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text: michael gubisch

fotos: London transport museum, Daniel

Berehulak (getty images), michael gubisch

„Das ist Der richtige LonDoner

Bus!“ rufen fahrgäste,

wenn sie Den routemaster

erkLimmen, in Dem BaLwin-

Da Bassra schaffnerin ist.

„Die Leute LieBen ihn.“ auf

Der Linie 15, Da fährt er

noch – zwischen tower unD

trafaLgar square. ansonsten

ist nicht mehr vieL zu

sehen von Dieser fahrenDen

LonDoner LegenDe. aBer Das

wirD sich BaLD wieDer än-

Dern, sagt Bürgermeister

Boris Johnson.

Routemaster: Was für ein Name für einen Linienbus! Und die Londoner

kennen ihn auch darunter, im Gegensatz zu anderen Bustypen, die no

names blieben. Mit der offenen Einstiegsplattform hinten, dem Motor

vorn hinter dem Kühlergrill, dem separaten Fahrerhaus und der knallroten

Farbe sticht er aus jedem Verkehrsstau hervor. Ein alter Bekannter.

Londoner Busse sind seit den zwanziger Jahren rot. Chanel bietet den

Ton mittlerweile sogar als Nagellack an. Auch die offene Plattform hinten gibt es

schon so lange. Unter den wachsamen Augen des Schaffners ging man die Wendeltreppe

hinauf und genoss die Aussicht vom Salon auf dem Oberdeck.

„Der Routemaster ist ein Symbol für London. Wahrscheinlich ist er der beste Bus,

der je gebaut wurde“, so Oliver Green, Chefkurator des „London Transport Museum“

in Covent Garden. Nach seiner Einführung 1958, fuhr der RM im alltäglichen

Liniendienst fast ein halbes Jahrhundert lang bis Ende 2003 und überdauerte dabei

Generationen von Linienbussen, die seit Mitte der sechziger Jahre eingesetzt wurden

– eigentlich, um ihn zu ersetzen. Ein Beweis der soliden und wartungsfreundlichen

Konstruktion. Ursprünglich war der Bus für eine Lebensdauer von nur 17 Jahren

konzipiert worden.

Seine Busse entwarf „London Transport“ traditionell selbst und ließ sie durch Tochterfirmen

bauen: AEC („Associated Equipment Company“) in Southall, Westlondon,

fertigte die Motoren, Achsen und Antriebe, die Karosserieschwester „Park Royal Vehicles“

den Aufbau.

Den Grund, warum in London eigens für den Hauptstadtverkehr gebaute Fahrzeuge

unterwegs waren, sieht Oliver Green im hohen Passagieraufkommen. Mit rund 8,6

Millionen Einwohnern lebten 1939 über eine Million mehr Menschen in der Stadt

als heute. Seit den zwanziger Jahren erlebte das Nahverkehrssystem eine Blütezeit,

in der nicht nur die Passagierzahlen stiegen und London Transport zum Vorbild für

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