Der Ortenaukreis - ganz persönlich

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Der Ortenaukreis ganz persönlich


FRANKFURT

STUTTGART

FREIBURG i. Br.

Ortenaukreis

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Achern

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Offenburg

Oberkirch

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DER ORTENAUKREIS

DER ORTENAUKREIS

ganz persönlich

Landratsamt Ortenaukreis

in Zusammenarbeit mit der

neomediaVerlag GmbH


4 IMPRESSUM

Impressum

Herausgeber

Landratsamt Ortenaukreis

Badstraße 20, 77652 Offenburg

Tel. 07 81 8 05 96 35

kai.hockenjos@ortenaukreis.de

Porträt- und Firmenfotos stammen, soweit

nicht anders vermerkt, von den jeweiligen

Personen und Unternehmen.

Printed in Germany 2015

In Zusammenarbeit mit:

neomediaVerlag GmbH

Industriestraße 23, 48653 Coesfeld

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Redaktion/Lektorat

Landratsamt Ortenaukreis,

Kai Hockenjos;

Pascal Cames;

neomediaVerlag GmbH,

Günter Poggemann

Projektakquise

Jochen Federlein

Bildnachweis

Thomas Rathay: Seiten 18, 21, 23, 31, 33,

34, 36, 44, 45, 49, 52, 60, 65, 73, 76, 79,

80, 87, 97, 101, 102, 105, 115, 120, 122, 123,

127, 135, 137, 143, 145, 147, 151;

Pascal Cames: Seiten 18, 66, 76, 122, 124, 136;

Landratsamt Ortenaukreis;

Das Manuskript ist Eigentum des Verlages.

Alle Rechte vorbehalten.

Dem Buch liegen neben den Beiträgen der

Autoren Darstellungen und Bilder der Firmen

und Einrichtungen zugrunde, die mit ihrer finanziellen

Beteiligung das Erscheinen des

Buches ermöglicht haben.

Druck

Ernst Kaufmann GmbH & Co. KG,

Druckhaus, 77933 Lahr

Bibliographische Information der

Deutschen Bibliothek

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese

Publikation in der Deutschen Nationalbibliographie;

detaillierte Daten sind im Internet

über http://dnb.dbb.de abrufbar.

ISBN 978-3-931334-58-1


INHALT

5

DER ORTENAUKREIS

DER ORTENAUKREIS

ganz persönlich

Inhalt

10 Reingeschmeckt und angekommen

Landrat Frank Scherer

14 Gedanken beim Klingelberger

S.K.H. Bernhard Prinz von Baden

17 Besuchermagnet Europa-Park

Europa-Park GmbH & Co Freizeit-

und Familienpark Mack KG

18 Bi uns cha mer au

alemannisch schwätze

Ursula Aberle

20 Mein Hobby Fußball war

mein Leben

Christine Baitinger

22 Edle Rebsorten versprechen

vollendeten Weingenuss

Martin Bäuerle

24 Die Zukunft der Medien gestalten

Hubert Burda Media Holding KG

26 Auf Vertrauen gebaut

Betonwerk Bürkle GmbH & Co. KG –

Bürkle Kellerbau GmbH + Co. KG

28 Wirtschaftswunder Dollenberg

Relais & Châteaux Hotel Dollenberg

30 Wein ist immer und überall ein

Anlass zur Freude

Prof. Dr. Hubert Burda

32 Hoher Berg und tiefes Land – ein

Hanauer blickt auf die Hornisgrinde

Karl Britz

35 Schutz und Sicherheit vor Naturgewalten

Adams Blitzschutz-Systeme GmbH

36 Kompetenz aus Leidenschaft

DITTER PLASTIC GmbH & Co KG

38 „Schönheit ist unsere Profession“

JEAN D’ARCEL Cosmétique

40 Internationales Flair in der Ortenau

Christian Funk GmbH & Co. KG


6 INHALT

42 Der Name ist Programm!

Josef Erdrich

44 So schön kann träumen sein

Nicolas Erdrich

46 Heimet

Helmut Dold

47 Zukunft in Stahl

Badische Stahlwerke GmbH

48 Tunnelvortriebstechnik aus

Schwanau, weltweit im Einsatz

Herrenknecht AG

49 Partner für Umformteile,

die Maßstäbe setzen

Erdrich Umformtechnik GmbH

50 Vom „Luftschnapper“ zum

„Nigschmeckte“

Prof. Dr. Andreas Fath

53 Grenzenlose Freude am Wohnen

Frammelsberger Holzhaus

54 Regional und regenerativ

Elektrizitätswerk Mittelbaden AG & Co. KG

56 Unsere Region ist ein Mosaik der

Kontraste

Dr. Fred Gresens

58 Von Haus aus ein Quertreiber –

der Vogtsbauernhof in Gutach

Thomas Gallus Hafen

61 Handwerk in meisterlicher Tradition

Dorotheenhütte Wolfach/Zeller Keramik Manufaktur

62 Edelstahlrohre und -produkte jenseits des

Standards

fischer group

64 Modern ohne die Wurzeln zu verlieren

Peter Hagen

66 Die Alemannen sind auf eine

feinere Lebensart geeicht

Martin Herrmann

68 Handball war mein Herzstück

Martin Heuberger

70 Menschen bauen für Menschen

FREYLER Dienstleistungsgesellschaft mbH

72 Die Energiewende als Herausforderung

Hinneburg GmbH


INHALT

7

DER ORTENAUKREIS

DER ORTENAUKREIS

ganz persönlich

73 Fritsch immer in Bewegung

Fritsch Elektronik GmbH

74 Die Ortenau – mein Bienenparadies

Ekkehard Hülsmann

76 Lust aufs Land

Rosa Karcher

78 Weggehen war nie ein Thema

Werner Kimmig

81 Die Alleskönner –

LADOG-Kommunalfahrzeuge

LADOG-Fahrzeugbau und Vertriebs-GmbH

82 Sicherer und preisgünstiger Wohnraum

aus sozialer Verantwortung

GEMIBAU Mittelbadische Baugenossenschaft eG

84 Der kälteste Punkt der Ortenau

Peter Huber Kältemaschinenbau GmbH

86 Die Ortenau als Wohlfühl- und

Genussregion

Winfried Köninger

89 Pionier der sauberen Landschaft

Mittelbadische Entsorgungs- und

Recyclingbetriebe GmbH

90 Alles aus einer Hand

HODAPP GmbH & Co. KG

91 Innovativ seit 1816

DRUCKHAUS KAUFMANN in Lahr

92 Eine Rückschau des früheren

Kreiskämmerers

Otto Loritz

94 Die Ortenau bietet die besten

Bedingungen für Höchstleistungen

Dr. Ing. Roland Mack

96 Ich wollte schon immer die Beste sein

Christina Obergföll

98 Sägen, Lager und das „Mehr“

KASTO Maschinenbau GmbH & Co. KG

99 Millionenfach höchste Präzision

Kratzer GmbH & Co. KG

100 Vom Grün weithin behauset

Eine Liebeserklärung

José F.A. Oliver

102 Hier ist die Welt noch in Ordnung

Jan Reiff


8 INHALT

104 Ein Kreis wächst zusammen

Otmar Ritter

106 Patienten stehen im Mittelpunkt

ORTENAU KLINIKUM

107 Sand, Kies und mehr… Baustoffe

für vielseitige Anwendungen

Hermann Peter KG

108 „Die Zukunft Ihres Unternehmens“

LEITWERK AG

109 Peterstaler – die Mineralquelle aus

dem Schwarzwald

Peterstaler Mineralquellen GmbH

110 Saubere Lösungen für Mensch,

Natur und Ressourcen

Meiko Maschinenbau GmbH & Co. KG

112 „Adebar“ kehrt in die Ortenau zurück

Dr. Kurt Schley

114 Mittelschwere Geburt

Jürgen Rohn

117 Lager- und Parksysteme nach Maß

STOPA Anlagenbau GmbH

118 Seit sechs Jahrzehnten Partner

der Lebensmittelverarbeitung

MAJA-Maschinenfabrik

Hermann Schill GmbH & Co. KG

119 Sicher auf dem Gleis

Pfeil Sicherung GmbH

120 Mehr als Schmiedekunst

Richard Neumayer Gesellschaft für

Umformtechnik mbH

121 Immer wieder auf neuen Wegen

unterwegs

RUCH NOVAPLAST GmbH + Co. KG

122 Wenn Sand und Steine erzählen

Otmar Schnurr

124 Eine Region auch für Feinschmecker

Wolfram Siebeck

126 Stationen meines Lebens in der Ortenau

Roger Siffer

128 Die Ratgeber für wirtschaftlichen Erfolg

Societät SJD Steuerberatungsgesellschaft mbH

130 Genossenschaftlich anders:

Hier zählt der Mensch

Die Volksbanken im Ortenaukreis


INHALT

9

DER ORTENAUKREIS

DER ORTENAUKREIS

ganz persönlich

131 Nachhaltige Mobilität mit Bus und Bahn

SWEG Südwestdeutsche Verkehrs-Aktiengesellschaft

132 „Heimat loves you“

Stefan Strumbel

134 Wo genau komme ich eigentlich her?

Johannes Suhm

136 Botschafterin der Andersartigkeit

Ilse Teipelke

138 Gut aufgestellt in Linx und anderswo

WeberHaus GmbH & Co. KG

140 Das Weinparadies Ortenau

Winzergenossenschaften im Ortenaukreis

148 Stabil und nachhaltig: aus der

Region, für die Region.

Die Sparkassen in der Ortenau

149 Erfolgsstory „Made in Germany“:

Klein anfangen, groß durchstarten

Zimmer Group

150 Alles rund um den Bau

Vogel-Bau Unternehmensgruppe

151 Lebensräume gestalten

– Lebensqualität schaffen

Zink Ingenieure GmbH

152 Übersicht der PR-Bildbeiträge

142 Daheim bin ich nur in der Ortenau

Martin Wagner

144 Atemberaubender Blick aus der

Vogelperspektive

Peggy Walentin

146 Die Ortenau – eine glückliche Insel

Hans Weber


14 S.K.H. BERNHARD PRINZ VON BADEN

Gedanken

beim Klingelberger

S.K.H. BERNHARD PRINZ VON BADEN

geb. 1970 | verheiratet, 3 Kinder | Nachfahre der Großherzöge von Baden | Unternehmer und Inhaber des Weingutes Markgraf von Baden |

Mitgliedschaften in Beiräten und Verbänden | ehrenamtliche Tätigkeit in unterschiedlichen Gremien und Vereinen

aufgrund meiner familiären Herkunft eine

historische Skizze über die Verbindung des

Hauses Baden mit der Ortenau, die bekanntermaßen

im Jahre 1805 an das Großherzogtum

Baden überging (allerdings schon von

1701 bis 1771 Lehnsbesitz der Markgrafen von

Baden-Baden gewesen war). Ohne Frage ist

die Geschichte der Ortenau nicht nur seit der

Eingliederung in das Großherzogtum, sondern

seit keltischer Frühzeit ein außerordentlich

spannendes Thema. Ich möchte aber an

dieser Stelle einen anderen, aktuellen

Schwerpunkt setzen, der mir persönlich

wichtig erscheint, weil er nicht nur die heutige

Verbindung meiner Familie mit der Region

verdeutlicht, sondern außerdem verständlich

werden lässt, weshalb mir die

Ortenau besonders am Herzen liegt.

Als ich freundlich gefragt wurde, ob

ich nicht einige Worte und Gedanken

in diesem schönen Buch zum

Landkreis Ortenau beitragen

möchte, war ich nicht nur hocherfreut, sondern

stellte mir sogleich die Frage, worauf ich

in einem verständlicherweise begrenzten

Rahmen den für mich wichtigsten Akzent

legen sollte. Möglicherweise erwartet man

Als Unternehmer und Winzer stehe ich dem

Weingut „Markgraf von Baden“ mit seinen

zwei Standorten in Schloss Salem am Bodensee

und auf Schloss Staufenberg bei Durbach

vor. Schloss Staufenberg befindet sich (mit

kurzen Unterbrechungen) schon seit vielen

Jahrhunderten im Besitz meiner Familie und

wir dürfen mit Stolz behaupten: Hier inmitten

der Ortenau, in einer der schönsten

Weinlandschaften Europas, in einem unserer

Weinberge unmittelbar bei Schloss Staufenberg,

steht die Wiege des badischen Qualitätsweinbaus.

Es war Markgraf Carl Friedrich

von Baden, der im Jahre 1782 auf dem Klingelberg

ausschließlich Rieslingsetzlinge anpflanzen

ließ, wodurch der Klingelberg der erste

sortenreine Weinberg in ganz Baden wurde.

Dieser Riesling vom Klingelberg zeichnete


S.K.H. BERNHARD PRINZ VON BADEN 15

Blick auf Schloss Staufenberg

„Hier inmitten der Ortenau, in einer der schönsten

Weinlandschaften Europas, in einem unserer

Weinberge unmittelbar bei Schloss Staufenberg, steht

die Wiege des badischen Qualitätsweinbaus.“

sich durch eine außergewöhnliche Qualität

aus, so dass die lokale Bezeichnung „Klingelberger“

schon bald zum Synonym für erstklassigen

Riesling aus der Ortenau, ja ganz

Badens wurde.

Der im 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts

auf Schloss Staufenberg entwickelte

Qualitätsweinbau strahlte in die ganze

Ortenau aus und war auf diese Weise mitverantwortlich

für die noch heute so eindrucksvolle

Schönheit und Vielfalt vor allem

der durch Weinbau gestalteten Kulturlandschaft.

Denn erst ab dieser Zeit legte man im

Weinbau nicht mehr den Schwerpunkt auf

Quantität, sondern auf Qualität. Für Weinbau

ungeeignete Lagen wurden z. B. aussortiert

und damit sinnvollerweise für den Getreideanbau

oder andere Bewirtschaftungsweisen

freigegeben. Dadurch förderte man

die Diversität in Anbau und Nutzung der

Landschaft, ein Schlagwort von heutzutage

nachdrücklicher Aktualität.

Die vielfältige Schönheit der Ortenauer

Kulturlandschaft ist freilich nicht allein von

Gott gegeben, sieht man einmal von der uns

geschenkten natürlichen Gestalt der Landschaft

und dem wunderbaren Klima zwischen

Oberrhein und Schwarzwald ab. Sie

gründet sich vor allem auch auf der Arbeit

und dem Einsatz der vielen landwirtschaftlichen

Betriebe. Dass sich die Ortenau im

Lauf der Jahrhunderte zu einer der reizvollsten

und vielfältigsten Kulturlandschaften

Deutschlands entwickeln und in ihrer Gestalt

auch weitgehend erhalten werden konnte,

verdankt sie dem Wirken der vielen Landwirte

und Winzer in Vergangenheit und

Gegenwart. Aber auch die Ortenau als besonders

lebenswerte Kulturlandschaft ist,

handeln wir nicht verantwortlich, gemäß der

menschlichen Natur stets bedroht. Deshalb

möchte ich die nach meinem Dafürhalten

(und aus der Sicht des Winzers) wesentlichen

Faktoren benennen beziehungsweise in

Erinnerung rufen, die geeignet sind, „unser

Paradies“ nicht nur im Heute zu bewahren,

sondern auch in Zukunft mit Augenmaß

weiterzuentwickeln.


16 S.K.H. BERNHARD PRINZ VON BADEN

Es geht um Identität, Qualität, Verantwortung!

Diese drei Begriffe stehen nicht für sich

selbst, sondern bilden ein sich bedingendes

Geflecht. Was ist damit gemeint? Wir sollten

uns im Klaren darüber sein und genau definieren,

was die Ortenau – die Region, ihre

Menschen und die hier geschaffenen Produkte

– so einzigartig macht. Nur wenn wir

die Ortenau als Herkunftsregion genau bestimmen,

werden wir andernorts mit unseren

Besonderheiten und Vorzügen erkannt.

Mit Blick auf unser Weingut und unsere

Weine heißt das beispielsweise: In welchem

Weinberg, auf welcher Parzelle wächst welche

Rebsorte am besten? Wie können wir es

schaffen, das besondere Terroir um Schloss

Staufenberg mit seinen typischen Granitverwitterungsböden,

seinem besonderen

Mikroklima und der an Ort und Stelle entwi-

ckelten Weinbautradition möglichst eigenständig

in unseren Weinen auszudrücken?

Allerdings erreichen wir Identität (und

Authentizität) nur dann, und damit komme

ich zum zweiten Faktor, wenn wir unsere

Qualitätsmaßstäbe in jeder Hinsicht höchstmöglich

ansetzen. Wenn unsere heimischen

Produkte die bestmögliche Qualität besitzen,

entstehen Freude und Stolz auf die eigenen

Erzeugnisse und auf die Landschaft, in der

diese geschaffen wurden, mit anderen Worten,

das unablässige Streben nach Qualität

stiftet letztlich Identität. Wer sich wiederum

mit der Landschaft, in der er lebt und arbeitet,

identifiziert, empfindet fast zwangsläufig

eine, und damit sind wir beim dritten

Faktor, tief gehende Verantwortung für

deren Erhalt und Entwicklung.

„Sitzt man freilich bei einem Glas Klingelberger

auf der Terrasse von Schloss Staufenberg und

blickt über diesen Garten Eden, den

wir auch „Ortenau“ nennen, ist einem

nicht bang vor der Zukunft.“

Identitäts- oder Herkunftsbewusstsein,

Qualitätsstreben und Verantwortlichkeit sind

aber nicht nur für den Weinbau wesentliche

Grundpfeiler; es handelt sich vielmehr um

Maximen, die für die allermeisten Lebenssphären

und Wirtschaftsweisen Geltung

besitzen. Deshalb sollten wir immer genau

hinschauen und sorgsam abwägen, wenn

Entscheidungen zu treffen sind, in deren Folge

es zu einschneidenden und ein bisheriges

Gleichgewicht störenden Veränderungen der

Kulturlandschaft kommen kann. Wir sollten

uns bewusst sein, dass der beeindruckende

wirtschaftliche Erfolg der Ortenau auf der

einen Seite der Garant für den Erhalt der Kulturlandschaft

ist, auf der anderen Seite aber

diese auch gefährdet. Diese Gefahr ist dann

am größten, wenn die verantwortlichen Entscheider

in kurzen Fristen denken und opportunistisch

handeln. So wird vergessen, dass

gerade Kulturlandschaften, wie sie die Ortenau

so reizvoll prägen, über Jahrhunderte

entstanden sind. Die Entstehung und das

Bewahren einer solchen Landschaft vertragen

sich erfahrungsgemäß nicht mit der

Atemlosigkeit kurzfristiger politischer und

ökonomischer Zyklen. Das Bewusstsein um

solche Risiken besitzt in Zeiten einer hoffentlich

nicht überhastet durchgeführten Energiewende

bestürzende Aktualität. Entsprechend

behutsam und verantwortlich sollten

wir beim Thema „Landverbrauch“ vorgehen.

Terrasse Schloss Staufenberg

Sitzt man freilich bei einem Glas Klingelberger

auf der Terrasse von Schloss Staufenberg und

blickt über diesen Garten Eden, den wir auch

„Ortenau“ nennen, ist einem nicht bang vor

der Zukunft. Gemeinsam mit Respekt vor

dem, was unsere Ahnen aus dem Vorhandenen

geschaffen haben, und in Verantwortung

für das, was unsere Nachkommen in

gleicher Schönheit erben sollen, werden wir es

schaffen, die Ortenau als das zu bewahren,

was sie für uns alle ist: eine der lebens- und

liebenswertesten Kulturlandschaften überhaupt.


EUROPA-PARK GMBH & CO FREIZEIT- UND FAMILIENPARK MACK KG

17

Besuchermagnet Europa-Park

Europa-Park GmbH & Co Freizeit- und Familienpark Mack KG

Der Europa-Park zieht die Menschen

an. 2014 kamen erstmals

mehr als fünf Millionen Besucher

in Deutschlands größten

Freizeitpark. Vermehrt kommen die Gäste

nicht nur aus Deutschland, Frankreich und

der Schweiz, sondern auch aus anderen Ländern.

Insgesamt haben seit der Gründung

des Parks im Juli 1975 mehr als 100 Millionen

Menschen den größten Freizeitpark Deutschlands

besucht.

Über 3.500 Mitarbeiter beschäftigt der Europa-Park,

davon mehr als 100 Auszubildende

und Studenten. Rund 8.000 indirekte Arbeitsplätze

in der Region werden durch den

Europa-Park gesichert. Auf einer Fläche von

95 Hektar ist er damit einer der stärksten

Jobmotoren in Baden-Württemberg.

Der Europa-Park ist mit seinen 13 europäischen

Themenbereichen, über 100 Attraktionen

und Shows inzwischen das meist besuchte

Touristenziel in Deutschland nach

dem Kölner Dom. Möglich wurde dies in den

vergangenen 40 Jahren allein durch das

Engagement der Familie Mack ohne eine

Unterstützung durch öffentliche Subventionen.

Auch das Konferenzgeschäft legt ständig zu.

Die Auslastung der inzwischen fünf Erlebnishotels

liegt bei 95 Prozent und mehr. Damit

baut der Europa-Park seine Position als nationales

und internationales Kurzreiseziel konsequent

aus. Immer mehr Menschen besuchen

den Park mehrfach pro Saison und immer

mehr Gäste bleiben über Nacht.

„Bereits heute sind fast 85 Prozent der Besucher

Wiederholer. Das ist die beste Bestätigung

für unser Konzept.“

Europa-Park-Chef Roland Mack: „Bereits heute

sind fast 85 Prozent der Besucher Wieder-

Jahren gleich zwei der begehrten Michelin-

und erreichte innerhalb von nur gut zwei

holer. Das ist die beste Bestätigung für unser sterne, was nicht nur in Fachkreisen als eine

Konzept. Besonders freue ich mich über die riesige Leistung gewürdigt wird. Weltweit ist

sehr guten Zufriedenheitswerte der Besucher,

die wir ständig wissenschaftlich erhepark

mit einem Sternerestaurant.

der Europa-Park damit der einzige Freizeitben

lassen. Das ist Ansporn für uns, die

Dienstleistung für unsere Besucher ständig

auf sehr hohem Niveau zu halten und weiter

auszubauen.“

Europa-Park GmbH & Co Freizeit- und

Familienpark Mack KG

Erstklassige Noten erhält auch das Gastronomiekonzept

des Europa-Park. Ganz neu setzt

Europa-Park-Straße 2

der Park mit dem Fine Dining Restaurant 77977 Rust bei Freiburg

„Ammolite“ höchste kulinarische Maßstäbe www.europapark.de


30 PROF. DR. HUBERT BURDA

Wein ist immer und überall

ein Anlass zur Freude

PROF. DR. HUBERT BURDA

geb. 1940 in Heidelberg | Studium der Kunstgeschichte, Archäologie und Soziologie | 1966 Promotion

zum Dr. phil. | geschäftsführender Komplementär der Hubert Burda Media Holding | gründete

1991 den European Publishers Council (EPC) | seit 1997 Präsident des Verbandes Deutscher

Zeitschriftenverleger (VDZ) | vergibt Petrarca-Preis für europäische Literatur | gründete Hubert

Burda Stiftung | stiftet Senator-Ehrenamtspreis und Europäischen Übersetzerpreis | erhält 2000

Professorentitel vom Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg | 2007 Jakob-Fugger-

Medaille | 2008 Bundesverdienstkreuz | 2009 Ehrendoktorwürde, Medizinische Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität

München | 2011 Ehrensenator der Hochschule für Jüdische Studien,

Heidelberg | 2012 Eucor-Medaille | Offizier der französischen Ehrenlegion | 2013 Verständigungspreis

des Jüdischen Museums, Berlin | Autor: „Notizen zur Digitalen Revolution 1990-2015“

Mein Deutschaufsatz für das

Abitur am Schiller-Gymnasium

in Offenburg – es war im

Frühjahr 1959 – hatte sich

dem Thema zu widmen „Mit der Heimat im

Herzen hinaus in die Welt“. Heimat – das ist

für mich Offenburg und der Ortenaukreis

und eben nicht nur im Herzen. Hier ist der

Stammsitz meiner Firma, hier kommt meine

Familie her, hier steht mein Elternhaus. Wenn

ich mich recht erinnere, spielt schon in

meinem Aufsatz der Wein eine wichtige

Rolle. Denn bei uns zuhause wurde mir schon

in frühen Jahren die Liebe zum Wein beigebracht.

Bei Tisch gehörte der Wein ganz

selbstverständlich zum Essen. Mein Vater,

der den Wein der Ortenau besonders schätzte,

rief dann: „Schenkt mir ein, ich brauche

Kraft!“ Natürlich hielt man sich an die Erkenntnis

des Paracelsus: Alles Ungesunde ist

vor allem eine Frage der Quantität. Meine

Brüder und ich lernten schnell, mit Wein vernünftig

umzugehen. Noch heute ist Wein Teil

meines Alltags und Anlass zur Freude.

Die Landschaft der Ortenau wird vom Weinbau

tief geprägt. Seit Jahrhunderten gibt er

vielen Menschen hier Arbeit und sichert

ihnen ihre Existenz. Sie verstehen, welche

Wirkung vom Dreiklang Erde, Wasser, Sonne

ausgeht, wie er die Qualität der Weinernte

bestimmt. Jeder Winzer kennt die Folgen

jäher Wetterwechsel oder eines langfristigen

Klimawechsels. Freud und Leid dieses Geschicks

bilden den Charakter der Menschen

in der Ortenau.

Heimat – das sind die Orte, die in der Kindheit

eine Welt ausmachen. Für mich war das

die Umgebung unseres Hauses, in der ich

laufen lernte, der Bach, in dem ich auf aufgepumpten

Schläuchen alter Autoreifen sitzend

im Wasser dahintrieb bis mich mein Vater

wieder an Land zog, die Wiesen, die im Frühjahr

nach Apfelblüte dufteten und die Felder,

die im Sommer nach Weizen- und Roggenkorn

rochen. Nicht zu vergessen natürlich die

fremden Gärten, in denen ich die ersten

Kirschen stahl. In meiner Erinnerung war ich

damals der glücklichste Mensch auf Gottes

Erden. Aber es kamen neue Entdeckungen

hinzu: die Weinberge, die vielen wunderbaren

Kirchen, Klöster und Schlösser, Zeugnisse

einer früheren, kulturell reichen Zeit, die

mir mein Vater zeigte. Und schließlich erfreuten

mich die Gasthäuser und die Weinfeste.

All das gehört zu meiner Heimat.

Wenn ich heute nach Offenburg komme,

dann wohne ich inmitten der Weinberge, in


PROF. DR. HUBERT BURDA

31

Fessenbach. Hier schafft der großartige

Bacchus-Brunnen des italienischen Künstlers

Sandro Chia eine lebendige Verbindung von

Kunst und Wein. Hier kommt mir in den Sinn,

dass Johannes Gutenberg, der Erfinder des

Buchdrucks, für seinen ersten Buchdruck eine

Weinpresse verwendete. Was für ein Zufall,

der Weinbau und Verlag zusammenbringt!

Wenn ich heute auf Reisen Wein trinke, dann

möchte ich den Boden spüren und den Ort

fühlen, an dem ich mich befinde und aus dessen

Erde der Wein stammt. Wo immer ich

mich auf der Welt gerade aufhalte, brauche

ich Wein zur Erdung. Denn wenn ich Wein

trinke, schmecke ich Heimat. Wein ist Heimat

für mich!

Den Schwarzwald im Rücken, die Ortenau

und den Oberrheingraben fest im Blick – so

steht das Hohe Horn seit jeher zwischen der

heimatlichen Tradition und der Kultur- und

Wirtschaftslandschaft seiner Region. Noch

heute freut mich die Erinnerung an die von

mir angestoßene Gründung des „Hohe-Horn-

Kreises“ im Jahre 1980. Eine Spendenaktion

Ortenauer Bürger half dabei, den Bau eines

Aussichtsturms, des Hohen-Horn-Turms, 1981

zu realisieren. Wer den Reiz der begnadeten

Rebenlandschaft der Ortenau auf sich wirken

lassen will, muss – bei sonnigen, klaren Tagen

– den Turm besteigen: Die Aussicht belohnt

jede Anstrengung. Der Blick auf die Ortenau

– hier bin ich aufgewachsen, hier habe ich

Wurzeln geschlagen!

„Wenn ich heute nach Offenburg komme, dann wohne ich inmitten der Weinberge,

in Fessenbach. Hier schafft der großartige Bacchus-Brunnen des italienischen

Künstlers Sandro Chia eine lebendige Verbindung von Kunst und Wein.“

Bacchus-Brunnen Fessenbach: Die Bronzeskulptur des römischen Weingottes Bacchus

wurde 1984 vom Offenburger Ehrenbürger Senator Dr. Franz Burda gestiftet.


58 THOMAS GALLUS HAFEN

Von Haus aus ein Quertreiber – der

Vogtsbauernhof in Gutach

THOMAS GALLUS HAFEN

geb. 1965 in Tuttlingen | verheiratet, 3 Kinder | Abitur am Wirtschaftsgymnasium Tuttlingen |

Studium Germanistik, Volkskunde und Erziehungswissenschaft in Freiburg und Tübingen |

Tutor am Institut für Volkskunde, Freiburg | Freier Museumspädagoge und Kulturwissenschaftler

am Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck | Autorentätigkeit für Stadler-Verlag

Konstanz und Theiss-Verlag Stuttgart | Freier Autor für den SWR in Stuttgart und Baden-

Baden (ARD-Buffet) | Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bädermuseum,

Bad Salzuflen | Museumspädagoge und Kulturwissenschaftler am Schwarzwälder

Freilichtmuseum Vogtsbauernhof | seit 2007 Wissenschaftlicher Leiter

Die Ortenau aus meiner Sicht?

Von mir aus. Aber es vergesse

bitte niemand, mit wem sie oder

er es zu tun hat. Ich bin ein altes

Haus, Jahrgang 1612. Da knirscht es im Gebälk,

da pfeift der Wind durch alle Ritzen, da

murmelt es aus Truhen wie von Geistermund.

Aber Vater Rhein, um nur mal ihn zu

nehmen, den kenne ich nur vom Hörensagen.

Wenn es um Ritterburgen, Reichsstädte, Rebenhänge

und Tabakfelder geht, da bin ich

raus aus der Geschichte. Vom Quellhorizont

bei den Wählerhöfen über mir bis hinunter

zur Gutach und ostwärts die Halde gegenüber

hinauf bis zum Bühlerstein, unter dem,

wie ich weiß, eine goldene Kapelle verborgen

liegt: Das ist die Welt. Alles andere ist nur

eine Erfindung. Von den Jungen, die fort wollen,

und von den Alten, die gerne so tun, als

wären sie weiß Gott wo gewesen.

Gesetzt den Fall, ich könnte sprechen, dann

stünde ich Ihnen selbstverständlich jederzeit

zu den üblichen Sprechzeiten zur Verfügung.

Als Augenzeuge und als Ohr am Puls der

Zeiten. Ja, der Zeiten, denn es sind weit mehr

als eine, die ich erlebt habe. Eine fällt mir ein,

da hatte man Hunger und schrieb Jahre um

1850 herum. Da war die Ortenau von Gutach

aus gesehen dasselbe wie das ferne Bremen

oder das weite Meer: Ein Stück des Weges

von hier ins Gelobte Land nach Amerika.

Dann gab es eine andere Zeit, wenn ich die

nehmen darf, da trug man Schlaghosen,

schloss administrative Kreise zu einem

großen Ganzen zusammen und erinnerte

sich bei der Tauffeier an das alte Wort Ortenau.

Da musste ich mir, nach der Herkunft

befragt, mit der Landschaft behelfen. Mit

dem Schwarzwald, dem schmalen Hemd, das

mir seit jeher näher als jede Jacke war.

Die muss man mir, wie allen hier im Gutachtal,

verzeihen, diese bedingungsglose

Liaison mit dem Schwarzwald, genauer noch

mit seiner Mitte und nicht etwa mit seiner

Vorbergzone oder seinen Ausläufern. Beim

Zerschlagen der alten Mortenau schienen wir

es ja kaum wert zu sein, einer neuen Herrschaft

untergeordnet zu werden. Vage im

Paket mit dem oberen Kinzigtal hauruck den

Fürsten von Fürstenberg zugeschlagen und

von keinem der edlen Nachlassverwalter je

mehr ernsthaft zurückgefordert. Da wird

man eigen. Und in der Folge, von den Herren

von Hornberg an württembergische Herzöge

verscherbelt, eine württembergische Enklave

im Badischen und mit der Reformation – mitgehangen,

mitgefangen – dann eine protestantische

Insel im Katholischen. Da wird

man nicht nur eigen, da muss man es sein.

Am Bollenhut wie an einem Heiligtum fest-


THOMAS GALLUS HAFEN

59

halten, weil das die anderen nicht haben, und

weil sie nicht so wüstgläubig sind, auch gar

nicht haben dürfen.

Soll ich jetzt wirklich so anfangen: Wie wir aus

einem Tal mit dieser Breite und einem Bach

von dieser Güte das Beste gemacht haben?

Oder eher von den marodierenden Schergen

im Dreißigjährigen Krieg, mit den Soldatenzügen

in napoleonischer Zeit, mit der Eisenbahn,

von der wir nicht wussten, ob sie Fluch

oder Segen bringt, mit den Söhnen, die ins

Feld zogen und dann wiederkamen oder nicht,

oder mit dem hellen Schein vom brennenden

Freudenstadt in der Nacht? Ich erinnere mich

nur, wie unter meinem Dach mit jeder Zeit so

Wörter wie „Damals“ immer schwerer wogen,

während ich immer nur das tat, was ich immer

getan habe; den Menschen in mir – letzten

Endes dreizehn Generationen – als Heimstatt

zu dienen. Von 1612 an bis es vorbei war,

und ich von meinen Aufgaben als Bauernhof

befreit wurde. Als unzeitgemäß links liegen

gelassen und als stark gefährdet eingestuft,

zum Museum umgeschult. Nicht das schlechteste

Los, allemal besser als die Bagger, die vor

anderen meinesgleichen auffuhren. Und wie

das so ist, wenn die Liebe vergeht und nur der

Hektar besteht, dann kannst du als Haus nur

von Glück sagen, wenn sie das Gelände um

dich herum zur Rettungsinsel ausrufen, es hegen

und pflegen bis es unter freiem Himmel

wieder blüht wie einst im Mai.

Als Museum – nein, amtlich richtig: als kreiseigener

Denkmalshof – wurde ich eröffnet im

„Ich pflege meinen Ruf als Ikone dieser Landschaft. Bin ich doch

Keimzelle und Namenspatron des Schwarzwälder

Freilichtmuseums. Das erste Haus im ersten Freilichtmuseum

Baden-Württembergs.“

Freilichtmuseum „Vogtsbauernhof“ in Gutach


60 THOMAS GALLUS HAFEN

Im Vogtsbauernhof wird die bäuerlich-ländliche Kultur

bewahrt und an Gäste aus aller Welt vermittelt.

Jahr 1964. Was für ein Lenz, mein lieber

Freund und Kupferstecher. Dafür also habe

ich so alt werden müssen. Meine letzten

Bewohner zogen von dannen und Besucher

kamen auf. An die zwanzig Millionen sind es

bald, die über meine Schwellen gingen. An

die zwanzig Millionen auf der Suche nach

was? Nicht, ganz unverblümt, nach der

Ortenau. Aber nach dem Schwarzwald eben

schon. Ich pflege meinen Ruf als Ikone dieser

Landschaft. Bin ich doch Keimzelle und Namenspatron

des Schwarzwälder Freilichtmuseums.

Das erste Haus im ersten Freilichtmuseum

Baden-Württembergs. Sieben gibt

es da mittlerweile mit inzwischen über 170

so altehrwürdigen Hütten wie mir. Eins,

mindestens eins, fehlt mir noch in der guten

Nachbarschaft, in der ich mit den anderen

alten Schwarzwaldhäusern um mich herum

stehe. Eins – natürlich, wovon rede ich? – das nach begonnen hat. Dazu, wenn das jemand

den Vater Rhein kennt. Eins, das von Ritterburgen,

Reichsstädten, Rebenhängen und Ta-

endlich anzubändeln. Eins sein war schon im-

wollte, meinen Segen. Es ist höchste Zeit, da

bakfeldern erzählt. Eins aus der Landschaft, mer besser als zwei.

in die Gott von Frankreich aus neidisch herüberschaut.

Ich habe munkeln gehört und darf Gesetzt den Fall, ich könnte reden, dann

es längst auch laut sagen, dass die Suche da-

müsste ich jetzt mit Schweigen anfangen.

Seit Gründung des Museums 1964 waren über 15,5 Millionen Menschen in Gutach zu Gast.

Mein angeborener Hang zur Querulanz ist

gestanden und alles gesagt ist sowieso nie.

In Jahren einmal, wenn ich vielleicht schon

unterwegs bin wie das Floß der Argonauten,

immer noch unverwechselbar, aber mit Treibholz

aus den schwarzen Wäldern längst vollkommen

runderneuert, dann streckt sich das

Wurzelreich unter der nackten Erde, auf die

ich gebaut bin, weiterhin hinüber ins Württembergische

und die Fühler meiner neuen

Herrschaft hinaus ins Weltläufige. Ich werde,

wie ich war und bin, Vehikel und Zugpferd

zugleich sein, der Vergangenheit wie der Zukunft

verpflichtet, da ein Fenster, dort eine

Tür. Auch ein Leuchtturm für die Ortenau,

wenn es so ist, wie berufene Münder oft und

gerne von mir sagen. Nicht schlecht so ein

Vergleich: Etwas zu sein, dass hell und helfend

über allem oder mindestens über sehr

vielem strahlt: Das darf man sich schon mal

in den Lorbeerkranz flechten – vorausgesetzt,

man behält einen Teil davon zurück, um es

sich in die Auftragsbücher zu schreiben. Davon

wird zu reden sein. Im Kreis der Lieben.

Wenn die Geschichte mal ihr Alter hat.


DOROTHEENHÜTTE WOLFACH BETRIEBS GMBH / ZELLER KERAMIK MANUFAKTUR GMBH & CO. KG

61

Handwerk in meisterlicher Tradition

Dorotheenhütte Wolfach/Zeller Keramik Manufaktur

Die Glasbläserkunst kann im

Schwarzwald auf eine jahrhundertelange

Geschichte zurückblicken.

Heute ist die 1947 gegründete

Dorotheenhütte Wolfach die letzte Glashütte

des Schwarzwaldes, in der Glasmacher,

Glasbläser, Glasschleifer und Graveure noch

ihr Handwerk in Perfektion ausüben. Wie vor

1.000 Jahren werden hier Gläser, Schalen, Vasen

u. v. m. mit dem Mund in ihre Form eingeblasen

und im Anschluss mit filigranen Schliffen

und Dekoren von Hand verziert. Diese meisterliche

Tradition zu bewahren und sie vor allem

auch den Menschen wieder näherzubringen,

ist heute ein wichtiges Anliegen der Glashütte.

An zwei Schmelzöfen, die das ganze Jahr, Tag

und Nacht, in Betrieb sind, arbeiten die Glasmacher

daher direkt vor den Augen der Kunden.

Aus der rund 1.200 Grad heißen, flüssigen

Glasmasse entstehen hier die Kristallglaswaren,

von denen jedes einzelne Stück ein Unikat

ist. Besucher der Dorotheenhütte können zudem

nicht nur den Glasbläsern, Glasschleifern

und Graveuren über die Schulter schauen,

sondern sich auch selbst im Glasblasen versuchen

und am Ende ihre eigene Vase mit

nach Hause nehmen.

Das Glasmuseum der Dorotheenhütte informiert

darüber hinaus über rund 2.000 Jahre

Glasgeschichte. So erfährt der Besucher auch,

wie die „Erfindung“ des Glases viele Entwicklungen,

zum Beispiel in der Medizin- und Labortechnik,

der Fotografie oder der Bildschirmtechnik

erst möglich gemacht hat.

Im Gläserland der Dorotheenhütte schließlich

können die hier gefertigten Glaswaren käuflich

erworben werden. Hier gibt es viele Anregungen

und Ideen für jahreszeitliche Dekorationen

oder Geschenke zu den verschiedensten

Anlässen. Ein besonderes Highlight ist das ganzjährig

geschmückte Weihnachtsdorf. Rund

50 mundgeblasene, von Hand dekorierte

Baumschmuckserien, alles „made in Germany“,

warten dort auf staunende Kinderaugen und

Liebhaber von ausgefallenem Baumschmuck.

Nur 22 km von Wolfach entfernt liegt die Zeller

Keramik Manufaktur, die 1794 gegründete

Geburtsstätte des weltbekannten Dekors:

Hahn und Henne. Auch hier zeigen Keramikmalerinnen,

Formgießer und Glasierer dem

Besucher ihr altes, traditionsreiches Handwerk.

Das Museum der Zeller Keramik informiert

außerdem über die Keramik- und Firmengeschichte.

Der große Werksverkauf zeigt alle

Dekore der Zeller Keramik.

Damit die Kunst dieser Fertigungen in der

Zukunft nicht verloren geht, sind beide

Manufakturen anerkannte Ausbildungsbetriebe,

die regelmäßig Kammer-, Landes- und

sogar Bundessieger hervorbringen.

Dorotheenhütte Wolfach Betriebs GmbH

Glashüttenweg 4

77709 Wolfach

www.dorotheenhuette.de

Zeller Keramik Manufaktur GmbH & Co. KG

Hauptstraße 2

77736 Zell am Harmersbach

www.zeller-keramik.de


78 WERNER KIMMIG

Weggehen

war nie ein Thema

WERNER KIMMIG

geb. 1948 in Oberkirch | verheiratet, 2 Töchter, 1 Sohn | Ausbildung zum Verlagskaufmann bei

Burda in Offenburg | Studium und Diplom des Wissenschaftlichen Instituts für Werbewirtschaft,

München | Werbeleiter von „Freizeit-Revue“ und „Bunte“ | 1970 Wahlkampf für ein vereintes

Baden-Württemberg im Auftrag von Senator Franz Burda | 1973 Selbstständigkeit mit

einer Management- und PR-Agentur für nationale und internationale Künstler | 1981 Einstieg

ins Fernsehgeschäft mit Kurt Felix und „Verstehen Sie Spaß?“ | Produktion vieler spektakulärer

Shows, Galas und Events, darunter Bambi seit 1990, Echo seit 1993, Deutscher Fernsehpreis

seit 1999 | insgesamt rund 140 Sendungen pro Jahr | seit 1986 ehrenamtlich aktiv im Förderverein

für krebskranke Kinder | 2003 Bundesverdienstkreuz am Bande für dieses Engagement

Die Ortenau, der ganze Oberrhein,

ist eine großartige Gegend. Für

mich gibt es keine schönere in

Deutschland. Hier bietet sich

alles, was man braucht, um gut zu leben:

herrliche Landschaften, eine sorgfältig behütete

Natur, exquisites Essen, preisgekrönte

Weine. Was die Region darüber hinaus auszeichnet,

sind ihre Bewohner. Hier lebt ein

verdammt offener Menschenschlag. Es sind

Leute, die auf andere zugehen, die bereit sind,

Neues anzupacken und innovativ zu denken,

die sich an der Zukunft und an ihren Visionen

orientieren. Die Ortenauer wagen etwas, und

irgendwie verstehen sie es auch besser als andere,

ihre Kreativität mit Fleiß zu paaren und

in wirtschaftlich tragbare Konzepte zu

gießen. Die Kunst, aus einer Idee ein Unternehmen

aufzubauen, wird hier perfekt beherrscht.

Und ganz wichtig ist, dass Türen viel

lieber aufgemacht als zugeschlagen werden.

Als ich selbst vor mehr als 40 Jahren beschloss,

selbstständig zu werden, war Weggehen

kein Thema. In der Fernsehbranche

hat dies natürlich häufig für Erstaunen gesorgt.

Alle schielten immer nach Berlin,

München, Hamburg und Mainz, weil dort die

großen Sender sitzen. Aber ich blieb da, wo

ich hingehörte. Von Oberkirch aus mit der

Welt zu kommunizieren – das war mein Ziel.

Wahrscheinlich habe ich immer gespürt, dass

es hier brodelt und habe die Ortenau, die

ganze Region am Oberrhein, schon immer als

boomenden Medienstandort gesehen.

Genau genommen hat dieser historische

Wurzeln. Denn schaut man sich die Geschichte

der Region an, wird klar, dass der Rhein

schon früh als Kommunikationsstrom diente

und dass hier seit 1000 Jahren Mediengeschichte

geschrieben wird. Ich erinnere nur an

Gutenberg, der um 1440 in Straßburg den

Buchdruck erfand oder an die Bibliothèque

Humaniste im elsässischen Séléstat, die von

1452 an als Besonderheit ihrer Zeit galt. 400

Jahre später entwickelte Karl Ferdinand Braun

in Straßburg seine Braunsche Röhre als Grundlage

des modernen Fernsehgeräts. Und die

Sürag, die erste deutsche Rundfunkzeitschrift,

kam 1927 bei Burda in Offenburg heraus.

Heute ist der Ortenaukreis nicht nur wirtschaftliches

Herzstück der Region am Oberrhein;

hier hat sich auch ein kreatives mediales

Cluster gebildet, das seinesgleichen

sucht. Vertreten, allen voran, durch Verleger

Dr. Hubert Burda am Offenburger Stammsitz

seines weltweit tätigen Multimediakonzerns.

Daneben gibt es in Baden-Baden

mit dem Südwestfunk die zweitgrößte ARD-

Anstalt, und in Straßburg macht Arte erfolgreich

Fernsehen über den Rhein hinweg. Wo

in Deutschland gibt es im Umkreis von 40


WERNER KIMMIG

79

Gleitschirmflieger startet vom Startplatz am Roßbühl, an der „Oppenauer Steige“.

„Hier bietet sich alles, was man braucht, um gut

zu leben: herrliche Landschaften, eine sorgfältig behütete

Natur, exquisites Essen, preisgekrönte Weine. Was die

Region darüber hinaus auszeichnet, sind ihre Bewohner.“

Kilometern solch eine Mediendichte? Frank

Elstner produziert hier mit Elstnertainment

jede Woche seine „Menschen der Woche“

und Karlheinz Kögel hat mit Media Control

nicht nur Deutschlands führendes Unternehmen

für Medienanalysen geschaffen, sondern

vergibt auch jedes Jahr den Deutschen

Medienpreis an große Persönlichkeiten des

öffentlichen Lebens. Zahlreiche regionale

Zeitungsverlage und lokale Rundfunk- und

TV-Stationen haben ihren Sitz am Oberrhein,

und in Freiburg operiert der renommierte

Herder-Verlag, der alle Papst- Bücher verlegt.

Wenn es darüber hinaus je noch einen Beweis

dafür brauchte, dass die Ortenau ein

potenter Medienstandort ist, dann hat diesen

in meinen Augen die Bambi-Gala 2008

geliefert. Ich erinnere mich noch gut: Als bekannt

wurde, dass wir die 60. Verleihung des

Burda-Medienpreises in Offenburg produzieren

würden, ging ein Raunen durch die Medienrepublik:

„Offenburg? Um Himmels willen!

Können die das denn?“ Als Produzent

war ich überzeugt, dass wir das in Offenburg

sogar besser können, als überall sonst auf der

Welt.

Mit Bambi 2008 haben die Stadt Offenburg,

der Ortenaukreis und die hier angesiedelte

Entertainment Economy dann auch bewiesen,

dass sie nicht nur ein mediales Großereignis

stemmen, sondern ihre Region perfekt

inszenieren können. Bambi glänzte in Offenburg,

und Offenburg glänzte durch Bambi.

Jeder, der das miterlebt hat, war voll des

Lobes und hatte keinen Zweifel mehr daran,

dass die Ortenau mit den Top-Standorten

der deutschen Unterhaltungsindustrie mithalten

kann.


80 WERNER KIMMIG

Bachanlage in Oberkirch

Die Werner Kimmig GmbH, heute Kimmig

Entertainment, war aber schon davor regelmäßig

mit TV-Produktionen für alle deutschen

Sender in der Ortenau präsent. Ungezählte

Formate sind hier entstanden und

haben die Region überregional bekannt gemacht.

Auch meine allererste Hallenproduktion,

„Das Festival der Chöre“, kam aus Offenburg.

Dort verfügt die Messe inzwischen

über ein Ensemble von Veranstaltungshallen,

die unterschiedlichen Events gerecht werden.

2012 haben wir dort die Andrea Berg-Show

produziert und 2015 folgt die große Otto

Jubiläumsshow. Weiter südlich in Freiburg ist

man bestrebt gleichzuziehen. Dort entstand

im Herbst 2014 die große Udo Jürgens Gala

„Mitten im Leben“. Als TV-Location aber war

der Europa-Park in Rust von jeher einer unserer

Favoriten. Dort gab es alles, was wir für

unsere Arbeit brauchten, unter einem Dach:

unterschiedlich große Hallen, eine Freiluftarena,

einen großzügigen Backstage-Bereich,

Unterstützung bei Bühnenbau, Dekoration

und Catering, Unterkünfte für Stars und

Teams. Das können nur wenige bieten – auch

„Wenn ich zum Beispiel

durch Oberkirch gehe,

treffe ich lauter Menschen,

die mit Medien

überhaupt nichts am Hut

haben. Der Ablenkund

Auftankfaktor

war und ist für mich nirgends

größer als hier.“

nicht an vermeintlich größeren Medienstandorten.

Parkchef Roland Mack und sein hoch

qualifiziertes Team haben uns stets jeden

Wunsch von den Lippen abgelesen. Mack lebt

den Badener: ein Anruf, eine Rückfrage und

dann auch immer gleich eine Entscheidung!

Bei ihm produzieren wir seit zehn Jahren

jeden Sommer 15 Folgen von „Immer wieder

sonntags“ und wir haben dort „Stars auf Eis“

mit Katarina Witt und viele andere Sendungen

realisiert. Als Bambi in Offenburg

war, war „Tribute to Bambi“ in Rust.

Vieles war nur möglich, weil hier immer

Türen aufstanden oder bereitwillig geöffnet

wurden. Das ist nicht selbstverständlich. Andernorts

muss man nach offenen Türen

lange suchen. Da muss man erst einmal

kämpfen und rennen, ehe man an die Verantwortlichen

rankommt. Hier sind die Wege

kurz, und es ist verdammt leicht, Networking

zu betreiben. Man muss nur auf die Menschen

zugehen und keiner schlägt einem anderen

die Tür vor der Nase zu. Natürlich kam

mir immer zugute, dass ich hier geboren bin

und von Jugend auf viele Menschen kenne.

Aber jeder andere würde hier die gleiche Erfahrung

machen: Die Ortenauer sind extrem hilfsbereit,

und wenn sie helfen können, helfen sie.

Aber es hatte natürlich auch immer einen

Preis, von hier aus in der überregionalen Medienbranche

mitzumischen: Du musst morgens

eine Stunde früher aufstehen und

kommst abends eine Stunde später ins Bett.

Damit hatte ich nie Probleme, ich war eben

die ganze Woche unterwegs. Ich glaube: Man

kann als Medienunternehmer von jedem Ort

der Welt aus erfolgreich sein – man darf sich

dort nur nicht ausruhen, sondern muss sich

im Zweifelsfall mehr bewegen. Daran hat das

Zeitalter des Internets übrigens nichts geändert,

auch wenn die Kommunikation heute

einfacher und schneller ist und wenn alles

schon erfunden ist – als ich anfing, gab es ja

noch nicht einmal Fax und keinen Computer.

In der Fernsehbranche sind in hohem Maß

Flexibilität, Spontaneität und Erfahrung gefragt.

Woher man kommt, spielt keine Rolle.

In der Firma habe ich meine Nachfolger

bereits in Position gebracht. Stefan Maier ist

seit 20 und Matthias Alberti seit fünf Jahren

bei uns. Sie sind beide heute in der Geschäftsführung.

Ich kann die Ortenau also

inzwischen noch mehr von ihrer entspannenden

Seite genießen. Wenn ich zum Beispiel

durch Oberkirch gehe, treffe ich lauter

Menschen, die mit Medien überhaupt nichts

am Hut haben. Der Ablenk- und Auftankfaktor

war und ist für mich nirgends größer als

hier. So gesehen ist Oberkirch eine Traumstadt.

Außerdem habe ich das große Glück,

dass meine ganze Familie hier ist. Keines meiner

Kinder ist bisher auf die Idee gekommen,

auszuwandern. Und wenn ich aus dem Fenster

schaue, sehe ich auf dem Balkon gegenüber

meine 88-jährige Mutter, und wir winken

uns zu. Auch das macht für mich die Ortenau

so bedeutend. Sie ist schlicht und ergreifend

meine Heimat, in der ich geboren bin

und in der ich mich von jeher pudelwohl fühle.


LADOG-FAHRZEUGBAU UND VERTRIEBS-GMBH

81

Die Alleskönner – LADOG-

Kommunalfahrzeuge

LADOG-Fahrzeugbau und Vertriebs-GmbH

Der LADOG – in vielen Kommunalbetrieben

ist dieser Name ein

Begriff. Der LADOG steht dort,

aber auch in Industrie und Landwirtschaft

für ein robustes, vielseitig einsetzbares

Fahrzeug unter der Überschrift „Leichte

Arbeit Durch Ordentliches Gerät“.

Dabei gibt es „den LADOG“ eigentlich nicht,

denn die LADOG-Fahrzeugbau und Vertriebs-

GmbH fertigt Schmalspur- und Kompaktfahrzeuge

in den verschiedensten Formen

und für eine Vielzahl an Einsatzzwecken –

immer den Wünschen des Kunden entsprechend

auftragsbezogen oder in Kleinserien.

Dank der modularen Bauweise ist der LADOG

in mehreren Fahrzeugbreiten, mit verschiedenen

Kabinenbauformen und unterschiedlich

starken Antriebsmotoren lieferbar. Auch

rungen angepasst werden. Vor allem besteht

die Möglichkeit des Anbaus unterschiedlichster

Anbaugeräte, sodass der LADOG zur Kehrmaschine

oder zum Mähgerät werden kann

ebenso wie zum Winterdienstfahrzeug. So

kommt der LADOG bei Kommunen und privaten

Dienstleistungsunternehmen in der

Stadtreinigung und Grünflächenpflege zum

Einsatz wie auch in der Abfallwirtschaft, auf

Flughäfen, Friedhöfen, im Industrieservice,

der Landwirtschaft, bei der Sportstättenpflege

und der Straßenreinigung.

Die LADOG Fahrzeugbau und Vertriebs-

GmbH zeichnet sich vor allem durch die Fertigungstiefe

und Flexibilität aus, mit der jährlich

etwa 200 Fahrzeuge herstellt werden.

Möglich machen dies die rund 60 hoch qualifizierten,

zu etwa 70 Prozent im Hause selbst

ausgebildeten Mitarbeiter. Viele davon sind

die Hydraulik kann den jeweiligen Anfordemittlerweile

seit Jahrzehnten im Unternehmen.

Gegründet wurde das Familienunternehmen

1920 im badischen Nordrach als

Fahrradhandel und Reparaturwerkstatt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann man

damit, einfache Fahrzeuge für die heimische

Landwirtschaft im Schwarzwald zu bauen.

Als das ständig erweiterte Firmengebäude

in Nordrach wieder einmal zu klein wurde,

entschloss man sich 2007 in das sechs Kilometer

entfernte und verkehrsmäßig günstiger

gelegene Zell am Harmersbach umzuziehen.

Geführt wird das Unternehmen mittlerweile

in der vierten Generation von der Familie

Guggenbühler. In der Tradition der Familie

steht sie für „Vorsprung und Innovation“,

für technologisches Know-how, sorgsame

Fertigung, beste Qualität sowie die

partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den

Kunden und den Mitarbeitern.

LADOG-Fahrzeugbau und Vertriebs-GmbH

Am Galgenfeld 11

77736 Zell am Harmersbach

www.ladog.de


96

CHRISTINA OBERGFÖLL

Ich wollte schon

immer die Beste sein

CHRISTINA OBERGFÖLL

geb. 1981 | verheiratet, 1 Kind | Speerwerferin der LG Offenburg | 2000, 2001, 2002 Deutsche Juniorenmeisterin | 2007, 2008,

2010, 2012 Deutsche Meisterin | 2005 WM-Silber in Helsinki | 2008 Bronze bei den Olympischen Spielen in Peking |

2010 und 2012 EM-Silber | 2012 Silber bei den Olympischen Spielen in London | 2013 WM-Gold in Moskau | 2013 Sportlerin des

Jahres | 2010 Uni Freiburg Bachelor in bewegungsbezogener Gesundheitsförderung | 2013 Master in Prävention und Gesundheitsförderung,

DHfPG | unterstützt Förderverein für krebskranke Kinder e. V. Freiburg, WHO und UNICEF

Den Schulranzen in die Ecke geschmissen,

die Hausaufgaben

schnell gemacht und dann ins

Stadion zum Training. So war das

bei mir als Kind in Mahlberg. Bei mir musste

niemand sagen, „Christina, trainier‘ doch“ oder

„mach, du hast gleich Training“, das war bei mir

gar nicht nötig. Meine Oma erzählte mir, dass

ich schon als kleines Mädchen große Ziele hatte.

„Da will ich auch hin“, habe ich gesagt, als

Olympia im Fernsehen lief. „Kind“, hat sie gelacht,

„du bist verrückt.“ Damit es auch klappt,

habe ich immer alles gegeben, schließlich war

mein Ehrgeiz riesengroß. Ich wollte schon immer

die Beste sein. Zwei Mal in der Woche trainieren

war mir nicht genug, aber mein Trainer

sagte, dass man in dem Alter nicht mehr machen

soll. Wenn wir bei Mannschaftsspielen

nicht gewonnen haben, wurde ich knurrig.

Glück hatte ich mit meinen Eltern. Wenn ich sie

bei Wettkämpfen dabei haben wollte, waren

sie auch dabei. Das ist schon ideal.

Je erfolgreicher ich wurde, desto mehr wuchs

mein Hunger. Zuerst waren es Landesmeis-


CHRISTINA OBERGFÖLL 97

2009, aber nur aus dem Fernsehen. Als der

mich sah, sagte er sich, „mit der würde ich gerne

mal arbeiten. Mal sehen, was dabei herauskommt.“

Der hat verstanden, wie es bei mir

tickt und mir klargemacht, um was es geht.

Das Ergebnis ist bekannt. Das war der schönste

Moment. Das ist fast unbeschreiblich, wenn

man da steht und eine Goldme daille gewinnt.

Wanderer am Aussichtspunkt obere Langert auf der „Alde Gott Panoramarunde“

„Das ist für mich Erholung: An einem sonnigen

Tag mit Mann und Kind unterwegs durch Wald oder

Reben. Hund Baja darf natürlich auch nicht fehlen.“

terschaften, dann Deutsche Meisterschaften, zu pushen, höre ich Musik, Charts, Pop mit

dann gewann ich Medaillen in Europa und anderswo

in der Welt. Ich habe das Glück, dass mer wieder gerne.

gutem Rhythmus und Schillers „Ruhe“, das im-

ich mit meinem Sport Geld verdienen kann

und mein Hobby zum Beruf machen konnte. Aber es hat auch seine Kehrseite. Wenn der

Obwohl sich vieles verändert hat, ist eines Wurf doch nicht so gut ist, wird es sehr ruhig

doch geblieben: das besondere Gefühl, wenn im Stadion. 2009 und 2011 waren zwei schlimme

Jahre. Ich trainierte gut, aber immer wenn

ich ins Stadion einlaufe. Es war schon immer

so, dass ich mein Publikum brauche. Damals es um die Wurst ging, versagte ich. Meine Rettung

war mein Mann Boris, mein Fels in der

im Mahlberger Stadion war es ein alter Mann

auf dem Balkon und heute sind es achtzigtausend

wie bei Olympia 2012 in London. Das ist macht. In dieser Zeit habe ich mich im Winter

Brandung. Ohne ihn hätte ich nicht weiterge-

der Moment, in dem ich Gänsehaut bekomme. wieder voll ins Studium gestürzt. Den Abstand

Im Stadion fühle ich mich wie in einem Tunnel, brauchte ich dringend. Ich hoffte, dass Spaß

komme ganz bei mir an und ich spüre, dass und Freude zurückkommen, denn sollte es

mein Akku voll geladen ist. Was und wie hart nicht so sein, dann ist es vorbei. Und dann wird

ich dafür trainiert habe, geht mir durch den es mir fehlen! Aber die Lust und die Freude am

Kopf. Ich bin ja keine Trainingsweltmeisterin, Speerwerfen kamen zurück und damit auch

sondern werfe tatsächlich beim Wettkampf der Erfolg. Bei der letzten Krise half mir ein

meine weitesten Würfe. Um mich noch mehr MentalCoach. Der kannte mich schon von

Den Kopf frei machen, halte ich grundsätzlich

für sehr wichtig. Hier in der Ortenau gelingt

mir das wunderbar, schließlich leben wir in

einer der schönsten Landschaften Deutschlands.

Ich skate sehr gerne Inliner, jogge, fahre

Mountainbike, aber Lieblingsstrecken habe ich

keine. Es gibt so viele schöne Flecken hier, wo

man Kraft tanken kann. Was uns immer wieder

gefällt, sind die Straußenwirtschaften in

Ortenberg und Spaziergänge. Das ist für mich

Erholung: An einem sonnigen Tag mit Mann

und Kind unterwegs durch Wald oder Reben.

Hund Baja darf natürlich auch nicht fehlen. Immer

wenn ich von Wettkämpfen heimkomme,

denke ich „boah, ist das schön hier“ – und ich

sehe ja wirklich viel von der Welt.

Früher habe ich mir oft überlegt, ob ich wegziehen

soll, weil es anderswo, in Leverkusen

oder Wattenscheid, die besseren Trainingsmöglichkeiten

gab. Wo ist es besser für meine

Leistung, hier oder dort? Ich habe mich gerne

fürs dableiben entschieden, weil hier Freundeskreis

und Familie sind. Und die Mentalität

gefällt mir gut. Wir sind ein stolzes, ehrliches

Völkchen, was nicht auf den Mund gefallen ist.

Heute muss ich mir gar nicht überlegen ob

und wo es besser wäre. Unser von der Firma

Herrenknecht gebautes Speerwurf-Trainingsgerät

ist in Deutschland wohl einmalig. Und

die Halle gehört unserem Verein. Da gibt es

keine Terminüberschneidungen. Perfekt! Das

passt alles wunderbar. Jetzt wo mein Mann

Boris und ich eine Familie gegründet haben,

stellt sich die Frage gar nicht mehr. Es gibt

wirklich keinen Grund, die Zelte abzubrechen.


152 BILDNACHWEISE

Übersicht der PR-Bildbeiträge

Wir danken den folgenden Firmen, Einrichtungen und Verbänden, die mit ihren Beiträgen

das Zustandekommen dieses Buches ermöglicht haben.

Adams Blitzschutz-Systeme GmbH 35

www.adams-blitzschutz.de

Badische Stahlwerke GmbH 47

www.bsw-kehl.de

Betonwerk Bürkle GmbH & Co. KG -

Bürkle Kellerbau GmbH + Co. KG 26

www.buerkle.net

Hubert Burda Media Holding KG 24

www.hubert-burda-media.de

JEAN D‘ARCEL Cosmétique 38

www.jda.de

DITTER PLASTIC GmbH + Co KG 36

www.ditter-plastic.de

Relais & Châteaux Hotel Dollenberg 28

www.dollenberg.de

Dorotheenhütte Wolfach Betriebs GmbH 61

www.dorotheenhuette.de

DRUCKHAUS KAUFMANN in Lahr 91

www.druckhaus-kaufmann.de

Elektrizitätswerk Mittelbaden

AG & Co. KG 54

www.e-werk-mittelbaden.de

Erdrich Umformtechnik GmbH 49

www.erdrich.de

Europa-Park GmbH & Co. Freizeitund

FamilienPark Mack KG 17

www.europapark.de

fischer group 62

www.fischer-group.com

Frammelsberger R. GmbH 53

www.frammelsberger-holzhaus.de

FREYLER Dienstleistungsgesellschaft mbH 70

www.freyler.de

Fritsch Elektronik GmbH 73

www.fritsch-gmbh.de

Christian Funk GmbH & Co. KG 40

www.fs-dialogmarketing.de

GEMIBAU Mittelbadische

Baugenossenschaft eG 82

www.gemibau.de

Herrenknecht AG 48

www.herrenknecht.com

Hinneburg GmbH 72

www.hinneburg.com

HODAPP GmbH & Co. KG 90

www.hodapp.de

Peter Huber Kältemaschinenbau GmbH 84

www.huber-online.com

KASTO Maschinenbau GmbH & Co. KG 98

www.kasto.de

Kratzer GmbH & Co. KG 99

www.kratzer.de

LADOG-Fahrzeugbau und

Vertriebs-GmbH 81

www.ladog.de

LEITWERK AG 108

www.leitwerk.de

MAJA Maschinenfabrik Hermann Schill

GmbH & Co. KG 118

www.maja.de

Meiko Maschinenbau GmbH & Co. KG 110

www.meiko.de

Mittelbadische Entsorgungs- und

Recyclingbetriebe GmbH 89

www.merb.de

Richard Neumayer Gesellschaft für

Umformtechnik mbH 120

www.r-neumayer.de

ORTENAU KLINIKUM 106

www.ortenau-klinikum.de

Hermann Peter KG 107

www.hermann-peter.de

Peterstaler Mineralquellen GmbH 109

www.peterstaler.de

Pfeil Sicherung GmbH 119

www.pfeilsicherung.de

RUCH NOVAPLAST GmbH + Co. KG 121

www.ruch.de

Societät SJD

Steuerberatungsgesellschaft mbH 128

www.steuerberater-sjd.de

Die Sparkassen in der Ortenau 148

www.sparkasse-offenburg.de

www.sparkasse-kehl.de

www.sparkasse-haslach-zell.de

www.spk-gengenbach.de

www.sparkasse-wolfach.de

STOPA Anlagenbau GmbH 117

www.stopa.com

SWEG Südwestdeutsche

Verkehrs-Aktiengesellschaft 131

www.sweg.de

Vogel-Bau Unternehmensgruppe 150

www.vogel-bau.de

Volksbanken im Ortenaukreis 130

www.volksbank-achern.de

www.volksbank-buehl.de

www.volksbank-kinzigtal.de

www.volksbank-lahr.de

www.volksbank-offenburg.de

WeberHaus GmbH & Co. KG 138

www.weberhaus.de

Winzergenossenschaften

im Ortenaukreis 140

www.aldegott.de

www.dasenstein.de

www.oberkircher-winzer.de

Zeller Keramik Manufaktur

GmbH & Co. KG 61

www.zeller-keramik.de

Zimmer GmbH 149

www.zimmer-group.de

Zink Ingenieure GmbH 151

www.zink-ingenieure.de

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