pro aurum Magazin 3/2017

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MARKTBERICHT

ab, doch für meinen Geschmack ist die Luft

für den Euro nach oben mittlerweile ziemlich

dünn geworden. Mir scheint auf dem

aktuellen Kursniveau sehr viel bereits eingepreist

zu sein.“ Hartmann geht deshalb

davon aus, dass sich der Euro noch längere

Zeit innerhalb einer Spanne von 1,10 und

1,20 Dollar seitwärts bewegen wird. Goldanleger

sollten sich nicht zu sehr grämen,

dass der Goldpreis in Euro gerechnet seit

dem Jahreswechsel nicht so recht in Fahrt

kam. Trotz der in diesem Jahr zu beobachtenden

Underperformance von über zehn

Prozentpunkten ändert dies – Eurostärke

hin, Eurostärke her – nichts daran, einen

Teil des liquiden Vermögens als Versicherungsschutz

in Gold zu investieren. Edelmetallexperte

Hartmann gibt diesbezüglich

folgenden Rat und sagt: „Seit Jahren

empfehlen wir eine Goldquote von 15 bis

20 Prozent des Gesamtvermögens und

fühlen uns damit ausgesprochen wohl.“

Inflation an Krisenherden

Eines ist 2017 besonders auffällig: Die Lösung

zahlreicher geopolitischer Krisenherde

bleibt weiterhin aus. Afghanistan, Irak,

Jemen, Katar, Libyen, Mali, Nigeria, Nordkorea,

Ostukraine, Somalia oder Syrien

– die Liste der Krisengebiete will einfach

nicht schrumpfen. Es sieht aber so aus,

als ob sich Anleger davon nur noch in geringem

Maße verunsichern lassen. Selbst

die atomaren Provokationen Nordkoreas

lösen offensichtlich keine nachhaltige Kapitalflucht

in den Krisenschutz Gold aus.

Analysten von Goldman Sachs attestierten

Anfang September sogar, dass nicht Nordkorea,

sondern die chaotische Politik von

US-Präsident Donald Trump für die Goldpreisrally

auf in der Spitze 1.350 Dollar

verantwortlich gewesen sei.

An den Aktienmärkten scheint das Vertrauen

der Anleger trotz der seit über acht

Jahre andauernden Hausse und Indexständen

nahe am Rekordniveau weiterhin

unerschütterlich zu sein. Robert Hartmann

stellt sich dabei vor allem eine Frage: Sind

die Amerikaner jetzt zuversichtlich und

optimistisch, was die Zukunft angeht,

oder einfach nur sorglos? Nun – in den

kommenden Monaten dürften wir dies-

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