Rhein Pfalz Kreis - rein persönlich

neomedia

RHEIN

PFALZ

KREIS

rein persönlich


RHEIN-PFALZ-KREIS – rein persönlich


Kleinniedesheim

Großniedesheim

Heuchelheim

Beindersheim

Bobenheim-Roxheim

Heßheim

Birkenheide

Lambsheim

Maxdorf

Ludwigshafen am Rhein

Fußgönheim

Mutterstadt

Rödersheim-Gronau

Hochdorf-Assenheim

Dannstadt-Schauernheim

Neuhofen

Limburgerhof

Altrip

Schifferstadt

Böhl-Iggelheim

Waldsee

Otterstadt

Hanhofen

Dudenhofen

Harthausen

Römerberg


RHEIN

PFALZ

KREIS

rein persönlich

Kreisverwaltung Rhein-Pfalz-Kreis

in Zusammenarbeit

mit der neomediaVerlag GmbH


4 I 5 IMPRESSUM / INHALT

IMPRESSUM

Herausgeber

Kreisverwaltung Rhein-Pfalz-Kreis

Europaplatz 5

67963 Ludwigshafen

Tel. 0621 5909-0

post@kv-rpk.de

www.rhein-pfalz-kreis.de

In Zusammenarbeit mit:

neomediaVerlag GmbH

Industriestraße 23, 48653 Coesfeld

Tel. 02546 9313-0

info@neomedia.de

www.neomedia.de

Idee und Konzeption

Rainer Wendorff

Redaktion/Lektorat

Kreisverwaltung Rhein-Pfalz-Kreis,

Stefan Kopf

neomediaVerlag GmbH,

Silke Florijn/Günter Poggemann

Projektakquise

Jochen Federlein

Grafik/Layout

Kerstin Katemann

Porträt- und Firmenfotos stammen, soweit nicht

anders vermerkt, von den jeweiligen Personen und

Unternehmen.

Printed in Germany 2016

Das Manuskript ist Eigentum des Verlages.

Alle Rechte vorbehalten.

Dem Buch liegen neben den Beiträgen der

Autoren Darstellungen und Bilder der Firmen und

Einrichtungen zugrunde, die mit ihrer finanziellen

Beteiligung das Erscheinen des Buches ermöglicht

haben.

Druck

Printart GmbH

Druckerei, Verlag und Medienagentur

67125 Dannstadt

Bibliographische Information der Deutschen

Bibliothek

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese

Publikation in der Deutschen Nationalbibliographie;

detaillierte Daten sind im Internet über

http://dnb.dbb.de abrufbar.

ISBN 978-3-931334-62-8

Bildnachweis

Bernhard Kunz: S. 9, S. 10, S. 11, S. 12, S. 13,

S. 15, S. 16, S. 18, S. 19, S. 21, S. 22, S. 29, S. 31,

S. 33, S. 39, S. 40, S. 41, S. 43, S. 49, S. 51,

S. 53, S. 59, S. 61, S. 63, S. 64, S. 71, S. 73,

S. 74, S. 75, S. 81, S. 82, S. 85, S. 88, S. 89,

S. 90, S. 91, S. 92, S. 93, S. 98, S. 99, S. 100,

S. 101, Uwe Arens (S. 48), allesfoto.com

(S. 80), Klaus Bolte (S. 84)


RHEIN

PFALZ

KREIS

rein persönlich

INHALT

8 Grußwort

Landrat Clemens Körner

10 In der Pfalz daheim, in der Welt unterwegs

Prof. Dr. Maria Böhmer

14 Kontrolle der Stechmücken

im Einklang mit der Natur

Prof. Dr. Norbert Becker

16 Auf Entdeckungstour im Reich der Insekten

Erich Bettag

20 Vertrauensvolle Partnerschaft seit 25 Jahren

Knut Bichoel

23 Aktives Leben unterstützen

CIBEK

24 Leidenschaft für Landwirtschaft

BASF SE Agrarzentrum Limburgerhof

26 Nachhaltige und umweltbewusste Nutzung

heimischer Ressourcen

GDF SUEZ E&P Deutschland GmbH /

Palatina GeoCon GmbH & Co. KG

27 Architektur ist Lebensraum

Diehl Architekten

28 Heimat ist die eigene Lebensgeschichte

Frank Darstein

30 Lebendige Willkommenskultur

Tatjana Fornoff

32 Geprägt von Geschichte und Kultur

Bruder Thomas Freidel

34 Tradition und Innovation seit über 100 Jahren

PFALZWERKE AKTIENGESELLSCHAFT

36 From Vision to Reality

HEBERGER GmbH

37 Strategie und Ausgewogenheit

als Schlüssel zum Erfolg

INP Deutschland GmbH

38 Die Geschichten der Heimat erzählen

Susanne Geier


6 I 7 INHALT

42 Historisch geprägt und kulturell bedeutsam

Dr. Heiner Geißler

44 Genuss und Qualität erntefrisch

aus der Pfalz

Pfalzmarkt für Obst und Gemüse eG

47 Know-how, Qualität und Sicherheit –

drei standfeste Pfeiler

Kempf Wohnbau

48 Musikalischer Botschafter der Pfalz

Prof. Pirmin Grehl

50 Ein Wahrzeichen der Heimat

Heinz Georg Holl

52 Majestätischer Blick auf die

Pfälzer Weinvielfalt

Janina Huhn

54 Pflegeimmobilien als attraktive Kapitalanlage

Römerhaus Bauträger GmbH

56 Konsequent regional und garantiert

kundenorientiert

RV Bank Rhein-Haardt eG

58 Vieles im Leben braucht Glück und Ausdauer

Dr. Melanie Klasen-Memmer

60 Leidenschaftlicher Einsatz für die Heimat

Heinz Klamm

62 Faszination für Volkskunde

und Heimatgeschichte

Renate Klamm

65 Wir drucken in der Region für die Region

Printart GmbH DRUCKEREI · VERLAG · MEDIENAGENTUR

66 Zuverlässiger Finanzpartner vor Ort

Sparkasse Vorderpfalz

70 Im Herzen ein Pfälzer geblieben

Jürgen Kohler

72 Fotograf – der schönste Beruf der Welt

Bernhard Kunz

76 Persönliches Vertrauen statt

Hochglanzwerbung

Thüga Energienetze GmbH

78 Werte schaffen – Werte erhalten

Volksbank Kur- und Rheinpfalz eG


RHEIN

PFALZ

KREIS

rein persönlich

80 50 Jahre grenzüberschreitende Freundschaft

Manfred Pinzger

83 Kompetenter Partner für frisches

Qualitätsgemüse

Topfresh GmbH & Co. KG

84 Stiften macht glücklich

Stefan Rohrbacher

86 In der Metropolregion

vielfach präsent

VR Bank Rhein-Neckar eG

88 Engagement für Sport und Kultur

Elke Rottmüller

97 Aufblühen im Alter

WBG Wohnstift Betriebsgesellschaft mbH

98 Gemüsegarten mit Vorbildcharakter

Norbert Schindler

100 Kleinod mit historischem Charme

Dr. Ludwig von Heyl

102 Partner für Freude am Fahren

VOGEL Autohäuser GmbH & Co. KG

103 Überregional aktiv für die Umwelt

Firmengruppe Zeller

104 Übersicht der PR-Bildbeiträge

90 Fünfundvierzig erfolgreiche Jahre

Dr. Paul Schädler

94 Spezialist für mineralische Rohstoffe

Rohr Sand und Kies

96 Intelligente Entsorgungskonzepte

für eine saubere Umwelt

SÜD-MÜLL GmbH & Co. KG


10 I 11

PROF. DR. MARIA BÖHMER

In der Pfalz daheim

IN DER WELT UNTERWEGS

Die Pfalz ist meine Heimat,

Deutschland ist mein

Vaterland, und Europa ist


unsere Zukunft.“ Mit diesem

Zitat brachte Dr. Helmut Kohl, der

Kanzler der Einheit, seine tiefe innere Verwurzelung

in der Pfalz zum Ausdruck. Auch

ich fühle diese Heimatverbundenheit und

trage sie mit mir, egal ob ich mich als

Bundestagsabgeordnete in Berlin oder als

Staatsministerin im Auswärtigen Amt im

Ausland aufhalte. Wenn ich nach einer längeren

Reise über den Rhein in die Pfalz fahre,

weiß ich, dass ich heimkomme.

Neben dem Pfälzer Löwen und dem Kreuz

schmückt der mächtige Rhein, der unser

Land und unsere Landschaft so nachhaltig

geprägt hat und prägt, das Wappen des

Rhein-Pfalz-Kreises. Seit nunmehr 24 Jahren

vertrete ich als Abgeordnete Bürgerinnen

und Bürger des Rhein-Pfalz-Kreises im Deutschen

Bundestag, zunächst in Bonn und nach

dem Umzug des Parlaments in Berlin. Seit

1990 bin ich Mitglied des Deutschen Bundestags,

zunächst im Wahlkreis Frankenthal-

Donnersberg, dann in der Nachfolge von Dr.

Helmut Kohl im neu zugeschnittenen Wahlkreis

Ludwigshafen-Frankenthal. Bei den

Bundestagswahlen 2009 und 2013 konnte

ich in meinem Wahlkreis das Direktmandat

gewinnen. Ich bin tief bewegt von diesem

großen Vertrauensbeweis der Menschen aus

meinem Wahlkreis!

BIOGRAFIE

PROF. DR. MARIA BÖHMER

geb. 1950 in Mainz | 1968 Studium der Mathematik, Physik, Politikwissenschaften

und Pädagogik | 1974 Promotion in Pädagogik | 1982

Habilitation | 1982 – 1990 Landesfrauenbeauftragte in Rheinland-

Pfalz | seit 1990 CDU-Bundestagsabgeordnete | seit 1992 Mitglied

des ZDF-Fernsehrats, seit 2002 stellvertretende Vorsitzende | seit

1994 Mitglied des CDU-Bundesvorstands | 2000 – 2005 stv. Vorsitzende

der CDU/CSU-Bundestagsfraktion | 2001 – 2015 Bundesvorsitzende

der Frauen Union der CDU, seit 2015 Ehrenvorsitzende |

seit 2001 Professorin für Pädagogik in Heidelberg | 2004 Bundesverdienstkreuz

| 2005 – 2013 Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin

und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge

und Integration | seit 2013 Staatsministerin im Auswärtigen Amt

Heimat ist eine Konstante im Wandel. Dies

gilt auch für den Rhein-Pfalz-Kreis: Hier

treffen Tradition und Erneuerung aufeinander!

Die Geschichte der Gemeinde Altrip

reicht bis in die Zeit der Römer zurück. Bei

anderen Gemeinden in meinem Wahlkreis,


Ernte von Frühlingszwiebeln – im Rhein-Pfalz-Kreis liegen neun Prozent der deutschen Gemüseanbaufläche.

wie Maxdorf und Limburgerhof, handelt es

sich um Neugründungen aus dem letzten

Jahrhundert. Erst seit etwas mehr als zehn

Jahren, seit dem 1. Januar 2004, trägt der

frühere Landkreis Ludwigshafen seinen

neuen Namen. Dies ist Ausdruck eines neuen

Selbstverständnisses und eines Mehr an

Selbstbewusstsein. Und auch die Anziehungskraft

wächst: Allein seit 1995 ist die

Einwohnerzahl im Rhein-Pfalz-Kreis um

etwa 7.000 Menschen gewachsen. Dass die

Bevölkerung entgegen dem demografischen

Trend nicht abnimmt, ist auf den anhaltenden

Zuzug von außerhalb zurückzuführen.

Die Schätze des Rhein-Pfalz-Kreises mit

dem Fahrrad oder bei Wanderungen immer

wieder neu zu entdecken, ist mir seit vielen

Jahren eine besondere Freude. Die abwechslungsreiche

Landschaft bietet Raum für Erholung

und sportliche Aktivitäten. Besonders

begeistert mich die Natur mit den Rheinauen

und den vielen fruchtbaren Feldern. Nicht

umsonst wird die Pfalz im Volksmund gerne

als der Gemüsegarten Deutschlands bezeichnet.

Gerade im Agrarsektor gehört unsere

Region auch bei der Forschung zur Weltspitze.

Innovation hat bei uns Tradition: Hierfür

steht das vor 100 Jahren gegründete Agrarzentrum

Limburgerhof der BASF. Gelang damals

der Durchbruch mit Düngemitteln, sind

es inzwischen Produkte und Dienstleistungen

für und über den Pflanzenschutz hinaus, die

weltweit helfen, die Erträge und die Qualität

der Agrarerzeugnisse zu verbessern. Immer

wieder wurden hier aus Ideen und Versuchsanlangen

marktreife Lösungen entwickelt

und innovative Technologien geschaffen.

Eine beeindruckende Erfolgsgeschichte!

Besonders begeistert mich die

Natur mit den Rheinauen und

den vielen fruchtbaren Feldern.

Nicht umsonst wird die

Pfalz im Volksmund gerne als

der Gemüsegarten Deutschlands

bezeichnet.


12 I 13 PROF. DR. MARIA BÖHMER

Skulptur „Jesus unter Menschen“ vor der evangelischen Christuskirche Maxdorf

Heimat ist eine Konstante im Wandel. Dies gilt auch für den Rhein-Pfalz-Kreis: Hier

treffen Tradition und Erneuerung aufeinander! Die Geschichte der Gemeinde Altrip reicht

bis in die Zeit der Römer zurück. Bei anderen Gemeinden in meinem Wahlkreis, wie Maxdorf

und Limburgerhof, handelt es sich um Neugründungen aus dem letzten Jahrhundert.

Aber nicht nur wirtschaftlich hat unsere

Region viel zu bieten, sondern auch kulturell.

Das Deutsche Kartoffelmuseum in Fußgönheim

ist weit über die Grenzen des Kreises

hinaus bekannt. Mich verbindet mit dem

Kartoffelmuseum eine ganz besondere Beziehung:

Als ich zum ersten Mal das Museum

besuchte, wurde mir eine Überraschung versprochen.

Und tatsächlich: Zu den Ausstellungsstücken

gehörte ein großes Schild mit

der Aufschrift „Böhmer Landmaschinen-

fabrik“. Der Landmaschinenhandel meiner Familie

reichte bis in die Pfalz und ich war immer

begeistert, wenn ich im Rhein-Pfalz-Kreis alte

Pflüge und Traktoren mit der Aufschrift „Böhmer“

entdecken konnte. An meinen Onkel

Josef Engel, der Deutz-Traktoren verkaufte, erinnerte

sich manch älterer Bauer noch. Immer

wenn ich den Adventsmarkt in Fußgönheim

besuche, mache ich einen kleinen Abstecher ins

Kartoffelmuseum und freue mich über dieses

sichtbare Zeichen der Verbundenheit.

Als ich als junge Abgeordnete den Kreis

erkundete, wurde ich gleich zum Gondelfest

in Bobenheim-Roxheim eingeladen. Ein

Stück Venedig am Altrhein! Zu meiner großen

Überraschung konnte ich in einer Originalgondel

beim Wasserumzug Platz nehmen.

Das Gondelfest wird dabei nicht umsonst als

„Fest des Brückenschlags“ bezeichnet: Hier

feiern Einheimische und auswärtige Gäste,

Alteingesessene und Neubürger, Jung und

Alt, Deutsche und Migranten. Diesen ge-


Schloss mit Schlossgarten in Fußgönheim

lebten Zusammenhalt habe ich schätzen und

lieben gelernt; ich erfahre ihn bei Festen und

Kerwen und vielen Begegnungen im Wahlkreis.

Politisch ist der Rhein-Pfalz-Kreis Heimat

für mich: Seit vielen Jahren veranstalte ich

meinen traditionellen Neujahrsempfang ganz

bewusst in Mutterstadt, um dieser Verbundenheit

Ausdruck zu verleihen. Meinen

Ehrengast erwartet dann als Dank immer

eine besondere Überraschung: unser Pfälzer

Nationalgericht schlechthin – Pfälzer

Saumagen.

Viele Termine führen mich in den Rhein-

Pfalz-Kreis. So war ich gemeinsam mit dem

Bundesbeauftragten für die Unterlagen der

Staatssicherheit, Roland Jahn, im Gymnasium

Maxdorf, um mit Schülerinnen und

Schülern über die Lehren der Vergangenheit

und die Bedeutung von Freiheit und Demokratie

zu diskutieren.

Neben vielen Ausflügen in den Rhein-

Pfalz-Kreis bin ich gespannt auf die zahlreichen

Besuchergruppen, die jedes Jahr zu

mir nach Berlin reisen, um sich vor Ort einen

persönlichen Eindruck von meiner Tätigkeit

im Deutschen Bundestag und im Auswärtigen

Amt zu verschaffen.

Schon jetzt freue ich mich auf meine nächste

Fahrt in den Rhein-Pfalz-Kreis! Die gesamte

Region strahlt große Lebensfreude aus. Ich

genieße es, zur Sommerzeit über eine Kerwe

zu schlendern, Freunde zu treffen, mit einem

Glas Wein anzustoßen und – natürlich –

Saumagen zu essen. Dann weiß ich, ich bin

daheim.


38 I 39

SUSANNE GEIER

Die Geschichten

DER HEIMAT ERZÄHLEN

Schifferstadt hat nicht nur den

Goldenen Hut, Rettich, Wilfried

Dietrich und seine Ringer,

sondern auch eine mittlerweile

110 Jahre alte eigenständige Tageszeitung.

Seit der Gründung im Jahr 1905 wird

die Lokalzeitung, gleichzeitig Amtsblatt der

Stadt Schifferstadt, von meiner Familie herausgegeben.

Inzwischen leite ich den Verlag

in vierter Generation. Das Schifferstadter

Tagblatt ist die kleinste noch selbstständige

Tageszeitung in Deutschland und nimmt somit

eine absolute Sonderstellung in der deutschen

Medienlandschaft ein. Ich bin Verlegerin

„aus Leidenschaft“ mit einer starken Bindung

zu meiner Heimatstadt. Für mich war

immer klar: In Schifferstadt möchte ich leben

– nachdem ich etwas von der Welt gesehen

habe.

Meine Wurzeln sind in Schifferstadt und

somit dem Rhein-Pfalz-Kreis. Die Rettichund

Ringerstadt ist meine Heimat, in der ich

jede Straße und Ecke kenne und (fast) alles

weiß, was sich hier so tut. Unsere Zeitung

hält seit 110 Jahren die Geschichte und Geschichten

des Ortes und das Stadtleben fest.

Ein unschätzbarer Wert, der in Archivbänden

schlummert, in die ich gerne eintauche.

Beim Blättern vergisst man die Zeit hier

schnell. Lokalgeschichte ist spannender als

manch einer denkt.

Den Wert der Heimat lernt man erst richtig

schätzen, wenn man diese verlässt, so wie ich

es zunächst nach dem Abitur für meine Ausbildung

im In- und Ausland gemacht habe.

Schon damals stellte ich fest: Die Vorderpfalz

ist einfach eine lebenswerte Ecke Deutschlands

– das Klima, der Wein, der Dialekt, die

Mentalität der Pfälzer, die tollen Einkaufs-

BIOGRAFIE

SUSANNE GEIER

geb. 1971 in Mannheim, aufgewachsen in Schifferstadt | 1991

Abitur am Edith-Stein-Gymnasium in Speyer | Praktikum bei der

Chamber of Commerce in Sarasota/Florida | Auslandssprachaufenthalte

in Oxford, Lausanne und Salamanca | Ausbildung zur

Verlagskauffrau beim Medienkonzern Bertelsmann in München,

Hamburg und New York | Praktika bei verschiedenen Verlagshäusern

| seit 1996 im elterlichen Zeitungsverlag in Schifferstadt

tätig und heimisch | Mitglied im Kuratorium der Stiftung der

ehemaligen Sparkasse Schifferstadt

möglichkeiten, die Nähe zum Elsass. Die

Menschen im Rhein-Pfalz-Kreis sind fröhlich,

interessiert und genießen gerne. Obwohl

ich eher hochdeutsch spreche und mir häufig

in der „Fremde“ bescheinigt wurde „Man

hört gar nicht, dass du aus der Pfalz

kommst“, ist Pfälzisch ein wunderbarer Sing-

Sang, den ich natürlich fließend beherrsche.

Das gehört in Schifferstadt einfach dazu. Auf

der Straße, im Supermarkt und beim Bäcker

kennt und grüßt man sich, tauscht den neuesten

Klatsch und Tratsch aus. Und morgens

liest man das ein oder andere im Tagblatt

bzw. „Bläddel“, so der lokale Name für die

Zeitung.

Das Rattern der Zeitungs-Rotation am

sehr frühen Morgen und der Geruch von

Druckerschwärze – damit bin ich aufgewachsen.

Die Kinderzimmer von meiner Schwester

und mir lagen direkt über der Zeitungsrotation

und deren Geräusche haben unseren

Schlaf begleitet. Auch heute wohne ich direkt

beim Verlag und bin so immer „mittendrin“.

Als Kinder haben wir in der Druckerei gespielt,

sind auf den großen Zeitungspapierrollen

rumgeklettert (was natürlich verboten

war...), haben die Druckmaschine bestaunt,

mit Papier gebastelt, mit Bleibuchstaben

Stempel geformt. Gemeinsam mit meiner

Oma habe ich die Barquittungen für die Zeitungsträger

gezählt oder die sogenannte

„Gottesdienstordnung“ – noch heute einer

der wichtigsten Bestandteile des Schifferstadter

Tagblatts – Korrektur gelesen. Auch wenn

sich die Zeitungsproduktion in den letzten

Jahrzehnten komplett geändert und für die

Herstellung digitale Technologien unabdingbar

sind und vieles einfacher machen, meine

Zeitung möchte ich immer noch nicht am

Computer lesen. Ich halte gerne etwas in den

Händen, und „Gedrucktes“ zu lesen, ist ein

tägliches Ritual, das meinen durchdigitalisierten

Alltag ein wenig entschleunigt.


Altes Rathaus in Schifferstadt

Das Zeitungmachen selbst hat in einer

Kleinstadt so seine Besonderheiten. Denn:

„Eine Kleinstadt ist ein Ort, in der jeder von

jedem alles weiß und trotzdem das Lokalblatt

kauft, um zu sehen, wieviel davon der

Redakteur zu veröffentlichen wagt.“ So hat

es der amerikanische Schauspieler und Komiker

Danny Kaye ausgedrückt. Typische Sätze,

die unsere redaktionellen Mitarbeiter oft

hören, sind: „Ich will aber nicht zitiert werden“,

„Kein Bild von mir“ oder „Mein Name

wird aber nicht gedruckt“. Informative Lektüre

zu produzieren ist daher mitunter gar

nicht so einfach. Kritik ist eher nicht gewünscht,

Sensibilität beim Schreiben dagegen

immer gefordert. Meine Arbeit ist auch

deshalb nie monoton. Jeder Tag ist neu, spannend

und nur bedingt planbar. Flexibilität

und Fingerspitzengefühl für die Menschen

am Ort sind sehr wichtig, und als Verlegerin

einer solch kleinen Tageszeitung kann man

die Arbeit nicht immer nur delegieren. Im

Gegenteil: Vieles macht man eben selbst. Verlagsleitung

und Redaktion, Anzeigenabteilung,

Vertrieb und Technische Leitung – das

bin ich quasi in Personalunion. Aber genau

das macht auch den Reiz aus. Mein Arbeitstag

hat alles: von praktischen Tätigkeiten,

wie Beilagen beistecken oder Zeitungspakete

packen, über Schreibtischarbeit beim Anzeigenverkauf

oder dem Redaktionsmanagement,

bis zu Zeitungslayout und Druckdatenerstellung.

Das Tagblatt-Team, das täglich unsere Lokalzeitung

baut, ist klein. Unsere Verlagsdruckerei

war auch schon immer durch und

durch ein Familienunternehmen: Großeltern,

Eltern, Onkel und Cousine waren oder sind

im Unternehmen beschäftigt. Und unsere

Mitarbeiter arbeiten alle schon so lange im

Unternehmen, dass fast automatisch ein familiäres

Verhältnis entsteht. Jeder hat einen

besonderen Bezug zu „unserem Tagblatt“.

Das Gute: Wir sind nah dran an allem; es

Für mich war immer klar: In Schifferstadt

möchte ich leben – nachdem ich etwas

von der Welt gesehen habe.


40 I 41 SUSANNE GEIER

Eine starke Seite haben wir definitiv im Lokalsport –

von Ringen, Fußball, Handball über Judo, Basketball,

Karate, Tischtennis bis hin zu Gewichtheben und

Kegeln, von der höchsten Spielklasse bis zu den

Bambinis, findet im Tagblatt alles seinen Platz.

gibt keine Hierarchien; Entscheidungen werden

schnell und unkompliziert getroffen.

Teamarbeit eben.

Das Besondere an einer „Minitageszeitung“

wie unserer ist auch, dass wir ohne

feste Redakteure auskommen müssen. Ohne

freie redaktionelle Mitarbeiter, die oft in ihrer

„Freizeit“ als Lokalreporter unterwegs

sind, ginge daher gar nichts. Das Ganze

macht die Zeitungsarbeit natürlich nicht einfacher.

Denn manchmal fehlen dann einfach

die Ressourcen, um langfristig z. B. eine Geschichte

oder ein „brisantes“ Thema (auch

Schifferstadt hat so seine großen und kleinen

Skandälchen) zu recherchieren und entsprechend

zu verfolgen. Eine starke Seite haben

wir definitiv im Lokalsport – von Ringen,

Fußball, Handball über Judo, Basketball,

Karate, Tischtennis bis hin zu Gewichtheben

und Kegeln, von der höchsten Spielklasse bis

zu den Bambinis, findet im Tagblatt alles seinen

Platz.

Mein Arbeitstag beginnt, wenn nachts die

aktuelle Ausgabe vom Druckzentrum bei uns

eintrifft. Was sich gut trifft, denn ich bin

Frühaufsteherin. Unsere Zeitungsträger liefern

dann das Schifferstadter Tagblatt in die

Briefkästen der Abonnenten. Bis 2008 wurde

die Zeitung noch im Haus auf einer eigenen

Rotationsdruckmaschine produziert. Heute

wird aus wirtschaftlichen Gründen in Kooperation

gedruckt. So stellen wir sicher, dass

weiterhin modernste Technik genutzt wird

und die Qualität stimmt. Apropos modern:

Das Tagblatt hat inzwischen auch eine stattliche

Anzahl an Facebook-Fans. Über die

Plattform bekommen wir schnell Reaktionen

auf Geschichten, sehen, was die Leser interessiert,

und auch ein jüngeres Publikum

setzt sich so mit der Lokalzeitung auseinander.

Unsere Leser möchten in erster Linie

wissen, was vor ihrer Haustür passiert. Wenn

das Kind siegreich beim Vereinssport ist, der

eigene Zahnarzt nach Namibia zum ehrenamtlichen

Einsatz fährt, die Bürger aufgebracht

sind, weil sie nicht mehr direkt vor

ihrer Metzgerei parken können, auf dem

Schifferstadter Friedhof die Grabschänder

wüten oder man eine Anzeige aufgeben

möchte, weil die Katze entlaufen ist. Darum

geht’s im Lokaljournalismus. Übrigens, noch

eine Besonderheit: In Schifferstadt gibt es

viele „Von-hinten-nach-vorne-Leser“ – gestartet

wird die Lektüre mit den Anzeigen

auf den Rückseiten. Denn mehr als Weltpo-


litik interessiert, wer gestorben ist oder was

in der Gottesdienstordnung steht.

Das Tagblatt ist also fester Bestandteil des

Ortslebens. Feedback wie „Das Tagblatt ist

ein Teil von Schifferstadt und steht bei den

Schifferstadtern im Leben mittendrin“; „Ohne

das Tagblatt schmeckt das Frühstück

nicht“; „Sie haben die vielen Informationen

in bewährter Weise verständlich und für den

Leser interessant aufgebaut“ oder einfach

nur „Das hab ich im Tagblatt gelesen“ sind

für uns die schönste Bestätigung. Vor allem

in einer Zeit, wo sich die Medienlandschaft

so rasant verändert, Abonnentenzahlen und

Anzeigenumsätze schon seit Jahren sinken

und der Vormarsch des Web doch eigentlich

gegen die Existenz von gedruckten Zeitungen

spricht. Auf lokaler Ebene haben Tageszeitungen

in meinen Augen in diesem Umfeld

noch die größten Chancen. Was in der Welt

passiert, kann ich schnell im Internet nachlesen;

was vor der Haustür passiert, erfährt

man immer noch am besten aus der Lokalzeitung.

Das Schifferstadter Tagblatt war so

auf seine Art schon immer eine Art „soziales

Netzwerk“, denn die Menschen am Ort fühlen

sich durch ihre Heimatzeitung verbunden.

Und auch im hohen Zeitungsalter gibt

es noch Neues: Zum 110. Jubiläum im Oktober

2015 wechselte das Tagblatt, das seit

Gründung im Berliner Zeitungs-Format erscheint,

zum größeren Rheinischen Zeitungs-

Format. Für die Leser bedeutet dies mehr Lesefreundlichkeit,

mehr Farbe, eine weitere

Modernisierung des Layouts und durch den

Wechsel des Druckdienstleisters auch eine

frühere und pünktlichere Zustellung der Zeitung.

Weiterhin Zeitungmachen und die Familientradition

fortsetzen, ist daher für mich keine

Frage. Und trotz einer mehr oder weniger

Siebentagewoche und der Tatsache, dass man

das Privatleben und die Freizeit immer irgendwie

um den Rhythmus der Zeitung herumbauen

muss, bleibt mir trotzdem noch

Zeit für die Dinge, die ich gerne mache: Treffen

mit Freunden, gut essen gehen in den tollen

Restaurants der Region, Ausflüge an die

Weinstraße oder ins Badische „über den

Rhein“, kulturelle Angebote in Anspruch

nehmen oder auch mal einen Kampf unserer

Ringer des VfK 07 zu besuchen oder den

FCK im Stadion zu unterstützen. Ja, ich fühle

mich rundum wohl in unserer Region. Und

freue mich darauf, mit dem Schifferstadter

Tagblatt noch viele Jahre die Geschichten unserer

Heimat zu erzählen.

Altes Rathaus Schifferstadt, Erbauungsjahr und historisches Wappen


42 I 43 DR. HEINER GEISSLER

Historisch geprägt

UND KULTURELL BEDEUTSAM

Meine Heimat ist die Pfalz,

auch wenn ich durch

meinen Geburtsort

Oberndorf am Neckar

gebürtiger „Vorderösterreicher“ bin. Diese

Bezeichnung geht darauf zurück, dass die Gebiete

zwischen Bregenz, Freiburg/Br. und

Ulm bis 1804 zu Österreich gehörten. Zu

meiner Studentenzeit fuhr ich häufig mit dem

Motorrad über die B 9 durch den Landkreis

und lernte so u. a. die Vorzüge des Pfälzer

Schlachtfestes kennen. Zwischendurch legte

ich immer in oder hinter Speyer eine Pause

ein, um den Speyerer Dom zu besuchen.

Meine besondere Verbindung zum Landkreis

ist eng mit der ersten Ökumenischen

Sozialstation für ambulante Kranken- und

Altenpflege in Böhl-Iggelheim verknüpft, die

ich eingeweiht habe. Während meiner Zeit als

Sozialminister in Rheinland-Pfalz habe ich die

Sozialstationen auf den Weg gebracht. Ihre Besonderheit,

ökumenisch ausgerichtet zu sein,

hat ihnen bundesweiten Modellcharakter verliehen.

Ein Vierteljahrhundert habe ich zudem

als direkt gewählter Abgeordneter der Südpfalz

die Interessen meiner Wähler im Deutschen

Bundestag vertreten.

BIOGRAFIE

DR. HEINER GEISSLER

geb. 1930 | verheiratet, drei Kinder | Studium der Philosophie und der

Rechtswissenschaften in München und Tübingen, 1960 Promotion |

1961 Zweites juristisches Staatsexamen | 1965 – 1967 Mitglied des

Deutschen Bundestags | 1967 – 1977 Minister für Soziales, Jugend,

Gesundheit und Sport des Landes Rheinland-Pfalz | 1977 – 1989

Generalsekretär der CDU | 1980 – 2002 direkt gewählter Abgeord neter

der Südpfalz im Deutschen Bundestag | 1982 – 1985 Bundesminister

für Jugend, Familie und Gesundheit | 1991 – 1998 stv. Vorsitzender

der CDU/CSU-Bundestagsfraktion | Mitglied des Pfälzerwald-Vereins

e. V. | Mitglied der Pfälzer Kletterer | 1992 Gründungsmitglied und

Vorsitzender des Kuratoriums Sport und Natur | 1992 Gründung des

Südpfälzer Gleitschirmflieger Clubs e. V., bis 1998 1. Vorsitzender,

Ehrenvorsitzender | seit 1997 Schlichter von Tarifkonflikten, 7 Jahre

Zentralschlichter Bauhauptgewerbe, 2010 Stuttgart 21 | 2015 Oswald

von Nell-Breuning-Preis der Stadt Trier | Vorsitzender der Ökumenischen

Sozialstation Edenkoben-Herxheim-Offenbach

schen Reiches ein Österreicher war, die genauso

zu Deutschland gehörten wie die Pfälzer. Im

Nordwesten entdeckt man das Hambacher

Schloss, das seit dem Hambacher Fest im Jahr

1832 als Wiege der deutschen Demokratie gilt.

Wenn man nach Nordosten blickt, sieht man

die Türme des Speyerer Doms, des alten Salierdoms,

in dessen Krypta sich die Grabstätten

von acht deutschen Kaisern und Königen, vier

Königinnen und mehreren Bischöfen befinden.

Diese historischen Monumente sind für die

Geschichte der Deutschen ungleich wichtiger

als die lächerliche Siegessäule in Berlin, in die

die Kanonenrohre eingelassen sind, mit denen

die Preußen vor 150 Jahren auf Württemberger,

Österreicher, Badener, Hessen und Fran-

Die Südpfalz wie auch die Vorderpfalz sind

historisch und kulturell ganz herausragende

Gegenden. Wenn man zwischen Edesheim und

Hainfeld aus dem Auto steigt und seinen Blick

über die eindrucksvolle Umgebung schweifen

lässt, sieht man im Westen die Burg Trifels, wo

während der Stauferzeit im 12. und 13. Jahrhundert

die Reichskleinodien, die höchsten

Symbole des Heiligen Römischen Reiches

Deutscher Nation, aufbewahrt wurden, die

jetzt in der Schatzkammer der Wiener Hofburg

liegen, weil der letzte Kaiser des 1. Deutzosen

geschossen haben. Die Pfalz hingegen ist

über viele Jahrhunderte der Mittelpunkt des

Deutschen Reiches und Europas gewesen. Der

heutige Rhein-Pfalz-Kreis liegt mitten in dieser

historisch geprägten und kulturell bedeutsamen

Gegend. Das verbindet mich mit ihm in

besonderer Weise.

Durch das milde fast mediterrane Klima

wächst in der Pfalz sehr guter Wein sowie

hochwertiges Obst und Gemüse. Die Pfalz gilt

als Gemüsegarten Deutschlands, verfügt über

einen großen Pfalzmarkt, ein Zusammenschluss

von 250 Erzeugern, und ist gleichzeitig

Standort für ein Unternehmen wie BASF.

Weiter südlich in Wörth befindet sich das

Lkw-Werk von Mercedes-Benz, das größte


Katholische Pfarrkirche St. Leo Rödersheim-Gronau

Lkw-Montagewerk der Welt. Die Rhein-Pfalz

ist eine herausragende Gegend, die wirtschaftlich

stark und von Wohlstand geprägt ist. Sie

verzeichnet neben der Südpfalz die niedrigste

Arbeitslosenquote in ganz Rheinland-Pfalz

und ist deshalb auch politisch sehr stabil.

Extreme Parteien haben hier keine Chance.

Die unglaubliche Vielfalt der Natur im

Wasgau mit seinen Sandsteinfelsen oder die

Rheinebene bieten einmalige Anreize für

Sportarten wie Rennrad- oder Mountainbike-

Fahren, Klettern und Gleitschirmfliegen. Im

Jahr 1992 habe ich den Südpfälzer Gleitschirmfliegerclub

gegründet. Der Verein verfügt

über jeweils fünf Start- und Landeplätze

und zählt 170 aktive Piloten, die vor allem aus

der Rhein-Pfalz und Südpfalz kommen. Auch

für andere Natursportler wie Sporttaucher

und Ruderer bietet die Rhein-Pfalz eine Vielzahl

von Möglichkeiten.

Kennzeichnend für die Rhein-Pfalz ist auch

die sympathische und liebenswerte Mentalität

der dort wohnenden Pfälzer. Sie sind offenherzig

und auch sehr direkt, was enorm viel Zeit

spart. Historisch betrachtet sind sie immer ein

friedliebendes Volk gewesen und wurden leider

sehr oft Opfer kriegerischer Gewalt. So endete

der deutsche Bauernkrieg in der Pfalz ausgehend

von Nußdorf im April 1525 bereits

drei Monate später mit der vernichtenden Niederlage

der Bauern, die im 30-jährigen Krieg

besonders leiden mussten und 150 Jahre später

auch Opfer der Erbfolgekriege zwischen Ludwig

XIV. und deutschen Fürsten wurden. Mit

ihrem ausgeprägten Selbstbewusstsein haben

sich die Pfälzer immer als selbstständiger Teil

in Rheinland-Pfalz betrachtet und viele fühlen

sich eher mit den Elsässern und Kurpfälzern

verbunden als mit Brandenburgern aus Kyritz

an der Knatter.

In der Pfalz lässt es sich zwischen Pfälzerwald,

Weinbergen und Rhein wunderbar leben.

Mein Heimatort ist Gleisweiler, bekannt

für die Symbiose von Kunst und Wein und der

Weinlage „Gleisweiler Hölle“. Er liegt im

Landkreis Südliche Weinstraße und gehört zur

Verbandsgemeinde Edenkoben. Von diesem

idyllischen Ort am Berghang des Pfälzischen

Waldes kann man weit in die Rheinebene hinein

sehen bis zum geschichtsträchtigen

Speyerer Dom und den gigantischen Anlagen

der BASF. So liegt der Landkreis Rhein-Pfalz

immerzu in meinem Blickfeld.

Der heutige Rhein-Pfalz-Kreis liegt mitten in

dieser historisch geprägten und kulturell bedeutsamen

Gegend. Das verbindet mich mit ihm in

besonderer Weise.


72 I 73

BERNHARD KUNZ

Fotograf

DER SCHÖNSTE BERUF DER WELT

Nicht jeder hat die Möglichkeit,

sein Hobby zum Beruf

zu machen. Glück, Können,

Kontakte und eiserner

Willen gehören dazu. Fotografieren aus Leidenschaft.

Meine Hobbies, Sport und Fotografie,

brachten mich zwangsläufig zu

meinem neuen Beruf. Beruf aus Berufung formuliert

man in solchen Fällen gern. Alle Momentaufnahmen

von Menschen, Menschen

im Sport, Tieren, Landschaften und der Natur

sind gewissermaßen ein Tempostopp für

Augen-Blicke. Es kommt ein Schuss Akribie

hinzu, Jagdlust, die tiefe Befriedigung am

brillanten Effekt. Der Fotograf ist ein Augenmensch,

einer, der die Realität schneller und

intensiver erfasst. Der Augenmensch hat den

Blick frei für das fotografische Bild, das oftmals

zuvor in seinem Kopf entsteht. Für mich

ist ein guter Fotograf, „der Fotograf, der das

Motiv sieht“. Das ist wie ein Dreiklang: erkennen,

reagieren, fotografieren.

Es entsteht das Standfoto, das gedruckte

oder vergrößerte Bild vom 100-m-Zieleinlauf,

vom Elfmetertor, dem Sonnenuntergang, das

Urlaubsfoto oder das Bild aus dem Rhein-

Pfalz-Kreis, das jeder natürlich, im digitalen

Zeitalter, sich auch an seinem Computer ansehen

und bearbeiten kann. Dieses Bild hat

dann den Vorteil der wiederholten, mehrmaligen

Betrachtbarkeit. Was für ein Erfolgserlebnis,

wenn ein Bild geglückt, wenn ein toller

BIOGRAFIE

BERNHARD KUNZ

Moment eingefangen ist, oder gar das Foto in

einem Printmedium gedruckt ist. Im Gegensatz

das lange Warten auf ein Erfolgserlebnis

in der chemischen Forschung, in der ich selbst

zehn Jahre tätig war. Hier muss man ungefähr

zehn Jahre ausharren – vom Tag des ersten

Laborversuchs über Analysen, Technikum-Versuche,

vertieftes Screening bis zum

Urteil, ob ein neues Produkt erfolgreich für

die Zukunft erforscht und produziert werden

kann. In meiner Zeit in der chemischen Forschung

war es mir nicht vergönnt, ein neues

Die Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und das

geb. 1948 in Kandel/Pfalz, aufgewachsen in Mutterstadt | verheiratet,

eine Tochter | Ausbildung zum Chemielaboranten bei BASF |

Ausbildung zum Chemotechniker in Stuttgart | zehn Jahre Chemische

Naturstoff-Forschung bei der Firma Knoll | freier Sportfotograf |

erste Fotoausstellung im Rhein-Pfalz-Kreis | 1980 Gründung der

Fotoagentur Kunz | Fotograf für die Tageszeitung „Die Rheinpfalz“ |

Fotograf bei 16 Olympischen Spielen und neun Fußball-Weltmeisterschaften,

zuletzt in Brasilien | nationale und internationale

Auszeichnungen für 25 Bilder | Weltsportbild des Jahres „Synchronsturz“,

aufgenommen in Dannstadt | 2001 Auszeichnung „Pälzer

Krischer“ | 2012 Medienpreis vom Bezirksverband Pfalz | 2013 Pierrede-Coubertin-Medaille

| 2013 Pate für den Rhein-Pfalz-Wingert

Aufeinander-Zugehen der Menschen in unserer Region

erleichterten mir meine Arbeit, das Fotografieren, sehr.

chemisches Produkt auf den Markt zu bringen.

Wie könnte ich die Freude am Fotografieren

verlieren, wenn es doch ebenso viel

Freude macht, den Auftraggeber glücklich zu

sehen. Es gibt nichts Schöneres und keinen

größeren Dank als das glückliche Gesicht

eines zufriedenen Auftraggebers. Für mich

gibt es nichts Schöneres, als wenn der Betrachter

meiner Bilder oder der von anderen

Fotografen bei den Fotos verweilt und das

optische Produkt studiert. Man muss ein Bild

„lesen“. Was will und kann das Foto leisten?

„Hast Du das gesehen?“ wird häufiger gefragt

als „Hast Du das gelesen?“. Wir bringen

weder Zeit noch Geduld auf, um lange Leitartikel

zu lesen, wir bevorzugen die visuelle,

optische Information. In den Zeitungen und

Magazinen hat das Bild oftmals den Stellenwert

des gedruckten Wortes. „Ein Bild sagt

mehr als tausend Worte!“


Brückenauffahrt zwischen Ludwigshafen und Mannheim

Noch ein paar Worte zur digitalen Zeit.

Bildverfremdungen oder Manipulationen an

den digitalen Dateien sind für mich absolut

tabu. Was wäre, wenn der Sportfotograf den

Ball beim WM-Finale vor oder hinter die Linie

setzen würde? Fotografie – das war und

ist mein Leben, ein Leben voller Begegnungen

und Erlebnisse, in erster Linie in der Pfalz

beziehungsweise im Rhein-Pfalz-Kreis, wo

ich geboren und aufgewachsen bin und seit 45

Jahren fotografiere.

In einem Bildband über die Pfalz, den ich

mit zwei weiteren Fotografen angefertigt habe,

ist die Schönheit der pfälzischen Region

und des Rhein-Pfalz-Kreises dokumentiert.

Ja, ausgezeichneter Wein wird hier angebaut

und dies schlägt sich positiv auf die Gesinnung

der Menschen nieder. Ein Ausschnitt

aus einem Gedicht soll dies unterstreichen:

Aus Überzeugung laut erschallt´

aus hunderttausend Kehlen,

wie wunderschön ist doch die Pfalz,

und ein Besuch dort zu empfehlen.

Viel sattes Grün aus Feld und Land

schmücken wunderschön das Bild.

Dies und ihr Wein sind weltbekannt,

was auch für vieles andre gilt.

Auch Pfälzer Lieder gibt´s zuhauf,

denn singen, feiern können sie,

da trägt ein Pfälzer richtig auf,

und so ein Fest vergisst man nie.


74 I 75

Pony im Rapsfeld, aufgenommen in Altrip

Die vielen Feste, Waldfeste, Vereine, sportlichen

Veranstaltungen, die Nähe zur Haardt

und vieles mehr, wie auch die Nähe zu den

Großstädten Ludwigshafen und Mannheim,

wo viele Bürger ihre Arbeit gefunden haben,

sorgen auch dafür, dass es sich lohnt, im

Rhein-Pfalz-Kreis seine Zelte aufzuschlagen.

Die Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und das

Aufeinander-Zugehen der Menschen in unserer

Region erleichterten mir meine Arbeit,

das Fotografieren, sehr.

Stichwort: „Sportfotograf“: 16 Millionen

Bilder sind in all den Jahren in meinem Archiv

gelandet, wie 16 Millionen Kinder sind

sie für mich. Ich glaube kaum, dass ich mich

eines Tages davon trennen kann. Negative

und digitale Dateien von 16 Olympischen

Sommer- und Winterspielen sowie neun Fußball-Weltmeisterschaften,

davon zwei Meis-

An dieser Stelle sage ich Danke für die

freundschaftliche Zusammenarbeit mit

Hans-Peter Briegel, egal, ob beim FCK, bei

Hellas Verona, Sampdoria Genua, bei Besiktas

Istanbul, bei Trapzonspor, in Bahrain und

Albanien. Elf Jahre als DFB- und FIFA-Fotograf

werde ich nicht vergessen, hier besonterschaften,

bei denen Deutschland Weltmeister

wurde.

Ebenso fotografiert habe ich Momente und

Persönlichkeiten, an die ich mich auch sehr

gerne erinnere: die Olympiasiege von Rosi

Mittermaier, Markus Wasmeier, Heike

Drechsler, Matthias Steiner, Carl Lewis,

Usein Bolt, Anna Doganaze und Miriam

Welte, den deutschen Skispringern, der Biathletin

Magdalena Neuner oder die vielen anderen

Sportler, die ich im Sieg oder in der

Niederlage ablichten durfte.

Gerne denke ich zurück an Begegnungen

und Kämpfe von Olympiasieger Wilfried

Dietrich, der auch als Gewichtheber für die

TSG Mutterstadt am Start war, wo ich ihn

fotografieren konnte. An die olympischen Erfolge

der verschiedenen Hockeyspieler von

Dürkheim und Frankenthal, an die Erfolge

von Gregor Braun, an die Ringer des VFK

Schifferstadt, ebenso an Hugo Simon, den ich

bei seinem Auftritt bei Olympischen Spielen

mehrmals fotografiert habe. An Fritz und

Ottmar Walter, an Werner Liebrich, dessen

persönlichen Brief ich heute noch in Ehren

halte, an Horst Eckel, Helmut Schön, Karlheinz

Schnellinger, Bert Trautmann, Franz

Beckenbauer, Günter Netzer, die ich für

Homestorys gemeinsam mit Rudi Michel fotografieren

konnte.


Steffi Graf vor vielen Jahren

ders, als ich Formel-1-Star Michael Schumacher

in Jerez als Ballzauberer allein fotografieren

durfte – eine bleibende und tolle Erinnerung.

Die zahlreichen Formel-1-Rennen,

die Deutschen Meisterschaften des 1. FCK,

die Siege der Adler Mannheim, Le Mans, Assen,

Spa Francochamps, die Boxkämpfe im

Madison Square Garden sowie die Camel-

Rennen in Dubai und vieles mehr. In den 45

Jahren sind viele gute Fotos entstanden, die

auch in Schwarzweiß farbig sind. Es sind Momentaufnahmen

von Personen aus allen Bereichen,

von liebenswerten Menschen aus der

ganzen Welt und nicht zuletzt aus dem Rhein-

Pfalz-Kreis.

Stichwort: „Sportfotograf“: 16 Millionen Bilder

sind in all den Jahren in meinem Archiv gelandet,

wie 16 Millionen Kinder sind sie für mich.

Die helle Hand auf

den Köpfen der Bundesligaspieler

Agali

und Asamoah. Dieses

Bild steht für Integration

und wurde unter

Millionen von Bildern

von der FIFA auf den

2. Platz gesetzt.


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ÜBERSICHT DER PR-BILDBEITRÄGE

Wir danken den folgenden Unternehmen und Einrichtungen, die mit ihren

Beiträgen das Zustandekommen dieses Buches ermöglicht haben.

BASF SE - Agrarzentrum Limburgerhof 24 - 25

www.agrar.basf.de

CIBEK 23

www.cibek.de

Diehl Architekten 27

www.diehl-architekten.de

GDF SUEZ E&P Deutschland GmbH /

Palatina GeoCon GmbH & Co. KG 26

www.erdoel-in-speyer.de

HEBERGER GmbH 36

www.heberger.de

INP Deutschland GmbH 37

www.inp-e.com

KEMPF Wohnbau 47

www.kempf-wohnbau.de

Pfalzmarkt für Obst und Gemüse eG 44 - 46

www.pfalzmarkt.de

PFALZWERKE AKTIENGESELLSCHAFT 34 - 35

www.pfalzwerke.de

Printart GmbH

DRUCKEREI · VERLAG · MEDIENAGENTUR 65

www.printart.de

Rohr Sand und Kies 94 - 95

www.rohr-kies.de

Römerhaus Bauträger GmbH 54 - 55

www.roemerhaus.de

RV Bank Rhein-Haardt eG 56 - 57

www.rvbank-rhein-haardt.de

Sparkasse Vorderpfalz 66 - 69

www.sparkasse-vorderplalz.de

SÜD-MÜLL GmbH & Co. KG 96

www.sued-muell.com

Thüga Energienetze GmbH 76 - 77

www.thuega-energienetze.de

Topfresh GmbH & Co. KG 83

www.topfresh.de

VOGEL Autohäuser GmbH & Co. KG 102

www.vogel-autohaus.de

Volksbank Kur- und Rheinpfalz eG 78 - 79

www.vb-krp.de

VR Bank Rhein-Neckar eG 86 - 87

www.vrbank.de

WBG Wohnstift Betriebsgesellschaft mbH 97

www.wbg-pflegeheime.de

ZELLER Naturenergie GmbH & Co. KG /

ZELLER Recycling GmbH 103

www.zeller-recycling.de

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