WirtschaftsKRAFT 2016

infopforzheim

„WirtschaftsKraft“: Die Kraft der Region im Hochglanzformat. Die Leistungsfähigkeit des Standortes Nordschwarzwald in gedruckter und digitaler Form dargestellt. - Was kleine, mittlere und große Unternehmen leisten, die in der Region Nordschwarzwald aktiv sind, wird nicht selten weltweit abgerufen. Die innovativen und qualitativen Produkte sowie die Menschen, die sie mit großer Begeisterung herstellen haben international einen exzellenten Ruf. „Made in Black Forest“ ist längst zu einem wertvollen Prädikat geworden.

WirtschaftsKRAFT

Spitzenfrauen und Hidden

Champions im Nordschwarzwald

Das Magazin Pforzheim GmbH


50 JAHRE

Alles dreht sich um glänzende Leistungen

Seit 1966 Ihr A-Lieferant für Metallveredelung

Die Drollinger Metallveredelungswerke GmbH mit

Sitz in Birkenfeld bei Pforzheim bietet hochwertige

Metallveredelung – in verschiedensten Beschichtungsvarianten

– und hat sich insbesondere

im Bereich Schwarzchrom einen Namen in

der optischen Industrie, im automotiven Bereich

und in der Grundlagenforschung gemacht. Der

firmeneigene Gestellbau sowie ein umfassendes

QM mit eigenen Laboren gewährleisten hohe

Prozesssicherheit und dauerhaft reproduzierbare

Qualität im Veredelungsprozess.

Das Unternehmen ist nach DIN EN ISO 9001: 2008 zertifiziert. Im

September feierte die Lohngalvanik ihr 50-jähriges Firmenjubiläum.

Auf 2200 Quadratmetern werden hier im Moment 55 Mitarbeiter

beschäftigt. Zum Jahresende wird eine neue Fertigungshalle mit

zusätzlich 2000 Quadratmetern Produktionskapazität fertiggestellt

sein.

Im In- und auch im Ausland ist das Unternehmen als A-Lieferant für

die verschiedensten Branchen der Industrie tätig. Die zu bearbeitenden

Einzelprodukte sind dabei ebenso vielfältig wie die Wünsche

der Kunden.

„Liefertreue, Qualität und Preis sind bei uns im Einklang“, betont

Dr. Grischa N. Drollinger, Inhaber und Geschäftsführer. „Die handwerkliche

Qualität muss stimmen!“ Sowohl den eigenen Ansprüchen

als auch die der Kunden. Hier möchte die Firma auch

künftig dem hohen Niveau gerecht werden. Daher

werden u.a. auch immer wieder neue Schulabgänger

bei der Firma Drollinger ausgebildet.

Im Moment sind es fünf Auszubildende

in den Bereichen Logistik,

Büro und Fertigung.

LEISTUNGSSPEKTRUM

Veredelung von Buntmetallen und Legierungen,

Stählen, Edelstählen, V2A, Aluminium, Zinkdruckguss

und Zamac

Galvanische Beschichtungen

Chem. Vernickeln • Galvanisch Vernickeln,

Hochglanz-, Matt- und Doppelnickel •

Hochglanz-, Matt- und Schwarzverchromen •

Hartverchromen • Zinn-Kobalt, die Alternative

zu Chrom • Matt-, Glanz- und Feuerverzinnen •

Verkupfern mit Anlaufschutz

Edelmetallgalvanik

Hartsilber und Glanzsilber • Hartvergolden •

Farbvergolden (DIN) • Goldplattieren

Wärmebehandlung

Vergüten, Entgasen und Tempern

in Schutzgas mit Protokoll

Zusätzliche Dienstleistungen

Glasperlen- und Korundstrahlen in Hand-,

Trommel-, Rund-Takt-Tisch- und Durchlaufanlagen

• Gleitschleifen/Trowalisieren •

Polieren • Gleitmo-Beschichtungen

Reinigen von Kontaktteilen mit Anlaufschutz

Lohnreinigen mit Prüfprotokoll

Eigener Galvano-Gestellbau

Spezial- und Service-Leistungen

3D Drucker • Lasergravuren • Direktdruck •

Kommissionieren, Sortieren, 100 % Kontrolle •

Stückzahlgerechtes Verpacken • Techn. Beratung

sowie Besuch in Ihrem Hause

Drollinger GmbH · Gewerbestraße 44 · 75217 Birkenfeld/Gräfenhausen

Tel. 07082 50091 · info@Drollinger.com · www.Drollinger.com


Überfällig statt überflüssig

Wunsch und Wirklichkeit klaffen beim Thema

Gleichstellung der Frau eklatant auseinander

EDITORIAL

Das Titelthema „Spitzenfrauen“ in

dieser Magazin-Ausgabe von WirtschaftsKRAFT

ist völlig überflüssig

– sollte man meinen. Bereits von

1789 an wurde beispielsweise im

Zuge der Französischen Revolution

die Gleichstellung von Mann

und Frau gefordert. Die Universität

Bielefeld zeigt in einer mehrere

Jahrhunderte umfassenden Zeittafel

auf, dass Baden 1901 das erste

Land war, in dem Mädchen höhere

Jungenschulen besuchen und sich

an Hochschulen unter den gleichen

Bedingungen wie Männer immatrikulieren

konnten. Schließlich trat

am 23. Mai 1949 das Grundgesetz

der Bundesrepublik Deutschland in

Kraft. In Artikel 3 Absatz 2 Satz 1

der neuen Verfassung heißt es:

„Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“

Ergo: Im 21. Jahrhundert sollte die

Ungleichstellung der Frau also so

weit überwunden sein, dass sich

die Geschlechter in den Unternehmen

nur noch an den Piktogrammen

vor den Sanitärräumen

unterscheiden. Es sollte die Devise

gelten: Ausschließlich die Qualifikation

zählt bei der Besetzung einer

Führungsposition oder bei der Akzeptanz

einer weiblich gesteuerten

Neugründung.

Aber immer noch gibt es zu viel

„sollte“ bei der Beschreibung des

Themas „Gender“. Der Begriff steht

heutzutage für die kritische Auseinandersetzung

mit angeblich geschlechtsspezifischen

Fähigkeiten,

Zuständigkeiten und Identitäten.

Überkommene Geschlechterrollen

sind demnach in sozialen Interaktionen

und symbolischen Ordnungen

konstruiert und somit veränderbar.

Doch die Realität sieht anders aus.

Das Titelthema „Spitzenfrauen“ ist

also keinesfalls überflüssig. Im Gegenteil,

es ist längst überfällig. Dies

insbesondere vor dem aktuellen

Hintergrund, wonach laut einer

Datenerhebung des WEF Weltwirtschaftsforums

(Gender Gap Report)

Deutschland bei den Gleichstellungsbemühungen

von Platz fünf

im Vorjahr auf den 13. Rang unter

144 Ländern abgerutscht ist und

nun hinter Philippinen, Ruanda,

Nicaragua und Burundi rangiert.

Zwar relativiert die neue badenwürttembergische

Wirtschaftsministerin

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut

die Studie in einem Interview mit

WirtschaftsKRAFT. Dennoch sieht

auch sie Verbesserungsbedarf. In

diesem Zusammenhang sei auf

die Wanderausstellung „Frauen

in Führung im Nordschwarzwald“

hingewiesen, die ebenfalls in dieser

Ausgabe vorgestellt wird. Neben

diesem wichtigen redaktionellen

Schwerpunkt gibt es freilich genügend

genderfreien Lesestoff. Ich

wünsche Ihnen interessante Einblicke

bei der Lektüre.

Gerd Lache,

Leitender Redakteur

WirtschaftsKRAFT

Foto: Sebastian Seibel


Foto: Arburg

Frauen brauchen einen langen Atem 06 – 10

Rutronik – wir bewegen Elektronik 12 – 13

Digitale Intelligenz auf vier Rädern 14 – 17

Sigmatronik GmbH 19

Ziel: Mehr Frauen in Führungspositionen 20 – 23

Unternehmerinnen mit dem Prädikat nachahmenswert 24 – 26

ABACUS Patentanwälte 27

Schaefer & Wunsch Immobilienmanagement 28

Weichenstellung für die digitale Zukunft der Region 30 – 32

Skytron drückt digital aufs Tempo 33

Schusssicher und souverän auf jeder Piste 34 – 35

IT als Job-Motor 36 – 38

Gießerei Casper und Felss-Gruppe 40 – 41

Die handwerkliche Qualität muss stimmen 42 – 44

Die Welt des René Dantes 45

Karl Bürkle: Elektrizität als Brandursache 47

Heimat von Tüftlern, Denkern und Visionären 48 – 51

Genügend Potenzial für die nächsten Jahre 52 – 55

Hidden Champions suchen neue Talente 56

Präzision hat bei EBERLE Tradition 58

4


Weitere

Informationen zu

WirtschaftsKRAFT finden

Sie im Internet unter

www.wirtschafts-kraft.de

Impressum

Herausgeber und Konzeption:

INFO – Das Magazin

Pforzheim GmbH,

ein Unternehmen der PZ Medien

Poststraße 12

75172 Pforzheim

Telefon 07231 16899-0

www.info-pforzheim.de

INHALT | IMPRESSUM

Ein Material für alle Bereiche des Lebens 60 – 61

Konzentration auf die Region 62 – 64

Logo Dieter: Das Firmen-Logo auf dem Hemd 65

Das Silicon Valley des Schwarzwalds 66 – 68

Hochschule Pforzheim 69

Duales Hochschulstudium am Campus Horb der DHBW Stuttgart 70

Duale Hochschule Baden-Württemberg Karlsruhe 71

Die Schwarzwald AG vernetzt innovative Unternehmen 72 – 75

Lokalschatz: Digitaler Marktplatz 76

Stanztec: Spiegel regionaler Leistungsfähigkeit 77 – 79

Possehl Electronics 80

IMO: Edelmetalleinsparung 81

Profiltech: Unverfälschte Präzisionsarbeit 82 – 83

Willy Lillich GmbH: Präzisionstechnologie 84 – 86

Idealer Standort für Kongresse und Firmenevents 88

Ein Jubiläum für die gesamte Region 90

Heimerle +Meule: Zuverlässig, vertrauensvoll und kompetent 91

BGV: Gegen den Trend 92 – 93

Genossenschaften pflegen den Weinanbau im Land 94 – 96

S&M: Führender Dienstleister 98

Geschäftsführung:

Albert Esslinger-Kiefer

Wolfgang Altmann

Gestaltung, Layout, Satz:

Mirjam Müller

Redaktion:

Gerd Lache (V.i.S.d.P.)

Doris Löffler

Anzeigen:

Sabine Schwarz, Peter Widmaier,

Wolfgang Altmann,

Annette Babick-Haist

Titelbild:

Wirtschaftsministerin

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut,

Foto: Sascha Baumann/

Wirtschaftsministerium

Bildnachweis:

Gerhard Ketterl, Sebastian Seibel,

Holger Rothfuß, Anette Dürr

Druck und Verarbeitung:

Systemedia GmbH

www.systemedia.de

Auflage:

6.000 Exemplare

Alle Inhalte des Magazins

WirtschaftsKRAFT“ sind urheberrechtlich

geschützt. Jeder von uns

erstellte redaktionelle Beitrag,

jedes Foto sowie jede von uns

gestaltete Anzeige dürfen ohne

unsere ausdrückliche Genehmigung

nicht in anderen Print- und Online-

Medien veröffentlicht werden.

Stand:

Dezember 2016

WirtschaftsKRAFT 5


Region Nordschwarzwald

Besuch beim

Weltmarktführer für

Vakuumtechnologie

Firma J. Schmalz empfängt die Wirtschaftsministerin

am Stammsitz in Glatten (Nordschwarzwald)

Foto: Wirtschaftsministerium / Sascha Baumann

6


Mir gefällt …

Frauen brauchen

einen langen Atem

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut:

Eine der wichtigsten Aufgaben ist es,

die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern

Von Gerd Lache

Unternehmen mit Frauen an der

Spitze haben deutlich höhere Erfolge.

Das besagt eine Studie der

Unternehmens- und Strategieberatungsgesellschaft

McKinsey, die in

52 Ländern vertreten ist. Die badenwürttembergische

Landesregierung

hat das Projekt „Spitzenfrauen“

initiiert. Ihr Ziel: In Baden-Württemberg

den weiblichen Anteil in

Führungspositionen erhöhen. Eine

nicht öffentliche Datenbank „Spitzenfrauen

in Gremien“ hat zudem

Bewerbungsprofile von Frauen gespeichert,

die Interesse an der Mitarbeit

in einem Aufsichtsgremium

haben. Projektleitung: das Steinbeis-Innovationszentrum

Unternehmensentwicklung

an der Hochschule

Pforzheim. Die neue Wirtschaftsministerin

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut

(CDU) nahm im Interview

Stellung zum Thema Gleichstellung

der Frau in der Wirtschaft.

WirtschaftsKRAFT: Frau Dr. Hoffmeister-Kraut,

erhalten Sie als

Ministerin nur die Hälfte der Bezüge

Ihres Vorgängers – und arbeiten

Sie stattdessen länger?

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut: Ich

erhalte dieselben Bezüge wie er –

„equal pay“ ist in der öffentlichen

Verwaltung längst Wirklichkeit, da

muss sich der Staat nichts vorwerfen

lassen. Es kann dennoch sein,

dass mein Terminkalender voller ist

als der meines Vorgängers.

WirtschaftsKRAFT: Für Frauen

weltweit trifft die Ungleichbehandlung

indessen zu. Laut der

jüngsten Datenerhebung des WEF

Weltwirtschaftsforums (Gender

Gap Report) erhalten weibliche

Arbeitskräfte durchschnittlich

knapp die Hälfte des Gehalts ihrer

männlichen Kollegen, obwohl

sie länger arbeiten. Überrascht Sie

das?

Hoffmeister-Kraut: Nein. Man

muss aber auf die Streuung und

Bandbreite achten, die global gesehen

letztlich diesen Durchschnitt

ergibt. Die Gründe für die Lohnunterschiede

liegen zum großen

Teil in strukturellen Faktoren wie

Berufswahl, Berufsausstiegen, Teilzeittätigkeiten,

Minijobs, atypischen

Beschäftigungsverhältnissen

und unbezahlten Tätigkeiten.

WirtschaftsKRAFT: Ist diese Ungleichbehandlung

aus betriebswirtschaftlicher

Sicht – zynisch betrachtet

– ein Vorteil für die Unternehmen,

weil die Personalkostenreduzierung

ihre Wettbewerbsfähigkeit

stärkt?

Hoffmeister-Kraut: Ungleichbehandlung

ist in keinem Fall ein

Vorteil. Gleiche Chancen und faires

Entgelt stärken die Wettbewerbsfähigkeit

der Unternehmen, weil

sie Fachkräfte sichern und damit

Mitarbeiter – und vor allem Mitarbeiterinnen

– besser binden können

und damit insgesamt die Arbeitgeberattraktivität

erhöhen.

Andrea Künkele

Projektmanagement

lokalschatz.de

Als gebürtige Ungarin habe ich

mich schon als Kind mit dem

Thema Familie und Beruf auseinandergesetzt.

Meine Mama

wusste, wie man zu Hause und

bei der Arbeit die richtigen Entscheidungen

treffen und sich

auf mehrere Dinge gleichzeitig

konzentrieren kann.

Diese Erfahrungen, Neugier und

Interesse an neuen Herausforderungen

bringe ich in meine Aufgabe

als Projektmanagerin im

Lokalschatz-Team ein. Täglich

lerne ich besondere Menschen

kennen, die Familienunternehmen

führen oder ihren Traum

von der Selbstständigkeit verwirklichen.

Mit Lokalschatz ist

es uns möglich, auf die Bedürfnisse

unserer Kunden einzugehen

und ich gewinne durch sie

ein neues Bild von Pforzheim.

Mit meiner Tochter habe ich in

den letzten Jahren viele tolle

Frauen kennengelernt, die ihre

Arbeit nach der Elternzeit aus

verschiedenen Gründen nicht

fortsetzen können. Mit der Hoffnung,

dass wir für diese Frauen

etwas Wertvolles bewegen können,

bin ich aktiv im Frauenbündnis

in Pforzheim und Enzkreis.

Als Gründungsmitglied

unterstütze ich die Arbeit der

mehrmals ausgezeichneten Stiftung

„BISA – Bürger in der

Schule aktiv“. Insofern denke

ich, gut für meine Zukunft im

Lokalschatz-Team gerüstet zu

sein und auch meine Aufgabe

als Ehefrau und Mutter sehr

erfolgreich erfüllen zu können.

TITELSTORY

WirtschaftsKRAFT 7


Region Nordschwarzwald

WirtschaftsKRAFT: Nun ist in

derselben Studie des Weltwirtschaftsforums

Deutschland bei

den Gleichstellungsbemühungen

von Platz fünf im Vorjahr auf den

13. Rang unter 144 Ländern abgerutscht.

Wie erklären Sie sich

diesen Absturz hinter Länder wie

Philippinen, Ruanda, Nicaragua

und Burundi?

Hoffmeister-Kraut: Wir müssen hier

ganz genau hinschauen, denn der

Report bewertet die Gleichheit der

Geschlechter nach vier Kategorien:

Gesundheit und Überlebenschancen,

Bildungsweg, politische Teilhabe

und wirtschaftliche Chancen.

Im Durchschnitt dieser vier Kategorien

sind Frauen im Jahr 2016 nur

zu 58 Prozent gleichgestellt. Das ist

nicht rühmlich, keine Frage. Aber

von Kategorie zu Kategorie sieht das

für sich genommen schon anders aus.

So lag der Gleichstellungswert bei

den wirtschaftlichen Chancen in

Deutschland bei 69,1 Prozent, in

den Bereichen Bildung und Gesundheit/Lebenserwartung

aber jeweils

etwa 96 Prozent. Ein negativer

Ausreißer ist die politische Mitwirkung.

Da sind es nur 24 Prozent.

In jeder Kategorie muss man sehr

genau nach den Ursachen schauen;

der Durchschnittswert hilft bei

Schlussfolgerungen kaum weiter.

WirtschaftsKRAFT: Welche Möglichkeiten

hat die baden-württembergische

Ministerin für Wirtschaft,

Arbeit und Wohnungsbau,

um die Situation der Frauen in

Bezug auf Gleichstellung zu verbessern?

Hoffmeister-Kraut: Eine der wichtigsten

Aufgaben ist es, die Vereinbarkeit

von Beruf und Familie

zu verbessern, durch passgenaue

Kinderbetreuungsangebote und familienbewusste

Personalpolitik in

Unternehmen, damit partnerschaftliche

und kontinuierliche Erwerbsbiografien

für Frauen und Männer

möglich sind. Hier ist in den letzten

Jahren – in guter Zusammenarbeit

mit Kommunen und auch der Wirtschaft

– enorm viel passiert. Das

wollen wir aber noch weiter verbessern.

Wichtig sind außerdem eine vertiefte

Berufsorientierung zur Erweiterung

des Berufswahlspektrums,

die Beseitigung von Rollenstereotypen,

die Reduzierung von Berufsausstiegen

und die Erleichterung

des Wiedereinstiegs, qualifikationsgerechte

Beschäftigung und die Verwirklichung

von Chancengleichheit

und Karriereförderung von Frauen

in den Unternehmen.

Für all das halten wir als Wirtschaftsministerium

eine Vielzahl von gut

laufenden und nachgefragten Programmen

bereit.

WirtschaftsKRAFT: Der WEF-Erhebung

ist zu entnehmen, dass

ausgerechnet eines der badenwürttembergischen

Schwerpunktthemen,

die Digitalisierung, vorrangig

die Jobs von Frauen vernichten

wird.

Hoffmeister-Kraut: Die Befürchtungen

eines massiven Beschäftigungsabbaus

im Zuge der Digitalisierung

sind nach den meisten

derzeit vorliegenden Studien derzeit

unbegründet. Es fallen keineswegs

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8


nur Tätigkeiten weg, sondern es

entstehen auch neue. Klar ist, dass

sich Beschäftigungsfelder vom

Profil und Anspruch her ändern

werden. Aber in der Gesamtbilanz

kann es sogar einen positiven Beschäftigungseffekt

geben.

All dem muss man – und das ist die

Lösung – in Bildung und Ausbildung

gerecht werden: angefangen

in der Schule, dann in der beruflichen

oder akademischen Ausbildung,

aber auch in der Weiterbildung.

Das Land ist hier aktiv.

WirtschaftsKRAFT: Unter dem

Dach des Wirtschaftsministeriums

und mit der Projektleitung des

Steinbeis-Innovationszentrums

an der Hochschule Pforzheim gibt

es die Initiative „Spitzenfrauen“.

Was sind die Ziele von „Spitzenfrauen“

und welche Ergebnisse

wurden bisher erzielt?

Hoffmeister-Kraut: Unser Ziel ist

es, den Frauenanteil in Spitzenpositionen

und Aufsichtsgremien

nachhaltig zu erhöhen. Das ist ein

wichtiges wirtschaftspolitisches

Thema und zentraler Bestandteil

einer zukunftsorientierten Standortpolitik.

Dafür investieren wir bis

2018 mehr als 600.000 Euro – für

ein eigenes Webportal oder eine

Datenbank für weibliche High Potentials,

aber auch für Qualifizierungsveranstaltungen.

Aber wir

sind natürlich noch nicht am Ende

des Wegs.

WirtschaftsKRAFT: Laut einer

Studie beträgt der weibliche Anteil

in Führungspositionen nur 23

Prozent. Würde sich der Unternehmenserfolg

verbessern, wenn

mehr Frauen Zugang zur mittleren

und oberen Managementebene

hätten?

Hoffmeister-Kraut: Der Anteil

weiblicher Führungskräfte beträgt

– je nach Führungsebene – sogar

bis zu 40 Prozent. Aber natürlich,

er ist ausbaufähig. Und ja, der Unternehmenserfolg

dürfte sich nach

allen uns bekannten Studien in

der Tat verbessern, wenn der Anteil

weiblicher Führungskräfte steigt.

McKinsey hat in der Studie „Women

Gleiche

Chancen und

faires Entgelt stärken

die Wettbewerbsfähigkeit

der Unternehmen, weil sie

Fachkräfte sichern und damit

Mitarbeiter – und vor allem

Mitarbeiterinnen –

besser binden können.

Dr. Nicole Hoffmeister-

Kraut

Matter“ festgestellt, dass Unternehmen,

die Frauen maßgeblich

an der Führung beteiligen, in der

Regel eine höhere Eigenkapitalrendite,

mehr Gewinn und bessere

Aktienkurse erzielen und ihre Innovationskraft

stärken. Sie haben

eine breitere Perspektivenvielfalt

und bessere Unternehmensführung,

können neue Märkte erschließen,

zusätzliche Kundengruppen gewinnen,

die Arbeitsatmosphäre verbessern,

Krankheits- und Fehlzeiten

senken sowie die Fluktuation im

Unternehmen reduzieren.

TITELSTORY

Seit der Übernahme am 01.02.2015 wird das 1897 gegründete Unternehmen von

Marco Wolfsegger kundenorientiert weitergeführt.

Angefangen vom kleinsten O-Ring über wasserstrahlgeschnittene Dichtungen bis hin zur

komplexen Sonderanfertigung eines Formteils, bekommt man bei Gummi Bamb in Pforzheim

alles rund ums Gummi. Unser komplettes Sortiment finden Sie online in unserem Flyer.

Unsere geschulten Fachleute betreuen Firmen aus allen Gewerbe- und Industriebereichen.

Sie haben Fragen, benötigen ein Angebot oder möchten etwas bestellen?

Treten Sie mit uns in Kontakt.

Wir freuen uns auf Ihren Anruf,

Ihr Fax oder Ihre Email.

Jörg-Ratgeb-Straße 9

75173 Pforzheim

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Marco Wolfsegger

Inhaber

Tel. 07231 / 25074

Fax 07231 / 2815240

WirtschaftsKRAFT 9


Region Nordschwarzwald

Zur Person

Wurde am 12. Mai 2016 zur Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau

des Landes Baden-Württemberg ernannt: Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU).

Foto: Wirtschaftsministerium / Sascha Baumann

WirtschaftsKRAFT: Frau Hoffmeister-Kraut,

Sie sind Ehefrau,

Mutter von drei Kindern sowie

wirtschaftlich und politisch in

Führungspositionen aktiv. Welche

Faktoren fördern aus Ihrer

Erfahrung die Karrierewege von

Frauen?

Hoffmeister-Kraut: Nach meiner

Erfahrung sind das eine gute Qualifikation

und Selbstvertrauen. Man

muss auch mal über eigene Erfolge

erzählen, Initiative ergreifen, Chancen

nutzen, Herausforderungen annehmen

und bei all dem langen

Atem beweisen. Aktives Networking

gehört auch dazu – und das

können Frauen eigentlich sehr gut.

Aber natürlich liegt es nicht nur an

einem selbst, sondern auch an den

Rahmenbedingungen, Stichwort Vereinbarkeit

von Beruf und Familie.

WirtschaftsKRAFT: Welche Tipps

haben Sie für künftige „Spitzenfrauen“?

Hoffmeister-Kraut: Frauen sollten

konsequent ihre Chancen suchen

und nutzen, sich nicht scheuen,

Führungsverantwortung zu übernehmen,

auch wenn sie zeitliche

Flexibilität in ihrem Privatleben

benötigen. Auch in herausgehobenen

Positionen muss es möglich

sein, Zeit für Familie und Kinder

zu haben. Das eine darf das andere

nicht ausschließen.

WirtschaftsKRAFT: Abschließend

noch Ihr Eindruck von der Wirtschaftsregion

Nordschwarzwald.

Hoffmeister-Kraut: Ich habe schon

im ersten halben Jahr meiner

Amtszeit die Region kennenlernen

können, aber noch lang nicht erschöpfend.

Ich habe hier sehr positive

Eindrücke gesammelt, zum

Beispiel auf meiner Sommerreise,

als wir einen unserer sogenannten

„Hidden Champions“ besucht haben

– das sind Unternehmen, die

vielleicht nicht so bekannt sind,

die aber auf ihrem Gebiet absolut

innovativ und oft Weltmarktführer

sind. Außerdem war ich erst neulich

in Pforzheim und Mühlacker

unterwegs zum Thema „Flüchtlinge

in Ausbildung und Arbeit“ und war

tief beeindruckt, wie engagiert und

vorbildhaft hier Unternehmen die

Integration vorantreiben.

WirtschaftsKRAFT: Welchen Stellenwert

aus Sicht der Wirtschaftsministerin

hat die Region Nordschwarzwald?

Hoffmeister-Kraut: Denselben Stellenwert

wie alle anderen elf Regionen

Baden-Württembergs auch;

hier sind mir natürlich alle gleich

wichtig und gleich lieb. Das Gute

an Baden-Württemberg ist, dass

wir – anders als andere Länder bundesweit

oder auch im europäischen

Vergleich – in der gesamten Breite

des Landes, auch im sogenannten

ländlichen Raum, wirtschaftlich

sehr gut aufgestellt sind. Das müssen

wir erhalten, dafür setze ich

mich ein.

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut

wurde 1972 in Balingen geboren.

Sie studierte an der Universität

Tübingen Betriebswirtschaftslehre,

schloss als Diplom-Kauffrau

ab und promovierte 2001

an der Universität Würzburg.

Ihre Zeit in London begann Dr.

Hoffmeister-Kraut bei der Investmentbank

Morgan Stanley,

danach arbeitete sie bis 2005 als

Analystin bei Ernst & Young in

London und Frankfurt. Sie ist

seit 1998 Gesellschafterin der

Bizerba SE & Co. KG in Balingen.

Dort war sie von 2014 bis

zu ihrem Amtsantritt als Ministerin

im Mai 2016 Mitglied des

Aufsichtsrats.

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut

engagiert sich außerdem in der

evangelischen Gesamtkirchengemeinde

Balingen, im Förderverein

und Elternbeirat verschiedener

Balinger Schulen, im

Stiftungsrat der Psychiatriestiftung

Zollernalb und im Beirat

der Balinger Tafel.

Seit Mai 2016 ist sie Mitglied

des Landtags von Baden-Württemberg,

am 12. Mai 2016 wurde

die CDU-Politikerin zur Ministerin

für Wirtschaft, Arbeit

und Wohnungsbau des Landes

Baden-Württemberg ernannt.

Bis Mai 2016 war sie Mitglied

des Gemeinderats der Stadt Balingen

und Mitglied im Kreistag

des Zollernalbkreises. Dr. Nicole

Hoffmeister-Kraut ist verheiratet

und hat drei Töchter. wm

TITELSTORY

10


WIR SCHAFFEN RÄUME

FÜR ERFOLG

Meeting Room, Forestadent, Pforzheim

Büro, Digel AG, Nagold

Büro, fuma Hauszubehör GmbH, Karlsbad

„stiegele büro + objekt hat sich auf die Realisierung ganzheitlicher, zeitgemäßer Bürokonzepte für

Unternehmen spezialisiert. Dabei setzen wir seit über 60 Jahren auf kompetente Beratung, Produkte

namhafter Markenhersteller und einen umfassenden Service.“ — Florian Wahlefeld, Geschäftsführung

stiegele büro + objekt

Kirchenstraße 60

75172 Pforzheim

Telefon 07231 4907-0

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Wir bewegen Elektronik

Seit über vierzig Jahren ist die Rutronik Elektronische Bauelemente GmbH

der zuverlässige Partner für die produzierende Industrie

Nichts ist so beständig

wie der Wandel

Vieles befindet sich im Umbruch:

Die Digitalisierung verändert das

Alltagsleben und erfordert neue Geschäftsmodelle.

Viele Länder sehen

sich wirtschaftlichen und sozialen

Spannungen ausgesetzt. Die größte

Herausforderung sind derzeit die

enormen Währungsschwankungen,

die so in der Vergangenheit nicht

zu bewältigen waren.

Industrie 4.0 und IoT –

Wandel gestalten!

Ein Distributor muss das richtige

Produktspektrum parat haben und

weiterentwickeln. Das hat Rutronik

schon 2014 in den speziell darauf

abgestimmten Angeboten RUTRO-

NIK SMART und RUTRONIK EM-

BEDDED gebündelt. „Mit SMART

decken wir IoT-Anwendungen ab,

wie Wearables, Healthcare, Smart

Home und Security-Lösungen;

unter EMBEDDED führen wir alles

für industrielle Anwendungen

mit Verbindung zum Gateway bis

zum IPC-basierenden System inkl.

der drahtgebundenen und drahtlosen

Konnektivität. Die Franchise

mit Intel war hierfür ein wichtiger

Meilenstein“, so Thomas Rudel,

CEO Rutronik. Die Industrie 4.0

verändert in vielen Branchen die

Geschäftsmodelle. Vor allem in

der Investitionsgüterbranche geht

der Trend Richtung pay per use

oder pay per service. Das heißt, der

Kunde kauft keinen Roboter oder

eine Produktionsmaschine mehr,

sondern zum Beispiel eine Drehbewegung

und bezahlt nicht mehr

die Maschine, sondern die geleistete

Arbeit. Das hat Auswirkungen

auf die Abrechnungsmodelle und

die Kommunikation, also wie viel

Informationen ein Unternehmen

preisgeben möchte.

„Mit RUTRONIK POWER richten wir

uns an die Industrie, Automotive

und Gebäudetechnik und -automation.

Hier sind immer effizientere

low-power und high-power Lösungen

gefordert, die flexibel, präziser,

schneller, kleiner, skalierbar

und robuster werden.

12


Dementsprechend stehen drei Aspekte

im Fokus bei unseren Designin-Aktivitäten:

Digital Power, Robustness

und die funktionale Sicherheit“,

so Rudel weiter. Der vierte

Baustein ist RUTRONIK AUTO-

MOTIVE, schon seit vielen Jahren

werden knapp 50% des Umsatzes

mit Tier 1 und Tier 2 Automobil-

Zulieferern erwirtschaftet. „Mit einem

wachsenden Elektronikanteil

im Auto von rund acht Prozent

per anno ist der Automotive-Markt

selbst bei gleichbleibenden Stückzahlen

ein Wachstumsmarkt, sei es

hinsichtlich E-Mobility, bzw. dem

48V-Bordnetz, dem Antriebsstrang

oder Assistenz- und Sicherheits-

Systemen“, erklärt Thomas Rudel.

Ausblick – Wird der Wandel

gestaltet?

Aus der Krise 2009 hat die hiesige

Wirtschaft viel gelernt, und viele

Unternehmen haben ihre Strategie

komplett verändert. „Für Rutronik

gilt: Wir wollen nicht um jeden Preis

wachsen, sondern sehen nur ein

gesundes Wachstum als vernünftiges

Wachstum. Als nicht-börsennotiertes

Unternehmen haben wir

die Freiheit, hier unabhängig zu

entscheiden. So können wir unseren

Kunden die Sicherheit geben,

dass ihnen Rutronik auch künftig

als verlässlicher Partner zur Seite

steht“, führt Rudel aus. Der Blick

in die Glaskugel ist immer schwierig,

derzeit gibt es viele Unwägbarkeiten

und keiner vermag zu sagen,

wie sich diese entwickeln werden.

Eines ist jedoch gewiss: Unternehmen

haben sich gewappnet und

agieren vorsichtig und bedacht.

Rutronik Elektronische

Bauelemente GmbH

Industriestr. 2

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PORTRÄT

WirtschaftsKRAFT 13


Region Nordschwarzwald

Vollelektrisch

in die Zukunft

Der Vision Van von Mercedes

Foto: Daimler AG

14


Digitale Intelligenz

auf vier Rädern

Das Internet katapultiert den Daimler-Konzern

in ein neues, vernetztes Zeitalter

Steuerhebel statt Lenkrad. Foto: Daimler AG

INNOVATION

Von Gerd Lache

Noch ist der Vision Van von

Daimler eine Zukunftsstudie. Aber

die Umsetzung lässt nicht mehr

lange auf sich warten: Ein vollelektrischer

Transporter mit vollautomatisiertem

Laderaum und

integrierter Lieferdrohne.

Mehr noch: Über das Internet der

Dinge (Internet of Things, kurz

IoT), werden alle Geschäftsprozesse

miteinander vernetzt. Der

Vision Van, ein Datenzentrum auf

Rädern.

Und so sieht der Automobilkonzern

Daimler die nahende mobile Zukunft:

Drohnen bringen Nachschub

aus der Luft an jeden beliebigen

Ort. Handwerkern wird nachts das

Teilesortiment in ihrem Lieferwagen

aufgefüllt, nachdem sie vor

Feierabend kurz mit ihrem Smartphone

eine App aktiviert haben, die

den Tagesverbrauch digital registriert

und entsprechend nachgeordert

hat. Roboter befüllen und entladen

die Fracht aus Transportern.

Industrie, Handwerk und Handel

müssen die Fahrzeuge nicht mehr

kaufen, sie mieten sie dann, wenn

Bedarf ist, und sie haben damit

kein totes Kapital im Hof stehen.

Nicht zuletzt: Angetrieben werden

die Transportfahrzeuge von leistungsstarken

Elektromotoren mit

kleinem Raumbedarf, so dass mehr

Ladefläche zur Verfügung steht.

Volker Mornhinweg macht deutlich:

„Das Internet katapultiert uns

in ein neues, vernetztes Zeitalter.“

Mornhinweg ist Leiter des Geschäftsfelds

„Mercedes-Benz Vans“.

Und für ihn ist klar: „Mercedes-

Benz Vans wird im Jahr 2020 anders

Blick in die Zukunft der Mobilität: Arbeitsroboter besorgen künftig das Entladen der Ware. Bild: Daimler AG

WirtschaftsKRAFT 15


Region Nordschwarzwald

sein als heute.“ Dabei denke er nicht

nur an neue Modelle, sondern: „Das

Unternehmen wird im Kern ein anderes

sein.“ Es gehe nicht mehr nur

darum, Fahrzeuge zu verkaufen. In

Zukunft werde der Autobauer ein

komplettes Dienstleistungsnetz auf

digitaler Basis und datengestützt

anbieten. Die Vans sammeln und

verarbeiten Informationen, berechnen

daraus den verfügbaren Laderaum,

erstellen die optimale Fahrtroute,

bestücken den Laderaum mit

der Ware so, dass sie der Fahrer bei

der Auslieferung nicht mehrfach

umpacken muss – um nur einiges

zu nennen.

Beim Blick auf Roboter-Unterstützung

und Drohnen-Lieferung

spricht der Leiter „Mercedes-Benz

Vans“ von Lösungen auf dem Landund

Luftweg – und dies vor allem

für die letzte Meile, also beim Transport

zur Haustür des Kunden.

Der Begriff „letzte Meile“ gilt in der

Logistikbranche als eine der großen

Herausforderungen innerhalb der

Lieferkette. Die wachsenden Kundenansprüche

nach umgehender

und punktgenauer Lieferung bedeuten

für die ausliefernden Unternehmen

laut dem Online-Portal

Logistik-Info einen hohen Aufwand:

Die gestückelten Warensendungen

sind so zu bündeln,

dass kurze, schnelle und effiziente

Touren in die Zustellgebiete möglich

sind – immer mit Blick auf die

Zustellkosten, die so niedrig wie

möglich gehalten werden müssen.

Auch hier will der ganzheitliche

Ansatz von Mercedes-Benz Vans

für innovative Lösungen sorgen.

Mornhinweg: „Wir erweitern unser

Geschäftsmodell, indem wir über

die Entwicklung und Produktion

von Fahrzeugen hinausdenken und

komplette Transportlösungen anbieten.“

Der Van der Zukunft soll

buchstäblich wissen, was er geladen

hat, wo es hingeht und wann

die Lieferung erwartet werde. Mehr

noch: Die Transporter werden mit

Drohnen und Robotern verbunden.

Diese seien „wie Arbeitsbienen,

die das Geschäft der Kunden nach

Kräften unterstützen“, sagt Mornhinweg.

„Schon in

wenigen Jahren

werden solche High-Tech-

Transporter zum Alltag in

deutschen Innenstädten gehören.

Denn das Transportwesen

der Zukunft steht vor einem

enormen Wandel.“

Volker Mornhinweg,

Leiter Mercedes-Benz Vans

bei Daimler Stuttgart

An diesem Zukunftsprojekt arbeitet

das Geschäftsfeld von Daimler mit

Nachdruck. Knapp 200 Mitarbeiter

sind damit befasst, den weltweiten

Wandel aktiv mitzugestalten und

Visionen zu entwickeln. Einer dieser

Mitarbeiter ist der diplomierte

Wirtschaftsingenieur Thomas Wurdig,

Absolvent der Hochschule

Pforzheim, Jahrgang 1977 und gebürtig

in Mühlacker. Er ging 2003

nach dem Studium zu Daimler.

Heute ist Wurdig Teamleiter IoT

(Internet of Things) und Onboard-

Systeme (wie beispielsweise Drohnen).

Er ist Teil des unkonventionellen

visionären Teams, das dem

Teamleiter Thomas Wurdig von Daimler (rechts) mit Andreas Raptopoulos vom Kooperationspartner, dem US-amerikanischen Drohnenhersteller

Matternet. Foto: Daimler AG

16


INNOVATION

Futuristisches Cockpit ohne Schnickschnack. Foto: Daimler AG

Konzern neue Impulse, insbesondere

aus der digitalen Welt, verleihen

soll. Bis vor Kurzem war Wurdig

regelmäßig im Silicon Valley, dem

bedeutendsten Tal der IT- und

High-Tech-Industrie in den USA.

Van-Chef Mornhinweg nannte drei

Hotspots für sein Unternehmen, an

denen die Zukunft entwickelt wird:

Neben Silicon Valley seien dies

Berlin und Stuttgart. „Durch den

guten Ruf von Daimler“, sagt er,

„haben wir auch hier kein Problem,

geeignete junge Leute zu finden.“

Mornhinweg sieht im Konzern

künftig „ein Unternehmen mit zwei

Geschwindigkeiten“. Der Grund:

Einerseits gebe es das traditionelle

Geschäft, das abwäge, Kostenerhebungen

durchführe und sich von

unsicher erscheinenden Marktzugängen

lieber fern hält. Mit der

Zukunftsmannschaft komme nun

Startup-Mentalität hinzu. Junge

Menschen, die schnell Ideen umsetzen

wollen, Visionäre, die sich

nicht an Entwicklungszeiträumen

orientieren wollen, die auch scheitern

und neu beginnen können.

Sich weiterentwickeln –

oder man verschwindet

„Die Welt verändert sich schneller

denn je“, sagt Volker Mornhinweg,

Leiter des Geschäftsbereichs

Mercedes-Benz Vans bei Daimler

(Stuttgart). Er nennt zwei Megatrends,

die der Schlüssel zum Erfolg

der Zukunft seien.

Erstens sei dies die Urbanisierung.

Jede Woche zögen rund 1,3 Millionen

Menschen in die Großstädte.

Bis 2030 würden zwei Drittel in

Städten leben.

Zweitens verändere die Digitalisierung

das Verhalten der Menschen,

ganz besonders in städtischen Regionen.

Online-Handel und Lieferservice

seien wesentliche Stichworte.

„Diese Entwicklung hat natürlich

auch einen großen Einfluss

auf unser Geschäft“, erklärt Mornhinweg.

Deshalb wandle sich das

Unternehmen „von einem Hersteller

zu einem Dienstleister“.

Das Jahr 2015 war für das Unternehmen

„ein absolutes Rekordjahr“,

sagt der Leiter des Geschäftsbereichs.

Mit 321000 Fahrzeugen

wurden neun Prozent mehr verkauft

als im Vorjahr. Der Umsatz

von 11,5 Milliarden Euro bedeutet

ein Plus von 15 Prozent. Und das

Ergebnis vor Zinsen und Steuern

betrug 880 Millionen Euro, ein Plus

von 29 Prozent. Auch das erste

Halbjahr 2016 lief hervorragend.

„Würden wir nur nach diesen

Zahlen gehen“, so Mornhinweg,

dann bedürfe es keiner Veränderung.

Aber: „Man muss sich weiterentwickeln

– oder man verschwindet.“

Volker Mornhinweg,

Leiter des Geschäftsfelds

„Mercedes-Benz Vans“

Foto: Silas Stein

WirtschaftsKRAFT 17


Die Nummer 1

in der Region


Sigmatronik GmbH

Ingenieurleistungen und handwerkliche

Fähigkeiten unter einem Dach

Die Sigmatronik GmbH mit Sitz in

Straubenhardt-Feldrennach, Baden-

Württemberg wurde 2009 von Siegfried

Schissler und Markus Müller

gegründet.

Sigmatronik GmbH ist ein Unternehmen

der Automatisierungs- und

Elektrotechnik. Jahrelange Erfahrung

und stetiger Ehrgeiz sind die

Basis des Erfolgs.

Von Anfang an zählten namhafte

Firmen zu dem Kundenkreis, der

durch hochwertige und qualitativ

gute Leistungen stetig erweitert

werden konnte.

Als Dienstleister mit breitem Kundenspektrum

arbeitet Sigmatronik

mit unterschiedlichen Branchen

zusammen und kommt somit auch

mit verschiedenen Produkten, Materialien,

Techniken und Verfahren

in Berührung. Dieser breite Horizont

und die trainierte Flexibilität

führen zu schnellen und kostengünstigen

Lösungen.

Die partnerschaftliche Zusammenarbeit

mit den Kunden steht an erster

Stelle bei jedem Arbeitsprozess.

Die Kunden dürfen darauf vertrauen

nur hochwertige Produkte und

Dienstleistungen zu erhalten.

Sigmatronik versteht sich als Teamplayer,

der die Erwartungen der

Kunden kennt und erfüllt. Mit Herz

und Verstand wird Verantwortung

übernommen, Lösungen erarbeitet

und Initiative ergriffen.

Worauf Sie bauen können

Bodenständiges Handwerk und innovative

Ingenieurarbeit unter einem

Dach. Breite Erfahrungen aus einer

Hand mit eigenen Mitarbeitern.

Was Sie erwarten können

Eine Teamorganisation mit hoher

Eigenverantwortung und Entscheidungskompetenz

bei jedem Mitarbeiter,

egal ob Handwerker oder

Ingenieur. Das Ergebnis sind kurze

interne Abläufe, motivierte und

kompetente Ansprechpartner.

Womit Sie rechnen können

Erstaunlich kurze Lieferzeiten für

die Lösungen Ihrer Aufgaben.

Sie sind herzlich eingeladen …

Gerne führt das Team von Sigmatronik

ein persönliches Gespräch

mit Ihnen. Lernen Sie dabei auch

die Mitarbeiter kennen. Aus Fakten

können dann Beziehungen werden,

die Grundlage einer erfolgreichen

Zusammenarbeit.

Sigmatronik GmbH

Dieselstr. 12

D-75334 Straubenhardt-Feldrennach

Tel. +49 7082 941816-0

Fax +49 7082 941816-50

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WirtschaftsKRAFT 19


Region Nordschwarzwald

Ziel: Mehr Frauen

in Führungspositionen

Pforzheimer Gleichstellungsbeauftragte

initiiert ein Projekt für die gesamte Region

Nordschwarzwald

Will Impulse für mehr Gleichstellung

geben: Susanne Brückner. Foto: Seibel

Von Gerd Lache

Projektpartner

„Erfolgreiche Unternehmerinnen

in der Region Nordschwarzwald“

ist ein Projekt

der Gleichstellungsbeauftragten

der Stadt Pforzheim und der

Wirtschaftsförderung der Stadt

Pforzheim in Kooperation mit

der Agentur für Arbeit Nagold-

Pforzheim, der Gleichstellungsbeauftragten

des Enzkreises, der

Handwerkskammer Karlsruhe,

der Handwerkskammer Reutlingen,

der Industrie- und Handelskammer

Nordschwarzwald, der

Sparkasse Pforzheim Calw und

der Wirtschaftsförderung Enzkreis

sowie der Wirtschaftsförderung

Nordschwarzwald. wk

Die europäische Gleichstellungspolitik

Gender Mainstreaming (GeM)

unterscheidet sich von der Frauenpolitik

in einem wesentlichen Teil.

Letztere will auf staatlicher und institutioneller

Ebene auf die gesellschaftliche

Situation von Frauen

lediglich korrigierend Einfluss nehmen,

also bereits bestehende Situationen

ändern. GeM hingegen ist

eine präventive Strategie, um Ungleichbehandlungen

von Frauen

und Männern von vornherein in

allen Bereichen zu verhindern. Die

Pforzheimer Gleichstellungsbeauftragte

Susanne Brückner hat ein

Projekt initiiert, das im Einklang

mit der Intention der neuen badenwürttembergischen

Wirtschaftsministerin

Nicole Hoffmeister-Kraut

steht: Mehr „Frauen in Führung“

bringen. Ziel des Projekts: Unternehmerinnen

und Führungsfrauen

aus den Bereichen Handel und Industrie,

Handwerk und Dienstleistung

in ihrer Vielfalt und Diversität

sichtbar zu machen. Desweiteren

soll es weibliche Unternehmensgründung

und Unternehmensnachfolge

fördern, indem gelungene

Wege und unterschiedliche Beispiele

aufgezeigt werden. Schwerpunkt

ist eine Wanderausstellung

mit 20 erfolgreichen Unternehmerinnen,

die auch als E-Book (PDF)

umgesetzt wurde. Die Portraittexte

stammen von der Journalistin Dr.

Ana Kugli, das Layout von der

Diplom-Designerin Anette Dürr

(beide Pforzheim).

WirtschaftsKRAFT: Frau Brückner,

in welchen Wirtschaftsbereichen

sehen Sie die größten Defizite auf

dem Weg zur Durchsetzung der

Gleichstellung?

Susanne Brückner: Ich spreche in

diesem Zusammenhang weniger

von Defiziten als von unterschiedlichen

Ausprägungen und Entwicklungsständen

in den Wirtschaftsbereichen

und Unternehmen. Der Weg

zu mehr Gleichstellung im Unternehmensbereich

ist nach meiner

Wahrnehmung stark durch die jeweils

vorherrschenden Rahmenbedingungen

geprägt. In traditionell

männlich geprägten Branchen, wie

beispielsweise der Kfz-Branche, ist

der Anteil weiblicher Unternehmerinnen

und Führungskräfte nach

wie vor eher gering. Ein Großunternehmen

kann unter Umständen

andere und weiterreichende Angebote

zur Vereinbarkeit von Familie,

Pflege und Beruf machen, als

dies für ein kleines Einzelhandelsgeschäft

oder einen kleinen Handwerksbetrieb

mit wenigen Beschäftigten

machbar ist, um hier nur zwei

Beispiele zu nennen. Zentral ist aus

meiner Sicht, dass allen voran die

Unternehmensspitze oder die Geschäftsführung

und gegebenenfalls

die Personalverantwortlichen und

der Betriebsrat das Thema Gleichstellung

in all seinen Facetten erkennen

und dazu beitragen, dass

entsprechende Gleichstellungsmaßnahmen

im Unternehmen getroffen

werden.

WirtschaftsKRAFT: Kern des Projekts

„Frauen in Führung“, das

unter anderem auch vorhandene

Defizite bei der Frauenförderung

fokussiert, ist eine Wanderausstellung.

Nach welchen Kriterien

haben Sie die vorgestellten 20

Frauen ausgewählt?

Brückner: Die Stadt Pforzheim als

Oberzentrum und die Landkreise

Enzkreis, Calw und Freudenstadt

20


sollten gleichrangig mit je vier Unternehmerinnen

in der Wanderausstellung

repräsentiert sein. Die Unternehmerinnen

sollten weiterhin

aus den Bereichen Handel, Industrie,

Handwerk und Dienstleistung kommen.

Unternehmensgröße, Branche,

Bekanntheitsgrad, Alter, Migrationshintergrund

und weitere Merkmale

wurden in die Überlegungen

intensiv einbezogen, um am Ende

die Vielfalt und Diversität weiblichen

Unternehmerinnentums sichtbar

machen zu können. Dies war

ein wichtiges Ziel.

WirtschaftsKRAFT: Obwohl Ihr

Geschäftsbereich Pforzheim ist,

haben Sie mit Projekt und Ausstellung

die Stadtgrenzen deutlich

überschritten.

Brückner: Von Beginn an hatte ich

die Vorstellung, mit dem Projekt

‚Frauen in Führung‘ den gesamten

Wirtschaftsraum Nordschwarzwald

mit seinem Potenzial an erfolgreichen

Unternehmerinnen sichtbar

zu machen. Dementsprechend habe

ich mögliche Projektpartner/innen

für das Projekt gewinnen können,

deren Geschäftsbereiche die Region

Nordschwarzwald abdecken, wie

beispielsweise die Wirtschaftsförderung

Nordschwarzwald, die IHK

Nordschwarzwald und die Agentur

für Arbeit Nagold Pforzheim.

Neben der Förderung weiblicher

Unternehmensgründung und Unternehmensnachfolge

in der Region

Nordschwarzwald war gerade die

Vernetzung unterschiedlicher regionaler

Akteurinnen und Akteure

aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft

und Verwaltung von Anfang

an ein wichtiges Projektziel.

WirtschaftsKRAFT: Welche Reaktionen

haben Sie auf Ihre Initiative

erhalten?

Brückner: Die erste für mich sehr

positive Reaktion kam von der

damaligen Bereichsdirektorin Vertriebsmanagement

der Sparkasse

Pforzheim Calw, Sabine Schölzel.

Weitere Unterstützung für das Projekt

war dann relativ schnell gefunden.

Seitens der Unternehmerinnen,

die wir für das Projekt ansprachen,

gab es fast ausschließlich

positive Rückmeldungen. Vonseiten

der Wirtschaftsförderungen der

Kreise Calw und Freudenstadt hätte

ich mir hingegen etwas mehr Resonanz

gewünscht. Die erhoffte

Vorberichterstattung in Form einer

Porträtserie in den regionalen Medien

scheiterte vor allem daran,

dass die Medien in den südlichen

Landkreisen auf unsere Anfrage

hin kein Interesse bekundeten.

WirtschaftsKRAFT: Ein Projekt

und eine Wanderausstellung versprechen

freilich noch keinen

durchschlagenden gesellschaftlichen

Erfolg.

Brückner: Unser Projekt und die

Wanderausstellung erheben nicht

den Anspruch, einen durchschlagenden

Erfolg in Richtung mehr

Gleichstellung in der Wirtschaft zu

generieren. Ich sehe dies jedoch als

einen wertvollen Beitrag in einem

ganzen Bündel von Maßnahmen

auf Bundes-, Landes- und auf der

kommunalen Ebene – zumal die

Ausstellung als Rahmen für entsprechende

kritische Impulse, Vorträge

et cetera gedacht ist. Impulse

für mehr Gleichstellung müssen

durch die teilweise bereits genannten

Akteurinnen und Akteure aus

Gesellschaft, Politik, Wirtschaft,

Wissenschaft und Verwaltung gesetzt

werden. Auch die Medien

nehme ich nicht aus. Um es auf den

Punkt zu bringen: Solange Wirtschaftsmagazine

fast ausschließlich

von mehr oder weniger erfolgreichen

Männern bevölkert werden

und Frauen in der medialen Präsenz

schon allein quantitativ das Nachsehen

haben, wird das vorhandene

Potenzial von Frauen in der Wirtschaft

nicht ausreichend sichtbar.

Dasselbe gilt für die Verleihung von

Wirtschaftspreisen.

WirtschaftsKRAFT: Auf die vorliegende

Ausgabe von Wirtschafts-

Kraft kann Ihre Medienkritik

nicht zutreffen. Und der Pforzheimer

Wirtschaftspreis hat es immerhin

2016, beim vierten Veranstaltungsanlauf,

geschafft, gleich

zwei Frauen in den Fokus zu rücken.

Aus Ihrer Erfahrung: Was

müssen die Frauen selbst tun, um

sich in der von Männern dominierten

Wirtschaft besser durchsetzen

und Spitzenpositionen erreichen

zu können?

Mir gefällt …

Thomas Rudel, CEO Rutronik

Foto: Christian Ernst

Die aktuellen Entwicklungen,

allen voran die Digitalisierung

und die starken wirtschaftlichen

und sozialen Spannungen in vielen

Ländern, wirken sich auch

auf unser Geschäft aus. Als

global aufgestellter Elektronik-

Distributor sind die enormen

Währungsschwankungen derzeit

die größte Herausforderung für

Rutronik, vor allem vor dem Hintergrund

sehr langfristiger Zahlungsziele

und sinkender Margen

sowie immer mehr unentgeltlicher

Serviceleistungen, die

wir unseren Kunden bieten.

Dass sich Rutronik trotzdem erfolgreich

als drittgrößter Distributor

in Europa und weltweit

auf Platz elf behaupten kann,

ist nur möglich durch unsere

globale Präsenz, unser innovatives

Portfolio und unsere Stärke

in der Logistik, die wir mit dem

neuen, hochmodernen Lager in

Eisingen weiter gefestigt haben.

Zudem lautet unser Erfolgsrezept:

Wachstum nicht um jeden

Preis, sondern nachhaltig. Als

nicht-börsennotiertes Unternehmen

haben wir die Freiheit,

unabhängig zu entscheiden. So

können wir unseren Kunden die

Sicherheit geben, ihnen auch

künftig als verlässlicher Partner

zur Seite zu stehen.

INTERVIEW

WirtschaftsKRAFT 21


Region Nordschwarzwald

Brückner: Es gibt genügend Frauen,

die alles mitbringen, was für

die Erreichung einer Spitzenposition

in der Wirtschaft notwendig ist.

Schauen wir beispielsweise auf die

Seiten der Spitzenfrauen Baden-

Württemberg, so wird dies schnell

deutlich. Ich begrüße ausdrücklich

die seit dem 1. Januar 2016 geltende

feste Geschlechterquote von 30

Prozent für neu zu besetzende Aufsichtsratsposten

in börsennotierten

und voll mitbestimmten Unternehmen.

Etwa 3500 weitere Unternehmen

sind verpflichtet, sich eigene

Zielgrößen zur Erhöhung des

Frauenanteils in Aufsichtsräten,

Vorständen und in den obersten

Management-Ebenen zu setzen.

Unternehmen müssen sich nun qua

Gesetz mit dem Anteil von Frauen

in Führungspositionen in ihrem Unternehmen

auseinandersetzen und

sich Gedanken darüber machen, wie

sie qualifizierte Frauen ansprechen

und auf die Übernahme von Führungspositionen

gezielt vorbereiten

wollen. Das halte ich für einen

entscheidenden Schritt in Richtung

mehr „Frauen in Führung“.

WirtschaftsKRAFT: Sie sind seit

Oktober 2013 die Gleichstellungsbeauftragte

der Stadt Pforzheim.

Welche Aufgaben und Ziele sind

mit dieser Tätigkeit verbunden?

Brückner: Meine Aufgaben als kommunale

Gleichstellungsbeauftragte

gliedern sich im Wesentlichen in

zwei Bereiche: die interne Gleichstellung

für die rund 2800 Beschäftigten

der Stadt Pforzheim und deren

Eigenbetriebe und die externe

Gleichstellung auf der Ebene der

Bürgerinnen und Bürger der Stadt

Pforzheim.

Zu den internen Aufgaben gehören

unter anderem die Beratung der Verwaltungsspitze

und der Fachämter

in den Bereichen Gender Mainstreaming

und Frauenförderung, die

Mitwirkung in Stellenbesetzungsverfahren,

Vorschläge für Fortbildungsangebote

zum Thema Chancengleichheit

und das Erstellen

eines internen Chancengleichheitsplans

in Zusammenarbeit mit den

Fachämtern im Sinne des 2016 novellierten

Chancengleichheitsgesetzes

des Landes Baden-Württemberg.

Themenfelder meiner externen Tätigkeit

sind unter anderem der

Wandel der Rollenbilder, politische

und gesellschaftliche Partizipation

von Frauen, Gleichstellung in den

Bereichen Bildung und Ausbildung,

in der Erwerbstätigkeit, im Bereich

der sozialen Sicherung, in der

Stadtplanung und in der Kultur sowie

im Bereich Gesundheit, um nur

einige zu benennen. Prävention, Intervention

und Öffentlichkeitsarbeit

in Bezug auf Gewalt im Geschlechterverhältnis

ist ebenfalls ein Themenfeld,

in dem ich mich darüber

hinaus besonders engagiere.

WirtschaftsKRAFT: Haben Sie seit

Beginn Ihrer Tätigkeit schon Fortschritte

feststellen können?

Brückner: Zwei Ziele, die ich mir

seit meinem Amtsantritt gesetzt

habe, sind mittlerweile erreicht. Die

Region Nordschwarzwald hat eine

Kontaktstelle Frau und Beruf bekommen,

wofür ich mich unter anderem

zusammen mit engagierten

Frauen aus unserem Arbeitskreis

Frau und Beruf Pforzheim Enzkreis

besonders eingesetzt habe. Das

zweite Ziel war, einen gut funktionierenden

und effizient arbeitenden

Arbeitskreis zu installieren, der

sich in Pforzheim und im Enzkreis

für das Thema Gleichstellung in

der Wirtschaft schwerpunktmäßig

engagiert, Kompetenzen, Erfahrungen

und Expertise bündelt und

fester Bestandteil des regionalen

Netzwerks, beispielsweise in der

Fachkräfte-Allianz ist. Mit dem Arbeitskreis

Frau und Beruf haben wir

ein solches Netzwerk mittlerweile

geschaffen. Gemeinsam gestalten

wir Veranstaltungen, wie die landesweiten

Frauenwirtschaftstage, planen

Projekte wie „Frauen in Führung“

oder Projekte für mehr

Frauen in MINT-Berufen und setzen

diese gemeinsam um. Regionale

Unternehmen arbeiten hierbei

in der Regel gerne mit uns zusammen.

Zur Person

Über die Ausstellung „Frauen in Führung“ informierte Initiatorin Susanne Brückner

bei der Eröffnungsveranstaltung in Pforzheim. Foto: Brigitte Reiling/Shari Fotodesign

Susanne Brückner ist geboren

und aufgewachsen in Freudenstadt.

Der weitere Werdegang:

Studium der sozialen Arbeit an

der Evangelischen Hochschule

in Ludwigsburg mit den Schwerpunkten

Geschlechterforschung,

Frauen- und Gleichstellungspolitik

in den Jahren 2002 bis

2006. Gleichstellungsbeauftragte

der Stadt Ludwigsburg von

2006 bis 2013. Nebenberuflich

als Lehrbeauftragte zu Gleichstellungsthemen

an den Ludwigsburger

Hochschulen in der

Zeit von 2003 bis 2013. Seit

2013 hauptberuflich als Gleichstellungsbeauftragte

bei der

Stadt Pforzheim. wk

22


Zum Thema

Wanderausstellung

„Frauen in Führung“

Bereits seit einem Jahr tourt die

Wanderausstellung „Frauen in

Führung“ durch die Region Nordschwarzwald.

2017 wird sie vom

8. bis 16. März in der Kreissparkasse

Freudenstadt, Stuttgarter

Straße 31, 72250 Freudenstadt

gezeigt. In Horb a.N. kann die

Ausstellung anschließend vom

18. bis 26. März besucht werden.

Verantwortlich für den Ausstellungszeitraum

in Freudenstadt

und in Horb sind die Wählervereinigung

Frauen in den Kreistag,

Frauennetzwerk Freudenstadt

sowie Kontaktstelle Frau und Beruf

Nordschwarzwald. Die Ausstellung

kann gebucht werden.

INTERVIEW

Kann gebucht werden: die Wanderausstellung „Frauen in Führung im Nordschwarzwald“.

Foto: Anette Dürr/ad produktgestaltung

Kontakt:

Medienzentrum

Pforzheim-Enzkreis

Tel. 07231 308-9770 bis -9772

Fax 07231 308-9777

medienzentrum@enzkreis.de

Stichwort:

Ausstellung Frauen in Führung

Das Ausbildungsmagazin

für Pforzheim und den Enzkreis

www.ausbildung-pforzheim.de

WirtschaftsKRAFT 23


Unternehmerinnen mit dem

Prädikat nachahmenswert

Frauen setzen ihre Geschäftsideen in nahezu allen

Branchen um und leisten einen maßgeblichen Beitrag

zum Erfolg der Wirtschaft

Von Gerd Lache

Erfolgreiche Unternehmerinnen in

der Region Nordschwarzwald gibt

es in hoher Zahl. Die Initiative

„Frauen in Führung“ stellt exemplarisch

20 unterschiedliche Lebensläufe

in einer Wanderausstellung

und in einem eBook vor.

Jutta Girrbach

In dritter Generation führt Jutta

Girrbach die Amann Girrbach

GmbH, die ihr Großvater 1936

gegründet hat. Als Experte für

Maschinen und Materialien, die

zur Herstellung von Zahnersatz

benötigt werden, beliefert

das Pforzheimer Unternehmen

Die Texte schrieb die Journalistin

Dr. Ana Kugli, für die Gestaltung

zeichnet die Diplom-Designerin

Anette Dürr von „ad produktgestaltung“

(beide Pforzheim) verantwortlich.

Nachfolgend acht der

vorgestellten Unternehmerfrauen

mit jeweils gekürzten Beschreibungen.

Kunden in mehr als 90 Ländern.

Während eines Au-pair-Jahres

in Kanada hat Jutta Girrbach beschlossen,

das Familienunternehmen

weiterzuführen. Sie studierte

Betriebswirtschaftslehre und arbeitete

danach in allen Abteilungen

im eigenen Betrieb. 2003 übernahm

sie die Geschäftsführung. „Ich bemühe

mich, Frauen für Führungsaufgaben

zu gewinnen“, sagt sie.

Ihre Erfahrung sei aber, dass viele

Frauen ihre Karriereansprüche im

Hinblick auf den Kinderwunsch

voreilig zurückschrauben oder sich

erst gar nicht trauen würden, eine

Karriere anzustreben. Wären Kind

und Karriere bei Amann Girrbach

miteinander vereinbar? Jutta Girrbach:

„Wer Beruf und Familie vereinbaren

möchte, kann bei uns gerne

in Teilzeit arbeiten, wir haben

verschiedene Modelle dazu entwickelt.

Wir versuchen, die Arbeitszeitwünsche

der Frauen zu berücksichtigen,

was allerdings nicht in

jedem Fall möglich ist.“ Ihr Rat

an Gründerinnen: „Wichtig ist die

Zuversicht, dass auch der höchste

Berg in Etappen erklommen werden

kann. An neue Aufgaben sollte

man sich mutig heranwagen, denn

man wächst mit den Herausforderungen.“

Foto: Anette Dürr/ad produktgestaltung

Isabelle Possehl

Schon während ihres Studiums

machte sich Isabelle Possehl

selbstständig. Heute ist sie eine

der beiden Gesellschafterinnen

von D M B O in Pforzheim. Das

Studio für Gestaltung bietet ein

breites Spektrum an Kreativleistungen:

Corporate Design und

Editorial Design, Webdesign, Illustration

und Grafikdesign sowie

Tape Art. Nach dem Studium

stand sie vor der Herausforderung,

von der Geschäftsidee

leben zu müssen. „Tatsächlich

hat uns damals die Bank einen

Kredit verweigert – das hat mich

getroffen. Wir haben uns dann

aber neu aufgestellt und unsere

jetzige Ausrichtung gefunden,

insofern hatte diese Erfahrung

auch etwas Gutes“, sagt sie. Wie

gelingt es ihr, Unternehmerin

und Mutter zweier kleiner Kinder

unter einen Hut zu bringen?

Das sei eine Herausforderung.

„Diese zu meistern gelingt mir

durch die Unterstützung meines

Mannes und unserer Eltern.

Zudem geht meine Tochter in

die Kita, seit sie ein Jahr alt

ist. Dank der Selbstständigkeit

kann ich meine Zeit auch flexibel

einteilen.“ Ihr Rat an Jung-

Unternehmerinnen: „Mut, Optimismus

und viel Geduld, denn

eine gesunde Geschäftsentwicklung

benötigt Zeit.“

Foto: DMBO

24


Ute Fleig Kerstin Ihle Gudrun Berlin

Die Heinzelmann GmbH & Co.

KG in Mühlacker ist ein Familienbetrieb

im Zimmerer-, Tischler-

und Glaserhandwerk. Neben

den typischen Bereichen sind

Industrieverpackungen und der

Museums- und Ausstellungsbau

besondere Schwerpunkte. Seit

rund 15 Jahren führt Ute Fleig das

Unternehmen, das sie seinerzeit

von ihrem Mann übernommen

hat. „Mein Sohn, inzwischen die

vierte Generation, leitet heute

gemeinsam mit mir den Betrieb.

Als sein Vater zu einer für die

Branche schwierigen Zeit aus dem

Unternehmen ausstieg, wollte ich

ihm dieses Erbe erhalten.“ Da

der Sohn für die Nachfolge zu

jung gewesen sei, beschloss sie,

den Betrieb zu übernehmen. Ute

Fleig stammt aus einer Unternehmerfamilie

und hatte Berufserfahrung

im väterlichen Betrieb

gesammelt, bevor sie Mutter

wurde. Die Familie sei wegen der

Behinderung der Tochter lange

der Mittelpunkt gewesen. „Diese

Erfahrung war eine Herausforderung,

hat mich aber auch gestärkt.“

Führt eine Frau ein Unternehmen

anders als ein Mann?

„Ich denke schon, dass ich für

die Probleme meiner Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter ein offenes

Ohr habe und ihnen mehr

Empathie entgegenbringe.“

Foto: Anette Dürr/ad produktgestaltung

Mehr als 300 000 Einzelartikel in

über 3000 Abmessungen fasst

das Hartmetallprogramm der

Gerhard Ihle Hartmetalle Werkzeuge

e. K. in Königsbach-Stein.

Auch die Trennmaschinen werden

im eigenen Haus hergestellt.

Seit sechs Jahren führt Kerstin

Ihle gemeinsam mit ihrem Vater

das Unternehmen. In den eigenen

Betrieb einzusteigen sei eine

Entscheidung während ihres

zweiten Studiums gewesen. Nach

Betriebswirtschaft studierte sie

Rechtswissenschaften. „Kurz vor

meinem ersten Staatsexamen

habe ich beschlossen, mich ins

Unternehmen einzubringen.“

Das zweite Staatsexamen habe

sie dennoch absolviert. Ihre Erfahrungen

in der Männer dominierten

Metallbranche: „Es

kommt immer mal vor, dass ich

als Frau misstrauisch beäugt

werde. Aber davon lasse ich

mich nicht irritieren und versuche,

mit Leistung zu punkten.“

Wie vereinbart sie Familie

und Geschäftsführung? „Ich übe

noch, das zu vereinbaren.“ Ein

effektives Zeitmanagement sei

unverzichtbar. Bei der Betreuung

der Tochter helfe eine Tagesmutter.

Aus Unternehmenssicht sei

es dringend erforderlich, Kinderbetreuungseinrichtungen

auch an

Nachmittagen offen zu halten.

Foto: Anette Dürr/ad produktgestaltung

Gemeinsam mit ihrem Mann hat

Gudrun Berlin 1989 einen kleinen

gastronomischen Betrieb in

Zavelstein gepachtet. Mittlerweile

ist es ein Wellness-Hotel

mit drei verschiedenen Restaurants.

Eines davon ist als Gourmetrestaurant

mit einem Michelin-Stern

und mit 17 Punkten

im Gault-Millau ausgezeichnet.

Sie ist gelernte Hotelfachfrau,

ihr Mann Koch und Konditor.

„Aufgrund der Arbeitszeiten

hatten wir wenig Zeit füreinander.“

Sie fassten den Entschluss,

sich selbstständig zu machen.

Nach einem misslungenen Versuch

mit einer Kinderbetreuerin

sei ihr klar gewesen, dass sie für

ihre drei Kinder da sein wollte,

sagte Gudrun Berlin. „Wir haben

mehr Personal eingestellt und

mein Mann hat sich verstärkt

um den Betrieb gekümmert.“

Der Spagat zwischen Beruf und

Familie sei gelungen. Die Kinder

seien inzwischen im Betrieb.

Was hat ihr geholfen, erfolgreich

zu sein? „Ich habe einen

sehr engagierten Ehemann als

geschäftlichen Partner und heute

auch die Kinder. Ohne Familienmitglieder

wäre es schwer,

das Unternehmen in dieser Größe

zukunftsorientiert zu führen

und weiterzuentwickeln.“

Foto: Anette Dürr/ad produktgestaltung

PORTRAITS

WirtschaftsKRAFT 25


Jana Brenner Claudia Gläser Ingeborg Heinzelmann-

Schillinger

Im Alter von 24 Jahren übernahm

Jana Brenner den Familienbetrieb

ihres Großvaters.

Die Blechbearbeitung am Dach

ist der Hauptbereich des Calwer

Unternehmens, das zudem ein

Sanitärfachbetrieb für Bad- und

Hausinstallationen ist. In der

fünften Generation steht erstmals

eine Frau an der Spitze. Der

Großvater sei über 70 Jahre alt

gewesen und habe niemanden

aus der Familie als Nachfolger

gefunden. „Ich kannte das Unternehmen

von klein auf, hatte

oft meine Ferien hier verbracht.

Nach dem Abitur und einem Aupair-Jahr

machte ich ein Praktikum

im Betrieb und wusste

dann, dass ich mir das zutraute.“

Der Großvater, ein Patriarch der

alten Schule, sei zunächst skeptisch

gewesen. „Selbst als ich die

Ausbildung zur Gas- und Wasserinstallateurin

in kürzester Zeit

erfolgreich absolviert hatte und

BWL studierte, konnte er sich nur

schwer vorstellen, den Betrieb in

die Hände einer Frau zu legen.

Erst am Krankenbett hat er mir die

Geschäfte übergeben – weil er es

musste.“ Führt sie den Betrieb anders?

Ihr sei Transparenz sehr

wichtig. „Ich setze viel auf die Zufriedenheit

meiner Belegschaft,

die mir nach der schwierigen Übernahme

die Stange gehalten hat.“

Foto: Anette Dürr/ad produktgestaltung

Die Gläser GmbH aus Horb am

Neckar entwickelt und produziert

hydraulische Steuerblöcke

und Anlagen zur Überprüfung

der technischen Sauberkeit für

den Maschinenbau und die Automobilbranche.

Seit 2003 leitet

Claudia Gläser in zweiter Generation

das Unternehmen, das ihr

Vater aufgebaut hat. Nach dem

Abitur absolvierte sie eine Ausbildung

zur Industriemechanikerin

und studierte dann Maschinenbau.

Der Vater habe die

Übergabe optimal vorbereitet.

„Dadurch war die Akzeptanz

in der Belegschaft und bei den

Kunden groß. Wir haben das

Unternehmen fünf Jahre gemeinsam

geleitet, bevor er sich

2008 aus der Geschäftsführung

zurückzog.“ Gab es Hindernisse?

„Keine, die nicht zu bewältigen

waren. Ich denke, einen Unternehmer

oder eine Unternehmerin

macht es aus, Lösungen zu

finden, statt sich an den Hürden

aufzuhalten.“ Frauen in technischen

Berufen zu fördern, darauf

lege sie im Betrieb großen Wert.

Angesichts des diskutierten Fachkräftemangels

müssten Unternehmen

versuchen, frühzeitig

Mädchen und junge Frauen für

eine technische Ausbildung oder

ein duales Studium zu gewinnen.

„Bei uns gelingt das gut.“

Foto: Gläser GmbH

Als 23-Jährige entschloss sich

Ingeborg Heinzelmann-Schillinger,

in Freudenstadt einen

Hotelbetrieb mit 14 Zimmern

aufzubauen. Heute ist das Hotel

Lauterbad ein mehrfach ausgezeichnetes

Wellnesshotel mit 41

Zimmern. Inzwischen gehört das

Eventhotel Waldhotel Zollernblick

mit 47 Zimmern sowie die

Berghütte Lauterbad zum Familienbetrieb.

Branchenerfahrung

hatte sie durch eine Ausbildung

zur Hotelkauffrau in einem renommierten

Betrieb im Schwarzwald,

später absolvierte sie die

Prüfung zur Serviermeisterin.

„Außerdem hatte ich ein Jahr in

Paris gearbeitet.“ Die Gründung

erfolgte gemeinsam mit Bruder

Friedhelm, ein gelernter Koch.

„Ein paar Jahre später hat uns

dann mein Ehemann Herbert

unterstützt, der für Marketing

und Controlling verantwortlich

ist.“ Sohn Steffen, der bereits

mitarbeitet, werde der Nachfolger

sein. Was rät sie Gründerinnen?

„Frauen, die den Schritt

in die Selbstständigkeit wagen,

sollten sich gut über ihre Branche

informieren und sich das

nötige Wissen aneignen. Und

dann einfach ihren Weg gehen.“

Foto: Privat

PORTRAITS

26


ABACUS Patentanwälte

Ihr Spezialist für gewerbliche Schutzrechte

Im globalen Wettbewerb spielt das

geistige Eigentum eine immer größere

Rolle. Schutzrechte wie Patente,

Marken und Designs sind erforderlich

für die Sicherung von Entwicklungsergebnissen,

zur Stärkung von

Markt- und Verhandlungspositionen

bzw. zur Schaffung eines Wiedererkennungswertes

und Herkunftshin-

weises mit Qualitätsmerkmalen für

Produkte und Dienstleistungen.

ABACUS Patentanwälte ist ein Patentanwaltszusammenschluss

mit

Standorten in Deutschland (Hauptsitz

Nagold, Zweigstellen Heiligenhaus,

Rottenburg, Tübingen) und der

Schweiz (Adliswil/Zürich). Das Büro

besteht seit 1981.

In Deutschland sind die Patentanwälte

Peter Klocke, Dieter Späth und

Jens Sebastian, und in der Schweiz

Patentanwalt Carl Otto Barth tätig.

Wir vertreten unsere nationale und

internationale Mandantschaft in

Deutschland, der Schweiz und bei

allen übernationalen europäischen

Anmeldebehörden unmittelbar. Bei

ausländischen Anmeldungen arbeiten

wir weltweit mit unseren langjährigen

örtlichen Partnern zusammen.

Bei dem weltweiten Erwerb,

der Verteidigung, der Durchsetzung

und dem Erhalt von technischen

Schutzrechten, Marken und Designs

sowie Arbeitnehmererfinderfragen

und Lizenzverträgen stehen wir

unseren Mandanten zur Seite.

PORTRÄT

ABACUS Patentanwälte

Lise-Meitner-Str. 21

D-72202 Nagold

Tel. +49 7452 600 520

Fax +49 7452 600 5222

info@abacus-patent.de

www.abacus-patent.de

ABACUS Patentanwälte

Lise-Meitner-Str. 21 | D-72202 Nagold

Tel. +49 (0) 7452 600 520

Fax +49 (0) 7452 600 5222

E-Mail: info@abacus-patent.de

Internet: www.abacus-patent.de

WirtschaftsKRAFT 27


Schaefer & Wunsch

Immobilienmanagement

ganzheitlich, nachhaltig, transparent

Seit über 30 Jahren sind die Spezialisten

von Schaefer & Wunsch

kompetente und branchenerfahrene

Mitarbeiter. Das dynamische

Immobilien-Management umfasst

Bild oben: Am Waisenhausplatz, Pforzheim

Bild rechts oben: „Il Tronco“, Pforzheim

Bild rechts unten: Centurion-Gebäude,

Frankfurt

alle kaufmännischen, technischen

und infrastrukturellen Serviceleistungen.

Ob Sie Eigentümer einer Wohnimmobilie

oder einer gemischt genutzten

Immobilie sind, ob Sie zu

einer Wohnungseigentümer-Gemeinschaft

gehören oder in einem

Wohnpark zu Hause sind: Bei

Schaefer & Wunsch können Sie sich

auf das umfassende Engagement

erfahrener Spezialisten verlassen.

Erste Priorität hat dabei die nachhaltige

Wertsteigerung. Schaefer &

Wunsch bietet umfassende Serviceleistungen

rund um Ihre Immobilie

und realisiert für Sie größtmögliche

Einsparungen durch Rahmenverträge

mit Energieträgern, Versicherungen

und Wartungsfirmen.

Schaefer & Wunsch

Immobilienmanagement GmbH

Kirchenstr. 38/40

D-75172 Pforzheim

Tel. +49 7231 9433-0

Fax +49 7231 9433-36

info@schaefer-wunsch.de

www.schaefer-wunsch.de

PORTRÄT

Kirchenstraße 38/40|75172 Pforzheim

Telefon +49 7231 9433-0|www.schaefer-wunsch.de

28


IMMOBILIENRECHT

BAURECHT

ARCHITEKTENRECHT

Wir beraten Sie schwerpunktmäßig in den Bereichen des Immobilienrechts, Baurechts und Architektenrechts. Darunter

fallen alle Fragestellungen und Probleme, die sich beim Finanzieren, Entwickeln, Planen oder Bauen eines Objekts

sowie den Erwerb und Verkauf von Objekten ergeben. Das sowohl für Bauunternehmen, als auch Bauherren oder Immobilienerwerber.

Angefangen von der rechtlichen Konzeption von Bauprojekten oder der rechtlichen Begleitung der

Entwurfs- und Verhandlungsphase, über die rechtliche Begleitung der Bauprojekte in deren tatsächlicher Entstehung,

bis hin zu der Abwicklung von Mängel- und Vergütungsauseinandersetzungen.

Soweit das möglich ist, versuchen wir bei Auseinandersetzungen Prozesse zu vermeiden.

Wenn sich das nicht vermeiden lässt, sehen wir es als unsere Aufgabe, diese mit größtmöglicher Schlagkraft zu führen.

Durch laufende Fort- und Weiterbildungen und unsere Mitgliedschaft in verschiedenen Fachverbänden, bspw. bei der

Arbeitsgemeinschaft für Bau- und Immobilienrecht im Deutschen Anwaltsverein, sind wir in der täglichen Fallbearbeitung

immer „up to date“.

Dr. Oliver Hutmacher, Rechtsanwalt

Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht und

Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht

Kathrin Lehmann, Rechtsanwältin im Anstellungsverhältnis

Friedenstraße 87 | 75173 Pforzheim

Telefon +49 7231 / 4184996 | Telefax +49 7231 / 4184998

info@rahut.de | www.rahut.de

www.hutmacher.legal | www.corporate-legal.group


Region Nordschwarzwald

Weichenstellung

für die digitale Zukunft

der Region

IHK Nordschwarzwald veranstaltet zweitägigen

Kongress mit hochkarätigen Teilnehmern –

Jubiläum 250 Jahre Goldstadt wird ins Programm

eingebunden

Von Gerd Lache

Ein ansehnliches Bündel an Projekten

und Maßnahmen gehört

zur Entwicklungsstrategie für die

Region, die den Namen „Nordschwarzwald

2030“ trägt. Im strategischen

Mittelpunkt stehen fünf

entscheidende Handlungsfelder:

Fachkräftesicherung, Infrastruktur,

Technologie- und Wissensregion,

Standortmarketing sowie Steuerung/regionale

Koordination. Ergänzend

zu den Aktivitäten wird

die Industrie- und Handelskammer

(IHK) Nordschwarzwald erstmals am

21. und 22. Juni 2017 einen Kongress

unter dem Titel „Zukunftsforum

2030“ veranstalten. Er soll die

Rolle des Menschen in der digitalen

Der Titel des IHK-Zukunftskongresses im Juni 2017 lautet: Der Mensch in der Smart World.

Foto: Quique Garcia

Welt, der „Smart World“, aus verschiedenen

Blickwinkeln beleuchten.

Renommierte Podiumsteilnehmer

haben bereits zugesagt.

IHK-Präsident Burkhard Thost

informiert im WirtschaftsKRAFT-

Interview über die Veranstaltung.

WirtschaftsKRAFT: Herr Thost, was

ist das Ziel des Zukunftsforums?

Burkhard Thost: Baden-Württemberg

gehört zu den innovativsten

und dynamischsten Industriezentren

in Europa. Der starke Wirtschaftsraum

Nordschwarzwald gehört

mit dazu. Die Industrie- und

Handelskammer Nordschwarzwald

möchte hierzu mit dem „Zukunftsforum

2030 – Der Mensch in der

Smart World“ ein Zeichen setzen.

WirtschaftsKRAFT: Welche Zielgruppe

haben Sie dabei im Fokus?

Thost: Zu relevanten Zukunftsthemen

wollen wir mit den Themen

‚Innovation‘, ‚Global Challenges‘

und ‚Living Environment‘ gemeinsam

mit internationalen Experten,

Entscheidern und Vordenkern aus

Wirtschaft und Politik die Weichen

für die globale und digitale

Zukunft aufzeigen. Wir haben das

Forum als zweitägige Veranstaltung

ausgelegt, um auch eine weitere

Anreise lohnenswert zu machen.

Mit unserem Partner Euroforum

als führender Veranstalter

von Wirtschaftskongressen möchten

wir Unternehmer und Entscheider

in ganz Deutschland auf das

Zukunftsforum 2030 in Pforzheim

ansprechen.

WirtschaftsKRAFT: Können Sie

schon einiges über die Inhalte sagen?

Thost: Der Fokus des Kongresses

liegt auf der zukünftigen Stellung

des Menschen in einer digital vernetzten

und globalen Welt. International

renommierte Experten

werden grundlegende Impulse zu

den Schlüsselfragen der Wirtschaft

geben und mit unseren Gästen diskutieren.

Wir haben ganz neue Zukunftsformate

gewählt, um einen

echten Dialog zwischen Publikum

und Experten zu ermöglichen. Der

Dialog steht im Vordergrund.

Im Bereich „Innovation“ wird ein

Unternehmen wie Siemens darstellen,

welche digitalen Lösungen ein

30


klassisches Industrieunternehmen

entwickelt, um sich für die nächsten

Jahrzehnte zukunftsfähig zu

positionieren. David Hermanns

vom Cyberforum, einem der weltweit

größten IT-Cluster, wird aufzeigen,

welche digitalen Services

überhaupt Zukunftschancen haben

und wo die Reise aus Sicht der IT-

Unternehmen hingeht.

Im Themenfeld „Living Environment“

geht es um die Veränderungen

unseres unmittelbaren Umfeldes.

Wie wird das Leben und

Arbeiten in der Zukunft aussehen,

wie sieht sich der Mensch in einer

immer autonomer agierenden Maschinenwelt?

In „Global Challenges“ geht es um

die weltweiten Herausforderungen

und Entwicklungen. Wir gehen der

Frage nach, wie sich weltumspannende

Wertschöpfungssysteme aufbauen

lassen, die flexibel auf

wechselnde Sicherheitslagen und

Angriffe aus dem Netz reagieren

können. Wir freuen uns, dass wir

mit Professor Richard David Precht

Deutschlands bekanntesten Philosophen

haben gewinnen können.

Natürlich darf auch ein Thema

wie Blockchain nicht fehlen, das

sich nicht nur anschickt, die Finanzwirtschaft

zu revolutionieren,

sondern auch in andere etablierte

Bereiche vordringt, alte Strukturen

verdrängt und neue Marktbedingungen

schafft. Ebenso hat bereits

der Chefstratege der BASF, Dr.

Christoph Wegner, seine Teilnahme

zugesagt.

WirtschaftsKRAFT: Wo in Pforzheim

finden die Veranstaltungen statt?

Thost: Als Veranstaltungsort für

das Zukunftsforum haben wir das

CongressCentrum in Pforzheim gewählt.

Die Flexibilität der Location

ermöglicht es, den individuellen

Charakter herauszuarbeiten und

von gängigen Veranstaltungsformaten

abzuheben. Die optimale

Verkehrsanbindung kommt unseren

überregionalen Gästen zugute.

Ein besonderes Highlight erwartet

unsere Gäste am Abend des ersten

Tages mit einer Veranstaltung im

Gasometer Pforzheim inmitten der

Ausstellung „Rom 312“: Auch diese

Epoche stand für eine spannende

Zeitenwende. Unseren Gästen bieten

wir damit eine einzigartige Atmosphäre,

die es so nur in Pforzheim

gibt.

WirtschaftsKRAFT: Ist es Zufall,

dass der Termin in das Jubiläumsjahr

der Goldstadt fällt?

Thost: Das Zukunftsforum ist auch

ein Beitrag der IHK zum 250. Jubiläum

der Schmuck- und Uhren-

Industrie. Was die Wirtschaft der

Region und die Tradition zu Pforzheim

verbindet, sind 250 Jahre Innovation

und die reichen weit in

die Zukunft.

Themen wie Schmuck, Uhren und

Design werden wir natürlich in

die Veranstaltung integrieren. Die

Teilnehmer von außerhalb sollen

schließlich auch den Charme der

Goldstadt erleben. Für die Abendveranstaltung

ist eine Moden- und

Schmuckschau geplant. Außerdem

wird es im Rahmenprogramm die

Möglichkeit geben, Einblicke in die

herausragenden Unternehmen der

Schmuckindustrie zu gewinnen.

INTERVIEW

WirtschaftsKRAFT 31


Region Nordschwarzwald

WirtschaftsKRAFT: Schafft es die

IHK, die regionale Vielfalt zwischen

Sternenfels und Alpirsbach

so in den Kongress einzubinden,

dass sich keiner der Teilräume benachteiligt

fühlt?

Thost: Es geht im Zukunftsforum

nicht um Detaillösungen einzelner

Branchen, sondern um grundsätzliche

Fragen, wie die Digitalisierung

zu unserer Chance gemacht

werden kann – ob in Alpirsbach,

in Sternenfels, Ulm oder München,

mit diesen Themen wird jedes Unternehmen

konfrontiert werden.

Unsere drei Panels sprechen Unternehmen

aus allen Teilen der Region

und darüber hinaus an.

Wir wollen die Region aber nicht

nur über die spannenden Themen

positionieren. Uns ist es auch sehr

wichtig, dass wir in einer begleitenden

Ausstellung den Unternehmen

unserer Region eine Bühne bieten.

Die Unternehmen sollen sich mit

ihrem beeindruckenden Innovationspotenzial

einem breiten Publikum

präsentieren können.

WirtschaftsKRAFT: Werden mit

dem Zukunftsforum bisherige

Formate wie die Regionalkonferenz

ersetzt?

Thost: Das Zukunftsforum ergänzt

die bestehenden Aktivitäten in der

Region. Strategisch ist es in die

anerkannte „Entwicklungsstrategie

Nordschwarzwald 2030“ eingebettet.

Wir verstehen das Zukunftsforum

als richtungsweisenden Baustein,

um die Region und unsere

Unternehmen auf Dauer herausragend

zu positionieren.

WirtschaftsKRAFT: Bleibt es bei

einer einmaligen Veranstaltung?

Thost: Das Zukunftsforum als

dauerhafte Veranstaltung zu etablieren

ist eine große Chance für die

Region. Auch an Themen für zukünftige

Zukunftsforen wird es uns

nicht mangeln. Die Vollversammlung

der IHK, von Freudenstadt bis

Mühlacker, hat sich überzeugend

für eine regelmäßige Veranstaltung

ausgesprochen. Zunächst gilt es

aber, im Juni 2017 ein erstes Ausrufezeichen

für den Nordschwarzwald

zu setzen.

WirtschaftsKRAFT: Herr Thost, wann

wird das komplette Programm des

Zukunftsforums abrufbar sein?

Thost: Das Programm steht bereits

und erhält gerade den letzten Feinschliff.

Aktuelle Informationen rund

um das Zukunftsforum können Sie

im Internet auf der entsprechenden

Webseite einsehen. Anfang 2017

werden wir dann die offiziellen Einladungen

versenden und die Anmeldung

für die Veranstaltung freischalten.

Die Web-Adresse:

www.zukunftsforum2030.de

Professor Richard David Precht (links), Deutschlands bekanntester Publizist und Philosoph,

hat seine Teilnahme am Zukunftsforum in Pforzheim zugesagt, hier bei einer TV-Aufzeichnung

mit dem Hirnforscher Gerald Hüther. Foto: Cristian Pirjol/ZDF

Burkhard Thost, IHK-Präsident

Foto: Marks GmbH

Zur Person

Burkhard Thost ist seit 2007

Präsident der IHK Nordschwarzwald.

1948 in Lübbecke in Westfalen

geboren, schloss er an der

damaligen Universität Karlsruhe

(heute KIT) sein Studium als Diplom-Wirtschaftsingenieur

ab.

Er ist mit Renate Thost-Stetzler

verheiratet, zur Familie gehören

drei erwachsene Kinder. 1987

gründete er die THOST Projektmanagement

für Bauten und Anlagen

GmbH, Pforzheim. Zwischen

2010 und 2014 war er Vizepräsident

des Baden-Württembergischen

IHK-Tags, seit 2012

ist er Präsidialrat der Deutsch-

Russischen Außenhandelskammer

und seit 2015 Mitglied im

Vorstand des Deutschen Industrie-

und Handelskammertags

DIHK. Das Unternehmen THOST

Projektmanagement steuert und

koordiniert komplexe Bau- und

Anlagenprojekte (Verkehr, Energie,

Logistik, Petrochemie) im

In- und Ausland. Desweiteren

gehören zu den Leistungen Vertragsmanagement

und Strategieberatung.

Beschäftigt sind rund

300 Mitarbeiter, vornehmlich Diplom-Ingenieure,

in Pforzheim,

Berlin, München, Köln und Duisburg,

UAE (Vereinigte Arabische

Emirate), Russland, Schweiz, Indien

und an anderen internationalen

Projektstandorten. Auftraggeber

sind langjährige Partner

aus Industrie, Handel und

Verwaltung. www.thost.de wk

INTERVIEW

32


Skytron drückt digital

aufs Tempo

Auch im ländlichen Raum und ohne Glasfaseranschluss

ist Highspeed-Internet für

Unternehmen und Privathaushalte möglich

Highspeed-Internet ganz ohne Glasfaserkabel

ist keine Vision. Skytron

macht Schluss mit dem Surfen im

Schneckentempo. Insbesondere Firmen

an Standorten im ländlichen

Raum, die von herkömmlichen Anbietern

nicht ausreichend versorgt

werden, bekommen ein individuell

zugeschnittenes und umfangreiches

Service-Paket von dem Karlsbader

Unternehmen. Immerhin kann die

unzureichende digitale Verbindung

ein existenzbedrohlicher Wettbewerbsnachteil

sein. Zum einen müssen

immer größere Unternehmensdaten

in immer schnellerem Tempo

digital verschickt oder empfangen

werden. Zum anderen sind die be-

gehrten Fachkräfte nur an einen

Standort zu bekommen, wenn deren

Familien zu Hause einen ausreichenden

Internet-Anschluss vorfinden.

„Wer zu uns wechselt, kann auch

in Regionen ohne Glasfaser von

der Online-Power profitieren“, sagt

Skytron-Geschäftsführer Frank-

Thomas Hück.

Wie ist das möglich? Eine innovative

Antennenanlage ermögliche

das beschleunigte Surfen. Mehr

noch: Telefonie sei in Glasfaserqualität

zu bekommen und Filme

aus dem Internet-TV könnten ohne

Wartezeit, ruckelfrei und in HD-

Qualität gestreamt werden, macht

der Geschäftsführer deutlich.

Besonders interessant für Business-

Kunden: Die Skytron-Technologie

könne mehrere Firmen-Gebäude

und Unternehmensstandorte sicher

miteinander verbinden. Und auch

für Kommunen sei der Highspeed-

Anschluss möglich – ohne dass Gräben

aufgerissen und Kabel verlegt

werden müssen. „Wir können ganze

Städte mit schnellem Internet versorgen“,

sagt Hück. Selbst an Standorten,

an denen über Kabel kein Signal

oder nur ein geringes Signal

ankomme, könne die Skytron-Technologie

digital aufs Tempo drücken.

Einer der Referenzorte ist Pforzheim.

Als erste Großstadt in Deutschland

ist dort der freie WLAN-Zugang

im öffentlichen Raum geschaffen

worden – und zwar mit

Skytron-Technologie. gel

SKYTRON Communications

GmbH & Co. KG

Im Hinteracker 6-10

D-76307 Karlsbad

Tel. +49 7248 45 28-10

Fax +49 7248 45 28-99

info@skytron.de

www.skytron.de

PORTRÄT

WirtschaftsKRAFT 33


Landkreis Calw

Schusssicher und souverän

auf jeder Piste

Für Snowboards des Start-Ups Steinboc

werden nur die besten Materialien verwendet –

Entwickelt im Nordschwarzwald und produziert

in Österreich

Von Gerd Lache

Die Vision war von Anfang an klar:

„Wir wollen aus technischer Sicht

das beste Snowboard der Welt

bauen.“ Was 2011 als Idee begonnen

hatte, ist seit der Wintersaison

2015/2016 ein marktreifes Produkt

mit Eigenschaften wie diesen: unglaublich

leicht, extrem einfache

Kurvenfahrt und höchste Wendigkeit,

unkomplizierte Fahrt im Tiefschnee

sowie blitzschnelle und präzise

Reaktion. Und: Es ist dünner

als andere Boards.

„Wir haben nur beste Materialien

verbaut“, sagt Daniel Kugele. Während

viele andere Boardhersteller in

Asien produzieren ließen, würden

die in einer Schreinerei in Schömberg

(Landkreis Calw) entwickelten

Steinboc-Modelle von einem österreichischen

Partner in Serie gefertigt.

Positive Umsatz- und Gewinnzahlen

seien noch kein Thema. Die

GmbH befindet sich in der Aufbauund

Investitionsphase. Ohnehin hätten

sich die insgesamt sieben Gesellschafter

vor allem aus großer

Leidenschaft und Idealismus an dem

Das Steinboc-Kernteam mit (von links) Andreas Wundersee, Alex Schulz, Sascha Groetzki,

Thomas Kugele, Daniel Kugele und Jonathan Bühler. Foto: Steinboc

Projekt „Snowboard“ beteiligt. Unter

ihnen sind Berufe wie Archäologe,

Maschinenbauer, Mediziner

und Designer. „Da steckt viel von

unserem Herzblut drin. Vornehmliches

Ziel war es zunächst nicht,

Geld zu verdienen“, sagt Kugele

und fügt hinzu: „Wir wollen in

kleinen Schritten wachsen.“ Geschäftsführer

sind Alexander Rissel

und Jonathan Bühler.

Wie kam Daniel Kugele überhaupt

dazu, im Nordschwarzwald ein Unternehmen

zur Produktion eines

derartigen Wintersportgeräts zu

gründen? Der Impuls kam in den

USA: Bei einem Praktikum in den

Rocky Mountains lernte er einen

Amerikaner kennen, der sich in der

Garage spezielle Skier baute. Das

gab schließlich den Impuls für den

Schömberger, zu Hause ein Snowboard

zu entwickeln.

Die Begeisterung für Wintersport

und Berge war ohnehin vorhanden.

Hinzu kam das Maschinenbaustudium

am KIT in Karlsruhe,

bei dem sich Kugele unter anderem

mit sogenannten Faserverbundwerkstoffen

befasste – dabei geht’s

beispielsweise um hochfeste und

gleichzeitig leichte Werkstoffe mit

überragenden Eigenschaften. Inzwischen

promoviert der Jungunternehmer

auf diesem Gebiet. Ideale

Voraussetzungen also, um als Entwickler

ein Edelbrett zu gestalten,

das auf jeder Piste dieser Welt souverän

gesteuert werden kann.

So sind in die Steinboc-Modelle

unter anderem Aramide eingearbeitet.

Eine Kunststoff-Art, die

auch für schusssichere Westen verwendet

wird. Die Fasern zeichnen

sich durch hohe Festigkeit, Schlagzähigkeit

und Bruchdehnung sowie

durch gute Schwingungsdämpfung

aus. Des Weiteren werden spezielle

34


START UP

Fasern der Steinboc-Modelle zeichnen sich durch hohe Festigkeit, Schlagzähigkeit und gute Schwingungsdämpfung aus.

Foto: Philipp Nusser / Steinboc

Mischungen aus Glas- und Kohlestofffasern

verwendet. Die Steinboc-Produkte

profitieren von diesem

Materialmix. Lange haben die

Entwickler übrigens probiert, bis

sie das optimale Leichtbauholz für

ihr Board gefunden haben. Details

dazu? „Das ist unser Geheimnis.“

Die Preise für ein Steinboc-Modell

sind entsprechend der hochwertigen

Materialien nicht im Schnäppchen-

Segment zu finden. Das will Kugele

auch nicht, denn billig könne jeder.

Dennoch gibt es auch bei Steinboc

attraktiv erscheinende Rabatt-

Angebote, wie ein Blick in den Online-Shop

zeigt. Wer nicht gleich

kaufen will, kann testen: Der Verleihservice

stellt Boards für die

Dauer zwischen einem Tag und einer

Woche zur Verfügung.

Beim Vertrieb geben die Schömberger

Jungunternehmer schon seit einiger

Zeit kräftig Gas. „Wir nutzen

Deutsch-österreichische Wertarbeit: Steinboc-Snowboards genügen höchsten Ansprüchen für

die Fahrt auf unterschiedlichen Pisten und bei allen Schneeverhältnissen. Foto: Steinboc

beide Absatzkanäle, sowohl online

wie auch stationär“, sagt Kugele.

Bisher sind es mehr als zehn deutsche

Händler, die die Modelle führen.

Aber „das Netz wird jetzt weiter

ausgebaut“. Aktuell stehen die

Märkte in Deutschland und Österreich

im Fokus. Nahziel sei eine Erweiterung

in die Schweiz. Wenn’s

positiv verlaufe, könnten auch weitere

Wintersportregionen in Europa

und darüber hinaus auf die Vertriebsliste

kommen.

Neben dem Kernprodukt können

Steinboc-Fans auch T-Shirts, Pullis

und Boardtaschen mit dem Markenlogo

erwerben. Jeweils im Vorfeld

der Wintersaison wird die Marketingmaschinerie

kräftig vorangetrieben:

„Unsere Angebote zum Probefahren

in diversen Skigebieten

kommen gut an“, sagt Kugele. Auf

der Liste der Wochenend-Test-Stationen

stehen unter anderem Orte wie

Oberstdorf, Kaunatal, Sölden und

Montafon. Und selbstverständlich

können sich Interessenten die Edel-

Snowboards von Steinboc auch

im Schwarzwald auf dem Feldberg

unter die Stiefel schnallen.

www.steinboc.com

WirtschaftsKRAFT 35


Stadt Pforzheim

Seltene Spezies

IT-Fachkräfte sind bei den Unternehmen

der Branche sehr begehrt

Foto: Ole Spata

36


IT als Job-Motor

BITKOM-Vizepräsident Ulrich Dietz prognostiziert für

die Informations- und Telekommunikationsbranche

deutliches Umsatzplus – Software als Wachstumstreiber

„Es geht längst nicht

mehr nur darum, das

Internet als Kommunikationskanal

einzusetzen, sondern

mit seiner Hilfe völlig neue

digitale Geschäftsmodelle

zu entwickeln.“

Ulrich Dietz,

Vizepräsident BITKOM e. V.

MEDIEN-IT-CLUSTER

Von Gerd Lache

Die Region Pforzheim gilt als

Standort führender IT-orientierter

Unternehmen. Nicht wenige zählen

durch ihre Kompetenz und Innovationskraft

zur Weltspitze. Mehrere

von ihnen haben sich vor einigen

Jahren zur Medien-/IT-Initiative

zusammengeschlossen. Ihr Motto:

Wir l(i)eben IT. Ihr Ziel: die Region

als IT-Standort stärken. Inzwischen

hat die Stadt Pforzheim das

Projekt aufgegriffen und unter ihrem

Eigenbetrieb WSP (Wirtschaft

und Stadtmarketing Pforzheim) das

Cluster „Netzwerk IT + Medien“

und hierfür eine zusätzliche Personalstelle

geschaffen.

Insgesamt entwickelt sich die Branche

positiv gegen den Trend, beschreibt

der gebürtige Pforzheimer

Ulrich Dietz. Die Lage der Informations-

und Telekommunikationsbranche

(ITK) im Jahr 2016 sieht so

aus: kräftige Umsatzsteigerungen,

Software als Wachstumstreiber und

erneut rund 20 000 neue Arbeitsplätze.

Dietz, Vorstandsvorsitzender

des Stuttgarter Softwaredienstleisters

GFT AG, ist Vizepräsident

des BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft,

Telekommunikation

und Neue Medien) mit Sitz

in Berlin.

Der eingetragene Verein hat einen

eigenen, branchenspezifischen Index.

Berechnet wird er aus den Umsatzerwartungen

der Unternehmen.

Dieser stieg Dietz zufolge auf 77

Punkte. „Diese positive Entwicklung

widerspricht dem Trend von anderen

Indikatoren wie dem ifo-Index,

der die Konjunkturerwartungen der

Gesamtwirtschaft abbildet“, sagt der

Verbandsvize. Die ITK-Unternehmen

profitieren demnach „von der Digitalisierung

der Wirtschaft, die inzwischen

alle Branchen erfasst hat“.

Die Folge: Geschäftsmodelle veränderten

sich in allen Bereichen.

Indes gebe es insbesondere bei den

kleinen und mittleren Unternehmen

(KMU) noch erheblichen Nachholbedarf

auf dem Weg zu Digitalisierung.

Dietz: „Längst nicht jedes

Unternehmen und nicht jeder Mittelständler

hat die großen Chancen

der Digitalisierung erkannt. Nach

dem sogenannten „Digital Office

Index“ von BITKOM haben lediglich

52 Prozent der Unternehmen

mit 100 bis 500 Beschäftigten eine

Strategie, wie sie ihre Geschäftsprozesse

digitalisieren wollen. Unter

den kleinen Firmen mit weniger

als 100 Beschäftigten sind es nur 36

Prozent. „Viele Unternehmen haben

noch großen Nachholbedarf“,

sagt der Verbandsvize.

Deshalb hat BITKOM Ende Oktober

eine Mittelstandstour quer durch

Deutschland gestartet. Motto: „In

zehn Schritten Digital.“ Dietz:

„Wir geben einen Überblick über

die globalen Veränderungen durch

die Digitalisierung. Im Mittelpunkt

stehen konkrete Handlungsempfehlungen

für das jeweilige Unternehmen.“

Derweil bleibt der deutsche ITK-

Markt 2016 auf Wachstumskurs.

Laut einer Erhebung im März hat

die Branche für das laufende Jahr

ein Umsatzwachstum von 1,7 Prozent

auf 160 Milliarden Euro prognostiziert.

Allerdings gibt es deutliche

Unterschiede in den Segmenten.

Während das Geschäft mit TK-

Endgeräten zurückgeht und TK-

Dienste stagnieren, setzt sich der

Softwarebereich mit einem Plus von

sechs Prozent nach oben ab und

rangiert deutlich über dem gesamtwirtschaftlichen

Wachstum. Auch

bei der Telekommunikationsinfrastruktur

und bei IT-Dienstleistungen

ist der Anstieg stärker als das

Wachstum der Gesamtwirtschaft.

Erfreuliche Folge dieser Entwicklung:

„Auch in diesem Jahr kommen

wieder 20000 neue Arbeitsplätze

hinzu“, sagt Dietz. Getragen

wird dieses Wachstum insbesondere

von den Softwareunternehmen.

WirtschaftsKRAFT 37


Stadt Pforzheim

„Schon seit Jahren sehen wir einen

Anstieg der Beschäftigung.“

Dieser werde sich fortsetzen. Mit

etwa einer Million Beschäftigten ist

die ITK-Branche laut BITKOM der

zweitgrößte industrielle Arbeitgeber

in Deutschland.

Die Schattenseite dieser Entwicklung:

„Die Suche nach IT-Experten

wird immer schwieriger.“ Rund zwei

Drittel der Unternehmen geben laut

BITKOM an, dass die Fachkräftesituation

die eigene Geschäftsentwicklung

behindere. Dietz: „Der

Fachkräftemangel bleibt damit die

größte Sorge der Branche, deutlich

vor Themen wie Finanzierungsbedingungen

oder Binnen- und Exportnachfrage.“

Die Mitgliedsunternehmen

des Medien-IT-Cluster

Pforzheim begegnen dieser Situation

mit verstärkten Ausbildungsangeboten,

um Nachwuchs aus den

eigenen Reihen aufzubauen. Dazu

gehören auch Angebote wie

Schnupper-Praktika oder die Unterstützung

bei Abschlussarbeiten von

Studenten.

www.bitkom.org

Mit fast einer Million Beschäftigten ist die ITK-Branche der zweitgrößte industrielle

Arbeitgeber in Deutschland, knapp hinter dem Maschinenbau. Foto: Nicolas Armer

MEDIEN-IT-CLUSTER

Zur Person

Foto: Doris Löffler

Ulrich Dietz, 1958 in Pforzheim geboren,

ist Vorstandsvorsitzender der

GFT Technologies AG (Stuttgart).

Das Unternehmen entwickelt IT-Lösungen

für den Finanzsektor in den

Segmenten Retail Banking, Investment

Banking, private Vermögensverwaltung

und Versicherungen.

Nach dem Abschluss einer Ausbildung

zum Maschinenbauer absolvierte

Dietz ein Studium der Fachrichtungen

Maschinenbau und Product

Engineering an den Fachhochschulen

Reutlingen und Furtwangen

mit dem Abschluss Diplom-Ingenieur.

Die GFT (Gesellschaft für Technologietransfer)

wurde 1987 von

Professor Michael Schönemann gegründet.

Ulrich Dietz war seit der

Gründung Geschäftsführer. Er übernahm

1989 zunächst 75 Prozent,

1991 schließlich 100 Prozent der

Anteile. Seit 1998 ist Dietz Vorstandsvorsitzender

der GFT Technologies

AG. Er brachte das Unternehmen

1999 an die Börse. Unter

seiner Führung zählt GFT heute rund

4500 Mitarbeiter in zwölf Ländern.

Dietz ist Initiator von „Code-n“, einem

internationalen Start-up-Event

der Branche, das lange Zeit ein

Aushängeschild der Cebit in Hannover

war. Erstmals fand es 2016

in Karlsruhe statt. Der Grund laut

Dietz: Für ein Innovationsfestival

dieser Art gebe es keinen besseren

Standort als Baden-Württemberg.

Seit 2003 ist Dietz im Präsidium

des Bundesverbandes Informationswirtschaft,

Telekommunikation

und neue Medien e.V. (BITKOM). Er

ist Vize-Präsident des Verbandes.

Schwerpunkt des BITKOM-Präsidiums:

Förderung und Ausbau der

internationalen Beziehungen in der

deutschen ITK-Branche. Zudem ist

Dietz Mitglied der Arbeitsgruppe

„Digitale Wirtschaft in Deutschland“

des Nationalen IT-Gipfels der

Bundesregierung. BITKOM ist fachlicher

Träger der Messe IT & Business

in Stuttgart.

www.gft.com

38


METALLE SIND

UNSERE WELT

www.g-rau.de

G.RAU GmbH & Co. KG ist ein weltweit agierendes, mittelständisches Unternehmen der metallverarbeitenden

Industrie und spezialisiert auf dem Gebiet der Halbzeugfertigung aus Edelmetallen, Sonderlegierungen und

Verbundwerkstoffen sowie der Herstellung von Teilen und Baugruppen.

Mit über 570 Mitarbeitern werden in drei Werken in Pforzheim, einer Niederlassung in den USA und einem Standort

in Costa Rica Produkte entwickelt, produziert und vertrieben. Ebenfalls zur G.RAU-Unternehmensgruppe

gehören die beiden in Pforzheim ansässigen Unternehmen EUROFLEX GmbH und ADMEDES Schuessler

GmbH. Beide Unternehmen sind Weltmarktführer in Teilbereichen der Medizintechnik.

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Landkreis Enzkreis

Gießerei Casper und

Felss-Gruppe als Digital-Pioniere

ausgezeichnet

Das Land Baden-Württemberg will die

deutsche Leitführerschaft in Industrie 4.0 erobern –

Firmen aus dem Nordschwarzwald ziehen mit

Von Gerd Lache

Die Ziele der Landesregierung sind

ambitioniert: Sie will Baden-Württemberg

als Leitanbieter für Industrie

4.0 etablieren, den kleinen und

mittleren Unternehmen Orientierung

für eigene Wege zur Industrie

4.0 geben, die Vernetzung der beteiligten

Branchen und Technologiefelder

stärken, die Beschäftigten

und die nachwachsende Generation

auf ein sich veränderndes Aufgabenspektrum

vorbereiten, sich um

den Know-how-Schutz und die Sicherheit

und Vertraulichkeit von

Daten kümmern sowie die Sichtbarkeit

des Landes als Zentrum

für Industrie 4.0-Angebote erhöhen.

Eine Allianz mit Partnern wie

Hochschulen, Forschungseinrichtungen,

Gewerkschaften, Banken

sowie Verbänden und Netzwerken

unterstützt das Vorhaben.

Bauteile werden bei der Gießerei Casper eingescannt und hernach automatisch vom

System durch alle Bearbeitungsstufen geleitet, die der Kunde via Internet abrufen kann.

Foto: Casper

Eine der Aktionen im Rahmen dieser

groß angelegten Initiative ist

der Wettbewerb „100 Orte für Industrie

4.0 in Baden-Württemberg“.

Damit zeichnet das Land Baden-

Württemberg zukunftsorientierte

Projekte für die Digitalisierung der

Wertschöpfung in der Industrie aus.

Der Wettbewerb richtet sich der

Ausschreibung zufolge in erster Linie

an Unternehmen als Ausrüster

und Anwender innovativer Lösungen.

Kleine und mittelständische

Unternehmen in Baden-Württemberg

sind im besonderen Fokus des

Wettbewerbs.

Im zweiten Jahr in Folge hat ein

Unternehmen aus der Region Nordschwarzwald

eine Auszeichnung erhalten.

2015 überzeugte die Felss-

Gruppe aus Königsbach-Stein mit

ihrem Konzept, bei dem die Schnittstellen

des umformtechnischen Maschinenbaus

zur Industrie 4.0 liegen.

Felss habe die Schwerpunkte

auf eine durchgängige Datenanbindung,

die Beherrschung von

Komplexität und einen effizienten

Umgang mit Ressourcen gelegt. Die

Jury prämierte Felss beispielsweise

für ein neuartiges Datenerfassungsund

Kommunikationssystem (DEKS).

Es ermögliche eine durchgängige

Erfassung von Bauteilen und die

Vernetzung von Prozessparametern

in einer Daten-Cloud. Hierbei wird

40


Mir gefällt …

INDUSTRIE 4.0

Klaus Müller, Geschäftsführer,

Leicht+Müller Stanztechnik

Remchingen. Foto: IWS

Spitzenfrau aus der Region: Christine Kienhöfer ist Präsidentin der Felss Holding GmbH,

die 2015 im Wettbewerb „100 Orte“ gewonnen hat.

2013 erhielt Kienhöfer die Wirtschaftsmedaille. Foto: Felss

ein Bauteil vor seiner Bearbeitung

eingescannt und dann automatisch

vom System durch alle Bearbeitungsstufen

geleitet.

Bereits 2013 erhielt Christine

Kienhöfer, Präsidentin der Felss

Holding GmbH, bei einer Festveranstaltung

im Neuen Schloss in

Stuttgart für ihre herausragenden

beruflichen und unternehmerischen

Leistungen und zum Dank für besondere

Verdienste um die badenwürttembergische

Wirtschaft die

Wirtschaftsmedaille verliehen.

In der Runde 2016 hat die Karl

Casper GmbH & Co. KG aus Remchingen

für ihre durchgängigen

Vernetzungslösungen in einer Gießerei

den Preis von Wirtschaftsministerin

Nicole Hoffmeister-Kraut

(CDU) entgegengenommen. Gegründet

wurde Karl Casper Guss

1877 in Pforzheim. Heute wird das

Familienunternehmen mit rund 90

Beschäftigten in fünfter Generation

von Felix Casper geführt. Zu

den Kunden der Gießerei zählen die

Marktführer im Werkzeugmaschinenbau,

im Sondermaschinenbau

sowie im Kunststoffspritzmaschinenbau.

Als einer der Pioniere der Digitalisierung

bietet „Casper 4.0“ den

Kunden via Internet einen eigenen

Kundenzugang, mit dem sie den

aktuellen Produktionsfortschritt

ihrer beauftragten Gussteile einsehen

können. Um eine hohe Produktionssicherheit

und Qualität zu

erreichen und um auf geänderte

Kundenanforderungen schnell reagieren

zu können, setzt das Remchinger

Unternehmen auf eine

durchgängige Industrie 4.0-Lösung.

Sie besteht aus drei Säulen.

Erstens: VISU (Vernetzung aller

betrieblichen Einrichtungen); zweitens:

ERP (Planung-/Steuerung

der Prozesse mit hundertprozentiger

Rückverfolgbarkeit); drittens:

EXTRANET (Zugang zu Fertigungsinformationen

für Kunden).

Die prämierten Unternehmen erhalten

eine Ehrenurkunde und eine

Glasplakette, die am Unternehmensstandort

angebracht werden

kann. Zudem werden die Preisträger

auf der Internetseite der Allianz

präsentiert.

Die Web-Adresse: www.i40-bw.de

Mit Sitz in Remchingen im Enzkreis

befindet sich unser Unternehmen

im nördlichen Bereich

am Rande des Nordschwarzwaldes.

Diese Region rund um

Pforzheim ist zu einem wahren

Zentrum der Präzisionstechnik

gewachsen. Besonders im

Sektor der Stanztechnik findet

man hier eine wohl einmalige

Dichte an kompetenten Werkzeugbauern

mit den dazugehörenden

Zuliefer- und Partnerfirmen.

Um den Stellenwert dieses

Standortes weiter zu verstärken,

ist die Messe „Stanztec“ die

seit 2009 im CongressCentrum

stattfindet, ein wichtiger Baustein

für das künftige Wachstum

der Branche. Den zunehmenden

Bedarf an Fachkräften

zu decken, ist dabei schlichtweg

die große Herausforderung.

Dazu wird die Ausbildung und

die Schulung von Nachwuchskräften

eine zentrale Rolle

spielen. Hierzu könnte den Anstrengungen

der Betriebe das

geplante Zentrum für Präzisionstechnik

(ZPT) auf dem Campus

der Hochschule Pforzheim,

eine nicht zu unterschätzende

Unterstützung bieten. Mit Sicht

auf den demographischen Wandel

gilt es darauf hinzuwirken,

dass künftige Generationen hier

einen attraktiven Arbeitsplatz

finden. Damit kann die lebensund

liebenswerte Region Nordschwarzwald

auch in Zukunft

als einer der begehrtesten Landstriche

in Deutschland gelten.

WirtschaftsKRAFT 41


Landkreis Enzkreis

Leidenschaft fürs Museale

Bei der Firma Kummer prägt Kunst,

wie hier die Dantes-Plastik „Natura“,

das gesamte Arbeitsumfeld

Foto: Peter Sonnabend

42


Die handwerkliche Qualität

muss stimmen

Kummer-Geschäftsführer wollen mit Kunst die

Gefühlswelt der Mitarbeiter positiv beeinflussen

Von Gerd Lache

Corporate Collections ist kein neumodischer

Begriff. Schon Anfang

des 20. Jahrhunderts entstand die

Idee, Kunst in Unternehmen einzubinden.

Die Ziele sind vielfältig:

als Darstellung der Firmenphilosophie,

um Botschaften zu vermitteln,

als Marketinginstrument, als Geldanlage

(Stichwort: Wand-Aktie) und

nicht zuletzt um Kunden ein beeindruckendes

Ambiente zu bieten. Der

Chemiekonzern Bayer brachte bereits

1912 diesen Trend aus den USA

nach Deutschland. Seither sind es

nicht nur die Großen und Bekannten

der Wirtschaft – vom Automobilhersteller

über den Versicherungskonzern

bis hin zum international

agierenden Bankhaus –, die

sich als Mäzene betätigen, die beeindruckende

Sammlungen anhäufen

und Kunst in all ihren Facetten

fördern.

Bei der Firma Kummer in Ötisheim

(Enzkreis) mit insgesamt rund 250

Beschäftigten hängen, stehen und

liegen mehr als 100 Exponate –

nicht nur repräsentativ für Besucher

in den Empfangsräumen, sondern

auf Fluren, in der Produktion sowie

auf Dächern und auf dem Gelände

des Betriebs. Das Unternehmen ist

Komplettanbieter von Werkzeug-,

Stanz-, Kunststoff- und Montagetechnik.

Die Kunden: namhafte

Firmen der Elektro-, Automobilund

Luftfahrtindustrie.

Wolfgang und Jens Hofmann, geschäftsführende

Gesellschafter der

Kummer GmbH & Co. KG., wollen

sich trotz ihres ungewöhnlich

hohen musealen Engagements nicht

in den Trend der Konzerne einreihen.

Sie finden schlicht Gefallen an

handwerklich gut gemachter Kunst,

sie bevorzugen Künstler ihrer Region

und sie wollen ihren Beschäftigten

ein Umfeld bieten, das mehr

darstellt als einen schlichten Arbeitsplatz.

Im Interview erzählt der

Senior des Unternehmens, Wolfgang

Hofmann, wie er – und später

sein Sohn Jens – zur Kunstbegeisterung

kam und warum er den

Pforzheimer René Dantes für einen

hochbegabten Künstler hält.

WirtschaftsKRAFT: Herr Kummer,

Kunst im Unternehmen – was bedeutet

das für Sie und wie kamen

Sie dazu?

Wolfgang Hofmann: Ich habe vor

längerer Zeit einen Kunden besucht

und musste im Empfangsraum warten.

Dort hingen zahlreiche Produkt-Bilder

an der Wand. Das sah

blöd aus, das hatte einfach nichts.

Dann erinnerte ich mich, dass es in

unserem Unternehmen nicht anders

aussah. Noch am selben Tag nahm

ich nach der Rückkehr alles von den

Wänden. Meine Vorstellung war:

Wenn wieder etwas aufgehängt

wird, dann sollte es richtige Kunst

sein. Und so ging es los. Später hat

sich mein Sohn, der seit 1996 als

Geschäftsführender Gesellschafter

im Unternehmen tätig ist und seit

2008 das operative Geschäft alleine

macht, von meiner Begeisterung

anstecken lassen.

WirtschaftsKRAFT: Was verstehen

Sie unter richtiger Kunst?

„Die Firma

Kummer in Ötisheim

steht für Präzision und

Innovation. Auch für mich als

Künstler ist es ein Bestreben,

bildhauerische Gedanken in

einem Höchstmaß an Qualität

umzusetzen.“

René Dantes

Hofmann: Im Vordergrund steht: Es

muss uns gefallen. Oder der Künstler

als Mensch ist interessant. Diese

beiden Kriterien sind uns wichtig.

Außerdem muss die handwerkliche

Qualität stimmen. Kummer stellt

Qualität her. Und das muss auch die

Kunst ausweisen. Sie ist handwerkliches

Können.

WirtschaftsKRAFT: Was für Exponate

haben Sie im Unternehmen?

Hofmann: Als ich begonnen habe,

mich mit Kunst zu beschäftigen, da

ging es vor allem um Bilder und

Grafiken, die wir aufgehängt haben.

Regionale Künstler erhielten den

Vorzug. Irgendwann ging es dann

weg von der Wand, ich interessierte

mich auch für Plastiken und lernte

Künstler wie René Dantes kennen.

WirtschaftsKRAFT: Was ist das

Besondere an Dantes?

Hofmann: Er ist hervorragend kreativ.

Er hat alle Qualitäten. Bei vielen

Künstlern, die uns nicht gefallen,

ist das Handwerkliche nicht in

Ordnung. Wir sind keine Kunstverständigen,

wir sind keine Historiker,

wir sind ganz normale Leute und

haben Gefallen an der Kunst gefunden,

aber nur an einer Kunst, die in

ihrer Qualität aussagefähig ist. Und

genau dafür steht René Dantes. Wir

haben ein Büchlein drucken lassen,

dort steht unter anderem über seine

Werke: ‚Diese Schönheit entsteht

durch die pedantische Genauigkeit,

mit der René Dantes seine Kunstwerke

erschafft. Auf den Millimeter

genau stimmen hier die Radien, Linien

und Formen. Fast möchte man

sagen, es ist Formenbau in seiner

schönsten Ausprägung‘.

WirtschaftsKRAFT: Wie viele Exponate

haben Sie inzwischen erworben?

Hofmann: Das kann ich nicht sagen.

Von Drucken bis zu Großplastiken

KUNST IN UNTERNEHMEN

WirtschaftsKRAFT 43


Landkreis Enzkreis

sind es schätzungsweise mehr als

100 Exponate. Aber die Anzahl ist

unwichtig. Wir erheben auch keinen

Anspruch, eine Kunstsammlung

zu haben. Für uns ist das ein

Zusammentragen von Kunst als

Sammelsurium. Und das ist für

mich beileibe kein Schimpfwort.

WirtschaftsKRAFT: Was ist Ihre

Intention?

Hofmann: Einerseits macht es uns

riesigen Spaß. Andererseits hoffen

wir, mit der Kunst gelegentlich die

Gefühlswelt der Mitarbeiter positiv

beeinflussen zu können. Sie sollen

sehen, dass ihre Arbeitswelt mehr

bieten kann als nur die Arbeit.

Viele werden das gar nicht bewusst

spüren.

WirtschaftsKRAFT: Sehen Sie sich

als Mäzen?

Hofmann: Genau das wollen wir

nicht. Bräuchte ein Künstler, der

mit seinen Werken unseren Vorstellungen

entspricht, Unterstützung,

dann würden wir ihm sicher helfen.

Wenn Sie das unter Mäzenatentum

meinen, ja. Aber das ist nicht unser

Antrieb. Wir haben im Übrigen

Jens (links) und Wolfgang Hofmann, Geschäftsführer der Firma Kummer, haben tagtäglich

große Freude an ihren Exponaten, wie beispielsweise an der Dantes-Plastik „Calla“.

Foto: Doris Löffler

durchweg Künstler, die wir persönlich

sehr schätzen. Wie einen René

Dantes beispielsweise. Er sagt klipp

und klar: 70 Prozent der Kunst ist

die Begabung eines Künstlers. Die

restlichen 30 Prozent kann man

sich durch üben, lernen und studieren

aneignen. Und gerade bei René

Dantes bewahrheitet sich das ganz

extrem. Wir haben von ihm unter

anderem eine Plastik mit 6 Metern

Höhe. Er kann aber genauso ein Öl-

gemälde in der Kunst der alten Malerei

herstellen. Privat hat er meine

Enkel als Bleistiftzeichnung gemalt.

Ein Traum. Und dann schaue ich

eine Plastik von ihm an und frage

mich, wie passt denn das zusammen?

Diese Vielfalt seiner Talente,

das ist das große Faszinierende für

mich. Jeder Entwurf für eine Plastik,

den er zu Papier bringt, der ist

für sich genommen wiederum ein

Kunstwerk.

KUNST IN UNTERNEHMEN

44


Die Welt des René Dantes

In Pforzheim hat sich der international anerkannte

Künstler ein beeindruckendes Refugium geschaffen

Foto: Peter Sonnabend

PORTRÄT

Foto: Winfried Reinhardt

Werke schätzen und andererseits

Wert legen auf gesellschaftliches

Engagement unter dem Schlagwort

Corporate Cultural Responsibility.

Dabei führt der Pforzheimer auch

Auftragsarbeiten durch. Im Dialog

mit dem Unternehmen können so

Exponate entstehen, die beispielsweise

eine bestimmte Firmenphilosophie

vermitteln oder das Image

des Unternehmens in die Öffentlichkeit

tragen, die sozusagen eine

musische Visitenkarte darstellen.

Dantes sagt: „Künstler und Kunde

müssen sich in dem Werk wiederfinden.“

Aufträge bekommt er aus

allen Teilen der Welt, etwa China

und USA.

In Pforzheim hat sich der Künstler

ein beeindruckendes Refugium geschaffen,

in dem er seinem schöpferischen

Drang Ausdruck geben

kann. Ein ehemaliges Dampfkessel-

haus in Sandsteinbauweise, das

über viele Jahre hinweg ein innerstädtisches

Schattendasein führte

und dem Verfall preisgegeben war,

hat es dem Künstler angetan. In

fast zweijähriger Umbauarbeit entstand

ein Atelier mit besonderer

Ausstrahlung. Dantes beschrieb es

einmal als „Melange aus künstlerischem

Arbeitsprozess, Präsentation

und Gastlichkeit“. Es sei, heißt

es im Pforzheimer Kunstatlas, „eine

Art Raum gewordenes Portrait des

Künstlers. Es ist die Welt des René

Dantes.“

Kontakt:

Ehemaliges Dampfkesselhaus

Mobil: 0173.8037172

dantes@rene-dantes.de

www.rene-dantes.de

„Kunst ist eine Sprache außerhalb

der Worte“, sagt René Dantes. Seine

Kunst „ist einer inneren Stimme

gehorchend“, so der Künstler, der

1962 in Pforzheim geboren wurde.

Dantes studierte Malerei an der

Akademie der Bildenden Künste in

Wien und Bildhauerei an der École

des Beaux Arts in Paris. Mehrfach

wurde er mit Kunstpreisen ausgezeichnet.

Seine Werke befinden

sich international in vielen privaten

und öffentlichen Sammlungen.

Einige der Referenz-Städte für

Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen

sind New York,

Peking, Paris, Basel, Antwerpen,

Köln, München und Berlin.

Daneben befinden sich Dantes’

Kunstwerke unter anderem auch in

Unternehmen, die einerseits seine

Eine Melange aus künstlerischem Arbeitsprozess, Präsentation und Gastlichkeit –

so bezeichnet René Dantes sein Atelier in der Goldstadt. Foto: Winfried Reinhardt

WirtschaftsKRAFT 45


Systemedia

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46


Quelle: Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer e.V. (IFS)

Elektrizität als Brandursache

Sachkenntnis und Zuverlässigkeit

haben bei Karl Bürkle höchste Priorität

Die Ursachen von Bränden sind im

Vergleich mit vergangenen Jahren

sehr konstant. Der überwiegende

Teil der großen Brandschäden wird

durch eine ungenügende Organisation

des betrieblichen Brandschutzes,

das Versagen von Brandschutzeinrichtungen

und vor allem durch

mangelhafte Elektroinstallationen

verursacht.

Die gesetzlichen Vorschriften und

vertraglichen Vereinbarungen mit

dem Versicherer sind zu beachten.

Hierzu zählen insbesondere die „Revision

der elektrischen Licht- und

Kraftanlagen“ durch qualifizierte

Elektrosachverständige, die regelmäßige

Überprüfung der ortsveränderlichen

Geräte nach den „DGUV

Vorschrift 3“ oder auch die Bestellung

und Ausbildung eines „Brandschutzbeauftragten“.

Sehr häufig sind ortsveränderliche

Elektrogeräte und Mehrfachsteckdosenleisten,

welche einen Kurzschluss

haben, unsachgemäß angeschlossen

sind und/oder sich überhitzen,

die Ursache von Bränden.

Im Schadenfall gilt es den Vorwurf

der groben Fahrlässigkeit oder die

Vernachlässigung von Sorgfaltspflichten

zu entkräften.

Diese Risiken zu verringern ist oft

nur eine Frage der richtigen Gestaltung

und Organisation von dazugehörigen

Prozessen.

Die Geschäftsführung trägt die Verantwortung

und ihr obliegt die gesetzliche

Sorgfaltspflicht.

Wir machen uns mit Ihren Verwaltungs-,

Produktions- und Vertriebsprozessen

vertraut und besichtigen

Ihr Unternehmen gemeinsam mit

Brandschutzexperten. In der Analyse

zeigen wir Ihnen unsere Ideen

und Lösungen zur Realisierung

eines betrieblichen Risikomanagements.

Die Einhaltung der ausgesprochenen

Empfehlungen sowie

die generelle Beachtung des betrieblichen

Brandschutzes sind im

Schadenfall entlastend.

Das verstehen wir unter karlbürkle

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Bahnhofstr. 14

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Schritt für Schritt in eine

gemeinsame Zukunft

Liebe Leserin, lieber Leser,

Kompetenz, Zuverlässigkeit und Vertrauen - dafür steht das

Karl Bürkle Versicherungsmanagement seit vielen Jahren.

Bei allem was wir tun, stehen die Interessen unserer Mandanten

im Vordergrund. Als Versicherungsmakler sind wir

unabhängig und eigenständig.

In einer Zeit des Wandels und der Veränderung ist es wichtig,

mit Entwicklungen Schritt zu halten, sich den Herausforderungen

der modernen Welt zu stellen und eine vorausschauende

Geschäftspolitik zu betreiben. Daher können Sie von uns

jederzeit moderne und marktkonforme Versicherungslösungen

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WirtschaftsKRAFT 47


Region Nordschwarzwald

Heimat von Tüftlern,

Denkern und Visionären

Der neue WFG-Geschäftsführer Jochen Protzer

will den Nordschwarzwald

in die Top-Liga der Regionen pushen

Hat die Geschäftsführer-Stelle bei der

WFG mit ehrgeizigen Zielen angetreten:

Jochen Protzer. Foto: WFG

Von Gerd Lache

„Im Nordschwarzwald ergänzen

sich Wirtschaftskraft und Lebensqualität

hervorragend“, sagt Jochen

Protzer. Er ist der neue Geschäftsführer

für die Wirtschaftsförderung

der Region Nordschwarzwald. Sein

Ziel: Den Standort an die Spitze

des Landes zu hieven – als Topregion

der Präzisionstechnik und

der nachhaltigen Werkstoffe.

WirtschaftsKRAFT: Herr Protzer,

im April 2016 sind Sie als Geschäftsführer

der Wirtschaftsförderung

Nordschwarzwald GmbH

(WFG) angetreten. Sie haben diesen

Job als echt spannend bezeichnet.

Jochen Protzer: Die Aufgaben der

regionalen Wirtschaftsförderung

sind vielfältig – nach innen den

regionalen Zusammenhalt stärken,

nach außen das Profil der Region

im Wettbewerb anderer Regionen

schärfen und den Nordschwarzwald

bewerben. Durch meine langjährige

Tätigkeit sowohl in der Privatwirtschaft

als auch im öffentlichen

Bereich habe ich tiefe Einblicke

in beiden Seiten bekommen. Ich

kenne und verstehe die Probleme

an den Schnittstellen sehr gut und

verstehe mich deshalb selbst ein

Stück weit als gesamtregionaler

Vermittler zwischen der Wirtschaft,

den Behörden und Institutionen,

um Interessen zu bündeln und die

gesamtregionale Schlagkraft zu erhöhen.

WirtschaftsKRAFT: Sie sind seit

der Gründung der WFG vor rund

20 Jahren der nunmehr zehnte

Geschäftsführer. Haben Sie überhaupt

noch die Möglichkeit, eigene

Duftmarken zu setzen?

Protzer: Klar. Das hat grundsätzlich

jeder Geschäftsführer. Ein

Spezifikum des Nordschwarzwalds

sind seine gewachsenen und sehr

heterogenen Strukturen. Es braucht

deshalb Zeit, alle Akteure einzubinden

und eine Vertrauensbasis zu

schaffen. Diese Zeit werde ich mir

nehmen.

WirtschaftsKRAFT: Für was braucht

es überhaupt eine regionale Wirtschaftsförderung?

Protzer: Städte und Gemeinden haben

im nationalen oder internationalen

Kontext nur dann eine Chance,

wenn sie als Region auftreten.

Nur Regionen sind groß genug, um

im gesamteuropäischen Kontext

noch wahrgenommen zu werden.

Dies gilt insbesondere bei Förderkulissen,

also Beantragung und Gewährung

von Fördermitteln, aber

auch für die Vertretung regionaler

Interessen gegenüber dem Land Baden-Württemberg

und dem Bund.

WirtschaftsKRAFT: Kommen Sie

den kommunalen Wirtschaftsförderern,

die jede Stadt oder Gemeinde

hat, dabei nicht in die

Quere?

Protzer: Regionale Wirtschaftsförderung

beginnt dort, wo das Engagement

der einzelnen 70 Kommunen

sowie Stadt- und Landkreise

der Region endet oder ein gemeinsames

regionales Vorgehen erfolgversprechender

ist. Im globalen

Wettbewerb um Unternehmen, Investitionen,

Fördergelder und Fachkräfte

gewinnt der regionale Schulterschluss

immer mehr an Bedeutung.

Mit den Kernkompetenzen in

den Bereichen Standortmarketing,

Unternehmensnetzwerke, Fördermittelakquise

und der Fachkräftegewinnung

und -sicherung ist die

WFG heute ein integraler Bestandteil

des regionalen Wirtschaftslebens.

WirtschaftsKRAFT: Angenommen

ein Unternehmen interessiert sich

für einen Standort im Nordschwarzwald.

Wie beschreiben Sie

die Vorzüge dieser Region?

Protzer: Der Nordschwarzwald ist

ein starkes Stück Baden-Württemberg,

eine prosperierende Region

im Herzen des Landes. Hier ist die

Heimat von Tüftlern, Denkern und

Visionären, aber auch die Heimat

von engagierten und qualifizierten

48


Fachkräften, die sich mit ihren

Betrieben identifizieren. Im Nordschwarzwald

ergänzen sich Wirtschaftskraft

und Lebensqualität

hervorragend.

WirtschaftsKRAFT: Und was erwartet

einen Arbeitnehmer – und

dessen Familie – beruflich und privat,

der im Nordschwarzwald eine

Stelle antreten will?

Protzer: Reichlich sattes Grün,

viele sympathische Menschen, kurze

Wege zu öffentlichen Einrichtungen,

kurz, eine perfekte Region

zum Leben und Arbeiten.

WirtschaftsKRAFT: Apropos Fachkräfte

halten und gewinnen, wie

unterstützt die WFG die Unternehmen

der Region bei dieser

Herausforderung?

Protzer: Zunächst rücken wir die

gerade genannten Vorteile und

Vorzüge der Region Nordschwarzwald

in den Fokus, sei es in Broschüren,

Branchen- und Unternehmensportraits

oder über unseren

Newsletter. Apropos Broschüre, gerade

haben wir die Imagebroschüre

Nordschwarzwald neu aufgelegt,

die Unternehmen nutzen können,

um beispielsweise Geschäftspartner

und potenzielle Mitarbeiter

über die Region Nordschwarzwald

zu informieren. Ein Angebot, das

gerne angenommen wurde, denn

nach wenigen Wochen war die gesamte

Auflage schon wieder vergriffen.

Außerdem unterstützen wir

Unternehmen, indem wir offene

Stellen, Ausbildungs- und Praktikumsplätze

etc. zusätzlich zu anderen

Plattformen in der regionalen

Online-Stellenbörse www.jobs-imnordschwarzwald.de

veröffentlichen.

Den persönlichen Kontakt zwischen

Unternehmen und ihren zukünftigen

Fachkräften stellen wir

INTERVIEW

BRANCHENSCHWERPUNKTE REGION NORD

• Uhren- / Schmuckindustrie

• Stanz- und Umformtechnik

• Distanzhandel

Netzwerke:

• Create PF!

Das EMMA-Kreativzentrum ist angesiedelt beim

städtischen Eigenbetrieb Wirtschaft und Stadtmarketing

Pforzheim (WSP). Es vernetzt die Kreativschaffenden

in der Region und die Hochschule

• Hochform

angesiedelt beim WSP. Vernetzt

die Unternehmen der Präzisions-,

Stanz- und Umformtechnik

• Gesundheitswirtschaft

angesiedelt bei der IHK. Vernetzt die

Unternehmen der Gesundheitswirtschaft

• IT/Medien

angesiedelt beim WSP. Vernetzt

die Unternehmen der IT-Branche

Landkreis Calw

Enzkreis

Pforzheim

Calw

Mühlacker

A8

PFORZHEIM

Oberzentrum der Region

Nordschwarzwald

BRANCHENSCHWERPUNKT

REGION MITTE-SÜD

Quelle: WFG

Freudenstadt

Landkreis Freudenstadt

Nagold

Horb a. N.

• Holz- und Möbelbranche

• Textilwirtschaft

• Automotiv

• Maschinenbau

• Tourismus

Netzwerke:

• INNONET Kunststoff

angesiedelt bei der WFG/TZ Horb.

Vernetzt die Unternehmen

der Kunststoffbranche

• RegioHOLZ

angesiedelt bei der WFG.

Vernetzt die Unternehmen

der Holz- und Möbelbranche

WirtschaftsKRAFT 49


Region Nordschwarzwald

schließlich auf Messen her, wenn

wir diese Karrieremöglichkeiten

auf regionalen und überregionalen

Karrieremessen zeigen oder wenn

wir mit Studierenden Fachmessen

besuchen. Auf den sogenannten

Career-Walks können die Studierenden

in direktem Austausch mit

Personalverantwortlichen attraktive

Arbeitgeber der Region kennenlernen.

WirtschaftsKRAFT: Schnelle Internetverbindungen

sind ein wichtiges

Standortkriterium geworden.

Wie steht es um den Breitbandausbau

im Nordschwarzwald?

Protzer: Es tut sich viel in der Region.

Und dies zu kommunizieren

ist die Aufgabe der WFG. In den

Landkreisen Freudenstadt und Calw

wird der flächendeckende Backbone-Ausbau

nach Abschluss der

entsprechenden Planungen noch

2016 in Angriff genommen. In

Pforzheim und dem Enzkreis ist

schnelles Internet schon in vielen

Bereichen Wirklichkeit. Viele Kommunen

erhalten Fördermittel für

den Breitbandausbau vor Ort – bis

hin zu den einzelnen Haushalten

und Unternehmen. Durch die immensen

Investitionen in die entsprechende

Breitbandversorgung

entsteht mancherorts auf dem Land

eine Infrastruktur, die jener im urbanen

Raum in nichts nachsteht.

WirtschaftsKRAFT: Das heterogene

WFG-Geschäftsgebiet reicht

grob umrissen von Sternenfels bis

Alpirsbach. Wo liegen die jeweiligen

Stärken und Schwerpunkte?

Protzer: Die Region unterteile ich

in Nord (Enzkreis und Pforzheim)

sowie Mitte-Süd (die Räume Calw

und Freudenstadt). Dabei sind die

Branchenschwerpunkte in Norden

die Uhren-/ und Schmuckindustrie,

die Präzisionstechnik, die Stanzund

Umformtechnik sowie der Distanzhandel.

Die Branchenschwerpunkte

im Bereich Mitte-Süd liegen

bei Holz- und Möbelbranche, Textilwirtschaft,

Automotive, Maschinenbau

und Tourismus.

WirtschaftsKRAFT: Die Sandwich-

Lage der Region zwischen den

Metropolen Stuttgart und Karlsruhe,

ist sie aus Ihrer Sicht ein

Vor- oder ein Nachteil?

Protzer: Sowohl als auch. Einerseits

wirken die großen Zentren

wie Magnete und ziehen auch die

Menschen dieser Region an, beispielsweise

wenn es um die Besetzung

von Arbeitsplätzen geht.

Andererseits ist das Beste beim

Sandwich bekanntlich stets in der

Mitte. Und nicht zuletzt deshalb

ist der Nordschwarzwald zu einer

der dynamischsten Regionen im

Südwesten geworden. Für Menschen

und Unternehmen im Nordschwarzwald

bringen vergleichsweise

kurze Wege sowohl nach

Stuttgart als auch nach Karlsruhe

vielfältige Verbindungen und Möglichkeiten.

WirtschaftsKRAFT: Die WFG ist ein

sogenannter Cluster-Kontakt für

das Land Baden-Württemberg. Was

ist konkret darunter zu verstehen?

Protzer: In Baden-Württemberg

wurden zwölf regionale Cluster-

Kontakte benannt, die die jeweiligen

Regionen des Landes repräsentieren.

Der regionale Cluster-Kontakt

ist der erste Ansprechpartner für

Cluster-Initiativen, also die organisierten

Unternehmensnetzwerke

einer Region. Namen und Kontaktdaten

sind beispielsweise im

Cluster-Atlas und auf dem Cluster-

Portal des Landes veröffentlicht.

Die regionalen Cluster-Kontakte

arbeiten eng mit dem Ministerium

für Wirtschaft, Arbeit und

Wohnungsbau zusammen, um die

clusterpolitischen Maßnahmen des

Landes abzustimmen und umzusetzen.

In dieser Funktion stehen mir

zum Beispiel wichtige Informationen

zur Verfügung, die ich gezielt

Zur Person

Jochen Protzer ist diplomierter

Verwaltungswirt. Der 55-Jährige

ist verheiratet, hat zwei Kinder

und lebt seit über 20 Jahren im

Landkreis Enzkreis. Der ehemalige

Illinger Bürgermeister ist

seit Frühjahr 2016 Geschäftsführer

der WFG, der Wirtschaftsförderung

Nordschwarzwald.

Zuletzt war er beruflich als Niederlassungsleiter

Baden-Württemberg

für den TÜV Rheinland

tätig. Ehrenamtlich engagiert er

sich unter anderem im Kreistag,

als stellvertretender Vorsitzender

des örtlichen Krankenpflegevereins

und als Initiator des

Illinger Motorradherbstes. em

Ist beeindruckt von der Hightech-Produktion der Region Nordschwarzwald: der neue

WFG-Geschäftsführer Jochen Protzer, hier beim Innovationstag des Netzwerks Innonet.

Foto: WFG

50


durch die Cluster-Initiativen und

die Unternehmensnetzwerke in die

Region weitergebe. So können neue

Aktivitäten in der Region entsprechend

initiiert werden, die wiederum

unsere Cluster und unsere

Branchenschwerpunkte – vor allem

die Branchen Holz, Kunststoff, Präzisionstechnik

sowie die Kreativwirtschaft

– unterstützen.

Untersuchungen ergaben, dass Unternehmen,

die sich an Netzwerken

beteiligen, erfolgreicher sind.

Dies gilt sicherlich in besonderem

Maße für die stark mittelständisch

geprägte Unternehmenslandschaft

der Region Nordschwarzwald. Deshalb

werbe ich dafür, dass sich Unternehmen

aus der Region verstärkt

in den bereits bestehenden Netzwerken

engagieren.

WirtschaftsKRAFT: Mit welchem

Jahresbudget müssen Sie wirtschaften?

Protzer: Für das Jahr 2017 sind

rund 800 000 Euro vorgesehen. Ein

großer Teil dieser Mittel ist konkreten

Projekten und Aufgaben

zugeordnet. Möchte die WFG ihr

Engagement verstärken, was in

manchen Bereichen – beispielsweise

dem regionalen Standortmarketing

– sicherlich sinnvoll wäre oder

zusätzliche Aufgaben wahrnehmen,

müsste über eine Erhöhung

des Budgets nachgedacht werden.

WirtschaftsKRAFT: Herr Protzer,

Sie sind nicht auf der Durchreise,

das haben Sie bei Amtsantritt erklärt.

Wie also wird sich die WFG

in zehn Jahren unter Ihrer Führung

darstellen?

Protzer: Die WFG wird auch in

zehn Jahren ihre Aufgabe, die regionalen

Rahmenbedingungen für

wirtschaftliches Handeln mitzugestalten,

mit großem Engagement

erfüllen. Wir sichern damit einen

Teil der Daseinsvorsorge und leisten

einen Beitrag zur Verbesserung der

Lebensqualität im Nordschwarzwald.

In zehn Jahren – eher sogar

weniger – bezweifelt niemand mehr,

dass die WFG eine unverzichtbare,

überkommunale und verwaltungsübergreifende

Querschnittsaufgabe

wahrnimmt – nämlich die wirtschaftlichen

Interessen der gesamten

Region Nordschwarzwald zu

bündeln und diese als innovativen

und attraktiven Standort nach innen

und außen zu vertreten und zu

vermarkten.

Die Region Nordschwarzwald wird

es erreicht haben, zu den Top-

Regionen des Landes zu zählen.

Inhaltlich geht es darum, die im

regionalen Entwicklungskonzept

definierten Zielsetzungen zu erreichen,

nämlich als Spitzenregion der

Präzisionstechnik und der nachhaltigen

Werkstoffe wahrgenommen

zu werden.

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WirtschaftsKRAFT 51


Stadt Pforzheim

Einmal im Jahr zum Dank

das Herausragende auszeichnen

Initiator des Pforzheimer Wirtschaftspreises ist Oliver Reitz

Foto: Seibel

52


Genügend Potenzial

für die nächsten Jahre

Vergabe des Pforzheimer Wirtschaftspreises

bekommt zunehmend mehr Besucher-Resonanz –

erstmals auch Frauen auf dem Gewinnerpodest

Von Gerd Lache

Die Vergabe des Pforzheimer Wirtschaftspreises

ist zu einem großen

gesellschaftlichen Ereignis in der

Goldstadt geworden. Es findet seit

2013 einmal jährlich statt und trägt

das Motto: „Das Herausragende am

Besonderen.“ 2016 nahmen mehr

als 500 Gäste an der Veranstaltung

teil. Für die Vertreter aus Wirtschaft,

Wissenschaft, Institutionen und

Politik ist dieser städtische Empfang

auch eine willkommene Netzwerk-Plattform,

um interessante

Menschen kennenzulernen und

nützliche Kontakte zu knüpfen oder

zu pflegen. Initiator und treibende

Kraft dieser Veranstaltung ist Oliver

Reitz, Direktor des städtischen Eigenbetriebs

WSP (Wirtschaft und

Stadtmarketing Pforzheim). Für ihn

ist es auch eine gute Gelegenheit,

um den hier ansässigen innovativen

Unternehmern seinen Dank

auszudrücken.

Zur Person

Oliver Reitz ist seit Oktober 2012

Direktor des Eigenbetriebs Wirtschaft

und Stadtmarketing Pforzheim

(WSP) mit den Geschäftsbereichen

„Wirtschaftsförderung

und Kommunale Statistik“, „Standortmarketing“

(mit Innenstadtentwicklung,

Citymarketing und

Eventmanagement, Stadtmarketing

und Kulturmarketing sowie

Tourismusmarketing) und „Hallen

und Messen“ (CCP und Eissporthalle

St. Maur). Reitz wurde

1969 in Witten an der Ruhr geboren

und studierte Geografie, Öffentliches

Recht, Verkehrswesen

und Raumplanung in Bochum.

Als Wirtschaftsförderer war er in

Essen, Hagen, Leverkusen sowie

in den Landkreisen Starnberg

und Miesbach tätig. Als Referent

eines Landtagsabgeordneten sowie

als Leiter des Berliner Business

Location Centers und als

Leiter der Universitätsentwicklung

an der Zeppelin Universität

in Friedrichshafen gewann er

auch außerhalb der kommunalen

Betriebe berufliche Erfahrungen.

Der bekennende Fan des FC Bayern

und Fachmann der Oldtimer-Szene

engagiert sich als

Vorsitzender im „Freundeskreis

Autokultur Pforzheim“, ist verheiratet

und wohnt in Pforzheim.

WIRTSCHAFTSPREIS

Mit Yana Nesper (links) bekam erstmals eine Frau in der Einzelwertung der Kategorie „Marke und Image“ den Pforzheimer

Wirtschaftspreis 2016. Daneben ihre Laudatorin Evelyn Mohr. Foto: Ketterl

WirtschaftsKRAFT 53


Stadt Pforzheim

Die Preisträger

Kategorie

„Marke und Image“

2016: Yana Nesper,

Designerin und Namensgeberin

ihrer Perlenschmuck-Marke

sowie Unternehmerin,

die mit ihrem Ehemann

die Heinz Nesper GmbH leitet

2015: Andreas Wolf,

Restaurant Pyramide

2014: Eugen Müller,

geschäftsführender

Gesellschafter des Mediendienstleisters

Meyle + Müller

GmbH & Co. KG

2013: Georg H. Leicht,

Geschäftsführer der

Leicht Juweliere GmbH

Kategorie

„Lebenswerk“

2016: Albert Esslinger-Kiefer,

Geschäftsführer der J. Esslinger

GmbH & Co. KG, Verleger

der Pforzheimer Zeitung

2015: Wiestaw Kramski,

Gründer der Kramski-Gruppe

2014: Herbert Domig,

Geschäftsführer der

Böhmler Drehteile GmbH

2013: Günter Neuner,

langjähriger Geschäftsführer

der Erich Lacher Präzisionsteile

GmbH & Co. KG

Kategorie

„Innovation und Idee“

2016: Petra und

Philipp Bauknecht,

Gründer und Geschäftsführer

des IT-Unternehmens

Medialesson GmbH

2015: Professor Dr. Sven

Lahme, Arzt (Urologe)

und Wissenschaftler

2014: Thorsten Gieske,

Geschäftsführer Studio

für Industriefotografie

Gieske GmbH & Co. KG

2013: Carsten Kraus,

Geschäftsführer Omikron

Data Quality GmbH

In den ersten drei Jahren standen in

allen drei Kategorien ausschließlich

Männer auf dem Gewinnerpodest

des Wirtschaftspreises.

2016 schließlich konnten zur großen

Erleichterung vieler Kritiker

dieser „Männerveranstaltung“ – wie

es von einigen Seiten hieß – gleich

zwei Frauen ausgezeichnet werden.

Yana Nesper in der Einzelwertung

der Kategorie „Marke und Image“.

Petra Bauknecht gemeinsam mit

ihrem Ehemann Philipp in der Kategorie

„Innovation und Idee“.

Im Interview mit WirtschaftsKRAFT

erläutert Oliver Reitz die Kandidatenauswahl.

WirtschaftsKRAFT: Herr Reitz, zum

ersten Mal sind bei den Gewinnern

des nunmehr vierten Pforzheimer

Wirtschaftspreises gleich

zwei Frauen dabei. Ist es schwer,

weibliche Kandidatinnen zu finden?

Oliver Reitz: Ganz und gar nicht.

Es gab und gibt Kandidatinnen,

die am Wirtschaftsstandort Pforzheim

unternehmerische Verantwortung

tragen und ihre Produkte

oder Dienstleistungen erfolgreich

am Markt platziert haben. Somit

gibt es genügend potenzielle Preisträgerinnen

für die nächsten Jahre.

Allerdings ging und geht es in der

Jury darum, keine Quotenregelung

herbeizuführen. Wichtig ist eine

angemessene faire Auswahl, unabhängig

vom Geschlecht.

WirtschaftsKRAFT: Was sind die

Kriterien für die Vergabe des

Preises?

Reitz: Für die drei Kategorien gibt

es eine Festlegung von Aspekten.

Dazu zählt nicht nur wirtschaftlicher

Erfolg, sondern auch das

Denken und Wirken, der Blick über

den eigenen betrieblichen Tellerrand

hinaus, beispielsweise in Unternehmensnetzwerken.

Auch das

Engagement bei der Entwicklung

des gesamten Wirtschaftsstandortes

Pforzheim wird honoriert. Dabei

kann es sich um Persönlichkeiten

mit hohem Bekanntheitsgrad handeln

oder um Kandidaten, die als

Hidden Champions im Verborgenen

wirken.

WirtschaftsKRAFT: Wie erfolgt die

Kandidatensuche?

Reitz: Die Mitglieder der Jury haben

vielfältige Einblicke in verschiedene

Branchen und in Unternehmen

verschiedener Größe. In

zunehmendem Maße nennen uns

auch Dritte Vorschläge von Unternehmen

oder Personen, die ihnen

positiv aufgefallen sind und die

man ihrer Meinung nach auszeichnen

könnte. Ich freue mich, dass

sich auch Unternehmer selbst informieren,

wie man Preisträger wird.

Daran erkennt man, dass die Auszeichnung

wahrgenommen und

gewürdigt wird.

WirtschaftsKRAFT: Welche Juroren

haben die Preisträger 2016 ausgewählt?

Reitz: Das Gremium setzte sich zusammen

aus dem Oberbürgermeister,

dem Betriebsleiter des WSP,

dem Leiter des WSP-Geschäftsbereichs

„Wirtschaftsförderung und

Kommunale Statistik“ sowie aus

Vertretern von IHK, Handwerkskammer,

Arbeitsagentur, Sparkasse

und Volksbank.

WirtschaftsKRAFT: Was kostet die

Veranstaltung?

Reitz: Zunächst: Der Festabend ist

für die Gäste kostenfrei. Der WSP

54


trägt die Raummiete im Congress-

Centrum Pforzheim sowie die Kosten

für Catering, Rahmenprogramm,

Gestaltung der Preise, den

Versand der Einladungen und die

Filmportraits der Preisträger. Insgesamt

ist es ein Budget im überschaubaren

fünfstelligen Bereich.

Und obwohl wir mittlerweile eine

gestiegene Größenordnung haben,

kommen wir mit weniger Mitteln

aus. Das ist intensiven Verhandlungen

und dem Entgegenkommen

unserer Partner zu verdanken.

WirtschaftsKRAFT: Inwiefern ist

die Größenordnung gestiegen?

Reitz: Der Pforzheimer Wirtschaftspreis

wird nunmehr im Großen Saal

des CCP vergeben. In den ersten drei

Jahren war es im Mittleren Saal und

beim anschließenden Empfang im

Foyer etwas eng. Erfreulicherweise

gibt es ein großes Interesse, an der

Veranstaltung teilzunehmen. Mit

der Wahl des Großen Saals sind wir

etwas entspannter, schließlich geht

es darum, eine gute Atmosphäre zu

bieten, die zu einer möglichst langen

Verweildauer beiträgt. Denn

im zweiten Teil des Abends, nach

der Preisvergabe, ist es wichtig,

dass die Gäste beim Buffet und

Getränken untereinander Kontakte

knüpfen können. Gespräche am

Rande der Veranstaltung führen zu

konkreten Kooperationen. Genau

so soll es sein.

WirtschaftsKRAFT: Wie rechtfertigen

Sie einen solchen Aufwand?

Reitz: Es ist durchaus angemessen,

wenigstens einmal im Jahr in

dieser Form „Danke“ zu sagen. Wir

haben hier viele Unternehmen, die

das ganze Jahr über ausbilden, Arbeitskräfte

einstellen, Arbeitsplätze

schaffen, Steuern zahlen und dazu

beitragen, dass der Standort Pforzheim

stark ist und sich weiterentwickelt.

Da darf es durchaus sein,

dass die Stadt über ihren Tochterbetrieb

WSP an einem Abend einlädt

und den Unternehmerinnen

und Unternehmern ihre Anerkennung

ausdrückt. Aufwendungen

und Rendite stehen in einem gesunden

Verhältnis.

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WIRTSCHAFTSPREIS

WirtschaftsKRAFT 55


Stadt Pforzheim

Hidden Champions

suchen neue Talente

Mit Veranstaltungsformaten wie do.IT und Insight

will die IT- und Medienbranche Fachkräfte gewinnen

WIRTSCHAFTSPREIS

Der städtische Eigenbetrieb WSP

(Wirtschaft und Stadtmarketing

Pforzheim) mit Direktor Oliver

Reitz an der Spitze hat 2016 mehrere

neue Formate in sein reichhaltiges

Portfolio aufgenommen.

Bei allem steht im Vordergrund,

den Standort weiterzuentwickeln

und seine Stärken auszubauen.

Premiere hatte beispielsweise die

Auszubildenden-Messe „do.IT“. Sie

fand erstmals im November im

Innotec Pforzheim – Zentrum für

Software und Technik – statt und

war ein Erfolg, resümierte Organisator

Reiner Müller, Geschäftsbereichsleiter

beim WSP. Firmen

aus dem IT- und Medienbereich

stellten auf dieser Spezial-Messe

den Schulabgängern insbesondere

die vielfältigen Berufsmöglichkeiten

der Branche vor.

Kevin Lindauer, beim WSP zuständig

für das IT- und Medien-Netz-

werkmanagement, erläuterte die

Intention für die Etablierung einer

weiteren Azubimesse: „Ausschlaggebend

für die Initiierung der Ausbildungsmesse

do.IT waren die in

unserer Brancheninitiative vertretenen

Unternehmen.

Im Wirtschaftsraum Pforzheim

existieren zahlreiche IT- und Medienbetriebe,

die als erfolgreiche

Akteure einer wachsenden Branche

Nachwuchskräfte suchen. Mit

der do.IT sollen Jugendliche und

Schüler die Möglichkeit bekommen,

diese Unternehmen kennenzulernen

und sich persönlich über

deren Ausbildungsangebote zu informieren.“

Ebenfalls neu ist das Format Insight,

das erstmals im November 2016

stattfand. Bei der Auftaktveranstaltung

eröffnete Eugen Müller, Geschäftsführer

von Meyle + Müller,

den mehr als 50 Firmenvertretern

interessante Innenansichten des

weit über die Stadtgrenzen hinaus

agierenden Mediendienstleisters.

Zwar sei Pforzheim in aller Welt

als Goldstadt bekannt. Doch der

Standort biete längst mehr, wie

Müller deutlich machte.

Die Bereiche Präzisionstechnik und

Informationstechnologie hätten –

auch bezogen auf die Beschäftigtenzahlen

– die einstige Traditionsindustrie

überholt. Allein im

Stadtgebiet gebe es rund 200 IT-

Unternehmen mit mehr als 2500

Beschäftigten.

Ziel der Veranstaltungsreihe Insight

sind die Imageförderung und die

gezielte Fachkräftegewinnung und

nicht zuletzt ein besseres Kennenlernen

der Branchen-Akteure untereinander.

Hatte Premiere: die Azubi-Messe do.IT im Pforzheimer Innotec – Zentrum für Software, Technik und Design. Foto: Kindler/WSP

56


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Ein Material für alle

Bereiche des Lebens

„Innonet Kunststoff“ gilt als das größte Netzwerk der Branche

in Süddeutschland – Initiative des Technologiezentrums Horb

und der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald

„Kunststoff ist ein

Werkstoff-Youngster.

4000 Jahre Bronze,

mehr als 100 Jahre Polymer,

da kann noch viel passieren.“

Professor Dr. Thomas Seul,

Präsident des Verbands

Deutscher Werkzeug- und

Formenbauer

Von Gerd Lache

Mehr als 3500 Unternehmen der

Kunststoffbranche in Deutschland

verarbeiten mit ihren 400 000 Beschäftigten

jährlich etwa 15 Millionen

Tonnen Kunststoff. Eine bedeutende

Anzahl solcher Firmen ist

auch in der Region Nordschwarzwald

angesiedelt. Kunststoff konnte

seinen einstigen Ruf von Zweitklassigkeit

völlig abstreifen und

sich als fester Bestandteil des modernen

Lebens in allen Bereichen

etablieren. Das macht der Verband

Deutscher Werkzeug- und Formenbauer

(VDWF) in einer Publikation

deutlich. Dessen Präsident,

Professor Dr.-Ing. Thomas Seul,

zitiert Stephen Fenichell aus seinem

Buch „Plastic. Unser synthetisches

Jahrhundert“ mit den Worten: „Es

ist da – in unseren Kühlschränken,

an unseren Körpern, in unseren

Büros, Wohnzimmern und

Autos, sogar in unseren Gärten.

Und es geht nicht mehr weg.“

Vor rund 120 Teilnehmern beim Innovationstag

des Netzwerks „Innonet

Kunststoff“ im Stuttgarter Messe-Kongress-Zentrum

stellt Seul die

Prognose auf: „In zehn Jahren wird

rund 80 Prozent des Umsatzes mit

Erzeugnissen erwirtschaftet, die aktuell

nicht bekannt sind oder heute

noch gar nicht existieren.“ Die

Geschwindigkeit von Innovationen

erhöhe sich deutlich. Treiber sei

dabei immer das Produkt. Es müsse

Emotionen vermitteln und Freude

bereiten. „Was nützt die beste Technologie,

wenn dahinter kein gutes

Produkt steht?“ Laut Seul bestimmt

der Markt, nicht das technologisch

Machbare, wie die Zukunft aussehen

wird.

Wie positiv Innovation wirken kann,

erklärt Seul an einem Beispiel aus

dem medizinischen Bereich. In der

laparoskopischen Chirurgie (dabei

werden mithilfe eines optischen

Instruments Eingriffe innerhalb der

Bauchhöhle vorgenommen) wurde

ein sogenannter Bergebeutel, bestehend

aus 13 Bauteilen, lange Zeit

aus China bezogen. Hiesige Tüftler

konnten das Produkt auf nur noch

Detailliertes Prozesswissen und eine hochwertige Maschinentechnik sind für das Spritzprägen erforderlich. Foto: Arburg

60


drei Bauteile reduzieren. Seither

wird der Bergebeutel in Deutschland

produziert und kann im

Preiswettbewerb mithalten. Sowohl

Chirurgen wie der Arbeitsmarkt

profitieren davon.

Was braucht Innovation? „Sie müssen

Spaß haben an ihren Produkten.

Und Sie müssen risikobereit sein“,

ruft Seul den Unternehmensvertretern

zu. Und klar, nötig seien die

richtigen Köpfe und Talente. Aber

auch ein organisatorisches Schema,

langer Atem sowie die richtigen

Partnerschaften. „Um Innovationen

schaffen zu können, müssen Disziplinen

miteinander reden“, so der

VDWF-Präsident.

Um den Gedankenaustausch und

das Netzwerken geht es auch beim

„Innonet Kunststoff“, das nach eigenen

Angaben größte Kunststoffnetzwerk

in Süddeutschland. Es ist

eine gemeinschaftliche Initiative

des Technologiezentrums (TZ) Horb

als Träger sowie der Wirtschaftsförderung

Nordschwarzwald GmbH

(WFG). Hier engagieren sich rund

90 Unternehmen, die nahezu die

gesamte Wertschöpfungskette im

Kunststoffbereich abdecken – vom

Formen- und Werkzeugbau, dem

Spritzgießmaschinenbau über die

vielfältige Kunststoffverarbeitung

bis hin zu einer Reihe nachgelagerter

Prozesse, wie etwa Bedrucken,

Laserbearbeitung, Messen und

Prüfen. Die Kunststoff-Kompetenz

im Netzwerk wird darüber hinaus

durch die Mitgliedschaft von Hochschulen

und Forschungseinrichtungen

abgerundet.

Ziele der Initiative sind: Lobbyarbeit

und qualifizierte Außendarstellung

der Branche sowie Unterstützung

der Kooperation von

Forschung, Entwicklung und Wirtschaft,

außerdem Unterstützung im

Bereich Nachwuchsförderung für

die Branche, daneben enge Kontakte

zu Politik, Verbänden und

Netzwerken halten und nicht zuletzt

Vermittlung von Forschungskapazitäten

für kleine und mittelständische

Unternehmen.

Auf dem Jahresprogramm steht

eine Vielzahl von Fach- und Netzwerkveranstaltungen.

Der Innovationstag

ist eines dieser Angebote.

Seine Premiere war bereits vor fünf

Jahren. Für Eberhard Lutz, Mitglied

im Steuerkreis des „Innonet Kunststoff“

und Vertriebsleiter Inland bei

Arburg in Loßburg, zeigt sich: „Der

Produkte müssen Emotionen wecken,

sagt Professor Thomas Seul.

Foto: Holger Rothfuß

Innovationstag funktioniert.“ Und

Projektleiterin Nadine Kaiser von

der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald

(WFG) resümiert über

den Innovationstag: „Der Workshop-Charakter

mit hohem fachlichen

Anspruch, ergänzt um eine

attraktive Leistungsschau, kommt

hervorragend an.“

www.innonet-kunststoff.de

PORTRÄT

Beim Partikelschaum-Verbund-Spritzgießen entsteht ein Leichtbauteil mit dauerhaft mechanischer Verbindung, sodass weitere Montageschritte

nicht erforderlich sind. Foto: Arburg

WirtschaftsKRAFT 61


Stadt Pforzheim

Qualitätsnetzwerk

von „Mensch Maier“

Küchenmeister Stephan Maier, Motivtorten-Designerin

Nazan Eksi und „Fruchtkasten“-Inhaber Huseyin Eksi

(von links)

Foto: Doris Löffler

62


Konzentration

auf die Region

Mensch Maier Catering übernimmt die komplette

Organisation von Veranstaltungen – Netzwerk mit

Lieferanten aus dem Raum Pforzheim aufgebaut

Von Gerd Lache

Die Gäste mit unterhaltsamem Live

Cooking überraschen. Einen Kochkurs

zu Hause am eigenen Herd absolvieren.

Zur Hausmesse ein Flying

Buffet anbieten oder beim Betriebsfest

eine besondere Speisenauswahl

auflegen. Ob Firmenjubiläum, Geschäftseröffnung,

Tag der offenen

Tür, Produktpräsentation, Mitarbeiter-Ehrung,

Incentive-Event oder

private Anlässe wie Geburtstag,

Konfirmation und Hochzeit – was

auch immer: Wer sich als Gastgeber

bei einer Feier oder einem Empfang

auf seine Gäste oder Kunden konzentrieren

will, anstatt schon in der

Vorbereitung durch mühsame organisatorische

Arbeit abgelenkt zu

werden, dem bietet die Pforzheimer

Mensch Maier GmbH einen „Catering

Service Deluxe“.

Wobei der Begriff Catering nur einen

Teil der Leistungspalette wiedergibt.

„Das ist zwar unsere Basis“,

sagt Stefan Eder. Aber „wir sehen

uns als zentralen Partner unserer

Kunden bei Veranstaltungen jeder

Art“. Der gelernte Veranstaltungskaufmann

plant und betreut

Events, er gehört zur Assistenz der

Geschäftsführung. Konkret meint

Eder: Es gehe bei „Mensch Maier“

nicht ausschließlich um die gute

Versorgung der Gäste mit bevorzugten

Speisen und Getränken,

sondern um weitaus mehr. „Wir

haben beispielsweise eine Liste

mit besonderen Veranstaltungsorten,

wir vermitteln den Kontakt

zu Diskjockeys und besorgen das

technische Equipment, wir können

die gesamte Möblierung für eine

Veranstaltung zur Verfügung stellen,

bringen bei Bedarf das entsprechende

Personal sowie Geschirr

und Gläser, Kühlschränke und

Kocheinrichtungen mit. Und wir

können zum jeweiligen Anlass die

passenden Künstler vermitteln.“

Stephan Maier, Geschäftsführer von

„Mensch Maier“, kann auf seinen

reichhaltigen Erfahrungsschatz zurückgreifen.

Seit der Firmengründung

im Jahr 2000 hat der gelernte

Küchenmeister aus Pforzheim mit

seinem Team weit über 3000 deutsche

und internationale Bands,

Künstler, Film- und Fernsehcrews

sowie diverse Firmenevents

als Caterer

betreut. Er weiß, was

eine Bob-Dylan-Crew

kulinarisch gerne zu sich nimmt,

was die Tour-Mannschaft von Herbert

Grönemeyer bevorzugt und

wie sich die Orchestermusiker von

André Rieu sättigen. Maier und sein

Team mussten dabei gelegentlich

organisatorische Höchstleistungen

vollbringen – beispielsweise dann,

wenn im Backstage-Bereich von

Veranstaltungsarenen die notwendigen

Anschlüsse für das Koch-

Equipment fehlten oder die gesamte

Ausstattung von Geschirr

und Besteck und dergleichen angeliefert

werden musste.

Indes: Nach fast 20 Jahren hartem

Tour-Geschäft auf internationaler

Kochbühne will Stephan Maier

deutlich mehr regionales Terrain

betreten. Soll heißen: Er konzentriert

sich im Kern auf Kundschaft

im Umfeld des Firmensitzes im

Nordschwarzwald – oder etwas

weiter gefasst: auf ein Einzugsgebiet

zwischen Karlsruhe bis kurz

vor die Tore von Stuttgart. Dabei

profitieren die regionalen Kunden

von jener Professionalität, die

die Großen des Showgeschäfts an

„Mensch Maier“ schätzen – etwa

das unkomplizierte Umsetzen von

individuellen Wünschen wie vegan

oder vegetarisch, gluten- oder laktosefrei,

biologisch oder halal.

Ab welcher Personenzahl lohnt sich

die Kontaktaufnahme mit den mobilen

Koch-Künstlern aus der Goldstadt?

„Wir haben schon kleinere

Feste ab zehn Gästen ausgerichtet“,

sagt Veranstaltungsmanager Eder.

Nach oben sieht er keine Grenze.

Regionalität ist für den Küchenmeister

von „Mensch Maier“ auch

beim Lebensmitteleinkauf oberste

Maxime. „Wir haben im Raum

Pforzheim ein kleines, feines Netzwerk

an Lieferanten

MENSCHEN DER REGION

Individuell auf Wunsch

gestaltete Motivtorten

gibt es für jeden Anlass.

Fotos: Nazan Eksi

WirtschaftsKRAFT 63


Stadt Pforzheim

aufgebaut, die zuverlässig sind und

auf deren Qualität wir vertrauen

können“, sagt er. Dazu gehöre in

der Goldstadt unter anderem die

Bäckerei Hägel, die auf besondere

Anforderungen schnell reagieren

könne. Dazu zähle der Obst- und

Gemüse-Handel „Fruchtkasten“ von

Huseyin Eksi mit seiner täglich frischen

Ware. Neu in Maiers Qualitätsnetzwerk

ist die Kooperationspartnerin

Nazan Eksi. Sie verwandelt

die Küche des Caterers gelegentlich

in eine Konditorei, wenn

sie dort ihrer Kreativität freien Lauf

lässt und Motivtorten entstehen,

die auf den jeweiligen Anlass des

Kunden abgestimmt sind. Maier:

„Jungen Paaren, die heiraten wollen,

können wir für die Feier entsprechende

Angebote zur individuellen

Gestaltung ihrer Hochzeitstorte

machen.“

Unterdessen bedient Nazan Eksi

mit ihren Motiven unterschiedliche

Themenbereiche. Da bekommt der

Friseurmeister zum Firmenjubiläum

eine Torte, verziert mit Kamm und

Schere aus feinstem Zuckerguss.

Foto:

Nazan Eksi

Das Autohaus beschenkt einen verdienten

Mitarbeiter zum Geburtstag

mit einem Schokokuchen, der einer

Sport-Felge mit dem Emblem des

Automobilherstellers nachempfunden

ist. Dem Schmuckreisenden aus

Pforzheim wird der Übergang in

die Rente zum Abschied mit einem

Nusskuchen-Koffer voll leckerer

Füllungen versüßt. Und auf der

Jubiläumstorte eines Maschinenbauers

greifen zuckersüße Zahnräder

ineinander. Schier unerschöpflich

scheinen die Wünsche

von Kindern für Geburtstag, Kommunion

oder Einschulung zu sein.

Comicfiguren, Sportmotive oder

TV-Zeichentrickstars sind heiß begehrte

Kuchen-Motive.

Qualität spiele bei der Herstellung

für sie eine große Rolle, sagt Nazan

Eksi: „Ich arbeite nicht mit Backmischungen,

sondern ausschließlich

mit frisch zubereiteten Zutaten.“ Ihre

verarbeitete Vanille beispielsweise

stamme nicht aus dem Chemielabor

sondern von echten Schoten.

Der direkte Zugriff zur frischen Ware

aus dem „Fruchtkasten“ ihres Ehemannes

Huseyin Eksi sei angesichts

ihres hohen Qualitätsanspruchs ein

großer Vorteil für die Kunden. In

dem Ladengeschäft könnten im

Übrigen auch Aufträge für die Motivtorten

erteilt und die fertigen

Kunstwerke abgeholt werden.

Kontakte:

Mensch Maier Catering Service

Maximilianstraße 46

75172 Pforzheim

Telefon 07231 468932

buero@mensch-Maier-Catering.de

Motivtorten Nazan Eksi

Arlingerstraße 43

75179 Pforzheim

Telefon 07231 441081

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64


Das Firmen-Logo

auf dem Hemd

Logo Dieter aus Neuenbürg bringt Schriftzüge

auf repräsentative Firmenkleidung

Das Logo des Betriebs auf der Arbeitshose,

der Name des Unternehmens

auf Blusen- und Hemdenkragen,

das Emblem des Gasthauses

auf der Kochjacke und das Logo

des Restaurants auf der Schürze des

Servicepersonals. Ob auf Fahnen,

Schmutzfangmatten oder Textilien –

Corporate Identitiy, also das unternehmerische

Erscheinungsbild, wird

unverzichtbar. „Immer mehr Firmen

und Einrichtungen setzen auf Corporate-Fashion.

Ein gemeinsames Erscheinungsbild

stärkt den Zusammenhalt und für

den Kunden ist leicht zu erkennen,

wer ein Ansprechpartner der Firma

ist“, erklärt Philipp Dieter.

Er ist Chef von Logo Dieter in

Neuenbürg. Das Nordschwarzwälder

Unternehmen aus dem Enzkreis

wurde 1987 gegründet.

Das Unternehmen des gelernten Mediengestalters

und Medienberaters

bietet Textilien und Werbeträger

mit Stick- und Druckarbeiten von

Firmenschriftzügen und Markenzeichen

bis hin zu Vereins- und

Produktlogos. „Sie werden von modernen

Computersystemen in digitaler

Technik präzise, effektiv und

flexibel produziert“, sagt Dieter.

In Neuenbürg hat das Unternehmen

neben der hauseigenen Stickerei

und Druckerei ein 200 Quadratmeter

großes Kundencenter mit einem

mehr als 1000 Teilen umfassenden

Showroom.

Hier können zahlreiche Kollektionen

angesehen sowie in der entsprechenden

Größe anprobiert werden.

Für Unternehmen steht zusätzlich

noch ein Anprobe-Mobil zur Verfügung.

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WirtschaftsKRAFT 65


Landkreis Freudenstadt

Forschung und Lehre

in neuer Dimension

Die Ausrichtung des neuen Hochschulcampus in Freudenstadt

bietet ein Alleinstellungsmerkmal für Studierende und Unternehmen

Foto: Uwe Anspach

66


Mir gefällt …

Das Silicon Valley

des Schwarzwalds

Hochschulcampus Freudenstadt der Universität Stuttgart

bildet ab Herbst 2017 Fachkräfte für die Weltmarktführer

und Hidden Champions der Region aus

Von Gerd Lache

Die Region Nordschwarzwald trägt

den anspruchsvollen Untertitel

„Wissensregion“. Und dies zu Recht.

Mehrere renommierte Hochschulen

sind dort zwischen Nord und Süd

angesiedelt: Die Hochschule Pforzheim,

die Internationale Hochschule

Liebenzell, die SRH Hochschule

Calw und die LDT Nagold sowie

die Duale Hochschule Baden-Württemberg

mit dem Campus Horb. Ab

Herbst 2017 kommt eine weitere

hochkarätige Bildungseinrichtung

dazu. Die Universität Stuttgart erhält

mit dem Hochschulcampus

Nordschwarzwald eine Außenstelle

in Freudenstadt. Der Standort: verkehrsgünstig

in der Nähe des Bahnhofs.

Der Plan: Rund 200 Studierende

sollen dort in der Fachrichtung

Maschinenbau ausgebildet werden.

Technologiemanagement mit dem

Schwerpunkt Industrie 4.0 wird einer

der Master-Studiengänge sein.

Was ist der Grund für die Einrichtung

eines Campus inmitten der

grünen Lunge dieser Region mit ihrer

touristischen Attraktivität? Genau

diese Vorzüge sind es, die vor

allem jüngere Fachkräfte bisher zögern

ließen, sich dort einen Job zu

suchen, weil städtische Metropolen

wie etwa Stuttgart als angesagter

gelten. „Es ist etwas schwierig,

Führungskräfte in den Schwarzwald

zu bekommen“, beschreibt

Kurt Schmalz die Situation. Er ist

geschäftsführender Gesellschafter

des Vakuumtechnik-Spezialisten J.

Schmalz GmbH in Glatten bei Freudenstadt.

Mit ihm haben sich weitere

Unternehmen aus der Region

Markus Kurtz

Geschäftsführer Profiltech GmbH

Stufenbandprofile, Foto: Profiltech

Mir gefällt, dass wir in Keltern

eine Kombination aus innovativen

Unternehmen, guter Gastronomie

im Umfeld der wunderschönen

Weinberge haben.

Hier funktioniert beides: Leben

und Arbeiten.

BILDUNG

Hightech-Produktion in naturnaher Umgebung im Stammwerk des Spritzgießtechnik-

Spezialisten Arburg in Loßburg. Foto: Arburg

WirtschaftsKRAFT 67


Landkreis Freudenstadt

zusammengetan, um über die Etablierung

eines Campus die begehrten

Fachkräfte in den Nordschwarzwald

zu holen.

Schmalz: „Die Einrichtung zeichnet

sich insbesondere dadurch aus,

dass Echtzeitdaten aus der Produktion

der Unternehmen für die Forschung

genutzt werden können.“

Außerdem erhielten die Studierenden

praktische Erfahrungen sowie

ausreichend Themen für ihre Abschlussarbeiten

in den Unternehmen.

Schwerpunktbereiche seien die

Lehre, die Forschung sowie die Laborplanung

in den Themenfeldern

Digitalisierung und nachhaltige Produktion,

macht der Hauptgeschäftsführer

der Industrie- und Handelskammer

(IHK) Nordschwarzwald,

Martin Keppler, deutlich. Professor

Dr.-Ing. Thomas Bauernhansl, Leiter

des Instituts für Industrielle

Fertigung und Fabrikbetrieb (IFF),

vergleicht die Einrichtung in Freudenstadt

mit einer Uniklinik, „in

der Forschung und Lehre nicht

theoretisch, sondern praxisnah am

lebenden Organismus erfolgen. Das

ist eine ganz neue Dimension.“

Renate Keinath, geschäftsführende

Gesellschafterin bei Arburg in Loßburg,

sagt: „Wir unterstützen und

fördern den Hochschulcampus NSW,

da er für die Unternehmen und die

gesamte Region sehr wichtig ist.“

Arburg ist nach eigenen Angaben

Hersteller hochwertiger Spritzgießmaschinen

für die Kunststoffverarbeitung.

Keinath weiter: „Mit der

geplanten Ausrichtung des Hochschulcampus

bieten wir ein Alleinstellungsmerkmal,

um dem demographischen

Wandel Rechnung zu

tragen. Davon profitieren letztlich

alle – die Studierenden finden erstklassige

Bedingungen vor, die Unternehmen

bekommen hochqualifizierte

Nachwuchskräfte und die

Region gewinnt an Attraktivität.“

Der Verein Hochschulcampus Nordschwarzwald

(HSC) hat das Projekt

maßgeblich nach vorne getrieben.

Neben Vertretern von Firmen wie

Arburg und Schmalz sowie der IHK

Nordschwarzwald beteiligen sich

unter anderem die Unternehmensgruppe

fischer (Waldachtal), Holzbearbeitungsmaschinen-Hersteller

Homag (Schopfloch) sowie der Pionier

moderner Einspritztechnologie

L’Orange (Glatten) – um nur einige

der bekannten Weltmarktführer

und Hidden Champions zu nennen.

Klaus Fischer, Vorsitzender der Geschäftsführung

der Unternehmensgruppe

fischer (nicht nur bekannt

durch den legendären Dübel), hat

eine klare Zielsetzung mit seinem

Engagement am Hochschulcampus

Nordschwarzwald verbunden. Erstens:

Mittel- bis langfristig Absolventen

als Fach- und Führungskräfte

für den ländlichen Standort

gewinnen und damit dem Fachkräftemangel

entgegenwirken. Zweitens:

Den eigenen Mitarbeitern berufsbegleitende

Weiterbildung ermöglichen.

„Mit der

geplanten Ausrichtung

des Hochschulcampus

bieten wir ein

Alleinstellungsmerkmal, um

dem demographischen Wandel

Rechnung zu tragen.“

Renate Keinath, geschäftsführende

Gesellschafterin bei Arburg

in Loßburg

Das Konzept des Hochschulcampus

sieht ebenso vor, dass die Master-

Studenten auch Führungs- und Managementkompetenzen

vermittelt

bekommen. Fischer: „Wir brauchen

in den Unternehmen Menschen, die

neben exzellentem fachlichen Wissen

auch andere Menschen führen

können.“ Die Unternehmen würden

dazu ein bisher einmaliges Coaching-Programm

für die Studierenden

anbieten. In kleinen Gruppen

sollen sie von Unternehmern und

Managern der Firmen persönlich

betreut werden. Denn, so Fischer:

„Führung kann man nicht theoretisch

lernen. Managementmethoden

wie Lean oder Kaizen muss

man erleben, um sie zu verstehen.“

IHK-Hauptgeschäftsführer Martin

Keppler gab im Gespräch mit dem

Rektor Professor Wolfram Ressel

die Vision vor: „Zusammen mit der

Universität Stuttgart und den industriellen

Weltmarktführern aus

der Region wollen wir eine Art

kleines Silicon Valley im Schwarzwald

entwickeln.“

BILDUNG

Eine Kettenführungsschiene beim Holzbearbeitungsmaschinen-Hersteller Homag. Auch das zum Autozulieferer Dürr gehörende

Unternehmen in Schopfloch legt Wert auf gut ausgebildete Mitarbeiter. Foto: Inga Kjer

68


Hochschule Pforzheim

Lehre und angewandte Wissenschaft

auf hohem Niveau

PORTRÄT

Die Hochschule Pforzheim mit ihren

drei Fakultäten – Gestaltung,

Technik sowie Wirtschaft und Recht

– genießt einen erstklassigen Ruf.

Die Fakultäten verbinden Kreativität

mit betriebswirtschaftlicher Ausbildung

und technischer Präzision.

Diese Kombination macht die Hochschule

auch zu einem attraktiven

Wissenschafts- und Forschungspartner

für die regionale und überregionale

Wirtschaft. Mit den rund

6100 Studierenden ist Pforzheim

eine der größten Hochschulen für

Angewandte Wissenschaften des

Landes Baden-Württemberg.

Qualifikation und Praxiserfahrung

der Lehrenden auf der einen und

eine intensive Kooperation mit erfolgreichen

Unternehmen auf der

anderen Seite legen den Grundstein

für die herausragende Position der

Hochschule in den Rankings. Durch

die enge Verbindung von Theorie

und Praxis entwickeln sich positive

Synergieeffekte, die in zahlreiche

Projekte und Forschungsansätze für

die Industrie und Wirtschaft münden.

In den 29 Bachelor- und 17 –

davon zwei berufsbegleitenden –

Masterstudiengängen lehren 400

Professoren und Lehrbeauftragte.

Mit diesem guten Betreuungsverhältnis

gewährleisten sie, dass sich

die Studierenden von Beginn an in

Pforzheim gut aufgehoben fühlen.

Das Studium an der Hochschule Pforzheim

zeichnet sich durch eine hohe Qualität in

der Lehre sowie durch zahlreiche Kontakte

zu Unternehmen in der Region aus.

Zwischen den Vorlesungen treffen sich

die Studierenden auf dem Campus.

Foto: Ulrike Kumm, Hochschule Pforzheim

Hochschule Pforzheim

Tiefenbronner Str. 65

D-75175 Pforzheim

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• Studium mit den international anerkannten Abschlüssen - Bachelor und Master

in den Fakultäten für Gestaltung, Technik, Wirtschaft und Recht

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WirtschaftsKRAFT 69


Duales Hochschulstudium

am Campus Horb

der DHBW Stuttgart

mit Theorie und Praxis zum Erfolg

PORTRÄT

Foto: Juri Junkov

Die DHBW Stuttgart mit der Außenstelle

Horb zählt mit rund 8800

Studierenden zu den größten Hochschuleinrichtungen

in den Regionen

Stuttgart und Oberer Neckar.

Der Campus Horb betreut davon

rund 1000 Studierende in Kooperation

mit rund 300 ausgewählten Unternehmen

und bietet derzeit sechs

national und international anerkannte

Bachelorstudiengänge im

Bereich Technik an. Seit Herbst

2011 werden zudem berufsintegrierte

und berufsbegleitende Masterstudiengänge

angeboten, die den

Absolventen hervorragende Berufsund

Karrierechancen garantieren.

Durch das duale Studienkonzept,

dem Wechsel zwischen Theorieund

Praxisphasen, werden den

Studierenden am Campus Horb

die wissenschaftlichen und theoretischen

Kenntnisse sowie wichtige

Schlüsselqualifikationen vermittelt,

während die Dualen Partner berufspraktische

Erfahrungen gewährleisten.

Maßgeschneidert auf die eigenen

Anforderungen wählen sich die

Dualen Partner ihre Studierenden

selbst aus und können so in nur

drei Jahren hoch qualifizierte

Nachwuchskräfte ausbilden.

Unsere Absolventen erwerben neben

Fach- und Methodenwissen ein

hohes Maß an Handlungs- und

Sozialkompetenz und werden so

optimal auf den Berufseinstieg vorbereitet.

DHBW Stuttgart Campus Horb

Florianstr. 15

D-72160 Horb am Neckar

Tel. +49 7451 521-100

Fax +49 7451 521-111

info@hb.dhbw-stuttgart.de

www.dhbw-stuttgart.de/horb

70


Duale Hochschule Baden-

Württemberg Karlsruhe

Der duale Charakter eines Studiums

wird hier auf höchstem Niveau gelebt

Fotos: Fabry

PORTRÄT

Die Duale Hochschule Baden-

Württemberg Karlsruhe, gegründet

1979 als Berufsakademie Karlsruhe,

ist als innovative Einrichtung im

Hochschulbereich aus dem Spektrum

der Wissenschaftsstadt Karlsruhe

nicht mehr wegzudenken.

Heute sind an der DHBW Karlsruhe

über 3000 Studierende eingeschrieben.

In der Fakultät Technik haben

sie die Wahl zwischen den Studiengängen

Elektrotechnik, Informatik,

Maschinenbau, Mechatronik, Wirt-

schaftsingenieurwesen und den in

Deutschland einzigartigen Studiengängen

Papiertechnik, Physician

Assistant (PA) und Sicherheitswesen.

In diesem Studienbereich verleiht

die DHBW Karlsruhe die Abschlüsse

Bachelor of Engineering

(B. Eng.) und Bachelor of Science

(B. Sc.). In der Fakultät Wirtschaft

bietet die DHBW Karlsruhe die

Studiengänge: Angewandte Gesundheitswissenschaften,

BWL-

Bank, BWL-Deutsch-Französisches

Management, BWL-Handel, BWL-

Industrie, BWL-International Business,

BWL-Versicherung, RSW-

Steuern und Prüfungswesen sowie

Wirtschaftsinformatik, Unternehmertum

und Unternehmertum-ON-

LINE. Diese werden mit dem Bachelor

of Arts (B.A.) oder dem Bachelor

of Science (B. Sc.) abgeschlossen.

Beim Studium an der DHBW Karlsruhe

wechseln sich Theoriephasen

an der Hochschule und Praxisphasen

im Unternehmen ab. Durch

dieses duale Prinzip sind die Studierenden

optimal auf ihre spätere

Berufstätigkeit vorbereitet.

Duale Hochschule

Baden-Württemberg Karlsruhe

Erzbergerstr. 121

D-76133 Karlsruhe

Tel. +49 721 9735-5

Fax +49 721 9735-600

info@dhbw-karlsruhe.de

www.dhbw-karlsruhe.de

WirtschaftsKRAFT 71


Region Nordschwarzwald

Symbol des wvib-Jubiläums:

das rote Zahnrad

Präsident Klaus Endress (links) und Hauptgeschäftsführer

Dr. Christoph Münzer führen den Wirtschaftsverband mit großem Engagement

Foto: Daniel Schoenen

72


Die Schwarzwald AG

vernetzt innovative

Unternehmen

Menschen und Unternehmen wettbewerbsfähiger

machen, darin sieht der wvib

eine seiner wesentlichen Aufgaben

Von Gerd Lache

Weltmarktführer und Hidden Champions

aus der gesamten Region

Nordschwarzwald gehören zu den

mehr als 1000 Mitgliedsunternehmen

im Wirtschaftsverband Industrieller

Unternehmen Baden e.V.

(wvib), der seinen Sitz in Freiburg

hat. Darunter sind Namen wie Witzenmann

und Kramski aus Pforzheim,

E.G.O. aus Oberderdingen

sowie die J. Schmalz GmbH, die

Homag-Gruppe und die fischerwerke

aus dem südlichen Teil der

Region – um nur einige wenige zu

nennen. Der Verband repräsentiert

mit seinen Mitgliedsunternehmen

insgesamt rund 240 000 Beschäftigte,

davon 40 000 im Ausland,

und einen Jahresumsatz von 40

Milliarden Euro. In der Verbandszentrale

arbeiten 45 hauptamtliche

Mitarbeiter. wvib-Präsident ist

Klaus Endress, Präsident des Verwaltungsrates

von Endress+Hauser.

Hauptgeschäftsführer Dr. Christoph

Münzer blickt im Interview auf

sieben Jahrzehnte Verbandsarbeit –

und in die Zukunft.

WirtschaftsKRAFT: Herr Dr. Münzer,

der wvib feiert 2016 sein 70-

jähriges Bestehen. Wie kam es zur

Gründung?

Dr. Christoph Münzer: Der wvib

wurde 1946 auf Betreiben der französischen

Besatzungsbehörden als

‚Fachvereinigung Gießereien, Maschinen

und sonstige Metallverarbeitung‘

von Unternehmern für

Unternehmer gegründet. Die existenzbedrohenden

Startbedingungen

der Nachkriegszeit ließen sich

schon damals in einer lernenden

Gemeinschaft besser bewältigen als

im unternehmerischen Einzelkampf.

Mut und Pioniergeist der 85 Gründungsunternehmen

zahlen sich bis

heute aus.

WirtschaftsKRAFT: Wie war die

Entwicklung seither?

Münzer: Der wvib hat in 70 Jahren

eine beachtliche Wegstrecke zurückgelegt,

von der Gründung 1946 als

„Cluster der ersten Stunde“ bis zum

professionellen Netzwerk mit über

200 000 Beschäftigten. Wir machen

jährlich über 650 Veranstaltungen

für alle rund 50 unternehmensinternen

Zielgruppen vom Chef über den

CFO bis zum Sachbearbeiter im Einkauf.

Oder denken Sie an unsere

zwei Chef-Assistentinnen-Gruppen

mit insgesamt 200 aktiven Mitgliedern.

Rund 10 000 Teilnehmer

werden jährlich vernetzt, auch

bei unseren Unternehmer-Reisen.

2017 geht es nach Indien. Ungefähr

zehnmal pro Jahr machen wir etwas

ganz anderes als Wirtschaft: Wir

haben seit zehn Jahren ein Golfturnier,

die mit fast 400 Teilnehmern

stärkste Läufergruppe beim

Freiburg Marathon, machen eine

Bringt seinen reichhaltigen beruflichen

Erfahrungsschatz in den Verband ein:

Hauptgeschäftsführer Dr. Christoph Münzer.

Foto: Ulrich Marx

Zur Person

Christoph Münzer, Jahrgang

1962, ist seit 2005 Hauptgeschäftsführer

des Wirtschaftsverbandes

Industrieller Unternehmen

Baden e.V. (wvib). Zu

den beruflichen Stationen des

in Gengenbach geborenen promovierten

Volkswirtschaftlers

vor seinem Eintritt beim wvib

gehören: Bundesgeschäftsführer

bei der Bundesarchitektenkammer

(BAK), Berlin; Leiter Politische

Kommunikation und persönlicher

Referent des damaligen

Präsidenten der Bundesvereinigung

der Deutschen Arbeitgeberverbände,

BDA, Köln/

Berlin, Dr. Dieter Hundt; Referatsleiter

Internationale Sozialpolitik

und ebenfalls persönlicher

Referent von Dr. Dieter

Hundt, dem heutigen Ehrenvorsitzenden

des Verbandes der

Metallindustrie Baden-Württemberg,

Südwestmetall, Stuttgart;

Leiter Öffentlichkeitsarbeit

der deutschen Niederlassung der

Pfizer Inc., New York, Karlsruhe;

Persönlicher Referent des

Hauptgeschäftsführers der Industrie-

und Handelskammer

Südlicher Oberrhein, Freiburg.

Die Promotion zum Dr. rer. pol.

in Volkswirtschaftslehre erfolgte

an der Albert-Ludwigs-Universität

Freiburg, Münzer war Stipendiat

des Landes Baden-

Württemberg. Das Studium der

Volkswirtschaftslehre als Fulbright-Stipendiat

Portland State

University in Portland, Oregon/

USA schloss er als „M. Sc. Economics“

ab. wk/gel

PROFIL

WirtschaftsKRAFT 73


Region Nordschwarzwald

Motorradtour für Chefs, treiben

Philosophie beim Rotwein – Unternehmer

sind vielseitig.

WirtschaftsKRAFT: Zu den Aufgaben

des Verbands gehört?

Münzer: Menschen und Unternehmen

wettbewerbsfähiger machen.

Die Idee, alle Herausforderungen

der Unternehmer rund um die

Themen Familie, Unternehmensführung,

technologischer Wandel,

Erschließung neuer Märkte und des

politischen Umfelds gemeinsam zu

bewältigen, war damals modern

und ist es bis heute geblieben. Wir

nennen das „Wissen & Wärme“.

Wir vernetzen vor allem inhabergeführte

oder fremdgeführte familiengeprägte

Industrieunternehmen

– aber auch deutsche und internationale

Konzerntöchter sind bei uns

aktiv. Die Menschen in den Unternehmen

müssen Lust auf Netzwerk

haben. Zur „Schwarzwald AG“ passen

Menschen, die offen, neugierig

und innovativ sind, die ihr Wissen

teilen wollen, die aber auch zuhören

können – Netzwerker eben.

WirtschaftsKRAFT: Gibt es noch

Entwicklungspotenzial?

Münzer: Gute Verbandsarbeit hat

immer Konjunktur. Solange Menschen

in unserer mittelständischen

Industrie in irgendeiner Weise gefordert

sind, haben wir etwas zu

tun. Nachdem wir für unsere 1000

Unternehmenschefs schon ein unschlagbar

breites Programm stehen

haben, das sehr gut genutzt wird,

gehen wir nun noch konsequenter

auf die Führungsmannschaften zu.

Derzeit sind rund 3000 Führungskräfte

regelmäßig im Erfahrungsaustausch

dabei. Wir wissen, da

geht noch mehr und schaffen gerade

die Kapazität dafür.

WirtschaftsKRAFT: Was ist der Unterschied

zu anderen Verbänden?

Münzer: Wir arbeiten nur für die

Industrie und wir sind in einem

kompakten Raum, in dem man in

zwei Stunden Autofahrt fast alle

erreichen kann. Deshalb kennen

wir unsere Mitglieder auch sehr

gut, denn wir sind ein Verband, der

vorbeikommt – regelmäßig, zu Unternehmensbesuchen

und Veranstaltungen.

Andererseits haben wir

innerhalb der Industrie einen breiten

Mix mit vielen kreativen Querverbindungen

zwischen Branchen und

wenig Wettbewerb zwischen Mitgliedern.

Damit kann man produktive

Vernetzung, Globalisierung und

Digitalisierung besser bewältigen,

als wenn einzelne Branchen oder

Landkreise alleine unterwegs sind.

WirtschaftsKRAFT: In welchen

Kerngebieten haben die Mitglieder

ihren Sitz?

Münzer: Wir kennen eigentlich keine

Grenzen: Unsere Mitglieder sind

in 14 Landkreisen zu Hause, von

Karlsruhe im Norden, über Pforzheim,

Rottweil, Tuttlingen bis zum

Bodensee und von Basel rheinabwärts

bis Heidelberg. Wir haben auch

rund 50 Schweizer, unser Präsident

ist Schweizer Unternehmer. Es gibt

sogar Bayern, Hessen – und einen

Niedersachsen in Quakenbrück,

aber das ist ein heimatvertriebener

Schwarzwälder, der ohne uns nicht

leben will.

WirtschaftsKRAFT: Wie sehen

Ihre Expansionspläne im Hinblick

auf Mitglieder im Nordschwarzwald

aus?

Münzer: Unser Geschäftsmodell ist

nicht auf Expansion ausgelegt. Wir

wollen persönlich bleiben und unsere

Unternehmen wirklich gut kennen.

Wir suchen die richtigen Unternehmen

und offene, interessierte

Menschen aus, die unser Netzwerk

weiter verstärken.

WirtschaftsKRAFT: Der wvib wird

auch als Schwarzwald AG bezeichnet,

wie kam das zustande?

Münzer: Der Schwarzwald ist eine

starke Marke. Er ist auch geprägt

durch seine vitale Industrie. Seit

rund zehn Jahren verwenden wir

diese Bezeichnung für einen besonderen

Typus Unternehmen, der

von besonderen Menschen geprägt

ist, die wiederum den Schwarzwald

prägen. Es geht um tatkräftige Familien,

die für Vertrauen und Nachhaltigkeit

sorgen. Black Forest zieht

auch im Ausland besser als Made in

Germany. Wir wollen, dass das so

bleibt und übernehmen gerne Verantwortung

für die Industrielandschaft

zwischen Basel, Karlsruhe,

Stuttgart und Friedrichshafen.

Wie ein Strategiepapier

in Buchform

Der Mittelstand ist das Herz der

deutschen Wirtschaft und der Motor

für Wachstum und Beschäftigung.

So ist es in einer Stellungnahme

der Bundesregierung zu lesen.

„Mittelstand ist eine Haltung“, das

sagen Dr. Heiner Kübler und Carl

A. Siebel in ihrem jetzt erschienen

Buch mit dem gleichlautenden Titel.

Erschienen ist das 288 Seiten

umfassende Werk bei Econ (ISBN-13

9783430202206). Mit Unterstützung

der Südwestbank veröffentlichte

der Verlag eine Sonderausgabe

zum 70-jährigen Bestehen des

Wirtschaftsverbandes Industrieller

Unternehmen Baden (wvib). Mit 15

Fallbeispielen zeigen die Autoren,

wie Mittelständler Herausforderungen

angepackt haben. Beide gelten

als langjährige Praktiker: Heiner

Kübler ist Strategieberater. Er

hat unter anderem vielen der rund

1000 wvib-Mitgliedsunternehmen

wertvolle Anleitungen an die Hand

gegeben. Carl A. Siebel schmiedete

aus dem väterlichen Unternehmen

einen Weltkonzern, der 1993

unter dem Namen Aptargroup in

New York an die Börse ging. „Man

spürt sofort, dass das Autorenteam

weder ein Praxis- noch ein Theoriedefizit

hat, sondern aus einem

reichen Fundus von durchlebten

und durchdachten Praxisbeispielen

schöpfen kann“, schreiben wvib-

Präsident Klaus Endress und wvib-

Hauptgeschäftsführer Dr. Christoph

Münzer im Vorwort. wk/gel

Stellte das Buch „Mittelstand ist eine

Haltung“ vor: Autor und Strategieberater

Dr. Heiner Kübler. Foto: Wilhelm Media

74


WirtschaftsKRAFT: Ihr Geschäftsgebiet

ist also nicht mehr auf den

Schwarzwald und auf Baden beschränkt.

Wäre es da nicht an der

Zeit, den Namen zu ändern?

Münzer: BMW ist kein Bayrisches

Motorenwerk und BASF keine Badische

Anilin- und Sodafabrik mehr.

Und der wvib bleibt wvib, auch

wenn er die alten Grenzen sprengt.

Eine 70 Jahre alte Marke hat ungeheure

Kraft.

WirtschaftsKRAFT: Eine Frage zum

Titelthema dieses Magazins: Wie steht

es um den Frauenanteil im Verband?

Münzer: Von 1957 bis 1985 war Dr.

Magda Scheffelt Hauptgeschäftsführerin

im wvib. Als Frau war sie

in dieser Position, in dieser Zeit und

in der Männerdomäne Industrie etwas

ganz Besonderes. Frauen gehören

also fast von Anfang an zum

wvib. Bei uns im Team liegt die

Frauenquote bei zwei Dritteln. Aber

in den Mitgliedsunternehmen geht

natürlich in Zukunft noch mehr.

WirtschaftsKRAFT: Wie sehen Sie

die Wirtschaftsregion Nordschwarzwald?

Münzer: Die Region Pforzheim

hat eine lange Tradition in der

Schmuckindustrie. Aus diesen Kompetenzen

entwickelten sich neue,

zukunftsorientierte Industriezweige

wie die Medizintechnik und die

Stanz- und Präzisionstechnik. Aus

dem Cluster ist ein bunter Strauß an

innovativen Mittelständlern in der

Wirtschaftsregion Nordschwarzwald

gewachsen. Diese Unternehmen

gehen oft unkonventionelle

Wege, um Mitarbeiter zu finden

und zu binden und den Standort zu

stärken. Es gibt viele Hidden Champions

– bekannte und weniger bekannte.

Besonders gut in diesem

Teilraum ist die Vernetzung von

Wirtschaft und Wissenschaft.

WirtschaftsKRAFT: Wie wird sich

der wvib bis zu seinem 80-jährigen

Bestehen 2026 entwickelt haben?

Münzer: Die Schwarzwald AG und

ihr Verband wvib werden weiter

wachsen. Es geht in Zukunft natürlich

noch mehr um Qualität,

genauer: Individualität. Man muss

die Menschen erreichen. Wir setzen

also auf unsere Kenntnis der Menschen

und der Industriebranchen

im Schwarzwald. Wir werden den

Wandel in den Familien, den Werten,

den Weltregionen, den Technologien

genauso eng begleiten wie

in den letzten 70 Jahren. Und über

unseren Erfahrungsaustausch früher

die Nase im Wind haben. Wir

freuen uns auf die Zukunft! Und

ich persönlich freue mich auf jeden

einzelnen neuen Tag mit unseren

starken Unternehmen und großartigen

Menschen.

PROFIL

Magda Scheffelt –

engagierte Vorreiterin

der Gleichstellung

Das Thema Frauen in Führung

gehört beim Wirtschaftsverband

Industrieller Unternehmen Baden

e.V. (wvib) seit fast 70 Jahren zur

Tradition. Mit Dr. Magda Scheffelt

(1921 in Ihringen am Kaiserstuhl

geboren) stieß 1949 eine Frau zum

wvib, die erfolgreich am Aufbau

des Verbandes mitgewirkt hat. Ihre

Amtszeit als Hauptgeschäftsführerin

dauerte von 1957 bis 1985,

„was einmalig für die Verbändelandschaft

ist“, wie der heutige

Hauptgeschäftsführer Christoph

Münzer, sagt.

Ohnehin sei Magda Scheffelt schon

von Anfang an einen für die damalige

Zeit ungewöhnlichen Weg

gegangen. Sie promovierte als eine

der ersten Frauen an der Albert-

Ludwigs-Universität im Fach Volkswirtschaftslehre

und übernahm anschließend

eine erste Position als

Referentin im damaligen frisch gegründeten

badischen Wirtschaftsministerium

unter der Regierung

Leo Wohleb in Freiburg. Bis heute

legendär sei ihr ebenso persönlicher

wie fordernder Moderationsstil, mit

dem die unverheiratete, alleinerziehende

Mutter eines Sohnes ein

fürsorgliches aber strenges Regiment

über die ihr anvertrauten Verbandsmitglieder

geführt habe.

Der amtierende wvib-Präsident

Klaus Endress sprach von der

„Mutter Courage der Stunde Null“.

In Magda Scheffelts Amtszeit vollzog

sich demnach der Aufbau eines

professionellen Dienstleistungsangebots

und ein rasches Wachstum

der Mitgliederzahl auf rund 750

Industrieunternehmen. Der schaffensstarken

und charismatischen

Magda Scheffelt sei es gelungen,

aus den bis dato unverbunden arbeitenden

Unternehmern und Betrieben

in vielen Begegnungen,

Beratungen und zahlreichen Gesprächskreisen

eine „große Familie“

mit starkem Zusammengehörigkeitsgefühl

zu formen. Heutzutage

würde man vom erfolgreichen Aufbau

eines funktionierenden Netzwerks

sprechen.

Ihre wohl prägendste Erfindung sei

die schrittweise Einführung von

sogenannten Chef-Erfahrungsaustauschgruppen

(Chef-Erfas) gewesen,

die bis heute im wvib einer der

Schwerpunkte der Verbandsarbeit

sind. In diesen Erfas, so Münzer,

würden im persönlichen Austausch

Hat schon früh die eingefahrenen Wege

verlassen: Magda Scheffelt (†),

ehemalige Hauptgeschäftsführerin

des Wirtschaftsverbandes Industrieller

Unternehmen Baden. Foto: wvib

„unternehmerische Fragen geklärt

werden, die nicht im Lehrbuch stehen“.

Für ihre Leistung erhielt Magda

Scheffelt 1985 das Große Bundesverdienstkreuz.

Im September

2015 starb sie im Alter von 94 Jahren.

Durch ihr Streben, unkonventionelle

Wege zu gehen, hat sie sich

– wohl ohne es bewusst darauf anzulegen

– als engagierte Vorreiterin

der Gleichstellung hervorgehoben.

WirtschaftsKRAFT 75


Digitaler Marktplatz

Multi-Channel-Lösung für stationäre Händler

Eine Initiative von

PORTRÄT

Foto: © Kzenon - Fotolia.com

Von Gerd Lache

Ohne Internet geht’s nicht mehr.

Während Amazon & Co. im virtuellen

Verkaufsraum erfreuliche Zuwachsraten

aufweisen, befürchten

manche Einzelhändler, dass ihren

realen Ladengeschäften vor Ort die

Kunden ausgehen könnten. Das

muss nicht sein. Zwar informieren

sich rund 70 Prozent der Kaufinteressenten

im Internet – insbesondere

über Angebote und Dienstleistungen

der Geschäfte in ihrer

näheren Umgebung. Aber, sagt

Horst Lenk, Sprecher des Pforzheimer

Einzelhandels sowie ehemaliger

Präsident des Handelsverbandes

Baden-Württemberg: „Die

meisten Verbraucher würden gerne

nach dem virtuellen Shopping die

ausgesuchte Ware anschauen und

haptisch erleben, bevor sie damit

zur Kasse gehen.“ Das wissen auch

die Online-Unternehmen. Sie eröffnen

inzwischen Läden an ausgewählten

Standorten. Lenk ruft

seine Kolleginnen und Kollegen

der Branche auf, zukunftsorientiert

den Weg des Multi-Channel zu beschreiten,

sprich: offline und online

zu agieren.

Nicht wenige namhafte stationäre

Einzelhändler aus der Region Nordschwarzwald

kommen diesem Aufruf

nach. Auf einer gemeinsam genutzten

Online-Plattform namens

lokalschatz.de präsentiert jeder von

ihnen mit einer eigenen mobiloptimierten

Webseite bis zu zehn seiner

Top-Produkte in Bild und Text nebst

Firmenlogo. Per Mausklick trifft der

Digital-Shopper seine Wahl. Danach

hat er den Vorzug, die online reservierte

Ware im Laden zu prüfen,

in Empfang zu nehmen und zu

bezahlen – und sich auf Wunsch

zuvor beraten zu lassen. Eine Win-

Win-Situation. Denn auch die Unternehmen

haben Vorteile: das Verpacken

und Versenden entfällt, ebenso

die Bearbeitung von Rückläufern.

Wer betreibt die Plattform? Da ein

aufwendiger eigener Online-Shop

neben dem stationären Geschäft

oftmals noch nicht realisierbar ist,

hat das Pforzheimer Medienhaus

(WirtschaftsKRAFT, Pforzheimer

Zeitung und andere Publikationen)

die Initiative ergriffen und diesen

regionalen digitalen Marktplatz geschaffen,

der dem gesamten stationären

Handel der Region offen

steht und ihm entsprechende Multi-Channel-Aktivitäten

ermöglicht.

„Auf diese Weise können geschickt

die Vorzüge des Internet-Handels

mit den vielen Vorteilen der Geschäfte

vor Ort verbunden werden“,

sagt Wolfgang Altmann aus dem

PZ-Medienhaus.

KONTAKT:

E-Mail: lokalschatz@pz-news.de

Telefon: 07231 16899 282

76


Stadt Pforzheim

Spiegel regionaler

Leistungsfähigkeit

Fachmesse Stanztec präsentiert High-End-

Stanztechnik aus dem Nordschwarzwald –

Großraum Pforzheim gilt als Hochburg der Branche

Von Gerd Lache

„Hier spielt die Musik, hier ist das

Zentrum der Stanzer und Werkzeugbauer.“

Für Klaus Müller (Geschäftsführer

von Leicht + Müller,

Remchingen) ist klar: „Die Stanztec-

Fachmesse bleibt in Pforzheim.“

Begehrlichkeiten von Messestandorten

wie etwa Karlsruhe oder

Stuttgart gibt der Sprecher des

Messebeirats eine klare Absage. Die

Stanztec sei ein regionaler Leistungsspiegel

der hier ansässigen

Unternehmen. Und das solle so

bleiben. Das Motto: Die Aussteller

sind überwiegend regional, die Besucher

weitgehend international.

Im Zweijahres-Rhythmus präsentieren

sich vor allem Firmen aus dem

Nordschwarzwald, aber auch aus

dem Ausland, auf diesem kleinen

aber feinen Spezialbranchen-Treff

im CongressCentrum Pforzheim

(CCP). Technologien, Verfahren,

Pressen und Maschinen sowie

Werkzeuge und stanztechnische

Peripherie prägen diese Fachmesse,

Messebeiratssprecher Klaus Müller (links) von Leicht + Müller auf der Stanztec

im Gespräch mit Pforzheims Oberbürgermeister Gert Hager. Foto: Schall-Messen

die „weltweit eine Sonderstellung

einnimmt“, wie Messeveranstalter

Schall betont. Im Vordergrund dieser

Technologie-Plattform stehe der

Technik-, Know-how- und Wissens-

Transfer zwischen heimischen Anbietern

und Kunden sowie internationalen

Interessenten. Schall:

„Nicht das breite Weltangebot, sondern

High-End-Stanztechnik für die

strikt wirtschaftliche Produktion

von Funktionsteilen und Baugruppen

wird offeriert.“

Bei der fünften Veranstaltung im

Juni 2016 vermeldete der Veranstalter

zum dritten Mal in Folge

„Full House“. Soll heißen: Auf der

restlos ausgebuchten Bruttofläche

von 3500 Quadratmetern im CCP

präsentierten 169 Aussteller aus vier

Ländern den mehr als 3500 hochkarätigen

Fachbesuchern aus

25 Nationen ihre High-End-

Stanztechnik. Die Auswertung der

Fachbesucherstruktur ergibt Schall

zufolge „eine signifikante Zunahme

an Fachbesuchern aus Süd-,

Nord- und Osteuropa“, aus Ländern

wie Italien, Spanien, Dänemark und

Schweden sowie Polen und Ungarn.

Eine Ursache für die hohe Akzeptanz

dürften demnach die gestiegenen

Qualitäts- und Lieferfähigkeitsansprüche

der Produzenten

und deren Hauptzulieferer aus aller

Welt sein. Um die Wünsche dieser

Kunden dauerhaft erfüllen zu können,

würden die Sub-Lieferanten

verstärkt auf Technologien und Automatisierung

setzen. „Und dafür

braucht es zunächst einmal hochleistungsfähige

Werkzeuge oder

eben auch gestanzte Hochleistungsbauteile

beziehungsweise funktionsintegrierte

Baugruppen.“ Der

Großraum Pforzheim biete hierbei

ein vielfältiges Angebot an entsprechenden

Firmen.

Trotz der hohen Nachfrage von

Herstellern und Dienstleistern nach

Ausstellungsfläche auf der Stanztec

– und der damit verbundenen hervorragenden

Expansionsmöglichkeiten

in größeren Messearenen

anderer Städte – macht der Veranstalter

deutlich: „Aus Tradition und

wegen der starken Verankerung der

Stanztechnologien im Großraum

Pforzheim“ werde die Fachmesse in

der Goldstadt bleiben.

MESSEN

WirtschaftsKRAFT 77


Stadt Pforzheim

MESSEN

Die Fachmesse Stanztec nimmt mit den hier präsentierten Firmen und Produkten weltweit eine Sonderstellung ein. Foto: Sebastian Hauenstein

Messebeirat Klaus Müller hebt hervor,

dass davon auch ansässige

Wirtschaftsbereiche wie Hotellerie

und Gastronomie profitierten. Die

aktuelle Besucherzahl umgerechnet

ergäben sich schätzungsweise

über 1000 Übernachtungen in der

Stadt und im weiteren Umland. Zudem

hält es der Sprecher für wichtig,

den jungen Nachwuchskräften

zu signalisieren: „Wir stehen zum

Standort Pforzheim. Hier lohnt es

sich zu leben und zu arbeiten.“

Immerhin sei es bei der Gewinnung

und beim Halten von Fachkräften

wichtig, einen stabilen Standort zu

haben. Apropos Fachkräfte: „Wir

bilden alle stark aus“, sagt Müller

über seine Branche. Das eigene Heranbilden

qualifizierter Mitarbeiter

sei ein wesentliches Standbein, um

den steigenden Bedarf zu decken.

Die Zeichen der Branche stünden

für die kommenden Jahre eindeutig

auf Wachstum. Gute Aussichten

also für die Stanztec, um auch

weiterhin Komplettbelegung vermelden

zu können.

Die nächste Fachmesse im Congress-

Centrum Pforzheim ist vom 19. bis

21. Juni 2018.

www.stanztec-messe.de

Zum Thema

Die Fachmesse Stanztec spiegelt

die im Großraum Pforzheim

ansässige High-End-Stanztechnik.

Das betrifft den Bau

von Hochleistungswerkzeugen

wie auch die Serienproduktion

hochwertiger Stanzteile und das

periphere Angebot an Produktionseinrichtungen.

Themenschwerpunkte sind vor

allem: Blech und Blechhalbzeuge,

Handhabungstechnologie,

Oberflächentechnologie, Trenntechnologie,

Umformtechnologie,

Werkzeugtechnologie sowie

Prozesskontrolle und Qualitätssicherung,

außerdem Datentechnologie,

Betriebseinrichtungen,

allgemeine Dienstleistungen und

Schmierstoffe. Die fortschreitende

Vernetzung von Prozessen

lässt dabei die Grenzen sichtbar

fließen, so der Veranstalter. Denn

aus hochwertigen Stanzteilen

entstehen heutzutage in zumeist

voll integrierten Arbeitsgängen

feinwerktechnische/mechatroni-

sche Baugruppen. Daraus ergäben

sich für die Konstrukteure und vor

allem für den Werkzeugbau neue

Herausforderungen, die auf der

Innovations-Plattform Stanztec zu

sehen sind.

Veranstalter:

P. E. Schall GmbH & Co. KG

Gustav-Werner-Straße 6

D-72636 Frickenhausen

www.schall-messen.de

Das CongressCentrum Pforzheim (CCP) liegt ideal im Zentrum der Region, in der Stanzer

und Maschinenbauer angesiedelt sind. Foto: Schall-Messen

78


PERFEKTES ZUSAMMENSPIEL

Stanzen, Kunststoff-Umspritzen,

Montieren, Prüfen.

Die Fertigung hybrider Bauteile und

Komponenten aus einer Hand und an einem

Standort ist der erfolgversprechende Schachzug

für unsere Kunden.

In deutschen und internationalen Automobilen fahren Sie sicher und komfortabel mit Produkten von Leicht + Müller.

Dazu gehören unzählige Steckverbinder für das Bordnetz und Niveausensoren für nahezu alle Füllstandsmessungen.

Unsere Stanzkontakte sind unentbehrliche Qualitätsbestandteile in der Elektrik- und Elektronikindustrie, zum Beispiel

für Maschinenschaltschränke, Steckdosen, Schalter. Damit die Welt in Verbindung bleibt, versorgen wir Handys, Computer,

Netzwerke und BUS-Systeme mit zuverlässigen Kontaktverbindungen. Unsere Stanzwerkzeuge werden darüber hinaus

zur Fertigung verlässlicher Komponenten in der Medizintechnik sowie im Bereich Personal Care eingesetzt.

Jetzt sind Sie am Zug.

Daimlerstraße 14 | D-75196 Remchingen

Tel. +49 (0) 7232 3686-0 | Fax +49 (0) 7232 3686-36

info@leicht-mueller.de | www.leicht-mueller.de


Possehl Electronics

the precision People

Possehl Electronics entwickelt und

produziert seit Jahrzehnten hochkomplexe

mechatronische Baugruppen

für die Automobil- und

Halbleiterindustrie. Das Konstruieren

und Industrialisieren von pfiffigen

Fertigungskonzepten, mit

denen die Grenzen des technisch

Machbaren neu definiert werden

– zum Vorteil der Kunden – ist der

Maßstab der Possehl Electronics.

So stellt sich das Unternehmen den

Anforderungen seiner Kunden und

seinem eigenen Anspruch an Präzision,

Innovation, Qualität und Kostenoptimierung.

„Wir sind weltweit, mit insgesamt

zwölf Standorten in Europa, Asien

und Nordamerika, ein kompetenter

Ansprechpartner für unsere Kunden

aus der Automobil- und Mikroelektroindustrie,

wenn es um optimale

Lösungen vom Produktdesign bis

zur Herstellung des kundenspezifischen

Endproduktes geht“, so CEO

Daniel Pitschmann. Ihren Hauptsitz

hat die Possehl Electronics Gruppe

in Niefern-Öschelbronn. Dort befindet

sich auch der Standort der

Possehl Electronics Deutschland

GmbH. „Durch die Zusammenarbeit

mit der Hochschule Pforzheim,

der Kirnbachschule in Niefern und

unserem Ausbildungsangebot in

kaufmännischen und technischen

Bereichen wird die Bindung an die

Region Nordschwarzwald deutlich

gezeigt“, erklärt Pitschmann.

Unterdessen wächst der Wertanteil

der Elektronik an den Herstellkosten

in Kraftfahrzeugen beständig.

Und damit steigt neben immer komplexeren

und kleineren Sensor- und

Mechatronik-Komponenten auch

die Zahl von Kontaktierungsstellen,

die in modernen Fahrzeugen

im gut vierstelligen Bereich liegt.

Dabei müssen die Bauteile ihre

Zuverlässigkeit unter immer höheren

Anforderungsbedingungen

wie Temperatur-, Medien- und

Vibrationseinflüssen beweisen.

Dieses Themas hat sich Possehl

Electronics angenommen und

gleich mit mehreren innovativen

Entwicklungen den Marktansprüchen

der Kunden Rechnung getragen

sowie Innovationsgeist bewiesen.

Im Bereich der Kontaktsysteme

hat Possehl Electronics mit der

pretPin ® -Kontaktfamilie bekannte

Einpresskontakte weiterentwickelt

und auf zusätzliche neue Materiallegierungen

optimiert. „Dieses Kontaktsystem

erlaubt eine lötfreie,

elektrische Verbindung zu elektronischen

Leiterplatten durch eine

rein mechanische Einpressung und

stellt daher eine sehr fortschrittliche

und wirtschaftliche Lösung

dar“, erklärt CEO Pitschmann. Es

gilt als eine der Schlüsseltechnologien,

die in mechatronischen Komponenten

für die Automobilindustrie

immer häufiger berücksichtigt

werden. Ein Meilenstein dieser

Entwicklungen war die erste allgemeine

Freigabe eines führenden

„Tier1-Lieferanten“ (oberster Rang

des Zulieferers in der Lieferkette)

für einen Einpresskontakt aus einer

neuen Metalllegierung, mit der zuverlässige

Messungen elektrischer

Kenngrößen zum Beispiel für das

Batteriemanagement ermöglicht

werden.

Fotos: Tilman Weishart 2015

PORTRÄT

Possehl Electronics Deutschland GmbH · Enztalstraße 6 · D-75223 Niefern

Tel. +49 7233 69-0 · Fax +49 7233 69-379 · info@possehlelectronics.de · www.possehlelectronics.de

80


Edelmetalleinsparung

durch den optimalen Einsatz

galvanischer Selektivtechniken

Die Edelmetallpreise sind in den

vergangenen Jahren aufgrund verschiedener

Krisen und Marktgegebenheiten

stark angestiegen.

Gerade in der Automobil-, Elektronik-

und der elektrischen Industrie

sind Edelmetalle unverzichtbar und

werden auf Steckverbindern und

Kontakten hauchdünn galvanisch

aufgebracht. Die elektrolytische Beschichtung

bietet vielfältige Alternativen,

um diesen kostspieligen

Anteil in den verschiedenen Anwendungen

entgegenzuwirken und

den Verbrauch zum Teil drastisch zu

reduzieren. Werden alle Möglichkeiten,

die die Galvanik bietet, optimal

genutzt, können große Mengen

an Edelmetallen eingespart werden.

Diese Reduktion des Edelmetalleinsatzes

führt direkt zu erheblichen

Kostensenkungen des Endprodukts.

Ein Spezialist auf dem Gebiet der

Selektivbeschichtung ist die Firma

IMO Oberflächentechnik GmbH in

Königsbach-Stein. Seit über 40 Jahren

ist das familiengeführte Unternehmen

auf die galvanische Beschichtung

von Präzisionsteilen für

die Automobilindustrie, Elektrotechnik,

Telekommunikation, Medizintechnik

und die erneuerbaren

Energien spezialisiert. Am Standort

Königsbach sind derzeit 400 Mitarbeiter

beschäftigt, darunter 21 Auszubildende

in unterschiedlichsten

Berufen. Mit 31 Bandanlagen und 5

Schüttgutvollautomaten für die Beschichtung

von Einzelteilen verfügt

das Unternehmen über eine einzigartige

Technikvielfalt und ein umfangreiches

Beschichtungsangebot.

IMO Oberflächentechnik GmbH

Remchinger Str. 5

D-75203 Königsbach-Stein

Tel. +49 7232 3006-0

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PORTRÄT

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IMO Oberflächentechnik GmbH

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75203 Königsbach-Stein

www. imo-gmbh.com

WirtschaftsKRAFT 81


Unverfälschte

Präzisionsarbeit

Kein führender Halbzeughersteller

in Europa und kein Automotive-Kunde

kommt an Profiltech vorbei

Von Gerd Lache

„Wir sind ein global Playerle“,

sagt Markus Kurtz, Geschäftsführer

der Profiltech GmbH in Keltern.

Nicht-Baden-Württembergern sei

erklärt: Dabei handelt es sich um

die Verniedlichungsform von Global

Player. Kurtz untertreibt damit

maßlos. Das Unternehmen mit

45 Beschäftigten ist nach eigenen

Angaben Erfinder und Marktführer

bei der Herstellung von gefrästen

Profilbändern aus Kupfer und Kupferlegierungen

sowie Nichteisenmetall-Speziallegierungen

und international

aktiv.

Wozu werden diese hochpräzisen

Bänder benötigt? Der Geschäftsführer

erklärt: Zur Herstellung von

Stufenband für die Leistungselektronik mit

integrierten Kühlkörpern, Foto: Profiltech

Stufengefrästes Band für die Herstellung

von Leistungs-LEDs. Foto: Profiltech

Steckverbindern, Kontaktteilen,

Halbleiterträgern und zahlreichen

Anwendungen in der Elektrotechnik

und Elektronik, im Automotive-Bereich

sowie in der Informations-

und Computertechnik – um

nur einiges zu nennen. Unterdessen

erweitert der technologische Fortschritt

das Einsatzgebiet der Profiltech-Produkte

ständig.

Worin sieht Kurtz den Vorteil des

Fräsens gegenüber Anwendungen

wie beispielsweise Prägen im

Stanzwerkzeug und Walzprofilieren?

„Durch unser spanabhebendes

Verfahren hat das Material nach der

Bearbeitung keinerlei Spannungen.

Das ist in vielen Bereichen der Weiterbearbeitung

bei unseren Endkunden

wichtig“, sagt er. Beim Präge-

und Walzprozess hingegen wird

das Material verdrängt, verdichtet,

es verändern sich die Werkstoffeigenschaften.

Kurtz: „Durch unser

Präzisionsfräsen bleiben die technologischen

Werkstoffeigenschaften

unverfälscht, das Material ist

völlig spannungsfrei. Das schätzen

unsere Kunden.“

Wer sind die Kunden? Kein führender

Halbzeughersteller in Europa

oder Automotive-Kunde kommt

an dem Hersteller und Veredler

aus der Enzkreis-Gemeinde vorbei.

Und weltweit zählen die Großen

ihrer Branche zu den Abnehmern.

Beispiel: Mit dem Vormarsch der

LED-Technologie – deren Produktion

weitgehend nach Asien abgewandert

ist – hat sich der Bedarf

an Profilbändern deutlich erhöht.

Profiltech liefert sogenannte Vorstufenbänder

für Hochleistungs-

LED nach China.

Ohnehin stellt sich das Unternehmen

aus dem Nordschwarzwald

frühzeitig auf innovative Prozesse

und neue Märkte ein. „Wir sind

für die E-Mobilität gerüstet“, sagt

Kurtz. Die kürzlich von Daimler-

Chef Dieter Zetsche verkündete Abkehr

vom Verbrennungsmotor und

die damit verbundenen völlig neuen

Anforderungen an die Produkte

(im E-Motor entfällt beispielsweise

das Getriebe) sieht Kurtz entspannt.

„Wir werden auch bei dieser Entwicklung

dabei sein.“

Mit der Fähigkeit zum Anpassen

hat sich das Unternehmen nun

schon seit fünf Jahrzehnten am

Markt behauptet. Einige der wesentlichen

Stationen:

1968 gründen Hanspeter Mitschele

und Helmut Stumpp die Mitschele+

Stumpp GmbH. 1990 tritt ein weiterer

Gesellschafter, Maximilian

Ruess, dem Unternehmen bei. 1999

erfolgt die Umfirmierung in Profiltech

GmbH Stufenbandprofile.

2012 übernimmt die Kemper-Unternehmensgruppe

aus Olpe die Geschäftsanteile.

Gründungsjahr des

Mutterunternehmens ist 1863, Beschäftigtenzahl

weltweit rund 800

Mitarbeiter. Geschäftsführer der

Tochter Profiltech am Standort Keltern

sind Rupprecht Kemper und

Markus Kurtz.

Unverändert geblieben ist der hohe

Anspruch an Qualität und die passgenaue

Umsetzung nach individuellen

Kundenwünschen. Kurtz

zufolge ermöglicht die Profiltech-

Frästechnik „die Herstellung von

Stufenbändern mit sehr präzisen,

schmalen Kanälen mit Radien ab

50 µm (Mü) und 4 µm Restdickentoleranz“.

Bänder mit einer Breite

82


Zur Person

Herr Markus Kurtz war nach

seinem Studium zum Dipl.-

Wirtsch.-Ing. (FH) in der Kontakttechnik

(Stanztechnik und

Oberflächentechnik) und ist seit

über 20 Jahren in mehreren

Funktionen tätig.

PORTRÄT

Führt die Geschäfte der Kemper-Tochter Profiltech in Keltern: Markus Kurtz.

Foto: Doris Löffler

von 2 Millimetern bis zu 190 Millimeter

und mit einer Dicke von 0,10

bis 4 Millimetern können demnach

bearbeitet werden.

Unterdessen bleiben die Fertigungsräume

in Keltern für Außenstehende

unter Verschluss. Die teilweise

eigens hergestellten Maschinen

und die speziellen Fräsverfahren

sind ein bestens gehütetes Firmengeheimnis.

Deshalb sei in diesem

Umfeld „Industrie 4.0“ kein Thema.

„Die Maschinen sind nicht digital

vernetzt und können somit auch

kein Ziel eines Hacker-Angriffs

werden“, sagt Kurtz: „Wir schützen

unser Know-how so gut es geht“,

erklärt er und fügt hinzu: „Der

beste Patentschutz ist es, einfach

nichts Preis zu geben.“

www.profiltech.de

01.01.2012 bis heute:

Profiltech Stufenbandprofile

GmbH, Geschäftsführung

Enayati GmbH & Co. KG,

Vertriebsleitung und Marketing

Härter Stanztechnik GmbH,

Vertriebsmitarbeiter-Sales Automotiv,

Key-Account für Bosch

Inovan GmbH & Co. KG Birkenfeld,

Vertriebsbeauftragter

Baden-Württemberg, Fertigungsplaner

/ Projektmanagement

Kontakttechnologie

Studium

Wirtschaftsingenieurwesen /

Produktionstechnik

Fachhochschule Gießen-Friedberg

Abschluss: Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH)

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-Gruppe

WirtschaftsKRAFT 83


Landkreis Enzkreis

Präzisionstechnologie

schafft hervorragende

Wachstumspotenziale

Die Willy Lillich GmbH in Straubenhardt hat

sich in fünf Jahrzehnten zum führenden Hersteller

hochwertiger Präzisionsteile und spezifischer

Kundenlösungen entwickelt

Von Gerd Lache

Auf der einen Seite Kunden, die mit

dem Unternehmen seit der Gründung

gute Geschäftsbeziehungen

pflegen. Auf der anderen Seite loyale

Fach- und Führungskräfte, die

oft seit Jahrzehnten dem Betrieb angehören.

Treue und Verlässlichkeit

spielen bei der Straubenhardter Lillich

GmbH auch im 50. Jahr ihres Bestehens

eine bedeutende Rolle. Die

Geschwister und Geschäftsführer

Präzisionsteile von Lillich für den Maschinen- und Werkzeugbau sowie für die Automobilund

Elektroindustrie, die Medizin- und Automatisierungstechnik. Foto: Eppelt

„Die Mitarbeiter

sind unser

höchstes Gut.“

Die Geschäftsführer

Elke und Gerhard Lillich

Elke und Gerhard Lillich haben die

Prinzipien ihres Vaters, des Firmengründers

Willy Lillich, übernommen

und weiterentwickelt. Maßgabe

ihres unternehmerischen Handelns:

„Wir setzen auf ein konstruktives

Miteinander auf Augenhöhe, auf ein

Fairplay in jeder Hinsicht.“ Denn:

„Ohne unsere Mitarbeiter, Kunden

und Zulieferer“ wären die erfolgreichen

fünf Jahrzehnte so nicht denkbar

gewesen, erklären die beiden

Geschäftsführer bei der Jubiläumsveranstaltung

im September 2016.

Die Geschäftstätigkeit: Drehen, Fräsen,

Schleifen. „Wir sind ein Dienstleister“,

sagt Gerhard Lillich. Soll

heißen: Der Kunde kommt mit konkreten

Vorstellungen und Plänen.

Lillich setzt sie mit einem engagierten

Fachkräfte-Team präzise und

termingerecht um. Mit dem entsprechenden

Wissen und den Fertigungskapazitäten

deckt das Enzkreis-Unternehmen

nach eigenen

Angaben neben dem Drehen und

Fräsen von Werkstücken die gesamte

Bandbreite der Präzisionsschleiftechnik

bis zur Komplettfertigung

von Baugruppen ab. Lillich:

„Wir gehören zu den führenden

Herstellern hochwertiger Präzisionsteile

und spezifischen Kundenlösungen.“

Die Kombination aus

diesen Bereichen ist eine Spezialität,

die sich das Unternehmen über die

Jahrzehnte hinweg erarbeitet hat.

Die Straubenhardter Hightech-Produktion

ist neben Deutschland auch

in der Schweiz, in Tschechien und

in den USA begehrt. Zu den Abnehmern

zählen heute Namen wie

Bosch, Behr, Mahle und Mercedes

(Daimler). In welchen Endprodukten

ist die Kompetenz „Made by Lillich“

zu finden? Im Prinzip in keiner. Denn:

Lillich fertigt Teile für jene Maschinen

und Werkzeuge, mit denen die

Massenproduktion erst möglich ist.

Es gibt Ausnahmen: Die Schwenkeinheit

eines Hochleistungs-Teleskops

in Spanien, bestückt mit Lillich-Hightech,

ermögliche es, „dass

man noch präziser den Sternenhimmel

beobachten kann“, erklärt

Gerhard Lillich. Und Elke Lillich ergänzt:

„Durch unsere Präzisionstechnologie

tragen wir zur Herstellung

höchst anspruchsvoller Produkte

bei.“ Beispiele: Maschinenbauteile

wie Spindeln oder Wellen.

84


Das Führungsteam (von links): die Geschäftsführer Gerhard und Elke Lillich, Werkstattleiter

Bernd Schmid und Prokurist Serge Dorffer. Foto: Eppelt

Lagerungen, Profilrollen für die Umformtechnik,

Roboterkomponenten

in der Automatisierungstechnik

oder filigrane Bauteile für die Medizintechnik.

Für die Wachstumsmärkte der Zukunft

sieht sich die Unternehmensleitung

„bestens gerüstet – sei es für

den Maschinenbau, die Automobilindustrie,

die Elektroindustrie und

für die Medizin- und Automatisierungstechnik“.

Durch das Vordringen

der Präzisionstechnologie in

immer neue Dimensionen ergäben

sich „hervorragende Wachstumspotenziale“.

Insbesondere im Bereich

Schleifen habe das Enzkreis-

Unternehmen hohe Reputation. Lillich

gelte in diesem Segment als

einer der größten Qualitätsbetriebe

in einem Umkreis von rund 100 Kilometern.

„Wir arbeiten im µm-Bereich,

sagt der Geschäftsführer und

erklärt, dass es sich bei dieser Größenordnung

um etwa den 40. Teil

eines menschlichen Haares handele.

In derartigem Know-how sowie in

der immensen Fertigungstiefe und

der zunehmenden Innovationsfunktion

mit dem Fokus auf Prozessoptimierung

sieht die Geschäftsleitung

den Schlüssel dafür, dass sich das

Unternehmen „zu einem führenden

Zulieferer von Präzisionstechnologie,

Komponenten und Dienstleistungen

entwickelt hat“. Unterdessen

hat sich bei Lillich der Geist der

Gründerzeit und die damit verbundene

Aufbruchstimmung erhalten,

sagen die beiden Geschäftsführer.

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WirtschaftsKRAFT 85


Landkreis Enzkreis

Von der Garagenfirma

zur Hightech-Schmiede

Auf jeden der 45 Mitarbeiter der Lillich

GmbH in Straubenhardt kommt

eine Maschine. Das war nicht immer

so. In fast klassischer Gründermanier

hat der gelernte Mechaniker

Willy Lillich (geboren 1928) im

Jahr 1966 den Grundstein für das

Unternehmen in einer Garage in

Schwann gelegt. Anfangs teilte er

sich mit seinem ersten Beschäftigten,

Josef Plackinger, die Arbeit an

der einzigen Maschine – Lillich in

der Nachtschicht, Plackinger am

Tag. Nach einem halben Jahr konnte

in eine zweite Maschine investiert

werden, erinnern sich die Geschwister

und Geschäftsführer Elke

und Gerhard Lillich an die Anfänge

ihres Vaters.

Das Unternehmen sei seither

schnell und nachhaltig gewachsen.

Die Produktionsfläche wurde über

die Jahre hinweg auf 2450 Quadratmeter

erweitert. Und mit dem

Bau eines Materialturms im Jahr

2012 für Rohmaterial und Halb-

Alles noch in Familienhand: Inhaber des Unternehmens sind die Geschwister Gerhard und

Elke Lillich. Foto: Eppelt

zeug wurde in eine kostenoptimal

gesteuerte Produktion investiert.

Die Personalpolitik, so Elke Lillich,

baue auf ein qualifiziertes Aus- und

Weiterbildungsmanagement, auf

ein Gesundheitsmanagement und

auf die konstruktive Zusammenarbeit

zwischen Mitarbeitern und

Geschäftsleitung auf. Die 45 Mitarbeiter

erwirtschafteten 2015 einen

Umsatz von 6,3 Millionen

Euro.

JUBILÄUM

86


Innovative Werkstoffe für die Medizintechnik

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Medizintechnik werden aus unseren Materialien hochwertige

Implantate wie Gefäßstützen (Stents) und eine Vielzahl weiterer

medizinischer Instrumente hergestellt.

Die langjährige Erfahrung in der Metallkunde, die Besonderheiten

der Werkstoffe sowie die Anforderungen der Medizintechnik

sind die Basis für die kontinuierliche Erweiterung des

Lieferprogramms der EUROFLEX GmbH. Eine schnelle Musterfertigung,

die Begleitung der Kunden vom Musterrohr bis zur

Serienproduktion sowie umfangreiche Analyse- und Untersuchungsverfahren

gehören zum selbstverständlichen Service des

Unternehmens.

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Region Nordschwarzwald

Idealer Standort

für Kongresse und

Firmenevents

Tagungen und Tourismus bilden

im Nordschwarzwald eine Symbiose

Foto: Hohenwart Forum, Gerd Jütten

TAGUNGEN

Von Elke Schönborn

Ob Fachseminar, Firmentagung

oder Sitzung – die Tagungs- und

Kongresshotellerie ist und bleibt

ein Zugpferd der Branche. Trotz

aller Technik sucht der Mensch

weiter nach persönlicher Kommunikation,

um sich von Angesicht zu

Angesicht auszutauschen oder zu

lernen. Der persönlichen Kommunikation

kommt stets die entscheidende

Rolle zu. Nicht zu vergessen

auch die Rolle von Tagungen für

den Tourismus. Nicht selten macht

den Charme von Tagungen aus,

dass sich ein Urlaub am Tagungsort

anschließen lässt.

Der Nordschwarzwald ist bei den

Gästen aus dem In- und Ausland

gefragt. Sicher verdankt die Region

dies der intakten Natur, den Radund

Wandermöglichkeiten sowie

den hervorragenden Unterkünften.

Doch die Region ist auch Standort

für Kongresse, Tagungen und Firmenevents.

Neben dem Natur- und

Gesundheitsurlaub spielt traditionell

der Tagungsmarkt eine große

Rolle im Nordschwarzwald. Mit der

Ausrichtung auf den MICE-Markt

(Meetings, Incentives, Conventions,

Events) erhöht eine Destination den

Auslastungsgrad ihrer Unterkünfte

und Versammlungsstätten durch

Geschäftsreisende: Kulturveranstaltungen

und Städtereisende am

Wochenende, MICE-Geschäft von

Montag bis Freitag, meint Kongressexperte

Professor Stefan Luppold

von der Dualen Hochschule

(DHBW) in Ravensburg.

Das Tagungsund

Bildungszentrum

der Evangelischen Kirche

in Pforzheim

Schönbornstraße 25

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die konzentriertes Arbeiten

genauso ermöglicht wie

das lockere Gespräch auf der

Terrasse oder den meditativen

Spaziergang im Grünen, der

Sie auf die entscheidende Idee

bringt.

88


Büro12

Grafik- & Webdesign

aus Pforzheim

PORTRÄT

Büro12 ist eine Werbeagentur des

INFO-Verlages, einer hundertprozentigen

Tochterfirma der Pforzheimer

Zeitung mit Sitz im PZ-

Medienhaus.

Als Kreativdienstleister sieht es

Büro12 als seine Aufgabe, dem

Kunden zielorientierte Lösungen

zu präsentieren. Dabei werden

Konzepte crossmedial umgesetzt.

Ob mittelständisches Unternehmen

oder global agierender Konzern:

Für jeden Kunden werden nur individuelle,

funktionierende und

skalierbare Lösungen gesucht. Im

Austausch mit den Kunden werden

gemeinsam angemessene und

spezifische Kommunikationskonzepte

angeboten, egal ob eine Neu-

gründung oder die

Auffrischung eines

bestehenden Erscheinungsbildes

– für alle

Medien.

Büro12 versteht sich als

eine Full-Service-Agentur.

Das heißt, von der Planung bis

zur Realisierung ist die Agentur

Ihr Ansprechpartner für Corporate

Design, Print- und Webdesign, Illustration,

Fotografie, Video sowie

Redaktion und Vertrieb. Egal ob

Gestaltung eines Logos, Design Ihrer

neuen, hochmodernen Webseite

oder Werbung auf Bussen und

Plakaten in Ihrer Stadt: Büro12 ist

in jedem Fall Ihr kompetenter Ansprechpartner.

Das Team besteht aus qualifizierten

Mitarbeitern mit den

unterschiedlichsten Stärken: Kreativität,

Spontaneität, Flexibilität und

fundiertes Fachwissen. Ihr Projekt

ist die Motivation.

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WirtschaftsKRAFT 89


Stadt Pforzheim

Ein Jubiläum für

die gesamte Region

„250 Jahre Goldstadt“ – Pforzheim

feiert 2017 das Gründungsfest der

Uhren- und Schmuckindustrie. Zu

Freut sich auf das Jubiläum „250 Jahre

Goldstadt“: Uwe Staib, Präsident des

Bundesverbandes Schmuck + Uhren.

Foto: Doris Löffler

diesem Anlass hat es der Bundesverband

Schmuck + Uhren (BV SU)

erreicht, dass mehrere teils internationale

Branchenveranstaltungen

in Pforzheim stattfinden. Im Industriehaus

der Goldstadt befinden

sich bedeutende Institutionen der

Branche. Neben dem BV SU sind

dies der Bundesverband der Importeure

und Exporteure von Edelsteinen

und Perlen, das Bildungszentrum

Uhren Schmuck Edelsteine,

die Deutsche Schmuck- und Uhrengesellschaft,

Fachgruppen wie

Großhandel/Importeure, Schmuck

und Uhren, außerdem die Fachvereinigung

Edelmetalle.

Indes ist es ein Jubiläum der Region.

Rund zwei Drittel der deutschen

Schmuckproduktion werden zwar

in Pforzheim verortet. Tatsächlich

entfällt davon gut die Hälfte auf

den Enzkreis, in dem sich im Laufe

der Jahrzehnte viele Unternehmen

der Branche niedergelassen haben.

Sie bilden damit einen schmucken

Standort-Ring um die Goldstadt.

Seit der Gründung vor 250 Jahren

entstand im Umfeld der Schmuckund

Uhrenfirmen auch eine große

Zahl von Zulieferbetrieben, etwa

Etuihersteller, Lieferanten von

Goldschmiedebedarf und natürlich

Scheideanstalten, die heutzutage

auch andere Branchen bedienen.

Heimerle + Meule ist nach eigenen

Angaben die älteste Gold- und

Silberscheideanstalt Deutschlands.

1845 in Pforzheim als klassische

Gold- und Silberscheideanstalt gegründet,

hat sich das Unternehmen

zu einem Komplettanbieter im Edelmetall

verarbeitenden Marktsektor

entwickelt.

Die Agosi Allgemeine Gold- und

Silberscheideanstalt AG sieht sich

am Standort Pforzheim als Traditionsunternehmen

in der Edelmetallbranche.

Sie gilt als wichtiger

Kreislaufanbieter, Halbzeughersteller

und Rohstofflieferanten für

Gold, Silber, Platin und Palladium.

JUBILÄUM

90


Zuverlässig, vertrauensvoll

und kompetent

seit über 170 Jahren

Edelmetalle sind die Leidenschaft von

Heimerle + Meule. 1845 in der Goldstadt

Pforzheim gegründet, schafft

Deutschlands älteste Gold- und Silberscheideanstalt

bleibende Werte.

Das Produkt- und Leistungsportfolio

des Traditionsunternehmens

Edle Investmentprodukte

von Heimerle + Meule

umfasst neben der Rückgewinnung

von Feinmetallen aus edelmetallhaltigen

Rückständen sowie einer

eigenen Lohngalvanik auch Edelmetall-Halbzeuge

für Schmuck und

Technik, Galvanochemikalien und

-geräte u.v.m.

„Unser Maßstab ist höchste Qualität

– gewährleistet durch modernste

Technologien und die Erfahrung

unserer Mitarbeiter – seit über 170

Jahren“, so Geschäftsführer Georg

Steiner.

Heute ist Heimerle + Meule einer der

führenden Komplettanbieter im Edelmetall

verarbeitenden Marktsektor.

Vertrauen und Verlässlichkeit stehen

seit jeher an erster Stelle. Als

erstem europäischen Unternehmen

gelang es Heimerle + Meule, erfolg-

reich direkt nach den Richtlinien

der cfsi als konfliktfreier Goldaufarbeiter

zertifiziert zu werden. Dies

sowie die Zertifizierung durch die

LBMA und die Mitgliedschaft bei

RJC belegen es schwarz auf weiß:

Das von Heimerle + Meule eingesetzte

Gold und alle daraus hergestellten

Produkte sind konfliktfrei,

innovativ und von hoher Qualität.

Seit der Formierung im Jahr 2013

steht das Pforzheimer Traditionsunternehmen

an der Spitze der

Heimerle + Meule Group, einem der

größten Europäischen Edelmetallverarbeiter

mit über 700 Mitarbeitern

in sieben Ländern Europas.

Heimerle + Meule GmbH

Dennigstr. 16

D-75179 Pforzheim

Tel. +49 7231 940-0

Fax +49 7231 940-2199

info@heimerle-meule.com

www.heimerle-meule.com

PORTRÄT

WirtschaftsKRAFT 91


Gegen den Trend

BGV / Badische Versicherungen und PSD-Bank

bauen gemeinsam ihre Präsenz vor Ort aus.

Nähe zum Kunden gehört zur Geschäftsphilosophie.

Von Gerd Lache

Während sich andere aus der Fläche

zurückziehen und sogar Filialen

in guten Lagen schließen, legt

die Versicherungsgruppe BGV /

Badische Versicherungen mit Neueröffnungen

erst richtig zu. Beispiel

dieser Gegen-den-Trend-Strategie:

Vor knapp einem Jahr hat sie

gemeinsam mit dem Partner PSD-

Bank die ehemaligen Räume der

HypoVereinsbank in der Bahnhofstraße

11 in Pforzheim auf einer

Fläche von 350 Quadratmetern bezogen.

Damit ist der badische Versicherer

zweimal in der Goldstadt

vertreten. Schon seit 2009 gibt es

ein BGV-Servicebüro unter dem

Dach des SWP-Kundencentrums in

der Werderstraße.

„Wir wollen vor Ort Flagge zeigen

und suchen den direkten Kontakt

mit unseren Kundinnen und

Kunden“, sagt Manuel Lumpp. Er

ist Bezirksdirektor und Leiter des

Kundencenters Pforzheim, das sich

im Saacke-Carré befindet. Von hier

aus wird im Wesentlichen das Einzugsgebiet

Pforzheim sowie die

Landkreise Enzkreis und Calw bedient.

Wer vom weiteren Umkreis

den Weg in die Stadt scheue, „zu

dem kommen wir auch nach Hause“,

betont er.

Die Kooperation mit der PSD-Bank

bezeichnet Lumpp als ideale Symbiose.

Beide Unternehmen seien

regional verwurzelt, ihre Zentralen

befänden sich jeweils in Karlsruhe

in unmittelbarer Nähe. „Das garantiert

schnellen und unkomplizierten

Service und gut abgestimmte Produkte“,

hebt er hervor. Am neuen

Standort Bahnhofstraße befinde

sich zudem auch ein Geldautomat

der PSD. Die Bankleistungen reichen

nach eigenen Angaben bis

hin zum gebührenfreien Girokonto,

auch ohne Gehaltseingang. Ein

weiterer großer Vorteil der regionalen

Partnerschaft: Die Kunden

profitieren von einem abgestimmten

Paket, das beispielsweise maß-

Manuel Lumpp. Bezirksdirektor und Leiter des Kundencenters Pforzheim. Foto: Ketterl

geschneiderte Versicherungslösungen

und individuelle Finanzkonzepte

beinhalte.

BGV-Vorstandsvorsitzender Heinz

Ohnmacht ist übrigens ein gebürtiger

Pforzheimer, der in der Region

lebt. Und die Stadt Pforzheim gehört

zu den Gründungsmitgliedern,

die 1923 den Spezialversicherer für

Städte und Gemeinden in Baden

aus der Taufe gehoben haben. Auch

dies ist für den Bezirksdirektor ein

deutliches Zeichen regionaler Verankerung.

Wenngleich Feuerwehren,

öffentliche Einrichtungen wie

Schwimmbäder sowie allgemein

Städte und Ämter zu den Versicherungsnehmern

gehören, hat sich die

Struktur seit der Gründung deutlich

geändert. Heutzutage bietet

die Versicherungsgruppe ein umfassendes

Portfolio für den öffentlichen

Dienst, für Privathaushalte

und Unternehmen gleichermaßen.

Im Firmenkundengeschäft richte

sich der BGV-Fokus vor allem auf

die kleinen und mittelständischen

Unternehmen. „Wir sind Vollsortimenter

mit speziellen Lösungen

für die jeweilige Branche und den

einzelnen Kunden, denn jeder Betrieb

ist einzigartig“, sagt Lumpp.

Als Schwerpunkt-Branchen nennt

er die Gastronomie, Elektroinstallationsbetriebe,

das Bau- und Ausbau-Handwerk

sowie Friseure und

Apotheken.

Im Privatkundenbereich gibt es

oft viele sinnvolle Verknüpfungen

zwischen einzelnen Produkten wie

etwa der Auto- und der Hausratversicherung.

„Das ist eine klare

Besonderheit beim BGV." Von den

kommunalen Erfahrungswerten des

Versicherungsgeschäfts profitieren

Lumpp zufolge nicht nur die Firmenkunden

und Kunden des öffentlichen

Dienstes, sondern auch

der private Bereich. Ein besonderes

BGV-Leistungspaket gebe es für die

Zielgruppe der Senioren.

Und wie geht der Versicherer auf

die digital-affine junge Kunden zu?

„Auch die brauchen eine Vor-Ort-

Beratung, insbesondere im undurchschaubaren

Online-Dschungel“,

sagt der Pforzheimer Bezirksdirektor.

„Zu uns kommen jüngere

Leute mit Internet-Ausdrucken in

der Hand. Die wünschen eine bedarfsgerechte

und vor allem eine

persönliche Beratung.“

PORTRÄT

92


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Region Nordschwarzwald

Maßeinheit für

das Mostgewicht

Das Prinzip der Zuckergehalt-Messung im Weinanbau

wird noch heute angewandt

Foto: Frank Rumpenhorst

94


Genossenschaften pflegen

den Weinanbau im Land

Verbandspräsident Dr. Roman Glaser freut sich

auf einen guten Jahrgang 2016 aus den Hängen

der Winzer in Baden und Württemberg

Mir gefällt …

Stephan Maier, Küchenmeister

Fotomontage: büro12 /

Fotos: Robin Mohr (Vordergrund),

Darko Novakovic – Fotolia.com

(Hintergrund)

WEINE DER REGION

Von Gerd Lache

Der Raum Pforzheim-Enzkreis ist

umgeben von attraktiven Weinanbaugebieten

im badischen und

württembergischen Teil des Landes.

Hauptsorten in Keltern-Ellmendingen

sind der Schwarzriesling und

der Blaue Spätburgunder. In Keltern-Dietlingen

überwiegt der Müller-Thurgau.

Drei Weingüter in dieser

Gemeinde arbeiten ökologisch.

Auf der anderen Seite sind es die

Weingüter und Genossenschaften

im Kraichgau-Stromberg. Dessen

Tourismusbüro preist das Gebiet

als die größte deutsche Rotweinregion

an. Oberderdingen, Diefenbach,

Knittlingen und Sternenfels

sind einige der bekannten Erzeugerstandorte.

Die gesamte Rebfläche in der Europäischen

Union ist den Angaben

zufolge in verschiedene Weinbauzonen

untergliedert. Die Einteilung

ist abhängig von klimatischen

Kriterien. Deutschland gehört zur

Weinbauzone A. Dort herrscht das

kühlste Klima. Ausnahme: Baden

befindet sich in der Weinbauzone B

und kann demnach mit dem Elsass,

der Champagne sowie dem Loire-

Tal gleichgesetzt werden.

Unterdessen schmiegt sich die Badische

Weinstraße über eine Strecke

von 500 Kilometern durch die

Rheinebene. Sie beginnt deutlich

oberhalb von Heidelberg, umkreist

den Kraichgau und führt hinunter

zur Schweizer Grenze bei Basel.

Seit 1954 führt damit eine der

schönsten Ferienstraßen Deutschlands

wie ein roter Faden durch die

badischen Weinregionen entlang

des Schwarzwaldes.

Derweil werden die badischen und

die württembergischen Weingärtner

„eine sehr gute Qualität in die Gläser

bringen“, sagt Dr. Roman Glaser,

Präsident des Baden-Württembergischen

Genossenschaftsverbands

(BWGV), zum Weinjahrgang 2016.

Die Erntemengen der 76 Winzergenossenschaften

(WG) in Baden hätten

mit knapp 85 Millionen Litern

„gerne noch etwas größer ausfallen

können“, so der Präsident. Die 40

WG in Württemberg hingegen würden

mit 82 Millionen Litern auch

quantitativ ein ordentliches Ergebnis

einfahren.

Rund 70 Prozent der Rebflächen im

Land werden Glaser zufolge von

Genossenschaften bewirtschaftet.

In Baden sind es rund 10500 Hektar,

in Württemberg sind es knapp

7500 Hektar genossenschaftliche

Ertragsrebfläche. Die durchschnittlichen

Mostgewichte bei den badischen

Hauptsorten können sich dem

BWGV-Präsidenten zufolge sehen

lassen: Müller-Thurgau 75 Grad

Oechsle, Weißburgunder 77 Grad,

Grauburgunder und Spätburgunder

über 80 Grad Oechsle. Die durchschnittlichen

Mostgewichte bei den

württembergischen Hauptsorten liegen

demnach wie folgt: Riesling 80

Grad Oechsle, Schwarzriesling 88

Grad, Samtrot 93 Grad, Trollinger

70 Grad und Lemberger 88 Grad.

www.bwgv-info.de

… am Standort Pforzheim die

Lage zwischen den unterschiedlichen

Landschaften (Schwäbische

Alb, Schwarzwald, Elsass,

Rheinebene,…) sowie die Verbundenheit

der Menschen mit

ihrer traditionellen Kultur und

gleichzeitig die Offenheit und

Aufgeschlossenheit für Neues,

was sich ja auch in der Innovationskraft

der örtlichen Wirtschaft

widerspiegelt.

WirtschaftsKRAFT 95


Region Nordschwarzwald

Zum Thema

Oechsle-Waage

Die Maßeinheit für das Mostgewicht

des Traubenmostes ist

einem gelernten Goldschmied

aus Pforzheim zu verdanken:

Christian Ferdinand Oechsle.

1774 in Buhlbach im Nordschwarzwald

geboren (heute Gemeinde

Baiersbronn, Kreis Freudenstadt),

siedelte Oechsle nach

seiner Lehre in Öhringen in die

Goldstadt um, wo er zunächst in

einer größeren Schmuckfabrik

arbeitete. Später machte er sich

mit einer Werkstatt in der Altstädter

Kirchenstraße in Pforzheim

selbstständig. Er produzierte

unter anderem Brücken- und

Präzisionswaagen und betätigte

sich auch als Erfinder. Weithin

bekannt wurde er in Verbindung

mit der nach ihm benannten

Oechsle-Waage. Indes: Oechsle

war nicht der Erfinder. Eine ähnliche

Waage hatte ein gewisser

Philipp Mathäus Hahn bereits im

18. Jahrhundert konstruiert. Die

Leistung von Oechsle war es, die

Verbreitung der Weinwaage und

die Vereinheitlichung der Messung

entscheidend gefördert zu haben,

heißt es in einer aktuellen Darstellung

des städtischen Eigenbetriebs

WSP (Wirtschaft und Stadtmarketing

Pforzheim). Man könne also

sagen, „dass Ferdinand Oechsle der

Konstrukteur der Original Oechsle-

Waage ist, wie sie heute noch in

Gebrauch ist“. Ein Original davon

kann im Stadtmuseum Pforzheim

besichtigt werden.

Wie Harald Katz vom Stadtarchiv

Pforzheim sagte, hat Oechsle in

seiner Werkstatt über 500 verschiedene

physikalische und chemische

Präzisionsinstrumente hergestellt.

„Die Produktpalette, darunter auch

Telegraphenapparate nach Morse,

wurde schon damals in einem Katalog

angeboten und erfreute sich

großer Nachfrage“, so Katz. Dies

gehe aus zahlreichen Zeugnissen

und Empfehlungen namhafter Universitäten

und Hochschulen hervor.

Christian Ferdinand Oechsle starb

am 17. März 1852 in Pforzheim.

Die mechanische Werkstatt führte

sein Sohn Christian Ludwig Oechsle

(1814–1897) weiter, wie Harald

Die Genossenschaften

können

ihren Kunden wieder hervorragende

Rot-, Rosé- und

Weißweine des Weinjahrgangs

2016 anbieten.

Dr. Roman Glaser, Präsident des

Baden-Württembergischen

Genossenschaftsverbands

(BWGV)

Katz ausführt. Mangels männlicher

Nachkommen sei sie später jedoch

eingestellt worden. Katz kommentierte

dies in einem Beitrag auf der

Webseite des Landratsamts Enzkreis:

„Schade eigentlich. Wer weiß,

was daraus sonst noch entstanden

wäre.“ Immerhin sei Ernst Leitz ein

Lehrling von Ludwig Oechsle gewesen

und dieser gründete nach seiner

Pforzheimer Ausbildung in Wetzlar

den späteren Weltkonzern „Leica“.

Kontakt:

Stadtarchiv Pforzheim –

Institut für Stadtgeschichte

Kronprinzenstr. 28

75177 Pforzheim

www.stadtarchiv.pforzheim.de

WEINE DER REGION

Nach der Weinverkostung steht für Dr. Roman Glaser, Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands (BWGV), fest:

Die badischen und die württembergischen Weingärtner produzieren eine hervorragende Qualität. Foto: Doris Löffler

96


Führender Dienstleister

S&M Simon und Matzer erfolgreich

in allen Sparten der Luft-, Klima- und

Kältetechnik tätig

Das Unternehmen S&M Simon und

Matzer GmbH & Co. KG wurde

1990 in Pforzheim gegründet und

ist seither erfolgreich in allen Sparten

der Luft-, Klima- und Kältetechnik

überregional tätig. Speziell

im kältetechnischen Bereich sind

wir einer der führenden Dienstleister

in der Region. Als zertifiziertes

Unternehmen nach der Chemikalienschutzverordnung

sind wir der

richtige Ansprechpartner für alle

kältetechnischen Aufgaben.

Mit unseren rund 50 Mitarbeitern

erreichen wir einen Jahresumsatz

von rund zehn Millionen Euro.

Unser Ziel ist es, den Kundenwünschen

entsprechend technisch

hochwertige, energetisch optimierte

Anlagen zu planen, zu liefern

und zu montieren. Für diese Ziele

stehen Ihnen sieben Ingenieure

und Projektleiter, drei Konstrukteure,

zwei Regeltechniker und fünf

Obermonteure zur Verfügung. Im

Bereich Kundendienst stehen für

die Wartungsarbeiten und zur Störungsbehebung

15 qualifizierte Servicetechniker

bereit. Der Servicebereich

ist 24 Stunden rund um die

Uhr für Sie einsatzfähig.

Für die Konstruktion, Berechnung

und Visualisierung wird ein hochwertiges

3D-CAD-System eingesetzt.

Die Projektierung und Programmierung

von DDC-Regelsystemen

(zum Beispiel Siemens, Saia)

wird im eigenen Haus durchgeführt.

S&M Simon und Matzer

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PORTRÄT

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