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SPORTaktiv Dezember 2017

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DEZ/JÄN <strong>2017</strong>/18<br />

ÖSTERREICHS GRÖSSTES AKTIVSPORT-MAGAZIN<br />

ANDI<br />

GOLDBERGER<br />

ÜBERS JUNGLBEIBEN<br />

GRAVEL<br />

VS.<br />

FAT<br />

DUELL DER<br />

WINTERBIKES<br />

RAUS IN DEN WINTER<br />

ON THE<br />

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FOTO: LÖFFLER, ÖSTERREICHISCHE POST AG, MZ 03Z034992M, RETOUREN AN POSTFACH 100, 1350 WIEN<br />

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Die internationale Rennserie<br />

im alpinen Gelände<br />

6 RENNEN 3 LÄNDER 1 WERTUNG<br />

Neue internationale Rennserie im Skibergsteigen<br />

Österreich Deutschland Italien<br />

HOCHKÖNIG<br />

ERZTROPHY<br />

Mühlbach am Hochkönig<br />

und Bischofshofen<br />

Samstag 3.2.2018<br />

ISMF Series Vertical<br />

Sonntag 4.2.2018<br />

ISMF Series Individual<br />

JENNERSTIER<br />

Berchtesgaden<br />

Samstag 17.2.2018<br />

Deutsche Meisterschaft<br />

Vertical<br />

Sonntag 18.2.2018<br />

Deutsche Meisterschaft<br />

Individual<br />

MARMOTTA<br />

TROPHY<br />

Martelltal<br />

Samstag 10.3.2019<br />

Sprint<br />

Sonntag 11.3.2018<br />

Coppa d‘Italia<br />

Individual<br />

Alle Rennen nach ISMF-Reglement und<br />

mit gemeinsamer Cupwertung<br />

Bild: Marco Kost<br />

2 <strong>SPORTaktiv</strong>


EDITORIAL<br />

CHRISTOF DOMENIG<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-Chefredakteur<br />

christof.domenig@styria.com<br />

DIE GUTEN<br />

VORSÄTZE<br />

Schon wieder ein Jahr vorbei! Schon wieder ein Jahr älter! Wie wär’s da<br />

mit dem Neujahrsvorsatz: „Jung bleiben“?<br />

Dem „Jungbrunnen Sport“, wie es oft einfach dahergesagt wird, haben<br />

wir uns in dieser Ausgabe anzunähern versucht. Gleich in mehreren Geschichten.<br />

Einmal im Interview mit Ex-Skispringer Andi Goldberger (ab<br />

S. 16). Nicht nur, weil der „Goldi“ mit 45 und als zweifacher Papa immer<br />

noch unverschämt jugendlich ausschaut, sondern vor allem, weil er heute<br />

ein fantastischer Hobby-Ausdauersportler ist. Zweitens sehen wir uns an,<br />

was die Wissenschaft jüngst Interessantes über den Zusammenhang von<br />

Sport und biologischem Alter herausgefunden hat (ab S. 24). Wir beschäftigen<br />

uns mit Faszientraining – zweifellos auch ein faszinierender Jungbrunnen<br />

(ab S. 28). Und weil ja auch Kälte konserviert, haben wir den<br />

Eisschwimmer Josef Köberl – unter anderem – danach gefragt, ob seine<br />

ganz spezielle Sportart denn eigentlich auch jung hält (ab S. 32).<br />

Sven Kueenle<br />

German freeskier<br />

and CEP Pro<br />

COMPRESSION<br />

KEEPS YOU<br />

WARM<br />

Okay. Aber warum so kompliziert? „2018 wird dein Jahr! 10 Jahre jünger<br />

in 10 Schritten“, klingt doch viel besser. Dazu eine flotte Story mit zehn<br />

schnellen Tipps ... – Weshalb es so eine Geschichte bei uns nicht gibt:<br />

Weil sie nicht besser als die beliebte „In sechs Wochen zur Bikinifigur“<br />

wäre. Einfache Wahrheiten sind immer Halbwahrheiten – wenn überhaupt.<br />

Wir aber wollen unseren Lesern nicht mit Halbwahrheiten zum<br />

gesunden, fitten, freudvollen, sportlichen Leben helfen. Sondern dabei,<br />

ihren eigenen Weg dorthin zu finden.<br />

True<br />

COMPRESSION<br />

since 1951<br />

Ski Merino Socks<br />

Coverfoto: Löffler; Foto: Thomas Polzer<br />

Wer aber dennoch einen konkreten Tipp zum Jungbleiben sucht: Nichts<br />

hilft besser als regelmäßiger Sport. Im Detail nachzulesen ab Seite 24.<br />

VERTRIEB ÖSTERREICH<br />

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nuovoline.at | Foto: maxmeissner.de<br />

INHALT<br />

TOP-STORY<br />

FIT<br />

16 OLDIE BUT GOLDI<br />

Andi Goldberger als leidenschaftlicher Freizeitsportler<br />

24 FOREVER YOUNG<br />

Wie die Wissenschaft den Jungbrunnen Sport sieht<br />

30 MACH DICH LOCKER<br />

Wie Faszientraining die Beweglichkeit verbessert<br />

32 DER MANN AUS DEM EIS<br />

Josef Köberl schwimmt am liebsten bei Minusgraden<br />

38 „TASTY“: DAS SPORTLICHE REZEPT<br />

Diesmal: Shakshuka<br />

POWERED BY RUNTASTIC<br />

RUN<br />

44 MACH ES WIE DIE KÄNGURUS<br />

Mit reaktivem Training zum besseren Läufer werden<br />

48 RUNNING MAN AUS ROHRBACH<br />

Warum Philipp Grill seit vier Jahren täglich läuft<br />

56 ALTSTADT, STRAND UND MARATHON<br />

<strong>SPORTaktiv</strong> live dabei beim Mallorca-Marathon<br />

LANGLAUF-SPECIAL<br />

64 FIT FÜR DEN GLEITSCHRITT<br />

Technik-Tipps von ÖSV-Langläuferin Lisa Unterweger<br />

70 LEBEN FÜR DEN NORDIC SPIRIT<br />

Was Volkslangläufe so faszinierend macht<br />

BIKE<br />

92 FATBIKE VERSUS GRAVELBIKE<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-Test: Welches ist das bessere Winterbike?<br />

96 TOUR DE FRANCE IM WOHNZIMMER<br />

Wie man auf der Walze gegen Freunde und Profis fahren kann<br />

TOURENRUCKSACK<br />

THIRTY 30 L<br />

104 DIE BÄREN SIND LOS<br />

Drei Kärntner bringen eine neue E-Bike-Marke an den Start<br />

STEIGEISEN<br />

MOUNT TRACK<br />

NEW<br />

SKITOURENSTÖCKE<br />

CARBONLOCK<br />

32<br />

stubai-sports.com


Mit dem<br />

WIFI Steiermark<br />

zum Traumjob<br />

48<br />

Fotos: liana.at, Josef Köberl<br />

TRIATHLON<br />

108 ALOHA HAWAII<br />

Die Ironman-WM als Erfüllung eines Lebenstraums<br />

OUTDOOR<br />

114 FRÜHES TOURENGLÜCK<br />

Zehn ideale Skitouren für den Saisonstart<br />

120 15 ENTSCHEIDENDE MINUTEN<br />

Eindrücke vom 2. Internationalen Lawinensymposium<br />

126 DIE SKIPISTE ALS BEGEGNUNGSZONE<br />

Skiführer Klaus Kranebitter über Pistentouren<br />

130 BEWEGENDE BEWEGERIN<br />

Petra Thaller ermuntert Menschen mit Krebs zum Sport<br />

134 LASS DICH NICHT HÄNGEN<br />

Eisklettern und Hallenklettern: Was passt für wen?<br />

144 AUFI MUASS I<br />

Die Streif von unten nach oben: Erlebnis Vertical up<br />

152 AUF GROSSEM FUSS<br />

Materialcheck: Schneeschuhe<br />

Mit ausführlicher Beschreibung unseres Angebots:<br />

• Diplomlehrgang Schwimmtrainer<br />

• Diplomlehrgang Entspannungs- und Achtsamkeitstrainer<br />

• Diplomlehrgang Fitnesstrainer<br />

• Diplomlehrgänge Mentales Training<br />

• Grundlehrgang Gesundheit & Sport<br />

• Diplomlehrgang Kindergesundheitstrainer<br />

• Diplomlehrgang Wirbelsäulen- & Beckenbodentrainer<br />

• Diplomlehrgang Pilatestrainer<br />

• Diplomlehrgang Seniorenaktivtrainer<br />

• Grundlehrgang Weight Management<br />

• Mentale Stärke und Regeneration | EFT<br />

• Sporternährung<br />

Broschüre kostenlos anfordern:<br />

0316 602-1234<br />

www.stmk.wifi.at/aktiv


AUF DER<br />

SONNENSEITE<br />

DES LEBENS<br />

300 Sonnentage im Jahr!<br />

Das erfreut in der Region um<br />

den Kalterer See viele, höher<br />

schlägt da vor allem das Herz<br />

der Radfahrer. Rund um<br />

die Weinbauorte Tramin,<br />

Kurtatsch, Kurtinig und<br />

Margreid erstreckt sich die<br />

Genussregion der<br />

Südtiroler Weinstraße.<br />

Sie lockt auch mit herrlichen<br />

Tourenmöglichkeiten und<br />

Top-Hotels für Rennradfahrer.<br />

Ausdauertraining im<br />

breiten, flachen Etschtal oder<br />

sportliche Herausforderung<br />

am Mendel- und Gampenpass<br />

– im südlichsten Teil<br />

Südtirols kommen Roadbiker<br />

von März bis November voll<br />

auf ihre Kosten.<br />

roadbike-holidays.com<br />

tramin.com/bike<br />

suedtiroler-unterland.it<br />

Foto: Andreas Meyer<br />

6 <strong>SPORTaktiv</strong>


WELCOME<br />

HOME BEI<br />

FALKENSTEINER<br />

Viele Gesichter hat Weihnachten<br />

bei Falkensteiner. Du liebst es<br />

sportlich aktiv? Du kannst es<br />

gar nicht mehr erwarten, die<br />

ersten Schwünge auf der Piste zu<br />

ziehen? Traditionell im Kreis der<br />

Familie mit Schnee und Kaminfeuer<br />

– oder vielleicht mal ganz<br />

was anderes? Entspannt seine<br />

Längen im angenehm temperierten<br />

Pool ziehen, Spaziergänge<br />

am Meer mit den Füßen im<br />

Sand? Was immer dein Herz<br />

begehrt – mit Falkensteiner verbringst<br />

du die gesamte Adventzeit<br />

und den Start ins neue Jahr<br />

genau nach deinem Geschmack.<br />

Lass dich überraschen. Welcome<br />

home!<br />

Noch auf der Suche nach dem<br />

idealen Geschenk? Tipp: Jetzt<br />

Falkensteiner-Hotel-Gutscheine<br />

verschenken und zwischen<br />

7. und 17. <strong>Dezember</strong><br />

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www.falkensteiner.com<br />

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FMTG Services GmbH<br />

Columbusplatz 7-8<br />

A-1100 Wien<br />

FN 304169 h, FB-Gericht: Wien<br />

Foto: Falkensteiner Hotels and Residences<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

9


SCHNELL MIT<br />

DEM RAD<br />

NACH RABAC<br />

Spitzenwege finden Biker<br />

entlang der Küsten wie im<br />

grünen hügeligen Bergland.<br />

Die kroatische Halbinsel<br />

Istrien ist mit mehr als<br />

100 markierten Radwegen<br />

verschiedener Schwierigkeitsgrade<br />

und Untergründe ein<br />

ideales Ganzjahres-Reiseziel<br />

für Radbegeisterte.<br />

Dort wiederum ist das<br />

Valamar Girandella Resort in<br />

Rabac einen Biker-Tipp wert.<br />

Für E- und Trekkingbiker,<br />

für Tourenradfahrer, Mountainbiker<br />

und Rennradfahrer.<br />

Viele spezielle Serviceangebote<br />

bietet das Bike Center<br />

Rabac, das im Valamar<br />

Girandella Resort angesiedelt<br />

ist. Dort kann man auch<br />

geführte Touren ganz<br />

einfach buchen.<br />

www.valamar.com<br />

Foto: Valamar Resorts<br />

10 <strong>SPORTaktiv</strong>


NAMASTE<br />

AM<br />

WÖRTHERSEE<br />

Winterzeit ist die Zeit, um<br />

Körper, Geist und Seele zu<br />

pflegen. Yoga ist perfekt<br />

dafür! Der Winter ist aber<br />

auch der Zeitpunkt, um das<br />

nächste Sportjahr zu planen –<br />

und da passt dieser Hinweis:<br />

Von 15. bis 17. Juni wird<br />

Pörtschach am Wörthersee<br />

wieder zum Yoga-Hotspot.<br />

Ein internationales Line-up<br />

und abwechslungsreiche<br />

Yogaklassen locken Yoginis<br />

und Yogis aus vielen Ländern<br />

an traumhafte Kraftplätze<br />

direkt am See. Schon bei<br />

der Premiere <strong>2017</strong> hat sich<br />

das Namaste-Festival zu<br />

einem Klassiker entwickelt.<br />

Für 2018 sind wieder einige<br />

Überraschungen geplant.<br />

yoga.woerthersee.com<br />

Foto: Ulrike Reinhold<br />

12 <strong>SPORTaktiv</strong>


18. BIS 21. JÄNNER<br />

44. DOLOMITENLAUF LIENZ<br />

Das lange Dolomitenlauf-Wochenende<br />

beginnt am Donnerstag mit<br />

dem Romantiklauf Lavant und<br />

endet am Sonntag mit dem 60-<br />

km-Dolomitenlauf. Rund um Lienz<br />

gilt für Skater und klassische Langläufer<br />

ebenso wie für Jung und Alt:<br />

„Jeder ein Sieger über sich selbst.“<br />

www.dolomitensport.at<br />

13. BIS 14. JÄNNER<br />

FIS SKI WELTCUP IN<br />

BAD KLEINKIRCHHEIM<br />

Der Damen-Weltcup-Tross macht<br />

in den Kärntner Nockbergen Halt:<br />

Auf der Franz-Klammer-Piste<br />

matcht sich die Speed-Elite in Abfahrt<br />

und Super-G. Tipp: Ski einpacken,<br />

und die 103 km Pisten auch<br />

selber unter die Bretter nehmen.<br />

www.badkleinkirchheim.com<br />

TOP<br />

EVENTS<br />

DEZEMBER | JÄNNER | FEBRUAR<br />

13. JÄNNER<br />

GLOCKNER FREERIDE OPEN<br />

Steile Cliffs, weite Jumps,<br />

feinster Powder: Das Großglockner<br />

Freeride Open ist<br />

ein 2*-Freeride World Tour-<br />

Qualifier-Rennen. Pulverschnee-Enthusiasten<br />

kämpfen<br />

um Plätze und Punkte.<br />

www.glockner<br />

freerideopen.com<br />

15. DEZEMBER<br />

HANS-PETER-GRILL-RENNEN<br />

Der USC Mariapfarr-Weißpriach<br />

lädt zum Hans-Peter-Grill-Gedenkrennen<br />

auf den Fanningberg.<br />

Der Erlös dieses Riesentorlaufs<br />

mit diversen Rennklassen und<br />

einer Genießerklasse kommt der<br />

Familie Grill zugute. Mitfahren,<br />

guten Zweck unterstützen!<br />

www.uscmariapfarr.at<br />

12. JÄNNER<br />

20. MOUNTAIN ATTACK<br />

Der legendäre abendliche Tourenski-Ansturm<br />

auf die Saalbacher Berge<br />

feiert 20-jähriges Jubiläum. Beim<br />

Marathon warten sechs Gipfel,<br />

3008 Höhenmeter und 40 Kilometer.<br />

Auch auf den weiteren angebotenen<br />

Strecken wird niemand über<br />

Unterforderung klagen.<br />

www.mountain-attack.at<br />

14 <strong>SPORTaktiv</strong>


26./27. JÄNNER<br />

STEIRALAUF<br />

In Bad Mitterndorf im<br />

Ausseerland, am Fuß des<br />

Grimmings, findet der Volkslanglauf<br />

zum 39. Mal statt.<br />

Die Ausdauerndsten wählen<br />

50 km Skating oder 30 km<br />

klassisch. Neu: Der Dirndl-<br />

Steiralauf über 10 km, der (logisch)<br />

nur für die Damen ist.<br />

www.steiralauf.at<br />

10. FEBRUAR|<br />

MARMOT EVOLUTION RACE|<br />

Im Tiroler Wipptal, in Gries<br />

am Brenner, startet das Marmot<br />

Evolution Race. Auf Tourenskiern<br />

sind 934 Höhenmeter<br />

bis zum Gipfel des Sattelbergs<br />

(2115 m) zurückzulegen. Als<br />

kürzere Alternative geht es bis<br />

zur Sattelbergalm, wo nach dem<br />

Rennen auch gefeiert wird.<br />

www.sc-griesambrenner.at<br />

8. BIS 11. MÄRZ|<br />

PITZTAL WILD FACE|<br />

Das wilde Rennen auf dem<br />

Pitztaler Gletscher hat den Status<br />

eines Freeride World Tour-Qualifiers<br />

und ist doch ganz speziell:<br />

Bei dem Tiefschneerennen vom<br />

Mittagskogel geht es nur um die<br />

schnellste Zeit. Anmeldung: 22.<br />

Jänner bis 8. Februar über die<br />

Website der Freeride World Tour!<br />

www.freerideworldtour.com<br />

Fotos: Veranstalter, iStock<br />

26. JÄNNER BIS 4. FEBRUAR|<br />

AUF SCHNEESCHUHEN DURCHS MURTAL|<br />

Zehn Tage lang dreht sich im<br />

steirischen Murtal alles ums<br />

Schneeschuhwandern. Geboten<br />

wird ein umfangreiches Programm,<br />

bei dem es mit Experten<br />

durch die Berge der Seckauer<br />

und Seetaler Alpen, der Stubalpe<br />

und der Wölzer Tauern geht.<br />

www.murtal.at<br />

7. BIS 10. DEZEMBER<br />

BIATHLON-WELTCUP HOCHFILZEN<br />

Im Februar fand die dritte Biathlon-WM<br />

in Hochfilzen statt – jetzt<br />

gastiert wieder die Weltelite dort. Der<br />

Weltcup ist die Gelegenheit, spannende<br />

Wettkämpfe zu erleben – und das<br />

nordische Angebot im Tiroler Pillerseetal<br />

auch aktiv kennenzulernen.<br />

www.kitzbueheler-alpen.com/de/<br />

pillerseetal<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

15


A<br />

ndi, wie ist das Gefühl heute, wenn<br />

du mit 45 mit Helmkamera auf dem<br />

Zitterbalken sitzt? Was hat sich da<br />

verändert?<br />

Also sicher einmal der Anlauf. Ich bin<br />

aufgeregt, aber nicht ängstlich. Ich muss<br />

ja keinen Schanzenrekord mehr springen.<br />

Dafür bin ich voll konzentriert,<br />

weil mir die Routine fehlt. Und ich will<br />

gescheit runterkommen und eine ordentliche<br />

Weite erzielen, damit die Fernsehzuschauer<br />

auch was davon haben.<br />

Wenn es gut geht, denk ich mir immer,<br />

was für eine unglaublich lässige Sache<br />

das ist. Skispringen kann ja nicht jeder.<br />

Darum möchte ich es auch machen, solange<br />

es geht.<br />

Klingt, als wärst du süchtig nach dem<br />

Skispringen ...<br />

Süchtig, hmmm. Süchtig würde ich<br />

nicht sagen. Ich würde es schon schaffen,<br />

nicht mehr zu springen. Aber es ist<br />

einfach ein Traum. Auch, weil das nicht<br />

jeder einfach so machen kann. Das ist<br />

schon ein Privileg.<br />

Wie trainierst du eigentlich heute<br />

noch das Skispringen? Eine Disziplin,<br />

in der es keinen Breitensport gibt.<br />

Ich schau, wann und wo Nachwuchsathleten<br />

oder Frauen oder andere Kader<br />

trainieren und frag beim Trainer an, ob<br />

ich mittrainieren kann. Einfach zu einer<br />

Schanze fahren und sagen: „Da bin ich“,<br />

geht natürlich nicht. Die ersten zwei,<br />

drei Sprünge sind zach, aber danach<br />

geht es und ich frage mich dann oft,<br />

warum ich so lange nicht gesprungen<br />

bin, wo es so ein genialer Sport ist. Wie<br />

die Aktiven fange ich im Sommer auf<br />

den Matten an und komme in der Vorbereitung<br />

auf 50 bis 80 Sprünge. Das ist<br />

wenig. Als Aktiver hast du im Sommer<br />

zwischen 300 und 500 Sprünge.<br />

Mit dem Springen alleine ist es aber<br />

nicht getan, oder?<br />

Nein, du musst schon andere Sachen<br />

machen, damit du springen kannst. Ba-<br />

AUF DEM PAPIER IST ANDI<br />

GOLDBERGER 45 JAHRE ALT.<br />

IM LEBEN SPRÜHT DER EWIGE<br />

LAUSBUB VOR ENERGIE.<br />

SEIN ZAUBERTRANK FÜRS JUNG-<br />

BLEIBEN: SPORT, AM BESTEN<br />

TÄGLICH VERABREICHT.<br />

INTERVIEW: KLAUS MOLIDOR<br />

OLDIE<br />

BUT<br />

GOLDI<br />

16 <strong>SPORTaktiv</strong>


Foto: Red Bull Content Pool<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

17


lance, Rumpfstabilität, Koordination –<br />

das sind ganz wichtige Dinge. Die muss<br />

ich trainieren. Aber Gott sei Dank nicht<br />

mehr nach Plan, sondern nach Gefühl.<br />

Wenn ich am Wippbrettl stehe, tue ich<br />

das so lange, bis es gut funktioniert und<br />

nicht 3 x 15 Sekunden oder so. Schnellkraft<br />

und Sprungkraft brauch ich auch<br />

nicht mehr so wie früher. Das trainiere<br />

ich auch nicht so gerne – weil es ein<br />

bissl weh tut (lacht).<br />

Dabei könntest du am Sofa sitzen und<br />

müsstest gar nicht mehr trainieren.<br />

Das geht nicht. Wenn ich zwei, drei<br />

Tage keinen Sport mache, werde ich<br />

unrund. Da fühle ich mich nicht wohl.<br />

Spätestens dann sagt meine Frau: Magst<br />

net trainieren gehen? Sport gehört einfach<br />

dazu, er hält mich fit und jung.<br />

Und das gelingt ihm ganz gut, wie man<br />

sieht ...<br />

Gerade die Gymnastik, die ich fürs<br />

Springen machen muss, die koordinativen<br />

Geschichten halten mich beweglicher,<br />

geschmeidiger. Mit 45 bist du<br />

einfach nicht mehr wie mit 20. Das<br />

muss man akzeptieren und das Training<br />

„MIT 45 IST MAN NICHT MEHR<br />

WIE MIT 20 BEISAMMEN. DU<br />

BRAUCHST LÄNGERE PAUSEN,<br />

LERNST DAFÜR, AUF DEINEN<br />

KÖRPER ZU HÖREN.“<br />

und die Erholungsphasen dem Alter<br />

anpassen. Aber wenn man sich bewegt,<br />

fühlt man sich im Alltag auch besser.<br />

Sport regt den Kreislauf an und du bist<br />

wacher. Egal, was du machst. Und Koordinationsübungen<br />

halten dich auch<br />

geistig frisch.<br />

Heute fährst du ja auch Mountainbikerennen,<br />

oder warst 10 Mal als Läufer<br />

beim Dolomitenmann dabei ...<br />

Das Schöne ist: Heute kann ich so viele<br />

verschiedene Dinge machen. Das Springen<br />

alleine war doch eher monoton.<br />

Das ist aber logisch, wenn du von Wettkampf<br />

zu Wettkampf unterwegs bist. Ich<br />

liebe Tennis und Squash, auch wenn ich<br />

es nicht so gut kann. Das Schnelle taugt<br />

mir. Und auch das Gegenteil. Mountainbiken<br />

– die runde Bewegung in der<br />

Natur, abseits der Autos. Du schindest<br />

dich einen Berg rauf und dann kannst<br />

runterbrettern, das taugt mir extrem. Ich<br />

gehe aber auch gerne Langlaufen und<br />

Skaten – das ist ein super Training für<br />

die Balance.<br />

Spitzensport ist nicht gesund. Hobbysport<br />

schon. Bist du vielleicht heute<br />

sogar im Gesamten besser drauf als<br />

mit Mitte 20?<br />

Niemals (lacht). Wenn du mit 45 besser<br />

beinand bist als mit Mitte 20, musst in<br />

deiner Jugend sehr viel falsch gemacht<br />

haben. Da bist du voll im Saft, fast<br />

unzerstörbar. Du regenerierst auch viel<br />

schneller. Heute brauch ich viel längere<br />

Pausen, tut mir viel eher was weh<br />

als damals. Aber du lernst, auf deinen<br />

Körper zu hören. Früher hat der Wett-<br />

Fotos: Red Bull Content Pool<br />

18 <strong>SPORTaktiv</strong>


kampf-Rhythmus alles bestimmt. Egal,<br />

wie es dir gegangen ist, oder das Wetter<br />

war. Wenn es mir heute nicht gut geht,<br />

bleib ich eben daheim.<br />

Wie schwer war der Umstieg vom<br />

Sport nach Plan zum Auf-den-Körper-<br />

Hören?<br />

Schwer, ja was glaubst. Weil die lange<br />

Zeit als Wettkämpfer kriegst du nicht<br />

so leicht raus. Ganz weg sowieso nicht.<br />

Drum mach ich das Kameraspringen<br />

auch noch, weil es eine Herausforderung<br />

ist. Und wenn ich mit Freunden laufen<br />

gehe oder Skifahren, heißt es immer:<br />

Ein Rennen machen wir aber schon. Ich<br />

habe auch gelernt zu verlieren. Das geht<br />

jetzt viel besser. Früher hab ich das gar<br />

nicht können.<br />

Zwingt dich der Sport, deine Projekte<br />

wie Skispringen, Bikerennen, Dolomitenmann<br />

etc. zu einem gesünderen<br />

Lebensstil?<br />

Zwingen? Ich weiß nicht. Doch, wahrscheinlich<br />

zwingt er mich, ja. Weil wenn<br />

du bis 5 Uhr früh um die Häuser ziehst,<br />

kannst du danach kein Bikerennen fahren.<br />

Und wenn du dir vor einem Tennismatch<br />

eine Leberkässemmel und ein<br />

Cola reinhaust, wirst du merken, dass<br />

es nicht gut war. Das taugt mir auch am<br />

Sport: dass du sofort eine Rückmeldung<br />

bekommst.<br />

Das heißt, der Goldi schlägt nie über<br />

die Stränge?<br />

Doch. Jeder hat Tage, wo du ein Fußballmatch<br />

schaust, Chips isst und ein<br />

paar Bier trinkst. Aber wenn ich das ein<br />

paar Tage hintereinander mache, fühle<br />

ich mich schlecht. Vom Gewissen und<br />

vom Körper her. Dann muss ich was<br />

tun. Gefährlich wird es, wenn du diese<br />

Grenze übersiehst und es nicht mehr<br />

spürst, dass du einen Blödsinn gemacht<br />

hast.<br />

Dabei war dir der Sport nicht unbedingt<br />

in die Wiege gelegt.<br />

Stimmt. Meine Mama hat keinen Sport<br />

gemacht. Mein Vater, Jahrgang 1937,<br />

war der jüngste Sohn daheim und<br />

musste nach dem Krieg den Bauernhof<br />

übernehmen. Da ist keine Zeit zum<br />

Sport geblieben. Er hätte es aber gerne<br />

gemacht und auch Talent gehabt. Von<br />

ihm hab ich sicher viel mitbekommen.<br />

Es gibt aktuell Ausnahme-Sportler<br />

wie Noriaki Kasai oder Ole Einar<br />

Björndalen, die auch 40+ sind und<br />

noch Weltklasseleistungen bringen.<br />

Kann man das erklären?<br />

Ganz sicher spielt hier die mentale Seite<br />

eine wichtige Rolle. Die sind einfach im<br />

Kopf so stark, das macht extrem viel aus.<br />

Direkt gefragt: Ist der Sport das Geheimnis<br />

deiner Jugendlichkeit?<br />

Auch. Ich mache viel und bleibe dadurch<br />

fit und beweglich. Eine große<br />

Rolle spielen aber die Gene. Meine<br />

beiden Omas sind bei guter Gesundheit<br />

beide 99 Jahre alt geworden. Also hab<br />

ich einfach auch gute Voraussetzungen.<br />

Welche Projekte stehen 2018 an?<br />

Ich möchte mich, auch mit meinem<br />

Nachwuchsbewerb, dem Goldi-Cup,<br />

darum bemühen, wieder mehr Kinder<br />

zum Sport zu bringen. Die sportliche<br />

Grundausbildung der Kinder wird immer<br />

schlechter. Eine Katastrophe ist das,<br />

dass Volksschüler heute schon Haltungsschäden<br />

haben, die sie, wenn überhaupt,<br />

erst viel später haben sollten.<br />

Und was steht sportlich am Kalender?<br />

Wir haben zwei kleine Kinder, die<br />

stehen im Vordergrund. Ich bin auch<br />

gefragt worden, ob ich nicht das Race<br />

Across America fahren möchte. Sicher<br />

eine geile Sache. Aber dafür will ich jetzt<br />

nicht so viel Zeit aufwenden. Ich werde<br />

was machen, aber ganz spontan.<br />

„SCHNELLKRAFT|<br />

MUSS ICH NICHT|<br />

MEHR SO TRAINIEREN.|<br />

ZUM GLÜCK, WEIL DAS|<br />

TUT EIN BISSL WEH“.|<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

19


MUST<br />

BOSCH EMTB CAMP<br />

NUR FÜR FRAUEN<br />

HAVES<br />

WARM UND<br />

WINDABWEISEND<br />

Kein Must-have, jedoch ein Placeto-be:<br />

Von 24. bis 27. Mai findet im<br />

Ausseerland das erste <strong>SPORTaktiv</strong><br />

Women eMTB Camp epowered<br />

by Bosch statt. Rund um die<br />

Top-Unterkunft im Vier-Sterne-<br />

Narzissenhotel Bad Aussee wird mit<br />

Flyer eMTB-Testrädern mit Bosch<br />

Antrieb geradelt. Um € 327,– im DZ<br />

inkl. HP sind Frauen dabei.<br />

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so warm wie handelsübliche<br />

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den Wind ab und sind ideale<br />

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AKTIV ERHOLEN|<br />

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der König unter den Elektro-<br />

Stimulationsgeräten. Er verkürzt die<br />

Regeneration, optimiert Kraft und<br />

Ausdauer, beugt Verletzungen vor<br />

und lindert bestehende Schmerzen.<br />

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Fotos: Hersteller<br />

20 <strong>SPORTaktiv</strong>


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DIE ANMELDEPHASE LÄUFT BEIM ...<br />

EISKLETTERCAMP<br />

11.–14. JÄNNER<br />

im Eispark Osttirol in Matrei.<br />

Mehr dazu: Seite 140/141<br />

SCHNEESCHUHCAMP<br />

11.–14. JÄNNER<br />

Im Sportresort Hohe Salve in den<br />

Kitzbüheler Alpen.<br />

Mehr dazu: Seite 150/151<br />

FREERIDE-CAMP<br />

18.–21. JÄNNER,<br />

22.–25. MÄRZ<br />

am Kärntner Nassfeld.<br />

Mehr dazu im Winterguide: Seite 334/335<br />

NATIONALPARK-WINTERCAMP<br />

1.–4. MÄRZ<br />

im Nationalpark Hohe Tauern in Osttirol.<br />

Mehr dazu: Seite 124/125<br />

ALLE INFOS UNTER<br />

www.sportaktiv.com<br />

Foto: TVB Osttirol<br />

22 <strong>SPORTaktiv</strong>


TRAINING | GESUNDHEIT | ERNÄHRUNG<br />

FIT<br />

MUT ZU MEHR<br />

BEWEGUNG<br />

Die drei nationalen<br />

Breitensportverbände haben<br />

beim Fit Sport Austria-Kongress<br />

in Saalfelden wieder betont:<br />

Mut zur Bewegung in Vereinen,<br />

Schulen und Kindergärten! Die<br />

Bewegungsräume der Kinder<br />

seien durch Verbote und Ängste<br />

schon zu stark eingeschränkt.<br />

Fotos: iStock<br />

LAUFEND AKTUELLE STORYS,<br />

TRENDS UND TIPPS RUND<br />

UMS THEMA FITNESS AUF:<br />

WWW.SPORTAKTIV.COM<br />

ASKÖ GEWINNT PROZESS<br />

Der Dachverband ASKÖ Salzburg hat einen Musterprozess<br />

gegen die Gebietskrankenkasse rund um die<br />

Bezahlung von Trainern im Breitensport gewonnen. So<br />

bleibt österreichweit eine Sonderregelung erhalten,<br />

die die (nebenberuflichen) Trainer bis zu einer<br />

Monatspauschale von 540 Euro von der Versicherungspflicht<br />

ausnimmt. Österreichweit sind laut<br />

Schätzungen 50.000 bis 100.000 Trainer und<br />

Übungsleiter in diesem Bereich tätig.<br />

DIE NADA WARNT<br />

Die österreichische Anti-Doping-Agentur<br />

NADA warnt Sportler vor dem sorglosen<br />

Umgang mit Schmerzmitteln. Oft seien<br />

sich die Anwender – Profis wie Hobbysportler<br />

– nicht bewusst, dass Schmerzmittel<br />

schwere, systematische Nebenwirkungen<br />

hervorrufen können.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

23


D<br />

ie Sache mit dem Alter lässt uns keine Ruhe.<br />

Alt werden will jeder. Alt sein hingegen niemand.<br />

Wir fürchten uns vor Gebrechlichkeit<br />

und Krankheiten, ebenso wie vor eingebüßter<br />

Lebensfreude und Beweglichkeit. Was tun wir<br />

also? Richtig, wir leben gesund. Immer weniger<br />

Menschen rauchen. Dafür achten immer mehr<br />

auf einen gesunden Lebensstil, eine hochwertige<br />

Ernährung und einen möglichst stressreduzierten<br />

Alltag. „Und das ist genau richtig so“,<br />

sagt Privatdozent Dr. med. Christian Werner<br />

von der Abteilung für Kardiologie, Angiologie<br />

und Internistischer Intensivmedizin am Universitätsklinikum<br />

des Saarlandes.<br />

„Es ist aber längst nicht das Einzige und auch<br />

nicht das Beste, was man in Sachen Anti-Aging<br />

tun kann“, ergänzt der Mediziner. Denn die<br />

Studien, die er und sein Forscherteam durchgeführt<br />

haben, haben etwas Interessantes ergeben.<br />

„Nämlich, dass eindeutige, positive Effekte im<br />

Sinne eines ‚Anti-Aging‘ nur dann nachzuweisen<br />

waren, wenn die Probanden körperliches<br />

Training durchgeführt haben.“ Sprich: Sport ist<br />

wohl tatsächlich nicht nur eine, sondern vielleicht<br />

sogar die wichtigste Lebensstilmaßnahme<br />

überhaupt, um unseren Körper jung zu halten.<br />

Und das klingt gut für uns. Sehr gut sogar.<br />

Aber, wenn wir ehrlich sind, auch irgendwie<br />

nicht so richtig greifbar.<br />

JETZT HABEN WIR ES SCHRIFTLICH:<br />

WENN ES EIN WIRKSAMES<br />

ANTI-AGING-REZEPT GIBT, DANN IST<br />

ES SPORT! DENN WER RASTET, DER<br />

ROSTET. UND DIE WISSENSCHAFT SAGT<br />

UNS JETZT AUCH, WARUM!<br />

VON LINDA FREUTEL<br />

Wie alt sind wir wirklich?<br />

Denn was heißt denn „jung bleiben“ überhaupt?<br />

Kann man sich vor dem Alter schützen?<br />

Die Zeit kann doch niemand anhalten. Auch<br />

nicht mit Sport. Dem pflichtet auch der Experte<br />

bei. Er ergänzt aber: „Um das Alter besser<br />

verstehen und definieren zu können, muss man<br />

zwischen dem kalendarischen und dem biologischen<br />

Alter differenzieren.“ Aus der Praxis<br />

kennt jeder diesen Unterschied, wirkt schließlich<br />

nicht jeder 70-Jährige „gleich“ alt. Da gibt<br />

es die, die wir tatsächlich als alt empfinden.<br />

Und die, die fit wirken – eben wie Junge.<br />

Foto: istock<br />

24 <strong>SPORTaktiv</strong>


FOREVER<br />

YOUNG<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

25


Abgesehen von unserer empfundenen<br />

Wahrnehmung gibt es aber auch aus<br />

medizinischer Sicht diverse Messgrößen<br />

zur Bestimmung des biologischen Alters,<br />

wie zum Beispiel die Bestimmung des<br />

„Gefäßalters“ durch Messung der Gefäßsteifigkeit.<br />

Biologische Zeitanzeiger<br />

„Noch genauer ist aber die Bestimmung<br />

von Alterungsvorgängen auf Ebene der<br />

kleinen Bausteine unserer Körper, nämlich<br />

der Zellen“, sagt der Mediziner und<br />

ergänzt: „Wie alt unsere Zellen sind,<br />

kann durch Messung der sogenannten<br />

Telomerlänge geschätzt werden. Die Telomere<br />

sind genetische Kappen am Ende<br />

jedes unserer Chromosomen. Diese<br />

Schutzkappen dienen ähnlich der Plastikkappen<br />

am Ende von Schnürsenkeln<br />

als physikalischer Schutz.“<br />

Durch diverse (Stress-)Faktoren<br />

kommt es im Laufe des Lebens zu einer<br />

Verkürzung der Telomere. Dabei stellen<br />

Zellen mit deutlich verkürzten Telomeren<br />

irgendwann ihre Funktion ein und<br />

weisen deutliche „Alterserscheinungen“<br />

auf. Kurz gesagt: Je länger die Telomere<br />

sind, desto biologisch jünger ist man.<br />

Zwar drehen auch gut erhaltene, also<br />

lange Telomere die Zeit nicht zurück.<br />

„Sie sorgen aber immerhin dafür, dass<br />

man gesünder und auf eine gewisse Art<br />

auch jünger altert“, sagt Dr. Werner.<br />

Das biologische<br />

Alter lässt sich<br />

anhand der<br />

Telomerlänge<br />

der Zellen testen.<br />

Sport wirkt nachweislich<br />

positiv<br />

auf die Telomere.<br />

I.N.O.X. SKY HIGH<br />

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Sport: das einzig wahre Mittel<br />

Und der Mediziner gibt noch eine besonders<br />

interessante und wissenschaftlich<br />

bahnbrechende Info mit auf den<br />

Weg. Er und sein Forscherteam haben<br />

nämlich mit jüngsten Studien nachweisen<br />

können, was bisher schon lange vermutet,<br />

aber nie wirklich wissenschaftlich<br />

greifbar gemacht werden konnte. Nämlich<br />

die Tatsache, dass Sport einen messbaren,<br />

deutlich positiven Einfluss auf die<br />

Telomere und damit auf das biologische<br />

Foto: istock<br />

26 <strong>SPORTaktiv</strong><br />

ESTABLISHED 1884


Belastungen<br />

besser standhalten<br />

Härter trainieren<br />

und dabei gesund bleiben!<br />

Hast du schon einmal Probleme mit<br />

leistungsmindernden Magen-Darm-Beschwerden<br />

(Blähungen, Durchfall, ...),<br />

längeren Regenerationszeiten, ausbleibenden<br />

Trainingsfortschritten, häufigen<br />

Infekten und erhöhte Laktatwerten bzw.<br />

Puls-/Herzfrequenzen gehabt?<br />

Dabei schon einmal an einen undichten<br />

Darm (Leaky-Gut) gedacht?<br />

Alter hat. Und zwar so, wie sonst keine<br />

andere der bisher bekannten Anti-Aging-Strategien<br />

– z. B. Ernährung.<br />

„In dieser Studie sahen wir erstmals, wie<br />

effektiv Sport wirkt.“<br />

Und dieser Nachweis gelang nicht nur<br />

bei sogenannten „Master-Athleten“, also<br />

solchen, die regelmäßig seit vielen Jahren<br />

intensives Ausdauertraining durchführten.<br />

„Auch bei eher unsportlichen<br />

Probanden aus der Normalbevölkerung,<br />

die im Alter von circa 50 Jahren mit einem<br />

sechsmonatigen Training begonnen<br />

haben, konnten wir deutliche Effekte<br />

auf die Telomerase feststellen“, sagt der<br />

Experte.<br />

Sport hält also alle jung. Vorausgesetzt,<br />

man macht ihn natürlich. Und das<br />

am besten regelmäßig. Denn auch das<br />

ist eine Feststellung mit wissenschaftlichem<br />

Hintergrund: „Regelmäßigkeit ist<br />

aus unserer wissenschaftlichen Erfahrung<br />

effektiver als ein ‚Weekend Warrior‘,<br />

der nur ab und zu Sport treibt“, sagt<br />

der Experte und erklärt weiter: „Den<br />

„Jungbrunnen Sport“ kann man sich<br />

nämlich vorstellen wie ein Konto. Jedes<br />

Mal wenn man eine Trainingseinheit<br />

durchführt, zahlt man auf das Konto<br />

ein. Aber nur, wenn man regelmäßig<br />

einzahlt, kommt auch etwas zusammen,<br />

so dass man auch hin und wieder etwas<br />

abgeben kann, beispielsweise durch einen<br />

weniger gesunden Lebensstil.“<br />

Lieber weniger, dafür öfter<br />

Sport als einzig wahres Mittel für ewige<br />

oder wenigstens längere Jugend: Das<br />

macht Mut. Und motiviert. Doch wer<br />

jetzt gleich dem Jugendwahn entgegensporteln<br />

will, fragt sich wahrscheinlich,<br />

wie genau er das tun soll? Welcher<br />

Sport ist eigentlich der beste, um dem<br />

Zahn der Zeit auf die Wurzel zu fühlen,<br />

Herr Doktor? „Ganz einfach“, antwortet<br />

dieser: „Jeder Sport, der regelmäßig,<br />

moderat und mit Freude betrieben<br />

wird.“ Und was hier so locker und<br />

simpel klingt, darf tatsächlich wörtlich<br />

genommen werden. Auf die Regelmäßigkeit<br />

wurde bereits hingewiesen. Dr.<br />

Werner präzisiert: „Bei unseren Studien<br />

wurden Sporteinheiten von 45 Minuten<br />

in einem Pensum von drei Mal pro<br />

Woche absolviert und sie haben gute<br />

Erfolge gezeigt.“ Insofern könnte dieses<br />

Maß durchaus ein guter Richtwert sein.<br />

Was Art und Ausmaß der sportlichen<br />

Betätigung angeht, kann der Mediziner<br />

ebenfalls mit klinischen Ergebnissen<br />

aufwarten. Danach habe nämlich sowohl<br />

moderater Ausdauer-, als auch<br />

moderater Kraftsport eine positive<br />

Auswirkung auf das biologische Alter.<br />

Folgende gesundheitliche Effekte werden durch<br />

die Einnahme von Panaceo Sport unterstützt:<br />

4 Natürliche messbare<br />

Reduktion eines Leaky-Gut<br />

4 Linderung von Magen-Darm-<br />

Beschwerden<br />

4 Unterstützung der Regenerations-<br />

und Leistungsfähigkeit<br />

4 Verminderung von<br />

Trainingsabbrüchen<br />

4 Positiver Einfluss auf das<br />

Immunsystem<br />

Von<br />

Medizinprodukt: Bitte beachten Sie die Gebrauchsanweisung genau.<br />

Erhältlich in Ihrer Apotheke sowie in gut<br />

sortiertem Reform- und Sportfachhandel.<br />

Christoph<br />

Strasser<br />

empfohlen<br />

www.panaceo.com


ANTI AGING:<br />

SO WIRKT SPORT<br />

DR. CHRISTIAN<br />

WERNER<br />

Der Mediziner am Universitätsklinikum<br />

des Saarlandes<br />

(D) erforscht den Zusammenhang<br />

zwischen Sport und dem<br />

Alterungsprozess.<br />

Das Kriterium der Mäßigkeit gilt es<br />

allerdings ein wenig genauer auszuführen.<br />

Denn, wer es mit dem Training<br />

übertreibt, sagt der Doktor, erreicht<br />

das Gegenteil. Zellulärer Stress, ein<br />

geschwächter Immunschutz, Entzündungserscheinungen,<br />

mangelnde Regenerationsfähigkeit<br />

wie auch die erhöhte<br />

Gefahr einer Verletzung sind die Folge<br />

eines übereifrigen Trainings – und<br />

zugleich die Feinde des biologischen<br />

Alters. Um das beste Pensum für sich<br />

herauszufinden, hört also jeder am besten<br />

auf seine körperliche Intuition.<br />

Und zu guter Letzt ist da noch die<br />

Sache mit dem Spaß. Und die ist von<br />

Dr. Christian Werner vielleicht nicht<br />

klinisch bewiesen, dafür aber durchaus<br />

praktisch erprobt. Ebenso wie von Millionen<br />

anderen Sportler auch. Nämlich:<br />

Wenn Sport Spaß macht, ist es nicht<br />

nur Sport. Dann ist es eine Kraft, die<br />

in uns Lebensgeister und gute Laune<br />

weckt. Und zwar bis ins hohe Alter. So<br />

einfach ist das mit dem Jung-Bleiben<br />

also!<br />

STARKE KNOCHEN<br />

Mechanische Belastung durch Sport<br />

regt die Bildung von Knochenmaterial<br />

an und stabilisiert den wertvollen<br />

Knochenkalksalzgehalt.<br />

WENIGER FETT<br />

Sport verbrennt Fett. Und schenkt damit<br />

nicht nur eine gute Figur, sondern<br />

verhindert gewichtsbedingte Altersund<br />

Verschleißerscheinungen.<br />

STARKE MUSKELN<br />

„Use it or lose it“ lautet das amerikanische<br />

Sprichwort, das übersetzt<br />

so viel bedeutet wie: Benutze deine<br />

Muskeln oder du verlierst sie. Nur,<br />

wer Sport betreibt, bleibt muskulär<br />

fit, beugt Fehlhaltungen und Gelenksproblemen<br />

vor und unterstützt zudem<br />

seinen Fettstoffwechsel.<br />

DEPRESSIONSPRÄVENTION<br />

Nachweislich sorgt regelmäßige Bewegung<br />

für eine psychisch günstige<br />

Hormon-Produktion und ist damit der<br />

beste Stimmungsaufheller auf dem<br />

Weg ins hohe Alter.<br />

GUTE HERZ-KREISLAUF-<br />

AKTIVITÄT<br />

Regelmäßiges Training senkt den<br />

Ruhepuls von rund 80 auf circa 60<br />

Schläge pro Minute. Das Herz muss<br />

rund 25 Prozent weniger arbeiten,<br />

verschleißt nicht so schnell und kann<br />

dafür lange und kräftig schlagen.<br />

GUTE GELENKE<br />

Gelenksschmiere lässt sich durch<br />

Sport zwar nicht neu bilden, dafür<br />

bleibt die vorhandene aber geschmeidiger<br />

und das verbessert insgesamt<br />

die Gelenkgesundheit.<br />

STARKE ABWEHRKRAFT<br />

Dass das Immunsystem von moderatem,<br />

regelmäßigem Sport profitiert,<br />

ist ebenfalls längst klinisch nachgewiesen.<br />

SCHLAU DURCH SPORT<br />

Studien mit Messungen eines Kernspintomographen<br />

haben gezeigt,<br />

dass durch körperliche Aktivität neue<br />

Synapsen und Neuronen, also neue<br />

Hirnmasse, gebildet wird und einem<br />

natürlichen Altersverschleiß vorbeugt.<br />

BEWEGLICH BLEIBEN<br />

Bänder und Sehnen versteifen und<br />

verkürzen, wenn man sie nicht durch<br />

Bewegung flexibel hält. Wer locker<br />

bleiben will, muss also etwas dafür<br />

tun. Gezielt unterstützend auf den<br />

Muskeltonus wirkt Faszientraining.<br />

SCHMERZSTOP<br />

Natürlich können nicht alle Schmerzen<br />

weggesportelt werden. Aber viele.<br />

Vor allem bei Verspannungsschmerzen<br />

hilft die verbesserte Durchblutung<br />

bei der Schmerzlinderung.<br />

Foto: KK<br />

28 <strong>SPORTaktiv</strong>


DER CHIP ALS<br />

SCHUTZENGEL<br />

Eine tolle Idee, ist der Notfall-ID Chip<br />

von CODE-NO.com. So geht‘s: Chip<br />

um € 9,95 kaufen und gut sichtbar<br />

an Schuh oder Sportbekleidung<br />

anbringen. Zudem richtest du ein<br />

persönliches Profil unter www.ID-No.<br />

com ein. Im Notfall können Ersthelfer<br />

dank des Chips wichtige medizinische<br />

Informationen über dich abrufen.<br />

www.id-no.com<br />

EIN GLAS SONNE<br />

Von HOHES C gibt es<br />

eine neue Sorte: „Plus<br />

Sonnen-Vitamin D“ soll<br />

den Mangel an Vitamin D<br />

im Winter bekämpfen, das<br />

Immunsystem stärken sowie<br />

Müdigkeit und Erschöpfung<br />

den Kampf ansagen. Tut gut<br />

und schmeckt herrlich sonnig.<br />

www.hohesc.at<br />

FIT<br />

NEWS<br />

PASST PERFEKT<br />

Die verspiegelte Wettkampf-Schwimmbrille<br />

Fastskin Elite Mirror von SPEEDO wurde<br />

mit der neuesten IQfit-Technologie<br />

entwickelt und überzeugt durch ihren<br />

perfekten, wasserdichten Sitz – SPEEDOs<br />

bis dato hydrodynamischste Brille.<br />

www.speedo.com<br />

MIT DER KRAFT<br />

DER KOKOSNUSS<br />

ALLES IM GRIFF<br />

Aufwärmen am<br />

Stepper? Die schwere<br />

Langhantel? Ein sicherer<br />

Griff ist im Fitnessstudio<br />

wichtig. Das deutsche<br />

Familienunternehmen CHIBA<br />

hat für Fitnesssportler den<br />

„Gel Extrem“ entwickelt.<br />

www.chiba.de<br />

Fotos: Hersteller<br />

Das Beste aus der<br />

erntefrischen Kokosnuss<br />

findet sich im Bio-Kokosöl<br />

von DR. GOERG wieder.<br />

Das erste Kokosöl mit Öko-<br />

Test „sehr gut“ (500 ml) ist<br />

naturbelassene Rohkost aus<br />

erster Kaltpressung.<br />

www.drgoerg.com<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

29


MACH DICH<br />

MIT FITNESS-EXPERTEN MARIO NERAD<br />

VON VIBES FITNESS IN GRAZ ERKLÄREN<br />

WIR, WAS DU ÜBER FASZIEN TRAINING<br />

WISSEN SOLLTEST. UND WARUM<br />

ES DICH JUNG HÄLT!<br />

TEXT & FOTOS: THOMAS POLZER<br />

LOCKER!<br />

SCHMERZREDUKTION<br />

Die Faszien spannen sich wie ein<br />

Netz um deine Muskulatur. Verklebte<br />

Faszien sind immer wieder Auslöser<br />

von Schmerzen. Beispielsweise sind<br />

Rückenschmerzen öfters auf verklebtes<br />

Gewebe zurückzuführen und<br />

können durch Faszientraining wieder<br />

gelockert werden.<br />

WASSERHAUSHALT<br />

Rund ein Viertel des Körperwassers wird in<br />

den Faszien gespeichert. In jungen Jahren<br />

sind Faszien gut durchsaftet und weich,<br />

vergleichbar mit einem nassen Schwamm.<br />

Durch Inaktivität verkleben sie im Lauf<br />

des Lebens, werden (wie ein trockener<br />

Schwamm) unelastisch und steif. Durch<br />

gezieltes Training und Lockerung dehnen<br />

sich die Faszien wieder aus und können<br />

wieder mehr Wasser aufnehmen. Wichtig<br />

ist, nach dem Faszientraining ausreichend<br />

zu trinken, um den Speichern die Möglichkeit<br />

zu geben, sich wieder zu füllen.<br />

VERBESSERUNG DER<br />

BEWEGLICHKEIT<br />

Deine Faszien erneuern sich ständig und<br />

du kannst sie trainieren. Dies erfordert<br />

etwas Geduld. Wenn du jedoch regelmäßig<br />

an der Elastizität deiner Faszien<br />

arbeitest, geht dies mit einer eindeutigen<br />

Verbesserung der Beweglichkeit einher.<br />

ERHÖHTES WOHLBEFINDEN<br />

UND REGENERATION<br />

An den Tagen nach dem Faszientraining regenerierst du<br />

besser, fühlst dich besser und lockerer. Außerdem nützt<br />

das Training deutlich als Verletzungsprophylaxe. Du<br />

wirst merken – je öfter du Faszientraining regelmäßig<br />

machst, desto beweglicher und schmerzfreier bewegst du<br />

dich durch den Alltag. Auch für jene, die sich gut fühlen<br />

und keine Schmerzen haben, bildet dieses Zusatztraining<br />

einen wichtigen Bestandteil für die Regeneration und zur<br />

Erhaltung der Gesundheit.<br />

Die gezeigten Übungen bieten dir die Möglichkeit, an der<br />

Elastizität der Faszien wichtiger Muskelgruppen zu arbeiten.<br />

Im Fokus stehen sowohl die Lockerung als auch die<br />

Mobilität; die Übungen werden mit Hilfe einer Blackroll<br />

(Faszienrolle) ausgeführt.<br />

Ausführung: ca. 20-30 Sekunden pro Übung zum Rollen<br />

aufwenden. Besonders (schmerz-)empfindliche Bereiche<br />

sollten vorsichtig punktuell länger behandelt werden, bis<br />

sich die Verhärtungen spürbar lösen.<br />

SCHULTERGÜRTEL<br />

Stelle die Beine auf und lege dich mit den Schulterblättern<br />

auf die Rolle. Umarme dich selbst und<br />

ziehe die Schulterblätter auseinander. Rolle sanft<br />

die Muskulatur des Schultergürtels auf und ab.<br />

30 <strong>SPORTaktiv</strong>


OBERSCHENKEL<br />

Lege die Oberschenkelvorderseite<br />

auf die Rolle<br />

und schiebe aus dem<br />

Unterarmstütz den Körper<br />

vor und zurück. Du kannst<br />

das Bein nach innen oder<br />

außen rotieren, um Innen-<br />

oder Außenseite des<br />

Oberschenkelstreckers<br />

zu lockern.<br />

WADEN<br />

Rolle von der Achillessehne<br />

bis zur Kniekehle<br />

an der Wade entlang.<br />

Stütze dich dabei mit<br />

den Händen ab. Um<br />

den Druck zu erhöhen,<br />

kannst du die Beine<br />

überkreuzen.<br />

RÜCKENMUSKEL<br />

Lege dich seitlich hin und strecke den<br />

Arm über den Kopf, die Rolle knapp<br />

unterhalb der Schulter. Richte das<br />

Brustbein leicht zur Decke und rolle den<br />

breiten Rücken- sowie den großen Rundmuskel<br />

des Oberarms auf und ab.<br />

BRUSTMUSKULATUR<br />

Flach am Boden liegend, legst du die<br />

Rolle unter die Schulter und streckst<br />

den Arm auf ca. „10 Uhr“. Drehe die<br />

Handfläche zum Boden und rolle im<br />

Bereich Schulter-Brust auf und ab.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

31


DEMEIS<br />

DER<br />

MANN<br />

AUS<br />

KÄLTE KONSERVIERT UND HÄLT JUNG. DAVON IST|<br />

JOSEF KÖBERL ÜBERZEUGT. DER WIENER IST ÖSTERREICHS|<br />

BEKANNTESTER EISSCHWIMMER, KRAULT NACHTS DURCH DIE|<br />

DONAU, SCHWAMM ÜBER DEN ÄRMELKANAL UND PROPAGIERT|<br />

SCHWIMMEN ALS GANZJAHRESSPORT.|<br />

WARMES WASSER HÄLT ER GAR NICHT AUS.|<br />

VON CHRISTOPH HEIGL<br />

Eisschwimmen ist eine Randsportart.<br />

Und doch ist es immer wieder<br />

erstaunlich, welches Medieninteresse<br />

die Abenteuer von Josef Köberl<br />

und seinen Kollegen auslösen. Oder<br />

seine Unfälle. Denn mit dem Vorfall<br />

unter der Floridsdorfer-Brücke in Wien<br />

sorgte er 2016 für kuriose Schlagzeilen.<br />

Köberl kraulte gerade – für ihn ist das<br />

völlig normal – in der Donau. „Da habe<br />

ich rund um mich herum ein paar Semmeln<br />

bemerkt. Plötzlich macht’s bumm<br />

und es trifft mich was am Kopf.“ Wie<br />

sich herausstellte, hatte jemand auf der<br />

Brücke einen Sack mit altem Brot und<br />

Semmeln ausgeleert. Wohl um die Enten<br />

dort zu füttern. Ein großer Brotlaib<br />

traf den Schwimmer. „Jetzt stehen dort<br />

vier Tafeln, dass Entenfüttern verboten<br />

ist“, lacht Köberl, der danach bei der<br />

Polizei und im Krankenhaus Erklärungsbedarf<br />

hatte. Überall ungläubige Gesichter.<br />

Aber das ist der Wiener gewohnt.<br />

Im Oktober starteten Köberl und<br />

seine Mitglieder der „Ice Swimming Association<br />

Austria“ (Köberl ist Präsident<br />

dieses Verbandes) die Saison. Nicht im<br />

Hallenbad oder in einem See, sondern<br />

bei minus 12 Grad am Hintertuxer<br />

Gletscher. In einem unterirdischen See<br />

der Eishöhle auf 3200 Meter Seehöhe.<br />

Und wie immer bei den Eisschwimmern<br />

nur mit knapper Badehose und Badehaube.<br />

„Wasser 0 Grad, Luft 0 Grad,<br />

Spaßfaktor 100 Prozent“, postete Köberl<br />

freudig auf Facebook. „Dort ist ein tunnelähnlicher<br />

Kanal, 80 Meter lang, die<br />

Wassertiefe variiert zwischen 30 Metern<br />

und 50 Zentimetern. Über dir 30 Meter<br />

Eisschicht, komplett finster, die Stim-<br />

Foto: Josef Köberl, HBF<br />

32 <strong>SPORTaktiv</strong>


JOSEF<br />

KÖBERL<br />

Der Eisschwimmer betreut auch den<br />

Auftritt des eigenen Eisschwimmer-<br />

Verbandes IISA.<br />

www.facebook.com/IISA-Austria<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

33


mung war irgendwie erdrückend. Das<br />

Wasser ist alt und abgestanden, vielleicht<br />

tausende Jahr alt, deshalb kann es nicht<br />

mehr gefrieren. So ein schwarzes Wasser<br />

habe ich noch nie gesehen.“<br />

2014 schwamm Köberl als erster Österreicher<br />

in seiner steirischen Heimat<br />

im Grundlsee die „Ice-Mile“, 1600 Meter<br />

in unter 5 Grad kaltem Wasser. Dass<br />

er danach (als Sicherheitsmaßnahme)<br />

auf der Intensivstation landete, ist für<br />

ihn nur eine Anekdote. Er war bei der<br />

WM der Eisschwimmer und schwamm<br />

in 14 Stunden über den Ärmelkanal von<br />

England nach Frankreich. Im Sommer<br />

scheiterte er am Projekt, die 35 Kilometer<br />

von Irland nach Schottland zu<br />

schwimmen. Nach 15 Stunden musste<br />

er abbrechen, denn die Strömung war<br />

zu stark, er schaffte nur noch 1 km/h im<br />

13,8 Grad kalten Wasser. Von Begegnungen<br />

mit Quallen-Teppichen, Seehunden<br />

und aggressiven Möwen erzählt<br />

er wie andere von Goldfischen, Perserkätzchen<br />

und Wellensittichen. In Wien<br />

organisiert Köberl „Vollmondschwimmen“<br />

in der Donau und löste damit<br />

einen regelrechten Boom aus, zuletzt<br />

kamen 220 Schwimmer, vorrangig aus<br />

Studenten- und Medizinerkreisen. „Veranstaltungen<br />

und begleitete Schwimmreisen<br />

könnte ich wie ein Reisebüro fast<br />

hauptberuflich machen“, lacht Köberl,<br />

der als Zivilbeamter im Verteidigungsministerium<br />

arbeitet.<br />

Der Jungbrunnen<br />

„Kälte hält jung, davon bin ich überzeugt“,<br />

sagt Köberl. Seine Oma habe<br />

sich einst im Grundlsee immer die<br />

Haare gewaschen, sie fuhr mit 89 noch<br />

Fahrrad. Und man müsse sich einmal<br />

die glatte und gesunde Haut von russischen<br />

Eisschwimmerinnen anschauen.<br />

„Derzeit schwimme ich in der Früh in<br />

der 6 Grad kalten Donau. Das Gefühl<br />

der Kälte und die Schmerzen zögere ich<br />

regelrecht hinaus, ich ziehe mich ganz<br />

langsam an, das härtet ab. Dann im<br />

Büro bin ich wie aufgeladen und voller<br />

Tatendrang. Und der Smile im Gesicht<br />

vergeht den ganzen Tag nicht.“<br />

Was auf den ersten Blick wie nackter<br />

Wahnsinn aussieht („Von den zehn Geboten<br />

der Baderegeln gelten für mich<br />

nur ein paar“), wird medizinisch genau<br />

überwacht. Für den Nordkanal schluckte<br />

Köberl eine Kapsel, die via Bluetooth<br />

seine Kernkörpertemperatur übermittelte,<br />

die bis auf 32 Grad sank. Ständig<br />

melden sich Mediziner (und sogar die<br />

US-Armee), die seine Daten haben<br />

wollen oder Projekte anbieten. Für seine<br />

Abenteuer isst er sich mit spezieller<br />

Ernährung „braunes Fett“ an, das vor<br />

allem Neugeborene haben. Diese Zellen<br />

produzieren durch die Oxidation von<br />

Fettsäure Wärme. Dazu ist viel Fisch,<br />

Q10 und Vitamin D3 nötig. „Darüber<br />

und wie unsere Mitochondrien funktionieren,<br />

weiß man noch sehr wenig.<br />

Aber es gibt neue Forschungen, wie man<br />

Foto: Josef Köberl<br />

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34 <strong>SPORTaktiv</strong><br />

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MEINE OMA FUHR|<br />

MIT 89 NOCH FAHRRAD.“|<br />

unsere Organe länger kühlen kann, oder<br />

warum man nach Unfällen im eiskalten<br />

Wasser länger überlebt.“ Ein ewiges Leben<br />

in der Kälte? Für einen wie Köberl<br />

ein wohlig warmer Gedanke. Er organisiert<br />

die österreichische Meisterschaft am<br />

17./18. Februar in der Donau, träumt<br />

von einem mobilen 25-Meter-Eisschwimmbecken,<br />

Weltcups und dem<br />

Olympia-Status.<br />

Nur Hitze mag er nicht. Ins Meer<br />

geht Köberl nur bis April. In Schwimmbäder<br />

und Thermen muss er zwangsläufig<br />

bei Familienausflügen. „Aber bei warmem<br />

Wasser stellt es mir die Zehennägel<br />

auf, ich krieg fast Kreislaufprobleme“,<br />

sagt Köberl und erzählt vom Besuch in<br />

einer ungarischen Therme. „Ich hab die<br />

Wärme nicht ausgehalten und bin in<br />

den Saunabereich geflüchtet. Dort habe<br />

ich mich im Tauchbecken versenkt. 30<br />

Minuten bei 13 Grad, herrlich! Nur der<br />

ungarische Saunawart ist ein bissl nervös<br />

geworden.“<br />

FÜR DEN<br />

GUTEN ZWECK<br />

Foto: Parktherme<br />

Das 24h-Schwimmen in<br />

Bad Radkersburg brachte<br />

10.000 Euro für „Licht ins<br />

Dunkel“. <strong>SPORTaktiv</strong> war<br />

mit einer Staffel dabei.<br />

Zum 12. Mal sprangen die Schwimmer in<br />

der Parktherme Bad Radkersburg für den<br />

guten Zweck ins Wasser. Jede Länge beim<br />

24-Stunden-Schwimmen bedeutet bares<br />

Geld für „Licht ins Dunkel“. Den Sieg<br />

holten sich zum dritten Mal Claudia Müller<br />

(70 km) und Mario Kainz (67 km). Auch<br />

Prominente wie Ivica Vastic, Radio-Legende<br />

Udo Huber oder Songwriter Leo Aberer<br />

stellten sich in den Dienst der guten Sache.<br />

Die <strong>SPORTaktiv</strong>-Leser-Staffel (v. l.): Franz<br />

Frühauf, Margit Helfenbein, Klaus Streit,<br />

Lydia Ploder, Alexander Böhm) brachte es<br />

auf beachtliche 1298 Längen oder 65 km –<br />

Platz 20 unter 45 Staffeln. Für das angenehme<br />

Gefühl im Wasser sorgte die EARWEAR<br />

Swim Line, eine individuell angepasste<br />

Gehörschutzlösung, welche unsere Staffelmitglieder<br />

erhalten haben.<br />

www.earwear.me<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

35


DIE ZUKUNFT<br />

LIEGT AM<br />

GAUMEN<br />

ALS ABSCHLUSS UNSERER SERIE<br />

ÜBER SPORTERNÄHRUNG: WIE<br />

UND WARUM KOHLENHYDRAT-<br />

GETRÄNKE IN SEKUNDEN-<br />

SCHNELLE DIE LEISTUNGSFÄHIG-<br />

KEIT VERBESSERN KÖNNEN.<br />

UND WELCHE CHANCEN<br />

SICH AUS DEM JUNGEN<br />

FORSCHUNGSFELD „NUTRIENT<br />

SENSING“ ERGEBEN.<br />

Kohlenhydratreiche Getränke sind<br />

dazu geeignet, die sportliche Leistungsfähigkeit<br />

zu steigern. Das<br />

ist bekannt und überrascht niemanden.<br />

Doch mit der verbesserten Energie-,<br />

Flüssigkeits- oder Elektrolytversorgung<br />

ist der leistungssteigernde Effekt, wie<br />

er heute belegt ist, nicht ausreichend<br />

erklärt. Vor allem lässt sich die verbesserte<br />

Leistung schon kurze Zeit nach<br />

dem Trinken nachweisen, viel früher,<br />

als eine Aufnahme des Getränkes über<br />

die Magenschleimhaut möglich ist.<br />

Studien zeigen zum Beispiel, dass Kohlenhydratdrinks<br />

bei mittleren bis hohen<br />

Belastungen unter einer Stunde Dauer<br />

Positives bewirken – obwohl die Zeit<br />

hier nicht reicht, dass Inhaltsstoffe die<br />

Zellen erreichen.<br />

Noch mehr: Studien legen auch nahe,<br />

dass bereits Mundspülungen mit Kohlenhydratgetränken<br />

leistungssteigernd<br />

wirken. Was hat es damit auf sich?<br />

„Nutrient Sensing“ nennt sich ein<br />

interessantes Forschungsfeld. Grundsätzlich<br />

muss man dazu wissen, dass die<br />

Mundhöhle wie auch der Verdauungstrakt<br />

mit vielen Rezeptoren ausgestattet<br />

sind, die für die Wahrnehmung („Sensing“)<br />

von Geschmack, Temperatur,<br />

Nährstoffen und Nahrungskomponenten<br />

zuständig sind. Diese Rezeptoren<br />

senden Signale an den Zellkern. So wird<br />

gewährleistet, dass die Zellen, angepasst<br />

an die erkannten Nährstoffe, die dem<br />

Körper zugeführt werden, zielgerichtet<br />

Moleküle produzieren, um den Stoffwechsel<br />

zu optimieren.<br />

In Studien wurden unterschiedlichste,<br />

konkrete leistungssteigernde Wirkungen<br />

von Kohlenhydrat-Mundspülungen<br />

während sportlicher Belastung bestätigt.<br />

So wurde etwa nachgewiesen, dass das<br />

Belohnungssystem des Körpers angeregt<br />

wird, die Motivation steigt oder das<br />

Belastungsempfinden verringert wird,<br />

wenn Sportler ein Kohlenhydratgetränk<br />

für zumindest zehn Sekunden im Mund<br />

behielten und es dann wieder ausspuckten.<br />

Insgesamt wird eine allgemeine,<br />

deutlich feststellbare Leistungssteigerung<br />

berichtet. Als optimal stellten sich regelmäßige<br />

Kohlenhydrat-Mundspülungen<br />

alle fünf bis zehn Minuten heraus.<br />

Und noch weitere interessante und<br />

verwertbare Fakten wurden in Studien<br />

über das „Sensing“ von Nährstoffen, von<br />

Nahrungskomponenten und Nahrungs-<br />

Fotos: iStock<br />

36 <strong>SPORTaktiv</strong>


Viele exakte Zusammenhänge kennt die<br />

Wissenschaft derzeit noch nicht. Doch<br />

aus allem, was man schon weiß, lassen<br />

sich unterschiedliche Anwendungsgebieeigenschaften<br />

schon festgehalten. Man<br />

weiß zum Beispiel:<br />

• Getränke mit säuerlichem<br />

Geschmack haben das Potenzial,<br />

Muskelkrämpfe zu vermindern;<br />

• kühle Getränke unter 22 Grad<br />

werden geschmacklich allgemein<br />

als besser empfunden und verleiten<br />

Sportler eher dazu, in ausreichender<br />

Menge zu trinken;<br />

• Koffein wird im Mundraum sehr<br />

gut absorbiert;<br />

• ein bitterer Geschmack (z. B. Chinin)<br />

scheint dieselben Gehirnareale wie<br />

Kohlenhydrate zu stimulieren.<br />

te in der Sporternährung der nahen<br />

Zukunft erwarten. Man denke etwa<br />

an die Frage der Verträglichkeit: Kohlenhydratgels<br />

werden bekanntlich<br />

von manchen gerade unter Belastung<br />

nicht gut vertragen. Leistungssteigerung<br />

mit reduzierter oder sogar ganz<br />

ohne Energieaufnahme zu erzielen,<br />

kann ebenfalls bedeutend sein – etwa<br />

bei Trainingsmethoden mit niedrigen<br />

Kohlenhydratreserven („Low Train“).<br />

Ganz allgemein lässt sich aus dem<br />

Forschungsfeld Nutrient Sensing die<br />

Entwicklung neuer, leistungssteigernder<br />

Ernährungs-Konzepte für<br />

Athleten erwarten.<br />

Es bleibt also spannend. Denn<br />

auch, wenn unsere Serie hier endet:<br />

Die Expertinnen und Experten der<br />

Österreichischen Gesellschaft für<br />

Sporternährung (ÖGSE) werden uns<br />

auch in Zukunft immer wieder mit<br />

interessanten Einblicken in die Welt<br />

der Sporternährung versorgen.<br />

Detailliertere<br />

Informationen stehen im<br />

ÖGSE-„Lehrbuch<br />

der Sporternährung“<br />

Der Artikel basiert auf<br />

Inhalten des Kapitels<br />

„Nutrient Sensing und Sport“<br />

von Assoz.-Prof. Dr. Sandra<br />

Holasek.<br />

Das <strong>2017</strong> erschienene<br />

„Lehrbuch ist im<br />

Clax Fachverlag<br />

erschienen und<br />

dort auch zu<br />

beziehen. Preis: € 98,-<br />

www.oegse.at<br />

www.clax.co.at/shop<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

37


Shakshuka<br />

Pro Portion:<br />

255 kcal<br />

14 g Kohlenhydrate<br />

14 g Protein<br />

15 g Fett<br />

Foto: www.runtastic.com/apps/runtasty; Graphic designed by Planolla/Freepik<br />

Eine orientalische Spezialität. Pochierte Eier, saftige Tomaten und würziges<br />

Chili machen dieses Rezept zu einem scharfen Geschmackserlebnis. Das<br />

proteinreiche Gericht schmeckt besonders zum Frühstück lecker. Wer mehr<br />

Kohlenhydrate wünscht, bedient sich am Brot als Beilage ...<br />

Zutaten:<br />

400 g gewürfelte Tomaten<br />

1 Paprika<br />

1 EL Olivenöl<br />

1 Zwiebel<br />

1 TL Chilipulver<br />

1 EL italienische Kräuter<br />

3 Eier<br />

50 g Mandelsplitter<br />

1 EL Petersilie<br />

nach Belieben Salz<br />

1.<br />

2.<br />

3.<br />

4.<br />

5.<br />

Schneide Zwiebel und Paprika klein.<br />

Erhitze das Öl in einer Pfanne und dünste die<br />

Zwiebel an. Gib anschließend die Paprika hinzu und<br />

brate sie 5 Minuten mit.<br />

Gib Chilipulver, Kräuter und Salz in die Pfanne.<br />

Anschließend kommen die gewürfelten Tomaten<br />

dazu. Lass das Gemüse weitere 5 Minuten köcheln.<br />

Mach mit einem Löffel drei kleine Mulden in die<br />

Pfanne und schlag die Eier hinein.<br />

Reduzier die Hitze und bedecke die Pfanne mit<br />

einem Deckel. Es dauert 3 bis 5 Minuten, bis die<br />

Eier durch sind.<br />

Bestreu das Shakshuka mit Petersilie. Dazu passt<br />

ein Stück knuspriges Brot.<br />

Zubereitungszeit: 20 Minuten | Portionen: 2 | Schwierigkeitsgrad: einfach<br />

Mehr Rezepte auf www.runtastic.com/apps/runtasty<br />

38 <strong>SPORTaktiv</strong><br />

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perfekt für den Sport<br />

Bewegen, schwitzen, trinken: Dieser<br />

Ablauf bestimmt den Trainingsalltag<br />

eines Sportlers. Egal ob Profi oder<br />

Hobbyathlet: Nur wer genug Flüssigkeit<br />

zu sich nimmt, kann Höchstleistungen<br />

abrufen. Beim Schwitzen<br />

verliert der Körper jedoch Wasser und<br />

wichtige Vital- und Mineralstoffe.<br />

Spezielle Sportgetränke versprechen<br />

Abhilfe. Sie enthalten Elektrolyte<br />

und Vitamine, Magnesium und<br />

Zucker – und nicht selten künstliche<br />

Zusatzstoffe. Zum Glück gibt es eine<br />

Alternative, die mit geballter Natürlichkeit<br />

glänzt!<br />

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Wasser- und Mineralhaushalt des<br />

Körpers gut ausgleichen. Es besteht<br />

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zu handelsüblichen Sportdrinks.<br />

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Kalorien auf 100 ml eine körperbewusste<br />

Erfrischung. Aber natürlich kommt es<br />

auch auf die Qualität an. Hierbei spielen<br />

Anbau, Ernte und Verarbeitung der<br />

Kokosnüsse eine sehr große Rolle. Bei<br />

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Getränk (shape UP 04/<strong>2017</strong>)<br />

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Mischkultur. Keine Plantagen –<br />

keine Rodung<br />

Schonende Ernte durch erwachsene<br />

Kletterer oder mit langen<br />

Bambusrohren vom Boden aus.<br />

Keine Affen!<br />

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MOTIVIERTE FRAUEN SIND<br />

GEFRAGT! SPORTAKTIV<br />

STELLT GEMEINSAM MIT<br />

DEM SPORTS-BRA-SPEZIALIS-<br />

TEN „ANITA ACTIVE“ EINEN<br />

WÖCHENTLICHEN LAUFTREFF<br />

AUF DIE BEINE. UNSER ZIEL:<br />

DER LADIESRUN GRAZ 2018.<br />

LADIES,|<br />

JETZT WIRD|<br />

GELAUFEN!|<br />

HÄLT, WAS ER<br />

VERSPRICHT<br />

CLAUDIA RIEDL<br />

ist <strong>SPORTaktiv</strong>-Redakteurin,<br />

begeisterte Hobbyläuferin<br />

und wird den Damen-<br />

Lauftreff anführen.<br />

Du läufst gerne oder hast schon länger den<br />

Vorsatz, es regelmäßig zu machen? Dann bist<br />

du genau die Richtige für die „ANITA active<br />

Crew“. Wir suchen nämlich 15 motivierte Läuferinnen,<br />

die zusammen mit Crew-Leiterin Claudia<br />

Riedl aus dem <strong>SPORTaktiv</strong>-Team für den Grazer<br />

LadiesRun am 12. Mai 2018 trainieren. Damit die<br />

Perfor mance beim Frauenlauf dann auch wirklich<br />

stimmt, wird es von Mitte März bis zum Tag X<br />

einen wöchentlichen Lauftreff in Graz geben.<br />

Apropos, gute Performance: Für die sorgt auch<br />

der Sports-Bra-Profi ANITA active, der alle Läuferinnen<br />

mit dem perfekt sitzenden Sport-BH ausstattet.<br />

Du möchtest Teil der Ladies-Crew werden?<br />

Dann schick einfach eine kurze Nachricht per<br />

E-Mail mit dem Betreff „ANITA active Crew“ an<br />

office.sportaktiv@styria.com und verrate uns, wieso<br />

du gerne bei unserem Lauftreff dabei wärst.<br />

... nämlich deine Brust!<br />

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bekommst du einen<br />

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Support von Cup AA–H,<br />

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Damit der BH auch richtig<br />

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in Graz.<br />

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40 <strong>SPORTaktiv</strong>


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Die Ansprüche an einen guten Sport-BH<br />

sind groß: Optimale Passform und<br />

Support bis in große Größen, atmungsaktive<br />

Materialien für ein ausgeglichenes Körperklima<br />

und ein komfortables Tragegefühl<br />

gehören zu den wichtigsten Features.<br />

Entsprechend detailgenau geht es in der<br />

Entwicklung und Produktion bei ANITA<br />

zu. Das Familienunternehmen hat sich auf<br />

hochfunktionale und technisch ausgearbeitete<br />

Produkte mit genialer Passform, kompromisslosem<br />

Komfort und hoher Qualität<br />

spezialisiert. In der ANITA active-Linie<br />

finden Sportlerinnen von Cup AA bis H<br />

den richtigen Trainingspartner. Die Sport-<br />

BHs werden bei ANITA im eigenen Haus<br />

entwickelt und gefertigt. Bevor ein BH für<br />

den Handel produziert wird, durchläuft er<br />

mehr als 200 aktive Trageproben.<br />

Dass sich diese Sorgfalt auszahlt, zeigt<br />

sich an dem exzellenten Ruf der Marke.<br />

Jüngster Coup ist der ANITA active Sport-<br />

BH „air control DeltaPad“. Ausgestattet<br />

mit einer triangelfömigen, kaschierenden<br />

Schaumschale, sorgt er für grandiosen Halt<br />

und eine permanente Luftzirkulation. Zusammen<br />

mit der edlen Netzware entsteht<br />

ein einzigartiger Look mit Funktionalität<br />

bis ins kleinste Detail – und er ist auch<br />

noch optisch ein echter Hingucker.<br />

ANITA<br />

ist weltweit mit den<br />

zwei Marken „ANITA<br />

since 1886“ und „ROSA<br />

FAIA“ vertreten und<br />

beschäftigt rund<br />

1700 Mitarbeiter.<br />

www.anita.com<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

41


MIT DEM WIFI<br />

ZUM TRAUMJOB<br />

Das WIFI-Süd macht fit für sportliche<br />

Jobs. Hier eine Auswahl der Angebote:<br />

KOPFSACHE<br />

TRAININGS<br />

WELTMEISTER<br />

KOSTENLOSE INFORMATIONSABENDE<br />

FÜR DIE LEHRGÄNGE<br />

Mentales Training<br />

25. 1. 2018; Do. 18.30-20 Uhr; WIFI-Süd<br />

Diplomausbildungen Gesundheit<br />

und Sport<br />

11. 1. 2018; Do. 18-20 Uhr; WIFI-Süd<br />

Diplomlehrgang Fitnesstrainer<br />

7. 2. 2018; Mi. 18-20 Uhr; WIFI-Süd<br />

Diplomlehrgang Entspannungsund<br />

Achtsamkeitstrainer<br />

14. 12. <strong>2017</strong>; Do. 18.30-20 Uhr<br />

LEHRGÄNGE<br />

Grundlehrgang Mentales Training<br />

1. 3. bis 9. 6. 2018; Mi., Do. 17-21 Uhr,<br />

Fr. 14-18 Uhr, Sa. 9-17 Uhr; 100 Std., € 1.700,–;<br />

WIFI-Süd<br />

Grundlehrgang Gesundheit und Sport<br />

23. 1. bis 3. 3. 2018; Di., Do. 18-21.30 Uhr,<br />

Sa. 9-17 Uhr; 60 Std., € 820,–; WIFI-Süd<br />

Diplomlehrgang Fitnesstrainer<br />

28. 2. bis 23. 6. 2018; Mi., Do. 18-22 Uhr,<br />

Sa. 9-17 Uhr; 214 Std., € 2.900,–; WIFI-Süd<br />

Diplomlehrgang Entspannungsund<br />

Achtsamkeitstrainer<br />

12. 1. bis 28. 4. 2018; Mi. 17-21 Uhr,<br />

Fr. 15-21 Uhr, Sa., So. 9-17 Uhr;<br />

88 Std., € 1.400,–<br />

Informationen unter<br />

Tel. 0316 602-333<br />

Anmeldungen unter<br />

Tel. 0316 602-1234<br />

www.stmk.wifi.at/gesundheit<br />

WIFI Steiermark<br />

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PETER<br />

GURMANN<br />

... ist Sport- und Gesundheitspsychologe<br />

sowie<br />

Beratungs lehrer in<br />

Klagenfurt. Kontakt:<br />

peter.gurmann@aon.at<br />

Viele Sportler können gute Trainingsleistungen<br />

nicht im Wettkampf abrufen. Bei<br />

manchen hat sich Angst vorm Wettbewerb<br />

aufgebaut. Was tun? Eine genaue Situationsanalyse<br />

ist angebracht: Wann ist das Problem das erste<br />

Mal aufgetreten, wie wirkte sich diese Niederlage<br />

auf den Sportler und sein Umfeld aus? Mit welchen<br />

Erwartungen gehen Athlet und Trainer in<br />

die Wettkämpfe? Eine zu hohe Erfolgserwartung<br />

kann leicht zum Gegner werden. Wer bietet<br />

Sicherheit und Schutz, wenn es einmal schlecht<br />

läuft? Schwierigkeiten und Rückschläge sind<br />

selbstverständliche Zugaben zum (Sportler-)Leben.<br />

Trainer und Betreuer sind immer auch „Psychologen“,<br />

also Begleiter des Sportlers auf dem<br />

Weg zu sich selbst. Die menschliche Entwicklung<br />

sollte das oberste Ziel sein. Die sportliche Spitzenleistung<br />

ist nur ein Ergebnis davon.<br />

Der Umgang mit der psychischen Beanspruchung<br />

durch Wettkampfsituationen kann bereits<br />

im Trainingsalltag mit dem „Training der Nichtwiederholbarkeit“<br />

nach Eberspächer verbessert<br />

werden. Der Trainer baut Druck auf, indem er<br />

den entscheidenden Zeitpunkt der Leistungsabgabe<br />

von außen vorgibt: Jetzt oder nie – der Sportler<br />

hat nur einen Versuch. Setzt man diese mentale<br />

Übungsform am Ende einer Trainingseinheit<br />

ein, werden die positiven oder negativen Konsequenzen<br />

des Abschneidens für den Sportler<br />

besonders spürbar. Auch der Umgang mit Frust<br />

muss gelernt werden.<br />

Nicht immer kündigen sich außergewöhnliche<br />

Leistungen bereits im Training an: Bob Beamon<br />

stellte 1968 bei den Olympischen Spielen in Mexiko<br />

mit seinem „Jahrhundertsprung“ auf 8,90 m<br />

einen Fabel-Weltrekord auf, der 23 Jahre halten<br />

sollte. Seine vorherige Bestleistung im Weitsprung<br />

lag bei 8,33 m.


RUN<br />

MENSCHEN<br />

| TRAINING | MATERIAL<br />

RÜCKGANG BEIM<br />

MARATHON<br />

Laut Marathonstudie <strong>2017</strong> des<br />

Portals HDsports gibt es seit 2015<br />

einen Rückgang der Teilnehmerzahlen<br />

bei den fünf großen Marathons<br />

(Wien, Linz, Graz, Salzburg,<br />

Wachau). Auch beim Halbmarathon<br />

werden weniger Läufer verzeichnet.<br />

Dafür boomen Formen<br />

wie Trail- und Adventure-Läufe.<br />

NEUE STRECKE<br />

ON THE RUN<br />

Den Großglockner Ultra-Trail über<br />

110 Kilometer bestritten <strong>2017</strong> insgesamt<br />

1200 Läufer aus 36 Nationen. 2018 gibt es<br />

eine neue Distanz über 75 km (4000 hm).<br />

Die Anmeldung für die Rennen vom 27. bis<br />

29. Juli läuft bereits: www.ultratrail.at<br />

Fotos: Markus Frühmann, iStock, www.ontherun.at<br />

LAUFEND AKTUELLE STORYS,<br />

TRENDS UND TIPPS RUND<br />

UMS THEMA LAUFSPORT AUF:<br />

WWW.SPORTAKTIV.COM<br />

Mit der Laufaktion #ontherun zeigten die Österreichische<br />

Gesellschaft für Europapolitik, Zusammen:Österreich,<br />

die Vertretung der Europäischen Kommission<br />

und die UNHCR auf, wie viele Menschen weltweit auf<br />

der Flucht sind. Bei Lauftreffs und Veranstaltungen<br />

konnte die Benefizaktion 7500 Euro sammeln, die einem<br />

Kinder-Projekt in Jordanien zugute kommen.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

43


MACH ES WIE<br />

DIE KÄNGURUS<br />

KURZE SPRÜNGE, GROSSER EFFEKT. WIE REAKTIVES TRAINING DIE ACHILLES-<br />

SEHNE TRAINIERT UND DIR DAMIT HILFT, DEIN POTENZIAL BEIM LAUFEN BESSER<br />

AUSZUSCHÖPFEN ODER EINFACH MOBILER DURCH DEN ALLTAG ZU KOMMEN.<br />

VON KLAUS MOLIDOR / FOTOS: THOMAS POLZER<br />

Die Verheißungen des reaktiven<br />

Trainings sind groß: wenig Aufwand,<br />

große Wirkung. Und der<br />

Volksmund hat ihm auch noch einen<br />

lustigen Spitznamen gegeben, der gleich<br />

erklärt, worum es geht: Känguru-Training.<br />

Vereinfacht gesagt geht es dabei<br />

darum, mit kleinen Sprüngen das Laufpotenzial<br />

besser ausschöpfen zu können.<br />

„In der Leichtathletik ist das schon lange<br />

gang und gäbe“, erzählt Sportwissenschafter<br />

Kurt Steinbauer. Bis vor rund<br />

15 Jahren allerdings dachte man, dass<br />

die Faszien, also das muskelumhüllende<br />

Bindegewebe wie Bänder und Sehnen,<br />

starres Gewebe seien. Dann ist man<br />

draufgekommen, dass darin große Elastizität<br />

steckt. „Sie haben die Struktur<br />

einer Feder“, erklärt Steinbauer.<br />

Und die kann man trainieren. Beim<br />

Laufen also vor allem die Achillessehne.<br />

Allerdings ist die wie eine starke Feder<br />

und es braucht viel Kraft sie zu dehnen.<br />

„Gehen alleine ist da zu wenig. Beim<br />

Laufen mit etwa 8 km/h fängt es an,<br />

sinnvoll zu werden, weil da das zwei- bis<br />

dreifache Körpergewicht wirkt.“ Beim<br />

Aufprall wird die Sehne vorgedehnt,<br />

beim Abdruck vom Boden zieht sie sich<br />

schnell wieder zusammen und das ergibt<br />

einen Katapulteffekt.<br />

Den besten Trainingseffekt erreicht<br />

man bei der Achillessehne mit Sprüngen.<br />

Entweder aus geringer Höhe oder beim<br />

altbewährten Schnurspringen. „Dadurch<br />

verbessert sich die Funktion, der Verkürzungsreflex<br />

enorm“, sagt Steinbauer.<br />

Wichtig bei Sprüngen aus geringer<br />

Höhe ist, dass man gleich nach der Landung<br />

wieder wegspringt. Ohne die Kraft<br />

aus den Oberschenkeln zu Hilfe zu<br />

nehmen. „Entscheidend ist die Verweildauer<br />

auf dem Boden“, weiß Steinbauer<br />

und formuliert überspitzt: „Du solltest<br />

gefühlt schon wieder wegspringen, bevor<br />

du den Boden berührt hast.“ Als Faustregel<br />

kann man sagen: Optimal ist ein<br />

kurzes Auftippen, bei dem die Ferse den<br />

Boden nicht berührt. Danach lässt sich<br />

auch die richtige Absprunghöhe ermitteln:<br />

Nur so wählen, dass man es noch<br />

schafft, die Ferse nicht aufzusetzen. Das<br />

wird am Anfang die letzte Stufe einer<br />

Treppe sein und sich mit fortschreitender<br />

Trainingsdauer steigern.<br />

Nur schmerzfrei springen<br />

Ebenfalls wichtig: Zehn Sekunden springen,<br />

möglichst durchgehend, danach 30<br />

Sekunden Pause machen und das alles<br />

zehn Mal wiederholen. „Wenn du das<br />

zwei- bis dreimal die Woche machst,<br />

hast du schon sehr viel getan“, sagt<br />

Steinbauer.<br />

Eine Grundvoraussetzung für das<br />

Sprungtraining gibt es aber: eine<br />

DIE ACHILLES-<br />

SEHNE<br />

ist die dickste und stärkste<br />

Sehne beim Menschen.<br />

Sie setzt am Fersenbeinhöcker<br />

an und geht etwa 20<br />

Zentimeter nach oben und<br />

ermöglicht die kraftvolle<br />

Beugung des Fußes in Richtung<br />

der Fußsohle.<br />

44 <strong>SPORTaktiv</strong>


schmerzfreie Achillessehne. „Dann auf<br />

keinen Fall springen, sondern exzentrisch<br />

dehnen“, rät der Experte. Das<br />

heißt: Mit Zehen und Ballen auf eine<br />

Stufe stellen und die Ferse so weit es<br />

geht absenken und wieder hochziehen.<br />

Zur Verbesserung des Effekts auf einem<br />

Bein absenken und mit beiden Füßen<br />

wieder hochziehen. Und das Ganze in<br />

drei Sätzen zu je 15 Wiederholungen.<br />

Wer lange nichts getan hat oder vielleicht<br />

zu viel trainiert hat, sollte ebenfalls<br />

so beginnen. „Denn dann liegen<br />

die Faszien nicht schön geordnet nebeneinander,<br />

sondern sind verworren und<br />

verklebt und gleiten nicht so gut. Da<br />

muss man sie mit der Faszienrolle behandeln.“<br />

Wie erkennt aber der Laie, ob<br />

seine Faszien womöglich verklebt sind?<br />

„Wer beim Ausrollen der Waden mit<br />

einer Faszienrolle Schmerzen stark spürt,<br />

hat sicher verklebte Faszien“, sagt Steinbauer.<br />

Dann sollte man vorsichtig und<br />

gezielt weiter ausrollen, dehnen, bis sich<br />

die Verklebungen lösen und die Sehne<br />

bereit für das Sprungtraining ist.<br />

Sprünge auf einem<br />

Bein. Nur auf dem<br />

Ballen durch die Reifen<br />

springen, danach<br />

Fuß wechseln<br />

Training für alle<br />

Nach zwölf Wochen regelmäßigem<br />

Känguru-Training stellt sich spürbar<br />

ein Erfolg ein. „Der Laufstil wird spritziger,<br />

die Schrittlänge verbessert sich,<br />

der Bodenkontakt wird kürzer – wenn<br />

man bewusst darauf achtet so zu laufen.“<br />

Man wird also auch schneller.<br />

Allerdings: Diese reaktiven Einheiten<br />

ersetzen kein Intervalltraining. „Denn<br />

zum schnellen Laufen gehört auch die<br />

Koordination und die trainierst du eben<br />

nur beim Laufen“, sagt Steinbauer. Auch<br />

das Herz-Kreislauf-System muss dazu<br />

angeregt werden – das fällt beim reaktiven<br />

Training ebenso aus. „Du ersparst<br />

dir auch keine Einheiten im Bereich der<br />

Grundlagenausdauer.“<br />

Eine klare Aussage trifft der Experte<br />

bei der Zielgruppe des reaktiven Trainings:<br />

alle. Also Läufer, die fünf, sechs<br />

Kilometer laufen ebenso wie solche mit<br />

Marathon-Ambitionen. Und dazu nicht<br />

nur Läufer: „Man hat auch bei älteren<br />

und nicht so fitten Personen festgestellt,<br />

dass reaktives Training die Mobilität<br />

deutlich verbessert“, sagt Steinbauer.<br />

Reaktives Training ist also eine zusätzliche<br />

Komponente. Für Läufer, die sich<br />

steigern möchten oder Menschen, die<br />

den Alltag mobiler und stabiler gestalten<br />

möchten. Und es ist das ganze Jahr über<br />

sinnvoll. Wenn man es richtig und in<br />

der passenden Intensität betreibt. Also<br />

maximal jeden zweiten Tag. „Direkt<br />

am Tag nach dem Training braucht die<br />

Sehne Regeneration“, erklärt Steinbauer.<br />

„Optimal ist es, zuerst das reaktive Training<br />

durchzuführen, danach Intervalle<br />

zu laufen und einen Tag Pause einzustreuen.“<br />

Damit hilft man sich beim<br />

Laufen selbst am besten auf die Sprünge.<br />

Dann gibt es vielleicht doch das eine<br />

oder andere Känguru in Austria …<br />

KURT<br />

STEINBAUER<br />

ist Sportwissenschafter,<br />

Leistungsdiagnostiker und<br />

Lauftrainer in Graz und<br />

Deutschlandsberg (St),<br />

bietet Trainingsplanung und<br />

-betreuung an.<br />

www.spiritofsports.at<br />

Fotos: Thomas Polzer, KK<br />

46 <strong>SPORTaktiv</strong>


Die Basisübung: Springen<br />

aus dem Stand mit durchgestreckten<br />

Knien. Die<br />

Kraft kommt nur aus der<br />

Sehne und nicht aus den<br />

Oberschenkeln.<br />

Springen wie ein<br />

Känguru. Philipp springt<br />

von der grauen Stufe auf<br />

den Boden, tippt kurz auf<br />

und springt auf die grüne<br />

Stufe. Die Ferse berührt<br />

den Boden nicht, die<br />

Beine sind immer unter<br />

Spannung.<br />

Die Vorstufe zu den Känguru-Sprüngen<br />

ist das<br />

exzentrische Dehnen.<br />

Erst die Ferse so weit<br />

wie möglich absenken<br />

und danach hochziehen<br />

so weit es geht. Zur<br />

Verstärkung das Absenken<br />

nur auf einem Bein<br />

durchführen.<br />

DIE ÜBUNGEN<br />

Leichtathlet Philipp Multerer<br />

zeigt vier Übungen zur<br />

Stärkung der Achillessehne.<br />

Wichtig: Bei den Sprüngen<br />

reichen zehn Mal zehn<br />

Sekunden springen mit 30<br />

Sekunden Pause maximal<br />

jeden zweiten Tag.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

47


LAUFEN, LAUFEN, LAUFEN. JEDEN TAG,<br />

FAST VIER JAHRE OHNE UNTERBRE-<br />

CHUNG UND AUF DER GANZEN WELT.<br />

PHILIPP GRILL AUS OBERÖSTERREICH<br />

HAT SOGAR FORREST GUMP<br />

ÜBERRUNDET UND DABEI VIEL ÜBER<br />

SICH UND DIE WELT GELERNT.<br />

VON KLAUS MOLIDOR<br />

RUNNING<br />

MAN<br />

AUS ROHRBACH<br />

Jetzt tauchen sie wieder auf, die<br />

Fragen der Freunde und Bekannten.<br />

„Wie lange noch?“ wollen sie<br />

von Philipp Grill wissen. „Wie lange<br />

willst du noch jeden Tag laufen gehen?“<br />

Die Standardantwort war dann jahrelang:<br />

„So lange wie Forrest Gump“.<br />

Drei Jahre, zwei Monate und 14 Tage.<br />

So lange ist die von Tom Hanks dargestellte<br />

Figur im Hollywood-Klassiker aus<br />

dem Jahr 1994 gelaufen. Diese Marke<br />

hat Grill im Frühjahr <strong>2017</strong> erreicht.<br />

Trotzdem läuft er immer noch jeden Tag<br />

zumindest acht Kilometer.<br />

Dabei wollte er eigentlich „nur“ abnehmen.<br />

Mit mehr als 90 Kilo war es<br />

Zeit, etwas zu tun. Regelmäßig. „Weil<br />

du einen Plan brauchst, um nicht gleich<br />

wieder mit dem Sport aufzuhören.“ Am<br />

Anfang hieß es durchbeißen, dann wurde<br />

es mehr und mehr Genuss. „Wenn<br />

ich im Herbst in der Früh loslaufe,<br />

im Tal der Nebel liegt und die Sonne<br />

aufgeht – das ist ein Naturerlebnis, da<br />

geht’s dir einfach gut.“<br />

Zeiten, Rekorde, Wettkämpfe: Das<br />

war anfangs nichts für den 30-Jährigen<br />

aus Rohrbach (OÖ). Laufen, damit<br />

es ihm besser geht war sein Ziel. Eine<br />

Woche lang jeden Tag, einen Monat, ein<br />

Jahr. Nach eineinhalb Jahren haben ihn<br />

48 <strong>SPORTaktiv</strong>


„OB ICH 8 ODER<br />

30 KILOMETER LAUFE,<br />

ENTSCHEIDE ICH<br />

ERST UNTERWEGS.“<br />

seine Freunde „Forrest“ gerufen. War<br />

ihm egal, ist ihm egal. Die Kilos sind gepurzelt,<br />

die Laufleistung ist gestiegen.<br />

Fotos: liana.at, Tobi Reiter<br />

Der eigene Körper ist der Trainer<br />

40 Kilometer waren es bei seinem ersten<br />

Wings for Life World Run. Zum besseren<br />

Verständnis: Wer bei diesem Rennen<br />

40 Kilometer schafft, muss den Marathon<br />

in 3:08 Stunden laufen können.<br />

„Aber ich laufe immer ohne Trainingsplan“,<br />

sagt Grill. Sein bester Trainer ist<br />

in der Zeit einer geworden, den er Tag<br />

für Tag besser kennengelernt hat: der<br />

eigene Körper. „Wenn ich vorhabe 30<br />

Kilometer zu laufen und merke, dass die<br />

Beine schwer sind, dass die Leichtigkeit<br />

fehlt, dann belasse ich es eben bei 8 Kilometern.<br />

Und umgekehrt“, erzählt er.<br />

Einmal wollte er dennoch wissen, was<br />

mit gezielter Trainingssteuerung drinnen<br />

ist. Nachdem er beim zweiten World<br />

Run 44 Kilometer geschafft hat, sollten<br />

es beim dritten 50 werden. „Da hab ich<br />

eine Leistungsdiagnostik gemacht und<br />

nach Plan trainiert.“ Nach ein paar Wochen<br />

begann es aber zu zwicken. Keine<br />

großen Probleme, aber ein Warnschuss.<br />

„Also hab ich den Plan verworfen und<br />

wieder auf mich selbst gehört.“<br />

Dabei ist Philipp Grill ein Kind der<br />

Zeit. Er arbeitet in der IT-Branche und<br />

ist immer auf der Suche nach neuen<br />

Technologien. Und er hat auch ein soziales<br />

Leben. „Es ist mir enorm wichtig,<br />

Freunde zu treffen, nach der Arbeit etwas<br />

zu unternehmen.“ Laufen findet daher<br />

dann statt, wenn alle noch schlafen.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

49


Um 5:15 Uhr steht er auf, um 5.30 Uhr<br />

ist er auf der Runde. Wenn irgendwo ein<br />

Artikel über Sportsucht erscheint, liest<br />

er ihn aufmerksam. „Und ich reflektiere<br />

sehr genau, ob ich sportsüchtig bin oder<br />

nicht, spreche mit Freunden darüber,<br />

wie sie die Sache sehen.“<br />

Das Leben – ein Abenteuer<br />

Immer wieder nimmt er sich Auszeiten.<br />

Nachdem er in einer Firma aufgehört<br />

hat, ist er auf Weltreise gegangen. Hawaii,<br />

Peru, die Fidschi-Inseln, Südafrika,<br />

Botswana, Australien. Überall ist er<br />

gelaufen, hat neue Menschen kennengelernt,<br />

neue Erfahrungen gemacht.<br />

„Du hast die ganze Welt gesehen“ – sagen<br />

seine Freunde. „Ich habe so wenig<br />

von der Welt gesehen“ – sagt Philipp<br />

Grill. „Je mehr ich gereist bin, desto<br />

mehr ist mir bewusst geworden, wie<br />

wenig ich weiß.“ Dafür erklären ihm daheim<br />

Leute die Welt, die nie aus ihrem<br />

Dorf hinausgekommen sind. „Uns geht<br />

es in Österreich so gut. Sozial- und Gesundheitssystem<br />

sind sehr gut, wir können<br />

Leitungswasser trinken und so viele<br />

Leute meckern, nörgeln und jammern.“<br />

Seinen Blog hat er Liana genannt, als<br />

Abkürzung für „Life is an adventure“<br />

– das Leben ist ein Abenteuer. Er will<br />

zeigen, dass es mehr gibt als die eigenen<br />

vier Wände, den Horizont erweitern,<br />

Leute an seinen Erfahrungen teilhaben<br />

lassen. Sie vielleicht auch dazu zu<br />

bringen, jeden Tag zu laufen, jahrelang?<br />

„Nein, das nicht. Das ist ja auch ein<br />

Blödsinn.“ Darum hat das tägliche Laufen<br />

auch ein Ablaufdatum. „Jetzt geht es<br />

mir super damit, ich bin nie krank und<br />

musste in der Zeit nie Tabletten schlucken.<br />

Auch der Bewegungsapparat ist in<br />

Ordnung. Aber ich weiß ja nicht, wie<br />

das in 10, 15 Jahren ausschauen würde.“<br />

Ganz aufhören wird er mit dem Laufen<br />

nicht. „Ich mache es ja nicht wegen<br />

der Rekorde sondern wegen des Genusses.“<br />

Jeden Tag muss er sich das nicht<br />

mehr geben. „Da geht es um den logistischen<br />

Druck: wenn du auf den Großvenediger<br />

gehst, runterkommst und dann<br />

noch laufen sollst, ist das einfach zach.“<br />

PHILIPP<br />

GRILL<br />

läuft seit 3. Jänner 2014<br />

jeden Tag und hat in<br />

dieser Zeit knapp 15.000<br />

Kilometer zurückgelegt.<br />

All seine Läufe zeichnet<br />

er mit der Runtastic-App<br />

auf. Neben seiner Arbeit<br />

in der IT-Branche berichtet<br />

er auf seinem Blog<br />

von den Erfahrungen, die<br />

er auf der ganzen Welt<br />

gemacht hat.<br />

www.liana.at<br />

„ICH REFLEKTIERE|<br />

SEHR GENAU, OB ICH|<br />

SPORTSÜCHTIG BIN|<br />

ODER NICHT“|<br />

Der Weihnachts-Schweinehund<br />

Wer jetzt glaubt, dass Philipp Grill keinen<br />

inneren Schweinehund hat, der irrt.<br />

Ein-, zweimal pro Jahr meldet sich der.<br />

„In der Weihnachtszeit, wenn ich hin<br />

und wieder am Abend laufe. Da hab ich<br />

nach der Arbeit Hunger, laufe aber vor<br />

dem Essen und sehe in die erleuchteten<br />

Wohnzimmer. Dort sitzen die Leute und<br />

essen und haben Spaß. Da denk ich mir<br />

schon: Ich will das jetzt auch.“<br />

Also Philipp, wie lange noch jeden<br />

Tag laufen? „Auf alle Fälle bis 3. Jänner<br />

2018“, sagt er ohne nachzudenken. An<br />

dem Tag macht der das vierte Jahr voll,<br />

1461 Tage hintereinander. Und weil<br />

er eben doch nicht ganz ohne Ziel ist,<br />

möchte er heuer noch die 4000-Kilometer-Marke<br />

knacken.<br />

Das Laufen hat ihm viel gebracht. Fitness,<br />

Weltoffenheit, Zufriedenheit mit<br />

einfachen Dingen. „Ich brauche kaum<br />

Dinge, die viel Geld kosten“, sagt er.<br />

Lieber sind ihm Erlebnisse in der Natur,<br />

in den Bergen, in der ganzen Welt. „In<br />

Südafrika bin ich an der Grenze zu Botswana<br />

durch ein kleines Dorf gelaufen,<br />

dort haben mich viele Kinder einfach so<br />

ein Stück begleitet. Das war ein einmaliges<br />

Erlebnis.“<br />

Oder in Machu Picchu, der legendären<br />

Ruinenstadt der Inka in Peru. „Das<br />

war auch der einzige Lauf, der nicht<br />

vollständig mit Runtastic aufgezeichnet<br />

ist. Dort hatte ich nach zehn Minuten<br />

immer noch kein GPS-Signal. Also bin<br />

ich einfach so gelaufen.“<br />

Hawaii, Botswana, Rohrbach. Philipp<br />

Grill läuft, weil es ihm Spaß macht. Und<br />

wie wird das sein, wenn er tatsächlich<br />

einen Kalendertag pausiert? „Nicht so<br />

schlimm, denke ich. Der Stress, das<br />

Laufen unterzubringen, wird wegfallen.“<br />

Und die Fragen der Freunde.<br />

50 <strong>SPORTaktiv</strong>


shared<br />

our events 2018: planb-event.com<br />

passion<br />

märz - oktober 2018 25. - 27. mai 2018 15. - 17. Juni 2018 30. Juni 2018 02. - 08. september 2018


LAUFEN STATT<br />

RUTSCHEN<br />

ENDLICH LIEGT SCHNEE.<br />

DA MACHT DIE GEWOHNTE<br />

LAUFRUNDE GLEICH WIEDER<br />

MEHR SPASS. VORAUSGESETZT,<br />

DU BEHERZIGST EIN PAAR TIPPS,<br />

DAMIT DAS TRAINING NICHT ZUR<br />

RUTSCHPARTIE WIRD.<br />

VON KLAUS MOLIDOR<br />

Laufen im Winter? Na klar! Warum<br />

auch nicht. Gegen die Kälte kann<br />

man sich wappnen. Nur sollte man auch<br />

auf die richtigen Schuhe nicht vergessen.<br />

Winterreifenpflicht wie bei den Autos<br />

gibt es zwar keine, mehr Grip ist beim<br />

Laufen auf Schnee und Matsch aber auf<br />

alle Fälle gefragt. Du willst ja laufen und<br />

nicht rutschen.<br />

Das Wichtigste ist also die Außensohle,<br />

die ein gröberes Profil haben sollte als<br />

im Sommer. Sonst wird die Runde auf<br />

gepresster Schneedecke gleich einmal<br />

zur Zitterpartie. Nicht zu unterschätzen<br />

ist auch der Einfluss der Temperatur auf<br />

die Schuhe. Durch die Kälte sind die<br />

Kunststoffe in der Mittelsohle weniger<br />

elastisch, was zu weniger Dämpfung<br />

führt.<br />

Eine gute Alternative sind Trailschuhe<br />

mit gutem Profil. Sie bieten im Schnee<br />

Halt und sind zudem schon oft mit<br />

Gore-Tex-Membran ausgestattet – ein<br />

wichtiges Feature, um nasse Füße zu<br />

verhindern. Für den Durchschnittsläufer,<br />

der im urbanen Gebiet zu Hause ist,<br />

wird diese Variante ausreichen, zumal<br />

sie im Sommer auch auf den Trails gut<br />

funktioniert.<br />

Spezielle Winterlaufschuhe gibt es<br />

natürlich auch: mit grobstolligem Profil,<br />

anderer Gummimischung in der Sohle<br />

und sehr oft mit Gamaschen, die bis<br />

über das Sprunggelenk gehen. Damit<br />

können auch Offroad-Passagen abseits<br />

der ausgetretenen Wege trockenen Fußes<br />

absolviert werden.<br />

Foto: La Sportiva/Fred Marmsater<br />

52 <strong>SPORTaktiv</strong>


ICEBUG PYTHO4 BUGRIP<br />

gute Traktion auf Schnee und<br />

Eis, dank BUGrip-Außensohle<br />

ausbalancierte Torsionssteifigkeit<br />

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Obermaterial stößt Wasser ab<br />

PREIS (UVP): € 169,95<br />

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Grip auch bei vereistem<br />

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Membran<br />

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Gelände für ausreichend<br />

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SALOMON SNOWCROSS 2 CSWP<br />

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<strong>SPORTaktiv</strong><br />

53


NEUE STRECKE,<br />

VIEL MEHR GLANZ<br />

Neue Streckenführung,<br />

neues Läuferzelt<br />

und dazu Teilnehmer<br />

aus 45 Nationen.<br />

Der Graz-Marathon ist<br />

auch im neuen Kleid<br />

eines geblieben:<br />

der Herbstklassiker.<br />

Graz und die Läufer. Sie alle haben bei<br />

der 24. Auflage des Herbstklassikers<br />

gestrahlt. Die Stadt in der Herbstsonne,<br />

die Läufer des Graz Marathons auf der<br />

neuen Strecke, im neuen Start-Ziel-Bereich<br />

und natürlich im Ziel. Egal, ob nach 10,5<br />

Kilometern, nach 21,1 oder nach der vollen<br />

Marathondistanz von 42,195 Kilometern.<br />

„Die Leute an der Strecke waren ein Wahnsinn<br />

und haben jeden unglaublich angefeuert. Das<br />

motiviert enorm“, sagt Ramona überglücklich<br />

nach ihrem ersten Antreten in Graz. „Amazing<br />

crowd“, sprich „fantastisches Publikum“,<br />

schnaufte auch Craig aus Großbritannien im<br />

Ziel vor der Oper. Als er nach 4:02 Stunden<br />

die letzten Meter durch ein Spalier aus Cheerleadern<br />

lief, waren die Sieger im Damen- und<br />

Fotos: Graz Marathon/GEPA Pictures<br />

54 <strong>SPORTaktiv</strong>


GRAZ MARATHON 2018<br />

Nach dem Lauf ist vor<br />

dem Lauf: 2018 findet der<br />

Herbstklassiker in Graz von<br />

12. bis 14. Oktober statt.<br />

www.grazmarathon.at<br />

Herrenbewerb bereits auf dem Weg zur<br />

Siegerehrung.<br />

Das Spitzenfeld bei den Herren war –<br />

wie so oft bei den Marathons rund um<br />

den Globus – fest in kenianischer Hand.<br />

Edwin Kirwa führte den Vierfachtriumph<br />

der führenden Marathon-Nation<br />

an und siegte in 2:12:57 Stunden klar<br />

vor Wilson Cheruiyot, William Kosgei<br />

und Richard Bett. Bester Österreicher<br />

wurde der Steirer Stefan Schriebl in<br />

2:31:50 Stunden. Dabei hatte es der<br />

31-Jährige besonders schwer. Ab Kilometer<br />

25 war er alleine unterwegs – die<br />

Kenianer waren da schon außer Reichweite<br />

und auf den zweitbesten Österreicher<br />

Vinzenz Kumpusch, der am Ende<br />

Sechster wurde, hatte er deutlichen<br />

Vorsprung.<br />

Gleich zwei Überraschungen lieferten<br />

die Damen. Elisabeth Smolle lief bei<br />

ihrem erst zweiten Marathon in 3:13:36<br />

zum Sieg vor Sigrid Sabbadini-Tengg,<br />

die sich überhaupt das erste Mal an die<br />

klassische Distanz gewagt hatte. Beide<br />

waren im Ziel nicht nur glücklich, sondern<br />

auch einigermaßen erstaunt.<br />

Zufriedene Veranstalter<br />

Zufrieden dürfen aber auch die Veranstalter<br />

sein. Die neue Strecke, die zuerst<br />

in den Süden und dann auf einer Schleife<br />

durch die Grazer Innenstadt führte,<br />

hat sich bei den Läufern ganz offensichtlich<br />

bewährt. „Dadurch läufst du am<br />

Ende von Norden nach Süden. Quasi<br />

hinunter ins Ziel statt wie früher hinauf.<br />

Das ist psychologisch ein Vorteil“, sagt<br />

Rennleiter Anton Wippel zufrieden und<br />

freut sich über viele positive Rückmeldungen<br />

zur neuen Strecke. Vor allem<br />

aber gab es keine Schwierigkeiten mit<br />

der Orientierung, weil beide Runden<br />

ident waren. Auch das neue Konzept<br />

mit dem großen Läuferzelt vor der Oper<br />

und den Duschen direkt im Zielbereich<br />

ist gut angekommen. „Wir wollen<br />

den Läufer mehr in den Mittelpunkt<br />

stellen“, hat Organisator Michael Kummerer<br />

schon im Vorfeld erklärt und den<br />

Platz, der sonst den VIPs vorbehalten<br />

war, für die Läufer reserviert.<br />

Erstmals war die Veranstaltung auch<br />

ein Drei-Tages-Fest. Beim City-Lauftreff<br />

am Freitag hatten Hobbyläufer die<br />

Chance auf eine gemeinsame Runde<br />

mit den Top-Läufern. Am Samstag<br />

folgten die Familien- und Kinderläufe<br />

und der weltweit erste Maskottchenlauf,<br />

angeführt von Ferdy Flott, dem neuen<br />

Maskottchen des Graz-Marathons.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

55


ZWEI FLUGSTUNDEN VON<br />

ÖSTERREICH ENTFERNT LÄUFT MITTE<br />

OKTOBER DER „PALMA MARATHON<br />

MALLORCA“ (PMM). EIN INTERNA-<br />

TIONALER EVENT OHNE BALLER-<br />

MANN-KLISCHEES ALS ALTERNATIVE<br />

ZU DEN BEKANNTEN HERBSTMARA-<br />

THONS. SPORTAKTIV HAT SICH VOR<br />

ORT UMGESCHAUT.<br />

VON CHRISTOF DOMENIG<br />

ALTSTADT,<br />

STRAND UND<br />

MARATHON<br />

Die Regierung der Balearen-Insel<br />

bemüht sich seit Jahren, das Partyinsel-Image,<br />

naja, zumindest<br />

in geregelte Bahnen zu lenken. Und<br />

damit sollen alle Klischees auch schon<br />

abgehandelt sein. Sportler denken bei<br />

Herbst/Winter und Mallorca sowieso an<br />

anderes: An die Mountainbike-Routen<br />

im Hinterland oder sonnige Triathlon-Trainingslager,<br />

beispielsweise.<br />

Den Marathon in der Inselhauptstadt<br />

Palma haben noch vergleichsweise wenige<br />

Österreicher auf dem Radar. Der Lauf<br />

wird seit drei Jahren neu aufgestellt.<br />

Zuvor hatte der Event viele Jahre lang<br />

den Reiseveranstalter „Tui“ als namensgebenden<br />

Hauptsponsor. Und einen<br />

sehr hohen Anteil deutscher Starter. Mit<br />

neuem, spanisch-deutschem Organisationsgespann<br />

(der spanischen Eventagentur<br />

Kumulus und der deutschen WEC)<br />

geht es seit 2015 in eine betont andere<br />

Richtung: Nun will der Event ein viel<br />

internationaleres Publikum anziehen<br />

– und das gelingt bereits in Jahr drei<br />

ausgesprochen gut.<br />

46 Nationen, hoher Frauenanteil<br />

Doch zunächst: „Kurz-kurz“ hat in<br />

diesem Oktober <strong>2017</strong> eine zweite<br />

Bedeutung: Kurzärmelig kann man in<br />

den Flieger steigen, ohne am Rollfeld<br />

zu frösteln, um zwei Stunden später bei<br />

25 Grad unter blauem Himmel wieder<br />

auszusteigen. Dass just am Wochenende<br />

des „PMM“ auch in ganz Mitteleuropa<br />

beinahe nochmals sommerliche Bedingungen<br />

herrschten, war bloß Zufall. Auf<br />

Mallorca ist es üblich. Sonnencreme<br />

nicht vergessen.<br />

Fotos: Palma Marathon Mallorca<br />

56 <strong>SPORTaktiv</strong>


Schon sehr fein, so eine herbstliche<br />

Sonnengarantie – finden dann auch<br />

über 10.000, die am Sonntag, dem 14.<br />

Oktober, in Palma an der Startlinie zu<br />

den drei Strecken über 42, 21 und 10<br />

Kilometer stehen. Zeitig um 9 Uhr, den<br />

zu dieser Jahreszeit üblichen Tagestemperaturen<br />

(eben rund um 25 Grad oder<br />

auch knapp darüber) geschuldet.<br />

Nochmal zum Stichwort „international“:<br />

Beeindruckend, so ein Starterfeld<br />

aus 46 Nationen – auch nicht gewöhnlich<br />

sind 45 Prozent Frauenanteil. Die<br />

Stimmung: fröhlich, freundlich. Wie<br />

man es sich im Urlaub wünscht. Nach<br />

Bestzeiten giert keiner. Größte Nation<br />

am Start sind noch die Deutschen, doch<br />

Spanier und Briten folgen nicht weit<br />

dahinter. Viele Skandinavier sind da,<br />

Italiener, Osteuropäer, eben ein bunter<br />

Nationenmix. Und T-Shirts beweisen:<br />

Viele Laufvereine zieht es aus ganz Europa<br />

gemeinschaftlich in den Süden.<br />

Durch die verwinkelte Altstadt<br />

Die 21-km-Runde (Marathonis laufen<br />

zwei Runden) teilt sich in zwei Hälften<br />

mit deutlich unterschiedlicher Charakteristik.<br />

Die ersten 11 Kilometer (und<br />

damit auch der gesamte 10-km-Run)<br />

führen als Schleife am Hafen entlang.<br />

Richtig interessant wird’s danach: Man<br />

biegt in die Altstadt ab mit wunderschönen,<br />

teils auch schmalen und verwinkelten<br />

Gässchen. Neben den Temperaturen<br />

noch ein Grund, warum man beim<br />

„PMM“ keine Bestzeit erwarten sollte.<br />

Genießen, schauen, Atmosphäre aufsaugen:<br />

Das passt auch viel besser.<br />

Gänzlich frei von Ambition geht es<br />

an der Spitze nicht zu: 2015 reichten<br />

noch 2:43 Stunden zum Marathonsieg<br />

– heuer kommt der Spanier Cristofol<br />

Castanyer Bernat schon nach 2:31:15<br />

Stunden ins Ziel. Siegerinnen und Sieger<br />

der drei Hauptbewerbe kommen aus:<br />

Spanien (2 x), Deutschland, Tschechien,<br />

Großbritannien und Schweden. Ein<br />

gutes Spiegelbild des Starterfeldes.<br />

Für wen ist der PMM nun eine Reise<br />

wert? Für alle, die noch einmal den<br />

Sommer erleben, Urlaubsfeeling und<br />

südliches Flair genießen – und dabei<br />

einen professionell organisierten Herbstmarathon<br />

mitnehmen wollen. Das<br />

Wochenende rennt vom Frühstückslauf<br />

am Freitag, über den Kinderlauf am<br />

Samstag bis zum Marathonsonntag betont<br />

entspannt ab. Apropos entspannt:<br />

Vom Ziel marschiert man eine Minute<br />

zum Strand und streckt die strapazierten<br />

Füße ins Meer. Sorry, aber da kommt<br />

kein Massagedienst mit ...<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

57


FINALE:<br />

DER<br />

LETZTE<br />

AUSLAUF<br />

„WAS MACHST DU<br />

HEUER ZU SILVESTER?“<br />

DIESE KLASSISCHE FRAGE<br />

BEANTWORTE ICH SEIT JAH-<br />

REN MIT: „LAUFEN NATÜR-<br />

LICH“. SCHLIESSLICH GIBT<br />

ES NICHTS SCHÖNERES, ALS<br />

SICH AM LETZTEN TAG DES<br />

JAHRES NOCH EINMAL AUF<br />

DER KURZDISTANZ ZU BE-<br />

WEISEN. UND DAS FEIERN<br />

DANACH MACHT GLEICH<br />

DOPPELT SO VIEL SPASS.<br />

VON WOLFGANG KÜHNELT<br />

Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen,<br />

die ich über meine<br />

Silvesterläufe gefunden habe,<br />

datieren aus dem Jahr 2011. Damals<br />

startete ich mit meinem Sportsfreund<br />

Martin in Graz. Dazu muss man wissen:<br />

Silvesterläufe in urbanen Gebieten<br />

haben viel Tradition und noch mehr<br />

Anziehungskraft. Das heißt: Man wird<br />

ziemlich sicher Bekannte treffen, auch<br />

ohne sich zu verabreden. Das heißt<br />

aber auch: Es kann auf den ersten ein<br />

bis zwei Kilometern schon einmal zu<br />

kleineren Staus kommen. Und: Statt<br />

Applaus vom Rand der Strecke gibt es<br />

eher skeptische Blicke von Spaziergängern,<br />

die sich vor dem Festmahl noch<br />

einmal ungestört „die Beine vertreten“<br />

wollten. Macht nichts, denn in Graz,<br />

wie auch überall anders, ist das Schönste<br />

am Silvesterlauf das Feiern nach<br />

dem Zieleinlauf. Man steht im Warmen,<br />

trinkt ein Glaserl Was-auch-immer und<br />

genießt das wohlige Prickeln in den<br />

Oberschenkeln, die gerade wieder Auftauen.<br />

Ob in den Stunden danach ein<br />

Sauschädel folgt oder ein Bockbier – an<br />

diesem Tag hat man kein schlechtes Gewissen<br />

mehr.<br />

Stadt, Land, Fluss<br />

Ich mag Läufe zum Jahresende, weil<br />

sie einen auch im November und <strong>Dezember</strong><br />

noch zum Training motivieren.<br />

Nicht ganz so lustig ist es freilich vor<br />

dem Start. Denn Silvesterläufe haben in<br />

unseren Breiten einen klaren Nachteil:<br />

Sie finden im Winter statt. Wer bei einer<br />

größeren Veranstaltung antritt, sollte<br />

sich warm anziehen, denn die Wartezeit,<br />

bevor es endlich losgeht, ist nicht ohne.<br />

Die Distanzen sind üblicherweise kurz,<br />

Foto: Thomas Polzer<br />

58 <strong>SPORTaktiv</strong>


Unser Redakteur<br />

Wolfgang Kühnelt<br />

(rechts im Bild) ist<br />

seit 2011 begeisterter<br />

Silvesterläufer.<br />

Freunde treffen,<br />

ein Glaserl Sekt<br />

und das eine oder<br />

andere Ritual, das<br />

Glück verspricht:<br />

das gehört dazu.<br />

aber bei den Temperaturen haben sie<br />

es trotzdem in sich. Wem so ein Wettbewerb<br />

in der Stadt dennoch zu wenig<br />

Herausforderung bietet, der hat zwei<br />

Möglichkeiten: Entweder man wählt<br />

einen Lauf am Lande, wo es bergauf und<br />

bergab geht, dazu kommen wir etwas<br />

später. Oder man unternimmt ein Double<br />

und rennt bereits am 30. <strong>Dezember</strong><br />

bei einem der weltweit eher sehr seltenen<br />

Bauernsilvesterläufe.<br />

Warum die Landbevölkerung gerne<br />

schon den Tag vor dem 31. <strong>Dezember</strong><br />

feierlich begeht, dazu gibt es einige Legenden,<br />

die hier nichts zur Sache tun.<br />

Den Bauernsilvesterlauf gibt es laut<br />

Google genau einmal in Österreich,<br />

nämlich in Mürzzuschlag. Auch den<br />

habe ich getestet und zwar Ende 2012.<br />

Viermal rennt man eine 1,5 Kilometer<br />

lange Schleife durch die Stadt. Das Starterfeld<br />

ist sehr übersichtlich, allerdings<br />

auch ordentlich durchtrainiert. Wer hier<br />

nicht Letzter wird, darf zufrieden sein.<br />

Die Challenge war in Mürzzuschlag aber<br />

weder die hügelige Strecke noch der eisige<br />

Untergrund, sondern der Besuch im<br />

Kaffeehaus samt Konsum von Krapfen,<br />

die ich unklugerweise VOR dem Lauf<br />

zu mir genommen hatte. Auch für das<br />

Feiern braucht man eben das richtige<br />

Timing.<br />

In den Jahren danach wechselte ich<br />

zum Jahresende in die Provinz. Zum<br />

Beispiel nach St. Stefan ob Stainz. Ein<br />

paar Dutzend Teilnehmer, darunter<br />

regionale Spitzenläufer. Ein 2-Kilometer-Kurs<br />

mit atem(be)raubenden Steigungen,<br />

den man wahlweise zwei- oder<br />

viermal durchleidet. Aber dann: Ein<br />

grandioses Kuchenbuffet von den fleißigen<br />

Helferinnen aus der Umgebung.<br />

Glühwein, Würstel und Bier. Unvernunft<br />

kann so schön sein, solange einen<br />

jemand sicher nach Hause chauffiert.<br />

Für den heurigen Jahresabschluss habe<br />

ich zwei Optionen, die mir sehr reizvoll<br />

erscheinen. Die Entscheidung heißt<br />

wieder: Stadt oder Land. Im oberösterreichischen<br />

Peuerbach findet einer der<br />

traditionsreichsten Bewerbe des Landes<br />

statt, heuer bereits zum 21. Mal. Hier<br />

gibt es Kinderläufe, Staffelbewerbe, einen<br />

Volkslauf mit 6800 Metern Länge<br />

und den „Lauf der Asse“, bei dem Weltklasse-Athleten<br />

mit bis zu 21 km/h unterwegs<br />

sind. Oder doch Wien? Da startet<br />

man – gerne auch kostümiert! – am<br />

31. 12. auf der Ringstraße und kommt<br />

bei der Oper, dem Burgtheater und dem<br />

Parlament vorbei. Und wo läufst du ins<br />

neue Jahr?<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

59


STETTELDORF IST AUF DEN BEINEN<br />

Der Silvesterlauf in Niederösterreich findet zum Jahresende<br />

bereits zum 13. Mal statt. Rechtzeitig anmelden!<br />

NIEDERÖSTERREICH. 400 Teilnehmer erhoffen sich die<br />

Organisatoren des SV Stetteldorf und des TV Stetteldorf,<br />

wenn am 31. <strong>Dezember</strong> die 13. Auflage des beliebten<br />

Silvesterlaufes über die Bühne geht. Wer auf der flachen<br />

Strecke seine Winterform überprüfen oder einfach nur die<br />

Weihnachtskekse heruntertrainieren will – hier sind alle<br />

am richtigen Platz. Die Voranmeldung läuft bis zum 28.<br />

<strong>Dezember</strong>. Los geht es mit den Kinderläufen ab 13 Uhr, der<br />

Hauptlauf wird um 14 Uhr im Pfarrzentrum gestartet.<br />

Infos: www.silvesterlauf.stetteldorf-wagram.at<br />

MIT DEN STARS INS NEUE JAHR<br />

Ganz Peuerbach ist bereit für die 21. Auflage<br />

des traditionellen Silvesterlaufs.<br />

31 DEZEMBER. Bozen, Madrid, Peuerbach: Das sind laut<br />

Deutschem Leichtathletik-Verband die drei besten Silvesterläufe<br />

Europas. Kein Wunder: Treffen sich doch im oberösterreichischen<br />

Hausruckviertel Hobbyläufer und Weltklasse-Athleten,<br />

um das alte Jahr zu verabschieden – heuer<br />

bereits zum 21. Mal. Der Volkslauf ist 6,8 km lang, tausende<br />

Zuschauer machen auch die Teilnahme am Kinder- oder<br />

Staffellauf zu einem Erlebnis. Beim 6,8 km langen „Lauf der<br />

Asse“ kann sich jeder sogar mit den Stars messen.<br />

www.silvesterlauf.at<br />

KÄRNTEN LÄUFT<br />

TRAININGSCAMP<br />

am Wörthersee 25.–28. März 2018<br />

Alle Infos unter<br />

www.kaerntenlaeuft.at<br />

www.kaerntenlaeuft.at<br />

KLEINE ZEITUNG<br />

GRAZ MARATHON<br />

14.–16.Oktober 2018<br />

Alle Infos unter<br />

grazmarathon.at<br />

www.grazmarathon.at<br />

Wörthersee<br />

Meine Kleine.


WENN BERGLAUFEN|<br />

FÜR GÄNSEHAUT|<br />

SORGT|<br />

DER FILM „7 MOUNTAINS TO GLORY“<br />

ÜBER DEN 29. BERGMARATHON „RUND<br />

UM DEN TRAUNSEE“ FÄNGT DIE FAS-<br />

ZINATION TRAILRUNNING PERFEKT<br />

EIN. JETZT LIEF DIE PREMIERE UND ES<br />

ERFOLGTE DER ANMELDESTART FÜR<br />

DEN 30. BERGMARATHON IM JULI 2018.<br />

Bergläufer als Filmstars, Hochspannung<br />

im dunklen Saal. Die Dokumentation<br />

„7 Mountains to Glory“ über den 29. Bergmarathon<br />

„Rund um den Traunsee“ lockte<br />

Anfang November bei der Premiere 500<br />

Fans des Trailrunnings in den ausverkauften<br />

Stadtsaal Gmunden. Einen Tag später bei<br />

der Zusatzvorstellung kamen noch einmal<br />

300. Zurecht, gelang es dem Filmemacher<br />

Kristof Müllegger doch, die Atmosphäre<br />

und die Faszination des traditionsreichen<br />

Ultra laufes, seiner Protagonisten und<br />

der gesamten Sportart einzufangen. Sie<br />

begleiteten mehrere Teilnehmerinnen und<br />

Teilnehmer beim und rund ums Rennen<br />

im Juli <strong>2017</strong>. Dass es erstmals in 29 Jahren<br />

zwei Sieger gab, die nach 70 km/4500 hm<br />

gemeinsam über die Ziellinie liefen, passte<br />

ideal dazu: Franz-Josef Schögl und Gerald<br />

Fister teilten sich nach 7:41 Stunden den<br />

ersten Platz.<br />

Jubiläum 2018 – rasch anmelden<br />

Am 7. Juli 2018 steigt der 30. Bergmarathon<br />

„Rund um den Traunsee“ powered by<br />

Dynafit. Wer dabei sein will, muss nicht<br />

nur ausdauernd, sondern schnell sein.<br />

Der Run auf die beschränkten Startplätze<br />

ist seit 1. <strong>Dezember</strong> eröffnet. Und die sind<br />

nach allen Erfahrungen rasch ausgebucht ...<br />

30. BERGMARATHON<br />

„RUND UM DEN<br />

TRAUNSEE“<br />

6.-7. Juli 2018<br />

Gmunden-Gmunden:<br />

70 km/4500 hm;<br />

Gmunden-Ebensee:<br />

34 km, 2500 hm<br />

Ebensee-Gmunden:<br />

34 km, 2000 hm<br />

www.bergmarathon.at<br />

Foto: sportograf.com, Eva Gaigg<br />

Begeisterung im<br />

Stadtsaal Gmunden<br />

bei der Premiere<br />

von „7 Mountains to<br />

Glory“. Der Dokumentarfilmer<br />

Kristof<br />

Müllegger, viele Läuferinnen<br />

und Läufer<br />

sowie Helfer wurden<br />

gefeiert.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

61


DIE WACHAU RUFT|<br />

ZUM 21. MAL|<br />

VORMERKEN:<br />

AM 23. SEPTEMBER<br />

2018 STEIGT DER<br />

21. WACHAUMARA-<br />

THON ENTLANG<br />

DER DONAU. FRÜH-<br />

BUCHER SPAREN<br />

BIS 31. DEZEMBER.<br />

LAUFEN HILFT<br />

Österreichisches Laufopening<br />

am 3. und 4. März<br />

im Wiener Prater.<br />

WINGS FOR LIFE<br />

WORLD RUN<br />

Am 6. Mai steigt in Wien<br />

die Österreich-Ausgabe<br />

des weltweiten Events zugunsten<br />

der Rückenmarksforschung.<br />

ADVENTLAUF<br />

Im <strong>Dezember</strong> 2018 geht es<br />

wieder wahlweise 5 oder<br />

10 Kilometer durch die<br />

Mödlinger Altstadt.<br />

www.runinc.at/events<br />

Die Anmeldung für die 21.<br />

Auflage in der Wachau ist ab<br />

sofort geöffnet unter:<br />

www.wachaumarathon.com<br />

Das runde Jubiläum ist vorbei und<br />

dennoch wird der Wachaumarathon<br />

2018 wieder ein besonderer<br />

Event. Findet der Lauf entlang der<br />

Donau und durch das Weltkulturerbe<br />

doch zum 21. Mal statt. Die Zahl passt<br />

perfekt zur beliebtesten Distanz, dem<br />

Halbmarathon über 21,1 Kilometer.<br />

Der Termin zum Vormerken: 23.<br />

September 2018. Die Anmeldung ist<br />

bereits geöffnet und schnelle Entscheidungsfreude<br />

zahlt sich übrigens aus.<br />

Wer im Jahr <strong>2017</strong> noch rasch seine<br />

Nennung abgibt, der profitiert vom<br />

Frühbucherbonus. Egal, ob für den<br />

Viertel-, den Halb- oder den ganzen<br />

Marathon; ob im Teambewerb, der<br />

Staffel oder dem Nordic Walking<br />

Halbmarathon. Aber eben nur noch bis<br />

31. <strong>Dezember</strong>.<br />

Gelungene Änderung<br />

<strong>2017</strong> konnte den Teilnehmern an der<br />

Jubiläumsveranstaltung nicht einmal<br />

der Regen die gute Laune nehmen.<br />

Transport zum Start der Bewerbe,<br />

Verpflegung, Gesamtorganisation und<br />

Atmosphäre haben 9000 Läuferinnen<br />

und Läufer begeistert. Besonders gut<br />

angekommen ist bei den Marathonis<br />

die Streckenänderung im Schlussabschnitt:<br />

Der Start in Emmersdorf wurde<br />

nach hinten verlegt, wodurch die<br />

vor allem mental harte Schleife knapp<br />

vor dem Ziel in Krems wegfällt. Und<br />

das gilt natürlich auch 2018 wieder ...<br />

Fotos: Wachaumarathon<br />

62 <strong>SPORTaktiv</strong>


LANGLAUF<br />

SPECIAL<br />

Foto: TV Pillerseetal<br />

28 SEITEN ÜBER DIE IDEALE WINTERLICHE AUSDAUER-<br />

ALTERNATIVE IM SPECIAL. WIE MAN RICHTIG SKATET,<br />

WAS DIE FASZINATION VOLKSLANGLAUF AUSMACHT,<br />

WAS SICH <strong>2017</strong>/18 BEI DER AUSRÜSTUNG TUT.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

63


MEHR LOIPENLUST STATT<br />

SKATING-FRUST. MIT DER<br />

RICHTIGEN TECHNIK IST<br />

LANGLAUFEN VIEL EFFIZI-<br />

ENTER UND MACHT MEHR<br />

SPASS. WIE EIN GEMEIN-<br />

SAMES TRAINING MIT ÖSV<br />

A-KADER-ATHLETIN LISA<br />

UNTERWEGER BEWEIST.<br />

VON KLAUS MOLIDOR /<br />

FOTOS THOMAS POLZER<br />

Technik kann man gar nie genug<br />

trainieren. Das sagt Lisa<br />

Unterweger, österreichische<br />

A-Kader-Langläuferin. Dabei gleitet<br />

die 22-Jährige aus Rottenmann in der<br />

Steiermark federleicht über den frischen<br />

Schnee am Dachsteingletscher.<br />

Ende Oktober ist sie dort oben auf<br />

2700 Metern nicht alleine. Letten,<br />

Slowaken, Russen, Schweden, Italiener<br />

skaten auf der schlangenförmig angelegten<br />

Runde.<br />

Was für den Profi stimmt, stimmt<br />

für den Hobbysportler wie mich erst<br />

recht. Zu gut sind die vergangenen<br />

Jahre in Erinnerung, das schmerzende<br />

Fußgewölbe auf den ersten Metern,<br />

die Zitterpartien durch enge Kurven<br />

und das nagende Gefühl: Da ließe sich<br />

mehr herausholen auf Flachstücken<br />

und Anstiegen.<br />

Aufwärmen ohne Ski<br />

Also holen wir uns stellvertretend für<br />

die gesamte Langlauf-Community<br />

unserer Leserschaft Tipps von Lisa<br />

Unterweger. Wie man seinen Stil verbessert,<br />

aufrecht auch durch schnelle<br />

Kurven fährt und ganz allgemein das<br />

Kraft-Geschwindigkeits-Verhältnis<br />

verbessert.<br />

Für Unterweger beginnt ein<br />

Langlauftraining einmal in den<br />

Laufschuhen. „Damit der Kreislauf<br />

in Schwung kommt und die kleinen<br />

Muskeln in Füßen und im Sprungge-<br />

64 <strong>SPORTaktiv</strong>


FIT FÜR DEN<br />

GLEITSCHRITT<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

65


lenk warm wird. Damit tust du dir in<br />

der Loipe gleich leichter. Und die gerade<br />

am Saisonanfang wieder ungewohnten<br />

Bewegungen strengen nicht so an.“<br />

Nach ein paar Minuten Laufen geht<br />

es in Langlaufschuhen weiter. „Ein paar<br />

Ausfallschritte helfen, den Hüftbeuger<br />

zu mobilisieren und den brauchen wir<br />

beim Skaten unbedingt“, sagt Unterweger.<br />

Die ersten zwei, drei macht sie langsam,<br />

danach zwei, drei dynamisch, also<br />

mit einem Sprung nach vorne. Rumpf<br />

und Oberkörper werden am besten mit<br />

Armkreisen warm gemacht und auf die<br />

Belastung vorbereitet.<br />

Der Stand entscheidet<br />

Jetzt werden die Latten angeschnallt.<br />

„Zuerst läufst du am besten ein paar<br />

Minuten ganz locker, um ein Gefühl für<br />

die Ski, den Schnee und die Bewegung<br />

zu bekommen. Erst dann macht ein<br />

Techniktraining Sinn.“<br />

Bei dem schaut Unterweger dann<br />

zuallererst auf den Stand. „In die Knie<br />

gehen, Becken nach vorne drücken, aber<br />

kein Hohlkreuz machen, dadurch geht<br />

die Energie beim Abstoßen verloren.“<br />

Richtig stehe man auf dem Ski, wenn<br />

das Gesäß auf Höhe der Fersen ist.<br />

„Dann spürst du es nämlich nicht in den<br />

Oberschenkeln, wenn du in die Knie<br />

gehst“, erklärt Unterweger. Ein goldener<br />

Ratschlag, der dem Hobbyläufer ohne<br />

ordentliche Ausbildung sofort einen<br />

Effekt bringt. Der Vortrieb funktioniert<br />

besser, bei weniger Kraftanstrengung. So<br />

soll es sein.<br />

Danach folgt eine Übung, bei der Stöcke<br />

am Schwerpunkt gehalten werden.<br />

Damit liegt der Fokus auf dem Abdruck<br />

des Beins und die Arme schwingen<br />

locker mit. Wie überhaupt Arme und<br />

Beine zusammenhängen. „Je schneller<br />

du den Stockeinsatz machst, desto höher<br />

wird auch die Schrittfrequenz“, sagt<br />

Unterweger.<br />

Wichtig ist auch eine möglichst lange<br />

Gleitphase auf den Skiern. Die erreicht<br />

man zum einen durchs richtige Timing.<br />

Also im Moment des Stockeinsatzes<br />

LISA<br />

UNTERWEGER<br />

ist A-Kader-Langläuferin<br />

im ÖSV. Seit 2016<br />

startet die 22-Jährige<br />

aus Rottenmann (St)<br />

im Weltcup.<br />

kräftig mit dem Bein abdrücken. Zum<br />

anderen wieder mit dem richtigen Stand<br />

am Ski. „Wenn du hinten sitzt, oder<br />

auf der Ferse stehst, bremst das den<br />

Schwung. Du solltest also die Arme<br />

nach vorne schwingen und die Hüfte<br />

strecken, dann kommt der Stockeinsatz“,<br />

rät Unterweger. „Das Gewicht<br />

kommt durch den Schwung auf den<br />

Ballen.“ Wie man das trainiert? Durch<br />

eine einfache Übung ohne Stöcke. Bei<br />

jedem Schritt macht man mit den Armen<br />

ein Brustschwimmtempo über dem<br />

Ski. „Dadurch verlagerst du den Oberkörper<br />

optimal und bringst ihn über den<br />

Ski.“ Im Trockentraining lässt sich der<br />

Stand mit einem Partner trainieren. Fersen<br />

heben, nach vorne lehnen und sich<br />

Techniktraining mit einem<br />

Stock zwingt dich<br />

dazu, die Rumpfmuskulatur<br />

anzuspannen.<br />

Armbewegungen wie<br />

beim Brustschwimmen<br />

helfen, den<br />

Oberkörper über den<br />

gleitenden Ski zu<br />

bringen – dadurch<br />

verlängert sich die<br />

Gleitphase.<br />

am Partner abstützen. Jetzt immer wieder<br />

in die Knie gehen und wieder hoch,<br />

so wie beim Doppelstockschub.<br />

Hammerschlag und Kurventechnik<br />

Neben dem symmetrischen 2-1er-<br />

Schritt brauchen Hobbysportler, vor<br />

allem wenn es bergauf geht, oft den<br />

asymmetrischen 2-1er. Dabei wird ein<br />

Stock weiter vorne eingestochen und<br />

das Gewicht stark auf das Bein verlagert.<br />

„Hammerschlag nennt mein Vater,<br />

Fotos: Thomas Polzer<br />

66 <strong>SPORTaktiv</strong>


Ein Ski in der Loipe, einer im Skatingstil. Der „Siitonen-<br />

Schritt“ hilft dabei, den asymmetrischen Schritt auch<br />

mit der schwächeren Seite voraus zu laufen.<br />

Linkes Bild: Gleichgewicht und optimale Gewichtsverlagerung<br />

lassen sich auch zu zweit im Trockentraining üben.<br />

der auch mein Trainer ist, das“, erzählt<br />

Lisa Unterweger. Wichtig ist dabei,<br />

auf Ausgeglichenheit zu achten. Also<br />

sollte man beide Seiten als Führhand<br />

einsetzen können. Nicht ganz einfach,<br />

wenn eine Seite sehr stark ausgeprägt ist.<br />

„Üben kann man das gut mit dem Siitonen-Schritt“,<br />

weiß die Athletin. Sprich:<br />

Ein Bein stellst du in die Klassikspur,<br />

mit dem anderen machst du einen<br />

Skating-Schritt. Dadurch zwingt man<br />

sich, den „Hammerschlag“ auch auf der<br />

ungewohnten Seite zu machen. Dass<br />

man beide Seiten beherrscht ist auch<br />

deswegen von Vorteil, weil Loipen oft<br />

weghängen. Hängt sie nach rechts weg,<br />

empfiehlt sich die linke Seite als Führung<br />

und umgekehrt – und die Kraft<br />

wird so besser in Vortrieb umgesetzt.<br />

Knifflig werden beim Langlaufen oft<br />

die Kurven. Auch dafür hat Unterweger<br />

ebenso wertvolle wie einfach umzusetzende<br />

Tipps parat. „Das innere Bein<br />

strecken und schauen, dass du am Ballen<br />

stehst.“ Das verleiht Stabilität, zugleich<br />

wird das äußere Bein entlastet und lässt<br />

sich damit besser um die Kurve heben.<br />

„Kommst du mit Schwung aus einer<br />

Abfahrt in der Hocke in die Kurve,<br />

drückst du das Gesäß nach innen und<br />

streckst die innere Hand nach vorne –<br />

damit gelingt die Kurve leichter.“ Fühlt<br />

sich zwar komisch an, funktioniert<br />

aber gleich beim ersten Mal wirklich<br />

spürbar besser. Die Langlaufsaison<br />

kann kommen.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

67


PURES<br />

SCHNEEVERGNÜGEN<br />

Mariapfarr ist der Geheimtipp für gelungenen Winterurlaub im<br />

Salzburger Land. Die Temperaturen in der Lungauer Bergwelt sinken<br />

im Winter deutlich – umso wärmer wird es Wintersportlern ums Herz.<br />

Auch, weil Mariapfarr der sonnenreichste Ort Österreichs ist.<br />

Vom Ort Mariapfarr auf 1119 m Seehöhe<br />

ist es nur ein kurzer Weg zu den schneesicheren<br />

Skigebieten Fanningberg, Skischaukel<br />

Katschberg-Aineck und der Skischaukel<br />

Großeck-Speiereck. Das sorgt für Abwechslung<br />

und täglich neue Pistenabenteuer. Der Hausberg<br />

von Mariapfarr ist der Fanningberg – ein<br />

Familienskiberg, auf dem vom Pistenfloh bis<br />

zum Steilhang-Fan alle, die den Wintersport<br />

Nummer eins lieben, auf ihre Kosten kommen.<br />

Nur unweit vom Ortskern entfernt liegen die<br />

Loipen des Langlaufzentrums Lignitz. Die<br />

beschneite und täglich beleuchtete Höhenloipe<br />

bietet Langlauffreunden einen abwechslungsreichen<br />

Rundkurs und eine Naturschneeloipe.<br />

Als Highlight wird nordischen Sportlern seit<br />

2014 Laser-Biathlon angeboten. Das Schießen<br />

mit den professionellen Lasergewehren wird vor<br />

Ort betreut und ist absolut ungefährlich. Ob<br />

für Einzelkämpfer oder als Teamsport: Es lohnt<br />

sich, diese spannende Sportart selbst zu erleben.<br />

Mit der modernen Technik ist es ein Spaß für<br />

Fotos: TVB Mariapfarr<br />

68 <strong>SPORTaktiv</strong>


KONTAKT<br />

TVB Mariapfarr<br />

T. +43 64 73/87 66<br />

mariapfarr@lungau.at<br />

www.mariapfarr.at<br />

die ganze Familie. Wer beweist am Schießstand<br />

die ruhigste Hand?<br />

Eisstocksport und Schlittschuhlaufen am<br />

Eislaufplatz, romantische Pferdeschlittenfahrten<br />

und Winterausritte durch die zauberhaft<br />

verschneite Landschaft sind weitere Garanten<br />

für einen rundum gelungenen Urlaub. Wer<br />

es gerne gemütlicher mag, findet herrliche<br />

Winterwanderwege und auch eine Rodelbahn<br />

vor. Skitouren, Schneeschuhwandern und sogar<br />

eine geführte Nachtschneeschuhwanderung<br />

lassen keine Wünsche offen.<br />

Wellnessspaß und Winterbonus<br />

Auch Wellnessfreude kommen nicht zu kurz:<br />

Im Mariapfarrer Vital- & Wellnesscenter Samsunn<br />

findet man Ruhe und Gelassenheit. Vom<br />

Dampfbad bis zur feurig-heißen Aufgusssauna<br />

gibt es dort ein umfangreiches Wellnessangebot<br />

zu entdecken. Kneippanlage, Whirlpool<br />

und ein Ruheraum mit Wasserbetten stehen<br />

ebenfalls zur Verfügung. Eine Beautyabteilung<br />

mit vielfältigen Kosmetik- und Massageangeboten<br />

sowie diverse Angebote aus den Bereichen<br />

Physiotherapie und Alternativmedizin runden<br />

den Aufenthalt im Samsunn ab.<br />

Gerade zur Adventzeit ein passender Tipp:<br />

Mariapfarr ist eine der Stille-Nacht-Gemeinden.<br />

Joseph Moor hat hier den Text des berühmtesten<br />

Weihnachtsliedes der Welt verfasst.<br />

Im Pfarr-, Wallfahrts- und Stille Nacht-Museum<br />

(siehe www.wallfahrtsmuseum.at) kann<br />

man auf spannende Spurensuche gehen.<br />

Neu ab diesem Winter ist die kostenlose<br />

Winterbonuscard für Übernachtungsgäste: Mit<br />

der bekommt man zahlreiche Gratisleistungen<br />

und Ermäßigungen in vielen regionalen Partnerbetrieben.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

69


S<br />

PETRA TANNER<br />

Jahrgang 1986, aus Reith in<br />

Seefeld (T), Mitglied beim<br />

Skimarathon Team Austria.<br />

Größte Erfolge: national: Siege<br />

und Stockerlplätze bei<br />

zahlreichen heimischen<br />

Volkslangläufen, international:<br />

Platz 28 beim Wasalauf<br />

ie sind Ärzte, Anwälte, Sportwissenschafter<br />

und Büroangestellte. Sie sind<br />

eine verschworene Gemeinschaft. Und<br />

sie leben vor, wie man neben Job und<br />

mit Familie den Langlaufsport in Österreich<br />

erfolgreich und mit Spaß betreiben<br />

kann. Die Hobbylangläufer mit<br />

Leistungsambition vom „Ski Marathon<br />

Team Austria“ stellen sich bei Volkslangläufen<br />

in ganz Europa der internationalen<br />

Konkurrenz. Und sie betätigen<br />

sich dabei – das sei nur ganz nebenbei<br />

erwähnt – auch als Botschafter für einen<br />

100 Prozent sauberen Sport.<br />

Was das „Ski Marathon Team“ besonders<br />

macht, wie sich ambitionierter<br />

Sport und zeitraubende Berufe zeitlich<br />

ausgehen und was die erfahrenen Volkslangläufer<br />

anderen Hobbylangläufern<br />

raten – das haben wir bei Petra Tanner<br />

nachgefragt. Die sympathische Tirolerin<br />

ist die erfolgreichste Athletin des Teams<br />

und hat immer ein Wörtchen mitzureden,<br />

wenn es bei heimischen und auch<br />

internationalen Volkslangläufen um die<br />

Stockerlplätze geht.<br />

Petra, was ist eigentlich die Grundidee<br />

hinter eurem Team?<br />

Die Grundidee ist, dass wir uns als absolute<br />

Liebhaber des Langlaufsports gefunden<br />

haben. Ausgehend von den Petritsch<br />

Brüdern war das Ziel, ein Ski-Classics-<br />

Team aus Österreich ins Leben zu rufen.<br />

Alle haben denselben Spirit. Langlaufen<br />

fasziniert, die Bewegung im Schnee motiviert<br />

und inspiriert uns. Uns verbindet<br />

auch, dass wir uns Zeit für unsere liebste<br />

Beschäftigung freischaufeln müssen.<br />

Alle haben Fulltime-Jobs und Familie.<br />

Langlaufen heißt aber bei euch nicht<br />

nur, einfach mal abends eine Runde<br />

drehen …<br />

Wir sind in der internationalen Ski-<br />

Classics-Rennserie vertreten, und mischen<br />

als Amateure unter Profis mit. Als<br />

einziges österreichisches „Ski Classics<br />

Team“ wollen wir den Langlaufsport<br />

aus Österreich gut vertreten und eine<br />

Plattform sein, die das Volkslanglaufen<br />

für alle Athleten und insbesondere den<br />

Nachwuchs attraktiv macht. Uns ist die<br />

Präsenz bei den großen, internationalen<br />

und traditionsreichsten Volkslangläufen<br />

sehr wichtig, aber auch bei heimischen<br />

Rennserien.<br />

Wie lässt sich so ein „Hobby“ mit einem<br />

Fulltime-Job vereinbaren?<br />

Ganz ehrlich, teilweise ist es schon<br />

schwierig. Man muss schon eine recht<br />

konsequente Art an den Tag legen und<br />

leider auch manchmal auf andere gesellschaftliche<br />

Ereignisse verzichten. Wichtig<br />

ist auch, zumindest einen groben<br />

Plan für die Ruhezeiten zu haben. Die<br />

kommen meines Erachtens nach nämlich<br />

schon zu kurz. Wenn der Kopf will,<br />

der Körper nicht und der Kopf sich dennoch<br />

durchsetzt, dann ist das auf lange<br />

Sicht kontraproduktiv. Man muss also<br />

schon sehr intensiv auf seinen Körper<br />

hören – auch wenn es schwerfällt.<br />

Was treibt dich denn an? Oder anders:<br />

Was weckt in dir die großen Emotionen<br />

beim Langlaufen?<br />

Die emotionalsten Erlebnisse sind für<br />

mich bei den großen internationalen<br />

Events zu finden. In meinem Fall waren<br />

zwei Starts beim Wasalauf sowie der<br />

Start beim Birkebeiner Rennen sicherlich<br />

die prägendsten. Die Atmosphäre in<br />

den Tagen davor ist bereits einzigartig.<br />

Die Nervosität vor dem Start, vor allem<br />

im Eliteblock, ist enorm. Viele Situationen<br />

während dieser Rennen sind auch<br />

ganz speziell.<br />

Fotos: Ski Marathon Team Austria<br />

70 <strong>SPORTaktiv</strong>


LEBEN FÜR DEN<br />

N Ø RDIC<br />

SPIRIT<br />

WAS DEM LÄUFER SEIN<br />

MARATHON, IST DEM<br />

LANG LÄUFER SEIN<br />

VOLKSLANGLAUF. DOCH DAS<br />

STIMMT NICHT GANZ: DIE<br />

NORDISCHEN WETTKÄMPFE<br />

FÜR JEDERMANN VERSPRÜ-<br />

HEN EIN EIGENES FLAIR. DAS<br />

FINDEN AUCH DIE AMATEURE<br />

DES „SKI MARATHON AUST-<br />

RIA TEAMS“. PETRA TANNER,<br />

ERFOLGREICHSTE ATHLETIN<br />

DES TEAMS, ERKLÄRT IM GE-<br />

SPRÄCH DEN „NORDIC SPIRIT“.<br />

VON HERWIG REUPICHLER<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

71


VOLKSLANGLÄUFE/SKIMARATHONS:<br />

LANGLAUFRENNEN FÜR<br />

JEDERMANN, PROFIS WIE<br />

HOBBYSPORTLER. MEIST<br />

WERDEN STRECKEN ZWISCHEN<br />

20 UND 50 KM IN BEIDEN<br />

STILARTEN ANGEBOTEN.<br />

SKI CLASSICS:<br />

SO HEISST DIE BEDEUTENDSTE<br />

INTERNATIONALE RENNSERIE<br />

IM VOLKSLANGLAUF, MIT<br />

RENNEN IN ITALIEN,<br />

SKANDINAVIEN, TSCHECHIEN,<br />

DEUTSCHLAND, ÖSTERREICH<br />

(SEEFELD) UND DER SCHWEIZ.<br />

ALLE WERDEN IM KLASSISCHEN STIL<br />

AUSGETRAGEN.<br />

DAS PRESTIGETRÄCHTIGSTE<br />

RENNEN IST HIER DER WASALAUF<br />

IN MORA, SCHWEDEN.<br />

AUSTRIALOPPET, EUROLOPPET<br />

UND WORLDLOPPET:<br />

VOLKSLANGLAUF-RENNSERIEN,<br />

DIE IN ÖSTERREICH,<br />

EUROPAWEIT BZW.<br />

WELTWEIT AUSGETRAGEN<br />

WERDEN. JE HÖHER DIE<br />

INTERNATIONALITÄT,<br />

DESTO HÖHER DAS PRESTIGE.<br />

ZIELGRUPPE ALLER SERIEN<br />

SIND HAUPTSÄCHLICH<br />

(AMBITIONIERTE)<br />

HOBBYSPORTLER.<br />

Zum Beispiel?<br />

Vor allem als Dame wird einem im<br />

hohen Norden im Langlaufen großer<br />

Respekt gezollt. Jeder macht eine Lücke<br />

für einen anderen frei und alle nehmen<br />

Rücksicht aufeinander. Wenn dann in<br />

so einem Rennen alles gut läuft, man<br />

die Ziellinie überquert, man merkt, dass<br />

einen nur der Kopf bis dorthin getragen<br />

hat, dann ist das ein unfassbares Gefühl.<br />

Und besonders emotional ist dann der<br />

Anruf zu Hause, weil man weiß, dass<br />

die Daheimgebliebenen die letzten fünf<br />

Stunden vor dem PC verbracht haben,<br />

per GPS immer nachgeschaut haben, ob<br />

es noch läuft und wie es läuft …<br />

Wenn man nicht ständig eine Loipe<br />

vorm Haus hat, oder zum Beispiel in<br />

einer Stadt wohnt: Kann man dann für<br />

einen Volkslanglauf trainieren?<br />

Mit einem Fitnesscenter und einem<br />

Radweg zum Skirollern ist ein gutes<br />

Trainingsumfeld schon gegeben. Krafteinheiten<br />

im Fitnesscenter und gute<br />

Rollereinheiten am Radweg bilden eine<br />

fundierte Basis. Vieles geht sogar in der<br />

Wohnung – für eine gute Stabilisationseinheit<br />

braucht es kaum Geräte. Für die<br />

dunkle Herbstzeit ist eine Stirnlampe sehr<br />

nützlich. Die restlichen Trainingsinhalte<br />

können dann nach Belieben variieren –<br />

Radfahren, Laufen, Imitation. Das sollte<br />

alles auch in Städten oder in Stadtnähe<br />

gut möglich sein.<br />

Wie wichtig ist es, Loipenkilometer zu<br />

sammeln?<br />

Natürlich ist es für den Winter sehr<br />

wichtig, ein paar Schneekilometer zu<br />

sammeln. Wobei ja im modernen Volkslanglauf<br />

im klassischen Bereich die Doppelstocktechnik<br />

dominiert, bei der der<br />

Schneekontakt sicherlich weniger wichtig<br />

ist, als bei Skating- oder Klassikrennen<br />

mit Steigwachs.<br />

Welche Ziele hast du dir noch gesteckt?<br />

Ziele und Träume gibt es noch einige. Als<br />

Volkslanglauffreak sind für mich die Ren-<br />

Foto: Tiroler Koasalauf<br />

72 <strong>SPORTaktiv</strong>


An einem Volkslanglauf<br />

sollte jeder<br />

Hobbylangläufer<br />

einmal starten<br />

– im Bild: der<br />

traditionsreiche<br />

Koasalauf in Tirol.<br />

Wer vom Volkslauf-<br />

Virus infiziert ist,<br />

landet irgendwann<br />

unweigerlich bei<br />

den Klassikern in<br />

Skandinavien.<br />

8 TIPPS FÜR DIE<br />

EVENT-PREMIERE<br />

+ MUSKELN VOR DEM START AUF BETRIEBSTEMPERATUR BRINGEN, MIT<br />

BESONDEREM AUGENMERK AUF DIE OBERKÖRPERMUSKULATUR<br />

+ KEIN ZU EHRGEIZIGES ZIEL SETZEN: IN JEDEM RENNEN<br />

GIBT ES ENGSTELLEN MIT WARTEZEITEN<br />

+ RECHTZEITIG IN DEN RICHTIGEN STARTBLOCK EINREIHEN<br />

+ BEIM MASSENSTART IST EINE ÄUSSERE SPUR<br />

ERFAHRUNGSGEMÄSS BESSER ALS DIE MITTE<br />

+ NICHT ZU SCHNELL STARTEN, LIEBER IN DER ZWEITEN HÄLFTE NOCH ZULEGEN<br />

+ WINDSCHATTEN NUTZEN, MIT ETWA GLEICH STARKEM KONTRAHENTEN<br />

IN DER FÜHRUNGSARBEIT ABWECHSELN<br />

+ VERPFLEGUNGSSTELLEN NUTZEN, AUCH BEI KÄLTE GENÜGEND TRINKEN<br />

+ ATMOSPHÄRE BEIM RENNEN GENIESSEN<br />

nen droben im Norden etwas Spezielles.<br />

Die Begeisterung der Zuseher, die<br />

Atmosphäre. Die Leute an sich ticken<br />

etwas anders als in Mitteleuropa. Sie<br />

müssen keinem Erfolg nachlaufen, um<br />

glücklich zu sein. Sie müssen sich auch<br />

nichts beweisen, um ihre Persönlichkeit<br />

zu stärken. Die Skandinavier, die ich<br />

kennengelernt habe, sehen die Rennen<br />

an sich einfach als Erlebnis an – für sie<br />

selbst und für niemand anderen.<br />

www.euroloppet.com<br />

Und das spürt man bei den Events?<br />

Ja – finde zumindest ich. Draußen zu<br />

sein, sich mit anderen Begeisterten<br />

zu messen, danach darüber „fachzusimpeln“,<br />

das ist es, was den Sport für<br />

mich ausmacht. Ein kleiner Traum<br />

wäre irgendwann mal beim Arctic<br />

Circle Race am Start zu sein: Ein<br />

Mehrtagesetappenrennen, mit Übernachtung<br />

draußen. Ganz nah an der<br />

Natur und mit dem Lieblingssportgerät<br />

unterwegs in den unendlichen Weiten<br />

– Weiß in Weiß, herrlich.<br />

48. INT. EUROLOPPET<br />

GANGHOFERLAUF LEUTASCH<br />

03. – 04.03.2018<br />

SA 25 / 50 km Klassisch & Miniganghoferlauf<br />

SO 20 / 42 km Skating<br />

www.ganghoferlauf.at


DIE KRAFT<br />

LIEGT IN DER HÖHE<br />

LANGLÄUFERN WIRD IN OSTTIROL<br />

VIEL GEBOTEN. VOM HÖHENTRAINING<br />

BIS ZUM DOLOMITENLAUF.<br />

KONTAKT<br />

Osttirol Information<br />

T. +43 50 212 212<br />

info@osttirol.com<br />

langlaufen.<br />

osttirol.com<br />

Profi-Langläufer schwören schon lange<br />

darauf: Höhentraining. Beim Aufenthalt<br />

in Höhen über 1.800 Metern Seehöhe kann<br />

der Körper weniger Sauerstoff aufnehmen<br />

– und reagiert darauf mit der erhöhten<br />

Produktion roter Blutkörperchen. Zurück<br />

in „normaler“ Höhe stellt sich in der Folge<br />

eine natürliche Leistungssteigerung ein.<br />

In Osttirol bietet sich dafür die ideale<br />

Loipe. Genau im Grenzgebiet zwischen Österreich<br />

und Italien liegt auf 2000 Metern<br />

Seehöhe die Staller Alpe, vom Tal bequem<br />

mit Auto oder Skibus erreichbar. Von der<br />

Jausenstation Lackenstüberl aus erstreckt<br />

sich über dem Defereggental auf der einen<br />

und dem Antholzertal auf der anderen Seite<br />

ein Loipennetz von acht Kilometern mit<br />

unterschiedlich schweren Rundkursen.<br />

Einsteiger können genüsslich ihre Runden<br />

drehen, ambitionierte Langläufer finden<br />

hier auch ideale Trainingsbedingungen<br />

für das Highlight der Saison, den Dolomitenlauf.<br />

Apropos: Diese größte Volkslanglaufveranstaltung<br />

Österreichs findet<br />

diesen Winter vom 18. bis 21. Jänner statt<br />

und lockt 2000 Langläufer aus 30 Nationen<br />

nach Lienz und Obertilliach. Sieben Wettbewerbe<br />

stehen auf dem Programm, vom<br />

Bambini-Marathon bis hin zum 44. Dolomitenlauf<br />

über 60 Kilometer am 21. Jänner.<br />

Dafür braucht man viel Luft. Am besten<br />

Höhenluft vom Staller Sattel.<br />

Fotos: Osttirol Werbung<br />

74 <strong>SPORTaktiv</strong>


AKTIV UNTERM<br />

GROSSGLOCKNER<br />

WILLKOMMEN IM WANDERHOTEL<br />

TAURERWIRT! FÜHL DICH WOHL UND<br />

GENIESSE DIE LOIPEN MITTEN IM<br />

NATIONALPARK HOHE TAUERN.<br />

Wanderhotel Taurerwirt<br />

Familie Rogl<br />

Burg 12<br />

A-9981 Kals am Großglockner<br />

info@taurerwirt.at<br />

www.taurerwirt.at<br />

PACKAGE-TIPP<br />

Natur pur im Nationalpark<br />

Hohe Tauern<br />

• 7 Übernachtungen<br />

• Taurerwirt-Verwöhnpension<br />

• Wohlfühlen im GlocknerSpa<br />

• 1 Gutschein für Massagen<br />

(Wert: € 25,–)<br />

• 3 geführte Schneeschuhwanderungen<br />

• 1 Langlaufkurs für 2 Stunden<br />

• Langlaufskier, Stöcke und<br />

Langlaufschuhe für 2 Tage<br />

Foto: Hotel Tauererwirt<br />

Der Taurerwirt ist ein Aktiv- und<br />

Wohlfühlhotel in bester Lage: in<br />

Kals am Großglockner, im Herzen des<br />

Nationalparks Hohe Tauern. Die Loipen<br />

beginnen direkt am Hotel und laden<br />

zum Wintergenuss in der herrlichen<br />

Bergwelt ein. Für Langlauf-Einsteiger<br />

organisiert die Gastgeberfamilie sehr<br />

gerne einen Langlauflehrer – und die<br />

Wanderführer Martin und Christoph<br />

begleiten dich auf Schneeschuhen in<br />

eines der Kalser Seitentäler.<br />

Natürlich verwöhnt …<br />

Küchenchef Sigi und sein Team genießen<br />

es, dich mit Kalser Wildbret, Fleisch<br />

und Milchprodukten von den Kalser<br />

Bauern und vielen anderen regionalen<br />

Produkten zu verwöhnen!<br />

Natürlich vital …<br />

Der „GlocknerSpa“ ist der Ort der Ruhe<br />

und Wärme im Taurerwirt. Verschiedene<br />

Saunen und Ruheräume, Massagen<br />

und Anwendungen wie das „Original<br />

Taurerwirt Gletscherschliffpeeling“ sind<br />

die reinsten Wohltaten für Körper und<br />

Seele.<br />

Natürlich entspannt …<br />

„Schlafen wie die Murmeltiere“ – ein gesunder<br />

Schlaf ist besonders wichtig. Die<br />

Lage am Ende des Tales garantiert Ruhe<br />

und Entschleunigung.<br />

Termine: 13.–20. Jänner 2018<br />

und 10.–17. März 2018<br />

Ab € 883,– p. P.<br />

Natürlich der Umwelt zuliebe …<br />

Der gewissenhafte Umgang mit natürlichen<br />

Ressourcen, Umweltbewusstsein<br />

und Regionalität liegen der Gastgeberfamilie<br />

seit Generationen am Herzen. So<br />

wird beispielsweise die gesamte Energie<br />

schon seit fast 30 Jahren aus dem eigenen<br />

Wasserkraftwerk bezogen. Weiters<br />

dient eine Hackschnitzelanlage zur<br />

Energieerzeugung und auch die hauseigene<br />

E-Tankstelle wird mit Strom vom<br />

Wasserkraftwerk versorgt.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

75


NEWS<br />

NAH DRAN AM<br />

WELTCUPSKI<br />

FISCHER verspricht für seinen RCS-Ski<br />

besonders gute Gleiteigenschaften<br />

bei allen Verhältnissen. Der optimierte<br />

Plus-Schliff stammt aus dem Weltcup<br />

und auch sonst ist er technologisch<br />

ganz nah am Profigerät dran.<br />

www.fischersports.com<br />

ELEGANZ AUF<br />

LANGER STRECKE<br />

ATOMIC hat mit dem Redster<br />

S9 Carbon einen Skate-Ski<br />

entwickelt, der sich auf die<br />

entscheidenden Faktoren<br />

konzentriert: Geschwindigkeit<br />

und Stabilität. Er beschleunigt<br />

explosiv und hilft dir<br />

gleichzeitig dabei, sanft durch<br />

die Landschaft zu gleiten.<br />

www.atomic.com<br />

NAVIGATOR<br />

Ambitionierte<br />

Ausdauersportler haben<br />

mit der GARMIN fenix<br />

5X viel Freude. Dank<br />

Kartendarstellung gelingt<br />

die Orientierung auch in<br />

schwierigem Gelände.<br />

Training, Abenteuer, Alltag –<br />

die Uhr macht alles mit.<br />

www.garmin.at<br />

FEDERLEICHT|<br />

Der KOMPERDELL National<br />

Team 74 ist ein ultimatives<br />

Leichtgewicht für Langläufer.<br />

Eine spezielle Wickelungstechnik<br />

der Carbonfasern ermöglicht bei<br />

einer Stocklänge von 150 cm ein<br />

Gewicht von 123 g. Fein: die Race-<br />

Schlaufe mit Klick-in-System.<br />

www.komperdell.com<br />

GEBALLTE KRAFT<br />

AUS DER NATUR<br />

PEEROTON Powerball ist<br />

der neue Star unter den<br />

Snacks. 5 Kugeln zu je 10 g<br />

im wiederverschließbaren<br />

Frischhaltebeutel enthalten<br />

natürliche und hochwertige<br />

Kohlenhydrate sowie 13<br />

Vitamine und Mineralien.<br />

Für lang anhaltende Energie.<br />

www.peeroton.com<br />

Fotos: Hersteller<br />

76 <strong>SPORTaktiv</strong>


FIT MIT SUMI<br />

VIDEOS<br />

AUS LAPPLAND<br />

DER MYTHOS AUCH<br />

FÜR NEUEINSTEIGER<br />

Am 10. und 11. Februar 2018 findet<br />

der legendäre Koasalauf in St. Johann<br />

in Tirol statt – mit Distanzen<br />

zwischen 8 und 50 Kilometern.<br />

Foto: Thomas Polzer<br />

CHRISTOPH<br />

SUMANN<br />

war als Biathlet<br />

viele Jahre<br />

Weltklasse<br />

und ist jetzt<br />

leidenschaftlicher<br />

Freizeitsportler.<br />

Im tiefsten Lappland. Dort ist es immer finster.<br />

Aber wenn du als Langläufer um 7 Uhr früh<br />

zum Techniktraining antreten musst, wird es<br />

richtig düster. Oft haben die Trainer ein Ski-Wieserl<br />

angemietet und wir sind auf den leeren Loipen<br />

hinter ihnen hergehetzt, ein zweiter hat uns<br />

dabei gefilmt. Ich weiß nicht, wie oft ich auch<br />

hinter Autos und Bussen nachgelaufen bin, die<br />

Coaches mit der Videokamera im Anschlag.<br />

Ja, Techniktraining ist extrem wichtig. Ich war<br />

bis zu meinem 24. Lebensjahr nicht Biathlet,<br />

sondern Spezial-Langläufer und habe alles von<br />

der Pike auf gelernt. Am Anfang gab es sowieso<br />

nur Klassisch. Skating habe ich das erste Mal in<br />

der Schüler I probiert. Mit geborgten Schuhen.<br />

Und heute bin ich froh, weil ich die besten Lehrer<br />

hatte und viele meiner späteren Biathlon-Erfolge<br />

nur möglich waren, weil ich ein technisch<br />

guter Langläufer war.<br />

Aber als Kind!? Da willst du Freigeist sein,<br />

Schanzen bauen und spielen. Wir haben bis<br />

zum Exzess Technik trainiert: ohne Stöcke, den<br />

richtigen Abdruck finden, alles. Als Kind war das<br />

brutal langweilig. Ich sehe das jetzt bei meiner<br />

Tochter Lea (13), die auch Biathlon im Fokus<br />

hat, und frage mich oft: Trainieren wir zu wenig<br />

Technik?<br />

Komplett geändert hat sich das mit meinem<br />

Wechsel. Bei den Biathleten wird kaum Wert auf<br />

Langlauf-Technik gelegt. Klassisch sowieso nicht,<br />

weil man es im Wettkampf nicht braucht. Ich<br />

finde das schade. Die besten Biathleten wie ein<br />

Björndalen und Fourcade sind auch Topläufer,<br />

sie beherrschen auch die klassische Technik. Aber<br />

ich fürchte, die geht langsam verloren ...<br />

Auf meiner Liste fehlen noch Langlauf-Klassiker<br />

wie Steirerlauf, Dolomitenlauf und Wasalauf.<br />

Und auch, wenn ich mit meiner Tochter und<br />

dem ORF an den Wochenenden viel unterwegs<br />

bin, hoffe ich, dass sich einer ausgeht. Nur Lappland<br />

im Finstern brauche ich nicht mehr.<br />

Foto: TVB St. Johann in Tirol<br />

Er ist ein Mythos und zieht alle Jahre<br />

Tausende von Langläufern in seinen<br />

Bann: Der Koasalauf in St. Johann<br />

in Tirol. Im Februar 2018 findet der<br />

„Internationale Tiroler Koasalauf“,<br />

wie er heute offiziell heißt, bereits<br />

zum 46. Mal statt.<br />

Wieder werden über 2.000 Läufer<br />

aus 20 Nationen an den Start gehen.<br />

Eine Erklärung für Nichteingeweihte:<br />

Der „Koasa“ ist das Gebirgsmassiv<br />

des Wilden Kaisers. In dessen Schatten<br />

machen sich die Sportler auf die<br />

Strecken, wahlweise im klassischen<br />

Diagonalstil oder in der freien Skating-Technik.<br />

Die größte Herausforderung<br />

bietet der Bewerb über 50<br />

Kilometer, gefolgt von der kürzeren<br />

28-Kilometer-Strecke – beide sind<br />

auch Teil der Euroloppet-Rennserie.<br />

Wieder dabei ist auch eine acht<br />

Kilometer lange Distanz, die sich vor<br />

allem an Einsteiger richtet, die erstmalig<br />

Wettkampfflair genießen und<br />

sich langsam an die großen Distanzen<br />

des „Koasas“ herantasten möchten.<br />

KITZBÜHELER ALPEN<br />

ST. JOHANN IN TIROL<br />

info@koasalauf.at<br />

www.koasalauf.at<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

77


Übernachtungen mit<br />

Frühstück gibt es im<br />

Pillersee Tal bereits<br />

ab € 29,– pro Person im<br />

Doppelzimmer.<br />

Alle Infos:<br />

www.pillerseetal.at<br />

info@pillerseetal.at<br />

„MR. BIATHLON“<br />

UND DIE WM-REGION<br />

WIE DAS PILLERSEETAL UND HOCH-<br />

FILZEN ZUM HOTSPOT DES NORDI-<br />

SCHEN SPORTS WURDEN. UND WAS<br />

URLAUBER VON DER WM- REGION<br />

ERWARTEN DÜRFEN. ZUM BEISPIEL<br />

VIEL NATURSCHNEE!<br />

F<br />

ranz Berger heißt der Mann, der dafür<br />

hauptverantwortlich ist, dass Hochfilzen<br />

zu einer Biathlon-Hochburg Europas<br />

wurde. Seinem Weitblick ist es überhaupt<br />

zu verdanken, dass der nordische<br />

Skisport in Österreich den Schritt aus<br />

einem Nischendasein heraus geschafft<br />

hat. Letzten Februar hat Hochfilzen<br />

zum dritten Mal die Biathlon-WM<br />

ausgetragen, auch daran war der heute<br />

62-Jährige „Mr. Biathlon“ beteiligt. Das<br />

Bergdorf, das auf rund 1.000 m Seehöhe<br />

liegt, ist auch diesen Winter wieder<br />

Weltcupstation der Biathleten – von 8.<br />

bis 10. <strong>Dezember</strong>.<br />

Vom Ruf, den sich Hochfilzen und<br />

das PillerseeTal über die Jahrzehnte<br />

hinweg erarbeitet haben, profitieren natürlich<br />

auch die Freizeit-Langläufer. Die<br />

Loipen sind schlicht weltklasse. 100 Kilometer<br />

(klassisch und Skating) stehen<br />

zur Verfügung, sie tragen das Tiroler<br />

Loipengütesiegel und sind großteils per<br />

GPS erfasst. Verirren in den Weiten des<br />

Tals ist somit ausgeschlossen.<br />

Es gibt eine Menge spezialisierter-<br />

Langlaufunterkünfte, in denen man<br />

vom Trockenraum bis zum aktuellen<br />

Loipentipp alles findet, was den<br />

Langlaufurlaub perfekt macht. Gästebiathlon<br />

kann man dienstags und<br />

donnerstags ausprobieren, und am 10.<br />

und 11. März am Volksbiathlon teilnehmen.<br />

Und das Beste: Das Pillersee Tal<br />

ist erwiesenermaßen ein „Schneeloch“<br />

und sorgt für traumhaftes romantisches<br />

Winterfeeling. Bühne frei fürs Loslaufen<br />

und Loslassen!<br />

Fotos: Defrancesco Photography, Sportalpen<br />

78 <strong>SPORTaktiv</strong>


Alles zum Langlaufen<br />

am Achensee:<br />

www.achensee.com<br />

LANGLAUFEN AM<br />

PULS DER NATUR<br />

DER ACHENSEE IN TIROL UND SEINE<br />

UMLIEGENDE BERGWELT SIND EIN<br />

WAHRES LANGLAUF-ELDORADO.<br />

Fotos: TVB Achensee<br />

EVENT-TIPPS<br />

17. 12.: LANGLAUF-OPENING<br />

Schnupperkurse für Anfänger und<br />

Fortgeschrittene, Wachsservice,<br />

Skitests, Gaudi-Biathlon u. v. m.<br />

25. 2.: ACHENSEE 3-TÄLER-LAUF<br />

30 od. 15 km Skating, 33 od. 11 km<br />

klassisch. Kinderläufe 0,5 bis 3 km.<br />

Einer der schönsten Volkslangläufe<br />

in Österreich!<br />

www.achensee.com/<br />

3-taeler-lauf<br />

Morgens genießt du ein ausgiebiges<br />

Sportlerfrühstück, wachst eben<br />

noch schnell im Hotel die Skier und dann<br />

geht es ab auf die nahe, perfekt präparierte<br />

Loipe. Lieber am Ufer des Achensees sanft<br />

dahin gleiten oder eine anspruchsvolle<br />

Tour in die Berge hinein ausprobieren?<br />

Du hast die freie Wahl! Insgesamt erstreckt<br />

sich rund um das „Tiroler Meer“<br />

ein Streckennetz von 217 Kilometern<br />

Länge, sowohl im klassischen als auch<br />

Skating Stil und in allen Schwierigkeitsgraden.<br />

Gut auch, dass es die Infoecke<br />

im Hotel gibt: Sie gibt Aufschluss über<br />

Loipen und Fahrpläne, Öffnungszeiten<br />

der Seilbahnen, Angebote der Region,<br />

über Langlaufschulen und Materialverleih.<br />

Wie alle zertifizierten Langlauf-Unterkünfte<br />

am Achensee ist das Hotel ganz<br />

auf die Bedürfnisse von Loipenfreunden<br />

zugeschnitten. Nicht umsonst zählt der<br />

Achensee zu den Top-Langlaufgebieten in<br />

Tirol.<br />

Im Naturpark Karwendel<br />

Eine große Empfehlung wert sind auch<br />

die nordischen Events am Achensee.<br />

Höhepunkt des Winters ist der „Achensee<br />

3-Täler-Lauf“ (Fakten siehe rechts) Ende<br />

Februar. Profi- und Hobbylangläufer<br />

treffen sich am Eingang der Karwendeltäler<br />

in Pertisau zu einem der schönsten<br />

Volkslangläufe Österreichs. Die Skating-<br />

und Klassikstrecken führen durch<br />

die wunderbare Bergwelt des Naturparks<br />

Karwendel – in das Gern-, Falzthurn- und<br />

Dristenautal. Die Anmeldung läuft schon<br />

– Spätentschlossene können auch vor Ort<br />

am Vortag und am Tag des Events (am<br />

24./25. Februar) noch nachnennen.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

79


LEGENDE AM<br />

FUSS DES<br />

GRIMMINGS<br />

Zum 39. Mal findet am<br />

26./27. Jänner 2018 der Steiralauf<br />

mit Start und Ziel vor<br />

der Grimmingtherme in Bad<br />

Mitterndorf statt. Die neue<br />

Runde aus dem Vorjahr hat<br />

sich bewährt und wird auch<br />

heuer wieder gelaufen.<br />

Das Beste: Die Rennen über<br />

10, 25 und 50 Kilometer<br />

in freier Technik, sowie 30<br />

Kilometer im klassischen Stil<br />

finden garantiert statt. Liegt<br />

am Fuße des Grimmings zu<br />

wenig Schnee, steigt der Steiralauf<br />

auf der Tauplitzalm.<br />

Erstmalig gibt es den „Dirndl<br />

Lauf“: Als Hauptpreis winkt<br />

der Dame, die der Durchschnittszeit<br />

am nächsten<br />

kommt, ein original Ausseer<br />

Dirndl. Schon traditionell<br />

werden alle Läufer im Ziel<br />

mit regionalen Köstlichkeiten<br />

verwöhnt.<br />

www.steiralauf.at<br />

Foto: Steiralauf/Martin Huber<br />

80 <strong>SPORTaktiv</strong>


NORDISCHER<br />

WINTERTRAUM<br />

Unter Langläufern genießt das Tannheimer<br />

Tal in Tirol einen exzellenten<br />

Ruf. Mitverantwortlich dafür: Der<br />

„Ski-Trail Tannheimer Tal – Bad Hindelang“.<br />

Der gehört zu den größten<br />

Langlaufevents im Land.<br />

Der gute Ruf ist schnell erklärt: Das<br />

nordische Angebot ist zum einen außergewöhnlich<br />

groß – mit 140 km Loipen.<br />

Zum anderen sind die Bedingungen sehr<br />

gut und das Loipengütesiegel des Landes<br />

Tirol ist nur die logische Konsequenz.<br />

Es gibt Strecken für jeden Geschmack<br />

und jede Leistungsstufe.<br />

Zum Ruf des Tiroler Hochtals als<br />

Langlaufparadies trägt auch der „Ski-<br />

Trail Tannheimer Tal – Bad Hindelang“<br />

bei. Er zählt mit 1500 Startern zu den<br />

größten Nordic-Events in Österreich<br />

und lockt von 26.-28. Jänner 2018 auch<br />

mit seinem feinen Rahmenprogramm:<br />

Etwa kostenlose Trainings mit dem<br />

deutschen Olympiamedaillengewinner<br />

Peter Schlickenrieder. Oder die „Nordic<br />

Fitness Wintertage“ mit Materialtests –<br />

nur zwei von vielen Top-Angeboten für<br />

Teilnehmer und Gäste.<br />

KONTAKT<br />

TVB Tannheimer Tal<br />

T. +43 56 75/62 20-0<br />

info@tannheimertal.com<br />

www.tannheimertal.com<br />

Fotos: TVB Tannheimer Tal/Marco Felgenhauer<br />

ERHOL DICH IM<br />

SALZKAMMERGUT<br />

Ob zum Wintersport oder<br />

zur Relax-Auszeit: Im<br />

4-Sterne-Hotel Narzissen<br />

Vital Resort in Bad Aussee<br />

(St) bist du stets richtig.<br />

Das Narzissen Vital Resort am geografischen<br />

Mittelpunkt Österreichs, als Kombination<br />

von Solebad und angeschlossenem Suitenhotel,<br />

steht für Entspannung und Gesundheit<br />

inmitten der Naturlandschaft des Ausseerland-Salzkammergut.<br />

Gäste erwartet viel<br />

Raum zum Wohlfühlen und traumhafte<br />

Panoramablicke auf die Berge.<br />

Sportliche freut darüber hinaus, dass sich<br />

der Einstieg in die 10 km lange Panoramaloipe<br />

direkt beim Resort befindet. Ferner,<br />

dass die Skigebiete Loser, Tauplitz und<br />

Dachstein West alle innerhalb von 30 Minuten<br />

erreichbar sind. Und, dass sich auch<br />

Tourengehern und Schneeschuhwanderern<br />

eine Vielzahl an Zielen anbieten.<br />

NARZISSEN VITAL RESORT<br />

T. +43 36 22/55 300-200<br />

www.vitalresort.at<br />

Fotos: T.Kujat, Ch. Woeckinger<br />

82 <strong>SPORTaktiv</strong>


Weitere Highlights,<br />

Veranstaltungen und<br />

Informationen auf<br />

www.saalfeldenleogang.com<br />

FÜR ALLE, DIE DAS<br />

NORDISCHE LIEBEN<br />

SAALFELDEN LEOGANG<br />

ZÄHLT ZU DEN VIELFÄLTIGS-<br />

TEN WINTERSPORT REGIONEN<br />

ÖSTERREICHS. BELIEBTER<br />

TREFFPUNKT DER<br />

LANGLÄUFER IST DER NORDIC<br />

PARK AM RITZENSEE.<br />

Foto: Tourismus Saalfelden / Leogang<br />

N<br />

ordische Sportarten wie Langlaufen,<br />

aber auch Winterwandern oder Eislaufen<br />

erfreuen sich immer größerer<br />

Beliebtheit. Die geballte Wintersportkompetenz<br />

abseits der Skipisten findet<br />

sich im Nordic Park am Ritzensee bei<br />

Saalfelden. Auf einem Loipennetz von<br />

rund 150 Kilometer gleitet man durch<br />

glitzernde Schneelandschaften der Region.<br />

Österreichische Biathlon-Größen<br />

wie Simon Eder oder Julian Eberhard<br />

stammen von hier und nutzen die Loipen<br />

rund um Saalfelden Leogang auch<br />

regelmäßig zum Training. Doch bereits<br />

die Kleinsten lernen im beliebten „Fun<br />

& Snow“-Park die Grundkenntnisse des<br />

Langlaufens. Und Eisläufer drehen auf<br />

dem malerischen Ritzensee ihre Runden,<br />

mit dem Steinernen Meer als Kulisse.<br />

3.–4. 2.: Skimarathon Saalfelden<br />

Spannende Wettkämpfe im Skating-Stil<br />

verspricht der 11. Skimarathon Saalfelden<br />

Profis und Hobby-Langläufern am<br />

4. Februar. Mit rund 350 Teilnehmern<br />

zählt er zu den größten Langlauf-Events<br />

in Österreich. Für Kinder und Schüler<br />

gibt es bereits am Vortag einen eigenen<br />

Mini-Skimarathon.<br />

11. + 25. 2.: Nordic Park Experience<br />

Ein weiteres Saisonhighlight ist die<br />

Eventreihe „Nordic Park Experience“,<br />

mit der letztes Jahr der Nordic Park offiziell<br />

eröffnet wurde. Man darf sich 2018<br />

wieder auf ausgelassene Stimmung bei<br />

guter Musik, kulinarischen Highlights<br />

und vielfältigen Sportmöglichkeiten in<br />

der winterlichen Kulisse freuen.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

83


DAS ENDE DES<br />

SYSTEM-KAMPFS<br />

DRUM PRÜFE, WAS SICH<br />

IN DER LOIPE BINDET.<br />

NACH JAHREN DER<br />

ZWEIGLEISIGKEIT KÜN-<br />

DIGT SICH EIN ENDE DES<br />

SYSTEM-DUELLS AN.<br />

ÜBER KURZ ODER LANG<br />

WERDEN ALLE BINDUN-<br />

GEN UND SCHUHE DER<br />

„NEW NORDIC NORM“<br />

ENTSPRECHEN.<br />

VON KLAUS MOLIDOR<br />

Jahrelang schieden sich an einer<br />

dreistelligen Buchstaben-Kombination<br />

die Loipengeister. NNN<br />

oder SNS. „New Nordic Norm“ oder<br />

„Salomon Nordic System“ stehen für<br />

zwei Bindungssysteme bei Langlaufskiern.<br />

Eine Entscheidung in eine<br />

Richtung hatte immer eine Reihe an<br />

Konsequenzen. Durch die unterschiedlichen<br />

Bindungen bedurfte es auch<br />

unterschiedlicher Schuhe. SNS-Schuhe<br />

haben eine Rille in der Sohle und dazu<br />

zwei Metallstege, die in die Bindung<br />

einrasten. Das verleiht dem Skating-Ski<br />

mehr Stabilität, weil die Bindung die<br />

Pendelbewegung beim Rückholen minimiert.<br />

NNN-Schuhe wiederum haben<br />

zwei Rillen in der Sohle, dafür aber<br />

nur einen Metallsteg im Zehenbereich.<br />

Dieses System hat der norwegische Bindungsspezialist<br />

Rottefella erfunden.<br />

Direkter und stabiler<br />

Was die Sache im Lauf der Jahre weiter<br />

verkompliziert hat: Die Skifirmen<br />

haben sich entweder für das eine oder<br />

andere Bindungssystem entschieden.<br />

Also entweder oder. Kompatibilität<br />

Fehlanzeige. Wer also einen Ski X hatte<br />

und einmal ein Modell Y testen wollte,<br />

brauchte immer auch einen anderen<br />

Schuh. „Das hat es auch für die Verleiher<br />

kompliziert gemacht“, erklärt<br />

Christian Simonlehner, Langlauf-Spezialist<br />

von „Ski Willy“ in Ramsau am<br />

Dachstein.<br />

Brauchte, denn jetzt ist das Duell der<br />

Systeme entschieden. Und zwar zugunsten<br />

des NNN-Systems von Rottefella.<br />

„In drei, vier Jahren wird es nur noch<br />

das NNN-System geben“, schätzt Simonlehner<br />

und erklärt die NNN-Vorteile.<br />

„Die Sohlen sind nicht so hoch wie<br />

beim SNS-System. Dadurch ist das Gefühl<br />

direkter, du stehst flacher über dem<br />

Schnee.“ Die breitere Rottefella-Bindungsplatte<br />

trägt ebenfalls zur Stabilität<br />

bei, vor allem ungeübtere Langläufer<br />

kippen damit nicht so leicht auf die<br />

Kante. Salomon übernimmt aber nicht<br />

einfach die Bindungen vom norwegischen<br />

Spezialisten, sondern hat mit dem<br />

Prolink-System ein eigenes Komplettangebot<br />

im Programm. „Sie mussten<br />

reagieren. Zwar sind sie bei den Schuhen<br />

die Nummer 1, die Verkäufe sind aber<br />

zurückgegangen“, sagt Simonlehner.<br />

Auch, weil immer mehr Hersteller auf<br />

Rottefella-Bindungen gesetzt haben.<br />

Und davon profitieren am Ende Skifirmen<br />

beider Seiten. Denn mit Prolink<br />

kann man auch schnell einmal von<br />

einem Atomic-Ski auf ein Fischer- oder<br />

Madshus-Fabrikat umsteigen, ohne sich<br />

gleich einen neuen Schuh besorgen zu<br />

müssen. Damit öffnet sich für Salomon<br />

gerade auf dem Schuhsektor gleich<br />

wieder ein viel breiterer Markt und der<br />

Endverbraucher braucht vor dem Kauf<br />

nicht mehr überlegen, ob sein Schuh<br />

mit dem neuen Ski wohl auch kompatibel<br />

ist.<br />

Foto: Madshus<br />

84 <strong>SPORTaktiv</strong>


Auch bei Fischer und Rossignol tut sich<br />

etwas. Beide nordischen Komplettanbieter<br />

sind eine Partnerschaft eingegangen<br />

und haben die „Turnamic“-Bindung<br />

entwickelt, die ebenfalls dem NNN-System<br />

entspricht. Während Fischer bislang<br />

schon auf Rottefella-Bindungen gesetzt<br />

hat und eigene Schuhe mit NNN-Sohle<br />

hatte, ist es für Rossignol ein Wechsel<br />

von SNS zum neuen Standard. Die<br />

Turnamic hat einen einfach bedienbaren<br />

Drehverschluss, mit dem der Einstieg<br />

in die Ski noch leichter funktionieren<br />

soll. Und wie Rottefella haben Fischer<br />

und Rossignol damit eine Bindung im<br />

Programm, die schnell und ohne Werkzeug<br />

verstellbar ist. Der Vorteil daran<br />

betrifft vor allem den klassischen Bereich<br />

mit Fell- aber auch Wachs-Skiern.<br />

Vor Anstiegen kann man die Bindung<br />

weiter nach vorne verschieben, was für<br />

mehr Grip sorgt, in der Ebene und auf<br />

Abfahrten wiederum kann man sie nach<br />

hinten stellen, wodurch sich die Gleitphase<br />

und damit die Geschwindigkeit<br />

verbessert.<br />

Elektrische Bindung<br />

Aber auch hier ist Rottefella schon wieder<br />

einen Schritt voraus. Auf der ISPO<br />

in München haben die Norweger die<br />

elektrische Version ihrer „Xcelerator“<br />

vorgestellt. Mit ihr muss man zum<br />

Verstellen nicht mehr aus der Bindung<br />

steigen, sondern kann das bequem per<br />

Knopfdruck erledigen. Den kann man<br />

wie einen Ring am Stock oder Handschuh<br />

befestigen. Die Akkulaufzeit soll<br />

so stark sein, dass sich damit auch ein<br />

Wasalauf ausgeht. „Noch haben wir die<br />

nicht im Handel“, sagt Simonlehner<br />

vom Spezialisten „Ski Willy“. „Und es<br />

ist wohl auch fraglich, ob das wirklich<br />

in Serie gehen wird, weil das System<br />

zu teuer sein wird, und die modernen<br />

Bindungen wie eben die Turnamic auch<br />

schnell und ohne Werkzeug zu verstellen<br />

sind.“<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

85


SPEEDSKATER<br />

CARBON TRIFFT KONDITION BEI DIESEN|<br />

TOP-KOMBINATIONEN FÜR SKATER.|<br />

LEICHT UND<br />

SCHNELL<br />

Lange Gleitphasen sind erwünscht,<br />

gute Führung bei allen Bedingungen<br />

und dazu sollen sie leicht sein, um<br />

die Kräfte bei langen Läufen oder<br />

Wettkämpfen zu schonen: Skating-Ski<br />

sind heute Hightech-Produkte, Carbon<br />

gehört bei den Racing-Modellen<br />

schon zum guten Ton.<br />

Auch bei den Schuhen sorgt das steife<br />

Carbon für optimale Kraftübertragung.<br />

Besonders Hobbyrennläufer<br />

wissen das zu schätzen. Auf dem<br />

Bindungssektor ist die „New Nordic<br />

Norm“ gerade auf dem Vormarsch.<br />

Alle Hersteller setzen auf das System<br />

mit zwei Schienen, breiterer Platte<br />

und flacherem Stand über dem<br />

Schnee. So wird das Gefühl noch<br />

direkter – ein Vorteil für Einsteiger,<br />

Fortgeschrittene und Profis.<br />

ATOMIC REDSTER S7<br />

SKATER SKI<br />

Rennski für Hobbyracer<br />

top für alle Bedingungen<br />

Race+Carbon Laminate<br />

Speedcell-Kern und Race-Belag<br />

ATOMIC PROLINK CARBON SKATE-BINDUNG<br />

Carbon Führungsschiene Low<br />

Boot Bindung Interface<br />

Carbon Race Hebel<br />

ATOMIC WORLD CUP SKATE PROLINK-SCHUH<br />

schneller, kraftvoller und innovativer Skating-<br />

Schuh<br />

Carbon Schale mit Carbon Armen<br />

PREIS (UVP): € 349,99 / € 69,95 / € 379,95<br />

www.atomic.com<br />

Fotos: Hersteller<br />

86 <strong>SPORTaktiv</strong>


FISCHER SPEEDMAX SKATE-SKI<br />

Cold Base Bonding<br />

Precision Pairing System<br />

Finish First – Technologie für maximalen Speed<br />

stark verbesserte Wachsaufnahme und Schleifbarkeit des<br />

Belages<br />

FISCHER SPEEDMAX SKATE SCHUH<br />

Worldcup Carbon Cuff<br />

Speed Lock System<br />

ultraleichter Highend-Carbonschuh<br />

FISCHER TURNAMIC® - TAKE THE RIGHT TURN BINDUNG<br />

neu entwickelte Bindungen, Bindungsplatten und Langlaufschuhsohlen<br />

unter der Marke TURNAMIC®<br />

intuitiv und leicht bedienbar.<br />

PREIS (UVP): € 549,95 / € 699,95 / € 74,95<br />

www.fischersports.com<br />

MADSHUS HYPERSONIC CARBON SKATE-SKI<br />

Weltcup-Performance zum attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis<br />

Triaxial Carbon-Bauweise mit verbesserter Kraftübertragung bei<br />

vermindertem Schwunggewicht – ermöglicht fast die<br />

Performance eines Weltcup-Skis<br />

MADSHUS NANO CARBON SKATE-SCHUH<br />

starke Passform und Komfort<br />

R3 Laufsohle für Stabilität und Kontrolle<br />

RevoWrap Technologie und MemBrain® Shoftshell:<br />

wasserabweisend und atmungsaktiv<br />

MADSHUS ROTTEFELLA XCELERATOR PRO SKATE-BINDUNG<br />

Madshus´ beste Renn-Bindung ist jetzt noch leichter<br />

optimale Kontrolle und Kraftübertragung<br />

PREIS (UVP): € 369,95 / € 379,95 / € 89,95<br />

de-de.madshus.com<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

87


ROSSIGNOL X-IUM PREMIUM SKATE S2 SKI<br />

Rennski für hervorragende Skilangläufer<br />

Universalflex und Vorspannung, die für nahezu alle<br />

Schneebedingungen geeignet sind<br />

feste Taillierung für eine herausragende, kraftvolle Energieübertragung<br />

und erhöhte Beschleunigung<br />

ROSSIGNOL TURNAMIC RACE PRO SKATE-BINDUNG<br />

einfache, werkzeugfreie Einstellung mit neuem, sicherem<br />

Turn Lock System – erlaubt eine individuelle Anpassung<br />

an die Schneeverhältnisse<br />

ROSSIGNOL X-IUM CARBON PREMIUM SKATE-SCHUH<br />

Wettkampf-Skate-Schuh auf Eliteniveau für hervorragende<br />

Skilangläufer<br />

PREIS (UVP): € 509,95 (Set)<br />

www.rossignol.com<br />

SALOMON XC SKIS RS SKATE<br />

D2FC – Digital Dynamic Flex Control<br />

niedrige und reaktionsfreudige Spannungseinstellung<br />

D-Carbon<br />

G5 Universal Belag<br />

SALOMON PROLINK CARBON SK BINDUNG<br />

Flex 115<br />

Prolink Carbon Führungsplatte 44 mm<br />

Carbon Race Hebel<br />

direkte Verbindung zum Ski<br />

SALOMON RS CARBON PROLINK SCHUH<br />

advanced 3D Chassis<br />

verstellbares Fersenband<br />

PROLINK® Racing Skate<br />

PREIS (UVP): € 299,99 / € 69,99 / € 239,99<br />

www.salomon.com<br />

Fotos: Hersteller<br />

88 <strong>SPORTaktiv</strong>


LAUFSTEG<br />

LOIPE<br />

NEU EINGEKLEIDET STARTEST DU GLEICH<br />

NOCH BESSER IN DIE SAISON.<br />

DAEHLI SPORTS JACKET /<br />

PANTS FLOW M<br />

Jacke aus 3-Lagen-<br />

Softshell mit<br />

elastischem Rücken<br />

Slim Fit<br />

atmungsaktiv und<br />

wasserabweisend<br />

Hose aus Softshell<br />

vorne wind- und<br />

wasserabweisend<br />

PREIS (UVP):<br />

€ 299,99 / € 149.99<br />

https://dahlie.com<br />

ODLO STRYN<br />

JACKET + PANTS M<br />

Softshelljacke und -hose für<br />

Einsteiger<br />

extrem atmungsaktiv, winddicht<br />

und wasser abweisend<br />

Body Mapping-Konstruktion<br />

flache Nähte<br />

PREIS (UVP): € 100,–/ € 80,–<br />

www.odlo.com<br />

Fotos: Hersteller<br />

CRAFT INTENSITY JACKET /<br />

STRATUM TIGHTS W<br />

elastisches Material<br />

starke Thermoregulierung<br />

und Bewegungsfreiheit<br />

ergonomische Passform<br />

spezielles Kniedesign für<br />

mehr Wärme<br />

aus der Kollektion des<br />

schwedischen und des<br />

US-Olympiateams 2018<br />

PREIS (UVP):<br />

€ 129,99 / € 129,99<br />

www.craft-sports.de<br />

LÖFFLER WORLDCUP<br />

SOFTSHELL LIGHT/<br />

ELEGANCE HOSE W<br />

Softshell Vent und elastische<br />

Double-Dry-Einsätze<br />

2 Zip-Eingrifftaschen<br />

Hose: Windstopper® mit<br />

Thermo-Innenvelours<br />

rückseitig<br />

Beinzip<br />

PREIS (UVP): € 139,99 /<br />

€ 149,99<br />

www.loeffler.at<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

89


„LÄNGER LAUFEN“<br />

IN DEN DOLOMITEN<br />

Im Herzen der Dolomiten erwartet dich „Dolomiti NordicSki“, Europas größtes Langlauf karussell.<br />

Mit zwölf Regionen, die schneesicher und bequem erreichbar sind.<br />

HIGHLIGHT-EVENTS<br />

dolomitinordicski.com/de/<br />

events.html<br />

PACKAGE-ANGEBOTE<br />

dolomitinordicski.com/de/<br />

pauschalen.html<br />

INFOS UND BUCHUNGEN:<br />

Dolomiti NordicSki<br />

T. +39 0474 972 132<br />

info@dolomitinordicski.com<br />

dolomitinordicski.com<br />

Dolomiti NordicSki heißt das Langlaufkarussell<br />

im Herzen der Dolomiten,<br />

und es hat jede Menge zu bieten: Mehr als<br />

1300 Loipenkilometer, zwölf Regionen in<br />

Italien und Österreich, ein einheitliches<br />

Preissystem und einen Gesamtskipass.<br />

Dazu spannende Events, speziell auf<br />

Langläufer ausgerichtete Unterkünfte,<br />

ein GPS-Service für jede Tour und noch<br />

einiges mehr.<br />

Was sofort auffällt: die majestätischen<br />

Dolomitengipfel. Diese und die perfekte<br />

Loipenqualität haben alle zwölf Gebiete<br />

gemeinsam. Alta Badia, das Antholzertal,<br />

das Gsieser Tal-Welsberg-Taisten und die<br />

Dolomitenregion Drei Zinnen; weiters die<br />

Seiser Alm-Gröden, das Tauferer Ahrntal,<br />

San Vigilio-Dolomites, Comelico Sappada.<br />

Und noch mal vier: Cortina d’Ampezzo,<br />

Auronzo-Misurina-Lorenzago di Cadore,<br />

Forni di Sopra und Osttirol. Überall gelten<br />

einheitliche Preise für Tages-, Wochen-<br />

und Saisonstickets. Dazu ist die Loipenbenutzung<br />

bis 14 Jahre kostenlos. Die<br />

Loipen von Dolomiti NordicSki werden<br />

täglich präpariert und sind dank gezielter<br />

Beschneiungsmaßnahmen ab <strong>Dezember</strong><br />

schneesicher.<br />

Ganz bequem erreichbar<br />

Die Dolomiti NordicSki-Gastgeber kennen<br />

die Wünsche von Langlaufgästen, sind bei<br />

der Auswahl der schönsten Loipen behilflich<br />

und lassen sich vielleicht auch einen<br />

Geheimtipp entlocken. Alle zwölf Regionen<br />

liegen nahe beieinander und sind mit<br />

den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.<br />

Durch das einheitliche Kartensystem<br />

sind auch alle 1300 Loipenkilometer nutzbar.<br />

Noch ein Plus: Viele Gastbetriebe liegen<br />

direkt an der Loipe. Vor der Hoteltür<br />

in die Langlaufski steigen, und danach im<br />

Wellnessbereich aufwärmen: Da wird ein<br />

Langlauftraum wahr . . .<br />

Foto: Horst von Bohlen<br />

90 <strong>SPORTaktiv</strong>


TRENDS | MENSCHEN | MATERIAL<br />

BIKE<br />

WHITE STYLE UND<br />

BIKE-FESTIVAL<br />

Beim Start der FMB World Tour werden<br />

sich am 26. Jänner in Leogang die<br />

besten Freerider der Welt wieder auf<br />

einen Jump-Kurs aus Schnee wagen.<br />

Premiere im Sommer: Erstmals kommt<br />

von 31. August bis 2. September das legendäre<br />

BIKE-Festival in die Region.<br />

www.saalfelden-leogang.com<br />

Fotos: Martin Bihounek, Saalfelden Leogang/Christoph Laue, Kärnten Werbung<br />

LAUFEND AKTUELLE STORYS,<br />

TRENDS UND TIPPS RUND<br />

UMS THEMA RAD AUF:<br />

WWW.SPORTAKTIV.COM<br />

BAD GOISERN RUFT<br />

Es ist „das“ Mountainbikerennen in Österreich, die<br />

Salzkammergut Trophy rund um Bad Goisern. Der neue<br />

Termin ist von 13. bis 15. Juli 2018, Renntag: 14. Juli.<br />

Bereits jetzt kann man sich anmelden. Sieben Distanzen<br />

stehen zur Wahl, von der G-Strecke (22,1 km,<br />

688 hm) bis zur berüchtigten A-Distanz über 210 km und<br />

7119 hm (Bild: Siegerin <strong>2017</strong>, Sabine Sommer).<br />

<strong>SPORTaktiv</strong> ist wieder Medienpartner.<br />

www.salzkammergut-trophy.at<br />

FUGA AUSVERKAUFT<br />

<strong>2017</strong> war die Fuga300 ein exklusiver<br />

Probegalopp vom Großglockner nach Grado<br />

über mehr als 300 Kilometer. Für 2018<br />

gab es schon eine Voranmeldung, doch<br />

die 100 Startplätze der Aktion von Paco<br />

Wrolich (Kärnten Werbung) und Alfred<br />

Brunner (<strong>SPORTaktiv</strong>) waren<br />

rasch vergriffen. Die Fuga300<br />

am 23. Juni ist ausverkauft.<br />

Letzter Stand der Anmeldung unter:<br />

www.fuga300.com<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

91


FATBIKE<br />

VERSUS GRAVELBIKE<br />

DAS DUELL: WIR TESTEN EIN FATBIKE|<br />

GEGEN EIN MODERNES GRAVELBIKE.|<br />

WELCHES ENTPUPPT SICH ALS BESTE|<br />

ALTERNATIVE FÜR WINTERBIKER? WO|<br />

LIEGEN DIE STÄRKEN UND SCHWÄCHEN|<br />

DER BEIDEN EXTREMEN KONZEPTE?|<br />

VON CHRISTOPH HEIGL UND ARNOLD PAULY<br />

FOTOS: THOMAS POLZER<br />

Ladies first und gleich vorweg: Noch<br />

nie in der langjährigen Geschichte von<br />

<strong>SPORTaktiv</strong> hat es ein Testbike der<br />

Damenwelt in unserer Redaktion so angetan.<br />

Was steht denn da Fesches im Radkeller?<br />

Wem gehört das hübsche Ding? So lauteten<br />

die Fragen auch derer, die sich noch<br />

nie für ein Zweirad interessiert haben. Und<br />

zugegeben: Das Bergamont-Gravelbike ist<br />

ein Feschak. Mit seinem dezenten Rahmen<br />

und der bunten Gabel steht es echt knackig<br />

da und verdreht den Damen zu Recht die<br />

Augen. Aber auch den Männern.<br />

92 <strong>SPORTaktiv</strong>


Genug geflirtet, jetzt wird gearbeitet. Der<br />

Brad Pitt unter den Zweirädern muss zum<br />

Duell. Und da tritt ihm ein wilder Hund<br />

entgegen, der Bruce Willis auf Rädern, das<br />

Fatbike von White. Keine Tiefschläge, Burschen,<br />

es schauen Damen zu.<br />

Boom oder Gag?<br />

Wenn es ins Gelände geht, bilden beide Typen<br />

die extremsten Pole des Radspektrums<br />

und werden genauso stark gehyped wie kritisiert.<br />

Böse Zungen sprechen von Marketing-<br />

und Nischenprodukten, nur erfunden,<br />

um noch ein paar Bikes in den Markt zu<br />

pressen. Gag oder vollwertiges Bike?<br />

Das Bergamont Grandurance Elite provoziert<br />

Reaktionen, die Hamburger Hersteller<br />

deklarieren es als „All Road“: mit einem<br />

Rennradlaufsatz als normales Straßenrennrad<br />

verwendbar, sonst eben als Cyclocrosser<br />

oder neumodern Gravelbike (Gravel, dt.<br />

Schotter, Kies). Die Grenzen verschwimmen<br />

auch in der Praxis: Auf Asphalt<br />

dämpfen die 35 mm breiten und leicht<br />

profilierten Noppenreifen (Druckempfehlung<br />

3 bis 5 bar, wir fuhren mit rund 4 bar)<br />

Unebenheiten und Asphaltkanten weg.<br />

Man scheint zu schweben. Dafür fehlt die<br />

nervöse Giftigkeit und Aggressivität eines<br />

Straßenracers.<br />

Im leichten Gelände kommt die aufrechte<br />

Sitzposition zum Tragen: Auf Forststraßen<br />

fliegt die Schönheit (9,2 kg) wie ein superleichtes<br />

Mountainbike-Hardtail bergauf.<br />

Der leichteste Gang der 2 x 11-Schaltung<br />

ist 34-32, damit schafft man jede Straße,<br />

aber keine steilen Geländepassagen. Mit<br />

flachen Waldwegen hat das Bergamont<br />

null Probleme und rollt souverän. Machen<br />

wohl die wenigsten, aber die respektlosen<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

93


<strong>SPORTaktiv</strong>-Tester haben das Bergamont<br />

in schweres und steiles Gelände<br />

bergab gezwungen (Trails, Wurzeln,<br />

Kanten, Steine) – da kommt es an seine<br />

Grenzen, bleibt aber erstaunlich stabil.<br />

Die 160er-Scheibenbremsen sind<br />

eine Wucht, frech ist Brad Pitts kleines<br />

Gatsch-Verhüterli über dem Vorderrad.<br />

Brettert man im Downhill über<br />

Wurzelteppiche fühlt man sich an die<br />

Anfänge der Mountainbikes um 1990<br />

erinnert: schmale Reifen, hart, ungefedert.<br />

Aber hat uns das nicht auch damals<br />

schon Spaß gemacht? Die Fahrtechnik<br />

bekommt jedenfalls kräftig Nachhilfe,<br />

wenn man das Gravelbike durch echtes<br />

Gelände scheucht. Der unten etwas ausgestellte<br />

Lenker ist bombig.<br />

Die Soundkulisse<br />

Jetzt das ebenfalls ungefederte White 5<br />

Fat Lite vor den Vorhang. Alleine schon<br />

der Sound der 4,5 Zoll breiten Reifen<br />

auf Asphalt! Es wummert und brummt<br />

wie der Verstärker einer E-Gitarre, den<br />

man voll aufdreht, die Gitarre aber<br />

nicht ansteckt. Wwwwwmmmmm!<br />

Den Luftdruck haben wir auf radikale<br />

0,5 bar abgesenkt. Damit federn die<br />

Reifen beim Aufsitzen schon gute zwei<br />

Zentimeter ein und in Asphaltkurven<br />

hat man das Gefühl, man muss einen<br />

„BEIDE BIKES<br />

SIND WIE<br />

ALKOHOLFREIES<br />

BIER.<br />

PASST NICHT<br />

IMMER, ABER<br />

AM TAG X<br />

SUPER.“<br />

Schützenpanzer ums Eck dirigieren.<br />

Doch dieser Zweiradpanzer wurde<br />

ohnedies fürs Gelände entworfen. Dort<br />

glänzte unser auch nicht ganz hässliches<br />

16,2 kg-Brockerl mit fantastischem<br />

Reifengrip. Ein durchrutschendes Hinterrad<br />

gibt es selbst auf nassen Wurzeln<br />

nicht. Bergab fährt sich das Bike wie ein<br />

Monstertruck, man wummert über alles<br />

drüber. Wurzeln, herumliegendes Geäst?<br />

Die riesigen Räder schlucken alles und<br />

rutschen nie weg. Mit Federgabel wäre<br />

unser Bruce Willis ein echter Die-Hard.<br />

Der Redaktionsschluss kam leider vor<br />

dem großen Schnee, in der weißen<br />

Pracht wird die Traktion noch erstaunlicher<br />

sein. Limitierend ist nur die eigene<br />

Power und die 2 x 9-Schaltung unseres<br />

Fatbikes (leichtester Gang 22-32).<br />

Zurück in den Radkeller und Eindrücke<br />

sammeln. Beide Bikes machen<br />

irrsinnig viel Spaß, man hat ständig ein<br />

Grinsen im Gesicht. Aber beide sind<br />

keine First-Bike-Lösungen, der Einsatz-<br />

94 <strong>SPORTaktiv</strong>


GESTATTEN:<br />

GRAVELBIKE<br />

28-Zoll-Laufräder,<br />

Reifen leicht profiliert und<br />

30 bis 60 mm breit,<br />

Rennradlenker, aufrechtere,<br />

kürzere Sitzposition<br />

ähnlich einem Endurance-<br />

Rennrad, stabile Laufräder,<br />

Scheibenbremsen, Einfach- oder<br />

Zweifachkurbel, keine Federung,<br />

8 bis 10 kg, ab 1000 Euro.<br />

SPORTAKTIV-TESTFAZIT:<br />

Super als Winterbike für<br />

neugierige Rennradfahrer.<br />

bereich ist zu schmal. Für Rennradfahrer,<br />

die kein Mountainbike brauchen, ist ein<br />

Gravelbike aber eine sinnvolle Erweiterung<br />

für schlechte Wege und Witterung. Eine<br />

Alternative zum reinrassigen Mountainbike<br />

kann es nie sein. Ähnlich verhält es sich mit<br />

dem Fatbike. Hat man schon drei Bikes<br />

im Keller, darf das vierte ruhig ein Fatbike<br />

sein. Für mehr fehlt es an Alltagstauglichkeit.<br />

Unser Fazit: Beide Bikes sind wie<br />

alkoholfreies Bier. Passt nicht immer und<br />

überall, aber am Tag X super.<br />

FETT DARF SEIN:<br />

DAS FATBIKE<br />

26-Zoll-Laufräder, extrem breite Reifen<br />

bis 4,5 oder 5 Zoll (knapp 130 mm),<br />

robuster Rahmen, Scheibenbremsen,<br />

Einfach- oder Zweifachkurbel,<br />

Federgabel oder sogar Fullsuspension<br />

möglich, 12 bis 18 kg, ab 900 Euro.<br />

SPORTAKTIV-TESTFAZIT:<br />

Spaß- und Winterrad für<br />

vielseitige Mountainbiker.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

95


TOUR DE FRANCE IM<br />

WOHNZIMMER<br />

96 <strong>SPORTaktiv</strong>


ZWIFT STATT ZIMMERRAD. FRÜHER SCHAUTE MAN<br />

BEIM RADTRAINING AUF DER WALZE IN DIE WAND,<br />

JETZT INS INTERNET. UND KANN DABEI DIE<br />

TOUR DE FRANCE FAHREN, SEINEN KUMPELS ODER<br />

PROFIS WIE BERNHARD EISEL VIRTUELL ZUWINKEN.<br />

VON CHRISTOPH HEIGL<br />

Fotos: Wahoo/Kickr, www.tinbob.com<br />

Winter-Radtraining bei Hobbysportlern<br />

schaute in grauer<br />

Vorzeit etwa so aus: Irgendwo<br />

im Keller sitzen, oder im Wohnzimmer<br />

und starr an die Wand schauen, während<br />

man auf einem Hometrainer in<br />

die Pedale tritt und Schweiß in Strömen<br />

vergießt. Aus den altmodischen Zimmerrädern<br />

wurden dann Ergometer,<br />

manche stellten ihr Rennrad auf eine<br />

Walze oder strampelten im Fitnesscenter<br />

bei „Spinning-Kursen“. Was man auch<br />

versuchte: Lustig war es ohne Fahrerlebnisse<br />

und frische Luft wie im Freien nie.<br />

Und die Stoppuhr schien sowieso nur in<br />

Zeitlupe die Minuten herunterzuzählen,<br />

bis man endlich vom dann schon verhassten<br />

Rad oder aus der Folterkammer<br />

durfte. Dem Frust und Mief konnte das<br />

Wintertraining nie davonfahren.<br />

Dann kam das Internet. Und damit<br />

öffneten sich ungeahnte Möglichkeiten.<br />

Jetzt zum Winterstart hüpfen viele<br />

Radfahrer mit Vorfreude im Keller und<br />

Wohnzimmer auf ihre Räder und steigen<br />

nach der Einheit mit einem breiten<br />

Grinsen wieder ab. „Realistischer geht<br />

es fast nicht mehr. Aus diesem Grund<br />

macht es einfach unglaublichen Spaß,<br />

und die Minuten vergehen wie im<br />

Flug“, erzählt Donata Schörkmaier<br />

von den „TRI OUT Girls“ im Blog<br />

auf www.sportaktiv.com/triathlon. „Da<br />

man sich wirklich komplett reinsteigert,<br />

merkt man gar nicht, wie schweißtreibend<br />

dieses Training ist.“<br />

Was war passiert?<br />

Heute sind viele Walzen und Rollentrainer<br />

mit dem Internet verbunden und<br />

sogenannte „Smart Trainer“, z. B. von<br />

Wahoo, Elite oder Tacx. Das Hinterrad<br />

ist wie gehabt in einem kleinen Standgerät<br />

mit regelbarem Widerstand eingespannt<br />

und das Vorderrad steht normal<br />

am Boden. Auch ein Direktantrieb per<br />

Kette und Kassette ohne komplettes<br />

Laufrad ist möglich. Via Apps, Bluetooth<br />

oder ANT+ übernehmen Computer<br />

und Tablet (es funktioniert sogar mit<br />

Handys) die Steuerung des Tretwiderstandes<br />

und passen die Wattzahlen automatisch<br />

an. Jetzt kommt der Clou: Am<br />

mit dem „Smart Trainer“ verbundenen<br />

Bildschirm oder Fernseher sieht sich der<br />

Radfahrer in einer Grafik in einer virtuellen<br />

Landschaft auf einer Straße fahren,<br />

über Brücken, durch Tunnels, gemeinsam<br />

mit anderen (siehe Bild links).<br />

Heißestes Thema unter Radsportlern<br />

ist derzeit die Onlineplattform Zwift,<br />

die mit einer sehenswerten Umsetzung<br />

der Daten und unglaublicher Liebe zum<br />

Detail glänzt. Hier kann der Radfahrer<br />

sein Abbild (Avatar) selbst designen und<br />

auch sein Rad 1:1 virtuell übertragen.<br />

Im Sinne von „Gamification“ muss man<br />

sich die Bonusfeatures aber mit Kilometern<br />

erst verdienen. Am Bildschirm sieht<br />

man alle Leistungsdaten und fährt normale<br />

Straßen durch verschiedene Welten.<br />

„Watopia“ heißt eine Fantasiewelt,<br />

es geht aber auch durch die Straßen<br />

von London (England) und Richmond<br />

(USA). Das Grundprinzip: Führt die<br />

Straße am Bildschirm bergauf, wird der<br />

Tretwiderstand höher, bergab wird es<br />

leichter. Das Tempo hängt von der tatsächlich<br />

getretenen Leistung und dem<br />

Körpergewicht ab. User, die im Profil<br />

ein höheres Körpergewicht stehen haben,<br />

tun sich am Berg schwerer und fallen<br />

eher hinter Leichtere zurück. Fährt<br />

man knapp hinter einem anderen Radfahrer,<br />

verspürt man den „Windschatten“,<br />

der Tretwiderstand wird leichter.<br />

Es ist wie echtes Radfahren, nur Lenken<br />

muss man nicht.<br />

Zwift bietet fixe oder frei konfigurierbare<br />

Work-outs, Trainingspläne, norma-<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

97


GUT GERÜSTET<br />

FÜR DEN WINTER<br />

Mit der VR-Brille<br />

von TinBob hat<br />

man einen<br />

360-Grad-Blick<br />

und fährt ein<br />

Mountainbikerennen<br />

in den<br />

Dolomiten.<br />

HANDSCHUHE<br />

RACESHIELD / BWG-11<br />

le Ausfahrten und sogar Rennen in vier<br />

Leistungsgruppen an. Spannend und<br />

unterhaltsam ist das, denn man kann<br />

sich mit auf der ganzen Welt verstreuten<br />

Usern virtuell zum Radfahren treffen.<br />

Die Kollegen sind mit Namen versehen,<br />

wenn sie am Bildschirm auftauchen oder<br />

vorbeihuschen. Man kann mit seinen<br />

(und unbekannten) Kumpels chatten,<br />

ihnen ein „Daumen hoch“ schicken<br />

und ihnen virtuell zuwinken. Die „TRI<br />

OUT Girls“ etwa trainieren auch virtuell<br />

miteinander. Zudem bekommt man<br />

Infos wie „Fahre für vier Minuten mit<br />

20 Watt mehr und du holst die Gruppe<br />

vor dir ein“ auf den Bildschirm. Die Daten<br />

kann man auf anderen Plattformen<br />

wie Strava vergleichen, wo in den einzelnen<br />

„Segmenten“ zigtausende Fahrten<br />

abgespeichert sind.<br />

Vom Zimmer ins Profiteam?<br />

Selbst Profis und Weltklasse-Teams benützen<br />

Zwift. Der Steirer Bernd Eisel ist<br />

immer wieder auf Zwift anzutreffen und<br />

erkundigt sich dann, ob noch andere Österreicher<br />

im virtuellen Feld strampeln.<br />

Sein Team Dimension Data und Canyon<br />

Sram nutzen die Zwift Academy sogar,<br />

um Talente zu suchen. Die Besten werden<br />

in der „echten“ Welt zu Trainingslagern<br />

eingeladen, bekommen Trikots und<br />

sogar Profi-Verträge winken.<br />

Auch die Apps von Sufferfest und<br />

TrainerRoad bieten virtuellen Spaß beim<br />

realen Schwitzen. CycleOps wählt einen<br />

anderen Ansatz: Hier wird auf Videos<br />

geschaut, die auf ausgewählten Tourde-France-Strecken<br />

von einer Kamera<br />

aufgezeichnet wurden, etwa am Col de<br />

la Madeleine, am Galibier oder Croix<br />

de Fer. Hunderte Strecken stehen (auch<br />

via Google Earth) weltweit zur Auswahl<br />

oder können von den Usern selbst hochgeladen<br />

werden.<br />

360-Grad-Blick<br />

Auf der Eurobike in Friedrichshafen<br />

präsentierten die Italiener von TinBob<br />

die „Hero VR Experience“, ein auf einer<br />

Plattform installiertes Mountainbike.<br />

Der Fahrer bekommt eine 3-D-Virtual-Reality-Brille<br />

und ist mittendrinnen<br />

im Sellaronda-Hero-Rennen – mit<br />

den beim echten Rennen 2016 aufgenommen<br />

Bildern und Geräuschen und<br />

einem 360-Grad-Rundumblick. Blickt<br />

man nach unten, sieht man seine „eigenen“<br />

Hände am Lenker. Selbst die<br />

Bewegungen der Federgabel werden auf<br />

das Gerät übertragen.<br />

„Nur ein Notprogramm“<br />

Im harten Alltag der Straßensportler<br />

spielen Zwift und Co. aber nur eine<br />

untergeordnete Rolle. „Indoor- und<br />

Walzentraining sehe ich nur als Notprogramm“,<br />

sagt Richard Kachlmaier, der<br />

Trainer des österreichischen Jugend-Nationalteams.<br />

„Für kurze Zeit kann man<br />

es machen, aber viel besser ist, wenn<br />

man Dinge wie Langlaufen und Skibergsteigen<br />

ausprobiert. Das ist im Vergleich<br />

eine noch intensivere Belastung.“ Und<br />

dabei braucht man auch das nicht, was<br />

beim Walzentraining unabdingbar ist:<br />

ein Ventilator für den nötigen „Fahrtwind“<br />

und die frische Luft.<br />

98 <strong>SPORTaktiv</strong>


EIN GANG HÖHER<br />

Mit WOOM lernen Kinder<br />

Radfahren, mit dem Woom 4 auch<br />

erstmals schalten. Acht Gänge hat<br />

das 20-Zoll-Bike, passend für alle<br />

Sechs- bis Achtjährigen. Damit<br />

erweitern Kids ihren Horizont.<br />

www.woombikes.com<br />

FEDERLEICHT<br />

Mal wieder in den Regen<br />

gekommen? Die leichte und<br />

zusammenfaltbare Wind- und<br />

Regenjacke Pocketshield<br />

BBW-266 von BBB hast<br />

du immer dabei. Sie ist<br />

winddicht, wasserabweisend,<br />

atmungsaktiv und hat nur<br />

federleichte 83 Gramm.<br />

www.bbbcycling.com/de<br />

BIKE<br />

LICHT UND MIKRO<br />

NEWS<br />

DIESE BREMSE<br />

GIBT HOFFNUNG<br />

Wer gut bremst, bleibt länger schnell.<br />

HOPE macht rasenden Bikern mit der<br />

Tech 3 X2 Hoffnung. Speziell für den<br />

XC und Marathon-Bereich entwickelt,<br />

in schicken Farben und jetzt mit 5<br />

Prozent mehr Bremsleistung.<br />

www.hopetech.com<br />

Sicherheit wird bei LIVALL großgeschrieben,<br />

auf Komfort muss<br />

man dafür nicht verzichten. Im<br />

Gegenteil: Der smarte Bling-Helm<br />

hat Bluetooth, schickt automatisch<br />

SOS-SMS, hat LEDs, Lautsprecher<br />

und ein integriertes Headset zum<br />

Telefonieren und Musikhören.<br />

www.conrad.at<br />

GRÜSSE AUS<br />

DER ZUKUNFT<br />

Fotos: Hersteller<br />

Moderner und aggressiver als das<br />

HAIBIKE Xduro AllMtn 9.0 kann man als<br />

E-Bike nicht dastehen. Die Geometrie<br />

(langer Reach, flacher Lenkwinkel) ist<br />

brandaktuell, das Design dank Bosch<br />

Powertube sehr clean. In nackten<br />

Zahlen: 27,5 Zoll Laufräder, 150 mm<br />

Federweg, 24,5 kg, 5499 Euro UVP.<br />

www.haibike.com<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

99


KAMPF<br />

DER KÄLTE<br />

SCHUHE<br />

Für den Stadtverkehr und fürs Pendeln tun es<br />

normale Winterschuhe. Brenzlig wird es am<br />

Rennrad: Rennradschuhe sind dünn, unter<br />

zehn Grad wird es kühl. Mit Überschuhen<br />

aus Neopren kommt man Richtung 0 Grad.<br />

Darunter ist das Rennrad nur Hartgesottenen<br />

zu empfehlen, denn der Fahrtwind (Windchill-<br />

Factor) lässt es viel kühler erscheinen. So<br />

wirken 0 Grad bei 30 km/h wie -6,5 Grad,<br />

-5 C schon wie -13. MTB-Schuhe sind im<br />

Normalfall dicker gepolstert, bis etwa 5 Grad<br />

und bei kurzen Strecken noch passabel. Dick<br />

gefütterte und wasserdichte Winterradschuhe<br />

(Bild oben) sind warm, aber klobig. Am<br />

Mountainbike im Gelände (kaum Fahrtwind)<br />

kann man sich damit aber tief in zweistellige<br />

Minusgrade vorwagen. Frage Flatpedals<br />

oder Clickpedale? Im Schnee kann der<br />

Pedalmechanismus schnell zufrieren, das<br />

Einklicken ist dann schwer möglich.<br />

Praxistipp: normale Pedale.<br />

VON<br />

CHRISTOPH HEIGL<br />

Kalte Finger, kalte Zehen,<br />

nur Frust? Zugegeben, Radfahren<br />

im Winter bedarf<br />

einiger Vorkehrungen und echter<br />

Leidenschaft fürs Zweirad. Aber<br />

dann steht dem Vergnügen auch<br />

zwischen <strong>Dezember</strong> und Februar<br />

nichts im Wege. Dabei gilt: Egal,<br />

ob man mit dem Stadtrad unterwegs<br />

ist, noch am Rennrad trainiert<br />

oder mit dem Mountainbike<br />

durch den Schnee pflügt, man soll<br />

sich vor lauter Kleidungsschichten<br />

nicht in ein Michelin-Männchen<br />

verwandeln. Beweglichkeit bleibt<br />

die Devise.<br />

KOPF UND KRAGEN<br />

Funktionelle Hals- und Kopftücher kann<br />

man als Schal, Atemschutz oder unter<br />

dem Helm tragen. Bei großer Kälte oder<br />

am Rennrad sind dicke Hauben unter<br />

dem Helm unabdingbar. Großzügig<br />

geschnittene Sportbrillen (helle Gläser!)<br />

decken das Gesicht ab und schützen<br />

Augen und Stirn vor dem Fahrtwind.<br />

Praxistipp: Nicht den spartanischen<br />

und super belüfteten Sommer-Roadie-<br />

Helm verwenden, eher den älteren mit<br />

weniger Durchzugsöffnungen. Vorsicht<br />

bei Radflaschen und Trinkrucksäcken: Im<br />

Winter sinnlos, das gefriert innerhalb<br />

weniger Minuten, besser<br />

im Rucksack verstauen.<br />

SOCKEN<br />

Mit dicken und wasserdichten Socken<br />

bleiben Zehen und Füße warm. Praxistipp:<br />

lange Skisocken. Mehr Sexappeal? Dann<br />

stylisch bunte Motocross-Socken.<br />

Fotos: Mavic, Pearl Izumi, BBB, iStock<br />

100 <strong>SPORTaktiv</strong>


SO BLEIBST<br />

DU AUCH IM WINTER<br />

HEISS AUFS RADFAHREN.<br />

HANDSCHUHE<br />

Radhandschuhe mit Extra-<br />

Schichten für den Fingerund<br />

Knöchelbereich haben<br />

trotzdem guten Grip für<br />

Brems- und Schalthebel,<br />

die Tasten der Beleuchtung<br />

und die Federelemente.<br />

Smartphone-tauglich?<br />

Mit Abstrichen. Spezial-<br />

Modelle (Bild) kombinieren<br />

Fingerhandschuh und<br />

Fäustling. Praxistipp: griffige<br />

Langlaufhandschuhe eignen<br />

sich auch bestens.<br />

RADHOSEN<br />

Es gibt spezielle Winterund<br />

Softshell-Hosen mit<br />

klassischem Radhosenschnitt<br />

im Rennradlook und<br />

Windschutz im Knieund<br />

Lendenbereich. Für<br />

Mountainbiker bietet der<br />

Markt auch weitere Hosen<br />

im Downhill- und Motocross-<br />

Style oder kurze Baggyshorts<br />

(zum Teil mit Primaloft).<br />

Praxistipp: Jede Kombination<br />

ausprobieren.<br />

EIN RATSCHLAG<br />

AUCH FÜRS BIKE<br />

OBERKÖRPER<br />

Sport-Unterhemden, Baselayer, Skiunterwäsche – erlaubt ist,<br />

was wärmt und Schweiß abtransportiert. Darüber normale Trikots<br />

im Zwiebelsystem, Merino-Wolle und Hochfunktionsjacken. Die<br />

äußerste Schicht sollte robust und gut waschbar sein, denn im<br />

Wintergatsch wird man schmutziger als in der warmen Jahreszeit.<br />

Aber Achtung! Nicht zu viel anziehen. Wer stark schwitzt, verkühlt<br />

sich schneller. Praxistipp: Mut zu Farben, grau ist der Alltag!<br />

Bei Mountainbikes verlieren die<br />

Federelemente in Gabel und<br />

Dämpfer bei Kälte etwas Luftdruck.<br />

5 bis 10 PSI nachpumpen, schadet<br />

nicht. Die Dämpfung kann man ein,<br />

zwei Klicks leichter („nach links“)<br />

drehen, weil das Dämpfungsöl bei<br />

Minusgraden zäh („langsam“) wird.<br />

Rennräder sind kälteunempfindlich.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

101


MIT DEM<br />

RAD DER<br />

SONNE<br />

ENTGEGEN<br />

TRAININGSLAGER IM<br />

WINTER MÜSSEN NICHT IMMER<br />

SCHWEISSTREIBEND SEIN. MAN<br />

KANN ES AUCH MIT URLAUB IN<br />

THAILAND ODER SÜDAFRIKA<br />

VERBINDEN. UND DABEI NEBEN<br />

EINEM WELTSTAR WIE TONY<br />

ROMINGER KURBELN.<br />

Der Winter, die ersten Flocken und<br />

die Eiseskälte – da reiben sich die<br />

Wintersportler freudig die Hände.<br />

Radfahrer drücken ihre Nasen hingegen<br />

verzweifelt an die Fensterscheiben und<br />

fragen sich beim Blick nach draußen:<br />

Wie und wo soll ich da meine Trainingskilometer<br />

herunterspulen? Schließlich<br />

soll die nächste Radsaison zumindest so<br />

gut werden wie die heurige. Im Idealfall<br />

möchte man sogar noch ein Schäuferl<br />

drauflegen.<br />

Ein paar Hartgesottene verwandeln<br />

sich sogleich schichtenweise in Zwiebeln<br />

und legen alles an, was gegen die<br />

Kälte schützt. Sehr viele andere setzen<br />

sich aber zum Laptop oder greifen zum<br />

Smartphone und schauen nach, wo auf<br />

der Erdkugel gerade fahrradfreundliche<br />

Temperaturen zu finden sind.<br />

Der Klassiker im Winter sind die Radausflüge<br />

in den nahen Süden wie Kroatien<br />

und Italien, am besten düst man aber<br />

gleich nach Mallorca, wo sich den Winter<br />

über ganze Pelotons an pedalierwütigen<br />

Hobby- und Amateur-Racern über<br />

die Insel jagen. Wer weiter weg will (und<br />

Triathlet ist) jettet sogar auf die Kanarischen<br />

Inseln und trainiert auf Lanzarote.<br />

„Das sind halt die klassischen Trainingslager“,<br />

sagt einer, der es wissen muss:<br />

Tony Rominger, Schweizer Rad-Superstar<br />

der 90er-Jahre, der rund 40.000<br />

Kilometer pro Jahr für seine drei Siege<br />

bei der Vuelta (Spanien-Rundfahrt, 92,<br />

93, 94) und den Triumph beim Giro<br />

d’Italia 1995 herunterspulte. Nach zehn<br />

Jahren ohne Radfahren sitzt der 56-Jährige<br />

jetzt wieder regelmäßig im Sattel<br />

seines geliebten Velos und kommt auf<br />

9000 Radkilometer pro Saison. Denn<br />

Rominger ist Marketing-Chef bei den<br />

Huerzeler Bicycle Holidays des ebenfalls<br />

radsportbegeisterten Firmengründers<br />

Max Hürzeler. Angeboten werden im<br />

Winter Rad-Trainingslager auf Mallorca,<br />

Lanzarote und in Andalusien sowie spezielle<br />

Angebote für Triathleten.<br />

Fotos: Huerzeler<br />

102 <strong>SPORTaktiv</strong>


WEITERE INFOS UND<br />

ANMELDUNG<br />

Überblick über alle<br />

Reiseangebote und<br />

Rückblick auf vergangene<br />

Highlights auf<br />

www.huerzeler.com/de<br />

Aber die Schweizer haben noch mehr<br />

im Talon. Die Besonderheiten Hürzelers<br />

sind die Radrundfahrten. „Das sind keine<br />

Trainingslager, wir sind keine Rennfahrer“,<br />

betont der Ex-Champion, der<br />

oft selbst als Organisator und Guide dabei<br />

ist. „Es geht eher darum, Land und<br />

Leute kennenzulernen, gut zu essen, zu<br />

genießen und Rennrad zu fahren.“ Mitfahren<br />

kann im Grunde jeder, es werden<br />

meistens vier unterschiedlich schnelle<br />

Gruppen (von „Plausch“ bis „Speed“)<br />

zu je 12 bis maximal 15 Personen mit je<br />

einem Gruppenleiter zusammengestellt.<br />

„In der Plauschgruppe fuhr zuletzt eine<br />

72-jährige Dame“, erzählt Rominger,<br />

„und ich bin auch schon mit einem<br />

74-Jährigen über die Pyrenäen.“<br />

Nicht alltäglich:<br />

Überholmanöver mit<br />

Elefant und Affen als<br />

Radfans. Pflicht: das<br />

Gruppenbild vor der<br />

Golden Gate Bridge.<br />

Die ersten Schmankerln des Winters<br />

sind die Rennradreisen durch Thailand<br />

und durch Südafrika. „Speziell Thailand<br />

im Jänner ist wunderbar, die Straßen<br />

sind so schön wie in Europa, aber die<br />

Autofahrer viel rücksichtsvoller“, weiß<br />

Rominger. Im Spätwinter lockt es radfahrende<br />

Genießer nach Südafrika. Vom<br />

22. Februar bis 10. März kann man mit<br />

Rominger rund um Kapstadt und den<br />

Tafelberg fahren. „Die Landschaft und<br />

das Essen sind dort wirklich sensationell“,<br />

schwärmt er.<br />

Rominger ist schon in vielen Gegenden<br />

der Welt Rad gefahren, eines seiner<br />

Highlights ist die Radreise in den USA,<br />

die Ende August wieder angeboten<br />

wird: von Seattle entlang der legendären<br />

Küstenroute nach San Francisco. „Das<br />

ist eine eher anspruchsvolle Tour, das<br />

gönnen sich im Spätsommer viele als<br />

Abschluss einer tollen Radsaison.“ Die<br />

zerklüftete Küste, die Mammutbäume<br />

im Redwood-Nationalpark und zum<br />

Finale die Fahrt über die Golden Gate<br />

Bridge sorgen für unvergessliche Momente.<br />

Und lassen spätestens jetzt den<br />

kalten Winter davor verblassen.<br />

SÜDTHAILAND –<br />

VON BANGKOK NACH KRABI<br />

Vom 16. bis 28. Jänner 2018 dauert<br />

die Reise und ist damit eine ideale<br />

Saisoneröffnungstour, die in sieben<br />

flachen Tagesetappen (im Schnitt 120<br />

km) von Bangkok nach Krabi führt.<br />

Auch ein Ausflug zum James-Bond-<br />

Felsen in der Phang-Nga-Bucht ist<br />

eingeplant. Um diese Jahreszeit ist<br />

es tropisch warm mit 30 bis 32 Grad,<br />

kaum Regen. Je nach Angebot und<br />

Abflugsort in Europa kostet der knapp<br />

zweiwöchige Radurlaub<br />

pro Person umgerechnet zwischen<br />

rund 2200 und 3300 Euro.<br />

SÜDAFRIKA – WESTERN CAPE<br />

Paradiesische Landschaften mit<br />

berühmten Weinanbaugebieten bietet<br />

die Reise über 17 Tage (22. Februar<br />

bis 10. März 2018) und die Radrundfahrt<br />

mit 10 Tagesetappen von 62 bis<br />

132 Kilometer von Stellenbosch in<br />

den Osten und retour nach Kapstadt.<br />

Kosten: je nach Angebot rund 3700<br />

bis 5300 Euro.<br />

USA, VON SEATTLE NACH<br />

SAN FRANCISCO<br />

Über die legendäre Küstenroute 101<br />

und die Golden Gate Bridge: von 29.<br />

August bis 15. September 2018,<br />

18 Tage Reisedauer und 13 Tagesetappen<br />

zwischen 80 und 137 km,<br />

nicht für Anfänger geeignet, keine<br />

Plauschgruppe. Kosten je nach<br />

Angebot von 3700 bis 5800 Euro.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

103


BÄREN<br />

DIE<br />

SIND LOS<br />

WIE DREI MÄNNER AUS<br />

KÄRNTEN EINE NEUE<br />

E-BIKE-MARKE AUF DIE<br />

BEINE STELLEN. UND WIE<br />

SICH DAS ERSTE BIKE FÄHRT.<br />

SPORTAKTIV HAT EXKLUSIV<br />

DEM ERSTEN BÄREN-<br />

PROTOTYPEN AUF DEN<br />

ZAHN GEFÜHLT<br />

VON CHRISTOPH HEIGL<br />

UND ARNOLD PAULY/<br />

FOTOS: THOMAS POLZER<br />

Drei Männer und ein Baby. Kein<br />

Kinofilm, sondern eine wahre Geschichte,<br />

die in Kärnten beginnt<br />

und weite Kreise ziehen könnte. Denn<br />

die drei Herren haben nicht weniger<br />

vor, als im Jahr 2018 eine völlig neue<br />

österreichische E-Bike-Marke am Markt<br />

zu etablieren. Ein neues Baby sozusagen.<br />

Noch ist es im Kreißsaal.<br />

Unweit des berühmt-legendären<br />

Bärentals im Süden von Kärnten sind<br />

wieder die Bären los. In St. Jakob im<br />

Rosental wird gerade die große Keller-Werkstatt<br />

eingerichtet. Dort treffen<br />

sämtliche Komponenten ein, die zu den<br />

„Bären-Bikes“ verbaut werden.<br />

Hinter dem Projekt steht der bekannte<br />

Kärntner Franz Petschnig. Er ist<br />

Geschäftsführer von Globo, einem der<br />

führenden Leuchtenhändler Europas.<br />

Spezialgebiet: dekorative Wohnraumbeleuchtung.<br />

Petschnig ist selbst begeisterter<br />

Sportler, Ironman-Finisher und<br />

hat die Finanzmittel und den Anstoß zu<br />

den Bären-Bikes gegeben, die über das<br />

Globo-Tochterunternehmen „bhp“ (best<br />

home products) vertrieben werden. Und<br />

dann kommen zwei weitere Kärntner<br />

Geburtshelfer ins Spiel: Klaus Prislan als<br />

Markenmanager und Ex-Profi Hannes<br />

Hempel als Produktmanager. „Eineinhalb<br />

Jahre habe ich an den Bikes getüftelt“,<br />

erzählt Hempel und schiebt den<br />

ersten seriennahen Prototypen in Graz<br />

in die <strong>SPORTaktiv</strong>-Zentrale. „Und jetzt<br />

bin ich schon ein bissl stolz.“<br />

Drei Bike-Modelle<br />

Die Bären-Bikes werden nicht im heiß<br />

umkämpften E-Bike-Markt zwischen<br />

2000 und 3500 Euro positioniert, sondern<br />

bewusst im Premium-Segment<br />

über 5000 Euro. Dafür will man beste<br />

Ware und drei verschiedene Modelle<br />

bieten (siehe Infokästen). Das Hardtail<br />

hat einen Carbon-Rahmen, der<br />

in Taiwan in derselben Fabrik gebaut<br />

wird wie die Rennräder der aktuellen<br />

Tour de France-Sieger. Er wird nach<br />

St. Jakob geliefert, wo die Endmontage<br />

Fotos: Thomas Polzer, KK<br />

Wir waren<br />

mit dem<br />

Prototypen<br />

unterwegs,<br />

mittlerweile<br />

ist das<br />

Serienbike<br />

(Bild) da.<br />

104 <strong>SPORTaktiv</strong>


mit allen Teilen geschieht. Stolz klebt<br />

eine rot-weiß-rote Fahne am Oberrohr.<br />

„Die Wertschöpfung bleibt im Lande“,<br />

betont Prislan. Moderner Shimano-Steps-Antrieb,<br />

120-mm-Federgabel<br />

und griffige Reifen lassen die Hardtails<br />

sehr potent erscheinen. Man kann sie<br />

mit 27,5er-Laufrädern fahren oder in<br />

29 Zoll. Das Enduro-Fully kommt in<br />

27,5 Zoll und in Grün/Neongelb, hat<br />

ebenfalls den Shimano-Motor sowie<br />

vorne 150 und hinten satte 200 mm<br />

Federweg. Scheibenbremsen und absenkbare<br />

Sattelstütze verstehen sich von<br />

selbst. Die Hardtails wiegen 18 kg, das<br />

Fully 20 kg.<br />

Damit der Bär im Haifischbecken der<br />

großen Marken mitschwimmen kann,<br />

bedarf es einiges an Leidenschaft, Mut<br />

und Einsatz. Vorerst werden für 2018<br />

in Summe 400 Bikes produziert. Die<br />

Visionen der drei Herren aus Kärnten<br />

sehen aber noch mehr vor: Man will<br />

mit einem eigenen Antrieb neue Wege<br />

gehen, auch bei den E-Rollern will man<br />

in Zukunft mitmischen.<br />

HARDTAIL BC 750 PLUS<br />

Carbonrahmen, Shimano Steps E 8000, Suntour Raidon 34 Gabel mit 120 mm<br />

und Lockout, Shimano XT Schaltung 1 x 11 und Bremsen mit 180 mm Scheiben,<br />

Novatec-Naben, Felgen Alex Rims, Reifen Kenda Havoc 27,5 x 2,8,<br />

Gewicht 18 kg, UVP 5299,– (mit XT Di2 5499,–).<br />

HARDTAIL BC 950<br />

Carbonrahmen, Shimano Steps E 8000, Suntour Raidon 34 Gabel mit 120 mm<br />

und Lockout, Shimano XT Schaltung 1 x 11 und Bremsen mit 180 mm Scheiben,<br />

Novatec-Naben, Felgen Alex Rims, Reifen Kenda Karma 29 x 2,2,<br />

Gewicht 18 kg, UVP 5299,– (mit XT Di2 5499,–).<br />

ENDURO-FULLY BF 750 PLUS<br />

Alu-Rahmen, Shimano Steps E 8000, Rock Shox Monarch RC3 und 200 mm<br />

Federweg, Suntour Aion 35 Gabel mit 150 mm und Lockout, Shimano XT<br />

Schaltung 1 x 11 und Bremsen mit 180 mm Scheiben, Kind Shock Dropper<br />

Post, Novatec-Naben, Felgen Alex Rims, Reifen Kenda Havoc 27,5 x 2,8,<br />

Gewicht 20 kg, UVP 5499,– (mit XT Di2 5699,–).<br />

DIE STARTPHASE<br />

Klaus Prislan (links) und Hannes<br />

Hempel kümmern sich um die<br />

Geschicke der Bären-Bikes.<br />

www.bhp-austria.at<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

105


DER EXKLUSIV-TEST<br />

Es war der exklusive Prototyp des Bären-<br />

Bikes und Hannes Hempel hat uns erzählt,<br />

dass die Serienräder mit weißen Handschuhen<br />

im Karton ausgeliefert werden sollen. Von<br />

den Testern im <strong>SPORTaktiv</strong>-Team wurde das<br />

Unikat jedenfalls nicht mit Samthandschuhen<br />

angefasst. Schotterpisten, Wurzelteppiche,<br />

Highspeed, steilste Rampen, Stadtverkehr,<br />

Nightrides – alles haben wir mit dem Bären<br />

unter die Räder genommen. Vorweg: Er hat<br />

keinen Mucks gemacht.<br />

Wir hatten den 19-Zoll-Rahmen und die<br />

27,5er-Version mit den 2,8 Zoll breiten Reifen<br />

(Maxxis, in Serie dann Kenda) und eine<br />

Ausstattung mit elektronischer Di2-Schaltung.<br />

Schwingt man sich in den Sattel, fallen<br />

zwei Dinge sofort auf: erstens die elegante<br />

(und sturzgeschützte) Anbringung des kleinen<br />

Shimano-Monitors rechts neben dem Vorbau,<br />

der kurz piepst, wenn der kleinste und größte<br />

Gang erreicht ist. Und zweitens die komfortable<br />

Sitzposition am Bären-Bike. Der Vorbau<br />

ist zwar relativ lang, aber durch die Spacer<br />

ergibt sich eine erhöhte Sitzposition, die auch<br />

bei steilen Anstiegen keine Probleme macht.<br />

Denn durch die enorme Power des Shimano-Motors<br />

– vor allem im Boost-Modus<br />

– klettert das Bike wie eine Gams auf Speed,<br />

ein aufsteigendes Vorderrad im Grenzbereich<br />

gibt es nicht. Selbst technische Trails kann<br />

man bergauf fahren, da ist Geschick gefragt.<br />

Je nachdem, wie stark man die Motorunterstützung<br />

mit dem Hebel auf der linken<br />

Lenker-Seite wählt, ändert sich klarerweise<br />

die Akku-Laufleistung. Das Display zeigt das<br />

genau an. Übrigens kann man sämtliche Einstellungen<br />

am Monitor oder per App konfigurieren.<br />

Die Lackierung am Prototypen war<br />

noch nicht in schlagfester Serienqualität. Da<br />

wurde schon nachgebessert.<br />

Bremsen, Schaltung und Gabel (Suntour<br />

Raidon) funktionierten klaglos, die DT-Laufräder<br />

weichen in der Serie der Paarung Novatec/Alex<br />

Rims. Damit sollte das rund 18 kg<br />

schwere E-Mountainbike sogar noch geringfügig<br />

leichter werden.<br />

Foto: Thomas Polzer<br />

106 <strong>SPORTaktiv</strong>


29.05. - 02.06.2018<br />

MIT DEM<br />

E-MTB QUER<br />

DURCH SÜDTIROL<br />

www.emountainbike-experience.org


VIELE WEGE FÜHREN NACH ROM,<br />

ABER NUR DREI ZUR IRONMAN-WM<br />

AUF HAWAII. DER WEG ZUM<br />

LEGENDÄREN RENNEN AUF DER<br />

PAZIFIK INSEL IST FÜR PROFIS UND<br />

HOBBY-TRIATHLETEN STEINIG UND<br />

SCHWER. ABER DIE ERFÜLLUNG<br />

VIELER TRÄUME.<br />

VON GEORG MICHL<br />

D<br />

ie Frage: „Und wann machst du Hawaii?“<br />

bekommen Triathleten oft gestellt<br />

und keine demaskiert das Gegenüber<br />

schneller als Unwissenden als diese.<br />

Denn nur wenige Ausnahmekönner<br />

sind in der Lage, diese Frage mit einem<br />

konkreten Datum zu beantworten, und<br />

den meisten Hobbysportlern bleibt als<br />

Antwort lediglich „nie“ oder „wenn die<br />

Hölle zufriert“.<br />

Man kann Hawaii nicht einfach so<br />

machen. Man muss sich der Pazifikinsel<br />

als würdig erweisen, sich den Start<br />

in Kona verdienen und die Kriterien<br />

sind weiß Gott härter als beim Preisschnapsen<br />

in Gigritzpatschen. Hawaii<br />

ist das Synonym für die Ironman-WM.<br />

Der Olymp der Langdistanz über 3,8<br />

km Schwimmen in rauer See, 180 km<br />

auf dem Rad durch die Lavawüste und<br />

einem Marathon bei mehr als 40 Grad.<br />

„Die Geschichte des Wettkampfs, die<br />

Mystik der hawaiianischen Inseln per se,<br />

die harten Bedingungen und das auserlesene<br />

Starterfeld machen dieses Rennen<br />

so legendär“, weiß Faris Al Sultan. 2005<br />

gewann er als Profi die WM und sein<br />

Schützling Patrick Lange hat sich heuer<br />

den Titel geschnappt. „Selbst zu gewinnen<br />

ist natürlich schon krasser, aber ein<br />

bisschen habe ich das Ganze schon zum<br />

zweiten Mal durchlebt, als Patrick dabei<br />

war.“ Ein Start in Kona ist der Ritterschlag,<br />

der Sieg die Krönung. „Er bringt<br />

mehr Aufmerksamkeit, mehr Geld und<br />

auch mehr Selbstvertrauen. Aber so ein<br />

Sieg ist nicht planbar. Es ist immer auch<br />

ein bisschen Glück dabei.“<br />

Foto: Donald Miralle/for IRONMAN<br />

Foto: Blindtext<br />

108 <strong>SPORTaktiv</strong>


ALOHA<br />

HAWAII<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

109


Klagenfurt-Sieg reichte nicht<br />

Disziplin ist auf dem Weg nach Hawaii<br />

ein Muss. Vor allem für die Profis wurde<br />

das Rennen um den Slot immer härter.<br />

Das Teilnehmerfeld bei den Athleten<br />

mit Berufslizenz ist limitiert auf 56<br />

Herren und 35 Damen. Wer dabei sein<br />

darf, entscheidet sich früher in der Saison.<br />

In Summe vier Bewerbe (zumindest<br />

eine, maximal drei Langdistanzen) im<br />

Rahmen der Ironman-Serie werden im<br />

Kona-Pro-Ranking gewertet, je nach<br />

Platzierung gibt es Punkte. 2000 für den<br />

Sieg in Klagenfurt, bei einer der vier<br />

Kontinentalmeisterschaften gibt es doppelte<br />

Zähler. „Dort bekommt man für<br />

den fünften Platz mehr als für den Sieg<br />

bei einem ‚normalen‘ Bewerb“, erklärt<br />

die steirische Profitriathletin Lisi Gruber,<br />

die aus diesem Grund extra in Brasilien<br />

am Start war. Die Qualifikation hat sie<br />

dennoch nicht gepackt. Die Rechnung<br />

ist knallhart und das bekam auch die<br />

Kärntnerin Eva Wutti zu spüren. Selbst<br />

ihr Sieg in Klagenfurt und ein zweiter<br />

Platz reichten nicht – sie war die erste,<br />

die zusehen musste.<br />

Als Altersklassenathletin (also Amateurin)<br />

war Lisi Gruber 2012 auf der<br />

Insel. Damals reichte ein erster Platz in<br />

der Altersklasse in Klagenfurt. „Als Agegrouper<br />

ist es einfacher. Du musst nur<br />

bei einem Rennen vorne dabei sein. Als<br />

Profi dagegen das ganze Jahr über.“<br />

FRIEDRICH<br />

KAMPUSCH<br />

Der Steirer hat sein<br />

Triathlon-Traumziel<br />

heuer erreicht. „Jetzt<br />

ist Schluss.“<br />

„Einfacher“ ist relativ. Ein Ausflug nach<br />

Hawaii kostet für zweieinhalb Wochen<br />

rund 5000 Euro exklusive Material- und<br />

Trainingskosten. Vom zeitlichen Aufwand<br />

gar nicht zu reden. „Neben dem<br />

Beruf sind es in der Woche bis zu 20<br />

Stunden“, erzählt der Kärntner Florian<br />

Kandutsch. Er will sich 2018 in der<br />

hart umkämpften M30 erstmals für die<br />

WM qualifizieren. „Dafür braucht man<br />

im Schnitt einen Podestplatz. Zeitlich<br />

bewegen wir uns da in einer Kategorie<br />

um die 8:50 Stunden“, erklärt der Unternehmensberater.<br />

„Für mich ist Hawaii<br />

ein Lebenstraum. Ich will mich mit den<br />

Besten messen. Und der Gedanke an<br />

diese Chance, das ist der Treibstoff für<br />

meine Motivation.“ Seit zehn Jahren ist<br />

der 29-Jährige dem Triathlon verfallen.<br />

Anwesenheitspflicht mit Kreditkarte<br />

Um die 40 Österreicher schaffen es pro<br />

Jahr auf die Insel. Wie kommen die<br />

Hobbyathleten zu ihrem Ticket? Bei den<br />

Ironman-Rennen werden Slots vergeben.<br />

Wie viele, richtet sich nach den Teilnehmerzahlen<br />

und variiert in den Altersklassen.<br />

Gerade bei den Herren ist das<br />

Rennen in einigen Klassen hammerhart,<br />

zwischen 18 und 45 Jahren braucht es<br />

Bombenzeiten um 9 Stunden. In anderen<br />

ist es da schon einfacher. Seinen<br />

Startplatz bekommt der Athlet dann<br />

aber nicht per Post, sondern bei der<br />

Siegerehrung: Es herrscht Anwesenheitspflicht<br />

samt Kreditkarte. Verzichtet ein<br />

Altersklassen-Athlet der Ergebnisliste,<br />

wird der nächste gefragt.<br />

Da allerdings nicht alle die Leistungshürde<br />

der Qualifikation packen, die<br />

Firma Ironman aber durchaus gerne frisches<br />

Athletenmaterial im Pazifik sieht,<br />

gibt es noch das „Legacy Programm“.<br />

Da wird – ungeachet der sportlichen<br />

Klasse – die Treue zur Marke belohnt.<br />

Für ihr erstes Ticket müssen Triathleten<br />

zuvor zumindest zwölf Langdistanzen<br />

beendet haben, zwei davon in den<br />

Fotos: Privat<br />

AB 2018 BEI IHREM<br />

SCHWIMMSPORTSPEZIALISTEN ERHÄLTLICH<br />

Futura Biofuse Flexiseal Triathlon<br />

weicherer Rahmen und Dichtungen<br />

polarisierte Gläser für wechselnde Lichtverhältnisse<br />

noch breiteres Sichtfeld<br />

UVP: 40,00 €<br />

110 <strong>SPORTaktiv</strong>


FLORIAN<br />

KANDUTSCH<br />

Der Unternehmensberater aus<br />

Kärnten will sich 2018 in der<br />

M30 qualifizieren.<br />

beiden Jahren vor der WM und im<br />

aktuellen Jahr für einen Bewerb registriert<br />

sein. Im Triathlon wird also auch<br />

Beharrlichkeit belohnt.<br />

Einmaliges Erlebnis<br />

„Das Programm wäre für mich nicht<br />

infrage gekommen“, erzählt Friedrich<br />

Kampusch, „ich wollte mich immer<br />

qualifizieren und ich wäre auch als<br />

Zweiter nicht gefahren.“ Der Steirer<br />

hatte sich heuer mit dem Klassensieg in<br />

der M65 von Klagenfurt das Ticket gesichert.<br />

„Wäre ich Zweiter oder Dritter<br />

geworden und die ersten hätten verzichtet,<br />

hätte ich das Ticket nicht angenommen.“<br />

Er hat jahrelang viel Herzblut in<br />

dieses Projekt gesteckt. „Hawaii ist das<br />

Nonplusultra und wenn du dann einmal<br />

drüben bist, ist es ein Traum. Du wirst<br />

behandelt wie ein Profi, es ist einfach<br />

super aufgezogen.“ Es war ein einmaliges<br />

Erlebnis. „Diese Erinnerung nimmst<br />

du mit ins Grab. Das war es wert.“<br />

RUND 40|<br />

ÖSTERREICHER|<br />

SCHAFFEN ES|<br />

PRO JAHR|<br />

AUF DIE INSEL.|<br />

Doch mit dem Erreichen des Traums<br />

hat „Fritz“ die Ausrüstung an den Nagel<br />

gehängt. „Das war vorerst mein letzter<br />

Langdistanztriathlon. Es ist an der Zeit,<br />

sich nach den Bedürfnissen meiner Frau<br />

zu richten. Ich habe acht Jahre lang<br />

Triathlon gelebt. Das war auch für sie<br />

sehr entbehrungsreich.“ Und es waren<br />

nicht nur die reinen Trainingsstunden.<br />

„Die ganze Familie muss sich nach dir<br />

ausrichten. Die Scheidungsrate ist bei<br />

Triathleten nicht umsonst hoch ...“<br />

GIGASPORT<br />

HALBMARATHON<br />

16.Oktober 2018<br />

Alle Infos unter<br />

grazmarathon.at<br />

www.grazmarathon.at<br />

KLEINE ZEITUNG<br />

WÖRTHERSEE HALBMARATHON<br />

26. August 2018<br />

Genieße das einzigartige Kärnten Läuft Feeling auf der<br />

21 km langen Strecke entlang des Wörthersees.<br />

Alle Infos unter<br />

www.kaerntenlaeuft.at<br />

www.kaerntenlaeuft.at<br />

Meine Kleine.


HOTEL NEWS<br />

SCHNEESCHNUPPERN<br />

Das Falkensteiner Hotel &<br />

Spa Carinzia liegt direkt an<br />

der Talstation des größten<br />

Skigebiets Südösterreichs,<br />

dem Nassfeld, mit 110<br />

Pistenkilometern. Mit dem<br />

Schneeschnuppern-Paket<br />

erlebst du 3 Nächte inklusive<br />

Halbpension und<br />

Skipass! Nach einem Tag an<br />

der frischen Kärntner Luft<br />

entspannst du im 2.400 m²<br />

großen Acquapura Spa.<br />

carinzia.falkensteiner.com<br />

DER BERG ÜBER DER STADT<br />

Die LifeClass Terme Sveti<br />

Martin ist das erste Cyclist-Welcome-Hotel<br />

in Kroatien. Das<br />

heißt, sein komplettes Angebot<br />

ist auf Profi- und Hobby-Radler<br />

ausgerichtet. Hier musst du dir<br />

wirklich keine Gedanken mehr<br />

über Wäsche, Wartung und<br />

Reparatur machen. Und für<br />

die perfekte Tour gibt es eigens<br />

erstellte Bikekarten mit allen<br />

Routen in der Umgebung.<br />

www.termesvetimartin.com<br />

Egal, ob Winterwandern oder Skifahren<br />

– das Hotel Ramada Innsbruck<br />

Tivoli bietet den idealen Ausgangsort.<br />

Vom Hotel aus benötigst du nur zehn<br />

Minuten zum nächsten Skigebiet und<br />

bist direkt an die umliegende Bergwelt<br />

und unzählige Freizeitaktivitäten angebunden.<br />

Für die Skiausrüstung bietet<br />

das Hotel einen Skiraum oder Partner,<br />

die für die richtige Ausstattung sorgen.<br />

www.ramada-innsbruck.at<br />

HIER FÜHLEN SICH<br />

BIKER WIE ZU HAUSE<br />

SPORT UND ERHOLUNG IN ISTRIEN<br />

In fantastischer Küstenlage und<br />

nur einen kurzen Spaziergang von<br />

Porečs Altstadt entfernt, bietet<br />

das Valamar Diamant Hotel ein<br />

umfassendes Sport-, Wellness- und<br />

Entspannungsangebot für Aktivurlauber,<br />

die Bewegung und Regeneration<br />

suchen. Neben istrischen und<br />

internationalen Spezialitäten gibt es<br />

auch spezielle Menüs für Sportler<br />

und gesundheitsbewusste Gäste.<br />

www.valamar.com<br />

Fotos: Falkensteiner Hotels & Residences, Ramada Innsbruck Tivoli, Terme Sveti Martin, Valamar Hotels & Resorts<br />

112 <strong>SPORTaktiv</strong>


TOUREN | MENSCHEN | SICHERHEIT<br />

OUTDOOR<br />

NOCKBERGE<br />

SKITOUREN-TRAIL<br />

In diesem Winter startet mit dem<br />

Nockberge Skitouren-Trail<br />

Österreichs erste online buchbare<br />

Skidurchquerung. In vier Etappen geht<br />

es vom Katschberg, über Innerkrems,<br />

Turracher Höhe, Falkertsee nach Bad<br />

Kleinkirchheim. Am Tag einsame<br />

Touren, am Abend Wellnesshotel.<br />

www.nockberge-trail.com<br />

FREIE PLÄTZE<br />

Fotos: Kitzbüheler Alpen/Christian Einecke, Kletterhalle Villach, Franz Gerdl<br />

LAUFEND AKTUELLE STORYS,<br />

TRENDS UND TIPPS RUND<br />

UMS THEMA OUTDOOR AUF:<br />

WWW.SPORTAKTIV.COM<br />

KLETTERHALLE ERÖFFNET<br />

Bald ist es soweit: Im Jänner 2018 wird die neue<br />

Kletterhalle Villach eröffnet. Gesamt werden rund<br />

2000 Quadratmeter Kletterfläche angeboten, mit<br />

Vorstiegs- und Topropebereich, drei Boulderebenen<br />

und eigenem Kinderbereich. Auch im Outdoorbereich<br />

(siehe Foto) gibt es eine Kletterwand. Dazu bietet man<br />

Seminar- und Therapieräume, eine<br />

Gastronomie und Veranstaltungsterrassen.<br />

www.kletterhallevillach.at<br />

Eine Woche nach dem Weltcup laden das<br />

PillerseeTal und <strong>SPORTaktiv</strong> zum Biathlon-<br />

und Winter-Aktiv-Camp nach Hochfilzen<br />

(14. bis 17. <strong>Dezember</strong>). Es sind noch<br />

Plätze frei! Geboten werden drei Tage<br />

mit Vollpension, Langlaufworkshops mit<br />

Video, Biathlon-Einführung, Testmaterial,<br />

viel Rahmenprogramm und zudem ein paar<br />

nette Goodies. Buchungen bei:<br />

TVB PillerseeTal in Fieberbrunn<br />

info@pillerseetal.at<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

113


FRÜHES<br />

DER SPÄTHERBST WAR JA<br />

SCHON VIELVERSPRECHEND<br />

UND ALS WINTERSPORTLER<br />

HOFFT MAN NATÜRLICH AUF<br />

VIEL SCHNEE IM DEZEMBER.<br />

DURCH DIE TOURENWAHL<br />

KANN MAN DEM SKITOU-<br />

REN-GLÜCK IN DER FRÜHEN<br />

SAISONPHASE ABER AUCH<br />

AUF DIE SPRÜNGE HELFEN –<br />

EGAL, WIE DICK DIE WEISSE<br />

UNTERLAGE BEREITS IST.<br />

TOUREN<br />

GLÜCK<br />

VON ANDREAS JENTZSCH<br />

Wer schon früh in der Saison<br />

tolle Skitouren gehen möchte,<br />

und das möglichst unabhängig<br />

von der Schneelage, sucht nach<br />

stein armen Wiesenhängen. Jedenfalls<br />

gibt es erfahrungsgemäß Touren, die<br />

schon früh im Winter bestens funktionieren.<br />

Zehn solcher „Saisonstart“-Touren<br />

quer durch Österreich haben wir für<br />

euch exemplarisch herausgesucht und<br />

stellen sie hier vor.<br />

Bevor es aber losgeht, sollte die Ausrüstung<br />

gecheckt werden, insbesondere<br />

das LVS-Gerät. Alte Batterien gehören<br />

ersetzt, und die Funktion ist zu überprüfen.<br />

Falls vorhanden, empfiehlt es<br />

sich auch, für die ersten Touren der Saison<br />

zum alten Ski zu greifen.<br />

Die besonders geeigneten verschneiten<br />

Wiesen findet man zu Saisonstart<br />

oft in den Skigebieten, wo eine dicke<br />

Kunstschneeschicht uns Skitourengeher<br />

empfängt. Dort gilt: Bitte unbedingt<br />

die Regeln für Tourengeher einhalten,<br />

die man auf den Webseiten der Skigebiete<br />

nachlesen kann. Dank Webcams<br />

kann man dort auch die aktuellen<br />

Verhältnisse vorab checken. Vor Ort ist<br />

der Obolus fürs Parken oder für eine<br />

Skitourenkarte in jedem Fall zu begleichen,<br />

damit das derzeit mancherorts<br />

etwas angespannte Miteinander noch<br />

lange möglich ist (Anm.: siehe dazu<br />

auch das Interview ab Seite 120).<br />

Auch bei Pistenaufstiegen sollte die<br />

Lawinenausrüstung nicht fehlen, weil<br />

bis zum Gipfel dann meistens noch ein<br />

Stück im alpinen Gelände zurückzulegen<br />

ist. Bleibt nur noch zweierlei zu<br />

wünschen: viel Spaß mit den vorgeschlagenen<br />

Touren – und einen guten<br />

Start in den Winter!<br />

ANDREAS<br />

JENTZSCH<br />

gehört mit seinem Bruder<br />

Axel Jentzsch-Rabl zu den<br />

Verfassern der umfangreichsten<br />

Skitourenführer über<br />

Österreich und den Alpenraum<br />

(Alpinverlag). Er betreibt auch<br />

das Tourenportal<br />

www.bergsteigen.com<br />

Fotos: www.bergsteigen.com<br />

114 <strong>SPORTaktiv</strong>


LAHNGANGKOGEL, ENNSTALER<br />

ALPEN, STEIERMARK<br />

1100-1778 m, 2 Std.<br />

Über die Oberst-Klinke-Hütte<br />

auf den Lahngang<br />

Anreise: Auf der A9 bis Trieben und von<br />

dort Richtung Admont auf die Kaiserau zum<br />

großen Liftparkplatz.<br />

Eine gemütliche Wiesen- und Forststraßenskitour.<br />

Vom Parkplatz steigt man<br />

über eine flache Wiese in Richtung Nordosten<br />

zur Forststraße und auf dieser zur<br />

Oberst-Klinke-Hütte auf. Rechts hinter der<br />

Hütte auf der alten Skipiste weiter zum<br />

Kalblin gatterl (1542 m) und von dort über<br />

den Nord ostgrat zum Gipfel. Bei sehr wenig<br />

Schnee verzichtet man auf den Nordostgrat<br />

und steigt links bis zum Pistenende auf.<br />

Abgefahren wird auf Piste und Forststraße.<br />

www.kaiserau.at<br />

FRAUENWAND, ZILLERTALER ALPEN, TIROL<br />

Freeridepiste mit Klettersteigeinlage<br />

1500-2541 m, 3 Std.<br />

Anreise: Ins Zillertal nach Mayrhofen und dort rechts nach Hintertux<br />

zur Seilbahn-Talstation des Gletscherskigebiets (großer Parkplatz).<br />

Die Tour folgt der Piste 1a zu einer Forststraße, die von einer mit<br />

Stahlseilen versicherten Felsstufe unterbrochen wird. Von dort ins<br />

Weitental bis hinauf zum Tuxer Joch und weiter auf den Gipfel der<br />

Frauenwand. Abfahrt vom Tuxer Joch über die Skiroute 1a durch die<br />

Schwarze Pfanne.<br />

www.hintertuxergletscher.at<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

115


TRATTBERG, OSTER-<br />

HORN-GRUPPE, SALZBURG<br />

1060-1757 m, 3 Std.<br />

„Mautstraße einmal anders“<br />

Anreise: Über die A10 bis Hallein und von<br />

dort weiter nach St. Koloman, bis zum<br />

Beginn der Trattbergalm Panoramastraße.<br />

Parken bei der Mauthütte.<br />

Vom Mauthäusl geht man immer auf der im<br />

Winter gesperrten Mautstraße hinauf zur<br />

Enzianhütte (1520m). Dort verlässt man die<br />

Straße nach links und steigt über den flachen<br />

Gipfelhang hinauf zum höchsten Punkt<br />

des Trattbergs. Beim Straßen-Aufstieg sind<br />

einige Abkürzer möglich, sie sind aber steil!<br />

www.stkoloman.info<br />

SALOBERKOPF, LECHQUEL-<br />

LENGEBIRGE, VORALBERG<br />

Pistentour mit möglicher Verlängerung<br />

1644-2043 m, 1:15 Std.<br />

Anreise: Auf der B200 aus Mellau oder<br />

Warth kommend bis Hochkrumbach<br />

fahren und weiter zur Salober Talstation.<br />

Von der Talstation folgt man der blauen<br />

Piste Nr. 254 („Schöniplätz“) in einem<br />

weiten Linksbogen zum Saloberkopf.<br />

Wer will, kann über die Bergstation der<br />

Wartherhornbahn weiter zum 2256 m<br />

hohen Warther Horn aufsteigen (in zusätzlichen<br />

1:45 Std.).<br />

www.warth-schroecken.at<br />

WARSCHENECK, TOTES<br />

GEBIRGE, OBERÖSTERREICH<br />

810-1870 m, 3:30 Std.<br />

Auf Kunst- und Naturschneepisten unter<br />

dem Warscheneck Gipfel<br />

Anfahrt: Über die A9 bis zu Abfahrt Spital/<br />

Pyhrn und weiter Richtung Liezen zum Skigebiet<br />

Wurzeralm. Skitourenticket lösen!<br />

Von der Talstation auf der Skitourenspur<br />

über die Piste hinauf zum Teichlboden<br />

steigen. Nach einer kurzen Abfahrt links<br />

hinunter auf den Teichlboden geht es weiter<br />

entlang der Frauenkarabfahrt hinauf<br />

zur Bergstation des Frauenkar-Sessellifts.<br />

Wer noch Kraft hat, kann in Richtung Nordwesten<br />

ein Stück ins Frauenkar, bis zu den<br />

Felsen, aufsteigen.<br />

www.hiwu.at<br />

Foto: Salzburger Land Tourismus/Trattberg<br />

snowline spikes sind schnell und mühelos<br />

auf jeden Berg- und Laufschuh gezogen<br />

und bieten perfekten Halt beim Winterwandern,<br />

Aufstieg zum Rodeln, Trailrunning<br />

oder Schneeräumen. Nur 210g (Light M)<br />

www.kochalpin.at<br />

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GERLITZEN, GURKTALER<br />

ALPEN, KÄRNTEN<br />

Pisten-Gipfel-Tour über<br />

dem Ossiacher See<br />

1000 bzw. 1450-1909 m, 1:30-3 Std.<br />

Anfahrt: Von Villach über die B98 Millstätter Straße nach Treffen<br />

und von dort auf die Kanzelhöhe (1450 m) (Parkplatz 5). Oder auf der<br />

B98 noch 10 Kilometer weiter und dann rechts nach Klösterle zum<br />

Liftparkplatz (P6, 1000 m). Skitourenticket lösen!<br />

Auf dem langen oder kurzen Weg geht es auf den schönen<br />

Aussichtsgipfel mit Sternwarte und Gipfelhotel. Kürzer und sonniger<br />

steigt man entlang der Piste von der Kanzelhöhe auf, ambitionierte<br />

Skitourengeher wählen dagegen den langen Pisten-Aufstieg von<br />

Klösterle aus (3 Std.). Abfahrt in beiden Fällen über die Pisten.<br />

www.gerlitzen.com<br />

LEICHT<br />

TRAGEN<br />

FREERIDER PRO 30<br />

SERIE WINTER<br />

Photo: StefanNeuhauser.com<br />

Fotos: www.bergsteigen.com, Gerlitzen Wanderdörfer<br />

KITZSTEINHORN, GLOCKNERGRUPPE, SALZBURG<br />

1976-2875 m, 3 Std.<br />

Zwei Gletscher-Skitouren für Trainierer<br />

Anreise: Über Mittersill, Zell am See oder Bischofshofen zu den<br />

Kapruner Bergbahnen<br />

Auf dem Gletscher gibt es zwei unterschiedlich lange Skitourenrouten.<br />

Nach der Seilbahnauffahrt zum Langwiedboden geht es<br />

entlang der Piste bis zum Alpincenter (474 hm). Oder auf der Route<br />

Eisbrecher noch weiter hinauf bis zur Bergstation des Maurerliftes<br />

auf 2875 m. Die Aufstiegsrouten sind mit Skitourenschildern gut<br />

markiert.<br />

www.kitzsteinhorn.at<br />

www.deuter.com


PFAFFENBICHL, ZILLERTALER ALPEN,<br />

TIROL<br />

Die Parade-Pistenskitour im Zillertal<br />

1474-2431 m, 2:30 Std.<br />

Anreise: Über die B169 ins Zillertal, bei Fügen nach<br />

Hochfügen abzweigen. Weiter bis zum Seilbahnparkplatz.<br />

Diese beliebte, manchmal aber auch fast schon überlaufene<br />

Tour im Zillertal startet in Hochfügen und führt<br />

hinauf zur 4er-Sessellift Bergstation unterhalb des<br />

Pfaffenbichls. Die letzten 50 Höhenmeter vom Joch<br />

zum Gipfel sind etwas alpin angehaucht. Auch bei<br />

Schlechtwetter eignet sich diese Tour sehr gut.<br />

www.hochfuegenski.com<br />

UNTERBERG, GUTTENSTEINER ALPEN,<br />

NIEDERÖSTERREICH<br />

Über die Piste zur Weißwurst<br />

710-1342 m, 2 Std.<br />

Anreise: Auf der A2 bis Wöllersdorf und über<br />

Berndorf nach Pernitz. Dann in Richtung Myrafälle/<br />

Unterberg abzweigen.<br />

Dort gibt es zwar keinen Kunstschnee, aber dennoch<br />

kann man auf den sanften Pistenhängen bereits nach<br />

dem ersten Schneefall bis zum Gipfel steigen. Unter<br />

dem Gipfel wartet das Schutzhaus Unterberg mit<br />

seinen legendären Weißwürsten auf hungrige Skitourengeher.<br />

Vom Parkplatz einfach die linke Karnerbodenabfahrt<br />

und den Hüttenhang zum Gipfel nehmen.<br />

www.schigebiet-unterberg.at<br />

STUHLECK, FISCHBACHER<br />

ALPEN, STEIERMARK<br />

Kaltenbachgraben und Pistenabfahrt<br />

880-1782 m, 2:30 Std.<br />

Anreise: Von der Schnellstraße S6 (Abfahrt Spital/<br />

Semmering) zum Skigebiet Stuhleck, Parkplatz 4.<br />

Skitourenticket lösen!<br />

Ein schöner Aufstieg mit Direttissima-Variante. Zunächst<br />

der Forststraße zum Karl-Lechner-Haus folgen<br />

und von dort über den markierten Sommerweg zum<br />

Alois-Günther-Haus direkt am Gipfel aufsteigen. Bei<br />

ausreichend Schnee kann man bei der Hütte rechts,<br />

in Direttissima, über den Sommerweg zur Erich-Hütte<br />

weitergehen. Die Abfahrt erfolgt über die Pisten.<br />

www.stuhleck.com<br />

118 <strong>SPORTaktiv</strong>


OUTSIDE<br />

VOM<br />

ABZOCKEN &<br />

WOHLFÜHLEN<br />

HERBERT<br />

RANGGETINER<br />

... ist Profikletterer<br />

und einer der<br />

besten Extrem kletterer<br />

Europas – und ein<br />

„Querdenker“ der<br />

Outdoorsport szene.<br />

In seiner „Outside“-<br />

Kolumne lässt er die<br />

SPORT aktiv-Leser<br />

an seinen Gedanken<br />

teilhaben.<br />

Die Tourismusuhr heut anders tickt, / weshalb<br />

es im Geldbörsl schon bei der Anreise<br />

zwickt. / So oft du das Abzocken auch<br />

verfluchst, / das Wort „umsonst“ im Urlaub du<br />

vergeblich suchst. / Für mich ist ganz eindeutig<br />

und klar: / ich kenn meinen Topspot das<br />

ganze Jahr. / Ich brauch ein „Griaß di“ und ein<br />

freundliches Gesicht; / dauerlächelnde Schauspieler<br />

brauch ich sicher nicht! / Wer sucht<br />

ein Fleckchen Erde sondergleichen, / da kann<br />

meinem Stammhotel keiner das Wasser reichen.<br />

/ Chefin Christine strahlt aus die Ruhe pur, /<br />

ihre Vision einer Erholungsoase ist weit mehr<br />

als nur Natur. / Jetzt mag der eine oder andere<br />

sagen (und das recht g’scheit), / „hier herrscht<br />

doch emotionale Befangenheit“. / Darum jetzt<br />

Schluss mit Reimen, Schleimen und Gelaber, /<br />

der Kern der G’schicht ist recht makaber ...<br />

Denn, Leute, jetzt ganz im Ernst: Um einen<br />

Zustand emotionaler Befangenheit zu erreichen,<br />

muss es jemand erst schaffen, Emotionen zu erzeugen.<br />

Wenn ein Gastgeber viel Energie investiert,<br />

um mir eine gute Zeit zu schenken, dann<br />

taugt mir das. Herz geht vor Kommerz.<br />

Kein Gast lässt sich gern auf die Summe<br />

reduzieren, die er hinterlässt – doch wenn die<br />

Leistung, das Ambiente und der Wohlfühlfaktor<br />

stimmen, dann ist die Rechnung auch gerechter<br />

Lohn und Dankeschön an den Gastgeber. Zur<br />

viel bejammerten „Abzocke“ im Tourismus gehören<br />

nämlich immer noch zwei! Und ja, Wintertourismus<br />

hat an manchen Orten etwas von<br />

der Piefke Saga. Nur, ob wir ein Teil der Saga<br />

werden, liegt einzig an uns selbst.<br />

Mein Lieblingsspruch zum Thema Reisen:<br />

„Diese Reisetabletten bringen rein gar nichts.<br />

Habe schon sechs genommen und bin immer<br />

noch zu Hause‘‘. Schönen Urlaub, Pfiat di!<br />

Hansaplast<br />

Wärme-Therapie Pad<br />

Lindert wirksam Schmerzen<br />

Verspannungen im Nacken, Schulter-oder unteren<br />

Rückenbereich? Dann hilft das Hansaplast<br />

Wärme-Therapie Pad rasch und unkompliziert:<br />

einfach auf die betroffene Stelle aufkleben. Natürliche<br />

Stoffe wie Eisenpulver und Aktivkohle reagieren<br />

mit Sauerstoff und produzieren tiefenwirksame<br />

Wärme, die gleichmäßig abgegeben wird. Verstärkte<br />

Durchblutung und Wärme entspannen den Muskel.<br />

Muskelschmerz ade.<br />

Zur wirksamen<br />

Linderung von<br />

Muskelschmerzen<br />

im unteren Rücken-,<br />

Nacken- und Schulterbereich.<br />

- Tiefenwirksame Wärme für 8 Stunden<br />

- Entspannt verkrampfte oder angespannte<br />

Muskulatur<br />

- Flexibles, weiches, hautfreundliches<br />

Material, haftet gut auf der Haut<br />

www.hansaplast.at<br />

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<strong>SPORTaktiv</strong> 119


MINUTEN5<br />

ENTSCHEIDENDE<br />

120 <strong>SPORTaktiv</strong>


VIELES DREHTE SICH BEIM<br />

2. INTERNATIONALEN LAWINENSYM-<br />

POSIUM DER NATURFREUNDE<br />

ÖSTERREICH UND DER ZAMG<br />

STEIERMARK UM 15 MINUTEN: DAS<br />

REALISTISCHE ZEITFENSTER, UM<br />

LEBEND AUS EINER LAWINE BEFREIT<br />

ZU WERDEN. EINDRÜCKE DER VER-<br />

ANSTALTUNG, DIE ANFANG OKTOBER<br />

IN GRAZ ÜBER DIE BÜHNE GING.<br />

Foto: Pieps<br />

VON CHRISTOF DOMENIG<br />

Es reicht eben nicht, ein LVS-Gerät<br />

bloß mit zu haben. Der Umgang<br />

damit muss sicher und unter<br />

Stress beherrscht werden. Dasselbe gilt<br />

für Sonde und Schaufel – wie man<br />

zeitsparend sondiert und schaufelt,<br />

ist keineswegs selbsterklärend, wie oft<br />

geglaubt wird. Besonders wenn erschwerende<br />

Umstände wie gepresster Schnee<br />

hinzukommen. Trainiert werden muss<br />

auch das koordinierte Vorgehen, wenn<br />

mehrere Ersthelfer am Unglücksort zusammenarbeiten.<br />

Kommt es zu einem Lawinenunglück,<br />

dann kann nach menschlichem Ermessen<br />

nur ein nicht verschütteter Begleiter<br />

vor Ort rechtzeitig eingreifen. Nach 15<br />

Minuten unter Schnee sinken die Überlebenschancen<br />

rapide. Kaum einmal<br />

schaffen es professionelle Helfer in so<br />

kurzem Zeitraum zur Unglücksstelle.<br />

Bernd Zenke war langjähriger Leiter<br />

des Lawinenwarndienstes in Bayern und<br />

ist ein Vordenker der Lawinensicherheit<br />

in Europa. Der Deutsche war einer der<br />

Vortragenden beim Lawinensymposium<br />

<strong>2017</strong>, die appellierten, noch viel stärker<br />

die Kameradenrettung zu üben. Zenke<br />

sprach den psychischen Druck an, den<br />

ein Lawinenunglück bedeutet. Er erzählte<br />

von einem „typischen Unglück“ aus den<br />

bayrischen Bergen waren: Ein Mann und<br />

seine Lebensgefährtin auf Tourenskiern<br />

unterwegs zu ihrer Winterhütte, der<br />

Mann wurde von einer Lawine erfasst.<br />

„Im Schock gelang der Frau die LVS-Suche<br />

nicht. Sie wusste sich nicht anders<br />

zu helfen, als zu einer Seilbahnstation<br />

abzufahren und dort die Bergrettung zu<br />

alarmieren. Schon im Anflug vom Hubschrauber<br />

aus sahen die Bergretter einen<br />

Teil des Körpers aus dem Schnee ragen.“<br />

„LVS und LLB first“<br />

Es zeige sich, so der Experte, „wie Defizite<br />

im Umgang mit dem LVS-Gerät<br />

zu Panikreaktionen führen können,<br />

die sogar auf die Suche mit Aug und<br />

Ohr vergessen lassen“. Von den vielen<br />

anwesenden Bergführern, Ausbildern<br />

und Meinungsbildnern in Sachen Lawinenkunde<br />

forderte er: „Die eingehende<br />

Schulung mit dem LVS-Gerät muss am<br />

Anfang jeder lawinenkundlichen Ausbildung<br />

stehen. Dieses Training sollte dabei<br />

gerade für Neulinge zum Erfolgserlebnis<br />

werden. Keinesfalls darf es als Begleitund<br />

Auflockerungsprogramm nebenbei<br />

abgehandelt werden.“<br />

Vor zwei Jahren, beim 1. Lawinensymposium,<br />

hatten die Naturfreunde<br />

ihr Ausbildungskonzept „W3 neu“<br />

vorgestellt. Zenke hat dieses Konzept<br />

mitentwickelt. Der Umgang mit dem<br />

LVS-Gerät sowie die Interpretation<br />

des Lawinenlageberichts (LLB) werden<br />

darin nicht umsonst an die erste Stelle<br />

gesetzt. Der Titel seines Vortrags hieß<br />

daher: „LVS und LLB first“. Schneekunde<br />

und weitere komplexe Ausbildungsinhalte,<br />

die oftmals schon Einsteigern<br />

nähergebracht werden, würden dagegen<br />

unerfahrene Skitourengeher in Wahrheit<br />

überfordern. Den Lawinenlagebericht in<br />

Grundsätzen zu verstehen und eine Kameradenrettung<br />

sicher durchführen zu<br />

können: das sollte stattdessen für jeden,<br />

der als Skitourengeher ins winterliche<br />

Gelände geht, selbstverständlich sein.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

121


GRUNDREGELN<br />

FÜR SKITOUREN<br />

IM GELÄNDE<br />

VOLLSTÄNDIGE SICHERHEITS-<br />

AUSRÜSTUNG MITHABEN:<br />

LVS-GERÄT (AM KÖRPER UND<br />

AUF SENDEN GESTELLT), SONDE,<br />

SCHAUFEL, ERSTE-HILFE-PAKET,<br />

BIWAKSACK UND HANDY, EVT.<br />

ZUSÄTZLICH LAWINENAIRBAG<br />

DEN UMGANG MIT DER SICHER-<br />

HEITSAUSRÜSTUNG STÄNDIG<br />

TRAINIEREN<br />

GEWISSENHAFTE TOUREN-<br />

PLANUNG DURCHFÜHREN<br />

LAWINENLAGEBERICHT<br />

BEACHTEN<br />

VERHÄLTNISSE IM GELÄNDE<br />

BEACHTEN<br />

W3 – „WER GEHT<br />

WANN WOHIN“<br />

So heißt das Konzept der Naturfreunde<br />

Österreich für sicheres<br />

Bewegen im alpinen Wintergelände.<br />

Es hilft bei der Selbsteinschätzung,<br />

indem es vier Gruppen von<br />

Skitourensportlern definiert: „Einsteiger“,<br />

„mäßig Fortgeschrittene“,<br />

„Fortgeschrittene“ und „Profis“.<br />

Und es gibt allen vier Gruppen<br />

klare Verhaltensempfehlungen<br />

mit auf den Weg.<br />

w3.naturfreunde.at<br />

Das 2. Internationale Lawinensymposium<br />

der Naturfreunde<br />

Österreich und der ZAMG Steiermark<br />

fand am 7. Oktober <strong>2017</strong><br />

in Graz statt. 20 Vortragende aus<br />

Österreich, der Schweiz, Norwegen<br />

und Kirgisistan referierten zum<br />

aktuellen Stand im Bereich der<br />

Lawinensicherheit.<br />

www.lawinensymposium.<br />

naturfreunde.at<br />

Lawinenlagebericht am Nachmittag<br />

Ebenfalls vor zwei Jahren hatten die Naturfreunde<br />

gefordert, die täglichen Lawinenlageberichte<br />

am Nachmittag statt<br />

morgens herauszugeben. Schließlich geschieht<br />

die Tourenplanung am Vorabend<br />

der Tour. Dieser „Lawinen-Prognosebericht“<br />

bis 17 Uhr wurde inzwischen<br />

in der Steiermark, in Niederösterreich<br />

und Kärnten umgesetzt. Von positiven<br />

Erfahrungen damit berichteten Friedrich<br />

Salzer vom Lawinenwarndienst Niederösterreich<br />

und sein steirischer Kollege<br />

Alexander Podesser. Eine Onlineumfrage<br />

der Niederösterreicher zeigt, dass über<br />

83 Prozent der Nutzer den Nachmittags-Prognosebericht<br />

für eine Verbesserung<br />

halten.<br />

„Ziel ist es jetzt, dass die Umstellung<br />

auf den Nachmittagsbericht auf ganz<br />

Österreich ausgeweitet wird“, betonte<br />

Symposiums-Mitveranstalter Martin<br />

Edlinger von den Naturfreunden Österreich<br />

nach der Veranstaltung. Unterstützung<br />

erhielt die Forderung vom<br />

SICHERHEITSSTANDARDS<br />

KENNEN UND EINHALTEN:<br />

Z. B. ENTLASTUNGSABSTÄNDE<br />

STEILES „SPITZKEHRENGELÄN-<br />

DE“ ÜBER 30 GRAD NUR ALS<br />

FORTGESCHRITTENER MIT ENT-<br />

SPRECHENDEM URTEILSVERMÖ-<br />

GEN BEGEHEN ODER BEFAHREN<br />

– ODER SICH EINEM PROFI-BERG-<br />

FÜHRER ANVERTRAUEN<br />

STÄNDIG DAZULERNEN:<br />

IN KURSBESUCHEN BEI<br />

ALPINEN VEREINEN WIE DEN<br />

NATURFREUNDEN, VON<br />

PROFI-BERGFÜHRERN<br />

Foto: Alpinpolizei, Naturfreunde/Leitgeb<br />

122 <strong>SPORTaktiv</strong>


Schweizer Lawinenprognostiker Thomas<br />

Stucki, wo es den Nachmittags-„Lawinenbulletin“<br />

bereits seit mehr als 20<br />

Jahren gibt.<br />

Auch eine Rechtsfrage<br />

Ein großer Block des Symposiums war<br />

der Materie „Recht“ gewidmet. Dabei<br />

wurde ein Skitourenunglück, das sich<br />

2007 in der Steiermark zugetragen hatte,<br />

sowie dessen juristisches Nachspiel aufgerollt.<br />

Und zwar in mehreren Vorträgen<br />

aus der Sicht der beteiligten Experten:<br />

Den Alpinsachverständigen Franz Deisenberger<br />

und Arno Studeregger, dem<br />

Bergrettungsarzt Bernd Heschl, dem<br />

Staatsanwalt Walter Plöbst und dem<br />

Alpinpolizisten Klaus Pfaffeneder.<br />

Bei dem Unglück war ein Skitourengeher<br />

ums Leben gekommen; der<br />

zweite, von der Lawine unversehrt,<br />

hatte den Freund geborgen, vergeblich<br />

zu reanimieren versucht und die Rettungskräfte<br />

verständigt. Durch widrige<br />

Umstände (zum Beispiel gab es am<br />

Berg keinen Handyempfang) trafen die<br />

Rettungskräfte erst viereinhalb Stunden<br />

nach dem Unfall am Unglücksort ein.<br />

So tragisch Fälle wie dieser von sich aus<br />

bereits sind, kommt hinzu, dass Unfälle,<br />

bei denen Personen zu schaden kommen,<br />

Ermittlungen durch Polizei und<br />

einen Staatsanwalt nach sich ziehen. Unglücke<br />

können, wenn etwa fahrlässiges<br />

Verhalten festgestellt wird, gerichtliche<br />

Nachspiele haben und auch zu strafrechtlichen<br />

Verurteilungen führen.<br />

Im dargestellten Fall brachten die<br />

Ermittlungen ans Licht, dass beide<br />

Sportler mäßig fortgeschritten und im<br />

Umgang mit Rettungsmaßnahmen<br />

geübt waren. Am Vorabend hatten sie<br />

gemeinsam die Tourenplanung durchgeführt<br />

und den Lawinenlagebericht<br />

studiert. Sie wollten über den Bergrücken<br />

aufsteigen und auf gleicher, ungefährlicher<br />

Route wieder abfahren. Aus<br />

Schneemangel auf der Aufstiegsroute<br />

entschieden die beiden sich zu einer anderen<br />

Abfahrtsroute, in der das Unglück<br />

dann passierte. Auch dort hatten sie die<br />

üblichen Sicherheitsmaßnahmen, dem<br />

Gelände angepasst, eingehalten. Wer<br />

der beiden Sportler die Lawine letztlich<br />

ausgelöst hatte, war für den Sachverständigen<br />

nicht endgültig feststellbar.<br />

Die Gerichte kamen in dem konkreten<br />

Fall nicht mehr zum Zug: der Staatsanwalt<br />

stellte die Ermittlungen gegen<br />

den überlebenden Sportler ein. Beim<br />

Symposium machte die Richterin Dalia<br />

Tanczos jedoch deutlich: Berge sind kein<br />

rechtsfreier Raum. Standard-Kenntnisse<br />

zur Vermeidung von und zur Hilfe nach<br />

Lawinenunglücken erwartet die Rechtsprechung<br />

nicht nur von professionellen<br />

Bergführern, sondern von jedem, der<br />

sich ins Gelände begibt. Ein Grund<br />

mehr, nur gut ausgerüstet und mit dem<br />

für die gewählte Tour notwendigen<br />

Wissen ausgestattet, selbstständig auf<br />

Skitour zu gehen.<br />

AUF DIE FELLE, FERTIG – ATTACKE!<br />

Die Mountain Attack in Saalbach Hinterglemm ist das<br />

größte und härteste Skitourenrennen Österreichs.<br />

12. JÄNNER. Nicht weniger als sechs Gipfel und 3008 Höhenmeter<br />

erwarten die Teilnehmer der 20. Mountain Attack<br />

beim nächtlichen „Marathon“ auf der 40-km-Strecke. Die<br />

Alternativen zu dieser Königsdisziplin sind auch nicht von<br />

schlechten Eltern: Auf der „Tour“-Route sind fünf Berggipfel<br />

und 2036 Höhenmeter eingebaut. Bei beiden Varianten<br />

liegen Start und Ziel in Saalbach. Beim „Schattberg Race“<br />

geht es lediglich steil nach oben – von Saalbach auf 1003 m<br />

zum Ziel am Schattberg auf 2020 m.<br />

www.saalbach.com<br />

Bernd Zenke, Vordenker<br />

der europäischen<br />

Lawinenkunde aus<br />

Bayern, forderte:<br />

„Kameradenrettung<br />

viel stärker trainieren.“<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

123


<strong>SPORTaktiv</strong> & Osttirol präsentieren:<br />

DAS 2. SPORTAKTIV-<br />

WINTERCAMP IM<br />

NATIONALPARK HOHE TAUERN<br />

1.–4. März 2018 (Do.–So.)<br />

PROGRAMM<br />

<br />

Do.: Anreise ins Hotel Hinteregger in Matrei in Osttirol,<br />

Begrüßungsabend mit Vortrag von einem<br />

Nationalpark-Ranger<br />

<br />

Fr.: alpine Schneeschuhtour ins Timmeltal zur<br />

Wallhornalm (rund 700 hm) und optional weiter zur<br />

Eisseehütte (1100 hm) im Virgental, optional Variante<br />

mit mittlerem Anspruch möglich<br />

<br />

Sa.: anspruchsvolle Tagesskitour ab Prägraten am<br />

Großvenediger zum 2600 m hohen Eselrücken<br />

(1170 hm, 3,5–4 Stunden Gehzeit im Aufstieg);<br />

Variante mit mittlerem Anspruch (900 hm) möglich<br />

<br />

So.: Besuch der neuen Nationalpark-Ausstellung<br />

„Tauernblicke – Momente des Staunens“ im<br />

Nationalparkhaus Matrei; individuelle Abreise<br />

LEISTUNGEN<br />

<br />

drei Übernachtungen inkl. Halbpension<br />

(Osttiroler Frühstücksbuffet und Abendwahlmenü)<br />

<br />

geführte Touren mit Osttiroler Berg- und Skiführern<br />

<br />

Testausrüstung von DYNAFIT (Ski), SALEWA<br />

(Schneeschuhe, Stöcke, Lawinenschaufeln) und<br />

PIEPS (Sicherheitspaket)<br />

„<strong>SPORTaktiv</strong>-Campschutz powered by<br />

NÜRNBERGER“-Versicherung für drei Tage<br />

<br />

PREIS für <strong>SPORTaktiv</strong>-Leser:<br />

€ 385,– im Doppelzimmer zzgl. Ortstaxe<br />

€ 36,– Zuschlag im Einzelzimmer<br />

ZUM TESTEN<br />

ZIELGRUPPE<br />

GESCHENKE<br />

DYNAFIT-Ski „Tour 88“<br />

SALEWA-Stöcke,<br />

Schneeschuhe und<br />

Lawinenschaufeln<br />

PIEPS-Sicherheitspaket<br />

Sportler mit solider Grundfitness<br />

und Gelände-Skifahrtechnik<br />

TEILNEHMER<br />

max. 25 Personen<br />

DYNAFIT-Haube<br />

SALEWA-Thermobottle<br />

Fotos: TVB Osttirol/Marmot<br />

124 <strong>SPORTaktiv</strong>


nationalpark wintercamp<br />

www.sportaktiv.com<br />

DAS ANGEBOT:|<br />

2 GEFÜHRTE TOUREN|<br />

UND 3 NÄCHTE/HALBPENSION|<br />

IM NATIONALPARK-|<br />

PARTNERHOTEL UM € 385,–|<br />

Inmitten der höchsten Berge Österreichs, zwischen<br />

Glockner- und Venedigergruppe, liegt der Nationalpark<br />

Hohe Tauern Tirol. Dort findet Anfang März<br />

das 2. <strong>SPORTaktiv</strong>-Nationalpark-Wintercamp statt.<br />

In die traumhafte winterliche Natur tief einzutauchen,<br />

ist das Ziel dieses exklusiven Camps. Ein Höhepunkt<br />

ist eine geführte Skitour mit Berg- und Skiführern<br />

auf den 2600 m hohen Eselrücken im Virgental.<br />

Die Tagestour mit 1170 Höhenmetern ist anspruchsvoll,<br />

es gibt aber die Möglichkeit einer kürzeren Variante<br />

für eine zweite Gruppe. Alle Teilnehmer haben<br />

dabei die Möglichkeit, neueste Skitourenausrüstung zu<br />

testen: brandneue Tour-88-Ski von Dynafit, Stöcke von<br />

Salewa sowie ein Sicherheitspaket von Pieps.<br />

Für Abwechslung sorgt das zweite sportliche Highlight:<br />

eine geführte alpine Schneeschuhtour ins Timmeltal<br />

in Richtung Wallhornalm. Hier besteht ebenfalls<br />

die Möglichkeit, je nach Lust und Fitness zwischen<br />

einer anspruchsvollen und einer mittelschweren Variante<br />

auszuwählen. Der „Schneeschuhtag“ steht ganz im<br />

Zeichen von Salewa – hochwertige Schneeschuhe, Carbonium-Tour-Stöcke<br />

sowie Razor-Lawinenschaufeln<br />

zum Testen inklusive.<br />

Mitbringen sollte man eine solide Grundfitness,<br />

Gelände-Skifahrtechnik und Tourenskischuhe. Für die<br />

Schneeschuhtour werden außerdem feste, wasserdichte<br />

Bergschuhe benötigt. Wie stets bei SPORT aktiv-Camps<br />

(Facts und Programm siehe links) sind exklusiv 25<br />

Plätze für unsere Leser frei – daher schnell buchen und<br />

Campplatz sichern.<br />

ANMELDUNG<br />

Im Hotel Hinteregger mit Buchungskennwort<br />

„<strong>SPORTaktiv</strong>-Nationalpark-Wintercamp 2018“:<br />

E-Mail: info@hotelhinteregger.at<br />

www.hotelhinteregger.at<br />

Webinfos zur Nationalparkregion:<br />

http://nationalpark.osttirol.com<br />

DIE UNTERKUNFT<br />

Das Hotel Hinteregger in Matrei in Osttirol – wie oft<br />

schon hat man das Vergnügen, dass man vom Zimmer<br />

in einen Nationalpark blicken kann?<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

125


DIE SKIPISTE ALS<br />

BEGEGNUNGSZONE<br />

PISTENTOURENGEHEN IST BINNEN WENIGER JAHRE ZUM MASSENSPORT<br />

GEWORDEN. DAS SORGT FÜR SPANNUNGEN UND BEFEUERT KONFLIKTE –<br />

INSBESONDERE ZUM SAISONSTART. DER INNSBRUCKER BERG- UND SKIFÜH-<br />

RER KLAUS KRANEBITTER BESCHÄFTIGT SICH INTENSIV MIT DER PROBLE-<br />

MATIK UND SUCHT LÖSUNGEN, MIT DENEN ALLE SEITEN LEBEN KÖNNEN.<br />

INTERVIEW: OLIVER PICHLER<br />

Warum streben immer mehr Skitourengeher<br />

auf die Piste?<br />

Pistentourengehen ist heute für viele ein<br />

Feierabend-Sport. Es geht dabei nicht<br />

um das Abenteuer Skitour, sondern<br />

darum, sich zu bewegen. Es ist weitestgehend<br />

frei von alpinen Gefahren, insbesondere<br />

Lawinen. Man kann auf der<br />

Piste ohne alpinistisches Grundwissen<br />

loslegen. Es ist skitechnisch einfacher –<br />

man muss keine Spur machen, nicht im<br />

Tiefschnee abfahren.<br />

Wohin geht der Trend: Touren auf der<br />

Skipiste oder im freien Gelände?<br />

Von den Mengen her beobachte ich<br />

einen eindeutigen Trend Richtung Piste.<br />

Das hat damit zu tun, dass sich Tourengeher<br />

auf der Piste sicherer fühlen. Viele<br />

von ihnen haben zu wenig Zeit oder<br />

zu wenig Wissen für Touren im freien<br />

Gelände. Dazu kommt, dass man eine<br />

Pistenskitour problemlos alleine machen<br />

kann, während man im freien Gelände<br />

mit Partnern unterwegs sein sollte.<br />

Das Wachstum findet also vor allem<br />

auf der Piste statt?<br />

Soweit ich das überblicken kann, ja. Verlässliche<br />

Zahlen liegen allerdings nicht<br />

vor. Sicher ist, dass es Skitouren-Einsteiger<br />

nach ersten Erfahrungen auf der<br />

Piste ins freie Gelände zieht. Überdies<br />

beobachten wir, dass viele der klassi-<br />

Fotos: xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx<br />

126 <strong>SPORTaktiv</strong>


Fotos: Klaus Kranebitter<br />

schen Tourengeher, die das freie Gelände<br />

bevorzugen, Pistentouren zusätzlich<br />

zum Trainieren und für eine abendliche<br />

Sport einheit nutzen.<br />

Was bedeutet die Zunahme an Pistentourengehern?<br />

Es ist eine neue Sportart entstanden.<br />

Erst durch das Gehen auf den Pisten<br />

wurde das Tourengehen zum Massenphänomen.<br />

Deshalb sind Gemeinden<br />

und Länder, der Tourismus und die<br />

Seilbahnwirtschaft gemeinsam gefordert.<br />

Für das Pistentourengehen begeistern<br />

sich die regionale Bevölkerung gleichermaßen<br />

wie bestehende oder potenzielle<br />

neue Urlaubsgäste.<br />

„ERST DURCH DAS|<br />

PISTENGEHEN WURDE|<br />

SKITOURENGEHEN ZUM|<br />

MASSENPHÄNOMEN.|<br />

GEMEINDEN UND LÄNDER, |<br />

DER TOURISMUS UND DIE |<br />

SEILBAHNWIRTSCHAFT|<br />

SIND DAHER GEMEINSAM|<br />

GEFORDERT.“ |<br />

Oft wird mit dem Unfallrisiko argumentiert.<br />

Wie groß sind die Gefahren<br />

denn wirklich, wenn aufsteigende<br />

Pistengeher und abfahrende Skifahrer<br />

aufeinander treffen?<br />

Bezogen auf die Mengen der Personen,<br />

die abfahren beziehungsweise bergauf<br />

gehen, passiert glücklicherweise nicht<br />

viel. Gefährliche Situationen gibt es aber<br />

relativ oft. Und es dürfte eine gewisse<br />

Dunkelziffer geben, da es nur zu einer<br />

Unfallmeldung kommt, wenn ein Verletzter<br />

die Bergrettung benötigt.<br />

Was sollten also Pistentourengeher<br />

speziell bedenken?<br />

Das Kuratorium für alpine Sicherheit<br />

(www.alpinesicherheit.at) hat zehn sehr<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

127


Photo © Christoph Schöch<br />

gute Empfehlungen definiert. An diese<br />

sollte sich einfach jeder halten (die Empfehlungen<br />

im Wortlaut siehe im Kasten<br />

rechts, Anm. der Redaktion).<br />

Eine dieser Empfehlungen lautet, Hunde<br />

nicht mitzunehmen. Dennoch sind<br />

sie oft als Begleiter von Pistentourengehern<br />

mit dabei?<br />

Man kann niemandem verwehren, seinen<br />

Hund mitzunehmen. Hunde gehören<br />

bei Pistentouren aber in jedem Fall<br />

an die Leine. Beim Bergaufgehen ebenso<br />

wie bei der Abfahrt auf der Piste.<br />

POLE<br />

BLUE BIRD VARIO S<br />

∂ HÖCHSTER KOMFORT<br />

SCHNELLES, EINFACHES<br />

EINRASTEN BZW. LÖSEN<br />

DER SCHLAUFE<br />

∂ MAXIMALE SICHERHEIT<br />

VERMINDERTES<br />

VERLETZUNGSRISIKO<br />

∂ IDEALE<br />

KRAFTÜBERTRAGUNG<br />

PERFEKTER SITZ,<br />

OPTIMALE FÜHRUNG<br />

KLAUS KRANEBITTER<br />

aus Innsbruck ist 44 Jahre alt,<br />

staatlich geprüfter Berg- und<br />

Skiführer sowie Fotograf. Seine<br />

Mission sieht der Tiroler darin,<br />

kluge Lösungen für neue Trends und<br />

Entwicklungen im Bergsport zu finden.<br />

Wichtig ist es ihm, Wege zu gehen,<br />

die für alle Beteiligten positive<br />

Effekte bringen.<br />

Im Bereich Pistentouren betreut er<br />

die Angebote am Patscherkofel und<br />

in Seefeld (Rosshütte). Auch beim<br />

Pistentourenkonzept am Pitztaler<br />

Gletscher (neuer Skibergsteigerpark)<br />

ist er involviert. Kranebitter ist<br />

weiters Gründer und Entwickler von<br />

SnowHow, einem Verein zur<br />

Förderung von Bildung und Sport,<br />

und hat die Snow & Alpine<br />

Awareness Camps (saac)<br />

ins Leben gerufen.<br />

www.snowhow.info<br />

www.saac.at<br />

Welche Lösungsmöglichkeiten siehst<br />

du, um die Konflikte beizulegen?<br />

Dreierlei ist möglich und wichtig: Erstens<br />

Lenken und beschildern. Zweitens<br />

informieren – durch Infotafeln sowie<br />

Öffentlichkeitsarbeit. Drittens mit<br />

Aufklärungsangeboten Verständnis zu<br />

wecken: etwa mit Vorträgen zum Thema<br />

Skitourengehen, mit Internetportalen<br />

oder App-Lösungen …<br />

Was wünschst du dir von den Pistentourengehern?<br />

Pistentourengeher müssen sich bewusst<br />

sein: Sie benützen aufwendig gewartete,<br />

sehr teure Infrastruktur – sprich die Pisten<br />

– und zahlen dafür nichts oder sehr<br />

wenig. Die Tourengeher sind nicht die<br />

primären Nutzer der „Sportanlage“ Piste.<br />

Deshalb wünsche ich mir von ihnen<br />

Verständnis für Regeln, Einschränkungen<br />

oder etwaige Gebühren.<br />

Konkret: Soll man fürs Skitourengehen<br />

auf Pisten bezahlen müssen?<br />

Wenn das Skigebiet für das Pistengehen<br />

einen Beitrag vorschreibt, dann ist dieser<br />

Beitrag zu bezahlen.<br />

Was wünschst du dir von Skigebietsbetreibern?<br />

Ich wünsche mir Offenheit gegenüber<br />

der neuen Sportart Pistentourengehen.<br />

Kompromissfähigkeit. Die Bereitschaft,<br />

in Lenkungs- sowie Aufklärungskonzepte<br />

zu investieren. Und Aufgeschlossenheit<br />

gegenüber Ideen, um mit dem Pistentourensport<br />

zusätzliche Einnahmen<br />

zu generieren.<br />

Foto: Klaus Kranebitter<br />

128 <strong>SPORTaktiv</strong><br />

WWW.LEKI.COM


Welche Lösungen sind aus deiner Sicht<br />

besonders gut?<br />

Wenn sich Skigebietsbetreiber bemühen,<br />

mit dem Phänomen Pistenskitouren umzugehen,<br />

ist das immer positiv. Negativ<br />

ist, wenn Pistentourengeher kategorisch<br />

ausgeschlossen werden. Blockaden sind<br />

nie die Lösung.<br />

Fotos: © Michael Werlberger<br />

EMPFEHLUNGEN FÜRS<br />

PISTENTOURENGEHEN<br />

VOM KURATORIUM FÜR ALPINE SICHERHEIT<br />

One hell of a run<br />

Warnhinweise sowie lokale Regelungen beachten.<br />

Der Sperre einer Piste oder eines Pistenteils Folge leisten.<br />

Beim Einsatz von Pistengeräten – insbesondere mit<br />

Seilwinden – oder bei Lawinensprengungen etc. kann es<br />

zu lebensgefährlichen Situationen kommen. Pisten können<br />

daher aus Sicherheitsgründen für die Dauer der Arbeiten<br />

gesperrt sein.<br />

Nur am Pistenrand und hintereinander aufsteigen.<br />

Queren der Piste nur an übersichtlichen Stellen und mit<br />

genügend Abstand zueinander.<br />

Frisch präparierte Pisten nur im Randbereich befahren.<br />

Über Nacht festgefrorene Spuren können die Pistenqualität<br />

stark beeinträchtigen.<br />

Bis 22.30 Uhr oder einer anderen vom Seilbahnunternehmen<br />

festgelegten Uhrzeit die Pisten verlassen.<br />

Sichtbar machen – bei Dunkelheit oder schlechter Sicht<br />

Stirnlampe, reflektierende Kleidung etc. verwenden.<br />

6 WELTCUP-<br />

STRECKEN<br />

5.000<br />

HÖHENMETER<br />

06.01.2018<br />

Hinterstoder<br />

AUT<br />

20.01.2018<br />

Madonna di<br />

Campiglio-Pinzolo<br />

ITA<br />

27.01.2018<br />

Gröden – Val Gardena<br />

ITA<br />

4<br />

LÄNDER<br />

85 %<br />

STEIGUNG<br />

17.02.2018<br />

Feldberg<br />

GER<br />

24.02.2018<br />

Kitzbühel<br />

AUT<br />

25.03.2018<br />

Wengen<br />

SUI<br />

Bei besonders für Pistengeher gewidmeter Piste nur diese<br />

benützen.<br />

Hunde nicht auf Skipisten mitnehmen.<br />

Ausgewiesene Parkplätze benützen und allfällige Parkgebühren<br />

entrichten.<br />

Ziel ist es die weltberühmten Weltcup-Strecken<br />

vertikal so schnell wie möglich zu bezwingen.<br />

Der „Clou“ an der ganzen Geschichte sind die<br />

Regeln — es gibt keine. Freie Materialwahl solange<br />

alles aus eigener Kraft angetrieben wird<br />

(kein Motor), sowie freie Streckenwahl auf den<br />

original Weltcupstrecken für die Speed- bzw.<br />

Rucksackklasse.<br />

Beste Ausdauer, beste Technik gepaart mit<br />

optimalem Material gewinnt.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

129<br />

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BEWEGENDE<br />

BEWEGERIN<br />

PETRA THALLER MACHT SPORT MIT<br />

MENSCHEN, DIE AN KREBS ERKRANKT SIND.<br />

WEIL SIE SELBST ERFAHREN HAT, WIE GUT<br />

BEWEGUNG IN SCHWIERIGEN ZEITEN TUT,<br />

HAT SIE AUCH DIE BEWEGUNG „OUTDOOR<br />

AGAINST CANCER“ GEGRÜNDET.<br />

VON KLAUS MOLIDOR<br />

D<br />

ie Parabel von ihren Kindern gibt einen<br />

guten Einblick in den Menschen Petra<br />

Thaller. „Ich wollte immer zwei Kinder“,<br />

sagt sie, „weil, wenn ich mit ihnen allein<br />

bin, kann ich eines am linken Arm<br />

tragen und eines am rechten.“ Mute dir<br />

nur so viel zu, lade dir nur so viel auf,<br />

wie du alleine schaffen kannst – danach<br />

richtet die Münchnerin ihr Leben aus.<br />

Immer schon. Und erst recht, seit einem<br />

Arztbesuch vor ein paar Jahren.<br />

Thaller war gerade zurück aus Papua<br />

Neuguinea, von einer Expedition auf<br />

die Carstensz-Pyramide. Von 4884 Metern<br />

Seehöhe zurück an den Tiefpunkt.<br />

„Brustkrebs“, hat der Arzt damals gesagt,<br />

als Thaller ihn wegen der Schmerzen<br />

aufgesucht hat, die sie nach einem<br />

Ausrutscher auf der Expedition hatte.<br />

Und plötzlich: Chemo statt Carstensz,<br />

Operation statt outdoor.<br />

Aber schon am Tag nach der ersten<br />

Chemotherapie war sie mit einem<br />

Freund auf Skitour und stellte fest:<br />

geht doch. „Also hab ich weiter Sport<br />

gemacht. Bin laufen gegangen, walken,<br />

wandern“, erzählt Thaller. Auch die<br />

Arbeit als Chefredakteurin in ihrem<br />

Magazin „mountains4u.de“ hat sie nicht<br />

aufgegeben. „Ich hatte schon immer<br />

viel Energie“, sagt die 56-Jährige mit<br />

einem Blitzen in den Augen. Und ein<br />

Talent für das Ausblenden von negativen<br />

Dingen hat sie auch. „Als ich keine<br />

Haare hatte und vom Cortison aufgeschwemmt<br />

war, hab ich gewusst, dass<br />

ich scheiße ausschau. Da schau ich dann<br />

halt einfach nicht in den Spiegel oder<br />

betrachte mich nicht im Schaufenster.“<br />

Die Bewegung tat ihr gut. Tut ihr<br />

gut. Darum hat sie auch weitergemacht<br />

damit. Die ganze Therapie ließ sich<br />

besser damit verkraften. Bis der besagte<br />

Skitouren-Freund gesagt hat: Nimm<br />

doch andere Patienten auch mit auf die<br />

Tour. „Meine Antwort war: niemals. Das<br />

130 <strong>SPORTaktiv</strong>


Fotos: Christoph Schnurr, Christiane Kappes, wisthaler.com<br />

soll ja keine Selbsthilfegruppe werden“,<br />

sagt Thaller. Der Samen für „Outdoor<br />

against Cancer“ war aber gesät. „Ich<br />

wollte was Richtiges machen. Menschen<br />

motivieren, ihnen zeigen, dass das Leben<br />

mit der Diagnose nicht zu Ende ist.“<br />

Die Namensfindung für ihr Projekt<br />

ging dann ganz pragmatisch vonstatten.<br />

„Outdoor“ ist ein sehr beliebter Suchbegriff<br />

bei Google. „Krebs“ wollte sie<br />

auf keinen Fall im Namen haben. Also:<br />

Outdoor against Cancer. Kurz darauf<br />

hat sie die ersten Sporteinheiten in<br />

München angeboten. Walken, dehnen,<br />

ein bisschen laufen, Kraft-Ausdauer-<br />

Übungen im Freien.<br />

Projekt wächst und wächst<br />

Dabei bleibt es nicht. Erste Zeitungen<br />

berichten über sie, im Bayrischen Rundfunk<br />

läuft ein Beitrag über die Frau, die<br />

Krebskranke zur Bewegung motiviert.<br />

Die Sportgruppen werden größer. Einer<br />

der Sportler ist Rocco, ein junger<br />

Mann mit Kopftumor. Keine Operation<br />

möglich, keine Chemotherapie kann<br />

das Gewächs unter seiner Schädeldecke<br />

eindämmen. Zaghaft absolviert er die<br />

ersten Einheiten, kommt wieder, bleibt<br />

dabei. „Irgendwann ist er zu mir gekommen<br />

und hat gesagt: Petra, der Tumor ist<br />

um 60 Prozent zurückgegangen“.<br />

Im Juli <strong>2017</strong> ist er einer von sieben<br />

Staffelläufern, die für Outdoor against<br />

Cancer den Großglockner-Berglauf absolvieren.<br />

Knapp 1500 Höhenmeter auf<br />

13 Kilometern Länge von Heiligenblut<br />

hinauf bis zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe<br />

auf 2369 Meter.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

131


Petra Thaller<br />

(Bildmitte) mit<br />

ihrer Staffel im<br />

Ziel des Großglockner-Berglaufs<br />

<strong>2017</strong>.<br />

Ein Filmteam begleitet die Staffel, viele<br />

Läufer rufen Rocco und den anderen<br />

aufmunternde Worte zu, zollen Respekt.<br />

Solche Emotionen treiben Thaller an.<br />

„Klar werden Schulmediziner sagen:<br />

die Chemo wirkt. Tut sie sicher auch.<br />

Ich würde auch nie, nie, nie jemandem<br />

davon abraten. Aber die Psyche ist auch<br />

wichtig. Diese Leute, die in unsere Einheiten<br />

kommen, richten ihren Fokus auf<br />

etwas anderes als nur auf die Krankheit.<br />

Sie wollen sich aufraffen, einmal die<br />

Woche Sport zu treiben, dann zweimal,<br />

viermal.“<br />

Es kommen aber nicht nur mehr<br />

Menschen zu den Trainings. Das ganze<br />

Projekt wird größer. Thaller wird von<br />

der Europäischen Kommission nach<br />

Brüssel eingeladen und spricht zum Thema<br />

„The fight against cancer is a team<br />

sport“. Sie stellt Kooperationen mit<br />

deutschen Universitäten auf und bringt<br />

ab 2018 ihr Programm aus Sport und<br />

Aufklärung über die Naturfreunde auch<br />

nach Österreich. Ein gedrucktes Magazin<br />

hat sie auch in der Pipeline. „Geh<br />

raus“ heißt es. Erstauflage: 260.000<br />

Stück.<br />

„Du bist verrückt“, haben Leute gesagt,<br />

als sie mit Outdoor against Cancer<br />

begonnen hat. Sie aber sagt: Das pack<br />

ich. Wie ihr ganzes Leben. Das Elternhaus<br />

war – vorsichtig ausgedrückt –<br />

nicht das Beste. Nach der Trennung von<br />

ihrem Mann hat sie gearbeitet, wenn<br />

die Kinder im Bett waren, hat Sport<br />

gemacht, bevor Tochter und Sohn aufgestanden<br />

sind. Thaller hat immer schon<br />

gewusst, dass sie etwas machen, was anpacken<br />

will. Und unabhängig sein.<br />

Wer Petra Thaller das erste Mal trifft,<br />

ahnt die bewegte Geschichte im Hinter-<br />

ANKOMMEN UND WOHLFÜHLEN<br />

HOTELS<br />

NATUREL<br />

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wird gesorgt. Nachfreude garantiert.<br />

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Fotos: Naturel Hoteldorf Schönleitn<br />

Naturel Hotels & Resorts GmbH, Michaela Tiefenbacher, Dorfstr. 26, 9582 Latschach/Oberaichwald<br />

132 <strong>SPORTaktiv</strong>


PETRA<br />

THALLER<br />

Die Münchnerin hat als TV-Moderatorin<br />

gearbeitet, war Chefredakteurin<br />

bei Disney Channel Live@five und<br />

beim Magazin „All Mountain“. 2013<br />

gründete sie „Mountains4U“. 2015<br />

erkrankte Thaller an Brustkrebs.<br />

www.outdooragainstcancer.de<br />

ICH WILL DEN<br />

MENSCHEN<br />

ZEIGEN, DASS<br />

DAS LEBEN MIT<br />

DER DIAGNOSE<br />

KREBS NICHT ZU<br />

ENDE IST.<br />

grund nicht im Entferntesten. Er sieht:<br />

eine lebensfrohe Frau mittleren Alters.<br />

Cooler Parka, Jeans mit Löchern. Eine,<br />

die sich auf gut Deutsch nix pfeift. „Ich<br />

bin immer noch derselbe Mensch wie<br />

mit 20, 30. Die Hülle ist anders und<br />

das Selbstvertrauen ist Gott sei Dank<br />

größer.“ 2018 will sie mit Krebspatientinnen<br />

auf den Kilimandscharo. „Es ist<br />

nicht gesagt, dass wir alle noch lange<br />

leben. Aber dann waren wir wenigstens<br />

auf diesem Gipfel.“ Nicht dem Leben<br />

mehr Jahre geben, sondern den Jahren<br />

mehr Leben.<br />

Aber Thaller hat nicht endlos Energie.<br />

Sie hat nur gelernt, mit ihr hauszuhalten.<br />

„Ich muss nicht überall dabei sein.<br />

Schon gar nicht, um gesehen zu werden“,<br />

sagt sie. Lieber besucht sie ihre erwachsene<br />

Tochter in Bayreuth und spielt<br />

mit ihr eine Runde Basketball. Es war<br />

auch bei Outdoor against Cancer nicht<br />

immer alles eitel Wonne. Als eine junge<br />

Frau gestorben ist, hat ihr der Vater ein<br />

Bild geschickt, aufgenommen drei Tage<br />

vor dem Tod. „Das haut dich um. Da<br />

hat es mir plötzlich überall weh getan,<br />

ich hab drei Nächte nicht geschlafen.“<br />

Dann hat sie dem Vater geantwortet.<br />

Mit Kontakten einer Trauerbegleitung.<br />

Trifft „immer positiv denken“ auf<br />

sie zu? „Hm. Das sagt sich so leicht“,<br />

sinniert sie. „Ich würde eher sagen: Sich<br />

von den negativen Dingen nicht überrollen<br />

lassen.“<br />

Photo: Stefan Kuerzi<br />

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Bergrettungsdienst<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

133


LASS DICH<br />

NICHT<br />

HÄNGEN<br />

KEINE SORGE, KLETTERN<br />

KANN MAN AUCH IM<br />

WINTER. WER HERRN<br />

ABALAKOW KENNT, GEHT EIS-<br />

KLETTERN. DIE BREITE MASSE<br />

FINDET IN KLETTERHALLEN DIE<br />

PASSENDE WAND. SPORT AKTIV<br />

WIRFT EINEN BLICK HINTER<br />

EISWASSERFÄLLE UND<br />

BOULDERWÄNDE.<br />

VON CHRISTOPH HEIGL<br />

Auf die Plätze, fertig – los! Wie ein<br />

Sprinter im 100-Meter-Finale<br />

schießt der Kletterer los, sprintet<br />

zwei, drei Meter und springt weg. Fast<br />

gleichzeitig schlägt er mit den vorderen<br />

Zacken seiner Steigeisen ein und<br />

wuchtet auch die zwei Eisbeile mit den<br />

ausgetreckten Armen in den riesigen Eiszapfen<br />

vor ihm. Die ersten zwei Meter<br />

scheint er auf allen Vieren fast senkrecht<br />

bergauf zu rennen, ehe er nach 20 Höhenmetern<br />

oben am Ziel anschlägt und<br />

sich langsam abseilt. Jubeln, durchatmen!<br />

So spektakulär schaut der Speedbewerb<br />

beim Eisklettern aus, gesehen im<br />

neuen Eispark Osttirol in Matrei, einem<br />

künstlich vereisten Felshang.<br />

Das Video davon zeigt ein paar Meter<br />

daneben ein paar Anfänger und den<br />

vierjährigen Felix, der angeseilt und<br />

spielerisch mit einem Pickel in der Eiswand<br />

klettert. Eisklettern ein Kinderspiel?<br />

Von wegen. Es ist im Winter für<br />

Kletterer wohl die spektakulärste Form,<br />

ihrem Hobby zu frönen.<br />

Die Technik<br />

Man kann zugefrorene Wasserfälle klettern,<br />

atemberaubende Eiskathedralen<br />

durchsteigen und auf riesigen Eiszapfen<br />

herumturnen. Steigeisen mit Frontalzacken<br />

und zwei messerscharfe Eisbeile<br />

geben im Eis Halt. Seile werden mit speziellen<br />

Eisschrauben, Kurbeln und Laschen<br />

befestigt. Das Bohren der Abalakows<br />

(spezieller Sicherungspunkt im Eis,<br />

nach Jewgeni Michailowitsch Abalakow,<br />

auch: Eissanduhr), die Einschätzung der<br />

Eisqualität und die Schlagtechnik mit<br />

Fotos: iStock<br />

134 <strong>SPORTaktiv</strong>


den Beilen machen eines klar: Das ist<br />

nix für Anfänger.<br />

Doch in Matrei in Osttirol ist seit<br />

2016 ein Eispark entstanden, der nicht<br />

nur Profis und die Stars der Szene<br />

anspricht. Die 10 bis 35 Meter hohe<br />

Felswand im Taunertal wird derzeit vereist,<br />

dann stehen in den zwei Sektoren<br />

rund 50 Kletterrouten zur Auswahl,<br />

Schwierigkeitsgrade von WI2 bis WI6<br />

und M4 bis M7. Auch das <strong>SPORTaktiv</strong>-Eisklettercamp<br />

ist dort beim größten<br />

Eiskletter-Festival der Ostalpen (11.<br />

bis 14. Jänner) zu Gast. Aber wer kann<br />

Eisklettern ausprobieren? „Grundsätzlich<br />

jeder“, sagt Vittorio Messini, mit<br />

dem Kalser Bergführerkollegen Matthias<br />

Wurzer der Ideengeber für den Eispark,<br />

„am besten startet man ab dem Volksschulalter.“<br />

Er und seine Bergführerkollegen<br />

bieten laufend Kurse an, von<br />

Anfängern und ganzen Gruppen, bis<br />

hin zu den Experten selbst, die dort ihre<br />

Fortbildungen absolvieren. „In unseren<br />

Eispark kommen viele verschiedene<br />

Typen, die meisten sind aber erfahren<br />

ACHTUNG<br />

VOR DER<br />

SONNE,<br />

REGEN, WIND<br />

UND DER<br />

LAWINEN-<br />

GEFAHR<br />

,,<br />

“<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

135


BEI UNS KANN<br />

MAN BEI NULL<br />

BEGINNEN,<br />

AB 14<br />

DARF MAN<br />

ALLEINE<br />

KLETTERN<br />

,,<br />

“<br />

und echte Könner“, erzählt Messini, der<br />

selbst oft atemberaubende Kletterausflüge<br />

unternimmt.<br />

Ist Eisklettern noch gefährlicher als<br />

das Klettern im Fels? „Das kann man<br />

so nicht sagen“, meint Messini, „weil<br />

es davon abhängt, ob du der Erste in<br />

einem Eisfall bist oder es schon viele<br />

Vertiefungen von Pickeln gibt. Aber es<br />

gibt ein paar nicht zu unterschätzende<br />

zusätzliche Gefahrenquellen.“ So sind<br />

etwa die Temperatur des Eises (zu warm?<br />

zu kalt?) und die Sonneneinstrahlung<br />

kritische Faktoren, genauso wie Wind<br />

und Regen und – oft auch von Experten<br />

unterschätzt – die erhebliche Lawinengefahr<br />

beim Klettern in Eisfällen.<br />

136 <strong>SPORTaktiv</strong>


Diese Gefahren gibt es beim Hallenklettern<br />

nicht. Das ist quasi der Einstieg<br />

in die Kletterwelt. „90 Prozent unserer<br />

Zielgruppe klettern bis zum Schwierigkeitsgrad<br />

7“, sagt Stefan Klein happl,<br />

Bereichsleiter des City Adventure<br />

Center Graz (CAC). Auf den 2300<br />

Quadratmetern Kletterfläche (Indoor,<br />

Outdoor) wird alles geboten, was das<br />

Kletterherz begehrt, bis zu 200 Kletterer<br />

können sich gleichzeitig austoben.<br />

Das CAC macht auch Kurse für Kinder<br />

und Jugendliche, Kindergeburtstage<br />

und Eltern-Kind-Kurse. „Bei uns kann<br />

man bei null starten, vorrangig im<br />

Boulderbereich“, erzählt Kleinhappl.<br />

„Fürs Seilklettern sollte man schon<br />

Kurse besuchen, ab 14 darf man alleine<br />

klettern.“ Besondere Voraussetzungen<br />

und Athletik sind zum Start nicht erforderlich.<br />

„Wer wiederkommt, beginnt zu<br />

trainieren, denn speziell in den Fingern<br />

ist viel Kraft erforderlich.“<br />

In der ganzjährig offenen Grazer Halle<br />

sind nicht nur Anfänger und Fortgeschrittene,<br />

auch Topkletterer hängen in<br />

den Wänden. Und all jene, die um diese<br />

Jahreszeit gierig aufs Klettern sind, wenn<br />

es draußen länger und früher finster<br />

ist. „Viele klettern das ganze Jahr in der<br />

Halle und gehen nie in den Fels“, weiß<br />

Kleinhappl. „Für die Profis ist die Halle<br />

aber ein Trainingsort, wo man für die<br />

schwierigsten Routen draußen trainiert.“<br />

KLETTERSPORT<br />

Im Winter bieten sich diverse<br />

Kletterhallen an, wie zum Beispiel<br />

das CAC in Graz, aber auch Einrichtungen<br />

wie der Eispark Osttirol.<br />

www.c-a-c.at<br />

eisparkosttirol.wordpress.com<br />

Fotos: CAC/Glasner<br />

Dry-Tooling<br />

Und siehe da, auch das Eisklettern ist<br />

in der Halle ein Thema. „Dry-Tooling“<br />

nennt sich jene junge Kletterdisziplin,<br />

bei der man mit den Kletterbeilen<br />

nicht nur den Felsen bearbeiten kann,<br />

sondern auch normale Wände in Hallen.<br />

Das Problem dabei: Mit den scharfen<br />

Zacken und durch den extremen Druck<br />

beschädigt man die bunten Plastikgriffe,<br />

weshalb Dry-Tooling in vielen Hallen<br />

verpönt ist. Alternativen sind lange<br />

Schlaufen, mit denen man die Griffe<br />

schont, oder Schutzkappen, die über die<br />

scharfen Zacken gestülpt werden.<br />

Beim „Dry-Tooling“ kann man das Eisklettern mit zwei Beilen auch in der Halle üben,<br />

mit scharfen Zacken oder griffschonender mit zwei Schlaufen.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

137


Wir machen dich fit für deine Abenteuer!<br />

FIT DURCH DEN WINTER<br />

Egal, ob beim Bouldern in Absprunghöhe oder am Seil:<br />

Klettern fördert die gesamte Fitness.<br />

WIEN. Die Kletterhalle Marswiese ist perfekt, um die Form<br />

im Winter zu konservieren: Ein großzügiger Trainingsbereich,<br />

540 m² Boulderfläche und über 300 Seilkletterrouten<br />

bürgen dafür. Einem ausgiebigen und abwechslungsreichen<br />

Training steht also nichts im Wege. Wer nicht gerne<br />

alleine klettert und zudem etwas dazulernen will, der kann<br />

jetzt spezielle Workshops und Kurse besuchen, die sowohl<br />

abends als auch an Wochenenden angeboten werden. Individuelle<br />

Trainerstunden sind ganzjährig flexibel buchbar.<br />

www.climbonmars.at<br />

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© Hermann Erber<br />

• Sportkletter-Reisen<br />

• Kletterkurse Indoor<br />

• Kletterkurse Outdoor<br />

• Spitzensport, Climbing Team<br />

• Jugend-Camps<br />

• Health & Fitness Kurse<br />

www.gebirgsverein.at<br />

www.kletterzentrum.at<br />

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Lust auf Abenteuer Indoor?<br />

in der besten Kletterhalle Österreichs<br />

138 <strong>SPORTaktiv</strong><br />

Klettern &<br />

Skywalken<br />

2300m² Kletterfläche In- und Outdoor<br />

600m² Boulderfläche inkl. Boulderbalkon<br />

Kletterkurse für alle Alters- und Könnensstufen<br />

Gruppenbetreuuung<br />

Skywalk am Hallendach<br />

Übernachtungsmöglichkeit<br />

Idlhofgasse 74 • 8020 Graz •<br />

0676/57 77 555 • www.c-a-c.at<br />

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MAIER SPORTS bekannt.<br />

Mit der Metor Therm gibt<br />

es nun erstmals eine<br />

Jacke in 30 Herren- und 25<br />

Damengrößen. Sie schützt<br />

und hält bei Wanderungen<br />

bei kühlem und kaltem<br />

Wetter warm und trocken.<br />

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RETTET LEBEN<br />

NATÜRLICHE WÄRME<br />

AUS SCHWEDEN<br />

Die Full Zip Vest von WOOLPOWER<br />

wärmt mit hochwertigem<br />

Merino-Frotté. Das Naturmaterial<br />

transportiert Feuchtigkeit nach außen<br />

und fühlt sich wohlig-warm an.<br />

Das nahtfreie Rundstrickverfahren<br />

verbessert den Tragekomfort weiter.<br />

www.woolpower.de<br />

OUT<br />

DOOR<br />

NEWS<br />

Die elektronische Sonde<br />

PIEPS iProbe II verfügt über<br />

eine akustische und optische<br />

Trefferanzeige und ermöglicht<br />

laut Hersteller eine 60 Prozent<br />

schnellere Feinsuche. Auch<br />

wenn man knapp neben<br />

dem Verschütteten einsticht,<br />

erfolgt das Signal zum<br />

Schaufeln.<br />

www.pieps.com<br />

Fotos: Hersteller<br />

HELM AUF!<br />

Der STUBAI Guard-Helm<br />

eignet sich zum Skifahren<br />

und für Skitouren, er hat<br />

eine Skibrillenhalterung und<br />

abnehmbare Ohrenschützer.<br />

Außerdem ist er innen<br />

weich gepolstert und der<br />

Kinnriemen lässt sich auch mit<br />

Handschuhen leicht öffnen.<br />

www.stubai-sports.com<br />

STARKES DUO|<br />

Die Isolationsjacke<br />

Nibori und die Softshell-<br />

Hybrid-Tourenhose Narek<br />

von ZIENER sind eine<br />

ideale Kombination bei<br />

schweißtreibenden Aktivitäten<br />

im Schnee. Wer sich die<br />

Abfahrt von Berggipfeln selbst<br />

erarbeit, rüstet sich damit.<br />

www.ziener.com


<strong>SPORTaktiv</strong> & Osttirol laden ein<br />

DAS 1. SPORTAKTIV-<br />

EISKLETTER-CAMP<br />

11. bis 14. Jänner 2018 (Do.–So.)<br />

im Eispark Osttirol<br />

Do., 11. 1.:<br />

<br />

Anreise nach Osttirol und Treffpunkt im Hotel Outside<br />

in Matrei, Besprechung der aktuellen Verhältnisse<br />

und des Kursplanes<br />

<br />

Begrüßung und Kennenlernen der Bergführer,<br />

Einteilung in Leistungsgruppen<br />

<br />

Vortrag zum Eisklettern und seiner Faszination<br />

Fr., 12. 1.:<br />

<br />

Ausrüstungskunde und Grundschule im Eis:<br />

Gehen mit Steigeisen und Klettern mit Frontalzacken,<br />

Schlagtechnik und Kletterübungen im Top Rope im<br />

Eispark Osttirol<br />

Sa., 13. 1.:<br />

<br />

Seil- und Sicherungstheorie und Anwendung in der<br />

Praxis: Setzen von Eisschrauben und Bohren der<br />

Abalakovs, Eisqualitäteinschätzung, Routenwahl<br />

und alpine Gefahren<br />

<br />

Eiskletter-Meter im Eispark Osttirol sammeln<br />

So., 14. 1.:<br />

<br />

Wiederholung des Gelernten, Vorstiegsklettern<br />

und Anschneiden des Seilschaftsablaufes im<br />

Eispark Osttirol<br />

DAS ANGEBOT:<br />

LEISTUNGEN<br />

<br />

3 Nächte im Hotel Outside mit ¾-Pension<br />

<br />

3 Tage Eiskletterkurs<br />

<br />

Vortrag<br />

<br />

Leihmaterial (Steigeisen, Helm, Gurt und Pickel)<br />

Preis im DZ: EUR 599,– pro Person<br />

Preis im EZ: EUR 710,– pro Person<br />

3 TAGE EISKLETTERKURS FÜR<br />

EINSTEIGER UND FORTGESCHRITTENE,<br />

3 NÄCHTE INKL. 3/4-PENSION AB € 599,-<br />

ZUM TESTEN<br />

Der steigeisenfeste<br />

Mountaineering-<br />

Schuh Mont Blanc EV<br />

von Dachstein<br />

DEINE GESCHENKE<br />

<br />

1 Dose PANACEO Natur-<br />

Medizinprodukt im Wert<br />

von € 39,90<br />

<br />

1 Pflegepaket von<br />

Riviera/Holzhacker<br />

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1 <strong>SPORTaktiv</strong>-Headband<br />

von BUFF®<br />

Fotos: RTVB Osttirol, Hersteller<br />

140 <strong>SPORTaktiv</strong>


eiskletter-camp<br />

www.sportaktiv.com<br />

Die Materie Eis ist für Kletterer etwas Faszinierendes.<br />

Eisklettern ähnelt einerseits dem<br />

Felsklettern und ist andererseits doch völlig verschieden.<br />

Mit Steigeisen und zwei Eisbeilen im gefrorenen<br />

Wasserfall wird der Kopf frei von Alltagsgedanken.<br />

Osttirol und der Nationalpark Hohe Tauern sind<br />

ideal, um in die Welt des Eiskletterns einzutauchen.<br />

Neben dem Eispark Osttirol gibt es dort eine Vielzahl<br />

an Eisfällen, die sich nicht nur für Fortgeschrittene eignen,<br />

sondern auch für komplette Neulinge. An beide<br />

Zielgruppen, Einsteiger wie bereits erfahrene Eiskletterer,<br />

richtet sich auch unser neuestes Lesercamp: Es werden<br />

Leistungsgruppen gebildet, und die Steileistechnik<br />

wird dir von den Bergführern so vermittelt, dass du<br />

möglichst ökonomisch und mit Spaß die Routen bezwingen<br />

kannst!<br />

Der Eispark Osttirol<br />

Ausgehend vom Matreier Tauernhaus verläuft der Zustieg<br />

zum Wandfuß des Eispark Osttirol in rund 30<br />

minütiger Gehzeit. Dort werden die Campteilnehmer<br />

die Kunst des Eiskletterns von den Bergprofis erlernen<br />

und ihre Fähigkeiten weiterentwickeln.<br />

MEHR INFORMATION<br />

Osttirol Information<br />

Tel.: +43/50/212 212<br />

E-Mail: info@osttirol.com<br />

www.osttirol.com<br />

BUCHUNG<br />

per E-Mail an Hotel Outside: office@hotel-outside.com<br />

Buchungskennwort:<br />

„<strong>SPORTaktiv</strong> Eisklettercamp 2018“<br />

TEILNEHMER<br />

maximal 25, bei größerem Interesse zählt<br />

die Reihenfolge der Anmeldung<br />

DIE UNTERKUNFT<br />

Das Hotel Outside in Matrei liegt in<br />

herrlicher Umgebung im Nationalpark<br />

Hohe Tauern. www.hotel-outside.com<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

141


AUF ZUM PULVERSCHNEE!<br />

Ein Skiurlaub in der Ersten Ferienregion Zillertal bietet<br />

endlose Pisten, schnelle Lifte und viel Pulverschnee.<br />

TIROL. Bestens präparierte Pisten, schnelle und moderne<br />

Liftanlagen und das alles bis hinauf auf 2500 Meter Seehöhe:<br />

Die Familienskigebiete im Zillertal Fügen-Kaltenbach<br />

setzen Maßstäbe im Wintersport. Mehr als 100 Pistenkilometer<br />

warten in der Region, dazu gibt es auch jede Menge<br />

Abwechslung abseits der Pisten. Tipp: Im Rahmen des „Pulverschnee<br />

im Zillertal“-Angebots gibt es jetzt sieben Nächte<br />

und den Sechstages-SuperSkipass, der auch am Gletscher<br />

gilt, pro Person schon ab günstige € 491,–!<br />

www.best-of-zillertal.at<br />

MEHR ALS NUR SKIFAHREN IN HOCHFÜGEN<br />

Private Piste, Sonnenaufgang am Berg, Canada Feeling –<br />

in Hochfügen kannst du das Besondere erleben.<br />

TIROL. Mit einer Pistenraupe früh morgens auf den Berg<br />

und die ersten Spuren in den Pulverschnee ziehen? Den<br />

Sonnenaufgang am Berg erleben und alleine und vor dem<br />

Trubel die frisch präparierte Pisten hinuntercarven? Oder<br />

davor ein Picknick auf dem Berg genießen? In Hochfügen<br />

im Zillertal ist das möglich. Gegen Voranmeldung und einen<br />

erschwinglichen Aufpreis. Dazu kommen weitere exklusive<br />

Erlebnisse wie Pistenraupenfahren, eine Tourennacht<br />

oder geführte Freeridetouren.<br />

www.hochfuegenski.com<br />

PREMIUM-CLUB IN KLEINARL<br />

Der Robinson Club Amadé punktet mit vielfältigem<br />

Sport-, Wellness- und Fitness-Programm.<br />

SALZBURGER LAND. 1014 Meter über dem Meer und<br />

mitten im „Ski Amadé“-Gebiet liegt der Robinson Club<br />

Amadé. Wer nach der Vielfalt von 760 Pistenkilometern<br />

entspannen möchte, dem sei die Panoramasauna empfohlen<br />

mit atemberaubendem Blick auf den Ennskraxen.<br />

Dazu kommen im Premium-Club hochwertige Kulinarik,<br />

qualifizierte Betreuung für Kinder und Jugendliche, sowie<br />

hochklassige Unterhaltung mit Shows, Party und Livemusik.<br />

Infos im TUI Reisebüro oder unter:<br />

www.robinson.com<br />

SILVESTER IN DEN BERGEN FEIERN<br />

Ein Tipp für alle, die noch nicht wissen, wo sie ins neue<br />

Jahr rutschen: das Bergsilvester in Hopfgarten in Tirol.<br />

TIROL. „Gemeinsam statt einsam“ – unter diesem Motto<br />

steht das Bergsilvester an der Hohen Salve in Hopfgarten<br />

im Tiroler Brixental. Bei der Feier für Groß und Klein wird<br />

gemeinsam ins Jahr 2018 gerutscht. Auf der Salvenalm und<br />

im Tenner Stadl werden kulinarische Schmankerln serviert,<br />

die Gondelbahn fährt von 19 bis 2 Uhr morgens ab Hopfgarten<br />

bis zur Mittelstation (Hin- und Retourfahrt um €<br />

14,–). Zehn Minuten nach Mitternacht sorgt ein Feuerwerk<br />

dafür, dass der Abend mit Sicherheit in Erinnerung bleibt.<br />

www.hohe-salve.com/events<br />

142 <strong>SPORTaktiv</strong>


Eine Hundertstel<br />

danach erfahren,<br />

wer um eine<br />

Hundertstel<br />

vorne lag.<br />

kleinezeitung.at/app<br />

Jetzt App testen.


Nein, das wäre nicht notwendig gewesen.<br />

Eigentlich hätte der vereiste<br />

Zielhang der Streif einem schon<br />

ausreichend Respekt abverlangt. Wie eine<br />

senkrechte Wand stellt er sich vor einem<br />

auf. Im Licht der Stirnlampen spiegelt sich<br />

der pickelharte Untergrund, das blanke Eis<br />

funkelt teilweise sogar in polarem Hellblau.<br />

Und da soll ich rauf?<br />

Als würde die Kulisse nicht schon laut<br />

genug schreien, dass es sich hier um keinen<br />

normalen Event handelt, stürzen mir jetzt<br />

auch noch menschliche Körper entgegen.<br />

Weiter oben waren sie Opfer des rutschigen<br />

Untergrunds geworden. Ausgerutscht. Jetzt<br />

donnern sie wie abgebrochene Felsstücke<br />

ungebremst aus der Dunkelheit Richtung<br />

Tal, begleitet von alarmierenden „Aaaachtung!“-Rufen.<br />

Panikhaft springen Läufer<br />

vor mir auf die Seite. Wie eine menschliche<br />

Abrissbirne schlägt der Gestürzte eine<br />

Schneise ins Teilnehmerfeld. Wenig später<br />

der nächste „Achtung!“-Ruf.<br />

Das war’s dann mit dem Ehrgeiz, möglichst<br />

schnell oben zu sein. Die Devise<br />

mutiert zu „möglichst unverletzt“. Also raus<br />

aus der Ideallinie, weg vom direkten Weg<br />

hinauf, rüber an den Rand und rein ins hügelige<br />

(aber noch immer prächtig vereiste)<br />

Rough. Auch dort liefern die Zacken der<br />

Steigeisen zwar nur bedingt Halt, auch dort<br />

rutschen die Spitzen der Stöcke immer wieder<br />

ab, aber in Serpentinen und im Gänsemarsch<br />

kommt es zumindest zu keinen gröberen<br />

Zwischenfällen mehr. Nur eines hat<br />

sich schon auf den ersten Metern bestätigt:<br />

Die Streif ist die härteste Abfahrtsstrecke<br />

der Welt. Nicht nur talwärts.<br />

Sechs Weltcupstrecken, vier Länder<br />

Willkommen zum „Vertical up“. Die Streif<br />

ist Teil dieser Laufwettkampfserie auf insgesamt<br />

sechs Weltcupstrecken in vier Ländern,<br />

darunter auch die Klassiker in Gröden<br />

(Saslong) und Wengen (Lauberhorn),<br />

die es jeweils „vertical up“ so schnell wie<br />

möglich zu bezwingen gilt.<br />

Hundertschaften von Läufern und<br />

Skitourengehern haben sich an diesem<br />

Distanz: 3312 Meter und 805<br />

Meter zwischen Streif-Zielraum<br />

und -Starthaus.Es<br />

gilt, so schnell wie möglich<br />

hinauf zu kommen. Wie,<br />

ist egal: Es herrscht freie<br />

Wahl der Mittel, solange<br />

der Antrieb per Muskelkraft<br />

erfolgt.<br />

Fotos: Vertical Up<br />

144 <strong>SPORTaktiv</strong>


AUFI<br />

MUASS I<br />

DIE STREIF RUNTERFAHREN (ODER<br />

RUTSCHEN) KANN JA BALD WER.<br />

ABER RAUF LAUFEN? DIE „VERTICAL<br />

UP“-SERIE BIETET DIE MÖGLICHKEIT,<br />

ES AUSZUPROBIEREN.<br />

VON KLAUS HÖFLER<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

145


Februarabend also am Fuße des Hahnenkamms<br />

zusammengefunden. Es gilt,<br />

die originale Abfahrtsstrecke möglichst<br />

hurtig hinter sich zu bringen. Diesfalls<br />

eben vom eigentlichen Ziel auf 805<br />

Meter Seehöhe die 3312 Meter und 860<br />

Höhenmeter hinauf zum Starthaus auf<br />

1665 Meter. Ausrüstungstechnisch ist<br />

manches verpflichtend (Helm, Stirnlampe)<br />

und (fast) alles andere erlaubt – von<br />

Tourenski und Langlaufski über Schneeschuhe<br />

und Laufschuhe mit Spikes bis<br />

zu barfuß.<br />

Und man findet dann auch so ziemlich<br />

jede Ausrüstungsvariante: Mit<br />

Hightech-Geräten, handelsüblicher<br />

Stangenware oder exklusiven Selbstbauexponaten<br />

geht es dann Richtung<br />

Gipfel. Wo einen Monat davor die besten<br />

Abfahrer der Welt mit knapp 130<br />

km/h über Hausbergkante und Traverse<br />

Richtung Kompression und Zielsprung<br />

gestochen sind, ist jetzt Schritttempo das<br />

höchste der Gefühle. Irgendwo zwischen<br />

Lärchenschuss und Seidlhang sind die<br />

Kräfte trotzdem schon gut aufgebraucht<br />

und so freue ich mich aufs Gschöss, das<br />

im Fernsehen ja immer so gemütlich<br />

flach aussieht.<br />

Merke: Glaube keinen Fernsehbildern!<br />

Die „Ebene“ ist kurz. Sehr kurz. Und<br />

schon wölbt sich das Gelände wieder<br />

gnadenlos nach oben. Der Steilhang<br />

heißt nicht umsonst so – auch in umgekehrter<br />

Bewegungsrichtung. Wie ein<br />

Hagelregen prasseln die oben losgetretenen<br />

feinen Schnee- und Eiskörner auf<br />

die von unten Nachkommenden ein.<br />

Deshalb also der obligatorische Helm.<br />

Im etwas weicheren Rand kämpfen wir<br />

uns in einer wild schnaufenden Kolonne<br />

nach oben. Dort wird’s dann aber erst<br />

richtig knackig: Mausefalle! 85 Prozent<br />

Gefälle!!<br />

Die eiligsten Teilnehmer sind da<br />

längst im Ziel. Gerade einmal 31 Minuten<br />

benötigt Sieger Patrick Facchini an<br />

diesem Abend. Zum Vergleich: Dominik<br />

Paris hatte einen Monat davor bei seinem<br />

Weltcupsieg in die andere Richtung<br />

1:55 Minuten gebraucht.<br />

Die Saslong ist einfacher<br />

Ähnlich ist das Zeitverhältnis auch in<br />

Gröden. Abfahrer Max Franz brauste<br />

beim ersten Saisonklassiker der vergangenen<br />

Saison in 1:56 Minuten Richtung<br />

Ziel. Der Sieger beim „Vertical up“ einen<br />

Monat später braucht knapp 29 Minuten.<br />

Wobei sich die Bergauf-„Saslong“<br />

als deutlich einfacher präsentiert. Nicht<br />

nur, dass sie (Super-G-Strecke) nur 2,4<br />

Kilometer lang ist und 590 Höhenmeter<br />

aufweist, es fehlen auch die ganz<br />

brutalen Steigungen – selbst wenn die<br />

Kamelbuckel auch bergwärts ihre Opfer<br />

fordern und der 56 Prozent-Anstieg über<br />

die „Muri di Sochers“ die Oberschenkel<br />

ordentlich ausleert.<br />

Oben im Ziel, egal, ob Streif, Saslong<br />

oder Lauberhorn, gleichen sich aber<br />

Gefühle und Bilder. Die ausgelaugten<br />

und verbissenen Fratzen, die sich<br />

vor wenigen Metern noch über einen<br />

Schneehang heraufgekämpft haben, verwandeln<br />

sich noch auf der Ziellinie in<br />

stolze, zufriedene Gesichter. Sie werden<br />

die nächsten TV-Übertragungen von besagten<br />

Weltcupabfahrten mit ganz anderen<br />

Augen sehen, weil sie die einzelnen<br />

Streckenabschnitte mit ganz besonderen<br />

Augenblicken verbinden – so viel ist fix.<br />

VERTICAL UP-<br />

TERMINE 2018<br />

6. JÄNNER<br />

HINTERSTODER<br />

Klaus Höfler hat die<br />

Vertical Up-Rennen in<br />

Kitzbühel und Gröden<br />

<strong>2017</strong> getestet.<br />

20. JÄNNER<br />

MADONNA DI CAMPIGLIO (I)<br />

27. JÄNNER<br />

VAL GARDENA-GRÖDEN (I)<br />

17. FEBRUAR<br />

FELDBERG (D)<br />

24. FEBRUAR<br />

KITZBÜHEL<br />

25. MÄRZ<br />

WENGEN (CH)<br />

Fotos: Vertical Up, Klaus Höfler<br />

146 <strong>SPORTaktiv</strong>


MULTITALENT<br />

AWA steht für „All Weather<br />

Activity“ und bezeichnet<br />

die neue Outdoor-<br />

Bekleidungslinie von<br />

DAINESE. Die Teile sind<br />

für eine Vielzahl sportlicher<br />

Outdooraktivitäten jenseits<br />

der Skipisten im Winter<br />

konzipiert.<br />

www.dainese.com<br />

OUT<br />

DOOR<br />

NEWS<br />

EINER FÜR ALLE<br />

Der P.Ride-Lawinenairbag von ABS kann<br />

mit seiner Partnerauslösung per Funk<br />

sowohl die eigene Verschüttung, als auch<br />

die von bis zu 15 Gruppenmitgliedern aktiv<br />

verhindern. Von ABS gewohnt: doppelte<br />

Sicherheit dank TwinBag-System.<br />

www.abs-airbag.com<br />

LASS DICH NICHT<br />

EINSCHRÄNKEN<br />

Die JULBO Universe ist eine<br />

Skibrille mit extragroßem Sichtfeld.<br />

Eingeschränkte Sicht an den Rändern<br />

gibt es damit nicht. In den Rahmen<br />

ist eine Belüftung integriert und der<br />

Gesamteindruck der Brille absolut<br />

hochwertig.<br />

www.julbo.com<br />

Fotos: Hersteller<br />

COOL AUF TOUR<br />

Die MARMOT La Meije-Kombi<br />

besteht aus Jacke und Hose<br />

aus robustem 3-Lagen-Gore-<br />

Tex-Material und überzeugt mit<br />

vielen technischen und nützlichen<br />

Feinheiten. Wie auch mit ihrem<br />

sportlich-ästhetischen Look.<br />

www.marmot.eu<br />

FESCH UND<br />

SPORTLICH<br />

Von CARINTHIA stammt<br />

die G-LOFT ® ISG Lady,<br />

eine multifunktionelle<br />

Hybrid-Damen-Jacke. Sie<br />

ist figurbetont geschnitten,<br />

windabweisend, reguliert<br />

Temperatur und Feuchtigkeit<br />

und garantiert ein<br />

angenehmes Tragegefühl.<br />

www.carinthia.eu<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

147


ÜBER BERGE,<br />

MENSCHEN UND<br />

DIE FREUNDSCHAFT<br />

BEGONNEN HAT ES AUF<br />

EINEM DACHBODEN IN<br />

SHEFFIELD, VON DORT<br />

HAT DIE ENGLISCHE<br />

OUTDOORMARKE „RAB“<br />

DEN SIEGESZUG ANGETRE-<br />

TEN. DIE ERFOLGSREZEPTE:<br />

GRÜNDER RAB CARRINGTON<br />

UND DIE LEIDENSCHAFT FÜR<br />

DIE BERGE. RAB IN UNSERER<br />

SERIE „BUSINESS PORTRÄT“.<br />

Einen neuen Fokus hat man bei der<br />

englischen Outdoormarke Rab: Der<br />

frische Slogan „The Mountain People“<br />

soll das in den Vordergrund rücken, was<br />

die Marke ausmacht: die Menschen und<br />

ihre Geschichten.<br />

Dieser Ansatz ist authentisch und<br />

tief in der DNA von Rab verwurzelt.<br />

Authentizität wird seit der Gründung<br />

großgeschrieben – und schon beginnt<br />

die Geschichte über Menschen und die<br />

Berge. Es war 1973 und Rab Carrington<br />

(siehe Porträt rechts) saß in Argentinien<br />

am Flughafen von Buenos Aires fest.<br />

Die Auswirkungen der Streiks in seiner<br />

englischen Heimat, die Kurzzeit und die<br />

Energiekrise spürte er bis nach Südamerika<br />

am eigenen Leib. Denn die Ausrüstung<br />

für seine Kletterexpedition in<br />

Patagonien war wegen der Streiks nicht<br />

angekommen. Carrington war damals<br />

bereits ein bekannter Kletterer, nutzte<br />

die Zeit des Wartens aber spontan, um<br />

einem Freund bei der Arbeit zu helfen.<br />

Und dieser Freund nähte Schlafsäcke für<br />

die argentinische Armee. „Damals lernte<br />

ich alles, was es braucht, um Schlafsäcke<br />

zu machen“, erinnert sich der gebürtige<br />

Schotte.<br />

Start am Dachboden<br />

Zurück in seiner neuen Heimat Sheffield<br />

machte er sich mit seinem Partner<br />

Al Rouse (1986 am K2 verstorben) nicht<br />

nur weiter einen Namen mit spektakulären<br />

Kletterabenteuern im Himalaya, in<br />

den Alpen und in den lokalen Bergen, er<br />

richtete sich in seinem Haus auch eine<br />

Fotos: Rab<br />

148 <strong>SPORTaktiv</strong>


Werkstatt ein, wo er begann, Schlafsäcke<br />

zu produzieren. „Angefangen hat alles<br />

am Dachboden“, erzählt Carrington.<br />

Ein Freund handelte zufällig mit Federn<br />

und Daunen, und so startete alles, offiziell<br />

ab 1981 mit eigener Firma und später<br />

eigener Produktionsstätte in Sheffield.<br />

Robust und authentisch<br />

Carringtons Ziel war einfach: ehrliche,<br />

robuste und minimalistisch leichte<br />

Kletterausrüstung für die extremsten<br />

Bedingungen. Mit diesem Credo und<br />

viel Wissen um praxistaugliche Notwendigkeiten<br />

begründete er den Erfolg der<br />

Marke, setzte neue Standards im Umgang<br />

mit Daunenprodukten und bahnte<br />

den Weg für hochfunktionelle Materialneuheiten<br />

wie Pertex Equilibrium.<br />

RAB<br />

Die Experten für<br />

Outdoorausrüstung<br />

und Daunenprodukte<br />

aus Großbritannien.<br />

https://rab.equipment/eu<br />

Sein Pioniergeist steckt bis heute in der<br />

Marke, die geschickt und mit viel Understatment<br />

britische Werte mit auf die<br />

Reise schickt: simpel, praktisch, langlebig.<br />

„Das Größte, das ich jemals beim<br />

Klettern erlebt habe, ist die Freundschaft“,<br />

sagt Carrington und schließt<br />

damit den Kreis zur Geschichte mit den<br />

Menschen und den Bergen.<br />

Vom ersten Zug der Kletterroute bis<br />

zum höchsten Gipfel: Es ist immer das<br />

Gleiche, das inspiriert und alle verbindet,<br />

nämlich die reine, ungezähmte<br />

Leidenschaft für die Berge. Und egal,<br />

ob es robuste Kletterjacken, gemütliche<br />

Daunengilets, Hosen, Hauben oder<br />

Handschuhe sind – die Marke Rab hält<br />

Carringtons Werte und Maßstäbe bis<br />

heute hoch.<br />

RAB<br />

CARRINGTON<br />

Der Kletterpionier (am Bild<br />

rechts oben) wurde 1947 in<br />

Glasgow geboren, wo er Teil<br />

der boomenden Kletterszene<br />

wurde. „Aber es regnet zu viel in<br />

Schottland und man schafft nur<br />

30 Touren im Jahr“, erzählte er<br />

in Interviews. „Also bin ich 1973<br />

ins trockenere Sheffield<br />

gezogen.“ Zu dieser Zeit bewältigte<br />

er bereits schwierigste<br />

Routen in den Alpen, im<br />

Himalaya und in Südamerika.<br />

In Argentinien „rutschte“ er per<br />

Zufall in ein Business, das er<br />

entscheidend mitprägen sollte.<br />

Zurück in Sheffield begann Carrington<br />

1981 mit der Herstellung<br />

von Schlafsäcken unter der<br />

Marke „Rab“. Die Produktpalette<br />

wurde ausgebaut und die<br />

Marke erwarb sich einen legendären<br />

Ruf: verlässlich,<br />

ehrlich, britisch – und für<br />

extreme Bedingungen.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

149


Das Sportresort Hohe Salve in den Kitzbüheler Alpen & <strong>SPORTaktiv</strong> präsentieren:<br />

1. SCHNEESCHUH-CAMP<br />

IM SPORTRESORT<br />

HOHE SALVE<br />

11.–14. Jänner 2018 (Do.–So.)<br />

<br />

3 Übernachtungen im Sportresort Hohe Salve in<br />

Hopfgarten in Tirol<br />

<br />

Energy-Halbpension<br />

<br />

kostenfreies WLAN<br />

<br />

2 geführte Schneeschuhwanderungen (inkl.<br />

Produkttest)<br />

<br />

Workshop zum Thema Core Fitness (inkl. Produkttest)<br />

<br />

Eintritt in den „Move & Relax“-Bereich des Hotels<br />

<br />

1 x Teilmassage (25 Minuten)<br />

<br />

1 x Anwendung am Aquathermojet (20 Minuten)<br />

PREIS: EUR 438,- pro Person<br />

(Aufenthalt im Doppelzimmer Standard)<br />

Einzelzimmer-Zuschlag: EUR 90,- pro Aufenthalt<br />

PROGRAMM<br />

Donnerstag, 11. Jänner:<br />

<br />

Anreise<br />

<br />

Begrüßung/Erhalt Goodie Bag<br />

<br />

Entspannung & Erholung im „Move & Relax“-<br />

Bereich des Hotels<br />

Freitag, 12. Jänner:<br />

<br />

Ausgabe der Ausrüstung fürs Schneeschuhwandern<br />

<br />

Geführte Schneeschuhwanderung/Produkttest<br />

in der Kelchsau (inkl. Berg- und Talfahrt mit der<br />

Bergbahn Kelchsau)<br />

<br />

Nachmittags Entspannung & Erholung im<br />

„Move & Relax“-Bereich des Hotels<br />

<br />

Teilmassage oder Anwendung am<br />

Aquathermojet<br />

Samstag, 13. Jänner:<br />

<br />

Geführte Schneeschuhwanderung/<br />

Produkttest in Hopfgarten<br />

<br />

Nachmittags: Workshop zum Thema Core<br />

Fitness inkl. Produkttest der Firma MFT<br />

<br />

Entspannung & Erholung im „Move & Relax-<br />

Bereich“ des Hotels<br />

<br />

Teilmassage oder Anwendung am<br />

Aquathermojet<br />

Sonntag, 14. Jänner:<br />

<br />

Abreise<br />

Programmänderungen vorbehalten<br />

DAS ANGEBOT:<br />

3 TAGE UND 3 NÄCHTE MIT HALBPENSION<br />

IM SPORTRESORT HOHE SALVE IN<br />

HOPFGARTEN AB € 438,–<br />

ZUM TESTEN<br />

Tubbs-Schneeschuhe<br />

mit stabilen Seitenschienen<br />

zum<br />

Queren steilerer<br />

Hänge. Dazu leichte,<br />

zweiteilige Tubbs-<br />

Teleskopstöcke.<br />

DEINE GESCHENKE<br />

1 Dose PANACEO Natur-<br />

Medizinprodukt,<br />

Stirnband & Trinkflasche<br />

(vom Hotel), Wintermütze &<br />

Lippenbalsam (von der<br />

Region Kitzbüheler Alpen), Microfiber<br />

Reversible Hat von Buff®<br />

150 <strong>SPORTaktiv</strong>


schneeschuh camp<br />

www.sportaktiv.com<br />

Fotos: Ferienregion Hohe Salve/Eisele-Hein, Sportresort Hohe Salve/Kogler<br />

Durch die verschneite Landschaft stapfen, Spuren<br />

im Schnee hinterlassen und in urigen Hütten<br />

das Leben und viele Köstlichkeiten genießen.<br />

Die Hektik der Zeit vergessen und den Winter von<br />

seiner schönsten Seite erleben. So präsentiert sich ein<br />

Urlaub in der Ferienregion Hohe Salve. Die acht Orte<br />

rund um die Hohe Salve bieten ein facettenreiches<br />

Urlaubsvergnügen – auch für Nicht-Skifahrer. Beim<br />

Schneeschuhwandern kann man so richtig abschalten<br />

und auf großem Fuß die Natur erkunden.<br />

Perfekt funktioniert das beim neuen <strong>SPORTaktiv</strong>-<br />

Schneeschuh Camp. Neben zwei geführten Wanderungen<br />

(inklusive Berg- und Talfahrt mit der Bergbahn<br />

Kelchsau) steht dort in erster Linie entspanntes Genießen<br />

am Programm.<br />

Es könnte keine bessere Unterkunft für diese Kombination<br />

geben, als das ebenfalls neue Sportresort HOHE<br />

SALVE. Das „Move & Relax“-Konzept des Hotels<br />

rückt das Wechselspiel zwischen bewusst gesetzten<br />

Reizen durch aktive Bewegung und maßgeschneiderte<br />

Regeneration ganz in den Mittelpunkt. Ein 1.400<br />

m² großer „Move & Relax“-Bereich mit Yogaraum,<br />

ein Kraftraum, 630 m² Poolbereich mit 25-m-Sportbecken,<br />

eine große Saunalandschaft, Massage- und<br />

Behandlungsräume sowie zwei Restaurants lassen jedes<br />

sportliche Genießerherz höher schlagen.<br />

Und falls jemand neben den Schneeschuhtouren<br />

auch Skifahren möchte: Das Hotel liegt in Hopfgarten<br />

direkt neben der Talstation der Bergbahnen Hohe Salve.<br />

Die ist ein idealer Einstieg in die SkiWelt Wilder<br />

Kaiser-Brixental, einem der größten und modernsten<br />

Skigebiete der Welt ...<br />

ANMELDUNG<br />

DIE UNTERKUNFT<br />

Die Campteilnehmer wohnen im<br />

Sportresort Hohe Salve in Hopfgarten.<br />

TEILNEHMER<br />

KONTAKT & BUCHUNG mit Kennwort<br />

„<strong>SPORTaktiv</strong>-Schneeschuh-Camp“:<br />

TVB Kitzbüheler Alpen – Ferienregion Hohe Salve<br />

Tel.: +43 57507 7000<br />

E-Mail: info@hohe-salve.com<br />

www.hohe-salve.com<br />

www.hohe-salve.com<br />

max. 25 Personen<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

151


Zurück zur Natur – gerade im Winter<br />

ein Trend. Was aber, wenn die Natur<br />

überbevölkert ist, wie auf der Skipiste?<br />

Tourengehen, richtig. Was aber, wenn<br />

das Können nicht reicht, oder die Anstrengung<br />

zu groß ist? Schneeschuhwandern.<br />

Das einsame Gehen abseits der<br />

Wege findet immer mehr Anhänger.<br />

Grund genug, sich diese Sportgeräte einmal<br />

näher anzuschauen. Denn Schneeschuh<br />

ist nicht gleich Schneeschuh.<br />

Das Grundprinzip: Schneeschuhe verbreitern<br />

die Auftrittsfläche des Schuhs,<br />

dadurch verteilt sich der Druck auf die<br />

Schneedecke besser und man sinkt nicht<br />

so tief ein. Trotzdem gibt es bei den<br />

Schneeschuhen auch Unterschiede nach<br />

Einsatzzweck und Schneeart.<br />

Das beginnt beim Rahmen, der aus<br />

Kunststoff oder Aluminium gefertigt<br />

wird. Kunststoffrahmen werden bevorzugt<br />

für harten und windgepressten<br />

Schnee verwendet. Sie sind kleiner, weil<br />

auf hartem Schnee weniger Auftrieb<br />

gebraucht wird. Die Enden sind weich<br />

und biegsam, das erhöht den Gehkomfort<br />

und der Fuß kann natürlich abrollen<br />

wie beim normalen Gehen. „Durch die<br />

durchgängigen Zackenschienen bieten<br />

sie sehr viel Halt“, sagt Doris Erler vom<br />

Tiroler Experten KochAlpin. Ideal sind<br />

die Kunststoffmodelle für Einsteiger<br />

und Menschen, die selten mit Schnee in<br />

Kontakt kommen – einerseits. Andererseits<br />

eignen sie sich auch ideal für<br />

Einsätze im hochalpinen Gelände, wo es<br />

steil ist und der Untergrund eben durch<br />

den Wind hart gepresst ist.<br />

Für die lange Tour<br />

Aluminium-Modelle sind dagegen für<br />

Neu- und Tiefschnee konzipiert. Durch<br />

den breiteren Rahmen geben sie mehr<br />

Auftrieb. Gemeinsam mit einer flexiblen<br />

Bindungsaufhängung bieten sie eine<br />

wesentlich bessere Dämpfung als Kunststoffmodelle<br />

und eignen sich damit<br />

besser auf ausgedehnten Touren mit Aufund<br />

Abstiegen. „Man geht weicher und<br />

angenehmer“, sagt Erler.<br />

AUF<br />

GROSSEM<br />

FUSS<br />

ES HAT ETWAS MEDITATIVES,<br />

AUF SCHNEESCHUHEN DURCH DIE<br />

WINTERLANDSCHAFT ZU WANDERN.<br />

DIE MODELLVIELFALT IST RIESIG.<br />

ABER WORAUF SOLLTE MAN BEIM<br />

KAUF EIGENTLICH ACHTEN?<br />

VON KLAUS MOLIDOR<br />

Fotos: Komperdell<br />

152 <strong>SPORTaktiv</strong>


Beim Kauf sollte man also darauf<br />

achten, für welchen Zweck man die<br />

Schneeschuhe vorwiegend braucht.<br />

Und: „Immer das Benutzergewicht<br />

inklusive Kleidung und Rucksack rechnen“,<br />

rät die Expertin von Koch Alpin.<br />

Viele Hersteller haben Unisexmodelle<br />

im Programm, aber auch Damen- und<br />

Herren-Schneeschuhe. „Damenmodelle<br />

haben eine kleinere Bindung und wegen<br />

der schmäleren Schrittbreite ein schmäleres<br />

Ende“, erklärt Erler. „Die Steighilfe<br />

ist weiter nach vorne versetzt, damit sie<br />

auch unter der Ferse ist.“ Und je besser<br />

der Grip im Anstieg, desto mehr Freude<br />

hat man schließlich. Eine genaue Auswahl<br />

des Modells beim Fachhändler mit<br />

entsprechend hochwertiger Beratung hat<br />

also durchaus Sinn.<br />

Dreh und geh<br />

An der Schneeschuh-Unterseite befinden<br />

sich Zacken und Krallen aus Stahl bzw.<br />

Carbonstahl. Wer im steilen Gelände<br />

geht, sollte Modelle mit langen Zackenschienen<br />

nehmen; wer eher im Hügelland<br />

unterwegs ist, kommt mit weniger<br />

Zacken bequemer voran.<br />

Unterschiede gibt es auch bei den<br />

Bindungen. Angefangen von Riemenbindungen<br />

über Versionen aus Gummi<br />

bis hin zu Varianten mit Boa-Drehverschluss.<br />

Das letztgenannte System<br />

ermöglicht eine rasche, genaue Anpassung<br />

an den Schuh und ebenso schnelles<br />

Lösen der Bindung. „Riemenbindungen<br />

haben dagegen den Vorteil, dass sie das<br />

Packmaß des Schneeschuhs verkleinern“,<br />

erklärt Erler. Generell gilt: Je besser sich<br />

der Schuh fixieren lässt, desto besser<br />

sind Wendigkeit und Kraftübertragung<br />

– desto mehr Freude beim Gehen!<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

153


ATLAS SPINDRIFT<br />

ultraleicht – ab 1,6 kg pro Paar<br />

platzsparendes Verstauen am<br />

Rucksack dank ultraflacher<br />

Riemenbindung<br />

starker Grip auch bei steilen<br />

Anstiegen oder Querungen<br />

Die Bindungsaufhängung sorgt<br />

für beste Dämpfung und optimale<br />

Kontrolle.<br />

PREIS (UVP): € 279,90<br />

www.kochalpin.at<br />

SPASS IM<br />

SCHNEE<br />

DIE NEUE SCHNEESCHUH-GENERATION:|<br />

NOCH LEICHTER, NOCH MEHR GRIP,|<br />

– NOCH MEHR SPASS IM SCHNEE|<br />

MSR LIGHTNING ASCENT M 25<br />

neue DTX-Crampons aus Martensitstahl<br />

für höhere Haltbarkeit<br />

und Kraftübertragung<br />

360°-Flachrahmen-Konstruktion<br />

mit weiteren Steigeisen für zusätzlichen<br />

Halt<br />

Bindung mit drei Frontstraps und<br />

Heelstrap für perfekten Halt in<br />

jedem Terrain<br />

PREIS (UVP): € 309,90<br />

www.msrgear.com<br />

TUBBS FLEX ALP<br />

Patentierte Bindung für einfachste<br />

Bedienbarkeit und perfekten<br />

Sitz<br />

gezahnte 3-D-Seitenschienen<br />

für optimalen Grip bei<br />

Querungen<br />

das weiche, biegsame Schneeschuhende<br />

erhöht den Gehkomfort<br />

und schont die Gelenke<br />

PREIS (UVP): € 229,90<br />

www.kochalpin.at<br />

TSR SYMBIOZ MOTION<br />

hoher Gehkomfort und Flexibilität<br />

durch das Hyperflex-Konzept<br />

geringes Gewicht<br />

starke Haftung durch Frontalzacken<br />

und austauschbare<br />

Stahlspikes<br />

natürliches Abrollen des Fußes<br />

durch ergonomische Bindung<br />

PREIS (UVP): € 209,99<br />

www.tsloutdoor.com<br />

KOMPERDELL<br />

SNOWSHOE EXPEDITION<br />

leichter und widerstandsfähiger<br />

Aircraft-Rahmen aus eloxiertem<br />

Aluminium<br />

U-förmiges Ende für optimierten<br />

Auftrieb<br />

Harscheisen aus Stainless Steel<br />

sowie zusätzliche Though Claws<br />

für optimale Traktion<br />

elastisch aufgehängte Tourbindung<br />

für jede Schuhgröße<br />

PREIS (UVP): € 149,95<br />

www.komperdell.com<br />

Fotos: Hersteller<br />

154 <strong>SPORTaktiv</strong>


NACHSPIEL<br />

OUTDOORING<br />

EGYD GSTÄTTNER<br />

Der Klagenfurter ist<br />

freier Schriftsteller<br />

und Hobbysportler.<br />

Outdoor“ hat früher einmal „draußen“ oder<br />

ganz genau genommen „draußen vor der<br />

Tür“ geheißen. Outdoor fallen also dichte,<br />

große Schneeflocken. Mein Body sitzt am<br />

Schreibtisch und schaut beim Window hinaus<br />

und dann wieder in Windows hinein, mein<br />

Brain stormt, denn ich schicke mich gerade<br />

an, meine fällige Kolumne zu schreiben. Mein<br />

heutiges Thema lautet: Outdoor.<br />

Gerade setze ich den Stift aufs Papier, da<br />

singt im Radio Nana Mouskuri: Outdoor<br />

steht ein Junge ohne Schuhe im Schnee. Ohne<br />

Schuhe im Schnee? Ein Wahnsinn! Da kann<br />

man sich ja den Death holen! Damit es nicht<br />

so weit kommt, kaufe ich dem armen Jungen<br />

als erstes lässige Outdoorschuhe, in die<br />

speziell für den Einsatz im Schuh entwickelte<br />

atmungsaktive und wasserabweisende Membrane<br />

eingearbeitet und zusätzlich ein innovatives,<br />

extrem leichtgewichtiges wärmeisolierendes<br />

Material eingesetzt worden ist, bei dem<br />

organischer Bambus verarbeitet wurde, was<br />

die Durchblutung verbessert und die Geruchs-<br />

bildung dämmt. „Cool!“, sagt der Junge. Vor<br />

allem taugen ihm die in Spinnennetz-Optik<br />

angeordneten Schaft-Stabilisatoren. Wow!<br />

Jedenfalls sind die Outdoorshoes für City und<br />

Hikes im Gelände gleichermaßen geeignet.<br />

Ich weiß nicht einmal, was „Hikes“ überhaupt<br />

sind. So wird man langsam alt.<br />

Das zunehmende Alter merke ich auch an<br />

den vielen Wehwehchen (Hurtys) meines<br />

Bodys, vor allem die Rumpfhurtys und die<br />

Rückenhurtys. Winterliche Bewegungsarmut!<br />

Aber zum Outdooring ist es mir simply zu<br />

cold!<br />

Man kann auch indoor viel machen, erklärt<br />

mein Junge mit den Outdoorschuhen und<br />

empfiehlt mir Massage, Akupunktur, Osteopathie,<br />

Chirotherapie und Core-Training.<br />

Geh in eine Bankstellung und hebe diagonal<br />

Arm und Bein. Becken und Schultern sollten<br />

dabei nicht absinken. Aber vermeide ein<br />

Hohlkreuz!“ Ich mache auch kein Hohlkreuz,<br />

sondern breche sofort zusammen. „Also,<br />

eine leichtere Übung: Lege dich so auf die<br />

Schwimmnudel, dass die Wirbelsäule auf<br />

dieser aufliegt.“ Die weiteren Anweisungen<br />

bekomme ich nicht mehr mit, weil ich auf der<br />

Schwimmnudel einschlafe.<br />

So gelingt es mir, nicht vorzeitig die Indoorshoes<br />

zu stretchen (die Potschen zu<br />

strecken).<br />

IMPRESSUM<br />

sportaktiv.com<br />

EIGENTÜMER/VERLEGER<br />

TOP TIMES Medien GmbH, 8010 Graz, Gadollaplatz 1<br />

Tel.: 0 316/80 63-25 80<br />

<strong>SPORTaktiv</strong> ist ein Titel der Styria Media Group.<br />

Offenlegung gem. § 25 MedienG mit der Url: sportaktiv.com/de/offenlegung<br />

GESCHÄFTSFÜHRUNG<br />

Mag. Alfred Brunner, MBA, E-Mail: alfred.brunner@styria.com,<br />

Ronald Tomandl, Tel. 0 316/80 63-25 82, E-Mail: ronald.tomandl@styria.com<br />

Assistenz: Katrin Haindl, MSc (-25 86)<br />

CHEFREDAKTION<br />

Christof Domenig (-25 89), E-Mail: christof.domenig@styria.com<br />

REDAKTION<br />

Christoph Heigl (-25 88), Klaus Molidor (-25 93),<br />

Thomas Polzer (-25 87), Claudia Riedl (-25 94)<br />

STÄNDIGE MITARBEITER<br />

Linda Freutel, Klaus Höfler, Wolfgang Kühnelt, Oliver Pichler,<br />

Axel Rabenstein, Herwig Reupichler<br />

FOTOREDAKTION<br />

Thomas Polzer (-25 87)<br />

ANZEIGEN<br />

Arnold Pauly (0 316/80 63-25 83), Robert Nebel (0 316/80 63-25 85),<br />

Sandra Freidl (0 316/80 63-25 95), Alexander Lienhart (0 316/80 63-25 84)<br />

SEKRETARIAT<br />

Petra Ofner, Tel.: 0 316/80 63-25 80, E-Mail: office.sportaktiv@styria.com<br />

PRODUKTMANAGER WWW.SPORTAKTIV.COM<br />

Sabine Schwarzl, Tel.: 0 316/80 63-25 90 E-Mail: sabine.schwarzl@styria.com<br />

DESIGN, LAYOUT & PRODUKTION<br />

Styria Media Design GmbH & Co KG, www.styriamediadesign.at<br />

HERSTELLER<br />

Leykam Druck GmbH & Co KG, 7201 Neudörfl<br />

Beiträge über Tourismusregionen und Eventankündigungen werden in Kooperation mit der<br />

Tourismuswirtschaft und mit Veranstaltern gegen Druckkostenbeiträge produziert.<br />

ABO-HOTLINE<br />

Styria Marketing Services GmbH & Co KG, „Abo <strong>SPORTaktiv</strong>“,<br />

Hainburger Straße 33, 1030 Wien<br />

Tel.: 01/51414-800, Fax: 01/51414-810, E-Mail: abo@sportaktiv.com<br />

Das Jahresabonnement (6 Ausgaben) kostet € 19,90.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

155


LA SPORTIVA® is a trademark of the shoe manufacturing company “La Sportiva S.p.A” located in Italy (TN)<br />

Wir sind Skitourengeher.<br />

Wir sind Forschung,<br />

Wir sind hingebungsvoll und aufopfernd.<br />

Wir trainieren, bereiten uns vor<br />

und erkämpfen uns jeden Zentimeter.<br />

WE ARE SKIMOUNTAINEERS.<br />

www.lasportiva.com<br />

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Val di Fiemme, Trentino<br />

156 <strong>SPORTaktiv</strong><br />

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