s'Magazin usm Ländle, 26. November 2017

vorarlbergkrone

BROTBACKEN

Aufden Spuren Frau Holles

Dort, wo sich Fuchs und Hase

vermeintlich „Gute Nacht“ sagen,

hat Pauline Burtscherihr eigenes

Paradies gefunden. Sie wohnt am

Ludescherberg in einem alten

Walserhaus und bringt jenen

Menschen, die den Weg zu ihr

hinauf finden, das Brotbacken bei.

Ach bitte, zieh mich raus, zieh

mich raus, sonst verbrenn

ich! Ich bin schon längst fertiggebacken.“DasMärchen

von Frau Holle begleitet

Pauline Burtscher schon ihr Leben

lang. So wie auch die Begeisterung für

das Brotbacken selbst. Ihren Traum

vom eigenen Brotbackhäuschen im

Garten verwirklichte sie sich an einem

besonderen Platz. „Wir leben am Balkon

des Walgaus“, beschreibt die rüstige

Dame das schöne Walserhaus am

Ludescherberg. Und der Ausblick ist

wahrlich eine Besonderheit. Fast mystisch

wirkt es, wenn sich langsam der

Nebel über das Tal legt und das Dunkel

der Nacht hereinbricht. Fernab

vom Rummel und der Hektik unserer

Zeit wollten Pauline und ihr Mann

Reinhard ihr Leben verbringen, denn

sie begeistert das Alte, das Traditionelle.

Geprägt hat sie dabei das Leben

Das Paulinarium bietet eine kurze

Auszeit oder auch Anregungen,

sich in Zukunft ein wenig mehr

Zeit zu nehmen.

auf der Alpe, das sie viele Jahre gemeinsam

verbrachten, bevor sie ihr

Kleinod am Ludescherberg entdeckten.

„Elf Jahre waren wir auf der Albo-

na. Die Kinder waren damals

noch klein. Es gab

keine Straße, wir mussten

alles zu Fuß oder mit dem

Ross transportieren.“

Paulinarium

Frisches Brot, selbst gemachte

Marmelade und

würziger Käse. „Nimm

noch ein Stück, sei nicht so

gschamig“, fordert Pauline

zum Weiteressen auf.

Ihre preisgekrönten

Vinschgerle und das Saatensonne-Brot

sind auch

wahre Leckerbissen. Den

Genuss von Brot will Pauline

mit jedem teilen, der ihr einen Besuch

abstattet.„Hier geht keiner nach

Hause, ohne ein Brot probiert zu haben!“

Und wie man es macht, zeigt sie

in ihren Brotbackkursen. Ihr Seminarhaus

„Paulinarium“ bietet den

richtigen Rahmen dafür. „Manche

machen sich einen schönen Nachmittag

bei mir. Aber wenn nur einer aus

der Gruppe ein Ohr dafür hat und in

Zukunft weiter sein eigenes Brot

bäckt, habe ich meine Mission erfüllt.“

Das „tägliche Brot“ liefert die

58-Jährige aber auch für private Feiern,

die man bei ihr veranstalten kann.

„Werbung müssen wir keine machen,

es spricht sich herum, dass man sich

hier wohlfühlt“, schwärmt sie. An diesem

schönen Fleck solle sich

nämlich ein Kraftplatz befinden.

„Die Energie spüren die

Leute und können die Seele

baumeln lassen.“ Pauline hat

hier ihr Paradies gefunden,

dennoch lässt ihr der Wis-

A

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