Kreis Plön - ganz persönlich

neomedia

die gesamte Probstei umfasste, wurde das Kloster

sehr wohlhabend. 24.000 ha waren bis 1867 der

Klosterbesitz.

Die Erlöse aus den umfangreichen Besitzungen

gaben den Nonnen des benediktinischen Ordens

die nötigen Grundlagen zum Leben und die Stärke,

ihren Missionsauftrag auszuüben. „Ora et labora“ –

dem Vermächtnis des Benedikt von Nursia treu. Auf

einer Anhöhe wurde die heutige Klosterkirche, ein

mächtiger Backsteinbau, errichtet und 1364 geweiht.

In der Stutzbasilika befindet sich der geschlossene

Nonnenchor – wie eine Kirche in der Kirche. Selbstbewusst

und dominierend ist sie auch heute der Mittelpunkt

der Umgebung. 70 Nonnen wirkten von hier

aus segensreich und wohltätig.

Klöster sind wie Oasen, Räume der Stille, der Bildung

und der Spiritualität, aber nicht zuletzt auch wirtschaftliche

Unternehmen. Eine Priorissa – späterhin

Priörin – wurde aus den Reihen der Nonnen gewählt.

Ihr zur Seite standen Nonnen, denen besondere Aufgabengebiete

zugeteilt wurden. Diese Konstellation ist

im heutigen Konvent wiederzufinden. Der vom Lübecker

Bischof eingesetzte Probst hatte die wirtschaftlichen

Belange des Klosters zu leiten. Das Prinzip:

Priörin för binnen, Probst för buten, gilt auch heute.

Sie sind einander nicht untergeordnet.

Anna v. Buchwaldts kluges und voraussehendes

Führen des Klosters und die Verbindung zur Bursfelder

Kongregation leiteten behutsam zum Protestantismus

über, der mit der Kirchenordnung von

Bugenhagen 1542 dann im Kloster eingeführt wurde.

Die schleswig-holsteinische Ritterschaft übernahm,

mit Zustimmung des damaligen dänischen

Königs, vier Klöster: Itzehoe, Uetersen, Schleswig

und Preetz. Das Klosterleben veränderte sich innerlich

und auch äußerlich. Die Klosterdamen – jetzt

Konventualinnen genannt – kamen aus den Familien,

die der schleswig-holsteinischen Ritterschaft

angehören. Sie wählen die Priörin aus ihren Reihen.

Der Klosterprobst wird auf Vorschlag der Ritterschaft

gewählt, beide leiten gemeinsam das Kloster.

Mit der Übernahme sicherten die Familien der

Schleswig-Holsteinischen Ritterschaft die Versorgung

ihrer unverheirateten Töchter und bauten für

sie zahlreiche Häuser, „Konventualinnenhäuser“,

die heute vermietet werden. Nonnen und Töchter

des Adels lebten eine geraume Zeit einträchtig

Die Klosterkirche Preetz aus den Jahren 1330/31 gehört zu den schönsten

Kunst- und Kulturdenkmälern in Norddeutschland.

miteinander. Die Bilderstürmerei blieb aus, wertvolle

Kunstschätze blieben so dem Kloster erhalten.

1888 wurde die preußische Kreisordnung eingeführt

und so endete zugleich u. a. die Grundherrschaft des

Klosters über die Probstei und weitere Besitzungen.

Mit der Klosterordnung von 1636, die auch heute

verbindlich für Probst, Priörin und Konvent ist, sind

u. a. folgende Vorgaben verbunden: Denkmalpflege,

Schutz der Kulturgüter sowie des kulturhistorischen

Inventars, Erhaltung der Archivbestände …

Meine Familie von Rumohr gehört zur schleswigholsteinischen

Ritterschaft und so konnte mein Vater

drei seiner Töchter in das Kloster einschreiben.

Mich trug er erstmals im Obstkorb als Kleinkind

zur Großmutter in das Kloster. Ich selbst wurde –

zusammen mit meiner Schwester – 1955 als Schulfräulein

in das Kloster eingeführt und wäre damit

versorgt gewesen. Durch meine Heirat verlor ich

aber meine Zugehörigkeit, die Bindung allerdings

Wir möchten, dass viele Besucher, jung und

alt, zu uns kommen und wir ihnen Einblicke

in unser heutiges Leben und Wirken geben,

aber auch zugleich die wechselvolle lange

Geschichte aufzeigen, die in verschiedenen

Kunstwerken, Symbolen oder auch Gebäuden

zu verspüren ist.

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