Côte Vermeille, Costa, Brava, Katalonien (Auszug, Blick ins Buch)

ulifrings

Reise- und Wanderführer rund um die französisch-spanische Grenze am Ausläufer der Pyrenäen

GPS

Uli Frings

Côte Vermeille

Costa Brava

Collioure, Cadaqués und

die wilde katalanische Küste

Reise- und Wanderführer

rund um die französisch-spanische

Grenze am Ausläufer der Pyrenäen


Uli Frings

Côte Vermeille, Costa Brava

Reise- und Wanderführer

rund um die französisch-spanische Grenze

am Ausläufer der Pyrenäen


Impressum

Die Ausarbeitung aller Wanderungen und Informationen in diesem Buch erfolgte

nach bestem Wissen und so sorgfältig wie möglich. Trotzdem sind – im Sinne des

Produkt haftungs rechts – inhaltliche Fehler nicht vollständig auszuschließen. Daher

erfolgen alle Angaben ohne Garantie und Haftung des Herausgebers. Wir freuen

uns über Ergänzungen und Anregungen an die E-Mail-Adresse ulifrings@gmx.de.

ISBN 978-3-00-053533-8

1. Auflage, April 2017

Alle Rechte, auch die Wiedergabe von Auszügen in elektronischen Medien, vorbehalten.

Lektorat: Petra Bonnet, München

Karten: Werner Ulkann, Bonn

Bildnachweis:

Karte Seite 8 mit freundlicher Genehmigung vom Conseil Départemental des

Pyrénées-Orientales (bus1euro.cd66.fr), alle anderen Karten wurden auf der

Basis von © OpenStreetMap, www.openstreetmap.org, erstellt. Agència Catalana

de Turisme: Seiten 10/11 (Oriol Clavera), 63, 104/105 (Oriol Clavera);

Akademie der Künste, Berlin – Walter Benjamin Archiv: Seite 38; Archives

départementales des Pyrénées-Orientales, fonds Chauvin, 27Fi159: Seiten 22/23;

Joël Behr/Fotolia: Seite 63; Nicole Biarnés: Seiten 80, 82; Bundesarchiv, Bild 183-

H25224: Seite 14; Paul Cézanne, National Gallery of Art, Washington: Seite 29;

DRAC Rhône-Alpes – Ministère de la Culture et de la Communication: Seite 131;

Alexandra Fries: Seiten 18/19, 30, 31, 33, 35, 53, 55, 56, 60/61, 64/65, 66, 71, 72, 79,

84/85, 91, 100, 107, 113, 117, 124/125, 128, Zeichnungen Seite 76; Philippe Hals -

man – Library of Congress Prints and Photographs Division Washington: Seite 75;

Michael Homeyer: Seite 50; Hunterian Museum & Art Gallery Collections: Seite 93;

Museo del Corcho de Palafrugell: Seite 126; Seaphotoart/Fotolia: Seiten 37, 47, 48,

49; Shutterstock.com: Titelbild; Alex Tihonov/Fotolia: Seiten 16/17; Carl van Vech -

ten: Seite 29; Wildman/Fotolia: Seiten 68/69; alle anderen Fotos: Uli Frings.

Dieses Buch wurde klimaneutral gedruckt, d. h. die CO 2 -Emissionen, die

während der Produktion dieses Druckprodukts angefallen sind, wurden durch

den Erwerb von Emissionszertifikaten ausgeglichen. Printed in Germany.

Herausgeber und Autor:

© Uli Frings

Valousset-haut

07110 Laboule, Frankreich

Telefon 0049-170-2138066

E-Mail: ulifrings@gmx.de

www.sued-frankreich-wandern.de


Inhaltsverzeichnis

Seite

GPS-Daten, aktuelle Änderungen, Legende zu den Wanderkarten 4

Anreise Côte Vermeille und Costa Brava 6

Öffentlicher Nahverkehr 8

Wandern entlang der Côte Vermeille und der Costa Brava 10

Übersichtskarte aller Wanderungen, Ausflugsziele und Museen 12

Der Spanische Bürgerkrieg und die Unabhängigkeitsbewegung 14

Perpignan 16

Argelès-sur-Mer 20

Flüchtlingsdrama am Ende des Spanischen Bürgerkriegs 22

Collioure 26

Fauvismus – Henri Matisse 28

Wandertour 1: „Balcon sur Collioure“ mit Fort Saint-Elme 30

Wandertour 2: Weinwanderweg Port-Vendres – Banyuls 32

Banyuls-sur-Mer 34

Wandertour 3: Im Hinterland von Banyuls zum Madeloc 36

Walter Benjamin – Die letzte Passage 38

Wandertour 4: Fluchtroute Walter-Benjamin-Weg 42

Das Meeresreservat Cerbère-Banyuls 46

Cerbère 52

Wandertour 5: Cerbère – am Fuß des Massif des Albères 54

Portbou 56

Wandertour 6: Colera und die Ruinen von Molinàs 58

Wandertour 7: Von Llançà zum Kloster Sant Pere de Rodes 62

El Port de la Selva 64

Wandertour 8: Die wilde Küste bei El Port de la Selva 66

Wandertour 9: Gesteinsformationen am Cap de Creus 70

Cadaqués 72

Surrealismus – Salvador Dalí 74

Dolmen und Menhire rund um Roses 76

Wandertour 10: Megalithkultur mit Fernblick 78

Der Fischer von Roses 80

Der Küstenweg von Argelès-sur-Mer bis Roses – Übersicht 84

Wandertour 11: Von Argelès-sur-Mer nach Collioure 86

Wandertour 12: Von Collioure nach Port-Vendres 88

Anse de Paulilles: Traumstrand und ehemalige Dynamitfabrik 90

Wandertour 13: Von Port-Vendres nach Banyuls-sur-Mer 92

Wandertour 14: Von Banyuls-sur-Mer nach Cerbère 94

Die Markttage der Umgebung 96

Wandertour 15: Von Cerbère über die spanische Grenze 98

Wandertour 15 Alternativweg entlang der Küste 100

Wandertour 16: Von Portbou nach Colera 102

Wandertour 17: Von Colera nach Llançà 106

Wandertour 18: Von Llançà nach El Port de la Selva 108

Wandertour 19: Von El Port de la Selva zum Cap de Creus 110

Wandertour 20: Vom Cap de Creus nach Cadaqués 114

Wandertour 21: Von Cadaqués zur Bucht von Jóncols 116

Wandertour 22: Von der Bucht von Jóncols nach Roses 118

Wandern im Naturpark Aiguamolls 120

Girona 124

Korkernte in Katalonien 126

Kleines Fischlexikon französisch/spanisch/katalanisch 132

Register 136

Französisch/spanisch/katalanisch 139

Wanderwegmarkierungen/Ausrüstung und Sicherheit 140

3


Aktuelle Änderungen, die erst nach Drucklegung eingetreten sind,

sowie Ergänzungen und Tipps unserer Leser finden Sie unter

www.sued-frankreich-wandern.de/katalonien/aktuell.

Jeden Tipp oder Verbesserungsvorschlag, den wir auf unserer

Website veröffentlichen, möchten wir gerne mit der Zusendung

eines unserer Reiseführer belohnen (siehe Seite 51).

Bitte schreiben Sie eine E-Mail an ulifrings@gmx.de.

GPS-Tracks zu allen Wandertouren zum Download:

www.sued-frankreich-wandern.de/gps-katalonien

GPS

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Die GPS-Daten dürfen ausschließlich für private, nicht kommerzielle

Zwecke eingesetzt werden. Eine Weitergabe oder Ver -

öffent lichung der GPS-Tracks oder des Zugangspasswortes ist

nicht gestattet.

Bei den hier zur Verfügung gestellten GPS-Daten handelt es sich größtenteils

um die Originaldaten meiner Wanderungen. Auf das Er stellen

über eine digitale Karte habe ich, soweit möglich, verzichtet.

Bitte folgen Sie in Zweifelsfällen immer der Beschreibung im Buch

und den klar ersichtlichen Wegen! Fehler oder Abweichungen sind im

Sinne des Produkt haftungsrechts nicht vollständig auszuschließen.

Daher er folgt die Nutzung der GPS-Daten ohne Garantie und Haftung

des He raus gebers.

Legende zu den Wanderkarten

1

Ausgangspunkt mit

GPS-Koordinaten

Restaurant und/

oder Unterkunft

Campingplatz

Dolmen/Menhir

Beschriebener

Wanderweg

Alternativweg oder

Abkürzung

Fernblicke

Höhle/Grotte

Andere Wege

Bahnhof

Bushaltestelle

Schiffsanleger

Die Höhenmeter (HM) geben die kumulierten Anstiege der jeweiligen Etappe wieder.

4

Auf dem Weg zum Ende der Welt:

Am Cap de Creus wurde 1970 die Jules-Verne-Adaption

„La luz del fin del mundo“ -- „Das Licht am Ende der Welt“

mit Kirk Douglas und Yul Brynner in den Hauptrollen verfilmt.


Anreise Côte Vermeille und Costa Brava

Mit dem TGV nach Perpignan oder Figueres

Mit dem Hochgeschwindigkeitszug TGV (Train

à Grande Vitesse) nach Perpignan oder Fi gue -

res. Zu beiden Bahnhöfen gibt es von Paris aus

durchgehende TGV-Verbindung en, Fahr zeit

etwas über fünf Stunden. Von dort weiter mit

dem TER (Re gio nalzug) oder Bus in die Küs -

tenorte. Die Zugver bindungen las sen sich am

besten unter bahn.de oder sncf.de re cher -

chieren. Bei der SNCF (französische Eisen -

bahn gesellschaft) be kommt man oft Sonder -

ange bote, die in Deutschland nicht oder nur

schwer erhältlich sind. Die Tickets inkl. der im

TGV obligatorischen Platz re servierung werden

kostenlos nach Deutsch land versendet.

Bei mehr als drei Um stiegen bringt die Da ten -

bank meist kein Ergebnis mehr, die Verbin -

dung muss dann in mehreren Schritten ge -

sucht werden.

Eine Reservierung bei der spanischen Eisen -

bahn gesell schaft RENFE (renfe.com) ist leider

sehr kompliziert, zumal auch keine deutschsprachige

Website verfügbar ist.

Regionale Busverbindungen:

In Frankreich sensationell günstig: Le bus à 1 €.

Die Linie 400 fährt von Perpignan bis Cerbère

alle Küstenorte der Côte Vermeille an, tatsächlich

für nur einen Euro, egal wie weit man

fährt. Fahrpläne erhält man in jedem Of fice de

Tourisme oder unter bus1euro.cd66.fr.

In Spanien werden die Küstenorte vom Bus un -

ter nehmen Moventis/Sarfa angefahren. Fahr -

pläne unter compras.moventis.es/de. Preis

z. B. von Figueres nach Roses 3,15 €.

Sehr gute Erfahrungen bei der Organisation

der Anreise haben wir mit der Bahn agentur

www.gleisnost.de gemacht. Guter Service

und günstige Verbindungen.

Und: Jede Bahnfahrt er spart der Umwelt im

Ver gleich zur Fahrt mit dem Pkw durchschnittlich

zwei Drittel des klimaschädli chen CO 2 -

Ausstoßes, nur die Anfahrt mit dem Fern -

reise bus ist noch ökologischer.

Mit dem Fernreisebus

Der CO 2 -Ausstoß eines Reisebusses ist im Ver -

gleich zur Bahn etwas niedriger und die An -

reise sehr preisgünstig (oft schon ab 100 € für

Mit dem Pkw

In Südfrankreich die A7, die Auto route du

Soleil, über Lyon bis Höhe Orange. Hier auf

die A9 (E15) wechseln. Gerade im Sommer ist

diese Strecke sehr stark befahren und es muss

mit langen Staus gerechnet werden. Bau stel lenund

Verkehrs progno sen: www.autoroutes.fr.

Mit dem Flugzeug

Der Flughafen Perpignan wird derzeit von

keinem Anbieter von Deutschland aus angeflogen,

sodass sich zur Anreise die Flughäfen

Girona oder Barcelona anbieten.

Nach Girona fliegt von Deutschland nur Ryan -

air, ab Düseldorf Weeze, Karls ruhe/Baden-Ba -

den und Frank furt-Hahn. Verbindungen nach

Bar celona bieten ne ben Ryan air auch Luft han -

sa, Airberlin und vie le an dere Air lines an.

Von den Flughäfen aus gibt es sehr gute Ver -

kehrs anbin dungen in die Innenstädte.

6

Hin- und Rückfahrt). Die Busse fahren nach Per -

pignan oder Figueres. Fahrzeit z. B. ab Stutt -

gart über Freiburg 14, ab Köln über Brüssel und

Paris 26 Stunden: www.eurolines.de.

An den Maut stel len (Péage) kann bar oder mit

Kredit kar te be zahlt werden (von Deutsch land

aus mit ca. 70 € je Fahrt rechnen). Tanken ist in

Frank reich an den Tankstellen der Su per markt -

ket ten am günstigsten, E.Le clerc un ter bietet

alle. In Spanien kann man meist noch preiswer -

ter tanken. Einen Auto reise zug (wie früher

nach Nar bonne) gibt es leider nicht mehr.

Mo ven tis/Sarfa (siehe oben) bietet darüber

hinaus mehrmals täglich eine Direktverbin -

dung mit dem Bus nach Roses oder Cadaqués

an. Beim Fliegen entsteht etwa die 10- bis 20-

fache Menge CO 2 im Vergleich zur Anfahrt mit

der Bahn. Daher: wenn schon fliegen, dann at -

mos fair. Mit einem frei willigen Beitrag (z. B.

Berlin Hin- und Rück flug ca. 21 €) werden die

entstandenen Emis -

sionen durch Inves -

ti tionen in Klima schutz pro -

jekte kom pensiert. Infos unter www.atmosfair.de

und www.forumandersreisen.de.


Anreise Côte Vermeille und Costa Brava

7


Öffentlicher Nahverkehr: Busverbindungen

Frankreich

Le bus à 1 €. Die Linie 400 fährt von Perpignan bis Cerbère alle Küstenorte der Côte Vermeille

an. Morgens und abends gibt es etwa jede Stun de eine Verbindung, tagsüber etwas seltener. Man

bezahlt immer nur einen Euro, egal wie weit man fährt. Fahrpläne bekommt man in jedem

Of fice de Tourisme oder unter bus1euro.cd66.fr.

Spanien

In Spanien werden die Küstenorte vom Bus un ter nehmen Moventis/Sarfa angefahren. Fahr pläne

unter compras.moventis.es/de. Der Bus fährt z. B. ab Roses in 30 Minuten nach Cadaqués von

8.50 Uhr bis 20.00 Uhr, morgens und abends jede halbe Stun de, zwischen 10 Uhr und 15 Uhr überhaupt

nicht, Preis 2,80 €. Von Roses nach El Port de la Selva fährt nur dreimal am Tag ein Bus, zwischen

Portbou und Llançà nur zweimal am Tag. Hier kann aber auf die deutlich bessere Zug an -

bindung ausgewichen werden.

8


Zugverbindungen

Perpignan – Portbou

Von Perpignan fährt ein Nahverkehrszug (TER) über Elne, Argelès-sur-Mer, Collioure, Port-

Vendres, Banyuls-sur-Mer nach Cerbère und mehrmals täglich auch weiter bis Portbou.

Abfahrt ca. stündlich, aber nur alle zwei bis drei Stunden bis Portbou, Infos unter www.sncf.de.

Dauer der Fahrt 47 Minuten, Preis nach Portbou einfache Fahrt 9,10 €.

Portbou – Figueres

Von Portbou geht es etwa stündlich weiter über Colera, Llançà, Vilajuiga nach Figueres. Infos

unter www.renfe.com. Dauer der Fahrt 24 Minuten, Preis der einfachen Fahrt 3,40 €. Mit diesem

Zug kann man ohne Umstieg in knapp zwei Stunden nach Barcelona fahren.

Wegen der hier immer noch existierenden unterschiedlichen Spurweiten der Eisenbahnen Frank -

reichs (europäische Normalspur, 1,435 Meter) und Spaniens (Breitspur, 1,668 Meter) gibt es an der

Küste keine durchgehenden Zugverbindungen. Auf der Fahrt von Frank reich nach Spa nien

steigt man in Portbou um, auf der Rückfahrt in Cerbère, zwischen den Grenzorten gibt es beide

Spurweiten.

Ausflugsboote

Von vielen Orten entlang der Küste fahren,

vor allem im Sommer, Ausflugsboote

oder Navettes, die auch einen Zwischen -

stopp ermöglichen. Zum Beispiel von Ar -

gelès-sur-Mer nach Collioure und Port-

Vendres: www.compagnie-visionaute.com.

Oder von Roses nach Cada qués

mit ein em beeindruckenden Ab stecher zum

Cap de Creus: www.don pan cho.org und

www.elsblausde roses.com.

9


Wandern entlang der Côte Vermeille

und der „wilden Küste“

Costa Brava

Die Côte Vermeille ist in Deutschland ungefähr

so unbekannt wie die Costa Brava verrufen.

Wer denkt bei Costa Brava nicht an Bet -

ten burgen und Partymeilen? Dabei bietet der

nördliche Teil der katalanischen Küste vom

Künst lerort Collioure bis zum Natur schutz ge -

biet Cap de Creus Küstenwander ung en, die

zu den schönsten am Mittel meer gehören.

Land schaftlich und kulturell bilden beide Re -

gion en am Aus läufer der Pyrenäen eine Ein -

heit, die Tren nung in zwei Staaten ist „künstlich“:

Im Jahr 1659 musste Spanien die Graf -

schaft Rous sil lon in Nord katalonien an Frank -

reich abtreten.

Das Gebiet rund um die heutige französischspanische

Grenze ist vor allem außerhalb der

Hochsaison ein fantastisches Wanderziel. Die -

ser grenz überschrei tende Reiseführer bietet

Touren, die in Länge und An spruch meist für

die ganze Familie ge eignet sind. Wo immer

mög lich, wird die An fahrt mit Bahn, Bus oder

Schiff vorgeschlagen.

10

Côte Vermeille, die „leuchtend rote Küs te“

oder auch „Zinno ber-Küste“ (Lisa Fittko in

„Mein Weg über die Pyrenäen“), ist der

südwestlichste Abschnitt der französischen

Mittelmeerküste. Sie gehört zum französischen

Département Pyré nées-Orientales

(Ostpyrenäen) mit der Num mer 66 in der

2016 neu geschaffenen Re gion Okzitanien

(französisch Occitanie), ehemals Langue -

doc-Roussillon und Midi-Pyrénées.

Costa Brava (spanisch und kata lan isch für

„wilde Küste“) nennt man die nordöstlichste

Küstenregion am spanischen Mittel -

meer . Sie liegt in der autonomen Re gion

Kata lonien. Den Namen benutzte 1908

erstmals der Schriftsteller Ferran Agulló in

der Zeit ung La Veu de Catalunya. Adminis -

tra tiv gehört die Costa Brava zur Provinz

Girona. Der hier beschriebene Teil gehört

zum Verwaltungs bezirk (Comar ca) Alt

Empordà mit der Hauptstadt Figueres.


Im Frühjahr

und Herbst ist

es am Golf von

Roses zuweilen

sehr stürmisch.

Und rund um

den Leuchtturm

Phare du Cap

Béar wehen im

Durchschnitt

die stärksten Winde Frankreichs. Der

kalte, im Winter und frühen Früh jahr von

Nord west aus den Pyrenäen kommende

Mistral oder Tramon tana kann in Böen

Orkanstärke erreichen. Im Som mer bieten

dagegen die kräftigen Seewin de angenehme

Abkühlung.

Der Westwind Poniente (von spanisch

poner = setzen oder legen, wo die Sonne

untergeht) bringt die angenehmen

Temperaturen im Hochsommer. Den

größten Teil des Jahres weht der

Poniente, nur zwischen Juni und August

wird er zeitweise vom Levante abgelöst.

Der Ostwind Levante folgt meist von

Juni bis August dem Mistral und kann bis

zu acht Windstär ken erreichen. Der war -

me Wind hat seinen Ursprung in Afrika.

Leveche (katalanisch Xaloc) oder auch

Schirokko ist ein warmer Süd- oder

Südostwind auf der Vorderseite von

Tiefdruckgebieten. Die Luft kommt dabei

aus der Sahara und ist als Wüsten wind

zunächst trocken und staubig. Über dem

Mittelmeer nimmt die Feuchte zu, sodass

im nördlichen Mittelmeerraum Regen

oder Nebel auftreten kann.

Tramontana (katalanisch Tramun tana)

bezeichnet in Südfrank reich und

Nordspanien die nördliche bis nordwestliche

kalte, oft böige Windströmung.

Mistral (katalanisch Mestral) ist ein kalter,

oft starker Fallwind aus nordwestlicher

Richtung.

Gregal (Nordostwind) wirbelt die

Wolken durcheinander, der Levante

(Ostwind) lässt sie ausregnen.

Garbí und Migjorn sind gemäßigte Süd -

winde.

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Die Wanderungen im Überblick

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10

„Balcon sur Collioure“ mit Fort

Saint-Elme, 2,5 Stunden,

mittelschwer Seite 30

Weinwanderweg Port-Vendres nach

Banyuls-sur-Mer, 2 Stunden,

mittelschwer Seite 32

Im Hinterland von Banyuls zum

Tour de la Madeloc, 3 Stunden,

mittelschwer Seite 36

Walter-Benjamin-Weg – Fluchtroute

über die Grenze, 5 Stunden,

mittel bis schwer Seite 42

Cerbère – am Fuß des Massif des

Albères, 2 Stunden,

leicht Seite 54

Colera und die Ruinen von Molinàs

3,5 Stunden,

leicht Seite 58

Von Llançà zum Kloster

Sant Pere de Rodes, 4 Stunden,

mittelschwer Seite 62

Die wilde Küste bei El Port

de la Selva, 2 Stunden,

leicht bis mittelschwer Seite 66

Gesteinsformationen am

Cap de Creus, 2 Stunden,

leicht bis mittelschwer Seite 70

Megalithkultur mit Fernblick

oberhalb von Roses, 3 Stunden,

leicht bis mittelschwer Seite 78

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Küstenweg, Etappe 2, Collioure –

Port-Vendres, 1,5 Stunden,

leicht Seite 88

Küstenweg, Etappe 3, Port-Vendres –

Banyuls-sur-Mer, 4 Stunden,

mittelschwer Seite 92

Küstenweg, Etappe 4, Banyuls-sur-

Mer – Cerbère, 3 Stunden,

mittelschwer Seite 94

Küstenweg, Etappe 5, Cerbère –

Portbou, 2 Stunden,

mittelschwer Seite 98

Küstenweg, Etappe 6, Portbou –

Colera, 2 Stunden,

mittelschwer Seite 102

Küstenweg, Etappe 7, Colera –

Llançà, 2,5 Stunden,

mittelschwer Seite 106

Küstenweg, Etappe 8, Llançà –

El Port de la Selva, 2,5 Stunden,

leicht Seite 108

Küstenweg, Etappe 9, El Port de la

Selva – Cap de Creus, 5 Stunden,

mittelschwer Seite 110

Küstenweg, Etappe 10, Cap de

Creus – Cadaqués, 2 Stunden,

mittelschwer Seite 114

Küstenweg, Etappe 11, Cadaqués –

Platja de Jóncols, 2,5 Stunden,

mittelschwer Seite 116

11

Küstenweg, Etappe 1, Argelès-sur-

Mer – Collioure, 2,5 Stunden,

leicht Seite 86

22

Küstenweg, Etappe 12,

Platja de Jóncols – Roses, 4 Stunden,

mittelschwer Seite 118

Ausflugsziele und Museen

1

Perpignan, Hauptstadt des Départe -

ment Pyrénées-Orientales Seite 16

7

Portbou, Passagen,

Memorial Walter Benjamin Seite 57

2

Argelès-sur-Mer,

Mémorial du camp d’Argelès Seite 21

8

Portlligat, Wohnhaus

von Salvador Dalí Seite 73

3

Anse de Paulilles, ehemalige

Dynamitfabrik Seite 90

9

Megalithkultur,

Dolmen und Menhire Seite 76

4

Banyuls-sur-Mer,

Musée Maillol Seite 35

10

Naturpark Aiguamolls

de l’Empordà Seite 120

5

Das Meeresreservat

Cerbère-Banyuls Seite 46

11

Figueres,

Teatre-Museu Dalí Seite 74

6

La Jonquera, MUME – Museu

Memorial de L’exili Seite 23

12

Girona, bunte Häuser und

jüdisches Viertel Seite 124

13


Perpignan

Mit über 120 000 Einwohnern ist Perpignan

(katalanisch Perpinyà) das wirtschaftliche

Zen trum der Region und die Hauptstadt des

Département Pyrénées-Orientales in der 2016

neu geschaffenen Region Okzitanien.

Lange Zeit war Perpignan sogar die Haupt -

stadt Kataloniens. Diese Vergangenheit ist

heute noch überall zu spüren: Jeder zweite

Ein wohner Perpignans spricht im Alltag Kata -

lanisch statt Französisch. Und dienstags und

donnerstags trifft man sich abends auf dem

alten Markt der Tuchhändler, dem Place de la

Loge, um Sardana, den katalanischen Na tio -

nal tanz, zu tanzen.

Besonders reizvoll ist Perpignan durch seine

Lage am Fluss Têt und das mediterrane Klima.

Zwischen der Kathedrale Saint-Jean Baptiste,

dem Place Arago und dem Castillet befindet

sich die Alt stadt mit ihren roten Backstein bau -

ten. Stra ßen cafés, Bistros und kleine Ge schäfte

geben der Stu dentenstadt ihren Flair.

Viele Künstler be suchten Perpignan. Sichtlich

wohl fühlte sich hier auch der Katalane Salva -

dor Dalí. Der Surrealist stand 1963 im Bahn -

16


hofs gebäude von Perpignan, klopfte mit seinem

Stock mehrere Male theatralisch auf den

Bo den und rief: „C’est le centre du mon de!“

Er habe „ei ne genaue

Vision der Entstehung

des Uni versums“ ge -

habt. Spä ter erklärte

er, dass der einzige Un -

ter schied zwischen

ihm und ein em Ver -

rück ten der sei, dass er

kein Verrückter sei. Wie

auch immer, das da -

rauf hin angefertigte

Monumental gemäl de

„La Gare de Perpign an“ wurde vom Samm -

lerehepaar Ludwig erworben und hängt heute

im gleichnamigen Kölner Museum.

Museumstipp:

Centre d’Art

Contemporain

Walter Benjamin

Place du Pont d’en

Vestit

66000 Perpignan

Telefon 04 68 66 33 18

Geöffnet täglich

außer Montag

von Oktober bis Mai

11 bis 17.30 Uhr, Juni

bis September 10.30

bis 18.30 Uhr.

Eintritt 4 €.

Jährlich drei bis fünf

Wechsel aus stellungen

moderner Kunst.

Office de Tourisme

Palais des Congrès -

Place Armand Lanoux

66002 Perpignan

Telefon 04 68 66 30 30

Zweistündige

Führungen durch das

historische Zentrum:

Treff punkt jeden

Mitt woch um

14.30 Uhr am Office

de Tourisme.

Ab 5 Personen, je 5 €.

Unbedingt ansehen:

Kathedrale Saint-Jean Baptiste

Place Léon Gambetta

Im 14. Jahrhundert wurde der Bau der

Kathedrale im gotischen Stil begonnen,

aber erst Anfang des 16. Jahrhunderts voll -

endet. Die opulente Ausstattung zeigt den

Einfluss der unterschiedlichen Epoch en

(Gotik, Renaissance, Barock). Bild links:

Seitenansicht vom Campo Santo aus gesehen.

Geöffnet täglich von 11 bis 18.30 Uhr.

Le Campo Santo – La Funeraria

Rue Amiral Ribeil

Dieser ungewöhnliche Kreuzgang und

Friedhof aus dem 14. Jahrhundert liegen

direkt neben der Kathedrale Saint-Jean

Bap tiste (siehe Foto links Mitte und oben).

Geöffnet täglich von 10.30 bis 18 Uhr.

Palast der Könige von Mallorca –

Le Palais des Rois de Majorque

Place du Docteur René Puig

1276 wurde mit dem Bau dieser Festungs -

anlage mit Palast und Schlossgarten für den

Sitz der Könige von Mallorca begonnen.

Heute wird das Gebäude für vielfältige kulturelle

Ver anstaltungen genutzt, u. a. für

das größte Festival der Region Eté 66: „Plus

de deux mois de rendez-vous culturels en

Pays catalan, tous gratuits ou très accessibles.“

Geöffnet täglich vom 1. Oktober bis

31. Mai von 9 bis 17 Uhr, vom 1. Juni bis 30.

Sep tem ber 10 bis 18 Uhr.

Stadttor und Altstadt

Place de Verdun

Von der mittelalterlichen Stadtbefestigung

blieb nur der Turm Le Castillet (siehe links).

Von hier aus lohnt sich ein Rundgang durch

die verwinkelten Gassen der Altstadt.

Hauptbahnhof

Avenue Général de Gaulle

Salvador Dalí gestaltete den Bahnhof von

Perpignan, das „Zentrum der Welt“ (siehe

Text links oben) mit Fotos, Zitaten und knall -

bunten Deckenbe malungen.

17


Argelès-sur-Mer

Argelès-sur-Mer (katalanisch Argelers de la

Marenda), mit knapp 10 000 Einwohnern,

liegt am Fuß des bis zu 1 157 m hohen Massif

des Albères. Am En de der unendlich langen

Sand strände beginnt im Süden die Fel sen -

küste der Côte Ver meille. Die Stadt ist stark

touristisch geprägt, sieben Kilometer flacher

Strand entlang des Ortsteils Argelès-Pla ge

ziehen im Sommer Zigtau sen de Ba de gäste an.

Angefangen hat es Ende des 19. Jahr hun derts

mit einigen Villen reicher Familien entlang der

Strandprome nade. 1900 war be reits eine kleine

Ortschaft am Meer entstanden. Nach dem

Zweiten Weltkrieg nahm der Bade tourismus

explosionsartig zu. Argelès hat sich gegen

Hotel burgen und für viele Grünflächen entschieden.

Die Folgen des Massentourismus

konnten da durch etwas abgemildert werden.

Einen Besuch lohnt unbedingt das Natur schutz -

gebiet Ré serve Natu relle Nationale de Mas

Larrieu nördlich von Argelès-Plage im Mün -

Der alte Ortskern von Argelès-sur-Mer mit der Kirche

Notre-Dame del Prat.

Port d’Argelès im Ortsteil Le Racou.

20


dungs bereich des Flusses Tech, eines der letzten

großen Dünenmassive an der Küste des

Roussillon. Auf 145 Hektar findet man eine

Land schaft, wie sie frü -

her an der Küs te vor -

her rschte: Bambus -

wälder, sandige Ab -

schnit te mit Kak teen

und Sumpf ge bie te am

Fluss. Der naturbelassene

Strand und die

flachen La gunen laden

zum Ba den ein. Auf

schmalen Pfaden kann

man das empfindliche

Öko sys tem der Wanderdünen erkunden. Den

Natur park er reicht man über die D 81 Rich -

tung Saint-Cyp rien.

Offices de Tourisme:

Argelès-Plage

Place de l’Europe

Telefon 04 68 81 15 85

Ganzjährig geöffnet.

In der Hauptsaison:

täglich von 8.30 bis

20 Uhr.

In der Nebensaison:

Montags bis freitags

von 9 bis 12 und von

14 bis 18 Uhr geöffnet

und samstags von

9 bis 12 Uhr.

Argelès-Ville

In der Nähe der

Kirche. Von Juni bis

September geöffnet.

Von April bis

September werden

verschiedene geführte

Besichtigungen

angeboten, u. a.:

„Das Natur schutz -

gebiet Mas Larrieu.“

„Argelès-Village, die

alte Königsstadt.“

„Argelès-Plage,

Erzählungen vom

Strand.“

Memorial du camp

d’Argelès-sur-Mer

Sehenswerte Ausstellung zur Erinner ung an

den Exodus von 200 000 spanischen Repu -

blikanern, die im Januar und Februar 1939

vor dem Franco-Regime fliehen mussten

und am Strand von Ar ge lès-sur-Mer unter

unmenschlichen Beding ung en interniert

wurden. Teil des Muse ums ist auch ein Re -

cherchezentrum zur Suche nach immer

noch Vermissten.

Espace Jules Pams - Route de Valmy

Telefon 04 68 95 85 03

Direkt beim Château de Valmy (Bild links)

gelegen.

Ganzjährig geöffnet, Dienstag bis Samstag

von 14 bis 18 Uhr. Sonntag und Montag

geschlossen. Eintritt frei.

Der Circuit de la mémoire führt zu ein em

Gedenkstein (le mo no lithe) am Strand und

einer Tafel im Nor den (la plaque nord), die

die damalige Grenze des Lagers anzeigt.

Sowie zum spanischen Fried hof (le cime -

tière des espagn ols) mit einem Ge denk -

stein für die im Lager Ver stor benen. Al ler -

dings ist der Friedhof kaum zu finden, eingekeilt

zwischen Cam ping plät zen, ohne

Park mög lich keiten, ohne jedes Hin weis -

schild. Der Stadt Argelès scheint das Ge -

denken nicht wirklich wichtig zu sein.

Weitere Informationen zur „Retirada“

auf der nächsten Seite.

21


Flüchtlingsdrama

Argelès-sur-Mer -- Flüchtlings drama am Ende des

Spanischen Bürgerkriegs -- „La retirada“

Ende Januar und Anfang Februar 1939 flohen

über 500 000 Menschen über die spanische

Grenze nach Frankreich. Die Franco-Faschisten

hatten den Spanischen Bürgerkrieg für sich

ent schieden, sie verfolgten die ehemaligen re -

pu bli kanischen Käm pfer (darunter auch viele

Deutsche aus den internationalen Brigaden)

und ihre Ange hörigen gnadenlos. Die Mas sen -

flucht nennt man „La retirada“ nach dem spanischen

Wort für Rückzug. In Argelès-sur-Mer,

22


Argelès-sur-Mer -- „La retirada“

auf den langen Sandstränden, die heute bei

Ba degästen so beliebt sind, wurde das erste

Internierungs lager errichtet. Obwohl die Situa -

tion lange vorhersehbar war und Anweisun -

gen zum Bau des Lagers vorlagen, gab es bei

Ankunft der Flüchtlinge praktisch keine In fra -

struktur. Auf 50 Hektar wurden die nun Ge -

fangenen zusammengetrieben. Es gab keine

Gebäude, Sanitär an lagen oder ausreichend

Trink wasser , keine medizinische Hilfe oder ge -

regelte Lebensmit tel versorgung. Hilfsliefe run -

g en versanken im sandigen Morast. Barack en

aus Holz und Leinwand bauten sich die In ter -

nierten notdürftig selber. Bis heute ist un -

geklärt, wie viele Menschen in diesem Camp

de Concen tration untergebracht wurden,

Schätzungen sprechen von bis zu 200 000. Viele

waren dem Erschöpfungstod nahe, verletzt,

krank oder hochschwanger, ein Alb traum für

die vermeintlich Geretteten be gann. Die Zahl

der Toten u. a. durch Hunger, Typhus oder

Ruhr ist nicht bekannt.

In Frankreich regierte zu der Zeit unter Prä si -

dent Albert Lebrun ein linkes Volksfront bünd -

nis. Eigentlich hätte man sich den spanischen

Kämpfern gegenüber verbunden zeigen können.

Stattdessen wurden sie als „Uner wün sch -

te“ eingestuft und behandelt. Viel leicht auch,

weil es sich bei den meisten um Kom mu nisten

und Anarchisten handelte und man Sor ge um

die innere Stabilität hatte.

Noch im gleichen Jahr brach der Zweite Welt -

krieg aus. Im allgemeinen Chaos des West feld -

zuges der deutschen Faschisten im Juni 1940

konn ten die Gefangenen das Lager verlassen.

Einige trauten sich nach Spanien zurück, wurden

aber, trotz Amnestieversprechen, vielfach

hingerichtet oder in Francos Konzentrations -

lagern interniert. Über 13 000 „Rotspanier“ ge -

rieten in die Hän de der Deutschen und wurden

in KZs, vor allem in das KZ Mauthausen,

trans portiert und ermordet.

Felip Solé brachte 2010 den Film Camp d’Ar -

gelès* in die Kinos: „L’idée de faire un film

sur le Camp d’Argelès m’est ve nue en tête chaque

fois que j’ai posé le pied sur cette plage.“

*Zu sehen bei YouTube.

Unbedingt einen Besuch wert:

MUME – Museu Memorial de L’exili

La Jonquera, Spanien

Telefon 972 55 65 33

www.museuexili.cat

Geöffnet täglich außer montags,

Eintritt 4 €.

23


Collioure

Collioure mit seinen gut 3 000 Einwohnern ge -

hört sicher zu den schönsten Orten am ganzen

Mittelmeer. Das fanden auch Henri Matisse,

An dré Derain, Raoul Dufy, Georges Braque,

Pablo Picasso und viele weitere Künstler (siehe

Seiten 28/29). Ihre Liebe zu Collioure löste maßgeblich

den Auf stieg zur Touristen hoch burg

der Côte Ver meil le aus. Dabei war Col lioure

noch Mitte des 19. Jahrhunderts mit über 140

Booten eines der großen Fischer dör fer der

Region. 800 Fischer fuhren hinaus, um vor al -

lem Anchovis (Sardellen) zu fangen, die vor

der Küste in riesigen Schwärmen vorkamen.

Und diese Mengen mussten kon serviert werden.

Bereits seit dem Mittelalter wurden in

Collioure die Anchovis in Salz eingelegt. Über

350 Menschen waren zu den besten Zeiten mit

dem Verarbeiten der kleinen Fische beschäftigt.

Das über Jahrhunderte angeeignete hand werk -

liche Können machte die Anchovis aus Col -

lioure weltberühmt.

Das Wahrzeichen von Collioure: Die Wehrkirche Notre-Damesdes-Anges

wurde zwischen 1684 und 1691 erbaut. Ihr markanter

Glockenturm diente früher als Leuchtturm.

26


Alles im Rahmen

Mit dem Projekt Points 2 Vue des Künstlers

MA2F (Marc-André de Figueres) entstanden

zwölf im Ort verteilte

„eingerahmte“ An sich -

ten der Notre-Damesdes-Anges.

Château Royal

Sehenswerte Fes tungs -

anlage mit ein em Burg -

kern aus dem Mittelal -

ter. Im 13./14. Jh. war

das Château Royal der

Sommersitz der Kö nige

von Mallorca. 1939 wurde es als Inter nierungs la -

ger für Flüchtlinge des Spanischen Bürgerkriegs

genutzt. Ganzjährig geöffnet, Eintritt 4 €.

Office de Tourisme

Place du 18 Juin

66190 Collioure

Telefon 04 68 82 15 47

Geöffnet: in der

Hauptsaison täglich

von 9 bis 19 Uhr, in

der Nebensaison

montags bis samstags

von 9 bis 12 Uhr und

14 bis 18 Uhr.

Unterkunftstipp:

Ferienwohnungen in

ehemaligen Fischer -

häusern an der Rue

Bellevue. Der Name

sagt alles. Die an die

Steilfelsen geklebten

maisons de pêcheur

bieten einen sensationellen

Blick auf das

Meer und die kleine

Kapelle Saint Vincent

(siehe Vorseite).

Die Appar tements

werden von privat

vermietet unter

www.collioure.com.

Besonders schön ist

z. B. die Wohnung von

Isabelle Spiers.

Restaurants in Collioure

Collioure ist in der Hauptsaison ein Tou ris -

ten magnet und verfügt dementsprechend

über unzählige Restaurants. Aber auch in

der Nebensaison oder im Winter, wenn Col -

lioure wieder ein beschaulicher Ort wird,

kann man sehr gut essen gehen, hier ein

paar Tipps:

Restaurants Copacabana

und Chez Simone

Boulevard du Boramar

Telefon 04 68 82 06 74 und 04 68 81 32 47

Am besten Platz von Collioure: direkt am

Strand mit Blick auf die markante Notre-

Dames-des-Anges. Trotz dieser Lage keine

„Touristenpreise“. Beide Restaurants über -

zeugen mit fangfrischem Fisch und Meer es -

früchten, z. B. kleine Tintenfische (Seiche)

mit Gambas für 16,50 € oder eine fantastische

ganze Dorade auf Gemüse für 16 €.

Le 5ème Péché

16 Rue de la Fraternité

Telefon 04 68 98 09 76

Etwas im Ortskern versteckt, doch die Suche

lohnt sich: wundervoll kreative japanischfran

zösische Fusionküche. Sashimi de Noix

de St.-Jacques (Jakobsmuscheln) oder „Plu -

ma“, mit Teriyaki-Sauce mariniertes Rück en -

stück vom Freiland-Schwein Bel lota.

3-Gang-Mittagsmenü ab 25 €, abends 39 €.

Restaurant Le Puits

2 Rue Arago

Telefon 04 68 82 06 24

Katalanische Spezialitäten, einfache, aber

ordentliche Fleisch- und Fischgerichte, z. B.

Moules frites für 13 €, 3-Gang-Menü ab 18 €.

Le Café Sola

2 Rue de la République

Telefon 04 68 82 55 02

Café/Bar neben dem Marktplatz. Hier treffen

sich die Einheimischen. Der „Laden“ ist

speziell, aber sehr nett (wenn nicht ge rade

Rugby auf den Großbildschirmen läuft).

Zum Apéro gibt es Tapas, z. B. eine große

Portion Collioure-Anchovis für 5 €.

27


Collioure

„Es gibt in Frankreich keinen blaueren Himmel

als den von Collioure. Ich brauche nur die

Fensterläden zu öffnen, und schon habe ich alle

Farben des Mittelmeeres bei mir.“ Henri Matisse, 1905

Henri Matisse und André Derain kamen im

Jahr 1905 nach Collioure, um dort den Sommer

zu verbringen. Die beiden Künstlerfreunde wa -

ren von der Pracht der südlichen Farben tief

beeindruckt. Die Hauptströmungen in der Ma -

lerei sind zu dieser Zeit Impres sionismus und

Neoimpressionis mus. Die jungen Künst ler

standen unter dem starken Einfluss ihrer Vor -

bilder van Gogh, Gauguin und Cézanne.

Matisse schrieb dazu: „Als ich zu malen be -

gann, standen wir zu unseren Vorgängern nicht

im Widerspruch, und wir äußerten unsere An -

sichten vorsichtig und allmählich. Die Im pres -

sionisten waren die anerkannten Führer, und

die Nachimpressionisten gingen in ihren Fuß -

stap fen. Ich tat das nicht.“

Bild oben: Collioure war zu Zeiten von Matisse ein romantisches

Fischerdörfchen. Bild rechts: Die Zeitschrift L’Illustration

stellte am 4. November 1905 die neue Kunstrichtung des

Fauvismus vor.

28


Fauvismus

In Collioure lösten

sich Matisse und

Derain nun langsam

vom Post-Impressio -

nis mus und suchten

den Weg zur „subjektiven

Farbe“. De -

rain spricht von einer

neuen Konzeption

des Lichts, die „alles

ausrotten muss, was

die Unterteilung der

Farbtöne mit sich bringt“. Die neue Kunst rich -

tung des Fauvismus entsteht. Die ersten Wer -

ke tasten sich noch heran, wie Derains Ba -

teaux de pêche à Col lioure und Matisses

Fen être ouverte à Collioure. Dann, zurück

in Paris, malt Henri Matisse Femme au chapeau,

das als eines der Hauptwerke des Fau -

vis mus gilt. Die bisher verwendete Farb pers -

pek tive, warme Töne im Vorder grund, küh le

bläuliche Farben für die Tiefenwirkung, ist auf -

geho ben. Konturlos sind knallig leuchtende

Farben ne ben einandergesetzt.

Eine kleine Gruppe von Malern, darunter Ma -

tisse und Derain, stellte 1905 auf dem Sa lon

d’Automne ihre Bilder vor. Der Kunst kritiker

Louis Vauxcelles sah zwischen den Ge mälden

mit ihren explodierenden Farben eine weibliche

Büste in florentinischer Art stehen und rief

entsetzt: „Tiens, Donatello au milieu des fauves“,

übersetzt etwa: „Da schau her, Dona -

tello um geben von wilden Bestien.“ Die neue

Kunst richtung hatte ihren Namen. Die Künst -

ler allerdings fühlten sich weder als eine ge -

schlossene Gruppe noch fanden sie die Bezeich -

nung Fauvismus zutreffend. Das Publikum und

die Presse reagierten unterschiedlich, so war im

Journal de Rouen zu lesen: „Was man uns da

zeigt, hat mit Malerei nichts zu tun: Blau, Rot,

Gelb, Grün, lauter grelle Farbkleck se, die völlig

zufällig aneinandergefügt wurden – primitive

und naive Spielereien eines Kindes, das sich mit

dem Farbkasten vergnügt, den es geschenkt

bekam.“ Die Zeitschrift L’Ermitage hielt kurz

und prägnant dagegen: „Das ist Malerei außer -

halb jeder Zufälligkeit, das ist wahrhaft das Su -

chen nach dem Absoluten.“

In den Gassen von Collioure befinden sich heute unzählige

Galerien und Werkstätten von Kunsthandwerkern.

Viele andere Künst ler zog es bald ebenso nach

Col liou re. Georges Braque, Raoul Dufy, Al -

bert Mar quet und Pablo Picasso wollten den

Ort erleben, der Matisse und Derain so inspiriert

hatte.

1994 wurde der Chemin du Fau visme ge schaf -

fen: Auf diesem Rundweg durch Collioure sind

19 Fotografien der Meisterwerke des Fauvismus

an den Orten zu sehen, an denen die Gemälde

entstanden sind. Das Maison du Fauvisme,

10 Rue de la Prud’homie, Telefon 04 68 82 15 47,

bietet etwas über einstündige Stadt führungen,

auch in deutscher Sprache, an. Infos dort oder

im Office de Tourisme.

Paul Cézanne (hier sein Bild „Haus in der Provence“) war für

Henri Matisse eine Art „Leitfigur“. Die Imitation der Natur

allerdings wollte Matisse überwinden. Wie auch Picasso hat

er aber nie den Schritt zur völligen Abstraktion vollzogen.

29


Tour 1 „Balcon sur Collioure“ mit Fort Saint-Elme

D

2

3

er teils kräftige Anstieg durch die Wein -

berge lohnt sich. Die Ausblicke auf Col -

lioure, die Bucht und die Notre-Damesdes-Anges

sind einfach großartig.

Start an der Ufer -

1 42°31'36.20"N 3°5'6.07"E

pro me nade oder

An fahrt mit dem 1-Euro-Bus, Linie 400 bis

zur Haltestelle auf der Rückseite des

Châ teau Royal (Avenue Général de Gaulle). Von

dort aufwärts bis zum Kreisverkehr und zur Rue

du Temple. Vom Bahnhof sind es zu Fuß

5 Min. zum Anschluss an den Wanderweg.

Vom Plage de Collioure läuft man nach

rechts entlang des Kanals stadtauswärts.

Unterhalb des Marktplatzes nach links am Café

Sola (siehe Seite 27) entlang die Rue de la

République leicht ansteigen. Wenn man den

Kreisverkehr erreicht, diesen über queren und

gegenüber nach links die Rue du Temple

1

^

4

5

hinaufgehen. Der Weg ist hier zum Fort

Saint-Elme ausgeschildert und ab jetzt

durchgehend gelb markiert. Am nächsten

Abzweig nach rechts unterquert man

mit der Rue de la Galère die Bahngleise.

An Abzweigen vorbei ge rade aus der

Straße folgen. Diese geht über in den

Chemin de Consolation und verläuft

bald parallel zum Fluss El Duí. An Ab -

zweigen vorbei, bis sich die Straße teilt.

Hier nach links weiter und der Ausschil -

derung in Richtung Coll de Mol ló 3 km

folgen. Geradeaus unter dem Viadukt

der D 914 hindurch kommt man über

eine klei ne

2 Abstecher zur Ermitage

Brücke und

300 m später zum Abzweig zur Ermi tage

Notre-Dame de Conso la tion.

Ohne Abstecher folgt man nach links der

Ausschilderung zum Coll de Molló am

Bach entlang. Der Fahrweg steigt nun

zwischen den Weinfeldern kräftig an.

Auf halber Höhe erreicht man einen

Querweg und geht diesen nach rechts bis

3 Pass auf 231 m Höhe

zum Coll de

Molló. An der

Straßenkreuzung nach links Richtung Fort

Saint-Elme 3 km leicht abwärtsge hen.

Einen Abzweig nach rechts ignorieren.

Nach 400 m scharf links ab bie gen,

weiter dem Wanderwegweiser und der gelben

Mar kierung folgen. An einer Weggabelung

nach rechts bergab laufen. Nach 700 m ge -

langt man zu einem Abzweig nach Port-Ven -

dres, geht aber noch 30 m geradeaus und

nimmt die hier erreichte Querstraße nach

rechts. Vorbei an einer kleinen Korkeichen -

plantage (siehe hierzu auch Seite 126) kommt

man zum Fort Dugommier. Der Künstler und

Auf dem Rückweg der Wanderung kommt man am Musée

d’Art moderne de Collioure vorbei. Jährlich drei Wechs el -

ausstellungen moderner Kunst. Geöffnet von 10 bis 12 Uhr

und von 14 bis 18 Uhr. Dienstags geschlossen, Eintritt 3 €.

30


2,5 Stunden

9,2 km • 295 HM

300

200

100

Coll de Molló


Fort St.-Elme


0

m

1 2 3 4 5 6 7 8 9 km

Abstecher zur Ermitage

Notre-Dame de Conso la -

tion: hin und zurück 1 km

und 75 HM.

Pariser Professor Marc-André 2 Fig ueres (siehe auch Seite 27) hat

eine Initiative gegründet zur Instand setz ung des im Zweiten Welt -

krieg stark zerstörten Forts: www.dugommier.com.

Achtung: Kurz nach dem Fort zweigt et was unscheinbar ein schmaler

Pfad nach links ab. Man steigt hier wenige Meter an und hat

den fantastischsten Blick auf Collioure,

den man sich nur vorstellen kann. An

4 Fernblicke

klaren Tagen reicht die Fern sicht bis zum 2 785 m hohen Pic du

Cani gou in den Pyrenäen, dem „heiligen Berg“ der Kata lanen. Man

folgt dem Pfad mit Sicht auf das nahe Fort Saint-Elme nach rechts

und bleibt gerade aus auf dem schmalen

5 Abstecher zum Fort

Weg bis kurz vor der Auffahrt zum Fort.

Ohne Ab stecher, den Pfad nach links nehmen (die Straße nach

rechts führt hinunter nach Port-Vendres). Es geht nun recht steil und

geröllig abwärts, nach 100 m scharf rechts abbiegen. 700 m weiter

unten, an einer Be ton rampe scharf links halten und zur alten Wind -

mühle gehen. Am Aussichtsplateau der Mühle geradeaus absteigen

zum Musée d’Art moderne de Col lioure. Der Straße nach rechts

und dann der Querstraße nach links zum Strand folgen. Unterhalb

des Château Royal kehrt man zurück zum Ausgangspunkt.

31

Schwierigkeitsgrad

u Mittelschwer

u Längere, aber wenig be -

fahrene Stra ßen ab schnitte

am Anfang der Tour.

Wegmarkierung

Durchgängig

gelb markiert.

Wanderkarte

2549OT Banyuls, topografische

Wanderkarte 1:25 000,

EAN/ISBN: 3282112549043

Sehenswert

u Ermitage Notre-Dame

de Conso la tion

66190 Collioure

Telefon 04 68 82 17 66

Gîte und Restaurant in

einer ehemaligen Einsiede -

lei mit einer Kapelle aus

dem 12. Jh. Nur zeitweise

bewirtschaftet, wundervoller

Picknickplatz mit

Ausblick auf Collioure.

u Fort Saint-Elme

66190 Collioure

Telefon 06 64 61 82 42

Im 16. Jh. auf den Grund -

mauern eines maurischen

Wehrturms erbaute Festung.

Heute beherbergt das Fort

ein Museum mit Ritterrüs -

tung en, Waffen und militärischen

Objekten des 16. bis

19. Jh. Im Sommer finden

Ritterspiele und ein beeindruckendes

Feuerwerk statt.

Geöffnet vom 7.2. bis 31.3.

und 1.10. bis 13.11. von

10.30 bis 17 Uhr, 1.4. bis 30.9.

10.30 bis 19 Uhr, Eintritt 7 €.


Banyuls-sur-Mer

Ihr schwerer Süßwein macht die kleine Ge mein -

de Ban yuls-sur-Mer (katalanisch Banyuls de la

Ma ren da) mit knapp 5 000 Ein wohnern in der

gan zen Welt bekannt. Der AOC-Likör wein Ban -

yuls ist ein Vin Doux Naturel, der nur auf

den steilen Lagen der vier Gemeinden Banyulssur-Mer,

Cerbère, Collioure und Port-Vendres

produziert werden darf. Jeder Ban yuls besteht

zu 50 % aus der Rebsorte Gre nache, die Grands

Crus sogar zu 75 %. Der Wein wird zur besseren

Extrak tion der Farb- und Ge schmacksstoffe

„aufgespritet“, also mit Wein- oder Trester -

brand auf 15 bis 22 % Alkohol gehalt verstärkt.

Wie beim Madeira, der nach der gleichen Me -

thode hergestellt wird, lagern die besten Ban -

yuls nicht im Keller, sondern in oberen Etagen

oder im Freien. Durch die Oxi dation bei den

hohen Som mertemperaturen erhält man den

be sonderen Geschmack, den goût du rancio

(spanisch: ranzig). Keine Sorge – Banyuls hat

eh er No ten von Rosinen, Nüssen und Pflaumen.

Weinprobe in Banyuls berühmter Cave l’Etoile, an der man auf

dem Rückweg der Wandertour 3 (Seite 36) vorbeikommt.

Rechts: Skulptur La Méditerranée auf Maillos Grabstein.

34


Unter Wanderern ist Banyuls-sur-Mer besser be -

kannt als Start- oder Endpunkt des GR 10. Der

legendäre Fernwanderweg über den Kamm

der Pyrenä en führt auf

850 km in ca. 60 Tages -

etap pen vom Mittel -

meer bis nach Hen daye

am Atlantik.

Der Chemin Walter

Benjamin oder auch

die F-Route (nach Lisa

Fittko) wurde erst vor

wenigen Jahren wieder -

entdeckt. 1940 gab der

Bür ger meis ter von Ban -

yuls, Vin cent Azéma, die entscheidenden Hin -

weise für die Fluchtroute über die Berge. Heute

ist sie ein wundervoller Wanderweg (Seite 42).

Office de Tourisme

4 Avenue de la

République

66650 Banyuls-sur-Mer

Telefon 04 68 88 31 58

Geöffnet: in der

Hauptsaison täglich

von 9 bis 19 Uhr, in

der Nebensaison

montags bis samstags

von 9 bis 12 Uhr und

14 bis 18 Uhr.

Maison de la

randonnée

Direkt hinter dem

Office de Tourisme

gelegen. Geöffnet:

1. April bis 15. Okt o -

ber 10 bis 12 Uhr und

15 bis 17 Uhr.

16. Oktober bis Ende

März nur vormittags.

Neben Wanderkarten

und -führern werden

zur Hauptsaison und

in den Osterferien je -

den Mittwoch geführte

Familien wan der un -

g en rund um Ban yuls

für nur 1 € je Person

angeboten.

Musée Maillol

Vallée Roume, 66650 Banyuls-sur-Mer

Telefon 04 68 88 57 11

Ganzjährig geöffnet, montags und an

Feiertagen geschlossen, Oktober bis April

10 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr. Mai bis

September 10 bis 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr.

Eintritt 5 €.

Das Museum Maillol zeigt Bild hau er ar -

bei ten, Keramik, Bronzen und Malerei aus

Maillos umfangreichem Schaf fen. Es be fin -

det sich etwa 5 km außerhalb von Banyuls,

im letzten Wohnhaus von Aris tide Mail lol.

Maillol wurde 1861 in Ban yuls geboren

und starb dort 1944 bei ein em Autounfall.

Er gilt in Frankreichs Bild hauerei als der

wichtigste Gegenpol zu Auguste Rodin.

Dieser über Maillol: „Maillol ist den größten

Bild hau ern an die Seite zu stellen.

Wenn das Wort Genie, das heute so unangemessen

vie len Leuten zu erkannt wird,

überhaupt noch einen Sinn hat: Hier ist es

angebracht. Ja, Maillol verkörpert in sich

das Genie der Skulptur.“

20 Jahre leb te

und studierte

Mail lol in Pa -

ris, seine Wer -

ke waren von

enormem Ein -

fluss auf die

euro päische

Bild hauerei.

Deut sche Bild -

hauer, u. a.

Ar no Bre ker

und Wil helm

Lehm bruck,

genau so wie

Henry Moore

fan den in Mail -

Skulptur von Maillol an der

Strandpromenade von Banyuls.

lols Werken Inspirat ion zur Erneuerung ih -

rer klassischen Formen sprache. Heute fin -

det man seine Skulpturen nicht nur in Ban -

yuls, sondern auch z. B. im Mu sée d’Or say

in Paris oder vor der Ham bur ger Kunst -

halle.

35


Walter Benjamin

Wanderweg Pyrenäen

Die letzte Passage

Gastbeitrag von Karin Ceballos Betancur

Vor über 75 Jahren starb der Philosoph Walter Benjamin auf der

Flucht vor den Nazis. Ein Wanderweg durch die Pyrenäen folgt

seinen Spuren.

Früh am Morgen, wenn die Sonne die

Plattform hinter dem Friedhof am

Hang mit Nektarinenlicht flutet, wer -

den selbst die kargen Pyrenäen weich.

Port bou, der Tatort, das spanische Dorf

an der Bucht, liegt im Schatten versunken.

Nur der Kirchturm ragt heraus, ein

paar Dächer, Antennen, der riesige Bahn -

hof. Züge stolpern über Weichen. Vögel

zwitschern in Olivenbäumen. Die Gräber

der Toten gehen aufs Meer. Ein Moment

von ungerechter Schönheit.

Die meisten Reisenden kennen Portbou

bestenfalls von einem kurzen Aufenthalt

38

beim Umsteigen, zwischen zwei Zügen.

Zwei mal in der Geschichte aber war der

Ort mehr als irgendein Kaff an der spanisch-französischen

Grenze. 1939, am En -

de des Bürgerkriegs, wurde er zum Na -

del öhr für die besiegten Republikaner,

auf ihrer Flucht ins Exil. Ein Jahr später,

1940, nach dem Einmarsch der Deutschen

in Frankreich, setzte sich erneut ein

Flücht lingsstrom in Bewegung in entge -

gen gesetzter Richtung. Hitlers Truppen

trieben die deutsche Emigration vor sich

her, in Richtung Süden.

Man kann versuchen, die Erinnerung an

alte Fotografien wie Folien über dieses

Pan orama zu legen. Auf die ockerbraunen

Hügel die schwarz-weißen Karosserien um -

gestürzter Automobile. Auf die Land stra -

ße, die sich in langen Kurven bergauf win -

det, einen schwarz-weißen Strom von

Men schen. Für viele führte der Weg über

Portbou damals in die Freiheit. Das Dorf

hätte zu einem Symbol der Rettung werden

können. Stattdessen lastet der Selbst -

mord eines Mannes wie Blei auf seiner

Geschichte. Seine Leiche wurde auf dem

Friedhof bestattet, umgebettet und ging

später in einem Massengrab verloren. Wal -

ter Benjamin, Philosoph und Kritiker, ge -

boren am 15. Juli 1892 in Berlin, gestorben

am 26. September 1940 an einer Über -

dosis Morphium in Portbou, Katalonien.

Sein Exil hatte 1933 begonnen, mit der

Aus wanderung nach Paris. 1940, erneut

auf der Flucht vor Hitlers Truppen, versuchte

er in Marseille erfolglos, sich als

französischer Matrose verkleidet auf ei -


Die letzte Passage

nem Frachter einzuschiffen. Das Institut für

Sozialforschung hatte ihm ein Visum für

die USA besorgt. Auch verfügte Benjamin

über die nötigen Transitvisa für Spanien

und Portugal. Was fehlte, war die Aus -

reiseerlaubnis für Frankreich – seinerzeit

heikel zu beschaffen, weil das Vichy-Re -

gime nicht wenige Antragsteller direkt

an die deutschen Besatzer auslieferte.

An einem späten Abend im Sep tem -

ber 1940 klopft ein Mann mit grau -

em Haar, dichtem Schnauzbart und

runder Brille an der Haustür der deutschen

Exilantin Lisa Fittko, die da mals in

einer kleinen Dachwohnung in Port-Ven -

dres lebte. „Gnädige Frau, ent schul digen

ihren Schützlingen im Morgengrauen am

Stadtrand. Am Ortsausgang von Banyuls,

nachdem man den silbernen kleinen Fluss

überquert hat, führt der Weg durch Puig

del Mas. Heute parken Autos im trockenen

Flussbett. An der Brücke weist ein

erstes Schild den Weg. Die Sonne steht

hoch hinter Schleierwolken. Wenn wir

mit den Weinbauern morgens vor Son -

nenaufgang, zwischen vier und fünf Uhr,

aus dem Dorf in die Hügel hinaufziehen,

wenn wir uns in nichts von ihnen unterscheiden,

kein Gepäck tragen – et surtout

pas de rucksack! (der Rucksack ist das

sprichwörtliche Kennzeichen der Deut -

schen) – , dann kann kein Gendarm und

„Die Welt gerät aus den Fugen, aber

Benjamins Höflichkeit ist unerschütterlich.“

Sie bitte die Störung, hoffentlich komme

ich nicht ungelegen.“ In ih ren Mem oiren

schrieb Fittko später: Die Welt gerät aus

den Fugen, dachte ich, aber Benjamins

Höf lichkeit ist unerschütterlich. Zusam -

men mit ihrem Mann hat Lisa Fittko, als

Jüdin selbst vom Nazire gime ver folgt, in

den Jahren 1940/41 Dut zen den von Flücht -

lingen über die grüne Grenze nach Spa -

nien geholfen, ehe auch sie aus Europa

fliehen mussten.

Die Zugfahrt von Portbou nach Banyuls

dauert zehn Minuten. Vor knapp zehn

Jah ren erst wurde der genaue Verlauf der

Flucht route rekonstruiert, auf Grundlage

historischer Dokumente. Seitdem trägt

der alte Schmugglerpfad den Namen

Ruta Walter Benjamin, gelb markiert in

Frank reich, bordeauxrot in Spanien. Sie

be ginnt am Strand von Banyuls, wo am

Mit tag Familien in der Sonne braten und

auf Tischen im Schatten von Platanen die

schweren Weine der Region in Gläsern

dämmern. Die Fittkos trafen sich mit

kein Zöllner uns von den Einheimischen

unterscheiden.

Eine Frau Gurland und ihr Sohn hatten

Ben jamin nach Banyuls begleitet, auch

sie auf der Flucht vor den Nazis. Gemein -

sam war die Gruppe schon am Vorabend

in die Berge gewandert. Lisa Fittko ging

den Weg zum ersten Mal und wollte sich

zunächst orientieren. Benjamin soll eine

schwere Aktentasche bei sich gehabt ha -

ben. Er war damals 48 Jahre alt, herzkrank.

Dennoch ließ er nicht von seinem

schweren Gepäck. „Wissen Sie“, erklärte

er, „diese Aktentasche ist mir das Aller -

wichtigste. Ich darf sie nicht verlieren.

Das Manuskript muss gerettet werden. Es

ist wichtiger als meine eigene Person.“

Als die Gruppe am späten Nachmittag

um kehrte, blieb Benjamin auf einer Lich -

tung in den Bergen zurück. Er wolle die

Nacht im Freien verbringen, sagte er, und

hier am nächsten Morgen auf sie warten.

Benjamin fürchtete, die Strecke nicht am

Stück bewältigen zu können.

39


Walter Benjamin

In Puig del Mas zweigt der Weg an einem

Parkplatz ab vom Asphalt. Treppen führen

steil hinab, vorbei an Brombeer -

büschen und Olivenbäumen. Auf einer An -

höhe lesen Arbeiter Trauben in den Wein -

bergen. Sie werden die letzten Menschen

sein, denen die Wanderin an diesem Tag

bis zur Ankunft in Portbou begegnet.

Keine Ausflügler, keine Benjamin-Pilger.

Nur hin und wieder ein gelber Balken auf

dem Fels, auf einer Baumrinde, ein Schild,

das ihr versichert, nach wie vor auf dem

richtigen Weg zu sein, der sich durch die

Weinberge windet, zwischen Rebstöcken

hindurch, die voll von beinahe reifen,

dunk len, süßen Banyuls-Trauben hingen,

über Bergkämme, spärlich von Büschen

und Bäumen beschattet, hinauf in die

Pyrenäen. Im Rücken schrumpft Banyuls

im Streulicht des Mittags zu einem Fleck

am Horziont, dahinter das unwirkliche

blaue Meer und die Bergketten mit den

grünen Weinbergen, dazwischen schon

etwas Gold, und ein Himmel so blau wie

das Meer. Man kann es nicht schildern,

man muss dort gewesen sein. Immer steiler

steigt der Weg an, über Felsen und

Ge röll, vorbei an einem kirchturmhohen

Strommast. Steingraue Grillen springen

durch den Staub.

An einer Wegbiegung in der Ferne sind

Piniengruppen zu erkennen. Fittko er -

wähnt sie in ihrem Bericht als Richtungs -

weiser, aber es werden nicht dieselben

sein. Oft brennt es hier im Sommer, wenn

die Sonne über Monate jeden Busch zu

stacheligem Gestrüpp dörrt und die trocke -

ne Erde unter den Sohlen splittert. An -

geblich hat die Gruppe an einer Quelle,

auf etwa einem Drittel der Route, geras -

tet. Noch heute rinnt die Font del Bana

als dünner Strahl aus dem Fels, hummelumsummt.

Drei Stunden Wanderung und

noch immer Banyuls im Rücken. Auf der

Rückseite der Wegtafel hat jemand die

Inschrift „quel beau pays ...“ hinterlassen,

was für eine schöne Landschaft. Der Be -

griff „Weg“ wurde nun mehr und mehr

zur Übertreibung. Dann und wann war

40

ein Pfad zu sehen, häufiger aber war es

nur eine kaum erkennbare Spur zwischen

den Geröllblöcken. Die letzten Meter zum

Gipfel in 550 Metern Höhe stechen wie

Meilen in den Waden. Und dann, irgendwann,

endlich kommt Wind auf. Erst

leicht, dann immer stärker, um oben, mit

voller Kraft die schweißnasse Haut zu

trock nen. Weit unten, von wo wir ge kom -

men waren, sah man wieder das tiefblaue

Mittelmeer. Auf der anderen Seite, vor

uns, fielen schroffe Klippen ab auf eine

Glasplatte aus durchsichtigem Türkis – ein

zweites Meer? Ja, natürlich, das war die

spanische Küste. Hinter uns, im Norden, im

Halbkreis, Kataloniens Roussillon mit der

Côte Vermeille, der Zinnober-Küste, einer

herbstlichen Erde mit unzähligen gelb-ro -

ten Tönen. Ich schnappte nach Luft. Sol -

che Schönheit hatte ich noch nie gesehen.

Keine Schranke, kein Zaun, kein Stein

mar kiert die Grenze zwischen Frank -

reich und Spanien, die doch irgendwo

hier oben ent lang des Bergkamms verläuft,

den karstigen Grund in französisches

und spanisches Territorium teilt. Ein

Schild weist nach Portbou, das unten,

hin ter dicken Bergfalten liegt. Man kann

von hier den Kirchturm erkennen und

den Bahnhof, die blauen Buchten von

Colera und Llan çà. Unvermeidlich ist der

Abgleich der eigenen Erleichterung mit

dem Gefühl, das die Flüchtlinge bei diesem

Anblick em pfunden haben müssen.

Über den Berg. Das stechende Weiß von

Banyuls aus den Augen. Hoffnung und

die Illusion naher Ret tung, Sicherheit.

Auf spanischer Seite fällt der Weg steil

ab. Irgendwo hustet eine Herde Ziegen,

die sich leichtfüßig in höhere Regionen

verzieht, wenn man ihr zu nahe kommt.

Anders als in Frankreich, wo die Beschil -

derung der Route die nur dünnen historischen

Fakten vermittelt, stehen in Spanien

Benjamins Worte in der Landschaft, in

vierfacher Übersetzung. „Die Menschheit

soll versöhnt mit ihrer Vergangenheit

scheiden – und eine Form des Versöhnt -

seins ist die Heiterkeit.“ Ein Zitat aus dem


Die letzte Passage

Passagen-Werk. Die Wanderin erreicht

Port bou am frühen Abend.

Zahllose Flüchtlinge haben sich in jenen

Jahren auf diesem Weg über die Pyre -

näen in Sicherheit gebracht. Ausge rech -

net Walter Benjamin jedoch untersagten

die spanischen Behörden die Weiterreise.

Eine neue Verfügung, hieß es. Er muss

über zeugt gewesen sein, die Flucht über

die Berge kein zweites Mal zu überstehen.

Das Hotel, in dem er sich das Leben

nahm, hat die Verwaltung später kaufen

wollen, ohne genaue Vorstellung davon,

wie museal damit zu verfahren wäre.

Aber der geforderte Kaufpreis war ohnehin

zu hoch. Jetzt ist das Sterbezimmer

von Portbou. Das Monument des israelischen

Künstlers Dani Karavan wurde

1994 zu Benjamins Gedenken errichtet,

auf der Glasplatte am Ende des Tunnels

ein letztes Zitat: „Schwerer ist es, das Ge -

dächtnis der Namenlosen zu ehren als das

der Berühmten. Dem Gedächtnis der Na -

menlosen ist die historische Konstruktion

geweiht.“ Und obwohl es kaum zu glauben

ist, malt die untergehende Sonne

ein en Regenbogen ans untere Ende der

Wolken.

Dieser Beitrag von Karin Ceballos Be tan cur ist erstmals

in der Wochenzeitung DIE ZEIT, Ausgabe 37/2010, er -

schienen. Einige Angaben wurden 2017 aktualisiert.

„Ich schnappte nach Luft. Solche

Schönheit hatte ich noch nie gesehen.“

Teil einer Eigentumswohnung. Gegen -

über der karmesinroten Fassade probieren

Touristen in einem Kramladen Son -

nen brillen.

Über seine letzten Stunden in Portbou ist

wenig bekannt, manches widersprüchlich.

Frau Gurland, Benjamins Begleiterin, will

viele Stunden nach der Einnahme des

Morphins noch mit dem Sterbenden ge -

sprochen haben – was Mediziner schlechterdings

für unmöglich halten. Und wa -

rum ließ der katholische, franquistische

Priester die Bestattung Benjamins, eines

jüdischen Selbstmörders, auf dem Dorf -

friedhof zu? Fragen, die man niemandem

mehr stellen kann. Die Zeitzeugen sind

längst verstorben. Laut Behördenproto -

koll fand man beim Toten eine Mappe

„con unos papeles mas de contenido desconocido“,

mit Papieren unbekannten In -

halts. Benjamins letztes Manuskript ist

verschollen.

Am Abend fegt der Tramontana in Böen

über die Plattform hinter dem Friedhof

Mein Weg über

die Pyrenäen

Erinnerungen

1940/41

von Lisa Fittko

336 Seiten

Deutscher

Taschenbuch Verlag

ISBN: 978-

3423621892

9,95 €

Uneitel, anschaulich

und persönlich er -

zählt Lisa Fittko von ihrem Einsatz als Flucht -

hel ferin. Mit ihrem späteren Mann, Hans

Fittko, organisierte sie in Zusammen arbeit

mit der Fluchthilfe orga nisation Emer -

gency Rescue Com mittee und dessen

Repräsen tanten in Marseille, Varian M.

Fry, die Flucht von Menschen, die durch

die deutsche Besat zung und das Vichy-Re -

gime bedroht waren.

1941 ge lang die eigene Flucht nach Kuba.

1948 siedelte sie mit ihrem Mann Hans

nach Chicago in die USA über.

41


Tour 4 Fluchtroute Walter-Benjamin-Weg

E

ine wunderschöne Bergwanderung

über die küstennahen Pyrenäen. Der Weg

folgt der Flucht route von Walter Benja min

und Hunderten weiteren Emigran ten, die vor

den Nazis fliehen mussten. Bei gutem Wet ter,

ohne starken Wind, keine wirklich schwierige

Wan der ung. Der lang gezogene An stieg er for -

dert Kon dition, einige Passagen Tritt sich er -

heit, aber Berichte über gefährliche oder aus -

gesetzte Stel len sind über trieben. We gen der

oft fehlenden Markier ung ist im Abstieg et -

was Orien tie rungs sinn erforderlich.

1

Der Weg beginnt

1 42°28'52.61"N 3°7'46.20"E

an der Mairie, dem

Bürgermeisteramt. Schließlich war es der da -

malige Bürgermeister von Banyuls-sur-Mer

Vin cent Azéma, der Lisa Fittko von dem ehe -

maligen Schmugglerweg „La route Lister“ er -

zählte und ihn ihr bis ins kleinste Detail be -

schrieben und aufgezeichnet hat.

Anfahrt mit dem 1-Euro-Bus, Linie 400

bis zur Haltestelle am Office de Tou -

risme. Vom Bahnhof sind es 10 Min. Fuß -

weg bis zum Ausgangspunkt.

2

3

4

5


5 Stunden

14 km • 640 HM

600

Coll de Rumpissar

400

200

0

m

2 4 6 8 10 12 km

Schwierigkeitsgrad

u Mittel bis schwer

u Wegen der Länge der

Wanderung und des recht

gerölligen Abstiegs gute

Kondition erforderlich.

u Nicht bei oder direkt

nach Regen gehen. Auch

starker Wind macht die

Tour sehr anstrengend.

Blick zurück auf Banyuls-sur-Mer.

An der Mairie ist der Weg als Chemin Walter Benjamin ausgeschil -

dert. Auf der dazu angebrachten Karte endet der Wanderweg wundersamerweise

an der span ischen Grenze ... Man folgt nun der gelben

Mar kierung auf der Ave nue Géné ral de Gaulle stadt -

auswärts. Nach 350 m erreicht man den Fluss La Baill aury und geht

„Nicht zu gehen, das wäre

das eigentliche Risiko.“

Walter Benjamin

weiter, bis man eine Eisen bahnbrücke unterquert. Direkt danach

nimmt man nach links die Brücke über den Fluss und geht geradeaus

weiter Richtung Puig del Mas. Auch an Abzweigen vorbei, die

Avenue Pierre de Marca ansteigen. Kurz nach dem abgehenden

Chemin du Mas Guillaume hält man sich nach links zum Place Abel

Pages mit Hin weis tafel zum Wander weg. An der nächsten Quer -

straße we ni ge Meter nach rechts, dann links und direkt wieder

rechts in den Boule vard des Évadés de France abbiegen. Die

nächste Straße geradeaus überqueren und die gegenüberliegenden

Treppen stu fen zu einem schmalen Pfad absteigen. Der Weg verläuft

durch ein Bach tal, man trifft auf eine kleine Straße und geht nach

rechts aufwärts. 60 m weiter nimmt man den Weg nach links, das

erste Stück auf einer Betonrampe und folgt der Aus schil derung Coll

del Bast 1 km. Nach 200 m biegt er scharf nach links ab und bald

wieder scharf nach rechts. Der Pfad zieht sich, vorbei an einem

Häuschen, steil aufwärts. 350 m später geht es im Weinberg scharf

nach rechts und man erreicht eine kleine Straße, der man nach links

leicht aufwärts folgt. Die Straße nun 500 m bis zum Coll del Bast

ansteigen. Hier am Ab zweig zunächst wenige Meter nach links und

43

Wegmarkierung

Auf der französischen

Seite

gelb markiert,

auf der spanischen

Seite

rot. Oft ist aber

eine schwarze

Markierung

besser zu finden.

Wanderkarte

Zum Download:

opentopomap.org.

In gedruckter Form, für die

französische Seite: 2549OT

Banyuls, topografische

Wanderkarte 1:25 000,

EAN/ISBN: 3282112549043.

Für die spanische Seite:

Die vom Institut Cartogràfic

i Geo lògic de Catalunya

herausgegebene Karte

1:50 000 ist keine Hilfe, ein

zu kleiner Maßstab und der

Weg ist nicht eingezeichnet.

App

Der Walter-Benjamin-Weg in

elf Stationen, zur „ersten

Annäherung an die Person

Walter Benjamin, an die Um -

stände und Hintergründe seiner

Flucht, an Parallelen von

damals zu heute“ mit GPS-

Track, Hintergrund in for ma -

tio nen, O-Tönen etc. unter

historia-viva.net. Geeignet

für Android-Geräte auch

ohne Mobilfunk ver bin dung,

erhältlich im App-Store.


Fortsetzung Tour 4 Walter-Benjamin-Weg

anschließend nach rechts, an der Ge -

denktafel für Walter Benjamin den schmalen

Pfad aufwärts Richtung Coll de Rum pissar

3,5 km gehen. Steil ansteigend kommt man

zu einem etwas breiteren Quer weg, der sich

hier teilt. Man nimmt den oberen der beiden

Wege nach rechts leicht aufwärts. Achtung:

Nach 250 m biegt

2 Scharf rechts abbiegen

nach scharf rechts

an stei gend ein schmaler Pfad ab. Der Ab zweig

liegt hinter Büschen und ist die ersten Meter

sehr geröllig, daher übersieht man ihn leicht!

hat. „Jetzt saß ich hoch oben in den Pyrenäen,

aß ein Stück Brot ... und schob Benjamin die

Tomaten zu, als er fragte »Gnä dige Frau,

wenn Sie gestatten, darf ich mich bedienen?«

Ja, so war er, der alte Ben jamin mit seinem

spanischen Hofzeremoniell“ (Lisa Fittko in

ihren Memoiren Mein Weg über die

Pyrenäen).

Der Pfad verläuft nun in stetem Auf und Ab

etwas mehr als die ausgeschilderten 1,5 km am

Hang entlang. Manchmal über kleine Geröll -

felder oder mit einigen Stufen im Fels.

Der Weg wird bald besser und auch etwas

breiter. An Abzweigen vorbei bis zu einer

scharfen Rechtskurve. Hier geradeaus den

deut lich gelb markierten schmalen Pfad aufwärts

nehmen. Man wandert 500 m, nun mit

Aus blick auf den Torre del Querroig, kräftig

nach oben bis zu einem Fahrweg. Hier nach

rechts der Aus schilderung Coll de Rum pissar

2 km und Chemin Walter Ben jamin folgen.

Bald nach einer Linkskurve biegt man nach

scharf rechts ab. Keine 200 m weiter, an der

Font del Bana verlässt man den breiten Weg

und geht geradeaus den schmalen Pfad Rich -

tung Coll de Rum pissar 1,5 km. Hier befindet

sich auch eine

3 Quelle/Picknickplatz

Tafel, die daran

erinnert, dass die Gruppe von Lisa Fittko und

Walter Benja min an der Quelle Rast gemacht

44

„Heute, wo Benjamin als einer der wichtigsten

Gelehr ten und Kritiker des 20. Jahrhunderts gilt,

heute werde ich manchmal gefragt: Was hat er

über das Manuskript gesagt?“ (siehe Seite 39)

„Hat er darin ein neues philosophisches System

entwickelt? Du lieber Him mel, ich hatte alle

Hän de voll zu tun, meine kleine Gruppe bergauf

zu führen; die Philo so phie musste warten,

bis wir über den Berg waren.“

Kurz vor dem Pass zieht sich der Weg nach

links aufwärts zum 531 m hohen Coll de Rum -

pissar und man

4 Spanische Grenze

erreicht die spanische

Grenze, die genau auf dem Höhenzug

verläuft. „Vor uns fielen schrof fe Klippen ab auf

eine Glasplatte aus durch sich tigem Türkis – ein

zweites Meer? Ja, natürlich, das war die spanische

Küste.“


Bilder oben und links: Der Pass Coll de Rumpissar auf 531 m ist erreicht.

Man folgt nun nach links leicht abwärts dem

Richtung Portbou ausgeschilderten Pfad. Ein i -

ge Meter weiter macht der Weg eine Rechts -

kurve und ist nun auch als Walter-Ben ja min-

Weg (spanisch: Ruta Walter Benjamin) ge -

kennzeichnet. Man folgt ab jetzt der roten

Mar kierung, die aber sehr verblasst und

manchmal schwer zu finden ist. Im Abstieg

hilft eine zusätzliche Markierung mit schwarzem

Doppelbalken.

Es geht über einen gerölligen, schmalen Pfad

ab wärts. Man erreicht einen etwas breiteren,

ver wachsenen Querweg, läuft einige Meter

nach links aufwärts und folgt danach der Aus -

schil derung nach rechts abwärts. Über einen

sehr schmalen Weg hinunter und dann ein en

Ab zweig nach rechts

nehmen (ge radeaus ist

mit gekreuzten schwarzen

Balken gekennzeichnet).

Ins ge samt er -

Genau! Schild unterwegs ...

for dert dieser Abschnitt

et was Orien tierungs -

sinn. An einer Gedenk ta fel mit Zitaten von

Walter Ben ja min hält man sich links weiter

abwärts. Bald nach einer weiteren Tafel führt

der Pfad auf einen breiten Schotterweg, den

man nach links nimmt (die Markierung ist erst

etwas später zu sehen). Um eine Kurve herum,

mit Blick auf einen kleinen Stausee, sind weitere

Gedanken von Walter Benjamin festgehalten,

die einen Eindruck von seinem philo -

sophischen Werk vermitteln, z. B. „Weil sie

stumm ist, trauert die Na tur. Doch noch tiefer

führt in das Wesen der Natur die Umkehrung

dieses Satzes ein: die Traurigkeit der Natur

macht sie verstummen.“

Wenige Hundert Meter später verlässt man

nach rechts den breiten Weg und folgt auf

schmalem Pfad abwärts der Ruta Walter Ben -

ja min. Schnell wird der Weg breiter und führt

an einer Weggabelung nach rechts weiter in

Serpentinen hinunter. Vorbei an einem Haus

und nach rechts über eine Brücke. Am Weg -

weiser folgt man diesem nach links Richtung

Portbou 2,5 km. Die Straße verläuft nun am

breiten, als Schutz vor Überschwemmungen

ausgebauten Kanal entlang. Man erreicht die

hohen Mauern der gigantischen Gleisan la -

gen und überquert kurz darauf eine Brücke.

Weiter nach rechts führt ein langer, etwas un -

5 Tunnelpassage

heimlicher, aber be -

leuch te ter Tunnel

unter dem Rangier bahn hof hin durch. Ge rade -

aus leitet die Rambla direkt zum Strand von

Portbou. Durch das Dorfzentrum gelangt man

vorbei an der Markthalle hoch zum Bahnhof.

Eingang zur Mairie von Portbou.


Das Meeresreservat Cerbère-Banyuls

Wandern mit Schnorchel: das

Meeresreservat Cerbère-Banyuls

Gastbeitrag von Michael Homeyer

Geografie

Wenn die Monts Albères, die östlichen

Aus läufer der Pyrenäen, ins Mittelmeer ab -

fallen, formen sie eine wunderschöne Steil -

küste am Golfe du Lion. Banyuls-sur-Mer

mit seinen fast 5 000 tourismuserfahrenen

Einheimischen liegt an diesem Küs ten -

abschnitt des Golfe du Lion – direkt an

der spanischen Grenze. Von knapp 1 000

Metern Berghöhe ist das Meeres niveau

nach acht Kilometern Luftlinie er reicht.

Das Gebirge taucht im Golfe-du-Lion-Be -

reich bis in Tiefen von 90 Metern ab.

Diese Spannung im Landschaftsbild der

Steilküste der Côte Vermeille kann ein

Stück weit unter Wasser verfolgt werden:

46

Nicht nur für Ungeübte: Schnorcheln im kristallklaren Wasser des jagdbefreiten

„Sentier sous-marin“ im Meeresreservat lässt auch Profis nicht kalt.

Der Wechsel von Klima und Vegetation in

den Höhenstufen vom Berggipfel bis zum

Meeresspiegel setzt sich ebenso unter

Was ser in Zonierungen der Lebewelt in

den Tiefenstufen fort.

Denn auch der Lebensraum „Meer“ wird

in Zonen unterschiedlicher Umweltbe din -

gungen eingeteilt: Innerhalb der beiden

Großsysteme „Meeresboden (Benthal)“

und „Wasserraum (Pelagial)“ weisen die

lichtreichen Bereiche andere Lebensbe -

dingungen auf als die lichtlosen. Die küs -

tennahen, flacheren Gebiete werden als

neritische, die ozeanischen als pelagische

Region bezeichnet. In der gesamten Mit -


Wandern mit Schnorchel: Sentier sous-marin

tel meerregion wurden bislang mehr als

15 000 Arten beschrieben und ca. 20 %

da von sind nur hier beheimatet, mehr als

die Hälfte davon in hoher Gefährdung

ihrer Bestände. Damit ist die Mittel -

meerregion ein Hotspot der Bio diver sität.

Für das Management einer nach haltigen

Entwicklung der mediterranen Umwelt

hat der Schutz der

Artengemein schaf -

ten und ihrer Le -

bensräume eine zentrale

Priorität.

Unterwasser -

lehrpfad

Eine einzigartige

Idee sorgt heute für

den Transfer dieser

bedeutenden Grund -

kennt nisse. Inmitten

der wettergeschützten

Bucht von Peyre -

fite südlich von Ban -

yuls beginnt ein

Wanderweg unter

Wasser am kiesigen

Strand. Mit Schnorchel, Schwimm brille

und Schwimm flossen ausgerüstet, kann

man hier entlang eines ausgeschilderten

„Unter wasser lehrpfades“ den felsigen

Meeres boden und seine Tier- und Pflan -

zen welt erkunden. Diese Grundaus stat -

tung kann gegen eine geringe Ge bühr

ausgeliehen werden, die jungen Be treuer

stehen auch für Fachfragen zur Ver -

fügung. Ein paar Ausstellungswände vermitteln

einen ers ten Eindruck, was auf

den ungeübten Schnorchler zukommt.

Eine schwebende Schönheit unter den Medusen, aber nicht

gerne gesehen: Wer der Leuchtqualle (Pelagia noctiluca; die

„Nachtleuchtende“) zu nahe kommt, kann sich empfindlich

verletzen.

Attraktiv für jedermann wird die Schnor -

chel tour durch den Spezialschnorchel: In

seinem Mundstück ist ein Mikroemp -

fänger installiert, der Wissenswertes zur

Unterwasserwelt berichtet. Man erfährt,

dass der belichtete Bereich des Benthals

in mehrere Unterzonen unterteilt wird:

die Spritzwasserzone (Supralitoral) oberhalb

der oberen Wasserlinie, Ober- und

Untergrenze des Tidenhubs (Mesolitoral)

und den Bereich lichtbedürftiger Orga -

nismen (Infralitoral; bis maximal 30–50

Meter Tiefe).

Die jeweilige Tier- und Pflanzenwelt der

Zone wird zudem auf Unterwassertafeln

an fünf Bojenstandorten vertieft. Span -

nend ist, dass das betreute Lesen und Hö -

ren direkt in Naturbeobachtungen rund-

Die dicht stehenden, stumpfen Stacheln des Violetten

Seeigels (Sphaerechinus granularis) werden zwei Zentimeter

lang. Zwischen den Stacheln sitzen Putzorgane, die die

Körperoberfläche von Aufwuchs wie Algen und Seepocken

befreien. Einige davon sind mit Giftdrüsen versehen!

47


Das Meeresreservat Cerbère-Banyuls

Schneller Schwimmer der Flachwasserbereiche des westlichen Mittelmeeres: Die überwiegend vegetarisch lebende Goldstrieme

(Sarpa salpa) ist meistens in Schwärmen über Fels- und Sandböden und Seegraswiesen bis 20 Meter Tiefe anzutreffen.

herum umgesetzt werden kann. Die ma -

gische Schönheit ungezähmter Wasser -

wild nis zeigt sich in den farbenfrohen

Fischen von Mittelmeer-Muränen bis re -

viertreuen Zackenbarschen, den Ane -

monen, Krus ten tieren und Seegras be -

ständen. Schon am Strand sind Jungfische

zu beobachten, in der Bucht hüllen neugierige

Fisch schwärme nicht selten die

Schwimmer ein. Junge handtellergroße

Meerbrassen beäugen den Schnorchler

und knapp über sandigen Meeresboden -

flä chen wiegt die pulsierende Unter strö -

mung scheinbar schlafende Rote-Meer bar -

ben-Trupps. Von roten Korallen, Mu scheln

und Anemonen bewachsene Fel sen wer -

den durch nahrungssuchende Geiß bras -

sen, Wolfsbarsche und manchmal auch

Doraden abgenagt. Je ruhiger man auf

dem Wasser gleitet, desto intensiver entfaltet

sich das Natur er leb nis.

Förmlich eingefangen von den wunderbaren

Eindrücken des 500 Meter in die

Bucht reichenden Lehrpfades vergisst

man allzu leicht, rechtzeitig vor der

Auskühlung das Wasser zu verlassen und

48

sich am kiesigen Strand oder auf einer

Felsplatte wieder aufzuwärmen.

Es war das Ozeanische Institut der Uni -

versität Paris, das mithilfe der Natur -

schutzverwaltung und der Kommunen

den über 500 Meter in das Mittelmeer

hinausreichenden Unterwasserlehrpfad

realisierte. Die betreute Anlage ist nur

während der Hochsaison im Juli und Au -

gust täglich von 12 bis 18 Uhr geöffnet.

Schutzgebiet

Der Unterwasserlehrpfad liegt im Natur -

schutzgebiet Réserve Naturelle Marine

de Cerbère-Banyuls. Das Reservat schließt

sich südlich an den Ort Banyuls an und er -

streckt sich über 6,5 Kilometer bei ungefähr

einem Kilometer Breite die Küste

ent lang bis zum Cap Peyrefite kurz vor

der spanischen Grenze. Als erstes französisches

Meeresschutzgebiet im Jahr 1974

gegründet, ist es bis heute das einzige

französische Reservat, das ausschließlich

auf See liegt.

Die Diplom-Biologin Valérie Schmitt be -

richtet in ihrem Blog, dass „ … sein Ur -


Wandern mit Schnorchel: Sentier sous-marin

sprung zurück auf das Jahr 1969 geht, als

der Bürgermeister von Cerbère, besorgt

über die Umweltschäden dieses Teils der

Côte Ver meille durch Touristenscharen,

Überfischung und Verschmutzung, sich

zusammen mit dem damaligen Direktor

des Ob servatoire Océanologique daran

machte, die Möglichkeiten eines Schutz -

gebiets aus zuloten. Die Kooperation zwischen

marinem Reservat und dem meeres -

biologischen Institut besteht noch heute.

Neben Artenschutz und Öffentlichkeitsarbeit

soll vor allem die

For schung unterstützt werden.“

Harte Arbeit für Touristen, Hobby-

Harpuniere und Profi-Fischer: Um

die Regeln in den unterschiedli -

chen Schutz zo nen einzusehen

und einzuhalten, bedarf es eingehender

Be schäftigung mit den

Schutz zie len und einer Haltung in -

nerer Achtung vor diesem Klein od.

Arten

Ausführliche Beschreibungen der

Arten und ihrer spezifischen Le -

bensraumansprüche finden sich

auf den Webseiten des Ozeano -

grafischen Instituts (französisch!)

für felsige lichtdurchflutete Un -

ter wasserregionen und für die

abwechslungsreichen Lockerge -

steinbereiche und offenen Mee -

res böden auf

wwwphp.obs-banyuls.fr/UVED.

Dort klicken Sie auf „Entrez“,

dann „Objectif n°1“ und landen

in einer Liste der Unterwasser -

biotope „Carte de milieux ma -

rins“ mit Angaben zu den heimischen

Arten.

Die wunderschöne Wachsrose (Anemonia viridis) mit ihren 150 bis 200

fünfzehn Zentimeter langen Tentakeln nesselt stark und kann im

Flachwasserbereich Teppiche von mehreren Quadratmetern bilden.

Bedrohungen

Mitarbeiter des Meeresreservats fahren

regelmäßig mit ihrem Boot durch das

Schutz gebiet, um Unterwasserjäger mit

Har punen zu stoppen und unerlaubtes

Fischen und andere Verstöße gegen die

Schutzregeln zu verhindern. Als reviertreue

Küsten- und beliebte Speisefische

sind zum Beispiel Zackenbarsche durch

gezielte Harpunenfischerei bedroht.

Ohnmächtig muss die Patrouille aber zu -

sehen, wie Abfall- und Abwasserein lei -

tungen durch sommerliche Touristen -

scha ren das Meer belasten. Die Klär an -

lage der örtlichen Kommunen am Rand

des marinen Schutzgebiets schlägt Ab -

wäs ser ungereinigt ins Meer ab, wenn die

Abwässermengen die Anlage überfordern.

Durch die Nährstoffbelastung verdreckt

das kristallklare Wasser im Natur -

schutzgebiet. Der Meeresboden wird von

einer bräunlichen Bewuchsschicht über -

zogen. Diese Überwucherungserscheinungen,

die vielerorts im Mittelmeer auftreten,

sind besorgniserregende Signale

für die Überlastung des sensiblen Ökosys -

tems Mittelmeer.

49


Das Meeresreservat Cerbère-Banyuls

diversarium wachsen mehr als 500

mediterrane Pflanzenarten aller

Lebensräume der Umgebung: biologische

Vielfalt pur und anschaulich.

Weblinks:

www.biodiversarium.fr

wwwphp.obs-banyuls.fr

Vertiefte ökologische Informationen

Ozeanografisches Institut

Observatoire Océanologique de

Banyuls-sur-Mer

Garten, Aquarium (und Museum)

Als Anziehungspunkt für die Touristen

hat sich auch das in das Observatoire

Océanologique integrierte Aquarium

etabliert, in dem Besucher Meeresorga -

nismen aus der Region bestaunen können.

Etwas altbacken wirken die Lehr -

tafeln, jedoch unübertroffen die Fülle

der gehälterten Arten in ihren jeweiligen

nachgebildeten Lebensräumen. Ein Muss

für diejenigen, welche sich nach ihren

Schnorcheltouren biologisch-ökologisch

orientieren möchten. Achtung: In 2017

wird um- und neugebaut und eine supermoderne

Anlage eröffnet.

Im Juni 2010 wurde der Jardin Médi ter -

ranéen du Mas de la Serre eröffnet, ein

kommerziell betriebener drei Hektar großer

Naturpark auf dem Gelände des ehemaligen

Forschungslabors Arago. Im Bio -

50

Whalewatching

Vor der Küste sind regelmäßige Walund

Delfinbeobachtungen möglich.

Eine Reihe von kommerziellen Anbie -

tern ist zwischen Perpignan und spanischer

Grenze beheimatet – ein

boomendes Geschäft des Ökotourismus.

Unvergessliche Natur erleb -

nisse und praxisnahe Vermittlung

von ökologischen Ansprüchen der

Tiere, Verhalten, Gefährdung und

Schutzmaß nah men zeichnen renommierte

Anbieter aus. Die Anmut der

Tiere und ihre ökologische Funktion

und Bedeutung für uns Menschen

stehen dann im Mittelpunkt. Erfahrene

Anbieter befahren die Aufent halts be -

reiche, ohne die Tiere zu stören. Sie vermeiden

Boots jagden auf gesichtete Ex -

em plare und versprechen nicht das

„Blaue vom Himmel“. Wählen Sie sorgfältig.

Wissenswertes zum Thema:

www.souffleursdecume.com

Michael Homeyer

… berät und unterstützt europäische

Unter nehmen aller Branchen in Sachen

„Nach haltig Wirtschaften“. In seiner

Freizeit erkundet der Landschaftsökologe

und Change-Ma -

nagement-Spezialist

Naturlandschaften

gemeinsam mit seiner

Frau, um Kraft

zu tanken in der

magischen Schönheit

ungezähmter Natur.


Unterwegs nach Süden ...

Reise- und Wanderführer für fantastische und wenig bekannte

Wanderregionen in Südfrankreich

Exakte Beschreibungen, gute Wanderkarten mit Höhenprofil,

dazu GPS-Tracks zum Download

Kurze Anfahrten, vielfach mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Tipps, Adressen und Hintergrundinformationen zu Region,

Geschichte und Bevölkerung

Marseille und

Umgebung

144 Seiten,

18 Stadt- und

Küsten -

wanderungen,

ISBN 978-3-00-

045860-6, 14,80 €

Côte Vermeille,

Costa Brava

mit Collioure und

Cadaqués,

140 Seiten, 22

Wandertouren,

ISBN 978-3-00-

053533-8, 14,80 €

Frankreichs

wilder Süden

96 Seiten, 24

Wander touren in

der mediterranen

Ardèche,

ISBN 978-3-00-

042993-4, 12,80 €

Die wilden

Berge der

Ardèche

100 Seiten, 22

Wander touren in

den Cevennen,

ISBN 978-3-00-

025751-3, 12,80 €

Erhältlich im Buchhandel oder versandkostenfrei bei www.ardechereisen.de


Cerbère

Der Eisenbahnverkehr hat den knapp 1 400

Einwohner großen Grenzort Cer bère (katalanisch

Cervera de la Marenda) bedeutend ge -

macht. Neben Hendaye am Atlantik bildet der

Ort den wichtigsten Schienenübergang von

Frankreich nach Spanien. 1878 wurde das im -

posante Bahnhofsgebäude aus Stahl und Glas

nach einem Entwurf des Architekten Gustave

Eiffel erbaut. Das aufstrebende Dorf Cerbère,

bis dahin ein Ortsteil von Banyuls, er hielt 1888

eigene Stadtrechte. Die unter schied lichen

Spurweiten Frankreichs (europäische Normal -

spur, 1,435 Meter) und Span iens (Breitspur

1,668 Meter) erforderten umfangreiche Gleis -

anlagen für die Rangier- und Verschiebe -

bahnhöfe. Die Reisenden hatten einen längeren

Aufenthalt und brachten Cer bère ein we -

nig Reichtum. Doch seit 2010 die Hochge -

schwin digkeits strecke von Per pignan nach

Figueres eingeweiht wurde, spielt zumindest

der Personenverkehr fast keine Rolle mehr.

52


Luxus aus vergangenen Tagen: Das Hôtel Belvédère du Rayon

Vert liegt wie ein Schiff an den Eisenbahngleisen Richtung

Ortsausgang. Neben einem Speisesaal mit sensationellem

Meerblick verfügte es sogar über einen eigenen Kinosaal.

Office de Tourisme

Avenue du Général

de Gaulle

66290 Cerbère

Telefon 04 68 88 42 36

Geöffnet: in der

Hauptsaison täglich

von 9 bis 19 Uhr, in

der Nebensaison

montags bis samstags

von 9 bis 12 Uhr und

14 bis 18 Uhr.

Überall in Cerbère

anzutreffen: Graffiti

oder Street-Art.

Teile der Fußgänger -

tunnel unter den

Gleisan lagen wurden

von Künstlern in jahrelanger

Arbeit

gestaltet.

Hôtel Belvédère du

Rayon Vert

Dieses ungewöhnliche Hotel in Schiffs form

wurde von 1928 bis 1932 vom Architekten

Léon Baille im Art-déco-Stil erbaut. Es

verfügte über 30 Zimmer, Speisesaal, Kino,

Bar und einen Tennisplatz auf dem Dach.

Cerbère war mit seinem internationalen

Bahnhof einer der bedeutendsten Um -

stiegs orte zwischen Frankreich und Spa -

nien. Auch der europäische Jetset musste

hier warten (siehe links) und suchte für die

Zwangs pause eine geeignete Unter kunft.

Die Blütezeit des Luxushotels war aber nur

von kurzer Dauer, mit Beginn des Spa -

Dieses DIN A2

große Plakat ist

für 10 € im Office

de Tourisme er -

hält lich. Mit den

Einnahmen werden

die weiteren

Re no vierungs -

arbeiten unterstützt.

nischen Bür ger krieges (siehe Seite 14)

wurden die Gren zen ge schlos sen und die

Gäste blieben aus.

Heute versucht ein Nachkomme des ehemaligen

Besitzers das Wahrzeichen von

Cerbère wieder instand zu setzen. Kul -

turveran stal tungen, Führungen und Ver -

mietung von der zeit zehn Apparte ments

tragen zur Fin anzierung bei.

Führungen nur auf Vor an meldung von

9 bis 11 Uhr und 15 bis 18 Uhr für 5 €.

Appartements für 2 bis 6 Personen, Prei -

se auf Anfrage. Ganzjährig geöffnet.

Telefon 04 68 88 41 54 oder 06 58 80 57 47.

53


Tour 5 Cerbère -- am Fuß des Massif des Albères

L

eichter Rundweg durch die Weinberge

mit schönen Fernblicken auf Cerbère und

die Pyrenäen. Kurzer beeindruckender Ab -

stecher zur spanischen Grenze: Vorbei an den

ehemaligen Grenzanlagen kommt man zur

Er innerungsstätte für die Flücht linge, die

1939 in größter Not über den Coll dels Beli -

tres dräng ten (siehe auch Seiten 22/23).

Der Weg beginnt

1 42°26'29.14"N 3°9'54.78"E

an der Uferprome -

nade links vom Restaurant de la Plage.

Anfahrt mit dem 1-Euro-Bus, Linie 400 bis

zur Haltestelle an der Mairie und dem

Office de Tou risme. Vom Bahnhof sind

es 5 Min. Fuß weg zum Ausgangspunkt.

Die Rue Anatole France, vorbei an einem

kleinen Supermarkt, zum netten Dorflat z ge -

hen. An der Bäckerei dem Entwässerungs kanal

des El Riberal nach links folgen. Vorbei an der

Post ge langt man zum Placette des Transbor -

4

1

3

2

deuses. Eine Skulptur erinnert an die Frauen,

die früher die Apfelsinen am Güterbahnhof

um luden. Vor dem Tunnel der gelben Mar -

kier ung nach links folgen. Etwa 200 m entlang

der Bahnlinie laufen, dann nach rechts

durch die Fuß gänger unterführung. Direkt

danach links den schmalen gerölligen Pfad an -

steigen. Nun geht es 500 m kräftig aufwärts,

bis der Weg nach links die D 914 er reicht. Jetzt

auf der Straße nach rechts; 50 m weiter führt

links, unterhalb der

2 Abstecher zum Pass

ehe maligen Grenz -

ge bäu de ein Abstecher hoch zum Coll dels

Be litres und zur Gedenkstätte.

54

Ohne Ab stecher bleibt man noch 150 m auf

der Straße, bis in der scharfen Linkskurve nach

rechts ein breiter Weg abbiegt, ausgeschildert

mit Mas Mingó 4 km. Bald darauf an einem

Abzweig weiter Rich tung Mas Mingó nach

rechts leicht ab wärtsgehen. Dem bald wieder

ansteigenden Weg über 2 km an Ab zweigen

vorbei folgen.

3 Abzweig nach rechts

Dann nach rechts

den als Piste D.F.C.I. (Weg zur Be kämpf ung

von Waldbränden) No. AL 66 bis ge kenn -

zeich neten Weg hinuntergehen. Es folgen

mehr fach Wege, die in die Weinberge abgehen,

man bleibt jedoch auf dem klar er -


2 Stunden

7 km • 263 HM

300

200

100

0

m

Coll dels Belitres


1 2 3 4 5 6 km

Kurzer Abstecher zum Coll

dels Belitres und zur

Retirada-Ge denk stätte

(Seiten 22/23): hin und

zurück 400 m.

kennbaren und gelb markierten Hauptweg. Nach 750 m trifft der

Weg auf eine geteerte Straße, die man nach scharf rechts ab -

wärts nimmt. Vorbei an wenigen Häusern wandert man durch die

mit Trockenmauern terrassierten Weinfelder. Die Straße führt am

Bach El Riberal entlang, der nach starken Unwettern zu einem

gewaltigen Strom anschwellen kann. Die ersten Häuser von Cerbère

mit dem oberhalb gelegenen Mas Tonet und später dem Mas

Mingó werden erreicht. Von links kommt ein Bachlauf hinzu, man

geht nach rechts über die Brücke und

4 250 m langer Tunnel

folgt der Straße. Diese führt unterhalb

der Rangier anlagen in einen fast 250 m langen, beleuchteten

Tunnel. Etwa in der Mitte gibt es eine Öffnung und ein langer

Fußgänger tunnel biegt nach links ab, man geht aber geradeaus

weiter. Ein spannender, etwas gruseliger Abschluss der Wande -

rung, der gerade Kindern viel Spaß machen wird. Am Ende des

Tunnels erreicht man den Hinweg und kehrt nach links zurück zum

Aus gangspunkt der Wanderung.

Schwierigkeitsgrad

u Leicht

u Zu Beginn 500 m kräftiger

Anstieg auf gerölligem

Pfad.

Wegmarkierung

Durchgängig

gelb markiert.

Wanderkarte

2549OT Banyuls, topografische

Wanderkarte 1:25 000,

EAN/ISBN: 3282112549043

Wanderführer

u Im Office de Tourisme

(vom Restaurant de la Plage

einige Meter nach rechts)

erhält man kostenlos eine

Beschreibung von sechs

weiteren Wander ungen

rund um Cerbère.

Einkehr

u Restaurant de la Plage

11 Avenue Géné ral de Gaulle

66290 Cerbère

Telefon 04 68 88 40 03

55

3-Gang-Menü für 16 €, wunderbare

Lachs- oder Thun -

fischtartares. Aus einem

Blog: „Accueil, chaleur,

cuisine, service, c'est juste

exceptionnel !!! :) On reviendra

! :)“


Portbou

Wie sein französisches Gegenstück Cerbère (sie -

he Seite 52) wird auch der keine 1 200 Einwoh -

ner große spanische Grenzort Portbou vom Ei -

senbahn verkehr beherrscht. Das gigantische

Bahnhofs gebäude wurde nicht wie in Cerbère

vom berühmten Gustave Eiffel, sondern vom Ar -

chitekten Joan Torras i Guardiola erbaut. Man

nannte ihn aber wegen seiner gewagten Stahl -

kon struk tio nen den „katalanischen Eiffel“.

Portbous Geschichte war mehrfach eng mit

Krieg und Vertreibung verbunden. Im Pyre -

näen frieden (Seite 14) von 1659 wurde die

Gipfellinie der Pyrenäen zur Gren ze zwischen

Spanien und Frankreich erklärt. Nach dem Spa -

nischen Bürgerkrieg flohen 1939 die Men schen

zu Zigtausenden über Portbou. General Lís ter

ge lang mit dem Res t seiner Trup pe die Flucht

über die Berge nach Frankreich – auf demselben

Weg, den nur ein Jahr später viele Emi gran ten

in Gegenrichtung nach Spanien nah men, heu -

te der Walter-Benjamin-Weg (Seite 42).

Portbou, riesige Eisenbahnanlagen und unheimliche Tunnel: ein

Ort, dessen Charme sich erst auf den zweiten Blick erschließt.

Passatges, Gedenkstätte für Walter Benjamin von Dani Karavan.

56


In Spanien sind einige Waren immer noch deut -

lich günstiger als in Frankreich. Das sieht man

in einem Grenzort wie Portbou nicht nur an

den ungewöhnlich vielen

Spirituosen geschäf -

ten. Die Touristen kom -

men auch gerne zum

Res taurant be such

über die Grenze. Und

das hat seine Auswir -

kung en. Die Ver mi -

schung von spanischer

Ta pas-Küche und französischer

Haute Cuisine

befördert Port bou, et -

was übertrieben gesagt, zum „kulinarischen

Mek ka“ der Costa Brava. Empfehlenswert (sie -

he auch Seite 101): das unscheinbare, aber wun -

der bare Portbou Café

ne ben der Markt halle.

Das Res tau rant Pas -

sat ges mit teils am -

bitionierten, un ge -

wöhn lichen Gerich ten.

Und das Vora mar mit

raffinierter Küche.

Für hungrige Wan -

der er: ein fache Tapas

an der Strandprome -

Passagen, Gedenken an

Walter Benjamin

„Der Friedhof geht auf die kleine Bucht,

direkt auf das Mittelmeer; er ist in Ter -

rassen in Stein gehauen. Es ist bei weitem

eine der phantastischsten und schönsten

Stellen, die ich je in meinem Leben gesehen

habe“, Hannah Arendt.

Direkt am Friedhof von Portbou wurde

1994 das Denkmal „Passagen“ eingeweiht.

Auf Anre gung des Bundespräsi den -

ten Richard von Weizsäcker hat der Künst -

ler Dani Karavan dieses überaus be ein -

druck ende Werk geschaffen. Die aus sichts -

lose Lage von Wal ter Benjamin er schließt

sich mit jeder Stufe, die man den rostigen

na de. Schräg, supernett

und gay-friendly:

die Snackbar La Guin -

gu et te.

Oficina de Turismo

Pg. Lluís Companys

17497 Portbou

Telefon 09 72 12 51 61

Geöffnet: Mo. bis Fr.

von 10 bis 14 Uhr und

16 bis 18 Uhr. Am

Wochenende 10 bis

14 Uhr, in der Neben -

saison geschlossen.

Stahlkorridor hinuntergeht. Das Meer, die

Freiheit, direkt vor sich, bleibt nur die Um -

kehr, die Benjamin als den sich eren Tod

an nahm. Bei der Eröff nung sagte Dani Ka -

ravan in Anwesenheit der 84-jährigen ehemaligen

Fluchthelferin Lisa Fittko, es sei

„kein Mahnmal, sondern eine Hom mage

an alle, die der Barbarei zu entkommen

versuchten“. Ein Wunder, dass die Ein -

weihung überhaupt stattfand: Kleinkarierte

Erb sen zähler bliesen über die deutsche

Boule vardpresse zur Hetzjagd gegen die

Gedenk stätte für einen jüdischen Kom mu -

nisten, angeblich wegen Steuerver schwen -

dung. Die Finanzierung gelang aber doch

noch, auch mithilfe der Gemein de Port -

bou und von privaten Spenden.

Weitere Informationen ab Seite 38.

57


Tour 7 Von Llançà zum Kloster Sant Pere de Rodes

Start am Bahn -

1 42°21'59.75"N 3°8'57.21"E

hof von Llançà.

Busverbindung für die Rückfahrt ab El

Port de la Selva gegen 16, 18 und 19 Uhr,

siehe compras.moventis.es/de.

Vom Bahnhof geradeaus die Avinguda d’Eu -

ropa hinunter. Die N-260 kreuzen und noch

300 m der Straße folgen, bis in einer Linkskurve

rechts die Carrer Rafa el Estela abgeht. Diese

bis zur Kirche und nach links ab biegen. An der

nächs ten Straße nach rechts und wieder links

die Car rer Sant Vicenç leicht an steigen. An

1

der Carrer Afo ra nach links und di rekt wieder

rechts gehen. Bei ei nem gelben Haus links die

Car rer de Sant Pere de Ro des hinauf bis zum

Kreis verkehr nehmen. Auf der gegenüberliegenden

Seite be ginnt der weiß-rot markierte

GR 11 in Rich tung des Klosters. Durch Kakteen

und verwilderte Oli ven haine wandert man

über 2 km auf wärts, bis der 356 m hohe Pass

Coll del Pe rer

2 Am Pass scharf rechts

erreicht wird. Hier

biegt man scharf rechts ab (geradeaus geht es

zum Vall de Santa Creu). Es folgt nun ein kräf -

B

ergwanderung mit Traum blicken auf

das Meer und die Ausläufer der Pyre -

näen (siehe Vorseite). An der ro ma -

nisch en Kirche Santa He le na de Ro des

(unten rechts) befindet sich ei n fantastischer

Picknickplatz mit Sicht auf das Klos -

ter Sant Pere de Rodes. Im steilen Ab stieg

entdeckt man Dolmen vor dem Pano ra ma

des weiß getünchten El Port de la Selva.

2

5

3

4

62


tiger An stieg bis auf 464 m

Höhe. Auf einem breiten

Quer weg läuft man 1,5 km

nach links bis zur Durch -

gangs straße. Gegen über führt

die Straße nach Sant Pere de

Rodes. In einer Linkskurve

3 Abstecher zur Kirche

geht nach rechts ein gelb

markierter Pfad zur Kirche

Santa He le na de Ro des ab.

Mit oder ohne Abstecher ge -

langt man nach 1 km zum

Klos ter Sant Pere de Rodes

in exponierter Lage (weitere

Infos auf der nächsten Seite).

Nach der Besichtigung: Hin -

ter der Eingangspforte rechts

die Treppenstufen ab steigen

und rechts weiter auf be -

toniertem Weg bis zum Parkplatz gehen. Achtung: Hier teilt sich

die rot-weiße Mar kierung. Nach rechts führt ein Alter nativweg des

GR sehr steil und geröllig hinab nach

La Sel va de Mar. Man läuft jedoch

4 Geradeaus halten

noch 120 m geradeaus bis zur Durchgangsstraße. Diese wird nach

schräg rechts über quert und einige Trep pen stufen führen zum

schmalen Pfad hinunter. Die rot-weiße Mar kier ung für den GR 11 ist

nur sehr blass zu erkennen. Es geht steil und geröllig bergab und

der Weg kreuzt dreimal die Straße. Wenn die Stra ße erneut

erreicht wird, folgt man dieser um eine scharfe Links kurve herum.

Noch vor dem Ende der Kurve über die Leit planke steigen und nach

rechts abwärts den Pfad nehmen. Wieder auf der Straße, folgt man

ihr 600 m nach rechts. In einer scharfen Rechts kurve nach links

auf einen schmalen Pfad abbiegen. Man kommt zum fantastisch ge -

legenen Dol men Mores Altes II.

5 Dolmen

Danach wird noch zweimal die Straße

gekreuzt. Oberhalb eines Neubau gebietes ein kurzes Stück nach

rechts, dann zwischen den Häusern nach links hinunter zur Straße.

Diese nach links und direkt wieder nach rechts abbiegen. Weiter

nach unten und an der Carrer del Puig dels Di jous nach rechts

leicht aufwärts. Oberhalb der Strand prome nade kommt man heraus

und geht nach rechts. Die Bushaltestelle be findet sich etwa 500 m

später noch vor dem Hafen rechts im Ort.

4 Stunden

12 km • 595 HM

600

400

200

0

m

Sant Pere de Rodes

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 km

Schwierigkeitsgrad

u Mittelschwer

u Der Abstieg bei Punkt 4

über den GR 11 ist sehr

steil und geröllig. Es gibt

aber keine wirklich gefährlichen

(ausgesetzten) Stellen.

Wegmarkierung

Durchgängig

weiß-rot für

den GR 11 und

im Aufstieg auch für den

GR 92-0 markiert.

Wanderkarte

Cap de Creus,

mapa excursionista.

Escala

1:25.000.

Editorial Alpina,

ISBN: 978-

8480906210

Einkehr

u Restaurant, Cafeteria,

Grill Pati Blanc

Gardissó, 4; Rafael Estela, 6,

17490 Llançà

Telefon 09 72 38 08 00

63

Toller Innenhof und Garten

in der Altstadt von Llançà.

u Restaurant del Mones -

tir de Sant Pere de Rodes

17489 El Port de la Selva

Telefon 06 10 31 00 73

Menü 22 € inkl. Wein.

u Restaurant

Ca la Paquita

Moll d’En Balleu, 5

17489 El Port de la Selva

Telefon 09 72 38 70 92

Gutes Tagesmenü für 15 €.


Tour 9 Gesteinsformationen am Cap de Creus

N

ur eine schmale, holprige Straße windet

sich kurvig von Cadaqués auf über 7 km

zum Cap de Creus. Der Gründung des

Natur parks 1998 und der mangelnden Infra -

struktur ist es zu verdanken, dass dieser magische

Ort immer noch recht untouristisch ist.

Auf der Wan derung erlebt man die einmalige,

von der wil den Tramon tana ge formte Ero -

sions land schaft am östlichsten Punkt der

Ibe rischen Halbinsel. Dalí holte sich hier Inspi -

ration für viele seiner Bilder.

Nur mit dem

1 42°19'16.74"N 3°17'51.18"E

Fahr rad, Pkw

oder Taxi kann die Wanderung erreicht werden.

Die Park sit ua tion vor Ort ist schwierig.

Der Parkplatz an der Ein fahrt zur Pla de

Tudela wird lediglich am Wochen ende ge öff -

net (Gebühr 5 €), im Win ter nur für angemeldete

Gruppen. Besser auf den 300 m ent -

fernten kleinen Parkplatz ausweichen.

Etwa 2 km vor dem Leuchtturm am Cap de

Creus geht nach links eine mit Schranke gesicherte

Straße zur Pla de Tudela ab. Hier startet

die Wanderung auf befestigter Straße. Vorbei

am Parkplatz liegt auf der rechten Seite

bereits ein erstes Highlight der Tour: die Ge -

steins formation El camell de Tudela (Foto

rechts unten). Nach links führt ein Ab stecher

zu zwei Stahlkuben, die an die hier von 1962

bis 2004 angesiedelte Ferien anlage des Club

70

6

2

1

3

4

5

Méditerranée er -

2 Renaturierung

innern. Nach der

Er nen nung der Region zum Parc Natural Cap

de Creus wurde die Anlage 2009/2010 komplett

abgerissen und das Gebiet mit großem

Auf wand re na turiert. Etwas unterhalb befindet

sich hierzu ein Infopoint mit Bildern und

Schautafeln. Der Weg zieht sich nach rechts

entlang der Pla de

3 Steinskulpturen Tudela. Es folgt

eine sensationelle „Stein-

skulptur“ nach der anderen.

Am Wegesrand je -

weils gekennzeichnet mit

ihren in Stahlplatten gravierten

Silhou et ten. Es

conill de Culip (Kanin-

chen, Foto rechts), S’àguila

de Tudela (Adler), El

gorilla und viele andere

Motive. Nur in einer For -

mation sah Dalí keine Tier -

darstellung: El gran masturbador.

Am Ende des befestigten

Weges liegt die Platja de

Culip mit tollen Blicken

auf die Bucht und die

Rückseite des Far de Cap

de Creus. Man nimmt nun

den Pfad nach rechts ab -

wärts zu einem Wander -

wegweiser. Von dort ge -

rade aus und dann leicht

nach links aufwärts -

4 Zum Strandhaus hinab

gehen, gekenn -

zeich net mit einem roten Pfeil. Über einen fast

am Boden hängenden Ast einer Kiefer hinweg

und nach links den Pfad in

die Bucht zum kleinen Strand -

haus absteigen. Dahinter entlang

und über wenige Stufen

zum Strand. Jetzt nach rechts

in ei nem meist trockenen

Bach lauf den zunächst schwer

zu erkennenden Pfad ansteigen.

Ab hier ist gelegentlich

eine beige Plakette mit grünem

Pfeil am Boden oder am

Hang befestigt, an der man

sich orientiert. Über Fels aufwärts

und an einem Abzweig

links halten. Bald darauf verlässt

der Weg das Bachbett

und zieht sich nach links stark

ausgewaschen weiter aufwärts.

An einem kleinen Quer -


2 Stunden

5 km • 145 HM

100

50

0

m

Pla de Tudela


1 2 3 4 km

weg nach rechts, kurz darauf erreicht

5 GR 11 zum Parkplatz

man die Straße. Diese überqueren und

nach wenigen Me tern geradeaus gelangt man zum weiß-rot mar -

kierten GR 11, dem man nach rechts folgt. Es geht links vorbei an

einem hochmoorartigen Teich und der Weg biegt rechts ab. Bald,

mit Blick auf die Straße, zieht sich der Pfad durch die Garrigue mit

vielen Wach holder büschen bis zum Ausgangspunkt am Ab zweig

zur Pla de Tudela.

Zum kleinen, 300 m entfernten Park -

platz: Von hier nach links und dann

6 Alternativparkplatz

nach scharf rechts über den Fels aufwärtsgehen. Den ersten Ab -

zweig rechts ignorieren und anschließend am nächsten die weißrote

Markierung verlassen und geradeaus zum Parkplatz gehen.

Schwierigkeitsgrad

u Leicht bis mitteschwer

u Bis Punkt 4 leicht, es

geht über einen befestigten

Weg. Ab dort auf schmalem

Pfad und über Felsen, etwas

Trittsicherheit erforderlich.

u Im Naturschutzgebiet die

Wege nicht verlassen.

u Nicht bei starkem Wind

gehen.

Wegmarkierung

Zunächst ohne Markierung,

ab Punkt 4 mit runden

Plaketten mit

Pfeil. Ab Punkt 5

weiß-rot für den

GR 11.

Wanderkarte

Cap de Creus,

mapa excursionista.

Escala

1:25.000.

Editorial Alpina,

ISBN: 978-

8480906210

Einkehr

u Bar/Restaurant

Cap de Creus

17488 Cadaqués

Telefon 09 72 19 90 05

Am Ende der Welt – an

einem der schönsten Plätze

der Welt. Sehr empfehlenswert

die Paella oder

Zarzuela, und vor allem die

indischen Gerichte.

71


Cadaqués

Der unbestritten schönste Ort an der ganzen

Costa Bra va: das 3 000 Einwohner große Ca da -

qués. Die spätgotische Kirche Santa Maria

mit ihren barocken Altären liegt am höchsten

Punkt des ehemaligen Fischer dorfs. Sie bildet

das Zentrum und weithin sichtbare Wahr zei -

chen von Cadaqués. Umringt von der Altstadt

mit schmalen, im Fischgrätenmuster ge pflas ter -

ten Gassen, die von der geschützten Bucht den

Hang hinaufstreben. Das Bilderbuchdorf im

Naturschutzgebiet Cap de Creus (siehe Sei -

te 64) zieht schon seit Langem Künstler in seinen

Bann. Nachdem Dalí sich im be nachbarten

Port lligat niederließ, kamen Freunde und Kol -

legen in Scharen. André Breton, Gabriel García

Márquez, Luis Buñuel, Marcel Du champ, Max

Ernst, Man Ray und viele andere erlagen der

einzigartigen Ausstrahlung von Cadaqués.

Einkehrtipps: Café/Bar Casino

Plaça Doctor Trèmols (direkt am Hafen)

Telefon 09 72 25 81 37

72


Wunderbares altmodisches Café haus, hier treffen

sich die Einheimischen. Gutes Frühstück,

kleine Tapas und Kuchen. Oder ein Bier direkt

vor der Bar auf der

Hausmauer.

Restaurant

Sa Gambina

C. Riba Nemesi

Llorens (am Port

Doguer, Bild oben

links)

Telefon 09 72 25 81 27

Alteingesessenes

Traditionsrestaurant

mit katalanischen

Fisch spe zialitäten,

super Lage und gutes

menú del día (3-Gang-

Tages menü) für 22 €.

Oficina de Turismo

Carrer d’es Cotxe, 1

(direkt am Hafen)

17488 Cadaqués

Telefon 09 72 25 83 15

Geöffnet: in der Ne -

ben saison Mo. bis Sa.

von 9 bis 13 Uhr und

15 bis 18 Uhr, Mi.-

nach mittag und So.

geschlossen. Im Som -

mer Mo. bis Sa. von

9 bis 21 Uhr, So. 10

bis 13 Uhr und 17 bis

20 Uhr.

Dalís Lieblingsort

Als Kind verbrachte Salvador Dalí viele

Sommer in Cada qués im Haus der Familie

seines Vaters. Er war verzaubert vom

Fischer dorf mit seinen an den Hang ge -

klebten weiß getünchten Häusern und

dem mediterranen Licht. Nach seiner Zeit

in Paris und New York zog es ihn wieder in

die geliebte Heimat zurück. Er kaufte 1930

mehrere kleine Fisch er hütten in Portlligat

bei Cadaqués. In über 40 Jah ren schufen

seine Frau Gala und er nach und nach die

labyrinthartigen Ver bin dungen zwischen

den Zimmern, den In nen höfen und dem

Gar ten. „Eine wahre biologische Struk tur ...

Jedem neuen Im puls in unserem Le ben

entsprach hier eine neue Zelle, ein Raum.“

Salvador Dalí in klassischer Pose: Denkmal des katalanischen

Bildhauers Joaquim Ros i Sabaté am Strand von

Cadaqués.

Dalí-Haus Portlligat

Telefon 09 72 25 10 15

www.salvador-dali.org/museus/portlligat

Geöffnet: 12. Febr. bis 14. Juni und 16. Sept.

bis 8. Jan. 10.30 bis 18 Uhr, 15. Juni bis

15. Sept. 9.30 bis 21 Uhr. Besuch unbedingt

online vorbuchen und die Tickets

eine halbe Stunde vorher abholen. Ohne

Reservierung drohen lange Wartezeiten.

Führungen alle 10 Min. in kleinen Grup -

pen von 8 Personen. Ein tritt 11 €, re -

duziert 8 €, Kinder unter 8 Jahren Ein tritt

frei.

73


Salvador Dalí

Salvador Dalí – ein Genie, ein

Verrückter oder gar ein Rassist?

Am 11. Mai 1904 wurde Salvador Felipe Ja -

cin to Dalí i Domènech in Figueres geboren.

Seine Kindheit im bürgerlichen Elternhaus war

geprägt durch die Strenge des Vaters, eines

renommierten Notars. Sein starker Ordnungs -

sinn und sein ausgeprägtes Bedürfnis nach

Sicher heit stammen wohl aus dieser Zeit. Die

Malerei faszinierte ihn schon als Kind, obwohl

er da noch andere Pläne hatte: „Im Alter von

sechs Jahren wollte ich Köchin werden. Mit sieben

wollte ich Napoleon sein. Und mein Ehr -

geiz ist seither stetig gewachsen.“

Teatre-Museu Dalí

Plaça Gala i Salvador Dalí, 5

17600 Figueres

Telefon 09 72 67 75 00

Ganzjährig geöffnet, montags von

Oktober bis Mai (außer in den Schul -

ferien) geschlossen, letzter Eintritt

45 Min. vor Schließung:

01.01. bis 28.02. 10.30 bis 18 Uhr

01.03. bis 30.06. 9.30 bis 18 Uhr

01.07. bis 30.09. 9 bis 20 Uhr

01.10. bis 31.10. 9.30 bis 18 Uhr

01.11. bis 31.12. 10.30 bis 18 Uhr

Nachtöffnung:

01.08. bis 31.08. 22 bis 1 Uhr

Eintritt 14 €, Kinder unter 8 Jahre frei.

Tickets online: www.salvador-dali.org

In Kursen an der Volkshochschule und im Gym -

nasium wurde Salvadors Talent entdeckt. Da -

raufhin stimmte 1922 der Vater zu, ihn auf die

Academia San Fernando für Malerei und Bild -

hauerei in Madrid zu schicken. Im Stu den ten -

wohn heim lebte er mit Fede rico García Lorca,

dem großen spanischen Ly ri ker, in einem Zim -

mer. Zu einer sexuellen Bezie hung, die Lorca

sich gewünscht habe, kam es nicht. Dalí war,

nach Meinung seiner Au to biografen, homo -

sexuell und begehrte Lor ca sogar, verab scheu -

te aber aus Scham zeitlebens alles Körperliche.

Er pflegte bereits an der Akademie seine Künst -

lerattitüden. Sein späteres Marken zei chen, den

Spazierstock mit goldenem Knauf, hatte er da -

mals schon immer dabei. Dalís Malstil entwi -

ckel te sich vom Impressionismus über Ku bis mus

hin zu ersten surrealistischen The men. 1926

wur de er ohne Abschluss von der Akade mie ver -

wie sen. Er nahm nicht am Examen teil, die Leh -

rer seien unfähig, ihn zu beurteilen.

Eier auf dem Dach, Brötchen an der Wand – das Dalí-Museum

in Figueres ist mit 1,1 Millionen Besuchern (2016) nach dem

Prado das meistbesuchte Museum Spaniens.

74


Surrealismus

Dalí Atomicus, das weltberühmte Foto von Philippe Halsman entstand 1948 aus 28 Einzelbildern.

Dalí ging nach Paris, arbeitete mit seinem

Freund Luis Buñuel am surrealistischen Skan -

dal film L’Âge d’Or und wurde auf Anraten

von Joan Miró Mitglied der Pariser Surrea -

listen-Gruppe um André Breton. Hier lernte

er 1929 die russische Immigrantin Helena, ge -

nannt Gala, kennen und machte sie zu seiner

aus der Sur realis ten-Gruppe. Nach dem Ein -

marsch der Deut schen in Frankreich verließen

Gala und Dalí ihren damaligen Wohnort

Arcachon und gingen in die USA. Der Biograf

Ian Gibson meint „1926 bis 1938 war Dalís

beste Zeit, danach hat er sich wiederholt und

ist zu einem besessenen Showman geworden.“

„Wer interessieren will, muss provozieren.“

Salvador Dalí

Muse und 1934 auch zu seiner Frau. Seine

sexu ellen Obsessionen lebte der „große Mas -

tur bator“ (Dalí über Dalí) in seinen Bildern

und Installationen aus. Gala war es, die den

mitt lerweile sehr erfolgreichen Surrealisten

auch noch stärker in die kommerzielle Ecke

drängte. Avida Dollars wurde Dalí in seiner

Zeit in New York genannt. Ein Anagramm,

erfunden von Breton, der Dalí längst die

Freund schaft gekündigt hatte. „Alle Schwar -

zen müssen als Sklaven gehalten werden“, diese

Äußerung Dalís führte 1937 zum Ausschluss

Nach Kriegs ende wurde Dalí von dem Wunsch

getrieben, in sein Haus in Portlligat zurückzukehren.

Dafür zahlte er einen hohen Preis: Der

Be rufs provo kateur kroch vor dem Faschis ten

Franco zu Kreuze und machte ihm mehrfach

seine Auf wartung. Die Ermordung von fünf

Regime gegnern kommentierte er mit: „Man

müsste noch mehr Leute exekutieren.“ War

Dalí also ein Rassist und Faschist? Immer noch

ein Rät sel. Er ließ offensichtlich zu, dass die Fa -

schisten seine Popularität nutzten. Im Gegen -

zug konnte er unbehelligt arbeiten.

75


Dolmen und Menhire rund um Roses

Überall in Europa findet man Zeugnisse der

Megalithkultur (griechisch: mega = groß,

lit hos = Stein). Archäologische Datierungen

lassen vermuten, dass die Kultur im At lantik -

wenigen Dolmen Skelettteile oder Grabbei ga -

ben gefunden wurden, gibt es auch die Auf -

fas sung, dass einige Dolmen vielleicht von

vorn herein als Kult- oder Versamm lungs stät -

raum ihren Ausgangspunkt hat. Bis heute ist

unklar, wa rum die Men schen um 5 000 vor

Chris tus be gannen, große Bau werke aus Stein

zu errichten. Es ist sehr schwierig, diese Kultur

Dolmen Cista del Llit del General oberhalb von Roses.

zu er grün den, da sie we der nennenswerte Sied -

lungs spu ren noch schrift liche Zeugnisse hinterlassen

hat.

Man nimmt an, dass Dol men (bretonisch:

dol = Tisch, men = Stein) zunächst Bestat tungs -

zwecken dienten, wobei derart aufwendige

Bau ten wohl ausschließlich hochrangigen Per -

sonen vorbehalten waren. Da aber nur in sehr

76

ten kon zipiert waren. Dolmen bestehen in der

Regel aus senkrecht stehenden Stein platten,

auf denen eine oder mehrere große Platten

auf liegen. Ursprünglich waren diese Stein -

tische komplett mit Erde

bedeckt, doch die meisten

von ihnen sind heute freigelegt,

so dass nur noch

die Steine übrig blieben.

Es stellt sich die Frage, wie

Menschen ohne große

tech nische Hilfsmittel Ge -

wichte von mehreren Ton -

nen aufeinanderschichten

konnten. Feld ver suche von

Archäologen haben je -

doch ge zeigt, dass es

durchaus möglich ist, mit

einfachen Mitteln einen

Dolmen zu errichten. Dol -

men sind die zahlenmäßig

häufigsten Bau werke der

Megalithkultur. In der Re -

gion Roussillon auf fran -

zösischer und im Alt Em -

por dà auf spanischer Sei te

fand man bisher 112 Dol -

men und 19 Menhire.

Menhir ist eine bretonische Be zeich nung für

einen aufgerichteten Mono lithen und be -

deutet „langer Stein“, im deutschen Sprach -

raum vol ks tümlich auch „Hinkel stein” ge -

nannt.

Menhir de la Casa Cremada mit Blick auf die

Bucht von Roses.


Küstenweg von Argelès-sur-Mer bis Roses

Sentier Littoral, Camí de Ronda

Küstenweg heißt auf französisch

Sentier Littoral, auf katalanisch

Camí de Ronda und auf spanisch

(kastilisch) Camino de Ronda. Die Küs -

tenpfade ent lang der Mit tel meerküste

wurden von Fischern seit vielen Jahr -

hunderten ge nutzt, um Buch ten und

Dörfer auf dem Land weg zu er reichen.


Ab Mitte des Argelès-sur-Mer

19. Jahr hun derts Collioure

er kannte der Zoll

Port Vendres

den Wert der Wege,

um nach Schmugg lern

Banyuls-sur-Mer

Aus schau zu halten. Die zerklüftete

und damals noch sehr

einsame Küste mit ihren vielen

versteckten Buchten bot sich für

den Schmuggel geradezu an.

Während der Dämmerung oder

nachts näherten sich die großen

internationalen Han dels schiffe

der Küste. Sie legten in keinem

der Häfen an, sondern verringerten

nur ihre Geschwindig keit, um

einige Kisten oder Fässer mit Schmug -

gelware an Fischerboote zu über -

geben. Die Waren wurden an -

schließend in den zahlreichen

kleinen Buchten oder Höhlen der

Küste versteckt. Von dort be för -

derte man sie zu einem bereitstehenden

Lastwagen und dann zu den

Cerbère

Portbou

Colera

Llançà

Zwischen händlern und Märkten auf dem

Festland. Die Blütezeit des Schmuggels

be gann nach dem Zweiten Weltkrieg und

dauerte bis etwa 1958 an. Viele Produkte

wa ren damals entweder rationiert, be -

grenzt ver fügbar oder verboten.

12 Etappen

Traumküste

Diese länderübergreifende

Strecken -

wan derung führt in 12 Etappen vom

südlichsten Teil der französischen Mit -

telmeerküste bis zum Ende des Na tur -

parks Cap de Creus in Spanien. Die ka -

ta lanische Küste – in Frankreich Côte

Ver meille, in Spanien Costa Brava ge -

nannt – ist kulturell und geschichtlich

El Port de la Selva seit vielen Jahrhunder ten

eine Einheit. In beiden

Cap de Creus Teilen wird katalanisch ge -

sprochen und man nennt

Cadaqués den französischen Teil auch

Pays Catalan oder Cata -

lunya del Nord. Landschaft -

Platja de lich sind sie von den Aus läu -

Jóncols fern der Pyrenä en geprägt, die

am Cap de Creus ihren un -

vergleichlichen Abschluss finden.

In Frankreich sind die Küstenwege

gelb markiert, in Spanien folgen sie

vielfach der weiß-roten Markierung

des GR 92.

Roses

Mit dem Nachlassen des Schmug -

gels und der moderneren Aus -

stat tung des Zolls gerieten die

Küs ten wege etwas in Vergessen heit. Erst

mit Beginn des Tou rismus An fang der

1970er-Jahre wurde der ein oder andere

Pfad wieder instand gesetzt, um neue

Bade buchten zu erschließen. Nach und

nach entwickelte sich daraus ein dichtes

Netz von Küstenpfaden, so wie wir es

heute kennen. Einige der früheren Wege

sind allerdings ein Opfer des Baubooms

für Ferienhäuser und Hotels geworden.

Rund um die Ortschaften führen die Wan -

derwege nun gelegentlich durch die Ber -

ge oder ein Stück die Küstenstraße ent -

lang.

Nur selten gibt es etwas schwierigere Passagen, wie hier

zwischen Colera und Llançà. Im Zweifel besser Schuhe und

Strümpfe ausziehen ...

85


Tour 11 Von Argelès-sur-Mer nach Collioure

Start am Office de

1 42°33'12.01"N 3°2'39.72"E

Tou risme.

Anfahrt mit dem 1-Euro-Bus, Linie 400 bis

zur Haltestelle Office de Tou risme. Vom

Bahnhof sind es 30 Min. Fuß weg zum Aus -

gangspunkt.

Von der Touristen-Information die Straße ein

Stück Richtung Collioure gehen und am nächs -

ten Kreisverkehr (Bushaltestelle) nach links zur

Strandpromenade. Dann nach rechts am

Plage des Pins entlang eleganter Villen (Cha -

lets), die hier zu Be ginn des 19. Jahr hun derts

1

2

3

4

86

von reichen Fa mi -

2 Villenviertel Argelès

lien erbaut wurden.

An ei nem Wanderwegweiser folgt man

der Ausschilderung und der gelben Mar -

kierung Richtung Port Argelès und Collioure.

Am Ende der Promenade nach rechts und di -

rekt nach links auf einer Fußgängerbrücke den

Fluss La Massana überqueren. Nach links und

wieder rechts geht

3 Jachthafen

man nun am Ha -

fen becken, einigen Fischer- und Ausflugs -

booten und vielen Restaurants und Ge schäf -


2,5 Stunden

8,3 km • 70 HM

60

40

20

0

m

Le Racou


1 2 3 4 5 6 7 km

Plage de l’Ouille an der Mündung des Flusses El Ravaner.

ten entlang zum Jachthafen (siehe Sei te 20). Am Ende der Hafen -

mole ein Stück nach links und einige Trep penstufen hochsteigen.

Den erreichten Parkplatz überqueren und auf der gegenüber lie -

genden Seite 50 m nach links gehen und links in den Fußgänger -

weg einbiegen. Am eingezäunten Hafen ge lände ent lang und wieder

links der gelben Markierung Richtung Strand folgen (nicht

rechts den schmalen Pfad nehmen). An der nächsten Stra ße nach

rechts, vorbei an der Bushaltestelle Port Argelès und 200 m

danach links zum Sandstrand von Le Racou abbiegen. Weiter nach

rechts bis fast zum Beginn der Fels enküste wandern. Vor den letzten

Häusern nach rechts zum Kreisverkehr und links aufwärts die

kleine Straße nehmen, ausgeschildert mit Collioure 3,5 km. Kräftig

an steigen und vor einem Tor rechts die Treppenstufen weiter hin -

auf. Am nächs ten Querweg nach links abwärts und wieder links zum

Wan der wegweiser gehen. Auf dem zweiten Weg nach rechts durch

eine kleine Bucht und erneut ansteigen. Auf schmalem Pfad gelangt

man über Trep pen stufen hinunter in eine größere Bucht mit

Kiesstrand. Am Ende, neben einem Gebäude, im Fels über Stufen

hinauf und leicht links halten. 250 m später muss man den Küsten -

weg wegen éboulement (Bergrutsch) nach rechts verlassen. An

einer Straße nach links und zwischen

4 Umgehung

Campingplatz und dem Fluss El Ravaner

entlang. Am Plage de l’Ouille angelangt, steigt man rechts, zu -

nächst über Treppenstufen, kräftig bergauf und folgt der gelben

Mar kierung. Der schmale Pfad zieht sich leicht abwärts und steigt

bald über Holzstufen und

einen gut gesicherten Weg

an. 300 m weiter erreicht

man das militärisch ge nutzte

und abgesperrte Fort Mira -

dou. Es geht rechts zum

Parkplatz und zur Straße,

der man nach links abwärts

bis zum Kreisverkehr folgt.

Hier nach links wieder berg -

an gelangt man in die malerischen

Gas sen von Col -

lioure, die hinunter zur

Bucht führen.

Blick auf den 2 785 m hohen,

schneebedeckten Pic du Canigou.

87

Schwierigkeitsgrad

u Leicht

u Ab Punkt 4 ist der

Sentier Littoral bis zum

Plage de l’Ouille wegen

eines Bergrutsches gesperrt.

Wegmarkierung

Durchgängig

gelb markiert.

Wanderkarte

2549OT Banyuls,

topografische

Wanderkarte

1:25 000,

EAN/ISBN:

3282112549043

Wanderführer

u Küstenwan -

der führer von

Argèles bis

Cerbère, erhält -

lich für 4 € in

jedem Office

de Tourisme.

Einkehr

u Restaurant

Le bleu Marine

Quai Vasco de Gama

66700 Argelès-sur-Mer

Telefon 04 68 81 57 40

Ganzjährig

geöffnet,

hebt sich

sehr positiv

vom sonst

eher touristisch geprägten

Angebot am Jachthafen ab.


Tour 15 Von Cerbère über die spanische Grenze

Der Weg beginnt

1 42°26'29.14"N 3°9'54.78"E

an der Uferprome -

nade. Anfahrt mit dem 1-Euro-Bus, Linie

400 bis zur Haltestelle an der Mairie

und dem Office de Tou risme. Vom

Bahnhof sind es 5 Min. Fuß weg.

98

1

5 4

3

2

Die D 914 Richtung spanische Gren -

ze etwas über 1 km ansteigen. Auf

der Höhe, gegenüber dem Fried -

hof, führen bei einer Parkbank

Trep penstufen nach links zu einem

Pfad hinunter. Diesem zur Küste

und nach rechts zum Solar leucht -

turm von Cerbère folgen. Von hier

hat man bereits eine fantastische

2 Fernblicke

Aussicht

auf den

Beginn der Costa Brava und das

Cap de Creus. Am Leucht turm

nach rechts über einige Stufen

Richtung Sendemast an steigen,

ausgeschildert mit Puig Cer vera,

frontière avec l’Espagne 1 km.

Hinter dem Mast nach links, ein

kurzes Stück leicht abwärtsge hen.

Die gelbe Mar kierung fehlt im

folgenden Verlauf häufig oder ist

schwer zu finden. Der Pfad steigt

nun 500 m steil an, bis nach rechts der Anfang

eines breiteren Fahrwegs zu erkennen ist, der

auch zum Coll dels

3 Geradeaus zur Grenze

Belitres führt. Span -

nender ist jedoch der schmale Pfad entlang

der Grenz linie. Es geht also noch ein Stück wei-


ter geradeaus aufwärts. Vor einer ehemaligen Bunkeranlage er -

reicht man die hier nicht gekennzeichnete spanische Grenze und

hält sich auf dem Pfad nach rechts. Der Weg verläuft auf der

Grenzlinie mit tollen Fernblicken auf Port bou und Cerbère mit ihren

gigantischen Eisenbahnanlagen. Kurz vor einem Sendemast befindet

sich nach links der unscheinbare Ab -

4 Abzweig Küstenweg

zweig zum Alter nativ weg (siehe Sei ten

100/101, Achtung: nur für geübte Wanderer mit etwas Klet ter -

erfahrung!). Der einfachere und auch sehr schöne Weg verläuft

unterhalb des Funkmastes, dann etwas abwärts und 300 m weiter

auf schmalem Pfad nach links bis zum Coll dels Belitres. Unter halb

des Passes liegt die ehemalige, heute ungenutzte Grenz station.

2 Stunden

5,1 km • 280 HM

300

200

100

0

m

Coll dels Belitres


1 2 3 4 km

Schwierigkeitsgrad

u Mittelschwer

u Steiler, aber unproblematischer

Anstieg ab dem

Leuchtturm von Cerbère.

Wegmarkierung

Teils gelb markiert,

vielfach

unmarkiert.

Wanderkarte

Bis zur Grenze:

2549OT Banyuls,

topografische

Wanderkarte

1:25 000,

EAN/ISBN:

3282112549043.

Auf der spanischen Seite:

opentopomap.org

Er innerung an die Retirada. 1939 mussten Zigtausende Spanier über den Coll dels Beli tres

ins vermeintlich sichere Frankreich fliehen (siehe Seiten 22/23).

Man überquert nach halb links die Stra -

ße und steigt nach rechts zum Me - 5 Retirada-Gedenkstätte

morial de L’exili an. Von dort zweigt nach links ein Pfad ab, ausge -

schil dert mit Port bou 30 Min., über den man 500 m später ein

Haus erreicht und auf der Zufahrtsrampe hinab zur Straße gelangt.

Diese nach rechts zwischen Häusern hindurch, bis man bei einem

De fibrillator einen Ab zweig nach links nimmt. Über Treppen und

durch eine Unterführung geht es hinab zur Strandpromenade.

Wanderführer

u Im Office de Tourisme

erhält man kostenlos eine

Beschreibung von sieben

Wander ungen rund um

Cerbère.

Einkehr

u Restaurants in Port -

bou siehe nächste Seite.

Sehenswert

u Passagen – Memorial

Walter Benjamin

Man folgt noch ein Stück

dem GR 92 und dann der

Aus schilderung nach links.

Informationen Seite 57.


Tour 19 Von El Port de la Selva zum Cap de Creus

Start am Hafen von

1 42°20'8.74"N 3°12'9.45"E

El Port de la Selva.

Busverbindungen siehe unter compras.

moventis.es/de.

Von der Strandpro me nade geht es etwa 1 km

am Fischerhaf en entlang, bis oberhalb des

Parkplatzes an der Hafen mole Moll Gros bei

der Platja del Pas. Der Straße nach rechts weiter

mit der weiß-roten Mar kierung für den

GR 11 folgen (oder als Variante am Ufer entlang,

siehe Tour 8, Seiten 66/67). Noch um eine

Rechtskurve herum und dann am nächsten

Abzweig nach rechts auf wärts abbiegen. Nun

fast 1 km kräftig

2 Abzweig nach links

an steigen, bis links

ein breiter Schotterweg abzweigt, auch als

Zugang zum Na tur schutzge biet Parc Natural

Cap de Creus gekennzeichnet. Auf diesem

aufwärts und in einer scharfen Rechts kurve

des Fahrwegs geradeaus weitergehen, ausgeschildert

zur Ruine der Kirche Sant Baldiri

und nach Cadaqués. Der Weg führt unterhalb

der ehemaligen Hofanlage Mas d’en Puignau

entlang. Den links abzweigenden, gelb markierten

Pfad nicht nehmen. Auf der Höhe an

einem Ab zweig ge radeaus weiter und über

eine im Boden eingelassene Kuh sperre hin -

weg, kurz darauf rechts halten. 20 m später

den Weg ganz links leicht abwärts nehmen. In

einer scharfen Rechtskurve ge rade aus der

Ausschilderung Sant Baldiri folgen. Neben

der weiß-roten sind jetzt auch eine grün-rote

und eine gelbe Markier ung zu sehen. Man

kreuzt einen Fahrweg und folgt nach wie vor

1 2

3

4

5

110


5 Stunden

16 km • 450 HM

200

100

Sant Baldiri


Far de Cap de Creus


0

m

2 4 6 8 10 12 14 km

Schwierigkeitsgrad

u Mittelschwer

u Das letzte Stück zum Cap

de Creus schwer mit einer

kurzen ausgesetzten Stelle.

Wegmarkierung

Durchgängig

weiß-rot für

den GR 11 markiert.

6

7

111


Fortsetzung Tour 19 Zum Cap de Creus

der Aus schil derung

3 Picknickplatz

für den GR 11 bis

zur Kir che Sant Baldiri (siehe Randleiste

rechts) mit schönem Picknickplatz. Bald darauf

nach rechts über den Pfad wieder ansteigen,

112

Rich tung Far de Cap de Creus. Der Pfad führt

zwischen Trockenmauern hinunter in ein kleines

Bachtal und steigt auf der anderen Seite

kräftig bis zu einem breiteren Fahrweg an.

Hier ein kurzes Stück nach links und direkt

nach rechts auf der Piste dem Wander weg -

weiser nach Cadaqués folgen (nach links ist

eine schöne Al ter -

4 Variante zur Badebucht

nativ route über die

Cala Tavallera mög lich, etwa 1,8 km zusätzliche

Wegstrecke).

Ohne Variante kommt man nach 300 m am

verlassenen Bauernhof Mas Vell vorbei und

hält sich geradeaus und anschließend um eine

Linkskurve herum. 0,5 km später gelangt man

zu einer Freifläche und nimmt den schmalen

Pfad nach scharf links abwärts über die

Felsen. Der Weg zieht sich jetzt wunderschön

hinunter zum Tal des meist ausgetrockneten

Rec de Tavallera. Von hier etwas aufwärts

und dann noch durch ein Seitenbachtal verläuft

der Pfad bald sehr steil in Ser pen tinen

nach oben. Auf breiterem Weg geht es nun

durch Heidekraut, wilden Rosmarin und kleine

Kiefern. Kurz nachdem man freie Sicht auf das

offene Meer bekommen hat, scharf links ab -

biegen (nicht weiter geradeaus). Der Pfad

führt bis an einen breiten Querweg mit dem

markanten Wegweiser mit Kuhschädel

(siehe Seite 5). Von

5 Mögliche Abkürzung

dort aus kann man

nach rechts in 2 Stun den nach Ca da qués ge -

langen. Zum beeindruckenden Cap de Creus

geht es jedoch nach links und kurz darauf

nach rechts auf dem hier zusätzlich gelb markierten

Fahrweg. An Abzweigen vorbei, um

eine Rechts kurve herum und durch eine Ab -

sper rung für Fahrzeuge hindurch. Auf der

Höhe hat man dann das erste Mal freie Sicht

auf den in der Ferne liegenden Far de Cap de

Creus. Man läuft nun fast 2 km auf breitem

Weg, bis man in einer Talsenke an einem Haus

vorbeikommt. Kurz darauf, am Wander weg -

weiser, die Piste verlassen und geradeaus auf

einem schmalen Pfad Richtung Leuchtturm

wandern. Die letzte Stunde bis zum Cap erfordert

et was Orientierungssinn, immer sehr

genau nach der weiß-roten Markierung

suchen. Der Weg zieht sich aufwärts und man

ist der Zu fahrtsstraße zum Cap schon recht

nahe. Ei nen Querweg kreuzen und geradeaus

weiterge hen, die rot-weiße Markierung ist

erst et was weiter hinten zu finden. Wenig später

am nächs ten kleinen Quer weg links ab -

biegen und 50 m darauf nach scharf rechts

ansteigen. Der Pfad erstreckt sich leicht ab -

wärts durch ein verwachsenes und nach Regen

sumpfiges Gebiet. Hier rechts ab biegen und

zur Straße ansteigen. Diese überqueren und

direkt gegenüber auf schmalem Pfad weitergehen,

bis man wieder die Straße er reicht.

Wenige Meter nach unten nimmt man den

zweiten, breiteren Weg nach rechts. An zwei

Abzweigen vorbei, geradeaus halten und wenn


Wanderkarte

Cap de Creus,

mapa excursionista.

Escala

1:25.000.

Editorial Alpina,

ISBN: 978-

8480906210

Einkehr

u Bar/Restaurant

Cap de Creus

17488 Cadaqués

Telefon 09 72 19 90 05

Der Wind gibt die Richtung vor, die Kraft der Tramuntana ist unglaublich.

man sich der Straße etwas näh ert, rechts halten. An den nächsten

beiden Querwegen jeweils rechts gehen. Über sehr felsiges Gelände

abwärts bis zur Straße (von dieser nach

6 Anschluss zu Tour 9

links kann man die wun der schöne Wan -

der tour 9 anschließen, Seiten 70/71). Danach rechts auf schmalem

Pfad weiter bis zu einem hochmoorartigen Teich. Der Weg biegt

nach links und direkt wieder scharf rechts ab. Die Wan derung führt

fast bis zur Straße, dann aber nach rechts von ihr weg. In einer

Linkskurve trifft man wieder auf die Straße und läuft diese 30 m

hinunter. Kurz nach Ende der Leitplanke nach rechts den steilen

Pfad durch viel Geröll absteigen. Unten kommt ein Querweg, der

Camí Antic al Cap de Creus, den man bei der nächsten Etappe

(Seiten 114/115) nach Cadaqués nimmt. Jetzt aber erst mal nach

links Richtung Leuchtturm wandern und nach rechts herum auf

dem unteren Weg steil zur Straße ansteigen. Die Straße nach rechts

fast um die Linkskurve herum und anschließend nach rechts auf

befestigtem Pfad zum Far de Cap de Creus hinauf.

Der GR 11 führt auf 820 km vom Cabo

Higuer am Atlantik bis zum Cap de

Creus am Mittelmeer. Vom Leuchtturm aus bieten die letzten 600 m

bis zum Cap eine faszinierende, von der Erosion geschaffene Ge -

steins landschaft. Man umrundet den Leuchtturm nach rechts bis

zum Beginn der Straße. Nach einigen Metern kommt ein Wan -

derwegweiser nach rechts zur Punta de Cap de Creus, Weg 15.

Nicht immer ist ein Weg zu erkennen, noch seltener eine Mar -

kierung. Hier nun möglichst geradeaus absteigen, vorbei am ersten

Weg weiser bis zum zweiten, schon recht nah am Cap. Man sieht vor

sich einen großen Felsen, auf der rechten Seite führt ein schmaler,

etwas ausgesetzter Pfad um den Felsen her -

um nach vorne zum Cap, fantastisch!

Weiter nach Cadaqués mit Tour 20,

Seiten 114/115 oder mit dem Taxi (25–30 €):

Telefon Olé Taxi 06 26 52 68 32

oder Taxi Pepe 06 06 06 70 15.

7 Abstecher zum Cap

113

Am Ende der Welt – an

einem der schönsten Plätze

der Welt. Sehr empfehlenswert

die Paella oder

Zarzuela und vor allem die

indischen Gerichte.

Unterwegs

u Sant Baldiri

de Taballera

Bei Punkt 3 kommt man an

der Ruine der romanischen

Kirche Sant Baldiri vorbei.

Im Jahr 974 wird sie erstmalig

urkundlich erwähnt. Im

16. Jahrhundert kam ein

Wehr turm zum Schutz vor

Piratenangriffen hinzu.

u Wildschweinjagd

In Spanien und Frankreich

wird zwischen Oktober und

April, vorwiegend am

Wochenende, gerne gejagt.

Etwas Vorsicht und rote

Kleidung ist angebracht ...


G i r o n a

Die Provinzhauptstadt Kataloniens mit knapp

100 000 Einwohnern gehört mit seiner mittelalterlichen

Innenstadt, den bunten Häusern

und der begehbaren Stadt mauer zu ei nem

der schönsten Ausflugsziele der Region. Zwei

Flüsse prägen Girona, der Ríu Onyar (siehe

Bild unten) und der Ríu Ter, der südlich von

L’Estartit ins Mittelmeer mündet. Der Ríu On -

yar teilt die Innenstadt in die Alt stadt Barri

Vell und die Neu stadt Mercadal. Auf einer

Achse zur rechten Fluss seite des On yar verläuft

die Rambla de la Lliber tat: am Abend mit

ihren zahlreichen Cafés, Bars und Restaurants

das pulsierende Zentrum der Stadt. Viele

Brücken, darunter die berühmte rote Stahl -

brücke von Gustave Eiffel, führen von der Alt -

stadt in die neueren Stadt viertel. Hier ist die

Plaça de la Indepen dèn cia ein an gesagter

Bild unten und rechts: Zwei Wahrzeichen von Girona, die

alles beherrschende Kathedrale Santa María und die Brücke

Pont de les Peixateries Velles (Brücke der alten Fisch -

geschäfte), die 1876 von Gustave Eiffel erbaut wurde.

124


Unbedingt ansehen:

abendlicher Treffpunkt wie auch im Sommer die

vielen Bars im größten Park von Girona, dem

Par c de la Devesa am Ufer des Ríu Ter.

Dienstags und samstags

findet vormittags

ein schöner Markt am

Passeig de la Deve -

sa statt.

Oficina de Turismo

Rambla de la

Llibertat, 1

17004 Girona

Telefon 09 72 22 65 75

Geöffnet: Mo. bis Fr.

9 bis 20 Uhr (in der

Nebensaison nur bis

19 Uhr), Sa. 9 bis 14

und 16 bis 20 Uhr

(oder 19 Uhr), So. und

Feiertag 9 bis 14 Uhr.

Für Reservierungen

(auch telefonisch) von

Theater, Konzer ten,

Veranstaltungen und

geführten Stadtbe -

sich tigungen:

Oficina de Turismo

Carrer Berenguer

Carnicer, 3

17001 Girona,

Telefon 09 72 21 16 78

Girona Free Wi-Fi

166 Hotspots

Die Kathedrale Santa María

90 Stufen führen vom Vorplatz hinauf zu

der imposanten Kathedrale. Mit für da -

malige Zeit unvorstellbaren 51 m Länge,

23 m Breite und einer Höhe von eben falls

23 m hat sie das größte gotische Gewöl -

be der Welt. Der Bau wurde im 11. Jahr -

hun dert begonnen und erst im 18. Jahr hun -

dert abgeschlossen, es finden sich romanische,

gotische und barocke Einflüsse. Das

Museum der Kathedrale birgt einen be -

sonderen Schatz: den Wandteppich Tapís

de la Creació aus dem 12. Jahrhundert,

der die Schöpfungsgeschichte darstellt.

Begehbare Stadtmauer

Hinter der Kathedrale gelangt man zur

hervorragend erhaltenen Stadtmauer von

Girona, deren Anfänge auf die Römerzeit

zurückgehen. Sie ist tagsüber für die Öf -

fentlichkeit zugänglich und ein Rund gang

über den Passeig de la Muralla mit fantastischem

Blick über die Altstadt ge hört

zum Highlight eines Girona-Besuchs.

Die Kirche Sant Feliu

Die Kirche aus dem 13. und 14. Jahr hun -

dert „verdankt“ ihr ungewöhnliches Aus -

sehen einem Blitzschlag, der die Spitze des

Glockenturms hinweggefegt hat.

Die arabischen Bäder

Die Banys Àrabs wurden während des 12.

und 13. Jahrhunderts im Stil muslimischer

Bade häu ser errichtet. Die Architektur der

ro manischen Bau werke folgte dem damaligen

Zeitgeist. Mit ihren beeindruck en -

den Lichtkuppeln sind es die besterhaltenen

Bäder Kataloniens.

Jüdisches Viertel und Museum

Im Mittelalter war die jüdische Gemeinde

in Girona mit über 700 Personen nach Bar -

celona die zweitgrößte in Nordost spanien.

In El Call, dem ehemaligen jüdischen

Viertel, gibt es das kleine, aber sehenswerte

Museu d’Història dels Jueus zur jüdischen

Geschichte.

125


Uli Frings

Seit 1985 bereist der gebürtige Bonner Uli Frings immer wieder Süd -

frank reich, vor allem die Ardèche-Region. Über 20 Jahre leitet er in

Bonn eine Werbe- und Internetagentur. Im Jahr 2006 macht er seine

Leiden schaft, Wandern und Kochen, auch zu seinem Beruf. Uli veranstaltet

Wanderreisen in Südfrankreich und lebt seit 2009 in einem kleinen

Berg dorf der Ardèche. Weitere Wander- und Reiseführer von Uli Frings

zur Ardèche und Marseille (siehe Seite 51) sind im Buchhandel oder

versandkostenfrei unter www.ardechereisen.de erhältlich.

Ardèche-Gruppenreise:

Neben den Individual wan -

derungen veranstaltet

Ardèchereisen auch Grup -

pen reisen. Zu Termi nen im

Frühjahr, Herbst und an

Silvester bietet Uli eine

Woche mit 6 geführten

Wande rungen an. Dazu

besuchen wir Biobauern,

machen einen Ausflug zu

den Gorges de l’Ardèche

und besichtigen die Nach bil -

dung der Grotte Chauvet

mit den ältesten Höhlen -

zeich nung en der Welt.

Verpflegung und Wein sind

im Preis enthalten. Abends

kocht Uli Mehr gang menüs

mit leckeren Spezialitäten

aus der Ardèche-Region.

Mit 6--12 Teilnehmern sind

die Gruppen angenehm

klein. 8 Tage mit 7 Übernachtungen

kosten im

Doppel zimmer 670 € je

Person. Alle Infos unter

www.ardechereisen.de

Streckenrundwanderung

„Die wilden mediterranen

Berge der Ardèche“

Ardèchereisen bietet eine wunderschöne 8-tägige individuelle

Strecken wan der ung an, eine Kombination aus den schönsten

Abschnitten der Tour du Tanargue und des GR Le Cévenol. Die

Wanderungen sind so zusammengestellt, dass die Tages etap -

pen 3,5--5 Stun den betragen und damit für jeden mit etwas

Wan dererfahrung gut zu laufen sind. Das Gepäck wird transportiert,

sodass Sie bequem mit einem Tages ruck sack wandern

können. Jeden Abend erwarten Sie erstklassige Un ter künfte

mit guten Menüs aus der vielfältigen Küche der Ardèche.

Preis im Doppelzimmer ab 675 € je Person.

Alle Infos unter: www.individuell-wandern.de

Ardèche reisen ist Mitglied im Verband

ForumAndersReisen. Die Mitglieder streben

eine nachhaltige Touris mus form

an, die langfristig ökologisch tragbar,

wirtschaft lich machbar sowie ethisch und

sozial gerecht ist. Ardèche reisen ist darüber

hinaus CSR-Tourism-certified.

www.forumandersreisen.de und www.tourcert.org

131


Fisch und Meeresfrüchte

Kleines Fischlexikon französisch/spanisch/katalanisch

Poisson/pescado/peix (Fisch)

anchois/anchoa/anxova Sardelle

bar (loup de mer)/lubina/llobarro

Seewolf, Wolfsbarsch

brelot, brème/pagel/espàrid

Meerbrasse

brochet/lucio/lluç de riu Hecht

cabillaud/bacalao/bacallà

Kabeljau, Dorsch

camard, grondin/trigla/gallineta

Knurrhahn

capelan/faneca menor/bacallà pobres

Zwergdorsch

colin, merlu/merluza/lluç de mar

Seehecht

Seeteufel sieht schrecklich aus, ist aber einer der leckersten

(und teuersten) Mittelmeerfische. Mit seinem festen weißen

Fleisch ist der Knorpelfisch eine leicht zuzubereitende und

praktisch grätenfreie Delikatesse.

132

congre/congrio/congre Meeraal

dorade rose/pagel/espàrid

Meerbrasse

dorade royal/dorada/orada

Dorade (Goldbrasse)

églefin/eglefino/eglefí Schellfisch

empereur, espadon/pez espada, emperador/peix

espasa Schwertfisch

flet/platija/palaia Flunder

flétan/halibut/halibut Heilbutt

grélin/abadejo/salmó Seelachs

hareng/arenque/arengada Hering

lieu jaune/abadejo/abadejo

Pollack, kabeljauähnlich

lotte/rape/rap

Seeteufel,

Anglerfisch

maquereau/caballa/verat, cavalla

Makrele

merlan/pescadilla/lluça, merlà

Merlan (junger Seehecht)

morue/bacalao/bacallà sec

Stockfisch

perche/perca/perca Barsch

plie, carrelet/solla, platija/palaia anglesa

Scholle, Goldbutt

raie/raya/rajada Rochen

requin/tiburón/tauró Hai

rouget/trilla/roger, barb

(Rote) Meerbarbe

sardine/sardina/sardina Sardine

saumon/salmón/salmó Lachs

sole/lenguado/llenguado, sola

Seezunge

thon/bonito, atún/tonyina Thunfisch

turbot/rodaballo/turbot Steinbutt


Register

Register

Adrià, Ferran 119

Aiguamolls 120–123

Aktuelle Änderungen 4

Albères 20, 46, 54, 55

Alt Empordà 10

Anchovis 26, 27

Anreise 6, 7

Anse de Paulilles 33, 90, 91

App Walter-Benjamin-Weg

43

Aquarium 50

Arabische Bäder 125

Ardèchereisen 51, 131

Arendt, Hannah 57

Argelès-sur-Mer 20–23,

86, 87

Art déco 52

Art nouveau 92

Art-Park Colera 58, 103

atmosfair 6

Auberge siehe Restaurants

Ausflugsboote 9

Ausflugstipps 13, 120–125

Ausrüstung 138

Autonomie 14, 15

Azéma, Vincent 35, 42

Badia de Guillola 115

Bahn 6, 9, 52, 56

Baille, Léon 53

Baldiri 110, 113, 115

Banys Àrabs 125

Banyuls-sur-Mer 32–37,

42–50, 92–95

Barraca 37, 78, 79

Barri Vell Girona 124

Bars siehe Restaurants

Belvédère du Rayon Vert 53

Benjamin, Walter 38–45,

56, 57, 99, 102

Biarnés, Nicole 80, 82, 120

Braque, Georges 29

Breker, Arno 35

Breton, André 72, 75

Buñuel, Luis 72, 75

Bus 8

Cadaqués 72, 73, 114–117

Cafés siehe Restaurants

Cala Bramant 107

Cala Fornells 67

Cala Jóncols 116–119

Cala Montjoi 118, 119

Cala Tamariua 67

136

Cala Tavallera 112

Camí Antic al Cap de Creus

113, 115

Camí de Ronda 84

Camino de Ronda 84

Camp d’Argelès 23

Camp de Concentration 23

Campo Santo 17

Canigou 31, 66, 87

Cap de Creus 4, 5, 10, 64, 70,

71, 85, 110–115

Cap de la Vella 95

Cap Gros 88

Cap Ras 106, 107

Capitelle 37, 78

Casals, Pau 15

Castell de la Trinitat 119

Castelló d’Empúries 123

Castillet 17

Catalunya del Nord 85

Cave l’Etoile 34

Ceballos Betancur, Karin

38, 41

Celler Hugas de Batlle 59

Cellier des Dominicains 88

Cerbère 46–50, 52–55,

98–101

Cevennen 51, 131

Cézanne, Paul 28, 29

Chapelle Notre-Dame de la

Salette 36, 37

Château de Valmy 21

Château Royal 27, 30, 88

Chemin Walter Benjamin

35, 43

Club Méditerranée 70

CO2 2, 6

Colera 58, 59, 102–107

Coll de Frare 102, 103

Coll de Molló 30

Coll de Pere Carnera 33

Coll de Rumpissar 44

Coll del Bast 42, 43

Coll del Mitg 32

Coll del Perer 62, 63

Coll dels Belitres 54, 99

Coll dels Gascons 36, 37

Collioure 26–31, 86–89

Coma Fredosa 59

Costa Brava 10, 56–79,

98–119

Côte Vermeille 10, 16–55,

86–101

Cova de les Rates 101

Cova del Pirata 101

Creus 4, 5, 10, 64, 70, 71,

85, 110–115

CSR-Tourism-certified 131

Dalí, Salvador 16, 17, 70, 73,

74, 75, 115

Département Pyré nées-

Orientales 10

Derain, André 28, 29

Dolmen 63, 76, 78, 79

Duchamp, Marcel 72

Dufy, Raoul 29

Dynamit(fabrik) 90, 91

Eiffel, Gustave 52, 56, 59,

124, 125

Eisenbahn 6, 9, 52, 56

El Call 125

El Cortalet 123

El Faro de S’Arenella

64, 109

El Port de la Selva 64–67,

108–111

Emergency Rescue

Committee 41

Empordà 10

Ermita de Sant Baldiri 115

Ermitage Notre-Dame de

Consolation 30, 31

Ernst, Max 72

Eurolines 6

Exil 21, 23

Far de Cap de Creus 70, 112,

113

Far de Roses 119

Faro de S’Arenella 64, 109

Fauvismus 28, 29

Fernreisebus 6

Figueres 6, 9, 10, 74

Figueres, Marc-André de

27, 31

Fischen 80–83

Fittko, Lisa 38–45, 57

FKK-Strand 67, 107

Flora und Fauna 46–50,

120–123

Flucht, Flüchtlinge 22, 23,

38–45, 54, 99

Flughafen 6, 7

Font del Bana 40

Fort Dugommier 31

Fort Mauresque 88, 89

Fort Miradou 86, 87

Fort Saint-Elme 30, 31

Forum Anders Reisen 131

Franco, General 14, 15,

22, 23

Französisch 132, 133, 139


Register

Freibeuter-Reisen 82, 123

Frings, Uli 131

Fry, Varian M. 41

Gala (Dalí) 75

Garbi 11

Gare 6, 9, 52, 56

Gare de Perpignan 17

Gauguin, Paul 28

Gay-friendly 57

Girona 10, 124, 125

Gogh, Vincent van 28

Gorges de l’Ardèche 131

GPS-Tracks 4

GR 10 36, 37

GR 11 62, 63, 70, 71,

110–115

GR 92 58, 59, 62, 63,102,

103, 106–109,

116–119

Gran Recorregut 140

Gran Recorrido 140

Grande Randonnée 140

Gregal 11

Grenze 40, 43, 44, 52

Grotte Chauvet 131

Gruppenreise 131

Guardiola, Joan Torras í 56

Hitler, Adolf 14, 15

Höhenmeter (HM) 4

Homeyer, Michael 46, 50

Hotels

Hôtel Belvédère du Rayon

Vert 53

Hotel Cala Jóncols 117

Hotel de la Moneda 79, 123

Hotel La Gambina 59

Hotel rural Niu de Sol 79

Impressionismus 28

Impressum 2

Inhaltsverzeichnis 3

Internationale Brigaden

14, 15

Jardin Méditerranéen

du Mas de la Serre 36, 50

Jóncols 116–119

Jüdisches Viertel Girona

125

Jugendstil 92

Karavan, Dani 41, 57

Katalanisch 10, 15, 85, 132,

133, 139

Katalonien 10, 14, 15,

126–130

Kathedrale Saint-Jean-

Baptiste 17

Kathedrale Santa María 125

Kloster Sant Pere de Rodes

62, 63, 65

Konzentrationslager 23

Kork 126–130

Krankenhaus 140

Küstenweg 10, 66, 67,

84 –119

La Jonquera 23

La Retirada 21, 22, 23, 54, 99

La Selva de Mar 63

Laboratoire Arago 50, 94

Langleinenfischerei 81

Le Racou 87

Legende 4

Legion Condor 14

Lehmbruck, Wilhelm 35

Les Tres Platgetes 101

Leuchtturm 4, 26, 64, 92, 98,

100, 109, 112–114, 116, 119

Levante 11

Leveche 11

Líster, General 56

Llançà 62–65, 106–109

Lorca, García 74

Mackintosh, Charles Rennie

92, 93

Madeloc 36, 37

Maillol, Aristide 34, 35

Maison de la randonnée 35

Man Ray 72

Märkte 96, 97

Marquet, Albert 29

Márquez, Gabriel García 72

Marseille 51

Mas Reig 36

Massif des Albères 20, 46,

54, 55

Matisse, Henri 26, 28, 29

Meeresreservat Cerbère-

Banyuls 46–50, 95

Megalithkultur 76, 78, 79

Memorial 21, 23, 57, 102

Menhir 76, 79

Mercadal 124

Migjorn 11

Míro, Joan 75

Mistral 11

Molekularkoch 119

Molinàs 58, 59

Monestir de Sant Quirze de

Colera 103

Montand, Yves 90

Muntanya dels Canons

106

Museen

Anse de Paulilles 91

Aquarium Banyuls 50

Centre d’Art Contemporain

Walter Benjamin 17

Dalí-Haus Portlligat 73,

115

Memorial du camp

d’Argelès-sur-Mer 21

MUME – Museu Memorial

de L’exili 23

Musée d’Art moderne de

Collioure 30

Musée Maillol 35

Museo del Corcho de

Palafrugell 130

Museu d’Història

dels Jueus 125

Teatre-Museu Dalí 74

Naturschutzgebiet 20, 21,

46–50, 64, 65, 110, 120–123

Nobel, Alfred 90

Norfeu 118

Notre-Dame de la Salette

36, 37

Notre-Dames-des-Anges 26,

27, 30, 31

Notrufnummern 140

Öffentliche Ver kehrs mittel

8, 9

Office de Tourisme 17, 21,

27, 35, 53

Officina de Turismo 57, 65,

73, 79, 125

Ökologie 6, 50, 131

Okzitanien 10

Ozeanografie 46–50

Padern, Joan 103

Palafrugell 130

Palais des Rois de Majorque

17

Palangre 81

Palau-saverdera 79

Parc de la Devesa 125

Parc Natural Cap de Creus

64, 110

Parc Natural dels Aiguamolls

120–123

137


Register

Passagen (Passatges) 38, 41,

57, 102

Passeig de la Devesa 125

Passeig de la Muralla 125

Paulilles 33, 90, 91

Pays Catalan 85

Perpignan 6, 9, 16,17

Phare du Cap Béar 11, 92, 93

Phare du Cap Cerbère 98, 100

Philosoph(ie) 38, 44, 45

Pic du Canigou 31, 66, 87

Picasso, Pablo 29

Pkw 6

Pla de Tudela 70

Plage de Bernardi 93

Plage de Collioure 88

Plage de l’Huile 88

Plage de l’Ouille 87

Plage de Peyrefite 47, 48, 95

Plage del Forat 93

Plage des Elmes 33, 93

Plage des Pins 86

Platja d’en Gandalla 118

Platja de Garbet 106

Platja de Grifeu 107

Platja de Jóncols 116–119

Platja de la Pelosa 118

Platja de la Ribera 109

Platja de les Tonyines 108

Platja de Montjoi 118

Platja de Tallalauca 95

Platja del Borró 107

Platja del Calis 119

Platja del Canadell 118

Platja del Cau del Llop 109

Platja del Pas 66

Platja del Pi 101

Platja del Port d’Alguer 116

Platja Sant Lluís 115

Poniente 11

Pont de les Peixateries Velles

124

Pont del Ferrocarril 59

Port Argelès 86, 87

Port de Roses 119

Port fruitier international 92

Port-Vendres 32, 33,

88–93

Portbou 38–45, 56–59,

98–103

Portlligat 73, 75, 115

Puig Cervera 98, 100

Puig del Mas 40, 42, 43

Punta de Cap de Creus 113

Punta del Frare 106

Punta Falconera 119

Pyrenäenfrieden 14, 56

138

Renfe 6, 9

Réserve Naturelle Nationale

de Mas Larrieu 20, 21

Restaurants/Cafés/Bars

Bar/Restaurant Andrés 101

Bar/Restaurant Cap de

Creus 71, 113

Ca la Paquita 63, 67, 109

Café/Bar Casino 72

Chez Simone 27

Chiringuito La Pelosa 119

Copacabana 27

El Bulli 119

La Côte Vermeille 33

La Gambina 59, 103

La Guinguette 57

La Plage 55

Le 5ème Péché 27

Le Béar, Chez Julie 33, 37

Le bleu Marine 87

Le bout du Monde 95

Le Café Sola 27

Le Poisson Rouge 93

Le Puits 27

Le Sole Mio 93

Les Clos de Paulilles 91

Monterrey 67, 109

Passatges 57, 101

Pati Blanc 63

Portbou Café 57, 101

Restaurant del Mones tir de

Sant Pere de Rodes 63

Restaurant Jóncols 117

Retirada 21, 22, 23, 54, 99

Ríu Onyar 124

Ríu Ter 124

Rodin, Auguste 35

Romanische Bauwerke 62,

63, 65, 113, 125

Romeva, Raül 15

Roses 76, 78 – 82, 118, 119

Roussillon 10, 14

Ruta Megalítica 78

Ruta Walter Benjamin

38–45, 56

Saint-Jean-Baptiste 17

Sant Baldiri 110, 113, 115

Sant Pere de Rodes 62, 63,

65

Sant Quirze de Colera 103

Santa Helena de Rodes 62,

63, 65

Santa Maria 72, 125

Sardana 15, 16

Schmugglerpfad 39, 85

Schnorcheln 46–50, 95

Sentier Littoral 84, 87

Sentier sous-marin 46–50,

95

Sicherheit 140

Site de Paulilles 33, 90, 91

SNCF 6

Solé, Felip 23

Spanisch 132, 133, 139

Spanischer Bürgerkrieg 14,

15, 21, 22, 23

Spiegelhauer, Reinhard

126,130

Spurweite 9, 52

Stadtmauer 124, 125

Störche 120–123

Streckenwanderung

84–119, 131

Surrealismus 73, 74, 75

Syndicat des Vignobles de la

Côte Vermeille 36

Tapís de la Creació 125

Tauchen 46–50, 95

Taxis 113, 114, 116, 118

Teatre-Museu Dalí 74

TGV 6

Tour de la Madeloc 36, 37

Torre del Querroig 42, 44

Tramontana 11

Übersicht 12, 13

Unabhängigkeit 14, 15

Unterkunft 27, 53, 79, 123

Unterwasserlehrpfad

46–50, 95

Val de Pintes 32

Verkehrsnetz 7

Village de vacances 95

Vin Doux Naturel 34

Walter-Benjamin-Weg

38–45, 56

Wanderregion 10

Wanderübersicht 12, 13

Wanderwegmarkierung 140

Wein 32–35, 59

Weizsäcker, Richard von 57

Whalewatching 50

Wildschweinjagd 113

Wind 11

Zinnober-Küste 10

Zollpfad 85

Zug 6, 9, 52, 56


Französisch/spanisch/katalanisch

Wichtige Wörter und Ausdrücke

oui/sí/sí

ja

non/no/no

nein

s’il vous plaît/por favor/

si us plau

bitte

merci/gracias/gràcies danke

pardon/perdón/perdó Entschuldigung

salut/hola/hola

hallo

bonjour/buenos días/ guten Morgen/

bon dia

guten Tag

bonjour, bonsoir/buenas guten Tag/

tardes/bona tarda guten Abend

bonsoir, bonne nuit/ guten Abend/

buenas noches/bona nit gute Nacht

au revoir/adiós/adéu auf Wiedersehen

Orientierung/Landschaft

randonnée/caminata/

caminada

Wanderung

chemin/camino/camí Weg

sentier/senda/senda Pfad

tout droit/todo recto/

tot dret

geradeaus

à gauche/a la izquierda/

a l’esquerra

links

à droite/a la derecha/

a la dreta

rechts

distance/distancia/

distància

Entfernung

carte/mapa/mapa Landkarte

col/puerto, collado/coll Pass

crête/cresta/cresta Bergkamm

mont/montaña/puig Berg

pic/pico/pic

Gipfel

vallée/valle/vall Tal

plaine/llanura/plana Ebene

lac/lago/llac

See

rivière/río/riu

Fluss

ruisseau/arroyo/riera Bach

pré/pradera/prat Wiese

chapelle/capilla/capella Kapelle

château/castillo/castell Schloss/Burg

cloître/monasterio/

monestir

Kloster

pont/puente/pont Brücke

port/puerto/port Hafen

baie/cala/cala

Bucht

plage/playa/platja Strand

Unterkunft

hôtel/hotel/hotel Hotel

gîte d’étape/refugio de montaña/

cabana de muntanya

Wanderherberge/Berghütte

chambre d’hôtes/fonda,hostal/

fonda, hostal

Gästehaus

chambre double/habitación doble/

habitació doble Doppelzimmer

douche/ducha/dutxa Dusche

petit déjeuner/desayuno/

desdejuni

Frühstück

ferme/finca/mas Bauernhof

cabane/cabaña/cabana Hütte

grange/granero/barraca Scheune

sac à dos/mochila/

motxilla

Rucksack

sac de couchage/saco de dormir/

sac de dormir

Schlafsack

tente/tienda/tenda Zelt

Verpflegung

boulangerie/panadería/

fleca

Bäckerei

épicerie/tienda de comestibles/botiga

Lebensmittelladen

pain/pan/pa

Brot

bière/cerveza/cervesa Bier

vin (rouge)/vino (tinto)/

vi (negre)

(Rot-)Wein

Wetter

beau temps/buen tiempo/

bon temps

gutes Wetter

neige/nieve/neu Schnee

pluie/lluvia/pluja Regen

orage/tormenta/tempesta Gewitter

soleil/sol/sol

Sonne

vent/viento/vent Wind

ombre/sombra/ombra Schatten

Zahlen

un/uno/un eins six/seis/sis sechs

deux/dos/dos zwei sept/siete/set sieben

trois/tres/tres drei huit/ocho/vuit acht

quatre/cuatro/ neuf/nueve/

quatre vier nou neun

cinq/cinco/cinc fünf dix/diez/deu zehn

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Wanderwegmarkierungen

Das Netz der Wan der -

wege an der Côte Ver -

meille und der Costa

Bra va ist sehr gut ausgebaut

und meist auch

gut mar kiert. Teil weise

gibt es Wan der weg -

wei ser, wo sie fehlen, folgt man der Mar -

kie rung mit den farbigen Bal ken.

Die GR (französisch Sentiers de Gran -

de Randonnée, spanisch Gran Recor -

rido, katalanisch Gran Recorre gut) sind

weiß-rot markiert, die örtlichen Wan -

der we ge gelb, rot, grün-rot oder auch

weiß-gelb.

Wegmarkierung, hier für

einen Fernwanderweg

(GR).

Der Weg biegt ab, in diesem

Fall nach rechts.

Diesen Weg NICHT

nehmen, wenn man der

Mar kierung weiter folgen

möchte.

Ausrüstung und Sicherheit

Für alle beschriebenen

Wanderungen

sind, wegen der oft

ge rölligen Wege,

knöchelhohe Wan -

der schuhe mit guter Pro filsohle erforder -

lich. Das Wetter kann am Ausläufer der

Pyrenäen schnell um schlagen, daher im -

mer Regen schutz bzw. Windjacke und

(außer im Hochsommer) eine Fleecejacke

mitnehmen. Wenn Mis tral oder Tra -

mon tana wehen, kann es vor allem im

Winter un ange nehm kühl werden. Und

die me diterrane Son ne soll te man nicht

unterschätzen. Guter Son nen schutz ist

unentbehrlich, viele Wege bieten nur we -

nig Schatten. Unterwegs gibt es selten

Möglichkeiten, Wasser aus Quellen oder

Brunnen zu trinken, da her ausreichend

Trink was ser mitnehmen.

Die Wan der touren folgen alle deutlichen

Wegen. Auf wegloses Terrain, Klet ter stei -

ge oder Passagen, die Schwin del freiheit

erfordern, wurde fast ganz verzichtet oder

es wird gesondert auf schwierige Stellen

hin gewiesen.

Vorwahl Frankreich 0033

Vorwahl Spanien 0034

Notfall:

Frankreich

Notruf: 15 oder 112

Feuerwehr: 18 oder 112

Polizei: 17

Spanien

Notruf: 112

Feuerwehr: 085 oder 112

Polizei: 062

Krankenhaus Perpignan:

Centre Hospitalier de Perpignan

20 Avenue du Languedoc

Telefon 04 68 61 66 33

Krankenhaus Figueres:

Hospital Figueres

Ronda del Rector Arolas

Telefon 09 72 50 14 00

Im Krankheitsfall in einer Pharmacie

(Frankreich) oder Farmacia (Spanien)

nach dem nächsten diensthabenden Arzt

oder Krankenhaus fragen.

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Wander touren mit Detailkarte und

Höhenprofil. Alle Wanderungen mit

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