Landkreis Merzig-Wadern - ganz persönlich

neomedia

Der Landkreis MERZIG-WADERN ganz persönlich


DÜSSELDORF

LUXEMBURG

FRANKFURT

Landkreis MERZIG-WADERN

STUTTGART

FRANKREICH

FREIBURG i. Br.

BASEL

SCHWEIZ

Weiskirchen

WADERN

Perl

Saar

Mettlach

Losheim am See

A8

MERZIG

Beckingen


Landratsamt Merzig-Wadern

in Zusammenarbeit mit der

neomediaVerlag GmbH


4 5

IMPRESSUM

Herausgeber

Landkreis Merzig-Wadern

Kreisverwaltung

Bahnhofstraße 44

66663 Merzig

Tel. 06861 80-101

info@merzig-wadern.de

www.merzin-wadern.de

In Zusammenarbeit mit:

neomediaVerlag GmbH

Industriestraße 23, 48653 Coesfeld

Tel. 02546 9313-0

info@neomedia.de

www.neomedia.de

Projektakquise

Jochen Federlein

Grafik/Layout

Anne Neuenhofer

Bildnachweis

Rolf Ruppenthal

Alfons Kiefer: Seite 25

Michael Schönberger: Seite 70

Leibniz-Zentrum für Informatik

Schloss Dagstuhl: Seite 83

Landkreis Merzig-Wadern,

Stabsstelle Koordination, Presseund

Öffentlichkeitsarbeit: Seite 57

Druck

Krüger Druck+Verlag GmbH & Co. KG

66763 Dillingen/Saar

Bibliographische Information der

Deutschen Bibliothek

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese

Publikation in der Deutschen Nationalbibliographie;

detaillierte Daten sind im

Internet über http://dnb.dbb.de abrufbar.

ISBN 978-3-931334-70-3

Idee und Konzeption

Rainer Wendorff

Redaktion/Lektorat

Landkreis Merzig-Wadern

Kreisverwaltung

Werner Klein

Sylvie Rauch

neomediaVerlag GmbH

Marc Hankmann

Günter Poggemann

Porträt- und Firmenfotos stammen, soweit

nicht anders vermerkt, von den jeweiligen

Personen und Unternehmen.

Printed in Germany 2016

Das Manuskript ist Eigentum des Verlages.

Alle Rechte vorbehalten.

Dem Buch liegen neben den Beiträgen

der Autoren Darstellungen und Bilder der

Firmen und Einrichtungen zugrunde, die

mit ihrer finanziellen Beteiligung das

Erscheinen des Buches ermöglicht haben.


INHALT

8 Ein lebenswerter Landkreis mitten in

Europa

Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich

12 Das Juwel Zuhause im Saarland

Anja Fröhlich

15 Alles, was Kunst braucht

boesner GmbH Perl

16 Eine Erfolgsgeschichte von Traditionen,

Unternehmen und politischen Leistungen

Frank Jakobs

19 Die Experten fürs Planen, Bauen und

Bewerten

BTB Lauer GmbH & Co. KG

20 „Klein Moskau“

Wolfgang Jung

22 Einkaufen in besonderer

Wohlfühlatmosphäre

HACO – Das ErlebnisEinfkaufsZentrum

23 Kundenzufriedenheit als Maxime

HOLZHAUER KG

24 War das jetzt auch Deutsch?

Alfons Kiefer

27 Aus der Praxis für die Praxis

IfaI Wirtschaftliches Institut für angewandte

Informatik GmbH

28 Produzieren im Einklang mit der Natur

HOMANIT GmbH & Co. KG

30 Ein Gefühl von Vertrautheit und

Geborgenheit

Prof. Edwin Kohl

33 Wir machen Druck

Krüger Druck+Verlag GmbH & Co. KG

34 In Europa unterwegs, im Landkreis

verwurzelt

kohlpharma GmbH


6 7

36 Eine Region, die mich geprägt hat

Margret Kratz

39 Know-how und Erfahrung für individuelles

Bauen

Fertigbau Laux GmbH

40 Sympathischer Dienstleister für

Verkehrssicherheit

KÜS-Bundesgeschäftsstelle

42 Für einen Traum von Büschfeld nach

Bolivien

Rabea Lang

44 Willkommen bei Freunden

Wolf Porz

47 Bauen – eine Familientradition

Bauunternehmung MEIERS GmbH

48 Frauen, die lesen, sind gefährlich, frech

und bodenständig

Ingrid Röder / Gertrud Selzer

51 Qualität, der wir unser Leben anvertrauen

Nedschroef Beckingen GmbH

52 Ein Dorf im Dorf für altersgerechtes

Wohnen

Seniorengalerie Moselpark Perl

53 Vom Saarland in die ganze Welt

SaarGummi group

54 Ein Leben für den Sport

Karl-Heinz Scherer

58 Eine Region ideal für den Weinbau

Thomas Schmitt

62 Saubere Energie, der Umwelt zuliebe

Stadtwerke Merzig GmbH

63 Wasserwelten des Wohlfühlens

DAS BAD Merzig


64 Destination Saarschleifenland –

Tourismus im Landkreis Merzig-Wadern

Saarschleifenland Tourismus GmbH

68 Durch die ganze Welt bis nach Merzig

Tatjana Schneider

71 Den Menschen und der Region verpflichtet

Sparkasse Merzig-Wadern

72 Saarländer aus Überzeugung

Prof. Dr. Klaus Steinbach

76 Intelligente Informationslogistik

REGLER SYSTEMS GmbH

77 Die Demokratisierung der Tisch- und

Badkultur

Villeroy & Boch AG

79 Tradition in die Zukunft geführt

Möbel- und Teppichhaus Susanne Werding e. Kfr.

80 Verantwortung und nachhaltiges Handeln

für die Region

Wendelin von Boch

82 Meine Liebesgeschichte mit dem Landkreis

Prof. Dr. Reinhard Wilhelm

86 Die Hightech-Profis für saubere Straßen

Walter & Co. GmbH

87 Innovative Prüfsysteme für maximale

Sicherheit

ZWP Anlagenrevision GmbH

88 Übersicht der PR-Bildbeiträge

78 Fundiertes Fachwissen für optimale

Sicherheit

WRD Große-Beck GmbH


24 25 ALFONS KIEFER

BIOGRAFIE

geb. 1953 in Besseringen | Studium in Trier Kommunikation-Design,

Abschluss in Illustration | Umzug nach München und Arbeit in einer

Werbeagentur | seit 30 Jahren freier Illustrator für Zeitschriften und

Magazine, wie „Spiegel“, „Stern“ und „Playboy“ | Auszeichnungen und

Ausstellungen, z. B. im Rahmen der „Spiegel-Titel-Ausstellung“ u. a. in

Hamburg, München, Basel, Wien, New York und Kaliningrad | international

bekannt durch die Gestaltung des Covers zum Beatles-Album-„Anthology“

mit dem zweifachen Grammy-Preisträger Klaus Voormann

War das jetzt auch Deutsch?

ALFONS KIEFER

War das jetzt auch Deutsch? Meine Kollegin hatte

ihre Arbeit eingestellt und mit Staunen mein Telefonat

verfolgt. Ich saß 1979 in einer Münchner Werbeagentur

und hatte gerade mit meiner Mutter telefoniert. Meine Mutter

sprach kein Hochdeutsch, nur „Platt“. Sobald ich sie am

Telefon hatte, hab’ ich sofort umgeschaltet. Ich spreche

auch heute noch unseren Dialekt, wenn ich nach Hause

komme. Als ich 1953 in Besseringen geboren wurde, war

das noch ein Dorf und gehörte damals noch nicht zu

Merzig, (… noch nicht einmal zu Deutschland). Ich bin

aufgewachsen mit unserem „Moselfränkisch“; und das

klingt nicht so wie das Saarländisch, das man von Heinz

Becker kennt. Kein Wunder also, dass meine damalige

Kollegin kein Wort verstand.

Meine Kindheit – ohne Handy, Gameboy oder Computer

– spielte sich zum größten Teil draußen und im Wald

ab. Oder in Bunkern. Unsere Gegend war ja, dank des

„Westwalls“, nach dem Krieg voller zerstörter Bunker.

Für uns Jungs ein wahres Abenteuerland. Wir waren

ständig in Bewegung. „Dicke Kinder“ kamen damals

praktisch nicht vor. Und dann war da noch die Saar.

Schwimmen lernte ich – Gott sei Dank – noch im

„Lido“, einem wunderbar sauberen Natursee, der leider

der Saarkanalisierung zum Opfer gefallen ist. Die Saar

selber war damals so ungefähr das Dreckigste, was

man sich nur vorstellen kann. Da gab’s noch nicht mal

tote Fische! Sie kam schon schwarz aus Frankreich:

Burbach und Völklingen haben dann das Ihrige dazugetan.

Ich muss es wissen; ich hab als Jugendlicher

sechs Mal pro Woche auf ihr trainiert. Mehr als tausend Kilometer

auf der berühmten Saarschleife! Eine meiner guten

Entscheidungen im Leben war, in den Besseringer Kanu-Club

einzutreten. Wir haben damals eisern trainiert und waren erfolgreich.

Ich war immerhin zwei Mal Deutscher Jugendmeister (im

K2 und K4). Mein Freund Jürgen war sogar Olympiateilnehmer.

Von der Disziplin, die wir uns da antrainiert hatten, habe ich im

späteren Berufsleben oft profitiert. Wenn ich zum Beispiel aus

Termingründen Nächte durcharbeiten musste. Oder aber,


26 27 ALFONS KIEFER

unangenehme Dinge auch

dann anzupacken, wenn ich

partout keine Lust dazu hatte.

Für das Gymnasium in Merzig

konnte ich allerdings nicht viel

Begeisterung aufbringen.

Dennoch war es für meine

Berufswahl ungemein wichtig.

Herr Haben, mein damaliger

Lehrer in Mathematik, hielt

einen Vortrag über mathematische Gleichungen. Ich malte mit

verschiedenfarbigen Filzstiften ein Zweier-Kajak auf mein kariertes

Papier. Man konnte sehen, dass das Boot schnell fuhr, es hatte

vorne eine schnittige Welle und die beiden Fahrer legten sich

sichtlich ins Zeug. Plötzlich stand mein Lehrer neben mir und

nahm das Blatt von meiner Bank. „Haben Sie das jetzt gezeichnet?“

„Ja“, sagte ich kleinlaut in Erwartung einer gehörigen

Standpauke. Stattdessen: „Dann sollten Sie das zu Ihrem Beruf

machen, denn für Mathematik interessieren Sie sich ja offensichtlich

nicht.“ – Das war’s!

Unsere Gegend war ja, dank

des „Westwalls“, nach dem Krieg

voller zerstörter Bunker.

Für uns Jungs ein wahres

Abenteuerland. Wir waren

ständig in Bewegung.

Ich hatte vorher tatsächlich

noch nie darüber nachgedacht,

dass meine künstlerische

Vorliebe zu einem

ambitionierten Beruf werden

könnte. Ist es aber

geworden! Nach einem

Studium in Trier fing ich in

einer Münchner Werbeagentur

an zu arbeiten.

Allerdings suchte ich mir

nebenher schon Illustrations-Jobs in einem bekannten Deutschen

Magazin – dem PLAYBOY. Das funktionierte. Damit hatte ich

einen „Fuß in der Tür“. Von da an kamen die Jobs von alleine.

Ich hab mich dann nach nur zwei Jahren von der Agentur verabschiedet.

Das war 1981. Seitdem bin ich „Freier Illustrator“

in München. Mit immer noch einem Fuß in Merzig. Und mit

wachem Blick auf die Saar. Dort gibt es mittlerweile tatsächlich

wieder Reiher, Eisvögel und lebende Fische!


36 37 MARGRET KRATZ

BIOGRAFIE

geb. 1962 in Rissenthal | Vereine in der aktiven Zeit: SV Weiskirchen, 1. FC Kaiserslautern, VfR Saarbrücken,

mit dem 1. FC Saarbrücken in der 1. Bundesliga | 2 A-Länderspiele für die deutsche Frauen-

Fußball-Nationalmannschaft | 1992 Erwerb der Fußballlehrerlizenz | 1997 leitende Verbandstrainerin im

saarländischen Fußballverband | Gründerin und sportliche Leiterin der Eliteschule des Mädchen- und

Frauenfußballs in Saarbrücken | 2008 bis 2011 Assistenztrainerin der U23-Frauen-Nationalmannschaft

des DFB | seit 2011 Assistenztrainerin der U16-Mädchen-Nationalmannschaft des DFB | 2009 Einsatz als

Nationaltrainerin in Namibia | 2012 Entwicklungshilfe im Bereich Frauenfußball und Trainerausbildung

in Bolivien | 2014 und 2015 „TSG Member“ bei der U20-Frauenweltmeisterschaft in Kanada für die FIFA |

2015 Auszeichnung für das Lebenswerk bei der Sportgala „Saarsportler 2015“

Ein Region, die mich geprägt hat

MARGRET KRATZ

Mit Mädchen Fußball spielen? Das ging bei uns

früher nur unter einer Bedingung: Das Mädchen

muss ins Tor. Früher, das war so Ende der 60er-, Anfang der

70er-Jahre. Ich lebte mit meinen Eltern und acht Geschwistern

in Rissenthal. Wir Kinder konnten unser Leben auf dem

Land damals total genießen. Wir sind glücklicherweise noch

in einer Zeit aufgewachsen, in der wir einen riesigen Bewegungsraum

hatten. Wiesen, Felder, Wälder und Straßen, auf

denen nur alle paar Stunden ein Auto fuhr. Bis auf Schule

und Hausaufgaben waren wir draußen, konnten spielen,

toben und frei sein, ganz ohne Einschränkungen. Auf der

Straße war immer jemand zum spielen, wir durften uns

dreckig machen und überall auf den Wiesen und in den

Wäldern umhertoben. Fernsehen oder Computer gab

es nicht, deshalb war die Umgebung in unserem Dorf

damals unsere Welt.

geprägt und prägt mich bis heute. Sie sagte: „Du musst ganz viel

trainieren und besser werden. Dann wird die Zeit kommen, in der

du nicht mehr als Letzte gewählt wirst.“ Das habe ich mir eingeprägt

und ab diesem Zeitpunkt so viel wie möglich mit meinem

Bruder Klemens trainiert. Wir haben uns stundenlang die Bälle

hin und her geschossen, auf Kellerfenster gezielt, Kopfbälle geübt

und eins gegen eins gespielt. Und tatsächlich wurde ich irgendwann

als Vorletzte gewählt. Das war ein großes Erfolgserlebnis

und hat mich nachhaltig motiviert. Es kam sogar der Tag, an dem

ich als Erste gewählt wurde und damit sogar besser dastand als

mein großer Bruder Klemens. Das war Jahre, nachdem ich den

Rat meiner Mama bekam. Es war ein unvorstellbares Gefühl. Da

Dass ich unbedingt Fußball spielen wollte, lag vor allem

an meinen um ein Jahr älteren Brüdern. Ich wollte

immer schon alles machen, was die Zwillinge gemacht

haben. Klar, die Jungs wollten Fußball spielen. Genauso

klar: Das wollte ich dann auch. Nach einiger Zeit im

Tor wurde mir das zu langweilig. Ich wollte mitmischen,

nicht nur rumstehen. Irgendwann durfte ich dann mit

aufs Feld, doch wurde ich von den Kapitänen immer

als Letzte in die Mannschaft gewählt. Da war ich so

fünf, sechs Jahre alt. Das war ganz furchtbar und ich

habe mich schließlich bei meiner Mama ausgeweint,

dass ich immer am Schluss noch alleine da stand.

Die Antwort hat mich für mein weiteres Leben


habe ich gelernt: Wenn man fleißig ist und hart trainiert, dann

lohnt sich das und man hat Erfolg.

Nochmals einige Jahre später spielte ich mit einer Auswahl des

Jugendrotkreuzes gegen eine Mannschaft der Jungen Union

Rissenthal. Wir haben sieben zu null gewonnen, alle Tore in

diesem Spiel konnte ich erzielen. Das sprach sich schnell herum

und genau zu dieser Zeit hat ein Trainer für eine Frauen-Mannschaft

in Weiskirchen nach Spielerinnen gesucht. In einem Zeitalter

vor Whatsapp und Facebook lief das noch etwas anders.

Der Paketzusteller der Post bat damals alle Briefträger, in ihren

Gebieten zu fragen, ob dort Mädchen bzw. junge Frauen Lust

am Fußballspielen hätte. Unsere Briefträgerin dachte sofort an

mich, und so wurde ein Treffen vereinbart. So wartete ich bei der

Postabladestelle auf den Paketboten, eine geschlagene Stunde.

Als er da war, ging es umso schneller. Denn ich wollte spielen

und er freute sich über engagierte Spielerinnen. In Weiskirchen

habe ich lange gespielt, auch während des Studiums in Trier.

1982 kam ein Angebot aus Kaiserslautern, so dass ich als Spielerin

in die Pfalz wechselte. Deshalb aus Rissenthal wegzugehen,

kam für mich überhaupt nicht in Frage. Ich habe so an jedem und

allem in meiner Heimat gehangen, dass es undenkbar war, trotz

der vielen Fahrerei, nach Kaiserslautern zu ziehen.

Bevor ich 1986 von Kaiserlautern zurück ins Saarland gewechselt

bin, erfüllte sich ein großer

Traum für mich: Ich wurde

Nationalspielerin. Damals

hatte der Frauenfußball zwar

noch keinen Stand im Profi-

Sport. Aber ich kann mich

erinnern, dass das Amtsblatt in

Losheim darüber berichtet hat,

mit Foto und allem.

Doch kein Land auf der Welt

war so toll, dass ich mir hätte

vorstellen können, dort sesshaft zu

werden und meine alte Heimat

aufzugeben.

Der Auszug aus Rissenthal kam schließlich doch noch, aber erst

als ich 30 wurde. Es war eine Entscheidung aus Zeitmangel, denn

ich habe zu diesem Zeitpunkt schon in Saarbrücken gearbeitet,

trainiert und in der Bundesliga gespielt. Daran schloss sich eine

wunderbare und abwechslungsreiche Zeit an. Neben dem Job

als Trainerin in der Bundesliga war ich immer wieder als Entwicklungshelferin

des DOSB und DFB sowie als Nationaltrainerin in

verschiedenen Ländern der Welt unterwegs. Es ging darum, den

Frauenfußball in möglichst vielen Ländern der Welt aufzubauen.

Jedes Land und jede Reise hat mich geprägt und weitergebracht.

Doch kein Land auf der Welt war so toll, dass ich mir hätte

vorstellen können, dort sesshaft zu werden und meine alte

Heimat aufzugeben. Die Ruhe und vor allem dieses Vertrauen

empfinde ich nie und nirgends so wie zuhause.

Man kann wirklich sagen: Meine Heimat hat mich geprägt, mein

Bruder Klemens hat mich gefordert und meine Familie hat mich

gefördert. Dadurch habe ich das Selbstbewusstsein aufbauen

können, das ich später gebraucht habe. Die Prägung durch

meine Geschwister, allen voran durch meinen Bruder Klemens,

war sehr stark. Er hat mich intuitiv gefördert und gefordert, mir

aber auch mal in den Hintern getreten, wenn es nötig war. Er

war mein ärgster Konkurrent und mein bester Freund. Es war ein

enormer Antrieb, besser zu sein als er. Doch entscheidend ist das

Vertrauen, das über allem steht. Das empfinde ich so tief nur bei

meiner Familie und meiner

besseren Hälfte. Deshalb ist

mir die Heimat auch so

wichtig. Der Bezug und das

Gefühl dazu waren immer da.

Ohne das alles wäre mein

Leben ganz sicher anders

verlaufen.


38 39

Der Kletterpark in den Saarwiesen in Merzig


FERTIGBAU LAUX GMBH

Fertigbau Laux GmbH

Gewerbegebiet Hausbach 1

66679 Losheim

www.fertigbau-laux.de

Know-how und Erfahrung für individuelles Bauen

FERTIGBAU LAUX GMBH

Obwohl es Sonntag ist,

herrscht Betriebsamkeit im

Wohnzimmer, der Küche, dem Bad,

ja, im ganzen Haus. Die Besucher

begutachten das Musterhaus der

Fertigbau Laux GmbH. „Der Name

Laux ist einfach ein Begriff, wenn’s

ums Bauen geht“, sagt einer. Seit

40 Jahren erfüllt das Unternehmen

den Traum von den eigenen vier

Wänden, ganz gleich, ob es sich

um ein Appartement oder eine Villa

handelt. Der Name ist in Hausbach,

am Standort des Unternehmens,

auch deshalb ein Begriff, weil Firmengründer

Franz-Josef Laux hier geboren

ist und ebenso wie seine

Söhne Heiko und Christoph, die mit

ihm das Unternehmen leiten, in

Hausbach lebt. Dass Laux schlüsselfertige

Häuser zu wirtschaftlichen

Preisen baut, hat sich jedoch längst

über die Grenzen Hausbachs hinaus

herumgesprochen. „Unser Einzugsgebiet

erstreckt sich über das Saarland,

Luxemburg sowie weite Teile

von Rheinland-Pfalz“, erklärt Franz-Josef Laux.

Musterhaus von Laux in Nunkirchen

1976 entstand die Laux & Jacobs GmbH & Co., die 1983

nach der Übernahme durch Franz-Josef Laux in F. J. Laux GmbH

umbenannt wurde. Im Laufe der

Jahre entstand mit weiteren Gründungen

die Firmengruppe Laux, zu

der die Fertigbau Laux GmbH zählt.

Zur Gruppe, die seit 2013 von der

Laux Management GmbH geführt

wird, gehören 16 Tochterunternehmen

und sechs Beteiligungen.

Laux baut und verkauft nicht nur

Immobilien, sondern betreibt und

verwaltet sie auch. Dabei vergisst die

Familie Laux niemals ihre Wurzeln.

„Um unseren Kunden eine optimale

Qualität zu bieten, arbeiten wir mit

bewährten, zuverlässigen Meisterbetrieben

aus der heimischen Umgebung

zusammen“, erklärt Laux.

Von der Planung bis zur Schlüsselübergabe

kann er so alles aus einer

Hand liefern. „Das Schöne an unserer

Arbeit: Jede Immobilie, die wir bauen,

ist ein Unikat, hat also etwas ganz

Eigenes“, sagt Laux. Hierfür müssen

seine Mitarbeiter natürlich das

notwendige Fachwissen besitzen,

um die Vorstellungen der Kunden

von den eigenen vier Wänden optimal umzusetzen. Ein Beispiel

für das Know-how der 140 Mitarbeiter findet sich im Musterhaus

von Laux im nahe gelegenen Nunkirchen – selbst am Sonntag.


68 69 TATJANA SCHNEIDER

BIOGRAFIE

geb. 1968 in Deutschland, aufgewachsen in den Niederlanden | während

der Schulzeit Reisen in verschiedene Teile der Erde | Zucht von Leonbergern

| ab 1991 Reise um die Welt zu verschiedenen Wolfsforschern,

Wissenschaftlern und Wolfsethologen | 1993 erster Besuch im Wolfspark

Werner Freund Merzig | 1995 erste Wolfsaufzucht im Wolfspark Merzig |

1995 bis 2014 intensive Mitarbeit im Wolfspark Merzig | seit 2014 Leitung

des Wolfsparks Werner Freund in Merzig

Durch die ganze Welt bis nach Merzig

TATJANA SCHNEIDER

Pilot, Zugführer, Ärztin, Feuerwehrmann – als ein

Lehrer uns Kinder in der zweiten Klasse mit der Frage

konfrontierte, was wir mal werden wollen, war ich ziemlich

überfordert. Während die Klassenkameraden mit allen möglichen

tollen Berufen um die Ecke kamen, war meine –

damals eher spontan verzweifelte – Antwort: Ich will glücklich

werden. Damit war wiederum der Lehrer ziemlich

überfordert. Natürlich war mir damals nicht die ganze

Bedeutung meiner Antwort klar. Ich war immerhin gerade

mal sieben Jahre alt. Aber glücklich werden – das schien

gar kein so schlechter Plan. Das Beste daran ist aber:

Heute bin ich glücklich. Genau mit dem, was ich mache,

wo ich es mache und mit welchen Menschen ich es

mache. Wobei, es sind dann doch eher die Vierbeiner,

denen ich mein Leben gewidmet habe.

der einen auf das alles vorbereiten kann. Wer aber genau beobachtet

und versucht, die Tiere zu verstehen, findet den Zugang

zu ihnen. Natürlich habe aber auch ich nicht direkt mit Wölfen

angefangen.

Die Liebe zu Hunden bzw. Wölfen begann mit meiner ersten

Leonberger-Hündin. Sie war ein sehr charakterstarker und willensstarker

Hund, intelligent und damit eine echte Herausforderung.

Schnell merkte ich, dass ich alles, was meine Hündin tat, verstand

und logisch fand. Ich wollte es aber verstehen, wissen, warum sie

das tut. Oder eben auch nicht. So wurde mein Interesse an der

Verhaltensforschung geweckt. Diese Neugier führte mich schon

früh in unterschiedliche Gebiete der Welt. Ich war neugierig und

interessiert an anderen Menschen, Kulturen und Lebensweisen

Mit den Wölfen heulen – für viele ist das ein Traum, bei

mir ist es geliebte Wirklichkeit. Jeden Tag zeigen die

Wölfe hier im Wolfspark Werner Freund in Merzig neue

Seiten, neue Verhaltensweisen. Sie überraschen uns

Menschen immer wieder und verzaubern uns gleichermaßen.

Die Leitung des Parks und die Arbeit mit und

für die Wölfe – das ist in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung

und anstrengend, aber es ist auch die

schönste Arbeit überhaupt. Diese Tiere beobachten

und erleben zu können, ist immer aufs Neue wunderbar

und spannend. Ich bin mittlerweile 23 Jahre

dabei, dennoch lerne ich jeden Tag noch etwas dazu.

Nun sind diese Arbeit und das Leben mit den Wölfen

eher ungewöhnlich. Es gibt keinen Ausbildungsberuf,

Der 2014 verstorbene Wolfsforscher Werner Freund


– ich wollte die Welt kennenlernen. Neben der Leonberger-Zucht

entwickelte sich so auch die Liebe zu den Wölfen. Was schließlich

der Antrieb war, über zwei Jahre durch die Welt zu reisen und

Wolfsforscher, Wissenschaftler und Wolfsethologen zu besuchen.

Dort zu arbeiten, zu beobachten und sich auszutauschen – das

war die beste Ausbildung und Erfahrung.

Der Wolfspark in Merzig war damals tatsächlich die letzte Station

auf meiner Liste. Nicht etwa, weil er zu klein oder uninteressant

war. Es lag schlicht daran, dass er am nächsten an meinem

damaligen Wohnort in den Niederlanden lag. Es waren nur

300 Kilometer, das sollte immer irgendwie mal klappen. 1993

hat es schließlich geklappt. Ich kam her und habe mir in Ruhe

den Park und die Wölfe angeschaut. Mit Werner Freund hatte

ich damals jedoch noch keinen Kontakt. Erst später kam dieser

zustande, wenn auch über einen Umweg. In einem kalten

November habe ich dann hier mehrere Wochen mitgearbeitet –

das heißt wirklich bei allem mitgearbeitet, auch bei den unan-


70 71 TATJANA SCHNEIDER

genehmen Aufgaben. Das

führte zur Frage von Werner

Freund, ob ich Lust hätte, im

Jahr darauf mit ihm Polarwolf-

Welpen großzuziehen.

Das haben wir 1995 über drei

Monate gemeinsam gemacht.

Aber es sollte bis 2005

dauern, bis ich entschied, ganz ins Saarland zu ziehen. Werner

Freund und ich haben dann bis 2014 in vollstem Vertrauen und

gegenseitigem Respekt miteinander gearbeitet. Nach dem Tod

von Werner Freund durfte ich die Leitung des Parks hier in Merzig

übernehmen. Diese Entscheidung fiel mir leicht, da ich hier mehr

als die Tiere ins Herz geschlossen hatte.

Bereits als Kind habe ich nicht nur die Liebe zu den Tieren,

sondern auch zu Wald und Natur entwickelt. Für beides steht

der Landkreis Merzig-Wadern, der sogenannte grüne Kreis. So

dass ich mich von Anfang an hier sehr wohlgefühlt habe. Das

und die Lebensart der Menschen haben mir direkt gefallen. Es

Die Region ist wunderschön,

sie hat eine sehr charmante Seite.

Die Umgebung, die Mentalität und

die Gelassenheit machen diese Ecke

der Welt wirklich lebenswert.

geht alles etwas langsamer,

und ich mag die Art von Ruhe

sehr, die hier herrscht.

Da musste ich mich als

Holländerin erst mal dran

gewöhnen. Inzwischen kann

ich es mir anders nur noch

schwer vorstellen. Die Region

ist wunderschön, sie hat eine sehr charmante Seite. Die Umgebung,

die Mentalität und die Gelassenheit machen diese Ecke der

Welt wirklich lebenswert. Zudem sind die Saarländer sehr gastfreundlich,

was natürlich enorm dabei hilft, sich hier einzuleben.

Dass ich zudem noch jeden Tag mit den Wölfen verbringen kann,

macht es zum perfekten Ort, um hier zu leben. Das könnte ich

in der Form sicherlich an keinem anderen Platz auf der Welt.

Deshalb kann ich heute sagen: Ich bin hier glücklich und habe

alles gefunden, wonach ich gesucht habe.


72 73 PROF. DR. KLAUS STEINBACH

BIOGRAFIE

geb. 1953 in Kleve, verheiratet, zwei Kinder | ehemaliger Spitzen-Schwimmer, insgesamt 25 nationale Meistertitel,

64 deutsche und neun Europarekorde | Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 1972 in München,

Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal | Weltmeister 1975 mit der 4x200-Meter-Freistilstaffel,

fünfmal Europameister | 1976 bis 1983 Studium der Medizin am Universitätsklinikum des Saarlandes

in Homburg, 1986 Promotion | seit 1997 Ärztlicher Direktor und Chefarzt für Orthopädie sowie für Physikalische

und Rehabilitative Medizin der Hochwald-Kliniken in Weiskirchen | Professor an der Deutschen Hochschule

für Prävention und Gesundheitsmanagement in Saarbrücken | 2002 bis 2006 Präsident des Nationalen

Olympischen Komitees | Mitglied der Medizinischen Kommission des Internationalen Olympischen Komitees

(IOC) | Chef de Mission der deutschen Olympia-Mannschaft bei den Olympischen Spiele 2000, 2004 und 2006

Saarländer aus Überzeugung

PROF. DR. KLAUS STEINBACH

Sportlich, privat und beruflich ist das Saarland schon

recht früh zu meiner Heimat geworden. Denn es hat

einfach sehr vieles gepasst. 1969, mit gerade mal 15 Jahren,

wechselte ich nach Saarbrücken in die neu gegründete DSV-

Schule „Max Ritter“. Im Sommer 1970 ging es von dort nach

Mettlach ins Trainingslager, damals ganz unspektakulär ins

örtliche Freibad mit Training bei 20 Grad Wassertemperatur.

Für uns Schwimmer war es eine schöne Abwechslung und

es hatte etwas von erfrischendem Abenteuer. Wir haben

während des Mettlacher Trainingslagers im Ruder- und

Kanuheim in Dreisbach direkt an der Saarschleife gewohnt.

Und ich muss sagen, dass mir die Gegend direkt sehr

gut gefallen hat. Viel Natur, Wald und Wasser und wenig

Verkehr – herrlich. Mein privates Glück habe ich später

ebenfalls in Mettlach gefunden. Meine Frau Andrea Bohr

stammt von dort und das vertieft seither die Verbundenheit

mit dem Landkreis noch mehr.

Nach der sportlichen Karriere bin ich die meiste Zeit

im Saarland geblieben. Ich habe am Universitätsklinikum

des Saarlandes in Homburg Medizin studiert und

anschließend in verschiedenen Kliniken gearbeitet, bis

ich 1992 Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Sportmedizin

der Hochwald-Kliniken in Weiskirchen wurde.

Seit 1997 bin ich dort auch Ärztlicher Direktor. Die

Gegend und die Arbeitsbedingungen hier im Hochwald

passen perfekt zusammen. Wir sind umgeben

von viel Wald und Natur, was auch von unseren

Patienten und Kurgästen sehr geschätzt wird. So

können sie direkt von der Klinik aus im Wald

spazieren oder auf unserer Walking-Strecke wandern und trainieren.

Nur ein paar Gehminuten entfernt von den Kliniken

findet man das Flair Parkhotel mit dem Vitalis-Zentrum mit

Schwimmbad, Saunalandschaft und dem Reha-Vitalis, einer in

der Region sehr bekannten ambulanten Therapie- und Gesundheitseinrichtung.

Durch den angrenzenden Kurpark geht man

entlang des Kurparkweihers zum Weiskircher Ortskern mit dem

neuen „Haus des Gastes“. Ebenso stehen viele Freizeitangebote

in der näheren Umgebung zur Verfügung, ob es der Stausee in


Weindorf am Weinstrand an den Schwarzrinder Seen bei Weiskirchen

Losheim am See, das Wildtiergehege in Rappweiler mit Kletterparcours

oder der 18-Loch Golfplatz in Nunkirchen ist.

Der Schwarzwälder Hochwald ist für unsere Patienten und

Gäste genauso wie für Einheimische eine wunderbare Naturgegend

mit vielen Freizeitmöglichkeiten und einer hohen Lebensqualität.

Das schätze ich persönlich sehr. Ich fahre gerne und viel

Fahrrad, was mich bei größeren Touren über abwechslungsreiche

Strecken bis nach Luxemburg, Lothringen und das angrenzende

Rheinland-Pfalz durch eine herrliche Landschaft führt. Aber auch

wer Wandern, Walken, Laufen oder Ähnliches mag, kommt in der

ganzen Region auf verschiedenen Premium-Wanderwegen auf

seine Kosten. Die Umgebung bietet sehr viele Möglichkeiten für

aktive Erholung. Das liebe und schätze ich von Anfang an. Denn

neben einem anstrengenden Berufsleben oder Reisen hat man

hier einen Rückzugsort, der sich auf ideale und vielfältige Weise

zur Erholung anbietet.

Weiskirchen ist zudem ein

Premium-Luftkurort, die Luft

hier ist besonders gut, sodass

Sport im Freien nicht nur Spaß

macht, sondern auch gesundheitlich

beste Voraussetzungen

bietet. Hier spürt man

beste Lebensqualität im ländlichen

Raum ohne die störende

Hektik der Großstadt. Ich bin

im Rahmen meiner verschiedenen

Ehrenämter immer

Ich bin Bekenntnissaarländer,

also quasi „Überzeugungstäter“.

Das zeige ich auch gerne nach

außen, weshalb es mich sehr freut,

dass ich seit Jahren als „Saarlandbotschafter“

für diese wunderschöne

Region werben darf.

noch viel auf Reisen, auch immer wieder in Großstädten. Vor

allem als aktiver Sportler und als Sportfunktionär war ich nahezu

in der ganzen Welt unterwegs, in spannenden Metropolen und an

beeindruckenden Plätzen. Das hinterlässt natürlich nachhaltige

Eindrücke. Aber ich genieße es wirklich, wieder nach Hause in

unsere ländliche Gegend zu kommen. Ich wohne hier viel lieber

als in einer großen Stadt.

Die Ruhe und die Natur sind sehr wohltuend nach einer hektischen

Zeit. Man kommt runter und kann abschalten, man kann

aktiv sein oder entspannen.

Beruflich sind die Hochwald-Kliniken in Weiskirchen zu meinem

Zuhause geworden. Die Lage der Kliniken und die Umgebung

passen wunderbar zusammen. Wir haben ein recht großes

Einzugsgebiet, das das ganze Saarland umfasst und bis nach

Koblenz, Mannheim, Kaiserslautern und darüber hinaus reicht.

Die Vernetzung mit den Kliniken in der Umgebung ist hervorragend,

was uns zugutekommt.

Die Zuweisungen über Luxemburger

Kliniken steigen seit

einigen Jahren spürbar und

kontinuierlich, sodass wir auch

in dieser Hinsicht von der

Lage im Dreiländereck profitieren

können. Die Lage bietet

zudem eine gute Anbindung

an Flughäfen in der Nähe, in

Saarbrücken, Luxemburg und

Hahn. Das ist ein wichtiger


74 75 PROF. DR. KLAUS STEINBACH


Der Kurparkweiher in Weiskirchen

Aspekt, der nicht nur für Privatleute, sondern auch für Geschäftsleute

interessant ist. Ich nutze diese Möglichkeiten sehr gerne, sei

es beruflich oder privat.

Das Saarland allgemein, mein Wohnort Lebach, aber besonders

der Landkreis Merzig-Wadern sind inzwischen viel mehr Heimat

für mich geworden als mein Geburtsort. Ich bin Bekenntnissaarländer,

also quasi „Überzeugungstäter“. Das zeige ich auch gerne

nach außen, weshalb es mich sehr freut, dass ich seit Jahren als

„Saarlandbotschafter“ für diese wunderschöne Region werben

darf. Das mache ich gerne, denn neben der Landschaft sind es

im Speziellen die Menschen und die Lebensart, die hier sehr

liebenswert sind. Saarländer sind sehr gastfreundlich und offen,

dem Rheinländischen schon recht ähnlich. Der unkomplizierte

Umgang miteinander ist mir lieb und wichtig. Die Menschen im

Landkreis arbeiten viel für ihre Lebensqualität, wissen sie aber

auch zu nutzen. Das gefällt mir sehr und deshalb fühle ich mich

so wohl hier.

Klassik-Open-Air am Stausee Losheim am See


80 81 WENDELIN VON BOCH

BIOGRAFIE

geb. 1942 in Mettlach, verheiratet, vier Kinder | Abschluss als Diplomkaufmann

an der Hochschule St. Gallen | seit 1967 im Familienunternehmen

Villeroy & Boch tätig | 1998 bis 2007 in achter Generation Vorstandsvorsitzender

der Villeroy & Boch AG | 2005 Verleihung des Bundesverdienstkreuzes

1. Klasse | seit 2007 Mitglied des Aufsichtsrates der

Villeroy & Boch AG, seit 2009 Vorsitzender

Verantwortung und nachhaltiges Handeln

für die Region

WENDELIN VON BOCH

In Mettlach geboren und nach Aufenthalten im Inund

Ausland habe ich mein gesamtes berufliches Leben

in Britten in der Nähe von Mettlach verbracht. Es ist ein

großes Glück, in einer so schönen Region Deutschlands

aufgewachsen zu sein und leben zu dürfen.

Meine Familie konnte im Jahr 1809 die Alte Abtei in Mettlach

erwerben, damals Keramikmanufaktur und Wohnsitz

zugleich, und noch heute das Herzstück unseres Unternehmens

Villeroy & Boch. Von hier aus wurde trotz Kriegswirren

und Weltwirtschaftskrisen eine weltweite Expansion

betrieben, die uns allerdings nie hat vergessen lassen, wo

unsere Wurzeln sind und was seit Jahrhunderten nicht

nur unser Unternehmen, sondern auch unsere Familie

und mich ganz persönlich geprägt hat.

Auch das Leben im Länderdreieck Deutschland – Frankreich

– Luxemburg und insbesondere die wechselvolle

Geschichte des Saarlandes haben sich auf unsere familiäre

und die Unternehmenskultur ausgewirkt. So haben

wir uns über „Nationalismen“ hinweggesetzt und durch

den daraus entstandenen internationalen Geist leichter

getan, die Herausforderungen der Globalisierung zu

meistern.

Die hiesige Landschaft mit den schönen Wäldern,

die sich über das kupierte Gelände ziehen, erinnert

mich ein wenig an das Voralpenland Bayerns, in

dem ich mich ähnlich wohlfühle. Wann immer wir können,

nutzen wir mit großer Begeisterung die wunderschönen Wanderwege,

die direkt vor unserer Haustüre beginnen und genießen

Fauna und Flora in deren unendlicher Vielfalt. Ausbaufähig sind

lediglich noch die „Einkehrplätze“ für die Wanderer, die sich ebenfalls

in großer Zahl an der Schönheit des Hochwalds erfreuen.

Schon mein Vater, ein passionierter Land- und Forstwirt, hatte

mich in die Geheimnisse der Natur eingeweiht. Von ihm habe

ich gelernt, was mich bis heute auch in meinem gesamten Leben

beeinflusst hat: den Respekt und die Achtung vor der Schöpfung

sowie der sorgfältige und sparsame Umgang mit den natürlichen

Ressourcen. Entscheidungen, die sich an Nachhaltigkeit


orientieren, nicht nur in Landund

Forstwirtschaft, sondern

gerade auch in der Industrie und

der Wirtschaft, waren und sind

das Motto meines Tun und

Handelns.

Dadurch habe ich gelernt, dass

Denken in langen Zeiträumen

und in Generationen immer

sinnvoller war und ist, als

Gewinn-Maximierung und kurzfristige

Erfolge, die oft fast

ebenso schnell verpuffen wie sie sich eingestellt haben. Das

bodenständige Denken der Menschen in unserer Region schätze

ich neben ihrer Offenheit, ihrer Gastfreundschaft und ihrer

Nahbarkeit ganz besonders. So hat sich ein großes heimatliches

Gefühl eingestellt, das nach längerer Abwesenheit immer wieder

Heimweh entstehen lässt.

Um wie viel attraktiver wären unsere Dörfer, wenn die schönen

alten lothringischen Bauernhäuser restauriert und damit erhalten

würden!

Mit gewissem Stolz erfüllt mich, dass meine Vorväter und wir bis

in unsere jetzige Generation hinein diese Region mitgestaltet

So haben wir uns über

haben. Vieles wäre verfallen,

wenn nicht Eugen von Boch

und seine Nachfolger den

Alten Turm, die Alte Abtei

oder den Schinkelbrunnen

erhalten hätten. Ohne sie

gäbe es weder das Schloss

Saareck und das Schloss

Ziegelberg, die neugotische

Kapelle in Mettlach und die

schönen Parkanlagen. Dies

einmal abgesehen von den

industriellen keramischen

Aktivitäten, die noch heute in Mettlach und Merzig eine große

Rolle spielen.

„Nationalismen“ hinweggesetzt

und durch den daraus ent-

standenen internationalen Geist

leichter getan, die Heraus-

forderungen der Globalisierung

zu meistern.

Dieser Verantwortung fühlen wir uns als Familie und Unternehmen

bis heute verpflichtet und so soll der Ort Mettlach –

der schon heute ein touristischer Magnet ist – mit der Restaurierung

der Benediktinerabtei und der Renovierung des gesamten

Umfeldes eine weitere Aufwertung erfahren.

Nachhaltiges Denken und Handeln immer mit Blick auf das Wohl

zukünftiger Generationen sind aus meiner Sicht typisch für die

Menschen, die in unserer Region leben.


88

ÜBERSICHT DER PR-BILDBEITRÄGE

Wir danken den folgenden Unternehmen und Einrichtungen, die mit ihren

Beiträgen das Zustandekommen dieses Buches ermöglicht haben.

DAS BAD Merzig 63

www.dasbadmerzig.de

boesner GmbH Perl 15

www.boesner.com/niederlassungen/perl

BTB Lauer GmbH & Co. KG 19

www.btblauer.de

HACO – Das ErlebnisEinkaufsZentrum 22

www.haco.de

HOLZHAUER KG 23

www.holzhauer-kg.de

HOMANIT GmbH & Co. KG 28–29

www.homanit.de

IfaI Wirtschaftliches Institut für angewandte

Informatik GmbH 27

www.ifai-software.de

kohlpharma GmbH 34–35

www.kohlpharma.de

Krüger Druck+Verlag GmbH & Co. KG 33

www.kdv.de

KÜS-Bundesgeschäftsstelle 40–41

www.kues.de

Fertigbau Laux GmbH 39

www.fertigbau-laux.de

Bauunternehmung MEIERS GmbH 47

www.meiers-bau.de

Seniorengalerie Moselpark Perl 52

www.seniorengalerie-moselpark.de

Nedschroef Beckingen GmbH 51

www.nedschroef.com

REGLER SYSTEMS GmbH 76

www.regler-systems.de

SaarGummi group 53

www.saargummi.com

Saarschleifenland Tourismus GmbH 64–67

www.saarschleifenland.de

Sparkasse Merzig-Wadern 71

www.SparkasseMerzig-Wadern.de

Stadtwerke Merzig GmbH 62

www.stadtwerke-merzig.de

Villeroy & Boch AG 77

www.villeroy-boch.de

Walter & Co. GmbH 86

www.walter-co.de

Möbel- und Teppichhaus Susanne Werding e. Kfr. 79

www.susanne-werding.de

WRD Große-Beck GmbH 78

www.sicherheit-saar.de

ZWP Anlagenrevision GmbH 87

www.zwpar.de

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