitglied<br />
der Gruppe und habe erlebt, wie<br />
wichtig der Austausch mit anderen ist.<br />
Als die Zukunft der Gruppe ungeklärt<br />
war, wurde die Leitung an mich herangetragen.<br />
Mir war klar: ‚Es muss weitergehen.‘“,<br />
so Rudolph. Sie habe sich dann<br />
über die Alzheimer Gesellschaft weiterqualifiziert<br />
und freut sich heute über bis<br />
zu 20 Mitglieder der Gruppe.<br />
Seit elf Jahren leitet sie eine Angehörigen-<br />
Gruppe: Sigrid Rudolph<br />
Für sie sei es wichtig, dass die Atmos -<br />
phäre bei den Treffen stimmt. Vertraut<br />
und vertraulich müssten sich die Treffen<br />
für die Teilnehmer anfühlen. „Es geht<br />
schon sehr persönlich zu und oft kullern<br />
auch die Tränen.“ Ihr Ziel sei es, dann<br />
mit gebotener Zurückhaltung den Austausch<br />
zu fördern, auch mal in den Arm<br />
zu nehmen und Tipps zu geben.<br />
66
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:09 Seite 67<br />
REPORTAGE: Gesprächsgruppen<br />
„Manchmal ist meine Bitte nach einem<br />
Gespräch auch nur: ‚Kümmere Dich<br />
auch selbst, damit es Dir besser geht.‘“,<br />
so die erfahrene Gruppenleiterin. Bei<br />
allem Austausch sei ihr klar, dass die<br />
Krankheit für die Angehörigen „immer<br />
ein schwerer Weg bleibt und wir mit -<br />
einander nur lernen dürfen, besser<br />
damit umzugehen“. Manches Mal würden<br />
sie die Erzählungen auch belasten.<br />
„Da ist es dann gut, dass wir Gruppenleiter<br />
uns alle zwei Monate bei der<br />
Alzheimer Gesellschaft zum Austausch<br />
treffen.“<br />
Für Sigrid Rudolph steht fest: Wer in die<br />
Gruppen kommt, der könne eine Nähe<br />
und Distanz zugleich erfahren. Nähe,<br />
weil die Erfahrungen mit der Krankheit<br />
ähnlich sind. Und Distanz, weil die Teilnehmer<br />
nicht verwandt und meist auch<br />
nicht bekannt sind. Vielleicht sei es<br />
genau diese Kombination, die es allen<br />
möglich mache, sich zu öffnen, von Gefühlen<br />
und Problemen zu sprechen und<br />
dann genau dadurch voneinander zu<br />
profitieren. Häufig teilten Angehörige<br />
mit: „Ich hätte nicht gedacht, dass die<br />
Gesprächsgruppe meine größte Hilfe in<br />
der Zeit meiner Pflege war.“<br />
Stimmen von Gruppenmitgliedern:<br />
Renate Nagorny: „Ich bin zufällig vor<br />
vier Jahren in die Gruppe gekommen<br />
und wusste nicht, was mich erwartet.<br />
Mein Mann konnte kaum noch etwas.<br />
Durch den Austausch habe ich gemerkt,<br />
dass andere es auch schwer haben und<br />
ich mit meinen Herausforderungen<br />
nicht alleine dastehe. Ich kann in der<br />
Gruppe vieles ansprechen, was mit anderen,<br />
die die Situation nicht kennen,<br />
Einmal im Monat treffen sich Angehörige in<br />
der DRK-Tagespflege Süderelbe zum<br />
Austausch von Erfahrungen, aber auch<br />
Sorgen und Nöten. Wenn sich aus den<br />
Gesprächen weitergehende Fragen ergeben,<br />
wird durch die Gruppenleiterin ein Experte<br />
zur Beantwortung von Fragen eingeladen.<br />
einfach nicht möglich ist. Darüber<br />
hinaus habe ich viele Informationen und<br />
auch den einen oder anderen Hinweis<br />
bekommen, den man sonst von den<br />
Pflegediensten, Krankenkassen oder<br />
Behörden so nicht bekommt.“<br />
Günter Burat: „Es tut gut, Menschen zu<br />
treffen, die vom gleichen Schicksal betroffen<br />
sind. In der Gruppe werde ich<br />
verstanden, wenn ich beschreibe, was<br />
ich gerade mit meiner Frau und der<br />
Krankheit erlebe. Das hilft.“<br />
67
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:10 Seite 68<br />
REPORTAGE: Gesprächsgruppen<br />
Sabine Lange: „Wer zu dieser Gruppe<br />
kommt, der wird für die schwierigen<br />
Momente im Alltag gestärkt. Selbst zu<br />
erzählen, was einen beschäftigt, und<br />
auch von anderen zu erfahren, dass<br />
viele Themen sehr ähnlich sind, tut einfach<br />
gut. Außerdem habe ich hier auch<br />
Selbstvertrauen bekommen, gegenüber<br />
Ärzten, Krankenkassen und Pflege -<br />
diensten robuster aufzutreten.“<br />
Gisela von Allwörden: „Viele Menschen<br />
wissen mit <strong>Demenz</strong> nichts anzufangen.<br />
Hier einfach so reden zu können, wie<br />
einem zumute ist – das tut sehr gut. Ich<br />
war ein Wrack und habe viel geweint.<br />
Das war auch beim ersten Besuch der<br />
Gruppe so. Ich komme regelmäßig, weil<br />
der Erfahrungsaustausch – beispielsweise<br />
auch über Medikamente –<br />
unheim lich hilfreich ist.“<br />
Ursula Krüger: „In der Gruppe kann ich<br />
über vieles sprechen, was für Menschen,<br />
die mit <strong>Demenz</strong> im Alltag keine Erfahrung<br />
haben, nicht zu verstehen ist. Auch<br />
in der Familie ist es manches Mal nicht<br />
so einfach, sich auszutauschen. Hier<br />
klare Worte zu sprechen und zu hören,<br />
dabei verstanden zu werden und wichtige<br />
Informationen zu bekommen, ist<br />
einfach sehr, sehr schön.“<br />
INFO<br />
Gesprächsgruppen in den <strong>Hamburg</strong>er Stadtteilen<br />
In diesen <strong>Hamburg</strong>er Stadtteilen bietet die Alzheimer Gesellschaft <strong>Hamburg</strong> Gesprächsgruppen für Angehörige von Menschen mit<br />
<strong>Demenz</strong> an:<br />
– Altona, Gefionstraße 3 (Bürgertreff Altona-Nord), jeden vierten Dienstag im Monat von 16:30 bis 18:30 Uhr<br />
– Barmbek, Steilshooper Straße 2 (DRK <strong>Hamburg</strong>-Nord), jeden ersten Freitag im Monat von 14 bis 16 Uhr<br />
– Bergedorf, Leuschnerstraße 93 b, jeden vierten Mittwoch im Monat von 17:30 bis 19:30 Uhr<br />
– Eimsbüttel, Bei der Christuskirche 2, jeden ersten Mittwoch im Monat von 15 bis 17 Uhr<br />
– Harburg, Am Frankenberg 34 (Seniorenwohnanlage), jeden dritten Dienstag im Monat von 16 bis 18 Uhr<br />
– Jenfeld, Charlottenburger Straße 1 (Jenfeld-Haus), jeden dritten Dienstag im Monat von 15:30 bis 17:30 Uhr<br />
– Langenhorn, Wördenmoorweg 22 (Gemeindehaus Ansgar-Kirche), jeden zweiten Freitag im Monat von 15 bis 17 Uhr<br />
– Rissen, Am Rissener Bahnhof 17 (ASB Tagespflege Rissen), jeden dritten Montag im Monat von 16 bis 18 Uhr<br />
– Süderelbe, Hausbrucher Straße 121 a (DRK-Tagespflege), jeden ersten Dienstag im Monat von 16:30 bis 18:00 Uhr<br />
– Volksdorf, Farmsener Landstraße 71–73 (Diakonissen-Mutterhaus), jeden letzten Donnerstag im Monat von 15 bis 17 Uhr<br />
– Wandsbek<br />
Gruppe I: Litzowstraße 20, jeden ersten Donnerstag im Monat von 15 bis 17 Uhr<br />
Gruppe II: Wandsbeker Allee 68, jeden dritten Donnerstag im Monat von 15 bis 17 Uhr<br />
Darüber hinaus gibt es noch eine Gruppe für Angehörige von Menschen mit einer frontotemporalen <strong>Demenz</strong> in Wandsbek,<br />
Litzowstraße 20. Das Treffen ist dort jeden ersten Dienstag von 17 bis 19 Uhr.<br />
Weitere Informationen und Anmeldung zu den Gruppen über unser Alzheimer-Telefon: 040 472538<br />
(montags bis freitags von 10 bis 13 Uhr sowie montags und donnerstags von 13 bis 16 Uhr und mittwochs von 16 bis 19 Uhr)<br />
68
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:10 Seite 69<br />
REPORTAGE: Gesprächsgruppen<br />
Gesprächsgruppen helfen Angehörigen<br />
dabei, auch mal loslassen zu können sowie<br />
die eigenen Belange und Fragen in den<br />
Mittelpunkt zu stellen.<br />
69
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:10 Seite 70<br />
MENSCHEN MIT DEMENZ: Finanzielle Leistungen<br />
Finanzielle Hilfen für<br />
Menschen mit <strong>Demenz</strong> und<br />
Angehörige<br />
Die Reform der Pflegeversicherung kommt Menschen mit<br />
<strong>Demenz</strong> zugute<br />
Tipp<br />
Angehörige<br />
können den<br />
Gutachter beim<br />
Hausbesuch zusätzlich<br />
um ein Gespräch unter vier Augen ohne<br />
Beisein <strong>des</strong> Kranken bitten, um offen<br />
über die Defizite <strong>des</strong> Betroffenen spre -<br />
chen zu können, ohne diesen dadurch<br />
zu kränken.<br />
Zur Vorbereitung ist es sinnvoll, ein<br />
Pflegetagebuch auszufüllen, das die<br />
Deutsche Alzheimer Gesellschaft im<br />
Internet zur Verfügung stellt.<br />
Um Leistungen der Pflegeversicherung<br />
zu erhalten, muss der Betreffende oder<br />
sein rechtlicher Vertreter einen Antrag<br />
bei der Pflegekasse stellen. Diese ist<br />
immer bei der Krankenkasse <strong>des</strong> Ver -<br />
sicherten angesiedelt. Sie beauftragt<br />
den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung<br />
oder einen unabhängigen<br />
Gutachter, einen Hausbesuch zur Einstufung<br />
<strong>des</strong> Pflegebedürftigen vorzunehmen.<br />
Der Gutachter kündigt seinen<br />
Besuch schriftlich an.<br />
Zum Hausbesuch sollten ein aktueller<br />
Medikamentenplan, ärztliche Bescheinigungen<br />
oder Krankenhausberichte und<br />
gegebenenfalls die Pflegedokumentation<br />
<strong>des</strong> Pflegedienstes bereitliegen.<br />
Beim Einstufungsbesuch müssen die<br />
Gutachter auch die pflegenden Angehörigen<br />
befragen. Gerade bei Menschen<br />
mit <strong>Demenz</strong> ist es unabdingbar, dass sie<br />
die Aussagen von Angehörigen oder<br />
Pflegekräften berücksichtigen, da die<br />
Leistungsfähigkeit <strong>des</strong> Kranken stark<br />
schwanken kann. Angehörige können zu<br />
ihrer Unterstützung eine Vertrauens -<br />
person hinzuziehen, auch von der Alzheimer<br />
Gesellschaft oder einem ambulanten<br />
Pflegedienst.<br />
Die Pflegebedürftigen erhalten das Gutachten<br />
und den Bescheid über den festgestellten<br />
Pflegegrad. Wenn der Bescheid<br />
falsch oder ungünstig erscheint,<br />
kann man dagegen Widerspruch einlegen.<br />
Wird der Widerspruch abgelehnt,<br />
ist eine kostenfreie Klage vor dem Sozialgericht<br />
möglich. In jedem Fall ist es<br />
sinnvoll bei abweichender Einschätzung<br />
von Bescheiden Kontakt zu den bezirk -<br />
lichen Pflegestützpunkten aufzunehmen.<br />
Pflegebedürftig im Sinne <strong>des</strong> Sozial -<br />
gesetzbuches sind Personen, die „gesundheitlich<br />
bedingte Beeinträchtigungen<br />
der Selbstständigkeit oder der<br />
Fähigkeiten aufweisen und <strong>des</strong>halb der<br />
Hilfe durch andere bedürfen. Es muss<br />
sich um Personen handeln, die körper -<br />
liche, kognitive oder psychische Be -<br />
einträchtigungen oder gesundheitlich<br />
bedingte Belastungen oder Anforderungen<br />
nicht selbstständig kompensieren<br />
oder bewältigen können.“<br />
Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen<br />
können folgende sechs „Module“ betreffen,<br />
die prozentual gewichtet werden:<br />
1. Mobilität (10 Prozent): Wie selbstständig<br />
kann sich ein Mensch fortbewegen<br />
und seine Körperhaltung ändern?<br />
70
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:10 Seite 71<br />
MENSCHEN MIT DEMENZ: Finanzielle Leistungen<br />
Den nachfolgenden Modulen 2 und 3<br />
wird mit 15 Prozent ein gemeinsam<br />
gewichteter Prozentsatz zugeordnet.<br />
2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten:<br />
Wie gut findet sich ein<br />
Mensch im Alltag örtlich und zeitlich<br />
zurecht? Kann er für sich selbst Entscheidungen<br />
treffen? Kann er Gespräche<br />
führen und Bedürfnisse mitteilen?<br />
3. Verhaltensweisen und psychische<br />
Pro blemlagen: Wie häufig benötigt<br />
ein Mensch Hilfe aufgrund von psychischen<br />
Problemen und Verhaltensweisen<br />
wie etwa aggressivem oder<br />
ängstlichem Verhalten?<br />
4. Selbstversorgung (40 Prozent): Wie<br />
selbstständig kann sich ein Mensch<br />
im Alltag versorgen bei der Körperpflege,<br />
beim Ankleiden, beim Essen<br />
und Trinken?<br />
5. Bewältigung von und selbstständiger<br />
Umgang mit krankheits- oder the -<br />
rapiebedingten Anforderungen und<br />
Belastungen (20 Prozent): Welche<br />
Unterstützung benötigt ein Mensch<br />
beim Umgang mit der Krankheit und<br />
bei Behandlungen – zum Beispiel bei<br />
Medikamentengabe, Verbandswechsel,<br />
Diät, Dialyse oder Beatmung?<br />
6. Gestaltung <strong>des</strong> Alltagslebens und<br />
sozialer Kontakte (15 Prozent): Wie<br />
selbstständig kann ein Mensch seinen<br />
Tagesablauf planen oder Kontakte<br />
pflegen?<br />
Ermittlung <strong>des</strong> Pflegegra<strong>des</strong><br />
Vereinfacht formuliert erfolgt die 2. Schritt: Die Summe der Einzelpunkte<br />
Ermittlung <strong>des</strong> Pflegegra<strong>des</strong> in drei<br />
Schritten (siehe auch Abbildung unten):<br />
1. Schritt: Die Einzelpunkte je Modul<br />
werden addiert und als Tageswert ausgewiesen.<br />
wird nach einer festgelegten Berechnungsregel<br />
entsprechend der prozentualen<br />
Gewichtung <strong>des</strong> Moduls in einen gewichteten<br />
Punktwert umgerechnet.<br />
DIE PFLEGEGRADE ENTSPRECHEND DER GEWICHTETEN PUNKTE<br />
1<br />
2<br />
3<br />
geringe Beeinträchtigung der Selbst -<br />
ständigkeit oder der Fähigkeiten<br />
erhebliche Beeinträchtigung der Selbst -<br />
ständigkeit oder der Fähigkeiten<br />
schwere Beeinträchtigung der Selbst -<br />
ständigkeit oder der Fähigkeiten<br />
12,5 – unter 27<br />
27 – unter 47,5<br />
47,5 – unter 70<br />
Der Gutachter schätzt für jede der sechs<br />
4<br />
schwerste Beeinträchtigung der Selbst -<br />
70 – unter 90<br />
Module den Grad der Selbstständigkeit.<br />
ständigkeit oder der Fähigkeiten<br />
Es ergibt sich für jeden Bereich ein Wert<br />
zwischen 0 und 3 Punkten. Die Punkt-<br />
5<br />
schwerste Beeinträchtigung der Selbst -<br />
90 – 100<br />
werte fließen dann in unterschiedlicher<br />
ständigkeit oder der Fähigkeiten mit<br />
Gewichtung in die Ermittlung <strong>des</strong> Pflege -<br />
besonderen Anforderungen an die<br />
gra<strong>des</strong> ein.<br />
pflegerische Versorgung<br />
71
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:10 Seite 72<br />
MENSCHEN MIT DEMENZ: Finanzielle Leistungen<br />
Übergang von Pflegestufen in<br />
Pflegegrade<br />
Wer am 31. Dezember 2016 bereits<br />
eine Pflegestufe hatte, muss wegen der<br />
Änderung keinen neuen Antrag stellen.<br />
Pflegebedürftige mit ambulantem<br />
zusätzlichem Betreuungsbedarf werden<br />
in den übernächsten Pflegegrad über -<br />
geleitet: Aus Pflegestufe 0 wird Pflege -<br />
grad 2, aus Pflegestufe 1 Pflegegrad 3<br />
usw. Dadurch ergeben sich für <strong>Demenz</strong> -<br />
kranke, die nach dem alten Recht als<br />
„in ihrer Alltags kompetenz erheblich<br />
ein geschränkt“ galten, teils erhebliche<br />
Verbesserungen.<br />
Lassen Sie sich beraten<br />
Die Bestimmungen der<br />
Pflegeversicherung und die<br />
Beantragung von Leis tun gen<br />
sind zum Teil recht kom pli -<br />
ziert. Deshalb sollten Sie sich<br />
ausführlich informieren oder eine<br />
Beratung auf suchen, zum Beispiel bei<br />
Pflegestützpunkten, Pflegekassen oder<br />
der Alzheimer Gesellschaft. Ausführliche<br />
Informationen enthält der von der<br />
Deutschen Alzheimer Gesell schaft<br />
herausgegebene „Leitfaden zur Pflege -<br />
versicherung“. Mit dem Pflegeleistungs-<br />
Helfer <strong>des</strong> Bun<strong>des</strong>gesundheitsministe -<br />
riums können Sie sich im Internet die<br />
indi viduellen Leistungsansprüche<br />
zu sammenstellen:<br />
www.bun<strong>des</strong>gesundheitsministerium.de/<br />
service/pflegeleistungs-helfer.html. Weitere<br />
Informationen zum Pflegestärkungsgesetz<br />
finden Sie unter: www.pflegestaerkungsgesetz.de.<br />
Informationen über das neue<br />
Begutachtungsverfahren geben die<br />
Medizinischen Dienste unter:<br />
www.pflegebegutachtung.de.<br />
3. Schritt: Schließlich werden die gewichteten<br />
Punkte der sechs Lebens -<br />
bereiche (Module) zu einem Gesamtpunktwert<br />
addiert, der zwischen 0 und<br />
100 Punkten liegen kann.<br />
Monatliche Leistungen<br />
Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2 erhalten<br />
aus der Pflegeversicherung monat -<br />
liche Leistungen entweder als Pflegegeld,<br />
das zur freien Verfügung steht,<br />
oder als Pflegesachleistungen, die über<br />
ambulante Pflegedienste oder freie<br />
Pflegefachkräfte abgerechnet werden<br />
können. Pflegegeld und -sachleistungen<br />
können auch kombiniert werden.<br />
Zusätzlich stehen Leistungen für teil -<br />
stationäre Tages- oder Nacht-Pflege -<br />
einrichtungen zur Verfügung.<br />
Jeder Pflegebedürftige hat unabhängig<br />
vom Pflegegrad Anspruch auf einen<br />
sogenannten Entlastungsbetrag in Höhe<br />
von 125 Euro pro Monat. Dieser Betrag<br />
ist zweckgebunden und wird nicht bar<br />
ausgezahlt. Damit können beispielsweise<br />
Tages- und Nachtpflege finanziert<br />
werden, Einsätze von Pflegediensten<br />
(außer zur Unterstützung bei der<br />
Körperpflege) oder Kurzzeitpflege, aber<br />
auch die Vermittlung von ehrenamt -<br />
lichen Helferinnen und Betreuungs -<br />
gruppen, Unterstützung im Haushalt<br />
und weitere Entlastungshilfen.<br />
Auch für die stationäre Pflege im Heim<br />
werden monatliche Leistungen zur Verfügung<br />
gestellt.<br />
Jährliche Leistungen<br />
Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 2 stehen<br />
für einen Kurzzeitpflegeaufenthalt<br />
bis 1612 Euro pro Kalenderjahr zu. Für<br />
die Verhinderungspflege im häuslichen<br />
oder im stationären Bereich wird bei<br />
Verhinderung <strong>des</strong> pflegenden Angehörigen<br />
oder einer ehrenamtlichen Pflegeperson<br />
die gleiche Leistung gewährt.<br />
Wird eine der Leistungen nur teilweise<br />
in Anspruch genommen, können bis zu<br />
806 Euro der Kurzzeitpflegeleistung für<br />
Verhinderungspflege genutzt werden<br />
oder umgekehrt die gesamte Verhinderungspflegeleistung<br />
von 1612 Euro für<br />
Kurzzeitpflege. Eine Pflegeperson kann<br />
auch stundenweise verhindert sein,<br />
etwa um einzukaufen, private Termine<br />
wahrzunehmen oder sich zu erholen.<br />
72
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:10 Seite 73<br />
MENSCHEN MIT DEMENZ: Finanzielle Leistungen<br />
Weitere Leistungen<br />
Pflegebedürftige haben Anspruch auf<br />
technische Hilfsmittel. Wenn die Pflegekasse<br />
zum Beispiel den Bedarf für ein<br />
Pflegebett anerkennt, wird es finanziert.<br />
Für Verbesserungen <strong>des</strong> Wohnumfel<strong>des</strong><br />
können Zuschüsse von bis zu 4000<br />
Euro je Maßnahme gezahlt werden. Bei<br />
Bedarf übernehmen die Pflegekassen<br />
auch die Kosten für Hilfsmittel zum<br />
Verbrauch wie Einmalhandschuhe von<br />
bis zu 40 Euro pro Monat.<br />
Wer ausschließlich Pflegegeld erhält,<br />
muss ab Pflegegrad 2 in bestimmten<br />
Zeitabständen Pflegeberatungsbesuche<br />
von ambulanten Diensten oder neu -<br />
tralen Beratungsstellen in Anspruch<br />
nehmen. Wer Sachleistungen bekommt,<br />
kann die Besuche ebenfalls anfordern,<br />
ist aber nicht dazu verpflichtet. Darüber<br />
hinaus besteht Anspruch auf eine Beratung<br />
durch Pflegeberater bei den Pflegestützpunkten<br />
und bei der Pflegekasse.<br />
Das Leben in selbst organisierten am -<br />
bulant betreuten Wohngemeinschaften<br />
wird gesondert unterstützt. Unter<br />
bestimmten Voraussetzungen erhalten<br />
Pflegebedürftige dafür monatlich<br />
214 Euro zusätzlich. Zudem bekommen<br />
sie als Starthilfe zum Aufbau einer WG<br />
pro Person 2500 Euro, insgesamt jedoch<br />
maximal 10000 Euro pro WG.<br />
Die Pflegekassen übernehmen unter<br />
bestimmten Umständen Sozialversicherungsbeiträge<br />
für pflegende Angehörige<br />
und schließen diese in die gesetzliche<br />
Unfallversicherung ein. Ab Pflegegrad 2<br />
und einem zeitlichen Aufwand von min<strong>des</strong>tens<br />
10 Stunden pro Woche, verteilt<br />
auf zwei oder mehr Tage, erhalten private<br />
Pflegepersonen, die nicht mehr<br />
als 30 Stunden wöchentlich berufstätig<br />
sind, Beiträge zur Rentenversicherung.<br />
Zur besseren Vereinbarkeit von Pflege<br />
und Beruf gibt es für Arbeitnehmerinnen<br />
und Arbeitnehmer Möglichkeiten zur<br />
unbezahlten, aber sozialversicherungspflichtigen<br />
Freistellung für bis zu sechs<br />
Monate nach dem Pflegezeitgesetz oder<br />
zur Reduzierung der Arbeitszeit für bis<br />
zu zwei Jahre nach dem Familienpflegezeitgesetz.<br />
Leistungen bei Pflegegrad 1<br />
Bei Pflegegrad 1 stehen als finanzielle<br />
Leistungen nur der monatliche Entlastungsbetrag<br />
von 125 Euro, bis zu 4000<br />
Euro für die Verbesserung <strong>des</strong> Wohnumfel<strong>des</strong>,<br />
genehmigte technische Hilfs -<br />
mittel zur Pflege und die Sonderleistung<br />
von 214 Euro monatlich zum Leben in<br />
einer Pflegewohngemeinschaft zur Verfügung.<br />
Eine Besonderheit ist, dass der<br />
Entlastungsbetrag bei Pflegegrad 1 daneben<br />
auch für Unterstützung bei der<br />
Körperpflege durch einen Pflegedienst<br />
sowie für die Kosten stationärer Pflege<br />
eingesetzt werden kann.<br />
Schwerbehindertenausweis<br />
Einen Schwerbehindertenausweis<br />
bekommen Personen, deren Alltag<br />
zum Beispiel infolge einer chronischen<br />
Erkrankung stark beeinträchtigt ist. Dazu<br />
zählen auch Menschen mit <strong>Demenz</strong>. Auf<br />
dem Ausweis wird der Grad der<br />
Behinderung von 20 bis 100<br />
angegeben. Außerdem<br />
zeigen Merk zeichen<br />
besondere Beein -<br />
trächtigungen an, zum Bei -<br />
spiel „G“ für Gehbehinderung.<br />
Je nach Behinderungsgrad und<br />
Merkzeichen berechtigt der Ausweis zum<br />
Beispiel:<br />
– zur unentgeltlichen Nutzung<br />
öffentlicher Verkehrsmittel<br />
(bei Bedarf mit einer Begleitperson)<br />
– zur Ermäßigung der Rundfunkgebühr<br />
– zur Gewährung von Steuer -<br />
erleichterungen.<br />
Der Schwerbehindertenausweis wird beim<br />
Versorgungsamt <strong>Hamburg</strong> beantragt:<br />
Versorgungsamt <strong>Hamburg</strong><br />
Adolph-Schönfelder-Straße 5<br />
22083 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 42863-0<br />
E-Mail: versorgungsamt@basfi.hamburg.de<br />
73
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:10 Seite 74<br />
INTERVIEW: Fachanwältin Bärbel Schönhof<br />
Rechtliche Aspekte bei <strong>Demenz</strong><br />
Fragen an die Fachanwältin Bärbel Schönhof<br />
Der Arzt hat die Diagnose ausgesprochen:<br />
<strong>Demenz</strong>. Was bedeutet die Krankheit<br />
unter rechtlichen Gesichtspunkten?<br />
Worauf ist zu achten? Bärbel Schönhof,<br />
Fachanwältin aus Bochum, gibt im<br />
Gespräch Angehörigen und Erkrankten<br />
wichtige Hinweise und praktische Tipps.<br />
Schönhof kann dabei neben ihren juristischen<br />
Fachkenntnissen auch auf persönliche<br />
Erfahrungen zurückgreifen.<br />
Ihre Mutter erkrankte im Alter von 48<br />
Jahren und die Juristin hat diese 15<br />
Jahre betreut und gepflegt.<br />
Frau Schönhof, was sollten aus rechtlicher<br />
Sicht, die ersten Schritte nach<br />
einer <strong>Demenz</strong>diagnose sein?<br />
Grundsätzlich ist es für den erkrankten<br />
Menschen und seine Angehörigen wichtig,<br />
sich bewusst zu werden, dass der<br />
Erkrankte früher oder später Entscheidungen<br />
nicht mehr für sich treffen<br />
kann. Daraus ergeben sich Fragen: Was<br />
bedeutet das für mein weiteres Leben?<br />
Wer soll für mich die Entscheidungen<br />
treffen? Sich diese Fragen so zu stellen,<br />
bedeutet ganz automatisch, sich mit<br />
Patientenvollmacht, Vorsorgevollmacht<br />
und Testament zu beschäftigen. Fest<br />
steht: Je eher und je intensiver die Auseinandersetzung<br />
mit diesen Themen beginnt,<br />
umso besser und einfacher ist das<br />
für alle Beteiligten. Es ist wichtig, sich<br />
bewusst zu sein, dass man nicht mehr<br />
vor diesen Fragen weglaufen kann.<br />
Wie gehen Angehörige aus Ihrer Sicht<br />
diese Themen am besten an?<br />
Entscheidend ist, wie krankheitseinsichtig<br />
der Betroffene ist. Wenn die Diagnose<br />
eher ignoriert wird, empfehle ich,<br />
das Thema unverfänglich zu beginnen<br />
und den Fokus von dem Betroffenen abzulenken<br />
und die Familie insgesamt zu<br />
betrachten. Das geht beispielsweise,<br />
wenn man sagt: Wir müssen uns einmal<br />
gegenseitig Gedanken machen, was ist,<br />
wenn einem von uns etwas passiert.<br />
Dann gibt das dem Erkrankten nicht das<br />
Gefühl, dass es nur an ihm liegt und<br />
aufgrund seiner Defizite gehandelt wird.<br />
Bärbel Schönhof ist Rechtsanwältin<br />
mit den Schwerpunkten Sozialrecht,<br />
dem Pflege-, Medizin- und<br />
Gesundheitsrecht, dem Familien- und<br />
Erbrecht. Die Bochumerin engagiert<br />
sich zudem als stellvertretende<br />
Vorsitzende der Deutschen Alzheimer<br />
Gesellschaft e. V. und hat einen<br />
Lehrauftrag an der Universität<br />
Witten/Herdecke für den Masterstudiengang<br />
<strong>Demenz</strong>. Der Studiengang<br />
ist auf die Versorgung mit <strong>Demenz</strong><br />
ausgerichtet.<br />
Wie lange kann ein Mensch mit <strong>Demenz</strong><br />
überhaupt Schriftstücke rechtswirksam<br />
verfassen?<br />
Dafür gibt es keine Regelung. Das muss<br />
immer individuell geprüft werden. Es<br />
gilt der Grundsatz: Der Betroffene muss<br />
noch wissen, was er tut und was er unterschreibt.<br />
Es wird sehr schwierig,<br />
wenn Vater oder Mutter alles unterschreiben,<br />
was ihnen vorgelegt wird.<br />
Weil niemand weiß, wieviel Zeit im Einzelfall<br />
bleibt, sollten alle Beteiligten die<br />
wichtigen Fragen zügig regeln.<br />
74
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INTERVIEW: Fachanwältin Bärbel Schönhof<br />
Worauf sollte bei Vollmachten und<br />
Testament geachtet werden?<br />
Die Vollmacht gilt zu Lebzeiten. Sie betrifft<br />
Entscheidungen, die der Angehörige<br />
für den Erkrankten trifft. Das Testament<br />
gilt ab dem Tod. Für bei<strong>des</strong> gilt:<br />
Der Unterzeichner muss noch selbst<br />
wissen, was er tut. Problematisch wird<br />
es immer dann, wenn innerhalb kürzester<br />
Zeit mehrere Dokumente unterschrieben<br />
werden, die sich inhaltlich<br />
widersprechen. Das ist dann ein Indiz,<br />
dass eine starke Beeinflussung erfolgt<br />
ist und Manipulation nicht auszuschließen<br />
ist. Es gilt: Je frühzeitiger diese Fragen<br />
geregelt werden, umso besser.<br />
Neben Vollmachten und Testament<br />
gibt es einen dritten Bereich, der eine<br />
Herausforderung sein kann. Wie ist<br />
mit Schenkungen umzugehen?<br />
Es gibt zwei Arten von Schenkungen.<br />
Wenn jemand einem anderen Geld gibt,<br />
dann ist die Schenkung vollzogen. Bei<br />
anderen Arten, zum Beispiel Über tra -<br />
gungen von Immobilien, ist ein Notar<br />
not wendig. Dieser muss dann die Geschäftsfähigkeit<br />
<strong>des</strong> Erkrankten prüfen.<br />
Dabei muss man aber wissen, dass diese<br />
Gespräche zur Prüfung oft sehr kurz sein<br />
können. Manchmal ist ein ärzt liches<br />
Attest sinnvoll. Mir ist es auch wichtig,<br />
darauf hinzuweisen: Tritt später einmal<br />
Pflegebedürftigkeit ein und es sind Kosten<br />
zu übernehmen, werden die Beschenk -<br />
ten herangezogen, wenn die Schenkung<br />
nicht mehr als zehn Jahre zurückliegt.<br />
Blicken wir auf den Alltag mit Betroffenen:<br />
Wer haftet bei Schäden, die ein<br />
Erkrankter verursacht?<br />
Grundsätzlich gilt hier: Wenn der Erkrankte<br />
keine Einsicht hat, dass er einen<br />
Schaden verursacht hat – zum Beispiel<br />
mit seinem Fahrrad ein Auto beschädigt<br />
zu haben – wird es schwierig. Die Haftpflichtversicherung<br />
wird dann nichts<br />
zahlen. Es ist wichtig, sich rechtzeitig<br />
die Policen anzusehen. Die Versicherungen<br />
bieten in der Regel heute in den Verträgen<br />
eine sogenannte Delikt un fähig -<br />
keitsklausel an. Dann werden Schä den<br />
auch von Deliktunfähigen über nommen.<br />
Fehlt diese Klausel, sollte eine Ergänzung<br />
vorgenommen werden, auch wenn der<br />
Beitrag dann teurer wird.<br />
Wann kann ein Angehöriger gegebenenfalls<br />
für Schäden, die der Betroffene<br />
verursacht hat, verantwortlich<br />
gemacht werden?<br />
Das ist nur der Fall, wenn der Angehörige<br />
seine Aufsichtspflicht verletzt hat.<br />
Das ist bei einer gängigen Vorsorgevollmacht<br />
oder rechtlicher Betreuung nur<br />
sehr selten der Fall. Aufmerksam zu sein<br />
ist wichtig, Angst mit Blick auf die Haftung<br />
bei Schäden aber nicht erforderlich,<br />
zumal die Geschädigten ja auch<br />
nachweisen müssen, dass der Schaden<br />
nicht entstanden wäre, wenn der Angehörige<br />
aufgepasst hätte.<br />
Ein heikles Thema ist die Frage der<br />
Mo bilität. Wie sieht es bei einer <strong>Demenz</strong>erkrankung<br />
mit dem Autofahren<br />
aus?<br />
Die wichtigste Frage ist für mich: Wie<br />
bekomme ich den Erkrankten dazu, sich<br />
nicht mehr hinter das Steuer zu setzen?<br />
Aus meiner Erfahrung heraus empfehle<br />
ich, sehr frühzeitig und sehr offen über<br />
das Autofahren mit dem Erkrankten zu<br />
sprechen. Die Diagnose <strong>Demenz</strong> ist ja<br />
nicht gleichbedeutend mit der Fahr -<br />
untüchtigkeit. Bei diesem Thema ist<br />
auch der behandelnde Arzt in der<br />
Pflicht. Er muss aufklären, sonst haftet<br />
er auch für Schäden mit.<br />
Kann nach einer Diagnose der Ver -<br />
sicherungsschutz wegfallen?<br />
Nein. Der Versicherungsschutz ist auch<br />
nach einer Diagnose weiterhin gegeben<br />
und deckt auf jeden Fall die Schäden<br />
Dritter ab. Es besteht allerdings die<br />
Möglichkeit, dass sich die Versicherung<br />
einen Teil der Kosten für die Regu -<br />
lierung <strong>des</strong> Schadens – bis zu 5000 Euro<br />
sind denkbar – vom <strong>Demenz</strong>kranken zurückholt.<br />
Ich finde es wichtig, dass die<br />
Angehörigen sich immer die Frage stellen<br />
sollten, ob das Fahren <strong>des</strong> Erkrankten<br />
für andere zu einer Lebensbedrohung<br />
werden könnte. Dann muss man<br />
abwägen, ob es nicht sogar sinnvoll ist,<br />
auch die Polizei zu rufen, wenn der Erkrankte<br />
sich weiterhin hinter das Steuer<br />
<strong>des</strong> Autos setzt.<br />
Stichwort Geschäftsfähigkeit: Wie<br />
kann man sich beispielsweise gegen<br />
die eines Haustürgeschäfts mit einem<br />
erkrankten Anghörigen schützen?<br />
Grundsätzlich besteht bei allen diesen<br />
Geschäften die Rücktrittsmöglichkeit<br />
innerhalb von zwei Wochen. Das Problem<br />
ist oft, dass erst viel später bekannt<br />
wird, dass ein Vertrag an der Tür<br />
oder per Telefon abgeschlossen wurde.<br />
Es gilt dann: Wenn der Nachweis<br />
er bracht werden kann, dass der Angehörige<br />
geschäftsunfähig ist, dann gelten<br />
die Verträge nicht. Mein Tipp an die<br />
Angehörigen ist, regelmäßig die Post<br />
durchzusehen, ob irgendwelche Vertragsbestätigungen<br />
kommen, um dann<br />
sofort zu reagieren und den Vertragspartner<br />
zu kontaktieren.<br />
75
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:11 Seite 76<br />
UNTERNEHMENSPORTRÄT<br />
Sterben ist Leben bis zuletzt<br />
In der stationären Pflegeeinrichtung „TABEA – Leben in<br />
Geborgenheit“ wurde eine Palliativeinheit mit beson -<br />
deren Möglichkeiten der Versorgung im Rahmen von<br />
Palliative Care geschaffen. Die Einheit ist integriert in<br />
einem Pflegewohnbereich und umfasst fünf Betten für<br />
Bewohnerinnen und Bewohner, die sich in einer palliativpflegerischen<br />
Situation befinden.<br />
Der Schwerpunkt in der palliativen Versorgung ist das<br />
ganzheitliche fürsorgliche Begleiten von sterbenden<br />
Menschen und ihren Angehörigen, um ihnen bis zuletzt<br />
ein Leben in Würde zu ermöglichen. Eine besondere<br />
Beachtung erhalten die Symptomkontrolle und die<br />
Linderung von schweren, belastenden Symptomen wie<br />
zum Beispiel Schmerzen oder Angst. Hierzu trägt ein<br />
interdisziplinäres Team bei, das aus Palliativen Care-<br />
Fachkräften, Pallia tivmedi zinern und Seelsorgern besteht<br />
und mit weiteren Spezialisten aus den Bereichen ambulante<br />
Hospiz arbeit, Vernetzung mit spezialisierter am -<br />
bulanter Palliativ versorgung, Physiotherapie, Ethikberatung,<br />
Palliative Care Beratung u. v. a. ergänzt wird.<br />
Unsere Einrichtung arbeitet aktiv und kontinuierlich in<br />
Netzwerken der Hospiz- und Palliativarbeit mit. Außerdem<br />
sind wir Mitglied in der Fachgesellschaft für Palliative<br />
Geriatrie (FGPG) e. V.<br />
„Wenn keine Heilung mehr möglich ist,<br />
können wir noch viel tun!“<br />
Diakoniewerk TABEA e. V.<br />
Am Isfeld 19 · 22589 <strong>Hamburg</strong> · Tel. 040 8092-0<br />
info@tabea.de · www.tabea.de<br />
76
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:11 Seite 77<br />
INTERVIEW: Fachanwältin Bärbel Schönhof<br />
Ein weiteres Thema ist die Freizeit -<br />
gestaltung: Gibt es rechtliche Besonderheiten,<br />
wenn ein Mensch mit<br />
<strong>Demenz</strong> seinen Hobbys, beispielsweise<br />
in einem Verein nachgeht?<br />
Im Freizeitbereich kann es leicht Probleme<br />
geben, weil bei Unfällen jeglicher<br />
Art oft die <strong>Demenz</strong> in den Vordergrund<br />
gestellt wird. Wichtig ist, die private<br />
Unfallversicherung über die <strong>Demenz</strong>erkrankung<br />
zu informieren. Viele Ver -<br />
sicherer haben eine Klausel, die den<br />
Versicherungsschutz für <strong>Demenz</strong>kranke<br />
ausschließt. Andere haben festgelegt,<br />
dass sie als Versicherung nur noch dann<br />
zahlen, wenn der Unfall nicht demenzbedingt<br />
ist. Hier hilft das Gespräch mit<br />
dem Versicherer, um Klarheit zu be -<br />
kommen.<br />
Schauen wir auf das Thema Pflege zu<br />
Hause. Gibt es rechtliche Aspekte, die<br />
der Angehörige bei der Pflege eines<br />
<strong>Demenz</strong>erkrankten berücksichtigen<br />
muss?<br />
Auch hier ist die Aufsichtspflicht ein<br />
wichtiger Aspekt. Es gilt: Als Pflegekraft<br />
haben sie nicht rund um die Uhr diese<br />
Pflicht und sind damit auch nicht für<br />
alles zur Verantwortung zu ziehen. Sehr<br />
wichtig ist mir der Hinweis auf privat<br />
beschäftigte Pflege- oder Haushalts -<br />
hilfen. Dabei geht es nicht um Familienangehörige,<br />
die stundenweise aus -<br />
helfen. Die wenigsten dieser Kräfte sind<br />
selbstständig und müssen <strong>des</strong>halb keine<br />
Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Sie<br />
müssen also daran denken, diese Kräfte<br />
anzumelden und dann auch dafür zu<br />
zahlen. Sonst drohen Strafverfahren<br />
und Nachforderungen.<br />
Letztes Thema: Welche Tipps geben Sie<br />
Angehörigen, um im Umgang mit dem<br />
Medizinischen Dienst der Kranken -<br />
versicherungen und bei der Frage der<br />
Pflegegrad-Einstufung gut vorbereitet<br />
zu sein?<br />
Mein Rat ist: Bereiten Sie sich auf den<br />
Besuch <strong>des</strong> Medizinischen Dienst vor.<br />
Besorgen Sie sich ein aktuelles Pflege -<br />
tagebuch. Das kann man sich aus dem<br />
Internet herunterladen. Füllen Sie dieses<br />
Buch für einige Tage aus. Das ist eine<br />
gute Grundlage für das Gespräch.<br />
Grundsätzlich empfehle ich bei allen<br />
Themen rund um die <strong>Demenz</strong>: Wer sich<br />
unsicher ist oder Fragen hat, der sollte<br />
auf <strong>Ratgeber</strong> zurückgreifen, eine Be -<br />
ratungsstelle aufsuchen oder auch zu<br />
einem Rechtsanwalt gehen, der das<br />
Krankheitsbild <strong>des</strong> Angehörigen kennt.<br />
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Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:11 Seite 78<br />
MENSCHEN MIT DEMENZ: Rechtliches<br />
INFO<br />
Testament<br />
Ein gültiges Testament muss hand -<br />
schriftlich verfasst, mit Datum<br />
versehen und eigenhändig unter -<br />
schrieben sein. Der Verfasser muss<br />
noch voll geschäftsfähig sein und<br />
sich darüber im Klaren sein, was<br />
seine Entscheidungen für die Erben<br />
bedeuten. Wenn die Testierfähigkeit<br />
infrage steht, sollte das Testament<br />
notariell beurkundet werden, um<br />
eine spätere Anfechtung zu ver -<br />
meiden. Zusätzlich kann man die<br />
Testierfähigkeit zum Zeitpunkt der<br />
Unterzeichnung <strong>des</strong> Testaments<br />
durch ein fachärztliches Gutachten<br />
bestätigen lassen.<br />
Am besten frühzeitig alles in die Wege<br />
leiten und bei Rechtsfragen nichts dem<br />
Schicksal überlassen<br />
Rechtliche Vorsorge<br />
Spätestens im frühen Stadium der Erkrankung sollten<br />
mit einer Vorsorgevollmacht, einer Patientenverfügung<br />
und einem Testament persönliche Entscheidungen<br />
recht lich abgesichert werden.<br />
Vorsorgevollmacht<br />
Wer für den Fall vorsorgen will, dass er<br />
sich aus gesundheitlichen Gründen nicht<br />
mehr selbst um seine Angelegenheiten<br />
kümmern kann, kann mit einer Vor -<br />
sorgevollmacht wichtige Entscheidungen<br />
auf eine Person seines Vertrauens<br />
übertragen. Diese Person kann zum Beispiel<br />
bevollmächtigt werden,<br />
– Entscheidungen über medizinische<br />
Behandlungen zu treffen<br />
– die finanziellen Angelegenheiten zu<br />
regeln<br />
– Verträge zu unterschreiben<br />
– zu entscheiden, wo der erkrankte<br />
Mensch leben soll.<br />
Für die finanzielle Vorsorge kann es<br />
sinnvoll sein, gemeinsam zur Bank zu<br />
gehen. Banken verwenden häufig eigene<br />
Formulare für Vollmachten.<br />
Rechtsgültige Vollmachten können nur<br />
voll geschäftsfähige Personen erteilen.<br />
Betroffene müssen sie daher rechtzeitig<br />
ausstellen, spätestens im frühen Stadium<br />
einer <strong>Demenz</strong>. Im Zweifelsfall kann man<br />
die Vollmacht von einem Notar beglaubigen<br />
lassen. Wenn Immobilien vorhanden<br />
sind, ist zum Verkauf immer eine notariell<br />
beglaubigte Vollmacht erforderlich.<br />
Die Vorsorgevollmacht sollte bei den<br />
wichtigen Unterlagen verwahrt werden.<br />
Der oder die Bevollmächtigte sollte<br />
darüber informiert sein und darauf Zugriff<br />
haben. Eine Vorsorgevollmacht ist<br />
an keine bestimmte Form gebunden, sie<br />
kann handschriftlich oder auf Vor -<br />
drucken verfasst werden.<br />
Rechtliche Betreuung<br />
Wenn jemand wichtige Entscheidungen<br />
nicht mehr selbst treffen kann und keine<br />
(Vorsorge-)Vollmacht ausgestellt hat,<br />
können Angehörige beim zuständigen<br />
Amtsgericht eine „rechtliche Betreuung“<br />
anregen. Wenn eine Vorsorgevollmacht<br />
vorliegt, ist ein gerichtliches Betreuungsverfahren<br />
entbehrlich – aber nur für<br />
die Bereiche, die ausdrücklich durch die<br />
Vollmacht abgedeckt werden. Die An -<br />
regung kann sowohl von Angehörigen<br />
als auch von Ärzten oder anderen Personen<br />
ausgehen, die einen Hilfebedarf erkennen.<br />
Das Gericht bestellt dann eine<br />
Person, die den Betreffenden in allen<br />
notwendigen Bereichen vertreten kann,<br />
zum Beispiel in Vermögens- und Gesundheitsfragen<br />
oder Wohnungsange -<br />
legenheiten. Mit der Einrichtung einer<br />
Betreuung sind Kosten verbunden, die<br />
der Betroffene in der Regel selbst zahlen<br />
muss. Kann er das nicht, übernimmt der<br />
Staat die Kosten. Rechtliche Betreuer<br />
unterstehen der Kontrolle <strong>des</strong> Gerichts<br />
und müssen regelmäßig Rechenschaft<br />
ablegen, insbesondere über die Finanzen.<br />
78
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:12 Seite 79<br />
MENSCHEN MIT DEMENZ: Rechtliches<br />
Patientenverfügung<br />
Patienten müssen allen ärztlichen Maßnahmen<br />
zustimmen. Für den Fall, dass<br />
sie die Art und den Zweck der ärztlichen<br />
Maßnahmen nicht mehr verstehen, ist<br />
eine Patientenverfügung wichtig. Sie<br />
legt fest, welche medizinischen Maßnahmen<br />
im Fall eines lebensbedroh -<br />
lichen Zustan<strong>des</strong> ergriffen oder unterlassen<br />
werden sollen – beispielsweise<br />
wird die Flüssigkeitszufuhr erlaubt, aber<br />
die künstliche Ernährung untersagt.<br />
In der Patientenverfügung kann auch<br />
eine Person bestimmt werden, die für<br />
den Betroffenen gegebenenfalls über<br />
solche Maßnahmen entscheiden kann.<br />
Vor dem Aufsetzen einer Patientenver -<br />
fügung ist eine ausführliche Beratung<br />
empfehlenswert, zum Beispiel beim<br />
Hausarzt.<br />
Patientenverfügungen müssen erstellt<br />
werden, wenn die Betreffenden noch<br />
einwilligungsfähig sind, das heißt solange<br />
sie verstehen, was ihnen erklärt<br />
wird und daraufhin eine Entscheidung<br />
treffen und diese mitteilen können.<br />
Geschäftsfähigkeit<br />
Wer durch eine <strong>Demenz</strong>erkrankung so<br />
weit in seiner Denk- und Urteilsfähigkeit<br />
beeinträchtigt ist, dass er die Bedeutung<br />
und Folgen eines Rechtsgeschäfts – zum<br />
Beispiel eines Kaufvertrags – nicht mehr<br />
verstehen und vernünftig abwägen<br />
kann, gilt im juristischen Sinn als geschäftsunfähig.<br />
Im frühen Stadium einer<br />
<strong>Demenz</strong> ist die Geschäftsfähigkeit häufig<br />
noch vorhanden. Bei einer mittelschweren<br />
oder schweren <strong>Demenz</strong> ist sie<br />
meist nicht mehr gegeben.<br />
In der Geschäftsfähigkeit kann es Abstufungen<br />
geben: Jemand ist beispielsweise<br />
nicht mehr in der Lage, einen komplizierten<br />
Pachtvertrag mit vielen Klauseln<br />
zu verstehen, kann aber noch problemlos<br />
einen neuen Staubsauger kaufen.<br />
Wenn die Geschäftsfähigkeit ständig<br />
und in allen Bereichen nicht mehr<br />
besteht, kann ein Arzt die Geschäfts -<br />
un fähigkeit bescheinigen. Damit kann<br />
man auch Käufe und Verträge rück -<br />
gängig machen, die eine an <strong>Demenz</strong><br />
erkrankte Person abgeschlossen hat.<br />
Haftung und Versicherung<br />
Wer aufgrund einer <strong>Demenz</strong> nicht in der<br />
Lage ist, die Folgen seines Handelns zu<br />
überblicken oder die Unrechtmäßigkeit<br />
einzusehen, der gilt vor dem Gesetz als<br />
„nicht schuldfähig“ oder „nicht delikt -<br />
fähig“. Für Schäden, die eine nicht schuldfähige<br />
Person verursacht, kann in der<br />
Regel weder sie selbst noch ihre Angehörigen<br />
verantwortlich gemacht werden<br />
– beispielsweise wenn sie im Laden<br />
etwas mitnimmt, ohne zu be zahlen. Nur<br />
wenn einem Angehörigen vom Betreuungsgericht<br />
ausdrücklich die gesamte<br />
Personensorge und Beaufsich tigung<br />
eines Menschen mit <strong>Demenz</strong> übertragen<br />
wurde, haftet dieser für Schäden.<br />
Allerdings sollten Angehörige grund -<br />
sätzlich versuchen, vorhersehbare Ge -<br />
fahrensituationen zu vermeiden. Wenn<br />
beispielsweise die demenzkranke Ehefrau<br />
schon wiederholt Blumentöpfe vom<br />
Balkon auf den Gehweg geworfen hat,<br />
dann sollte der Ehemann darauf achten,<br />
dass dort keine Blumen töpfe oder<br />
ähnliche Gegenstände mehr<br />
stehen. Sonst kann er unter<br />
Umständen mitverantwort -<br />
lich gemacht werden, wenn<br />
etwas passiert.<br />
Die private Haftpflichtversicherung<br />
muss über die <strong>Demenz</strong> -<br />
erkrankung informiert werden. Sie prüft<br />
im Schadensfall automatisch, ob der<br />
Angehörige überhaupt haftbar gemacht<br />
werden kann. Es gibt auch Haftpflichtversicherungen,<br />
die die Absicherung von<br />
„deliktunfähigen erwachsenen Personen“<br />
mit einschließen. Sie zahlen in einem<br />
gewissen Rahmen auch für Schäden, für<br />
die diese nach dem Gesetz nicht ver -<br />
antwortlich gemacht werden können.<br />
79
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:12 Seite 80<br />
ANSPRECHPARTNER / KONTAKTDATEN<br />
Adressen zu den Artikeln:<br />
Artikel 2<br />
(Leben mit <strong>Demenz</strong>):<br />
Alzheimer Gesellschaft <strong>Hamburg</strong><br />
e.V.<br />
Wandsbeker Allee 68<br />
22041 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 472538<br />
E-Mail: info@alzheimer-hamburg.de<br />
<strong>Demenz</strong>-Muster wohnung<br />
Beratung und Muster gegen stände<br />
zur Orientierungshilfe und Sicherheit<br />
in der Häuslichkeit<br />
Diakonie Stiftung MitMenschlichkeit<br />
<strong>Hamburg</strong><br />
Königstraße 54<br />
22767 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 30620261<br />
E-Mail: fugmann-gutzeit@<br />
diakonie-hamburg.de<br />
Artikel 5<br />
(Diagnose):<br />
Memory Clinic Albertinen-<br />
Krankenhaus<br />
Psychiatrie und Psychotherapie<br />
Süntelstraße 11 a<br />
22457 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 55882177<br />
Memory Clinic Asklepios Klinik<br />
Harburg<br />
Psychiatrische Institutsambulanz II,<br />
Haus 6, 2 Stock<br />
Eißendorfer Pferdeweg 52<br />
21075 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 1818-864555<br />
Gedächtnissprechstunde<br />
Asklepios Klinik Altona<br />
Paul-Ehrlich-Straße 1<br />
22763 <strong>Hamburg</strong><br />
Neurologie, 18 Stock, Station 18 A<br />
Telefon: 040 1818-811403<br />
Gedächtnissprechstunde<br />
Asklepios Klinik Nord/<br />
AK Ochsenzoll<br />
Klinik für Gerontopsychiatrie<br />
Memory-Clinic-Gedächtnissprechstunde<br />
Langenhorner Chaussee 560<br />
22419 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 1818-872337<br />
<strong>Demenz</strong> – Gedächtnissprechstunde<br />
Asklepios Klinik Barmbek<br />
Rübenkamp 220<br />
22307 <strong>Hamburg</strong><br />
Neurologie, 3. Stock<br />
Telefon: 040 1818823841<br />
Gedächtnissprechstunde<br />
Asklepios Klinik Wandsek<br />
Alphonstraße 14<br />
22043 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 1818831413<br />
Gedächtnissprechstunde<br />
Westklinikum <strong>Hamburg</strong> Rissen<br />
Suurheid 20<br />
22559 <strong>Hamburg</strong><br />
Abteilung für Psychatrie und<br />
Psychotherapie<br />
Telefon: 040 81912840<br />
Gedächtnissprechstunde Univer -<br />
sitätsklinikum <strong>Hamburg</strong> Eppendorf<br />
Klinik für Psychiatrie und<br />
Psychotherapie<br />
Martinistraße 52<br />
20246 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 741053210<br />
Artikel 7 (Information<br />
und Beratung):<br />
Pflegestützpunkte in <strong>Hamburg</strong><br />
Pflegestützpunkt Altona<br />
Achtern Born 135<br />
22549 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 428991010<br />
pflegestuetzpunkt@<br />
altona.hamburg.de<br />
Bezirksamt Bergedorf –<br />
Pflegestützpunkt und Beratungszentrum<br />
für ältere, pflegebedürftige<br />
und körperbehinderte<br />
Menschen (PBM)<br />
Weidenbaumsweg 21<br />
21029 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 42899-1020<br />
E-Mail: pflegestuetzpunkt@<br />
bergedorf.hamburg.de<br />
Pflegestützpunkt Eimsbüttel<br />
Garstedter Weg 13<br />
22453 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 42899-1030<br />
E-Mail: pflegestuetzpunkt@<br />
eimsbuettel.hamburg.de<br />
Pflegestützpunkt <strong>Hamburg</strong>-Mitte<br />
Bezirksamt <strong>Hamburg</strong>-Mitte<br />
Dezernat Soziales, Jugend und<br />
Gesundheit, Fachamt Gesundheit,<br />
Gutachten und Gesundheitshilfen,<br />
Beratung und Hilfen für Senioren<br />
und körperbehinderte Menschen<br />
Besenbinderhof 41<br />
20097 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 42899-1050<br />
E-Mail: pflegestuetzpunkt@<br />
hamburg-mitte.hamburg.de<br />
Pflegestützpunkt <strong>Hamburg</strong>-Nord<br />
Kümmellstraße 5–7<br />
20144 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 428991060<br />
E-Mail: pflegestuetzpunkt@<br />
hamburg-nord.hamburg.de<br />
Pflegestützpunkt Harburg<br />
Harburger Rathausforum 1<br />
21073 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 42899-1040<br />
E-Mail: pflegestuetzpunkt@<br />
harburg.hamburg.de<br />
Bezirksamt Wandsbek – Soziales<br />
Dienstleistungszentrum Wandsbek<br />
– Pflegestützpunkt Wandsbek<br />
Wandsbeker Allee 62<br />
22041 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 42899-1070<br />
E-Mail: pflegestuetzpunkt@<br />
wandsbek.hamburg.de<br />
Pflegestützpunkt Rahlstedt<br />
Bezirksamt Wandsbek – Soziales<br />
Dienstleistungszentrum Rahlstedt –<br />
Pflegestützpunkt Rahlstedt<br />
Rahlstedter Straße 151–157<br />
22143 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 42899-1080<br />
E-Mail: pflegestuetzpunktrahlstedt@wandsbek.hamburg.de<br />
<strong>Demenz</strong>-Beratungsstellen<br />
Alzheimer Gesellschaft <strong>Hamburg</strong><br />
e.V.<br />
Wandsbeker Allee 68<br />
22041 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 472538<br />
info@alzheimer-hamburg.de<br />
Beratungsstelle für ältere<br />
Menschen und ihre Angehörigen<br />
<strong>Hamburg</strong>ische Brücke<br />
Hellbrookkamp 58<br />
22177 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 4602158<br />
E-Mail: bst@hamburgischebruecke.de<br />
Beratungsstelle <strong>Demenz</strong><br />
Albertinen-Haus<br />
Zentrum für Geriatrie und<br />
Gerontologie<br />
Sellhopsweg 18-22<br />
22459 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 5581-1850<br />
<strong>Demenz</strong>-Sorgentelefon der<br />
Diakonie<br />
Sprechzeit: Montag bis Freitag von<br />
9–12 Uhr<br />
Telefon: 040 30620-349<br />
Lotsenbüro: <strong>Demenz</strong> Information<br />
Beratung<br />
Kirchenkreis <strong>Hamburg</strong>-West/<br />
Südholstein<br />
Bei der Flottbecker Mühle 25b<br />
22607 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 97071327<br />
E-Mail: lotsenbuero@<br />
kirchenkreis-hhsh.de<br />
80
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:12 Seite 81<br />
ANSPRECHPARTNER / KONTAKTDATEN<br />
Kursangebote für Angehörige<br />
von Menschen mit <strong>Demenz</strong><br />
Alzheimer Gesellschaft <strong>Hamburg</strong><br />
e.V.<br />
Wandsbeker Allee 68<br />
22041 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 472538<br />
info@alzheimer-hamburg.de<br />
HAS <strong>Hamburg</strong>er Angehörigenschule<br />
<strong>Hamburg</strong> gGmbH<br />
Telefon: 040 30620-436<br />
info@hamburgerangehoerigenschule.de<br />
DIE ANGEHÖRIGENSCHULE<br />
Richardstraße 45<br />
22081 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 18204026<br />
moritz@angehoerigenschule.de<br />
Selbsthilfe<br />
Kontakt und Informationsstelle für<br />
Selbsthilfegruppen in <strong>Hamburg</strong><br />
KISS <strong>Hamburg</strong><br />
Kontaktstelle Altona<br />
Gaußstraße 21–23<br />
22765 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 49292201<br />
E-Mail: kissaltona@<br />
paritaet-hamburg.de<br />
Kontaktstelle Harburg<br />
Neue Straße 27<br />
21073 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 30087322<br />
E-Mail: kissharburg@<br />
paritaet-hamburg.de<br />
Kontaktstelle Mitte<br />
Kreuzweg 7<br />
20099 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 537978-979<br />
E-Mail: kissmitte@<br />
paritaet-hamburg.de<br />
Kontaktstelle Wandsbek<br />
Brauhausstieg 15–17<br />
22041 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 39926350<br />
E-Mail: kisswandsbek@<br />
paritaet-hamburg.de<br />
KISS Selbsthilfe – Beratung für<br />
pflegende Angehörige<br />
Telefon: 040 39926355<br />
Betreuungsstellen<br />
Betreuungsstelle <strong>Hamburg</strong><br />
Abschnitt Altona/Eimsbüttel<br />
Eschelsweg 27<br />
22767 <strong>Hamburg</strong><br />
Betreuungsstelle <strong>Hamburg</strong><br />
Abschnitt Harburg/Bergedorf<br />
Steindamm 9<br />
20099 <strong>Hamburg</strong><br />
Betreuungsstelle <strong>Hamburg</strong><br />
Abschnitte <strong>Hamburg</strong>-Mitte, Nord<br />
und Wandsbek<br />
Winterhuder Weg 31<br />
22085 <strong>Hamburg</strong><br />
Kontakt zu allen Betreuungsstellen<br />
Telefon: 040 428635452<br />
E-Mail: betreuungsstellen@<br />
altona.hamburg.de<br />
Betreuungsvereine<br />
Altona<br />
Diakonieverein Vormundschaften<br />
und Betreuungen e.V.<br />
Mühlenberger Weg 57<br />
22587 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 87971626<br />
Bergedorf<br />
Betreuungsverein Bergedorf e.V.<br />
Ernst-Manitius-Straße 5<br />
21029 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 7213320<br />
Eimsbüttel<br />
Insel e. V. Betreuungsverein<br />
Eimsbüttel<br />
Heußweg 25<br />
20255 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 4200226<br />
<strong>Hamburg</strong>-Mitte<br />
Zukunftswerkstatt der Generationen<br />
e.V.<br />
Betreuungsvereine Wandsbek &<br />
<strong>Hamburg</strong>-Mitte<br />
Papenstraße 27<br />
22089 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 201111<br />
<strong>Hamburg</strong>-Nord<br />
Betreuungsverein <strong>Hamburg</strong>-Nord<br />
e.V.<br />
Wohldorfer Straße 9<br />
22081 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 27287780<br />
Harburg<br />
Insel e. V. Betreuungsverein für<br />
Harburg und Wilhelmsburg<br />
Deichhausweg 2<br />
21073 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 32873924<br />
Wandsbek<br />
Zukunftswerkstatt der Generationen<br />
e.V.<br />
Betreuungsvereine Wandsbek und<br />
<strong>Hamburg</strong> Mitte<br />
Papenstraße 27<br />
22089 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 201111<br />
Beratungsstellen:<br />
Beratungszentrum für Technische<br />
Hilfen & Wohnraumanpassung<br />
Richardstraße 45 (Richardhof)<br />
22081 <strong>Hamburg</strong>-Barmbek<br />
Telefon 040 2999560<br />
E-Mail: beratung@<br />
barrierefrei-leben.de<br />
<strong>Hamburg</strong>er Koordinationsstelle<br />
für Wohn-Pflege-Gemeinschaften<br />
STATTBAU HAMBURG GmbH<br />
Sternstraße 106<br />
20357 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 43294223<br />
E-Mail: koordinationsstelle@<br />
stattbau-hamburg.de<br />
<strong>Demenz</strong>-Musterwohnung<br />
Beratung und Mustergegenstände<br />
zur Orientierungshilfe und Sicherheit<br />
in der Häuslichkeit<br />
Diakonie Stiftung MitMenschlichkeit<br />
<strong>Hamburg</strong><br />
Königstraße 54<br />
22767 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 30620261<br />
fugmann-gutzeit@<br />
diakonie-hamburg.de<br />
Hospiz & Palliativarbeit<br />
Koordinierungsstelle <strong>Hamburg</strong><br />
Lan<strong>des</strong>verband Hospiz &<br />
Palliativarbeit <strong>Hamburg</strong> e. V.<br />
Winterhuder Weg 29<br />
22085 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 226303030<br />
E-Mail: kontakt@koordinierungsstelle-hospiz.de<br />
Beratungsstelle CHARON<br />
<strong>Hamburg</strong>er Gesundheitshilfe<br />
gGmbH<br />
Hilfen im Umgang mit Sterben, Tod<br />
und Trauer<br />
Winterhuder Weg 29<br />
22085 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 22630300<br />
E-Mail: info@charon-hamburg.de<br />
Artikel 12<br />
(Mit <strong>Demenz</strong> im<br />
Krankenhaus):<br />
Anschriften der Krankenhäuser<br />
Agaplesion Diakonieklinikum<br />
<strong>Hamburg</strong><br />
Hohe Weide 17<br />
20259 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 79020-0<br />
www.d-k-h.de<br />
Albertinen-Haus –<br />
Medizinisch-Geriatrische Klinik<br />
Sellhopsweg 18–22<br />
22459 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 5581-0<br />
www.albertinen.de<br />
Albertinen-Krankenhaus<br />
Suntelstraße 11 a<br />
22457 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 5588-0<br />
www.albertinen.de<br />
Asklepios Klinik Altona<br />
Paul-Ehrlich-Straße 1<br />
22763 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 181881-0<br />
www.asklepios.com/altona<br />
Asklepios Klinik Barmbek<br />
Rubenkamp 220<br />
22307 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 181882-0<br />
www.asklepios.com/barmbek<br />
Asklepios Klinik Harburg<br />
Eißendorfer Pferdeweg 52<br />
21075 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 181886-0<br />
www.asklepios.com/harburg<br />
Asklepios Klinik Nord –<br />
Standort Ochsenzoll<br />
Geriatrie und Psychiatrie<br />
Langenhorner Chaussee 560<br />
22419 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 181887-0<br />
www.asklepios.com/nord<br />
Asklepios Klinik Nord –<br />
Standort Wandsbek<br />
Psychiatrie, Juthornstraße 71<br />
22043 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 181883-0<br />
www.asklepios.com/<br />
nord_wandsbek.Asklepios<br />
Asklepios Klinik Wandsbek<br />
Alphonsstraße 14<br />
22043 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 181883-0<br />
www.asklepios.com/wandsbek<br />
Asklepios Westklinikum <strong>Hamburg</strong><br />
Suurheid 20<br />
22559 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 8191-2865<br />
www.asklepios.com/westklinikum<br />
Bethesda Krankenhaus Bergedorf<br />
Glindersweg 80<br />
21029 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 725540<br />
www.klinik-bergedorf.de<br />
Ev. Krankenhaus Alsterdorf<br />
Bodelschwinghstraße 24<br />
22337 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 507703<br />
www.evangelischeskrankenhaus-alsterdorf.de<br />
Heinrich Sengelmann<br />
Krankenhaus gGmbH<br />
Kayhuder Straße 65<br />
23863 Bargfeld-Stegen<br />
04535 505-0<br />
www.heinrich-sengelmannkrankenhaus.de<br />
PR-Darstellung: Seite 21<br />
81
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:12 Seite 82<br />
ANSPRECHPARTNER / KONTAKTDATEN<br />
Kath. Marienkrankenhaus gGmbH<br />
Alfredstraße 9<br />
22087 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 2546-0<br />
www.marienkrankenhaus.org<br />
PR-Darstellung: Seite 51<br />
Schön Klink <strong>Hamburg</strong> Eilbek<br />
Dehnhaide 120<br />
22081 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 2092-0<br />
www.schoen-kliniken.de<br />
Universitätsklinikum<br />
<strong>Hamburg</strong>-Eppendorf<br />
Martinistraße 52<br />
20246 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 7410-0<br />
www.uke.de<br />
Artikel 14<br />
(Vielseitige Hilfen):<br />
Kurse für Angehörige<br />
Kurse werden von verschiedenen<br />
Anbietern angeboten,<br />
Information und Anmeldung:<br />
Alzheimer Gesellschaft <strong>Hamburg</strong><br />
e.V.<br />
Telefon: 040 68913625<br />
info@alzheimer-hamburg.de<br />
DIE ANGEHÖRIGENSCHULE –<br />
DAnS – gemeinnützige UG<br />
Telefon: 040 18204026<br />
moritz@angehoerigenschule.de<br />
<strong>Hamburg</strong>er Angehörigenschule<br />
<strong>Hamburg</strong> gGmbH<br />
Telefon: 040 30620-436<br />
info@hamburgerangehoerigenschule.de<br />
Angehörigengruppen in<br />
verschiedenen Stadtteilen<br />
Information und Kontakt:<br />
Alzheimer Gesellschaft <strong>Hamburg</strong><br />
e.V.<br />
Telefon: 040 472538<br />
info@alzheimer-hamburg.de<br />
Kontakt und Informationsstelle für<br />
Selbsthilfegruppen <strong>Hamburg</strong><br />
Altona<br />
Telefon: 040 49292201<br />
kissaltona@paritaet-hamburg.de<br />
Harburg<br />
Telefon: 040 30087322<br />
kissharburg@paritaet-hamburg.de<br />
<strong>Hamburg</strong>-Mitte<br />
Telefon: 040 537978979<br />
kissmitte@paritaet-hamburg.de<br />
Wandsbek<br />
Telefon: 040 39926350<br />
kisswandsbek@paritaet-hamburg.de<br />
Angebote für Menschen mit<br />
beginnender <strong>Demenz</strong>:<br />
– Beratung<br />
– Gesprächsgruppen<br />
– Tagestreffs (Wandsbek, Lohbrügge)<br />
– Malgruppe<br />
– Chor Vergissmeinnicht<br />
– Erinnerungswerkstatt<br />
– Gedächtnisspaß und persönliche<br />
Sozialberatung<br />
Information und Anmeldung:<br />
Telefon: 040 68913625<br />
E-Mail: info@alzheimer-hamburg.de<br />
Ehrenamtliche Betreuungs -<br />
angebote:<br />
Anbieter von Betreuungsangeboten<br />
für Menschen mit <strong>Demenz</strong> mit<br />
geschulten Ehrenamtlichen haben<br />
sich in der „Angehörigenhilfe<br />
<strong>Demenz</strong> für <strong>Hamburg</strong>“ zusammengeschlossen.<br />
Es handelt sich um<br />
anerkannte Angebote der Stadt<br />
<strong>Hamburg</strong> und der Pflegekassen.<br />
Information und Kontakt:<br />
Angehörigenhilfe <strong>Demenz</strong> für<br />
<strong>Hamburg</strong><br />
c/o: Alzheimer Gesellschaft<br />
<strong>Hamburg</strong> e. V.<br />
Telefon: 040 68913625<br />
info@alzheimer-hamburg.de<br />
www.angehoerigenhilfe.de<br />
Unterstützung in Wohngemeinschaften<br />
und Heimen<br />
Engagierte Menschen unterstützen<br />
über die Alzheimer Gesellschaft<br />
<strong>Hamburg</strong> e.V. und die Stattbau<br />
<strong>Hamburg</strong> GmbH pflegebedürftige<br />
Menschen mit <strong>Demenz</strong> sowie<br />
Angehörige in diesen Wohn-Pflege-<br />
Angeboten. Es gibt ehrenamtlich<br />
tätige<br />
– Wohn-Paten<br />
– WG-Begleiter<br />
– Ombudspersonen<br />
Information und Kontakt:<br />
Alzheimer Gesellschaft <strong>Hamburg</strong><br />
e. V.<br />
Telefon: 040 472538<br />
s.wannags@alzheimer-hamburg.de<br />
Stattbau <strong>Hamburg</strong> Stadtentwicklungsgesellschaft<br />
GmbH<br />
Telefon: 040 432942-36<br />
m.kuhn@stattbau-hamburg.de<br />
Klöncafés mit Musik und Tanz<br />
Regelmäßige Angebote in<br />
Wandsbek, Bergedorf und<br />
Langenhorn<br />
Information und Anmeldung:<br />
Alzheimer Gesellschaft <strong>Hamburg</strong><br />
e. V.<br />
Telefon: 040 68913625<br />
E-Mail: info@alzheimer-hamburg.de<br />
Chor Vergissmeinnicht<br />
in Wandsbek und Altona<br />
Informationen und Anmeldung:<br />
Telefon: 040 68913625<br />
E-Mail: a.hassel@alzheimer-hamburg.de<br />
Betreute Urlaube<br />
Für Menschen mit beginnender<br />
<strong>Demenz</strong> und Angehörige:<br />
Baabe auf Rügen<br />
Für Menschen mit <strong>Demenz</strong> und<br />
Angehörige: Ostseebad Rerik<br />
weitere Informationen:<br />
Alzheimer Gesellschaft <strong>Hamburg</strong><br />
e. V.<br />
Telefon: 040 68913625<br />
E-Mail: info@alzheimer-hamburg.de<br />
Sportangebote<br />
„Fit bleiben!“ richtet sich speziell<br />
an ältere Menschen mit Gedächtnis -<br />
problemen, Partner können auch<br />
teilnehmen. Die angeleiteten<br />
Gruppen werden in Zusammen -<br />
arbeit mit Sportvereinen in Volksdorf<br />
und Eimsbüttel angeboten.<br />
Informationen:<br />
Telefon: 040 68913625<br />
E-Mail: info@alzheimer-hamburg.de<br />
Ansprechpartner:<br />
Krankenkassen<br />
AOK Rheinland/<strong>Hamburg</strong><br />
Pappelallee 22–26<br />
22089 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 2023-2023<br />
PR-Darstellung: Seite 59<br />
Barmer Ersatzkasse<br />
Hammerbrookstraße 92<br />
20097 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 0800 333004603101<br />
DAK Gesundheit<br />
Nagelsweg 27-31<br />
20097 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 2396-0<br />
PR-Darstellung: Seite 7<br />
HEK – Hanseatische Krankenkasse<br />
Wandsbeker Zollstraße 86–90<br />
22041 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 0800 0213213<br />
Techniker Krankenkasse<br />
Bramfelder Straße 140<br />
22305 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 69090<br />
Betreuung / Pflege /<br />
Wohnen / Verschiedenes<br />
AGAPLESION BETHANIEN-HÖFE<br />
Martinistraße 45<br />
20251 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 235378-210<br />
PR-Darstellung: Seite 23<br />
Albertinen-Diakoniewerk e. V.<br />
Süntelstraße 11 a<br />
22457 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 55881<br />
Alida Schmidt-Stiftung<br />
<strong>Hamburg</strong>er Straße 152<br />
22083 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 227101-0<br />
alsterdorf assistenz ost gGmbH<br />
Steilshooper Straße 54<br />
22305 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 697981-37<br />
alsterdorf assistenz west GmbH<br />
Max-Brauer-Allee 50<br />
22765 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 35748138<br />
Alten- und Pflegeheim<br />
„Fallen Anker“<br />
Bernadottestraße 140<br />
22605 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 8890270<br />
Alten- und Pflegeheim<br />
Haus Weinberg<br />
Beim Rauhen Hause 21<br />
22111 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 65591150<br />
Altenzentrum Ansgar<br />
Dikoniestiftung Alt-<strong>Hamburg</strong><br />
Reekamp 51<br />
22415 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 530474-0<br />
PR-Darstellung: Seite 30<br />
82
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:12 Seite 83<br />
ANSPRECHPARTNER / KONTAKTDATEN<br />
Alter und Pflege e. V.<br />
Elsässer Straße 4<br />
22049 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 63644733<br />
ÄKS Ärztliche Krankenpflege<br />
Süderelbe<br />
Cuxhavener Straße 170<br />
21147 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 637972874<br />
AMARITA <strong>Hamburg</strong>-Mitte<br />
Angerstraße 20–22<br />
22087 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 55500298<br />
Ambulante Pflege<br />
medicur Billstedt GmbH<br />
Billstedter Hauptstraße 34–36<br />
22111 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 731065-0<br />
Ambulanter Pflegedienst<br />
Wicht-Baasch GmbH<br />
Ahrensburger Straße 102<br />
22041 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 6567575<br />
Ambulanter Pflegedienst<br />
Tobias Carstens<br />
Kollaustraße 109<br />
22453 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 586566<br />
Arbeiterwohlfahrt<br />
Lan<strong>des</strong>verband <strong>Hamburg</strong> e. V.<br />
Witthöfftstraße 5–7<br />
22041 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 4140230<br />
Arbeitsgemeinschaft der<br />
Freien Wohlfahrtspflege<br />
<strong>Hamburg</strong> e. V.<br />
Burchardstraße 19<br />
20095 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 231586<br />
ASB Sozialeinrichtungen<br />
(<strong>Hamburg</strong>) GmbH<br />
Heidenkampsweg 81<br />
20097 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 83398-0<br />
PR-Darstellung: Seite 17<br />
Augustinum <strong>Hamburg</strong><br />
Neumühlen 37<br />
22763 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 39194400<br />
AWO Seniorenzentrum<br />
Hagenbeckstraße gGmbH<br />
Hagenbeckstraße 12<br />
22527 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 401907-0<br />
Balsam Vital GmbH<br />
Poppenspälerweg 26–28<br />
22149 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 631285625<br />
Baugenossenschaft „Süderelbe“ eG<br />
Kleinfeld 86<br />
21149 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 702052-0<br />
Bun<strong>des</strong>verband privater Anbieter<br />
sozialer Dienste e. V. (bpa)<br />
Lan<strong>des</strong>gruppe <strong>Hamburg</strong><br />
Heinrich-Hertz-Straße 90<br />
22085 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 2530716-0<br />
Caritasverband für <strong>Hamburg</strong> e. V.<br />
Danziger Straße 66<br />
20099 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 280140-0<br />
Matthias-Claudius-Heim<br />
Alten- und PFlegeheim der<br />
Dikoniestiftung Alt-<strong>Hamburg</strong><br />
Walther-Mahlau-Stieg 8<br />
22041 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 696953-0<br />
PR-Darstellung: Seite 43<br />
Cura Seniorenzentrum Bergedorf<br />
GmbH<br />
Gojenbergsweg 30<br />
21029 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 897256-0<br />
Cura Seniorenzentrum<br />
Langenhorn GmbH<br />
Röweland 6 a<br />
22419 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 530465-0<br />
Curatio Pflegedienst GmbH<br />
Elsässer Straße 26<br />
22049 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 611614-0<br />
Pflegedienst Claussen GmbH<br />
Tannenhofstraße 5<br />
22848 Norderstedt<br />
Telefon: 040 52368225<br />
Delphin Ambulante Pflege für<br />
<strong>Hamburg</strong> GbR<br />
Danziger Straße 35 a<br />
20099 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 28055484<br />
Deutsches Rotes Kreuz<br />
Lan<strong>des</strong>verband <strong>Hamburg</strong> e. V.<br />
Behrmannplatz 3<br />
22529 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 55420-0<br />
Diakoniestiftung Alt-<strong>Hamburg</strong><br />
Bebelallee 10<br />
22299 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 4068911767<br />
Diakoniewerk TABEA e. V.<br />
Am Isfeld 19<br />
22589 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 8092-0<br />
PR-Darstellung: Seite 76<br />
Diakonisches Werk <strong>Hamburg</strong> –<br />
Fachbereich Pflege und Senioren<br />
Königstraße 54<br />
22767 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 30620-295<br />
PR-Darstellung: Seite 6<br />
Diesterweg-Stiftung<br />
Tierparkallee 30<br />
22527 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 5407024<br />
Domicil Seniorenpflegeheim<br />
Heimfeld GmbH<br />
Petersweg 3–5<br />
21075 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 300965-0<br />
Domicil – Seniorenpflegeheim<br />
Jenfeld GmbH<br />
Öjendorfer Damm 97<br />
22043 <strong>Hamburg</strong>-Jenfeld<br />
Telefon: 040 890007-0<br />
PR-Darstellung: Seite 35<br />
Elbstern GmbH<br />
Friedensallee 27<br />
22765 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 557755600<br />
ELIM Diakonie<br />
Bondenwald 56<br />
22459 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 55425-145<br />
PR-Darstellung: Seite 47<br />
Elisabeth Alten- und Pflegeheim<br />
der Freimaurer von 1795 e. V.<br />
Kleiner Schäferkamp 43<br />
20357 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 441808-1528<br />
PR-Darstellung: Seite 29<br />
Ev.-luth. Diakonissenanstalt<br />
Alten Eichen in <strong>Hamburg</strong><br />
Gemeinnützige Stiftung<br />
Wördemanns Weg 19-23<br />
22527 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 5487-1010<br />
PR-Darstellung: Seite 60<br />
Evangelische Stiftung der<br />
Bodelschwingh-Gemeinde<br />
Forsmannstraße 17/19<br />
22303 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 696591-15<br />
Evangelisch-Reformierte<br />
Stiftung Altenhof<br />
Winterhuder Weg 98–106<br />
22085 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 229411-0<br />
EXCELLENT Pflege- und<br />
Gesundheitsdienst GmbH<br />
Hellkamp 7<br />
20255 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 43214667<br />
Fahrenkroen Seniorenpflege &<br />
Betreuungszentrum GmbH<br />
Fahrenkrön 125<br />
22179 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 800040-0<br />
K.D. Feddersen Stiftung<br />
Feldhoopstücken 36–40<br />
22529 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 58957-0<br />
Gemeinschaftspraxis Apostelweg<br />
Apostelweg 12<br />
22143 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 6770022<br />
Georg-Behrmann-Stiftung<br />
Justus-Brinkmann-Straße 60<br />
21029 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 724184-0<br />
<strong>Hamburg</strong>er Gesundheitshilfe<br />
gGmbH<br />
Alter Teichweg 55<br />
22049 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 209882-0<br />
PR-Darstellung: Seite 30<br />
<strong>Hamburg</strong>er Senioren Domizile<br />
GmbH<br />
Reichsbahnstraße 20<br />
22525 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 57203-0<br />
<strong>Hamburg</strong>er Senioren- und<br />
Behinderten-Hilfsdienst e. V.<br />
Scharbeutzer Straße 54<br />
22147 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 253052-200<br />
<strong>Hamburg</strong>ische Brücke<br />
Uhlenhorster Weg 7–11<br />
22085 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 227298-0<br />
<strong>Hamburg</strong>ische Pflegegesellschaft<br />
e. V.<br />
Burchardstraße 19<br />
20095 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 23808788<br />
Hanseatic Pflegedienst GmbH<br />
Meckelfelder Weg 2 a<br />
21079 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 22637110<br />
HAP Hanse Ambulanter<br />
Pflegedienst GmbH<br />
Bramfelder Chaussee 29<br />
22177 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 637971697<br />
Hartwig-Hesse-Stiftung<br />
Alexanderstraße 29<br />
20099 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 253284-0<br />
PR-Darstellung: Seite 16<br />
83
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:12 Seite 84<br />
ANSPRECHPARTNER / KONTAKTDATEN<br />
Home Instead Seniorenbetreuung<br />
<strong>Hamburg</strong><br />
Sönke Hinrichs & André Schulz GbR<br />
Schrankenwerg 8<br />
22143 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 67585043<br />
Hospital zum Heiligen Geist<br />
Hinsbleek 11<br />
22391 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 60601-111<br />
Tagespflege Hamel GmbH<br />
Petersweg 1<br />
21075 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 7661220<br />
Haus Ilse<br />
Alten- und Pflegeheim<br />
Segeberger Chaussee 23<br />
22850 Norderstedt<br />
Telefon: 040 5294153<br />
PR-Darstellung: Seite 55<br />
INTEGRA Seniorenimmobilien<br />
GmbH & Co. KG<br />
Rolandsbrücke 4<br />
20095 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 333013870<br />
Interkultureller Pflegedienst GmbH<br />
Bramfelder Chaussee 1<br />
22177 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 64220740<br />
Ernst & Claere Jung Stiftung<br />
Emkendorfstraße 49<br />
22605 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 8801036<br />
Johanniter Unfallhilfe e. V.<br />
Regionalverband <strong>Hamburg</strong><br />
Helbingstraße 47<br />
22047 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 65054171<br />
JWO <strong>Hamburg</strong> Care GmbH<br />
Friedensallee 290<br />
22763 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 890667670<br />
K&S Seniorenresidenz<br />
<strong>Hamburg</strong> – Harburger Sand<br />
Neue Straße 26<br />
21073 <strong>Hamburg</strong>-Harburg<br />
Telefon: 04264 8309-0<br />
PR-Darstellung: Seite 27<br />
KerVita Betriebs GmbH<br />
Kuehnstraße 71 d<br />
22045 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 696486-0<br />
KONFETTI IM KOPF e. V.<br />
Friedensallee 290<br />
22763 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 890667679<br />
Kursana ambulanter Pflegedienst<br />
Schluchtmann GmbH<br />
Tangstedter Landstraße 234 a<br />
22417 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 5207051<br />
Kursana Domizil <strong>Hamburg</strong>-<br />
Billstedt<br />
Sonnenland 15<br />
22115 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 7148640-0<br />
Kursana Domizil Oststeinbek<br />
Eichredder 23<br />
22113 Oststeinbek<br />
Telefon: 040 7148670-0<br />
Kursana Residenz <strong>Hamburg</strong><br />
Ernst-Mittelbach-Ring 47<br />
22455 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 55202-0<br />
Marie Kroos-Stiftung<br />
Ehestorfer Weg 148<br />
21075 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 70970980<br />
LEMBKE Häusliche Krankenund<br />
Altenpflege GmbH<br />
Bramfelder Chaussee 238 a<br />
22177 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 697065-0<br />
PR-Darstellung: Seite 13<br />
Lundbeck GmbH<br />
Ericusspitze 2<br />
20457 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 236490<br />
Malteser Caritas <strong>Hamburg</strong> gGmbH<br />
Wandsbeker Allee 1<br />
22041 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 675877910<br />
PR-Darstellung: Seite 11<br />
Malteser Hilfsdienst e. V.<br />
Diözesangeschäftsstelle<br />
Eichenlohweg 24<br />
22309 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 209408-0<br />
PR-Darstellung: Seite 12<br />
Malteser Hilfsdienst e. V.<br />
Hospiz-Zentrum Bruder Gerhard<br />
Halenreie 5<br />
22359 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 6033001<br />
Martha Stiftung<br />
Eilbeker Weg 86<br />
22089 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 209876-0<br />
PR-Darstellung: Seite 15<br />
MBD Medicare Brigitte Dornia<br />
GmbH & Co. KG<br />
Heidhorst 4<br />
21031 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 4038086339-0<br />
Mediplex <strong>Hamburg</strong> GmbH<br />
An der Alster 26<br />
20099 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 468989320<br />
Multi-Kulti Gesundheits- und<br />
Pflegedienst International GmbH<br />
Veringstraße 29<br />
21107 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 75665940<br />
Neurologie Neuer Wall<br />
Fachärzte für Neurologie &<br />
Psychiatrie<br />
Neuer Wall 19<br />
20354 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 300687640<br />
Neurologische-Praxisgemeinschaft-<strong>Hamburg</strong>er-Straße<br />
<strong>Hamburg</strong>er Straße 146<br />
22083 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 223220<br />
Neuropsychiatrisches Zentrum<br />
<strong>Hamburg</strong>-Altona GmbH<br />
Stresemannstraße 23<br />
22769 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 53307380<br />
Notmütterdienst<br />
Familien- und Seniorenhilfe e. V.<br />
Geschäftsstelle <strong>Hamburg</strong><br />
Schloßstraße 94<br />
22041 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 361119-0<br />
Der PARITÄTISCHE<br />
Wohlfahrtsverband <strong>Hamburg</strong> e. V.<br />
Wandsbeker Chaussee 8<br />
22089 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 41520151<br />
Parkresidenz Greve & Co.<br />
Karl-Lippert-Stieg 1<br />
22391 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 60608-0<br />
Passat Pflegeresidenz GmbH<br />
Rothenbaumchaussee 101<br />
20148 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 37027991-0<br />
Pflegediakonie <strong>Hamburg</strong>-West/<br />
Südholstein gemeinnützige<br />
GmbH<br />
Klopstockplatz 2<br />
22765 <strong>Hamburg</strong>-Ottensen<br />
Telefon: 040 39825100<br />
PFLEGEN & WOHNEN Alsterberg<br />
Maienweg 145<br />
22297 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 2022-3900<br />
PFLEGEN & WOHNEN Altona<br />
Thadenstraße 118 a<br />
22767 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 2022-2024<br />
PFLEGEN & WOHNEN Farmsen<br />
August-Krogmann-Straße 100<br />
22159 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 2022-2214<br />
PFLEGEN & WOHNEN HAMBURG<br />
GmbH<br />
Finkenau 11<br />
22081 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 2022-0<br />
PR-Darstellung: Seite 33<br />
PFLEGEN & WOHNEN Heimfeld<br />
An der Rennkoppel 1<br />
21075 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 2022-4040<br />
PFLEGEN & WOHNEN Holstenhof<br />
Elfsaal 20<br />
22043 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 2022-4834<br />
PFLEGEN & WOHNEN Horn<br />
Bauerberg 10<br />
22111 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 2022-4631<br />
PFLEGEN & WOHNEN Husarendenkmal<br />
Am Husarendenkmal 16<br />
22043 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 2022-4725<br />
PFLEGEN & WOHNEN Lutherpark<br />
Holstenkamp 119<br />
22525 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 2022-2816<br />
PFLEGEN & WOHNEN Moosberg<br />
Moosberg 3<br />
21033 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 2022-2752<br />
PFLEGEN & WOHNEN Öjendorf<br />
Deelwischredder 37<br />
22043 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 2022-4834<br />
PFLEGEN & WOHNEN Uhlenhorst<br />
Heinrich-Hertz-Straße 90<br />
22085 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 2022-4305<br />
PFLEGEN & WOHNEN<br />
Wilhelmsburg<br />
Hermann-Westphal-Straße 9<br />
21107 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 2022-4235<br />
Pflegewerk <strong>Hamburg</strong> gGmbH<br />
Haus St. Hildegard<br />
Rothenburgsorter Marktplatz 2<br />
20539 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 4689720<br />
Pflegewerk <strong>Hamburg</strong> gGmbH<br />
Haus Wandsbek<br />
Ölmühlenweg 78<br />
22047 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 413486100<br />
Pflegewohnstift Alsterkrug -<br />
chaussee<br />
Alsterkrugchaussee 614<br />
22335 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 512088-0<br />
84
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:12 Seite 85<br />
ANSPRECHPARTNER / KONTAKTDATEN<br />
Pflegewohnstift Garstedter Weg<br />
Garstedter Weg 79–85<br />
22453 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 696666-0<br />
PR-Darstellung: Seite 42<br />
Pro Seniore Residenz <strong>Hamburg</strong><br />
Gazellenkamp 38<br />
22529 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 4192509<br />
Tagespflege Bei Philipps<br />
Altenpension Philipps GmbH<br />
& Co. KG<br />
Wentorfer Straße 70–72<br />
21029 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 7219405<br />
Krankenpflegedienst Ritter GmbH<br />
Alsterdorfer Straße 268<br />
22297 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 80007760<br />
Philipp F. Reemtsma Stiftung<br />
Storchenheimweg 15<br />
22559 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 81905-0<br />
RENAFAN GmbH<br />
Ambulante Pflege Barmbek<br />
Fuhlsbütteler Straße 181<br />
22307 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 61137400<br />
RENAFAN GmbH<br />
Ambulante Pflege Eidelstedt<br />
Pinneberger Chaussee 3<br />
22523 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 8666421-0<br />
RENAFAN GmbH<br />
Ambulante Pflege Eimsbüttel<br />
Eimsbütteler Chaussee 35<br />
22529 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 400211<br />
RENAFAN GmbH<br />
Ambulante Pflege Harburg<br />
Lüneburger Straße 2<br />
21073 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 76752970<br />
RENAFAN GmbH<br />
Ambulante Pflege Volksdorf<br />
Farmsener Landstraße191<br />
22359 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 2987240<br />
RENAFAN GmbH<br />
Ambulante Pflege Wandsbek<br />
Wandsbeker Marktstraße164<br />
22041 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 696544-0<br />
RENAFAN GmbH<br />
Ambulante Pflege Wedel<br />
Rolandstraße 6<br />
22880 Wedel<br />
Telefon: 04103 919771<br />
RENAFAN Intensivpflege<br />
<strong>Hamburg</strong> Ambulante Intensivpflege<br />
Bürgerweide 4<br />
20535 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 55449165<br />
Hermann und Lilly Schilling-<br />
Stiftung<br />
Isfeldstraße 16<br />
22589 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 866259-0<br />
PR-Darstellung: Seite 25<br />
Senator-Ernst-Weiß-Haus<br />
Bullenkoppel 17<br />
22047 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 6946-0<br />
Senator Seniorenzentrum<br />
„Kapernaum“<br />
Rennbahnstraße 51–53<br />
22111 <strong>Hamburg</strong>-Horn<br />
Telefon: 040 3501860<br />
Senioren- und Pflegeheim<br />
Margarethenhof GmbH<br />
Wohldorfer Damm 156<br />
22395 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 6048742<br />
Senioren- und Therapiezentrum<br />
„Haus am Wehbers Park“<br />
Fruchtallee 82–84<br />
20259 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 2393668-0<br />
Senioren- und Therapiezentrum<br />
Haus Burgwedel GmbH<br />
Walter-Jungleib-Straße 1<br />
22457 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 559773-0<br />
Senioren- und Therapiezentrum<br />
Rahlstedter Höhe GmbH<br />
Kühlungsborner Straße 7–11<br />
22147 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 648996-0<br />
PR-Darstellung: Seite 54<br />
Seniorenresidenz Eidelstedt<br />
Eidelstedter Dorfstraße 19<br />
22527 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 4689530<br />
Seniorenresidenz Fischbek<br />
An de Geest 22<br />
22149 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 570063-0<br />
Seniorenresidenz Groß Flottbek<br />
Müllenhoffweg 15<br />
22607 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 89951-0<br />
Anmerkung:<br />
Seniorenresidenz Lurup<br />
Luruper Hauptstraße 119<br />
22547 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 840523-0<br />
Seniorenresidenz Reinbek<br />
Bogenstraße 2<br />
21465 Reinbek<br />
Telefon: 040 8197890<br />
Seniorensitz am Hegen<br />
Am Hegen 29<br />
22149 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 6737040<br />
Senioren-Zentren<br />
Geschwister Jensen GmbH<br />
Kieler Straße 212<br />
22525 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 85333-40<br />
PR-Darstellung: Seite 33<br />
Seniorenzentrum St. Markus<br />
Gärtnerstraße 63<br />
20253 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 401908-0<br />
SenVital Senioren- und<br />
Pflegezentrum <strong>Hamburg</strong><br />
am Barmbeker Markt<br />
Stückenstraße 1<br />
22081 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 2000381-0<br />
PR-Darstellung: Seite 55<br />
Stadtdomizil<br />
Lippmannstraße 19–21<br />
22769 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 43281-0<br />
STATTBAU HAMBURG<br />
Stadtentwicklungs mbH<br />
<strong>Hamburg</strong>er Koordinationsstelle<br />
für Wohn-Pflege-Gemeinschaften<br />
Sternstraße 106<br />
20357 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 432942-23<br />
Stiftung Anscharhöhe<br />
Tarpenbekstraße 107<br />
20251 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 4669-0<br />
Stiftung Hanna Reemtsma Haus<br />
Kriemhildstraße 15<br />
22559 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 81958-0<br />
TaP Tagespflege Poppenbüttel<br />
gGmbH<br />
Poppenbüttler Bogen 2<br />
22399 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 61188999-0<br />
Sollten Angaben bzw. die Auflistung der Anbieter nicht vollständig oder richtig<br />
sein, bitten wir dies zu entschuldigen. Gerne können Sie uns für eine neue<br />
Ausgabe, die fehlenden oder nicht vollständigen Angaben zukommen lassen:<br />
info@kuw.de – Stichwort: „<strong>Demenz</strong>-<strong>Ratgeber</strong> in <strong>Hamburg</strong>“.<br />
Theodor-Fliedner-Haus<br />
Ev. Seniorenwohn- und<br />
Pflegezentrum Bramfeld<br />
Berner Chaussee 37-41<br />
22175 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 646045-0<br />
PR-Darstellung: Seite 60<br />
Therapie am Hafen<br />
Seewartenstraße 10, Haus 1<br />
20459 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 33442479<br />
Trägerverbund <strong>Hamburg</strong>er Osten<br />
Moorende 4<br />
20535 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 6557336<br />
Verbraucherzentrale <strong>Hamburg</strong> e. V.<br />
Kirchenallee 22<br />
20099 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 24832-0<br />
Vereinigte <strong>Hamburg</strong>er Wohnungsbaugenossenschaft<br />
eG<br />
Hohenfelder Allee 2<br />
22087 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 251512-0<br />
Frank Wagner Holding<br />
Hanseatische Management GmbH<br />
Wellingsbüttler Weg 71<br />
22391 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 97070-970<br />
PR-Darstellung: Seite 36<br />
Wilhelmsburger Krankenhaus<br />
Groß-Sand Geriatriezentrum/<br />
Kognitive Geriatrie<br />
Groß-Sand 3<br />
21107 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 75205-0<br />
Wohnpark Fama<br />
Luruper Hauptstraße 247–249<br />
22547 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 84004080<br />
Wohnungsbaugenossenschaft<br />
„Süderelbe“ eG<br />
„Haus am Frankenberg“<br />
Am Frankenberg 34<br />
21077 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 76403-0<br />
Wohnungsbaugenossenschaft<br />
„Süderelbe“ eG<br />
„Haus Hammer Landstraße“<br />
Hammer Landstraße 168<br />
20537 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 80608100<br />
Zentralverband <strong>Hamburg</strong>er<br />
Pflegedienste e. V. – ZHP<br />
Bramfelder Straße 60 a<br />
22305 <strong>Hamburg</strong><br />
Telefon: 040 46070270<br />
85
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:12 Seite 86<br />
VERZEICHNIS DER PR-DARSTELLUNGEN<br />
Verzeichnis der PR-Darstellungen<br />
Die nachstehenden Firmen und gemeinnützigen Einrichtungen haben mit ihren Public-Relations-Beiträgen<br />
das Zustandekommen dieser Broschüre in dankenswerter Weise gefördert.<br />
AGAPLESION BETHANIEN-HÖFE, <strong>Hamburg</strong> ..............23<br />
Altenzentrum Ansgar Diakoniestiftung Alt-<strong>Hamburg</strong> ........30<br />
AOK Rheinland/<strong>Hamburg</strong> ...............................59<br />
ASB Sozialeinrichtungen (<strong>Hamburg</strong>) GmbH, <strong>Hamburg</strong> ......17<br />
Matthias-Claudius-Heim<br />
Alten- und Pflegeheim der Diakoniestiftung Alt-<strong>Hamburg</strong> ...43<br />
DAK-Gesundheit, <strong>Hamburg</strong> ...............................7<br />
Diakonie Alten Eichen, <strong>Hamburg</strong> .........................60<br />
Diakonisches Werk <strong>Hamburg</strong> –<br />
Fachbereich Pflege und Senioren, <strong>Hamburg</strong> ................6<br />
Diakoniewerk TABEA e. V., <strong>Hamburg</strong> .....................76<br />
Domicil – Seniorenpflegeheim Jenfeld GmbH,<br />
<strong>Hamburg</strong>-Jenfeld .......................................35<br />
ELIM Diakonie, <strong>Hamburg</strong> ...............................47<br />
Elisabeth Alten- und Pflegeheim der Freimaurer<br />
von 1795 e. V., <strong>Hamburg</strong> ................................29<br />
<strong>Hamburg</strong>er Gesundheitshilfe gGmbH, <strong>Hamburg</strong> ...........30<br />
Haus Ilse Alten- und Pflegeheim, Norderstedt .............55<br />
Hartwig-Hesse-Stiftung, <strong>Hamburg</strong> .......................16<br />
Kath. Marienkrankenhaus gGmbH, <strong>Hamburg</strong> ..............51<br />
K&S Seniorenresidenz <strong>Hamburg</strong> – Harburger Sand,<br />
<strong>Hamburg</strong>-Harburg ......................................27<br />
LEMBKE Häusliche Kranken- und Altenpflege GmbH,<br />
<strong>Hamburg</strong> ..............................................13<br />
Malteser Caritas <strong>Hamburg</strong> gGmH, <strong>Hamburg</strong> ..............11<br />
Malteser Hilfsdienst e. V. (Zentrale), <strong>Hamburg</strong> .............12<br />
Martha Stiftung, <strong>Hamburg</strong> ..............................15<br />
PFLEGEN & WOHNEN HAMBURG GmbH,<br />
<strong>Hamburg</strong> ..............................................33<br />
Pflegewohnstift Garstedter Weg, <strong>Hamburg</strong> ...............42<br />
Hermann und Lilly Schilling-Stiftung, <strong>Hamburg</strong> ............25<br />
Heinrich Sengelmann Krankenhaus gGmbH,<br />
Bargfeld-Stegen ........................................21<br />
Senioren- und Therapiezentrum Rahlstedter Höhe<br />
GmbH, <strong>Hamburg</strong> .......................................54<br />
Senioren-Zentren Geschwister Jensen GmbH,<br />
<strong>Hamburg</strong> .............................................33<br />
SenVital Senioren- und Pflegezentrum <strong>Hamburg</strong> ...........55<br />
Theodor-Fliedner-Haus І Evangelisches Seniorenwohnund<br />
Pflegezentrum Bramfeld, <strong>Hamburg</strong> ...................60<br />
Frank-Wagner-Holding Hanseatische Management<br />
GmbH, <strong>Hamburg</strong> .......................................36<br />
86
Flipping_Book_2.qxp_Layout 1 21.11.17 10:12 Seite 87<br />
BILDQUELLEN / IMPRESSUM<br />
Bildquellen<br />
Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V. Selbsthilfe <strong>Demenz</strong>, Berlin: S. 8 re., 9 u., 72 re., 73 o.<br />
Holger Hartwig, <strong>Hamburg</strong>: S. 5, 38, 39, 41 o., 53 li., 64, 66, 67.<br />
Archiv (Werkaufnahmen): S. 7, 11, 13, 27, 30, 33, 35, 42, 43, 54, 76.<br />
AA+W/fotolia.com: S. 28 u., 41 u., 45 u., 53 re., 65; Africa Studio/fotolia.com: S. 31; Stefan Albrecht, <strong>Hamburg</strong>: S. 6 u.; auremar/<br />
fotolia.com: S. 46 o.; Cathrin Bach: S. 23 u. li.; beeboys/fotolia.com: S. 34 o.; BillionPhotos/fotolia.com: S. 69; blickgrafie І bea albers:<br />
S. 55. o.; Peggy Blume/fotolia.com: S. 30 o.; Ilka Bressem, Hermann und Lilly Schilling-Stiftung: S. 25 u.; Matthias Büchner/<br />
fotolia.com: S. 78; contrastwerkstatt/fotolia.com: S. 28 o.; Chepko Danil/fotolia.com: S. 9 o.; Uwe Dankert, <strong>Hamburg</strong>: S. 3; Elnur/<br />
fotolia.com: S. 10 u., 24 li. u., 49 u., 61 re., 73 u.; Sebastian Engels, <strong>Hamburg</strong>: S. 16 u. li.; Jost Fink, <strong>Hamburg</strong>: S. 51; fotohansel/<br />
fotolia.com: S. 77; galina2015/fotolia.com: S. 7; Johannes Groht, <strong>Hamburg</strong>: S. 60 u.; Michael Hagedorn, Pinneberg: S.16 u. re., 29,<br />
36; highwaystarz/fotolia.com: S. 62; Tim Hoppe Fotografie: S. 47 o. li.; IBOLD, <strong>Hamburg</strong>: S. 15; JSB31/fotolia.com: S. 14; khalaziy/<br />
fotolia.com: S. 18/19; Robert Kneschke, Köln/fotolia.com: S. 59; Kzenon/fotolia.com: S. 49 o.; littlebell/fotolia.com: S. 57 o.; Jacob<br />
Lund/fotolia.com: S. 79 o.; Marco2811/fotolia.com: S. 16; michaelheim/fotolia.com: Buchtitel, S. 1; Nomad_Soul/fotolia.com: S. 23 li.;<br />
Ocskay Bence/fotolia.com: S. 20, 61 li.; Ocskay Mark/fotolia.com: S. 45 o.; Osterland/fotolia.com: S. 4, 17, 23 re., 56, 70; pathdoc/<br />
fotolia.com: S. 32; Bernd Perlbach, Preetz/Heinrich Sengelmann Krankenhaus gGmbH: S. 21; Picture_Factory/fotolia.com: S 24 re.,<br />
58; RAM/fotolia.com: S. 63 u.; Alexander Raths/fotolia.com: S. 8 li., 22, 24 li. o., 26 u., 34 u., 44, 46 u., 48, 57 u., 63 o.; Birgit Reitz-<br />
Hofmann/fotolia.com: S. 10 o.; Gabriele Rohde/fotolia.com: S. 37; Juliane Schmidt, Hermann und Lilly Schilling-Stiftung: S. 25 o.;<br />
Bärbel Schönhof, Bochum: S. 74; Annette Schrader, <strong>Hamburg</strong>: S. 17, 47 o. re. und u.; Philipp Schumann, Berlin: S. 23 u. re.; SenVital/<br />
Manfred Schwellies, <strong>Hamburg</strong>: S. 55 u.; Sir_Oliver/fotolia.com: S. 70 o.; Konstantin Sytyagin/fotolia.com: S. 6 o.; Jana Tolle,<br />
<strong>Hamburg</strong>: S. 60 o.; weyo/fotolia.com: S. 71; Sabine Wigbers, <strong>Hamburg</strong>: S. 12; Axel Wollmer, <strong>Hamburg</strong>: S. 18 u.; Franco Zehnder,<br />
Rellingen: S. 52.<br />
IMPRESSUM<br />
Herausgegeben in Zusammenarbeit mit der<br />
Alzheimer Gesellschaft <strong>Hamburg</strong> e. V.<br />
Redaktion:<br />
Jörn Wieking (Geschäftsführer),<br />
Katharina Auberger (Öffentlichkeitsarbeit)<br />
Autoren:<br />
Holger Hartwig, HARTWIG3C, coaching – communication –<br />
consulting, <strong>Hamburg</strong>;<br />
Karen Roske, Journalistin, Hannover<br />
Erste Ausgabe 2017<br />
Verlag Kommunikation & Wirtschaft GmbH,<br />
Oldenburg (Oldb)<br />
Bildquellen: Seite 87<br />
Die Publikation erscheint im Verlagsbereich Regionalmedien.<br />
Alle Rechte bei Kommunikation & Wirtschaft GmbH,<br />
Oldenburg (Oldb)<br />
Das Manuskript ist Eigentum <strong>des</strong> Verlages. Alle Rechte vor -<br />
behalten. Auswahl und Zusammenstellung sind urheberrechtlich<br />
geschützt. Für die Richtigkeit der im Inhaltsverzeichnis<br />
aufgeführten Autorenbeiträge und der PR-Texte übernehmen<br />
Verlag und Redaktion keine Haftung.<br />
Printed in Germany 2017<br />
Bildbearbeitung:<br />
Kommunikation & Wirtschaft GmbH, Oldenburg (Oldb)<br />
Druck:<br />
Gutenberg Beuys Feindruckerei, Langenhagen<br />
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