Wirtschaftszeitung_04122017

livingbox

Branchen &Betriebe: Acryl

für Apple &Co. Seite 9/10

Geld &Geschäft: Steuertipps

zum Jahresende Seite 17

Leben &Wissen: DHL plant

die Zukunft Seite 27

DIE WIRTSCHAFT

Münster |Münsterland

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Ausgabe 8/17

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Vorhang auf für Start-ups

Die digitale Gründerszene steht oft im Rampenlicht, doch die Naturwissenschaftler holen immer mehr

auf. Auch in Münster entstehen Firmen, die mit Produkten und Techniken Zukunft gestalten.

Mindesthaltbarkeitsdatum – der

Stempelaufdruck sagt dem Verbraucher,wie

langeerein Produkt auf jedenFallnoch

verwenden kann. Doch

das bekannte Verfahren bekommt

Konkurrenz –aus Münster. Experten

für Mikrosensorik und Nanotechnologie

der Universität haben in jahrelanger

Arbeit eine Weltneuheit

namens „open Monitor“

entwickelt. Einen

High-Tech-Aufk

leber,

der unter anderem in

der Lage ist, ein elektronisches

Mindesthaltbarkeitsdatum

zu liefern.Kurzum:Die

Milchtüte

verrät demnächst,

wie lange sie schon geöffnet

ist. – Der Chip steht

beispielhaft für das sehr

große Potenzial, das in den

Start-ups aus den

Naturwissenschaften steckt. Münster

entwickelt sich auf diesem Feld

zum Inkubator.

Dr. Christian Althaus, bei

der Chip-Schmiede Poly-

Taksys Projektleiter im Bereich

Forschung und Entwicklung,

freut sich über

ein „Wissensmonopol“, das man auf dem

Feld der elektrochemischen Nanofilmprozessoren

aufgebaut hat. Die Forschungsgruppe

von Prof. Dr. Meinhard

Knoll an der WWU kooperiert eng mit PolyTaksys.

Das Start-up hat wiederum mit

Global Innovations Germany und dem

Druckspezialisten Stuco (beide aus

Rheinland-Pfalz) zwei starke Unternehmen

gefunden, mit deren Unterstützung

„open Monitor“ jetzt zur Marktreife

gebracht werden konnte. Inzwischen

ist man, so berichtet Althaus, mit

Firmen der Lebensmittelbranche im Gespräch.

Hohe Umsätze winken.

Matthias Günnewig von der Geschäftsleitung

der Technologieförderung Münster

ist stolz darauf, dass man PolyTaksys,

eine Ausgründung aus dem Centrum für

Nanotechnologie (CeNTech) der WWU,

auf dem Erfolgsweg begleitet. Patente

aus dem naturwissenschaftlichen Bereich,

davon ist Günnewig überzeugt,

könnten von noch größerer Bedeutung

für Unternehmen und Firmen der Region

sein. Ideen gibt es reichlich.

Dr. Ahmed Sallam, Mitgründer und Geschäftsführer

der Cysal GmbH, hat zum

Beispiel ein innovatives Biotechnologie-

Unternehmen aufgebaut. Pate und Mentorwar

sein Doktorvater und Co-Erfinder

Prof. Alexander

Steinbüchel

vom Institut für

Molekulare Mikrobiologie

und Biotechnologie. Cysals

Kronjuwel ist ein patentiertes

Verfahren zur Herstellung vonsogenannten

Dipeptiden, einer Verbindung von

zwei Aminosäuren. Eingesetzt wird das

neue Produkt bereits als Rohstoff für

Energietonika und Cremes. Doch viele

weitereAnwendungsfelder sind denkbar.

„Man muss die Selbstständigkeit wirklich

wollen“, sagt Firmengründer Sallam, der

sich gleichermaßen an Erfolgeund Rückschlägeerinnert.

In der Startphase halfen

ihm verschiedene Gründerfonds, inzwischen

steht ein Investor hinter dem High-

Tech-Unternehmen.

Der ägyptische Tierarzt, der im Jahr2000

nach Münster kam, um hier Biotechnologie

zu studieren, macht allen Gründern in

der Region und darüber hinaus Mut:

„Vieles hängt von der Unterstützung vor

Ort ab. In Münster findet man sie.“

►Fortsetzung auf Seite 10

OFFEN GESAGT

Große Chance

Rein digitale Start-ups machen

in der öffentlichen

Wahrnehmung häufig das Rennen.

Doch die Gründerszene ist

viel breiter aufgestellt. In den

Hochschulen und Forschungseinrichtungen

sprudelt es vor

technologie- und wissensbasierten

Ideen, in denen häufig

ein großes Geschäftspotenzial

steckt. Industrie, Handwerk

und Handel sollten ganz genau

hinschauen.

Das Land NRW greift seit Kurzem

fünf Start-up-Innovationslaboren

aus den Regionen

Münsterland, Ostwestfalen-Lippe,

Südwestfalen, Rhein-Ruhr

und westfälisches Ruhrgebiet

finanziell unter die Arme. Der

Förderbetrag von 4,3 Millionen

Euro klingt angesichts der

denkbaren Aufgaben bescheiden,

doch die Summe dürfte

dabei helfen, jene Strukturen

zu entwickeln und zu stärken,

die Gründer und Investoren

zusammenbringen.

In unserer Region wird unter

dem Motto „Enabling Innovation

Münsterland“ inzwischen

einiges für den Aufb

au eines

großen Netzwerks getan. Wer

sich die Mühe macht, dass

Who´s Who der Forschungskooperationen

zu durchkämmen,

kommt rasch ins Staunen.

Denn die lange Liste unterstreicht,

dass Wissenschaft und

Wirtschaft im Münsterland die

große Chance haben, sich über

alle fachlichen Gräben hinweg

gemeinsamen Aufgaben zu

stellen. Zum Vorteil beider Seiten,

wie Beispiele aus der jungen

Start-up-Szene der Naturwissenschaften

belegen. wk

Schöne Bescherung

Münsterländer wollen im Schnitt 416 Euro für Geschenke ausgeben.

Die Deutschen lassen sich Weihnachtsgeschenke

einiges kosten:

Im Schnitt planen sie in diesem

Jahr rund 465 Euro dafür ein.

Das zeigt eine repräsentative

Studie des ifes-

Instituts für Empirie

und Statistik der FOM

Hochschule. Rund

5000 Studierende befragten dafür in

Face-to-face-Interviews mit standardisierten

Fragebögen bundesweit

über 56 000 Frauen und Männer im

Alter ab zwölf Jahren, quotiert nach

Geschlecht und Alter.

Im Münsterland, so ergab die Studie,

4 198869 003501

2 0 0 4 9

werden die Menschen mit 416 Euro

zwar etwas weniger für Weihnachtsgeschenke

als der Bundesdurchschnitt

ausgeben, dafür setzen die

Konsumenten aber hier stärker auf

die Beratungs- und Warenqualität des

stationären Handels. Der Hauptgeschäftsführer

des Handelsverbandes

NRW Westfalen-Münsterland, Thomas

Schäfer, sieht darin ein gutes Signal

für den örtlichen Handel, rät

aber dazu, Serviceleistungen noch

weiter auszubauen.

In der Studie wurde auch ermittelt, an

welche Geschenke denn die Menschen

zu Weihnachten denken. Auf

der Beliebtheitsskala ganz oben stehen

Geschenkgutscheine. Etwa die

Hälfte(50 Prozent) der Befragten verschenkt

zumindest ein Exemplar gerne

zu Weihnachten. Aufden weiteren

Plätzen folgen Kosmetik (44 Prozent),

Bücher (43 Prozent), Konzertund

Theaterkarten (43 Prozent), Uhren

und Schmuck (41 Prozent) sowie

Spielwaren (39 Prozent).

Der große Run auf die Weihnachtsgeschenke

beginnt mit dem Monat Dezember.

Über 33 Prozent der Männer

kaufen aber erst in der letzten Woche

vor dem Fest die Geschenke ein, fast

zehn Prozent erst am Tagvor Heiligabend.

Für Frauen beginnt die

„Haupt-Kaufzeit“ dagegen bereits

rund drei Wochen früher.

Als wichtige Einkaufsmöglichkeit gaben

64 Prozent der Befragtendie Einkaufszentren

in der Stadt an, 58 Prozent

bestellen Geschenke aber auch

im Internet. Über die Hälfte der Bürger

kauft zudem in Fachgeschäften

und Kaufh

äusern. Zumindest 28 Prozent

shoppen ebenso auf den Weihnachtsmärkten.

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2 MACHER &MÄRKTE

Hochwertige

Ideen

Cysal, PolyTaksys und EVORION brauchten für den

Start Unterstützer und Türöffner.

IMPRESSUM

DIE WIRTSCHAFT Münster /Münsterland

Verlag und Herausgeber:

Aschendorff Verlag GmbH &Co. KG,

Geschäftsbereich: Media &Sales, Soester Straße 13,

48155 Münster, Telefon: 0251 690-0,

Telefax: 0251 690-804801

Redaktion: Claudia Bakker (verantwortlich)

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Anzeigenleitung: Herbert Eick,

E-Mail: anzeigen@die-wirtschaft-muensterland.de

Objektkoordination: Frank Micheel, Lars Normann,

Telefon: 0251 690-916162, Telefax: 0251 690-806190

Gestaltung/Layout: Lisa Stetzkamp

Druck: Aschendorff Druckzentrum GmbH &Co. KG, Ander Hansalinie 1,

48163 Münster, Telefon: 0251 690-0, Telefax: 0251 690-215;

Auflage 17.000 Exemplare

www.die-wirtschaft-muensterland.de

Rohstoffproduktion bei Cysal: Dr. Achmed Sallam (l.), Gründer

und Geschäftsführer, und Dr. Martin Krehenbrink, Mitgründer und

Leiter F&E

Foto: Cysal

In mikrofluidischen Strukturen können Tausende einzelner Zellen

eingefangen und über sehr lange Zeiträume kultiviert und analysiert

werden.

Foto: EVORION/Claas König

Dass in Münster Ideen mit

einemMarktpotenzial eine

Startchance erhalten,

spürt augenblicklich Dr.

Rebecca Melcher. Die 33-

Jährige, Tochter eines selbstständigen

Unternehmers, konnte jetzt ein kleines

Büro imTechnologiehof an der Mendelstraße

in Münster beziehen. Dortwill sie

an dem von ihr entwickelten TestverfahrenimBereichPfl

anzenschutz- und Düngemittel

arbeiten. „Zwei Schreibtische,

eine Kaffeemaschine“, zählt die Biologin

die noch karge Einrichtung auf.

Die Zusage für das Exist-Gründerstipendium

des Bundesministeriums für Wirtschaft

und Energie hat Rebecca Melcher

bereits in der Tasche.Dochleider hat sich

das Verfahren länger hingezogen, so dass

sich ein Betriebswirtschaftler, der anfangs

mit im Boot war, wieder anders

orientiert hat. Rebecca Melcher: „Ich bin

also erneut auf der Suche.“ Mit zwei Wissenschaftlern

und einem BWLer soll das

neue Unternehmen an den Start gehen.

Nachfragen von Firmen, die das beschleunigteTestverfahrennutzen

wollen,

gibt es bereits. „Es wird natürlich nicht

den Feldversuch ablösen, aber noch

schneller umfangreiche Ergebnisse liefern“,

erklärt die Wissenschaftlerin. Die

Biologin ist zuversichtlich: „Wenn sich

unsereMethode nach erfolgreichen Tests

etabliert hat, können wir vielleicht schon

im nächsten Jahr eine technische Assistenzkraft

einstellen.“

Schon im Geschäft ist EVORION Biotechnologies.

Ein Exist-Gründerstipendium

des Bundes und die Unterstützung durch

das Land Nordrhein-Westfalen halfen

dabei, das münsterische Unternehmen

an den Start zu bringen. Seitdem entwickelt

EVORION Zellkultur- und Analyse-

Systeme für die biomedizinische Forschung,

Entwicklung und Diagnostik –

vorallem im Bereich der Krebsforschung.

Einer der Mitbegründer ist Dr. Sebastian

Bühren (36), der am Max-Planck-Institut

für molekulare Biomedizin in Münster

seine Doktorarbeit geschrieben und danach

am Hauptsitz der Firma Qiagen in

Hilden bei Düsseldorfals Produkt-Managergearbeitet

hat. Keine schlechte Adresse.

Denn Qiagen, in den 1980er Jahren

selbst vonWissenschaftlern in Düsseldorf

gegründet, zählt heute zuden großen

Biotechnologieunternehmen. Schon seit

Jahren werden die Aktien auch an der

US-amerikanischen Technologiebörse

NASDAQ gehandelt.

Ein Jahr später erlebteder Molekularbiologe

bei seiner Arbeit für die AYOXX

XA

Biosystems GmbH in Köln, wie es einem

kleineren Unternehmen inder Start-up-

Phase ergeht. Diesen Geist, so sagt er

heute, hat er mit nach Münster genommen,

wo er mit dem Biotechnologen

Hans Kleine-Brüggeney und dem Molekularbiologen

Robert Weingarten EVOR-

ION gründete. Wie Dr. Achmed Sallam

bei der Cysal GmbH hatten auch Bühren

und seine Mitstreiter „Türöffner“. Allen

voran Prof. Dr. Bruno Moerschbacher

vom Institut für Biologie und Biotechnologie

der WWU, der die Geschäftsidee des

jungen Teams unterstützte.

„Wir können als Start-up an der Universität

technische Geräte und spezielle Räume

nutzen“, beschreibt Sebastian Bühren

einen großen Vorteil, den EVORION als

hochwertige Gründung aus den Naturwissenschaften

hat. Privatwirtschaftlicher

und akademischer Bereich müssen

allerdings bei allem Tunpenibel voneinander

getrennt bleiben.

Im KernarbeitetEVORION an einem System,

Tumorstammzellen bei der Auswertung

genauer zu analysieren. Es soll möglich

sein, den Beitrag einzelnerZellen zur

Krebsentstehung beziehungsweise zur

Krebsbekämpfung besser zu untersuchen.

Im CenTech lief man mit dieser

Idee offene Türen ein.

wk

Naturwissenschaftler und Firmengründer: (v.l.) Biologin Dr. Rebecca

Melcher, Chemiker Dr. Christian Althaus, Biotechnologe Dr.

Achmed Sallam und Molekularbiologe Dr. Sebastian Bühren

Foto: Wolfgang Kleideiter

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MACHER &MÄRKTE 3

Geschäftsreisende sind auf

vielen Strecken das Rückgrat

FMO intensiviert die Gespräche mit der heimischen Wirtschaft und hat dafür sogar eine neue Stelle geschaffen.

Der Flughafen Münster/Osnabrück

ist wichtig für die Wirtschaft in der

Region –die Feststellung ist so alt

wie der FMO selbst. Was erfür die

Unternehmen der Umgebung wirklich

bedeutet, wurde der Öffentlichkeit

bei einem IHK-Luftverkehrsforum

so deutlich wie selten zuvor.Der

Flughafen reagiert: Ein neuer Mann

soll künftig den Kontakt pfl

egen.

Dr. Jürgen Vutz ist Geschäftsführer

des Lengericher

Maschinenbauers

Windmöller & Hölscher,

dessen Kunden zu 90 Prozent

im Ausland sitzen. „Wir kaufen 5000

Flugtickets pro Jahr“, verdeutlichte Vutz

beim Luftverkehrsforum, das auf Einladung

der Industrie- und Handelskammern

Nord-Westfalen und Osnabrück/Emsland/Grafschaft

Bentheim

stattfand. Zudem kämen jährlich mehr

als 5000 Besucher nach Lengerich –via

FMO. „Das ist ein echter Standortvorteil

für uns.“

Doch: Nur etwa jeder fünfte Flug der

W&H-Mitarbeiter geht über den heimischen

Airport. Grund sind nicht nur fehlende

Verbindungen, sondern es ist oft

auch der Preis. Vutz erzählte von einem

Flug vom FMO über München nach Boston,

der ab Düsseldorf direkt und deutlich

billiger möglich gewesen wäre.

„Das ist Marktwirtschaft“, erklärteHarry

Hohmeister, Mitglied des Vorstands bei

derLufthansa. Doch er stellteinAussicht,

dass die Preise fallenwerden –zumal die

Lufthansa am FMO weiter die Kapazitäten

ausbaue.

Zu den Profiteuren des FMO gehört auch

die Baustoffgruppe Sievert AG in Osnabrück.

„Ich empfinde es als Luxus, dass

ich erst eine Stunde vor Abfl fug in Osnabrück

losfahren

muss“, verdeutlichte

Vorstand Niklas

Sievert. „Wenn ich

einen Wunsch frei

hätte, wäre es

Wien.“ Doch nicht

etwa, um Prater

oder Musicals zu

sehen: „Wir haben

einen Schwerpunkt

in Ost-Europa.“

Wien als Torzuden

eigenen Märkten –

auch W&H-Chef

Vutz würde sich

freuen. „Wir buchen

im Jahr 700

Flüge nach Wien.“

Doch ab FMO gibt

Ankunft am FMO: Ein Lufthansa-Jet wird es keine Direktverbindung.

eingewiesen.

Foto: Wilfried Gerharz

Um konkreter als

bislang auf die spezifischen Bedürfnisse

in der Region reagieren zu können, will

der Flughafen künftig mit der Wirtschaft

zusammenarbeiten. Dazu wurde eine

neue Stelle geschaffen, wie FMO-Chef Dr.

Rainer Schwarz verkündete.Denkbar sei,

dass sich große Firmen mit Interesse an

einer bislang fehlenden Verbindung verpfl

ichten, eine bestimmte Anzahl Tickets

abzunehmen. Solche Zusagen würden

die Gespräche mit Fluglinien vereinfachen.

Der neue Mann hat inzwischen mit der

Arbeit begonnen –und istzugleich ein alter

Hase im Terminal in der Hüttruper

Heide. Christopher Godhoff soll Kontakt

aufnehmenzuFirmen in der Region und

mit ihnen Bedürfnisse ermitteln. Dabei

kann er auf bestehende Kontakteaufb

auen:

Bis zuletzt betreuteder 44-Jährigeals

Mitarbeiter im Lufthansa-City-Center Firmenkunden.

„Als ich mich da vonmeinen

Gesprächspartner: Christopher Godhoff nimmt für den FMO Kontakt zu Firmen in der Region auf und ermittelt deren Bedürfnisse.

Kunden verabschiedet und gesagt habe,

wasich künftig mache, habe ich schon gemerkt,

dass es ein großes Interesse gibt.“

Faktoren, die für oder gegen eine Reise

vom FMO sprechen, sind nach seiner Erfahrung

derPreis,die Abfl

ugzeiten –und

natürlich die Verfügbarkeit. Wieder

Wien: Zu keinem anderen Ziel, das nur

durch Umsteigen zu erreichen ist, fl

iegen

ab Greven mehr Passagiere, denn Wien

gilt als Tornach Osteuropa. Könnte sich

da eine Direktverbindung lohnen? „Dafür

bräuchten wir gut 60 000 Passagiere

proJahr“, rechnetFMO-Sprecher Andrés

Heinemann vor.

Dabei sind Geschäftsreisende für den

FMO das Rückgrat. Denn sie müssen fl

e-

xibel sein, buchen deshalb gerne kurzfristig

und machen mit den dann üblichen

höheren Ticketpreisen eine Strecke erst

lukrativ.Rund80Prozent der Passagiere

in den Maschinen nach Frankfurt sind auf

Dienstreise, bei München sind es immer

noch zwischen 60 und 70 Prozent.

Die neuen FMO-Pläne und das große Interesseder

Wirtschafts-Vertreter verfolgte

Harry Hohmeister beim IHK-Luftverkehrsforum

mit viel Interesse. Seine Airline

Lufthansa ist mit zuletzt 600 000

jährlichen Passagieren der größteKunde

des FMO.Inseinem Vortrag erläuterteer

die aktuellen Entwicklungen auf dem

Markt der weltweiten Flüge, auf dem am

Ende nur große Fluggesellschaften überleben

könnten. Er versprach eine weitere

„gute gemeinsame Zukunft“ mit dem

FMO. Und wenn erst die Übernahme der

Air Berlin gemeistert, die Lufthansa-Billigtochter

Eurowings neu organisiert und

die übernommenen Maschinen wieder

startklar sind, käme auch die Zeit, um

über weitere Ziele ab FMO nachzudenken.

Dass der Flughafen bei allem, wasertut,

aufdie heimische Wirtschaft bauen kann,

versicherten die IHK-Präsidenten Dr.

Benedikt Hüffer (Nord Westfalen) und

Martin Schlichter (Osnabrück/Emsland/

Grafschaft Bentheim). Schließlich, betonteHüffer,verzeichne

die Wirtschaft in

der hiesigen, einst so ländlich geprägten

Region inzwischen einen Exportanteil

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Foto: Gunnar A. Pier


4 MACHER &

Münsterland spielt inder Games-B

Das IT-Start-up Omnia5 auf dem d.velop-Campus in Gescher startet mit „Paroma“ einen ersten

Versuch. In Drensteinfurt wirkt Screendesigner Christoph Werner bereits an großen Produktionen mit.

Fürdie Games-Brancheist das Münsterland

noch unbespieltes Brachland,

während rund um die Region

mit den Gaming Mind Studios inGütersloh

und Z-Software in Dortmund

die Branche blüht. AerosoftinBüren

und Independent Arts Software in

Hamm gehören seitfast 30 Jahren zu

den Gaming-Schmieden Deutschlands.

Zarte Triebe treibt jetzt das

Start-up Omnia5 in Gescher sozusagen

über Nacht, schickt mit „Paroma“

ein Smartphone-Game in die digitale

Welt, dessen Entstehungsgeschichte

das vierköpfige Entwicklerteam

im Speedmodus gefahren hat.

Vo Vn der Idee bis zum App

Store brauchte esnur drei

Tage: „Die 4-Stufen-Scharade

ist aus einem kleinen

Spiel entstanden, das mein

KollegeHendrik und ich an einem spaßigenAbend

gespielt haben. Komplett analog

wurde die Zeit gestoppt, wurden

Punkte notiert, die Begriffe aufgeschrieben

und zufällig aus einer Kistegezogen.

Wirerkannten das Potenzial, genau diese

Schritte zudigitalisieren, und haben uns

kurzerhand dazu entschieden, dieses

Spiel komplett als App zu bauen“, plaudert

Alexander Bogdanow, einer der drei

Geschäftsführer der am d.velop-Campus

Softwareküche im Westmünsterland: Die Entwickler Alexander Bogdanow (v.r.), Dennis

Bißlich und Hendrik Schmülling köcheln mit ihrem Business Angel Gerhard Grage nicht

nur an Spiele-Apps, sondern entwickeln gleichzeitig den Groupmessenger Knobel. Foto: Omnia5

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in Gescher ansässigen „Softwareküche

aus dem Westmünsterland“, aus dem

Entwicklertagebuch.

Gelernt haben die Drei ihr digitales

Handwerkszeug an der Westfälischen

Hochschule Bocholt im Fachbereich Wirtschaftsinformatik.

„Im Studium haben

wir ein recht einfach gehaltenes Spiel

entwickelt: Ein Raumschiff fl

iegt durchs

All und muss Meteoriten ausweichen. Da

ging es nicht um aufw

endige Grafik und

das spannende Spielerlebnis –unser Professor

wollte gute Algorithmen sehen“,

erinnert sich der 24-Jährige.

Für die „Paroma“-App schließt Bogdanowamzweiten

Tagmit seinen Kollegen

Dennis Bißlich und Hendrik Schmülling

die Logik ab und baut Grafiken, Banner,

Stil, Farben und Formen ein. Die jungen

Entwickler integrieren eine Anleitung für

Erstspieler und Funktionen für eine leichtere

Bedienung. „Dann musste ein Name

her. Etwas Einfaches, was auch schick

aussieht und auffällt“, erläutert Bogdanow.

Am dritten und letzten Tag testet

das Team der Software-Schmiede das

Spiel auf Alltagstauglichkeit. „Wir haben

unseren gesamten Freundes- und Bekanntenkreis

mobilisiert, wollten, dass

mindestens 100 Leute gleichzeitig spielen.“

Das Spiel musste aniOS- und Androidgeräten

mehrereMale bis zum Ende

durchgespielt werden, das Marketing für

die App-Stores vorbereitet werden.

Hier lässt GerhardGrageseine unternehmerische

Erfahrung in das Start-up fl

ießen:

Als Business Angel unterstützt er die

Existenzgründer nicht nur finanziell,

sondern greift ihnen mit Know-howunter

die Arme und ersinnt die Marketingstrategien

–gleich für zwei Apps.

Denn neben der schnellen Entwicklung

von „Paroma“ haben

die Wirt-

schaftsinformati-

kerlänger an dem

anonymen Instant-Groupmessenger

Knobel ge-

Gerhard Grage

köchelt: „Die User

können sich weltweit

treffen, sich über Themen unterhalten,

die ihnen wichtig sind. Beispiel: Wie

ist die Lage in Syrien wirklich, nicht

durch die Linse der Nachrichtenkamera,

sondern ausder Sicht der normalen Leute

vor Ort?“, erklärt Bogdanow die

Grundidee.

Jetzt muss GragezweiNeuproduktionen

gleichzeitigmit auf den Wegbringen. Eigentlich

ist er Maschinenbauingenieur,

doch er glaubt: „Informatik

ist das

neue Maschinenbau.“

Der 59-Jährige

hilft den Jungköchen,

ihre digitalen

Produkte zuplatzieren:

„Paroma“ soll

als Alternativezuden

Gesellschaftsspielen

„Activity“ und „Tabu“

in den App-Stores

auffallen und mit der

orangefarbenen vierstufigen

Treppe auch

grafisch Tausende andere

Spiele-Apps ausstechen.

Grafische Kreationen

in Zeiträumen von

mehreren Monaten

pro Projekt und in

weitaus aufw

endigeren

Dimensionen für

die Games-Welt an PC

und Konsolen erarbeitetChristoph

Werner in

Drensteinfurt. Als Freelancer

gestaltet der

Screendesigner und Art

„Informatik ist das neue

Maschinenbau.“

Für „Risen 2–Dark Waters“ hat der Grafiker Christoph Werner im Auftrag

fünfköpfiges externes Team geleitet und die 3D-Objekte und Texturen erstellt.

Director Spiele wie „Grand: Medieval“

und „Rise of Venice“ für die Gaming Mind

Studios oder ist Teil des Produktionsteams

der Pixable Studios in Dresden bei

der Entwicklung von„Risen2–Dark Waters“

oder „Gatscar“ für VW

.Werner ist

ein alter Hase in der Games-Branche, mit

seinem Grafikbüro

seit 1991 dabei

„Paroma“ ist ein Gesellschaftsspiel als App für iOS und Android aus

der Software-Schmiede Omnia5 aus Gescher.

Foto: Omnia5

und hat sich zum

Allrounder entwickelt:

„Was die

Themen angeht,

mache ich grundsätzlich

gerne

Screendesign, erstelle

aktuell aber mehr 3D-Grafik.

Screendesigner gibt es in der Branchezudem

nicht so viele, da die meisten Grafikerlieberzeichnen

oder 3D-Figuren und

Spielwelten modellieren“, schildert der

Drensteinfurter. Erselbst löst mit Vorliebe

technische Herausforderungen.

Wenn es um technische Aufgaben geht,

trenne sich schnell die „Spreu vom Weizen“

in der Kolle-

Wenn dann auch noch etw

miertwerden solle, sei es be

vorbei. Alles macht er aber a

lein, arbeitet mit anderen K

sammen –vor allem Mensc

stimmteStile bedienen und d

in hoher Qualität liefern kö

Werner reizt die Vielfalt vo

Projekt: „Hast du heutenoch

liche Rüstungen entworfen,

gen Fahrzeuge oder Raumsc

Alltag.“ Für all diese Th

gründlich recherchiert werd

gestaltet der Grafikdesigner

es, kombiniert, versucht Klis

dienen oder neue zu schaff

Denn die Anforderungen an

individuelles Können, abe

Teamfähigkeit werden imme

heutigen Spiele sind zunehm

eher die Ausnahme,

sie heuteein Mus

Das merkt man

allem an der An

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MÄRKTE 5

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Grafik: Grafikbüro Werner

treten möchte,

muss ein sehr gro-

ßes Talent besit-

zen oder einzig-

artig sein.“ Die Entwicklerfirmen setzen

auf exzellent ausgebildete Leute. Und:

„Durch das Internet liegt die Konkurrenz

außerdem nicht mehr im eigenen Land.

Ein talentierter Künstler aus Asien oder

Osteuropa ist schnell gebucht“, beobachtet

der Grafikdesigner. Erselbst betreibt

einen YouTube-Kanal, um seinen Bekanntheitsgrad

zu steigern. Zum Glück

kennt der Chef des Grafikbüros nach 25

Jahren einige Entscheider der Branche

und es fällt ihm nicht ganz so schwer,

Aufträge zubekommen.

Zwischendurch hat er immer wieder für

die Industrie oder Verlagegearbeitet. Dabei

werden Zeiten überbrückt, in denen

kein Auftrag aus der Spielebranche eintrudelt.

Speziell, wenn es in die sogenannte

Masterphase eines Spieles geht.

Das ist die Zeit, in der alle Inhalte bereits

eingebaut sind und nur noch Fehler korrigiert

werden oder ein Team am Spielmechanismus

schraubt. An das Endprodukt

hat der Drensteinfurter hohe Ansprüche:

„Ein gutes Spiel hat Atmosphäre inallen

Belangen. Dabei muss es kein Effektfeuerwerk

sein, auch eine Wirtschaftssimulation

kann spannend wirken. Ich

denke, gute Grafik ist sehr wichtig. Besonders

am Anfang, wenn man das Spiel

gestartet hat. Grafik ist oft der erste

Grund, warum ein Computerspiel wieder

verlassen wird.“

Wiesich die Künstliche Intelligenz (KI) in

eben den Spielmechanismen entwickelt,

erforscht Dr. Mike Preuß am Institut für

Wirtschaftsinformatik der WWU. Denn

die virtuellen Welten von Computerspielen

sind unendlich, die Spieler reisen

durch unbegrenzte Galaxien. Doch diese

Galaxien sind eben nicht komplett manuell

generiert: „So viel Manpowerhat kein

Entwicklerteam“, weiß der Informatiker.

„Schon aus Gründen der praktischen

Machbarkeit ist hier der mit einer gewissen

Lernfähigkeit programmierte Algorithmus

gefragt“, erläutert Preuß. Das

heißt, dass die KI sich teilweise in Situationen

anpassen kann und dadurch autarker

wird. Trotzdem macht das künstliche

neuronale Netz nicht, waseswill, hat

zudem nicht das Wissen des Entwicklers,

was das eigentliche Ziel des Spiels ist, im

„Hinterkopf“.

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spaß?“,

Preuß. Die grobe Rich-

die KI muss der

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Entwickler

vorgeben

und

sie während der

Entwicklung anpassen

– sonst kommt es zu

Fehlsteuerungen. „Das

kann dazu führen, dass

Spiele einfach zu

schwierig werden, oder im Fall vonMultiplayer-Spielen

auch unfair“, stellt der

Münsteraner klar. Ein Beispiel: Im bekannten

Spiel „Mario Kart“ steuert die KI,

ob der menschliche Spieler eher gefördert

oder gefordert wird – bei einem

schwächeren Spieler fährt kein anderer

Rennwagen vor. „Das Spiel wird also

durch die KI individualisiert.“

Mit Methoden der prozeduralen Generierung.

Und hier haben sich andere Branchen

eine ganze Menge bei den Spieleentwicklern

abgeguckt, ist der 48-Jährige

sich sicher: „Die Technologie ist die gleiche

wie bei den automatischen Assistenzsystemen

in Autos.“ Maike Harhues

Stolze –Dr. Diers –Beermann GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ·Steuerberatungsgesellschaft

Mit derzeit 16 Berufsträgern (davon 4Wirtschaftsprüfer, 2Rechtsanwälte und

16 Steuerberater) und insgesamt 50 Mitarbeitern sind wir eine der führenden

Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungskanzleien in Westfalen.

Unser Angebot umfasst eine breite Spanne von Dienstleistungen insbesondere

für mittelständische Unternehmen und deren Gesellschafter von der Einkommensteuererklärung

über die Abschlusserstellung bis zur Jahresabschluss- und

Konzernabschlussprüfung. Weiterhin beraten wir in Fragen des Steuerrechts

–insbesondere im Bereich des Umwandlungsteuerrechts, des internationalen

Seit 1991 Szenen-Kenner: Screendesigner Christoph

Werner in Drensteinfurt Foto: Grafikbüro Werner

OFFEN GESAGT

Steuerrechts und der Unternehmensnachfolge. Zu unserem Dienstleistungsspektrum

zählt auch die betriebswirtschaftliche Beratung. Jeder Mandant hat

bei uns einen persönlichen Ansprechpartner, der das Unternehmen langjährig

betreut. Über unsere örtlichen Niederlassungen in Emsdetten und Rheine

hinaus kooperieren wir im Rahmen der CW &Smit anderen Praxen und sind

Mitglied des internationalen Verbundes von Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern

„AGN“, um auch überregional und grenzüberschreitend unsere Mandanten

betreuen zu können.

Geschäftsführer:

Anschluss halten

Les yeux sont faits: Die großen Player

bei der Spieleindustrie sitzen in

den USA und in Asien –Konzerne, die

mit einem etablierten Branding und

üppigem Budget neue virtuelle Welten

für den globalen Gamer-Markt entstehen

lassen. Daran Anschluss zu halten,

gelingt nur ganz wenigen Anbietern

aus Deutschland. Immerhin, einen kleinen

Teil des Kuchens knabbern auch

Firmen mit einem „Made in Germany“

ab. Auf der Landkarte der Zocker-

Schmieden bleibt das Münsterland, anders

als beispielsweise Hamburg, das

Ruhrgebiet oder Köln, aber praktisch

ein weißer Fleck.

Damit lässt die von Mittelstand und

smarten Start-ups geprägte Region eine

prosperierende Branche aus den Augen.

Diese hätte esaber verdient, mehr

ins Visier genommen zu werden. Denn

auf der Spielwiese Spielentwicklung

sprießen Blüten, die als Schlüsseltechnologie

auch für „seriöse“ Produkte im

Zeitalter der Digitalisierung dienen.

Wirtschaftsförderer und Hochschulen

sollten noch mehr „Spielgeld“ bereithalten,

denn wenn sich Fantasie und

Informatik treffen, werden oftmals Innovationen

geboren, die weitere Verbreitung

finden und andere Themen

erobern als nur die auf der Spielkonsole.

Hoffentlich erkennt das Münsterland

diesen Schachzug, damit es nicht

heißt: Rien ne va plus in der Spieleindustrie.

Maike Harhues

Prof. Dr. Fritz-Ulrich Diers

Dr. Philipp Diers

Dr. Marie-Theres Stolze

Heinz Stolze

Wilfried Beermann

Johannes Fink

CW&S

Cooperation von

Wirtschaftsprüfern &Steuerberatern

www.cw-s.de

Neubrückenstraße 4

48282 Emsdetten

Telefon (0 2572) 40 85

Telefax (0 2572) 85647

Stolze-Diers@stodibe.de

Timmermanufer 142

48429 Rheine

Telefon (0 59 71) 80822-6

Telefax (0 59 71) 80822-75

info@stodibe.de

Mitglied im Verbund

der agn International


6 MACHER &MÄRKTE

„Eine Förderung wäre sinnvoll“

Die Games-Branche in Deutschland hat aus Sicht von Prof. Lensing noch reichlich Potenzial.

Bloßes Dängeln an der Konsole?

Mitnichten. Zocker sind

als Kunden höchst anspruchsvoll.

Deshalb müssen

Firmen, die auf dem Spielemarkt

bestehen wollen, ein Team mit hohem

Potenzialmitbringen: Verlangt werden

ebenso Sattelfestigkeit in Informatik

wie Fantasie und Kreativität, betont Prof.

Dr.-Ing Philipp Lensing von der Hochschule

Osnabrück im Gespräch mit unserer

Autorin Maike Harhues. Der Lehrstuhlinhaber

für Computeranimation

und Spieleprogrammierung sieht in der

Gamingindustrie einen Innovationstreiber

in Schlüsseltechnologien.

Produkte deutscher Gaming-

Schmieden spielen auf dem heimischen

Markt und erst recht international

kaum eine Rolle. Ist diese

Branche zu klein, hat sie den Anschluss

an Technologien und Trends

verpasst oder gibt esdoch Firmen,

die erfolgreich eine Nische besetzen?

Philipp Lensing: Es stimmt, dass Produktionen

aus Deutschlandinternational

eher wenigBeachtung finden. Allerdings

gibt es auch Ausnahmen, die hervorstechen.

Beispielsweise findet das Frankfurter

Unternehmen Crytek mit Produktionen

wie „The Climb“ oder „Robinson:

The Journey“ weiterhin international Beachtung.

Auch Aufb

au-Simulationen wie

die „Siedler“- und die „Anno“-Reihe von

Blue Byte (Ubisoft) aus Düsseldorf sind

international konkurrenzfähig. Ich würde

nicht davon sprechen, dass Deutschland

den Anschluss verpasst hat, denn

technologisch sind wir gut aufgestellt, allerdings

sind Spielentwicklungen teuer

und risikoreich, so dass es schwer ist, für

große Produktionen Investoren zu finden.

Fehlt es in Deutschland –inder Region

Münsterland, Osnabrücker

Land, in NRW – an Köpfen und

Ideen, um die Spielentwicklung voranzutreiben,

oder müsstensich die

Rahmenbedingungen verbessern,

um die Branche zu ertüchtigen?

Lensing: Ichdenke nicht, dass es an Köpfen

und Ideen für gute Spielentwicklungen

mangelt. In Deutschland hat sich

zum Beispiel Hamburgals heißes Pfl

aster

für Spiele-Studios etabliert. Hier gab es

2016 bereits über 4000 Mitarbeiter in der

Games-Branche. In NRW und im Speziellen

im Münsterland sieht es da schon

eher mau aus. Aber auch hier gibt es

Unternehmen wie Piranha Bytes aus Essen,

die jüngst mit ihrem Rollenspiel

„Elex“ einen großen Titel rausgebracht

haben. Für Hamburg spricht die Bündelung

der Unternehmen, so dass ein reger

Austausch stattfinden kann. Wenn man

eine solche Bündelung auch in NRW erreichen

möchte, wäre eine breite Förderung

von Start-ups aus der Games-Branche

wünschenswert.

Wie müsste eine staatliche Förderung

aussehen?

Lensing: Die Crux mit der staatlichen

Förderung ist, dass man in Deutschland

dazu neigt, die Förderungen an Bedingungen

zu koppeln, wie zum Beispiel,

dass die Spiele pädagogisch wertvoll

oder „innovativ“ sein sollen. Innovation

wird aber international in der Spiele-

Branche eher selten belohnt. Durch diese

Restriktionen werden die Erfolgsaussichtenschon

im Vorhinein geschmälert. Für

jungeStudios ist es wichtig, dass der erste

Titelsoerfolgreich wird, dass die nächste

Entwicklung finanziell gesichert ist. Das

bedeutet auch, dass man aktuelle Trends

in der Industrie erkennt und diese aufgreift.

Es macht also durchaus Sinn,

einen zigfachwiederholten Aufguss eines

Tower-Defence-Spiels zu fördern, wenn

dieser Schwächen vorheriger Spiele ausbessert

und die Spielerschaft anspricht.

Prinzipiell halteich es finanziell nicht für

sinnvoll, große Spielproduktionen zu fördern,

allerdings wären Programme, die

das erste Jahr eines Start-ups finanziell

unterstützen, durchaus wünschenswert.

Hier hilft es aber nicht, nur wenige „exzellente“

Start-ups zu unterstützen, die

dann zwingend abliefern müssen. Diese

Rechnung geht dann meistens nicht auf.

Haben sich Entwicklungskosten für

neue umfassende Spiele inzwischen

so erhöht, dass außerhalb großer,

etablierter Konzerne keine marktfähigen

Produkte mehr entstehen

können?

Lensing: Die Entwicklungskosten für

AAA-Produktionen, also qualitativ sehr

hochwertige Spiele, befinden sich tatsächlich

jenseits von Gut und Böse und

übertreffen nicht selten die Kosten für

Blockbuster-Filmproduktionen. Deshalb

gibt es bei AAA-Spielen auch so wenigInnovationen.

Hier setzen die großen

Publisher auf Altbewährtes, was ich für

durchaus nachvollziehbar halte. Auf der

anderen Seite haben die hohen Kosten

aber auch dazu geführt, dass es eine lebhafte

Independent-Szene gibt, die ganz

analog zur Filmbranche kleinere Spiele

produziert, die aber einen hohen Spielwert

aufw

eisen. Zwar ist nicht alles aus

der Indie-Szene innovativ, aber hier findet

man inzwischen die größere Vielfalt

an Spielen.

Wo liegen aktuelle Trends als Herausforderung

und als Chance für

Spielentwickler?

Lensing: Im Moment ist Virtual Reality

Kennt sich in der Games-Branche aus: Prof. Dr.-Ing. Philipp Lensing von der Hochschule Osnabrück

ein technischerTrend,der für Game-Studios

interessant ist. Zwar gibt es noch

nicht viele VR-Installationen am Markt,

aber es gibt auchnur wenigSoftware, die

die Systeme spielerisch ausreizen. Hier

kann man mit einer guten Idee sicher ein

gutes Geschäft machen, ohne dass die

Produktionskosten ins Unermessliche

steigen. Wenn der VR-Markt keine Fahrt

aufnimmt oder der Markt mit Spielen

überschwemmt wird, wird es wieder

schwieriger.Soist es zum Beispiel gerade

bei den Mobile Games für Smartphones

und Tablets. Hier reicht es längst nicht

mehr, ein gutes Spiel abzuliefern, sondern

man muss dieses Spiel auch sichtbar

am Markt platzieren. Hier gilt es, frühzeitig

eine Community aufzubauen und

durch Early-Access-Angebotepotenzielle

Interessenten anzuwerben. Kickstarter

ist hierfür ein äußerst geeignetes Instrument.

Macht die Sattelfestigkeit in der Informatik

einen guten Spielentwickler

aus oder geben Kreativität und

Fantasie den Ausschlag?

Lensing: Spiele entwickeln bedeutet, in

interdisziplinären Teams zu arbeiten.

Man benötigt also sattelfeste Informatiker,

die sich essenziell mit der Programmierung

von Spielen auskennen, aber

auch kreative Mitarbeiter, die Grafiken,

3D-Modelle, Sounds oder das Game-Design

entwickeln. Für alle gilt,dass sie sehr

gut in ihrem Gebiet sein müssen, denn

Spielerinnen und Spieler sind sehr anspruchsvolle

Kunden.

Ist die Spielentwicklung Teil der

Unterhaltungsindustrie oder fungiert

sie als Schlüsseltechnologie,

die auch die Entwicklung anderer

digitaler Produkte beschleunigt, die

eine hohe Wertschöpfung bieten

können?

Lensing: DieSpieleindustrie warund ist

ein Treiber für technische Systeme. So ist

es unter anderem der Spieleindustrie zu

verdanken, dass wir heute soleistungsstarke

Grafikkarten inunseren Computern

vorfinden, deren hohe Rechenleistung

für viele wissenschaftliche Disziplinen

vonbesonderer Bedeutung ist. Auch

die Entwicklung von bezahlbaren Head-

Mounted-Displays für Virtual-Reality-

Anwendungen ist in Teilen eine Errungenschaft

von Spielentwicklern. Interessant

ist, dass diese VR-Brillen nun auch

ihren Einzug in „seriöse“ Anwendungsbereiche

halten. Auch viele Verfahren aus

der interaktiven Computergrafik haben

ihren Ursprung inGames.

Wasmacht für Sie persönlich ein gutes

Game aus?

Lensing: Ein gutes Spiel muss mich in

seinen Bann ziehen. Dies kann zum Beispiel

durch eine besonders gut erzählte

Geschichte oder durch eine herausfordernde

Spielmechanikgeschehen. Da ich

auch gerne mit meiner Frau zusammen

spiele, freue ich mich immer, wenn ein

neues Game erscheint, welches man kooperativ

zu zweit auf der Couch spielen

kann.

Werdie Jugend hat,hat die Zukunft!

Napoleon Bonaparte

Deshalbbildet die KreishandwerkerschaftSteinfurt-Warendorfaus.

Unsere Auszubildende arbeiten auch in 2018 mit an einer guten

Zukunftfür das Handwerkinden Kreisen Steinfurtund Warendorf.

Wirwünschen unseren Mitgliedsunternehmen und Partnern ein

frohes und gesegnetes Weihnachtsfest,Gesundheit,Glück und

Erfolg für das kommende Jahr und danken herzlich für die

vertrauensvolle und angenehme Zusammenarbeit.


MACHER &MÄRKTE 7

Auch „Glücksbringer“

müssen sich weiterbilden

In Dülmen gibt eseine landesweit einzigartige Akademie. Fast alle der jährlich rund 6000

Lehrgangsteilnehmer sind Schornsteinfeger. Fachleute inihrem Beruf –und zuständig für das Glück.

Praxisnaher Unterricht im Hörsaal der Schornsteinfeger-Akademie in Dülmen. Die Lehrgangsteilnehmer kommen aus ganz Deutschland.

Foto: Hubertus Kost

Der Schornsteinfeger als Glücksbringer

ist ein willkommener Nebeneffekt

im ohnehin breiten Aufgabenspektrum

eines Berufsstandes, der

sich vom Kaminkehrer zum Fachmann

(und natürlich auch zur Fachfrau)

für Brandschutz, Sicherheit

und Umweltschutz entwickelt hat.

Dazu gehört ständige Weiterbildung

–und die wird für dieses Handwerk

(und inzwischen auch für einige andere

Berufe) in der Schornsteinfeger-Akademie

in Dülmen vermittelt.

Die Einrichtung ist in Fachkreisen

deutschlandweit bekannt

Der Grundstein für eine kontinuierliche

Entwicklung

wurde 1977 mit der „Berufsfortbildungsstätte

Dülmen

des Schornsteinfegerhandwerks

NRW“ gelegt. Zentrales Angebot

war damals die Vorbereitung auf

die Meisterprüfung. Der Berufsnachwuchs

kommt immer noch vorwiegend

aus Nordrhein-Westfalen, aber auch aus

anderen Bundesländern zur „Meisterschule“

ins Münsterland. Meistervorbereitung

bleibt dort eine Kernaufgabe.

Entwicklungen und damit auch neue Erkenntnisse

und Veränderungen imBaubereich,

moderne Heizsysteme, gesetzliche

Vorgaben und Aufl

agen im Umweltschutz

haben in den vergangenen Jahren

die Aufgaben des Schornsteinfegers beeinfl

usst, verändert und erweitert. Dies

macht sich auch in der Weiterbildung bemerkbar.

Mit der Umbenennung der Berufsfortbildungsstätte

in„Schornsteinfeger-Akademie

Dülmen“ werde die hohe Qualität

des Angebots hervorgehoben, sagt Bernd

Vollmer„Und wir stellen zugleich heraus,

dass wir auch für andere Handwerke offen

sind, die sich mit Energie, Brandschutz

und Umweltschutz beschäftigen“,

betont der Schornsteinfegermeister und

Diplom-Ingenieur. Als Beispiele nennt er

das Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk,

Dachdecker, Maler und Lackierer.

Auch Architekten und andere Baufachleute

kommen zur Weiterbildung nach

Dülmen.

Die Akademie ist in drei Fachgebieteeingeteilt,

die das Aufgabenspektrum des

Schornsteinfeger-Handwerks deutlich

machen:

–Die „Berufsfortbildungsstätte“ für die

eigentlichen Schornsteinfegertätigkeiten

(dazu gehören unter anderem Schornsteinreinigung,

regelmäßige Überprüfung

von Feuerungsanlagen, Überwachung

der Verbrennungsqualität und

Messung von Schadstoffen und Abgasen

an Öl- und Gasheizungen).

–Die „Akademie Umwelt und Energie,

Raumhygiene und Brandschutz“ für die

Themenbereiche Energieberatung,

Schimmelpilzberatung und Brandschutz.

–Das „Kompetenzzentrum für Lüftung

und Hygiene“ für das Zukunftsthema

Raumlufthygiene.

Die Themen Energie und Lüftung werden

in den nächsten Jahren erkennbar an Bedeutung

gewinnen. Davon sind Bernd

Vollmer, der das Kompetenzzentrum leitet,

und Günter Gaux, Schornsteinfegermeister

und in Dülmen Gebäudemanager,

fest überzeugt.

„Der Beratungsbedarf wird weiter steigen“,sagtGaux.

Sein Handwerk habe das

bereits frühzeitig erkannt. So wird die

Fortbildungzum „Gebäude-Energieberater

imHandwerk“ in Dülmen seit 1996

angeboten, etwa 90Prozent der Lehrgangsteilnehmer

sind Schornsteinfeger.

Sie setzen ihre Kenntnisse zum Beispiel

bei der Ausstellung des Energieausweises

ein, der seit 2009 Pfl

icht ist.

Eine beratende Funktion und damit

einen neuen Markt siehtdas Schornsteinfeger-Handwerk

in den Bereichen Lüftung

undHygiene. Gaux und Vollmer erwarten

eine Zunahme von hygienischen

und bauphysikalischen Schäden durch

mangelnde oder unsachgemäße Lüftung

vonGebäuden. „Dabei geht es dann auch

um gesundheitliche Schäden“, erläutert

Vollmer –und diese müssten im Ansatz

vermieden oder bekämpft werden. Die

Akademie ist am am Ball: So wirdinDülmen

aktuell ein Lehrgang zur „Fachkraft

für Lüftungstechnik im Handwerk“ erprobt,

der sich an alle Gewerke richtet,

die mit dem Thema zu tun haben. Im

Frühjahr 2018 wirddie erstePrüfung vor

der Handwerkskammer Münster stattfinden.

Hubertus Kost

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8 MACHER &MÄRKTE

„Damit sind wir

im Gespräch“

Die Schornsteinfeger sind stolz auf ihr Image.

Beratung nimmt im Aufgabenspektrum des Schornsteinfegers zu. Dafür sind auch Günter Gaux (l.) und Bernd

Vollmer von der Schornsteinfeger-Akademie gut gerüstet.

Foto: Hubertus Kost

SCHORNSTEINFEGER-AKADEMIE

Die „Berufsfortbildungsstätte Dülmen des Schornsteinfegerhandwerks

NRW“ wurde 1977 in Betrieb genommen.

Die Umbenennung in „Schornsteinfeger-Akademie Dülmen“

erfolgte imJanuar 2011.

Zur Ausstattung gehören ein Hörsaal mit 140 Plätzen,

vier Klassenräume, ein EDV-Schulungsraum sowie weitere

Praxis- und Seminarräume. Im September 2017 wurde in

Dülmen ein Erweiterungsbau fertiggestellt.

Die Akademie fördert den Kontakt zur Wissenschaft und

Forschung. 35 Diplom- bzw. Bachelorarbeiten wurden bisher

in Zusammenarbeit mit Fachhochschulen erstellt.

Partner der Schornsteinfeger-Akademie sind auch die

Hersteller von Heizungs- und Lüftungsanlagen. -hko-

Karl Heinz vanWesel schmunzelt,

wenn er gefragt wird,

ob das Schornsteinfeger-

Handwerk denn auch in

Knserer u Zeit an einer Überlieferung

festhält. „Natürlich sind wir immer

noch Glücksbringer.“ Ein besseres

Image könne ein Berufsstand doch gar

nicht haben, betont der Obermeister der

Schornsteinfeger-Innung für den Regierungsbezirk

Münster.„Wirsind damit immer

im Gespräch“, weiß van Wesel aus

dem täglichen Kontakt mit Kunden und

„den Menschen auf der Straße, die mich

ansprechen und fragen, ob sie meine

schwarze Berufskleidung anfassen dürfen,

weil das ja Glück bringt“. Seine Erfahrung:

„Jedes Kind weiß das.“ Und deshalb

freut er sich, wenn er Kindern –und

ebenso den Erwachsenen –„ein Lächeln

ins Gesicht zaubern kann“.

Die Bedeutung des Schornsteinfegers als

Glücksbringer reicht ins Mittelalter zurück.

Kaminkehrer (das war die ursprüngliche

Bezeichnung für den Beruf)

verhinderten durch regelmäßiges Reinigenvon

Kaminen gefährlichen Rußbrand

und beugten damit Feuersbrünsten vor,

die ganze Dörfer und Städte vernichten

konnten. Das Reinigen sorgtealso für Sicherheit

–und war bereits vor Jahrhunderten

Vorschrift.

Karl Heinz van Wesel erzählt gern auch,

warum die „schwarzen Männer“ gerade

zum Jahreswechsel Glück bringen. Diese

Variantestammtaus der Zeit, als Schorn-

Bekannte Glücksbringer: Die Schonsteinfeger gehören

dazu.

Foto: dpa

steinfeger ihren Kunden die Jahresrechnung

kurz nach dem 1. Januar persönlich

überreichten und damit die besten Grüße

für das Neue Jahr verbanden.

Von Generation zu Generation werden

solche Geschichten weitergegeben –und

festigen das positive Image, das die

Schornsteinfeger genießen. Auch bei der

Werbung um Berufsnachwuchs. Die

Internetseite dazu heißt nämlich:

www w.gluecksbringerwerden.de.

-hko-

AirportPark FMO

Ihr Erfolg. Unser Standort.

Udo Schröer, Geschäftsführer

© AirportPark FMO GmbH

AirportPark FMO –optimaler

Absatz- und Vertriebsstandort

für Nordwesteuropa.

Im Juni 2014 hat Schumacher Packaging seine Betriebsstätte im AirportPark FMO in Betrieb genommen –

jetzt werden bis zu 30 Mio. Euro inden Ausbau investiert.

Bild: Schumacher Packaging

1. Bauabschnitt mit rund 60 Hektar –verkaufte, reservierte

und freie Grundstücke Foto u. Grafik: AirportPark FMO GmbH

verkauft reserviert frei

Schumacher Packaging

und Airportpark FMO:

das passt!

Schumacher Packaging mit Stammsitz im

fränkischen Ebersdorf investiert ein Jahr

früher als geplant30Mio.EUR in die 2. Ausbaustufe

und schafft 80 zusätzliche Arbeitsplätze.

Die Schumacher Group nutzt die

optimale Infrastruktur direkt an der A1 und

am Flughafen Münster/Osnabrück für die

Expansion in Nordwesteuropa. Namhafte

Neukunden stützen den Erfolg. Zeitnah

sind zwei weitere Bauabschnitte auf dem

150.000 m² großen Betriebsgrundstück geplant.

Neue Verkäufe

an BERESA

und Hubertus Bäumer!

Einer der größten Mercedes-Autohändler

Deutschlands, die BERESA-Gruppe, hat

42.000 m² für ein innovatives Administrations-

und Logistikzentrum direkt an der

Airportallee gekauft. Am neuen Zentrum

werden jährlich 15.000 Pkw und Transporter

für den deutschland- und europaweiten

Online-Verkauf vorbereitet.

Die Hubertus Bäumer GmbH, der deutsche

Generalvertreter der Gartengeräte-Marke

„HECHT madefor garden“ und der eigenen

Zooartikel-Marke „zooprimus“, expandiert

auf 15.800 m² in ein neues Büro-, Ausstellungs-

und Versandzentrum im AirportPark

FMO.

1. Bauabschnitt zum großen

Teil verkauft und reserviert –

Erweiterungsplanung läuft!

Der 1. Bauabschnitt mit rund 60 Hektar

Bruttofläche ist nahezu komplett verkauft

bzw. mit Kaufabsichten reserviert. Lediglich

rund 20.000 m² stehen mit drei Teilgrundstücken

noch zur freien Verfügung. Daher sind

die Vorbereitungen für weitereBauabschnitte

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via Glasfaser

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zusätzlich zum Gasanschluss

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des Regenwassers

✔ LED-Straßenbeleuchtung


BRANCHEN &BETRIEBE 9

Für Apple, Porsche und Co.

Die Ahauser Firma Terracryl produziert Produkte aus Acrylglas, die es längst bis in die Stores von

weltbekannten Marken geschafft haben. Die Qualitätsanforderungen sind entsprechend streng.

Es scheint fast so, als ducke sich der

Büroeingang zu „Terracryl“ zwischen

den großen Firmenhallen

rechts und links weg. Klein, eher ein

wenig unscheinbar, kommt das Gebäude

daher.Auf den ersten Blick ist

kaum erkennbar, dass sich dahinter

ein Unternehmen verbirgt, das zum

Teil für das „Who´s Who“ der Geschäftswelt

produziert. „Manche

Kunden müssen erst zweimal hinschauen,

bis sie uns finden“, gibt

auch Geschäftsführer Herbert Karas

zu. „Wir werden demnächst sicherlich

Hinweisschilder aufstellen. Zur

besseren Orientierung.“

„Die Kontakte laufen zu 95 Prozent

über ein Netzwerk, vorzugsweise

aus dem Bereich Ladenbau.“

Herbert Karas

Die wichtigsten Auftraggeber

des Acrylglas-Verarbeiters

allerdings kennen die

Adresse: Swarowski,

Apple, Porsche, Yves Saint

Laurent, Mac oder Hymer –die Listeließe

sich noch eine Weile fortsetzen. Sie alle

beziehen von dem Alstätter Unternehmen

Aufsteller oder Displays, die aufgrund

des durchsichtigen Materials ihr

Markenprodukt optimal präsentieren.

„Die Kontakte laufen zu 95 Prozent über

ein Netzwerk, vorzugsweise aus dem Bereich

Ladenbau“, erklärt Herbert Karas.

Wiebeispielsweise bei Apple: „Dafür stellen

wir seit sieben, acht Jahren die Aufsteller

für die I-Phones und I-Pads her.

Die Firma Dula, die die Apple-Storeseinrichtet,

ist seinerzeit mit dem Auftrag für

die Werbemittel anuns herangetreten.“

Die Acrylglas-Produkte seien ein

„schnelllebiges Geschäft“, sagt Karas.

„Alle ein, zwei Jahre muss etwas Neues

her.“ Und mitunter verlagern sich manche

Zweige letztlich auch nach Asien

oder Amerika.

Der Terracryl-Geschäftsführer

nennt da die Vorläufer

für die Displays:

„Früher haben

wir alles dafür

hergestellt.

Acht Leutekonnte

ich damit beschäftigen.

Heute sind es nur noch zwei

bis drei der insgesamt 24 Mitarbeiter.“

Streng sind die Qualitäts-Standards, die

die Kunden bei der Verarbeitung anlegen.

Karas: „Apple schickt jedes Jahreine

Abordnung zu uns, die den Betrieb

sprichwörtlich auf den Kopf stellt. Da

wirdalles untersucht: vonden Klebenähtenbis

hinzur Verfahrensweise. Deshalb

haben wir jetzt im Mai einen zertifizierten

Qualitätsstandard eingeführt. Das

macht es für alle Seiten leichter.Der wird

Mit UV-Licht werden die Klebestellen ausgehärtet. Zwanzig Sekunden dauert der Vorgang –danach sind Nähte sind nicht mehr sichtbar.

von einem unabhängigen Gremium alle

zwei Jahre überprüft.“

Vor 15 Jahren hat Herbert Karas den

Sprung indie Selbstständigkeit gewagt.

„Ich war vorher bei einem ähnlich gelagerten

Unternehmen in Ahaus beschäftigt

und habe gedacht: Daskann ich auch

selbst auf die Beine stellen“, blickt der 54-

Jährigeauf dieAnfängezurück. Mit zwei

Angestellten war ergestartet und „hat in

den ersten Jahren reichlich Lehrgeld bezahlt“.

Besonders, als er zwischendurch

die Metallsparte dazugenommen hatte

und dann kurz darauf die Wirtschaftskrise

folgte und die Aufträge auf null zurück

gingen. „Da habe ich so manche Nacht

schlecht geschlafen.“ In den letzten fünf

Jahren sei die betriebliche Entwicklung

dann aber stetig nach oben gegangen:

„Wir haben einen gewissen Kundenstamm

in Deutschland, der Schweiz, in

Österreich, Frankreich und Italien an uns

binden können und produzieren jetzt auf

2500 Quadratmetern Fläche. Gerade erst

sind 1000 Quadratmeter dazugekommen.

Eine neue CNC-Maschine soll jetzt

unseren Maschinenpark erweitern.“

►Fortsetzung auf Seite 10

ngeote nrr eweretreiene

Der Citan Kastenwagen

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10 BRANCHEN &BETRIEBE

Vor 15Jahren hat sich Herbert Karas selbstständig gemacht. Nach einem kurzen „Intermezzo“

im Metallbereich hat sich der Alstätter inzwischen ganz auf Acrylglas spezialisiert

und einen namhaften Kundenkreis erschlossen.

Fotos: Susanne Menzel

Konkurrenz sitzt

vor allem inAsien

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Die Arbeit mit Acryl ist eine überwiegend saubere Sache.

Dass vorallem der asiatische

Markt eine starke Konkurrenz

bedeutet, dessen ist

sich Herbert Karas bewusst:

„Wir müssen stetig

in diese Richtung schauen – und uns

selbst immer weiterentwickeln. Ob es

nun im Maschinen-, Messe- oder im Ladenbau

ist“, betont er.

Vor allem die Verklebung der Acrylglasteile

unterliege einer schnellen Veränderung:

„Die Kunden wollen keine Klebenähte

mehr sehen“, hat sich auch Karas

umstellen müssen. Aktuell setzt er eine

UV

-Verklebung aus dem Automobilbereichein.Mit

dem UV

-Licht (Aushärtezeit

20 Sekunden) werden die Einzelteile

ruckzuck haltbar zusammengefügt.

Viele der Arbeitsschrittesind inzwischen

so technisiert, dass sie vom Büro aus via

Computer per CAD-System programmiert

und an die einzelnen Maschinen

geschickt werden können. Dort führen

die Mitarbeiter sie dann aus –oder überwachen

die entsprechenden Schritte.

„Eigentlich ist das hier eine sehr feine und

reineArbeit“, zeigt HerbertKaras mit der

Hand in die große, lichtdurchfl

uteteHalle.

Die einzelnen Arbeitsplätze sind aufgeräumt,

Staub und Dreck sucht man hier

vergebens.

Dies wärebei Acrylglas auch eher kontraproduktiv.

Nur an der Fräse für den

Duschtüren-Zuschnitt – immerhin

25 000Stück entstehen hier pro Jahr für

Wohnmobile –sieht es aus, als wäre an

dieser Stelle Schneegestöber in die Halle

gefegt.

Nach dem Plattenzuschnitt wird das

Acryl über selbst gebaute Holzrundungen

gelegt und bei 120 Grad im großen

Ofen in Form gebracht. Zweieinhalb

Stunden nimmt soein Durchlauf in Anspruch.

Nach dem Auskühlen geht es

dann in die Weiterverarbeitung.

„Wir machen hier alle einen blitzsauberenJob“,

sagt Herbert Karas. Das ist zum

einen als Lob an die Belegschaft gemeint

–zum anderen will der Firmenchef aber

auch mit den vielen Vorurteilen aufräumen,

die es noch immer gegenüber der

Berufssparte Zerspaner gibt.

„Die meistenMenschen denken dabei an

Metall. Auch im Acrylbereichgibt es diesen

Berufszweig. Und hier macht man

sich –wie man sieht –nicht die Hände

schmutzig.“ Das scheint sich vor allem

unter den jungen Leuten noch nicht ganz

herumgesprochen zu haben: „Es wirdimmer

schwieriger, Auszubildende zu finden“,

ist Terracryl da kein Einzelfall.

Zurzeit beschäftigt das Unternehmen

drei Auszubildende, um die sich in erster

Linie Sohn Christian kümmert. Der 27-

Jährige ist Zerspanungsmechaniker-

Meister und Ausbilder und seit zwei Jahrenmit

im Betrieb. Momentan bereitet er

sich in Abendkursen auf seine Prüfung

zum Technischen Betriebswirt vor. Die

nächsteGeneration steht bei Terracryl also

schon in den Startlöchern.

Susanne Menzel

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Die Acrylglasverarbeitung ist überwiegend Handarbeit.


BRANCHEN &BETRIEBE 11

„Ungeschliffener Diamant“

beginnt zu funkeln

Compo Expert inMünster setzt mit seinen Spezialdüngern auf neue Märkte und auf Nischen.

Compo Expert gehörte ursprünglich

zu Compo inMünster-Handorf, geht

aber seit einiger Zeit eigene Wege. 80

Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen

alleine am Hauptsitz am

Krögerweg in Münsterund auf angemieteten

Flächen im Gartenbauzentrum

der Landwirtschaftskammer in

Münster-Wolbeck.

Im Gartenbauzentrum der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen führt Compo Expert Gewächshausversuche unter kontrollierten Bedingungen, Containerversuche

im Freiland sowie Rasenversuche und weitere Forschungsprojekte durch.

Rasen in Fußballstadien und

auf Golfplätzen sind eine

Wissenschaft für sich. Fußballer

dribbeln und stürmen

über das Grün, Golfer schlagen

ihren Ball über den Rasen. Sämtliches

Grün muss einiges einstecken können,

das bedeutet für die Experten von

Compo Expert in Münster eine große Herausforderung.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung

des Unternehmens, Thomas H. Ahrens,

verbucht esals Erfolg, dass in Deutschland

die meisten Golfanlagen und -clubs

und fast 80Prozent aller Fußballstadien

Kunden von Compo Expert sind. Auch

Grünanlagen in zahlreichen Kommunen

werden nach Angaben von Ahrens mit

den Produkten bearbeitet. Das münsterische

Unternehmen wirft zudem ein Auge

auf das Wachstum von Beeren, von Zitrusfrüchten,

Salaten, Spargelund Kartoffeln.

Die MarkeCompo sei weltweit ein Begriff

geworden,soAhrens. Compo steht für Erde

und Dünger.Die Compo GmbH an der

Gildenstraße in Münster-Handorf kümmert

sich um Verbraucher,Compo Expert

produziert und handelt unter anderem

mit Spezialdünger und beliefert gewerbliche

Anwender.

„Auch die Compo GmbH in Handorf ist

ein großer Kundevon uns“, sagt Thomas

H. Ahrens. Der Geschäftsführer vonCompo

Expert betont: „Beide Unternehmen

sind inzwischen eigenständige Gesellschaften.“

Das Unternehmen Compo Expert wächst

am Krögerwegund beschäftigt bereits 80

Mitarbeiter. Weltweit sind über 600 Mitarbeiter

für den Spezialisten tätig. Das

Unternehmen betreibt 19 NiederlassungeninEuropa,

Nord-und Südamerikasowie

in Asien und Südafrika. Der Düngemittelspezialist

für Großproduktionen

sei in Mexiko und in Spanien eine große

Nummer, soAhrens. Das Unternehmen

verkauft seine Produktean3000Kunden

in über 100 Länder. Ahrens spricht von

einem weltweiten Umsatz von 335 Millionen

Euro. Allein im Jahr 2017 verzeichnet

Compo Expert demnach ein

fünfprozentiges Wachstum.

Das Unternehmen beliefert große Anwender

unter anderem in der Landwirtschaft

mit Spezialdünger. Compo Expert

bezeichnet sich selbst als Weltmarktführer.

Thomas H. Ahrens betont, dass vorallem

die MärkteinChina und in Indienfür

dasUnternehmen vongroßer Bedeutung

seien. Er spricht voneinem starken Markt

in Europa, gefolgt von Amerika und

Wachstumspotenzialen in Asien. „Der

Absatz in Deutschland liegt bei weniger

als zehn Prozent.“

Viele Wettbewerber tummelten sich in

dem Markt, doch Compo Expert zeichnet

sich nacheigenen Angaben durch gezielte

Lösungen aus. Ahrens sprichtvon Spezialitäten

und meint die Spezialdünger.

Für den 55-Jährigen ist Compo Expert ein

„ungeschliffener Diamant“, dessen Feinheiten

sich jetzt nach und nach herauskristallisieren.

Die Ausrichtung unter den neuen Investoren

aus London (XIO Group) verfolgt

die Erschließung neuer Märkte, neuer

Produkte und setze stark auf Nischen.

Erst kürzlich ging Compo Expert eine

strategische Partnerschaft mit dem führenden

chinesischen Düngemittelhersteller

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Die Compo-Expert-Geschäftsführung (v.l.): Dr. Ingo Müller, CEO Thomas H.Ahrens und

Jörg Krüger. Neuer Finanzvorstand ist seit Kurzem Hans-Christian Nehlsen. Fotos: Compo

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12 BRANCHEN

Nicht so„krawat

In Hoetmar baut die Familie Tenhumberg Zutaten für den Bi

bei den Biertrinkern auch ohne Tetrahydrocannabinol (THC)

Gebraut wird das Hanfbier aus dem münsterländischen Hoetmar in der Brauerei Anders in Halen bei Hass

(Belgien).

Foto: Broweri

Die verharzten Dolden der Hanfpflanze duften.

Fotos: Peter Sauer

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Vordem Erlass des Reinheitsgebotes

im Jahre 1516 setzteman denBieren

ordentlich „Kruut“ bei,zur Bitterung

und Würzung. Diese hauseigenen

Kräutermischungen enthielten häufig

auch Hanfb

lüten und -extrakt.

Jetzt erreicht

Bier mit der typisch

hanfigen

Würze seine

Renaissance.

„Münsterländer

Hanf“ wird

Biermacher Philipp Overberg

in Hoetmar im

Kreis Warendorf

angebaut,

in Münster zum Bier gemacht und in

Belgien gebraut. Mit weniger als 0,2

„Was uns von anderen Hanfbieren

unterscheidet, ist, dass wir mit

Hanfblüten brauen.“

Prozent Tetrahydrocannabinol

(THC), aber aus 100 Prozent Nutzhanf.

Ein Besuch auf den Hanffeldern

in Hoetmar.

Bis zu vier Metern hoch wachsen

die hellgrünen Pfl

anzen

mit den unverwechselbaren

fünffingerigen Blättern.

Dicht an dicht. Auf mittlerweile

zwei Ackerfl

ächen von je einem

Hektar bauen Ursula und Frank Tenhumberg

am Ortsrand von Hoetmar ihren

Hanf an. Und das ganz legal. Ohne Tetrahydrocannabinol

(THC), also ohne

Rauschgehalt. Auf zunächst einem Hektar

Ackerstarteten die beiden spätberufenen

Landwirte vor 16 Monaten ihr Hanfexperiment.

Stellten

zunächst

selbst Hanfb

lüten-

und Hanfblätter-Tee

her.

Frei von Gerbstoffen,

Teein und

Koffein. „Der Tee

ist daher bekömmlich,

beruhigend

und ausgleichend“, erläutert

Ursula Tenhumberg.

Mittlerweile bauen die Tenhumbergs

auch Hanf für den Biermacher Philipp

Overberg (ww

w w.gruthaus.de) an. Der

Münsteraner ist stets auf der Suchenach

neuenZutaten für seine speziellen Biere.

„Ich fand die Tenhumbergs im Internet.“

Schnell stimmte die Chemie –zwischen

Nutzhanf und Bier, den beiden Landwirten

und dem Getränkemacher. Die Biersorte

„Münsterländer Hanf“ entstand.

„Was uns vonanderen Hanfb

ieren unterscheidet,

ist, dass wir mit Hanfb

lüten

brauen“, erlä

berg. „Ande

arbeiten dag

Extrakten.“ D

auf der „Grün

gestellt. „Der

gegen zu10

Denn: Die Te

ne künstliche

sowohl beim

des gesamten

Die Hanf-Ern

Sommertage,

Uhr. Erst zup

junge Hanfb

Stängeln und

Trocknen in

tungen.

Die Ernte d

Blätter wird

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Familiäre Bierprobe mitten in einem der Hoetmarer Hanffelder: Tochter Laura Tenhumberg (r.) schaut zu,

den Hanfbauern Frank (l.) und Ursula Tenhumberg, sowie Biermacher Philipp Overberg sich ein Glas geneh


BETRIEBE 13

tig“ wie übliche Pils-Biere

ermacher Philipp Overberg an. Und „Münsterländer Hanf“ kommt

gut an.

lt

Anders

utert Overre

Bierbrauer

egen

nur mit Hanfhat

der Münsteraner

as en Woche in Berlin“ fest-

aus Hoetmar ist da-

Hanf

0Prozent naturbelassen.“

nhumbergs verwenden kei-

und Düngemittel –

nSpritz-

Anbau als auch während

Produktionsprozesses.

tesaison ist binnen weniger

dannn aber fast rund um die

fen die Tenhumbergs

lätter von den

legen

sie zum

Netzvorrich-

während ihre Eltern, die beimigen.

Mitten im Hanffeld erntet Ursula Tenhumberg Pflanzen für die Bierproduktion.

er jungen

getrocknet

wischengela-

wachsen

anzenn

bilden

mit der Zeit

lden (Blüten) aus. Danach

ar Tenhumbergalle Hände

tun, die Dolden von den

ennen und zu bündeln. Das

üher lange in mühseliger

emacht. Bis sich Frank Tenseine

früheren Talente be-

sann. Flugs baute der gelernte

Werkzeugmacher einee Maschi-

Ernte-

ne, die jetzt als „dritter

helfer“ alles beschleunigt.

Die Blüten-Bündel

müssen

einige

Wochen

unter

Schat-

trocknen, ehe

tennetzen

sie zu Hanfb

ier

weiterverarbeitet

werden können. „Gedann,

wenn das Aroma am besten ist“, sagt

erntet wird immer

Frank Tenhumberg.

Aber wie weiß mandas von außen? Einfach

die Dolden anfassen. „Die sind

dann komplett verharzt, mulchig.

Intensiv an Geruch. Da werden

ätherische Öle freigegeben“ “, erläu-

In der Tatsteigen einem die Düfte

tern Ursulaund Frank Tenhumberg.

angenehm entgegen, wenn man

durchs Hanffeld läuft.

Frank Tenhumberg rät, das

Hanf-

bier nicht einfach so runterzu-

schlucken, sondern eszu„ „genie-

von 5,6 Prozent: „Es ist nichts,

um sich zu betrinken. Die Can-

ßen“. Trotz eines Alkoholgehaltes

nabinoide machen eher mü-

de.“ Ursula Tenhumberg er-

enbier, weil es milder ist.“

gänzt: „Es ist mehr ein Frau-

Overberg erklärt: „Dafür

sorgt auch der runde Malz-

körper, der eine gewissee

Restsüße anzieht.“ Er be-

schreibt den besonderenn

Geschmack des Hanfb

ieres:

„Bodenständig und nicht so

krawattig wie übliche Pils-

Biere.“

WieandereLandbiereauch

ist „Münsterländer Hanf“

von dunkler Farbe. Neben

den naturbelassenen Hanf-

blüten der Familie Ten-

humberg besteht das Bier

aus Wasser, Gerstenmalz,

Weizen, Hafer, Hefe und

Hopfen. Nicht zu herb im

Ge-

schmack. Etwazweibis drei Sekun-

„Geerntet wird immer dann,

wenn das Aroma ambesten ist.“

Frank Tenhumberg

den nachdem man es getrunken hat, entfaltet

sich die blumig-hanfige Note. Das

mache es zum Bier für Genießer,

schwärmt Frank Tenhumberg.

Die genaue Rezeptur des „Münsterländer

Hanf“ kenntnur Philipp Overberg. In seinem

Appartement im Überwasserviertel

in Münster hat er eifrig in seiner Laborküche

getüftelt, bis sein kritischer Gaumen

zufriedengestellt war. Dort entunter

dem Namen

stehen

„Gruthaus“ kleine Mengen an

Spezialbieren und Testsude.

Größere Mengen für die Gastund

den Handel

ronomie

braut Overberg als Wander-

brauer in

größeren Brauerei-

der Münsteraner

en. So lässt

das Hanfb

ier mit den Grundaus

Hoetmar in der

zutaten

Brauerei

Anders in Halen bei

Hasselt (Belgien) brauen.

Mit Erfolg, denn „Münster-

länder

Hanf“ aus Hoetmar

kommt bei den Biertrin-

kern

gut an. Mittlerweile

rund 20Gastronomiebe-

im Großraum

triebe

Münster bieten das Bier

an,bundesweit ist es im

Einzelhandel erhältlich

und sogar in Amster-

An wechselnden

dam.

Orten bietet Philipp

Overberg auch Braukurund

Degustationsse-

se

minare an.

Als die Tenhumbergs

2016 in Hoetmar anfin-

auf Hanf zu setzen,

gen,

wurden sie von einigen

Nachbarn noch belächelt.

Inzwischen bauen zwei

von

ihnen selbst Hanf an.

Offenbar wachsen weitere

Erfolgsgeschichten heran.

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14 BRANCHEN &BETRIEBE

Rustikale Entdeckung

In Havixbeck gibt Tischlermeister Christian Voss ausrangiertem Bauholz eine zweite Chance.

Seinen Möbeln ist im Münsterland

fast jeder schon einmal begegnet.

Christian Voss ist der Tischlermeister,

der aus dem Laufsteg der Bauarbeiter

Designertische macht. Jetzt

hat er nach langer Suche für seine

Bauholzmöbel mit dem Label „Charakterstück“

eine neue Werkstatt in

Havixbeck gefunden.

Christian Voss kneift ein Auge

zusammen, die Hand am

Joystick, und zielt mit den

Gabelstaplerarmen auf die

Lücke inden Paletten. Hier

verlädt der Chef die Ware persönlich.

Unter der Verpackungsfolie stecken seine

maßgefertigten Bauholzmöbel.

Der Tischlermeister

kauft seit sieben Jahren

gebrauchte Gerüstbohlen

auf und arbeitet sie

um in massive und klar

geformte Holzmöbel.

Was früher die Tritte

der Bauarbeiterstiefel

ertragen musste, bekommt

ein zweites Leben

in Wohn-, Badeoder

Esszimmer, in

Küchen oder auf Messeständen.

Sein Kundenstamm

verteilt sich zwischen

der Insel Norderney

und den Schweizer

Alpen. Das Geschäft

läuft so gut, dass Voss

schon lange nach

einer größeren Werkstatt suchte. Die hat

er nun gefunden. Passenderweise ist das

die ehemalige Werkshalle und das

Außen-Lagergelände des Furnierwerks

Wehmeyer in Havixbeck.

„Als Berufsschüler war ich zur Betriebsbesichtigung

hier“, erzählt der heute 40-

jährigeTischlermeister Voss vondem Zufall.

Er kann sich noch genau an die

„Kochbecken“ erinnern, welche heutevor

seinem Unternehmenseingang liegen.

Die Leute vom Furnierwerk badeten das

Holz in 60 bis 70 Grad heißem Wasser.

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„Die Bäume standen ein bis zwei Wochen

im Wasser,bis die Fasern weich genug für

die Maschinenbearbeitung waren“, erinnert

sich Voss an den Berufsschulbesuch.

Heute geht man unter der Laufk

atze

durch, die früher die tonnenschweren

Baumstämme ins Becken gehievt hat.

Hinter der grauen Schiebetür ist nun die

Werkstatt für die Charakterstücke.

Voss verarbeitet großteils Bauholz aus

europäischem Nadelholz. Neben einheimischen

Nadelhölzern hat er auchetwas

Exotisches im Programm: „Australisches

Bauholz, das eigentlich unter Artenschutz

steht, aber in dem Fall vonabgerissenen

Häusern Australiens kommt.“ Das

Holz ist rötlich und sehr schwer. Eben

Tropenholz. Jarrah-Holz. Oft kleben auf

dem Holz,obaus Australien oder Europa,

Farbreste oder Zement. Das säubern die

Mitarbeiter vonVoss, aber abhobeln dürfen

sie keinen Millimeter. „Sonst ist die

Patina weg, die mühevoll von den Bauarbeitern

über die Jahre aufgetreten wurde“,

scherzt der angestellteTischlermeisterEikeSiebels.

Er deutetauf kleine Risse

in einem Tisch und erklärt: „Das Massivholz

arbeitet noch, wenn wir Feierabend

machen.“ Trocknungsrisse gehören zum

Style dazu. Wie aufw

endig es ist, Tischplatten

herzustellen, rechnet Siebel vor:

„Wir hatten zum Beispiel eine Produktion

von 120 Tischplatten. Dafür brauchten

wir außer knapp 400 Bauholzbohlen

noch 360 Stück T-Stahlprofile, etwa 50

Liter Ölund um die 4500 Schrauben.“

Christian Voss fing Anfang der 1990er

Jahre mit Präsentationsmöbeln aus Bauholz

an, damals noch als Angestellter der

Bauholz design a.r.t. GmbH. „Der Boom

kam dann in den 2000er Jahren“, sagt

Christian Voss. Damals wurden die Möbel

als rustikale Entdeckung gefeiert, die

mächtig und gleichzeitig puristisch wirken,

aber auchzeitlos sind.Heuteist eher

ein Materialmix angesagt, glaubt Voss:

„Holz und Stahl zum Beispiel, und zwar

vom Bett über den Büroarbeitsplatz bis

zur Küche.“ Auch Glas, Beton, Kunststoffe

lassen sich mit Holz kombinieren

„Die Kunden wissen, worauf sie sich einlassen:

Da ist eben mal ein Astloch dabei,

auf dem der Suppenteller kippelt. Unsere

Tischplatten sind keine aalglatten Spanplatten“.

Für Voss und seine zehn Mitarbeiter

inklusive zweier Lehrlinge ist

dieses Holz ein Stück Luxus im Arbeitsalltag:

„Das macht es für uns interessant,

weil wir kreativ arbeiten zu können“ Für

Tischler keine Selbstverständlichkeit

mehr.

EikeSiebel schleift ein Holzbrett mit dem

Bandschleifer und erklärt: „Hinter jeder

Holzbohle steckt eine Geschichte,

schließlich lag unser Bauholz zehn bis

fünfzehn Jahre auf den Gerüsten. Es ist,

ähnlich wie Holz aus altem Fachwerk, ein

flüsterndes Holz.“

Fotos: Johanna Reinhart

Chef Voss verschwindet in seinem Büro.

Hier sitzt er am Computer, zeigt stolz

neuestes Spielzeug: Der Zeigefinger

klickt so langeauf derMaus, bis man auf

dem Bildschirm eine virtuelle Küchenbesichtigung

in 3D machen kann. Von der

Holzanlieferung über die Bildschirmpräsentation

zum fertigen Möbel dauert es

sechs bis acht Wochen.

Die Gabe für das Handwerkliche hat

Christian Voss vonseinem Vater. Er wollte

immer wissen und begreifen. So wares

klar, dass ererst ein Schülerpraktikum,

dann eine Tischlerlehre in Ostbevern

machte und die Meisterprüfung ablegte.

Wo andere ein Stück Brett sehen, hat er

In seinem Element: Christian Voss

schon die halbe Einrichtung vor seinen

Augen. Ein Pedant sei er, gibt Voss zu:

„Ich krieg die Krise, wenn ich in eine

Wohnung komme und ein Bild hängt

schief“. Weil er am liebsten in großen Zusammenhängen

denkt, ist er auch Mitglied

in einem Einkaufsverband für

Tischler. Aus allen Bereichen sind Produkte,

Einzelteile oder Elemente zulieferbar

und bestellbar.„Damit kann ichalles

mit unserem Bauholz kombinieren.“

Er findet, Handwerkskunst kann für jeden

bezahlbar sein: „Es muss nicht gleich

die ganze Küche sein. Zwei, drei maßgefertigte

Details machen aus einer Standardküche

schon etwas Besonderes.“

Sein Lieblingsstück aus den Charakterstück-Produktionen?

„Der doppelteHundenapf,

den ich auf der Insel Juist aus

Resten gebaut habe“, verrät Voss. Hunde

liebt er nämlich, hat selbst zwei Rhodesian

Ridgebacks. „Es muss eben alles eine

gewisse Ästhetik haben“ –das ist sein

Credo. Werjetzt den Mann in eine exklusive

Schublade stecken möchte, sollte

wissen: Es ist Christian Voss, der macht

seine eigenen Schubladen.

Cornelia Höchstetter


BRANCHEN &BETRIEBE 15

Standfest und

von Dauer

Trio wagte mit „Betondesignahaus“ den Schritt indie Selbstständigkeit.

„Andere spielen Fußball,

wir sitzen stattdessen in

unserer Firma.“

Meikel Nörenberg

Maurer, Betonbauer, Stahlbetonbauer

–diese Berufe klingen eher unspektakulär,

hören sich vor allem

nach Arbeit auf der Baustelle an.

Wenn sich allerdings geschickte

Hände und ein kreativer Kopf treffen,

dann entsteht Potenzial für innovative

Ideen. DenBeweisdazuliefern

Michael Wissing (27, Maurer,

Betonbaumeister und Baubetriebswirtschaftsingenieur),

Meikel Nörenberg

(26, Beton- und Stahlbetonbauer)

und Roman Wächter (31,

Bankkaufmann mit BWL-Abschluss).

Das Trio hat sich auf den Weg gemacht,

als Handwerker, Tüftler und

Designer den Möbelmarkt zu erobern

–und zwar mit Objekten aus

Beton.

Die ursprüngliche Idee hatte

ich nach meinem Hausbau“,

schildert Michael

Wissing die „Geburtsstunde“

der Firma „Betondesignahaus“.

„Ich wolltegerne einen Betonbriefk

asten davor stehen haben. Da

ich vom Fach bin, dachte ich mir: Den

kann ich selber anfertigen.“ Gesagt, getan.

Sogleich entwickelte sich eine rege

Nachfrage nach dem Unikat: „Freunde

und Bekanntewollten wissen, wo ich den

Briefk

asten her habe.“ Und als die drei

Freunde das schöne Werk bei einer Flasche

Bier im Garten

betrachteten,

dachten sie „Hier

fehlt eigentlich

noch die passende

Sitzgelegenheit

aus Beton“,

schildern Meikel

Nörenberg und

Roman Wächter

den weiteren Verlauf.

So kam eins zum anderen: „Tische aller

Art, Sitzmöbel, Fensterbänke, Küchen-

Arbeitsplatten, Fahrradständer, Sockel,

Wasserspiele –alles lässt sich eigentlich

aus diesem Material fertigen“, dachten

sich die Ahauser. Und legen seitdem

Hand an.

„Seit einigen Monaten sind wir jetzt als

Firma am Start“, freuen sich die Jungunternehmer.

„Ideen haben viele Menschen.

Nur: Die wenigsten setzen sie

wirklich um und machen etwas daraus“,

meint Michael Wissing. Machen,dazu gehört

für die Geschäftspartner nicht nur

das Anfertigen. Auch Tüfteln und Entwickeln

ist ihr Metier. AmFleehook 20 haben

sie eine Halle angemietet, die ihnen

auf 500 Quadratmetern Raum genugfür

ihre Ideen lässt.

„Beton –das hört sich nach einem massiven,

sehr schweren Produkt an“, sagt Michael

Wissing: „Das ist aber nicht immer

der Fall. Unsere Produkte sind alle händelbar

und standfest. Dafür haben wir

Dieser Betonbriefkasten war das erste Objekt,

das die drei Jungunternehmer entworfen

haben. Die Nachfrage nach diesem

Stück war auch Anlass für die Firmengründung.

Foto: Betondesignahaus

spezielle feineMatten entwickelt, die wir

mit verarbeiten. Und eigene Rezepturen,

nach denen wir die Baustoffe mischen.

Diese wurden von einem Labor getestet

und für gut befunden. Zudem gibt es fünf

verschiedene Versiegelungsformen aus

der eigenen Werkstatt.“

Bisher betreiben die Drei ihr Unternehmen

nebenberufl

ich, sind tagsüber „zu

100Prozent“ in anderen Betrieben angestellt.

„Anderespielen Fußball, wir sitzen

stattdessen in unserer Firma“, grinst Meikel

Nörenberg. Anfangs einige Stunden

in der Woche, inzwischen werden es

mehr und mehr.Abends und an den Wochenenden.

„Es hat sich ein richtiger

Hype um die Betonmöbel entwickelt“,

freut sich das Trio, dass ihr Start-up so gut

angenommen wird. „Der Vertrieb läuft

inzwischen deutschlandweit. Viele Aufträge

erreichen uns durch Mund-zu-

Mund-Propaganda und durch Posts in sozialen

Medien“, berichtet Michael Wissing.

Seit einigen Tagen ist auch der Online-Shop

freigeschaltet.

Momentan ist es noch die eher „betuchte“

Kundschaft, die die „fundamental-digitalen

Objekte“ anfragt. „Wir möchten aber

das gesamteSpektrumbedienen“, haben

sich die Gesellschafter zum Ziel gesetzt.

Dabei haben die Tüftler im Kopf, mehr

und mehr auchden Hightech-Bereich mit

einzubeziehen. Sprich: Der Briefk

asten

„schluckt“ nicht nur die tägliche Post, er

ist mit LED beleuchtet und lässt sich per

App steuern. „Das sind natürlich sehr spezielle

und individuelle Wünsche, die wir

hier erfüllen können“, weiß Michael

Wissing: „In diesem Rahmen haben wir

beispielsweise auchein LED-beleuchtetes

und mit dem Smartphone bedienbares

Wasserspiel gefertigt. Ein 500-Kilo-

Block, auf dem ein weiterer, kleinerer

Block steht. Im Dunkeln, wenn das Wasser

herunterläuft, sieht es so aus, als würde

der obere Teil frei in der Luft schweben.“

Ein anderes Highlight aus der

Ideenschmiede ist der Sockel für die E-

Auto-Ladestationen. Der ersteinder Heimatstadt

wird demnächst an der Straße

Hinterer Wall installiert.

Bisher liefert „Betondesignahaus“ seine

Erzeugnisse noch im Direktvertrieb aus.

„Wir überlegen aber, obwir nicht Händler

mit ins Boot nehmen. Einige haben

schon ihr Interesse angemeldet“, sagtRoman

Wächter,der EinzigeimBunde ohne

handwerkliche Ausbildung („Ich bin aber

jetzt Azubi hier.“).

Perspektivisch möchten die drei Ahauser

ihr Unternehmen mit einem gesunden

Wachstum weiter nach vorne bringen.

„Es wäreesschön, wenn wir irgendwann

davon leben könnten“, sind sich die

Freunde einig. Am liebsten in der Form,

wie sie jetzt agieren: „Wir sind unabhängig

von den Banken, haben nicht einen

EuroSchulden. Alles ist mit Eigenkapital

finanziert.“ Momentan werden die Einnahmen

noch zu 100 Prozent wieder in

die weitere Entwicklung gesteckt.

Übrigens: Wer „Betondesignahaus“ finden

möchte, muss nicht mal einen Straßennamen

ins Navi eingeben. Die Koordinaten

„52 Grad 05.3’N 007 Grad

02.0’E“ helfen auch. Und an der rotweiß-gestreiften

Ansteuerungstonne ist

man am Ziel. Susanne Menzel

Die rot-weiß gestreifte Ansteuerungstonne –natürlich aus Beton

–trägt statt der Firmenadresse die entsprechenden Koordinaten.

Im Bild von links nach rechts: Michael Wissing, Roman Waechter

und Meikel Nörenberg.

Foto: Susanne Menzel

Ein Gartentisch, der „Feuer spuckt“ –die drei Betondesigner setzen mit ihren Möbeln innovative Ideen um.


16 BRANCHEN &BETRIEBE

Eine neue Dimension

WF Maschinenbau in Sendenhorst lieferte jetzt die weltweit größte Drückwalzmaschine aus.

Bislang galt die „HDC 600“ von WF

Maschinenbau in Sendenhorst als

weltweit größte Drückwalzmaschine

für die Herstellung von innenverzahnten

Kupplungs- und Getriebeteilen.

Nunist dem Unternehmen mit

seinem neuen Modell, der „HDC

700“, ein neuer Rekord gelungen.

Gewaltige Ausmaße hat die Maschine mit der Modellbezeichnung „HDC 700“. Mit der 75 Tonnen schweren Drückwalzmaschine können große Kupplungs- und

Getriebeteile zum Beispiel für schwere Baufahrzeuge oder landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge produziert werden.

Die Drückwalzmaschine,die

im Auftrag eines langjährigen

Kunden entwickelt

wurde, sei noch größer

und leistungsfähiger als

ihr Vorgängermodell und sorge somit

„für neue Dimensionen bei der Herstellung

von Kupplungs- und Getriebeteilen“,

teilteWFjetzt mit. Für die Auslieferung

an den Kunden der Spezialmaschinenbauer

sorgten ein Unternehmen aus

Ahlen sowie eine Firma aus Sonsbeck.

Mit der Entwicklung und dem Bau seiner

neuen, 75 Tonnen schweren „HDC 700“

habe es WF Maschinenbau geschafft, seine

bisher größte Drückwalzmaschine in

puncto Größe und Leistungsfähigkeit

noch einmal deutlich zu übertreffen.

„Insgesamt ist das neue Modell rund 30

Prozent leistungsfähiger und kann viel

größere Kupplungs- und Getriebeteile

herstellen, die zum Beispiel in Automatikgetrieben

von schweren Baufahrzeugen,

landwirtschaftlichen NutzfahrzeugenoderGrobmuldenkippern

verwendet

werden“, berichtet die Geschäftsleitung.

„Dazu tragen vor allem der wesentlich

größere Werkstückdurchmesser, die viel

höheren Antriebsleistungen der Arbeitsspindeln

sowie die höheren Vorschubkräfte

inden Vorschubsachsen bei“, erläutert

Heiko Ohlscher, Geschäftsführer

der WF Maschinenbau und Blechformtechnik

GmbH & Co. KG. „Damit wir

unseren Kunden stets innovative und individuelle

Lösungen bieten können,

spielt das Thema ,Forschung und Entwicklung’

für uns eine wichtigeRolle.Wir

freuen uns, dass es uns gelungen ist, mit

der HDC 700 eine Drückwalzmaschine

zu bauen, mit der unser Kunde noch größere

Bauteile herstellen kann.“

Für den sicheren Transport der großen

und schweren Maschine zum Kunden beauftragte

WF zwei Spezialunternehmen.

Verladen wurde die Maschine von der

Firma E. Naber aus Ahlen mit einem

„Boom-Truck“ –das ist ein Spezial-Autokran,

dessen Arbeit vom Senior- und Junior-Chef

des Unternehmens überwacht

wurde. Für den sicheren Transport der

Maschine mit einem Tiefl

ader zeichnete

das Unternehmen Hegmann Transit aus

Sonsbeck verantwortlich.

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GELD &GESCHÄFT 17

Eine richtige Planung

ist bares Geld wert

Die Steuerberaterkammer Westfalen-Lippe gibt kurz vor dem Jahresende noch einmal wichtige Tipps,

damit Unternehmen Vergünstigungen ausschöpfen und Weichen für 2018 richtig stellen können.

In den letzten Wochen vor dem Jahreswechsel

sollten Unternehmer

prüfen, ob sie für das aktuelle Jahr

alle Steuervergünstigungen ausgenutzt

haben. Mit guter Planung können

sie so auch kurz vor Jahresende

noch die Weichenfür daszuversteuernde

Einkommen stellen und die

besten Voraussetzungen für 2018

schaffen. „Wer seine Chancen zum

Steuernsparen wahrnehmen möchte,

der muss ein paar Besonderheiten

beachten. Aber es lohnt sich – die

richtige Planung ist in diesem Falle

bares Geld wert“, so die Steuerberaterkammer

Westfalen-Lippe.

Zum Beispiel: Neue Investitionen

tätigen

Wenn der Eigentümer eines

kleinen oder mittleren Betriebs

neue Anschaffungen

plant, kann es sich durchaus lohnen, diese

noch vor Jahresende anzustoßen. Insgesamt

bis zu 40 Prozent der Anschaffungskosten

für beispielsweise Fahrzeuge,ArbeitsgeräteoderComputer

kann er

gewinnmindernd abziehen. Der Maximalbetrag

liegt hierfür bei höchstens

200 000 Euro jeBetrieb. Dieser Betrag

darf insgesamt für das Jahr des Abzugs

und die drei vorangehenden Jahre nicht

überschritten werden. Mit dem sogenannten

Investitionsabzugsbetrag kann

der Unternehmer

so auf Antrag

beim Finanzamt

„Wer seine Chancen zum Steuernsparen

wahrnehmen möchte, der ressteuer min-

nicht nur die Jah-

muss ein paar Besonderheiten beachten.dern,

sondern

auch seine vierteljährlichen

Vorauszahlungen.

Steuerberaterkammer Westfalen-Lippe

Ein Gegencheck

vor dem Jahreswechsel

ist daher ratsam.

Rechnungen prüfen

Vor dem Jahresende sollte jeder Unternehmer

seine Rechnungen auf Richtigkeit

und Vollständigkeit überprüfen. Er

sollte den Rechnungssteller im Bedarfsfall

dazu auffordern, die Fehler möglichst

zeitnah zu beheben. Wichtig sind hierbei

beispielsweise die Angaben zur Umsatzsteuer.

Denn fehlerhafte Pfl

ichtangaben

können dazu führen, dass der Fiskus den

Vorsteuerabzug ablehnt. Während der

zehnjährigen Aufb

ewahrungsfrist von

Rechnungen muss der Empfänger sicherstellen,

dass die Doku-mente beispielsweise

bei Betriebsprüfungen verfügbar

und lesbar vorliegen sowie nicht verändert

oder gelöscht werden können.

Geschäftsessen richtig absetzen

Möchte sich ein Unternehmer bei seinen

Kunden oder Geschäftspartnern mit

einem Geschäftsessen zum Jahresabschluss

bedanken und die zukünftigeZusammenarbeit

planen, sind einigeVorgaben

zu beachten, um nicht auf den Kosten

sitzen zu bleiben. Er sollteneben den Bewirtungskosten

den Namen der Gäste,

das Datum, den Anlass und den Ort des

Essens angeben. Bei einer Bewirtung in

einer Gaststätte genügen sogar Angaben

zu dem Bewirtungsanlass und den Teilnehmern.

Die Rechnung über die Bewirtung

muss aber beigefügt werden. So

kann der Unternehmer angemessene Bewirtungskosten

zu 70 Prozent und die

Umsatzsteuer sogar voll steuerlich geltend

machen, wenn den umsatzsteuerlichen

Pfl

ichtangaben genügt worden ist.

Fallstricke bei Zusatzzahlungenumge-

Mandantengespräch bei einem Steuerberater: Nicht nur Unterlagen, sondern auch Gesetzestexte liegen griffbereit auf dem Tisch.

hen

Arbeiten im Unternehmenauch geringfügig

entlohnte Beschäftigtemit einem Einkommen

von 450 Euro imMonat, sollte

der Arbeitgeber bei Zusatzzahlungen,

wie beispielsweise dem Weihnachtsgeld,

unbedingt die Kosten im Auge behalten.

Die netteGestekönnteihn sonst teuer zu

stehen kommen,denn mit der Zusatzzahlung

wird schnell die durchschnittliche

Monatsgrenze von 450 Euro überschritten.

Ist das der Fall, kann das dazu führen,

dass auch der Arbeitnehmer in sämtlichen

Zweigen der Sozialversicherung

versicherungspfl

ichtig wirdund steuerliche

Vergünstigungen entfallen. Eine kurze

Prüfung vorab ist daher empfehlenswert.

Fortbildungen und Reisekosten

steuerlich geltend machen

Ermöglichtein Arbeitgeber sich oder seinen

Mitarbeitern über das Jahr Fortbildungen,

wirddies vomFiskus belohnt. Er

kann die Aufw

endungen für Fortbildungen

und damit verbundene Reisekosten

von der Steuer absetzen. Dies gilt beispielsweise

für Bahnfahrten, Flüge, die

Verpfl

egungspauschale oder Übernachtungen.

Die Notwendigkeit von Fortbildungen,

wie Sprachkursen, sollte der

Arbeitgeber allerdings nachweisen können.

Bei einem Kurs für Wirtschaftsenglisch

sollteerdie Aufw

endungen der Reise

beispielsweise anhand von Kunden

oder Geschäftspartnern imAusland begründen

oder andere betriebliche Erfordernisse

nachweisen können.

Fazit

Um alle möglichen Steuervergünstigungen

auszuschöpfen und sich steuerlich

für den Jahreswechsel zu wappnen, sollten

Unternehmer die genannten Spartipps

berücksichtigen. Wer kein Risiko

eingehen möchte und Unterstützung

sucht, kann sich an einen Experten wenden.

Steuerberater sind ideale Ansprechpartner

und verschaffen ihren Mandanten

einen Überblick, wie sie die Aufw

endungen

steuerlich optimieren können.

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w w.steuerberaterkammer-westfalen-

lippe.de.

Dennis Kleff,

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Wenn’s um Geld geht

Foto: BStBK


18 GELD &GESCHÄFT

Zeitersparnis

ist erheblich

Bei elektronischen Rechnungen sollte man

allerdings verschiedene Regeln genau beachten.

Home-Office, Dienst-Smartphone,

elektronischer Kalender –die Digitalisierung

verändert fortlaufend die

Arbeitswelt und ist aus dem Berufsalltag

von Unternehmen nicht mehr

wegzudenken. Sie schafft neue Geschäftsmodelle

und verändert die

Organisation der Arbeit sowie allgemeine

Prozesse. „Im normalen Geschäftsverkehr

spielen auch elektronische

Rechnungen, sogenannte E-

Rechnungen, eine immer größere

Rolle. Bei ihrer Nutzung sollten

Unternehmer allerdings ein paar

rechtliche Besonderheiten beachten“,

erklärt die Steuerberaterkammer

Westfalen-Lippe.

Eine elektronische Rechnung

ist eine Rechnung, die in

einem digitalen Format erstellt

und empfangen wird.

Der Versand solcher Rechnungen

birgt sowohl für den Versender

als auch für den Empfänger ein erhebliches

Einsparpotenzial. Mit der schnellen

Übermittlung und

der automatischen

Bearbeitung ist beispielsweise

ein

schnellerer Rechnungsausgleich

möglich.

Bei elektronischen

Rechnungen gibt es

bei einer vollständigen

Verwendung

elektronischer Verfahren

keinen Medienbruch

mehr.

Zudem kann der

Empfänger die Eingangsrechnungen

sofort automatisch

weiterverarbeiten

Rechnungen werden vermehrt elektronisch und muss die Rechnungsdaten

nicht

verarbeitet.

Foto: dpa

manuell in den internen

Systemen erfassen. Das digitalisierteVerfahren

istsomit wenigerfehleranfällig

und ermöglicht eine erleichterte

Buchführung.

Generell gelten beim Versand elektronischer

Rechnungen diegleichen Pfl

ichtangabenwie

bei Papierrechnungen. So sind

insbesondere die umsatzsteuerrechtlichen

Rechnungsangaben auch weiterhin

anzugeben. Elektronische Rechnungen

können in unterschiedlichen Formaten

versandt werden. Dabei wirdunterschieden

zwischen strukturierten Daten (zum

Beispiel EDI, XML), unstrukturierten

Daten (zum Beispiel Rechnungen im

PDF-/TIF-/JPEG-/Word-Format oder E-

Mail-Text) und hybriden Daten (zum Beispiel

ZUGFeRD). Der Versand kann über

zahlreiche technische Übermittlungsverfahren

erfolgen, wie E-Mail, Computer-

Fax, Faxserver, DE-Mail, E-Post oder per

Web-Download. Eine elektronische Signatur

ist nicht mehr vorgeschrieben,darf

aber verwendet werden.

Der Empfänger der elektronischen Rechnung

sollte die Regularien der Rechnungseingangsprüfung

beachten. Auch

diese Rechnungen müssen inhaltlich

richtig sein. Dies bedeutet, dass die Leistung,

der Leistende, das Entgelt und der

Zahlungsempfänger korrekt angegeben

sein müssen. Es ist ratsam, keine Rechnungen

in Anwendungsdateien wie Word

oder Excelzuakzeptieren, da dieseleicht

manipulierbar sind. Besser sind beispielsweise

elektronische Rechnungen im PDF-

Format.

Erfolgt die elektronische Rechnungsstellung

durch einen Web-Download, so liegt

der Eingang der elektronischen Rechnung

und mit diesem die Berechtigung

zum Vorsteuerabzug erst dann vor, wenn

der Web-Download tatsächlich vollzogen

wurde. Eine Benachrichtigung über das

Vorhandensein des Downloads reicht

nicht aus. Bei sogenannten Dokumenten-Management-Systemen

(DMS) gelten

Besonderheiten, vor allem hinsichtlich

des Nachweises des zeitlichen Eingangs

der elektronischen Rechnung und

der Archivierung der entsprechenden E-

Mail.

Die Angaben zur Kontierung, zum Ordnungskriterium

für die Ablage und zum

Buchungsdatum müssen bei einem elektronischen

Beleg zum Beispiel durch die

Verbindung mit einem die entsprechenden

Angaben enthaltenden Datensatz

oder durch eine elektronische Verknüpfung

(zum Beispiel eindeutiger Index,

Barcode) erfolgen. Der Empfänger muss

zudem eingehende elektronische Handels-

oder Geschäftsbriefe, Buchungsbelegeund

Rechnungen in dem Format aufbewahren,

in dem er sie empfangen hat.

Eine PDF-Datei muss beispielsweise im

PDF-Format archiviert werden. Während

der zehnjährigen Aufb

ewahrungsfrist der

Rechnungen muss der Empfänger sicherstellen,

dass die Dokumente verfügbar

und lesbar vorliegen sowie nicht verändert

oder gelöscht werden können.

Fazit: Elektronische Rechnungen bieten

erhebliche Vorteile, aber auch Fallstricke

für Unternehmer.Umsie rechtlich sicher

nutzen zu können, hilft der Rateines Experten.

(ww

w w.steuerberaterkammer-

westfalen-lippe.de)

Den Lebensabend möchte jeder gerne unbeschwert erleben. Eine stabile finanzielle Basis

bietet eine gute Grundlage.

Foto: dpa

Keine Garantien,

aber Rendite

Die Altersvorsorge sollte auf mehreren Säulen stehen.

Die jahrzehntelang antrainierte

Mentalität, dass man Altersvorsorge

überdie gesetzliche Rentenversicherung,

Lebensversicherungen, festverzinsliche

deutsche Staatsanleihen

und Festgelder gestalten kann,

gilt nicht mehr.

Unabhängig davon, wann

wir inden Ruhestand gehen,

muss davon ausgegangen

werden, dass die

gesetzliche Renteinvielen

Fällen nicht ausreichen wird, um den Lebensstandard

imAlter zu halten. Aktuell

geht man davon aus, dass 80 bis 85 Prozent

des letzten Nettogehaltes ausreichen

sollten, um keine wesentlichen Abstriche

machen zu müssen. Allerdings ist

davon auszugehen, dass das Rentenniveau

zum Jahr 2030, wenn die geburtenstarken

Jahrgänge inden Ruhestand

gehen, auf etwa 43Prozent sinken wird.

Schon seit Jahren ist es daher sinnvoll,

selbst einen Teil der Altersvorsorge in die

Hand zu nehmen. Leider ist das bisherige

Anlageverhalten nicht geeignet, einen

Substanzerhalt, geschweige denn einen

Vermögensaufb

au, zu gewährleisten.

Vonden 5,7 Billionen EuroAnlagevermögen

sind 3,50 Billionen auf Tagesgeld-,

Spar- und Festgeldkonten geparkt. Etwa

eine Billion ist in Lebensversicherungen

investiert.

Das Sicherheitsdenken und der Wunsch

nach Garantien sind bei deutschen Sparern

immer noch stark verankert. Von

einer Aktienkultur wie in den USA oder

in den europäischen Nachbarländern ist

man noch weit entfernt. So bevorzugen

viele Kunden immer noch Anlagestrategien

mit niedriger Mindestverzinsung

und ohne hohe Risiken gegenüberStrategien

mit einem höheren Chance-Risiko-

Profil.Vielen Kunden sind der Preis einer

Kapitalgarantie und der Zusammenhang

mit dem Zinsniveau einer Volkswirtschaft

immer noch nicht klar. Garantien

sind umso teurer, jeniedriger das Zinsniveau

ist. Bei einem sicheren Zins von

0,5 Prozent betragen die Garantiekosten

bereits das Doppelte der eingezahlten

Beiträge. Insbesondere bei langen Laufzeiten

stehen die Kosten in keinem Verhältnis

zum Nutzen.

Die Altersvorsorge sollte auf mehrere

Säulen verteilt werden. Für die meisten

Menschen bleibt die gesetzliche Rente

das wichtigste Standbein. Viele Unternehmen

bieten auchunterschiedliche Varianten

der betrieblichen Altersvorsorge.

Die Angebotesind allerdings nicht immer

besonders transparent. Zudem ist es notwendig,

den Aktienanteil in den Portfolios

deutlich zu erhöhen, um akzeptable

Renditen zu erreichen. Außerdem muss

man beim Einsatz von Rentenpapieren

viel aktiver werden und sich verstärkt

Unternehmensanleihen und Währungsanleihen

anschauen. Wenn man einen

Blick auf aktuelle Erhebungen wirft, benötigt

man einen Aktienanteil von rund

55 Prozent, um nach Kosten und Steuern

eine jährliche Wertsteigerung von zwei

Prozent zu erzielen. Das bedeutet automatisch,

dass sich der deutsche Anleger

auf höhereVolatilität im Portfolio einstellen

und diese auch aushalten muss.

Andreas Görler

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bei der Wellinvest –Pruschke &

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GELD &GESCHÄFT 19

Stolperfallen mit

teuren Folgen

Die Erbschaftssteuer-Reform steckt voller Tücken.

Die Auswirkungen der Erbschaftsteuer-Reform

sorgen

weiter für erhebliche

Unruhe und Planungsunsicherheit

in den Unternehmern.

Häufig wird inder Berichterstattung

eine steuerlich begünstigteoder gar

steuerfreie Übertragung vonBetriebsvermögen

suggeriert. Aber ist diese Aussage

pauschal so richtig?

Das Grundkonzept der Begünstigungen

enthält neben einigen Verbesserungen

aus Sicht der Unternehmen durchaus Regelungen,

die zu gravierenden Schlechterstellungen

für die Betroffenen führen

können. So wird zum Beispiel Verwaltungsvermögen

nach der Neuregelung

stets voll besteuert. Aufgrund der Komplexität

der Änderungen wird hier auf

eine Regelung in §13b Abs. 2 Satz 2

ErbStG, die sogenannte „Missbrauchsklausel“

,hingewiesen, der sowohl im

Laufe des Gesetzgebungsverfahrens als

auch in der aktuellen Diskussion bisher

womöglich nicht die notwendige Beachtung

geschenkt wird.

Hier handelt es sich um eine Prüfung bezüglich

der Anwendung von Verschonungsregelungen

im Falle der Übertragung

betrieblicher Vermögen. Vereinfacht

ausgedrückt führt ein Nichtbestehen

dieses Tests durch Überschreiten der

90-Prozent-Quote, also sobald das Verhältnis

des Verwaltungsvermögens zum

Unternehmenswert die Grenze von 90

Prozent erreicht, zum Verlust der Be-

günstigun-

gen. Eine

Verschonung

ist

dann nicht

möglich.

Die Beratung

wird

daher in

Zukunft

diesen 90-

Pro -zent-

Test ganz bewusst in die Planungen mit

einbeziehen, da hieraus erhebliche

Schlechterstellungen der betroffenen

Unternehmer gegenüber dem bisherigen

Recht resultieren können.

Mein Fazit: Insgesamt erscheint das neue

Recht erheblich komplizierter,sodass unbedingt

und verstärkt auf die fachkundige

Beratung der geeigneten Spezialisten

(Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater

etc.) zurückzugreifen ist. Ziel muss es

sein, den gewollten Übergang zu steuern,

sich vor ungewollten Ereignissen zu

schützen und eine verunglückteoder veraltete

Vertragsgestaltung zu erkennen

und auf die aktuellen Ziele anzupassen.

Mehr dennjegilt es, die Weichen für alle

Unwägbarkeiten frühzeitig zu stellen.

Jörg Tylla

Jörg Tylla ist Bankkaufmann, Diplom-

Kaufmann und als Certified Estate Planner

(CEP) seit 2007 im Bereich der Vermögens-

und Unternehmensnachfolge

tätig (Weichenstellung Lebenswerk).

++ TERMINE +++ TERMINE +++ TERMINE ++

6. Dezember 2017: Workshop „Singapur als Hub für die

ASEAN-Staaten“, IVAM e.V.,Fachverband für Mikrotechnik,

13 –17Uhr, IHK Nord Westfalen, Sentmaringer Weg,

Münster

7. Dezember 2017: IHK-Experten-Sprechtag „Nachfolge“

zum Thema Steuern, 9–16 Uhr, IHK Nord Westfalen,

Sentmaringer Weg, Münster

8. Dezember 2017: „enablingcamp MÜNSTERLAND 17“,

10 –18Uhr, Tobit Campus, Parallelstraße 41, Ahaus

11. Dezember 2017: Bankensprechtag von Handwerkskammer

und NRW.Bank, 9–17 Uhr, Handwerkskammer

Münster, Bismarckallee 1,Münster

14. Dezember 2017: Einsteigerseminar –Einführungsveranstaltung

für Existenzgründer, Wirtschaftsförderung

Münster GmbH, 16 –18.30 Uhr, Technologiehof Münster,

Mendelstraße 11, Münster

18. Dezember 2017: „Pitch Perfect –Sopräsentiere ich

meine Gründungsidee erfolgreich“, gfw Gesellschaft für

Wirtschaftsförderung im Kreis Warendorf, 17.30 –21Uhr,

Gründerschmiede Beckum im Kreis Warendorf, Hansaring

11, Beckum

16. Januar 2018: „Alleinstellungsmerkmal –Was hebt

mich vom Wettbewerb ab?“, gfw Gesellschaft für Wirtschaftsförderung

im Kreis Warendorf, 15 –16.30 Uhr,

kw64 Café Bar Restaurant Kabelwerk GmbH, Ostheide 1,

Beelen

20./21. Januar 2018: Doglive, Sa./So. 10 –18Uhr, Messeund

Congresszentrum Halle Münsterland, Münster

26. Januar 2018: Semesterpräsentation der Schule für

Modemacher, 20 –22.30 Uhr, Messe- und Congresszentrum

Halle Münsterland, Münster

27./28. Januar 2018: Hochzeitsmesse Münster, Sa./So.

11 –18Uhr, Messe- und Congresszentrum Halle Münsterland,

Münster


20 GELD & G

Auf einem sanften Weg

zu mehr Mitverantwortung

Das Münsterland hat jetzt ein Kompetenzzentrum für Corporate Social Responsibility (CSR). Der

Erfolg des Projektes steht und fällt mit dem Zugang zu den Unternehmen.

In Sachen Nachhaltigkeit spielt der

Chef der münsterischen Super-Biomarktkette

seit30Jahreninder Profiliga.

Jetzt will Michael Radau als

CSR-Botschafter die kleinen und

mittleren Unternehmen (KMU) des

Münsterlandes aus der Kreisklasse

heraushieven: Das neu gestartete

Corporate-Social-Responsibility-

Kompetenzzentrum schickt den

Unternehmer als Anstifter durch die

gesamte Region.

„Uns geht es nicht um schnelle

Renditen, sondern um echte

Mehrwerte für kleinere und

mittlere Unternehmen.“

Dr. Udo Westermann

Dabei geht der Münsteraner,

zugleich Vorsitzender des

Einzelhandelsverbandes

Münsterland-Westfalen

und Vizepräsident des

Deutschen Handelsverbandes, selbst als

Unternehmer mit gutem Beispiel voran–

undlegt den Fokus auf Fairness, Nachhaltigkeit

und die Balance zwischen Ökonomie

und Ökologie: „Authentisch gelebte

Nachhaltigkeit kann nur imGleichklang

aller Komponenten und nicht im Fokus

von ein oder zwei Einzelkomponenten

funktionieren – sprich: Die Unterstützung

einigersozialer Projektemacht eine

Firma noch längst nicht zum nachhaltigen

Betrieb.“

Denn Radau ist ein alter Hase auf dem

Gebiet,der die Werteder CorporateSocial

Responsibility (CSR) längst verinnerlicht

und wirtschaftlich verwirklicht hat.

„Natürlich standen wir in der Bio-Lebensmittelbranche

auch immer unter dem

Druck, dass unsereanspruchsvollen Kunden

nachhaltiges Wirtschaften hinter

dem Produkt gefordert haben“, räumt

Radau ein.

Er zeigt, wasCSRmäßig

möglich ist

und will gutes

Beispiel sein für

KMU des Münsterlandes,

von

denen viele seit

Jahren mit dem

Thema und der

mit ihm einhergehenden

strategischen Ausrichtung fremdeln.

Auch wenn die Zukunftsvision, in

der die Betriebe in allen ökologischen, sozialen

und ökonomischenPunkten nachhaltig

wirtschaften, eine sehr reizvolle

ist. Katharina Schwalm-Schäfer, Referatsleiterin

des NRW-Wirtschaftsministeriums

für Gesellschaftliche Verantwortung

von Unternehmen, will einen sanfterenWeg

beschreiten: Die Firmen sollen

sich CSR erst einmal themenbezogen nähern,

ihre Energien Schritt für Schritt in

Ökologie, Mitarbeiterfreundlichkeit oder

Projektpartner in Sachen CSR: Uschi Sander (Stadt Münster) (1. Reihe v. l), Winfried Eismann (Future e.V.), Ralf Weidmann (RP), Dr. Udo Westermann (Future

e. V.), Dr. Norbert Tiemann (Westfälische Nachrichten) (2.Reihe v. l.), Myriam Horstmann (Aschendorff), Silja Steinbock (RP), Ursula Wermelt (Kreis Steinfurt),

Michael Radau (Super-Biomarkt) und Birgit Neyer (Kreis Steinfurt).

Fotos: Maike Harhues

Unternehmenstransparenz stecken.

Denn anders als Großunternehmen hättenKMU

weder die personellen noch die

wirtschaftlichen Mittel, ganze Abteilungenzugründen,

um alle Nachhaltigkeits-

Komponenten gleichmäßig und effizient

zu beackern.

Und für diese Arbeit ist jetzt endlich der

offizielle Startschuss gefallen: „Nicht

schon wieder etwas Neues“, das bekäme

Dr.Udo Westermann vonFuturee.V.von

den Firmenchefs immer wieder zu hören.

Darum will der Leiter des Kompetenzzentrums

mit Sitz am münsterischen

Spiekerhof Hilfestellung leisten: „In gemeinsamen

Workshops unter unserer Anleitung

erarbeiten sich Unternehmer ihre

unternehmensspezifische CSR-Strategie.

Anschließend sollen diese Unternehmen

Netzwerke bilden, sich austauschen und

öffentlich zu CSR positionieren und dadurch

die CSR-Entwicklung verstetigen.

Das werden wir mit einer regionalen Anbieterplattform

zu CSR verstärken.“

Future e.V.und Projektpartner wollen

die Initialzündung für nachhaltigeUnternehmensführung

in der Region schaffen:

„Uns geht es nicht um schnelleRenditen,

sondern um echte Mehrwerte für kleinere

undmittlereUnternehmen“, gibt Westermann

die Marschrichtung vor. Ralf

Weidmann, Abteilungsleiter der Bezirksregierung

Münster, übergab dazu offiziell

den Bewilligungsbescheid für das

CSR-Kompetenzzentrum Münsterland.

Das jüngste von landesweit sieben Kompetenzzentren

kann sich jetzt nicht nur

auf eine Finanzspritze von400 000 Euro

aus Düsseldorf, sondern auch auf starke

Projektpartner aus Wirtschaft und Verwaltung

stützen, die ihm die Türen zu

den Firmen öffnen: Die Kammern, die

Wirtschaftsförderungen der Kreise und

der Stadt Münster,der Bund der katholischen

Unternehmen, die Fachhochschule,

nachhaltig geführte Unternehmen

und der Aschendorff-Verlag als Medienpartner

sollen vor allem ihre Netzwerke

öffnen und persönliche Beziehungen

spielen lassen, um für verantwortungsvolle

Unternehmensführungzusensibilisieren:

„CSR-Strategien in der Firma zu

entwickeln ist kein Nebenjob irgendeines

Mitarbeiters. Für nachhaltige Unternehmensführung

kann ich den Chef als Menschen

am besten in der persönlichen Ansprache

begeistern“, so Westermann.

„Mit dem Zugang zu den Unternehmen

steht und fällt das Projekt“, pfl

ichtet

Schwalm-Schäfer vom Ministerium bei.

Deshalb waren die Ansprüche an den

bundesweiten Verein „Future –Verantwortung

unternehmen“ bei der Projektvergabe

des Landes sehr hoch, der jetzt

mit dem CSR-Kompetenzzentrum regional

agiert. „Nachhaltigkeit ist heute

Mainstream. Als wir die Projektausschreibung

gelesen haben, dachten wir,

den Job machenwir doch seit 30 Jahren“,

resümiert Winfried Eismann, Bundes-

Vorstand von Future e.V.Von Seiten der

FH wird das Kompentenzzentrum von

Petra Teitscheid, Professorin für Nachhaltigkeitsmanagement

und Unternehmensorganisation,

unterstützt. Ihren Blick

möchte die Wissenschaftlerin besonders

auf den Anfang der Wertschöpfungskette

richten –sprich die Rohstoffbf eschaffung

und -herstellung sowie den Transport

zum Unternehmensstandort in der Region.

Geradedas Transportsystem schreit nach

Revolution:Dem CSR-Botschafter Radau

brennenhierbesonders verantwortungsvolle

Digitalisierung und E-Mobilität in

der Logistik auf den Nägeln: „Schauen

Sie mal, was für ein Konvoi an Paketdienstleistern

sich täglich Stoßstange an

Stoßstange durch die Wohngebiete

schiebt“. Er stellt klar: „Nachhaltigkeit ist

längst kein Gutmenschen-Thema mehr.

Unsals Unternehmen ist es wichtig, dass

CSR aus Überzeugung praktiziert wird.

Intrinsische Motivation hat den längeren

Atem.“ Das fordert Radau nicht nur von

sich selbst,sondern auch vonseinen 600

Mitarbeitern. Maike Harhues

Finanzspritze aus Düsseldorf: Katharina Schwalm-Schäfer (Wirtschaftsministerium) (l.)

und Ralf Weidmann (RP) (r.) überreichen Dr. Udo Westermann (Future e.V.) den Bewilligungsbescheid.

CORPORATESOCIAL RESPONSIBILITY

Die Diskussion um die gesellschaftliche Verantwortung

von Unternehmen wird intensiv geführt. Das schlägt sich

auch in neuen Begriffen nieder. Sohat Corporate Social

Responsibility (CSR) als ein Strang der Nachhaltigkeitsdebatte

das Leitbild des verantwortlichen unternehmerischen

Handelns neu belebt. CSR steht für eine unternehmerische

Strategie, bei der der Nutzen für das Unternehmen

und der Nutzen für die Gesellschaft keine Gegensätze

sind, sondern sich ergänzen und befördern. Es geht um

ein Unternehmertum, das ökonomische, ökologische und

soziale Unternehmensziele ausbalanciert. Die NRW-Landesregierung

will verantwortungsvoll wirtschaftende

Unternehmen unterstützen, indem sie gute Beispiele

unternehmerischen Engagements im Kerngeschäft sichtbar

macht und den Dialog voranbringt. Quelle: Land NRW


ESCHÄFT 21

„Mit meiner

ganzen Person“

Michael Radau engagiert sich als CSR-Botschafter.

Die Liste seiner Ehrenämter

ist lang, reicht vom Vizepräsident

des Deutschen

Handelsverbandes bis zum

Vorsitzenden des Handelsausschusses

der IHK. Unsere Autorin

Maika Harhues sprach mit Radau über

sein neues CSR-Engagement.

Warum sind Sie jetzt zusätzlich

noch CSR-Botschafter für das Münsterland

und wie schaffen Sie das?

Michael Radau: CSR ist für mich als

Mensch und als Unternehmer das richtige

Zukunftsmodell und persönlich ein

sehr wichtiges Thema. Ich arbeite nicht

fünf, sondernsechs Tage dieWoche,weil

ich mich zwar auch immer zwischendurch,

aber zusammengenommen etwa

einen kompletten Arbeitstag pro Woche

für meine Ehrenämter engagiere. Zum

Glück fängt mein Mitarbeiter-Team das

auf. Trotzdem leidet darunter, wenn ich

ganz ehrlich bin, ein wenig auch das eigene

Unternehmen; jedenfalls zahlt sich

dieses Engagement nicht immer und sofort

pekuniär aus. Es ist einfach meine Investition

in die Zukunftsfähigkeit.

Was ist Ihre erste große Aufgabe als

CSR-Botschafter?

Radau: Ich möchte Nachhaltigkeit wieder

wertig und fassbar machen. Die Menschen

können den Begriff schon fastnicht

mehr hören, in jedem Unternehmensbericht

wird erinfl fationär gebraucht. Ich

möchte, dass Menschen und Unternehmen

in CSR eine langfristige Perspektive

sehen und diesesHandeln sich in der Ressourceneffizienz

widerspiegelt.

Wie wollen Sie das schaffen?

Radau: Ich nehme mir ein Beispiel an

Christoph Metzelder, einem sehr guten

Freund vonmir.Der ehemaligeProfifußballer

lässt nicht nur sein Geld in seine

Stiftung für benachteiligte Jugendliche

einfl

ießen, sondernbringt sich als Person

ein, macht sich greifb

ar und ist in seinem

Engagement authentisch. Als CSR-Botschafter

werde ich mich ebenfalls mit

meiner ganzen Person einbringen, beispielsweise

wenn ich andere Unternehmer,

bei denen vielleicht eine bauliche

Erweiterung ansteht, hier durch unser

neues Firmengebäude führeund das Gespräch

über nachhaltiges Bauen suche.

Oder wenn ich die Gebäudereinigungsfirma

anstifte, zumindest optional ihren

Kunden nahezulegen, das Unternehmen

mit ökologisch abbaubaren Reinigungsmitteln

putzen zu lassen. Marginal teurer,

denn bei der Gebäudereinigung fallen

die Personalkosten ins Gewicht, kaum

aber die Putzmittel.

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22 GELD &GESCHÄFT

Im Handwerk schwächelt

kaum noch eine Sparte

Die jüngste Konjunkturumfrage imKammerbezirk Münster ist gekennzeichnet von Superlativen. Aktuell

arbeiten im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region 28 446 Handwerksbetriebe.

Diplom-Ingenieur Carsten Schlieter expandiert: Der Jungunternehmer hat vor vier Jahren den Zweiradmechanikerbetrieb Edelhelfer in Recklinghausen gegründet und später inDortmund eine Filiale eröffnet. Er ist auf das gehobene

Fahrradsegment spezialisiert und findet Lehrlinge auch wegen seines positiven, dynamischen Images, das er in Sozialen Medien pflegt –sportbegeisterter Nachwuchs fragt bei ihm eine Lehrstelle nach, so wie Eric Bastian (l.),

den Ausbildungsleiter Robert Schacht (M.) anleitet.

Foto: Andreas Buck

Ganz langsam gehen Hans Hund die

Superlative aus. Der Präsident der

Handwerkskammer Münster greift

von Konjunkturumfrage zu Konjunkturumfrage

zu immer neuen Steigerungsformen.

Jetzt konnte Hund nunmehr die

besteStimmungseit Beginn der

Aufzeichnungen vor 40Jahren

melden: 55 Prozent der Betriebe

im Münsterland und der Emscher-Lippe-Region

beurteilen ihre Geschäftslagemit

„gut“. Der bisher höchste

Herbstwert liegt lange zurück: Damals

1990,zur Zeit der Deutschen Einheit, votierten

50 Prozent der Handwerksfirmen

positiv. „Das ist heute die mit Abstand

besteLage, die wir je hatten“, ist der Kammerpräsident

erfreut.

Lernen im Handwerk: Die Betriebe im Kammerbezirk sind überproportional

inder Ausbildung aktiv.

Foto: dpa

Doch Hund warnt auch: „Gerade in so guten

Zeiten wird der Blick in die Zukunft

oft vernachlässigt.“ Der Präsident spricht

damit das Thema Digitalisierung an.

„Unsere Betriebe müssen sich ganz dringend

damit befassen – manche haben

hier bereits den Anschluss verpasst.“

Dennoch: Die aktuellen Zahlenlassen im

Handwerk kaum eine Wolke am Konjunkturhimmel

erkennen. Die Kapazität

der Betriebe ist nach Berechnungen der

Kammer zu 86 Prozent ausgelastet. „In

manchen Sparten, etwa inden Bau- und

Ausbaugewerken, haben die Kunden derzeit

Mühe, schnell einen Handwerker zu

bekommen“, so Hund.

Aber: Nurein Drittel der Betriebe schafft

es, am Markt höhere Preise durchzusetzen

–und das trotz der starken Nachfrage.

Der Zenit des Wachstums ist offenbar

noch nicht erreicht; die Betriebe geben

die Prognose ab, dass die Konjunktur

weiter wachsen wird. Der Aufschwung

gibt auch dem handwerklichen Arbeitsmarkt

neue Impulse. Die Betriebe erwarten

weiteres Beschäftigungswachstum

bis zum Frühjahr.

Die Entwicklung ist in beiden Teilen des

Kammerbezirks ähnlich positiv, aber auf

unterschiedlichem Niveau, und die Zukunftserwartungen

driften auseinander.

Der Geschäftsklimaindex aus aktueller

Lage und Prognose liegt bei 93 Prozentpunkten

im Münsterland (unverändert

gegenüber Herbst 2016)und 88 Prozentpunkten

in der Emscher-Lippe-Region

(minus zwei Prozentpunkte). Der Grund:

Im Münsterland sind die Betriebe zukunftsoptimistischer

als im nördlichen

Ruhrgebiet.

Unter den Handwerksbranchen geht es

wiederum dem Ausbau- und dem Bauhauptgewerbe

(Geschäftslagesaldos: 66

und 53 Prozentpunkte) am besten. Die

Baubetriebe verzeichnen steigende Umsätze

und Beschäftigung. Allerdings

nimmt die Auftragslage nicht mehr ganz

so stark zu wie noch vor einem Jahr.

Das Gesundheitsgewerbe (Geschäftslagesaldo:

50 Prozentpunkte) hat – wie

schon im Frühjahr –das größte Plus bei

der Beschäftigung, und das trotz Umsatzstagnation.

Bei wieder zunehmender

Auftragslage wird mehr investiert.

Auch die Anbieter für den gewerblichen

Bedarf haben Aufw

ind (Geschäftslagesaldo:

43 Prozentpunkte). Die Branche

hat per Saldo im letzten halben Jahr

einen höheren Umsatz erzielt, Auftragszuwächse

verzeichnet, Personal aufgestockt

und investiert.

Das Nahrungsmittelgewerbe (Geschäftslagesaldo:

41 Prozentpunkte) verzeichnet

die beste Umsatzentwicklung und

Auftragslageund hat am stärksten Investitionen

getätigt. Die Betriebe stellen

wieder Personal ein.

Das Kraftfahrzeuggewerbe (Geschäftslagesaldo:

29 Prozent) hat ebenfalls kräftig

investiert, verzeichnet wieder eine wachsendeAuftragslageund

hatPersonal eingestellt.

Nur eine Handwerkssparte schwächelt

weiterhin: die Betriebe, die personenbezogene

Dienstleistungen anbieten. Dazu

zählen beispielsweise Friseure, Schuhund

Uhrmacher, aber auch Schneider

und Kosmetikerinnen. Hier sinken die

Umsätze, die Mitarbeiterzahl wurde verringert.

Der Bezirk der Handwerkskammer

Münster,insbesonderedas Münsterland,

ist im Vergleich zu anderen deutschen

Regionen sehr handwerksaffin: So seien

etwa imKammerbezirk 15 Prozent der

Erwerbstätigen in Handwerksbetrieben

tätig, NRW-weit seien das nur zwölf Prozent,

betonte der Hauptgeschäftsführer

der Kammer, Thomas Banasiewicz. Gleiches

gelte für die Zahl der Lehrlinge. 31

Prozent der Auszubildenden arbeiten in

der Region in einem Handwerksberuf, im

gesamten Bundesland seien es lediglich

26 Prozent.

„Das Handwerk im Kammerbezirk Münster

ist konjunkturell, aber auch strukturell

stark“, skizzierte HWK-Hauptgeschäftsführer

Banasiewicz. Aktuell gibt

es 28 446 Handwerksbetriebe im Münsterland

und in der Emscher-Lippe-Region.

Sie erwirtschaften einen Jahresumsatz

in Höhe von 24,4 Milliarden Euro

und beschäftigen rund 195000 Mitarbeiter,

darunter 15 150 Auszubildende.

„Das heißt, unsereBetriebe sind überproportionalinder

Ausbildung aktiv“, so Banasiewicz.

Die Zahlen zeigten auch, dass

relativ viele Junghandwerker nach ihrer

Ausbildung in andere Branchen abwanderten.

Das Handwerk bilde traditionell

über den eigenen Bedarfhinausaus.Aber

in Zeiten knapper werdender Arbeitsnachfragewürden

gut ausgebildeteFachkräftezunehmend

abgeworben, waswiederum

den Bedarf des Handwerks erhöhe.

Hund beklagte erneut den anhaltenden

Trend zur Akademisierung in Deutschland.

Zwar sei es in jüngster Zeit gelungen,

mehr Schulabgänger mit Abitur von

den guten Berufsperspektiven im Handwerk

zu überzeugen. Dennoch verlangte

der Kammerpräsident eine Stärkung der

höheren Berufsbildung. „Da müssen sich

Bund und Länder mehr einbringen“, forderte

Hund. Das Handwerk benötige vor

allem mehr Meister, Fach- und Betriebswirte.

Jürgen Stilling


GELD &GESCHÄFT 23

„Wir dürfen unsere

Kernthemen nicht vergessen“

Für Präsident Hans Hund und Hauptgeschäftsführer Thomas Banasiewicz steht das Handwerk vor großen Aufgaben.

Das Handwerk im Kammerbezirk

Münster schwingt

sich von Superlativ zu

Superlativ: „Seit Beginn

der Konjunkturaufzeichnung

der Handwerkskammer vor40Jahren

ging esnoch nie so vielen Betrieben

so ‚gut‘ wie jetzt“, freutesichHWK-Präsident

Hans Hund bei der Vorstellung der

Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage.

Daran haben sich 328 Handwerksbetriebe

im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region

beteiligt. 55 Prozent

der Befragtenberichten voneiner „guten

Geschäftslage“. Der bisherigeHöhepunkt

aller Herbstumfragen lag bei 50 Prozent

„gut“ im Jahr 1990. In einem Interview

gehen Hans Hund und HWK-Hauptgeschäftsführer

Thomas Banasiewicz auf

die aktuelle Situation ein.

Boom im Handwerk –und nun?Wie

wirkt sich das auf die Arbeit der

Handwerkskammer aus?

Hans Hund: Also ich bin der Meinung,

dass wir erst einmal sehr zufrieden sein

können, dass wir diesen Boom im Handwerk

erleben. Vollbeschäftigung, teilweise

schon Überbeschäftigung, gabeslange

nicht, und auch nicht über diesenausgedehnten

Zyklus. WirHandwerker müssen

Kunden ja schon Wartezeiten zumuten.

Das ist die eine Seite der Medaille. Aber

wie es im Leben so ist, hat jede Medaille

zwei Seiten. Wir dürfen unsere Kernthemen

nicht vergessen, die im Handwerk

eine große Rolle spielen: Da ist der jugendliche

Nachwuchs, den wir vom

Handwerk überzeugen müssen, und da

ist zudem die Digitalisierung. Sie spielt

auch im Handwerk eine große Rolle, und

den damit zusammenhängenden Fortbildungsbedarf

dürfen wir auch nicht aus

den Augenverlieren. Wirmüssen unsere

Betriebe in die Zukunft mit der neuen

Technik begleiten und aktiv unterstützen.

Die Gefahr, die ich sehe, ist jetzt für

die Betriebe, dass sie aufgrund eines großen

Auftragsbestandes den erforderlichen

Rhythmus von Weiterbildung und

Umorientierung in Richtung Digitalisierung

vergessen oder nicht so stark aufnehmen,

wie es erforderlich ist.

Thomas Banasiewicz: Die Geschichte

hat ja diverse Beispiele gezeigt, wo Unternehmen

solche extremen

technologischen

Wandlungen

nicht erkannt haben,

weil es ihnen

gut ging. Am Ende

waren sie vom

Markt verschwunden.

Die Elektromobilität

bietet ein

solches Potenzial,

wenn die Automobilindustrie

sich

nicht ernsthafter

damit befasst. Im

Handwerk möchte

man sagen, auch

wenn es einem Betrieb

supergut

geht: Das ist eine

Momentaufnahme,

bitte macht euch

HWK-Präsident Hans Hund

Gedanken darüber,

wie ihr die sehr

großen Wandlungen angehen wollt, die

jetzt im Rahmen der Digitalisierung anstehen.

Wie wollt ihr euch als Unternehmerin

oder Unternehmer da auf dem

Markt präsentieren und aufstellen? Für

die HWK ist das zugleich eine Aufforderung

zur Begleitung und Sensibilisierung

der Betriebe. Weiterbildung ist ein ganz

wichtiges Stichwort, aber eben auch Be-

Regional und überregional im Einsatz: Hans Hund, Präsident der Handwerkskammer Münster (l.) und Hauptgeschäftsführer Thomas Banasiewicz

ratung. Mit unserem Service „Handwerk

digital“ bieten wir Betrieben bereits seit

mehreren Jahren beides.

Handwerk zeichnet sich ja durch individuelle

Produkte und Dienstleistungen

aus. In diesen Markt will

auch die Industrie mithilfeder Digitalisierung

vordringen. Wie behauptet

das Handwerk seine Domäne?

Hans Hund: Ich glaube, es ist nicht in

Gänze möglich, die Chancen und Risiken

heute verlässlich zu beschreiben. Es gibt

ja bereits diverse Untersuchungen dazu.

Ich bin aber persönlich ein Mensch, der

eher die Chancen sieht als die Risiken. Insofern

würde ich auch den Handwerksbetrieben

raten, sich mit der Digitalisierung

jetzt intensiv zu beschäftigen: bei der

Kundenakquirierung durch die neuen

Medien, für die Erschließung neuer

Märkte mithilfe innovativer Technologien,

durch die Beschleunigung von

Arbeitsprozessen und so weiter. Auch

wenn wir die Digitalisierungvielleicht für

Teufelswerk halten, ist sie nicht mehr

wegzudiskutieren, sie wird kommen, sie

ist schon da, wie ich meine, sie ist schon

ganz weit fortgeschritten, und ich möchte

an alle Betrieben appellieren, sich mit

diesen Fragestellungen auseinanderzusetzen.

Kammergegner kritisieren die

Pfl

ichtmitgliedschaft der Betriebe.

Die Europäische Kommission will

den Meisterbrief erhalten und lobt

die Pfl

ichtmitgliedschaft in den

Handwerkskammern als verhältnismäßig

und unabdingbar für den

Erfolg des dualen Ausbildungssystems.

Mitwelchen Argumenten wollen

Sie Kritiker überzeugen?

Hans Hund: Selbstverwaltung im

Handwerk hat eine jahrhundertelange

Tradition. Das Handwerk hat sich zu allen

Zeiten aus sich heraus organisiert und

warnicht fremdbestimmt. Dies ist uns im

Handwerk sehr wichtig! Selbstverwaltung

wird uns zukünftig nur gelingen,

wenn wir unsere Organisationskraft erhalten,

wenn wir zusammenhalten und

unsereOrgane stärken und unterstützen.

Das ist das eine. Wir verschaffen uns

gegenüber den politisch Handelnden nur

Gehör,wenn wir eine demokratisch legitimierte

Macht darstellen –und das tun

wir auch mit 700 Ehrenamtsträgern bei

der Handwerkskammer Münster.Wir sagen

dazu „Wirtschaftsmacht von nebenan“.

Das ist eine wichtige Tatsache, die

man so auch akzeptierenund leben muss,

denkeich. Es gibt dafür Beispiele in Europa,

wo diese Kammerorganisationen

nicht mehr funktionieren, wo die Kammern

sogar abgeschafft wurden, beispielsweise

in Ungarn. Dort ist es gar

nicht mehr möglich, dass Handwerker

ihre Interessen gemeinsam, vielleicht

auch gegen den politischen Mainstream

artikulieren. Handwerk wird dort nicht

wirklich wahrgenommen. Ich glaube, das

ist eine wichtige Botschaft. Das andere

ist, dass wir uns als Kammer, natürlich

gemeinsam mit Partnerorganisationen,

besser gegeneuropäische Angriffeauf die

Regelung von Berufen und damit des

dualen Ausbildungssystems wehren können.

Unser sehr erfolgreiches Berufsbildungssystem

und auch die Meisterprüfungen,

eigentlich alles, was die Stärke

und lange Tradition des Handwerks ausmacht,

fußt auf der Selbstverwaltungim

Handwerk. Das haben der Bundes- und

Landtag jüngst bekräftigt und das hat die

Europäische Kommission ja mittlerweile

auch erkannt. Sie hat festgehalten, dass

eine Pfl

ichtmitgliedschaft in Kammerorganisationen

dem Allgemeinwohl

dient und verhältnismäßig ist, insbesonderewenn

die Kammern ein hoheitliches

Mandat haben. Das sind wichtigePunkte,

die wir begrüßen.

Thomas Banasiewicz: Nun, das will

ich gern ergänzen. Ich glaube, mit Blick

auf die konjunkturelle Gesamtentwicklung

der letzten Jahrzehnte, kann man

sagen: Deutschland ist ein Erfolgsmodell

–das Erfolgsmodell, um das uns auch viele

beneiden. Einzelne Elemente wie die

Selbstverwaltung erweisen sich als Wettbewerbsvorteil.

Durch die Kammern gelingt

die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft

und Politik einfacher und wir

schaffen es zudem, dass viele, viele kleine

und mittlereBetriebe –die durchschnittliche

Betriebsgröße im Kammerbezirk

Münster liegt bei sieben Mitarbeitern –

auch eine Lobby haben, die ihre Interessen

vertritt. Das ist nur in einergrößeren

Organisation möglich. In unserer Arbeit

legen wir Wert auf Transparenz und Offenheit.

Seitens der EU wird gerne dogmatisch

diskutiert. Da spielt es im Grunde

keine Rolle mehr, wie erfolgreich ein

System ist, sondern dass man bestimmte

Kennzeichen hat, die in die Überzeugung

der Wettbewerbshüter

Europas

nicht passen. Aber

der Erfolg gibt uns

Recht. Wir müssen

darauf achten, dass

wir den Wettbewerbsvorteil

des

dualen Bildungssystems

wahren,

um das uns viele

auch beneiden. Das

sollten wir uns

auch durch Dogmatiker

in Brüssel

nicht kaputt machen

lassen.

Hans Hund: Da

Fotos: HWK

stimme ich voll zu.

Wir müssen den HWK-Hauptgeschäftsführer Thomas Banasiewicz

einzelnen Handwerksbetrieb

im

Blick haben. Wir müssen das Ohr immer

bei den Betrieben haben und umsetzen,

wassie vonuns erwarten. Bodenhaftung

– das ist mir sehr wichtig. Ich habe

manchmal den Eindruck, dass unsereKritiker

abheben und ihr eigenes Ding machen

wollen. Wir stehen für die Bildung,

für die Weiterbildung, für die Meisterprüfung

und Handwerksrolle. Das sind unsere

Kernaufgaben, und wir wollen, dass

der Handwerksmeister vor Ort, der uns

mit seinen Sorgen begegnet, uns in der

Arbeit wiedererkennt. Dazu trägt auch

die bundesweite Imagekampagne des

Handwerks bei, die wir mittragen und gestalten.

Wir müssen uns natürlich auch

einsetzen, aktiv in die Politik einbringen,

zum Wohl der kleinen und mittleren Betriebe.

Und das tun wir auch, regional

und überregional.


24 GELD &GESCHÄFT

In der digitalen Ideenschmiede

Die Spitze des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe sah sich im S-Hub in Hamburg umund bekam einen

Eindruck von den Bankprodukten und Services von morgen –vom Safe für die digitalen Werte bis zur Kinder-App.

DieSparkassen nehmen bei digitalen

Innovationen weiter Fahrt auf. In

Hamburg gibt es seit Jahresbeginn

2017 ein sogenanntes Innovation

Hub –eine Ideenschmiede,inder interdisziplinäre

Teamsmit agilen Methoden

nach modernen Produkten

und Services suchen. Eine Art Think

Tank, der sich mit Konsumenten,

technischen Innovationen und digitalem

Banking beschäftigt.

Der Verwaltungsrat des

Sparkassenverbandes

Westfalen-Lippe besuchte

kürzlich diese zentrale Anlaufstelle

der Sparkassenorganisation

für FinTechs.Vor Ort konnte

man erfahren, wie der S-Hub innovative

digitale Lösungen für die Sparkassen und

ihre Kunden sichtet und entwickelt. Angesiedelt

ist er bei der Finanz-Informatik-

Tochter Star Finanz, die unter anderem

die Sparkassen-App –mit über fünf Millionen

aktiven Nutzernlaut Sparkasse die

erfolgreichste Banking-App in Deutschland

–entwickelt hat.

„Als Marktführer nehmen die Sparkassen

beim Thema Digitalisierung eine Vorreiterrolle

ein. Unsere Kunden sind digital

und erwarten von uns innovative, anwenderfreundliche

und sichere Lösungenfür

die täglichen Bankgeschäfte“, erklärt

die Präsidentin des Sparkassenverbandes

Westfalen-Lippe, Prof. Dr. Liane

Buchholz. „Der S-Hub bildet die Schnittstelle

für die Zusammenarbeit mit den

Gedankenaustausch im S-Hub der Sparkassen (v. l.): Franz-Theo Brockhoff, Professorin Dr. Liane Buchholz, Sven-Georg Adenauer und Bernd Wittkamp

FinTechs und ermöglicht eine schnelle

und effizienteEntwicklung vondigitalen

Angeboten für unsere Kunden.“

Gemeinsam mit dem Vorsitzenden des

Verwaltungsrates des Sparkassenverbandes

Westfalen-Lippe, Landrat Dr. h. c.

Sven-Georg Adenauer, und den 19Mitgliedern

des Gremiums hatte Buchholz

die Gelegenheit, einen Blick in die digitale

Werkstatt der Sparkassen zu werfen.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung

der Finanz-Informatik, Franz-Theo

Brockhoff, und der Vorsitzende der Geschäftsführung

der Star Finanz GmbH,

Bernd Wittkamp, informierten die Besucher

in ihren Vorträgenüber die neuesten

Trends und Entwicklungen.

Für die 25 Mitarbeiter des S-Hub stehen

bei der Zusammenarbeit mit FinTechs Lösungen

für das Privatkundengeschäft der

Sparkassen und den digitalen Zahlungsverkehr

im Mittelpunkt. Das aktuelle Projekt

zur Entwicklung eines digitalen Vertragsmanagements

für das Privatgirokontoist

ein Beispiel für die Arbeit des S-

Hub.

Neben einer besseren Übersichtlichkeit

von Verträgen soll die Funktion weitere

Mehrwerte für die Kunden bringen: eine

Unterstützung bei der Kündigung von

Verträgen, das Aufzeigen von Versorgungslücken

oder Handlungsempfehlungen

bei bestimmten Lebensereignissen

wie Umzug. Hinter diesem Angebot mit

dem Namen „AboAlarm“ steht das Team

„FinTracer“, das 2016 den Sparkassen-

Hackathon gewann und seit Anfang 2017

mit dem S-Hub zusammenarbeitet.

WeitereProjekte, an denen der S-Hub aktuell

arbeitet, sind unter anderem die

Konzeption eines sicheren Zuhauses für

digitale Werte, eine spezielle Banking-

App für Kinder und Anwendungen für

den kommenden Identitätsdienst „Yes“

der Sparkassenorganisation.


LEBEN &WISSEN 25

Aufbruch am Hindukusch

Der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Klaus Tiepelmann erinnert sich daran, wie er vor 50Jahren

Afghanistan erlebte. Zusammen mit anderen half er in Kabul beim Aufbau einer Wirtschaftsfakultät.

„Der Studentinnen-Anteil war

damals mindestens so groß

wie in Deutschland.“

Dr. Klaus Tiepelmann

„Die Sicherheit der Bundesrepublik

Deutschland wird auch am Hindukusch

verteidigt.“ Als Verteidigungsminister

Peter Struck 2002 diese berühmte

Aussage traf, wussten viele

nicht, wo dieses raue Gebirge eigentlich

liegt. Auch Dr.Klaus Tiepelmann

wusste es anfangs nicht – im Jahr

1963, als in seiner Kölner„WiSo“-Fakultät

dieFrage umging,obsich junge

Wissenschaftler bereitfänden, in

Afghanistan Pionierarbeitzuleisten.

Die Universität der afghanischen

Hauptstadt Kabul benötigte Hilfe

beim Aufb

au einer Wirtschafts-Fakultät.

Klaus Tiepelmann fand sich

bereit. Und obwohl er erst

ein Jahrzuvor in seiner Heimatstadt

Münster geheiratet

Katte h und junger Vater war,

ging es ohne viel Federlesen ins Unbekannte.

Über ein halbes Jahrhundert ist

das nun her.Mittlerweileist Tiepelmann

85 und emeritierter Professor, lebt mit

seiner Frau wieder

in seiner alten

Heimatstadt

Münster und

blickt zurück. Auf

ein Land, das

„unter die Räder

der internationalen

Politikgekommenist“,

wie er es

formuliert. Ein Land, das nicht erst nach

dem elften September 2001Kriegsschauplatz

wurde. Ein Land, in dem deutsche

Soldaten stationiert sind.

Die berühmten „Buddhas von Bamiyan“: riesige Statuen aus dem

6. Jahrhundert und Weltkulturerbe. Mit seinen Studenten posierte

Tiepelmann 1965 vor dem 53 Meter hohen größeren Buddha. Im

Jahr 2001 wurden beide von den Taliban zerstört.

Was Tiepelmann und seine Familie 1964

nach langem Flug vorfanden, war eine

fremde, faszinierende Welt. Zerklüftete

Landschaften, gastfreundliche Menschen,

Basar und Orient. Gefahrenlauerten

nicht durch Überfälle oder Anschläge,

sondern durch Steinschlag oder geplatzte

Reifen. Aber selbst dann konnte

man sich auf spontane Hilfsbereitschaft

verlassen. Die vielen verschiedenen Ethnien

des Landes kamen im Großen und

Ganzen miteinander aus –was auch für

die Konfl

iktezwischen Schiitenund Sunniten

galt.

Der emeritierteProfessor kann sich noch

gut erinnern, wie viel Umsicht die Arbeit

an der Universität verlangte. So musste

man erst mal geeignete Lehrinhalte finden,

die für das Vorverständnis der Studenten

und den wirtschaftlichen Aufb

au

des Landes überhaupt realistisch waren.

„Welche Institutionen, Verwaltungs- und

Unternehmensformen kämen infrage?

Wie müsste ein gerechtes und effektives

Steuersystem in diesem Land konstruiert

sein, und wie wäre esüberhaupt zu implementieren?“

Solche Fragen trieben

Tiepelmann wie auch das ganze deutsche

Dozententeam um. Ihnen standen afghanische

Kollegen gegenüber, die ihr Wissen

an verschiedenen ausländischen Universitäten

erworben hatten. Höchst knifflig,

mit diesen ein brauchbares Curriculum

für die erste afghanische Wirtschaftsfakultät

zu entwickeln. Jeder

wollte am liebsten das lehren, was er

selbst im Studium gelernt hatte; das galt

letztlich auch für die deutschen Dozenten.

Dazu kam das Problem fehlender

Fachliteratur oder unvollkommener

Sprachkompetenz.

KeinWunder,dass man sich in den ersten

Jahren auf die Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre

beschränkte – Unternehmensformen,

Rechnungswesen, Bilanz,

Finanzierung, Produktion und Absatz.

Gleichesgilt für die Grundlagen der

Volkswirtschaftslehre. Aber irgendwie

ging es –man muss dabei bedenken, dass

die Fakultät erst zwei Jahre zuvor, 1962,

gegründet worden war.

Die treibende Kraft hinterder internationalen

Zusammenarbeit war König Zahir

Shah, der Afghanistan 1964 öffnete und

zur konstitutionellen Monarchie umformte.

Es gabein Zwei-Kammern-Parlament

und sogar das Frauenwahlrecht.

Das machtesichauch an der Wirtschaftsfakultät

in Kabul bemerkbar. „Der Studentinnen-Anteil

wardamals mindestens

so groß wie in Deutschland!“, erinnert

sich Tiepelmann andie jungen Frauen,

die ihm durchaus „westlich“ vorkamen,

den längeren Röcken und lockeren Kopftüchern

zum Trotz.

Die Angestellten im Hause Tiepelmann

sollten vorzugsweise Männer sein, sie zu

beschäftigen warein Gebot sozialen Verhaltens.

Obwohl man öfters mit Magen-

Darm-Beschwerden zu kämpfen hatte,

fühlte sich die Familie in dem rauen,

schönen Land wohl. Die zweite Tochter

der Tiepelmanns wurde am Hindukusch

geboren, bevor es 1966 zurück nach

Deutschland ging – vorerst. Denn die

deutsch-afghanische Partnerschaft hielt

noch etwa eine Dekade an.

Alsfrisch habilitierterPrivatdozent kehrte

Klaus Tiepelmann von 1971 bis 1974

nochmals nach Kabul zurück, um das

mittlerweile elf Dozenten umfassende

Team zu leiten. Doch der Traum vomAufbruch

in die Moderne währtenicht lange.

Nachdem Zahir Shah –und mit ihm die

Monarchie –imJahr 1973 gestürzt worden

war, setztedie Eiszeit der deutsch-afghanischen

Beziehungen ein, die sich

erst seit der Jahrtausendwende wieder

erwärmt.

Arndt Zinkant

Vor 50Jahren baute Prof. em. Dr. Klaus Tiepelmann in Kabul eine Wirtschaftsfakultät auf.

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26 LEBEN &WISSEN

Für eine offene Gesellschaft

Leeuwarden, Metropole der niederländischen Provinz Friesland, ist im kommenden Jahr Europäische

Kulturhauptstadt. Schon bei der Programmgestaltung wurde „Iepen Mienskip“ gelebt.

Die bekanntesten Kinder dieser

Großstadt sind eine vermeintliche

Spionin, die 1917 von den Franzosen

hingerichtet worden ist, und ein Maler

optischer Täuschungen, mit dem

sich die Kunstgeschichte immer

schwergetan hat. Wenn man nun die

Namen Mata Hari und Maurits Cornelis

Escher liest, werden jedoch die

wenigsten wissen, wie der Geburtsort

der beiden heißt.

Mit großen Schritten in Richtung Kulturhauptstadt: das offizielle Plakat.

Früher Teil der Stadtbefestigung, heute Wahrzeichen: das Wassertor inSneek von 1613, das einzige seiner Art inden Niederlanden. Die friesische Fahne (mit

Herzchen) flattert von einem Schiffsbug ins Bild.

Fotos: Ulrich Traub

Leeuwarden, Hauptstadt der

niederländischen Provinz

Friesland im Nordwesten des

Landes, steht bislang nicht unbedingt

im Fokus der Touristen

und Kulturreisenden. Zu abseits die

Lage, zu gering die überregionale Bedeutung

der Kulturangebote. Und doch darf

sich Leeuwarden Europäische Kulturhauptstadt

2018 nennen (neben Valletta

auf Malta). Denn dieser Titel wird nicht

aufgrundeiner Vielzahl vonMuseen und

Theatern vergeben,sondern für den Entwurf

eines thematisch ausgerichteten

Kulturprogramms. Und der konnte die

internationale Expertenjury, die imAuftrag

der EU über die Vergabe entscheidet,

überzeugen. So kames, dass Leeuwarden

mit dem begehrten Titel werben kann

und nicht die als chancenreicher eingestuften

Konkurrenten Eindhoven und

Maastricht.

„Iepen Mienskip“ lautet das Thema des

Programms. Das ist

Friesisch und bedeutet

offene, aber

auch eigenwillige

Gesellschaft. Die

Wahl der Regionalsprache

ist mehr

als ein selbstbewusst

gewähltes

Symbol. Die gesamte

Provinz ist

zur Spielstätte der

Kulturhauptstadt

erklärt worden,

und die Bevölkerung

war aufgerufen,

sich in organisatorischen

und

künstlerischen Belangen

zu beteiligen.

Internationales

Staraufgebot ist

ebenso Mangelware

wierepräsentative

Neubauprojekte,

wie man sie aus

Hauswand in Leeuwarden: Die ehemalige anderen Kulturhauptstädten

Spionin Mata Hari ist allgegenwärtig –

Gleiches gilt für die Fahrräder.

kennt. Selbst die

alsHöhepunkteangekündigten

Veranstaltungen nehmen

sich eher bescheiden aus. Das bedeutet

jedoch nicht, dass sich der Besuch nicht

lohnt.

Auf nach Friesland –und als Erstes ins

Fries Museum. Sieh an, Mata Hari ist

schon da (und M.C. Escher wird ihr später

folgen). Eine Ausstellung erinnert an

das Leben der 1876 geborenen Leeuwardenerin

und die Legenden, die sich darum

ranken (bis 2. April). Ein Pfl

ichtbesuch

ist die Einführung ins Friesische in

der Dauerausstellung. Sie erzählt vonKönigen

und von Kühen, vom Segeln und

vom Schlittschuhlaufen. Man lernt:

Friesland ist mehr als nur plattes Land am

Meer.

Das 2013 eröffneteMuseum liegt am Wilhelminaplein.

Hier ist das kaum 100000

Einwohner große Leeuwarden ganz Metropole.

Vis-à-vis vomMuseumskomplex,

der die Dimensionen der eher kleinteilig

gebauten, von Grachten durchzogenen

Stadt zu sprengen scheint, steht der historische

Justizpalast, der seine Tempelfront

dem Platz zuwendet. Ausdem Hintergrund

grüßt ein 115 Meter hoher Büroturm,

der am Museumshafen steht. Alt

und Neuinteils heftiger Konfrontation –

dieses bauliche Merkmal vieler niederländischer

Städtefindetman auch in der

friesischen Metropole.

Am Rande der Altstadt, in der Blokhuispoort

aus dem 16.Jahrhundert, liegt die

Zentrale der Kulturhauptstadt mit Infozentrum,

Café sowie Ausstellungs- und

Projekträumen. In dem Kulturkomplex

war bis 2007 das Gefängnis. Das neue

Hostel erinnert daran, man schläft in Zellen.

Opulenter nächtigten die Damen und

Herren des Hauses Oranien-Nassau. Bis

zum Ende des 18. Jahrhunderts residierten

sie in Leeuwarden als Statthalter für

die nördlichen Provinzen. Ihre Paläste

bereichern noch an vielen Stellen das

Stadtbild, allerdings mit höchst unterschiedlicher

Nutzung. Während das Nationale

Keramikmuseum im Prinzessinnenpalast

seine Schätze zeigt, so ist aus

dem Sitz des Statthalters ein Hotel geworden.

In einem der ältesten Gebäude,

der Kanselarij aus dem 16. Jahrhundert,

Bald Weltkulturerbe? Einige der alten Siedlerhäuser der Landwirtschaftskolonie

Frederiksoord bilden heute ein Museum.

in dem der Hof vonFriesland zusammentrat,

wirdder Blickindie Zukunft gerichtet.

„Places of Hope“ stellt Pioniere und

Projekte nachhaltiger Lebensformen zur

Diskussion.

Das postmoderne Theater der Stadt, De

Harmonie, ist ebenso Austragungsstätte

der Kulturhauptstadt wie das Naturmuseum,

das im alten Stadtwaisenhaus seinen

Sitz hat, und die Jakobinerkirche, wo

die Nassauer ihre letzte Ruhestätte gefunden

haben. Heutegibt es in dem Gotteshaus

einen mobilen Altar, der weggerollt

werden kann, damit Konzerte stattfinden

können. Einnahmen sind nötig,

um die Existenz der Kirche zu sichern.

Auch das ehemalige jüdische Viertel und

der heutigeMultikulti-Stadtteil Vorstreek

und seine Bewohner werden ins Programm

einbezogen.

Wer den Kalender der Kulturhauptstadt

überfl

iegt, dem wird auffallen, dass sehr

viele Veranstaltungen imFreien stattfinden.

Was wohl nicht zuletzt dem Leitgedanken

„offene Gesellschaft“ geschuldet

ist und dem Anliegen, auf die noch vielfältige

Landschaftsstruktur Frieslands

aufmerksam zu machen. Vom Wattenmeer

und den westfriesischen Inseln bis

in die Wälder an der Grenze zur Provinz

Drenthe werden vor allem Musik- und

Kunstprojekte realisiert.

Landschaftskunst wirddie Küsteanmehreren

Orten verändern. Auf einem Bauernhof

im DorfHúns soll gezeigt werden,

wie biologischer Anbau und Kunst zusammenfinden

können, während man in

der früheren Kolonie Frederiksoord die

Gründung der „Gesellschaft für Wohltätigkeit“

vor 200 Jahren feiert. Sie hatte

seinerzeit mit landwirtschaftlichen Maßnahmen

erfolgreich die Armut bekämpft.

Die Kolonie soll 2018 in die Weltkulturerbeliste

aufgenommen werden. In Drachten,

einem der Zentren der De Stijl- wie

auch der Dada-Bewegung, wird imMuseum

Dr8888 nach den Folgen dieser

Kunst-Avantgarden geforscht. Theo van

Doesburg und Kurt Schwitters hatten

Freunde in dem friesischen Städtchen.

Eine Wohnung nach Van Doesburg-Entwürfen

kann im Rahmen von Stadtführungen

besichtigt werden.

Eine besondere Rolle kommt den friesischen

Dörfern zu.Veranstaltungen sollen

nicht nur das Publikum dorthin locken,

sondern auch das Zusammengehörigkeitsgefühl

der Bevölkerung stärken. Tatsächlich

sind viele Dörfer und ihre alten

Kirchen sehenswert, nicht nur bekannte

Örtchen wie Hindeloopen am IJsselmeer

oder das idyllische IJlst bei Sneek.Ein roterFaden

ist das Thema Wasser,naheliegend

bei so viel Meer und Seen, Kanälen

und Grachten. Bei der Wasserparade in

Leeuwarden widmen sich Künstler dem

Thema. Und auf dem dortigen Wassercampus

wirdeinefuturistische Bar Gäste

empfangen. Hier darf dann genetzwerkt

werden, schließlich ist die Uni-Stadt

europäischer Marktführer in Sachen

Wassertechnologie.

Friesland ist bekannt für den Schlittschuh-Marathon

der Elf-Städte-Tour,der

über zugefrorene Wasserläufeführt, was

allerdings seit 1997 nicht mehr der Fall

war. Nun bekommen all diese Städte

einen von internationalen Künstlern wie

Stephan Balkenhol, Mark DionoderJaume

Plensa entworfenen Brunnen. Eine

Liebeserklärung an das Wasser und ein

Bekenntnis zur „Iepen Mienskip“, denn

die Bevölkerung hat am Auswahlprozess

und an der Standortsuche teilgenommen.

Ulrich Traub

INFOS

–Leeuwarden-Fryslân 2018: Blokhuisplein

40, 8911 LJ Leeuwarden;

0031/58/7512018, www.2018.nl

–Merk Fryslân: Zuidergrachtswal 2,

8933 AD Leeuwarden;

0031/58/2330740, www.friesland.nl/

de -Eröffnungswochenende: 26./27.

Januar


LEBEN &WISSEN 27

Guten Tag, Herr Kollege: Technik-Experte Denis Niezgoda begrüßt Baxter, den Prototyp-Roboter, imTroisdorfer Innovation Center.

Fotos: Wilfried Gerharz

Guten Morgen, Baxter

Im Troisdorfer Innovation Center zeigt die Post-DHL-Group, wie man sich die Arbeit und das Leben in

der Zukunft vorstellt. Science-Fiction von einst wird zur Selbstverständlichkeit.

Denis Niezgoda ist ein verbindlicher

und freundlicher Mensch, der selbst

künstliche Intelligenz respektvoll

anzusprechen pfl

egt. „Ich bitte den

Roboter jetzt, etwas für mich zu

tun“, erklärt er seinen Zuhörern und

bedient einen Knopf, der sich auf

einem der beiden Roboterarme befindet.

Baxter, der Prototyp, wendet

seine Augen augenblicklich dem

Technikexperten zu. Ein hübsch anzusehendes

Augenpaar, das auf

einem Display zusehen ist, und den

Menschen, die künftig mit dem Roboter

zu tunhaben werden, die Angst

vor künstlicher Intelligenz nehmen

soll. Baxter ist ein Kollege. Einer,der

den Alltag der Mitarbeiter der Deutschen

Post DHL Group künftig erleichtern

soll.

Immer unterwegs: Der Transport-Roboter folgt seinem Menschen-

Kollegen auf Schritt und Tritt.

Niezgodas Arbeitsplatz befindet

sich quasi in der Zukunft.

In seinem Innovation

Center in Troisdorf

zeigt das Unternehmen,

wie es sich Leben und Arbeiten im Jahre

2050vorstellt. Eine Welt,inder Drohnen

Pakete durch dieLuft transportieren, Roboter

am Fließband Waren etikettieren

und Transportwagen auf Zuruf jedem

Mitarbeiter folgen. Täglich führen Niezgodaund

seine Kollegen Kunden der Firmengruppe

durch die Räume des Innovation

Centers. Deren Reaktion ist fast immer

gleich: Die Zukunft, so finden sie,

wird beeindruckend.

Dabei ist manches schon jetzt Wirklichkeit.

Etliche Mitarbeiter nutzen die

Datenbrille bereits in den Versandzentren

von Post und DHL. „Das geht ganz

einfach“, findet Niezgoda. Brille aufsetzen,

Strichcode scannen und dem Weg

zumPaket folgen, den die kleine Kamera

im obersten Winkel der Brille weist. Das

spart Zeit.

Stolz ist das Team auf das Elektroauto.

Selbstverständlich postgelb und so gestaltet,

dass Paketzusteller künftig komfortabler

fahren und arbeiten können.

Der Laderaum ist ergonomisch angehoben

und von drei Seiten aus zugänglich.

Auch das Ein- und Aussteigen gelingt

schneller und leichter, weil das Entwicklerteam

auf unnötigeSchwellen und Hindernisse

verzichtet hat. Obendrein dürfte

sich der StreetScooter deutlich seltener

in der Werkstatt befinden als seine Vorgänger

in der Post-Flotte. Die Türen lassen

sich bis zu zwei Millionen Mal öffnen

und schließen. „Bei normalen Autosgeht

das nur 500 000 Mal“, erklärt der Technikexperte.

Und die Stoßstange–das verschleißempfindlichsteTeil

der Post- und DHL-Wagen

–wird künftig weniger Sorgen machen.

„Sie besteht jetzt aus drei Elementen und

kann kostengünstiger ausgetauscht werden“,

sagt Niezgoda und weiß, wasgleich

passieren wird. Seine Zuhörer werden

anzüglich grinsend fragen, wieso denn

ausgerechnet die Stoßstange das reparaturanfälligsteTeil

der Postfahrzeugeist ...

Und noch etwas führt bei jedem Rundgang

durch das Innovation Center zu Diskussionen.

Dass die Zukunft die Arbeit

erleichtert, ist zwar gut und schön. Doch

künstliche Intelligenz mit fleißig stapelnden

Robotern und Pakete befördernden

Erste Versuche: In den Alpen sind die Drohnen zur Paketzustellung schon getestet worden.

Foto: Deutsche Post DHL Group/Andreas Heddergott

Drohnen kostet Arbeitsplätze.Andiesem

Punkt beschwichtigen Niezgoda und seine

Kollegen ihre Zuhörer. „Es handelt

sich in den meisten Fällen um Arbeiten,

für die wir kaum Leute finden.“ Sonderangebote

für Edeka und Rewe den ganzen

Tag lang neu etikettieren –„das ist

keine Arbeit, die den Menschen Spaß

macht“.

Im Übrigen fehlen in manchen Fällen

noch die Zulassungen. Die Drohnentechnik

schreitet zwar im beachtlichen Tempo

voran. Ihr Einsatz jedoch ist bislang

nur begrenzt erlaubt und Gegenstand

von Verhandlungen in der Europäischen

Union. Die ersten Versuche sind jedenfalls

gelungen. Der

DHL-Paketkopter

hat Päckchen in

den Alpen und auf

Juist ausgeliefert

und trotzt selbst

Stürmen. „Windgeschwindigkeiten

bis zu 80 Stundenkilometern

sind

kein Problem.“ Bei

den ersten Tests hat

der Paketkopter

Zwei-Kilo-Lasten

transportiert, die neuere Generation

bringt bereits sechs Kilo schwere Pakete

ans Ziel und könnte, wenn sie maximal

ausgenutztwird, mit 126km/h durch die

Luft fl

iegen. „Interessant ist der Drohneneinsatz

in den Bergen und auf Inseln“,

findet Niezgoda. Und in Katastrophengebiete

könnte der Kopter künftig Medikamente

bringen.

„Das würde vieles

erleichtern.“

Manche Innovation

ließe sich

schon jetzt verwirklichen,

andere

müssen weiter

Denis Niezgoda

ausreifen.

Jenny beispielsweise,

der Transportwagen-Roboter, der

den Mitarbeitern des Unternehmens auf

Knopfdruck folgt und sich bequem mit

Paketenbeladen lässt, surrt zwar verlässlich

hinter seinem Menschen-Kollegen

her.Wenn sich an dessen Seitejedoch ein

zweiter gesellt, gerät Jenny in Verwirrung.

„Die Chance, dass der Roboter

folgt, liegt dann bei 50 Prozent.“

Eine zusätzliche Identifizierung könnte

das Problem lösen –ein Prototyp muss ja

nicht gleich perfekt sein. Für eine Zukunftsstudie

hat das Unternehmen Science-Fiction-Autoren

wie Frank Schätzing

um Beiträge gebeten und gründlich

studiert, wie sie sich die Welt im Jahre

2050 vorstellen. Selbstfahrende Autos,

Minicomputer, Elektrofahrzeuge, Drohnen,

die sich selbst steuern –all das haben

Science-Fiction-Autoren schließlich

schon vor Jahrzehnten zu Selbstverständlichkeiten

erklärt.

Annegret Schwegmann

Kleiner Helfer: Die Datenbrille ist bereits im Einsatz. Die kleine

Kamera weist Mitarbeitern von Post und DHL den Weg zuvorher

eingescannten Waren.

„Interessant ist der Drohneneinsatz

in den Bergen und auf

Inseln.“


28 JAHRESRÜCKBLICK 20

Kompetenz wird ausgebau

Berlemann übernimmt Detection Technologies Ltd.

Die Berlemann-Gruppe aus Neuenkirchen

wächst und baut ihre Kompetenz

in der elektronischen Freigeländesicherung

aus. Mehr als 20

Jahre Erfahrung in der elektronischen

Freigeländesicherung haben

sich mit über 40 Jahren Erfahrung

im Tor- und Zaunbau verbunden.

Berlemann ist führender

Hersteller von Schiebetoranlagen,

Drehflügeltoren

und Zaunsystemen und

vertreibt seine Produkte

unter der Marke Inova.

Mit der Übernahme von Detection

Technologies folgte Berlemann konsequent

der Strategie, Perimeterschutz

ganzheitlich zu betrachten: Mechanische

und elektronische Sicherungssysteme

werden aufeinander abgestimmt

entwickelt und aus einer Hand

angeboten. So lässt sich ma-

Die Berlemann-Gruppe aus Neuenkirchen hat das englische Unternehmen D

Technologies übernommen.

Foto:

ximale Sicherheit erreichen. Detection

Technologies, mit Sitz in England, genießt

seit Jahren einen hervorra-

genden Ruf in der Entwicklu

Produktion von sensorbasierten

rungssystemen. Das zeigt nicht

Studium für Modebegeisterte

Handwerkskammer und Fachhochschule des Mittelstands bieten den Studiengang Fashion Management an

Fotos: Colourbox.de

Wer möchte nicht gerne aktuelle

Trends aufspüren, am Puls

der Zeit arbeiten und sein Faible

für Mode während der Arbeit

umsetzten? Fashion Manager

arbeiten in den Schlüsselpositionen

der Mode- und Bekleidungsbranche.

Damit die Fachkräfte sich in

einer stetig wandelnden

Branche durchsetzen, erhalten

sie im privaten Bachelor-Studium

Fashion Management des

Handwerkskammer Bildungszentrum

(HBZ) Münster in Kooperation

mit der Fachhochschule des Mittelstands

(FHM) aus Bielefeld das nötige

Rüstzeug.

„Wir bieten starke Anbindungen an

die Praxis, unsere Dozenten kommen

aus der Branche“, erklärt Studiengangsleiterin

Beate Welp-Gerdes.

In dem Studiengang erwerben

die Studierenden Kenntnisse und

Fähigkeiten in den Bereichen Kollektionsentwicklung,

Textil- und

Bekleidungswissenschaften und

Produktmanagement sowie in

BWL, Marketing, internationalem

Management und Wirtschaftsenglisch.

Das Studium beinhaltet zudem

eine sechsmonatige Praxisphase,

in der die erworbene Handlungskompetenz

in betrieblichen

Projektarbeiten angewendetund in

der Praxis umgesetzt wird. Ein Alleinstellungsmerkmal

des Studiengangs

ist die Nähe zur Schule für

Modemacher Münster. „Da die

Schule Mieter im HBZ ist, können

Die Absolventen 2017 feiern nach dem dreijährigen Studium ihren Abschluss

im Bereich Fashion Management.

Foto: teamfoto MARQUARDT GmbH

wir vor allem für die praktischen

Module die Synergien nutzen“,

freut sich Beate Welp-Gerdes über

eine modern ausgestattete Werkstatt.

Großen Wert wird auf die

Qualität der Lehre gelegt. Deshalb

gibt es kleine Studiengruppen, so

dass workshopmäßiges Arbeiten

und eine individuelle Betreuung

möglich sind.

Im Anschluss an das Studium bietet

sich den Absolventen ein breites

Spektrum an Tätigkeitsfeldern an.

So können sie im Management bei

einem Modelabel, aber auch in Vertriebs-

oder Marketingabteilungen

von Mode- und Textilunternehmen

arbeiten. Auch eine Tätigkeit im Bereich

Social Media, im Ein- und Verkauf,

in der Logistik, bei einem Textil-/Modeverband

oder in der

Unternehmensberat

ist möglich

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nagement,

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17

Anzeigensonderv

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entlichung

29

eit-StudiumFashion Madas

es in Münster seit

2013 gibt, dauert drei

sive 24Wochen Praxisn-

oder Ausland.Das Triinnt

jeweils im Oktober,

en werden das ganze

angenommen. Von Febli

2018 finden zudem an

iten Dienstag im Monat

staltungen im HBZ statt.

fos unter der Telefon-

251/7 05 14 92, per Mail

alexandra.sprenker@

ster.de oder auf

bildung.de/fashionmat

Der Mythos Porsche

Premiere im Porsche Zentrum Münster: der neue Cayenne

etection

Berlemann

ng und

Sichezuletzt

der Product Innovations Award für das

VibraSector-System auf der Security in

Essen 2012. Seit Firmengründung hat

Detection Technologies die elektronischen

Überwachungssysteme stetig

weiterentwickelt, um den verschiedenen

Anforderungen des Perimeterschutzes

gerecht zu werden und neue

Lösungen bieten zu können. Produkte

von Detection Technologies kommen

schon jetzt weltweit zum Einsatz – immer

da, wo mechanische Sicherungssysteme

nicht mehr ausreichen.

Berlemann hat die Produkte von Detection

Technologies seit Jahren im

deutschsprachigen Raum exklusiv vertrieben.

So ist eine enge Partnerschaft

entstanden. Durch die Übernahme wird

diese weiter intensiviert, um auf alle

Fragen der Freigeländesicherung von

gewerblichen, industriellen oder öffentlichen

wie militärischen Einrichtungen

die Antwort zu haben.

Während im Dezember viele Menschen

auf die Weihnachtsmärkte

strömen, zelebriert das Porsche

Zentrum Münster bewusst eine heiße,

südländische Nacht: Bei einer

karibischen Nacht ist der neue Porsche

Cayenne in der vergangenen

Woche vorgestellt worden.

Am Donnerstag haben über

300 geladene Gäste im

Porsche Zentrum Münster

einen Abend voller Überr

erlebt. Artis-

Aaschungen

ten des GOP zeigten ihr bewundernswertes

Können, die Münstersche Band

Compaz, die für ihre mitreißenden

tanzbaren Rhythmen bekannt ist, sorgte

mit einer bunten Mischung für beste

Unterhaltung. Darüber hinaus

zauberte ein Magier Erstaunen

in die Gesichter

der Besucher.

Nette Gespräche

zwischen

den Gästen und

den Mitarbeitern des Porsche Zentrum

Münster, Cocktails, die in Kokosnüssen

serviert wurden, und schmackhaftes

Essen rundeten den karibischen Abend

ab. Darüber hinaus hatte man am Samstag,

den 2. Dezember 2017, alle Interessierten

zu einer Tagesveranstaltung

eingeladen. Bei einem Tag der offenen

Tür wurden Fingerfood und Kaffee serviert,

bei Gesprächen in lockerer Atmosphäre

war das Thema Nummer Eins

der neue Cayenne.

„Er ist ein komplett neues Auto“, ist Geschäftsführer

Siegfried Gerdes begeistert.

Vor allem im Bereich der Digitalisierung

und der Navigation habe man

einen Sprung nach vorne gemacht.

Durch fünf Türen, die offen sind für jedes

Abenteuer, ein neues dynamisches

Design und neue Turboaggregate

bringt er Mannschaftsgeist in die Sportwagenwelt.

Dem Fahrer und den Passagieren bietet

er wegen seiner Vielseitigkeit, Qualität

und der neuen wegweisenden Assistenzsysteme

außergewöhnlichen Komfort.

„Ein Highlight im Bereich Effizienz

und Performance stellt der neue Cayenne

S E-Hybrid dar. Eine rein elektrische

Reichweite von 18 bis 36 Kilometern,

ein Verbrauch von 3,4 l/100 km

und die Möglichkeit, das Fahrzeug extern

zu laden, sorgen für ein völlig neues

elektrisches Fahrerlebnis“, ergänzt

Gerdes. Porsche sei mit dem ersten

Plug-in-Hybrid-Angebot im Cayenne-

Segment einmal mehr Wegbereiter auf

dem Gebiet der alternativen Antriebe.

„Der nächste innovative Weg vorwärts.

Die nächste Stufe der Erfolgsgeschichte“,

freut sich der Geschäftsführer über

ein neues Design, neue Aggregate und

mehr Leistung bei geringerem Verbrauch

und verbesserter Performance.

So macht der neue Cayenne das Erlebnis

Porsche noch faszinierender und

vielfältiger – bleibt aber dennoch, was

er immer war: ein echter Sportwagen.

Der Cayenne ist ein Auto für echte

Sportwagenliebhaber, die ihren großen

Traum leben und ihn teilen. „Seine hohe

Qualität und seinen Mythos macht

Porsche nach wie vor aus“, weiß der Geschäftsführer

Siegfried Gerdes.

Große Momente werdennochgrößer,

wenn mansie teilt.

DerneueC

ung

.

Por

Porsche Zentrum Münster

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Tel. 0251 97109-0

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30 LEBEN &WISSEN

Zwanziger Jahre: Schillernde

Tänze auf dem Vulkan

Der Münsteraner Illustrator Robert Nippoldt hat in fünf Jahren einen Prachtband geschaffen,

der auf ganz besondere Weise an das pulsierende Leben in Berlin erinnert.

Eine der 765 Zeichnungen im Buch zeigt, wie das Licht die vergnügungssüchtigen Menschen anlockt, die in Berlin die Nacht zum Tagzumachen.

Foto: Robert Nippoldt/Taschen-Verlag

Die Zwanziger Jahre sind wieder

sehr in Mode. Die ARD gab grünes

Licht für weitere Staffeln der „Babylon

Berlin“-Serie von Tom Tykwer.

Sie basiert auf dem preisgekrönten

Roman „Der nasse Fisch“ von Volker

Kutscher.AnfangDezembererschien

ein gezeichnetes Buch über das Berlin

der zwanziger Jahre. Fünf Jahre

hat der Münsteraner Robert Nippoldt

darin investiert. Mit Erfolg.

Schon jetzt liegen zahlreiche Vorbestellungen

vor.

Das gleißende Scheinwerferlicht

in dem edlen Ballhaus

fällt auf eine dunkelhäutige

Frau. Sie trägt nur

Schmuck und einen Rock

aus 16Plüschbananen. Zum Charleston

des Orchesters wackelt sie so virtuos mit

dem Po, dass die Zuschauer in Schnappatmung

verfallen. Es ist 1926.Wir sind in

Berlin und Tänzerin

Josephine Baker

notiert in ihren

Memoiren, dass sie

in keiner anderen

Stadt so viele Blumen

und Geschenke

erhalte. Vielleicht

weil sie auch

schon tagsüber die

Extravaganz der

pulsierenden Metropole

feiert und

im Straußengespann

durch die

Straßen fegt. Dem

setzt Marlene Dietrich

ihren weiblichen

Dandy-Look

entgegen, paart

maskuline Accessoires

und Kleidungsstücke

mit

Das großformatige Bild(er)buch „Es wird

Nacht im Berlin der wilden Zwanziger“ erscheint

im renommierten Taschen-Verlag.

kühler Finesse und

Androgynität.

Das sind nur zwei

Ikonen der Unterhaltungskunst, die

Buchkünstler und Zeichner Robert Nippoldt

in seinem neuen Bild(er)-Prachtband

„Es wirdNacht im Berlin der wilden

Zwanziger“ bis in die Bananen-, pardon,

Haarspitzen kongenial mit fl

ottem

Pinselstrich und feiner Tusche schwungvoll

auf edles Leinenpapier zaubert. Der

40-jährige Münsteraner taucht ein in die

Glamour-Welt der damals 170 (!) Berliner

Varietés, stellt ihreAkteureinsilhouettenhaften

Großportraits zum Greifen

nah vor. Mehr noch: Er kontrastiert das

kunterbunteund schrille Nachtleben mit

dem ungeschminkten Alltagsleben zwischen

den beiden Weltkriegen. Zwischen

Konsum und Armut, zwischen Feierkultur

und Arbeitswelt, zwischen freiem Leben

und aufgezwungener Emigration,

zwischen Monarchie und Diktatur.

Wohlhabende Herren im Dreiteiler und

Damen mit Stirnband über dem Garcon-

Haarschnitt oder Boa zum Cocktailkleid

tanzen den Shimmy, als gebe es kein Morgen

mehr –während sich nur ein paar

Seiten weiter die Armen Berlins entscheiden

müssen: für eine warme Mahlzeit

oder ein Dach über dem Kopf. Beides ist

in der trüben Hinterhofw

elt nicht drin,

während auf den hellen Showbühnen

schon wieder die luxuriöse Ausstattung

wechselt. Es ist eben dieser Tanz aufdem

Vulkan zwischen beiden Weltkriegen, die

Robert Nippoldt zum großformatigen

Buch anspornte. „Die Menschen in Europa

wussten, dass die politische und wirtschaftliche

Lage überaus instabil war.

Niemand wusste, ob er das alles überleben

würde –aber die Lebensgier warumso

größer. Alle wollten das Leben genießen.“

Nippoldt schätzt die Zwanziger

sehr: „Es ist eine unvergleichlich intensive

und produktive Zeit, in der es in allen

kulturellen Bereichen bahnbrechende Innovationen

gab.“

Ganze fünf Jahre hat der Münsteraner –

Fünf Jahre brauchte Illustrator Robert Nippoldt aus Münster für sein Buch „Es wird

Nacht im Berlin der wilden Zwanziger.“ Auf 224 Seiten taucht erein in die Sinfonie der

Metropole auf dem Pulverfass zwischen 1918 und 1933. Foto: Peter Sauer

mit Schiebermütze, Stoffhf ose, Hosenträgern

und „Mafia“-Lackschuh selbst gekleidet

wie in den Zwanzigern –inseinem

Atelier am Güterbahnhof an seinem

Berlin-Buch gearbeitet, mit ehrgeiziger

Akribie über tausend Skizzen und Zeichnungen

angefertigt.

Am Anfang standen umfassende Recherchen

in Bibliotheken oder mit Experten.

Dann entstanden unzählige weiße Karteikarten,

auf denen der schlaksigeVater

zweier Kinder mit wenigen Bleistiftstrichen

die Motiveandeutete. Die Kärtchen

heftete erandie Wände, wechselte immer

wieder die Reihenfolge, verwarfEntwürfe,

tauschte Motive aus, um das

Storyboard zuentwickeln. Wie ein Filmregisseur

stellte Robert Nippoldt daraus

65 Großszenen zusammen. „Das war regelrechte

Puzzlearbeit.“ Viel Zeit benötigteder

rote Faden zwischen rauschhaftemExzess

und extremer Armut, Emanzipation

und Extremismus, Tagund Nacht,

Sein und Schein.

Bei der Illustration setzte der Münsteraner

auf ungewöhnliche Perspektiven und

„Film-Noir“-Licht-und-Schatten-Effekte

(atmosphärische Grauschattierungen),

rhythmische Linien und ornamentale

Verzierungen. Nach handgemachtenStrichen

und Schraffuren färbte er später

nachträglich einzelne Passagen am Computer

ein.

„Gestaltung und Illustration sind bei mir

mindestens gleichberechtigt“, sagt der

Perfektionist, der dem Leser das Gefühl

gibt, beim Umblättern der Seiten selbst

zum Kameramannzuwerden, um seinen

Blick wahlweise auf TotaleoderZoom zu

stellen. Oben richten die Techniker die

schweren Bühnenscheinwerfer, unten

auf dem Parkett swingen sich die Tanzschuhe

heiß, draußen strahlen die Reklameschilder

über das Grau der Häuser um

die Wette. ►Fortsetzung auf Seite 31


LEBEN &WISSEN 31

Grelles Großstadtlicht neben

dem Grau der Hinterhöfe

Der Vergnügungspalast „Haus Vaterland“ am Potsdamer Platz wird inNippoldts Berlin-Band

wie der Querschnitt eines Schiffsrumpfs in seine Einzelteile zerlegt.

Robert Nippoldt setzt auf

große Abwechslung und

ausgefallene Sichtweisen.

So gibt es große silhouettenhafte

Portraits mit präziser

Mimik, paritätisch von unvergessenen

Zeitgenossen wie AlbertEinstein und

Max Reinhardt und vontotal vergessenen

Helden wie Stilikone Anita Berber oder

Chronistin Jeanne Mammen. Es gibt aber

auch Übersichtskarten, auf denen zum

Beispiel der Mode- und Politikzirkus fokussiert

dargestellt wird. Besonders

stark: Wieden Querschnitt eines Schiffsrumpfs

zeichnet Nippoldt den Konsumtempel

„Haus Vaterland“. Jeder einzelne

Saal schält sich heraus wie das tanzende

Kläppchen eines Adventskalenders. Der

Münsteraner ahmt auch 51 Filmplakate

detailreich nach und bringt in 403fingernagelgroßen

Vignetten Hintergrundwissen

fast beiläufig unter. Auch alle Schriftzüge

und Schallplattenetiketten hat er

selbst bearbeitet, handgelettert, manche

selbst entworfen – irgendwo zwischen

Art Deco, Bauhaus und Neuer Sachlichkeit

(von Schmuckinitialen

bis Minuskelnziffern). Nippoldt gelingt

es so, die grellen Lichter der Großstadt

und das Grau der Fabriken,Hinterhöfe

und Mietskasernen, das Geschrei

der Sporthallen und die Stille der Theatersäle

gleichermaßen zu illustrieren.

Das gibt seinemBucheine besondereAtmosphäre

und Ästhetik –als ob man als

Zeitreisender durch das Berlin der Zwanziger

fl

aniert.

Nurden Text für sein Buch gaberaus der

Hand und wählteals AutorenBoris Pofalla

(Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung;

Roman„Low“) aus. Eine guteWahl,

da dieser sehr stimmungsvoll und einfühlsam

formuliert. Dem Buch legte Robert

Nippoldt noch eine CD mit raren

Schlagern jener Stadt bei, die niemals

schlief, bevor Weltwirtschaftskrise und

Naziherrschaft Berlin

das Licht ausknipsten.

Die Übermacht

von Adolf Hitler symbolisiert

er dadurch,

dass sein Portrait an der

oberen rechten Ecke

Freizügig ging es in den zwanziger Jahren zu. Nicht nur bei den Tänzerinnen, auch bei Privatfeiern der Boheme

in Berlin.

Foto: Robert Nippoldt/Taschen-Verlag

halb aus dem Buch fällt. „Ich wollte ihm

auch nicht so viel Platz schenken.“

Der prachtvolle Band „Es wird Nacht im

Berlin der wilden Zwanziger“ ist ein sinnliches

Flanieren durch eine Zeit, die überhaupt

nicht gestrig wirkt. Nippoldts sehr

ästhetische Illustrationen, Graphiken

und Schriftzüge sorgen für eine unterhaltsamewie

lehrreiche, aber leichtfüßige

Zeitreise. Limitierte Siebdrucke einzelner

Motive werden übrigens in zwei

Galerien inMünster (Nettels, Steinrötter)

sowie auch in Berlin gezeigt.

Peter Sauer

In Berlin fühlte sich Josephine Baker laut

ihren Tagebucheinträgen am wohlsten. 1926

war dort ihr Jahr. Foto: Robert Nippoldt/Taschen-Verlag

Robert Nippoldt, Boris Pofalla: „Es wird

Nacht imBerlin der wilden Zwanziger“.

224 Seiten mit CD, 23,5 x37cm, ISBN

978-3-8365-6319-2. Taschen, 49,99

Euro. ww

w w.nippoldt.de/de/

Schmelztiegel: Das „Haus Vaterland“ (inklusive „Kempinski“) war

ein Vergnügungspalast am Potsdamer Platz in Berlin mit Steingewölben

über den Bogenfenstern –gezeichnet von Robert Nippoldt.

Foto: Peter Sauer

ZUR PERSON

Robert Nippoldt wurde 1977 in Kranenburg am Niederrhein

geboren. Schon sein Großvater hat gemalt, war Zille-Fan

und Mundart-Dichter. Die Großmutter interessierte

sich für Mode, der Vater nahm die Kinder immer gerne

mit zur Documenta. Zunächst jobbte Nippoldt als Zeichner

bei Gericht: „Da kann man gut Charakterstudien

üben.“

1999 begann er in Münster ein Studium an der Fachhochschule

für Grafik und Illustration. Seine Diplomarbeit war

sein erstes Buch „Gangster“, das 2005 im Verlag Gerstenberg

erschien. 2007 erschien „Jazz imNew York der wilden

Zwanziger“. Eswurde von der Deutschen Stiftung

Buchkunst 2007 zum schönsten Buch des Jahres gewählt.

Für seinen Prachtband mit Goldstaub-Cover „Hollywood

in den 30er Jahren“ (2010) begeisterte er auch Fachmagazine

wie „Vanity Fair“ (New York), „Weekend Knack“ (Belgien)

oder „Curve“ (Libanon). Nippoldt räumte unter anderem

den International Book Award Los Angeles und

den Red Dot Design Award ab.

Für die internationale Vermarktung produzierte er einen

eigenen Stummfilm „The Book Artist“, der auch international

in den Kinos und auf Festivals lief, fast inEigenregie.

Ehefrau Christine schrieb das Drehbuch, spielte selbst

mit –mit Kissen unterm Kleid. Denn sie war zur Entstehungszeit

des Buches schwanger mit Tochter Johanna.

Kaum zu glauben: Zur Veröffentlichung des Stummfilms

war sie erneut schwanger.

Nippoldt arbeitet auch als Dozent (z.B. FH Münster) sowie

als Zeichner für „New Yorker“, „Le Monde“ oder das „Time

Magazine“. Er illustriert auch eigene Brettspiele und Ladenlokale

sowie die „Legendary Albums“, die limitierte

Sammler-Edition für „Die Zeit“ (Miles-Davis-Box). Nippoldt

hat sein Atelier in einem Künstlerkollektiv-Haus am

Güterbahnhof in Münster. Abwerbe-Angebote aus Berlin

hat erbislang erfolgreich abgelehnt. Peter Sauer

Stummfilm „The Book-Artist“: www.youtube.com

Eine poetische und

gleichzeitig amüsante Schau

Robert Nippoldt geht mit dem Trio Größenwahn auf Tournee

Mit dem „Berlin“-Buch geht Robert

Nippoldt bundesweit und auf Kreuzfahrtschiffen

mit dem Trio Größenwahn

auf Tournee. Die poetische

Amüsier-Schau nennt sich „Ein rätselhafter

Schimmer“.

Zu den profund live vorgetragenen

Hits der Zwanziger

zeichnet Nippoldt seine Por

träts mit Zeichenstift und

Stahlfeder live. Alles wirdper

Kamera auf die Leinwand projiziert. Vorgezeichnete

Straßenszenen in Schwarz-

Weiß mit hell funkelnden Lichtspielen

und Breitwand-PerspektivefügtNippoldt

als Hintergrundbilder per Siebdruck-Folie

ein. Auf seinen Fingerspitzen kleben

gezeichnete Porträts wie die Comedian

Harmonists, die er wie tanzende Scherenschnittedurchs

Bild huschen lässt, bis

sie mit ihrem Gesang ein Klavier zerlegen.

Ein Höhepunkt ist das illustrierte

Kartenspiel, bei dem Nippoldt binnen

weniger Sekunden alle Kanzler der Weimarer

Republik auf die Leinwand wirft.

Termine:

Bielefeld, Freitag, 8. Dezember, 20Uhr,

Flink, schwungvoll und detailreich: Illustrator Robert Nippoldt (r.) zeichnete live zuder

Musik des „Just Jazz Trios“, Eva Lotta Stein (Gesang), Christian Manchen (Piano, 2.v.r.) und

Christoph Kopp (Kontrabass), seine Eindrücke vom pulsierenden Berlin der zwanziger Jahre.

Foto: Peter Sauer

Neue Schmiede. Karten unter: Telefon:

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Wermelskirchen, Freitag, 12. Januar

2018; 20 Uhr, Kattwinkelsche Fabrik,

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Gebühren-Bremse Seite 17

DIE WIRTSCHAFT

Es geht stetig nach oben

m Münsterland brummt die Konjunktur. Die Stimmung der Unternehmen ist in allen Branchen gut.

Die Betriebe investieren kräftig, um ihre Kapazitäten aufzustocken.

Lange musste der Aufschwungan-

halten, bis in den Unternehmenein

nvestitionsschubinGangkam. Die

ndustrie- und Handelskammer

(IHK) Nord Westfalen hat diese

Trendwende im Münsterland bei

hrer jüngsten Konjunkturumfrage

ausgemacht.

DerGrundfürdieplötzli-

che Investitionsneigung:

Die Kapazitäten werden

immerknapper. Auchda-

für gibt es Ursachen: Der

Export läuft auf Hochtouren und die

Kaufl

aune bleibt gut. Karl-Friedrich

Schulte-Uebbing, Hauptgeschäftsführer

der Industrie- und Handelskammer

(IHK) Nord Westfalen, konnte deshalb

üngst bei der Präsentation der Ergebnisse

der IHK-Konjunkturfrage nur Bestnoen

vergeben: „Vollbeschäftigung im

Münsterland weithin erreicht“, „Stetiger

Expansionspfad hält 2018 an.“

Mit 127 Punkten hat der IHK-Konjunkurindikator,

der die aktuelle Geschäftsage

und die Zukunftserwartungen der

Unternehmen zusammenfasst, einen

sehr hohen Wert erreicht, der das langährige

Mittel um üppige 13 Punkte übersteigt.

Vor allem die aktuelle Lage sorgt

n den Betrieben für Hochstimmung.

Über 50 Prozent der Unternehmen hält

sie für „gut“, weitere 46 Prozent für „befriedigend“.

Mit drei Prozent Unzufriedenen

war die Restgröße niemals zuvor so

klein. „Das ist das beste Lage-Urteil seit

der deutschen Wiedervereinigung“, beonte

Schulte-Uebbing. Die glänzendsten

Zahlen meldet derzeit die Bauindustrie.

Diese Branche erwirtschaftete in der IHK-

Region, also im Münsterland und der

Münster | Münsterland

Emscher-Lippe-Region, 2016 den höchsten

Umsatz seit 20 Jahren.

Auch in der Industrie herrscht Hochstimmung.

Vor allem in mittelständischen Firmen

des produzierenden Gewerbes mit

20 bis 499 Beschäftigten mache sich der

deutliche Konjunkturaufschwung in den

europäischen Nachbarländern deutlich

bemerkbar, berichtete der IHK-Hauptgeschäftsführer.

Der optimistische Blick in die Zukunft

wird durch einen Faktor getrübt: den

Fachkräftemangel. „Alle anderen Konjunkturrisiken

sind in ihrer Bedeutung

zurückgegangen“, berichtete Schulte-

Uebbing. Auch im Exportgeschäft trüben

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Ausgabe 7/2017

Schwierige Lehrlingssuche

Nur die Hälfte der Handwerksbetriebe konnte diesmal alle Stellen besetzen.

Das Handwerk würde gern mehr

Jugendliche ausbilden. Das hat

eine Umfrage der Handwerkskammer

Münster unter 145 Ausbildungsbetrieben

im Münsterand

und in der Emscher-Lippe-

Regionergeben.NurgutdieHälfte

(53 Prozent) konnte alle Lehrstellen

besetzen. Fast ein Viertel

(23 Prozent) sucht immer noch

Lehrlinge.

Gegenüber einer Umfrageaus2015istderAnteil

der Betriebe, die

keineBewerberfürihre

offenen Lehrstellen

4 198869 003501

MÜNSTER

MÜNSTERLAND

DASIDEALE WERBEMEDIUM 2018.JETZT BUCHEN!

2 0 0 4 3

Lebe

band

OFFEN GESAGT

Ein kleiner

Wermutstropfen

D

Trump, Erdogan und der Brexit die Stimmung

kaum noch. „Die Unternehmen

verstehen es, mit diesen Risiken umzugehen“,

betonte der IHK-Hauptgeschäftsführer.

Hinzu komme, dass sich die Drohung

des US-Präsidenten, Einfuhrzölle

einzuführen, inzwischen verfl

ie deutsche Wirtschaft

hält sich seit Jahren auf

einem kontinuierlichen Wachstumspfad.

Der Umsatz der Firmen

klettert in fast allen Branchen.

Gleichzeitig sind die Verbraucher

– dank unrentabler

Geldanlagen – dauerhaft in

Kaufl

aune.

Noch besser als im Bundesdurchschnitt

steht die Wirtschaft

im Münsterland da. Die

kleinteilige Struktur der Betriebe,

die nach dem Zusammenbruch

der Textilindustrie am

Ende der siebziger und zu Beginn

der achtziger Jahre entstanden

ist, beschert der Region

ihre besondere Wirtschaftskraft.

Die Wachstumsraten

sind noch etwas höher als

in vielen anderen Regionen

Deutschlands, am Arbeitsmarkt

herrscht nahezu Vollbeschäftigung.

Doch gerade die Lage am

Arbeitsmarkt liefert inzwischen

einen kleinen Wermutstropfen.

Denn künftiges Wachstum wird

vor allem von einer Komponente

behindert: vom Fachkräftemangel.

Ein Weg, diesem Defizit

zu begegnen, ist der technische

Fortschritt, der den

Arbeitskräftebedarf reduziert.

Deshalb überrascht es wenig,

dass die Unternehmen ihre Investitionen

hochfahren und

mehr Geld für eine Modernisierung

ihres Maschinenparks

ausgeben. Dennoch muss die

Facharbeiterlücke geschlossen

werden. Das Werben für die

duale Ausbildung muss deshalb

f üchtigt ha-

unbeirrt weitergehen.

Jürgen Stilling

be. ► Fortsetzung auf Seite 2

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In der Baubranche boomt das Geschäft zurzeit besonders stark. Foto: Fotolia

hatten, deutlich gestiegen – von 29

auf56Prozent.„DerTrendzurAkademisierungunddiesinkendeZahlder

Schulabgänger kommt zunehmend

bei den Betrieben an“, erklärt Kammerpräsident

Hans Hund. Er empfiehltdenUnternehmen,sichfrühzeitigumBerufsnachwuchszubemühen

undauchfürjüngereSchülergutbetreute

und interessante Praktika anzubieten.

Die Kammer werbe zudem

intensiv für die guten Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten

im Handwerk.

Sagten in der Umfrage vor zwei Jahren

noch drei Prozent der befragten

Ausbildungsbetriebe, dass ihre BewerbernichtdengewünschtenSchulabschluss

gehabt hätten, gaben dies

jetztelfProzentan.AlsweitereUrsachen

für unbesetzte Lehrstellen wurdengenannt:DieBewerberseienun-

zuverlässiggewesenoderderpersön-

licheGesamteindruckhabenichtge-

passt(j (eweilssiebenProzent);dieBewerberhättenbeimProbearbeitenzu

weniggewerkespezifischesTalentgezeigtoderseiennachderAuswahlabgesprungen

(j (eweils sechs Prozent).

Relevant sind auch mangelnde

Deutschkenntnisse der Bewerber:

DeswegenkonntenfünfProzentder

BetriebekeinenLehrvertragabschließen.

JugendlichenrätHansHund,

mobilundbeiderBerufswahlfl fexibel

zuseinsowiebeiBedarfSprachkurse

und Förderangebote zu nutzen.

Neben Jobcentern und ArbeitsagenturenhilftdieKammerweiter:Sieberät

zu Einstiegsqualifizierungen und

vermittelt Praktikums- und Ausbildungsplätze.

Betriebe bieten in der

Lehrstellenbörse aktuell mehrere

Hundert offene Lehrstellen an.

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INNOVATIVE IT-TECHNOLOGIE &BÜROMANAGEMENT 34

Nicht mehr wegzudenken

Große Entwicklung bei den Speicherkarten /Worauf man achten muss

Dieerste Festplattevor mehr als 60 Jahren

war ein Koloss. Bei einem Gewicht

von mehr als einer Tonne fasste der

Speicher gerade einmal fünf Megabyte

Daten. Besitzer moderner Speicherkarten

können darüber nur lachen.

Die kompakten Chips sind aus

Digitalkameras oder Smartphones

nicht mehr wegzudenken.

Allein in Deutschland

wurden 2016 laut Consumer

Electronics Marktindex Deutschland (CE-

MIX) mehr als 20Millionen Stück verkauft.

Beim Kauf muss man aber aufpassen. Nicht

jede Speicherkarte eignet sich für jedes Gerät

und jeden Einsatzzweck.

„Die SD-Karte gehört heute zu den gefragtesten

und am weitesten verbreiteten Speicherlösungen“,

erklärt IT-Experte Axel

Denk. Während die Compact-

Flash-Karteindigitalen Spiegelreflexkameras

steckt, gibt es

die Multimedia Card oder

Sonys Memory Stick nur

noch als Restbestände. SD

steht für Secure Digital

und betitelt den Speicherkartentyp.

„SDHC ist die

zweite Generation an

SD-Speicherkarten, die

sich durch höhere Geschwindigkeit

und Kapazitätauszeichnen“,

so

Denk. SD-Karten mit der

Bezeichnung SDXC bieten

als SDHC-Nachfolger

eine maximale Speicherkapazität

von zwei

Terabyte.

dpa

INFOS

Bei vielen populären iOS-Apps

wächst der Speicherhunger. So

benötigten etwa die zehn am häufigsten

installierten Apps inden

USA –darunter Facebook, Snapchat,

Uber oder Spotify –im Mai

2013 zusammengerechnet noch

rund 164 Megabyte (MB) Speicherplatz.

Vier Jahre Später, im

Mai 2017, belegten die gleichen

Apps bereits 1,8 Gigabyte –also

rund den elffachen Speicherplatz.

Das geht aus einer Untersuchung

des App-Analyseunternehmens

Sensor Tower hervor. Besonders

großen Zuwachs gibt es bei Snapchat.

Der beliebte Video- und Fotochatdienst

hat inden vergangenen

vier Jahren seinen Speicherbedarf

verfünfzigfacht –von 4MB

auf 203 MB.

dpa

Foto. Alexander Heinl/dpa

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MÜNSTER

MÜNSTERLAND

DASIDEALEWERBEMEDIUM2018. JETZT BUCHEN!

Für die Zukunft

Unternehmen planen Digitalisierungsmaßnahmen

Der größte Teil der Unternehmen

in Deutschland plant, in

den kommenden zwei JahrenDigitalisierungsmaßnahmen

durchzuführen. Knapp 42 Prozent

geben in der Unternehmensbefragung

2017 an,Investitionen

in dem Bereich fest eingeplant

zu haben.

Foto: Colourbox.com

■ Ein Viertel der Firmen ist noch

unentschieden, ein Drittel sieht keine

Digitalisierungsmaßnahmen vor.

Zu den Vorreitern der Digitalisierung

zählen die Unternehmen des

Groß- und Außenhandels. Mehr als

zwei Drittel vonihnen wollen in den

kommenden 24 Monaten entsprechend

investieren.

Neun von zehn Unternehmen nennen

als eines ihrer Motivefür die Digitalisierung,

die Chancen der neuen

Technologien nutzen zu wollen.

Für zwei Drittel der Unternehmenist

dies sogar der einzigeGrund für ihre

Aktivitäten. Außerdem nennen die

Unternehmen

konkrete Forderungen von

Kunden, Wettbewerbsdruck am

Markt und Druck in der Wertschöpfungskette

als Antriebsfaktoren für

Digitalisierungsmaßnahmen.

Der Chefv

olkswirt der KfW

,Dr. Jörg

Zeuner, sagte zu den Ergebnissen

der Unternehmensbefragung: „Die

Digitalisierung gilt als wesentlicher

Treiber für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit

und Innovationskraft

der deutschen Wirtschaft. Die

Unternehmensbefragung 2017

zeigt, dass ein großer Teil der Unternehmen

dieses Thema zunehmend

aktiv angeht und das vor allem mit

dem Ziel, die Chancen der Digitalisierung

zu nutzen. Das ist ein ermutigendes

Signal, das zeigt: Es bewegt

sich etwas.“

Deutliche Unterschiede zeigen sich

in der Befragung zwischen größeren

und kleinen Unternehmen: Während

knapp 80 Prozent der Unternehmen

mit mehr als 50 Millionen

EuroJahresumsatzDigitalisierungsmaßnahmen

planen, machen

dies nur rund 27

Prozent der Unternehmen

mit weniger als einer

Million Euro Jahresumsatz.

Junge Unternehmen

äußern sich deutlich

zurückhaltender als ältere:Nur

32 Prozent von

ihnen wollen in absehbarerZeit

in die Digitalisierung

investieren. Ein

Grund hierfür könnte

sein, dass junge Unternehmen

häufiger bereits mit modernen

Technologien starten und daher

in ihren Anfangsjahren

seltener als ältere

Unternehmen einen

Nachholbedarf haben.


INNOVATIVE IT-TECHNOLOGIE &BÜROMANAGEMENT 35

Eine grundlegende

Änderung

Neue Datenschutz-Grundverordnung ab nächstem Jahr

Fotos: dpa, Colourbox (2)

Deutschland steht durch die Datenschutz-Grundverordnung

(DSGVO)

der EU vor einer grundlegenden Reform

des Datenschutzrechtes. Das

wirft für die deutsche Wirtschaft erhebliche

Herausforderungen auf,die

es spätestens bis zum 25. Mai 2018

zu bewältigen gilt –andiesem Stichtag

tritt sie in Kraft.

Darauf weist die Nationale Initiative

für Informations- und Internet-Sicherheit

(NIFIS) hin. Deren

Vorsitzender, der Rechtsanwalt Dr.

Thomas Lapp, erklärt: „Aktuell basiert

das Datenschutzrecht in Deutschland auf

einer Richtlinie der Europäischen Union

aus dem Jahr 1995. Sie berücksichtigt etliche

der heutigen Themen wie Web 2.0,

Internet der Dinge, Industrie 4.0 und

Cloud Computing nicht. Daher kommt

der Reform durch die neue Datenschutz-Grundverordnung,

die unmittelbar in allen EU-

Staaten gilt, eine so

hohe Bedeutung

zu.“

Der Jurist verweist

beispielhaft

auf die

neue Rechtslage

beim Cloud

Computing.

Cloud-Anbieter

werden von der

Datenschutz

Grundverordnung

als „Auftragsverarbeiter“ bezeichnet.

Nach aktuellem Datenschutzrecht sind

sie hingegen „Auftragsdatenverarbeiter“.

„Was auf den ersten Blick beinahe schon

wie Wortklauberei anmutet, stellt in

Wahrheit eine grundlegende Änderung

dar, die jeder Anbieter von Cloud-Diensten

unbedingt beachten sollte“, sagt Dr.

Thomas Lapp. Das „alteRecht“ verpfl

ichtet

nämlich allein den Auftraggeber, für

die Einhaltung der Vorschriften des

Datenschutzes Sorge zu tragen und Verantwortung

zu übernehmen. Die neue

Datenschutz Grundverordnung nimmt

nun auch die Auftragnehmer,also die Anbieter

vonCloud-Diensten, in die Verantwortung.

Es gibt zahlreiche weitere Felderinbeinahe

allen Segmentender IT-Sicherheit,

die von der neuen Gesetzgebung

betroffen sind“, warnt der Experte

davor, die neue Datenschutz-Grundverordnung

auf die leichte

Schulter zu nehmen.

Foto. Colourbox.com

Viele Wegee

zum Ziel

Wir fördern

das Gute inNRW.

Große Datenmengen verschicken

Im Büroalltag müssen häufig gro-

wer-

ße Datenmengen verschickt

den. Viele Mail- oder Messenger-

Nutzer

ihreDateien auf

laden

den Server des

Programme geraten dann an ihre

Grenzen. Doch welche Methoden

zum Versenden großer Datenmengen

gibt es nochund wie sicher und

praktikabel sind sie?

Anbietershoch und geben die Mail-Adressen

der Empfänger an. Die erhalten

einen Link per Mail und können die

Dateien sofort herunterladen. Nach

wenigen Tagenwerden die Daten automatisch

gelöscht. Eine Ordnerstruktur

oder einen mobilen Online-Zugriff auf

die Daten gibt es nicht.

Dafür verlangen viele der Anbieter

nicht einmal eine Registrierung, nur

die eigene E-Mail-Adresse muss beim

Versenden der Daten eingegeben werden.

Für wirklich große Datenmengen

müssen Nutzer jedoch auch hier zahlen.

Die Sicherheitsprobleme sind dieselben

bei Cloud-Systemen: „Wer seine

Daten auf ausländischen Servern lagert,

muss dem Anbieter vertrauen“,

sagt Frank Spaeing vomBerufsverband

der Datenschutzbeauftragten Deutschlands.

Denn die Kunden haben keinen

■ Eine der gängigsten Methoden zum

Teilen großer Datenmengen sind Onlinespeicher,

auch Cloud-Speicher genannt.

Hier laden die Nutzer ihreFotos

und Videos aufdie Server eines Anbieters

hoch. Anschließend können sie

ausgewählteBereiche für Kollegen freigeben.

Die erhalten dann einen Link

oder die Zugangsdaten für den Online-

Speicher per Mail. Empfänger brauchen

meist kein eigenes Konto beim

Anbieter,umauf die Daten zuzugreifen

oder sie herunterzuladen.

EinigeCloud-Dienstebieten außerdem

an, die Daten zu verschlüsseln. „Wie

die Dateien verschlüsselt werden, ist

für die Nutzer aber meist nicht nachvollziehbar“,

sagt Fabian Scherschel

vonder Fachzeitschrift „c‘t“. Im Zweifel

verschlüsselt man besser selbst oder erzeugt

wenigstens gepackteZIP-Dateien

mit Passwortschutz. WerhiesigeDienste

mit Server-Standort in Deutschland

nutzt, hat zudem das strenge deutsche

Datenschutzrecht auf seiner Seite.

Wer nur einmalig große Datenmengen

versenden will, kann Dienste wie Wetransfer,Dropsend

oder Zeta Uploader

ausprobieren. Das System ist ähnlich:

Einfl

uss auf die Sicherheit ihrer Dateien

auf fremden Servern.

Um das Problem mit dem Speichern

vonDaten auf fremden Servern ganz zu

umgehen, können sich Nutzer auch

ihre eigenen Server einrichten. Speicherplatzprobleme

hat man so nicht.

Doch die Anschaffung und Installation

eines eigenen Servers ist aufw

endig,

Zubehör und Material kosten je nach

Qualität mehrere hundert Euro. Der

Besitzer muss den Server außerdem

selbst vor Angriffen durch Hacker

schützen.

dpa

Unternehmer wie Dirk Franke setzen für die Digitalisierung

auf die Förderprogramme der NRW.BANK

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INNOVATIVE IT-TECHNOLOGIE &BÜROMANAGEMENT 36

Konzentration steigern

Was man gegen ständige Ablenkung im Büro machen kann

Jeder Mensch ist anders –und deshalb

gibt es auch nicht den einen

Tipp für mehr Konzentration im

Arbeit. Hier deshalb gleich fünf Ratschläge,

vom dauerbimmelnden

Telefon bis zu den richtigen Arbeitszeiten:

Kleine Tipps können große

Auswirkungen haben: Mit

wenigen einfachen und individuellen

Kniffen können

Küroarbeiter B

effektiver ihre

Arbeit schaffen.

•Ausgeruht sein: „Wer nicht erholt ist

und eine schlechte Nacht hatte, wird

auch einen schlechten Tag haben“, sagt

Autor und BeraterJochenMai.AußerdemsolltemanwährendderArbeitregelmäßigePauseneinlegen.„Mankannsich

ohnehinnurungefähr90Minuten

konzentrieren.“

•Mails: Oft sind die Mails wie ein „ständiges

Getröpfel“, sagt Karrierecoach Ute

Bölke. Jedes Tröpfchen reißt einen wieder

aus der Konzentration heraus. Deshalb

schaltet man am besten zunächst

Hinweise auf neue Mails aus. Dann sollte

man sich Zeitfenster schaffen, in denen

man die Post bearbeitet.

•Telefon: Ähnlichwieständig

eingehende

E-Mails

kann

auch das dauernd bimmelnde Telefon die

Konzentration bei der Arbeit stören. „Wer

nicht gerade in einer Notdienstzentrale

arbeitet, kann vielleicht mal einen Anrufbeantworter

laufen lassen“, sagt Bölke.

•To-Do-Listen: Noch am Freitag oder

gleich am Montagmorgen schreibt man

die anstehenden Arbeiten auf und ordnet

sie nach Priorität.JenachTyp erledigt

man dann entweder die unliebsamen

Aufgaben zuerst – oder startet mit

einer etwas angenehmeren

Aufgabe sanft in den Tag.

•Arbeitszeit: Wer die Möglichkeit

hat, seine Arbeitszeit

freier zu gestalten,

sollte das ruhig nutzen.

Früher zu kommen oder

später zu gehen kann

eine gute Möglichkeit

sein, in Ruhe arbeiten

zu können.

dpa

Konzentration! Es gibt nicht nur einen Tipp, wie man sich bei der Arbeit besser konzentrieren kann.

Foto: dpa

Fokus auf

Digitalisierung

Hoff und Partner hat Umbau abgeschlossen

Die notwendige Erweiterung der

Räumlichkeiten war für das Planungs-

und Schlüsselfertigbau-

Unternehmen Hoff und Partner aus

Gronau der Anlass, nach 20 Jahren

frischen Wind in die eigenen Räume

zu bringen.

Neben der Hoff-LoungeimErdgeschoss

sind auch im Obergeschoss

des Firmensitzes Flächen

hinzugekommen, sodass die Bürofl

äche

auf 2000 Quadratmeter gewachsen ist.

Für das 60-köpfige Team wurden die Bürokonzepte

neu gedacht. Neben einem

neuen Look sollten auch die internen Prozesse

optimiert und ein Arbeitsumfeld

geschaffen werden, das eine aktive, moderne

Kommunikation ermöglicht.

Herzstück der neuen Räume ist ein verglaster

multimedialer Besprechungsraum.

Hier können Präsentationen über

mehrere Beamer zugleich gezeigt werden

sowie parallel digitale Dokumente

auf dem überdimensionalen Multi-

Touch-Table bearbeitet werden.

Neben der Digitali-

der

sierung

Arbeitsprozes-

persönliche

se wird der

Austausch

großgeschrieben:

Hierfür bieten

attraktive

Besprechungs-

den

nischen in

Fluren, intern

be-

be-

reits mit „Zugabteil“

zeichnet, den passenden

Raum. InderoffenenBürolandschaft

des Desk-Sharing-Bereiches bieten sich

vielseitige Arbeitsbereiche, unter anderem

auch eine „Denkerzelle“ mit Sofas.

Die Wahl der Materialien fiel auch hier

auf warme Farbtöne und natürliche

Werkstoffe, um ein angenehmes Pendant

zu den technischen Arbeitsabläufen zu

bilden.

Die Reaktion auf die neuen Räume fällt

durchweg positiv aus. „Dadurch, dass wir

Foto:K.Wiedau

in diesem Projekt

unser eigener Kunde

waren, ergabsich ein spannender Rollentausch“,

so Ingo Hoff, geschäftsführender

Gesellschafter des Familienunternehmens.

„Der Umbau erfolgte bei laufendem

Betrieb. Die Kollegen bekamen

einen unmittelbaren Eindruck, worauf es

ankommt, wenn Bauprojekte bei laufendem

Betrieb umgesetzt werden –eine

wertvolle Erfahrung auch für Kundenprojekte.“

Als pdf speichern

Webseiten einfacher drucken

IMPRESSUM

Das Drucken von Webseiten

bereitet oft Probleme, weil

die Seiten vielleicht dynamisch

sind oder mit aktiven Elementen

arbeiten, so dass immer nur ein

Teil der Seite gedruckt wird.

Eine Lösung ist, die Seite wie bei

einem Screenshot zu einem bestimmten

Zeitpunkt festzuhalten.

Dazu kann etwa der Chrome-Browser

Seiten im PDF-Format speichern.

Nach dem Öffnen der Seite muss

man dazu auf das Symbol mit den

drei Punkten oben rechts klicken

und den Menüpunkt „Drucken“ auswählen.

Anschließend muss noch das Ziel auf

„Als PDF speichern“ umgestellt werden.

Mit Speichern wirddie Seiteals

PDF abgelegt.

dpa

SONDERVERÖFFENTLICHUNG

„INNOVATIVE IT-TECHNOLOGIE &BÜROMANAGE-

MENT“

Verlag: Aschendorff Verlag GmbH &Co. KG,

Geschäftsbereich: Media &Sales, Soester Str. 13,

48155 Münster, Telefon: 0251 690-0, Fax: 0251 690-804801

Anzeigenleitung: Herbert Eick (Anschrift wie oben)

Verantwortliche Redakteurin: Claudia Bakker (Anschrift

wie oben)

Redaktion: Jenny Hagedorn

Gestaltung/Titelseite: Lisa Stetzkamp

Druck: Aschendorff Druckzentrum GmbH &Co. KG,

An der Hansalinie 1, 48163 Münster, Telefon: 0251.690-0,

Fax: 0251.690-215

www.die-wirtschaft-muensterland.de


INNOVATIVE IT-TECHNOLOGIE &BÜROMANAGEMENT 37

Voll auf Sendung

Westermann´s Lettershop hält viele Direktmarketing-Produkte für die Region bereit

Westermann´s Lettershop ist immer dann ein interessanter Partner, wenn esmit der normalen Postabwicklung schwierig wird.

Foto: Roman Mensing, Münster

Häufig ist es ein zeitliches Problem,

manchmal reicht das Lager

aus Kapazitätsgründen nicht oder

aber der Auftrag ist sehr komplex.

„Die Kunden nehmen unsere

Dienstleistung aus unterschiedlichen

Gründen in Anspruch“, weiß

Karl-Heinz Kemman.

■ „Wir sind immer dann ein interessanter

Partner,wenn es mit der normalen

Postabwicklung schwierig wird“,

fügt der geschäftsführende Gesellschafter

vonWestermann´s Lettershop

hinzu. Das ureigene Produktportfolio -

der Versand vonMailings, Paketenund

Weihnachtspost -wurde im Laufe der

Jahre kontinuierlich ausgebaut. „Wir

versenden von der Postkarte bis zum

Paket alles, inklusive Datenbearbeitung

und -optimierung. Dabei arbeiten

wir gemäß unserer jährlichen Zertifizierung

stets nach den Anforderungen

des Datenschutzgesetzes“, beschreibt

Kemmann die Leistungen des Unternehmens.

Postkarten, Selfmailer, kuvertierte

oder eingeschweißte Mailings,

Pressesendungen, Postwurfsendungen,

Werbemittellogistik, Konfektionierung,

Digital- und Offsetdruck

sowie der Versand vonRechnungen gehören

mittlerweile zum Service. Von

der Datenanlieferung bis zur Postauflieferung

kümmern sich die Experten

INFOS

Im Jahr 1988 begann Westermann´s Lettershop in einer Garage mit dem

Versand der ersten Briefe. Damals waren Begriffe wie Direktmailing, Lettershop

und Personalisierung noch ein Buch mit sieben Siegeln. Kontinuierliches

Wachstum erforderte einen Umzug -zunächst ging es in den „Kaiserbusch“,

schließlich an die jetzige Adresse ander Fuggerstraße 3inMünster-Hiltrup.

„Wir sind im Münsterland das führende Unternehmen, wenn es

um einen zuverlässigen Mailingpartner geht. Wir verstehen uns als Dienstleister,

der in der Region verwurzelt ist“, beschreibt der geschäftsführende

Gesellschafter Karl-Heinz Kemman die Leitlinie des Unternehmens, das

mittlerweile 28Mitarbeiter beschäftigt.

um das gesamte Procedere.

Gerade jetzt in der Adventszeit ist

Hauptzeit. Die Unternehmen verschicken

ihren Kunden und Geschäftspartnern

Päckchen mit kleinen Weihnachtspräsenten

und Karten -und das

in einer großen Anzahl, wasintern sehr

viele Kapazitäten binden würde. Deshalb

nehmen sie gerne die Leistungen

von Westermann´s Lettershop in Anspruch.

Die Päckchen müssen zusammengestellt,

verpackt und portooptimiert

verschickt werden. Westermann´s

Lettershop übernimmt auch

die gesamte Personalisierung der zu

druckenden Inhalte gemäß gewünschter

Zielgruppe und die Adressierung.

Auch verpackungstechnisch ist einiges

zu beachten: Wie kommt beispielsweise

eine Glasfl

asche unversehrt beim

Kunden an? Viele Arbeitsschritte werden

durch Handarbeit erledigt,andere

wiederum übernehmen die zahlreichen

Maschinen, die an der Fuggerstraße

3inMünster-Hiltrup stehen. In den

vergangenen Jahren ist noch eine weitere

Leistung hinzugekommen: Die Digitalisierung

von Akten rundet das

Portfolio ab. „Als Generalist in der Direktwerbung

stellen wir uns für unsere

Kunden möglichstbreit auf“, so der Anspruch

des Unternehmens. jeh

Der Gewöhnung entgegenwirken

Für mehr Ordnung auf dem Schreibtisch öfter mal ein Foto machen

Ein unordentlicher Schreibtisch

macht am Arbeitsplatz keinen guten

Eindruck. Außenstehende

denken schnell: Wer so einen chaotischen

Platz hat, der arbeitet auch so.

Vielen fällt der eigene Zustand aber gar

nicht mehr auf, sagt Büro-Coach Jörg

Reimann aus Witten. Er empfiehlt deshalb,

Fotosvom Schreibtisch zu machen.

Beim Ansehen dieser Bilder entsteht ein

ganz anderer Eindruck vom eigenen

Arbeitsplatz. „Dann sieht man, wie die

Ist-Situation wirklich ist, denn man hat

sich im Lauf der Jahreschon an die Situation

gewöhnt“, erklärt der Experte. Beim

Entsorgen sollten Beschäftigte dann

nicht zu zimperlich sein. Es gilt: „Jeder

Vorgang wirdnur einmal in die Hand genommen,

und dann wird entschieden“,

sagt Reimann. Hat er sich erledigt,

kommt er sofort in den Müll.

Auch Texte, die man eigentlich lesen

wollte, sollten bei dieser Gelegenheit sofort

entsorgtwerden.„Ausmeiner Erfahrung

reduzieren sich die meisten Stapel

dann schon auf weniger als die Hälfte“,

sagt der Büro-Coach JörgReimann in diesem

Zusammenhang.

dpa

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Das Bechtle IT-Systemhaus

ist eines der größten

IT-Dienstleister imMünsterland

Das Erfolgsrezept des Bechtle IT-Systemhaus

Münster ist ganz klar die Verwurzelung

in der Region. Die 72 Mitarbeiter,

die zurzeit am Martin-Luther-King-Weg 4

arbeiten, wohnen größtenteils in der näheren

Umgebung der Domstadt. „Wir sprechen

die Sprache der Kunden“, erklärt

Geschäftsführer Klaus Pattai. IhreKunden,

das sind in erster Linie Mittelständler und

öff

entliche Auftraggeber aus dem Münsterland.

Die »Vernetzte Dezentralität« als Geschäftsmodell

sei das Fundament für die

Zukunft, zeigt sich Klaus Pattai überzeugt.

Dies bedeutet, dass Bechtle Münster auch

das gesamte Leistungsportfolio aus der

Unternehmenszentrale in Anspruch nimmt.

Dies sind vor allem Bechtle Cloud-Services,

Managed Services und Logistikleistungen.

Darüber hinaus betreibt Bechtle

mit IT-E-Commerce eine der größten

Onlineplattformen Europas für IT-Produkte

aller Art –für gewerbliche Kunden.

Rund 70.000 Produkte werden hier angeboten

und vom 25.000 Quadratmeter großen

Logistikzentrum in Neckarsulm jährlich

Millionen Pakete verschickt. Alle Entscheidungen

werden direkt am Standort getroffen,

was ein Unterschied und ein Vorteil

zu anderen großen IT-Unternehmen sei.

Mit diesem Geschäftsmodell sei man in

der IT-Branche einmalig unterwegs. Entsprechend

positiv lesen sich die Zahlen:

Im kommenden Jahr werden 80 Mitarbeiter

ihren Arbeitsplatz in dem Unternehmen

finden -unter ihnen vor allem Fachinformatiker

oder Informatiker für Systemintegration.

Der voraussichtliche Jahresumsatz

der Münsterschen Zentrale liegt bei

52 Millionen Euro. „Eine fulminante Steigerung“,

freut sich Pattai. Die gesamte

Bechtle-Gruppe ist mit 8200 Mitarbeiternin

Deutschland, Österreich und der Schweiz

nicht minder erfolgreich.

Bechtle deckt in Münster ein breites Leistungsspektrum

ab: von der IT-Systemintegration

und -Strategieberatung über

die Lieferung von Hard- und Software,

Projektplanung und -durchführung bis hin

zu Managed-Service-Konzepten und der

Übernahme des IT-Betriebs beim Kunden.

Wichtig ist dem IT-Systemhaus dabei ein

ganzheitlicher Ansatz, der die Betreuung

der gesamten IT-Infrastruktur sicherstellt,

damit die Kunden auf eine stabile, effiziente

und immer verfügbare IT-Infrastruktur

zählen können.

Ein großes Thema ist derzeit die Digitalisierung

der Geschäftsprozesse, erklärt Klaus

Pattai. Dafür gebe es ein eigenes, geschultes

Team, das die Kunden individuell

und professionell berät. Auch das Thema

Cloud-Computing ist ein stetig wachsender

Bereich. „Die heimischen Unternehmen

haben ein großes Sicherheitsbedürfnis und

interessieren sich vor allem für deutsche

Cloud-Dienste“, weiß Pattai, der seit dem

Jahr 2016 Geschäftsführer der Niederlassung

im Gewerbegebiet Loddenheide

ist. Er ergänzt: „Wir analysieren genauestens

die jeweilige Sicherheitsarchitektur

beim Kunden im Hinblick auf mögliche

Schwachstellen, beraten technisch sowie

organisatorisch und stellen bei Bedarf auch

einen externen Datenschutzbeauftragten.“

Als großes IT-Unternehmen kann Bechtle

Cloud-Dienste mit dem Kunden schnell

und professionell managen.

Darüber hinaus sind Schulungen ein Bestandteil

des umfangreichen Angebots.

Kunden können dabei aus über 500 Themen

auswählen: Das Angebot reicht von

Standard-Schulungen zu bestimmten Produkten

bis hin zu individuellen Schulungen.

Die Trainings finden im eigenen Zentrum in

Münster statt, können aber auch direkt

beim Kunden vor Ort durchgeführt werden.

Bechtle GmbH &Co. KG IT-Systemhaus Münster

Martin-Luther-King Weg4·48155 Münster

Telefon (0251) 14133-0 ·E-Mail: muenster@bechtle.com ·www.bechtle.com

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