Kreis Plön - ganz persönlich

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Helga Klindt

Fiefbergen Ortsteich beim „Alten Auf“

Neue Rahmenbedingungen ergaben sich, als die

Landwirtschaftsschule in Preetz geschlossen wurde

und das sehr wichtige Aufgabengebiet der Ernährungsberatung

vakant war. Als Kreisverband gründeten

wir einen Arbeitskreis Hauswirtschaft, der

ehrenamtlich von einer Meisterin geleitet wurde

und Ernährungskurse anbot.

Wenn wir durch unseren schönen Kreis Plön fahren,

dann wird uns sehr schnell deutlich, welche Bedeutung

der Tourismus und auch die Landwirtschaft

für die Wertschöpfung in der Region hat. Ich habe

mich gefreut, dass wir – über unsere flächendeckenden

Vereine – mit der Erfassung der Direktvermarkter

im Kreis Plön die Grundlage für die Erstellung

einer Broschüre „Direktvermarkter im Kreis Plön

liefern konnten, die sicherlich dazu beigetragen hat,

den Umsatz in unseren Hofläden zu steigern sowie

den Touristen und Einheimischen regionale Produkte

näher zu bringen. Viele Betriebe sind inzwischen

den Weg in die Diversifizierung gegangen und beleben

mit den Hofläden, den Hofcafés und den Festscheunen

den ländlichen Raum. Das touristische

Angebot im Kreis Plön „Urlaub auf dem Bauernhof“

hat sich aus kleinen Nischen heraus zu wichtigen

Betriebszweigen auf unseren Höfen entwickelt. Das

vielfältige Angebot für unsere Gäste wird auch unterstützt

durch Gästeführerinnen, die durch den

KreisLandFrauenVerband Plön ausgebildet wurden

und sich in einem Arbeitskreis unseres Kreisverbandes

zusammengeschlossen hatten.

Ich freue mich, dass die Tradition der jährlichen

Überreichung der Erntekrone durch den KreisLand-

FrauenVerband im Kreistag Plön auch heute noch

Bestand hat. Das war und ist für uns die Möglichkeit,

auf die Bedeutung der Landwirtschaft, aber

auch auf die Anliegen der Landfrauen hinzuweisen.

Wie können Frauen sich einen eigenen Arbeitsplatz

schaffen, wie können sie ihre vielseitigen Fähigkeiten

beruflich einsetzen? Welche Voraussetzungen müssen

mitgebracht werden, um selbstständige Existenzen

zu gründen, welche Hürden gilt es zu überwinden

und wie vermarkte ich dann meine Fähigkeiten?

Das alles wurde in einer Machbarkeitsstudie auf

Landesebene erarbeitet und in den Kreisen umgesetzt,

so dass wir auch in der Probstei im Jahre 1997

eine Landfrauenservicebörse als gemeinsame Plattform

für 16 Frauen gründeten, in der Dienstleistungen

wie beispielsweise hauswirtschaftliche Tätigkeiten,

Kinderbetreuung, Gartenbau, Partyservice und

vieles mehr angeboten und vermarktet wurden. Wir

haben durch die Vereinsform der Servicebörse viele

Frauen ermutigt und motiviert mitzumachen. Die

rechtlichen Rahmenbedingungen waren nicht so einfach.

Schwierigkeiten, wie zum Beispiel Anzeigen

wegen Schwarzarbeit und Scheinselbstständigkeit

mussten durchgestanden werden. Jahre später waren

dann die Ich-AGs ein politisch getragenes Angebot,

den Arbeitsmarkt zu beleben.

In diese Jahre fiel auch meine Idee, auf unserem landwirtschaftlichen

Betrieb ein weiteres Standbein aufzubauen:

der Anbau von Himbeeren zum Selbstpflücken,

verbunden mit Hofladen und Hofcafé – also

die Umsetzung dessen, was mir immer wichtig war.

Die Strukturveränderungen im ländlichen Raum sind

in den letzten Jahrzehnten immer schneller geworden.

Dörfer verändern sich, Familienstrukturen ändern

sich. Heute ist die Digitalisierung im ländlichen

Raum eine der wichtigsten Aufgaben der staatlichen

Daseinsvorsorge, um wirtschaftliche Entwicklung zu

ermöglichen. Ich freue mich, dass diese politische

Zielsetzung im Kreis Plön im Focus steht und durch

die Gründung eines Zweckverbandes gemeinsam mit

den Kommunen vorangetrieben wird.

Diese neuen Herausforderungen waren für mich

die Motivation, auch dort tätig zu werden, wo

Entscheidungen getroffen wurden – auf der politischen

Ebene, eben im Kreistag. Dort war ich im

Wirtschaftsausschuss, Sozialausschuss und teilweise

auch im Hauptausschuss sowie im frauenpolitischen

Beirat tätig. Meine Erfahrungen aus der Arbeit im

vorpolitischen Raum waren sicher eine gute Grundlage,

dort konstruktiv mitzuarbeiten. Mir wurde

aber auch sehr schnell klar, dass der Gestaltungs-

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