Marseille, Calanques, Côte Bleue (Auszug, Blick ins Buch)

ulifrings

Reise- und Wanderführer mit den schönsten Stadt- und Küstenwanderungen Marseilles

H

ip-Hop, für kein anderes Kulturgut ist

Marseille so bekannt wie für seinen

Rap. Der französische Markt für Rap ist

derzeit am Umsatz gemessen der zweitgrößte

der Welt. Mit der Gruppe IAM (rechts im Bild)

breitet er sich seit den 1980er Jahren über die

Vorstädte von Marseille aus und ist bis heute

Ausdruck der sozialen Spannungen der Stadt.

„Es ist eine Mischung aus Liebe und Leiden -

schaft für die Stadt”, sagt IAM-Mitglied Ak -

hena ton. „Unser Album heißt ,Marseiller

Kunst , weil wir stolz auf Marseille sind. Aber

wir zeigen eben auch die negativen Seiten der

Stadt.” Sein Bandkollege Shurik'n ergänzt:

„Weil wir die Stadt lieben, können wir sie auch

hassen und als erste sagen, wenn die Dinge

schief laufen.” (Zitate 3SAT/Kulturzeit 2013).

Die „Rap-Opas” von IAM schlagen noch recht

milde Töne an. Heutige Superstars wie Psy 4

de la rime sind da schon härter: „In der

Nordstadt, da wohnen diejenigen, die nicht

viel Geld haben. Die haben andere Sorgen,

denen gehen touristische Sehenswürdigkeiten

am Arsch vorbei.” (Die Nordstadt leidet u. a.

unter einer Jugendarbeitslosigkeit von 50 %).

O

lympique Marseille (kurz OM) wurde

1899 von René Dufaure de Montmirail

gegründet. Das Gründungsmitglied der

Division 1 ist neunfacher Landesmeister (zu-

letzt 2010) und die einzige Mannschaft Frank -

reichs, die die UEFA Champions League gewinnen

konnte (1993 mit einem 1:0 gegen AC

Mailand). Die hellblauen Trikots mit dem

Vereinslogo und

dem Schlachtruf

„Droit au But”

(„Direkt aufs Tor”)

sind aus dem

Marseiller Stadt -

bild nicht wegzudenken.

Das „Ver-

eins sta dion” ist

das Stade Vé lo -

dro me, das zur

Fußball-Welt mei ster schaft 1938

ge baut und am 13. Juni 1937

eingeweiht wurde. Die namens -

gebende Radrennbahn zwischen

Tribüne und Spielfeld

wurde beim Umbau 1998 abgerissen.

Für die Fußball-Europa -

meister schaft 2016 wurde das

Sta dion aufwändig ausgebaut,

überdacht und auf rund 67 000

Plätze erweitert.

P

astis (aus dem Provenzalischen, pastís für

Mischung) ist eine Spirituose mit der

Grundzutat Anis. Weitere Zutaten sind

Zucker, Fenchelsamen, Süßholzwurzeln, verschiedene

andere Kräuter, Wasser und Alko -

hol. Im März 1915 wurden in Frankreich Ab -

sinth und Anisliköre verboten. In der Provence

stellten Bauern heimlich als Ersatz für den verbotenen

Absinth einen „Pastiche“ (deutsch:

Nachahmung) her. Paul Ricard, der eigentlich

Maler werden wollte, war erst 23 Jahre alt, als

er 1932 einen neu -

en Typus Spiri -

tuo se entwickelte,

dem er réglisse

(Süßholz) beigab.

Er gab diesem

Ricard den

Werbeslogan

mit auf den Weg

„Le vrai pastis

de Marseille”.

Damit war auch der Begriff Pastis für diese Art

Getränke kreiert. Der Pastis aus Marseille war

auf Anhieb ein Erfolg und entwickelte sich zu

einem französischen Kultgetränk. Er wird traditionell

mit (Eis-)Wasser (5–6 Teile Wasser auf

einen Teil Pastis) getrunken.

75

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine