stahlmarkt 12.2017 (Dezember)

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52 K EMO – Nachbericht

Anlagenkonzepte für die Warm- und

Halbwarmumformung

Neue Schmiedepresse und Ringwalzanlage von Schuler

Hannover. Mit neuen Anlagenkonzepten war Pressenbauer Schuler auf

der Messe EMO vertreten. So trägt das Unternehmen mit der vorgestellten

MSE-Baureihe dem Entwicklungstrend von der Warmumformung

in Richtung Halbwarmumformung Rechnung. Im Bereich der Warmumformung

wurde eine komplette Produktionslinie zur Herstellung von Ringen

aus einer Hand präsentiert.

Mit der neuentwickelten Servoschmiedepresse,

die sowohl auf der EMO als auch

auf der parallel stattfindenden Fachtagung

Massivumformung vorgestellt wurde, sind

hohe Formänderungen bei hoher Präzision

realisierbar. Die Umformung erfolgt im na -

hezu geschlossenen Werkzeug und somit

gratlos. Dadurch ist ein reduzierter Materialeinsatz

möglich. Außerdem ist im Vergleich

zur Warmumformung bei der neuen

Schmiedepresse eine deutliche Energieeinsparung

zu verzeichnen.

»Mit der MSE 2000 lassen sich in der gleichen

Zeit deutlich mehr Teile produzieren als

mit herkömmlichen Schmiedepressen.« So

stellte Markus Bieg, Leiter der Division

Industry von Schuler am Standort Weingarten,

die Vorteile der neuen Anlagentechnik

heraus. »Gleichzeitig verlängert sich die

Lebensdauer des Gesenks signifikant, während

sich der Energiebedarf der gesamten

Maschine reduziert.«

Neu an dem Maschinenkonzept ist insbesondere,

dass der Antrieb als Querwelle statt

als Längswelle ausgelegt wurde, damit die

Druckpunkte weiter außen liegen und eine

höhere Präzision und verbesserte Laufruhe

erreicht werden. Durch den großen Pleuelabstand

ist zudem eine sehr hohe Kippsteifigkeit

gegeben.

Je nach benötigter Antriebsleistung ist die

Integration von bis zu vier Torquemotoren

möglich. Dank dieser leistungsstarken Servomotoren

im Kopfstück der Pressen lässt

Mit einer neu entwickelten Ringwalze bietet Schuler nun komplette Produktionslinien zur

Herstellung von Ringen aus einer Hand.

(Fotos: Schuler)

Mit der neu entwickelten MSE 2000 lassen

sich in der gleichen Zeit deutlich mehr Teile

produzieren als mit herkömmlichen

Schmiedepressen.

sich die Stößelgeschwindigkeit zwischen

oberem und unterem Totpunkt hochdynamisch

regeln – zum Beispiel langsamer während

des Teiletransports und der Gesenkpflege-Abläufe

und schneller während der

Umformung. Das war bei konventionellen

mechanischen Pressen bislang nur bedingt

in einem mechanisch wesentlich aufwendigeren

Kupplung-/Brems-Schaltbetrieb möglich

und bei deutlich längeren Zykluszeiten,

so Schuler.

Ein vom Hauptantrieb entkoppelter Tischauswerfer

mit eigenem Torquemotor und

Planetengetriebe ist ein weiteres Kennzeichen

der neuen Maschine. Das erhöht die

Flexibilität für den Teile-Transport und be -

schleunigt den Produktionsprozess zusätzlich.

Für die neue MSE-Reihe, die Dank der

konstruktiven Neugestaltung insgesamt

deutlich kompakter ist, hatte Pressenbauer

Schuler bereits zwei Bestellungen vorliegen.

Die Auslieferung der ersten Servo-Schmiedepresse,

auf der Gleichlaufgelenke produziert

werden sollen, ist für Ende dieses Jahres

geplant.

stahlmarkt 12.2017

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