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Städte in aller Welt wurde, sondern auch moderne Technik und

Kunst in die Stationen, Tunnel, Züge, Busse und Schilder Einzug

hielten.

An der Spitze stand Frank Pick, Managing Director von

„London Transport“ und Mitbegründer der „Design and

Industries Association“. Pick ging es nicht nur darum, den

Londonern ein exzellentes U-Bahn- und Busliniennetz zur Verfügung

zu stellen, sondern sie auch mit gutem Design und schönen

Dingen zu umgeben. Aus diesem Geist entsprang der Routemaster.

1948, als der Regent Three (RT), der Vorläufer des RM, das

Rückrad der Dieselbusflotte bildete, erlebte London Transport

seinen Höhepunkt. Fast 100.000 Mitarbeiter taten ihren täglichen

Dienst im Unternehmen, die Serienproduktion des bereits

vor dem Krieg entwickelten RT lief auf Hochtouren – mehr als

7.000 Exemplare wurden bis 1954 gebaut. Die weltweit größte

Busflotte entstand und die Entwicklungsingenieure machten sich

bereits Gedanken über die nächste Generation des roten Doppeldeckers.

> Der ideale Bus

Verantwortlich für das neue Flaggschiff wurde der langjährige

Chefkonstrukteur von „London Transport“, Molteno „Bill“

Durrant. Um dem idealen Bus auf die Spur zu kommen, machte

er zuerst eine Umfrage unter den Einsatzleitern in den Depots

und bat sie, sich von allen herkömmlichen Vorstellungen und

Beschränkungen freizumachen und ihre Bedürfnisse von Grund

auf neu zu überdenken. Durrant und sein Team waren offen für

Neues: Eingang vorn, hinten, in der Mitte oder gar in Kombination,

ebenso Motor vorn, hinten oder unter dem Fußboden? Sogar

die Frage, ob doppelstöckig oder nicht – alles wurde zur Disposition

gestellt. Heraus kam ein nüchternes Ergebnis: die Mehrheit

wollte einen zweistöckigen Bus mit offener Eingangsplattform

hinten und Frontmotor. Alles wie bisher.

Einstöckige Modelle hatten in New York zu Überfüllung während

der Hauptverkehrszeiten geführt. Vom Mangel an Sitzplätzen

genervt, benutzten dann dort weniger Passagiere

den Bus in den Stunden außerhalb der rush hour. Einem Fronteingang

standen die einflussreichen Gewerkschaften skeptisch gegenüber,

weil man glaubte, dass Fahrgäste an Haltestellen mit

unterschiedlichen Bustypen durcheinander kämen, insbesondere

ältere und sehbehinderte Menschen.

Wenn schon nicht konzeptionell, so wollte Durrant mit dem zukünftigen

Modell jedoch technisch einen großen Schritt nach

vorn machen. Um Gewicht zu sparen, sollte der neue Bus eine

selbsttragende Karosserie haben. Bisher saßen Motor, Getrie-

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