27.11.2017 Aufrufe

Liebe hält gesund 01/2017

Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!

Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.

Ausgabe <strong>01</strong>|2<strong>01</strong>7<br />

<strong>Liebe</strong> <strong>hält</strong> <strong>gesund</strong><br />

Das Magazin für Sexualität und Gesundheit<br />

<strong>Liebe</strong> verbindet<br />

Guter Sex – trotz Diabetes?: Für Betroffene gibt es viele Wege zu einer erfüllten Sexualität<br />

Penisverlängerung: Ein Interview mit dem Experten Dr. Christian Leiber<br />

Erotisches Rezept: Chili-Schokoladensahne mit Früchten


2 INHALT<br />

6<br />

Guter Sex – trotz Diabetes?<br />

Die Stoffwechselerkrankung kann zu<br />

sexuellen Problemen führen. Aber: Es<br />

gibt Abhilfe. Wir erklären, wo die Probleme<br />

liegen – und wie Betroffenen geholfen<br />

werden kann.<br />

8<br />

Krebs im gynäkologischen Bereich<br />

Schonende Operationsmethoden und vor -<br />

beugende Maßnahmen können langfristige<br />

Schädigungen verhindern. Frau Prof. Dr.<br />

Annette Hasenburg erklärt, was Patientinnen<br />

darüber wissen sollten.<br />

13<br />

Relaxen im Doppelpack<br />

Ein Wellnessurlaub ist wie eine Frisch -<br />

zellen kur für die <strong>Liebe</strong>sbeziehung. Viele<br />

Hotels haben sich auf die Bedürfnisse<br />

von Paaren eingestellt.<br />

14<br />

Wenn der Körper spricht<br />

Psychosomatische Erkrankungen gehen<br />

oft mit sexuellen Störungen einher. Ein<br />

Gespräch mit Dr. Daniela Wetzel-Richter.<br />

Editorial | Impressum 3<br />

Magazin <strong>Liebe</strong>n & Leben 4<br />

Alle Infos im Überblick Welche<br />

Broschüren das ISG anbietet – und wie<br />

Sie sie bestellen können 9<br />

Medizinwelt Aktuelle News 10<br />

Thema „Zum eigenen Körper stehen“ –<br />

Die Frage, ob der Penis zu klein ist, belastet<br />

viele Männer. Dr. Christian Leiber erklärt,<br />

warum diese Sorge fast immer<br />

unbegründet ist 11<br />

Magazin Wohlfühlen 12<br />

Lebens-Lust 15


Infoline <strong>01</strong>80-555 84 84 (0,14 Euro/Min. aus dem Festnetz. Mobilfunk max. 0,42 Euro/Min.)<br />

EDITORIAL 3<br />

<strong>Liebe</strong> Leserinnen, liebe Leser,<br />

die Welt<strong>gesund</strong>heitsorganisation WHO schreibt:<br />

„Sexuelle Gesundheit ist untrennbar mit Gesundheit<br />

insgesamt, mit Wohlbefinden und Lebensqualität<br />

verbunden. Sie ist ein Zustand des körperlichen,<br />

emotionalen, mentalen und sozialen Wohlbefindens<br />

in Bezug auf die Sexualität und nicht nur<br />

das Fehlen von Krankheit, Funktionsstörungen oder<br />

Gebrechen.“<br />

Was Lebensqualität ausmacht, ist von Mensch zu<br />

Mensch sehr verschieden. Was uns allerdings eint,<br />

ist die Tatsache, dass man das wertvolle Gut<br />

(sexuelle) Gesundheit oft erst dann als das Wichtigste<br />

überhaupt wahrnimmt, wenn sich erste Risse<br />

bilden und nicht mehr alles so einwandfrei funktioniert<br />

wie früher. Dass die sexuelle Gesundheit eng<br />

mit der allgemeinen Gesundheit verknüpft ist,<br />

erleben Diabetes-Erkrankte in besonderer Weise.<br />

Welche Probleme Betroffene bewältigen müssen<br />

und wie Strategien für den Alltag aussehen können,<br />

lesen Sie in unserem Artikel auf Seite 6.<br />

Bei Operationen gynäkologischer Krebserkrankungen<br />

geht es natürlich in erster Linie um das Überleben<br />

der Patientinnen. Dennoch sollte nicht übersehen<br />

werden, dass das Vorgehen der Behandler auch für<br />

das Wohlbefinden der Patientinnen nach erfolg -<br />

reicher Bekämpfung des Krebses wichtig ist. Schonende<br />

Operationsmethoden können die Ausgangs -<br />

situation verbessern. Die Expertin Prof. Dr. Annette<br />

Hasenburg aus Mainz hat entsprechende Empfehlungen<br />

für Gynäkologen verfasst. Welche Verfahren<br />

sie empfiehlt, können Sie auf Seite 8 nachlesen.<br />

Vor allem in Zeiten des unbegrenzten Zugriffs auf<br />

verschiedenste Medien entstehen aus Gesehenem<br />

oder Gelesenem Erwartungen und Begehrlichkeiten,<br />

die oft mit der Realität und – wie in unserem Fall –<br />

der gelebten Sexualität nicht mehr viel zu tun ha ben.<br />

Das erleben in ihrer täglichen Praxis auch Urologen,<br />

die dann gefordert sind, falsche Vorstellungen und<br />

Erwartungen wieder geradezurücken. Einen Versuch<br />

der Schadensbegrenzung wagen wir mit unserem<br />

Artikel „Zum eigenen Körper stehen“ auf Seite 11.<br />

Selbstverständlich war uns auch in dieser Ausgabe<br />

von „<strong>Liebe</strong> <strong>hält</strong> <strong>gesund</strong>“ eine ausgewogene<br />

Mischung aus medizinischen Informationen, Neuigkeiten<br />

und Anregungen für Ihr körperliches, emotionales<br />

und mentales Wohlbefinden wichtig. Wir<br />

hoffen, unser Magazin versorgt Sie mit wichtigen<br />

Fakten und steigert ganz nebenbei nach der Lektüre<br />

Ihre Lebensqualität.<br />

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen!<br />

Dr. med. Christian Leiber,<br />

1. Vorsitzender des ISG,<br />

Facharzt für Urologie<br />

IMPRESSUM<br />

„<strong>Liebe</strong> <strong>hält</strong> <strong>gesund</strong>“<br />

Das Magazin für Sexualität und Gesundheit<br />

info@isg-info.de, www.isg-info.de<br />

Herausgeber:<br />

Informationszentrum für Sexualität<br />

und Gesundheit e.V. (ISG)<br />

Postanschrift:<br />

ISG e.V.<br />

c/o Universitätsklinikum Freiburg<br />

Hugstetter Straße 55, 79106 Freiburg<br />

Tel.: 0761 – 270 27 <strong>01</strong>0<br />

Fax.: 0761 – 270 27 450<br />

Layout und Produktion:<br />

Peter Blöcher<br />

Bürgerwehrstr. 6<br />

79102 Freiburg<br />

Redaktion:<br />

Susanne Merkwitz<br />

Christian Leiber (V.i.S.d.P.)<br />

Cindy Enderlin<br />

Katja Schroff<br />

Titelfoto<br />

©zlikovec/stock.adobe.com<br />

Auflage:<br />

4.000<br />

Nachdruck, auch auszugsweise,<br />

nur mit Genehmigung des Herausgebers<br />

Sie wollen mehr über unser Angebot erfahren? Dann besuchen Sie uns doch im Internet unter<br />

www.isg-info.de und www.liebe-lust-leben.de. Oder Sie benutzen unser Bestellformular auf<br />

Seite 9 und fordern Infomaterial an.


4 LIEBEN & LEBEN<br />

<strong>Liebe</strong> stärkt die Gesundheit<br />

Harmonie ist Trumpf<br />

Gegensätze ziehen sich an – gilt dieser Satz auch für <strong>Liebe</strong>sbeziehungen,<br />

wie viele Menschen glauben? Die ElitePartner-<br />

Studie 2<strong>01</strong>7 weist in eine ganz andere Richtung. Demnach<br />

wünschen sich 91 Prozent der befragten Männer und Frauen<br />

einen Partner, der dieselben Werte und Ziele verfolgt, 74 Prozent<br />

legen Wert auf ähnliche Interessen. Sogar bezüglich der<br />

politischen Einstellung wird Übereinstimmung mit dem Liebs -<br />

ten gewünscht. Dies zumindest gaben 75 Prozent der Befragten<br />

als Kriterium an. Nicht ganz so wichtig wird ein ähnliches<br />

Ausbildungsniveau genommen: Nur 61 Prozent halten es für<br />

wichtig, dass ihr Partner den gleichen Bildungsabschluss hat<br />

wie sie selbst.<br />

Foto: structuresxx/stock.adobe.com Foto: pexels.com<br />

<strong>Liebe</strong> ist gut für die Gesundheit – was viele von uns spüren,<br />

wurde nun einmal mehr wissenschaftlich bewiesen. Eine Studie<br />

der finnischen Universität Turku belegt, dass Verheiratete ein<br />

geringeres Herzinfarktrisiko haben. Vermutlich deshalb, weil<br />

dauerhafte Partnerschaften weniger Stress bedeuten als häufig<br />

wechselnde Beziehungen. Das geringere Stressniveau von Eheleuten<br />

wirkt sich günstig auf das Herzkreislaufsystem aus, wodurch<br />

das Herzinfarktrisiko sinkt. Auch von Depressionen und<br />

Suchterkrankungen sind Verheiratete deshalb seltener betroffen.<br />

Gleichzeitig stärkt die <strong>Liebe</strong> auch die Abwehrkräfte: Beim<br />

Küssen werden Bakterien untereinander ausgetauscht. Dadurch<br />

werden mehr Immunzellen produziert, die das Immunsystem<br />

anregen. Außerdem werden beim Küssen ordentlich<br />

Kalorien verbrannt. Wer leidenschaftlich küsst, verdoppelt seinen<br />

Pulsschlag, auch der Stoffwechsel wird angeregt. Und: Der<br />

Körper schüttet den Botenstoff Kortisol aus, der entspannend<br />

wirkt und den Stressabbau fördert. So ist der Effekt eines intensiven<br />

Kusses mit 100 Meter Jogging vergleichbar.<br />

Für den perfekten Sitz ...<br />

DIE ZAHL<br />

5,8 Sexualpartner haben deutsche Frauen und Männer<br />

im Durchschnitt. 31 Prozent haben im Leben zwei bis fünf<br />

verschiedene Kontakte. 21 Prozent schlafen mit sechs bis<br />

zehn Menschen. Nur fünf Prozent toben sich mit 30 verschiedenen<br />

Sexpartnern aus. Noch mal fünf Prozent sind vollkommen<br />

abstinent unterwegs. Die Lust, viele unterschiedliche Erfahrungen<br />

zu sammeln, ist bei den meisten Deutschen also<br />

wenig ausgeprägt.<br />

Wer Kondome benutzt und die Abwechslung liebt, kann<br />

sich nicht beklagen: originelle Farben, exotische Geschmacksrichtungen<br />

und ein Unzahl verschiedener Dicken<br />

und Oberflächen bieten verspielten Naturen Raum für jede<br />

Menge erotische Experimente. Damit das <strong>Liebe</strong>sspiel aber<br />

auch unbeschwert und sicher abläuft, müssen Kondome<br />

vor allem ein wichtiges Kriterium erfüllen: Sie müssen richtig<br />

passen! Auf der Seite www.mein-kondom.de wird genau erklärt,<br />

wie Mann die richtige Größe ermittelt. Es können passgenaue<br />

Modelle für einen Penisumfang zwischen 9,4 und<br />

13,8 cm bestellt werden. Gute Idee: Um auszuprobieren,<br />

welches Kondom am besten sitzt, kann ein Test-Set bestellt<br />

werden, das nicht nur bunte und genoppte Modelle, sondern auch welche in unterschiedlichen Größen ent<strong>hält</strong>. Das Set ist auch<br />

für viele Frauen eine lohnende Anschaffung: So haben sie in jeder Lebenslage das passende Exemplar zur Hand.


Infoline <strong>01</strong>80-555 84 84 (0,14 Euro/Min. aus dem Festnetz. Mobilfunk max. 0,42 Euro/Min.)<br />

LIEBEN & LEBEN 5<br />

Der Zyklus als Abenteuer<br />

Die Menstruation – kein Grund rot zu werden,<br />

finden Luisa Stömer und Eva Wünsch. In ihrem<br />

Buch „Ebbe und Blut“ (Gräfe und Unzer,<br />

240 S., 24 Euro; ISBN 978-3-83386-<br />

112-3) nehmen sich die beiden Autorinnen<br />

des Themas an und erklären den weiblichen<br />

Zyklus mit viel Fachwissen und ohne falsche<br />

Scham. Originelle Illustrationen und eine ansprechende<br />

Aufmachung sorgen für sinn -<br />

liches Lesevergnügen. Der lockere Ton und<br />

die gut verständ liche Sprache machen wissenschaftliche<br />

Tat sachen und komplizierte<br />

Abläufe im weiblichen Körper leicht verständlich.<br />

Dass der weibliche Zyklus diese Aufmerksamkeit<br />

verdient, ist für die Autorinnen keine Frage: Schließlich gehe es hier nicht<br />

um „eine Schürfwunde am Knie, sondern um nichts Geringeres als die Wiege des<br />

Lebens. Und die ist sehenswert“.<br />

„<strong>Liebe</strong> ist nicht das,<br />

was man erwartet zu<br />

bekommen, sondern<br />

das, was man bereit<br />

ist zu geben.“<br />

Katharine Hepburn<br />

Will sie oder will sie nicht?<br />

Hat meine Partnerin Lust auf Sex? Wenn Männer darauf eine Antwort suchen,<br />

liegen sie oft falsch. Dies zumindest behauptet die Psychologin Amy Muise<br />

von der Universität Toronto. Sie befragte 88 heterosexuelle Männer und Frauen<br />

drei Wochen lang täglich nach ihrer eigenen Lust, gleichzeitig sollten sie<br />

das Verlangen ihrer Liebsten einschätzen. Dabei zeigte sich: Männer unterstellten<br />

ihren Partnerinnen oft ein geringeres Begehren, als diese selbst empfunden<br />

hatten – und zwar vor allem an Tagen, an denen es um das Selbstwertgefühl<br />

der Männer nicht zum Besten bestellt war. Im Zweifelsfall war es<br />

ihnen dann wichtiger, eine Abfuhr zu vermeiden. Interessant: Je stärker Männer<br />

das sexuelle Interesse ihrer Frauen unterschätzten, umso zufriedener waren<br />

diese mit der Beziehung. Möglicherweise, weil ihre Partner mehr um sie<br />

warben und sich mehr bemühten, ihre Lust zu wecken.<br />

Foto: ©wavebreak3/stock.adobe.com<br />

Anzeige<br />

Natürlich gepflegt und sanft geschützt<br />

• Schonende Pflege bei trockener Haut im Intimbereich<br />

(auch in den Wechseljahren)<br />

• Zur Pflege während der Schwangerschaft und im<br />

Wochenbett<br />

• Zur Pflege bei Hautbeschädigungen im Genital- und<br />

Analbereich<br />

• Für die beim Sport beanspruchte Haut im Intimbereich<br />

• Ideal zur Vorbereitung auf die Intimrasur (Waschlotion)<br />

• Hautpflege nach Chemotherapie und Bestrahlung<br />

Deumavan ® Schutzsalbe unterstützt die natürlichen Hautfunk<br />

tionen der Vulva, insbesondere wenn sie mehrmals vor<br />

und nach jeder me chanischen Belastung aufgetragen wird.<br />

Deumavan ® Schutzsalbe Neutral wird aus hochwertigen<br />

und gut verträglichen Inhalts stof fen entwickelt.<br />

Sie ist frei von Zusätzen wie Kon ser vierungsstoffen,<br />

Emulgatoren und Duftstoffen.<br />

Zur Reinigung bietet die Produkt linie zusätzlich<br />

die Deumavan ® Waschlotion sensitiv Neutral oder<br />

Deumavan ® Waschlotion sensitiv Lavendel an.<br />

Nur in der Apotheke.<br />

Kaymogyn GmbH, 65203 Wiesbaden<br />

www.deumavan.com


6 TITELTHEMA<br />

Guter Sex – trotz Diabetes?<br />

Die Stoffwechselerkrankung kann zu Problemen führen. Aber: Es gibt Abhilfe<br />

Ob wir unsere Sexualität als erfüllt<br />

und beglückend erleben,<br />

ist von vielen Faktoren abhängig.<br />

Neben einer erotischen Paarbeziehung<br />

und einer entspannten Lebenssituation<br />

spielt auch unsere körperliche<br />

Verfassung eine wichtige Rolle. Eine<br />

chronische Krankheit wie der Diabetes<br />

Mellitus kann das empfind liche Spiel<br />

der Sexualität an vielen Stellen beeinflussen.<br />

Die psychische Belastung durch<br />

die dauerhafte Erkrankung, die eingeschränkte<br />

körperliche Belastbarkeit, die<br />

Nebenwirkung mancher Medikamente,<br />

aber auch die Veränderungen an Blutgefäßen<br />

und Nerven können dazu führen,<br />

dass Männer wie Frauen ihr <strong>Liebe</strong>sleben<br />

nur mit Einschränkungen fortführen können.<br />

Nicht wenige Menschen empfinden<br />

dies als peinliches Versagen und verweigern<br />

sich dem Thema Sexualität schließlich<br />

ganz – zu Las ten ihrer Paarbeziehung<br />

und auch zu Las ten ihres persönlichen<br />

Lebensglücks.<br />

Foto: Squaredpixels<br />

So ist bei Männern mit Diabetes häufig<br />

die Erektionsfähigkeit beeinträchtigt.<br />

Rund eine Million Männer – die Hälfte<br />

der Diabetiker in Deutschland – hat damit<br />

zu kämpfen. „Da die Erkrankung<br />

maßgeblich die Blutzirkulation im Körper<br />

beeinflusst, können die Durchblutungsstörungen<br />

nicht nur an Beinen und Füßen<br />

auftreten, sondern ebenso im Penis“,<br />

erklärt Sexualpädagoge Martin Kessel.<br />

Dies führe nach und nach dazu, dass<br />

es immer schwieriger werde, eine Erektion<br />

aufzubauen und zu halten. Gleichzeitig<br />

könne die Schädigung von Nervenbahnen<br />

dazu führen, dass die Empfindlichkeit<br />

am Penis sinke. Bei Männern mit<br />

Altersdiabetes (Typ 2) ist darüber hinaus<br />

manchmal auch der Hormonhaushalt<br />

verändert. Dadurch, so Martin Kessel, gerate<br />

der betroffene Mann in einen Teufelskreis<br />

aus Frustration, Erwartungsdruck<br />

und Versagens ängsten.<br />

Diesen zu durchbrechen ist nur möglich,<br />

wenn der Patient den Mut dazu findet,<br />

das Thema offensiv anzugehen und sowohl<br />

mit der Partnerin als auch den behandelnden<br />

Ärzten das Gespräch zu suchen.<br />

Dass viele Menschen Angst empfinden,<br />

sich auf diese Weise zu „outen“,<br />

findet Martin Kessel wenig verwunderlich:<br />

„Wer gibt schon gerne zu, ein Problem<br />

mit seiner Potenz zu haben? Wir<br />

haben es hier mit einem gesellschaftlichen<br />

Tabuthema zu tun, so dass viele<br />

Patienten zögern, ihren Urologen oder<br />

Viele der Betroffenen wissen nicht, dass<br />

allein körperliche Faktoren schuld an ihren<br />

Problemen sind – und dass es viele<br />

Wege gibt, trotz Diabetes wieder zu einer<br />

erfüllten Sexualität zu finden. Grundlage<br />

dafür ist, zunächst einmal über die typischen<br />

Einschränkungen, die Folge der<br />

Erkrankung sein können, Bescheid zu<br />

wissen.<br />

Sexualität ist ein Stück Lebensglück. Auch Diabetiker müssen, trotz einiger Einschränkungen,<br />

nicht darauf verzichen. Wichtig: Den Partner mit ins Boot holen.


Infoline <strong>01</strong>80-555 84 84 (0,14 Euro/Min. aus dem Festnetz. Mobilfunk max. 0,42 Euro/Min.)<br />

TITELTHEMA 7<br />

Hausarzt auf das Problem anzusprechen.“<br />

Doch nur wer diesen Schritt wagt, kann<br />

auf die Suche nach der Ursache seiner<br />

sexuellen Funktionsstörung gehen und<br />

unter Umständen weitere Schäden verhindern.<br />

Zuallererst sollte beobachtet<br />

werden, ob der Blutzucker zu stark<br />

schwankt oder dauerhaft zu hoch ist.<br />

Hier können veränderte Lebensgewohnheiten<br />

(ausreichend Bewegung, ausgewogene<br />

Ernährung, ein entspannter Alltag)<br />

eine Verbesserung bringen. In manchen<br />

Fällen kann, bei Männern wie Frauen,<br />

auch eine Umstellung der Medikation<br />

helfen. Neben blutzuckersenkenden<br />

Mitteln müssen Diabetiker oft auch Medikamente<br />

gegen hohen Blutdruck, erhöhte<br />

Blutfette oder Depressionen einnehmen,<br />

die das sexuelle Interesse sowie<br />

die Erregungs- und Erlebnisfähigkeit<br />

einschränken können. In manchen Fällen<br />

kann der Wechsel auf andere Arzneimittel<br />

Abhilfe schaffen.<br />

Gleichzeitig stehen Männern verschiedenste<br />

Hilfen zur Verfügung, um wieder<br />

eine zufriedenstellende Erektion haben<br />

zu können. Grundsätzlich ist die Anwendung<br />

von PDE-5-Hemmern in Tablettenform<br />

möglich, die Wirkstoffe „Sildenafil“<br />

und „Tadalafil“ wurden bei Diabetikern<br />

erfolgreich angewandt. Eine weitere<br />

Möglichkeit ist der Einsatz einer medizinischen<br />

Vakuumerektionshilfe. Sie erzeugt<br />

einen Unterdruck um den Penis<br />

herum und sorgt dafür, dass sich die<br />

Schwellkörper wieder mit Blut füllen; ein<br />

Stauring verhindert, dass es wieder abfließen<br />

kann. So ist bis zu 30 Minuten<br />

normaler und stressfreier Sex möglich.<br />

Wie genau diese „Penispumpen“ funktionieren,<br />

erklären wir in unserem Infokasten<br />

auf dieser Seite.<br />

Und wie sieht es mit den sexuellen<br />

Funktionsstörungen bei Diabetikerinnen<br />

aus? Obwohl zweifellos viele Patientinnen<br />

Probleme beim Sex haben, weiß<br />

man darüber noch recht wenig. Denn<br />

auch viele Frauen scheuen den Gang<br />

zum Arzt – und finden sich notgedrungen<br />

mit den sexuellen Einschränkungen<br />

ab. Experte Martin Kessel erläutert, wie<br />

diese aussehen können: „Zum einen<br />

kann Diabetes bei Frauen Scheidentro -<br />

ckenheit verursachen. Vor allem dann,<br />

wenn während und nach den Wechseljahren<br />

zusätzlich ihr Östrogenspiegel<br />

sinkt. Zum anderen kann eine mangelnde<br />

Durchblutung des kleinen Beckens<br />

und der Genitalien zu Orgasmuspro -<br />

blemen führen – die Frau kommt auf<br />

normalem Wege nicht mehr zum Höhepunkt.“<br />

Außerdem hätten Diabetikerinnen<br />

mit schlecht eingestelltem Blutzukker<br />

häufiger Infekte und vaginale Pilzinfektionen.<br />

Ihr Risiko, nach dem Geschlechtsverkehr<br />

eine Blasenentzündung<br />

zu bekommen, ist erhöht. Und:<br />

Ebenso, wie viele männliche Diabetiker,<br />

nehmen auch weibliche Patientinnen<br />

häufiger Antidepressiva, weil sie ihre<br />

chronische Krankheit als psychisch belastend<br />

erleben. Häufig ist es jedoch die<br />

Nebenwirkung dieser Medikamente, das<br />

sexuelle Verlangen und die Orgasmusfähigkeit<br />

herabzusetzen.<br />

Glücklicherweise können auch Diabetikerinnen<br />

eine Menge tun, um wieder<br />

Lust und <strong>Liebe</strong> leben zu können. Zuallererst<br />

müssen auch sie, ebenso wie die<br />

Effektive Unterstützung:<br />

Vakuumerektionshilfen<br />

Männer, das Gespräch mit dem Facharzt<br />

suchen, um ihren Diabetes optimal einstellen<br />

zu lassen, und sich gleichzeitig<br />

um einen <strong>gesund</strong>en Lebensstil bemühen.<br />

Um die Scheidentrockenheit zu beseitigen,<br />

gibt es mehrere Wege: „Zum einen<br />

kann die Frau beim Geschlechtsverkehr<br />

ein wasserlösliches Gleitgel verwenden.<br />

Alternativ kann vorbeugend ein<br />

hyaluronsäurehaltiges Vaginalgel aufgetragen<br />

werden, das die Befeuchtung<br />

langfristig verbessert. Eine weitere Möglichkeit<br />

ist ein durchblutungsförderndes<br />

Gleitmittel, dass ca. eine Viertelstunde<br />

vor dem Verkehr aufgetragen wird, dieses<br />

verbessert zugleich das Lustempfinden“,<br />

so Kessel.<br />

Doch auch mithilfe dieses Mittels könnten<br />

nicht alle Frauen einen Orgasmus<br />

erleben. „Reichen Geschlechtsverkehr<br />

und die Stimulation mit der Hand nicht<br />

aus, kann ein Vibrator helfen. Ist er<br />

stark genug, erhöht er den Tonus, so<br />

dass die Frau zum Orgasmus kommt“,<br />

so der Sexualpädagoge. Auch Paaren<br />

empfiehlt er einen Vibrator als Unterstützung<br />

im <strong>Liebe</strong>sspiel, um gemeinsam<br />

mehr Lust zu erleben: „Männer wie<br />

Frauen sollten die Scheu vor Hilfsmitteln<br />

beim Sex ablegen. Betrachten Sie<br />

diese einfach wie eine Lesebrille – die<br />

setzt man ja auch auf, wenn man nicht<br />

mehr so gut sieht“.<br />

Eine Vakuumpumpe besteht aus einem Kunststoffzylinder, an dessen Ende sich eine<br />

Pumpe befindet. Mit dieser kann ein kontrollierter Unterdruck erzeugt werden,<br />

der zu einer Versteifung des Penis führt. Zum Set gehören Spannungsringe unterschiedlicher<br />

Größe und Stärke, die auf den Penis aufgebracht werden können. So<br />

verhindern sie den Rückfluss des Blutes und sorgen für eine stabile Erektion, die<br />

ca. 30 Minuten aufrechterhalten werden kann. Dieses Hilfsmittel ist sehr einfach<br />

anzuwenden und kann bei jeder Form von Potenzstörungen eingesetzt werden.<br />

Über Vakuumerektionshilfen informiert auch das gleichnamige ISG-Infoblatt,<br />

das Sie unter www.isg-info.de, Rubrik „Infomaterialien“, finden.


8 THEMA<br />

Krebs im gynäkologischen Bereich:<br />

So werden Sexualfunktionen erhalten<br />

Schonende Operationsmethoden und vorbeugende Maßnahmen können<br />

langfristige Schädigungen verhindern. Was Patientinnen darüber wissen sollten<br />

Wird eine Krebsdiagnose im<br />

gynäkologischen Bereich<br />

gestellt, steht für Ärzte wie<br />

Betroffene selbstverständlich erst einmal<br />

das Überleben der Patientin im<br />

Vordergrund. Für uns Mediziner ist es<br />

jedoch wichtig, gleichzeitig auch vorauszublicken<br />

– und an den Erhalt der<br />

Lebensqualität zu denken. Dies bedeutet,<br />

auf unser Fachgebiet bezogen, vor<br />

allem, die sexuellen Funktionen, das<br />

körperliche Erscheinungsbild und die<br />

Libido so gut wie möglich zu erhalten.<br />

Vorbeugende Maßnahmen und schonende<br />

Operationsmöglichkeiten können<br />

dies heute in vielen Fällen zumindest<br />

teilweise gewährleisten.<br />

Wie wichtig dieses Thema ist, verdeutlicht<br />

die größte Studie, die die Sexualität<br />

bei Patientinnen mit Ovarialkarzinom<br />

untersuchte: 47 Prozent der Frauen<br />

klagten nach der Therapie über eine<br />

Libido störung, 80 Prozent über eine<br />

vaginale Tro ckenheit, 62 Prozent über<br />

Schmerzen beim Geschlechtsverkehr<br />

und 75 Prozent über Orgasmusschwierigkeiten.<br />

Um diese Einschränkungen<br />

abzumildern, kann es im individuellen<br />

Fall und nur im Frühstadium der Erkrankung<br />

sinnvoll sein, einen Eierstock – und<br />

damit die Hormonproduktion – zu erhalten.<br />

Dies wird vor allem dann in Erwägung<br />

gezogen, wenn die Patientin einen<br />

Kinderwunsch hat. Eine solche Entscheidung<br />

sollte jedoch mit Bedacht<br />

und in enger Abstimmung zwischen Arzt<br />

und Patientin getroffen werden – da der<br />

Erhalt eines Eierstocks vielfach das Risiko<br />

eines Rückfalls erhöht.<br />

Frau Prof. Dr. Annette Hasenburg ist<br />

Direktorin der Klinik und Poliklinik für<br />

Geburtshilfe und Frauen<strong>gesund</strong>heit,<br />

Universitätsmedizin Mainz<br />

Bei einer radikalen Hysterektomie – einer<br />

vollständigen Entfernung der Gebärmutter<br />

und ihrer Aufhängebänder –<br />

aufgrund einer Krebserkrankung kann<br />

es zur Schädigung von Nervensträngen<br />

kommen. Scheidentrockenheit, eine<br />

geringere Durchblutung der Vagina und<br />

Orgasmusstörungen können die Folge<br />

sein. Gezielt nervenschonende Operationstechniken<br />

können diese Beschwerden<br />

abmildern – Patientinnen<br />

sollten sich danach erkundigen. Besonders<br />

häufig treten Störungen der sexuellen<br />

Funktionen dann auf, wenn<br />

Operation und Strahlentherapie kombiniert<br />

werden. Dieses Vorgehen sollte<br />

deshalb, falls möglich, vermieden werden.<br />

Bei Patientinnen, die noch nicht<br />

in den Wechseljahren sind, kann vor<br />

dem Beginn der Bestrahlung eine sogenannte<br />

„Transposition“ (Verlagerung)<br />

der Eierstöcke sinnvoll sein, um sie so<br />

vor der Strahlentherapie zu schützen.<br />

Es hat sich gezeigt, dass diese Maßnahme<br />

in 70 bis 90 Prozent die Hormonproduktion<br />

der Eierstöcke aufrechter<strong>hält</strong><br />

– und so negative Auswirkungen<br />

auf die sexuellen Funktionen vermieden<br />

werden können.<br />

Ein maßgenaues Vorgehen ist auch bei<br />

der Operation eines Vulvakarzinoms (einem<br />

Krebsbefall der Schamlippen) notwendig.<br />

Hier ist es für das Körperbild,<br />

aber auch für den Erhalt der Sexualfunktionen<br />

entscheidend, nur so viel<br />

Gewebe zu entfernen wie unbedingt nötig,<br />

um einen Rückfall zu vermeiden –<br />

dies gilt besonders bei klitorisnahen Tumoren.<br />

Eine sinnvolle Maßnahme zur<br />

Vorbeugung von sexuellen Störungen ist<br />

auch die „Defektde ckung“ – die plastische<br />

Wiederherstellung entfernter Gewebebereiche.<br />

Mein Rat an alle Patientinnen mit einem<br />

Tumor im gynäkologischen Bereich:<br />

Lassen Sie sich im Vorfeld beraten, welche<br />

Möglichkeiten zum Schutz der Sexualfunktionen<br />

in Ihrem Fall zur Verfügung<br />

stehen. Erkundigen Sie sich auch<br />

nach unterstützenden Maßnahmen, die<br />

in Ihrem Fall die negativen Folgen der<br />

Behandlung abfedern können. Dies<br />

kann die Behandlung von Narben<br />

durch Massage und Cremes, eine Hormontherapie,<br />

eine psychologische Begleitung<br />

oder der Einsatz sogenannter<br />

Dilatatoren sein, die zur Weitung der Vagina<br />

eingesetzt werden.


INFOMATERIAL-BESTELLUNG<br />

Bitte senden Sie mir folgendes Informationsmaterial des ISG zu (entsprechende Anzahl angeben):<br />

Informationsblätter<br />

➡<br />

Informationsblätter<br />

➡<br />

Erektionsstörungen (Erektile Dysfunktion [ED])<br />

Behandlung der ED mit dem Wirkstoff Sildenafil<br />

Behandlung der ED mit dem Wirkstoff Tadalafil<br />

Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Sexualität<br />

Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und Sexualität<br />

Sexualität im Alter<br />

Behandlung der ED mit dem Wirkstoff Vardenafil<br />

Behandlung der ED mit dem Wirkstoff MUSE<br />

Schwellkörper-Injektionstherapie (SKAT)<br />

Vakuumerektionshilfen<br />

Penisimplantate<br />

Hormontherapie beim Mann<br />

Sexuelle Funktionsstörungen bei Prostataerkrankungen<br />

Broschüren<br />

Sexuelle Probleme? Das ISG informiert und berät<br />

FRED – Fragebogen zur Erektilen Dysfunktion –<br />

Potenzprobleme erkennen und behandeln<br />

Es muss keine Affäre sein – Ein Ratgeber für Frauen<br />

Erektionsstörungen – Mut zur Selbsthilfe<br />

Vorzeitiger Samenerguss (Ejaculatio praecox)<br />

Induratio penis plastica (IPP)<br />

Männliche Unfruchtbarkeit (Infertilität)<br />

ISG-Magazin<br />

„<strong>Liebe</strong> <strong>hält</strong> <strong>gesund</strong>“<br />

Informationsblätter<br />

Sexualstörungen bei Frauen<br />

Name, Vorname<br />

Hormontherapie bei der Frau<br />

Sexualität und Wechseljahre<br />

Sexualität nach einer gynäkologischen Krebserkrankung<br />

Straße<br />

PLZ/Wohnort<br />

Hausnummer<br />

„Pille danach“<br />

Unterstützen Sie das ISG aktiv durch Ihre Mitgliedschaft*!<br />

Telefonnummer oder E-Mail-Adresse für Rückfragen<br />

Bitte in Druckbuchstaben<br />

*Mindestbeitrag (€ 25,-/Jahr). Nur als ärztliches Mitglied werden Sie –<br />

Ihr Einverständnis vorausgesetzt – in den Expertenpool auf der ISG-<br />

Homepage (www.isg-info.de) aufgenommen. Mit Hilfe einer Suchmaschine<br />

können Betroffene dort einen Arzt in ihrer Nähe herausfinden.<br />

Sie erhalten ebenfalls unser Magazin „<strong>Liebe</strong> <strong>hält</strong> <strong>gesund</strong>“, das über die<br />

Aktivitäten des Vereins und wichtige Fortschritte auf dem Gebiet der<br />

Sexualität und Gesundheit informiert.<br />

Bitte senden Sie dieses Formular zurück an das:<br />

Informationszentrum für Sexualität und Gesundheit<br />

ISG e.V.<br />

Geschäftsstelle<br />

Universitätsklinikum Freiburg<br />

Hugstetter Str. 55<br />

79106 Freiburg<br />

Oder faxen Sie das Formular an:<br />

Faxnummer 0761 / 27027450


10 MEDIZINWELT<br />

Wissenschaftliche Meldungen<br />

MILLIONEN MÄNNLICHER SAMENZELLEN<br />

machen sich auf den Weg zur Eizelle –<br />

das Ziel wird nur von einer einzigen erreicht.<br />

Forscher der Universität Ulm<br />

und der University of California haben<br />

nun entdeckt, dass sogenannte Amy -<br />

loid-Fibrillen bei diesem „Spermienrennen“<br />

mitmischen: Die klebrigen Eiweiß-<br />

Fäden fangen unbrauchbare Spermien<br />

ein und erleichtern deren Entsorgung<br />

durch die weibliche Immunabwehr. Zuvor<br />

hatten Prof. Jan Münch und Institutsleiter<br />

Prof. Frank Kirchhoff vom Ulmer<br />

Institut für Molekulare Virologie bereits<br />

herausgefunden, dass die klebrigen<br />

Eiweiß-Stäbchen im Sperma als<br />

HIV-Verstärker wirken, indem sie die<br />

Anheftung der AIDS-Erreger an die Zielzellen<br />

erleichtern. Gemeinsam mit seinen<br />

kalifornischen Forschungskollegen<br />

entdeckte Münch nun eine natürliche<br />

biologische Funktion der Eiweiß-Fäden.<br />

DIE WECHSELJAHRE beginnen bei rund<br />

zehn Prozent der Frauen bereits vor<br />

dem 45. Lebensjahr. Damit verbunden<br />

ist ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen<br />

und Osteoporose.<br />

Tierstudien hatten bereits gezeigt, dass<br />

eine Ernährung mit viel pflanzlichem<br />

Protein die Wechseljahre hinauszögern<br />

kann. Forscher um Elizabeth Bertone-<br />

Johnson von der University of Massachusetts<br />

untersuchten nun, ob dies<br />

auch beim Menschen funktioniert. Sie<br />

befragten 116.000 Frauen zwischen 25<br />

und 42 Jahren, wie oft sie bestimmte<br />

Lebensmittel zu sich genommen hatten.<br />

Das Ergebnis: Frauen, die 6,5 Prozent<br />

ihres täglichen Kalorienbedarfs über<br />

pflanzliche Proteine deckten, hatten ein<br />

um 16 Prozent geringeres Risiko früh in<br />

die Menopause einzutreten, als solche,<br />

die nur vier Prozent des Bedarfs über<br />

Nüsse und Co. zu sich nahmen.<br />

ERHÖHT EINE SCHWANGERSCHAFT das<br />

Rückfallrisiko von Brustkrebs patientin -<br />

nen? Dieser Frage gingen Matteo Lambertini<br />

und seine Kollegen vom Institut<br />

Jules Bordet in Brüssel nach. Sie begleiteten<br />

zehn Jahre lang 1207 metastasefreie<br />

Brustkrebspatientinnen unter 50<br />

Jahren. 333 Frauen wurden im Verlauf<br />

der Studie schwanger. Ihnen ordneten<br />

die Forscher jeweils drei der 874 Teilnehmerinnen<br />

zu, die nicht schwanger<br />

geworden waren und die vom Tumor, Alter<br />

und weiteren Faktoren her ähnliche<br />

Prognosen hatten. Dabei zeigte sich,<br />

dass die Frauen, die Schwanger geworden<br />

waren, keine Nachteile erlebten,<br />

weder was die tumorfreie Zeit noch die<br />

Eine Schwangerschaft stellt kein erhöhtes<br />

Rückfallrisiko dar für Brustkrebs -<br />

patientinnen.<br />

Überlebensrate anbelangte – das galt<br />

auch für Frauen mit Östrogenrezeptorpositivem<br />

Krebs. Auch der Zeitpunkt der<br />

Schwangerschaft hatte keinen Einfluss.<br />

Foto: pexels.com<br />

WIE GESUND LEBEN die Deutschen im Vergleich<br />

zu Einwohnern anderer EU-Länder?<br />

Dieser Frage ist ein Team des Robert-<br />

Koch-Instituts nachgegangen. Positiv ist<br />

die Bewegungsfreude der Deutschen:<br />

45 % der Frauen und 51 % der Männer<br />

Beim täglichen Obst- und Gemüseverzehr<br />

sind die deutschen Frauen Spitze im EU-<br />

Vergleich.<br />

erreichen die empfohlenen 150 Minuten<br />

körperlicher Ausdaueraktivität pro Woche<br />

– EU-weit sind es nur 26 bzw. 36 %. In<br />

puncto Ernährung haben die deutschen<br />

Frauen die Nase vorn: 54 % essen täglich<br />

eine Portion Obst, 40 % eine Portion Gemüse.<br />

Nur 38 % der deutschen Männer<br />

essen täglich Obst, nur 23 % verzehren<br />

täglich Gemüse.<br />

DIE GESCHLECHTSKRANKHEIT TRIPPER ist<br />

auf dem Vormarsch: 78 Millionen Menschen<br />

stecken sich laut WHO jährlich mit<br />

Gonokokken an. Für Deutschland gehen<br />

Schätzungen von 20.000 bis 25.000<br />

Infektionen aus – Tendenz steigend. Besonders<br />

häufig wird die Krankheit beim<br />

Oralsex übertragen, weil sich die Erreger<br />

mit Vorliebe im Hals ansiedeln. Wer wechselnde<br />

Sexualpartner hat, sollte sich mit<br />

einem Kondom schützen.<br />

Foto: pexels.com<br />

Das ISG wird gefördert durch:


Infoline <strong>01</strong>80-555 84 84 (0,14 Euro/Min. aus dem Festnetz. Mobilfunk max. 0,42 Euro/Min.)<br />

THEMA 11<br />

„Zum eigenen Körper stehen“<br />

Ist mein Penis zu kurz? Diese Frage belastet viele Männer. ISG-Vorstand und<br />

Experte Dr. Christian Leiber erklärt, warum diese Sorge fast immer unbegründet ist<br />

– und wie die verschiedenen Verfahren zur Penisverlängerung einzuschätzen sind<br />

ISG: Wie groß muss ein „normaler“ Penis<br />

eigentlich sein?<br />

Dr. Leiber: Im Durchschnitt ist der Penis<br />

eines deutschen Mannes 13,2 cm lang.<br />

Aber natürlich ist das die statistische<br />

Mitte, zu der Abweichungen nach oben<br />

und unten dazugehören – auch weniger<br />

Länge ist noch „normal“. Für die sexuelle<br />

Funktionalität sind ohnehin andere<br />

Faktoren wie etwa der Umfang wichtiger.<br />

Das Problem ist, dass viele Männer sich<br />

an den falschen Bildern orientieren. Pornografie<br />

ist heute im Internet für jedermann<br />

leicht verfügbar. Hier sind meist<br />

Männer zu sehen, die außergewöhnlich<br />

gut bestückt sind. Sehr viele Männer, die<br />

zu mir kommen und glauben, ihr Penis<br />

sei viel zu kurz, liegen sogar über dem<br />

statistischen Durchschnitt.<br />

Was sagen Sie diesen Männern?<br />

Ich messe ihren Penis und versuche<br />

dann, sie mit wissenschaftlichen Daten<br />

davon zu überzeugen, dass bei ihnen alles<br />

in Ordnung ist und sie eher ein Problem<br />

mit ihrer Selbstwahrnehmung haben.<br />

Hier kann in schwierigen Fällen ein<br />

Sexual- oder Psychotherapeut weiterhelfen.<br />

Was Männer auch wissen sollten:<br />

Ein großer Penis kann auch Probleme<br />

bereiten. Zum einen, weil er der Partnerin<br />

beim Geschlechtsverkehr Schmerzen<br />

verursachen kann. Zum anderen, weil im<br />

vorgerückten Alter häufiger Erektions -<br />

störungen vorkommen. Damit ein großer<br />

Penis richtig steif wird, ist eben sehr viel<br />

mehr Blutzufuhr nötig.<br />

Wann ist eine Penisverlängerung überhaupt<br />

angezeigt?<br />

Eine echte Verlängerung des Penis ist<br />

nur durch sehr aufwendige und risikoreiche<br />

Verfahren möglich. Es müssen<br />

dafür die beiden Penisschwellkörper geöffnet<br />

werden, was die unabsichtliche<br />

Zerstörung von Nerven und Gefäßen<br />

und damit schwere Erektionsstörungen<br />

bedeuten kann. Außerdem kann es zu<br />

sichtbaren Vernarbungen und zu Infektionen<br />

kommen. Trotz all dieser Risiken<br />

können höchstens zwei bis drei Zentimeter<br />

zusätzlich gewonnen werden. Solche<br />

Operationen sind deshalb in<br />

Deutschland – und auch weltweit – unüblich,<br />

zudem müssen sie selbst bezahlt<br />

werden. Dabei entstehen Kosten<br />

von bis zu 20.000 Euro.<br />

Dr. med. Christian Leiber, Leiter Sektion<br />

Andrologie, Oberarzt, Facharzt für Urologie,<br />

Andrologie, medikamentöse Tumortherapie<br />

am Universitätsklinikum Freiburg<br />

Gibt es auch sanftere Methoden?<br />

Es gibt die Möglichkeit, den Penis optisch<br />

zu verlängern, indem man seine<br />

oberen Haltebänder durchtrennt. Dadurch<br />

hängt das Glied im nicht-erigierten<br />

Zustand weiter herunter und wirkt so<br />

länger. Das kann Männern weiterhelfen,<br />

die vor allem in der Öffentlichkeit, zum<br />

Beispiel in der Sauna oder beim gemeinsamen<br />

Duschen im Sportverein, ein Problem<br />

mit der Länge ihres Penis haben.<br />

Im erigierten Zustand wird durch diesen<br />

Eingriff aber keine Verlängerung erreicht.<br />

Bei manchen Männern wirkt der<br />

Penis auch kleiner, als er ist, weil sie einen<br />

großen Bauch haben. Hier ist natürlich<br />

Abnehmen das Allerbeste, auch das<br />

Absaugen von Fett ist eine mögliche<br />

Maßnahme. Warnen möchte ich vor dem<br />

Verfahren, das abgesaugte Fett in den<br />

Penis spritzen zu lassen, um ihm mehr<br />

Volumen zu verleihen. Denn dieses Fett<br />

wird vom Köper nach und nach wieder<br />

resorbiert. Mittel- und langfristig können<br />

dadurch Verformungen und Dellen im<br />

Penis entstehen, die schwer wieder zu<br />

beseitigen sind.<br />

Gerade im Internet locken ja auch viele<br />

Anbieter mit Wundermitteln, die zu Hause<br />

selbst angewendet werden können.<br />

Was halten Sie davon?<br />

Die wissenschaftliche Evidenzlage ist<br />

hier sehr eindeutig: Es gibt keine Naturheilmittel<br />

oder mechanischen Streckverfahren,<br />

die wirklich eine Verlängerung<br />

bewirken. Das heißt: Solche Mittel sind<br />

oft sehr umständlich und schmerzhaft in<br />

der Anwendung, zudem kosten sie meist<br />

eine Menge Geld. In China etwa geben<br />

wohlhabende Männer Tausende aus,<br />

weil sie sich etwas davon versprechen,<br />

Stierhoden oder Ähnliches zu verzehren.<br />

Dies hat natürlich keinerlei Wirkung.<br />

Mein Rat an alle Männer ist also, sich<br />

nicht von der vermeintlichen Erwartungshaltung<br />

der Umwelt beeinflussen<br />

zu lassen und zu ihrem Körper zu stehen.<br />

Bei einer kalifornischen Studie mit<br />

50.000 Teilnehmern zeigte sich: 85 Prozent<br />

der befragten Frauen waren mit der<br />

Penisgröße ihres Partners zufrieden,<br />

allerdings nur 55 Prozent der Männer<br />

mit dem eigenen Glied.


12 WOHLFÜHLEN<br />

Foto: Sofia Zhuravetc/stock.adobe.com<br />

Mehr Leichtigkeit mit Lomi Lomi<br />

Eine gelungene Massage entspannt und lockert den Körper, streichelt die Seele und macht uns bereit<br />

für positive sinnliche Erlebnisse. Gerade viele Paare lieben es deshalb, gemeinsam eine thailändische<br />

Knetkur oder eine indische Ayurveda-Anwendung zu genießen. Nun lockt ein neuer Trend aus Hawaii<br />

mit dem ultimativen Verwöhnversprechen: „Lomi Lomi Nui“, übersetzt:<br />

das „einzigartige große Kneten“, verspricht ein zwei- bis dreistündiges<br />

Eintauchen in eine andere Welt. Zu der traditionellen Massagetechnik<br />

gehört neben wohltuenden Berührungen am ganzen<br />

Körper auch eine beruhigende Umgebung. Duftende Öle, sanftes<br />

Licht und ruhige Musik sollen das innerliche Loslassen fördern.<br />

Über hundert verschiedene Griffe ermöglichen es dem Lomi-Lomi-<br />

Therapeuten, bis zu den tiefliegenden Muskeln und Bindegewebsschichten<br />

vorzudringen. So werden Blockaden im Körper gelöst, so<br />

dass die Energie wieder frei fließen kann und Leichtigkeit und Lebensfreude<br />

wieder Platz finden. Echte Entspannungsfans sollten also<br />

einmal einen gemeinsamen Versuch starten – auch wenn die Anwendungen<br />

aufgrund der Länge nicht ganz billig sind. Angebote findet<br />

man inzwischen in jeder größeren Stadt. Da die Massage eine sehr persönliche Note hat, sollte es ein<br />

ausführliches Vorgespräch geben.<br />

D I E Z A H L<br />

72,3<br />

Fast drei Viertel (72,3 Prozent) der Bevölkerung in Deutschland waren<br />

2<strong>01</strong>6 mit ihrem körperlichen Wohlbefinden zufrieden. Damit liegt die Zufriedenheit<br />

auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr (74,6 Prozent). 2<strong>01</strong>4 gaben lediglich<br />

zwei Drittel (67,4 Prozent) an, zufrieden zu sein. Die aktuelle Erhebung<br />

zeigt darüber hinaus, dass sich Menschen in ländlichen Gegenden und in Kleinstädten<br />

wohler fühlen als in größeren Städten. Dies ermittelte das Marktforschungsinstitut<br />

GfK im Auftrag von Nestlé.<br />

Foto: pexels.com<br />

Superfood für die Schönheit<br />

Viele Menschen schwören auf ihren feinen Geschmack. Tatsächlich hat die Avocado aber weit mehr zu bieten: Vitamine<br />

der B-Gruppe, Vitamin E, Folsäure, Kalium und Magnesium machen die fettreiche Frucht zu einem wahren Jungbrunnen<br />

für Körper und Seele. Was wenige wissen: Dies gilt auch für die äußerliche Anwendung. Denn die wertvollen Öle der<br />

Avocado sind perfekt geeignet, Haut und Haare auf natürliche Art zu pflegen. So ergibt eine zerdrückte Avocado mit<br />

einigen Spritzern Zitrone eine effektive Gesichtsmaske. Wer die Mischung aufs Haar geben möchte, rührt vorher noch<br />

einige Löffel Naturjoghurt unter. Und gegen trockene, rissige Hände hilft eine nährende Handmaske. Mixen Sie dafür<br />

eine Avocado mit einem Eigelb und einem guten Schuss Olivenöl.


Infoline <strong>01</strong>80-555 84 84 (0,14 Euro/Min. aus dem Festnetz. Mobilfunk max. 0,42 Euro/Min.)<br />

WOHLFÜHLEN 13<br />

Relaxen im Doppelpack<br />

Wellnessurlaub als Frischzellenkur für die Beziehung:<br />

Knapp zwei Drittel der Wohlfühl-Aufenthalte werden<br />

von Paaren angetreten. Viele Hotels haben sich auf diesen<br />

Trend eingestellt – es lohnt sich also, nach speziellen<br />

Angeboten Ausschau zu halten. Neben klassischen<br />

Romantikwochenenden ist mittlerweile auch viel Ungewöhnliches<br />

oder Exklusives möglich: So können Paare<br />

sich inzwischen einen privaten Whirlpool oder ein duftendes<br />

Wannenbad mieten. Einige Hotels bieten Verliebten<br />

sogar an, den Wellnessbereich für einige Stunden<br />

ganz allein zu nutzen. Viele Angebote finden sich<br />

z.B. unter www.mydays.de<br />

Foto: TENphoto/stock.adobe.com<br />

Im Trend: Faszientraining<br />

Bis vor Kurzem hatte kaum jemand von ihnen gehört, inzwischen geraten sie mehr<br />

und mehr ins Blickfeld von Gesundheits- und Fitnessinteressierten: die Faszien.<br />

Das Wort steht für das 0,3 bis 3 mm dicke Bindegewebe, das unseren Körper wie<br />

ein Netz durchzieht und Muskeln, Muskelfasern, Knochen und Organe umhüllt.<br />

Inzwischen vermuten Wissenschaftler, dass viele Schmerzen, die gemeinhin der<br />

Muskulatur zugeschrieben werden, eigentlich von verklebten Faszien herrühren.<br />

Rückenschmerzen etwa könnten auch deshalb auftreten, weil das muskuläre Bindegewebe<br />

unter- bzw. überfordert wird und infolgedessen verfilzt und spröde wird.<br />

Die Folge: Die Faszien können nicht mehr geschmeidig überei nandergleiten, wir<br />

haben Schmerzen und sind verletzungsanfälliger. Dagegen helfen gezielte Übungen,<br />

die man zum Beispiel im Fitnessstudio erlernen kann. Anleitung finden Interessierte<br />

auch in Buchform. Tipp: der Ratgeber „Faszienfitness“ von Robert Schleip,<br />

einem promovierten Humanbiologen, der sich auf das Thema spezialisiert hat (riva,<br />

224 S., 19,99 Euro, ISBN 978-3868-83483-3).<br />

Anzeige<br />

Seit über 40 Jahren.<br />

Für die schönste<br />

Sache der Welt.<br />

Erektionsstörungen können mit<br />

Hilfe von Schwellkörperimplantaten<br />

erfolgreich therapiert werden.<br />

*Klinische Ergebnisse, Datennachweis liegt BSCI vor.<br />

Patienten-<br />

92% zufriedenheit *<br />

Partnerzufriedenheit<br />

*<br />

96%<br />

URO-487715-AA JUL 2<strong>01</strong>7 © 2<strong>01</strong>7 Boston Scientific Corporation oder Tochtergesellschaften. Alle Rechte vorbehalten.


14 THEMA<br />

Wenn der Körper spricht<br />

Psychosomatische Erkrankungen werden oft sehr spät erkannt. Weshalb das so ist – und<br />

warum sie oft mit sexuellen Störungen einhergehen, fragten wir Dr. Daniela Wetzel-Richter<br />

ISG: Frau Dr. Wetzel-Richter, inwiefern<br />

gibt es Berührungspunkte zwischen<br />

sexuellen Funktionsstörungen und<br />

psychosomatischen Erkrankungen?<br />

Dr. Wetzel-Richter: Symptome sexueller<br />

Funktionsstörungen treten häufig im Zusammenhang<br />

mit psychosomatischen<br />

Erkrankungen auf, da sexuelles Erleben<br />

und Verhalten stets ein Zusammenspiel<br />

biologischer, psychischer und sozialer<br />

Faktoren bedeutet. Zum einen können<br />

psychosoziale Belastungen zu sexuellen<br />

Problemen führen, zum anderen<br />

können sexuelle Funktionsstörungen zu<br />

einer psychischen Belastung für den betroffenen<br />

Menschen werden. So findet<br />

sich nach sexuellem Missbrauch zum<br />

Beispiel häufig eine Libidostörung, weil<br />

sexuelle Aktivität mit negativen Erinnerungen<br />

behaftet ist. Andererseits entwi -<br />

ckelt ein Mann mit körperlich bedingten<br />

Potenzproblemen ein sich dadurch verschlechterndes<br />

Selbstbild, zum Beispiel<br />

eine Depression.<br />

Sexuelle Funktionsstörungen sind nach<br />

wie vor ein Tabuthema. Könnte dies die<br />

Ursache dafür sein, dass der Körper<br />

durch psychosomatische Symptome<br />

auf sich aufmerksam macht?<br />

Sexuelle Störungen können die unbewusste<br />

Sprache des Körpers sein. So<br />

kann beispielsweise eine Potenzstörung<br />

beim Zusammensein mit der Ehefrau<br />

auftreten, mit der gerade ein Konflikt<br />

besteht, dieser aber nicht angesprochen<br />

werden kann. Der Körper sagt dann sozusagen<br />

„Nein“. Psychosomatische<br />

Symptome treten vor allem dann auf,<br />

wenn der Betroffene nicht gelernt hat,<br />

Gefühle in Worten auszudrücken. Dann<br />

spricht oft stattdessen der Körper. Gesellschaftliche<br />

Tabus sind eine andere<br />

Form der Sprachlosigkeit. Die Moral<br />

und die Scham blockieren den Betroffenen,<br />

seine Sorgen anzusprechen. Hier<br />

fehlt dem Betroffenen ein einladender<br />

Gesprächspartner. Ärzte mit sexualmedizinischer<br />

Weiterbildung erlernen, den<br />

betroffenen Patienten zum Dialog einzuladen.<br />

Das ISG e.V. bietet sexualmedizinische<br />

Curricula an, um Ärzte unter<br />

anderem in Kommunikationstechniken<br />

und sexualmedizinischem Wissen zu<br />

schulen.<br />

Patienten und Patientinnen, die zu Ihnen<br />

kommen, haben oft schon viele<br />

Ärzte konsultiert ...<br />

Im Durchschnitt dauert es sieben Jahre,<br />

bis dem betroffenen Patienten die<br />

psychosomatische Diagnose gestellt<br />

wird, da unser Gesundheitssystem somatisch<br />

orientiert ist. Jede Fachgruppe<br />

sieht nur ihren Fachbereich. Am ehesten<br />

hat noch der Hausarzt die Chance, alles<br />

zusammenzubringen – er kennt die persönlichen<br />

und familiären Ver<strong>hält</strong>nisse<br />

und die somatischen Beschwerden.<br />

Dr. med. Daniela Wetzel-Richter ist Ltd.<br />

Ober ärztin an der Klinik für Psychosomatische<br />

Medizin und Psychotherapie im Kreiskrankenhaus<br />

Lörrach.<br />

Foto: Julia Jacob<br />

Hausärzte wie auch Frauenärzte und andere<br />

niedergelassene Fachärzte lernen<br />

heute, ganzheitlich psychosomatisch zu<br />

denken und zu handeln. Dennoch haben<br />

die Patienten oft einen sehr langen Leidensweg<br />

hinter sich und bringen dicke<br />

Akten mit. Ursache ist auch, dass betroffene<br />

Patienten ihre Gefühle nicht gut benennen<br />

und sich deshalb kein psychosomatisches<br />

Krankheitsverständnis erarbeiten<br />

können. Sie denken eher funktionell,<br />

lassen sich eher operieren, als über<br />

ihre Gefühle zu sprechen.<br />

Woher kommt dieses Abgeschnittensein<br />

von den eigenen Gefühlen?<br />

Die betroffenen Patienten haben in der<br />

Kindheit keine gute Versorgung erfahren,<br />

teils Gewalt und/oder Missbrauch<br />

erlebt. Sie sind misstrauisch, auch<br />

gegenüber Ärzten. Da in der Kindheit<br />

keine liebevolle „Spiegelung der Gefühle“<br />

durch die primären Bezugspersonen<br />

stattfand, können sie auch später Gefühle<br />

schlecht erkennen, benennen und<br />

regulieren. All das bringt der Psychosomatiker<br />

in einer ausführlichen Anamnese,<br />

bei der körperliche und psychische<br />

Belastungen berücksichtigt werden, zusammen.<br />

Erst dann stellt er eine Diagnose.<br />

Wie wichtig ist die Zusammenarbeit<br />

mit dem Partner in der therapeutischen<br />

Arbeit?<br />

Bei sexuellen Störungen ist das Paar der<br />

Patient, der behandelt werden muss. Ist<br />

zum Beispiel die Frau frustriert, da der<br />

Mann immer „zu früh kommt“, steigt<br />

der Druck auf den Mann, der dann noch<br />

häufiger „versagt“ und schließlich das<br />

Zusammensein vermeidet. Daher wird<br />

der Partner möglichst mit eingeladen.


Infoline <strong>01</strong>80-555 84 84 (0,14 Euro/Min. aus dem Festnetz. Mobilfunk max 0,42 Euro/Min.)<br />

LEBENS-LUST 15<br />

Romantik und Abenteuer<br />

Lese-Lust<br />

Foto: aleksei_derin/stock.adobe.com<br />

Nichts gegen gemeinsame Fernsehabende<br />

mit Kuschelfaktor<br />

– aber wer seine <strong>Liebe</strong>sbeziehung<br />

dauerhaft lebendig halten will,<br />

muss auch mal zusammen etwas erleben,<br />

sprich: ausgehen. Oder sogar ausbrechen!<br />

„Escape-Rooms“ sind so etwas<br />

wie Spiel-Räume für Erwachsene –<br />

und liegen momentan voll im Trend. In<br />

jeder größeren Stadt kann man sich für<br />

60 bis 120 Minuten gemeinsam in einen<br />

solchen Raum einsperren lassen.<br />

Hier müssen, ähnlich wie in einem<br />

Computerspiel, verschiedenste Rätsel<br />

und witzige Aufgaben gelöst werden,<br />

um ans Ziel zu gelangen und die Tür<br />

wieder zu öffnen. Eingebettet sind diese<br />

Spiele in unterschiedliche Rahmenhandlungen<br />

und Kulissen. Mal wähnt<br />

man sich in einem Agatha-Christie-Krimi,<br />

mal in einem mittelalterlichen<br />

Schloss, auch Gefängniszellen sind im<br />

Angebot. Viele Firmen spendieren ihren<br />

Mitarbeitern einen Betriebsausflug in<br />

den Escape-Room, um das „Teambuilding“<br />

zu fördern. Tatsächlich passt die<br />

Idee aber auch hervorragend für Paare,<br />

die mal etwas Spannendes erleben<br />

wollen. Einige Anbieter haben bereits<br />

Extra-Offerten für Verliebte im Programm.<br />

Das passende Angebot lässt<br />

sich am besten via Internet aussuchen:<br />

Seiten wie escaperoomgames.de oder<br />

mydays.de liefern einen Überblick über<br />

die Angebote in ganz Deutschland. Hier<br />

kann bei Interesse auch gleich gebucht<br />

werden. Einem Ausbruch mit dem<br />

Liebs ten steht also nichts im Wege.<br />

Der Untertitel „Das Buch für alle, die<br />

entweder ein Mann oder eine Frau<br />

sind“, macht es schon deutlich: Dieser<br />

„Beziehungsratgeber“ wurde von einem<br />

Kabarettisten verfasst. Witzig und<br />

geistreich nimmt Carsten Höfer anhand<br />

des „Beispielpärchens“ Claudia<br />

und Peter die typischen Kommunikationspannen<br />

zwischen<br />

Männern und Frauen<br />

auf die Schippe. Und<br />

natürlich hat er jede<br />

Menge launige Tipps<br />

auf Lager, wie es besser<br />

geht – Schmunzeln ist<br />

dabei garantiert. Tipp:<br />

Wer das Buch auf der<br />

Homepage www.carsten-hoefer.de<br />

bestellt, bekommt auf Wunsch eine<br />

persön liche Widmung des Autors<br />

hineingeschrieben.<br />

Carsten Höfer – Frauenversteher<br />

Südwest, 208 Seiten, 12,99 Euro,<br />

ISBN 978-3-517-08721-4<br />

das rezept<br />

Chili-Schokoladensahne<br />

mit Früchten<br />

Schokolade macht glücklich – das können wir unmittelbar erleben, wenn<br />

die vollmundige Süßigkeit in unserem Mund zerschmilzt und für wohlige<br />

Gefühle sorgt. Zudem ent<strong>hält</strong> sie den hirneigenen Botenstoff Phenylethy -<br />

lamin, der uns in einen verliebtheitsähnlichen Glückszustand versetzt. Für<br />

ein anregendes Dessert kombinieren wir deshalb Schokolade mit einem<br />

weiteren aphrodisierenden Lebensmittel: dem Chili. Seine Schärfe wirkt<br />

nicht nur durchblutungsfördernd, sondern kurbelt auch die Produktion von<br />

Endorphinen an. Das Rezept ist ebenso einfach wie genial: 100 g dunkle<br />

Chilischokolade im Wasserbad schmelzen lassen, 250 g Sahne unterrühren,<br />

bis ein glatte Masse entsteht. Gut durchkühlen lassen und kurz vor dem Servieren<br />

cremig aufschlagen. Nocken abstechen und mit roter Beerensauce<br />

und frischen Früchten servieren. Natürlich können Sie jede beliebige dunkle<br />

Schokolade verwenden und nach Belieben selbst Chilipulver zugeben.<br />

Wenn es zum Urologen geht, werden<br />

selbst die forscheren Zeitgenossen oft<br />

ein wenig kleinlaut und unsicher. Dass<br />

es für Ängste oder Verlegenheit keinen<br />

Grund gibt, will der Urologe Christoph<br />

Pies mit diesem unterhaltsam<br />

geschriebenen<br />

Buch klarstellen. In lo -<br />

ckerem Ton gewährt er<br />

Einblicke in seinen Alltag<br />

als Urologe, erzählt<br />

von typischen Arzt-Patient-Gesprächen<br />

und<br />

verrät auch, was im OP<br />

so alles vor sich geht. Eine<br />

informative Reise in das vielfältige<br />

und erstaunlich spannende Fachgebiet<br />

der Urologie.<br />

Christoph Pies – Was passiert beim<br />

Urologen?<br />

Herbig, 240 Seiten, 18 Euro,<br />

ISBN 978-3-776-62804-3


sexual<br />

healthcare<br />

Vaginal Gel<br />

Gleimittel für Paare mit<br />

Kinderwunsch<br />

Vaginalzäpfchen gegen<br />

Scheidentrockenheit.<br />

Ultimate Wand <br />

Medizinische Dehnungs stifte<br />

(Dilatatoren).<br />

Zur vaginalen und klitoralen<br />

Stimulation bei Anorgasmie.<br />

ACTIVE<br />

Erection System NT ®<br />

Vakuum-Erektionshilfe<br />

bei Erektiler Dysfunktion.<br />

MANUAL<br />

Erection System ®<br />

Vakuum-Erektionshilfe<br />

nach Prostatektomie.<br />

AP<br />

Erektionsringe<br />

Verstärkt und verlängert<br />

die natürliche Erektion.<br />

ACTIVE<br />

Sinnflut ® Man<br />

Stimulation für Eichel<br />

und Frenulum.<br />

Animé<br />

Lubricant<br />

Gleitmittel mit Hyaluron<br />

für Sie und Ihn.<br />

Natürliches Gleitmittel aus<br />

dem Saft der Kiwipflanze<br />

KESSEL medintim GmbH | Nordendstr. 82 – 84 | 64546 Mörfelden-Walldorf, Germany<br />

Tel. +49 6105 2037-20 | E-Mail: service@medintim.de<br />

www.medintim.de

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!