Kursbuch Zukunft - Landkreis Ravensburg

neomedia

ursbuch

landkreis ravensburg

ukunft


KURSBUCH

ZUKUNFT

Landkreis ravensburg


FRANKFURT

STRASSBURG

STUTTGART

FREIBURG i. Br.

Landkreis Ravensburg

FRANKREICH

BASEL

SCHWEIZ

FRIEDRICHSHAFEN

Aulendorf

Fronreute

Bad Waldsee

Bad Wurzach

Wolfegg

Horgenzell

Ravensburg

Kißlegg

Leutkirch

Waldburg

Amtzell

Wangen

Argenbühl

Isny


kursbuch

zukunft

Herausgegeben in Zusammenarbeit mit dem

Landratsamt des Landkreises Ravensburg

neomediaVerlag GmbH


4 IMPRESSUM

impressum

Herausgeber:

Landratsamt des

Landkreises Ravensburg

Friedenstraße 6

88212 Ravensburg

Tel. 0751 85-0

Fax 0751 85-1905

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www.landkreis-ravensburg.de

neomediaVerlag GmbH

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www.neomedia.de

Redaktion/Lektorat:

Landratsamt Ravensburg

Pressestelle

neomediaVerlag GmbH

Günter Poggemann

Projektaquise:

Bernd Kirchdörfer

Printed in Germany 2014

Das Manuskript ist Eigentum des

Verlages. Alle Rechte vorbehalten.

Dem Buch liegen neben den

Beiträgen der Autoren Darstellungen

und Bilder der Firmen und

Einrichtungen zugrunde, die mit

ihrer finanziellen Beteiligung das

Erscheinen des Buches ermöglicht

haben. Sie sind im Anhang

aufgeführt.

Druck:

Paus Medien GmbH

Bibliographische Information der

Deutschen Bibliothek

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet

diese Publikation in der

Deutschen Nationalbibliographie;

detaillierte Daten sind im Internet

über http://dnb.dbb.de abrufbar.

ISBN 978-3-931334-61-1

Bildnachweis:

Rolf Schultes, Bad Waldsee,

Beteiligte Unternehmen

und Einrichtungen,

Ulfried Miller (Seiten 118, 119, 121),

Dr. Heinrich Reck (Seite 120)


INHALT

5

kursbuch

zukunft

10 Kurt Widmaier

Vorwort des Herausgebers

14 Dr. Maximilian Eiden

Der Kreis – Symbol für Schöpfen und Streben

16 Winfried Kretschmann

Der Landkreis Ravensburg ist für die

Zukunft gut gerüstet

18 Hermann Strampfer

Die Richtung stimmt – ein Landkreis mit Zukunft

22 Prof. Karl-Heinz Hänssler

Gut ausgebildete Fachkräfte sind der Schlüssel

für die Zukunft

26 Volker Restle

Menschen, die tief verwurzelt sind,

können Großartiges leisten

28 Hermann Vogler

Kurs halten für eine nachhaltige Zukunft

32 Gemeinde Amtzell

Arbeits-, Wohn- und Lebensstandort für Jung und Alt

34 Weizenegger GmbH

Der Spezialist rund ums Holz seit 100 Jahren

36 Prof. Dr. Hans-Georg Wehling

Der Landkreis Ravensburg

Vorzeigeregion in einem Vorzeigeland

42 Waldemar Westermayer

Eine moderne und nachhaltige Landwirtschaft

liegt im Interesse aller

44 Helmut Martin Berner

Der Menschheit Würde – bewahret sie!

46 Oliver Spieß

Wir dürfen uns auf unseren bisherigen

Erfolgen nicht ausruhen

48 Bodensee-Oberschwaben-Bahn

GmbH & Co. KG

Eine Erfolgsgeschichte mit Zukunft

49 Bodensee-Oberschwaben

Verkehrsverbundgesellschaft

Mobil mit Bus und Bahn

50 Gemeinde Ebersbach-Musbach

Wo die Nähe zählt...

52 Claudia Scherer

Der gekaufte Blick

55 Zieglersche Anstalten e. V.

Erfüllt mit Leben

56 Manne Lucha

Black Jack und Green New Deal

60 Walter Göppel

Zukunftsraum für Energie


6 INHALT

64 Duale Hochschule Baden-Württemberg

Ravensburg

Die optimale Verbindung von Theorie und Praxis

65 DiPers GmbH

Perspektiven für Arbeitsuchende und Unternehmen

66 EBZ Gruppe

Innovativ und qualitätsbewusst, flexibel und zielstrebig

68 Dr. Andreas Schockenhoff

Stadt und Land im Gleichgewicht

70 Joachim Krimmer

Unser Handwerk

74 Hans-Joachim Hölz

Strukturen mit Zukunft

80 ENBW Energie

Baden-Württemberg AG

Baden-Württemberg hat Energie. Wir nutzen sie!

82 Energieagentur Ravensburg gGmbH

Nachhaltig an der Energiezukunft arbeiten

84 Harald Hepner

Musikkultur im Landkreis Ravensburg – Quo vadis?

86 Franz Moosherr

Der Mittelstand – ein Garant für Lebensqualität

88 Bernhard Knöbel

Erfolg mit Passsion

90 Drebo Werkzeugmaschinenfabrik GmbH

Innovativ, leistungsorientiert und erfolgreich

91 WEBO Werkzeugbau Oberschwaben GmbH

Die Ideenschmiede aus Amtzell

92 Verbindungselemente Engel GmbH

Engel verbindet

94 Prof. Paul Hempfer

Der Sport im Landkreis Ravensburg

98 Brian Lausund

Jeder ist ein Künstler

102 Daniel Gallasch

Die Schaffenskraft der Menschen ist entscheidend

106 zebris Medical GmbH

Innovative biomechanische Messsysteme für Medizin,

Zahnmedizin und Sport

107 Franziskanerinnen von Reute e. V.

„Wenn es dir gut tut, dann komm“

108 FrigorTec GmbH

Innovative Lösungen für Kühlung und Wärme weltweit

110 Consuelo Marschall

Dieser schöne Flecken Erde ist für mich Heimat geworden

114 Dr. Frank Mastiaux

Weitsicht und Zukunftsorientierung prägen den

Landkreis Ravensburg


INHALT

7

kursbuch

zukunft

118 Ulfried Miller

Oberschwabens grüner Weg

122 Kreissparkasse Ravensburg

Je einfacher das Geld – desto einfacher die Welt!

124 Oberschwabenklinik GmbH

Medizinische Kompetenz nahe bei den Menschen

126 Reinhold Hübschle

Oasen des Auftankens in Zukunft immer wichtiger

130 Guido Wolf

Acht Tipps für das Navigieren Richtung Zukunft

134 Heinz Pumpmeier

Ein großer Vorteil: der bodenständige und

hoch innovative Unternehmensmix

138 Barbara Müller

Als Badenerin im oberschwäbischen Exil

142 Karl-Gruppe

Neue Chancen für die Unternehmen und die Region

143 Ribo Reinigungs- und Gebäudeservice GmbH

Gemeinsam Werte erhalten

144 PEKANA Naturheilmittel GmbH

Dem ganzen Menschen verpflichtet

146 Dr. Daniel Rapp

Prosperierende Wirtschaft, eingebunden

in eine traumhafte Kulturlandschaft

148 Margaretha Riese

Unser Landrat und meine Bettelbriefe für Uganda

150 Joachim Sautter

Eine gute Balance finden zwischen Tradition und Moderne

154 Ravensburger AG

Erfolgreich im äußersten Süden

156 Vetta Pharma Fertigung GmbH & Co KG

Regional handeln – global denken

157 Thüga Energienetze GmbH

Für eine sichere Energieversorgung

158 Prälat Michael H. F. Brock

Für eine Zukunft ohne Barrieren

161 Hoftheater GmbH

Eine Perle der Kleinkunst, verbunden

mit kulinarischen Genüssen

162 Gottfried Härle

Ein kleiner Blick in die Zukunft

166 Karl-Heinz Schuler

Aktive Zukunftssicherung für Unternehmen:

Hier packen sogar Behörden an

170 Prof. Dr. Ing.-Ing. Spägele

„Modellhochschule Ländlicher Raum“ als

Zukunftsstrategie


8 INHALT

174 WALDNER Firmengruppe

Innovation aus Tradition

175 Mineralbrunnen Krumbach GmbH

Qualität, Regionalität und das Allgäu

176 WiR – Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft

Landkreis Ravensburg mbH

Partner bei der Fachkräftesicherung und

Innovationsförderung

178 Siegfried Spangenberg

Das Bohren dicker Bretter für die Zukunft des Landkreises

182 Annette Vincenz

Im Multiversum ist alles möglich

186 Versandhaus Walz GmbH

Der Multi-Channel Anbieter für die ganze Familie

188 BW-Bank Ravensburg

Seite an Seite mit heimischen Unternehmen

190 Winfried Franke

Basis-Infrastruktur im Landkreis teilweise nur

rudimentär ausgeprägt

194 Udo J. Vetter

Ein Tor zur Welt von morgen

196 Theresia K. Moosherr

Das Gesamte ist mehr als die Summe seiner Bestandteile

198 Dr. Till Bastian

Man muss wirken auf das, was noch nicht da ist

202 Föhr Event Hangar GmbH /

Föhr Event-Catering & Service GmbH

Außergewöhnliche Gastronomie und vergessliche Events

in einem einzigartigen Ambiente

203 Wirtschaftsmuseum Ravensburg

Spannende Einblicke!

204 Zoller + Fröhlich GmbH

Der Anfang einer guten Verbindung – seit 50 Jahren

206 Waltraud Allgäuer

Wir sind die Kraft vom Land

208 Roland Beierl

Gemeinsam stark!


INHALT

9

kursbuch

zukunft

210 Robert Wiedemann

Ehrlichkeit, die Grenzen des Machbaren und

Finanzierbaren aufzuzeigen

214 Carthago Reisemobilbau GmbH

Eine Premiummarke mit Gewicht

216 Heinrich Grieshaber,

Der Landkreis Ravensburg punktet mit gutem

Branchenmix und zukunftsfähigen Standortfaktoren

219 Volksbank Weingarten eG

Partner in allen Finanzangelegenheiten

220 Übersicht der PR-Bildbeiträge


10

KURT WIDMAIER

vorwort des herausgebers

KURT WIDMAIER

geb. 1950 in Bad Waldsee I verheiratet,

drei Töchter I nach Kindheits-

und Jugendjahren in Aulendorf,

Rottweil und Wangen im Allgäu

Studium der Rechtswissenschaften an

der Universität Tübingen und

Ausbildung zum Journalisten I einige

berufliche Stationen: Redakteur bei der

Schwäbischen Zeitung in Stuttgart I

Referent im Sozialministerium und

Innenministerium Baden-Württemberg,

Regierungsvizepräsident des

Regierungsbezirks Tübingen I seit

1. November 1999 Landrat des Landkreises

Ravensburg.

Der Landkreis Ravensburg: ganz im Süden Deutschlands gelegen, inmitten des Dreiländerecks

Deutschland - Österreich - Schweiz, mit einer Fläche von 1.632 Quadratkilometern der

zweitgrößte in Baden-Württemberg. Vom württembergischen Allgäu im Osten bis zum

Oberschwäbischen Hügelland im Norden und Westen, im Süden bis knapp an den Bodensee,

eine Heimat für mittlerweile etwas mehr als 280.000 Menschen. Tendenz: weiter steigend, allen

demografischen Entwicklungen zum Trotz. So ließe sich der Landkreis kurz und bündig beschreiben.

Der Landkreis Ravensburg: die Perle, das Herz, die Mitte Oberschwabens, überhaupt: die geografische

Mitte Europas – auch das sind nicht minder zutreffende Beschreibungen, wenngleich auch weniger der

Lage, sondern mehr der Zustände, der Gefühle.

Zustandsbeschreibungen auf einem wiederum völlig anderen Terrain sind auch die Statistiken und Erhebungen,

die unserem Landkreis den Status einer technologischen Spitzenregion mit „hohen Zukunftschancen“

unter den immerhin bundesweit 439 Land- und Stadtkreisen bescheinigen. Gespeist

wird dieses Prädikat aus wirtschaftlicher Stärke und nicht minder auch aus dem richtigen Lebensumfeld.

Ob berufliche oder persönliche Perspektiven, die Menschen hier sind zufrieden, die Lebensqualität

stimmt und eine Arbeitslosenquote sehr deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt belegt zudem

eindrucksvoll die Produktivität unseres Wirtschaftsraumes.

Dass dem so ist, dass der Landkreis Ravensburg bei allen entsprechenden rankings stets einen der besten

Plätze belegt, das verdanken wir einer Vielzahl von Faktoren. Die enorme Vielfalt kultureller Angebote

und die nicht minder breit gefächerten Freizeit-, Sport- und Erholungsmöglichkeiten sind hier zu

nennen wie auch das gleichermaßen hochwertige wie breit gefächerte Bildungsangebot. Nicht zuletzt

trägt dazu insbesondere auch eine Unternehmens- und Wirtschaftsstruktur bei, die als absoluter

Glücksfall für die Entwicklung des Landkreises Ravensburg bezeichnet werden kann.

Dieser Status ist aber dauerhaft nur zu halten, wenn alle Ressourcen höchsten Erwartungen gerecht

werden, und dazu zähle ich nicht nur die rein produktionsspezifischen Rohstoffe. Ich denke dabei vor

DER LANDKREIS RAVENSBURG: DIE PERLE, DAS HERZ, DIE

MITTE OBERSCHWABENS, ÜBERHAUPT: DIE GEOGRAFISCHE

MITTE EUROPAS – AUCH DAS SIND NICHT MINDER ZUTREF-

FENDE BESCHREIBUNGEN, WENNGLEICH AUCH WENIGER DER

LAGE, SONDERN MEHR DER ZUSTÄNDE, DER GEFÜHLE.


KURT WIDMAIER

11

allem an die Ressourcen Kreativität, Motivation, an oberschwäbisches „Tüftlertum“, an den persönlichen

Ehrgeiz unserer Unternehmer, die Unterstützung durch leistungsfähige Hochschulen und Verbände

und Kompetenzzentren wie beispielsweise die Energieagentur. Zu diesen unabdingbaren Ressourcen

gehört last but not least auch das Bereitstellen entsprechender Rahmenbedingungen durch

Gesellschaft und Politik. Diese Rahmenbedingungen werden zwar zu einem Gutteil von der „großen

Politik“ vorgegeben, aber dennoch haben auch wir hier vor Ort die Aufgabe und Verpflichtung, im Rahmen

unserer Möglichkeiten dafür zu sorgen, dass es unseren Unternehmen gut geht, sind sie laut.

Winston Churchill doch der „Karrengaul“, der alles zieht.

Eine meiner Hauptaufgaben als Landrat sehe ich deshalb darin, dieser Verpflichtung nachhaltig gerecht

zu werden. Achtbare Erfolge sind deshalb auch nicht ausgeblieben. So ist beispielsweise die unmittelbar

nach meinem Amtsantritt gegründete Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft Landkreis

Ravensburg mbH (WiR) überaus erfolgreich in der Betreuung, Beratung und Unterstützung der

kleinen und mittelständischen Unternehmen im Landkreis Ravensburg. Von der Beratung in Technologiefragen

oder zum Thema Fördermittel über betriebswirtschaftliche Beratungen und die Unterstüt-


12

KURT WIDMAIER

zung bei Sanierungs- und Innovationsfragen bis hin zur Hilfe bei der Suche nach Gewerbeflächen reicht

hier das gerne angenommene Leistungsspektrum. Die Entwicklung von Marketingstrategien in Zusammenarbeit

mit der Hochschule Ravensburg-Weingarten, die Expertenvermittlung zum Thema Joint-Venture

mit China, die Zusammenarbeit mit dem Steinbeis Transferzentrum Esslingen oder die Auszeichnung

von innovativen Spitzenleistungen von Unternehmen aus dem Landkreis mit dem Innovationspreis

der WiR dient dem Ziel der Sicherung und Neuschaffung von Arbeitsplätzen im Landkreis Ravensburg

ebenso wie auch die Unterstützung und Beratung von Frauen im Rahmen der Kontaktstelle Frau

und Beruf zu Themen wie Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Existenzgründung und Wiedereinstieg.

Ein Ende all dieser Anstrengungen ist dennoch nicht absehbar. Themen wie die demografische Entwicklung

und der damit einhergehende Fachkräftemangel oder die steigenden Energiekosten werden uns

die nächsten Jahre intensiv beschäftigen. Die Lösung dieser Probleme ist ohne Frage keine einfache

Aufgabe, sie kann aber gelingen, wenn sich alle Beteiligten ihrer Verantwortung stellen.

Im Jahr 2008 erschien Band 1 unseres Kreisbuches mit dem Titel „Der Landkreis, ganz persönlich“.

Waren es damals vor allem emotional gehaltene „Liebeserklärungen an den Landkreis“, so wollte ich

dieses Mal den Fokus auf die Herausforderungen richten, die die Zukunft für unseren Landkreis bereithält.

Wie beim ersten Band habe ich wieder namhafte Persönlichkeiten um ihre Sicht der Dinge gefragt;

danach, wie sie den Landkreis Ravensburg, seine Möglichkeiten, seine Chancen in Gegenwart und Zukunft,

seine Stärken und Schwächen sehen und was es braucht, damit dieser Landkreis auch in Zukunft

seine Spitzenposition bewahren und vielleicht sogar noch ausbauen kann.

Herausgekommen ist ein spannendes Kompendium: kompetent, sachlich und profund geschrieben. So

verschieden die Autoren und ihre Verankerung in unserem Kreis auch sind, so unterschiedlich ihre

Herangehensweise an dieses Thema dementsprechend auch ist, gemeinsam ist ihnen allen eine deutlich

spürbare Sympathie für diesen Landkreis und sein Wohlergehen.

Mich lässt die Lektüre dieser Beiträge hoffen, dass wir eines Tages auch auf die derzeit noch vor uns

liegenden Aufgaben zurückblicken können mit der zufriedenen Gewissheit, sie richtig angepackt und

gelöst zu haben. Wenn wir unsere eigene Verantwortung, unsere eigenen Gestaltungsmöglichkeiten

erkennen und sie vor allem auch nutzen, dann hat dieses Buch seine ihm zugedachte Aufgabe erfüllt.

Mein ganz besonderer Dank gilt den Autoren und den beteiligten Unternehmen. Beide haben gleichermaßen

dieses Werk überhaupt erst möglich gemacht.

IM JAHR 2008 ERSCHIEN BAND 1 UNSERES KREISBUCHES MIT DEM

TITEL „DER LANDKREIS, GANZ PERSÖNLICH“. WAREN ES DAMALS

VOR ALLEM EMOTIONAL GEHALTENE „LIEBESERKLÄRUNGEN AN

DEN LANDKREIS“, SO WOLLTE ICH DIESES MAL DEN FOKUS AUF

DIE HERAUSFORDERUNGEN RICHTEN, DIE DIE ZUKUNFT FÜR

UNSEREN LANDKREIS BEREITHÄLT.


KURT WIDMAIER

13


14

DR. MAXIMILIAN EIDEN

der kreis – symbol für

schöpfen und streben

DR. MAXIMILIAN EIDEN

geb. 1978 in München I

verheiratet I drei Kinder I Studium

der Geschichte und Polnischen Philologie

an der Humboldt-Universität zu

Berlin I Promotion an der Universität

Stuttgart I vier Jahre deutsch-polnische

Kulturarbeit am Schlesischen

Museum zu Görlitz I seit Juli 2013

Leiter des Kultur- und Archivamts und

des Eigenbetriebs Kultur im Landkreis

Ravensburg – Schloss Achberg

Als Gemeindeverband und Gebietskörperschaft hat der Landkreis Ravensburg viele Funktionen

im Alltag seiner Bevölkerung. Aber er ist kaum mit Händen zu greifen oder ins Auge stechend

wie die markante Silhouette einer Stadt oder das unverwechselbare Gepräge eines Dorfs.

Jedes Bild einer Landschaft oder Siedlung würde nur einen Teil aus der Vielfalt des zweitgrößten

Kreises in Baden-Württemberg mit seinen ländlichen und urbanen, belebten und ruhigen, oberschwäbischen

und Allgäuer Dimensionen wiedergeben. Gibt es ein Bild, das den unverwechselbaren

Charakter unseres Landkreises zum Ausdruck bringen kann? Wir haben wieder eines gesucht, wie

schon für die Publikation „Der Landkreis Ravensburg ganz persönlich“.

Fündig wurden wir damals bei dem Holzbildhauer Rudolf Wachter und einer bei aller Mächtigkeit leicht

wirkenden, für uns Einheit und Bindung repräsentierenden Spirale. Wachter ist einen weiten Weg

gegangen, der ihn wegführte vom Handwerk des Bildschnitzers hin zur Bildhauerei und einem einzigartigen

Oeuvre, das ihn unter die renommiertesten international tätigen Holzbildhauer einreihte. Er

arbeitete mit der Motorsäge, unternahm freihändige Schnitte. Die ihn kannten, sprechen von der großen

geistigen und körperlichen Kraft, die er trotz seiner Behinderung in seinen Skulpturen entfaltete.

Auch sein unbändiger Formwille ist in ihnen greifbar. 2005, sechs Jahre bevor er in München starb, hat

der Künstler dem Landkreis Ravensburg einen Kernbestand seines Werks geschenkt. Im Neuen Schloss

Kißlegg und entlang eines Weges von „Rudolf Wachter: Stationen“ ziehen die dynamischen Holzskulpturen

Bewunderung auf sich und wirken weit über die Grenzen des Kreises hinaus.

Die von uns gewählte Skulptur aus der Werkgruppe „New Grange“ ist ihrer Schwester, der Spirale, in

Dimensionen, Holzart und Wirkung ähnlich. Sie spricht – typisch für Wachters Schaffen – Sinne, Herz

und Verstand zugleich an. Aus Erde und Wasser in die Luft gewachsen, das Feuer als Potenzial in sich,

kann Holz hart sein und weich, fest und federnd. Es ist massiv und doch auch sehr beweglich als Ausdruck

des Gedankens, den der Künstler in ihm aufgespürt hat.

Die ausgewählte Skulptur hat wieder den Kreis als Grundform. Dieser Kreis hat Tiefe und ist komplex,

er ist in sich rund und zugleich aufgebrochen, geöffnet zum Aufbruch, mit zwei kraftvoll ausscherenden

Bogensegmenten, die nach oben weisen wie schöpfende Hände, Kellen oder Radschaufeln.

Dieser besondere, dreidimensionale Kreis kann etwas ins Rollen bringen, gerade indem er aus der Tiefe

schöpft. Deshalb kann er uns inspirieren, wenn wir über den Landkreis Ravensburg und seine Zukunft

nachdenken.


DR. MAXIMILIAN EIDEN

15

DIESER BESONDERE, DREIDIMENSIONALE KREIS KANN ETWAS

INS ROLLEN BRINGEN, GERADE INDEM ER AUS DER TIEFE

SCHÖPFT. DESHALB KANN ER UNS INSPIRIEREN, WENN WIR

ÜBER DEN LANDKREIS RAVENSBURG UND SEINE ZUKUNFT

NACHDENKEN.


22

PROF. KARL HEINZ HÄNSSLER

gut ausgebildete fachkräfte

sind der schlüssel für die zukunft

PROF. KARL HEINZ

HÄNSSLER

geb. 1949 in Schwetzingen/Mannheim

I verheiratet I zwei Kinder I

Studium der Betriebswirtschaftslehre

und Wirtschaftspädagogik an der

Universität Mannheim I seit 2006

Rektor der Dualen Hochschule Baden

Württemberg Ravensburg mit Campus

Friedrichshafen

Die Wirtschaft des Landkreis Ravensburg zu betrachten, heißt immer wieder aufs Neue von

den unterschiedlichsten Unternehmen mit interessanten, teilweise faszinierenden Produkten

und Dienstleistungen überrascht zu werden. Einer breiten Öffentlichkeit bekannt

sind Firmen wie die Ravensburger AG, die mit ihren Spielen und Puzzeln auch den Namen

ihrer Heimatstadt in die Welt hinaus getragen hat. Auf den Straßen Europas, sogar darüber hinaus,

begegnen dem Reisenden Reisemobile und Wohnwagen von Hymer, Dethleffs und Carthago. Und viele

Menschen haben ihre Gesundheit in einer der zahlreichen Kur- und Rehabilitationseinrichtungen wieder

erlangt oder werden in den Pflegeinrichtungen betreut und gefördert.

Aber es sind keinesfalls nur diese, für den Konsumenten schon auf den ersten Blick zuordenbaren Produkte

und Leistungen von Unternehmen aus dem Landkreis, die dessen Wirtschaft charakterisieren.

Vielmehr ist es eine Vielzahl von weiteren Unternehmen sämtlicher Größenklassen, die in den unterschiedlichsten

Branchen oft erstrangige Bedeutung haben, teilweise sogar zu den Weltmarktführern

gehören.

Weltweit werden Investitionsgüter oder Güter für den privaten Konsum auf im Landkreis konzipierten

und/oder produzierten Maschinen und Anlagen hergestellt. Menschen auf der ganzen Welt nutzen Produkte

und Dienstleistungen von Unternehmen der Region – der Automobilbranche, der Pharmazeutischen

Industrie, der Informatik, der Landwirtschaft oder als Teile von Maschinen und Elektrogeräten,

um nur einige Beispiele zu nennen.

Ermöglicht wird diese bedeutende wirtschaftliche Leistung durch ein funktionierendes Bank- und

Finanzwesen und durch weltweit agierende Logistikunternehmen, deren Dienstleistungen zwischenzeitlich

weit über den reinen Transport hinaus reichen. Für den regionalen Bedarf sorgen neben den

Einkaufszentren immer noch attraktive, häufig inhabergeführte Fachgeschäfte in den Innenstädten.

Ein weiterer wichtiger Wirtschaftsfaktor im Landkreis ist die Tourismusbranche. Gefördert durch natürliche

Gegebenheiten und ein reichhaltiges kulturelles Erbe, aber auch durch die eigens hierfür geschaffene

Infrastruktur: von Kur- und Rehabilitationseinrichtungen und Bädern bis hin zu Museen und Besichtigungsmöglichkeiten

– und insbesondere durch eine leistungsfähige Gastronomie und Hotellerie.

Wirtschaftlich gehört der Landkreis Ravensburg damit zu den starken Regionen im deutschen Südwesten.

Diese wirtschaftliche Stärke zeigt sich in einer sehr niedrigen Arbeitslosenquote, die im Jahresdurchschnitt

2012 bei 2,7 Prozent lag. Eine Quote, die nahe an der Vollbeschäftigung liegt und die sich

im vergangen Jahrzehnt positiv entwickelt hat. Grund zur Zufriedenheit also.

Aber wie wird die Zukunft aussehen? Welche Chancen hat der Landkreis, welche Gefahren sind zu erwarten?

Wie wettbewerbsfähig sind die Unternehmen, wie kann sich die Wirtschaft der Region entwickeln?


PROF. KARL HEINZ HÄNSSLER

23

DIE WIRTSCHAFT DES LANDKREIS RAVENSBURG ZU BETRACHTEN, HEISST

IMMER WIEDER AUFS NEUE VON DEN UNTERSCHIEDLICHSTEN UNTERNEHMEN

MIT INTERESSANTEN, TEILWEISE FASZINIERENDEN PRODUKTEN UND

DIENSTLEISTUNGEN ÜBERRASCHT ZU WERDEN.

Nun, ausgehend von der Entwicklung der vergangenen Jahre und der derzeitigen Wettbewerbssituation

ist es sicherlich möglich, auch die unmittelbare Zukunft positiv einzuschätzen. Nicht wenige Unternehmen

haben in den vergangenen Jahren fulminante Entwicklungen genommen, ihre Mitarbeiterzahlen

und Umsätze deutlich erhöht, neue Märkte erschlossen und weltweit neue Niederlassungen gegründet.

Diese Entwicklungen und die derzeit wirtschaftlich starke Position geben Anlass zu Optimismus.

Andere Unternehmen befinden sich allerdings bereits jetzt in einer schwierigen Marktsituation, die

beispielsweise durch weltweite Überkapazitäten oder Nachfrageveränderungen charakterisiert werden

kann. Es besteht also auch Grund zur Vorsicht. Und es darf keinesfalls vergessen werden, dass die Zukunft

der Unternehmen durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst wird, die nicht oder nur begrenzt

in der regionalen Wirtschaft entschieden werden: nationale und internationale politische Rahmenbedingungen,

Marktentwicklungen, technologische Veränderungen, demografische Entwicklungen, um

nur einige Faktoren zu nennen. Wichtig ist, auf die kommenden Unwägbarkeiten vorbereitet zu sein,


24 PROF. KARL HEINZ HÄNSSLER

um Chancen nutzen und Gefahren bewältigen zu können. Eine wesentliche Voraussetzung hierfür sind

motivierte, entsprechend qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dabei kommt der Bildung

eine erstrangige Bedeutung zu.

DER BILDUNGSSEKTOR

IST EINE WEITERE

STÄRKE DES LAND-

KREISES MIT DER

VIELZAHL VON

BILDUNGSEINRICH-

TUNGEN, DIE JUNGE

MENSCHEN NEBEN DEN

FAMILIEN AUF DIE

HERAUSFORDERUNGEN

DES (BERUFS-)LEBENS

VORBEREITEN.

In diesem Sektor ist sicherlich eine weitere Stärke des Landkreises zu sehen: die Vielzahl von Bildungseinrichtungen,

die junge Menschen neben den Familien auf die Herausforderungen des (Berufs-)Lebens

vorbereiten. Von Kindertagesstätten, Kindergärten und Grundschulen beginnend über weiterführende

Schulen und Berufsschulen hin zu den Hochschulen. Ohne die ganze Breite und Vielfalt der Bildungsinstitutionen

wäre der Erfolg der oberschwäbischen Wirtschaft in der Vergangenheit kaum denkbar

gewesen und wird es auch in Zukunft nicht sein. Alle national wie international tätigen Unternehmen

wären weit weniger erfolgreich, wenn nicht entsprechend ausgebildete Mitarbeiter zur Verfügung ständen

und sie nicht stetig in die Aus- und Weiterbildung ihrer Fach- und Führungskräfte investieren würden.

Nimmt man die Pädagogische Hochschule und die Hochschule für Wirtschaft, Technik und Sozialwesen

in Weingarten, die nta Hochschule (naturwissenschaftlich-technische Akademie) in Isny und die Duale

Hochschule in Ravensburg mit Campus Friedrichshafen mit ihren über 10.000 Studentinnen und Studenten,

so ist der Landkreis sicherlich gut versorgt. Hinzu kommen in den angrenzenden Landkreisen

die Zeppelin Universität in Friedrichshafen, die Hochschulen in Biberach und Sigmaringen und die Universitäten

in Ulm, Konstanz und St. Gallen.

In den Jahren 2007 bis 2012 wurde das Studienangebot im Landkreis zur Schaffung einer ausreichenden

Zahl an Studienplätzen für den durch die Einführung des achtjährigen Gymnasiums bedingten dop-


PROF. KARL HEINZ HÄNSSLER

25

pelten Abiturientenjahrgang inhaltlich und quantitativ deutlich ausgebaut, wie das Beispiel der Dualen

Hochschule zeigt: Studienangebote wie Luft- und Raumfahrttechnik, Fahrzeugelektronik, Wirtschaftsingenieurwesen

an der Fakultät für Technik, Freizeitwirtschaft und Gesundheitsmanagement an der

Fakultät für Wirtschaft wurden neu eingerichtet. Gleichzeitig wurden bestehende klassische Studienangebote

wie Maschinenbau und Elektrotechnik oder Industrie, Wirtschaftsinformatik, Handel, Tourismus,

Hotellerie und Gastronomie nachfrage- und bedarfsgerecht erweitert.

Wie notwendig dieser Ausbau war, zeigt, dass für diese Studiengänge seitens der Unternehmen die entsprechenden

Studienplätze zur Verfügung gestellt und dass diese auch durch Abiturientinnen und Abiturienten

nachgefragt wurden. Im Studienjahr 2013/2014 studieren an der Dualen Hochschule Ravensburg

mit Campus Friedrichshafen über 3.800 junge Menschen alleine in den Bachelorstudiengängen.

Aber trotz dieser Entwicklungen ist Vorsicht geboten; es besteht weiterhin Handlungsbedarf. Bei Befragungen

von Unternehmen über die aktuell und zukünftig größten Herausforderungen fällt derzeit zuallererst

der Verweis auf den Fachkräftemangel. In einer Region mit Vollbeschäftigung und angesichts

eines Trends hin zu sinkenden Jahrgangszahlen stehen Firmen schon heute vor dem Problem, Stellen

nicht mit ausreichend qualifiziertem Nachwuchs besetzen zu können. Die Zahlen sind beunruhigend.

Zwischen 2013 und 2030 gehen die Industrie- und Handelskammern in Baden-Württemberg von durchschnittlich

220.000 fehlenden Fachkräften pro Jahr aus, darunter immerhin 15.000 Akademiker. Aktuell

sind es sogar noch mehr, der Wirtschafts- und Wachstumsboom vieler Branchen sorgt 2013 bis 2015 für

voraussichtlich jährlich 23.000 fehlende Hochschulabsolventen. Als Konsequenz muss das Studienangebot

weiterhin bedarfsgerecht erweitert bzw. angepasst werden, zusätzlich müssen die Maßnahmen

zur Gewinnung von Bewerbern, beispielsweise in Informatik oder den Ingenieurwissenschaften, weiter

ausgebaut werden.

Und auch die Veränderungen der europäischen Hochschullandschaft betreffen den Landkreis. Die

Nachfrage nach Masterstudiengängen nimmt zu, ein entsprechendes Angebot ist notwendig. Ansonsten

besteht die Gefahr, dass Absolventen nach Ende ihres Bachelor-Erststudiums ihr mögliches Aufbaustudium

weiter entfernt aufnehmen müssen und für den Landkreis verloren gehen. Und auch die Chance,

dass Absolventen aus anderen Regionen nach ihrem Erststudium zu einem Masterstudium in den

Landkreis kommen können, sollte genutzt werden.

Erste Angebote sind gestartet: An der Dualen Hochschule in Ravensburg und Friedrichshafen wurden

2011 eigene, berufsbegleitende Masterstudiengänge eingerichtet. Entsprechend den Studienschwerpunkten

mit überregionaler Ausstrahlung bietet Ravensburg Weiterbildungs-Master in Business

Management mit den Profilen Medien, International Business sowie Tourismus, Hotellerie und Gastronomie

an. Im Studienjahr 2013/2014 wird bereits der dritte Studierendenjahrgang an den Start gehen.

Am Campus Friedrichshafen sind die Masterstudiengänge Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen

angelaufen, zwei weitere Studiengänge wurden in Kooperationen mit Nachbarhochschulen

realisiert. Zusammen mit der Hochschule Ravensburg-Weingarten kann berufsintegriert ein Masterabschluss

im Profil Betriebswirtschaft, Produktion und Märkte erworben werden, mit der Hochschule für

Technik, Wirtschaft und Gestaltung Konstanz wird ein Master Systems Engineering angeboten.

Inwieweit die derzeit an den Hochschulen im Landkreis eingerichteten Masterstudiengänge dem

Bedarf der Region entsprechen, muss weiterhin aufmerksam beobachtet werden.


34

WEIZENEGGER GMBH

der spezialist rund ums holz

seit 100 Jahren

Wolfgang Knöpfle, Hermann Mönig,

Ursula Weizenegger, Heinz Weizenegger,

Daniela Weizenegger, Lars Miller (v.l.n.r.)

Die Leidenschaft für Holz spürt man bereits beim Betreten des

Verwaltungsgebäudes der Firma Weizenegger. Holz wurde hier

in vielfältiger Weise verarbeitet – Holz, das Naturverbundenheit,

Wärme und Wohlfühlatmosphäre ausstrahlt, aber auch Modernität

und Funktionalität. Die Räume sind lichtdurchflutet, bieten ein ausgezeichnetes

Raumklima und ein angenehmes Arbeitsumfeld. Mehr noch: Das

im Jahr 2011 modernisierte Gebäude wurde als Passivhaus konzipiert und

entspricht somit höchsten Ansprüchen hinsichtlich der Energieeffizienz, berichtet Daniela Weizenegger.

Die Leidenschaft für Holz erlebt man auch hautnah, egal ob man mit Heinz Weizenegger, seiner Frau

Ursula, Schwiegersohn Lars Miller, Tochter Daniela Weizenegger oder einem der rund 40 Mitarbeiter

spricht. In der dritten Generation bestimmt die Familie Weizenegger die Geschicke des 1914 gegründeten

Unternehmens. Vor 100 Jahren gegründet als Sägewerk, stellt die Firma Weizenegger heute ihr Knowhow

im innovativen Haus- und Objektbau sowie bei Restaurierungen tagtäglich unter Beweis. Modernisierungen,

Wintergärten und der Lohnabbund sind weitere Geschäftsfelder.

Seit 25 Jahren erlebt und lebt Hermann Mönig die Begeisterung für Holz bei der Firma Weizeneggger. Als

jugendlicher Auszubildender hat er die Liebe zum Holz beim Zuschneiden der Hölzer und der Montage auf

der Baustelle entdeckt. Das Zuschneiden übernehmen zwar mittlerweile Maschinen, berichtet Hermann

Mönig, als Meister konstruiert er aber heute wesentlich aufwändigere Objekte und ist immer bei der Montage

auf der Baustelle dabei. „Die Einzelelemente sind heute viel größer, deutlich individueller und

vielseitiger als vor 25 Jahren“, erläutert er. „So bin ich schon ein wenig stolz, wenn ich am neuen Kindergarten

in Baienfurt vorbeifahre, ein besonders anspruchsvolles Objekt im letzten Jahr.“

Der neue Kindergarten Baienfurt

Der Neubau des Umweltbundesamts in Berlin ist ein weiteres Projekt, auf das man stolz ist im Hause

Weizenegger. Turnhallen, Gemeindehäuser, Schulen oder Kindergärten – kommunale Auftraggeber

setzen verstärkt auf die moderne Holzbautechnik in Fertigbauweise.

„Auch für sie “, so erläutert Wolfgang Knöpfle, Geschäftsführer der

Weizenegger Objektbau GmbH, „spielt die ökologische und energieeffiziente

Bauweise mit kurzer Bauzeit eine immer größere Rolle.“

Vom funktionalen Familienhaus bis zum exklusiven Designerhaus, ob

klassische oder moderne Architektur, mit Holzfassade oder minieralischem

Putz, ob schlüsselfertig oder Ausbauhaus, gerade beim privaten Hausbau


© Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung Berlin

Das Umweltbundesamt Berlin

erfüllt die Firma Weizenegger nahezu alle Wünsche. Das beginnt bei den

ersten Entwürfen und endet mit der Hausübergabe. „Als Generalunternehmer

bieten wir alle Leistungen aus einer Hand“, betont Daniela Weizenegger.

Ein Netzwerk aus renommierten Architekten, Planern, Spezialisten und oft

ortsansässigen Partnern, mit denen man seit Jahren zusammenarbeitet,

gewährleistet, dass die Kunden immer die bekannte Weizenegger-Qualität

erhalten. Für diese Qualität stehen auch die Mitgliedschaften im Deutschen

Holzbauverband, der Gütegemeinschaft Fertigbau und im Verband der Restautoren

sowie das RAL Gütezeichen Holzbau und das 5-Sterne-Zertifikat

des Holzbauverbandes. Grundsatz bei der Weizenegger GmbH ist immer,

der Individualität des Kunden gerecht zu werden und seinen Wünschen

und Bedürfnissen nachzukommen.

Modernisierungen und Restaurierungen sind bei der Firma Weizenegger zwei weitere wichtige Themen.

Denn gezielte Modernisierungsmaßnahmen sorgen für eine bessere Energieeffizenz und mehr Lebensqualität.

Mit Liebe zum Detail und hoher Fachkompetenz ausgeführte Restaurierungen tragen dazu bei,

Denkmäler und historische Bauten für die Nachwelt zu erhalten.

Neben der hohen Qualität und dem Rundumservice bietet die Firma Weizenegger vor allem auch wirtschaftliche

Lösungen sowie termingerechte und kurze Bauzeiten. Die Fertigbauweise schafft nicht nur

energieeffiziente Bauten, sondern auch ökonomisch durchdachte Lösungen mit einer Festpreisgarantie

für den Kunden. Und dennoch bleibt jedes Objekt einzigartig. Eine Herausforderung auch für Hermann

Mönig. Gemeinsam möchte er im Team mit Architekten, Zimmerern, Technikern, Restauratoren, Schreinern,

Betriebswirten und den Auszubildenden weiterhin an technischen Lösungen für die Zukunft arbeiten.

Die Beteiligung an Forschungsaufträgen in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Braunschweig

und dem KIT (Karlsruher Institut für Technologie) ist nur ein Beispiel dafür, dass man bei der Weizenegger

GmbH immer in Bewegung ist. Denn Stillstand gibt es bei Holzbau Weizenegger nicht.

Weizenegger GmbH

Ziegelwiesenweg 1

88410 Bad Wurzach

www.weizenegger.de


110

CONSUELO MARSCHALL

dieser schöne flecken erde

ist für mich heimat geworden

CONSUELO MARSCHALL

geb. 1960 in Spanien geboren I

1969 nach Deutschland ausgewandert

I verheiratet I zwei Kinder

Wie ich den Landkreis Ravensburg sehe, seine Möglichkeiten und Chancen in Gegenwart

und Zukunft hat mich Landrat Widmaier gefragt. Als gebürtige Spanierin ist meine

Sicht der Dinge vielleicht eine (etwas) andere als die derjenigen, die hier geboren sind.

Um mein Bild vom Landkreis Ravensburg beschreiben zu können, muss ich weit zurückgehen,

zurück in meine Kindheit.

In einem kleinen spanischen Dorf, in der Nähe von Santiago de Compostela – bekannt durch den Jakobsweg

– kam ich 1960 als zweitjüngstes von sechs Kindern zur Welt. Der kleine Hof meiner Großeltern

reichte kaum aus um die Familie zu ernähren, geschweige uns Kindern eine angemessene Bildung zu

bieten, was meinem Vater schon damals sehr am Herzen lag. Aus dieser wirtschaftlichen Not heraus

beschlossen meine Eltern, nach Deutschland auszuwandern. Über Bekannte kam zuerst mein Vater 1964

nach Ravensburg, wo er gleich Arbeit fand und sich schnell im neuen Land einlebte. Weil er nicht länger

ohne die Familie in Deutschland leben wollte, beschloss er 1969, uns zu sich nach Ravensburg zu holen.

Für unsere Familie begann eine sehr schwere Zeit. Im ersten Jahr flossen viele Tränen, denn das Heimweh

nach Spanien war groß. Dazu der Trennungsschmerz von den zwei ältesten Brüdern, die in Spanien

im Internat zurückbleiben mussten, weil sie kurz vor dem Abitur standen, die Verwandten, Freundinnen...

Das alles musste erst einmal verkraftet werden. Hinzu kam, dass wir kein Wort Deutsch

konnten. So musste ich mit neun Jahren, ebenso wie meine zwei älteren Schwestern, die gesamte

Grundschule wiederholen.

Obwohl damals niemand von Integration sprach, bemühte sich mein Vater stets darum, dass wir die

deutsche Sprache erlernten. Zu der damaligen Zeit gab es noch keine Sprachförderungsprogramme

oder ähnliches, die uns Kindern das Erlernen der Sprache erleichtert hätte. So gab uns mein Vater täglich

Vokabeln zum Lernen auf, die er uns am Abend, wenn er von der Arbeit nach Haus kam, abfragte. „Die

Sprache ist der Schlüssel, der euch den Zugang zur Bildung und zu den Menschen hier öffnet“, so unser

Vater. „Ihr könnt später ein besseres Leben haben als eure Mutter und ich, wenn ihr euch anstrengt.“

Die erste Arbeitsstelle meines Vaters in Deutschland war die eines Hilfsarbeiters im Straßenbau, ein

paar Jahre später arbeitete er als Flaschner, meine Mutter war Putzfrau. Obwohl uns die Grundschulzeit

sehr schwer gefallen ist, waren unsere Deutschkenntnisse danach so weit, dass meine älteren Schwestern

einige Hauptschulklassen überspringen konnten und ich die Realschulempfehlung bekam. Der Abschluss

der Mittleren Reife und die Ausbildung zur Industriekauffrau waren meine nächsten Stationen.

Mein jüngster Bruder konnte vor seiner Einschulung noch zwei Jahre in den Kindergarten gehen. Dort

lernte er spielerisch die Grundkenntnisse der deutschen Sprache, so dass er in der Grundschule keiner-


CONSUELO MARSCHALL

111

DER ZUSAMMENHALT DER DORFGEMEINSCHAFT MIT DEN

VIELEN VEREINEN HAT IN SCHMALEGG EINEN HOHEN STELLEN-

WERT. HIER KENNT BEINAHE JEDER JEDEN. GERNE BLEIBT

MAN VOR UNSEREM DORFLADEN ODER DER BANK STEHEN,

UM EIN „SCHWÄTZLE“ ZU HALTEN.

lei Probleme damit hatte. Anschließend ging er aufs Gymnasium, machte das Abitur, studierte Jura,

promovierte und ist heute Professor für Gesellschaftsrecht. Mit diesem Beispiel will ich nur Folgendes

verdeutlichen: Wer sich in Deutschland anstrengt und sich Mühe gibt, die Sprache zu erlernen, hat die

Chance weiterzukommen, selbst wenn man aus armen Verhältnissen stammt, wie es bei uns der Fall war.

Ich möchte aber noch unbedingt erwähnen, dass es während meiner gesamten Schulzeit, besonders

aber in der Realschule, nie an hilfsbereiten Lehrern und Mitschülern mangelte, die mir zur Seite standen,

wenn ich im Unterricht etwas nicht verstand. Auch in anderen Bereichen gab es immer Menschen,

die uns weiterhalfen, sei es bei Behördengängen, bei der Arbeitssuche und bei vielem mehr. So lernten

wir mit den Jahren dieses Land und seine Leute schätzen und lieben.

Im Jahr 1984 heiratete ich meinen Mann, einen schwäbischen Landwirt. Gemeinsam bewirtschaften wir

seitdem seinen Hof in der idyllischen Gemeinde Schmalegg. Unser Sohn und unsere Tochter konnten


112 CONSUELO MARSCHALL

hier eine unbeschwerte Kindheit verbringen. Auch die Grundschulzeit der Kinder wurde durch unsere

Grundschule in Schmalegg mit ihrem familiären Charakter sehr positiv geprägt.

Der Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft mit den vielen Vereinen hat in Schmalegg einen hohen Stellenwert.

Hier kennt beinahe jeder jeden. Gerne bleibt man vor unserem Dorfladen oder der Bank stehen,

um ein „Schwätzle“ zu halten. Auch die gegenseitige Hilfsbereitschaft der benachbarten Bauernhöfe

ist groß, ja selbstverständlich. Auf die Nachbarn ist immer Verlass, wenn man Hilfe braucht.

Ich habe mich schnell an die Menschen hier gewöhnt, aber auch an die gute schwäbische Küche mit

den leckeren Spätzle, Brota, Bodabirasalat...(für Nichtschwaben: selbstgemachte Eiernudeln, Braten,

Kartoffelsalat...) und dank vieler guter Tipps, Koch- und Backrezepte meiner schwäbischen Familie und

Nachbarinnen kommt heute meine schwäbische Koch- und Backkunst auch keinem Schwaben mehr

spanisch vor.

Ja, ich habe hier längst Wurzeln geschlagen. Ich bin angekommen, nach einem langen Weg, der nicht

immer einfach war. Der Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit im Jahr 2008 mag dabei lediglich als

ein kleiner letzter Schritt von eher symbolischem Charakter erscheinen. Für mich persönlich war er jedoch

ein großer Gewinn, vor allen Dingen deshalb, weil ich meinen spanischen Pass behalten durfte.


CONSUELO MARSCHALL

113

Das war bis zur Änderung des Staatsangehörigkeitsgesetzes

im Jahre 2007, das EU-Bürgern seither

unter bestimmten Voraussetzungen die doppelte

Staatsbürgerschaft gewährt, nicht möglich.

Zuvor musste man sich für das eine oder andere

Land entscheiden. Das überfordert viele von

uns, denn es ist nun mal alles andere als einfach,

seinen alten Pass und damit gefühlsmäßig eben

auch einen Teil seiner Identität abzugeben. Es

bleibt immer auch ein Teil des Herzens in dem

Land zurück, in dem man geboren ist. Der berühmte

Satz von Goethe „zwei Seelen wohnen,

ach, in meiner Brust“ gilt bestimmt für die allermeisten

Menschen, die ihre Heimat verlassen haben.

Doch es hat sich gelohnt und ich bin heute

meinem verstorbenen Vater dankbar, dass er uns

in dieses Land gebracht hat, insbesondere in diese

Region, wo es uns wirtschaftlich immer gut

ging. Dieser schöne Flecken Erde, auf dem ich

heute leben darf, ist für mich Heimat geworden.

Nicht zuletzt dank der Menschen hier, mit ihrer

hilfsbereiten und herzlichen Art.

Mein Bild von unserem Landkreis besteht also vor allem aus den Menschen, die diesen herrlichen Landstrich

bewohnen. Das sind zum einen unsere Bauern, die mit ihrer harten Arbeit diese Region zu einer

einzigartigen Kulturlandschaft geformt haben. Zum anderen sind es die Oberschwaben im Allgemeinen

mit ihren urschwäbischen Tugenden wie Fleiß, Bodenständigkeit, Zuverlässigkeit und Hilfsbereitschaft,

die diese Gegend zu etwas Besonderem machen. Der wache Geist dieser Menschen ist das Kapital,

das den Landkreis zu dem gemacht hat, was er ist und was ihn auch weiterhin an der Spitze halten

wird. Es sind aber auch die vielen Nationalitäten aus aller Herren Länder, die das Bild unserer Region

bunter und fröhlicher erscheinen lassen. Die Vielfalt der Kulturen und Temperamente sehe ich sowohl

als Bereicherung als auch als Chance für die Zukunft unserer Region.

MEIN BILD VON UNSEREM LANDKREIS BESTEHT

VOR ALLEM AUS DEN MENSCHEN. DIE VIELFALT

DER KULTUREN UND TEMPERAMENTE SEHE ICH

SOWOHL ALS BEREICHERUNG ALS AUCH ALS

CHANCE FÜR DIE ZUKUNFT UNSERER REGION.


114

DR. FRANK MASTIAUX

Weitsicht und zukunftsorientierung

prägen den Landkreis ravensburg

DR. FRANK MASTIAUX

geb. 1964 in Essen I verheiratet I

drei Kinder I Studium und Promotion

im Fach Chemie I seit 1. Oktober

2012 Vorstandsvorsitzender der EnBW

Energie Baden-Württemberg AG

Im Jahr 2013 feierte der Landkreis Ravensburg sein 40-jähriges Bestehen – üblicherweise eine gute

Gelegenheit für eine herkömmliche Glückwunschkarte, etwa mit Anerkennung für 40 Jahre

herausragende Wirtschaftskompetenz, Pioniergeist und gesellschaftliche Verantwortung. Stattdessen

wünscht Landrat Kurt Widmaier einen Ausblick auf die Herausforderungen der Zukunft.

Also „Fakten statt Blumen“ – und diese Ravensburger Grundhaltung erklärt vielleicht auch, warum die

zurückliegenden Jahre so erfolgreich waren. Aber genug der Blumen, jetzt zu den Fakten.

Die Herausforderungen der Energiewende sind allgemein bekannt – nicht nur weil sie mittlerweile

weite Teile der medialen Berichterstattung beherrschen. Erlauben Sie mir dennoch, mit ein paar Datenpunkten

und Fakten das Ausmaß der damit verbundenen Veränderungen zu illustrieren. Zunächst ist

die Energiewende von einem massiven und rapiden Ausbau von erneuerbaren Energien gekennzeichnet.

Mittlerweile stammen rund 23 Prozent der (Brutto-)Stromerzeugung in Deutschland aus erneuerbaren

Energien – dreieinhalb Mal so viel wie noch im Jahr 2000. In der Konsequenz geht der Anteil der

Stromerzeugung aus konventionellen Kraftwerken – dem bisherigen Kerngeschäft der EnBW – spürbar

zurück. Gravierende Veränderungen finden auch in der Wettbewerbslandschaft statt. Vor allem mit den

erneuerbaren Energien drängen neue Wettbewerber in den Markt und deren Marktanteil ist innerhalb

einer Dekade von 30 auf nunmehr 50 Prozent gestiegen.

Als eines der großen Energieversorgungsunternehmen in Deutschland will die EnBW Energie Baden-

Württemberg AG diesen Weg nicht nur mitgehen, sondern ihn vielmehr aktiv, kompetent und verantwortungsbewusst

mitgestalten. „Energiewende. Sicher. Machen.“, so lautet das Leitmotiv für die strategische

Neuausrichtung, mit der das Unternehmen auf die Veränderungen im energiewirtschaftlichen

Umfeld reagiert und sich langfristige Wachstumsoptionen eröffnen will. Dazu werden wir in den kommenden

Jahren Milliardensummen in Umbau und Modernisierung unserer Erzeugung und Infrastruktur

investieren und unser gesamtes Portfolio umbauen. Mit neuen Geschäftsmodellen, umfassenden

Dienstleistungsangeboten und Beteiligungsmöglichkeiten wollen wir der Partner unserer Kunden

werden, für Haushalte wie für Industrie und Kommunen.

Die Veränderungen, die mit der Energiewende einhergehen, haben jedoch jenseits der genannten Zahlen

weit tieferliegende Beweggründe. Die Energiewende ist nicht allein durch das Abrücken von traditionellen

Energieversorgungskonzepten und Verhaltensweisen gekennzeichnet, sie ist auch das Ergebnis

von Paradigmenwechseln, die weit über diesen Wirtschaftssektor hinausgehen. So ist die Energiewende

einerseits als Gestaltungsaufgabe der gesamten Gesellschaft angelegt – aber sie ist auch gekennzeichnet

durch den Wunsch des Einzelnen nach individueller Selbstbestimmung und Einflussnahme,

getrieben durch eine Generation, die andere Orientierungspunkte zur Entscheidungsfindung sucht als

Markenstärke traditioneller Anbieter oder die bisherigen Kanäle von Kommunikation und Werbung.


DR. FRANK MASTIAUX

115

Die Energiewende ist partizipativ angelegt. Sie ist eine Mit-Machen- und Miteinander-Machen Bewegung

und dieses Prinzip ist eine zentrale Grundlage für ihren Erfolg. Energiegenossenschaften, kommunale

Beteiligungsmodelle und autonome Energieversorgungskonzepte sind deshalb integrale

Bestandteile der künftigen Energieversorgung. Und nicht mehr nur – und das ist der entscheidende

Punkt – die traditionellen Energieversorgungsunternehmen.

Technologische Entwicklungen eröffnen im Rahmen der Energiewende unseren Kunden neue, selbst zu

bestimmende Freiräume. Dabei hilft, dass sich Technologie zumeist schneller und sprunghafter entwickelt,

als man es gemeinhin im Vorfeld einschätzt. Das war bei den Herstellungskosten und der Leistungsfähigkeit

von Solarmodulen so, und ich denke, dass so mancher auch die Entwicklungsgeschwindigkeit

bei den Speichern in ähnlicher Weise unterschätzen wird. Noch gravierender dürfte sich der technologische

Fortschritt an der Schnittstelle intelligentes Netz und IT-basierter Kommunikation auswirken.

DIE ENERGIEWENDE

IST PARTIZIPATIV

ANGELEGT. SIE IST

EINE MIT-MACHEN-

UND MITEINANDER-

MACHEN BEWEGUNG

UND DIESES PRINZIP

IST EINE ZENTRALE

GRUNDLAGE FÜR

IHREN ERFOLG.

Smartphone, Computer, Autos oder Haushaltsgeräte, die mit einer eigenen Webadresse ausgestattet

und per Cloud Computing ins Internet eingebunden sind können nun miteinander kommunizieren. Das

so genannte „Internet der Dinge“ kommt. Und es wird den Kunden die Möglichkeit geben mit ihrem

Verbrauchs- und Kommunikationsverhalten die Energiewende mitzubestimmen und dabei ihr Autonomiebedürfnis

mit technologischen Möglichkeiten zu verbinden. Die Kunden werden als Energieerzeuger

damit vom „Consumer“ zunehmend zum „Prosumer“, so das geflügelte Wort.

Und schon in zehn Jahren werden die heutigen Jugendlichen zu Kunden, die durch die rapide Entwicklung

der Kommunikationstechnologie geprägt wurden wie keine andere Generation zuvor. Mit einem

deutlich veränderten Bedürfnis- und Handlungsprofil und Produkte nachfragend, die rationale und

emotionale Faktoren gleichermaßen abdecken können.

Was tun? Kommune und Energieversorger tragen mit der Energiewende eine gemeinsame Verantwortung

für den Wirtschafts- und Energiestandort Baden-Württemberg. Und ich denke, wir können hier in Teilen


116 DR. FRANK MASTIAUX


DR. FRANK MASTIAUX

117

für den Wirtschaftsstandort Deutschland vorbildlich handeln, wenn wir uns vor allem neuen Möglichkeiten

des Miteinanders öffnen, wie zum Beispiel:

• Versorgungssicherheit durch Kooperation und Zusammenarbeit in Netzgesellschaften und dem

nachhaltigem Ausbau erneuerbarer Energien

• Kosteneffizienz bei Investitionen und Investitionspartnerschaften wie schon bei unserem Offshore-

Windpark in der Ostsee EnBW Baltic 1

Zukunftsfähigkeit durch technische Weiterentwicklung der Steuerung von Erzeugung, Verteilung und

Verbrauch von Strom

• Zusammenarbeit bei Forschungs- und Entwicklungsprojekten wie zum Beispiel der Elektromobilität

• und auch die gemeinsame Entwicklung von nachhaltigen Städten.

Die starken Wurzeln im Heimatmarkt Baden-Württemberg prägen die EnBW bis heute. Das Unternehmen

weiß, dass die Energie- und Wasserversorgung wichtige Elemente der kommunalen Daseinsvorsorge

sind. Deshalb geht die EnBW damit verantwortungsbewusst um, stärkt ihre Partner und entwickelt faire

Partnerschaftsmodelle. Ein Beispiel für ein solches Projekt ist das Modell „Nachhaltige Stadt“, das Kommunen

auf ihrem Weg in eine nachhaltige Energieversorgung begleitet. Leutkirch im Allgäu war übrigens

die erste Nachhaltige Stadt in Baden-Württemberg, auch das ein Beleg für die Zukunftsorientiertheit des

Landkreis Ravensburg. Die Entwicklung der Nachhaltigen Stadt ist in hohem Maße ein Infrastruktur-Projekt.

Aus einer detaillierten Bilanzierung des Ist-Zustands – etwa mittels Klima- und Energiebilanzen ergeben

sich Ansatzpunkte zum Handeln: Optionen für den Aufbau erneuerbarer Energieerzeugungs-

Kapazitäten, Einsparchancen durch Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen, Möglichkeiten, den

privaten und öffentlichen Verkehr umweltverträglicher zu machen, Ideen zur gezielten Quartiersentwicklung.

Doch das ist nur die eine – die technische Seite – der Medaille. Denn die Nachhaltige Stadt besitzt

auch eine gesellschaftliche Dimension: Sie ist ein Bürgerprojekt, in das sich jeder einbringen kann

und in dem viele Verantwortung übernehmen – vom interessierten Einzelnen bis hin zur Umweltinitiative

und zum regionalen Unternehmen. Am Ende stehen Maßnahmen, die von einem breiten Konsens getragen

sind, sich ökonomisch solide umsetzen lassen und auch die regionale Wirtschaftskraft stärken.

Ökologie braucht Ökonomie: Auch so lautet ein wesentlicher Grundsatz der Energiewende.

Ich wünsche dem Landkreis Ravensburg für die Zukunft, dass er neben allem anderen Positivem auch

seine Weitsicht und Zukunftsorientierung behält. Denn schon damals, als im Jahre 1909 die Oberämter

Ravensburg, Wangen und Tettnang im Konzerthaus die Oberschwäbischen Elektrizitätswerke (OEW)

gründeten, einte sie die Erkenntnis: Nur im Verbund können Synergien gehoben, Wissen geteilt und

Finanzierungen gestemmt werden. Diese Ravensburger Einsicht ist aktueller denn je und sie dient auch

unserer EnBW als Wegweiser in die Zukunft.

DIE ENTWICKLUNG DER NACHHALTIGEN STADT IST IN HOHEM

MASSE EIN INFRASTRUKTUR-PROJEKT. AUS EINER BILANZIERUNG

DES IST-ZUSTANDS ERGEBEN SICH ANSATZPUNKTE ZUM HANDELN:

OPTIONEN FÜR DEN AUFBAU ERNEUERBARER ENERGIEERZEUGUNGS-

KAPAZITÄTEN, EINSPARCHANCEN DURCH MODERNISIERUNGS-

MASSNAHMEN, MÖGLICHKEITEN, DEN PRIVATEN UND ÖFFENT-

LICHEN VERKEHR UMWELTVERTRÄGLICHER ZU MACHEN.


220 BILDNACHWEIS

Übersicht der Pr-bildbeiträge

Wir danken den folgenden Firmen, Einrichtungen und Verbänden, die mit ihren

Beiträgen das Zustandekommen dieses Buches möglich gemacht haben.

Gemeinde Amtzell

www.amtzell.de 32

Bodensee-Oberschwaben-Bahn GmbH & Co. KG

www.bob-fn.de 48

Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbundgesellschaft mbH

www.bodo.de 49

BW-Bank Ravensburg

www.bw-bank.de 188

Carthago Reisemobilbau GmbH

www.carthago.com 214

DiPers GmbH

www.dipers.de 65

Drebo Werkzeugmaschinenfabrik GmbH

www.drebo.de 90

Duale Hochschule Baden-Württemberg Ravensburg

www.dhbw-ravensburg.de 64

Gemeinde Ebersbach-Musbach

www.ebersbach-musbach.de 50

EBZ Gruppe

www.ebz-group.com 66

ENBW Energie Baden-Württemberg AG

www.enbw.com 80

Energieagentur Ravensburg gGmbH

www.energieagentur-ravensburg.de 82

Verbindungselemente Engel GmbH

www.schrauben-engel.de 92

Föhr Event Hangar GmbH /

Föhr Event-Catering & Service GmbH

www.foehr-gastronomie.de 202

Franziskanerinnen von Reute e. V.

www.kloster-reute.de 107

FrigorTec GmbH

www.frigortec.com 108

Hoftheater GmbH

www.hoftheater.org 161

Karl-Gruppe

www.karl-gruppe.de 142

Kreissparkasse Ravensburg

www.kreissparkasse-ravensburg.de 122

Mineralbrunnen Krumbach GmbH

www.krumbach-mineralwasser.de 175

Oberschwabenklinik GmbH

www.oberschwabenklinik.de 124

PEKANA Naturheilmittel GmbH

www.pekana.de 144

Ravensburger AG

www.ravensburger.de 154

Ribo Reinigungs- und Gebäudeservice GmbH

www.ribo-gmbh.de 143

Thüga Energienetze GmbH

www.thuega-energienetze.de 157

Vetter Pharma Fertigung GmbH & Co KG

www.vetter-pharma.de 156

Volksbank Weingarten eG

www.voba-weingarten.de 219

WALDNER Firmengruppe

www.waldner.de 174

Versandhaus Walz GmbH

www.walz.de 186

WEBO Werkzeugbau Oberschwaben GmbH

www.webo.de.com 91

Weizenegger GmbH

www.weizenegger.de 34

WiR – Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft

Landkreis Ravensburg mbH

www.wir-rv.de 176

Wirtschaftsmuseum Ravensburg

www.wirtschaftsmuseum-ravensburg.de 203

zebris Medical GmbH

www.zebris.de 106

Zieglersche Anstalten e. V.

www.zieglersche.de 55

Zoller + Fröhlich GmbH

www.zofre.de, www.zf-laser.com 204

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