pro aurum Magazin 3/2017

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MARKTBERICHT

bezüglich klarer sehen. Edelmetallprofi

Hartmann geht davon aus, dass die Lage

an den Aktienmärkten mittelfristig eher zu

optimistisch eingeschätzt wird. Das Geld

der Investoren, welches in diesem Jahr

vermehrt in die recht reifen Aktienmärkte

floss, fehlt natürlich an anderen Märkten –

zum Beispiel bei Edelmetallen. Dies könne

sich bei entsprechenden Aktienkurseinbrüchen

aber wieder sehr schnell ändern.

US-Amerikaner haben keine

Lust auf Goldmünzen

Besonders auffällig: In den Sommermonaten

fiel in den USA die Nachfrage nach

physischem Gold und Silber relativ bescheiden

aus. Von ausgewählten US-Edelmetallhändlern

hat pro aurum regelmäßig

gängige Goldmünzen älterer Jahrgänge

erworben. Offensichtlich trennten sich

US-Anleger im größeren Stil von diesen

Münzen. Dies bescherte der US Mint bei

der Neuproduktion von Goldmünzen American

Eagle und Buffalo einen regelrechten

Einbruch. Weil der Sekundärmarkt in den

USA einen Großteil der Nachfrage bedienen

konnte, mussten deutlich weniger

neue Münzen geprägt werden als in den

Jahren zuvor. So brachen in den ersten elf

Monaten allein die American-Eagles-Auslieferungen

von 956.000 Feinunzen (Jan.

bis Nov. 2016) auf 255.500 Feinunzen

(Jan. bis Nov. 2017) um über 73 Prozent

ein. Damit droht auf Gesamtjahressicht

der geringste Absatz seit zehn Jahren. Übrigens:

Im Vorjahr beliefen sich die Verkäufe

noch auf 985.000 Feinunzen und in den

Jahren 2009 bis 2011 wurden sogar Verkäufe

zwischen 1,00 Millionen und 1,435

Million Feinunzen registriert.

Notenbanken generieren

Rückenwind

Notenbanken liefern den Anlegern weiterhin

die wichtigsten Argumente, dass

ein Investment in Gold Sinn macht. Wenn

eine Währung wie der Euro auf der einen

Seite aufgrund extrem niedriger Kreditzinsen

kaum noch etwas kostet und Sparern

auf der anderen Seite lediglich eine unter

der Inflation liegende Rendite bietet, sollten

Zweifel an der dauerhaften Werthaltigkeit

des Zahlungsmittels die logische

Konsequenz sein. Explodierende Geldmengen

und Schuldenstände gelten zwar als

Hauptargumente für Investments in Sachwerte

wie Aktien, Immobilien und Edelmetalle,

sind aber nicht die einzigen.

Seit 2010 fungieren Notenbanken per Saldo

als Nettokäufer von Gold. In den 20

Jahren zuvor sind sie vor allem durch ihre

massiven Goldverkäufe in Erscheinung getreten.

Während die Fed und die Bundesbank

mit über 8.100 bzw. 3.300 Tonnen

als weltgrößte Goldverwalter gegenwärtig

keine Zukäufe tätigen, machen sich vor allem

diverse Zentralbanken außerhalb der

drei wichtigsten Währungsräume Dollar,

Euro und Yen Sorgen um ihre Fremdwährungsreserven.

Vor allem in Russland und

in China versucht man die Abhängigkeit

von der Weltleitwährung Dollar zu reduzieren

und stockt deshalb die Goldbestände

Jahr für Jahr auf. Das Hauptargument lautet:

Risikodiversifikation. Alan Greenspan,

der ehemalige Chef der US-Notenbank Fed

(1987 bis 2006), bezeichnete Gold in einem

im Februar veröffentlichten Interview

mittlerweile sogar als „ultimative Versicherungspolice“.

Gold eigne sich nicht für

kurzfristige Gewinne, sondern zum langfristigen

Vermögensschutz. Während seiner

Amtszeit waren solche Töne von dem

heute 91-Jährigen eher nicht zu hören.

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