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Wirtschaftszeitung_04122017

24 GELD &GESCHÄFT In

24 GELD &GESCHÄFT In der digitalen Ideenschmiede Die Spitze des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe sah sich im S-Hub in Hamburg umund bekam einen Eindruck von den Bankprodukten und Services von morgen –vom Safe für die digitalen Werte bis zur Kinder-App. DieSparkassen nehmen bei digitalen Innovationen weiter Fahrt auf. In Hamburg gibt es seit Jahresbeginn 2017 ein sogenanntes Innovation Hub –eine Ideenschmiede,inder interdisziplinäre Teamsmit agilen Methoden nach modernen Produkten und Services suchen. Eine Art Think Tank, der sich mit Konsumenten, technischen Innovationen und digitalem Banking beschäftigt. Der Verwaltungsrat des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe besuchte kürzlich diese zentrale Anlaufstelle der Sparkassenorganisation für FinTechs.Vor Ort konnte man erfahren, wie der S-Hub innovative digitale Lösungen für die Sparkassen und ihre Kunden sichtet und entwickelt. Angesiedelt ist er bei der Finanz-Informatik- Tochter Star Finanz, die unter anderem die Sparkassen-App –mit über fünf Millionen aktiven Nutzernlaut Sparkasse die erfolgreichste Banking-App in Deutschland –entwickelt hat. „Als Marktführer nehmen die Sparkassen beim Thema Digitalisierung eine Vorreiterrolle ein. Unsere Kunden sind digital und erwarten von uns innovative, anwenderfreundliche und sichere Lösungenfür die täglichen Bankgeschäfte“, erklärt die Präsidentin des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe, Prof. Dr. Liane Buchholz. „Der S-Hub bildet die Schnittstelle für die Zusammenarbeit mit den Gedankenaustausch im S-Hub der Sparkassen (v. l.): Franz-Theo Brockhoff, Professorin Dr. Liane Buchholz, Sven-Georg Adenauer und Bernd Wittkamp FinTechs und ermöglicht eine schnelle und effizienteEntwicklung vondigitalen Angeboten für unsere Kunden.“ Gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Verwaltungsrates des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe, Landrat Dr. h. c. Sven-Georg Adenauer, und den 19Mitgliedern des Gremiums hatte Buchholz die Gelegenheit, einen Blick in die digitale Werkstatt der Sparkassen zu werfen. Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Finanz-Informatik, Franz-Theo Brockhoff, und der Vorsitzende der Geschäftsführung der Star Finanz GmbH, Bernd Wittkamp, informierten die Besucher in ihren Vorträgenüber die neuesten Trends und Entwicklungen. Für die 25 Mitarbeiter des S-Hub stehen bei der Zusammenarbeit mit FinTechs Lösungen für das Privatkundengeschäft der Sparkassen und den digitalen Zahlungsverkehr im Mittelpunkt. Das aktuelle Projekt zur Entwicklung eines digitalen Vertragsmanagements für das Privatgirokontoist ein Beispiel für die Arbeit des S- Hub. Neben einer besseren Übersichtlichkeit von Verträgen soll die Funktion weitere Mehrwerte für die Kunden bringen: eine Unterstützung bei der Kündigung von Verträgen, das Aufzeigen von Versorgungslücken oder Handlungsempfehlungen bei bestimmten Lebensereignissen wie Umzug. Hinter diesem Angebot mit dem Namen „AboAlarm“ steht das Team „FinTracer“, das 2016 den Sparkassen- Hackathon gewann und seit Anfang 2017 mit dem S-Hub zusammenarbeitet. WeitereProjekte, an denen der S-Hub aktuell arbeitet, sind unter anderem die Konzeption eines sicheren Zuhauses für digitale Werte, eine spezielle Banking- App für Kinder und Anwendungen für den kommenden Identitätsdienst „Yes“ der Sparkassenorganisation.

LEBEN &WISSEN 25 Aufbruch am Hindukusch Der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Klaus Tiepelmann erinnert sich daran, wie er vor 50Jahren Afghanistan erlebte. Zusammen mit anderen half er in Kabul beim Aufbau einer Wirtschaftsfakultät. „Der Studentinnen-Anteil war damals mindestens so groß wie in Deutschland.“ Dr. Klaus Tiepelmann „Die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt.“ Als Verteidigungsminister Peter Struck 2002 diese berühmte Aussage traf, wussten viele nicht, wo dieses raue Gebirge eigentlich liegt. Auch Dr.Klaus Tiepelmann wusste es anfangs nicht – im Jahr 1963, als in seiner Kölner„WiSo“-Fakultät dieFrage umging,obsich junge Wissenschaftler bereitfänden, in Afghanistan Pionierarbeitzuleisten. Die Universität der afghanischen Hauptstadt Kabul benötigte Hilfe beim Aufb au einer Wirtschafts-Fakultät. Klaus Tiepelmann fand sich bereit. Und obwohl er erst ein Jahrzuvor in seiner Heimatstadt Münster geheiratet Katte h und junger Vater war, ging es ohne viel Federlesen ins Unbekannte. Über ein halbes Jahrhundert ist das nun her.Mittlerweileist Tiepelmann 85 und emeritierter Professor, lebt mit seiner Frau wieder in seiner alten Heimatstadt Münster und blickt zurück. Auf ein Land, das „unter die Räder der internationalen Politikgekommenist“, wie er es formuliert. Ein Land, das nicht erst nach dem elften September 2001Kriegsschauplatz wurde. Ein Land, in dem deutsche Soldaten stationiert sind. Die berühmten „Buddhas von Bamiyan“: riesige Statuen aus dem 6. Jahrhundert und Weltkulturerbe. Mit seinen Studenten posierte Tiepelmann 1965 vor dem 53 Meter hohen größeren Buddha. Im Jahr 2001 wurden beide von den Taliban zerstört. Was Tiepelmann und seine Familie 1964 nach langem Flug vorfanden, war eine fremde, faszinierende Welt. Zerklüftete Landschaften, gastfreundliche Menschen, Basar und Orient. Gefahrenlauerten nicht durch Überfälle oder Anschläge, sondern durch Steinschlag oder geplatzte Reifen. Aber selbst dann konnte man sich auf spontane Hilfsbereitschaft verlassen. Die vielen verschiedenen Ethnien des Landes kamen im Großen und Ganzen miteinander aus –was auch für die Konfl iktezwischen Schiitenund Sunniten galt. Der emeritierteProfessor kann sich noch gut erinnern, wie viel Umsicht die Arbeit an der Universität verlangte. So musste man erst mal geeignete Lehrinhalte finden, die für das Vorverständnis der Studenten und den wirtschaftlichen Aufb au des Landes überhaupt realistisch waren. „Welche Institutionen, Verwaltungs- und Unternehmensformen kämen infrage? Wie müsste ein gerechtes und effektives Steuersystem in diesem Land konstruiert sein, und wie wäre esüberhaupt zu implementieren?“ Solche Fragen trieben Tiepelmann wie auch das ganze deutsche Dozententeam um. Ihnen standen afghanische Kollegen gegenüber, die ihr Wissen an verschiedenen ausländischen Universitäten erworben hatten. Höchst knifflig, mit diesen ein brauchbares Curriculum für die erste afghanische Wirtschaftsfakultät zu entwickeln. Jeder wollte am liebsten das lehren, was er selbst im Studium gelernt hatte; das galt letztlich auch für die deutschen Dozenten. Dazu kam das Problem fehlender Fachliteratur oder unvollkommener Sprachkompetenz. KeinWunder,dass man sich in den ersten Jahren auf die Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre beschränkte – Unternehmensformen, Rechnungswesen, Bilanz, Finanzierung, Produktion und Absatz. Gleichesgilt für die Grundlagen der Volkswirtschaftslehre. Aber irgendwie ging es –man muss dabei bedenken, dass die Fakultät erst zwei Jahre zuvor, 1962, gegründet worden war. Die treibende Kraft hinterder internationalen Zusammenarbeit war König Zahir Shah, der Afghanistan 1964 öffnete und zur konstitutionellen Monarchie umformte. Es gabein Zwei-Kammern-Parlament und sogar das Frauenwahlrecht. Das machtesichauch an der Wirtschaftsfakultät in Kabul bemerkbar. „Der Studentinnen-Anteil wardamals mindestens so groß wie in Deutschland!“, erinnert sich Tiepelmann andie jungen Frauen, die ihm durchaus „westlich“ vorkamen, den längeren Röcken und lockeren Kopftüchern zum Trotz. Die Angestellten im Hause Tiepelmann sollten vorzugsweise Männer sein, sie zu beschäftigen warein Gebot sozialen Verhaltens. Obwohl man öfters mit Magen- Darm-Beschwerden zu kämpfen hatte, fühlte sich die Familie in dem rauen, schönen Land wohl. Die zweite Tochter der Tiepelmanns wurde am Hindukusch geboren, bevor es 1966 zurück nach Deutschland ging – vorerst. Denn die deutsch-afghanische Partnerschaft hielt noch etwa eine Dekade an. Alsfrisch habilitierterPrivatdozent kehrte Klaus Tiepelmann von 1971 bis 1974 nochmals nach Kabul zurück, um das mittlerweile elf Dozenten umfassende Team zu leiten. Doch der Traum vomAufbruch in die Moderne währtenicht lange. Nachdem Zahir Shah –und mit ihm die Monarchie –imJahr 1973 gestürzt worden war, setztedie Eiszeit der deutsch-afghanischen Beziehungen ein, die sich erst seit der Jahrtausendwende wieder erwärmt. Arndt Zinkant Vor 50Jahren baute Prof. em. Dr. Klaus Tiepelmann in Kabul eine Wirtschaftsfakultät auf. INDIVIDUELLE FIRMENKLEIDUNG FÜR JEDE BRANCHE DAS PASSENDE PORTA MÖBEL BOSS BRUNS&DEBRAY GMBH // BERUFSBEKLEIDUNG HELLEGRABEN 7//48231 WARENDORF //02581-9359-0 //WWW.BRUNS-DEBRAY.DE // WWW.SHOP-BRUNS.DE PLURAL BEQUEM ONLINE BESTELLEN Foto: Arndt Zinkant Sie wollen individuelle Firmenkleidung? Die den Ansprüchen Ihres Berufs gerecht werden? Ihr Logo und Ihre „Hausfarben“ sollen sichtbar werden? Wir verhelfen Ihnen zu einem guten Werbeträger. Unsere Sonderanfertigungenermöglichen es Ihnen, Farben, Schnitte und Gewebe oder auch besondere Details individuell auszuwählen. GORACON

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