Landkreis Gifhorn - ganz persönlich

neomedia

Landkreis Gifhornganz persönlich


HAMBURG

NIEDERLANDE

LANDKREIS GIFHORN

BERLIN

HANNOVER

DÜSSELDORF

Hankensbüttel

Wittingen

B 244

Wesendorf

B 4

B 248

Brome

Sassenburg

Meinersen

B 188

Gifhorn

Weyhausen/

Boldecker Land

Isenbüttel

Meine/

Papenteich


LANDKREIS GIFHORN IN ZUSAMMENARBEIT

MIT DER neomediaVerlag GmbH


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IMPRESSUM

Herausgeber

neomediaVerlag GmbH

Industriestraße 23, 48653 Coesfeld

Tel. 02546 9313-0

info@neomedia.de

www.neomedia.de

In Zusammenarbeit mit:

Landkreis Gifhorn

Schlossplatz 1

38518 Gifhorn

Tel. 05371 82-0

landkreis@gifhorn.de

www.gifhorn.de

Idee und Konzeption

Rainer Wendorff

Redaktion / Lektorat

neomediaVerlag GmbH,

Günter Poggemann / Silke Florijn

Horst Michalzik

Grafik / Layout

Kerstin Katemann/Anne Neuenhofer

Projektakquise

Matthias Kurz

Bildnachweis

Peter Chavier, S. 42;

Carmen Dreyer-Folsche, S. 33;

Karl-Heinz Frieler, S. 56;

Heimatverein Hankensbüttel

Isenhagen e. V., S. 52;

Marcel Hotze „Siebzehngrad Fieber“, S. 82;

Mathias Knoppe, S.36;

Landkreis Gifhorn, S. 9, 14;

Jutta Müller-Bernhard, S. 29;

Murataslan_Photographybln, S. 96;

Isolde Ohlbaum, S. 68;

rbb/Gundula Krause, S. 28;

Jenny Reissig, S. 41;

Dr. Rüdiger Rodloff, S. 79, 91;

Volker Schlag, S. 83;

Südheide Gifhorn GmbH, S. 11, 12, 15,

23, 24, 30, 34, 37, 40, 42, 43, 51, 54,

55, 63, 64, 69, 70, 71, 77, 92, 93, 94,

97, 98, 101, 102;

Abel Swelim, S. 85;

Tierfotografie Huber, S. 57;

Porträt- und Firmenfotos stammen,

soweit nicht anders vermerkt, von den

jeweiligen Personen und Unternehmen.

Printed in Germany 2017

Das Manuskript ist Eigentum des Verlages.

Alle Rechte vorbehalten.

Dem Buch liegen neben den Beiträgen

der Autoren Darstellungen und Bilder

der Firmen und Einrichtungen zugrunde,

die mit ihrer finanziellen Beteiligung das

Erscheinen des Buches ermöglicht haben.

Druck

C. Maurer GmbH & Co. KG

73312 Geislingen an der Steige

Bibliographische Information der

Deutschen Bibliothek

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese

Publikation in der Deutschen Nationalbibliographie;

detaillierte Daten sind im

Internet über http://dnb.dbb.de abrufbar.

ISBN 978-3-931334-77-2

Das Kreisbuch „Der Landkreis Gifhornganz persönlich“ wird herausgeben in einer

Buchreihe der neomediaVerlag GmbH, in der bisher folgende Bücher erschienen sind:

Der Landkreis Ravensburg – ganz persönlich

Der OSTALBKREIS – ganz persönlich

Das COBURGER Land – ganz persönlich

LANDKREIS LÖRRACH – ganz persönlich

Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald – AugenBLICKE

KURSBUCH ZUKUNFT – LANDKREIS RAVENSBURG

DER ORTENAUKREIS – ganz persönlich

DER LANDKREIS SCHWÄBISCH HALL – ganz persönlich

LANDKREIS HEIDENHEIM – ganz persönlich

Bottrop – meine Stadt

RHEIN-PFALZ-KREIS – rein persönlich

Landkreis Göppingen – Überraschend.PERSÖNLICH.

200 Jahre – Landkreis MERZIG-WADERN – ganz persönlich

RHEINGAU-TAUNUS-KREIS – ganz persönlich

LANDKREIS AICHACH-FRIEDBERG – ganz persönlich

Landkreis Oberallgäu – ganz persönlich

HAGEN – ganz persönlich

DER LANDKREIS MARBURG-BIEDENKOPF – ganz persönlich

www.landkreisportraet.de


INHALT

8 ... natürlich stark!

Landrat Dr. Andreas Ebel

10 Zur Heimat geworden

Manfred Birth

13 Solide gebaut, innovativ ausgestattet

Hans Drewes Baugesellschaft mbH Hoch- und

Tiefbau Baustoffhandel KG

14 Ein eindrucksvoller Blick von oben

Tassilo Bode

16 Dorfgemeinschaft

Hermann Butting

18 Die Frischespezialisten

EDEKA Ankermann

20 Mehr als eine Fahrschule

braam Ausbildungszentrum GmbH

22 Ein liebenswerter Menschenschlag

Eckart Dux

25 Von Wittingen in die weite Welt

Fleischhandelsgesellschaft Wittingen mbH

26 Eine Zeitreise durch den Kreis Gifhorn

Marie Louise Fischer

28 „Sentimental Journey“ zu schiefen

Bäumen

Astrid Frohloff

31 Helfer bei dem Weg aus der Sucht

Haus Niedersachsen gGmbH

32 Eine Schatzkammer für die

regionale Küche

Nils-Levent Grün

35 Immer gut beraten

heide-apotheke

36 Wo die wilden Otter wohnen

Tobias Hanf

38 Schöne, moderne Heimat!

Hubertus Heil


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40 Am Puls der Patienten

HELIOS Klinikum Gifhorn

41 Kompetenz für das ganze Fahrzeug

IAV GmbH

42 Glück und G(l)as

Werner Kieselbach

44 Gifhorn, die neue Heimat

Ewa Klamt

46 240 Jahre Fortschritt aus Tradition

H. Butting GmbH & Co. KG

48 Genuss in allen Variationen

EDEKA Gewecke

50 Der Landkreis in Frauenhand

Marion Lau

53 Die Staplerspezialisten mit

Komplettservice

W. Körner GmbH

54 Geselligkeit steht hoch im Kurs

Ralf Martin Meyer

56 Ein Paradies für Pferdeliebhaber

Lars Nieberg

58 Für mehr Farbe im Leben

EGGER Kunststoffe GmbH & Co. KG

60 Spitze im Markt beim Kokillenguss

FerroTec GmbH

62 Wo der Himmel nach atmen kann

Ingrid Pahlmann

65 Echter Back-Geschmack für die Region

Heide-Bäckerei Meyer

66 Pflegen statt nur zu versorgen

Bettina Harms GmbH

68 Unter freiem Himmel

Hans Pleschinski

70 Ein Gefühl von großer Freiheit

Kay-Sölve Richter

72 Vom Mechaniker-Azubi zum

Industrie- und Privatdienstleister

ISS GmbH


74 Meisterwerke für Leistungsgenießer

MSM Bäder + Wärme GmbH

75 Begeisterung für Möbel

möbelmeyer GmbH

76 In Gifhorn Wurzeln gefunden

Jürgen Scheidt

78 Der Landkreis in der Mitte Europas

Britta Scheller

80 Tradition, Regionalität und Innovation

Privatbrauerei Wittingen

81 Zuverlässiger und moderner

Finanzdienstleister

Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg

82 Der Nabel des Rock ’n’ Roll

Volker Schlag

84 Mein Glücksgriff Gifhorn

Adel Swelim

86 Die Bühne der Stadt

Stadthalle Gifhorn

88 Premium-Anbieter für Sicherheit

Die Volksbanken für die Region

90 Engagiert Euch!

Prof. Dr. Karin von Welck

92 Einmal Transvaal und zurück

Beate Winter

95 Individuelle Lösungen der

Automatisierungstechnik

STG Steuerungstechnik Gifhorn

96 Ein Hoodcheck durch den Landkreis

MC Fitti

99 Immer gut verbunden im

Landkreis Gifhorn

VLG – Verkehrsgesellschaft Landkreis Gifhorn

100 In Gifhorn Visionen verwirklicht

Horst Wrobel

103 Mehr als eine Bank

Volksbank eG Braunschweig Wolfsburg

104 Übersicht der PR-Bildbeiträge


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TASSILO BODE

Tassilo Bode

EIN EINDRUCKSVOLLER

BLICK VON OBEN

Tassilo Bode / geb. 1973 in Wolfsburg

als Sohn einer Flieger- und

Handwerkerfamilie, aufgewachsen

in Ehmen, heute wohnhaft in

Gifhorn, verheiratet, drei Kinder /

nach der schulischen Ausbildung

folgte die berufliche im Betrieb

seiner Eltern, dem Sanitätshaus

Bode in Wolfsburg, den er nach

der Meisterprüfung als Orthopädiemeister

2004 übernahm / sein

Hobby als Segelflieger begleitet

ihn das ganze Leben, in seinem

Heimatverein, dem LSV Gifhorn,

war er als 2. und 1. Vorsitzender

tätig / sportlich wurde er u. a.

2002 Europameister und 2008

Vize-Weltmeister, bei den Weltmeisterschaften

im Januar 2017

in Australien landete er in der

Offenen Klasse auf Platz 17, mit

der deutschen Mannschaft eroberte

er den Bronzerang

Es gibt wohl nur wenige Menschen,

die so viel vom Landkreis Gifhorn

gesehen haben wie ich: Als begeisterter

und erfolgreicher Segelflieger

habe ich mich unzählige Male in die Luft begeben

und das Land aus der Vogelperspektive

gesehen und bewundert. Dadurch hat sich bei

mir verfestigt, dass ich den Landkreis mögen

und schätzen gelernt habe. Es ist die Lage mit

der angrenzenden Lüneburger Heide, Braunschweig

und Helmstedt sind in der Nähe, und

die Entfernungen sind geradezu riesig. Trotz

allem hat er sich eine schätzenswerte und

wohltuende familiäre Atmosphäre bewahrt.

Es ist schon eindrucksvoll, von oben aus die

Windräder zwischen Wolfsburg und Gifhorn

zu betrachten, die technischen Anlagen und

die zum Teil unberührte Natur.

Aufgewachsen bin ich eigentlich auf dem

Segelflugplatz in Wilsche. Weil Mutter, Vater

und Bruder begeisterte Anhänger des Segelflugsportes

sind und waren, war ich bereits

im zweiten Lebensjahr auf dem wunderbaren

Flugplatz zu Hause, der Heimat des Luftsport-Vereins

Gifhorn. Mit 13 Jahren nahm

ich zum ersten Mal in einem Segelflugzeug

Platz, und 1988, mit 15 Jahren, unternahm

ich meinen ersten Alleinflug und erwarb kurz

darauf den Luftfahrerschein.

Meinen ersten Wettbewerb bestritt ich 1992:

Ich nahm an der Deutschen Juniorenmeisterschaft

mit Erfolg teil und wurde Mitglied

der Deutschen Junioren Nationalmannschaft.

Mit 25 Jahren durfte ich in Seniorenwettbewerben

starten und nahm insgesamt an fünf


Langer Jammer und Kavalierhaus im Stadtzentrum Gifhorn

Europameisterschaften und fünf Weltmeisterschaften

teil, zuletzt im Januar 2017 in

Australien. Im Jahr 2000 wurde ich Deutscher

Meister, 2002 Europameister in der

Offenen Klasse, in der ich bei der Weltmeisterschaft

in Lüsse Vizeweltmeister wurde.

Es war ein wunderbares Erlebnis, im eigenen

Land so erfolgreich zu sein.

Mein Wohnort ist sehr hübsch, mein Verein ist bestens aufgestellt,

ich lebe in einer sehr sportlichen Region, und das Städtchen Gifhorn

lockt mich immer wieder in seine wunderschöne Innenstadt.

Meine Familie war und ist aber auch eine

Handwerkerfamilie. Nach meiner Schulausbildung

an der Eichendorffschule – wir

wohnten damals im Wolfsburger Ortsteil

Ehmen – folgte ich in der Ausbildung meinem

Vater im Familienbetrieb meiner Eltern.

An der Meisterschule in Heidelberg erwarb

ich den Meistertitel und folgte 2004 meinem

Vater als Inhaber der Firma, die mein Vater

mit meinem Großvater gründete, und die seit

45 Jahren von der Familie geführt wird. Zu

dieser Zeit war ich bereits nach Gifhorn gezogen,

wo ich sehr gern immer noch wohne.

Ich bin inzwischen verheiratet und Vater von

drei Kindern.

Obwohl ich Hochleistungssport betreibe,

arbeite ich leider nicht viel an meiner körperlichen

Fitness. Das Wichtigste in meinem

Sport ist, dass man sich mental super vorbereitet,

damit man im Wettbewerb bis zu

12 Stunden durchhalten kann, auch wenn

die Außentemperatur 40 Grad beträgt. Es

kann vorkommen, dass man auf einem solchen

Flug bis zu fünf Kilo Gewicht verliert.

Die Offene Klasse für Senioren ist so etwas

wie die Formel 1 der Segelflieger; die Ausstattung

ist nicht beschränkt. Ein gutes

Segelflugzeug ist in den hochklassigen Wettbewerben

unabdingbar. Ich hatte das Glück,

einen von zwei Prototypen zu bekommen,

der im Augenblick die Spitze der technischen

Entwicklung darstellt.

Auch von den weiten Reisen kehre ich immer

wieder gern zurück: Mein Wohnort ist sehr

hübsch, mein Verein ist bestens aufgestellt,

ich lebe in einer sehr sportlichen Region, und

das Städtchen Gifhorn lockt mich immer wieder

in seine wunderschöne Innenstadt. Neben

der Leitung des Betriebes in Wolfsburg und

Gifhorn und meiner großen Leidenschaft habe

ich kaum Zeit für weitere Hobbys. Manch

einer, der mich danach gefragt hat, blickte

verdutzt, wenn ich ihm antwortete: „Modellfliegen,

das mach ich auch sehr gern.“


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ECKART DUX

Eckart Dux

EIN LIEBENSWERTER

MENSCHENSCHLAG

Eckart Dux / geb. 1926 in Berlin-

Charlottenburg, verheiratet, ein

Sohn / Schauspieler, Synchronund

Hörspielsprecher / 1943 als

Luftwaffenhelfer eingezogen / 1944

Einzug zur Wehrmacht / Herbst

1944 Berufung an die Ostfront /

1945 nach einer Kriegsverletzung

Rückkehr nach Berlin / 1946 Abitur

am Gymnasium in Steglitz / 1948 bis

1950 Besuch der Schauspielschule /

1948 Debüt am Berliner Renaissance-Theater

/ seit 1949 Synchronsprecher,

lieh unter anderem Audie

Murphy, Anthony Perkins, Fred

Astaire und Steve Martin seine

Stimme / Engagements an allen

Westberliner Theatern, später in

Hamburg, München, Frankfurt und

Wien / verschiedene Rollen in Kinofilmen

und Fernsehserien / 2006

Synchron Zuhörerpreis „Silhouette“

in der Kategorie „Synchronschauspieler

Serie“ für Jerry Stiller in King

of Queens / 2008 Auszeichnung mit

dem „Deutschen Preis für Synchron“ /

erhielt 2013 den Ehrenpreis für sein

Lebenswerk, den „Ohrkanus“

Am 19. Dezember 1926 wurde ich

in Berlin-Charlottenburg geboren.

1927 sind meine Eltern dann

mit mir nach Berlin-Schmargendorf

gezogen. Ein schöner, grüner Stadtteil

Berlins, angrenzend an den Grunewald. Hier

habe ich meine gesamten jungen Jahre verbracht.

Leider ist meine Mutter, als ich sieben

Jahre alt war, viel zu früh verstorben. Da

mein Vater als Versicherungsangestellter viel

in der Provinz unterwegs war, kam ich für

zwei Jahre zu meinen Großeltern nach Berlin-Moabit.

1936 hat mein Vater dann glücklicherweise

wieder geheiratet; meine „neue

Mutter“ und ich verstanden uns ausgezeichnet,

und ich kam zurück in mein geliebtes

Schmargendorf. Vater hatte sein erstes Auto

gekauft, wir machten schöne Ausflüge bis an

die Ostsee.

Mütterlicherseits stammte meine Familie aus

Pommern. Meine Sommerferien verbrachte

ich jedes Jahr auf dem Bauernhof meines

Großonkels, in Pasewalk. Ich habe dort von

frühmorgens bis zum Feierabend sehr gerne

gearbeitet. Es gab zehn Pferde, Kuhställe,

Schweineställe, Hühner, aber noch keine

Traktoren. Gerne habe ich auf den Feldern

mitgearbeitet, ich hatte gelernt, auf den großen

Ackergäulen zu reiten, die hohen Erntewagen

zu fahren, die Tiere zu füttern und zu

versorgen. Es waren glückliche Jahre für unsere

gesamte Familie. Dieses Leben auf dem

Land hat mich sehr geprägt, ich habe es geliebt

– damals wie heute.

Dann begann 1939 dieser unselige Zweite

Weltkrieg. Mein Vater wurde gleich im September

eingezogen und ist erst Ende 1947 zurückgekommen.

In all diesen Jahren war ich

mit meiner Mutter allein. Ab Januar 1943

wurden wir als Luftwaffenhelfer zur Flak eingezogen,

im Sommer 1944 wurde ich dann,

17-jährig, zur Wehrmacht eingezogen, überraschenderweise

zur Kavallerie, eine immer

noch exklusive Einheit. Im Umgang mit Pferden

vertraut, kam ich nach Gnesen in Pommern.

Hier lernte ich richtig gut zu reiten,

wurde zum Meldereiter ausgebildet. Im Spätherbst

1944 wurde ich an die Ostfront berufen

– ohne Pferd. Mitte April 1945 in der Nähe

von Küstrin an der Oder verwundet, kam

ich mit einem Lazarettzug nach Westdeutschland.

Durch die Amerikaner wurde ich nach

dem inzwischen beendeten Krieg entlassen

und schlug mich durch die russische Besatzungszone

wieder nach Berlin durch. Meine

Mutter lebte, Gott sei Dank, in der noch vorhandenen

Wohnung.

An meinem Wunsch, Schauspieler zu werden,

hielt ich während dieser ganzen schweren und

bedrückenden Zeit fest. Nach dem Vorsprechen

bei Prof. Dr. Raeck, dem Intendanten des

Berliner Renaissance-Theaters, übernahm dieser

meine Ausbildungskosten für die Schauspielschule.

Bereits nach einem Vierteljahr

stand ich am 28. Februar 1948 zum ersten Mal

auf der Bühne. Nach zwei Jahren Ausbildung

machte ich den erfolgreichen Abschluss vor

der Bühnengenossenschaft. Danach spielte ich

an allen Westberliner Theatern; später in

Hamburg, München, Frankfurt, Wien. Ich

spielte in einigen Kinofilmen, vielen langen

Fernsehserien, und begann bereits 1949, ausländische

Filme zu synchronisieren.


Kutschfahrt im Heiligen Hain

Auch wenn ich aus beruflichen Gründen in

vielen Metropolen dieser Welt zu Hause war,

zog es mich dennoch immer aufs Land. Mit

dem Landkreis Gifhorn sind wir seit Urzeiten

durch langjährige Freundschaften in besonderer

Weise verbunden. Mein Schwiegervater

hatte 1936 in Dannenbüttel auf dem von Laffertschen

Sägewerk sein Praktikum als Holzkaufmann

absolviert. Er war Mitglied im

Schützenverein, äußerst gesellig und sehr beliebt

im Ort. So sind die ersten freundschaftlichen

Kontakte zu alteingesessenen Dannenbüttler

Familien entstanden. Von Hamburg

aus ist meine Frau Marlies regelmäßig mit

dem Fahrrad in den Landkreis geradelt, um

ihre Freundin zu besuchen. Als wir uns 1969

kennenlernten, habe ich sie öfter begleitet.

Wir lieben beide das Leben auf dem Land.

Dannenbüttel mit seinen liebenswerten Menschen, die

immer füreinander da sind, ist uns zur Heimat geworden:

Hier kennt man sich, hier hilft man sich. Hier bleiben wir.

1970 haben wir geheiratet und zwei Jahre später

unseren langgehegten Traum vom Leben

in ländlicher Idylle verwirklicht. So hat es uns

nach Dannenbüttel verschlagen. Wir bauten

ein eigenes Haus mit Einliegerwohnung, in der

später zunächst meine Eltern und dann meine

Schwiegermutter mit uns lebten. 1976 kam unser

Sohn Moritz zur Welt, der heute mit seiner

Familie nicht weit entfernt in Celle lebt. Durch

unsere langjährigen Freundschaften und Kontakte

wurden wir gleich sehr herzlich aufgenommen

und lebten uns schnell ein.

Die Moorbahn Sassenburg


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Burg Brome

Wenn man wirklich auf dem Land leben

möchte, ist es nahezu eine Verpflichtung,

sich in das gemeinschaftliche Leben miteinzubringen.

Denn nur so funktioniert das Leben

hier. Deshalb war ich von Anfang an

Mitglied in den hiesigen Vereinen, natürlich

auch bei der Feuerwehr. Auch heute noch bin

ich aktives Mitglied im Dannenbüttler Männergesangverein.

Wir, das sind insgesamt

37 Männer – eine beachtliche Zahl – proben

jeden Donnerstag mit unserem wunderbaren

Chorleiter. Regelmäßig treten wir auch bei

Geburtstagen oder Hochzeiten auf. Ich genieße

diese tolle Gemeinschaft mit prima Kumpels

und ohne lästige Diskussionen. Auch die

Geselligkeit kommt nicht zu kurz.

Nach wie vor habe ich als Hörbuchsprecher

beruflich in Berlin zu tun. Meine Frau und

ich genießen dann für kurze Zeit das pulsierende

Leben in der Großstadt und gehen dort

gerne ins Theater. Dennoch zieht uns dauerhaft

nichts zurück in die Stadt. Hier draußen

genießen wir die erholsame Ruhe, die reizvolle

Natur und unser kleines Paradies im

Grünen. Wir haben tolle Nachbarn und verstehen

uns alle sehr gut.

Ganz anders als die Rheinländer, deren Offenheit

und Kontaktfreudigkeit ich in Köln

und Düsseldorf kennenlernen durfte, brauchen

die Niedersachsen ja in der Regel eine

Zeit, bis sie den Mund aufmachen und warm

werden. Nach dem dritten Bier klappt das in

der Regel. Aber, bist du einmal aufgenommen,

hast du treue und verlässliche Freunde

fürs Leben gefunden.

Für uns hat sich der Kreis geschlossen, seit

nunmehr 45 Jahren genießen wir das Leben

auf dem Land in Niedersachsen. Dannenbüttel

mit seinen liebenswerten Menschen, die

immer füreinander da sind, ist uns zur Heimat

geworden: Hier kennt man sich, hier hilft

man sich. Hier bleiben wir.


FLEISCHHANDELSGESELLSCHAFT WITTINGEN MBH

Fleischhandelsgesellschaft Wittingen mbH

VON WITTINGEN

IN DIE WEITE WELT

Von Wittingen in die weite Welt –

die Fleischhandelsgesellschaft

(FHG) Wittingen verschickt ihre

Nebenprodukte vom Schwein

nicht nur in europäische Länder, sondern auch

nach Asien und Afrika. Seit seiner Gründung

vor mehr als 25 Jahren hat das Unternehmen

nach und nach diesen internationalen Kundenstamm

gewinnen können. Dafür tut die FHG

Wittingen bis heute einiges. Neben fairen Preisen

und einem zuverlässigen, grundsoliden

Wirken ist es der stets einwandfreie Zustand

der Ware, für den das Fleischhandelsunternehmen

besonders bekannt und geschätzt ist.

Als Fleischgroßhandel hat die FHG Wittingen

tagtäglich eine große Menge an empfindlicher

Ware anzunehmen, umzupacken, einzupacken,

zu lagern und zu verschicken. Sauberkeit

und der professionelle Umgang mit den Produkten

stehen bei all diesen Prozessen an erster

Stelle. Überwachung ist hier das Stichwort

und diese beginnt, sobald die Türen des Transportfahrzeuges

am Warenannahmetor geöffnet

werden: Die Mitarbeiter kontrollieren die Beschaffenheit

und Temperatur der angelieferten

Ware und protokollieren ihren Eingang nach

festgelegten Vorgaben. Im weiteren Verlauf

geht es so schnell wie möglich in klimatisierte

Räumlichkeiten. Die Mitarbeiter verpacken die

Sauberkeit und der professionelle Umgang mit der empfindlichen

Ware stehen bei allen Prozessen an erster Stelle.

Ware und kennzeichnen sie mit einem nummerierten

und registrierten Label, damit die

Herkunft der Schweineteile jederzeit rückverfolgt

werden kann.

Im fast 2.000 Quadratmeter großen Tiefkühlhaus

des FHG Wittingen liegen die Nebenprodukte

vom Schwein zu allen Jahreszeiten bei

frostigen Minus 25 Grad. In modernen, fahrbaren

Hochregalen ist die Ware, zu denen etwa

Brustbeine, Knorpelleisten oder Nackenknochen

gehören, bestens aufgehoben. Vom riesigen

Lagervolumen profitiert nicht nur die FHG

Wittingen selbst – auch Externe haben die

Möglichkeit, ihre Ware dort unterzubringen.

Ihren hohen Qualitätsanspruch lässt sich die

FHG fortlaufend von außerhalb bestätigen und

absichern. Regelmäßige Kontrollen des Veterinäramts

gehören ebenso dazu wie die strikte

Einhaltung sämtlicher EU-Vorschriften. Zertifikate

eines Lebensmittellabors erbrachten zuletzt

sowohl bei der Fleischuntersuchung als

auch bei der Reinigungs- und Desinfektionsleistung

gute bis sehr gute Ergebnisse. Auf dieser

Grundlage garantiert die FHG Wittingen

ihren Kunden auch weiterhin einwandfreie

Ware, wenn es wieder heißt: Von Wittingen in

die weite Welt.

Fleischhandelsgesellschaft Wittingen mbH

Wiesendamm 1

29378 Wittingen

www.fhg-wittingen.de


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ASTRID FROHLOFF

Astrid Frohloff

„SENTIMENTAL JOURNEY“

ZU SCHIEFEN BÄUMEN

Astrid Frohloff / geb. 1962 in Wittingen,

verheiratet, zwei Kinder / 1981

Abitur am Gymnasium Hankensbüttel

/ Studium der Politik- und

Literaturwissenschaften sowie der

Soziologie in Hannover / Studium

der Journalistik in Hannover und

in Austin, Texas / 1990 bis 1992

Moderatorin und Nachrichtenchefin

bei RTL Hamburg / 1992 Moderation

der Fernsehsendung „DAS!“

beim NDR Hamburg / 1994 bis 1999

Fernsehkorrespondentin im Nahen

Osten für SPIEGEL TV, NDR und

SAT.1 / 1995 Aufbau und Leitung

eines Fernsehstudios für Sat.1 in

Jerusalem / 1999 bis 2004 Chefmoderatorin

der Sendung „18:30 – Sat.1

Nachrichten“ / März 2007 bis März

2008 Moderation der Sendung „N24

Wissen“ / 2007 bis 2010 Moderation

der RBB Talksendung „Im Palais. Zu

Gast bei Astrid Frohloff“ / 2003 bis

2015 Vorstandssprecherin „Reporter

ohne Grenzen“ / 2009 bis 2016

Moderation des rbb-Politikmagazins

„Klartext“ / seit 2009 Moderatorin

des ARD-Politikmagazins „Kontraste“

/ 2001 in der Sparte „Beste

Moderation Information“ für den

Deutschen Fernsehpreis nominiert

Was hält man von so einer

Oma? 98 Jahre alt. Altersheim

Wittingen. Ja, ja.

Schon gut. – Schon gut? Ich

war, um ehrlich zu sein, skeptisch, als meine

Familie vorschlug, sie zu ihrem 98. Geburtstag

mit einem Herzschlag-Geschenk zu überraschen.

Also – mit einem Geschenk, das den

Herzschlag in die Höhe treibt. Aber: Zwei

Jahre vor ihrem 100. Geburtstag stand die

versammelte Enkel- und Urenkelschar – jeder

mit einer Rose in der Hand – unangemeldet

Spalier, als sie nichtsahnend aus dem Altersheim

trat. Da stand ein Reisebus nur für sie.

Bunt mit Girlanden geschmückt. Bereit zur

Extra-Tour nur für Oma.

Der Enkelchor sang „Hoch soll sie leben“ und

mit gespielter Empörung („Ihr seid ja verrückt!“),

kicherte sie sich auf ihre Sitzbank im

Bus. Am Steuer saß eine ihrer Urenkelinnen,

von Beruf Busfahrerin, – was ihre Zuversicht

in das Gelingen der Fahrt erheblich gesteigert

haben mag. Ab ging’s über die Dörfer, die ich

so gut aus meiner Kindheit kenne – Erpensen,

Lüben, Gannerwinkel, Langenbrügge,

Glüsingen. Dann stoppte der Bus zum Mittagessen

an einer ortsüblich zünftigen Gaststätte

mit gut-bürgerlicher Küche – Reh- und

Hirschgeweihe grüßten von der Wand –

und retour. Zwei Töchter, acht Enkel und

15 Urenkel waren glücklich, dass die Mutter,

Oma und Uroma glücklich war.

Zu den Enkeln gehöre ich. Ich bin untypisch.

Die meisten von uns sind der Stadt und der

Region treu geblieben, leben und arbeiten in

oder im Umkreis von Wittingen. Wir sehen

uns zu wenig – was an mir liegt. Aber an

Omas Geburtstag sind wir immer alle da.

Heimat, so wie an Omas Geburtstag, das ist

für mich Wittingen. Und das bleibt so.

Ich habe in Hannover gelebt, in Hamburg, in

den USA und in Jerusalem. Und nun lebe ich

seit fast 18 Jahren in Berlin, arbeite beim

Fernsehen und moderiere das Politikmagazin

„Kontraste“ in der ARD. Aber Wittingen

bleibt Heimat. Meine Eltern leben dort. Und

sie besuche ich häufig. Wahrscheinlich zu wenig,

werden sie meinen.

In meinem Leben ging es turbulent zu, beruflich.

In meinem Elternhaus hat sich wenig

verändert. Mein Stammplatz am Küchentisch,

die Katze, der große Obst- und Gemüsegarten.

Der Schuppen mit den alten Gerätschaften,

die mein Großvater zum Teil noch selbst

gefertigt hat. Kaum bin ich im Elternhaus,

spüre ich Entschleunigung. Mein temporeiches

Leben in Berlin – mit Job, Terminen,

Veranstaltungen – ist schnell weit weg. In

Wittingen verändern sich die Dinge nur langsam.

Das mag manche Daheimgebliebene verstören

oder gar ärgern. Mich beruhigt diese

Stetigkeit in turbulenten Zeiten immer mehr.

Wittingen ist mein Rückzugsort. Als Journalistin

und Moderatorin habe ich täglich mit aktuellen

Ereignissen zu tun. Bei manchen Themen

fällt es schwer, Abstand zu gewinnen –

wie etwa nach dem Terroranschlag vom Breitscheidplatz

in Berlin oder damals nach 9/11.

Beruflich war der Anschlag auf das World

Trade Center eine der größten Herausforderungen

für mich als Fernsehmoderatorin.


Eine Jahrhundertkatastrophe, die ich sieben

Stunden lang live im Fernsehen moderiert habe.

Damals habe ich den Rückzug nach Wittingen

ganz besonders gebraucht. Als Journalist

ist es wichtig, professionelle Distanz aufzubauen.

Ein Besuch zu Hause hilft mir wie

nichts anderes. Er erdet mich wohltuend.

Denke ich an meine Kindheit, laufe ich meinen

Schulweg durch die Wittinger Innenstadt

mit ihren Fachwerkhäusern. Schuster

Götje, der in der Achterstraße mit ihren

krummen Hausgiebeln in seiner Werkstatt

am Fenster saß. Tag für Tag leimte, nähte

und hämmerte er – total vertieft in sein

Handwerk. An den Wänden stapelten sich in

einem wilden Durcheinander bis unter die

Decke Schuhe, alte und neue. Noch heute

spüre ich den unverwechselbaren Leimgeruch

in der Nase. Damals reihte sich an der

Hauptstraße Geschäft an Geschäft. Ein

Milchladen, ein Augenoptiker, ein Haushaltswarengeschäft,

eine Modeboutique, ein

Lederwarengeschäft, der Fischladen und natürlich

unser Favorit – die Eisdiele.

Doch meinen Schulweg gibt es heute nicht

mehr. Keines der Geschäfte, die mir so vertraut

waren, ist noch an seinem Fleck. Leider

verschwindet der Einzelhandel immer mehr

und viele Traditionsgeschäfte haben längst

dichtgemacht. Für mich ist das ein Verlust an

Lebensqualität. Es betriff ja leider nicht nur

Wittingen. Überall bluten die Innenstädte aus.

Stattdessen: gesichtslose Billigmärkte an der

Peripherie. Mit immer demselben Sortiment.

Umso mehr hat es mich gefreut, als ich von

einer Initiative erfuhr, die das Ziel hatte, das

Haus Kreyenberg zu erhalten, das älteste Bürgerhaus

der Stadt aus dem Jahr 1640. Das alte

Fachwerkgebäude im Herzen der Stadt stand

drei Jahrzehnte leer und drohte zu verfallen.

In einer Gemeinschaftsaktion sammelten die

Wittinger Spenden, um das Haus denkmalgerecht

wieder aufzubauen. Heute beherbergt

das historische Fachwerkhaus ein Café und

dient als kulturelle Begegnungsstätte. Für

mich ein eindrucksvoller Beleg dafür, dass

den Wittinger Bürgern viel daran liegt, ihre

Heimatstadt liebenswert zu erhalten.

In Wittingen verändern sich die Dinge nur langsam. Das mag manche

Daheimgebliebene verstören oder gar ärgern. Mich beruhigt diese Stetigkeit

in turbulenten Zeiten immer mehr. Wittingen ist mein Rückzugsort.

Ohnehin halte ich bürgerschaftliches Engagement

für unser Zusammenleben für unverzichtbar.

Ich bin in dem Bewusstsein erzogen

worden, dass jeder Einzelne Mitverantwortung

für das Gemeinwesen trägt. Das mag auch der

Grund dafür sein, dass ich mich bis heute ehrenamtlich

im politischen Bereich engagiere.

Zwölf Jahre lang habe ich als Vorstandssprecherin

die Organisation „Reporter ohne Grenzen“

geleitet, die sich für Presse- und Meinungsfreiheit

weltweit einsetzt. Auch wenn sich

die Lage für Journalisten und Medien in vielen

Ländern angesichts von Kriegen und Krisen

eher verschlechtert hat, konnte „Reporter ohne

Grenzen“ doch so manchen Kollegen in Notlagen

helfen. Unsere Arbeit wurde vielfach preisgekrönt.

Besonders gefreut habe ich mich aber,

als ich unlängst von Schülern meines ehemaligen

Gymnasiums in Hankensbüttel gebeten

wurde, unsere Organisation vorzustellen.

Welchen Einfluss Politik auf den Alltag der

Menschen hat, habe ich schon früh erfahren.

Unsere Jugendzeit in Wittingen war durch

die geografische „Randlage“ im innerdeutschen

Grenzgebiet geprägt. Nur zwei Kilometer

von der DDR-Grenze entfernt hatten

wir sehr konkret vor Augen, was die deutsche

Teilung aus Land und Leuten machte.

Es begann damit, dass die Straße nach

Salzwedel, Richtung Osten, an der Grenze

einfach aufhörte. Stumpf, grob, sehr widernatürlich

mutete das an. Gespenstisch kam

uns Kindern der mit Stacheldraht und Minen

gesicherte Grenzzaun vor. Am Grenzübersichtspunkt

Rade haben wir oft von einer

hölzernen Plattform aus die DDR-Grenzer

bei ihren Patrouillenfahrten entlang des

Zauns beobachtet. Von dort aus konnten wir

auch „rübergucken“ ins gegenüberliegende

Dorf Waddekath auf DDR-Seite. Es war so


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KAY-SÖLVE RICHTER

Kay-Sölve Richter

EIN GEFÜHL VON

GROSSER FREIHEIT

Kay-Sölve Richter / geb. 1974 in

Gifhorn / 1992 Graduation an der

Rockwood Area High School in

Pennsylvania, USA (1991/1992) /

1992 bis 1994 Freie Mitarbeiterin

bei Radio Lippe, Detmold / 1994

Abitur / 1994 bis 1996 Volontariat

bei Radio Lippe, Detmold / 1996

bis 2002 Studium der Politischen

Wissenschaften an der Universität

Hamburg / 1996 bis 1997 Redakteurin

und Moderatorin bei NRJ 97.1,

Hamburg , 1997 bis 2000 Redakteurin

und Moderatorin bei Radio

Hamburg, daneben Redakteurin und

Moderatorin beim WDR Hörfunk /

2000 bis 2005 Redakteurin und

Moderatorin bei RTL bei „Guten

Abend RTL“ und „RTL Aktuell“ /

2005 bis 2011 beim ZDF als

Moderatorin der „heute“-Nachrichten

im ZDF Morgenmagazin,

beim „ZDF Wochenjournal“ und

des Nachrichtenmagazins „heute

nacht“ / seit 2010 Moderatorin der

Nachrichten im „heute-journal“ und

der ZDF heute-Sendungen

Manche Leute behaupten ja, die

„Große Freiheit“ läge auf der

Reeperbahn. Meine persönliche

große Freiheit lag immer

woanders: auf den Straßen von Rötgesbüttel –

dem Land der unendlichen Möglichkeiten.

Sie begann mit den Sommerferien, nach zweieinhalb

Stunden quälend langer Autofahrt.

Beziehungsweise nach fünf Sesamstraßen

quälend langer Autofahrt – wir Kinder hatten

da unsere eigene Zeiteinheit. Kaum war der

Motor aus, stürmten wir durch die Hintertür

ins Gasthaus Ruge, wo Oma und Opa schon

generalstabsmäßig vorbereitet waren: In der

Fritteuse knusperten Pommes und Hähnchen,

das Malzbier kühlte dem Gefrierpunkt

entgegen, die Truhe mit Dolomiti, Flutschfinger

und Eiskonfekt war frisch aufgefüllt. Mit

anderen Worten: Die kulinarische schwarze

Liste verwandelte sich in essbare Realität.

Schlaraffenland: Nichts dagegen!

Das verbinde ich mit Gifhorn: Ferien bei

Oma und Opa. Bis zum Dunkelwerden Cola

trinken, im Tankumsee schwimmen, Eis essen,

Pilze sammeln und sie abends hungrig in

der Gaststuben-Küche mit einem Riesenberg

Bratkartoffeln verdrücken. Danach entweder

binnen Sekunden in einen komatösen Schlaf

fallen oder bis in die Puppen lesen – je nachdem,

was an dem Tag überwogen hatte: die

Abenteuer oder die Cola. Wie gesagt: die

große Freiheit.

Und die spüre ich manchmal heute noch,

wenn ich – inzwischen sieben Sesamstraßen

lang – nach Gifhorn fahre. Sind die Kassler

Berge überwunden, schnurrt der Motor wieder

entspannt. Die Sicht wird weiter, ein

leichter Wind streicht über Rübenfelder und

Spargelhügel, und schon kommt mir die Luft

frischer vor. Aber vielleicht liegt das nur an

dem Anblick der vielen Windräder. Mit den

Erholung pur am Tankumsee


Rotoren kreisen die Gedanken um die Kraft

von Wind und Wasser. Und ich nehme mir

vor, endlich mal wieder durchs Mühlenmuseum

zu spazieren!

Offen, geradlinig und schnörkellos ist die

Landschaft – wie die Menschen. Und die

Sprache. Es passt, dass hier das klarste Hochdeutsch

gesprochen wird. Für mich als professionelle

Sprecherin ein Segen. Denn so

musste ich mir keinen Dialekt abtrainieren,

wie so viele Kollegen aus Bayern oder Stuttgart

oder… ja eigentlich von überall sonst.

Obwohl… Manchmal hört man noch immer

den berühmten niedersächsischen sspitzen

Sstein durch. Aber daran hat sich bislang

noch niemand gesstoßen.

Und noch etwas anderes ließ mir als Kind

Gifhorn als grenzenloses Paradies erscheinen:

Der Sandboden. Diese bröselige, immer trockene

staubige Decke, die so manchen Landwirt

und Gärtner in die Verzweiflung treibt.

Für mich war sie nichts anderes als die perfekte

Galopprennbahn. Dazu muss man wissen,

dass ich nicht nur pferdebegeistert war –

ich war pferdeirre. In der zweiten Klasse habe

ich sogar eine neue Disziplin bei den Bundesjugendwettspielen

erfunden: Den menschlichen

50-Meter-Galopp. Die messerscharfe

Logik dahinter: Pferde sind schneller als

Menschen und ihre schnellste Gangart ist

Galopp. Ergo: galoppieren ist schneller als

sprinten. … oder auch nicht … Nur so viel:

meine Trabrenn-Variante im darauf folgenden

Jahr war deutlich effektiver …

Zweimal durfte ich in Gifhorn Reiterferien

machen, und das hieß: Ich durfte ausnahmsweise

mit Pferd durch diesen traumhaften

Sand galoppieren. Für Kinder ist Freiheit

manchmal einfach.

Später braucht es dafür meist mehr. Und in

Gifhorn kam mehr: Die Mauer fiel, als ich fast

15 war – und mit ihr verschwand auch der

Stacheldrahtzaun, den wir manchmal mit unseren

Eltern besucht hatten. Als Geschichtsund

Demokratielektion zum Anfassen. Zumindest

zum Angucken. Und es war Gifhorn,

von wo aus ich an Weihnachten 1989 startete,

Die Europäische Freiheitsglocke im Mühlenmuseum

Die Freiheit spüre ich manchmal heute noch, wenn ich – inzwischen

sieben Sesamstraßen lang – nach Gifhorn fahre. Sind die Kassler

Berge überwunden, schnurrt der Motor wieder entspannt.

um zum ersten Mal durch die offene Grenze

zu fahren. Da war es wieder, dieses Gefühl

von Freiheit – in einer völlig neuen Dimension.

Denn in diesem Moment teilte ich sie mit

Tausenden.

Heute vergessen wir das manchmal. Vergessen,

was Mauern anrichten können, und was

Freiheit bedeutet. Für mich ist der Kreis Gifhorn

ein Ort, an dem mir das immer wieder

bewusst wird.


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PROF. DR. KARIN VON WELCK

Prof. Dr. Karin von Welck

ENGAGIERT EUCH!

Prof. Dr. Karin von Welck / geb.

in Buir bei Köln, aufgewachsen in

Ahlem bei Hannover / 1966 Abitur

in Gehrden bei Hannover / lebt seit

2002 mit ihrem Mann in Steinhorst /

Studium der Ethnologie, Germanistik,

Linguistik und politischen Wissenschaften

in Hamburg und Köln /

1973 Promotion in Ethnologie /

Aufbau verschiedener kleinerer

Völkerkundemuseen / 1979 bis

1990 Kuratorin und stv. Direktorin

am Rautenstrauch-Joest-Museum

für Völkerkunde in Köln / 1990 bis

1998 Direktorin des kulturhistorischen

Reiss-Museums der Stadt

Mannheim / 1994 Ernennung zur

Honorarprofessorin der Universität

Mannheim / 1998 bis 2004 Generalsekretärin

der Kulturstiftung der

Länder / 2004 bis 2008 Senatorin

für Kultur und von 2008 bis 2010

für Kultur, Sport und Medien der

Freien und Hansestadt Hamburg /

2009 Präsidentin des 32. Deutschen

Evangelischen Kirchentags

in Bremen / Mitglied in zahlreichen

Stiftungsräten und kulturpolitischen

Gremien / Publikationen

zu ethnologischen, stiftungs- und

kulturpolitischen Themen / Organisatorin

der Tessenow-Runde in

Steinhorst

Immer wenn ich spazieren gehe, freue

ich mich über den hohen, weiten Himmel,

die wohltuende Ruhe, die großzügig

geschnittenen Felder und die Vielfältigkeit

der Wälder im Landkreis Gifhorn.

Darüber hinaus liebe ich die regionalen Produkte,

die sich hier das Jahr über bieten:

Spargel und Erdbeeren im Frühjahr, die besten

Kartoffeln, die es gibt, geräucherte Forellen,

Wildbret und Pilze in Hülle und Fülle.

Seit nunmehr knapp zwanzig Jahren wohnen

mein Mann und ich in Steinhorst, im äußersten

Nordwesten des Landkreises. Unser Dorf

ist ein liebenswerter Ort mit einer guten

Infrastruktur, das heißt mit Kirche, Grundschule,

Kindergarten, Schulmuseum, drei

Läden, einem Friseur, hervorragenden Physiotherapeuten,

einer Arztpraxis sowie einer

Apotheke. Es gibt ein reges Vereinsleben, in

dem sich auch die Jugend engagiert, und rund

um die evangelische Kirche eine erstaunlich

große Anzahl von Musikgruppen.

In meiner Hamburger Zeit waren die Aufenthalte

in Steinhorst stets pure Erholung von

der Hektik der Großstadt und des ziemlich

turbulenten Senatorinnenlebens. Nachdem

ich „richtig“ in Steinhorst wohne, macht es

mir großen Spaß, im Garten zu arbeiten,

aber auch, die Steinhorster näher kennenzulernen.

Seitdem ich am Geburtstagsbesuchsdienst

unserer Gemeinde teilnehme,

habe ich schon viel über die oft bewegenden

Schicksale der älteren Dorfbewohner erfahren.

Dabei lernte ich zum Beispiel, wie bereichernd

es aus heutiger Sicht für Steinhorst

war, dass am Ende des Zweiten Weltkrieges

hier sehr viele Flüchtlinge strandeten. Etliche

von ihnen bauten sich von Steinhorst aus eine

neue Existenz auf. Manche der Mädchen heirateten

einheimische junge Männer und wagten

es, Tabus zu brechen: So setzten sie zum

Beispiel durch, dass am Schützenfest, das bis

dahin reine Männersache war, auch die Frauen

mitmachen dürfen. Selbst beim traditionellen

Koschale eeten, einem sehr erstaunlichen

Ritual mit Schnaps, Honig und Wurst,

das einmal im Jahr in Steinhorst stattfindet,

dürfen seitdem Frauen teilnehmen. Als mir

davon berichtet wurde, blitzten die Augen der

Erzählerin voller Vergnügen und sie sagte:

„Ich kann mir gut vorstellen, dass auch die

Flüchtlinge, die jetzt zu uns kommen, den

Dörfern hier im Landkreis guttun.“

Steinhorst bietet jedem, der Lust dazu hat, die

Chance, sich zu engagieren: ob bei ehrenamtlicher

Mitarbeit im Museum oder dem berühmten

Steinhorster Lesesommer, ob in der

Flüchtlingshilfe oder bei Projekten der Schülerbetreuung.

Auch mein Mann und ich wurden

nach meinem Abschied aus der Politik

gefragt, ob wir uns nicht vorstellen könnten,

uns für ein Projekt in Steinhorst einzusetzen,

nämlich für das Tessenow-Haus hier im Ort.

Dazu muss man wissen, dass das Tessenow-

Haus, das heute „Haus der Gemeinde“ genannt

wird und mitten im Dorf liegt, 1911

nach Plänen des berühmten Reformarchitekten

Heinrich Tessenow errichtet wurde. Während

das ebenfalls nach seinen Plänen gebaute

„Festspielhaus“ in Dresden-Hellerau heute

eine Ikone der Architektur des beginnenden

20. Jahrhunderts und in den vergangenen

Jahren so etwas wie ein Wallfahrtsort für


Das Tessenow-Haus in Steinhorst

Der Landkreis Gifhorn bietet nicht nur eine wunderschöne Landschaft und interessante Menschen,

sondern auch vielfältige Möglichkeiten sich zu engagieren.

Architekturtouristen wurde, ist das Haus in

Steinhorst überregional so gut wie unbekannt.

Es wurde seinerzeit als Wohnheim für

jüdische Landwirtschaftslehrlinge errichtet.

Später kam das Gebäude in den Besitz des

Norddeutschen Sportverbandes und wurde

als Freizeitheim genutzt. Nach dem Krieg

ging es in das Eigentum des Hamburger Fußballverbandes

über. 1973 kaufte es die Gemeinde

Steinhorst, die heute Teile des Baus

für die Gemeindeverwaltung und den Gemeinderat

sowie die Landjugend nutzt, sonst

steht das einstige Lehrlingsheim leer. Dies

soll sich ändern und die inzwischen gegründete

Tessenow-Runde, die aus zwölf engagierten

Bürgern aus Steinhorst und Umgebung,

dem Leiter der Museen des Landkreises Gifhorn,

Christoph Schmidt, sowie dem ehemaligen

Bürgermeister, Wilhelm Hasselmann,

und dem amtierenden Bürgermeister, Klaus

Hinrich Singer, besteht, entwickelte zunächst

eine Ausstellung über das Werk Heinrich

Tessenows. Darüber hinaus initiierte die Tessenow-Runde

in Zusammenarbeit mit der

Medienwerkstatt Isenhagener Land e. V.

einen Film über die Geschichte des Hauses.

Beide Projekte hatten das Ziel, die Bedeutung

des Hauses einer breiteren Öffentlichkeit zu

vermitteln. Die Ausstellung wurde im Steinhorster

Schulmuseum und in der Technischen

Universität in Braunschweig gezeigt,

weitere Ausstellungsorte sind in Vorbereitung.

Parallel dazu wurde ein Konzept entwickelt,

nach dem das Haus in Zukunft als

Seminar- und Schulungszentrum dienen

könnte. Außerdem erstellen Architekturprofessoren

und Studenten aus Cottbus und Berlin

auf der Grundlage der zahlreichen Pläne,

die in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt,

aber immer wieder verworfen wurden,

ein Nutzungs- und Finanzierungskonzept für

das Haus. Dies soll helfen, bei staatlichen Institutionen,

Stiftungen und Sponsoren die

benötigten Gelder für die Sanierung des

Hauses einzuwerben. Außerdem erarbeitet

die Tessenow-Runde gerade ein Buch über

die Geschichte des Hauses und Entwicklungspotenzial.

Mein Fazit zu meinem Leben hier in Steinhorst

lautet: Der Landkreis Gifhorn bietet

nicht nur eine wunderschöne Landschaft

und interessante Menschen, sondern auch

vielfältige Möglichkeiten sich zu engagieren.


96 | 97

MC FITTI

MC Fitti

EIN HOODCHECK

DURCH DEN LANDKREIS

MC Fitti / geb. 1974 in Gifhorn,

bürgerlich Dirk Witek, lebt in

Berlin / Ausbildung zum Elektriker /

Umzug nach Berlin, im Kulissenbau

für Film und Fernsehen tätig (u. a.

Polizeiruf 110, Bella Block, Tatort) /

Streetart in Form von Graffiti und

Stickerkunst / 2012 Durchbruch als

Rapper mit Song 30° Grad / 2013

Darsteller in Musikvideo DJ Ötzi /

2013 3. Platz beim Bundesvision

Song Contest / 2013, 2014 und

2016 Gastauftritte in der Scripted-

Reality-Doku-Soap Berlin – Tag

und Nacht / 2014 Erscheinen seines

Buchs „Aus meinem Auspuff kommt

Konfetti: Willkommen in MC Fittis

Welt“ / Soziales Engagement für

die Jugendkampagne „iChance –

Besser lesen, besser schreiben!“ des

Bundesverbandes Alphabetisierung

und Grundbildung / Alben: #Geilon

(2013), Peace (2014) / Singles (Auswahl):

30° Grad (2012), Schöne

Mädchen (2013), Mama halblang

(2014)

Moini! Einsteigen, bitte. Sind

alle angeschnallt? Gut, fahren

wir los: Herzlich willkommen

beim Hoodcheck durch den

Gifhorner Landkreis anno 1994. Der Motor

meines 1er Golfs klingt auch heute wieder

besser als jede Radiosingle (außer meiner

vielleicht). Der wahre Sound der 90er ist der

Motorensound der 70er. Hier jetzt erstmal

rechts abbiegen auf die B 188. Die B 188 und

B 4 – die Hauptbundesstraßen des Landkreises,

die alles miteinander verbinden. Der

Verkehrsknotenpunkt zwischen den Homies

aus dem Norden, Süden, Osten und Westen.

Wie oft ich die rauf und runter und rauf

gefahren bin? Oft.

Aber weiter mit dem Hoodcheck durch die

Heimat. Erstmal meine beiden Kumpels Jürgen

Schmallop und Izzo aus Braunschweig

abholen. Mittag machen. Die Top 3 Gastronomen

unseres Landkreises sind meiner

Meinung nach bis heute dieselben. Fangen

wir an mit Happy Chicken an der Braunschweiger

Straße 134. Hier hab ich zwei Jahre

lang selber die Pizza ausgeliefert. Premium-Imbiss-Qualität.

Der Laden gehört meinem

Kumpel Baschi (Wenn Du das hier

liest, Baschi. High 5!). Die können alles von

Pizza, über Curry Pommes bis hin zu Hühnchen

natürlich. Alles auch gern mit Käse

überbacken. Alternativ kann man auch immer

sehr gut zu Mykonos in der Braunschweiger

Straße 109 fahren. Bester Gyrostello

und nen dänischen Hamburger und

extra gedünstete Zwiebeln. Mit ordentlich

Tzatziki-Flotsch. Mmmh! Aber heute fahren

wir zur urigen Grill-Kate in der Pyritzer

Straße 2. Von der Braunschweiger rechts ab

in die Limbergstraße, dann links in den Alten

Postweg und noch mal rechts. Und dann

wird’s lecker. Für Izzo gibt’s Jägerschnitzel

mit Pommes, doppelt Mayo und einen Hamburger

auf safe. Was der olle Schmallop am

liebsten isst, weiß ich gerade nicht. Wahrscheinlich

eine Curry mit Pommes. Und einen

Hamburger auf safe. Und für mich gibt

es auch Currywurst Pommes und natürlich

auch einen Burger auf safe.

Bis auf Weiteres sind wir erstmal satt. Zeit

für die nächste Hoodcheckstation. Über den

Calberlaher Damm und die Konrad-Adenauer-Straße

fahren wir nun zum Schlosssee.

Bei sonnigem Wetter kann man da immer gut

auf der Wiese abhängen, mit den Mädels vom

Otto-Hahn-Gymnasium flirten und ein ehrliches

Feldschlösschen trinken. Für mich gibt’s

heute nur eine Pepsi. Muss ja fahren. Prost!

Und was machen wir jetzt mit dem Rest des

Tages? Fahren wir mal die Braunschweiger

Straße rauf und runter beim Autotuner-Corner

auf dem Schlifski Platz vorbei. Die hingen

da immer auf dem Supermarktparkplatz mit

ihren fetten Karren rum. Kofferraumklappe

auf und ein bisschen Anlage zeigen. Waren

ein paar echte Perlen dabei. Die Autos meine

ich jetzt. Schmallop und ich haben auch eine

große Passion für Motorroller. Aber einen

Corner für Roller gab es damals leider nicht.

Und falls es heute einen gibt, sagt mal bitte

auf Twitter bei mir Bescheid. Danke. Den

Autotuner-Corner gibt es übrigens auch nicht

mehr. Schade. Schwelgen wir nicht zu viel im

Heute. Zurück in die 90er.


Wir hoodchecken mal weiter. Direkt an der

Schlifski Wand bisschen legal Graffti malen.

Büchsen aus dem Kofferraum und los geht’s.

Gemalt wird 3170 – die alte Postleitzahl von

Gifhorn. Schmallop zieht das Bild vor. Izzo

füllt. Ich fang mit Background an und mach

dann Outlines, während Schmallop und Izzo

den Background fertig bimsen.

So, es ist Zeit für das Abendprogramm. Das

Altstadtfest war und ist immer noch ein

Highlight. Also zurück in die Altstadt. Genauer

gesagt in die Zickengasse – Musik Café

und Croque Point. Da gibt es nicht nur die

kühlsten Getränke. Da ging es in den Neunzigern

beim Stadtfest immer am heißesten

her. Zwinkersmiley. Wenn dann die Bierbuden

zumachen, die Weinfässer leer sind und

Unser Hoodcheck durch den Gifhorner Landkreis führt uns zu

einer der legendären Nordfeten. Das Äquivalent davon gibt es auch:

Südkreispartys.

die Scherbenhaufen zusammengekehrt werden.

Dann geht es weiter. An dieser Stelle will

ich noch eine kurze, sehr beliebte Hoodcheck

Variante des frühen Abendprogramms vorstellen.

Ein bewährter Vorglüh-Corner. Hierhin

gehen wir mittlerweile oder je nach Laune

fahren wir halt mit dem Taxi über die

Konrad-Adenauer in den Calberlaher Damm

54 zur Matuttis Tanke. Die Tankstelle – der

Späti der Kleinstadt. Hier lässt es sich wunderbar

Cornern. Die Getränkeversorgung ist

gesichert. Die Preise moderat. Es duftet ganz

romantisch nach Benzin und vor allem

kommt immer irgendwer vorbei und hat

eine Story parat.

Aber wir wollten ja losfahren. Es ist Party-

Zeit. Was an dieser Stelle des Hoodchecks

dringend erwähnt werden muss, ist Folgendes.

Meine Kumpels und ich sind im Nachtleben

gut ausgebildet und vertreten aufgrund

intensiver Abendgestaltungsforschung und

Erfahrungswerten vehement eine These: Der

Weg ist die Party. Das eigentliche Ziel kann

Altstadtfest in Gifhorn


98 | 99 MC FITTI

Cappucabana Gifhorn am Sportund

Freizeitbad „Allerwelle“

Bei sonnigem Wetter kann

man da immer gut auf der

Wiese abhängen, mit den Mädels

vom Otto-Hahn-Gymnasium

flirten und ein ehrliches

Feldschlösschen trinken.

also, wenn der Funfaktor stimmt, auch einfach

mal aus den Augen verloren werden.

Angekommen in der Kneipe oder bei einer

Privatparty stellt man dann vielleicht fest,

dass die eigentliche Party schon auf dem Weg

dahin stattgefunden hat. Zurück zur Praxis.

Unser Hoodcheck durch den Gifhorner

Landkreis führt uns zu einer der legendären

Nordfeten. Das Äquivalent davon gibt es

auch: Südkreispartys. Funktioniert genauso

mit den gleichen Kumpels nur mit anderen

Koordinaten.

Über die B 4 oder Tangente oder so fährt der

Taxifahrer zur Nordfete. Schon auf dem Weg

dahin tunen wir die größten Hits der goldenen

90er, die der Rückbank-Dancefloor gebührend

zelebriert. Diese Kreispartys sind eine Riesennummer

gewesen und sind es auch heute

noch. In großen, alten Ställen, Vereinsheimen

und Wiesen treffen sich die tanzwütigsten Bewohner

des Landkreises Gifhorn und performen

Party auf professionellem Niveau. Wir

hatten da immer ein ganz gutes Durchhaltevermögen.

Eine Fähigkeit, die ich heute als Berufs-Partyanimal

gut gebrauchen kann.

Irgendwann ist dann aber auch genug gehoodchecked.

Es ist mittlerweile wieder hell. Die

Kumpels checken nicht mehr viel. Die Taxen

sind rar geworden und man merkt, dass es

besser ist, langsam ins Bett einzuchecken.

Gute Nacht bis zum nächsten Hoodcheck!


VLG – VERKEHRSGESELLSCHAFT LANDKREIS GIFHORN MBH

VLG - Verkehrsgesellschaft Landkreis Gifhorn mbH

IMMER GUT VERBUNDEN

IM LANDKREIS GIFHORN

Die Anfänge des öffentlichen Nahverkehrs

im Landkreis reichen

bis ins Jahr 1909 zurück. Damals

waren es vorwiegend die Nebenbahnen

verschiedener Kleinbahnbetriebe und

später Busse der Osthannoverschen Eisenbahn

(OHE), die gemeinsam mit Bussen der

Kraftverkehrsgesellschaft Braunschweig

(KVG) im Berufs- und Schülerverkehr unterwegs

waren. Im Jahr 1984 gründete der Landkreis

zusammen mit der OHE eine neue Gesellschaft

zur Wahrnehmung der Aufgaben

des Nahverkehrs, die anschließend zur Verkehrsgesellschaft

Landkreis Gifhorn (VLG)

umfirmierte. Mit dem Neubau des Betriebshofs

an der Wolfsburger Straße wurde der

Grundstein für den Ausbau des Nahverkehrs

im Landkreis gelegt. Fortan wurde das

Fahrtenangebot kontinuierlich erweitert mit

dem Ziel einer Abstimmung auf die Bedürfnisse

der Fahrgäste und die veränderten

Ströme des Schülerverkehrs, Direktlinien

ins VW-Werk eingerichtet und innerhalb der

Stadt Gifhorn ein vertakteter Stadtverkehr

vom Zentrum in die Stadtteile eingeführt.

In den Jahren 2004 und 2008 wurde mit

dem Erwerb von zwei bisher eigenständigen

privaten Verkehrsbetrieben ein weiterer Baustein

zum Wachstum des Unternehmen gelegt:

Unter den Marken der „Kraftverkehrsbetriebe“

(KVB) und der „Gifhorner Verkehrsbetriebe“

(GVB) wurden fortan die

beiden Standorte am Wilscher Weg und in

Isenbüttel aufgenommen.

Heute gilt die VLG mit den beiden Tochtergesellschaften

als Mitglied im Verkehrsverbund

Region Braunschweig als moderner

und kundenorientierter Mobilitätsdienstleister

im Landkreis Gifhorn. Mit über 70

eigenen Fahrzeugen sowie ca. 105 Anmietund

Partnerfahrzeugen werden jährlich über

neun Millionen Fahrgäste befördert und

knapp acht Millionen Fahrplankilometer

erbracht. 130 eigene Mitarbeiter in Fahrdienst,

Werkstätten und Verwaltung sorgen

für einen reibungslosen Betrieb von morgens

4.00 Uhr bis Mitternacht.

Voraussichtlich ab 2019 wird der Nahverkehr

im Landkreis großstädtische Züge annehmen:

An aufkommensstarken Haltestellen

werden die Abfahrtszeiten der Busse in Echtzeit

erscheinen, aktuelle Fahrgastinforma-

tionen bei Störungen eingeblendet und Anschlüsse

zwischen VLG-Bussen und weiteren

Verkehrsmitteln automatisiert hergestellt.

Die VLG wird sich somit auch in der Zukunft

als verlässlicher Partner im öffentlichen Nahverkehr

des Landkreises positionieren und

heute wie morgen ein verlässlicher Partner

für bereits gewonnene und zukünftige Fahrgäste

sein.

VLG – Verkehrsgesellschaft

Landkreis Gifhorn mbH

Wolfsburger Straße 1

38518 Gifhorn

www.vlg-gifhorn.de


104

ÜBERSICHT DER PR-BILDBEITRÄGE

Wir danken den folgenden Unternehmen und Einrichtungen, die mit ihren

Beiträgen das Zustandekommen dieses Buches ermöglicht haben.

Ankermann GmbH & Co.KG 18 – 19

www.edeka-ankermann.de

braam Ausbildungszentrum GmbH 20 – 21

www.braam.de

H. Butting GmbH & Co.KG 46 – 47

www.butting.com

Hans Drewes Baugesellschaft mbH & Co.

Hoch- und Tiefbau Baustoffhandel KG 13

www.hans-drewes.de

EGGER Kunststoffe GmbH & Co. KG 58 – 59

www.egger.com/gifhorn

FerroTec GmbH 60 – 61

www.ferrotec-gifhorn.de

Fleischhandelsgesellschaft Wittingen mbH 25

www.fhg-wittingen.de

EDEKA Gewecke 48 – 49

Bettina Harms GmbH 66 – 67

www.bettina-harms.de

Haus Niedersachsen gGmbH 31

www.haus-niedersachsen.de

heide-apotheke Frederik Laabs e.K. 35

www.heide-apotheke.de

HELIOS Klinikum Gifhorn GmbH 40

www.helios-kliniken.de/gifhorn

IAV GmbH 41

www.iav.com

ISS GmbH 72 – 73

www.iss-wob.de

W. Körner GmbH 53

www.koernergabelstapler.de

Bäckerei und Konditorei H. Meyer & Sohn GmbH 65

www.baeckerei-meyer.de

möbelmeyer GmbH 75

www.moebelmeyer.com

MSM Bäder + Wärme GmbH 74

www.m-s-m.de

Privatbrauerei Wittingen GmbH 80

www.wittinger.com

Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg 81

www.spk-gifhorn-wolfsburg.de

Stadthalle Gifhorn GmbH 86 – 87

www.stadthalle-gifhorn.de

Steuerungstechnik Gifhorn GmbH & Co. KG 95

www.stg-gifhorn.de

Verkehrsgesellschaft Landkreis Gifhorn mbH 99

www.vlg-gifhorn.de

Volksbank eG Braunschweig Wolfsburg 103

www.volksbank-brawo.de

Volksbank Hankensbütttel-Wahrenholz eG

www.vbhawa.de

Volksbank-Südheide eG

www.vbsuedheide.de

Volksbank Wittingen-Klötze eG 88 – 89

www.vb-wittingen-kloetze.de

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