Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald- AugenBLICKE

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Landkreis

Breisgau-Hochschwarzwald

AugenBLICKE


Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald AugenBLICKE


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STRASSBURG

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Breisgau-Hochschwazwald

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Landkreis

Breisgau-Hochschwarzwald

AugenBLICKE

Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald

in Zusammenarbeit mit der neomediaVerlag GmbH


Impressum

Herausgeber

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Breisgau-Hochschwarzwald

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79104 Freiburg

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Redaktion/Lektorat

Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald,

Matthias Fetterer / Claudia Geisselbrecht

Claudia Füßler

neomediaVerlag GmbH,

Brigitte Lichtenthaeler / Günter Poggemann

Projektakquise

Bernd Kirchdörfer

Bildnachweis

Daniel Schoenen / Landratsamt Breis gau-

Hochschwarzwald, Matthias Fetterer /

Badischer Sportbund / Friedemann Hahn /

Helmut Lutz / Arno Zahlauer

Porträt- und Firmenfotos stammen, soweit

nicht anders vermerkt, von den jeweiligen

Personen und Unternehmen.

Printed in Germany 2013

Das Manuskript ist Eigentum des Verlages.

Alle Rechte vorbehalten. Dem Buch liegen

neben den Beiträgen der Autoren Darstellungen

und Bilder der Firmen und Einrichtungen

zugrunde, die mit ihrer finanziellen Beteiligung

das Erscheinen des Buches ermöglicht

haben.

Druck

Poppen & Ortmann, 79115 Freiburg

Buchbinderische Verarbeitung

walter industriebuchbinderei GmbH,

79423 Heitersheim

Bibliographische Information der Deutschen

Bibliothek

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation

in der Deutschen Nationalbibliographie;

detaillierte Daten sind im Internet über

www.dnb.de abrufbar.

ISBN 978-3-931334-71-0


INHALT

5

Landkreis

Breisgau-Hochschwarzwald

AugenBLICKE

10 AugenBLICKE auf einen

außergewöhnlichen Landkreis

Dorothea Störr-Ritter

16 Ein wunderschönes Fleckchen Erde –

Meine Heimat!

Georg Thoma

20 Bodenständig – und trotzdem

ehrgeizig und erfolgreich!

Natalie Lumpp

24 Es war einmal...

Hans Benesch

26 Ferien in Seppenhofen sind

kleine Auszeiten

Erzabt Tutilo Burger

28 Qualität und Nachhaltigkeit für

Kunden, Mitarbeiter und Umwelt

AHP Merkle GmbH

30 Der kommunale Energiewende-Partner

badenova AG & Co. KG

32 Auf der Sonnenseite des südlichen

Schwarzwalds

Badenweiler Thermen und Touristik GmbH

32 Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald

– das Tor zu Deutschland

Charles Buttner

36 Uns zieht hier nichts mehr weg

Charly und Benedikt Doll

40 Der Landkreis und die Region

bewegen sich

Jochen Glaeser

42 Das Autobahnschild zeigt es an:

Bald sind wir zu Hause!

Erivan Karl und Helga Haub

44 Urlaubsparadies unter Palmen

Badeparadies Schwarzwald TN GmbH

45 Neue Energie aus Abfall

EEW Energy from Waste Saarbrücken

GmbH – TREA Breisgau

46 Menschen begleiten und unterstützen

Caritasverbände Freiburg-Stadt und

Breisgau-Hochschwarzwald

48 Was wären wir alle ohne den Sport!

Gundolf Fleischer

52 Ausgewandert – Eingewandert

Karin Gündisch

56 Malen im Schwarzwald

Friedemann Hahn

59 Partner der Getränkeindustrie weltweit

Jürgen Escher Etikettier- und Anlagentechnik,

Dienstleistung und Handel

60 Wir sind nicht die Toskana

Deutschlands

Joachim Heger


6

INHALT

63 Ideen nehmen Formen an

Heckel Präzisionsteile GmbH

64 Ökologisch und regional aus Tradition

Energiedienst Holding AG

65 Diagnose- und Abgas-Messgeräte

„made in Ihringen“

Hella Gutmann Solutions GmbH

66 Feldbergbahn und der Liftverbund –

ein Zusammenspiel im Sommer

und Winter

Feldberg Touristik/Liftverbund Feldberg

68 Wir haben es doch gut

Fritz Keller

72 Oberelsass und Breisgau-

Hochschwarzwald – eine europäische

Landschaft am Rhein

Jean Klinkert

74 Meine Heimat: mein Rückzugsgebiet

und meine Oase der Kraft

Joachim Löw

78 Aus drei Quellen schöpfen

Helmut Lutz

80 Zentral, flexibel, naturnah

Gewerbepark Breisgau

82 Innovativer Brandschutz aus dem

Markgräflerland

Hekatron Vertriebs GmbH

84 Bad Krozingen im Markgräflerland –

mit Wein und Wasser beschenkt

Kur und Bäder GmbH Bad Krozingen

85 Zukunft, auf Tradition gebaut

Scholler Technocell GmbH & Co. KG


INHALT

7

Landkreis

Breisgau-Hochschwarzwald

AugenBLICKE

86 Eine dynamische Wirtschaftsregion

Prof. Dr. Klaus Mangold

88 Über den Tellerrand geschaut

Prof. Dr. Bernd Martin

92 Im Mittelpunkt steht der Mensch

Peter Ohmberger

96 „…dass einem fast schwindlig wird!“

Stefan Pflaum

100 Alles rund um das Getreide

Löffel-Mühlen GmbH/Löffel-Logistik GmbH

102 Mehr als nur Großhändler für Obst

und Gemüse

Merkur Frucht GmbH

104 Vom Metallschrott zum Wertstoff

Metallverwertungsgesellschaft mbH

106 Den Arm in die Welt ausgestreckt

Philipp Rauenbusch

110 Hier bin ich gerne zu Hause!

Bernd Sahner

112 Wir können gar nicht anders als

miteinander

Dr. Dieter Salomon

118 Gewachsen in Generationen

Framo Morat GmbH & Co. KG / F. Morat & Co. KG

119 Messbar mehr bewegen

Siko GmbH


8

INHALT

120 Schnellkupplungssysteme für jede

Anwendung

A. RAYMOND GmbH & Co. KG

121 Damit wird gebaut

Saint-Gobain Weber GmbH

122 Fair.Menschlich.Nah

Sparkassen Freiburg-Nördlicher Breisgau,

Hochschwarzwald, Markgräflerland,

Staufen-Breisach

124 Pudelwohl „unter meinen Leuten“

Dr. h. c. Walter Scheel

126 Lohnende Anreize für eine

work & life balance

Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff

128 Von der Anbetung zur Arbeit –

von der Arbeit zur Anbetung

Schwester Germana Ganter

130 Ich habe alles, was ich brauche

Ramona Straub

132 herz.erfrischend.echt

Hansy Vogt

134 Aus der Ferne gesehen…

Franz Freiherr von Mentzingen

136 Innovative Reinigungssysteme

aus dem Schwarzwaldhaus

Wandres GmbH micro-cleaning

137 Die Spezialisten für

Alarmierungssysteme

SWISSPHONE Telecommunications GmbH

138 Alte Gemäuer mit neuem Leben gefüllt

Sutter 3 KG

140 Sicherheit für Geld- und Wertdienste

ZIEMANN SICHERHEIT GmbH

141 Ein Höhepunkt der Weinkultur

Weingut Abril GbR

142 Kultur und Tradition verbindet

Menschen

Alfred Vonarb

146 Land der Gegensätze!

Martin Wangler

150 Kunstförderung oder Landkreis

mit Kunst

Sybille Wermelskirchen

152 Ein Leben mit der Natur Hand in Hand

Heidi Wiesler

154 Geschichten über Geschichten im

Schwarzwaldkloster

Dr. Arno Zahlauer

158 Hochleistungsmedizin mit Herz –

fürs Herz

Universitäts-Herzzentrum Freiburg •

Bad Krozingen GmbH

160 Ein Hidden Champion aus dem

Markgräfler Land

UTP Schweissmaterial – Zweigniederlassung

der Böhler Schweisstechnik Deutschland GmbH

162 Schnelle Helfer in der Unfall- und

Wiederherstellungschirurgie

Zimmer international Logistics GmbH

164 Übersicht der PR-Bildbeiträge


INHALT

9

Landkreis

Breisgau-Hochschwarzwald

AugenBLICKE


10 DOROTHEA STÖRR-RITTER

DOROTHEA STÖRR-RITTER

geb. 1955 in Freiburg i. Br. I verheiratet, zwei Töchter I 1974 Abitur in Waldkirch I

Studium der Rechtswissenschaften in München und Konstanz I Rechtsanwältin in

Waldkirch, Stuttgart, Freiburg und Todtnau I 1998 - 2002 CDU-Bundestagsabgeordnete

I 2002 - 2005 Landesgeschäftsführerin der CDU Baden-Württemberg I

2002 - 2008 ehrenamtliche Präsidentin des Bundes der Selbstständigen in Baden-

Württemberg I seit März 2008 Landrätin des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald

I seit Oktober 2011 Mitglied im Nationalen Normenkontrollrat

AugenBLICKE auf einen

außergewöhnlichen Landkreis

Zum ersten Mal die Augen geöffnet habe ich – zugegebenermaßen vor etwas mehr als

40 Jahren! – in der Stadt Freiburg. Aufgewachsen bin ich im benachbarten Elztal, im

Landkreis Emmendingen. Die Kreisreform im Jahr 1973 habe ich deshalb aus „sicherer“

Entfernung nur beobachten können. Für das, was sich damals für die Altlandkreise Freiburg,

Müllheim und Hochschwarzwald und ihre Bevölkerung geändert hat, bin ich nicht

wirklich Zeitzeugin. Umso mehr kann ich aber aus heutiger Sicht bezeugen, dass sich der

1973 gebildete Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald in den letzten 40 Jahren trotz aller

Unterschiedlichkeiten, zum Beispiel in den Klimazonen, in den Naturräumen, in der Topographie,

in seinen Gemeinden und in der

Mentalität seiner Bürgerinnen und Bürger

zu einem stabilen, starken Landkreis entwickelt

hat, für den es lohnt, sich auch in

Zukunft einzusetzen.

Vermutlich damals ohne „besonderen

Weitblick“ haben mir meine Eltern durch

das Zusammenführen ihrer Familien die

ideale Voraussetzung für meine heutige

Tätigkeit in diesem Landkreis mitgegeben:

ein Teil der Familie stammt aus dem

sonnigen Breisgau, der andere aus dem

etwas kühleren Hochschwarzwald. Die

Freude an den Genüssen und Schönheiten

des Lebens wurde mir wohl ebenso

in die Wiege gelegt wie das Durchhalten

bei widrigen Verhältnissen.


DOROTHEA STÖRR-RITTER

11

Ausgeprägte Radtouren entlang des

Rheins mit Blick zu unseren französischen

Nachbarn und heitere Weinwanderungen

im Kaiserstuhl, Tuniberg oder Markgräflerland

liebe ich ebenso wie den anstrengenden

Bergsport in subalpinem Gelände

mit Blick auf die Schweizer Alpen. Die Kulturen

des Oberrheins mit seiner Trinationalität

faszinieren mich, aber auch die Traditionen

des Hochschwarzwaldes. Eine kleine

Kapelle am Wegrand zieht mich in ihrer

Bescheidenheit genauso an wie eine stattliche

Klosteranlage.

Offene Augen für das Sichtbare und innere

Offenheit für das Unsichtbare sind erforderlich,

um diesen einzigartig vielfältigen

Landkreis und seine Menschen zu

erkennen und zu verstehen.

Ich maße mir nicht an zu sagen, dass mir dies vollumfänglich gelingen

könnte. Aber ich habe das Gefühl, dass ich hier daheim bin,

dass ich hier meine Wurzeln habe, und auch – im wirklichen Sinne

des Wortes – meinen „Lebensmittelpunkt“ gefunden habe.

Dass ich für diesen Landkreis im Jahr 2007 zur ersten Landrätin

Baden-Württembergs gewählt worden bin, erfüllt mich mit großer

Dankbarkeit. In keinem Augenblick meines „Lebens davor“ habe

ich an eine solche persönliche Entwicklung gedacht. Das verantwortungsvolle

Amt brachte es mit sich, dass ich seither mit noch

Offene Augen für das Sichtbare und

innere Offenheit für das Unsichtbare

sind erforderlich, um diesen einzigartig

vielfältigen Landkreis und seine Menschen

zu erkennen und zu verstehen.


12 DOROTHEA STÖRR-RITTER

interessierteren Augen auf diese rund 1.400 Quadratkilometer

mit den rund 250.000 Menschen

und 50 Städten und Gemeinden vom Rhein bis zur

Baar blicke. Einiges, was ich dabei sehe, möchte ich

herausgreifen.

Im tourismusstärksten Landkreis Baden-Württembergs

bieten zahlreiche Betriebe unterschiedlichster

Art im Bereich der Dienstleistungen und der „verzehrbaren“

Erzeugnisse die Gewähr dafür, dass

Menschen aus dem eigenen Land, dem benachbarten

Ausland und der ganzen Welt Erholung,

Lebensfreude und kulinarische Genüsse erleben dürfen.

Aber auch in vielen anderen Branchen sorgen

stabile, vorwiegend mittelständische, oft familiengeführte

Unternehmen nicht nur für eine hohe Beschäftigungsquote. Dafür, dass wir derzeit

mit die geringste Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland haben, garantieren diese

Unternehmen ebenso wie unsere angesehenen Schulstandorte, geprägt durch kommunale

und Landkreisschulen von hoher Qualität. Für die jeweils dafür erforderliche Infrastruktur

zu sorgen und diese zu gewährleisten, ist eine der größten Herausforderungen für den

Landkreis, ebenso wie der Erhalt des sozialen Netzes, angefangen von der medizinischen

Versorgung bis zur Pflege, von der Kinderbetreuung bis zu Präventionsmaßnahmen und

den vielfältigen sozialen Leistungen dort, wo sie gebraucht werden. Vor allem in diesem

Bereich, mit besonderem Blick auf die Jugendarbeit und die Versorgung der älter gewordenen

Menschen, ist der Einsatz vieler ehrenamtlich Tätigen und zahlloser Vereine und

Initiativen von herausragender Bedeutung. Selbst in den kleinsten Gemeinden steht die

Ehrenamtlichkeit – nicht zuletzt durch die Freiwilligen Feuerwehren – für Lebensqualität

und für die Sicherheit in schwierigen Lebenslagen.

Durch viele Einblicke, die ich mir immer wieder selbst verschaffe, habe ich den Eindruck,

dass Mitmenschlichkeit und das Vertrauen zueinander und aufeinander in den Gemeinden

und Städten des Landkreises echte Gütesiegel sind und nicht nur den Menschen vor Ort,

sondern dem ganzen Landkreis zugute kommen.

Diesen außergewöhnlichen Landkreis mit seiner Geschichte, seiner Gegenwart, seiner Kultur,

seinen Landschaften, seinem Lebensgefühl aus unterschiedlichsten Blickwinkeln einmal

beschreiben zu lassen und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, war von

Anfang an als Landrätin mein Wunsch.

Nicht das Aneinanderreihen trockener Fakten und Daten sollte dabei im Vordergrund stehen,

sondern das Zusammentragen von Gegebenheiten und persönlichen An- und Einsichten,

um – wie durch ein Schlüsselloch – auch in das Innere dieses „öffentlich-rechtlichen

Konstruktes“ zu blicken.


DOROTHEA STÖRR-RITTER

13

Mit diesen „AugenBLICKEN“, liebe Leserinnen und Leser, können wir Ihnen nun zeigen,

was sich dabei alles offenbart. Ich lade Sie ein, mehr als nur einen Blick in dieses Werk zu

werfen. Es lohnt sich!

Lassen Sie sich, liebe Leserinnen und Leser, in die Welt unserer Natur, unserer Traditionen,

unserer Lebenswirklichkeiten und unserer Lebenschancen entführen, dargestellt aus Sicht

vieler namhafter Autorinnen und Autoren, die bereit waren, mit ihren Augen für uns alle

zugänglich auf den Landkreis zu blicken.

Es ist mir wichtig, allen, die ihre „AugenBLICKE“ beigesteuert haben, von Herzen Dankeschön

zu sagen. Es ist sicherlich keine Selbstverständlichkeit, ganz persönliche Gedanken

und Sichtweisen zu unserem Landkreis in einem solchen Werk öffentlich preiszugeben.

Aber genau diese persönlichen AugenBLICKE sind es, die dieses Buch so interessant und

lesenswert machen. Es macht uns Breisgau-Hochschwarzwälder auch sehr stolz, solche

Persönlichkeiten in unseren Reihen zu haben.

Durch viele Einblicke,

habe ich den Eindruck

gewonnen, dass Mitmenschlichkeit

und das

Vertrauen zueinander

im Landkreis echte

Gütesiegel sind und

nicht nur den Menschen

vor Ort, sondern dem

ganzen Landkreis

zugute kommen.


14

DOROTHEA STÖRR-RITTER

Ich freue mich aber auch, dass sich Unternehmen und Institutionen gefunden haben, die

aufzeigen, was in unserem Landkreis alles geleistet wird, was dabei herauskommt, wenn

mutige Unternehmerinnen und Unternehmer, kluge Köpfe und vieler Menschen Hände

und Herzen dafür sorgen, dass Familien hier in ihrer Heimat Arbeit finden und dadurch für

sich und andere sorgen können oder einfach nur aufgefangen werden. Lassen Sie sich

mitnehmen auf die kurzen oder weiten Reisen, die bei uns erzeugte Produkte oder Dienstleistungen

in alle Himmelsrichtungen unternehmen.

Ich danke deshalb sehr herzlich allen Sponsoren, die mein Anliegen aufgenommen und

durch ihre Beiträge dieses Buch ermöglicht haben. Mehr als einen Augenblick hat es gebraucht,

bis dieses Buch fertiggestellt war. Für die vielen Stunden zusätzlichen Einsatzes

danke ich deshalb meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr außerordentliches

Engagement. Sollte draußen immer noch das Vorurteil bestehen, in einer Behörde machten

die Mitarbeiter nur Dienst nach Vorschrift, dann ist dieses damit endgültig widerlegt.

Bei uns läuft’s anders.

Der Landkreis ist

zuverlässiger Partner

der Gemeinden zur

Unterstützung bei der

Erfüllung ihrer Aufgaben

und trägt zu

einem gerechten

Ausgleich der Lebensbedingungen

in allen

Regionen bei.

Und deshalb wende ich einen meiner letzten Blicke auf unser Landratsamt mit seinen nahezu

1.350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Hauptstandort Freiburg und den Außenstellen

in Breisach, Müllheim und Titisee-Neustadt. Seit 40 Jahren machen sich viele

Frauen und Männer durch ihre beruflichen Tätigkeiten bei uns die Sache des Landkreises

zu ihrer eigenen. Das heißt, seit 40 Jahren versuchen alle, die beim Landratsamt beschäftigt

waren oder sind, das Beste zu geben, um allen Bürgerinnen und Bürgern, die hier

wohnen, arbeiten oder nur vorbeischauen, ein angenehmes Umfeld und damit beste

Voraussetzungen für hohe Arbeits- und Lebensqualität zu ermöglichen. Jede Geschichte

in diesem Buch ist deshalb zumindest auf den zweiten Blick auch eine Geschichte mit

Bezug zum Landratsamt. Zu solchen Geschichten möchten wir auch in Zukunft zuverlässig

und kompetent beitragen!

Auch meine Vorgänger und die verantwortlichen Frauen und Männer in den jeweiligen

Kreistagen möchte ich erwähnen. Kluge und weitsichtige Entscheidungen in allen Landkreis

relevanten Bereichen bilden ein solides Fundament und lassen uns zuversichtlich in

die Zukunft blicken. Dafür danke ich sehr!

Und ein Wunsch zum Schluss: Der Landkreis ist zuverlässiger Partner der Gemeinden zur

Unterstützung bei der Erfüllung ihrer Aufgaben und trägt zu einem gerechten Ausgleich

der Lebensbedingungen in allen Regionen bei. Er ist groß in seiner Fläche und trotzdem

nah an den Menschen. Seine natürlichen Gegebenheiten und die vielfältigen Lebensleistungen

dieser Menschen sind seine Stärke. Mögen die künftigen Entscheidungen der

jeweils politischen Ebenen auch weiterhin die Stärkung des Landkreises und der uns nachfolgenden

Generationen mehr als nur im Blick haben.


DOROTHEA STÖRR-RITTER

15

zu ersetzen mit hochaufgelöstem Bild Schoenen


16 GEORG THOMA

GEORG THOMA

geb. 1937 I verheiratet, Vater einer Tochter I Hütejunge, Holzfäller, Postbote,

staatlich geprüfter Skilehrer, Tennislehrer, TV-Kommentator I 1960 Olympiasieger

in der Nordischen Kombination in Squaw Valley I 1964 Bronzemedaillengewinner in

der Nordischen Kombination in Innsbruck I 1963 - 1965 dreimal in Folge Sieger des

Skispringens am Holmenkollen in Oslo I 1966 Weltmeister in der Nordischen Kombination

I Sportler des Jahres 1960 I nach Ende der aktiven Karriere achtfacher

Seniorenweltmeister im Skilanglauf I Initiator des 1997 eröffneten Schwarzwälder

Skimuseums in Hinterzarten

Ein wunderschönes Fleckchen Erde –

Meine Heimat!

Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald ist ein gesegneter Landstrich, der alles hat, was

man zum Leben braucht – lebenswert und liebenswert. Die Natur ist vielfältig und abwechslungsreich,

die Menschen sind ebenso unterschiedlich wie interessant, mit viel Sinn

für Kultur und Tradition. Es ist ein wunderschönes Fleckchen Erde und meine Heimat.

Diese liebe ich als Sportler ebenso innig wie als Genussmensch.

Klar, ich bin Hochschwarzwälder, durch und durch geprägt vom kargen Leben in meiner

Jugend. Der Vater im Krieg, die Mutter allein mit sieben Kindern, da musste ich schon

früh selbst für das Essen arbeiten. Kaum zehn Jahre alt, war ich Hütebub auf dem Wunderlehof.

Da hieß es Verantwortung zu übernehmen, morgens die Kühe melken und den

Stall ausmisten und dann die Milch und die Butter an den Mann bringen. Die Schule in

Hinterzarten war viele Kilometer weg. Im Sommer ging’s dorthin barfuß, im Winter dann

– oft fast schneller – auf Skiern. Diese waren schwer und einfach konstruiert. Aber das

alles hat sicherlich auch den späteren sportlichen Erfolg beflügelt.

Wir Schwarzwälder sind ein wenig mit den Skandinaviern

vergleichbar. Von Natur aus ein wenig schüchtern, aber

dafür umso beharrlicher. Und Beharrlichkeit brauchst du im

Sport. Wir sind tüchtige und bescheidene Menschen, die

sich immer daran erinnern, woher wir kommen und wer

wir sind. Wir schauen uns die Menschen erst einmal mit

einer gewissen Zurückhaltung an, sind aber immer interessiert.

Das war immer so in unserer Geschichte. Diese hat

uns geformt. Und weil wir den Skandinaviern so ähnlich

sind, habe ich mich wahrscheinlich während meiner sportlichen

Karriere am besten mit den Skandinaviern verstan-


GEORG THOMA

17

den. Die langen, dunklen und harten Winter

haben dort die Menschen geprägt. Zuerst

wirken sie verschlossen. Nicht abweisend,

sondern voller Respekt, aber trotzdem

reserviert. So waren sie, meine sportlichen

Konkurrenten aus Norwegen,

Schweden und Finnland. War das Eis dann

aber mal gebrochen, dann waren es die

besten Kumpels.

Von den Skandinaviern haben sich unsere

Vorfahren auch das mit den Skiern abgeschaut.

Deshalb haben der Skisport und

Wintertourismus in Deutschland ihre Wiege

hier bei uns. Die 1887 eröffnete Höllentalbahn

brachte Skilaufbegeisterte aus Freiburg

in den Schwarzwald. Hier erreichte

im Februar 1891 der französische Konsulatssekretär Dr. Raymond

Pilet erstmals auf Skiern den Gipfel des Feldbergs. Seit 1896 gab

es Lauf- und Sprungwettbewerbe. Zu dem Zeitpunkt hat in den

Alpenländern noch kaum einer an so etwas gedacht. Auch den

ersten Schlepplift für Skiläufer gab es hier im Schwarzwald, in

Schollach. Das liegt ebenfalls im heutigen Landkreis Breisgau-

Hochschwarzwald.

Der Landkreis Breisgau-

Hochschwarzwald ist ein

gesegneter Landstrich, der

alles hat, was man zum

Leben braucht.


18 GEORG THOMA

Der Skilauf und der Schwarzwald haben mein Leben entscheidend

geprägt. Nicht zuletzt deshalb bin ich froh und

stolz darauf, dass wir im Skimuseum in Hinterzarten die

Entwicklung des Skisports so wunderbar darstellen können.

Der Landkreis hat zu dessen Entstehung auch seinen Beitrag

geleistet. So können die Menschen im wunderschönen

Schwarzwaldhausambiente des Hugenhofs erleben, welche

Tradition das Skilaufen hier hat, was die Ski für die Menschen

hier bedeuten und was der Schwarzwald dem Skilauf

gegeben hat. Und wer vor und nach mir sonst noch so alles

im Skisport erfolgreich war. Was mich freut, ist die Tatsache,

dass auch heute noch viel in der Region für die

Unterstützung des Skisports getan wird. Den Nordic

Center am Notschrei und den Olympiastützpunkt Freiburg

will ich an dieser Stelle beispielhaft nennen. Gerne erinnere

ich mich auch an die tollen Juniorenweltmeisterschaften

im Jahr 2010.

Als der Landkreis 1973 gegründet wurde, war das für mich kein großes Ding. Die Region

ist halt verwaltungstechnisch neu gegliedert worden. Den alten Landkreis Hochschwarzwald

gab es so nicht mehr, dafür sind Gebiete im Rheintal mit dazugekommen und das

Kfz-Kennzeichen hat sich geändert. Emotional hat mich das weit weniger bewegt als

manch andere Leute. Privat hatte ich die Verbindung „Breisgau-Hochschwarzwald“ so

und so schon gelebt, als es den Landkreis in der heutigen Form noch gar nicht gegeben

hat. Schließlich kommt meine Frau vom Kaiserstuhl und die kenne ich schon seit 1957,

also sechzehn Jahre, bevor es den jetzigen Landkreis gegeben hat. Viele Freunde habe ich

in der Rheinebene, am Kaiserstuhl und im Markgräflerland. Hier unten haben sie mich

auch für das Radfahren begeistert. Aber, wie anfangs schon gesagt, ich bin nicht nur

Sportler, sondern auch Genussmensch. Genießen, ja das können wir hier in der Region.

Die hervorragende Gastronomie, das Essen, der Wein: Herz was willst Du mehr! Da

haben alle Teile des Landkreises etwas zu bieten.

Mit dem Auge des Genießers sehe ich den Landkreis auch immer wieder auf meinen Touren,

im Winter auf Skiern oder im Sommer auf dem Mountainbike. Da gibt es wunderschöne

Orte zum Innehalten. Ich denke dabei zum Beispiel an das Panorama von Breitnau

aus über Hinterzarten auf den Feldberg, oder an St. Peter, wenn im späten Frühjahr bereits

die Kirschbäume blühen und oberhalb noch Schnee liegt, und natürlich auch an den

Blick vom Feldberg auf den steil unterhalb liegenden tiefschwarzen Feldsee. In diesen Momenten

der Ruhe ist mir die Heimat wieder ganz nah.


GEORG THOMA

19

Auch die Nähe des Landkreises zu Frankreich

finde ich spannend. Von der Vogesenkapelle

bei Sankt Märgen reicht der

Blick ins Nachbarland. Die Kapelle geht auf

ein Gelübde eines Soldaten zurück, der im

Ersten Weltkrieg in den Vogesen gegen

die Franzosen kämpfte und von dort aus

bei klarem Wetter seinen Bauernhof im

Schwarzwald sehen konnte. Nach seiner

Rückkehr aus dem Krieg baute er die Kapelle.

Für mich ist sie ein Mahnmal, wie

sich Geschichte zum Guten gewandt hat.

Vor nicht einmal siebzig Jahren führten die

Menschen am Rhein noch Krieg gegeneinander.

Heute sind wir freundschaftlich

verbunden und pflegen enge Kontakte.

An was ich mich beim Blick auf die

Schwarzwaldhöhen allerdings immer wieder

erst von Neuem gewöhnen muss, ist an

den Anblick von Windrädern. Klar sehe ich

den Nutzen und die Notwendigkeit dieser

Maschinen. Sie verändern aber die Landschaft

und den Blick darauf gewaltig. Nun

gut, wir Schwarzwälder sind ja seit jeher

immer auch Tüftler und Erfinder. Vielleicht

gibt es einen, der bald etwas Besseres erfindet.

Dann können wir die Dinger abbauen

und den Blick auf unser wunderschönes

Fleckchen Erde wieder frei machen.

Wir Schwarzwälder

sind ein wenig mit

den Skandinaviern

vergleichbar. Von

Natur aus ein wenig

schüchtern, aber dafür

umso beharrlicher.


52 KARIN GÜNDISCH

KARIN GÜNDISCH

geb. 1948 in Heltau /Rumänien I Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache I arbeitete

für die Presse und das Fernsehen und schrieb Kinderbücher I 1984 Auswanderung

mit ihrer Familie nach Deutschland I wohnt als freischaffende Schriftstellerin in Bad

Krozingen I ihre Bücher wurden in mehrere Sprachen (Französisch, Englisch, Japanisch,

Koreanisch, Slowenisch, Kroatisch, Rumänisch) übersetzt I Auszeichnung mit vielen

Literaturpreisen: Peter-Härtling-Preis für Kinderliteratur, Stipendium des Ministeriums

für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Baden-Württemberg; Mildred L. Batchelder

Award in den USA, Stipendium des Kulturministeriums in Luxemburg

Ausgewandert – Eingewandert

Am Abend des 11. November 1984 ist meine Familie in

Deutschland eingewandert. Wir hatten ein finsteres Land

verlassen und standen nun ziemlich verloren auf dem Bahnhof

in Nürnberg: unsere siebenjährige Tochter mit ihrer

neuen Schultasche auf dem Rücken und der Puppe im Arm,

unser fast zehnjähriger Sohn mit der Schultasche und seinem

Kissen, mein Mann und ich, jeder einen Koffer mit

dem Allernotwendigsten in der Hand.

Die vorhergehenden Wochen waren schwierig gewesen.

Wir hatten unseren Hausstand aufgelöst, Kisten mit Hausrat

für die Reise gepackt und die Wohnung für einen Spottpreis

an den Staat verkaufen müssen. Wir hatten von vielen

lieben Menschen Abschied nehmen müssen, ohne zu wissen,

ob wir sie jemals wiedersehen würden.

Während der langen Zugreise waren wir in Aufbruchstimmung,

aber schon im Übergangswohnheim in Nürnberg

kamen uns erste Zweifel, ob wir mit dem Weggehen von zu Hause gut getan hatten. Wir

standen an der Haltestelle der Straßenbahn, überlegten, was eine Fahrt für vier Personen

kostete und kamen zu dem Schluss, dass wir zu Fuß gehen mussten. So arm waren wir

noch nie gewesen. Als wir nach einem langen Fußmarsch in der Stadtmitte ankamen, waren

wir von der weihnachtlich geschmückten Stadt, von dem vielen Licht, verzaubert. Der

Heimweg war dann wieder sehr lang und mühselig, besonders für die Kinder. Um die Zeit

zu verkürzen, haben wir uns überlegt, was sich ein jeder in Deutschland als Erstes kaufen

würde. Wenn man nichts besitzt, ist das ein guter Zeitvertreib. Ingrid wünschte sich ein

Märchenbuch und Malstifte, Uwe einen echten Fußball und ein Fahrrad, mein Mann ein

Auto und ich? Ich erinnere mich nicht mehr daran, was ich mir gewünscht habe, aber der


KARIN GÜNDISCH

53

vergessene Wunsch ist wie die anderen

Wünsche bestimmt auch in Erfüllung

gegangen.

Dieses Wechselbad von Hoffnung und

Zweifel hielt sich über längere Zeit. Dann

aber fing es an, uns richtig gut zu gehen.

Mein Mann hatte eine Arbeit in Bad Krozingen

gefunden und wir zogen in den

Ort. Wir hatten wieder eine feste Bleibe

und konnten Wurzeln schlagen. Das ist

nun bald dreißig Jahre her und wir sind

noch immer in Bad Krozingen. Mein Mann

Unser Lebensmittelpunkt ist

aber hier in Bad Krozingen und

hier wollen wir auch bleiben.

ist inzwischen als Stadtbaumeister in Rente gegangen, hat sich

aber noch weiter um die Wasserversorgung gekümmert. Er hat

von Anfang an gegen die Privatisierung des Wassers gekämpft,

weil das Wasser uns allen gehört und von der Stadt in unserem

Interesse bewirtschaftet werden muss. Wir dürfen das Erbe der

nächsten Generationen wegen kurzfristiger Profite nicht aufs Spiel

setzen.


54 KARIN GÜNDISCH

Auch ich gehe demnächst in Rente. In Rumänien

war ich Lehrerin gewesen, hatte

Deutsch als Fremdsprache unterrichtet,

hatte Lehrbücher und Kinderbücher geschrieben.

Nach der Auswanderung konnte

ich durch einen glücklichen Zufall mein

drittes Kinderbuch im Beltz Verlag in Weinheim

a. B. veröffentlichen: Peter Härtling

war im Jahr unserer Auswanderung zu

einer Lesung ins Bukarester Goethe-Institut

gekommen. Ich saß im Publikum. Später

schickte ich ihm das Manuskript von meinen

„Geschichten über Astrid“. Er leitete

es an seinen Verleger Jochen Gelberg weiter,

der dann später auch mein Verleger

wurde.

Den Lehrerberuf musste ich aufgeben. Ich

hätte noch einmal ein paar Jahre lang studieren

müssen, um nachher möglicherweise

arbeitslose Lehrerin zu sein. Das wollte

ich nicht. Die Umstände haben mich gezwungen,

das zu tun, was ich schon immer

am liebsten getan hätte, nämlich zu

schreiben, also Schriftstellerin zu werden.

In dieser Eigenschaft bin ich unzählige

Male zum Vorlesen in Schulen im In- und

Ausland gewesen. So ging mir die Schule

nicht verloren und ich hatte oder habe

einen ständigen Kontakt zu meinen Lesern.

Unsere eigenen Kinder sind natürlich

längst aus dem Haus: Ingrid arbeitet als

Theaterregisseurin in vielen Städten. Sie ist

ihrem Mann, der aus Norddeutschland

stammt, nach Hamburg gefolgt und ist

von der Stadt begeistert. Uwe, der wie

auch sein Vater Ingenieur geworden ist,

lebt mit seiner französischen Frau und den

Kindern in Süddeutschland, in München. Unsere frühen Vorfahren

sind aus der Mosel-Rhein-Gegend ins Ungarland gezogen und haben

dort ein neues, freieres Leben begonnen. Als Händler kamen

sie bis in den Orient, von wo sie kostbare Teppiche mitbrachten

und sie als Dank nach gelungener Heimkehr ihren Kirchen in

Siebenbürgen spendeten. Die Teppiche erinnern auch heute noch

an jene Auswanderer und Handelsreisenden.

Wir reihen uns mit unseren Biographien in die Scharen von Millionen

Menschen ein, die im Laufe der Zeit auf der Suche nach

einem besseren Leben erst zu Auswanderern und danach zu Einwanderern

wurden. Haben wir in Bad Krozingen, im Landkreis, in

Deutschland eine Heimat gefunden? Ja, gewiss. Das Land ist

schön und es erinnert uns an die Gegend, in der wir unsere Kindheit

in Siebenbürgen verbracht haben.

Wenn wir aus dem Sommerurlaub in Rumänien kommen, bringen

wir manchmal die Orte durcheinander. Einer von uns sagt: Lass

uns nach Hermannstadt fahren und gemeint ist Freiburg. Oder:

Lass uns nach Michelsberg gehen und gemeint ist Staufen. In Rumänien

hingegen sagen wir: Lass uns nach Freiburg fahren oder

nach Staufen und wir meinen Hermannstadt und Michelsberg

damit. Wir wollen die Orte gar nicht miteinander vergleichen, es

handelt sich um Versprecher, aber auch um eine Verbindung

durch die Zeit von den wichtigsten Orten, an denen sich unser

Leben abspielt.

Der 11. November ist für unsere Familie der persönliche Befreiungstag

aus der Diktatur. An diesem Tag feiern wir miteinander

ein kleines Fest oder wir rufen einander an, ganz egal wo auf der

Welt wir dann gerade sind, und bestätigen uns aufs Neue, dass es

gut war, damals auszuwandern. Rumänien gehört heute zur EU

und ist unser bevorzugtes Urlaubsland geworden. Die Wege zwischen

den Ländern sind kürzer geworden, die Grenzen durchlässig.

Vor fast dreißig Jahren hätten wir uns das nicht einmal in

unseren kühnsten Träumen vorstellen können.

Unser Lebensmittelpunkt ist aber hier in Bad Krozingen und hier

wollen wir auch bleiben.


KARIN GÜNDISCH

55


134 FRANZ FREIHERR VON MENTZINGEN

FRANZ FREIHERR VON MENTZINGEN

geb. 1932 I verheiratet, vier Kinder, 13 Enkel I 1951 Abitur in St. Blasien, dann

Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in München und Heidelberg I 1956

Eintritt in den höheren Dienst des Auswärtigen Amts, Auslandseinsätze in Ägypten,

Kolumbien, England, Indien und der Schweiz I seit 1996 Botschafter a. D. und Ruhestand

im Breisgau I 2000 bis 2009 Diözesanleiter Malteser Hilfsdienst e.V.

Aus der Ferne gesehen…

Wenn ich über die Heimat nachsinne, in der ich weniger Jahre zugebracht habe als anderswo,

bewegen mich Zweifel, ob ich sie scharf und kenntnisreich, ob ich sie mit Distanz

und Kritik sehe oder ob mein Herz bewegt in Erinnerungen und Vorstellungen schwelgt,

die die Konturen überhöht und verschwimmen lässt. Vielleicht lohnt es dennoch, ein Bild

zu zeichnen, das nicht nackte, alltägliche Realität wiedergibt, sondern impressionistisch

ein Gemälde aus sanften Farben und Erinnerungen.

Der Breisgau und der Hochschwarzwald sind zugleich Kontrast und Ergänzung. Aus der

Ferne gesehen erscheinen sie als ein harmonisches Ganzes, als ein reizvoller Mikrokosmos.

Wenn man über genug Lokalpatriotismus verfügt, sieht man in Deutschland den Mittelpunkt

der Welt; in der Landschaft um den Freiburger Münsterturm jedoch das Herzstück.

Im Alter zurückgekehrt in diese Welt kann man sich den Luxus leisten, auf strenge Objektivität,

auf Vollständigkeit und auf penible Korrektheit zu verzichten. Die Erinnerung ruft nicht

ein geschlossenes Bild konsequenter Abläufe ab. Es sind Fetzen und Momentaufnahmen.

Über allem stehen zu Beginn der Krieg und das vom Totalitarismus geprägte tägliche

Leben. Das Schild am Rathaus, das zugleich das Parteilokal beherbergte, bot dem Bürger,

der Volksgenosse war, die Fürsorge der gegen Ende des Krieges längst unglaubwürdig

gewordenen Partei an: „Volksgenosse, brauchst Du Rat und Hilfe, wende Dich an die

NSDAP.“ In Wirklichkeit war es die Partei, die den Volksgenossen beanspruchte: als Soldat,

als Arbeitsmann oder Arbeitsmaid, als Hitlerjunge oder BDM-Mädchen. Wir Badener

können uns nicht von der allgemeinen Verblendung jener Zeit ausnehmen.

Nach dem Krieg, den der heutige Landkreis besser überstand als die schwer getroffene

Stadt Freiburg und erst recht das östliche Deutschland, konnten wir das kurzlebige Land

Südbaden mit Regierungssitz Freiburg erleben. Sein Präsident, der unvergessene Leo

Wohleb, war ein rechter Vertreter seines Landes: geistreich, gebildet, mit feinem Humor,


FRANZ FREIHERR VON MENTZINGEN

135

Der Reiz des Kontrastes

zwischen dem Gastland

und der bei längerer

Abwesenheit und Entfernung

zunehmend

verklärten Heimat

ergab einen anregenden

Spannungsbogen.

authentischer Volksnähe und erfrischender

Selbstironie begabt. Später, als er Boschafter

der Bundesrepublik Deutschland in Portugal

war, soll er auf die Frage, welche Aufgaben

auf ihn in Lissabon zukämen, geantwortet

haben: „Ich sitz als so im Garte und

lueg zu, wie d´Palme wackele.“

Mit leichter Verspätung gegenüber den

anderen Besatzungszonen, außer der Sowjetzone,

begann auch für uns der wirtschaftliche

Aufstieg. Uns Jungen öffnete

sich die Welt. Hungrig suchten wir erst das

übrige Deutschland, dann die weite Welt.

Den Schreiber dieser Zeilen verschlug es in

den Außendienst der aufstrebenden Bundesrepublik.

Die Heimat wurde zur Etappe,

zum bevorzugten Ziel bei den Heimaturlauben.

Hier fand man die an manchen

Dienstorten vermissten kontrastreichen

Jahreszeiten mit frischem Grün, flammenden

Herbstwäldern, verschneiten Buchen

auf dem Schauinsland oder Sonnenglast

über dem Sanddorn am Rhein, wo es nach

gemahlenem Sand roch. Mit den verschiedenen

Jahreszeiten verband sich der oft

lange entbehrte Genuss von Federweißem

mit Zwiebelkuchen, Bibbelsekäs mit frischen

Kartoffeln, auf dem Schwarzwald gepflückten Heidelbeeren

oder Himbeeren oder einer zünftigen Versperplatte mit stark geräuchertem

Schwarzwälder Schinken als Mittelpunkt. Versuche, Bibbeleskäs

aus Büffelmilch herzustellen, vermochten nicht die rechte Erinnerung

an das Original zu wecken.

Der Reiz des Kontrastes zwischen dem Gastland und der bei längerer

Abwesenheit und Entfernung zunehmend verklärten Heimat ergab

einen anregenden Spannungsbogen. Hier war es das ständige Wiederentdecken

des sich weiterentwickelnden Vertrauten und dort der Reiz

des oft exotischen Anderen, der sich nicht selten mit zunehmendem

Verständnis und Zuneigung verband. Im Gastland sah man sich natürlich

als Vertreter Deutschlands, aber auch als Bote aus Baden, dem

Breisgau und dem Schwarzwald. Wie könnte man dieser Funktion

besser gerecht sein, als seinen Gästen Wein vom Kaiserstuhl oder vom

Markgräfler Land zu servieren? Dieser reiste, was wir erst nicht mit

Bestimmtheit sagen konnten, sehr gut – auch über den Äquator.

Die Verbindung zum Breisgau und Hochschwarzwald blieb für den

Exilbadener in beide Richtungen bestehen – durch Besuche aus der

Heimat und durch regelmäßigen Aufenthalt in der Heimat im Heimaturlaub.

So stellte sich bei der Pensionierung die Frage nach dem Ort

der Verbringung des Ruhestandes nicht. Der Landkreis, der Breisgau

und Hochschwarzwald verbindet, war dafür ideal geeignet und ließ

Gedanken an die große, weite Welt zwar nicht ganz verschwinden,

aber nicht zur Obsession werden. Der Beobachter wünscht sich, dass

bei aller Modernität und allem Fortschrittsglauben altbadische Tugenden,

wie Bedächtigkeit, erhalten bleiben. Nume nit hudele!


146 MARTIN WANGLER

MARTIN WANGLER

geb. 1969 in Breitnau I studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und

Darstellende Kunst „Mozarteum“ in Salzburg I danach folgten Festengagements

am Staatstheater Oldenburg und am Stadttheater Ingolstadt I seit 2003 arbeitet

er im Film und Fernsehen, zu sehen u. a. in der SWR Serie „die Fallers“ als Gestütsbesitzer

und Stammtischbruder `Bernd Clemens` I seit 2005 als Kabarettist unterwegs

mit seinen Programmen: „Breitnau calling“ ein kabarettistischer Heimatabend und

„Ein Wilderer Abend“ ein musikalisches Kabarett I Gewinner des Kleinkunstpreises

Baden-Württemberg 2009

Land der Gegensätze!

„Wen hät da was geritten?!“ Vor vierzig Jahren den

Breisgau und den Hochschwarzwald zu einer Hochzeit zu

zwingen – das frag ich mich!

Der Breisgau, oft auch als Toskana Deutschlands bezeichnet,

wo Kiwis und andere exotische Früchte wachsen,

und der Hochschwarzwald, das höchste deutsche Mittelgebirge

nördlich der Alpen, wo man Eisgletscher zu züchten

versucht, könnten doch gegensätzlicher nicht sein!

Ein Landkreis zum Beispiel, in dem man immer falsch angezogen

ist. Fährt man vom einen Eck ins andere, nur ein

paar wenige Kilometer, hat man entweder einen „Kittel“

zu viel oder einen zu wenig an. Wie soll ich als Wälder im

Frühjahr eine Kirschblütenwanderung machen, ohne dass

ich mich mit fünf Jacken abschleppe. Morgens früh,

wenn ich aus dem Haus gehe, hat es bei uns oben im

Hochschwarzwald mindestens einstellige Minusgrade.

Spätestens wenn die Sonne im Zenit steht, brauch´ ich

einen Sherpa, der mir meine Kleidung trägt, damit ich nicht explodiere. Zudem ist mein

blasser Bauch die stechenden Sonnenstrahlen nicht gewohnt. Am Hauptbahnhof in Freiburg

werden wir sofort als Wälder identifiziert. Aufgrund unserer massenhaften wärmespendenden

Kleidung. Diese mitleidigen Blicke und diese Frage: Habt ihr noch Schnee???

Ja, natürlich haben wir noch Schnee!!! Sommer ist bei uns aber erst, wenn wir zwei frostfreie

Monate haben. Juli und August. Eine Frechheit, uns das im April zu fragen.

Ich räche mich im Herbst und Winter, wenn in den Niederungen des Landkreises die

Nebelsuppe schwappt. Habt ihr Nebel??? Oder auch schön, wenn die „Täler“ frierend und


MARTIN WANGLER

147

schlotternd, ohne Wollsocken und lange Unterhosen, am Wegrand stehen. Bereitwillig

gebe ich Tipps, welche atmungsaktive super moderne Hightech-Outdoorkleidung jetzt

angebracht wäre.

Hier mein Vorschlag an die Landrätin: veranlassen Sie doch, dass an jedem Bahnhof im

Landkreis eine Garderobe angebracht wird, in der man seine Kleidung abgeben oder

gegebenenfalls auch die Passende leihen kann. Damit sich jeder Einwohner dem Klima

entsprechend kleiden kann.

Und so unterschiedlich ist auch die Sprache im Landkreis. Ähnlich den Tierlauten: Guuh,

stuuh liege luuh!“ – „Gauh, stauh, liege lauh!“ – „Gooh, stooh lieg looh!“ Es handelt

sich nicht um den Gesang einer Nachteule oder das Bellen eines Rehbockes, sondern um

die wunderschönen Töne der hiesigen Landbevölkerung. Diese schönen Laute entschleunigen

die Landmenschen!


148 MARTIN WANGLER

Machen wir doch ein Fest zum vierzigjährigen Bestehen

vom Landkreis! Denn Reibung erzeugt Wärme und diese

Gegensätze könnten Energien freisetzen.

Im Landratsamt – mitten in der Stadt – bringen diese musikalischen Klänge nur Kopfschütteln,

Schulterzucken und Unverständnis hervor. „Gehen, stehen, liegen lassen“ – dieser

Satz ergibt in den Ohren der Stadtmenschen keinen Sinn. Aber auf dem Land ist es oft

ein zentrales Lebensmotto. Die Städter können dieses Lebensgefühl überhaupt nicht nachvollzeihen.

Das städtische Gemüt ist einfach ein anderes!

Das „südliche Temperament“ ergreift jeden im Landkreis. Hochschwarzwälder Dickkopf

unterscheidet sich kaum von einem Breisgauer Sturschädel. Aber im Gemüt gibt’s einen

entscheidenden Unterschied: Wir „Wälder“ sind glücklich, wenn wir von morgens bis

abends schaffen dürfen. „Die Täler“ aber sind in ihrem Element, wenn sie in Ruhe „nah

hucke“ und ein Viertele „pfätzen“ dürfen.

Machen wir doch ein Fest zum vierzigjährigen Bestehen vom Landkreis! Denn Reibung

erzeugt Wärme und diese Gegensätze könnten Energien freisetzen – wie heißt ´s uff nei

deitsch: eine „Win-win Situation“. Die Wälder bauen die Bühne auf, stellen Verkaufsstände

hin, backen Kuchen, servieren und dürfen natürlich auch kassieren. Die Täler

„hucke nah und län sich bedienä“, trinken und essen bis „spoot in d´Nacht“. Der geeignete

Ort dafür ist das Himmelreich. Da wird es uns Wäldern durch den Höllentäler nicht

zu warm und für die Täler ist es nicht zu kalt (es liegt auf 455 m). So könnte ein gelungenes

„Hochzeitsfest“ zum vierzigsten Geburtstag aussehen, das die liebenswerten

Seiten von Tälern und Wäldern vereint.


MARTIN WANGLER

149


154 DR. ARNO ZAHLAUER

DR. ARNO ZAHLAUER

geb. 1964 in Schopfheim I 1983 - 1988 Studium der Philosophie und katholischen

Theologie in Freiburg und Innsbruck I Priesterweihe 1990 I Dr. theol. mit einer Arbeit

über Karl Rahner und dessen Prägung durch Ignatius von Loyola I nach der Kaplans- und

Promotionszeit Privatsekretär von Erzbischof Dr. Oskar Saier, Dozent und Gefängnisseelsorger

in Freiburg I Ausbildungen im Bereich der Exerzitienarbeit I seit 2006 Direktor

des Geistlichen Zentrums der Erzdiözese Freiburg in St. Peter auf dem Schwarzwald

Geschichten über Geschichten

im Schwarzwaldkloster

Die Verantwortung für das Geistliche Zentrum der Erzdiözese

Freiburg zu haben, bedeutet so ganz „nebenbei“, in den Räumen

der früheren Benediktinerabtei St. Peter zu arbeiten, zu wohnen

und zu leben. Ihre Wurzeln reichen zurück ins elfte Jahrhundert,

und hineinverwoben in die alten Mauern sind Geschichten über

Geschichten. Und sie alle erzählen von Menschen, die mit unserer

Gegend zu tun hatten und bisweilen mit der halben Welt.

Am Anfang steht eine starke Frau, eine, ohne die das Kloster gar

nicht hätte Tritt fassen können. Die „Männergeschichte“ ist bekannt:

Berthold II., Herzog von Zähringen, verlegt 1093 aus dem

Schwäbischen mitten in den Wald ein Kloster, in dem er und

seine Familie begraben werden sollen. Mönche der Hirsauer

Reform beginnen hier zu leben. Agnes von Rheinfelden, die

Frau von Berthold, bringt das Erbe ihres Vaters mit ein, Güter

im heutigen Oberaargau, die das Kloster droben im noch unwirtlichen

Hochschwarzwald unbedingt braucht, um überhaupt

Tritt fassen zu können. Dann plötzlich: Berthold nimmt dem Kloster diese Güter weg und

will sie einsetzen in einem politischen Geschacher. Ein kleines Bild, das sich im Kloster erhalten

hat, berichtet heute noch von dem veritablen Ehekrach, den dieses Verhalten zur

Folge hatte. Agnes setzt sich durch, Berthold macht einen Rückzieher und unser Bild zeigt

die stolze Herzogin, wie sie nach St. Peter kommt und den Mönchen die Botschaft überbringt,

dass sie alles im Griff hat. St. Peter hat ihr das nie vergessen!

Überhaupt Agnes von Rheinfelden, die „nachhaltige“ Gründerin von St. Peter – unglaublich

wie vernetzt sie war in Europa und darüber hinaus: Ihre Schwester Adelheid heiratete

einen ungarischen Prinzen, der kurz nach der Hochzeit als Lazlo I. den ungarischen

Thron bestieg. Die Tochter der beiden, sie hieß wirklich gut ungarisch Piroschka, sollte es

weit bringen! Man verheiratete sie mit einem byzantinischen Prinzen aus der Familie der


DR. ARNO ZAHLAUER

155

Komnenen. Unerwartet wurde der wenige

Jahre später oströmischer Kaiser, Johannes

II. Komnenos. Piroschka nannte sich Irene.

Und noch heute können wir sie in Istanbul

bewundern, dargestellt in der Hagia Sophia

in einem herrlichen Mosaik, zusammen

mit ihrem Mann. Die Nichte der

Gründerin von St. Peter, die vorne links auf

dem Grab in der Kirche zu sehen ist, sie war

Kaiserin von Ostrom. Eine Schwarzwälder

Familie mitten drin! Doch nicht genug:

Irene gilt heute den orthodoxen Christen als Heilige. Und ihren Vater

Lazlo, den hat der katholische Papst in Rom heilig gesprochen

– ökumenische Perspektiven weit vor unserer Zeit.

Bleiben wir noch ein wenig bei Agnes und ihrem Erbe: Die Besitzungen,

die sie dem Kloster übergab, sollten bis zur Reformationszeit

bei St. Peter bleiben. Dort war Michel Sattler der St. Peterner

Mönch, der zu Beginn des 16. Jahrhunderts den Abt zu vertreten

hatte. Das Zentrum dieser Ländereien war das Priorat in Herzogenbuchsee,

einem Ort, der nahe genug an Zürich lag, um mit dem

Reformator Huldrich Zwingli näheren Kontakt zu bekommen. Das


156 DR. ARNO ZAHLAUER

nun hatte zur Folge, dass Sattler, als er nach St. Peter zurückgerufen wurde, um dort Prior,

also der zweite Mann im Kloster zu werden, die Reformation einführen wollte. Das gelang

ihm jedoch nicht! Er wurde vertrieben und floh zu Zwingli, mit dem er sich dann allerdings

wegen dessen zu großer Nähe zu den politisch Mächtigen zerstritt.

Die Erinnerung an diese Geschichte wurde im Kloster verdrängt. Von Michael Sattler

wüssten wir nichts mehr, wenn nicht in den 1990er-Jahren Gäste aus den USA gekommen

wären. Angehörige der amerikanischen Mennoniten, denen auch die bekannten

Amischen zuzurechnen sind. Und sie begannen zu erzählen: Nach der Trennung von

Zwingli floh Sattler über Straßburg ins Schwäbische und wurde in dieser Zeit zu einer der

führenden Figuren der Täufer. Er heiratete und verfasste das Schleitheimer Bekenntnis, bis

heute ein Grunddokument der Mennoniten. Wenige Jahre später aber wurde er zusammen

mit seiner Frau in Rottenburg verbrannt.

Die Gäste aus den USA berichteten, wie wichtig für die Mennoniten und die Amischen

das Gemeinschaftsleben ist, das sei über alle Brüche hinweg ein Erbe der benediktinischen

Tradition. Aus der Erfahrung der ihnen angetanen Gewalt sind die Mennoniten radikale

Pazifisten geworden. Die deutschen Mennoniten verleihen deshalb etwa alle drei Jahre

den „Michael-Sattler Friedenspreis“. Am Pfingstmontag 2013 bekam ihn Judy da Silva,

eine Vertreterin der kanadischen „First Nations“, als eine Ureinwohnerin – und verliehen


DR. ARNO ZAHLAUER

157

Die orthodoxe Heilige Kaiserin Irene, Nichte der Klostergründerin

von St. Peter, Michael Sattler, der frühere Prior

und Gründerfigur der Mennoniten, das sind nur zwei der

Geschichten, die die Mauern von St. Peter erzählen …

wurde er zum ersten Mal in St. Peter, im alten Kloster, an dem Ort, von dem Michael

Sattler im frühen 16. Jahrhundert fliehen musste. Im Menno-Hof, dem großen Zentrum

der Mennoniten und Amischen in Shipshewana, Indiana, findet man mehrfach den Hinweis,

dass einer der wichtigsten Ausgangspunkte der Täuferbewegung das Kloster

St. Peter auf dem Schwarzwald war. Bei den amerikanischen Mennoniten und Amischen

blickt man heute, wenn man die Wurzeln der eigenen Glaubensgemeinschaft betrachtet,

versöhnt auf St. Peter. Und nahe bei der katholischen St. Johns Abbey im Bundesstaat

Minnesota findet man ein nach Michael Sattler benanntes Gästehaus, das dem Benediktinerkloster

eng verbunden ist.

Die orthodoxe Heilige Kaiserin Irene, Nichte der Klostergründerin von St. Peter, Michael

Sattler, der frühere Prior und Gründerfigur der Mennoniten, das sind nur zwei der Geschichten,

die die Mauern von St. Peter erzählen …


164

Übersicht der PR-Bildbeiträge

Wir danken den folgenden Firmen und Einrichtungen, die mit ihren Beiträgen

das Zustandekommen des Buches möglich gemacht haben.

Weingut Abril GbR

www.weingut-abril.de 141

AHP Merkle GmbH

www.ahp.de 28

badenova AG & Co. KG

www.badenova.de 30

Badenweiler Thermen

und Touristik GmbH

www.badenweiler.de 32

Badeparadies Schwarzwald

TN GmbH

www.badeparadies-schwarzwald.de 44

Caritasverband Freiburg-Stadt

www.caritas-freiburg.de 46

Caritasverband

Breisgau-Hochschwarzwald

www.caritas-breisgauhochschwarzwald.de

46

EEW Energy from Waste

Saarbrücken GmbH –

TREA Breisgau

www.eew-energyfromwaste.com 45

Energiedienst Holding AG

www.energiedienst.de 64

Jürgen Escher Etikettierund

Anlagentechnik,

Dienstleistung und Handel

www.juergen-escher.de 59

Feldberg Touristik

www.feldbergbahn.de 66

Gewerbepark Breisgau

www.gewerbepark-breisgau.de 80

Heckel Präzisionsteile GmbH

www.heckel-gmbh.de 63

Hekatron Vertriebs GmbH

www.hekatron.de 82

Hella Gutmann Solutions GmbH

www.hella-gutmann.com 65

Kur und Bäder GmbH

Bad Krozingen

www.www.bad-krozingen.info 84

Liftverbund Feldberg

www.liftverbund-feldberg.de 66

Löffel-Logistik GmbH

www.loeffellogistik.de 100

Löffel-Mühlen GmbH

www.loeffelmuehlen.de 100

Merkur Frucht GmbH 102

Metallverwertungsgesellschaft

mbH

www.mvgottenheim.de 104

Framo Morat GmbH & Co. KG

www.framo-morat.com 118

F. Morat & Co. KG

www.f-morat.de 118

A.RAYMOND GmbH & Co. KG

www.araymond.de 120

Saint-Gobain Weber GmbH

www.sg-weber.de 121

Scholler Technocell

GmbH & Co. KG

www.felix-schoeller.com 85

Siko GmbH

www.siko.de 119

Sparkasse

Freiburg-Nördlicher Breisgau

www.sparkasse-freiburg.de 122

Sparkasse Hochschwarzwald

www.sparkasse-hochschwarzwald.de 122

Sparkasse Markgräflerland

www.sparkasse-markgraeflerland.de 122

Sparkasse Staufen-Breisach

www.sparkasse-staufen-breisach.de 122

Sutter 3 KG

www.sutter3kg.de 139

SWISSPHONE

Telecommunications GmbH

www.swissphone.de 137

Universitäts-Herzzentrum

Freiburg • Bad Krozingen

GmbH

www.universitäts-herzzentrum.de 158

UTP Schweissmaterial –

Zweigniederlassung der

Böhler Schweisstechnik

Deutschland GmbH

www.bsdg.de 160

Wandres GmbH micro-cleaning

www.wandres.com 136

ZIEMANN SICHERHEIT GmbH

www.ziemann-sicherheit.de 140

Zimmer international Logistics

GmbH

www.zil@zimmer.com 162

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