Fotos verwerten - Mediaculture online

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Fotografien vervielfältigt, verbreitet oder öffentlich wiedergegeben werden. Auch hat der

Urheber Ansprüche, die nur über eine Verwertungsgesellschaft geltend gemacht werden

können. Ein Beispiel dafür sind Ansprüche auf eine Vergütung für Pressespiegel, die

Unternehmen oder Institutionen zusammenstellen und an ihre Mitarbeiter verteilen um sie

zu informieren. Das ist völlig legal, aber wer einen Pressespiegel erstellt, muss dafür an

die VG Bild-Kunst Vergütungen bezahlen.

Diese Vergütungen werden dann nach einem bestimmten Schlüssel an die Fotografen

ausgeschüttet – aber eben nur an die, die einen sogenannten Wahrnehmungsvertrag mit

der VG Bild-Kunst abgeschlossen haben. Details dazu gibt es auf den Webseiten der VG

Bild-Kunst.

Darf man fremde Fotos bearbeiten?

Wenn man Bilder anderer Fotografen als Grundlage eigener Arbeit verwenden möchte,

muss man sich über eine wichtige Unterscheidung im Klaren sein. Es kommt darauf an,

ob es sich um eine „Bearbeitung“ (§ 23 UrhG) oder um eine „freie Benutzung“ (§ 24 UrhG)

handelt.

Ein selbstständiges Werk, das unter freier Benutzung des Werkes eines anderen

geschaffen worden ist, darf auch ohne Zustimmung des anderen Urhebers veröffentlicht

und verwertet werden. Eine freie Benutzung nimmt vor, wer sich von dem fremden Werk

lediglich inspirieren lässt. Verblassen die eigentümlichen Züge des Vorbildes gegenüber

den individuellen Merkmalen des neuen Werkes, gilt das als eine freie Benutzung. Das

neue Werk darf dann ohne jegliche Einschränkung und ohne Einflussmöglichkeit des

Originalurhebers verwendet werden. Liegt dagegen eine Bearbeitung vor, muss der

Urheber des Ursprungswerks vor einer Verwertung derselben um Erlaubnis gefragt

werden. Um eine Bearbeitung handelt es sich, wenn wesentliche Züge des Originalwerks

übernommen und abgewandelt werden.

Die Abgrenzung zwischen Bearbeitung und freier Benutzung ist schwer zu beurteilen. Ein

Fall, in dem oft von freier Benutzung ausgegangen wird, ist die Parodie, also die

antithematische Auseinandersetzung mit dem Werk eines anderen. Hier findet zwar eine

(auch deutlich erkennbare) Anlehnung an das Vorbild statt; die Darstellung des neuen

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