AFH Herbstzeitung 2017

BHGAFH
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Heer Aktiv die regelmäßig erscheinende Fachzeitschrift der AUF-AFH im Bundesheer.

Herbst 2017

www.afh.at

HEER AKTIV

Das freie Magazin für das Österreichische Bundesheer

Sand im

Getriebe

Schon

wieder eine

Reform, die

stockt!

Grafik: Vzlt Martin Maghörndl


Inhalt

Die Reform steht still! 2

Obst Werner Hammer MSD

Das Volk verlangt

Sicherheit 3

ObstdG MMag. DDr.

Andreas Stupka

Das Kommando Luftstreitkräfte

(KdoLuSK) 6

ObstdG Mag. Thomas Reiter

Nicht ganz im Ziel! 8

Obstlt Wolfgang Kautzki

Die Reform ist

misslungen! 12

Autorenkollektiv

Cook&Chill 14

Vzlt Volker Grote

Aus dem

Zentralauschuss 16

Vzlt Manfred Reindl

Umgesetzt 17

Obst Werner Hammer MSD

Vzlt Manfred Reindl

Wir haben viel bewegt 18

Vzlt Johann Huemer

Bundesheer-Personalvertreter

besuchen OÖ-Landtag 19

Staatsmeister bei

Werbeschaltungen 20

Vzlt Herbert Unger

Damit auch nach dem

Militärdienst alles klar ist 24

Vzlt Johann Huemer

Wir machen was 24

Ein FlA-Urgestein tritt ab 25

Vzlt Manfred Reindl

Die Reform steht still!

Die oberste Führungsriege wurde bestellt und

damit zufriedengestellt, der Rest hängt in der

Luft! Offiziere sind verunsichert!

Wir, die ZA-Mandatare der AUF/AFH,

haben in den letzten Monaten wieder

viele Truppenkörper in ganz Österreich

aufgesucht. Bei diesen Truppenbesuchen

wurde von den Bediensteten

immer wieder die Sorge an uns herangetragen,

dass die groß angekündigte

Reform bei der Truppe nicht ankommt,

einhelliger Tenor der Mannschaft ist:

„Der Laden steht“.

Viele Unteroffiziere verstehen nicht,

weshalb für einen Ministersprecher

eine eigene Gruppe im BMLVS

geschaffen wird und gleichzeitig im

PALZg der Kdt abgewertet und sein

Stellvertreter gestrichen werden. Tenor

bei den Unteroffizieren: „Irgendwo

müssen die Controllingpunkte für den

Gruppenleiter ja herkommen!“. Da

entsteht schnell der Eindruck, dass es

sich die da oben wieder einmal gerichtet

haben. Wir haben uns immer gegen

solche Abwertungen ausgesprochen,

da die Reform ja unter der Überschrift:

„Es wird keine Schlechterstellung geben!“

gestanden hat.

Aber auch bei den Truppenoffizieren

rumort es nach wie vor gewaltig! Hier

trifft die so genannte „Nachgraduierung“

also das nochmalige Absolvieren

eines bereits erlangten Studiums noch

immer auf großes Unverständnis! Die

AUF/AFH hat sich von Anfang an vehement

gegen diese Pläne ausgesprochen

und gleichzeitig auf allen Ebenen

eine Novellierung des BDG und somit

volle Anrechnung des Führungslehrganges

2/Lehrgang universitären Charakters

„Sicherheitsmanagement“, und

somit ein sofortiges Ende des „Nachgraduierens“

gefordert!

Bei den Kameraden in den Kommanden

herrscht große Sorge um die Organisationspläne,

die nicht und nicht

Obst Werner Hammer MSD

kommen. Dafür kommen aber täglich

Gerüchte aus dem Bundeskanzleramt,

dass es bei den eingereichten Organisationsplänen

noch massive Streichungen

und Abwertungen geben soll. Das hätte

zur Folge, dass viele Kameraden die

derzeit dienstzugeteilt sind, wieder auf

ihren alten Arbeitsplatz zurückkehren

müssen.

Überhaupt versteht fast niemand mehr

im gesamten BMLVS, weshalb das

Bundeskanzleramt uns derart „besachwaltert“.

Hier rächen sich unsere Organisationspläne,

eine „Errungenschaft“

die nur das BMLVS und sonst kein Ministerium

in Österreich hat.

Jedenfalls warten mittlerweile noch immer

mehrere Hundert Bedienstete auf

Nachricht, denn das Bundeskanzleramt

blockiert sämtliche Versetzungen unter

Hinweis auf die Reform! Das ist nicht

in Ordnung!

Geschätzte Bedienstete, wir werden

uns weiterhin auf allen Ebenen für eine

Reform für ALLE einsetzen!

Bitte vertrauen Sie auf uns!

Ihr Oberst Werner Hammer

Impressum HEER aktiv:

Eigentümer, Verleger und Herausgeber:

Aktionsgemeinschaft Unabhängiger

und Freiheitlicher (AUF)

Medieninhaber:

Aktionsgemeinschaft Unabhängiger

und Freiheitlicher, vertreten durch

deren Vorstand

Druck:

Druckerei Schmidbauer,

8280 Fürstenfeld, Wallstraße 24

Auflage: 20.000 Stück

AFH-Bundesobmann:

Obst Werner Hammer MSD

Tel.: 0664/24 17 194

E-Mail: werner.hammer@chello.at

Chefredakteur:

ObstdG MMag. DDr. Andreas STUPKA

Tel.: 0664/54 01 937

E-Mail: heeraktiv@icloud.com

Fotos:

© BMLV(S), HBF, Archiv, Parlament, NFZ

Namentlich gezeichnete Beiträge und

Gastkommentare müssen sich nicht

mit der Redaktionsmeinung decken.

Unaufgefordert eingesandte Beiträge

bedeuten keine automatische

Veröffentlichung.

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Seite 2

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Das Volk verlangt Sicherheit

Über den Wählerwillen und die

neuen Streitkräfte

Die Wahlen sind geschlagen

und viele fragen

sich daher: Wie

wird es nun mit dem

Bundesheer weitergehen?

Minister Doskozil

hatte ja bereits begonnen,

eine Trendwende

einzuläuten. Die allgemeine

Sicherheitslage

und der beginnende

Kleinkrieg gegen die

europäische Kultur, die

Kriege in unmittelbarer

Nachbarschaft und die

illegale Einwanderung

von Millionen Menschen

nach Europa hatten ein

Umdenken erzwungen.

Die gezielte Entwaffnung

der Streitkräfte

und deren Reduktion

auf eine Hilfspolizei,

wie dies unter den Ministern

Platter, Darabos

und Klug praktiziert

worden war, ist nunmehr

vorbei.

Ein erster großer Schritt

Es war dies im Herbst 2015 schon eine

gewaltige politische Denkleistung aller

im Parlament vertretenen Parteien gewesen,

nämlich zu erkennen, dass das

Bundesheer nicht ruiniert werden darf.

Das war nicht immer so, denn die Jahre

davor wusste die Regierungspolitik

nicht so recht, wozu überhaupt noch

ein Bundesheer erhalten werden sollte.

Schließlich lag Österreich eingebettet

inmitten der EU, nur von befreundeten

Staaten umgeben, ein angriffshungriger

Aggressor war nicht in Sicht. Also fasste

die Regierung den Plan, die ohnehin

teuren Streitkräfte zu reduzieren und

auf ein Maß zusammenzustutzen, das

den sicherheitspolitischen Anforderungen

gerade noch genügen würde.

Diese sicherheitspolitischen Anforderungen

lagen in erster Linie in den Auslandseinsätzen.

Es sollten also Truppen

als stehendes Heer bereit gehalten

werden, um diese Einsätze bedienen

zu können. Ein Drittel davon sollte im

Ausland tätig sein, zwei Drittel würden

im Inland mit Ausbildung usw. beschäftigt.

Diese Kräfte wären dann auch für

einen etwaigen Katastropheneinsatz

heranziehbar gewesen. Und auf diese

Weise glaubte man, die sicherheitspolitischen

Herausforderungen jener Tage

kostengünstig meistern zu können. Die

geplante Abschaffung der Allgemeinen

Wehrpflicht war ebenfalls ein Teil des

Programms.

Österreich hätte nach diesen

Vorstellungen über keine Streitkräfte

mehr verfügt, sondern lediglich über

eine leicht gepanzerte und leicht

bewaffnete Hilfspolizei mit der

Fähigkeit zur Katastrophenhilfe. Auch

in den Köpfen mancher führender Militärs

war dieses Denkschema verankert

und so wurde zielgerichtet auf dessen

Umsetzung hingearbeitet. Wahrscheinlich

waren es dann mehrere Faktoren,

die ein Umdenken gebracht haben;

welche es waren, können wir nur vermuten.

Die angespannte sicherheitspolitische

Lage und das beginnende Wiederaufrüsten

in anderen EU-Ländern

waren jedoch auf alle Fälle maßgebend.

Jedenfalls war dieses Umdenken ein

Herbst 2015: Das Parlament entscheidet

geeint für das Bundesheer!

ObstdG MMag. DDr. Andreas Stupka

erster großer Schritt in die richtige

Richtung. Und mit Doskozil betrat

nun ein Minister die Bühne, der mit

großem Elan diese neuen Wege beschreiten

wollte. Es sollten wieder

Streitkräfte geschaffen werden. Zwar

hatte das Parlament dieses Umdenken

in Gang gesetzt und der neue Verteidigungsminister

diese Notwendigkeit

erkannt, allerdings waren diese Dinge

noch nicht bis ins Bundeskanzleramt

und ins Finanzministerium vorgedrungen,

oder falls doch, wurden sie dort

nicht zur Kenntnis genommen, sondern

das ganze Unternehmen in personeller

und finanzieller Hinsicht weitgehend

blockiert. Die neue Regierung wird

daher gefordert sein, diese seltsamen

„Verwicklungen“ aufzulösen und dem

Bundesheer jene Geldmittel und jenes

Personal zukommen lassen, das es für

eine erfolgreiche Auftragserfüllung benötigt.

Foto: AFH

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Seite 3


Was wurde aus dem Strukturpaket 2018 von Minister Klug?

Foto: AFH

Streitkräfte?

Jetzt können wir uns natürlich fragen,

ab wann Streitkräfte ihren Auftrag erfolgreich

erfüllen können. Dazu muss

man jedoch zuvörderst zur Kenntnis

genommen haben, was Streitkräfte

überhaupt sind. – Sie sind das Instrument

eines Staates für den Krieg, wobei

der Krieg als das größte Übel bezeichnet

werden kann, das über ein friedliebendes

Gemeinwesen hereinbrechen

kann. Der Staat muss für diesen

schlimmsten aller Fälle immer gewappnet

sein. Und exakt dafür braucht es

entsprechend ausgerüstete Streitkräfte.

Katastrophenhilfe und Assistenzen

können Streitkräfte leisten, weil sie das

aufgrund ihrer Ausrüstung, Personalkapazität

und Durchhaltefähigkeit als

Streitkräfte können. Ihre Hauptaufgabe

ist das aber keinesfalls, ihre Hauptaufgabe

ist der Krieg.

Ihren Auftrag erfüllen sie dann erfolgreich,

wenn sie im Krieg gegen einen

Aggressor bestehen sowie Land und

Bevölkerung schützen können. Wenn

dies nicht zur Aufgabe für das Bundesheer

gemacht wird, dann brauchen wir

keine Streitkräfte, sondern lediglich

eine Hilfspolizei oder ein Technisches

Hilfswerk zur Katastrophenhilfe. Dies

zu erkennen war exakt die Denkleistung

des Parlamentes, und daher wurde

der neue Minister beauftragt, wieder

in Richtung Streitkräfte zu arbeiten.

Die neue Regierung muss also in diese

Richtung weiter arbeiten, was bisher

geschah war nur ein erstes Frühlingslüftchen,

um ein Tauwetter in Gang zu

setzen. Jetzt braucht es aber einen ordentlichen

frischen Wind, um aus dem

Begonnenen wirklich etwas zu schaffen

und um nicht wieder mit Grillparzer

auf halben Wegen zu halben Taten zu

schreiten.

Das Volk hat gesprochen

Am 15. Oktober 2017 hat das Volk eindeutig

gesprochen. Das Hauptthema

war dazu die Sicherheitspolitik in all

ihren Facetten: von den so genannten

Flüchtlingen und ihrem Treiben, über

die Grenzsicherung, die Schließung

der Schlepperrouten, den „antiterroristischen

Schutzwall“ auf dem Ballhausplatz,

die Islamisierung des Landes

und die damit verbundene Gefahr

des religiösen Fanatismus bis hin zur

terroristischen Bedrohung bzw. damit

verbundener bürgerkriegsähnlicher

Unruhen. Das Volk wünscht sich ganz

eindeutig mehr Sicherheit, daher wurden

die Linken, das Gutmenschentum,

die überzogene Willkommenskultur

und die Das-Geld-beim-Fenster-rauswerfen-Politik

abgewählt.

Sicherheit kostet! Die neue Regierung

wird daher Geld für die Umsetzung

des Wählerwillens in die Hand nehmen

müssen – tut sie es nicht, wird sie

ebenso abgewählt werden. Die Zeiten

haben sich eben geändert; die solide

Einbettung der Insel der Seeligen in

eine stabile Großwetterlage ist endgültig

vorbei.

Was wäre zu tun?

Damit in Österreich wieder Streitkräfte

aufwachsen können, die diesen Namen

verdienen, muss einiges geschehen:

Zunächst ist bei den Finanzen anzusetzen.

In einem mindestens fünfjährigen

Finanzrahmen muss dem Bundesheer

für den Wiederaufbau von Strukturen

und Kapazitäten ab Beginn der Legislaturperiode

ein Prozent des Bruttoinlandsproduktes

(BIP) zugestanden

werden. Ein Teil von Hundert für die

militärische Sicherheit, die anderen 99

Teile können für andere Zwecke aufgewendet

werden! Der Verbrauch muss

so flexibel gestaltet sein, dass diese

Summe zwar jährlich zugewiesen, aber

nicht im selben Jahr verbraucht werden

muss. Große Sonderprojekte, wie ein

umfangreicher Assistenzeinsatz oder

Foto: Screenshot bmlvs.at

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Alle Soldaten, vor allem auch die Milizsoldaten, haben als

Bürger ein Recht auf die beste Ausrüstung.

eine einmalige teure Beschaffung von

Großgerät bedürfen der Zuweisung eines

Sonderbudgets und dürfen nicht auf

Kosten des laufenden Betriebes abgerechnet

werden.

Der Personalrahmen muss zu Beginn

der Legislaturperiode politisch festgelegt

werden, um ihn dann kontinuierlich

befüllen zu können. Dabei ist dem

Minister der volle Handlungsspielraum

zuzugestehen; erst bei Überschreitung

des Rahmenplanes aufgrund lagebedingter

Notwendigkeiten sind diese

Neubewertung bzw. dieser Neubedarf

mit dem Bundeskanzleramt zu verhandeln.

Eine ständige Einmischung in die

Ressortangelegenheiten von außen in

personalmäßiger Hinsicht hat zu unterbleiben.

Auch die Gesetzesmaterie bis hin zu

einzelnen Verfassungsbestimmungen

wird zu diskutieren sein. So wäre beispielsweise

die Einführung einer eigenen

Militärgerichtsbarkeit im Frieden

für den Bereich der Einsätze im In- und

Ausland zu diskutieren, obwohl dies

gem. Verfassung nur für den Kriegsfall

in Betracht kommt. Zahlreiche Gesetze

und Friedensbestimmungen wären mit

Ausnahmereglungen für das Militär

auszustatten, was zwar bisher bereits

militärisch notwendig gewesen wäre,

aber politisch-ideologisch nicht gewollt

wurde.

Der Zivildienst kann nicht weiter als

Wehrersatzdienst geführt werden, denn

die Wehrhaftigkeit kann man nicht ersetzen.

Vielmehr kann man sich entweder

verteidigen wollen, oder eben nicht.

Dann ist es aber nicht einzusehen, weshalb

manche Bürger bereit sein sollen,

ihr Leben für diesen Staat zu geben und

Die Luftstreitkräfte benötigen dringend neue Fluggeräte

Foto: Bundesheer.at Tom Weber

andere nicht. Es muss daher der Wehrdienst

mit der Waffe und jener ohne

Waffe geschaffen werden, aber an der

Verteidigung des Landes müssen alle

mitarbeiten. Wer nicht will, der möge

sich ein anderes Land suchen, das ihn

versorgt und ihm Schutz bietet. Der

Wehrdienst gehört daher als Bevölkerungsschutz

nach dem Vorbild der

Schweiz gefasst und von einer Stelle

aus – eben dem Verteidigungsministerium

– gesteuert.

Das Bundesheer ist gem. Verfassung

im Rahmen der Allgemeinen Wehrpflicht

nach den Grundsätzen eines Milizsystems

einzurichten. Diese Grundsätze

wurden besonders im letzten

Jahrzehnt sträflich vernachlässigt. Es

bedarf daher des Wiederaufbaues eines

Mobilmachungs- und Ersatzwesens,

der Wiedereinführung von Milizübungen

(auch für Zivildiener beispielsweise

im Feuerwehr- und Sanitätsbereich)

sowie des Aufbaues eines flächendeckend

funktionierenden und von der

Bevölkerung akzeptierten Milizsystems.

Dies könnte zum Beispiel Boni

für die Arbeitgeber bei der Anstellung

von Milizsoldaten bzw. abgerüsteten

zeitverpflichteten Soldaten bedeuten;

für den Öffentlichen Dienst müsste

ein „Soldatenanstellungsgesetz“

geschaffen werden.

Die neue Regierung hat also viel zu tun,

wenn sie es wirklich ernst meinen will

mit der Umsetzung des Wählerwillens.

Aber exakt dazu ist die Regierung da. –

Sie ist nicht Selbstzweck! Sie darf auch

nicht so „dahinwurschteln“, wie die Regierungen

der letzten Jahre. Sie wurde

gewählt, damit sich die Dinge ändern.

Das Hauptthema war die Sicherheit.

Und diese Regierung wurde gewählt,

weil der Bürger in Österreich in Sicherheit

leben möchte. Die Regierung

ist dem Bürger verpflichtet, auch wenn

sie dabei über so manchen eingefahrenen

Pfad oder ideologischen Schatten

springen wird müssen. Ich wünsche ihr

dazu alles erdenklich Gute.

Ω

Foto: Horst Gorup

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Seite 5


Das Kommando Luftstreitkräfte

(KdoLuSK)

Neuaufstellung im Spannungsfeld zwischen

Zielvorstellung und Realität

Historisch betrachtet, leiden

auch die gegenwärtig

agierenden Sozialdemokraten

noch immer unter

dem Trauma des Bürgerkrieges

von 1934. Damals

wurde mit Hilfe des Bundesheeres

der 1. Republik

der Aufstand revoltierender

Arbeiter niedergeschlagen.

Nichts scheint

der SPÖ somit ferner zu

sein, als eine schlagkräftige

bewaffnete militärische

Macht. Schließlich

könnte diese – verfassungsmäßig

abgesegnet

– auch im Inneren zum

Einsatz gebracht werden.

Gemäß dem antiken Prinzip

„Divide et impera“

(lateinisch für „teile und

herrsche“) musste somit

das Bundesheer „reformiert“

werden. Dies wurde

mit der Auflösung des

Streitkräfteführungskommandos

(SKFüKdo) erzielt.

Das Streitkräfteführungskommando

stellte – von der einen oder anderen

personellen und organisatorischen

Schwäche abgesehen – ein kompetentes

Führungsinstrument dar. Durch die

Schaffung von Land-, Luft-, Logistikund

Führungsunterstützungskräften

samt den dazu notwendigen Kommanden

wurde eine Zerschlagung dieses

Kommandos erreicht. Offensichtlich

wird uns diese Zielerreichung dadurch,

dass jedes dieser „vier Bundesheere“

als Individuum „zum Leben zu wenig

und zum Sterben zu viel“ hat. Ausbildungen,

Übungen und Einsätze sind

nur im Zusammenwirken mehrerer

Teilstreitkräfte möglich. Die einzelne

Teilstreitkraft an sich stellt fortan keine

Gefahr mehr dar.

Hinzu kommt noch die Tatsache, dass

das SKFüKdo de facto niemals das

angestrebte operative Kompetenzzentrum

an der Schnittstelle zwischen der

militärstrategischen und der taktischen

Führungsebene dargestellt hatte. Vielmehr

verschob man im dortigen Kommando

Kompanien und Züge sowie

einzelne Feldküchen und bezeichnete

dies als „Operation“.

Offensichtliche personelle Fehlbesetzungen

gaben dem Ganzen den Rest

und legten den Schluss nahe, das SK-

FüKdo aufzulösen. Die Gelegenheit

traf auf willfährige Vollstrecker innerhalb

des Ressorts und führte zur Heeresreform

„Landesverteidigung 21.1“.

Vor- und Nachteile des

neuen Kommandos

Durch die Eingliederung des Materialstabes

Luft (MSL) und der Flieger- und

Fliegerabwehrtruppenschule (FlFlATS)

unterstehen dem KdoLuSK jetzt neben

den luft- und bodengestützten Manövermitteln

auch das wesentliche fliegerische

Logistikelement und die zentrale

Kaderschmiede der LuSK. Der Führungsgrundsatz

„Einheit der Führung“

ist somit gegeben. Die Zuweisung eines

ObstdG Mag. Thomas Reiter

Teilbudgets für die LuSK erhöht deren

Eigenverantwortung in der Umsetzung

der zu erreichenden Ziele. Des Weiteren

wurde durch die Herauslösung der

LuSK aus dem Rest des Bundesheeres

der lang ersehnte Wunsch vieler Luftwaffenoffiziere

nach einer eigenen

Teilstreitkraft (wieder) erfüllt. Aber um

welchen Preis?

Eigenständige, von den anderen Teilstreitkräften

unabhängige Vorhaben

sind aufgrund fehlender personeller

und materieller Ressourcen unmöglich.

Jedes noch so kleine Unterfangen

bedarf aufwendiger Koordinierungen

mit den ministeriellen Dienststellen

und den Schwester-Kommanden. Die

Führungsgrundsätze „Einfachheit“

und „Ökonomie der Kräfte“ werden

sträflich behandelt.

Herausforderungen für das

neue Kommando

Den Kern des neuen Kommandos bildet

der vormalige Teilstab Luft/SK-

FüKdo. Dieser umfasste die luftspe-

Foto: Kurt Vallant

Grafik: Bundesheer.at

Tieffliegererfassungsradar

Seite 6

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Foto: Weilpoltshammer Christian

Foto: Miller Michael

Luftpatrouille

Zwillingsfliegerabwehrkanone

Truppentransporter

zifischen Führungsgrundgebiete 3

(Einsatzführung), 5 (Einsatzplanung)

und 7 (Ausbildung). Er war – trotz seiner

personellen Schwäche – zweckmäßig

gegliedert und erfüllte die an ihn

gestellten Aufgaben zur Zufriedenheit

der Bedarfsträger. Dieser Kern wurde

jetzt zerschlagen und der hoch spezialisierte

und äußerst kompetente Kader

auf nahezu alle neu geschaffenen Führungsgrundgebiete

aufgeteilt. Mit rund

170 Arbeitsplätzen im neuen Kommando

LuSK steigt der dortige Personalbedarf

ungefähr auf das Vierfache.

Dieser Mehrbedarf kann nur durch

das Herauslösen von Personal aus den

unterstellten Dienststellen (v.a. Kommando

Luftraumüberwachung und Radarbataillon

am Standort Wals) sowie

umfangreiche Ausbildungs- und Umschulungsmaßnahmen

gedeckt werden.

Aufgrund planerischer Unzulänglichkeiten

diverser Stellen im Ministerium

und auch bei der Truppe in der jüngeren

Vergangenheit fehlt der Kader sowohl

auf der gefechtstechnischen (Kompanie,

Staffel, Batterie) als auch auf der

unteren (Bataillon, Geschwader, Fliegerwerft)

und mittleren (Brigade) Führungsebene.

Das bundesheerspezifische

„Loch auf, Loch zu-Prinzip“ kommt

vollends zum Tragen. Verschlimmert

wird der Personalmangel zum einen

durch die in zwei bis drei Jahren zu erwartenden

zahlenmäßig starken Ruhestandsversetzungen

verdienter Offiziere,

Unteroffiziere und Zivilbediensteter.

Zum anderen verstärkt das demographische

Problem des fehlenden Nachwuchses

entsprechend gebildeter Menschen

die Personalsituation. Kurz gesagt, es

fehlen schlichtweg die geeigneten Menschen,

die bereit sind, ihrem Vaterland

und seiner Bevölkerung zu dienen!

Aufgrund des zu erwartenden, stark zunehmenden

Eindringens kulturfremder

Ethnien in unsere Heimat werden auch

die LuSK einen merklichen Beitrag zu

den künftigen sicherheitspolitischen

Assistenzeinsätzen (vom Grenzschutz

und Bewachungsaufgaben bis hin zur

Bekämpfung von möglichen Unruhen)

zu erbringen haben. Das wird schlichtweg

deshalb passieren, weil auch den

anderen Teilstreitkräften Personal fehlen

wird bzw. bereits jetzt schon fehlt.

Mit weniger Personal sollte künftig

mehr geleistet werden! Die Quadratur

des Kreises lässt grüßen!

Erforderliche Maßnahmen

des neuen Kommandos

Um diesen Herausforderungen wirksam

zu begegnen, sind bereits jetzt nachstehend

exemplarisch angeführte Maßnahmen

einzuleiten:

• Fokussierung auf die zu erwartenden

Einsatzaufgaben. Hier wird das

Schwergewicht eindeutig bei den

Inlandsaufgaben liegen und ist dem

bereits weitgehenden Bevölkerungsaustausch

samt den damit verbundenen

Auswirkungen (Stichwort:

Kampf der Kulturen) geschuldet.

Gemäß dem Grundsatz: „Wer alles

macht, macht nichts“, hat hier eine

kompromisslose Streichung von

bisherigen Aufgaben (z.B. Unterstützungsleistungen

aus der Luft) zu

erfolgen.

• Rigorose Entbürokratisierung der

hausgemachten Selbstverwaltung.

Leistungszeiterfassung, das Erstellen

von Statistiken ohne jede Absicht,

Foto: Simader

mit deren Aussagekraft etwas zu

verändern und ähnliche „Friedensauswüchse“

sind der Einsatzbereitschaft

abträglich und daher

augenblicklich zu unterbinden.

Infolge der Optimierung der Abläufe

innerhalb des LuSK (Zusammenwirken

zwischen KdoLuSK und

den unterstellten beiden Brigaden

Luftraumüberwachung und Luftunterstützung

sowie der FlFlATS) wird

auch die eine oder andere Strukturanpassung

zweckmäßig sein.

Das fehlende Personal wird diesen

Schritt ohnehin notwendig machen.

• Vorleben und Einfordern ebenenadäquaten

Arbeitens. Das KdoLuSK

steht als Divisionskommando

im „Führungsdreieck“ mit den

Eckpunkten militärstrategische

Ebene (Ministerium), operative

Ebene (das KdoLuSK im Falle einer

Luftraumsicherungsoperation) und

taktischer Ebene (das KdoLuSK im

„Normdienst“ und in der Unterstützung

der anderen Teilstreitkräfte).

Das bedeutet: das KdoLuSK mit

seinen Mitarbeitern hat die jeweilige

Transferleistung von einer Führungsebene

zur anderen zu erbringen. Das

bedeutet aber auch, dass das eigene

Planen und Handeln dem eines Divisionskommandos

entspricht. Das

kennzeichnet sich u.a. dadurch, dass

das KdoLuSK zwei Ebenen nach

unten zu denken hat (also auf Ebene

kleiner Verband), um der unmittelbar

unterstellten Ebene (also

der Ebene großer Verband) erfüllbare

Aufträge zu erteilen! Auch hat

sich der zeitliche Horizont und der

Detaillierungsgrad der Aufträge

des KdoLuSK an seine nachgeordneten

Dienststellen von diesen zu

unterscheiden. Damit verbunden ist

auch die Notwendigkeit zur Ausbildung

des im KdoLuSK dienstverrichtenden

Berufs- und Milizkaders

für diese Führungsebene und deren

Aufgaben.

Ω

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Seite 7


Nicht ganz im Ziel!

Der neue Organisationsplan Jägerbataillon 25

Wie die Masse der anderen

Jägerbataillone

(JgB) wird auch das

JgB25(KPE) noch heuer

einen neuen Organisationsplan

(OrgPlan)

einnehmen. Im Gegensatz

zu den anderen Jägerbataillonen,

für die

der OrgPlan JgB „Typ

C“ vorgesehen ist, wurde

das JgB25(KPE) in

die im heurigen Jahr

durchgeführte Org-

Plan-Evaluierung offiziell

gar nicht und auch

sonst nur in unbefriedigendem

Ausmaß eingebunden.

Dies war und

ist umso erstaunlicher,

wenn man bedenkt,

dass das JgB25(KPE)

seit 2011 als Kaderverband

geführt wird

und daher eigentlich

prädestiniert für eine

federführende Rolle

bei der Überarbeitung

des OrgPlans gewesen

wäre. Ebenso verwunderlich

stimmt, dass

weder die für 2013 vorgesehene

Zwischenevaluierung

noch die für

Ende 2015 angeordnete

OrgPlan-Evaluierung

stattgefunden haben.

Was bringt der neue Org-

Plan Gutes? Es wäre falsch

und nicht aufrichtig, alles

schlecht zu reden.

Positiv hervorzuheben ist zweifellos

die Umstellung der Masse der stellvertretenden

Gruppenkommandanten

von Chargenposten zu „Unteroffizieren

mit Zeitlaufbahn“ (MV bzw. ehemals

MZUO). Dadurch wird einerseits die

Führungsfähigkeit der untersten Führungsebene

deutlich verbessert und andererseits

wird dem Kadernachwuchs,

der zumindest im JgB25(KPE) in hoher

Quantität gepaart mit hoher Qualität

vorhanden ist, eine entsprechende Zukunftsoption

geboten.

Auch die personelle Stärkung des

Kraftfahrbereiches durch zusätzliche

Aufnahmen von Heeresfahrlehrern, die

bei entsprechender Zusatzausbildung

Obstlt Wolfgang Kautzki

auch die Vertretung des Kraftfahrunteroffiziers

wahrnehmen können, wird

den Dienstbetrieb erleichtern. Bis dato

waren einige Zugskommandantenfunktionen

als Einstiegsverwendung für

Offiziere vorgesehen, von denen viele

nicht besetzt werden konnten. Hier

erfolgte eine Umstellung zu Unteroffiziersarbeitsplätzen.

Dadurch wird nicht

nur der prekären Situation im Bereich

des Offiziersnachwuchses – die aktuelle

Stärke des heurigen Ausmusterungsjahrganges

an der Theresianischen Militärakademie

beträgt 21 - Rechnung

getragen, sondern auch eine unverhoffte

Aufstiegs- und Weiterentwicklungsmöglichkeit

für Unteroffiziere geschaffen.

Zu guter Letzt wurde auch die Ankündigung

des Herrn Bundesministers,

dem Personal Lebenslaufbahnen zu

bieten, dadurch umgesetzt, dass ein

Hochqualifizierte Sanitätsarbeitsplätze wurden gestrichen

Foto: Michael Steinberger

Seite 8

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Großteil der bisherigen MZUO-Arbeitsplätze

nunmehr als MBUO bzw.

entsprechend der neuen Bezeichnung

als „MU“ bewertet ist. Das sollte Abwanderungstendenzen,

sei es Versetzungen

zu anderen Dienststellen, sei

es dem Wechsel in den zivilen Bereich

(„Abrüsten“) entgegenwirken und damit

den Verlust von jungen und meist

hochqualifizierten Unteroffizieren reduzieren.

Viele gute Vorschläge blieben

unberücksichtigt

Sowohl durch die betroffenen Kommanden

als auch durch deren Dienststellenausschüsse,

wurden im Zuge der

OrgPlan-Evaluierung wohl bedachte

und auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmte

Vorschläge vorgelegt. Die

Berücksichtigung dieser Beiträge lässt

sich wenn überhaupt nur marginal erahnen.

Dabei muss zwischen Anregungen,

die alle Bataillone betreffen und

solchen, die in der Eigenart des jeweiligen

Truppenkörpers liegen, unterschieden

werden.

Ein allgemeines Problem liegt im Bereich

der Milizbearbeitung. Die Anstrengungen

im Bereich der Miliz

werden erhöht und auch die Personalstärken

steigen. Im OrgPlan wird dieses

Faktum jedoch nicht nur ignoriert,

sondern vielmehr konterkariert, da beispielsweise

im JgB25(KPE) der „zweite

S3UO“ und der „Sachbearbeiter

Pers“ gestrichen bzw. entsystemisiert

wurden. Auch im Logistikbereich gibt

es trotz zusätzlicher Aufträge und zusätzlichem

Gerät nicht mehr Personal.

Im Bereich der Waffeninstandsetzung

wurde auf den erhöhten Bedarf, der

aufgrund der geänderten Sicherheitsbestimmungen

für das Scharfschießen

entstanden ist, nicht reagiert. Die

Bataillone müssen weiterhin mit zwei

Waffenmeisterunteroffizieren das Auslangen

finden. Im JgB25(KPE), mit einem

durchschnittlichen Befüllungsgrad

von 80 Prozent bezogen auf die Gesamtstärke,

werden dadurch die Sicherstellung

der Ausbildung und das Halten

der materiellen Einsatzbereitschaft fast

unmöglich.

Rahmenverbände sind mit Ausnahme

ihrer Kaderpräsenzeinheiten (KPE)

nur während der Einrückungstermine

mit bekanntermaßen geringen Kontingenten

ausgelastet. Im Gegensatz dazu

gilt es in einem geschlossenen Kaderverband,

die erforderlichen Instandhaltungs-

und Instandsetzungsmaßnahmen

parallel zur permanent laufenden Ausbildung,

Einsatzvorbereitung sowie zu

Einsätzen im In- und Ausland zu erledigen.

Als Hauptbewaffnung wird das

Foto: Pusch

Sturmgewehr (StG) 77 A2 Kommando

verwendet; nach mehr als zwei Jahren

Nutzung steht fest, dass schon bei den

Waffenüberprüfungen drei- bis vier

Mal so viel Zeit benötigt wird wie beim

„normalen“ StG77 A1.

Klarerweise wird in einem Kaderverband

auch deutlich mehr Schießausbildung

durchgeführt, bei der die Anwesenheit

eines Waffenmeisters nunmehr

ab Kaliber 7,62 mm zwingend vorgeschrieben

ist. Abgesehen von der für

jeden Soldaten vorgesehenen und auch

Immer weniger Personal für

schwierigere Aufgaben

ausgegebenen Doppelbewaffnung mit

Sturmgewehr und Pistole, verfügt das

Bataillon über zahlreiche weitere zusätzliche

Waffen. Beispielsweise wird

auf die Waffenstation des geschützten

Mehrzweckfahrzeuges IVECO und des

Mannschaftstransportpanzers Pandur

verwiesen. Durch den für das Jahr 2018

angekündigten Zulauf der schweren

Scharfschützengewehre wird die Lage

noch weiter verschärft. Hier wäre eine

Nachjustierung, im Konkreten eine

Aufstockung der Waffenmeisterunteroffiziere,

dringend erforderlich.

Unverzichtbare Arbeitsplätze

wurden gestrichen

Nicht nachvollziehbar ist die ersatzlose

Streichung des EloMechUO. In Anbetracht

der nicht nur als „Soll“ sondern

tatsächlich vorhandenen Geräteausstattung

ist die Abdeckung dieser Kompetenz

unerlässlich, um die selbständige

Auftragserfüllung zu gewährleisten.

Das Unverständnis über diese Entscheidung

wird noch größer, wenn man

an die für diese Spezialfunktion erforderliche

und durch den EloMechUO

des JgB25(KPE) absolvierte Ausbildungsdauer

von ca. 2,5 Jahren denkt.

Auch der Sanitätsbereich musste Federn

lassen, ein Sanitätsunteroffizier

in der Qualifikation eines diplomierten

Gesunden- und Krankenpflegers sowie

2 Notfallsanitätsunteroffiziere haben

ihren Arbeitsplatz verloren. Neben

den Ausbildungs- und Einsatzerfordernissen

wird so auch der Betrieb der

truppenärztlichen Ambulanz (TAsZ/

JgB25), die für die stationäre Sanitätsversorgung

der gesamten Garnison

Klagenfurt verantwortlich ist, gravie-

Foto: Bundesheer.at Tom Weber

www.afh.at

Seite 9


Foto: Christian Kickenweiz

Führungspersonal wird knapp

rend beeinträchtigt. Die vorgeschlagene

Aufnahme der Zusatzqualifikation

Rettungssanitäter bzw. Notfallsanitäter

für Chargen auf Zugsebene ist nicht

erfolgt. Gerade in Anbetracht der Designierung

des JgB25(KPE) für Einsätze

aller Art ist diese Entscheidung zu hinterfragen,

denn die Gesundheit unserer

Soldaten sollte doch höchste Priorität

genießen.

Kritisch betrachtet werden muss die

Einschränkung der Führungsfähigkeit

des Bataillonskommandos. Die Stärke

der Stabsgruppen 2 und 3 wurde halbiert.

Somit wird nicht nur der normale

Dienstbetrieb nicht mehr in der bisherigen

Qualität gesteuert werden können,

sondern auch die Schichtfähigkeit im

Einsatz in Frage gestellt.

Die Entsystemisierung des Offiziers für

Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation

bzw. die Zuordnung dieser Aufgabe

zum S1 als Doppelfunktion wird vor

allem die Fortführung der Maßnahmen

zur Personalgewinnung beeinträchtigen.

Durch die Abkehr vom bisherigen Rotations-OrgPlan,

in dem alle Arbeitsplätze

systemisiert und als KPE-Arbeitsplatz

ausgeworfen waren, und die

Zuordnung eines Kombinations-Org-

Plans („Friedens-OrgPlan“) sowie eines

Einsatz-OrgPlanes wird das „System

KPE“ in Frage gestellt, denn für

eine Einteilung im K-OrgPlan ist somit

keine KPE-Freiwilligkeit mehr erforderlich.

Für den Bediensteten stellt diese

Änderung zwar keinen Nachteil dar,

sehr wohl aber für den Verband. Ab

sofort kann daher nicht ausgeschlossen

werden, dass vor allem in Schlüsselbzw.

Spezialfunktionen Lücken entstehen

werden.

Noch besteht Hoffnung, dass die zuvor

angeführten Arbeitsplätze im Einsatz-OrgPlan

systemisiert werden,

wodurch eine Besetzung im Zuge der

Überleitung möglich wäre. Dadurch

würde die Problematik aber auch nur

vorübergehend gelöst, denn eine gegebenenfalls

erforderliche Nachbesetzung

wäre nicht möglich. Das betroffene

Personal könnte bis zu einer nicht

auszuschließenden und für 2021 angedachten

KPE-Entdesignierung auf diesen

Posten verbleiben und würde dann

für die jahrelang erbrachte Leistungsund

– im wahrsten Sinn des Wortes –

Einsatzbereitschaft mit der Versetzung

„über den Stand“ belohnt.

Foto: Manfred Raunegger

Verbesserungsvorschläge

zu Arbeitsplatzbewertungen

Nur kurz gestreift werden die Arbeitsplatzbewertungen.

Im Großen und

Ganzen gab es hier keine Änderungen.

Details regen aber doch zum Nachdenken

an:

Wie soll man etwa begründen, dass

manche Gruppenkommandanten gleich

eingestuft werden wie ihre Stellvertreter?

Dieser Missstand ist in der Zusammenlegung

der ehemaligen MBUO2

mit den bisherigen MBUO1/Grundlaufbahn

begründet. Würden, wie es

die AUF/AFH fordert, zwei zusätzliche

Verwendungsgruppen im Bereich der

MU eingeführt, könnte dieser Makel

rasch behoben werden.

Welche Erklärung gibt es für die Abwertung

des Kommandanten Kampfunterstützungszug

in der Jägerkompanie?

Die Zugsstärke und die Aufgaben des

Gleiche Arbeitsplatzbewertung

von Gruppenkommandant und

Stellvertreter ist falsch.

Seite 10

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Zuges haben sich in keiner Weise geändert und auch

der geforderte stellvertretende Zugskommandant (keine

Doppelverwendung) wurde nicht im OrgPlan aufgenommen.

Darüber hinaus wären eine generelle Neubewertung aller

Arbeitsplätze und auch die Aktualisierung der Masse der

Arbeitsplatzbeschreibungen höchst angebracht. Aber bitte

nicht im Schnellschuss-Verfahren!

Die Spezifikation und Designierung als einziger luftbeweglicher(lubwgl)

Verband des ÖBH wurden in LV 21.1

hochoffiziell bestätigt. Um auch tatsächlich die Aufgaben

eines Luftlandeverbandes erfüllen zu können, wurde die

Schaffung einer „Zonengruppe“ vorgeschlagen, die für

die Erkundung, Vorbereitung, Sicherung und das Betreiben

von Landezonen benötigt wird. Auf Kompanieebene

sollte ein Luftlandeerkundungstrupp geschaffen werden.

Beiden Anregungen wurde nicht entsprochen. Somit verbleibt

die Bezeichnung „JgB lubwgl“ der einzige Hinweis

auf das Alleinstellungsmerkmal des JgB25.

Zumindest bis zum Kommando 7. Jägerbrigade wurde

versucht, hier zu retten, was zu retten war. Was auf den

höheren Führungsebenen geschah, ist unbekannt. Durch

den Zentralausschuss wurde dem vom Dienstgeber

vorgelegten und mittlerweile verfügten OrgPlan mehrheitlich

und leider so gut wie vorbehaltlos zugestimmt.

Vorgestaffelt gab es lediglich eine Beratung über diese

zweifellos wichtige und viele Bedienstete direkt betreffende

Thematik.

Die hohen Erwartungen in den neuen OrgPlan wurden

alles andere als erfüllt. Anstatt den jeweiligen Besonderheiten

und Bedürfnissen Rechnung zu tragen, wurde

unter dem Motto „one fits all“ eine Einheitslösung angeordnet,

die hoffentlich bei der dringend erforderlichen

und spätestens in zwei Jahren anzusetzenden neuerlichen

Evaluierung bereinigt wird.

Auch wenn die sachlich begründeten und keineswegs

überhaltenen Vorschläge und Argumente des JgB25(K-

PE) nicht angenommen wurden, werden die Roten Barette

weiterhin alles daran setzen, die erteilten Aufträge

pünktlich und gewissenhaft im Sinne des Ganzen zu erfüllen;

und das wie immer mit Mut, Tapferkeit

und Treue!

Ω

Gefunden im Internet

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Seite 11


Die Reform ist misslungen!

Der OrgPlan JgB26 taugt nichts

Ziel der Reform war es,

mehr Schwergewicht und

Soldaten bei der Truppe

zu haben. Genau das Gegenteil

ist passiert, man

hat zu Gunsten höherer

Kommanden wieder bei

der Truppe Arbeitsplätze

gestrichen, beziehungsweise

abgewertet. Von

einer Stärkung der Truppe

ist man derzeit meilenweit

entfernt. Wie in der

letzten Ausgabe Heer Aktiv

bereits berichtet, wäre

unser Ansatz gewesen,

die jetzigen Bataillone im

ersten Schritt zu stärken

und mit zusätzlichem Kader

sowie mit je einer neu

aufgestellten Kompanie

auszustatten und erst bei

Erfolg, im zweiten Schritt

funktionierende Ausbildungsbataillone

aufzustellen.

Zusätzlich soll

noch erwähnt sein, dass

durch die Planstellenbesetzungsverordnung

die

Kommandantenverantwortung

nach wie vor untergraben

wird und eine

ordnungsgemäße Personalplanung

dadurch unmöglich

ist. Dem Nachwuchs

werden dadurch

alle Aufstiegsmöglichkeiten

verbaut.

Personalprobleme, wo man hinschaut.

Beim JgB26 (HGeb) wurde

mit 01.11.2017 der

Organisationsplan Typ C

verfügt. Es soll nun anhand

einiger Beispiele die

derzeitige Situation im

Bataillon bezüglich des Organisationsplans

dargelegt werden:

• Die Fußnote mindestens „5 Jahre

ZgKdt“ wurde im Organisationsplan

wieder nicht gestrichen. Bei diesen

Arbeitsplätzen wird es in Zukunft zu

massiven Problemen bei der Nachbesetzung

kommen.

• Es ist keine Trennung aller Arbeitsplätze

mit Doppelfunktionen erfolgt.

Beispiel: Wie ist dies zu begründen,

wenn ein GrpKdt gleichzeitig

1.TrpKdt ist und dieselbe Wertigkeit

erfährt als „nur“ sein 2.TrpKdt?

• Weiterhin keine Trennung der

beiden Funktionen WiUO & KzlUO

• Keine Systemisierung eines Arbeitsplatzes

Kdt ZgTrp & stvKdt KUZg

VerwGrp M BUO FG 1. Im Gegenteil,

man hat den ZgKdt KUZg von

der FG 3 auf FG 2 abgewertet.

• Gestrichen wurde auch der 3.

Feldküchentrupp. Somit wird es

in Zukunft bei der Versorgung im

Frieden und Einsatz (Verlegungen,

Übungen, Kurse usw.) unweigerlich

zu Problemen und Engpässen

kommen.

• Die bereits befehlsmäßig verfügte

zusätzliche Kompanie mit Standort

Türkkaserne in Spittal an der Drau

wurde kurzfristig gestrichen und

nach Klagenfurt verlegt.

Foto: Arno Pusca

Autorenkollektiv:

Faller, Peball, Trattnig, Grote

Traurig aber wahr:

Eine Kompanie dreimal

verloren

Foto: AFH

Das JgB26 bestand bis zur vorletzten

Reform aus Kdo&StbKp, 1.JgKp,

2.JgKp, 3.JgKp und einer KUKp. Alle

diese Kompanien waren in Spittal/Drau

stationiert. In dieser Struktur konnten

verschiedenste Übungen, AssEinsätze

und sogar Auslandseinsätze absolviert

und darüber hinaus Abstellungen und

Kaderfortbildungen erfolgreich durchgeführt

werden.

Nach dem schmerzhaften Verlust der

traditionellen Tragtierstaffel folgte eine

weitere Personalreduzierung in der

Türkkaserne, als man 2008 die 3.JgKp

das erste Mal wegreformierte.

1. Mal: 3.JgKp in Spittal/

Drau gestrichen, Tamsweg

erhalten!

Im Zuge der Reform 2008 hat man dafür

im selben Atemzug die 3.JgKp in

Tamsweg erhalten. Mit einem Schlag

wurden in der Türkkaserne 900er produziert

und die Perspektiven des jungen

Kaders auf attraktive Arbeitsplätze

zerplatzten. Das Kaderpersonal der

ehemaligen 3. JgKp wurde in den folgenden

Jahren so gut als möglich versorgt.

Das Ergebnis: Gruppenkommandanten

mit Dienstgrad Vizeleutnant!

Nicht nur die örtliche Trennung zur

Struckerkaserne in Tamsweg war eine

Herausforderung, sondern auch die

knapp 300 Kilometer und über 3 Stunden

Fahrzeit zum Vorgesetzten Kdo

der 6.JgBrig nach Absam in Tirol. Dies

grenzte oft an eine logistische Meisterleistung

und förderte die Stärkung der

Kameradschaft nur schwer.

2. Mal: 3.JgKp/JgB26 in

Tamsweg an JgB8 abgegeben,

nichts erhalten!

Nach langen Diskussionen um die Liegenschaft

Tamsweg „Schließung Ja/

Nein“ wurde schlussendlich 2017 die

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3.Kp/JgB26 in Tamsweg, sogar als

neue 1.JgKp/JgB 8 in Salzburg „aufgewertet“.

Gleichzeitig hat sich mit dem

Verlust dieser Kompanie der Personalstand

im JgB26 deutlich reduziert; das

Bataillon hat ab diesem Zeitpunkt de

facto eine Kompanie weniger.

Mit der Unterstellung als neues

AusbJgB7(JgB26) zum MilKdo

Kärnten wurden jedoch die Aufgabenbereiche

um die Milizverantwortung

JgB Kärnten und die Ausbildung

der Laufbahnkurse Kaderanwärter

1 und 2 erweitert. Mit dem Erhalt der

Alpinkompetenz durfte das JgB26

seine Fähigkeiten auch im Bereich des

KdoGebKpf auf die Probe stellen.

Spittaler Personalvertreter

fordern 3. JgKp im JgB 26

Die Motivation darf nicht verloren gehen.

Auf Anregung des örtlichen Dienststellenausschusses

forderte das Bataillon

zu Jahresbeginn 2017 eine zusätzliche

JgKp, um den Verlust der 3. JgKp

Tamsweg zu kompensieren und damit

die zahlreichen Aufgaben bewältigen

zu können.

Die hochwertige Ausbildung der zahlreichen

Kaderanwärterkurse 1 und 2,

Einsatzvorbereitungen für Auslandseinsätze

und die Verantwortung

und Bewirtschaftung des Miliz-Jägerbataillons

Kärnten bringen

das Kader der Türkkaserne an ihre

Leistungsgrenzen. „Grundsätzlich sind

Hochgebirgssoldaten gewohnt ans

Limit zu gehen, aber nicht auf Dauer“,

so der Kärntner Zentralausschussmandatar

und Vorsitzende des Dienststellenausschusses

der Türkkaserne Vzlt

Volker Grote.

Ein wesentlicher Faktor wäre auch die

Erhöhung der Gebirgskompetenz als

gesamter Verband und die Kräftegestellung

für Inlands- und Katastropheneinsätze.

Zurzeit muss oft auf Kräfte

der Kaderpräsenzeinheit zurückgegriffen

werden, um die notwendigen

Stärken und Mittel aufzubringen. Die

KPE-Einheit ist aber grundsätzlich für

einsatzrelevante Aufgaben, Übungen

im Ausland und Auslandseinsätze vorgesehen.

Mit einer zusätzlichen Kompanie und

einer damit verbundenen höheren

Kontingentierung an Grundwehrdienern

würde unser Verband auch in der

Übungsfähigkeit wesentlich profitieren.

Im Moment hängt alles an einer Jägerkompanie!

Das Kaderpersonal wird

überbelastet, in der Fort- und Weiterbildung

sowie beim Qualifikationserhalt

massiv eingeschränkt, damit

die laufende Ausbildung der Grundwehrdiener

und Kaderanwärter und

die zahlreichen Zusatzaufgaben nicht

leiden.

Diese Argumente des Dienststellenausschusses

der Türkkaserne sind auch

in Wien auf „offene Ohren“ und Verständnis

gestoßen.

Foto: Stefan Noisterinig

Gebirgskompetenz muss

wieder erhöht werden.

Foto: Amir Beganovic

3. Mal: Zugesagte Kompanie

verloren, ohne je da

gewesen zu sein?

Mit der Zusage dieser geforderten

Kompanie (1.Kp/JgB7“Neu“) sah

man endlich wieder Licht am Ende

des Tunnels und wurde gleichzeitig in

der Forderung nach Personalerhöhung

bestätigt. So wurden bereits Personaleinsatzpläne

namentlich befühlt, älterer

Kader motiviert sich zu verändern und

Kadernachwuchs versucht zu gewinnen.

Mit der plötzlichen Unterstellung zum

KdoGebKpf scheint diese bereits zugesagte

Kompanie wieder in weite Ferne

gerückt. Verständlich, dass sich die

Ambitionen seitens des MilKdo

Kärnten und Tirol in Grenzen halten,

eine Dienststelle „zu stärken“, die eigentlich

zu keinem Bundesland so

wirklich dazu gehört. Aber beide Seiten

sind froh, jederzeit auf dieses Personal

zugreifen zu können, wenn es um Abstellungen

oder „Sonderwünsche“ geht.

Egal welchem Befehlsbereich das

JgB26 in Zukunft unterstellt sein wird,

wir Personalvertreter der AUF/AFH

werden uns auch weiterhin vehement

für eine 3.JgKp/JgB26 in der Türkkaserne

einsetzen. Denn nur so können

die Zusatzbelastungen in der nötigen

Qualität absolviert werden.

Mit dem Ziel: Kaderstärke erhöhen, die

Miliz stärken und die Grundwehrdienerausbildung

attraktiveren.

Da darf man sich aber schon einmal

fragen: „Wo bleibt nun die Stärkung

der Truppe, Herr Bundesminister?“

Ω

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Seite 13


Cook&Chill

Das System ist einzustellen

Seit ein paar Jahren

wird beim ÖBH in der

Verpflegsversorgung

auf das System Cook-

&Chill gesetzt. Die

Umstellung auf die

sogenannte Komponentenverpflegung

erfolgte

angeblich aus finanziellen

und gesundheitlichen

Gründen. Nun

zeigt sich, dass wir mit

Cook&Chill keine Einsparungen,

geschweige

denn gesünderes Essen

erreicht haben.

Das System mit Zentralküche und Finalisierungsküche

kann die permanente

Verpflegsversorgung im Einsatz nicht

gewährleisten. Man bedenke nur die

Entfernungen, die zurückgelegt werden

müssen oder an die vielen Möglichkeiten

von Verkehrsbedingungen und Naturkatastrophen

die die Versorgung zu

den Finalisierungsküchen gefährden

können. Es werden hunderttausende

Kilometer im Jahr zum Transport der

Speisen verfahren. Ein äußerst negativer

Nebenaspekt sind daher die hohen

Treibstoffkosten und die Umweltbelastung.

Das Bundesheer muss für jeden Einsatz

und Katastrophenfall handlungsfähig

sein; dazu benötigen wir auch die Sicherstellung

einer längerfristigen Verpflegsversorgung.

Daher mein Apell:

Wir dürfen nicht immer nur von Friedensverhältnissen

ausgehen. Das System

Cook&Chill wird diesen Anforderungen

eines Einsatzes nicht gerecht.

Die Rückkehr zu den alten Truppenküchen,

d.h. die selbstständige Versorgung

der Truppenkörper oder Garnisonen,

wäre dazu unbedingt notwendig.

Deshalb ist eine unserer vehementesten

Forderungen an den Bundesminister:

Keine Umsetzung des Zentralküchenkonzeptes

in Westösterreich!

deutlich, dass ca. 35% der regelmäßigen

Nutzer von Cook&Chill in den

Verpflegungseinrichtungen Probleme

mit der Bekömmlichkeit der Speisen

haben. Am Häufigsten wurden an dieser

Stelle Symptome, wie Blähungen,

Durchfall, Völlegefühl und Müdigkeit

angeführt. Zur Haltbarmachung der

Speisen wird Stickstoff hinzugefügt.

Das Ganze wird damit nicht vitaminreicher

und gesünder. Niemand braucht

sich zu wundern, wenn ein Speiseangebot

bereitgestellt wird, das überwiegend

aus vorgefertigten, regenerierten

oder essfertig zugekauften Convenience-Produkten

erzeugt wird.

Gesunde Ernährung beim Bundesheer

schaut sicherlich anders aus, außer man

ist vom System Cook&Chill so überzeugt,

dass man 3 Tage altes Essen als

frisch bezeichnet.

Ein Beispiel zum

Nachdenken

Am Montag werden in der Zentralküche

Rindschnitzel zubereitet, verpackt

und auf 4 Grad Celsius heruntergekühlt.

Danach geht es ab in den Kommissionierraum,

wo die Rindschnitzel auf die

jeweiligen Kasernen aufgeteilt werden.

Am nächsten Tag werden sie verladen

und hunderte von Kilometern in die

Kasernen transportiert. Dort wird wieder

alles in den Kühlhäusern verräumt.

Wer jetzt glaubt, dass die Rindschnitzel

Vzlt Volker Grote

am Mittwoch in den Finalisierungsküchen

aufgewärmt (finalisiert) werden,

den muss ich leider enttäuschen. Am

Donnerstag gibt es dann endlich die

Rindschnitzel – also sehr frisch.

Plastiktassen: Angekauft –

Befüllt – Verschickt –

Entsorgt

Für mich stellt sich auch die Frage der

Wirtschaftlichkeit bei den Plastiktassen/schalen,

da man diese aus hygienischen

Gründen nur einmal verwenden

kann. Abgesehen von den zusätzlichen

hohen Kosten, wäre nebenbei noch zu

erwähnen, dass die Tassen als Sondermüll

von einer geeigneten und daher

extra angemieteten Firma zu entsorgen

sind.

Wo bleibt hier der Umweltgedanke und

wo entfaltet sich die Wirtschaftlichkeit?

Nahrungsunverträglichkeit

oder Cook&Kill?

Aufgrund der bisher vorliegenden wissenschaftlichen

Studien zeigt sich sehr

Von ÖVP-Minister Platter eingeführt,

von SPÖ-Minister Darabos umgesetzt.

Foto: Peter Lechner

Seite 14

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So wirklich schmecken tut es nicht.

Küchenhilfskräfte fehlen

noch immer

Foto: AFH

Bis dato wurden noch immer nicht alle

Arbeitsplätze bei den Küchenhilfskräften

nachbesetzt. Ursprünglich war

dieses Personal anstelle der Grundwehrdiener

angedacht. Die Grundwehrdiener

werden in den Feldkochorganisationen

nach wie vor dringend

benötigt, um den Schicht- und Wechseldienst

aufrecht zu erhalten.

Große Probleme wird es auch im Bereich

der Feldkochunteroffiziere geben,

da man in den neuen Organisationsplänen

einen Feldkochtrupp wegrationalisiert

hat. In Zukunft gibt es nur

mehr zwei Trupps pro Verband. Welche

negativen Auswirkungen dies für die

Verpflegsversorgung haben wird, wird

sich sehr rasch zeigen. Kurse, Dienstzuteilungen,

Urlaub und Krankenstandvertretungen

sind für nur mehr zwei

Feldkochunteroffiziere in der Einsatzund

Friedensversorgung auf Dauer in

diesem Ausmaß nicht mehr vernünftig

zu bewerkstelligen.

Eine autarke Verpflegung

für Soldaten und Einsatzorganisationen

ist wichtiger

als Installierung von Drehkreuzen

Anstatt das Projekt Zentralküche einzustellen,

wegen nicht Einsatzuntauglichkeit,

zu hohen Kosten, Unwirtschaftlichkeit

und der zusätzlichen

hohen Umweltbelastung durch Tausende

von Transportkilometern, plant das

Ministerium bereits eine nicht für den

Einsatz- und Gefechtsdienst taugliche

neue Verpflegsteilnehmerabrechnung

(VTA). In Zukunft sollen alle Soldaten,

egal ob verpflichteter oder berechtigter

oder sonstiger (Polizei usw.) Kostteilnehmer

durch ein Drehkreuz gehen,

damit automatisch registriert und bargeldlos

abgerechnet werden kann. Abgesehen

von den Kosten und den zusätzlichen

Zeitbedarf beim Warten vor

dem Drehkreuz, stellt sich schon die

Frage: Braucht eine Einsatzorganisation

wie das Österreichische Bundesheer

so ein aufwändiges System, das nur im

Frieden funktioniert.

Wenn man alles zusammenzählt, den

Gesamtaufwand für SAP, bargeldlose

Abrechnung, Kosten bei der Bank und

Installierung der Drehkreuze sowie das

Produzieren und die Verwaltung der

Karten, kann die Verpflegung gleich

gratis ausgegeben werden. Das kommt

sicher billiger. Außerdem ist Installierung

von Drehkreuzen wieder ein

Schritt, um Arbeitsplätze einzusparen!

Aus der strategischen

Reserve wird so nichts

Abschließend möchte ich nur noch

festhalten, dass unser Österreichisches

Bundesheer zur Strategischen Handlungsreserve

ausgebaut werden soll.

Die Kasernen sind dabei der Mittelpunkt

der Versorgung in Notfällen oder

Katastrophen. Deshalb sollen diese

auch immer in der Lage sein, ihre Verpflegung

unabhängig und selbstständig

zuzubereiten, um die Truppe und in

weiterer Folge, wenn notwendig auch

die Zivilbevölkerung versorgen zu können.

Diese unabhängige Versorgung

kann das System

Cook&Chill aber keinesfalls

leisten.

Forderung der AUF/AFH:

• Kein weiterer Ausbau des Systems

Cook&Chill

• Rückbau der vorhandenen Zentralküchen

und Finalisierungsküchen

• Zurück zum altbewährten, funktionierenden

Küchenbetrieb

• Installierung des 3. Feldküchentrupps

bei den Verbänden

• Förderung gesunder Produkte aus

regionaler Herkunft

• Autarke Verpflegung für Soldaten

und Einsatzorganisationen in den

einzelnen Kasernen

Ω

Der Beginn dieser Fehlentwicklung mit Minister Platter.

Foto: Bundesheer.at

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Seite 15


Aus dem Zentralauschuss

Und wieder haben Sie es sich gerichtet – und

wieder auf Kosten der Masse

Jede Reform läuft gleich

ab: große Pressekonferenzen,

alles wird besser,

das Bundesheer

wird schlagkräftiger

und effizienter, alle sind

glücklich und zufrieden.

Aber dennoch müssen

wir sparen und das bei

der Masse, wie sollte es

anders sein.

Egal, ob die Reform verkleinern

heißt oder wir

müssen aufwachsen, es

trifft immer rasch ein

paar Wenige, die davon

profitieren.

Was bei keiner Reform fehlen darf, ist

nämlich der Postenschacher und das

beherrschen die Sozis gleich gut, wenn

nicht sogar besser als die Schwarzen

(oder jetzt Türkisen). Die Truppe muss

gestärkt werden und wir stellen dabei

Kommanden auf, machen großartige

Paraden, feiern die neuen Kommanden

und befördern ein einige Wenige.

Sparen können wir bei der Truppe, als

Belohnung wird die Wertigkeit beim

KUZgKdten von drei auf zwei abgewertet,

dafür braucht er aber dann

keinen Stellvertreter mehr – den hat

man überhaupt gestrichen. Nur bei

den Chefs, da darf es keine Abwertung

geben, man teilt ein Kommando

aber die Wertigkeiten bei den höchsten

Funktionsträgern bleiben bestehen.

Hier hat auch das Bundeskanzleramt

kein Problem, die gesamte Ressortleitung

schmeißt sich in die Schlacht und

gewinnt beim BKA. Rest egal, kann

man nichts machen, das BKA ist so

grausam zu uns. Für mich ist die Argumentation

von Qualität und Quantität

mehr als unverständlich, denn man

dreht es, wie man es gerade benötigt.

Große Führungsspanne begründet die

hohen Wertigkeiten. Aber die Führungsspanne

wurde ja bekanntlich kleiner, da

die gesamte Luft wegfällt, komisch, die

Wertigkeiten bleiben erhalten. Dafür

hat man dann kein Problem beim Zivilisieren

von Arbeitsplätzen sowie bei

Abwertungen und Streichungen von

Arbeitsplätzen im Bereich der Truppe.

Hier wird wiederum argumentiert, man

benötigt aufgrund der Teilung nicht

mehr so viele Bedienstete in den Abteilungen.

Durch die Aufnahmeoffensive

hat sich das ehemalige Streitkräftekommando

und jetzige Kommando

Landstreitkräfte personell kaum

verkleinert, die Arbeit ist vor allem im

Personalsektor enorm gestiegen. Aber

auch hier soll, wie überall, gestrichen

und eingespart werden. Die Aufträge

sind ebenfalls gestiegen, und wenn die

Aufträge zunehmen, dann steigen automatisch

die Produktionskosten und die

Abläufe in einer Firma, nicht so beim

Bundesheer. Hier steigen die Aufträge

und die Produktionskosten scheinen zu

stagnieren, die Abläufe, bleiben ebenfalls

auf gleichem Niveau. Das gibt es

halt nur bei uns.

Die Organisationspläne lassen auf

sich warten, alle verharren in Ungewissheit

und eine neue Ressortleitung

rückt immer näher. Was bei uns in den

letzten Jahren alles reformiert wurde!

Da kann man sich nur wundern, dass

alles noch so gut funktioniert wie

es funktioniert. Das ist einfach den

Bediensteten geschuldet, die nach wie

vor alles versuchen und trotz Ungewissheit

ihr möglichstes Tun und sich

für unser Bundesheer und den Dienstbetrieb

einsetzen.

Das Heer braucht Geld - und nochmals Geld!

Vzlt Manfred Reindl

Daher gebührt Ihnen, werte Bedienstete,

ein großes Dankeschön, vor

allem auch jenen unter Ihnen, die

aufgrund verschiedenster Aufträge

gleichzeitig mehrere Hüte tragen.

Jetzt beginnt das Warten! Das Warten

auf die neue Ressortleitung und die

Ideen, die sie mitbringen wird. Was wird

wohl von der angegangenen Reform

weiterverfolgt werden? Was wird im

„Rundordner“ landen? Wie wird das

Budget aussehen? Denn wir stecken

in vielen Bauprojekten und Einsätzen.

Wir benötigen viel Geld, um die angefangenen

Projekte zu bestreiten, sei es

die Aufnahme von Personal, die Sanierung

der Kasernen oder die Abdeckung

der Kosten für die laufenden In- und

Auslandseinsätze sowie die Anschaffung

der neuen Ausrüstung. Das geforderte

eine Prozent des BIP wird dringend

benötigt. Ich wünsche uns allen,

dass diese Aufbruchstimmung, die

anfangs geherrscht hat, nicht zur Gänze

erlischt und dass die positiven Reformansätze

weiter verfolgt werden.

Ihr

Manfred Reindl, Vzlt

Foto: Bundesheer.at

Seite 16

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Obst Werner Hammer MSD

UMGESETZT

Andere reden – wir handeln!

• Zeitsoldaten: Aufhebung der 30 Monate-Deckelung – erreicht

• Novellierung des BDG und somit volle Anrechnung des Führungslehrganges 2

(Lehrgang universitären Charakters „Sicherheitsmanagement“) sowie ein sofortiges

Ende des „Nachgraduierens“– angelaufen

• Zusammenlegung der Besoldungsgruppen bei den Unteroffizieren – erreicht

• Leistung erzeugt Vorbild – sie muss daher erkennbar sein! Neugestaltung der

Dienstgrade für M BUO mit abgeschlossener StbUO-Ausbildung – angelaufen

• Funktionsgruppen 8 und 9 für MBUO einführen – angelaufen

• Investitionen in die militärische Ausrüstung und Bewaffnung bzw. den Ankauf der

erforderlichen Uniformen, Helme, Schutzmasken, Splitterschutzwesten und Waffen

– erreicht

• Naturalwohnungen im Bereich MilKdoV, Sanierungsbeitrag des BMLVS wird

über die gesetzliche Mindestgrenze hinaus angehoben – erreicht.

• Ausstattung der Kasinos und Cafeterias mit Tageszeitungen, obwohl für 2017

kein Budget mehr vorgesehen war – erreicht

• Verbesserung der Betreuungseinrichtungen - angelaufen

Vzlt Manfred Reindl

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Seite 17


Wir haben viel bewegt

3 Jahre Fachausschuss-Vorsitz durch AUF/AFH

in Oberösterreich

Erstmals in der Geschichte

der Personalvertretung

stellt die

Aktionsgemeinschaft

Freiheitlicher Heeresangehöriger

(AFH)

den Vorsitz im Fachausschuss

OÖ. Bei der

Übernahme des Vorsitzes,

nach der PV Wahl

2014, habe ich mir mit

meinem Team das Ziel

gesetzt, gemeinsam

mit den Bediensteten

die besten Entscheidungen

zu erarbeiten

und durchzusetzen,

ohne dabei fraktionelles

„Kastldenken“ aufkommen

zu lassen.

Was hat sich seither im FA/

OÖ verändert?

Eine wesentliche Änderung durch den

AUF/AFH-Vorsitz ist die vollzogene

Transparenz. So haben seit März 2015

alle im FA/OÖ vertretenen Fraktionen

freien und gleichen Zugang zum gesamten

Postverkehr. Zusätzlich wird

die eingehende Post an alle betroffenen

Dienststellenausschüsse mittels MTM

durch mich verteilt. Dies bewirkt eine

zeitnahe Information aller Personalvertreter

und eine effizientere Zielerreichung.

Verbessert hat sich laut Rückmeldungen

von Kameraden auch die Erreichbarkeit

der Personalvertreter. Ich selber

bin bemüht, auf Anrufe noch am selben

Tag zu reagieren und soweit möglich,

Probleme rasch zu lösen. Bei allen

Fragen und Problemen ist der gesamte

FA/OÖ bemüht, mit den betroffenen

Bediensteten Kontakt aufzunehmen

und somit den Gedanken der „direkten

Demokratie“ zu leben. Durch beherzte

und gemeinsame Vorgehensweise

konnten den Dienstgebervertretern eine

beachtliche Anzahl von Zusagen und

Verbesserungen für die Bediensteten

abgerungen werden. Dadurch konnte

auch der Führung des MilKdo OÖ, die

ja bei vielen Einsparungen und Verschlechterungen

für uns Bedienstete

federführend gewesen ist, Einhalt geboten

werden.

Was wurde durch die Personalvertreter

des Fachausschusses

Oberösterreich bis

jetzt erreicht?

• Einer der großen Erfolge ist die

Erhaltung der Außenstelle der

Militärstreife und Militärpolizei in

Oberösterreich. Der ehemalige Kdt

der MilStrf&MP hatte angekündigt,

die Außenstelle Oberösterreich

zu eliminieren, obwohl der Flughafen

Hörsching die internationale

Drehscheibe für das Bundesheer

darstellt und auch für die Schwere

Brigade, die in Oberösterreich stationiert

ist, unzählige Militärstreifenlotsungen

durchzuführen sind.

Gemäß Vorhaben der Führung der

MilStrf&MP sollten die Militärstreifentätigkeiten

von Salzburg aus

erledigt werden. Durch den Einsatz

aller Mandatare des FA OÖ konnte

das Vorhaben des Kdt verhindert

werden.

• Gelungen ist auch die Erhaltung

der Zubringerlinie Oberösterreich.

Da seitens des MilKdo OÖ bereits

angeordnet war, die Zubringerlinie

einzustellen, wurde seitens FA OÖ

ein § 10-Verfahren eingeleitet, das

am Ende die Weiterführung der

Stadl-Paura wird weiter aus der Truppenküche Wels versorgt!

Vzlt Johann Huemer

Zubringerlinie von den Bahnhöfen

Traun und Oftering sicherstellte.

• Die überhastete Übersiedelung

der Stellungskommission und der

Ergänzungsabteilung vom AGG

Linz in die Kaserne Hörsching

konnte, bis jetzt zumindest, hinausgeschoben

werden. Nach Vorgaben

des MilKdo OÖ sollte die Verlegung

bis Ende 2017 abgeschlossen sein,

obwohl weder die Unterkünfte noch

das Archiv baulich fertiggestellt sind

und die Kaserne Hörsching unterkunftsmäßig

bereits jetzt aus allen

Nähten platzt.

• Gott sei Dank, konnte auch die

Verpflegsversorgung durch die

Truppenküche Wels für das MunLgr

Stadl-Paura erhalten werden. Nach

Vorhaben des MilKdt von Oberösterreich,

sollte aus wirtschaftlichen

Gründen den Bediensteten des

Munitionslagers Stadl-Paura nur

mehr Verpflegung aus Automaten

zur Verfügung stehen.

Foto: AFH

Seite 18

www.afh.at


• Erreicht wurde auch, dass ZgKdten-Arbeitsplätze, die frei

waren und nur durch Offiziere besetzt werden konnten,

mittlerweile auch durch UO nachbesetzt werden können.

• Unzählige Bedienstete wurden bei ihren Vorhaben, einen

neuen lukrativeren Arbeitsplatz zu bekommen, durch die

Personalvertreter des FA/OÖ erfolgreich unterstützt.

Gefunden im Internet

Dies sind nur einige der für die Bediensteten erreichten Erfolge

der Personalvertreter des FA/OÖ. Die täglichen Unterstützungsbitten

bestätigen uns, dass ein großer Bedarf an der

Arbeit der Personalvertretung besteht. Dies zeigt aber auch

das den Personalvertretern entgegengebrachte Vertrauen. Dafür

bedanke ich mich ganz besonders.

Bedanken möchte ich mich bei dieser Gelegenheit auch bei

allen Personalvertretern des FA/OÖ für die gemeinsame Arbeit

und für die fraktionsübergreifende Unterstützung. „Nur

gemeinsam sind wir stark!“ Mit diesem Motto möchte ich

auch die nächsten zwei Jahre bis zur PV-Wahl 2019 weiterarbeiten.

Denn jeder Personalvertreter hat in seiner Fraktion

gute Kontakte und Netzwerke und wenn wir diese weiter

nützen, dann können wir für unsere Kammeraden noch so

einiges erreichen.

Ihr

Hans HUEMER, Vzlt

Vorsitzender des FA/OÖ

Erreichbar unter

804040180 oder 0699/12376359

Bundesheer-Personalvertreter

besuchen OÖ-Landtag

Hörsching, 22. September 2017 – Auf Initiative von Vizeleutnant

Johann Huemer, dem Vorsitzenden des Fachausschusses

in Oberösterreich, wurde für die Mitglieder der freiheitlichen

Personalvertretung (Aktionsgemeinschaft Unabhängiger

Freiheitlicher, AUF/AFH) vom Fliegerhorst Vogler in

Hörsching, ein Besuch des OÖ-Landtages organisiert. Auf

der Besuchergalerie konnten die Soldaten die erste Sitzung

nach der Sommerpause hautnah mitverfolgen. Im Anschluss

an die Sitzung lud Klubobmann Herwig Mahr noch zu einer

Einweisung in den freiheitlichen Landtagsklub ein. Auch

Sicherheitslandesrat Elmar Podgorschek stellte sich den

Fragen der Personalvertreter und gab einen Einblick in die

Aufgabengebiete seines Ressorts.

Ω

Landesrat Elmar Podgorschek (2.v.re.), Klubobmann Herwig Mahr (re.),

Vizeleutnant Johann Huemer (3.v.re.) und die freiheitlichen Personalvertreter

des Bundesheeres.

www.afh.at

Seite 19


Staatsmeister bei Werbeschaltungen,

Beraterhonoraren und

Studienzukäufen

Über die nicht unwesentlichen Finanzierungen

durch SPÖ-Minister Doskozil

Vor den Wahlen greifen

Minister immer

wieder gerne in ihre

Ministeriumskassen

und starten über ihre

Abteilungen für Öffentlichkeitsarbeit

eine Inseratenwelle

nach der anderen, um

sich selbst oder ihre

Leistungen im jeweiligen

Ministerium zu

bewerben. Auffällig

ist, dass besonders die

SPÖ mit ihren Ministerien,

und hier an der

Spitze der SPÖ-Verteidigungsminister,

besonders viel Steuergeld

in die Ministeriumswerbung

wirft.

„Fast 80 Prozent des

bisherigen Volumens

oder ein Bruttowerbewert

von 1,32 Millionen

Euro kamen

von Ministerien, für

welche die SPÖ verantwortlich

zeichnet“,

schreibt der Standard.

Seit 1. September 2017 erhebt DOS-

SIER.at, eine unabhängige Redaktion,

die investigativen- und Datenjournalismus

betreibt, sämtliche öffentlichen

Inserate in sechs überregionalen

Tageszeitungen (Standard, Presse,

Kurier, Krone, Heute und Österreich).

Bisher schalteten Österreichs Ministerien

in den von DOSSIER.at erhobenen

Zeitungen Inserate mit einem Bruttowerbewert

von rund 1,64 Millionen

Euro – mehr als dreimal so viel wie die

wahlwerbenden Parteien.

SPÖ Verteidigungsminister

ist der Spitzenreiter!

Hans Peter Doskozil (SPÖ) ist die unbestrittene

Nr. 1 mit dem Verteidigungsministerium

(308.054 Euro), gefolgt

vom SPÖ-Bundesministerium für Gesundheit

und Frauen (220.682 Euro)

und dem SPÖ-Bundeskanzleramt

(218.480 Euro), gem. Quelle: DOS-

SIER-Erhebung, 1.9.-22.9.2017.

Im September eskalierte ein Streit zwischen

der Zeitung Österreich und Bundeskanzler

Christian Kern wegen eines

internen Papiers der SPÖ, aus dem

Österreich wiederholt Passagen veröffentlichte.

Kerns Maßnahme darauf lautete

folgendermaßen: „Keine Interviews

mit mir in Österreich, keine TV-Diskussionen

auf oe24. Und natürlich auch

keine Wahlkampf-Inserate. Die SPÖ

stellte daraufhin klar, dass der Inserate-Boykott

nur die Wahlkampf-Aktivitäten

der Sozialdemokraten betreffe. Nicht

umfasst sind Werbeschaltungen des

Kanzleramts. Diese würden vom Bundeskanzleramt

„strikt nach Marktanteil

vergeben“, präzisierte Kanzleramtsminister

Thomas Drozda. Bemerkenswert

dazu ist eine Aussage von Kanzler Kern

aus dem Jahr 2016 zum „Inserieren von

Mitgliedern der Bundesregierung“:

Grafik : Bundesheer.at

Vzlt Herbert Unger

Ich wüsste gar nicht, wo die

Mitglieder der Bundesregierung

inserieren sollen. Unsere vorrangige

Aufgabe ist es nicht zu

inserieren, sondern Politik zu

machen, Taten zu setzen und klar

identifizierbar zu machen, was

wir für das Land tun.

(Bundeskanzler Christian

Kern am Mai 2016 befragt zur Inseraten-Politik

seines Vorgängers

Werner Faymann)

Viele Inserate sind „bloße

Vermarktung“ und „inhaltsleere

Slogans“ statt Information

für die Bürger

Interessant dazu ist die Analyse des Medienjuristen

Michael Kogler. Er sieht in

vielen Inseraten „bloße Vermarktung“

und „inhaltsleere Slogans“ statt gezielter

Information für die Bürger. Das Gesetz

verlangt Information und verbietet

Werbung. Koglers Fazit in der Zeit-

Seite 20

www.afh.at


schrift für Informationsrecht (Ausgabe

2016/3) über die Regierungswerbung:

„Der Inhalt vieler Inserate erweckt jedenfalls

den Eindruck, als habe man

zuerst die Schaltung eines Inserats in

einer bestimmten Größe beauftragt und

erst danach noch nach einem Ereignis

oder einer Tatsache gesucht, deren Beschreibung

zur Tarnung als Sachinformation

gemeinsam mit wohldosierter

Imagewerbung den schon gekauften

Platz des Inserats füllen könnte.“

Kogler kritisiert Plakat des

Verteidigungsministeriums

„Auf unser Heer kommt‘s an. Gerade

jetzt“: Die Kampagne des Verteidigungsministeriums

vermittle zwar, dass

ein Soldat des Jagdkommandos „Verantwortung

in vorderster Reihe übernimmt“

und „im In- und Ausland, im

Wasser, am Boden und in der Luft Außergewöhnliches

für die Sicherheit des

Landes“ leistet, aber sie lässt für Kogler

„offen, welchem konkreten und aktuellen

Informationsbedürfnis der Bevölkerung

durch diese entgeltlich geschalteten

Informationen gedient wäre“;

Quelle:derstandard.at/2000043334580/

Regierungsinserate-Jurist-kritisiert-inhaltsleere-Slogansstatt-Information

und „Zeitschrift für Informationsrecht“

(Ausgabe 2016/3)

99.000 Euro für Berater im

Projekt „Luftraumüberwachung

Neu“ mit Naheverhältnis

zu SAAB im Doskozil-Ministerium

geflossen!

Neue Gewitterwolken rund um Beraterverträge

im Bundesministerium für

Landesverteidigung und Sport (BM-

LVS) ziehen jetzt über Verteidigungsminister

Hans Peter Doskozil (SPÖ)

auf. Bei der Konzeption der sogenannten

„Luftraumüberwachung Neu“ soll

ein Schweizer Militärexperte als Berater

des BMLVS zum Zug gekommen

sein, der in enger Kooperation mit dem

schwedischen Rüstungskonzern SAAB

stehen soll. Verteidigungsminister

Doskozil ließ das Beratungsunternehmen

Bagira Switzerland AG im Frühjahr

2017 beauftragen, die sogenannte

Heeres-Sonderkommission „Aktive

Luftraumüberwachung“ zu beraten. Der

Vertrag lief von 27. Mai bis 27. Juni,

und verschaffte der Bagira Switzerland

AG ein Honorar von immerhin 99.000

Euro. Der auf der Beratung fußende Soko-Bericht

soll auch die Grundlage für

den Eurofighter-Ausstieg gewesen sein;

Grafik: dossier.at

Quelle: https://www.unzensuriert.

at/content/0024812-Luftraumueberwachung-Neu-99000-Euro-fuer-Beratervertrag-im-Doskozil-Ministerium

Trotz hoher Akademikerund

Forscherdichte im

BMLVS werden laufend Studien

und Forschungsaufträge

durch Minister Doskozil

an externe Firmen vergeben

Grafik: dossier.at

Dies obwohl es seit Jahren folgende

Empfehlung des Rechnungshofes

gibt: „Der Einsatz externer

Dienstleister sollte sich vorrangig

auf temporäre Kapazitätsmängel,

Arbeitsspitzen sowie temporär benötigte

Qualifikationen beschränken.

Mittel- oder längerfristig benötigte

Personalressourcen, v.a. in Positionen

mit nicht delegierbarer Letztverantwortung,

sollten durch interne

Personalumschichtung und –qualifizierung

bereitgestellt werden“. Seit

Jahren werden externe Dienstleister

für das BMLVS mit Studien und

Forschungsaufträgen überhäuft. Mit

Zahl S91143/215-PMVD/2017 (1),

www.afh.at

Seite 21


vom 13.09.17 gab Minister Doskozil

im Rahmen einer Anfragebeantwortung

im Parlament folgende Aufträge

für Studien und Forschungsaufträge

an externe Dienstleister im Gesamtauftragswert

von 2.424.693,-- Euro

seit August 2016 bekannt:

• Potenzialanalyse Verteidigungsforschung.

117.600,-- Euro

• Auswirkungen von Migration

17.000,-- Euro

• Russlands Rolle in seinem ‚Nahen

Ausland 26.400,-- Euro

• Integrated Operations Research

Model. 117.500,-- Euro

• Studie zur Kerosintauglichkeit von

Nutzfahrzeugmotoren 65.112,--

Euro

• Messung von Stimmgrundfrequenz

27.300,-- Euro

• Machbarkeitsstudie über die Migration

einer Datenbank 10.000,-- Euro

• Vergleichende Analyse und Erforschung

der pathologischen Auswirkungen

der Explosionsdruckwelle

37.200,-- Euro

• UpMove – Telemonitoring

114.000,-- Euro

• Occupational stress and recover strategies

50.000,-- Euro

• Automatische Klassifizierung und

Verifikation – AutoKlaV 117.600,--

Euro

• Tactical Network Mapping

110.000,-- Euro

• Entwicklung eines Virtual Reality

95.000,-- Euro

• Machbarkeitsstudie zur Entwicklung

eines Motorrads 98.280,-- Euro

• Operations Research & Analytics

118.800,-- Euro

• Der österreichische Soldat im Einsatz

99.000,-- Euro

• Critical Austrian Infrastructure

Dependency Analysis 82.500,-- Euro

• MetAlert 77.000,-- Euro

• Studie zum Thema „Das ÖBH als

strategische Handlungsreserve aus

volks- und betriebswirtschaftlicher

Sicht“ 10.000,-- Euro

• Entwicklung einer österreichischen

Strategie zur EU Verteidigungsforschung

105.023,-- Euro

• Ökonomische Potenzialanalyse der

EU-Förderprogramme 78.600,--

Euro

• Blackout durch Cyberangriffe

98.500,-- Euro

• Evaluierung, Vergleich und Beurteilung

toolbasierter Ansätze

zum Management von IKT- und

Cyber-Risiken im FüUZ 104.060,--

Euro

• Detektion volatiler Stoffwechselprodukte

von Schimmelpilzen

66.480,-- Euro

• Untersuchung der Detektion von

UAVs 97.812,-- Euro

• Konzepterstellung für semiautonome

Munitionsversorgung 101.200,-- Euro

Grafik: dossier.at

• Wertschöpfungsstudie für das

BMLVS. (bspw. im Rahmen einer

volkswirtschaftlichen Input-Output

Rechnung) 106.800,-- Euro

• Studienprojekt „Engagierte Neutralität

– Österreichs Möglichkeiten

10.000,-- Euro

• Machbarkeitsstudie zur Zukunft des

Ernst-Happel-Stadions 100.800,--

Euro

• Milieustudie: Lebenswelten österreichischer

Dschihadisten. Im

Projekt „Lebenswelten österreichischer

Dschihadisten“ 24.925,-- Euro

Seite 22

www.afh.at


• Durchführung einer Situationsanalyse

und Strategieentwicklung für

das BMLVS im Bereich Online-Marketing

43.200,-- Euro

• Grundsätzliche Erhebung über das

Bewegungsverhalten der Bevölkerung

in Österreich 97.200,-- Euro

Nachstehende Studien sollen

in naher Zukunft in Auftrag

gegeben werden!

• Lageinformation im Katastropheneinsatz

(LIKE) 118.800,-- Euro

• Automatische Klassifizierung und

Verifikation 118.800,-- Euro

• MetAlert 2– High Performance

Computing 100.000,-- Euro

• MetAlert2 – Weiterentwicklung

Statistische Metadatenanalyse

70.000,-- Euro

• Pre-Boot-Authentication mit biometrischer

Entsperrung von

Full-Disk-Encryption unter Linux

und Windows 74.000,-- Euro

• Device Security mit Containerverschlüsselung

unter Linux 69.000,--

Euro

• Entwicklung eines Sicherheits- und

Qualitätsmanagementsystems im

Bereich Flugverkehrsmanagement

des BMLVS 108.000,-- Euro

Ein Großteil der Studien wird in entsprechenden

wissenschaftlichen Publikationen

veröffentlicht. Studien, die

klassifizierte Informationen enthalten

oder für die militärische Sicherheit

von Bedeutung sind, können nicht veröffentlicht

werden, schreibt Minister

Doskozil. Die parlamentarische Anfragebeantwortung

finden Sie unter

folgenden QR-Code (Link zum Parlamentsserver).

Dort ist auch ersichtlich

an welche Firma, Institution oder Universität

der Auftrag erging.

Wir werden uns alle Studien- und Forschungsaufträge

sehr genau anschauen

und detailliert darüber berichten. Exemplarisch

möchten wir eine Studie

hier präsentieren:

Studie über den gesellschaftlichen

Nutzen des

Bundesheeres,

Studie zum Wert des Bundesheeres

für die Österreichische

Gesellschaft

Die wissenschaftliche Studie zum gesellschaftlichen

Wert des ÖBH wurde

vom Beratungsunternehmen Mainland

Economic Consultants erstellt (Projektleitung

und Autorenschaft: Mag.

Ronald Scheucher) und ist über diesen

QR-Code abrufbar. Kosten: 106.800,--

Euro. Die auf der Web-Seite des BM-

LVS abrufbare Studie erstreckt sich exakt

über 5! (fünf) Seiten.

Diese Studie soll die Mehrausgaben für

das Verteidigungsministerium legitimieren,

schreibt die Kleine Zeitung am

22.09.2017. Ergebnis: 19 Milliarden

Euro gesellschaftlicher Nutzen bei 2,3

Milliarden Budget. Sinn der Studie:

„Den Nutzen des Bundesheeres für die

Gesellschaft greifbar und transparent

darzustellen“, erklärte Verteidigungsminister

Hans Peter Doskozil (SPÖ)

bei der Präsentation der Ergebnisse in

Wien. Naja.

Foto: Bundesheer.at

Eine Presseanfrage an das BMLVS

blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

Für alle Personen, Firmen,

Institutionen gilt die Unschuldsvermutung.

H.U.

www.afh.at

Seite 23


Damit auch nach dem

Militärdienst alles klar ist

Anspruch auf Arbeitslosengeld/Überbrückungshilfe

für M-VB und MZ

§§

Im Zuge der Umstellung von M-VB

auf MZ tauchte mehrfach die Frage

auf, ob MZ nach der Beendigung ihrer

militärischen Kariere ebenso Anspruch

auf Arbeitslosengeld haben. Denn die

M-VB hatten nach dem Ausscheiden

aus dem Bundesheer einen rechtlichen

Anspruch auf Arbeitslosengeld, was

nach einem Auslandseinsatz eine ganz

beachtliche Höhe erreichen konnte.

Nach Beendigung eines Dienstverhältnisses

als Beamter/MZ besteht kein

gesetzlicher Anspruch auf Arbeitslosengeld.

Arbeitslosengeld können

nur diejenigen beziehen, die in einem

beitragspflichtigen Beschäftigungsverhältnis

gearbeitet haben. Der Beamte

hat daher keinen Anspruch auf Leis-

tungen aus der Arbeitslosenversicherung.

Aber in Österreich fällt selten jemand

durch das engmaschig geknüpfte

Sozialnetz. Dem MZ gebührt daher

eine so genannte Überbrückungshilfe

nach dem Überbrückungshilfegesetz

(ÜHG), das de facto den Geldleistungen

des Arbeitslosenversicherungsgesetzes

(AlVG) entspricht.

Überbrückungshilfe ist daher ein Arbeitslosengeld,

und zwar 91 Prozent

vom durchschnittlichen Gehalt; man

bekommt diese 6 Monate lang. Nach

diesen 6 Monaten steht einem ehemaligen

Beamten/MZ eine erweiterte

Überbrückungshilfe zu. Freilich wird

die Überbrückungshilfe nicht von der

Solidargemeinschaft der Arbeitslosenversicherten

finanziert, sondern vom

Bund getragen und findet daher auch

ihr Ende.

Vzlt Johann Huemer

Nach Ausscheiden aus dem Dienstverhältnis

ist dem ehemaligen Beamten/

MZ daher eine sofortige Meldung beim

AMS anzuraten, da der Tag der Antragstellung

ausschlaggebend ist. Bei einvernehmlicher

Lösung des Dienstverhältnisses

besteht sofortiger Anspruch

auf Überbrückungshilfe, bei Kündigung

erst ab der 5. Woche.

Ω

Wir machen was

Kinder-Erlebnistag der AUF–Vorarlberg

Dieses Jahr fand unser Kinder-Erlebnistag am 12. Juli 2017 statt. Trotz

durchwachsenem Wetter war es wieder ein tolles Erlebnis für die Kinder.

Der Tag begann bei strahlendem Sonnenschein mit einer kurzen „Kennenlernen-Runde“.

Anschließend ging es mit den 15 Kindern und den Betreuern der AUF

(Innerhofer Hans, Vötsch Anna und Thomas Martin) ins Nenzinger Schwimmbad.

Der Eintritt wurde vom Nenzinger Bürgermeister, Florian Kasseroler (FPÖ), übernommen.

Unser Schwimmlehrer, Roland Meßmer, leitete die Schwimmausbildung.

Das Mittagessen wurde dann wieder in der Walgau-Kaserne eingenommen.

Am Nachmittag standen die Kletterwand und diverse Spiele auf dem Programm.

Es war wieder einmal schön, den Tag mit den Kindern verbringen zu können. Und

wir von der AUF/AFH freuen uns auf weitere Erlebnistage in der Walgau-Kaserne.

Glück AUF

Ω

Am Montag dem 9. Oktober 2017

fand in der

WALGAU-Kaserne

nach der Flaggenparade vor der

Mannschaftsunterkunft 7 der 1.JgKp/

JgB23(HGeb) ein Leberkäseessen statt.

Trotz anfänglichen Schwierigkeiten,

ursprünglich war der Termin am 2. Oktober

geplant, fand er einen sehr guten

Anklang. Eingeladen haben dazu die

Personalvertreter der AUF/AFH Vorarlberg.

Mit Red Bull und div. anderen Getränken

war dann noch ein gemütliches

beisammenstehen.

Roman PURKATHOFER JgB23

Gruppenfoto im Nenzinger Schwimmbad Foto: Tho- Foto: AFH Foto: AFH

Seite 24

www.afh.at


Ein FlA-Urgestein tritt ab

Vizeleutnant Erich Malacek in den Ruhestand

versetzt

AUF/AFH-Personalvertreter,

Vzlt Erich

Malacek, von der Flieger-

und Fliegerabwehrtruppenschule

auf

dem Fliegerhorst Brumowski

in Langenlebarn

ging am 01. Juli

2017 nach 43 Jahren

und 10 Monaten in seinen

verdienten Ruhestand.

Er ist im Oktober

1974 in Langenlebarn

eingerückt und beendete

beim selben Verband

seinen Dienst. Die Unteroffiziersausbildung

absolvierte er 1977 als

Wirtschaftsunteroffizier

und wurde 1980

Dienstführender Unteroffizier

bei der Lehrbatterie

an der damaligen

Fliegerabwehrwaffentruppenschule/

FlAWTS. Nach 13-jähriger

Verwendung im

Innendienst schulte er

auf die 35mm ZwFlAK

als Zugskommandant

um. Weitere Ausbildungen

und Erprobungen

führte er am Zielzuweisungsradar

„Giraffe“,

an der leichten Fliegerabwehrlenkwaffe

„Mistral“

und an dem modifizierten

Feuerleitgerät

98 durch. Von 2002 bis

zu seiner Versetzung in

den Ruhestand wurde

er als Hauptlehrunteroffizier

Radar und Kommandant

Gefechtssimulator

98 eingesetzt.

Seine Personalvertretertätigkeit nahm

er 1997 als Ersatzmitglied der AUF/

AFH beim Dienststellenausschuss

Fliegerhorst Brumowski auf, wo er sich

unter Vzlt Anton Schalhas einarbeitete.

Von 2004 bis 2017 war er als gewählter

Personalvertreter sehr aktiv und wurde

2009 Fraktionsführer der AUF/AFH in

seinem Dienststellenausschuss.

Von 2015 bis zu seinem Ruhestand

war er Mitglied im Landesvorstand der

AUF/AFH Niederösterreich und brachte

sich immer wieder in die Landesarbeit

ein. Seit 1979 ist er bereits bei der

Unteroffiziersgesellschaft Langenlebarn

im Vorstand tätig, die er in seinem

Ruhestand weiter mit vollem Einsatz

und Überzeugung betreuen wird. Am

6. Juli bei der 50 Jahre-Feier, der UOG

Langenlebarn wurde er für seine Tätigkeiten

als Unteroffizier und engagierter

Personalvertreter verabschiedet.

Glück AUF, viel Gesundheit und Erfolg

für die kommenden Jahre!

Vzlt Malacek im Interview

1. Militärischer Werdegang:

Ich bin im Oktober 1974 bei der

FlAWTS eingerückt und beendete nach

43 Jahren und 10 Monaten den Dienst

bei ein und demselben Verband. Auf

Grund der laufenden „Neustrukturierungen“

wurde der Verband einige

Male umbenannt und war bei meiner

dienstlichen Beendigung die FlFlATS.

Nach meiner GWD-Zeit wurde ich als

WiUO/KzlUO bei der FlAWTS eingeteilt.

Nach der UO-Ausbildung als WiUO

1977 und einer 3-jährigen Verwendung

wurde ich im Jahr 1980 DfUO in der

Lehrbatterie an der FlAWTS.

1989, mit 35 Lebensjahren hatte ich

von der Bürokratie genug und ging in

den Außendienst. Ich absolvierte die

Ausbildung (Umschulungslehrgänge)

an der 35 mm ZwFlAK und am Feuerleitgerät

Skygard, ging dann zum

ZgKdt-Lehrgang, wo ich zwei Monate

bei der Schweizer Armee absolvieren

durfte.

1990 begann die Firmenschulung und

in der Folge die Erprobung mit dem

Zielzuweisungsradar „ Giraffe“ bei der

Vzlt Manfred Reindl

Schwedischen Armee, woraus aber leider

durch den Bestechungsskandal mit

der Firma Ericsson nichts wurde.

1994 begann die Firmenschulung und

Erprobung der Firma Matra. Ich war im

Team bei der Erprobung und Neueinführung

der lFAL „Mistral“.

Erst 1998 ging es weiter mit der Firmenschulung

der Französischen Firma

Thomsen-CSF für das neue Zielzuweisungsradar.

Nach Abschluss der

Firmenschulung wurde ich Hauptlehrunteroffizier

Radar für beide Radarsysteme

und führte die Umschulungslehrgänge

auf dem Zielzuweisungsradar

durch .

Im Jahr 2002 kam das modifizierte

Feuerleitgerät 98 zu den FlA-Verbänden

und an die Schule, wo ich an der

Firmenschulung teilnahm und danach

die Umschulungskurse durchführte.

Aufgrund der Neueinführung des FL-

Ger98 wurde auch ein neuer Simulator

von Oerlikon Contraves angeschafft.

Ich nahm auch da an dieser Firmenschulung

in der Schweiz teil und übernahm

2002 den Arbeitsplatz als Kdt

GefSim98 und HLUO Radar an der

Fliegerabwehrschule. Diesen Arbeitsplatz

hatte ich auch nach der Umgliederung

und Zusammenlegung der Schulen

bis zu meiner Pensionierung bei der

FlFlATS inne.

Neben diesen Aufgaben war ich 10 Jahre

Informationsoffizier und vom 8. August

1977 bis zum Ende meiner Dienstzeit

Teamtrainer – FüVerh.

Ich war auch im Rahmen der FlA-Ausbildung

in Frankreich (Bisccarosse),

vier Mal in Polen (Ustka), vier Mal

in Norddeutschland (Todendorf), zwei

Mal in der Schweiz (Schanf, Zürich)

und vier Mal in Deutschland am Heuberg

bei den ELoKa-Übungen.

www.afh.at

Seite 25


2. Meine Zeit als Personalvertreter

AUF/AFH in Langenlebarn

und im FA/Luft.

1997 fragte mich Vzlt Schalhas, Gründungsmitglied

der AUF/AFH, ob ich

Interesse hätte, mich als Personalvertreter

zur Verfügung zu stellen und

mitzuarbeiten. Ich war natürlich interessiert,

vor allem wollte ich mich im

Bereich der Personalpolitik in Langenlebarn

(Lale) einsetzen. In der laufenden

Periode war ich als Ersatz im DA

vorgesehen und hatte die Zeit mich einzuarbeiten.

2004 trat ich bei den PV-Wahlen für

die AUF/AFH an und wurde als Personalvertreter

in den DA Lale gewählt,

wir erreichten 3 Mandate. Diese Periode

war stark von den Umgliederungen

LuGeschw und Neuaufstellung der

FlFlATS geprägt, das war für mich die

Hauptaufgabe bei den Bearbeitungen.

Mit viel Einsatz unseres Teams konnten

wir in Zusammenarbeit mit den

anderen Fraktionen sehr viel umsetzen.

Auch bei den personellen Anliegen

der Bediensteten setzten wir fast alles

durch. Ob es um Versetzungen oder um

Neubesetzung von Arbeitsplätzen ging.

2009 trat ich wieder mit Vzlt Schalhas

und einem neuen Team an. Wir erreichten

knapp das vierte Mandat nicht.

Ich übernahm nach der Wahl von Vzlt

Schalhas den Fraktionsvorsitz.

2014 erreichten wir 4 Mandate und es

gab auch eine Umgruppierung in unserer

Fraktion. Da meine Zeit nur bis

2017 geplant war und auch Vzlt Schalhas

mit 2018 seinen Ruhestand antritt,

war es notwendig, ein junges Team

aufzustellen. Wir wollten eine reibungslose

Übergangszeit und vor allem

den jungen Personalvertretern die Zeit

geben, sich einzuarbeiten. Dies gelang

auch sehr gut durch den großen persönlichen

Einsatz aller. So sind jetzt nach

meinen Abgang die jungen am Ruder

und werden im Hintergrund noch ein

Jahr von Vzlt Schalhas beraten.

3. Meine Tätigkeit im Fachausschuss

Luft:

2004 sprach mich Manfred Lichtenwinkler

an, ob ich nicht auch im FA

Luft tätig sein wolle. So war ich bis

2017 als Ersatzmitglied im FA. Auch

hier konnte ich mich für den Bereich

Lale sehr einbringen und hatte auch

eine gute fachliche Gesprächsbasis zu

den anderen Fraktionsmitgliedern und

auch zum Vorsitzenden des FA.

4. Meine Tätigkeit in der

UOG Langenlebarn.

Ich bin von 1979 bis dato im Vorstand

er UOG Lale und hatte in diesen Jahren

verschiedene Funktionen, war 8

Jahre Vorsitzender und 16 Jahre stv.

und geschf. Vorsitzender, zudem war

ich im Bereich Schießen mit meiner

Mannschaft sehr aktiv und erfolgreich

im Inland und auch im Ausland unterwegs.

Ich freue mich schon auf weitere

erfolgreiche Jahre in der UOG Lale.

Ω

Vzlt Erich Malacek (re.) wird vom Fraktionsvorsitzenden der AUF/AFH

im ZA, Vzlt Manfred Reindl, in den Ruhestand verabschiedet.

Seite 26

www.afh.at

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