Aufrufe
vor 13 Monaten

Berner Kulturagenda 2017 N° 47

Berner Kulturagenda 2017 N°

DO 30.11. – MI 6.12.2017 47 / www.bka.ch Seite 3 Der Dokumentarfilm «Kinder machen» läuft bei Quinnie Theatervorstellungen für Kinder – eine Übersicht Pegelstand, Kolumne von Christian Pauli Seiten 4 bis 13 Agenda, Ausstellungen und Kino Seite 10 Kultursplitter Seite 14 Porträt von Mirjana Karanović, die im Schlachthaus Theater auftritt und der das Kino Rex eine Hommage widmet Der Amadeus Chor Bern führt Brittens «Saint Nicolas» auf Urs Augstburger stellt sein Buch «Helvetia 2.0» im Kulturhof Schloss Köniz vor Drei Klassiktipps in der Übersicht Khali Ackford Photography Alles durchdringend Dub sei eine «physische Grenzerfahrung», sagt der Berner DJ und Produzent Phrex, der die Partyreihe «Dubtopia» im Dachstock der Reitschule organisiert. Zu Gast ist Ishan Sound (Bild) des Bristoler Kollektivs Young Echo. 3 Mahalia Aura Haberthür Kulturtipps von Dino Dragic-Dubois Sein Engagement für die Berner Kulturszene ist vielseitig: Dino Dragic- Dubois ist im Vorstand von Radio RaBe, Gründer des Labels Dropout Agency sowie Booker und Host im Kapitel. Der Club feiert seinen 6. Geburtstag mit Musik von Mimi Love und anderen (Fr., 1. bis So., 3.12.). Machen Sie den ersten Satz: Zuhause am Bollwerk, mitten im Bermudadreieck – Fight for your Reit! Und was soll der letzte sein? Die «No Billag»-Initiative wurde abgeschmettert, Blocher und Co. blicken in die Röhre. Wohin gehen Sie diese Woche und wozu? 1. Ins neue Lokal Gränni. Popkultur, wo einst ein Veloladen Kapitel und La Chouette trennte. Carizm & Studer TM spielen Disco (Do., 30.11., 17 Uhr). 2. Ans MC Battle im Dachstock (Fr., 1.12., 21 Uhr). Saimon Disko, ein Primarschul-Kollege, ist Titelverteidiger. Ergattert hat er sich seinen mittlerweile unbestrittenen Platz im Hip-Hop- Biz als Publikumsrapper an ebendiesem Battle im 2013. G! 3. Ans Dubtopia im Dachstock (Sa., 2.12., 21.30 Uhr). Ausgabe 12, sofern ich die römische Ziffer XII korrekt deute. Ein Muss für Fans von Bass. Viel Bass! Methode Kauderwelsch Die deutsche Schauspielerin Karo Guthke spielt Scharade in der Komödie «Venedig im Schnee». Das Theater an der Effingerstrasse zeigt das Zwei-Paar-Stück. «Ein Freund spielte hier und meinte, die suchen gerade Frauen», antwortet die Münchner Schauspielerin Karo Guthke im Proberaum des Theaters an der Effingerstrasse auf die Frage, was sie im Jahr 2003 nach Bern führte. Seitdem war die in Burgdorf lebende Schauspielerin in vielen Produktionen des Hauses zu sehen, zuletzt in «Geächtet», auch Regie hat sie geführt. In ihrer Heimat hätte sie nur selten Theater gespielt, aber Synchronisationsjobs gemacht, wie sie sagt. Guthkes Stimme ist in der Tat unvergleichbar warm und ruhig. In der Komödie «Venedig im Schnee» des französischen Autors Gilles Dyrek (Regie: Markus Keller) spielt sie Patricia, die ihren Freund widerwillig an ein Abendessen mit dessen alten Bekannten begleitet. Die beiden streiten sich, Patricia schmollt vor sich hin. Der Umgang des anderen, frisch verheirateten Paares hingegen trieft vor Glückseligkeit, was ihr gegen den Strich geht. Sie sagt erst mal kein Wort, woraus die Gastgeber schliessen, dass sie kein Deutsch könne und Ausländerin sei. Patricia steigt darauf ein und antwortet auf Kauderwelsch. «Sie ist vif im Kopf» Im Originaltext ist Patricias vermeintliche Herkunft in Ex-Jugoslawien angesiedelt. «Den Balkankonflikt empfinde ich hier in der Schweiz aber als zu nah. Bei Moldawien und Kirgisien sind wir weniger bewandert, das macht es glaubhafter, dass die Gastgeber den Schwindel nicht bemerken», sagt Guthke. Denn beide tun so, als ob sie das erfundene «Chouvenien» kennen würden. Sie schliessen aus ihrer Herkunft, dass Patricia arm sein muss und überhäufen sie mit Geschenken, wobei diese amüsiert mitspielt. «Am Anfang hat Patricia sicher nicht viele Sympathiepunkte. Die kommen dann eher daher, dass sie vif im Kopf ist und Ideen entwickelt», so Guthke. Lula Pergoletti Das Theater an der Effingerstrasse, Bern Premiere: Sa., 2.12., 20 Uhr Vorstellungen bis 2.1.2018 www.dastheater-effingerstr.ch Karo Guthke (l.), führt die anderen (Sabine Lorenz, Helge Herwerth und Peter Bamler) an der Nase herum. Severin Nowacki Sängerstreit Talentshow à la Barock: Bernvocal und die Freitagsakademie führen Bachs Kantate «Geschwinde, ihr wirbelnden Winde» auf. Ernste oder populäre Musik? Die Flöte von Pan oder die Leier von Phoebus? In Johann Sebastian Bachs Kantate «Geschwinde, ihr wirbelnden Winde. Der Streit zwischen Phoebus und Pan» geht es um genau diese Entscheidung. Er schickt den Hirtengott und den Sonnengott aus der griechischen Mythologie in einen Sängerwettstreit. Der Richter ist Götterbote Mercurius. Einer verlässt am Ende die Bühne mit Eselsohren und Narrenkappe: «Aufgeblas’ne Hitze, aber wenig Grütze», so das Urteil des Richters. Bach, der nie eine Oper komponiert hat, kommt der Gattung in diesem witzigen «Dramma per musica» des Hochbarocks sehr nahe. Das Vokalensemble Bernvocal (künstlerische Leitung: Fritz Krämer) lädt mit dem Barock ensemble Die Freitagsakademie zum unterhaltsamen Wettkampf. Die musikalische Leitung übernimmt Václav Luks. Zum Solistenensemble gehören der gefeierte, in Bern aufgewachsene Countertenor Terry Wey, der Bariton und HKB-Dozent Christian Hilz und die Sopranistin Ulrike Hofbauer, eine leidenschaftliche Spezialistin für Alte Musik. Sarah Sartorius Französische Kirche, Bern Do., 30.11., 19.30 Uhr www.bernvocal.ch www.freitagsakademie.com