mein/4 Prenzlauer Berg 2017/2018

meinviertel

Stadtteilmagazin meinviertel Berlin, Dezember 2017 bis Februar 2018

STADTTEILMAGAZIN ∕ PRENZLAUER BERG JULI/AUGUST/2017

www.meinviertel.berlin DEZEMBER 2017 - FEBRUAR 2018

STADTTEILMAGAZIN ∕ PRENZLAUER BERG

4

TITEL: WEIHNACHTEN IM KIEZ

BALLETTSCHULE: TANZEN LERNEN

KASTANIENALLEE IM WANDEL

PAPA SCHAUKELT DAS KIND

MIETEN: GEGEN DIE WAND


Deutschlands größte Rad-Auswahl

Immer eine

RAD-IDEE voraus!

Geniale Räder zum

Best-Preis.

[ Kauf´es.]

SPITZEN-TOUREN E-BIKE BESONDERS EFFIZIENTEM BOSCH

ANTRIEBSSYSTEM UND HOCHWERTIGER AUSSTATTUNG

PREMIO E8

400 Wh Lithium-Akku für

bis zu 190 km Reichweite

Alurahmen der Premium-Klasse

mit Komfortpaket-Ausstattung

8 Gang Shimano Nabenschaltung

sicher und kraftvoll dosierbare

Magura HS-22 Hydraulikbremsen

mit oder ohne

Rücktrittbremse erhältlich

solange Vorrat reicht

Powered by

SUPERLEICHER, SPORTIVER 2-SITZER-KINDERANHÄNGER

Schnellfaltmechanismus und

Extra-Kofferraum

Sicherheitsrahmen mit stabilen

Fahreigenschaften

hochwertige, langlebige

Materialien

inkl. Deichsel, Kupplung,

Sicherheitswimpel

und Reflektoren

CHEETAH 2

401.- € günstiger

LIFESTYLE CITYRAD - PERFEKT ZUM SHOPPEN ODER

FÜR DEN FAMILIENAUSFLUG

TOURINA

leichter und superschöner Aluminium-

Rahmen

7 Gang Nabenschaltung

Nabendynamo-Lichtanlage

Bereifung mit Pannenschutz

599.- *

NOCH 8 STÜCK

114.- € günstiger

Active

Motor

400 Wh

799.- *

2699.- *

2298.-

485.-

448.-

251.- € günstiger

BERLIN (Charlottenburg) Zweirad-Center Stadler Berlin GmbH BERLIN (Prenzlauer Berg) Zweirad-Center Stadler Berlin Zwei GmbH

Königin-Elisabeth-Straße 9-23, 14059 Berlin, Tel: 030 303067-0 August-Lindemann-Straße 9, 10247 Berlin, Tel: 030 2007625-0

Mo-Do.: 10:00-20:00 Uhr Fr-Sa: 10:00-21:00 Uhr

Mo-Do.: 10:00-20:00 Uhr Fr-Sa: 10:00-21:00 Uhr

2x in Berlin•Bremen•Hannover•Mülheim-Kärlich•Leipzig/Halle•Frankfurt•Mannheim•Nürnberg•Fürth•Regensburg•Straubing•Hammerau•München•Chemnitz•Essen

Zweirad-Center Stadler GMBH - Kirchmeierstraße 22 - 93051 Regensburg Irrtümer, Druckfehler, Preisänderungen und Liefermöglichkeiten vorbehalten. Nur teilweise Originalabbildungen. Angebot nur solange Vorrat reicht. *Unverbindliche

Preisempfehlung des Herstellers • **Ehemalige unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers • ***unser bisheriger Verkaufspreis 1) Kaufpreis entspricht dem Nettodarlehensbetrag; Gebundener Sollzinssatz (jährl.)

0,0 %; effektiver Jahreszins 0,0 %. Beispiel: Finanzierungsbetrag 1000 Euro. 10 Monatsraten à 100 €. Gesamtbetrag bei einer Laufzeit von 10 Monaten: 1000 €. Angaben zugleich repräsentatives Beispiel i. S. d. § 6a Abs. 4 PangV.

Vermittlung erfolgt ausschließlich für den Kreditgeber Commerz Finanz GmbH, Schwanthalerstr. 31, 80336 München. In Österreich erfolgt die Vermittlung für die Santander Consumer Bank GmbH, Donau City-Straße 6, 1220 Wien


Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

da ist sie wieder, die dunkle Jahreszeit! Kalt, nass, windig. Man hat das Gefühl, es

wird gar nicht mehr hell und die Gedanken können trübe werden. Mir kommt dann

immer Rainer Maria Rilke in den Sinn:

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.

Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,

wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben

und wird in den Alleen hin und her

unruhig wandern, wenn die Blätter treiben. *

Es ist aber auch die Zeit, in der man „entschleunigen“ kann, nach links und rechts

schauen, sich mit Familie und Freunden treffen; wem geht es gut, wem schlecht, wer

ist allein?

Um euch die Adventszeit etwas zu verschönern, haben wir mit Hilfe von über 40 Geschäften

und Gastronomiebetrieben einen Adventskalender organisiert, ihr findet

ihn auf Seite 30. Jeden Tag sind dort kleine Kostbarkeiten zu entdecken. Also, macht

euch auf zur Entdeckungsreise quer durch den ganzen Kiez.

Das Jahresende ist auch die Zeit der Rückblicke. Vieles ist passiert, vieles hat sich

verändert. In diesem wie auch in den letzten Jahren. Für uns hat Vera Rüttimann die

Veränderungen in Prenzlauer Berg am Beispiel der Kastanienallee festgehalten. Ihr

findet hier Fotos und Erlebnisse der letzten 27 Jahre.

Wir wünschen euch eine friedliche und entspannte Weihnachtszeit, die Kraft auch

einmal nein sagen zu können, wenn die alltäglichen Aufgaben zu schwer werden.

Kurzum, macht das, was euch und eurem Umfeld gut tut.

Und nun viel Spaß beim Lesen und Erkunden! Ich hoffe, wir sehen uns wohlbehalten

im Jahr 2018 wieder.

Markus Beeth

* 3. Strophe aus „Herbsttag“ von Rainer Maria Rilke

1


Titelgeschichte „Weihnachten im Kiez“ Seite 4

Karin Kalisa Seite 24

Museum in der Kulturbrauerei

Advent,

Mal sehen was

Kastanienallee Seite 18

1 2

Adventskalender

m4-001

– Onlineaktion

m4-001

5 6

m4-001

m4-001


Inhalt

Weihnachten im Kiez . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4

Besuch i. d. Staatl, Ballettschule –

Tanzen lernen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .12

Tanzen lernen Seite 12

Kastanienallee im Wandel –

Mein „Berlin Wonderland“. . . . . . . . . . . . . . . . 18

Die ufaBäckerei

in der ufaFabrik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22

Literatur: „Sungs Laden“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24

Küchenanekdoten –

Neulich im 17. Bundesland . . . . . . . . . . . . . . . 29

Adventskalender . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30

Buchvorstellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33

Advent!

es heute gibt …

3 4

m4-001

7 8

m4-001

m4-001

Seite 30

m4-001

Seite 34

Geschichte – jenseits der

üblichen Attraktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34

Besuch im „Papaladen“

Papa schaukelt das Kind . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36

Mieten: Gegen die Wand . . . . . . . . . . . . . . . . . 40

Kinderseiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44

Wechselspiel –

Kühlspot Social Club. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .48

Dies & Das . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52

Leserbriefe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58

Klischee: Kekse backen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .57

Termine . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60

Jeden Tag Vorteile sichern

unseren Partnern im Kiez.

Vorschau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64

Mal sehen was es heute gib

Einfach den Tagescode aus d

meinviertel.berlin eintrage


Weihnachten im Kiez

(@ekpn)

4 mein/4


Titel

So hält es der Prenzlauer Berg

In der Vorweihnachtszeit sind die Schaufenster hübsch geschmückt und lebendige Adventskalender lassen

den Kiez zusammenrücken. Ist der Prenzlauer Berg dafür bekannt, dass hier über allem eine samtene Decke

aus Behaglichkeit gelegt wird, dann muss das Weihnachtsfest hier doch besonders harmonisch ablaufen, oder?

Wie wir zwischen Winskiez und Kollwitzplatz Weihnachten feiern und wer an Heilig Abend in der Gethsemanekirche

sitzt, besprechen wir mit Pfarrerin Almut Bellmann und Pfarrer Tobias Kuske.

Christiane Kürschner

Diese Harmonie zum wichtigsten Fest des Jahres „ist

brüchig“, weiß Bellmann. Sie ist seit einem Jahr Pfarrerin

in der evangelischen Gemeinde in Prenzlauer Berg. Als

sie von Britz in den Nordosten Berlins gekommen ist,

war ihr erstes Weihnachtsfest in der Gemeinde gleich

ein besonderes. Gerade versetzte der Anschlag auf dem

Breitscheidplatz alle Berliner in einen Schockzustand,

den Menschen wurde wieder einmal gezeigt, wie

verletzlich das Leben ist. Die Gemeinde reagierte

mit einer Aktion auf den Anschlag und setzte

ein Zeichen: Auf arabisch und deutsch wurde der

biblische Vers „Fürchte dich nicht“ eingespielt.

Die Sehnsucht nach Harmonie sei immer da, so

Bellmann, im vergangenen Jahr sei den Gottesdienst-Besuchern

jedoch eine gewisse Tiefe der

Andacht besonders wichtig gewesen. Aber

wer sitzt eigentlich zur Weihnachtszeit in der

Gethsemanekirche? In jedem Fall eine Menge

Menschen. Sie ist eine der wichtigsten

Kirchen Berlins, hier versammelten

sich vor der Wende die Anhänger der

Friedensbewegung. Bis zu 1000 Menschen

finden hier Platz, am Heiligen

Abend gibt es einen immensen Besucherandrang,

viele müssen draußen bleiben. Nicht

nur die Prenzlberger möchten sich hier auf die Feiertage

einstimmen, die Besucher kommen auch aus vielen

anderen Stadtteilen. Und die Prenzlberger selbst? Die

Zugezogenen fahren meist nach Hause. Zu Weihnachten

werden die Straßen hier merklich leerer – „ein bisschen

spürt man das“, so Kuske. Das ist sicher eine Besonderheit

dieses Stadtteils, in dem ein Großteil aus anderen

deutschen Städten und Ländern zugezogen ist.

Auch das ist der Prenzlauer Berg

In der Weihnachtszeit werden jedoch auch die Menschen

sichtbar, die in der homogenen Masse des Alltags

untergehen. Auch wenn die Gemeinde ungewöhnlich

jung sei, gebe es auch in Prenzlauer Berg viele Senioren,

so Kuske. Sie treffen sich in verschiedenen Gruppen,

daher werde auch ein Senioren-Weihnachten angeboten.

„Oftmals leben diese älteren Menschen schon sehr lange

in Prenzlauer Berg. Die Kinder sind weggezogen oder

sie haben keine“, so Bellmann. Zur Weihnachtszeit ist

es dann schön, wenn es Angebote für sie gibt, denn

sonst droht Einsamkeit. Außerdem gibt es ein Kiez-

Weihnachten, an dem alle Bewohner eingeladen sind,

gemeinsam zu feiern, auch sozial benachteiligte Menschen,

für die das Fest womöglich nicht so üppig ausfällt.

„Man möchte gar nicht glauben, wie viele Menschen

es in Prenzlauer Berg gibt, die auf Spenden

angewiesen sind“, so Kuske. Die Station von Laib

und Seele ist gut besucht; nicht alle Bewohner dieses

gehypten Kiezes sind so wohlverdienend, wie

man es annehmen könnte. Prenzlauer Berg ist

für seinen Kinderreichtum bekannt, trotzdem

gibt es hier auch viele kinderlose Menschen,

so Bellmann, die von den vielen Angeboten

für Kinder und Eltern, die im Kiez an jeder

Straßenecke zu finden sind, manchmal etwas

überfordert seien.

Gerade weil es hier viele junge Familien

gibt, sind die Gottesdienste zur Weihnachtszeit

oftmals kinderfreundlich. Am

Nachmittag lädt das Krippenspiel zum

Kennenlernen der Weihnachtsgeschichte

ein, dabei geht es in der Kirche auch mal etwas turbulenter

zu. Kinderlose würden dann eher die späteren

Gottesdienste besuchen, bei denen sie nicht mit ihrem

untypischen Prenzlberg-Status konfrontiert werden, so

Kuske. Eine bedauerliche Entwicklung vor diesem Hintergrund

ist auch diese: Es gibt immer mehr Mütter,

die mit einem Partner in dem teuren Wohnviertel eine

Familie gegründet haben und nun alleinerziehend sind.

Erschreckend seien außerdem die vielen Bettler, die auf

dem Helmholtzplatz zusammenkommen. Es gibt auch

in Prenzlauer Berg Armut und Menschen in prekären

Situationen; sie sind nur nicht so sichtbar. Genauso

wenig sichtbar sind die alteingesessenen Prenzlberger,

die zusehen mussten, wie sich ihr Arbeiterkiez in das

Prenzlberg von heute verwandelt hat – mit all seinen

Vor- und Nachteilen.

mein/4

5


Titel

(@ekpn)

Gemeinde der Veränderungen

Seit drei Jahren ist Kuske Pfarrer in der Gemeinde, zuvor

war er Kreisjugendpfarrer in der evangelischen Kirche

Nord-Ost. „Wenn etwas diese Gemeinde besonders

charakterisiert, dann ist es die Umbruchzeit von 1989“,

so Kuske, das spüre er heute noch. Mit der Wendezeit

wurde vielen Menschen ein Stück Sicherheit genommen,

Gemeindemitglieder suchen diese noch immer in der

Kirche. „Sie haben eine Sehnsucht nach Verlässlichkeit“,

so Kuske, „die können wir nicht immer erfüllen.“ Im Jahr

2001 wurden die Gemeinden Elias, Gethsemane, Paul-

Gerhardt und Segen zur heutigen Gemeinde Prenzlauer

Berg zusammengelegt. So eine Zusammenführung

bringt auch Veränderungen mit sich – neue Gemeindemitglieder,

veränderte Veranstaltungsorte und eine

neue Dynamik im Gemeindeleben. Zu den besonderen

Herausforderungen der Gemeinde Prenzlauer Berg

gehört auch die Gethsemanekirche, die weit über die

Stadtgrenzen hinaus bekannt ist. Seit 2015 wird das

Gotteshaus saniert, die eingeschränkte Nutzung des

Geländes und die Bauarbeiten sind ein Kraftakt für die

Gemeinde und eine Geduldsprobe für die Mitglieder.

Ein besonderes Verständnis müssen die Gemeindemitglieder

zeigen, wenn sie zum Weihnachtsfest nicht in die

Kirche können, weil sie bereits überfüllt ist – für gläubige

Menschen besonders bitter. In Zukunft sollen Angebote

wie die Übertragung der Gottestdienste vor der

Kirche für eine kleine Entschädigung sorgen, so Kuske.

Anders lasse es sich nun einmal nicht regeln, denn die

Kirche ist ein offener Ort für jeden, damit müsse man

auch an so hohen Feiertagen umgehen.

Evangelische Kirchengemeinde

Prenzlauer Berg im Netz

www.ekpn.de

Ein Raum für alle

Rund 12.000 Gemeindemitglieder hat die evangelische

Kirche in Prenzlauer Berg – groß genug, um für

ein reges Gemeindeleben zu sorgen. Neben üblichen

Fortsetzung auf Seite 10

6 mein/4


Rubrik

GANZ

NEUSchönhauser

Anzeige

SEHR

TREU

UNSER NEUES TREUEPROGRAMM:

MITMACHEN UND SOFORT SPAREN

SICHERN SIE

SICH UNSCHLAGBARE

ANGEBOTE

AUSGEWÄHLTER SHOPS

UND EXKLUSIVER

MARKENPARTNER

JETZT REGISTRIEREN:

PER APP, AUF DER WEBSITE ODER

AN DER KUNDENINFORMATION IM EG

mein/4

7


Titel

Termine

In der Evangelischen Kirchengemeinde Prenzlauer

Berg Nord finden in der Adventszeit, an Heiligabend

und in der Weihnachtszeit viele verschiedene Gottesdienste

statt. Familien können unsere Geheimtipps

nutzen: Die Angebote am Vormittag und frühen Nachmittag

sind erfahrungsmäßig weniger stark besucht

und für kleinere Kinder besser geeignet.

Heiligabend und Weihnachten

in Prenzlauer Berg

Elias Kuppelsaal (Göhrener Str. 11)

24.12. 14:00 Gottesdienst für ganz Kleine

– Geheimtipp!

15:00 Gottesdienst mit Krippenspiel

Gethsemanekirche (Stargarder Str. 77)

24.12. 11:00 Gottesdienst für Familien mit kleinen

Kindern – Geheimtipp!

14:30 und 16:00 Gottesdienst mit Singspiel

18:00 Gottesdienst

23:00 Gottesdienst mit viel Musik

25.12. 11:00 Gottesdienst

26.12. 11:00 Gottesdienst

Paul-Gerhardt-Kirche (Wisbyer Str. 7)

24.12. 15:30 Gottesdienst mit Krippenspiel

17:00 Gottesdienst

Segenskirche (Schönhauser Allee 161)

24.12. 16:30 Gottesdienst mit Krippenspiel

19:00 Heilig-AbendbeSINNung

23:00 Jugend-Weihnacht

Neujahr und weitere Termine im

Dezember/Januar 2017/18

Elias Kuppelsaal (Göhrener Str. 11)

31.12. 17:00 Gottesdienst zum Jahresausklang

7.1. 9:30 Gottesdienst

Gethsemanekirche (Stargarder Str. 77)

31.12. 11:00 Gottesdienst

1.1. 11:00 Gottesdienst

6.1. 18:00 Gottesdienst mit Jugendvokalensemble

7.1. 11:00 Gottesdienst mit Abendmahl

Paul-Gerhardt-Kirche (Wisbyer Str. 7)

17.12. 11:00 Krabbelgottesdienst: Die Weihnachtsgeschichte

für Familien mit kleinen

Kindern bis 6 – Geheimtipp!

7.1. 11:00 Familiengottesdienst

Segenskirche (Schönhauser Allee 161)

3. + 10. + 17.12. 20:30 AbendbeSINNung

„Das Heilige im Alltag“ – Geheimtipp!

31.12. 23.00 Gottesdienst – Übergang in Segen

7.1. 20:30 AbendbeSINNung

Und auch zu zwei Konzerten lädt die

Samstag, 9.12.2017, Gethsemanekirche

17:00 Chormusik zum Advent;

Adventliche und geistliche Chorwerke

für verschiedenste Chorbesetzungen

Werke von J.S. Bach, A. Honegger, J. Rutter u.a.;

Gethsemanekantorei, Kinder- und

Jugendkantorei, Jugendvokalensemble der

Ev. Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord,

Orgel: Oliver Vogt, Kim Nguyen,

Leitung: Christiane Rosiny, Oliver Vogt

Eintritt frei, Bitte um Spende (Kollekte)

(@ekpn)

8 mein/4


KLASSIKVERANSTALTUNGEN

Rubrik

LIVE-ATMOSPHÄRE IM KINO

(@ekpn)

Gemeinde herzlich ein:

Montag, 1.1.2018, Gethsemanekirche

Klassik-Momente für Zwei

2x Kino, 2x Getränke, 2x Snacks

nur 64 90 €

18:00 „Tenorissimo“ Neujahrskonzert

Musik für Tenor & Orgel von

F. Mendelssohn-Bartholdy, G.F. Händel,

J.S. Bach u.a.;

Erleben Sie spektakuläre Übertragungen

in brillanter Bild- und Tonqualität

in Ihrem CineStar!

Jan Remmers (Tenor), Oliver Vogt (Orgel)

Mehr Infos: www.ekpn.de/neujahrskonzert

Tickets an allen bekannten Konzertkassen,

Tel. 01806 700 733 und

online: www.reservix.de

Kinogutscheine für

jeden Anlass!

mein/4

cinestar.de

9


Rubrik

(@ekpn)

Fortsetzung Svon eite 6

Angeboten wie dem Bibelkreis, der Christenlehre und

den Gebetskreisen findet der Abholdienst besonderen

Anklang. Ältere Menschen, die selbst keine Enkelkinder

haben oder deren Familienangehörige weiter weg wohnen,

bieten an, die ihnen anvertrauten Kinder aus der

Schule abzuholen und zu ihren Nachmittagsaktivitäten

zu begleiten. In einem Kiez, in dem viele Eltern aktiv im

Arbeitsleben stehen, ist das eine gute Entlastung. Die

Senioren haben wiederum eine willkommene Abwechslung

und Freude am „Enkel-Ersatz“.

Sehr beliebt ist außerdem die Singschule, die bekannt für

ihre vielen Chöre ist, in denen etwa 337 Menschen aktiv

sind. Kinder und Jugendliche kommen hier zusammen,

WIR

FLIESEN …

t. 923 78 65-0

info@wemod.de

10 mein4tel mein/4

wemod.de

um über Sprachgrenzen hinaus, gemeinsam zu singen

und sich gemeinsam für ein gutes Miteinander stark zu

machen. Zu den ambitionierten Projekten gehört die

Weihnachtsgeschichte, die sie auf arabisch vortragen.

„Ohne echtes Engagement der Jugendlichen wäre das

nicht möglich“, so Kuske, „um so etwas durchzuführen,

müssen sie wirklich dahinterstehen“. Musik führt Menschen

zusammen, weshalb die Singschule auch gern von

konfessionslosen Menschen genutzt wird.

„Es ist auch eine Art Mission durch Musik“, so Kuske,

„denn irgendwann wird sich jeder die Frage stellen,

inwiefern er der Kirche als einer Art Solidargemeinschaft

angehören möchte“, so Kuske. Er erzählt von

einem Jungen, der fünf Jahre lang im Chor gesungen

hat, bevor er sich taufen ließ. Mittlerweile sei

seine ganze Familie getauft; über die Musik haben

sie zum Glauben gefunden. Vielleicht ist die evangelische

Gemeinde deshalb eine besondere Gemeinschaft

in Prenzlauer Berg: Arbeits- und Wohnungslose,

Senioren, Alleinerziehende und andere Menschen, die

nicht zu denen gehören, die die Vorteile des Prenzlauer

Berges – schöne Wohnungen

und schicke Läden – in vollen

Zügen genießen können, finden

in der Gemeinde zusammen.

Und sei es nur an

Heiligabend, dem Fest der

Liebe und Barmherzigkeit.


Rubrik

„Eine ekstatische und poetische Traumwelt“

„Eine bombastische Show“

„Couture-Kreationen von zarter Sinnlichkeit“

mein/4

11


Rubrik

Hauptfach Klassischer Tanz.

Vorne links: Frieda Kaden

12 mein/4


Rubrik

Tanzen lernen

Eine Schule wie eine Bühne

Aus der ganzen Welt kommen jugendliche Talente, um in Prenzlauer Berg zum Bühnentänzer

und zur Bühnentänzerin ausgebildet zu werden. Manchmal kommen die Talente

auch einfach aus der Nachbarschaft. Ein Besuch an der Staatlichen Ballettschule

Carola Dorner

Es kommt nicht nur auf die großen Sprünge an, sondern auch auf die kleine Geste. Und manchmal geht

es um ein Lächeln.

mein/4

13


Tanzen lernen

an der Staatlichen Ballettschule

Große, helle Fenster, an denen sich junge, schöne Menschen

vollendet harmonisch bewegen. Im Ballettsaal,

der rechts neben dem Eingang liegt, trainiert eine Jungenklasse

klassischen Tanz, ein Stockwerk höher sieht

der Betrachter Szenen aus einem Pas de Deux. Hinter

diesen riesigen Fenstern im großzügigen modernen Bau

leben 200 Schülerinnen und Schüler ihren Traum: Sie

lassen sich zum Bühnentänzer ausbilden.

Sie kommen nicht nur aus ganz Deutschland, sondern

aus der ganzen Welt. Wer nicht, wie Frieda, nach der

Schule nach Hause geht, wohnt im schuleigenen Internat.

80 Schülerinnen und Schüler zwischen 10 und 16 Jahren

leben hier zusammen, manche kommen aus Bayern,

andere aus Europa, Südamerika, Russland oder aus Japan.

Insgesamt sind hier Jugendliche aus 26 Nationen

zuhause. Neben Ballett und den normalen Schulfächern

Die Staatliche Ballettschule Berlin

Hier wird die künftige Tanzelite ausgebildet.

Berufswunsch Profi

Viele Menschen beschließen erst mit 16, 18 oder

20, welchen Beruf sie ergreifen möchten. Die Schülerinnen

und Schüler der Staatlichen Ballettschule Berlin

sind zu diesem Zeitpunkt mit ihrer Ausbildung schon

fast fertig oder sogar schon im Berufsleben angekommen.

Wer im Alter von zehn Jahren durch Eignungstest

und Aufnahmeprüfung kommt und die Schullaufbahn

mit allen Möglichkeiten durchläuft, hat mit 19 Jahren

ein Abitur, einen Studienabschluss in Bühnentanz an

der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst-Busch“,

reichlich Bühnenerfahrung und neun Jahre lang praktisch

jeden Tag trainiert.

Die Jugendlichen, die eine normale Schule getauscht

haben gegen einen Stundenplan mit 12 Stunden „Klassischer

Tanz“ als Schulfach, wissen sehr genau, was sie

wollen. Jeden Tag. So wie Frieda.

Frieda Kaden ist 14 Jahre alt und stammt aus Prenzlauer

Berg. Das ist ungewöhnlich an der Kaderschmiede.

Die meisten ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler haben

riesige Strecken zurückgelegt, um hier zu lernen.

wurde 1951 gegründet. Insgesamt werden

200 Schülerinnen und Schüler mit Schwerpunkt

Bühnentanz unterrichtet, weitere 100 in der

angegliederten Schule für Artistik.

Im Internat gibt es 80 Plätze bis zur 10. Klasse.

Zurzeit sind Schülerinnen und Schüler aus

26 Nationen an der Schule.

Die Ausbildung beginnt mit der 5. Klasse und

dauert neun Jahre. Die Schülerinnen und

Schüler können neben „Staatlich geprüfte/r

Bühnentänzer/in“ außerdem das Abitur

machen und schließen ihre Ausbildung mit

dem Studienabschluss Bachelor of Arts an der

Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch

Berlin“ im Fach Bühnentanz ab.

Schülerinnen und Schüler werden ab dem Alter

von 10 Jahren aufgenommen. Seiteneinsteiger

werden in die laufenden Klassen integriert. Die

Ausbildung ist kostenfrei.

Die nächsten Eignungstests finden am

9. Dezember 2017, 17. Februar und

14. April 2018 statt. Am 3. März 2018 ist

Tag der offenen Tür.

Mehr unter www.ballettschule-berlin.de

14 mein/4


Staatliche Ballettschule

lernen viele Schüler hier erst einmal Deutsch. Denn das

ist die Unterrichtssprache bei jedem Training. Den Kindern

und Jugendlichen macht die zusätzliche Sprache in

der Regel kein Problem. Eine außergewöhnliche Disziplin

und großen Ehrgeiz bringen sie alle mit, wenn

sie den Weg zur Elite-Schule nach Prenzlauer Berg auf

sich nehmen. Und wer sich jeden Trainingsablauf, jede

Choreografie und jede Rolle merken kann, für den ist

das bisschen Vokabeln lernen vergleichsweise leicht

nebenher zu schaffen. „Wer von weit herkommt, der hat

auch ein Ziel und einen sehr starken Willen,“ erklärt

Tanzpädagogin Heike Keller. Die ehemalige Ballerina

unterrichtet in Friedas Klasse sechs Mal pro Woche

Klassischen Tanz und weiß von jeder Schülerin sehr

genau, was sie kann und wo noch ein bisschen härter

gearbeitet werden muss.

Das Mädchen von Nebenan

Für Frieda war der Weg zur Staatlichen Ballettschule

Berlin alles andere als weit und auch das Ziel hat sich,

wie sie selbst erzählt, erst allmählich ergeben. Sie kam

als Kind schon zweimal pro Woche zum Kindertanz,

weil sie immer schon großen Spaß an Tanz, Bewegung

und Kreativität hatte. Als sie in die vierte Klasse kam,

wurde sie gefragt, ob sie nicht versuchen möchte, als

Schülerin an die Staatliche Ballettschule Berlin zu wechseln.

Sie trainierte, absolvierte Test und Prüfung und

wurde Schülerin, ohne sich der Situation so ganz bewusst

zu sein. „Mir war gar nicht richtig klar, dass ich

damit die Entscheidung für den Beruf getroffen habe.

Erst nach den ersten Wochen habe ich realisiert, was

das alles bedeutet und wie hart der Alltag ist. Erst dann

wollte ich es wirklich. Seit dem läuft es sehr gut.“

Das klingt beiläufig und sieht auch so aus. Wie alles

beim Ballett. Dabei steht hinter jeder einzelnen Bewegung

Kraftanstrengung, Konzentration, Koordination.

Das Publikum, das die Tänzer später auf der Bühne

sieht, möchte die Prinzessin bewundern und nicht die

Leistungssportlerin. Frieda weiß das natürlich und sie

lächelt. Blick, Ausdruck und Gestik sind dem Mädchen

genauso wichtig wie das perfekt gestreckte Bein und die

präzise Pirouette. Nach 30 Fouettés sieht Frieda aus, als

sei das alles ein Spaziergang. Als die 32 Drehungen am

Ende des anderthalbstündigen Trainings geschafft sind,

endet sie in einer Pose und strahlt. Ein bisschen stolz ist

sie schon, wenn ihr die besonders schweren Drehungen

gelingen. Oft aber ärgert sie sich auch über Details, die

in ihren Augen noch nicht perfekt sind. Frieda weiß,

dass sie sehr ehrgeizig ist. Wenn Kleinigkeiten nicht

gelingen, kommen Frust und Selbstzweifel. Aber dann

erinnert sie sich an ihr Ziel und sie weiß genau, dass sie

dafür hart arbeiten muss.

Trainieren für den Traum

Das große Ziel aller Schülerinnen und Schüler dieser

Schule ist die Bühne. Frieda durfte schon oft auf der

Bühne stehen. In den letzten Jahren hat sie an der Deutschen

Oper die Rolle der Klara im Weihnachtsmärchen

Nussknacker getanzt. „Wenn ich auf der Bühne stehe,

dann vergesse ich die Arbeit und die Selbstzweifel, dann

bin ich voll und ganz konzentriert und realisiere kaum,

was um mich herum passiert. Das ist eine ganz besondere

Erfahrung, wenn ich mich ganz in eine Rolle hineinversetzen

kann.“ Für Frieda ist klar, dass sie genau

das will und dass sich jedes Training und jede Korrektur

dafür lohnt. Auch wenn sie morgens manchmal denkt,

dass ihre Beine müde sind und sie auch gerne einfach

mal faul sein möchte. Dann reißt sie sich zusammen,

erinnert sich an ihr Ziel und macht sich auf den Weg zur

Schule, der für sie nur 500 Meter weit ist. „Ich finde das

schon ein ganz schön krassen Zufall, dass gerade diese

Schule so nah an meinem Zuhause liegt. Ich genieße es,

dass ich abends meinen Schrank hier zumache und einfach

durch die frische Luft nach Hause gehe. Ich habe

dort mein eigenes Bett und kann am Wochenende etwas

mit meiner Familie und meinen Freunden unternehmen.

Für mich ist es angenehmer zuhause zu wohnen. Andererseits

denke ich auch manchmal, dass die Internatler

länger trainieren können, dann will ich das auch. Aber

so habe ich eben zwei Zuhause.“

Auf dem Weg nach Oben.

mein/4

15


Staatliche Ballettschule

Konkurrenz belebt den Alltag

Freunde hat Frieda in beiden Welten; in ihrer Ballettwelt

sind die Freunde gleichzeitig auch die Konkurrenten.

Am Ende geht es immer wieder um Rollen und Jobs, die

alle wollen und die nur wenige bekommen können. Die

Konkurrenz unter den Schülern empfindet Frieda selbst

als unkritisch. „Wenn ein anderes Mädchen im Training

besser ist als ich, strenge ich mich mehr an. Das tut mir

gut.“ „Ohne Konkurrenz ginge es nicht“, so sieht es auch

Lehrerin Heike Keller. „Wenn ein Mädchen eine Rolle

bekommt, möchte ich nicht sehen, dass alle anderen erleichtert

sind und denken ‚prima, dann habe ich jetzt ein

leichteres Leben’. Alle wollen nach vorne und das ist auch

wichtig in dem Beruf.“

Frieda will nach vorne und sie kann es. So sieht es auch

Gregor Seyffert, der künstlerische Leiter der Schule. Der

vielfach ausgezeichnete Tänzer, Choreograf und Regisseur

kommt wie Frieda aus Prenzlauer Berg und hat an

dieser Schule gelernt. „Frieda ist ein Beispiel, wo sich

körperliches Talent, musisches Talent, Willensstärke und

Professionalität auf sehr gute Art und Weise paaren. Das

ist eine gute Voraussetzung, um später einen guten Job

zu bekommen.“ Dass die Jugendlichen, die hier jeden Tag

hart arbeiten, irgendwann von ihrer Kunst leben sollten,

wirkt fast ein bisschen prosaisch. Aber genau so ist es.

Der Anspruch der Schule ist durchaus, jede Absolventin

und jeden Absolventen in ein Engagement zu entlassen.

Nicht jede Schülerin, jeder Schüler wird Solistin oder

Solist an einem Staatsballett, aber fast alle schaffen den

Sprung an die verschiedenen Bühnen der Welt. Damit

Traum und Wirklichkeit auch wirklich zusammenpassen,

werden die Schüler regelmäßig geprüft. „Für uns ist es

ist eine sehr wichtige Aufgabe zu beobachten, wie die

Schüler sich entwickeln. Dadurch, dass sie so früh hier

anfangen, kann sich vieles anders entwickeln als wir dachten.

Dann liegt es auch in unserer Verantwortung, mit

den Schülern zu sprechen und sie eventuell in eine andere

Richtung zu beraten. Die Leute sollen ja glücklich werden

in ihrem Beruf.“

Die Gründe, warum manche Schüler am Ende doch einen

anderen Weg wählen, sind unterschiedlich. Bei manchen

hält der Körper den immer weiter steigenden Ansprüchen

nicht Stand, bei anderen ändern sich die Prioritäten.

Vertan ist die Zeit an der Ballett-Elite-Schmiede

trotzdem nicht. Die Disziplin, der Durchsetzungswille

und die musische Ausbildung, die die Jugendlichen über

Jahre prägt, können sie auch in anderen Berufen nutzen.

Und am Ende, gibt Gregor Seyffert zu bedenken, müssen

auch die Schüler mit Bühnenkarriere irgendwann über

einen Plan B nachdenken. Denn die wenigsten tanzen

ewig. „Der Körper ist kein sehr verlässliches Instrument.

Als Tänzer muss ich aber jeden Tag mit gleichbleibender

Qualität auf diesem Instrument spielen können. Das

macht man nicht bis 67. Deshalb ist es auch wichtig,

einen zweiten Berufsweg zumindest mitzudenken.“

Die Schule als Bühne

Im Moment ist der zweite Berufsweg für Frieda und ihre

Mitschülerinnen noch sehr weit weg. Sie konzentrieren

sich auf ihr Ziel: auf das Training von heute, das Klassenziel

in einem halben Jahr und darauf, irgendwann Tänzerin

und Tänzer zu sein. Im nächsten Jahr wird Frieda

nicht mehr Schülerin, sondern Studierende an der Staatlichen

Ballettschule Berlin sein. Dann ist sie ihrem Ziel

schon wieder einen Sprung näher gekommen. Wenn sie

am Abend aus der Ballettschule tritt und noch einmal

zurückschaut, sieht sie die großen Fenster, hinter denen

vielleicht noch jemand probt. Das Gebäude soll Transparenz

ausstrahlen, sagt Gregor Seyffert. Die Schule

will keine Trutzburg sein, hinter deren Mauern sich geheimnisvolle

Dinge abspielen, sondern ein Ort, an dem

der Spaziergänger gerne stehenbleibt und ein bisschen

zuschaut. So lernen die Schüler ganz nebenbei, dass sie

auch hier, in der Staatlichen Ballettschule Berlin, schon

für ihr Viertel auf der Bühne stehen.

Scharfe Sicht. Sicheres Fahren.

Entspanntes Ankommen.

SEIKO DRIVE ist ein für den Autofahrer optimiertes

Glasdesign, kombiniert mit der innovativen Spezialbeschichtung

SEIKO RCC für blendfreies Sehen.

SICHERE FAHRT. SICHERE ANKUNFT. MEIN SEIKO DRIVE.

www.augenoptik-in-berlin.de

Bötzowstr. 27 · 10407 Berlin

Tel 030 - 49 780 321 · Mo-Fr 10-20 Uhr, Sa 10-16 Uhr

mein/4


Rubrik

Di-So 10-18 Uhr

Do 10-20 Uhr

www.hdg.de Knaackstraße 97

10435 Berlin

Alltag in der DDR

zeigt das Leben der Ostdeutschen in den 1970er und 1980er Jahren im Betrieb, in der

Öffentlichkeit und im Privaten. Sie zeigt, wie das SED-Regime den Alltag prägt, wie die

Menschen mit Mangel und Grenzen umgehen und wo sie Freiräume finden.

Zusätzlich gibt es wechselnde Ausstellungen zu aktuellen Themen:

„Islam in Europa“ vom 16.11.2017 - 08.04.2018

mein/4

17


Rubrik

Kunstaktion

Oderberger-Strasse/

Kastanienallee

Mein „Berlin Wonderland“

Die Kastanienallee in Prenzlauer Berg war die erste Szenemeile im Ostteil der Stadt. Manches

ist seit der Wende verschwunden, anderes behauptet sich bis heute trotzig.

Vera Rüttimann

Mein Archiv über die Kastanienallee umfasst über

tausend Bilder. Mit unterschiedlichen Kameras rücke

ich ihr seit 1990 auf den Leib. Manchmal auch mit

der „Holga“-Kamera und Rollfilm. Nur wenige Bilder

aber berühren mich so wie diese Schwarzweissaufnahmen,

die vor 27 Jahren entstanden. So eine Strasse

hatte ich, aus der Schweiz stammend, noch nie

Baubrache neben dem Hotel Kastanienhof, 2012

gesehen! Es sah hier aus wie kurz nach dem letzten

Krieg: Schutthaufen, kaputte Fassaden und eingestürzte

Dächer. Es roch nach Dreck, Kohle und

Trabanten-Duft. Aber auch nach Freiheit. Das alte

System war weg, das neue noch nicht ganz da. Meine

ersten Wochen hier verbrachte ich oft mit Frühstücken

auf den alten Teerdächern. Die Kastanienallee

war mein „Berlin Wonderland“.

Viele sagen jetzt: Die gute Zeit der Kastanienallee ist

vorbei. Ihr Gesicht glattgebügelt. Einerseits stimmt das:

Die einst grauen Fassaden schimmern jetzt bonbonfarben.

Mehr noch als das habe ich in den letzten Jahren

viele coole Orte verschwinden sehen: Läden wie den

„Alexanders“ Getränkeshop, das „East Berlin“, den „Koof

im Kiez“ und die Bar „103“. Das „Luxus International“

schließt demnächst. Und dann ist da noch dieser Klamottenladen

an der Ecke Kastanie/Schwedter-Strasse,

wo sich einst das Atelier des schrulligen Kiez-Fotografen

Peter Woelck befand.

Ich erlebte unvergessliche Kunstaktionen. So etwa

im Haus an der Kastanienallee 15 Ecke Oderberger

Straße 8, als sich ein riesiger roter Ballon durchs Fenster

drückte. Als letzter Abschiedsgruss der Bewohner vor

der Totalsanierung.

18 mein/4


Kastanienallee im Wandel

Und doch halte ich dieser Strasse bis heute die

Treue. Geniesse, was noch noch da ist vom alten

Charme. Vorbei geht es auf dem alten Ostpflaster

am Vinyl-Laden „Da Capo“, dem Frisör „Vokuhila“,

dem Prater und am „Fahrrad Linke“, der schon seit

1912 existiert. Dann tauchen die Läden „Uranus“

und „God bless you“ auf. Alles noch da. Und da ist

vor allem das Café „Schwarzsauer“. Das erste Café

an einer einst toten Strasse, die 1990 wieder zu

leben begann. Hier schlägt noch immer das Herz

dieser Strasse. Wenn es wärmer wird, verströmt dieses

Café ein geradezu südländisches Flair.

Und dann sind da noch immer die drei alternativen

Hausprojekte: In der 85 führt ein linkes Kollektiv

das Café „Morgenrot“, neben dem politischen

Buchladen „Schwarze Risse“.

Blick vom Teerdach eines besetzten Hauses auf die

Oderberger-Strasse und Kastanienallee,1991

Blick vom besetzten Haus „Kastanienallee 87“ auf die

Kastanienallee mit noch unsanierten Häusern, 1991

Vera Rüttimann bei einem Theaterstück auf dem Teerdach der K 87, 1991

mein/4

19


Rubrik Kastanienallee

Rumhängen am Café Schwarzsauer, 2001

Die Bewohner der 85 haben ihr Haus gepachtet. Sie

haben eine Vertragsoption bis 2023. In der 86 prangt

unübersehbar der Spruch „Kapitalismus tötet“ an der

Fassade. Davor rostet ein Minipanzer vor sich hin –

Hinweise darauf, dass die Situation hier unstabil sein

könnte.

In der 77, neben der Spielstätte „Dock 11“, lebt eine

selbstverwaltete Riesen-WG, in der noch viele Erstbetzer

aus dem Jahr 1992 leben. Ein eigenständiges Kollektiv

betreibt hier das Lichtblick-Kino, an das ich mein

Herz verloren habe. Stuck an der Decke, alte Filmspulen

und ein dreiäugiger Filmprojektor. Wundebar. Hier wird

klar: Die Kastanienallee, das ist auch ein Lebensgefühl.

Eine Daseinsform.

„Obst + Gemüse“-Laden, 2006

Kaffee „Glücklich am Park“, 2007 Shop „East Berlin“, 2007

20 mein/4


Kastanienallee im Wandel Rubrik

„K 96“ mit „Kapitalismus zerstört“, 2016 (Holga) „Koof im Kiez“-Laden, 2007 (Holga)

Ein Plakat an der „K77“ erregte diesen Sommer meine

besondere Aufmerksamkeit: »Chestnut Paradise Quartier

- Luxus Townhouse mit Urban City Charme« stand

über mehrere Wochen auf einem Baucontainer. Doch

ich atmete auf: Das Plakat stellte sich als Kunstaktion

heraus.

Die Initiatoren des Plakates wollten jedoch zeigen, dass

es noch immer alternative Modelle des Zusammenlebens

in Prenzlauer Berg gibt.

Immer wenn ich am Lichtblick-Kino vorbeilaufe, ist da

eine Stimmung, die sofort Sehnsucht macht. Und doch

ist da auch eine Ahnung, dass sich die Dinge in dieser

Strasse schnell ändern können. Also halte ich das, was

mir kostbar erscheint, fest. Immer wieder neu.

„Paradies Glaube“ im Lichtblick-Kino, 2013

mein/4

21


Die ufaBäckerei in der ufaFabrik

Eine Traditionsmanufaktur mit respektvollem Umgang zu biologischen Rohstoffen,

ihrer handwerklichen Verarbeitung und Bewahrung kollegialer Werte

Mit einem umfangreichen Brotsortiment, einer tollen Schrippenauswahl, leckeren Teilchen und saisonalem

Kuchen, bietet die ufaBäckerei regionale Backwaren ausschließlich in Bioqualität an.

Frank Durke

Entstanden ist die ufaFabrik durch ein erfolgreiches gesellschaftliches

Experiment in den 70er Jahren; ging aus

der Kreuzberger Kulturszene im Westen des geteilten

Berlin hervor. Kulturschaffende besetzten die frühere

ufa-Filmfabrik und luden mit Transparenten Nachbarn

sowie Gäste ein. Sie erarbeiteten sich im Kollektiv einen

Pachtvertrag, der heute noch heute Bestand hat. Begrünte

Dächer, ein eigenes effizientes Blockheizkraftwerk und

ökologische Projekte sind ebenfalls Markenzeichen des

Projekts, wie die ufaBäckerei und der Naturkostladen.

Eine der ältesten Vollkornbäckereien Berlins liegt im Herzen

der ufaFabrik. Dieser traditionelle und kreative Handwerksbetrieb

hat seine Wurzeln im Kollektiv und produziert

als ufaBäckerei seit 1980 nachhaltig und ökologisch

Brote, Kleingebäck sowie vollwertige Kuchensorten

und vertrieb die Produkte in der ganzen Stadt. Im Januar

2014 übernahm Emely´s Garden mit ihren LPG

Biomärkten den Naturkostladen und die Bäckerei und

modernisierte beides komplett.

Auch heute wird hier traditionelles Handwerk gelebt – bewusst

möchte man das Handwerk stärken und erhalten.

Mit eigenen Mühlen werden die meisten regionalen Zutaten

wie z. B. Flocken, Schrot, Mehle u.v.m. selbst hergestellt.

Oft passiert es, dass Interessierte zuschauen wie

Brot gebacken und hergestellt wird. In der ufa-Bäckerei

in der ufaFabrik wird Brot nicht am Fließband gemacht,

sondern handwerklich mit respektvollem Umgang mit

den biologischen Rohstoffen gefertigt. Mittlerweile bietet

die ufaBäckerei als eine der ersten Vollkornbäckereien

Berlins über 30 Brotsorten an. Transparenz ist für die

Bäckerei sehr wichtig, deshalb liegen alle Prozesse in eigener

Hand, nur so können die hohen Qualitätsansprüche

der ufaBäckerei in der ufaFabrik gewährleistet werden.

Die Mitarbeiter unterschiedlichster Kulturen (z. B.

Deutsche, Italiener, Türken, Norweger, Schweden,

Syrer, Kolumbianer) verbindet drei Dinge – die Liebe

zu hochwertigen Lebensmitteln, die Möglichkeit,

mit natürlichen Rohstoffen zu arbeiten, und dass hier

Handwerk gelebt wird. Dabei ist die ufaBäckerei in der

ufaFabrik Ausbildungsbetrieb und immer auf der Suche

nach ambitionierten Bäcker und Konditoren.

22 mein/4


Rubrik

Die ufaBäckerei findet Ihr:

Viktoriastraße 10, 12105 Berlin

Telefon 030-26 56 34 95

Die LPG Verkaufsstellen findet Ihr:

Mehringdamm 20-30, Reichenbergerstraße 37-38, Kollwitzstraße 17,

Kaiserdamm 12, Albrechtstraße 33, Bouchéstraße 12, Alt-Moabit 98,

Hauptstraße 78 und Viktoriastraße 10

Die ufaBäckerei Markstände findet Ihr:

Arkonaplatz, Maybach-Ufer, Steglitz, Boxhagener Platz, Südstern,

Chamissoplatz, Seelower Straße, Schiller Promenade, Kollwitzplatz,

Onkel Toms Hütte und Wittenbergplatz

mein/4

23


Sungs Laden

und das Spiel der Möglichkeiten

Mit ihrem ersten Roman „Sungs Laden“ hat Karin Kalisa dem Prenzlauer Berg und seinen Bewohnern ein

Denkmal geschaffen. Vor allem den Bewohnern, die so selten im Fokus stehen: den Alteingesessenen und

den Nachkommen der vietnamesischen Vertragsarbeiter.

Carola Dorner

„Im Dezember hatte es angefangen.“ Kurz vor Weihnachten

plant ein Schuldirektor in Prenzlauer Berg

eine „Weltoffene Woche“ und bringt damit nichts anderes

in Gang als die diskrete Verwandlung des ganzen

Viertels. Minh, ein Berliner Grundschüler vietnamesischer

Abstammung, fragt seinen Vater Sung nach

vietnamesischem Kulturgut für das Schulfest. Am

Ende tauchen drei Gestalten bei der „Weltoffenen

Woche“ in der Schule auf: der Schüler Minh, seine

Großmutter Hien und Thuy, eine fast hundertjährige

vietnamesische Holzfigur. In der Aula der Schule

erzählt die von Hien geführte Handpuppe Thuy die

Geschichte der vietnamesischen Vertragsarbeiter

in der DDR; Arbeiter, die aus dem sozialistischen

Bruderland geholt wurden, damit sie in Fabriken arbeiten

und die irgendwann zurückgehen sollten. Als Thuy ihre

Geschichte beendet und die Schule wieder verlässt,

nimmt die Veränderung des Stadtviertels ihren Lauf.

Lehrerinnen, Schüler und Eltern haben in der kleinen

Geschichtsstunde nicht nur etwas über Vietnam gelernt,

sondern auch über sich selbst, über Prenzlauer

Berg, über die vietnamesischen Nachbarn und das seltsame

Nebeneinanderherleben der alten Einwohner und

der vietnamesischen Händler im Viertel. Sie beginnen

die Läden mit anderen Augen zu sehen, die Kramläden,

Schneidereien, Obst- und Gemüseläden, Blumenläden,

Läden wie Sungs Laden, der dem Roman über Vietnam

und Prenzlauer Berg seinen Namen gab.

24 mein/4


„Sungs Laden“

Vietnam im Alltag

Karin Kalisa hatte einst einen ähnlichen Aha-Moment

wie die Menschen in der kurz vor Weihnachten überfüllten

Schulaula im Roman. Als sie vor gut 15 Jahren

nach Prenzlauer Berg zog, fiel ihr auf, dass alles

ein bisschen anders war als in den anderen deutschen

Großstädten, die sie gut kannte. An Stelle der sonst

türkischen Händler um die Ecke, gab es hier vietnamesische

Händler für alles und jeden. „Wir alle kaufen

in vietnamesischen Läden ein und gehen in vietnamesische

Restaurants essen. Einfach weil es so viele gibt

und das Angebot so groß ist. Vietnam lässt sich aus

unserem Alltag im Kiez überhaupt nicht wegdenken,

aber nur wenige Menschen wissen, warum das so ist.“

Sie machte sich auf die Suche nach dem Grund und

fand die Geschichte der vietnamesischen Vertragsarbeiter

in der ehemaligen DDR. Die DDR gibt es nicht

mehr, die Verträge auch nicht, die Vietnamesen, die

sich irgendwann in Prenzlauer Berg niedergelassen

Autorin Karin Kalisa

hatten, waren geblieben, hatten Läden und Restaurants

eröffnet und gehören seitdem zum Stadtbild.

Karin Kalisa, die eigentlich Japanologin ist, suchte Am Ende wurde es ein Roman. Zum Glück. Sonst

weiter und wunderte sich. Kaum jemand kannte die wäre die Geschichte niemals einem so breiten Publikum

bekannt geworden. Gelesen wird „Sungs La-

Geschichte, aber jeder kaufte „beim Vietnamesen“.

Sie recherchierte, verlor sich immer tiefer im Thema den“ nicht nur in Prenzlauer Berg, sondern in ganz

und fragte sich irgendwann, ob der Stoff sich nun Deutschland, Frankreich und vor allem auch in Vietnam.

Die Geschichte, die sich über drei Generatio-

eher für eine wissenschaftliche Arbeit oder für einen

Roman eignen würde.

nen und quer durch die deutsche und vietnamesische

Gesellschaft rund um Sungs Laden herum entspinnt,

wurde ein Bestseller und das völlig zu Recht. Der

Roman ist gelichermaßen gelehrt und leicht, historisch

versiert und spielerisch, realitätsnah und ein

„War man nicht deshalb hiergeblieben, auch bisschen verträumt. Er spielt mit den Möglichkeiten,

nachdem alles etwa reicher und verkniffener

die sich ergeben könnten, wenn die vietnamesische

geworden war? War man nicht deshalb

Kultur und die Berliner Nachbarschaft ein bisschen

überhaupt einmal hergekommen, aus Stuttgart

und Köln und Hamburg und Bremen und näher zusammenrücken würden, wenn Stadtverwaltungsangestellte

sich mit Kegelhüten gegen die

aus Rostock und Meißen, und, ja, auch Karl-

Marx-Stadt und aus Beratzhausen und Barsinghausen,

Zinzow und Peetzig: eben weil man Wassertheaterpuppen demonstrieren, wenn Mango

Sonne schützen, Lehrerinnen mit vietnamesischen

hier eine Sitzgruppe mit einer U-Bahn transportieren

konnte, ohne dumm angequatscht einem Tag auf den anderen ein nicht nur metaphori-

statt Currywurst zu Mittag gegessen würde und von

zu werden? Weil man als Untermieter des

scher Brückenschlag zwischen vietnamesischen und

Untermieters noch mal untervermieten konnte,

ohne dass irgendwer sich darum scherte,

deutschen Bewohnern geschlossen würde. Im Roman

weil man Löcher durch die Flurdielen dreier

geschieht genau das. Hier entstehen vietnamesische

Stockwerke bohren und Telefonkabel durchfädeln

konnte, um die Anschlusskosten durch nem deutsch-vietnamesischen etwas anarchischen

Affenbrücken zwischen Gebäuden, gebaut von ei-

sieben zu teilen, ohne dass am nächsten Tag Industriekletterer-Team, das die gewachsenen und

der Hausmeister auf der Matte stand? In

städtebaulich zementierten Abgründe nicht hinnehmen

möchte. In luftiger Höhe schaffen die Einwoh-

Prenzlauer Berg blinzelte man in den Himmel

und schaute zugleich tief in die eigene anarchische

Seele, die ein bisschen Fett angesetzt

ner einen Brückenschlag, der über Generationen fast

unmöglich war, weil alte Restriktionen, die den Vertragsarbeitern

tatsächlich jede Integration verboten,

hatte mit den Jahren.“ („Sungs Laden“, S. 187)

zu ungeschriebenen Gesetzen geworden waren.

mein/4

25


„Sungs Laden“

bisschen zu sich selbst. Der Kiez, der in „Sungs Laden“

seine anarchische Seite wiederentdeckt, schüttelt für

die Dauer der Erzählung seine neureiche Latte-Macchiato-Klischeebeladenheit

ab und probt die Selbstfindung

in vielen kleinen Revolten und einem großen vietnamesischen

Theaterfest. Zwischen der folgenschweren

Weihnachtsfeier in der Schule und dem Weihnachten

ein Jahr später lernen Menschen, die sich längst eingerichtet

hatten in ihrer „Geht-doch-gar-nicht-Trägheit“,

was eben doch alles möglich ist, wenn man es einmal

wagt. „Sungs Laden“ ist ein Spiel und ein Gedankenexperiment

rund um die Möglichkeiten, die ein Viertel

haben könnte, wenn es hier und da ein bisschen spinnen

würde. Menschen würden sich besser kennenlernen, vietnamesische

und deutsche Nachbarn könnten näher

zusammenrücken und verschiedene eingerostete, gesellschaftliche

Konventionen würden aufgebrochen.

Die Affenbrücken zwischen den Kulturen

Durch die Öffnung in Richtung Ferner Osten finden

im Roman nicht nur deutsche und vietnamesische Berliner

zueinander, es entstehen Freundschaften, Ehen,

Sprach-Tandems und Schicksalsgemeinschaften. Prenzlauer

Berg findet durch die Einflüsse aus Asien auch ein

Es war einmal in Prenzlauer Berg

Manchmal wird der Roman in Rezensionen ein „Märchen

für Erwachsene“ genannt. Karin Kalisa findet

den Ausdruck hochgradig irritierend. Ihre Geschichte

ist zwar – was die Personen und den Plot betrifft

– durchgehend erfunden, die historischen Tatsachen

ECOLBAU

NEUBAU • SANIERUNG • DACHAUSBAU

ECOLBAUSANIERUNG GBR • MEISTERBETRIEB • Z. & M. RZEPKOWSKI • STARGARDER STR. 21 • D-10437 BERLIN

TEL. (030) 346 603 76 • ECOLBAUSANIERUNG-GBR@MAIL.DE • WWW.ECOL-BAUSANIERUNG.DE

mein/4


„Sungs Laden“

„So war Sungs Laden Versorgungseinrichtung,

Nachbarschaftstreff, Mentaltraining

und Museum in einem. Ein

bunter Hund in einer Umgebung, die

zunehmend Läden hervorbrachte, die

dem Minimalismus anhingen.“

(„Sungs Laden“, S. 62)

legen. „Sungs Laden“ ist eine Übung im Möglichkeitsdenken.

Es ging mir darum, in diesem Gedankenexperiment

den Möglichkeitssinn zu stärken. Ich mag

es nicht, wenn man zu schnell vor der so genannten

normativen Kraft des Faktischen kapituliert und immer

gleich sagt‚ das geht nicht’ oder ‚träum weiter’.

Ich bin gegen dieses schnelle Abwinken und möchte

ausbuchstabieren, was vielleicht doch alles möglich

wäre, wenn man es wagen würde.“

aber sind sauber recherchiert und nichts was sich

zwischen den historischen Gegebenheiten und der

erfundenen Handlung abspielt, ist so unwahrscheinlich,

dass es nicht auch genau so seinen Lauf nehmen

könnte. „Bei der Bewegung, die sich bahnbricht in

Prenzlauer Berg, war es mir wichtig, dass sie nicht

abhebt in eine freie Erfindung. Es war mein Bestreben,

Konstellationen zu entwickeln, die, wenn nicht

hochwahrscheinlich, so doch möglich wären. Das ist

das Prinzip, das ich versucht habe, über das Buch zu

Der doppelte Boden

„Sungs Laden“ handelt nicht nur von Vietnamesen in

Berlin. Wenn es der Autorin allein darum gegangen

wäre, die Geschichte der vietnamesischen Vertragsarbeiter

in der ehemaligen DDR zu erzählen, hätte sie

Prenzlauer Berg nicht gebraucht. Der Roman hätte

ebenso in Magdeburg oder Dresden spielen können.

Karin Kalisa hatte aber noch ein anderes großes Anliegen:

„Meine zweite Heimat Prenzlauer Berg wird

in den Medien viel besprochen. Oft lese ich diese

Geschichten von zugereisten Schwaben, von Latte

Macchiato und von neureichen Penthouse-Bewohnern.

Das geht mir furchtbar auf die Nerven. Natürlich gibt

mein/4

27


„Sungs Laden“

„Die Zeit der Angst ging vorbei, aber das

Viertel hörte nicht auf, sich zu verwandeln.

Etliche zogen weg, erst weg von der Ofenheizung,

dann weg vom Zuzug, der ihr Viertel

veränderte. Es kamen immer mehr junge

Leute, die in die alten Häuser zogen, die

andere verlassen hatten. Die, die wegzogen,

waren von hier gewesen, die, die herzogen,

kamen von überall her. Die Trâns sahen zu,

staunten über dieses Wechselspiel und versuchten,

die neue Kundschaft zu gewinnen

und die alte nicht zu verlieren. Die neuen

Leute kauften nicht mehr „bei den Trâns“,

sondern „beim Vietnamesen“. Dann wurde

„beim Vietnamesen“ zunehmend unspezifisch,

weil es nicht mehr nur die Trans gab,

sondern immer mehr kleine vietnamesische

Läden. Obst und Gemüse, Blumen, Nähstuben

und Imbisse, dann die ersten Restaurants.

Aber die Trâns hatten immer genug

Kunden und mehr zu tun als sie schaffen

konnten.“ („Sungs Laden“, S. 50)

WIR

MALERN …

t. 923 78 65-0

info@wemod.de

es das alles. Aber ich frage mich dann immer: Warum

fühle ich mich hier immer noch so wohl?“ Es ist ein

gewisser anarchischer Geist, den Kalisa immer wieder

findet in Prenzlauer Berg, und der sich, obwohl ihn

viele schon verloren geben, doch hält. „Hier gibt es

eine Freiheit, die ich woanders selten spüre. Es gibt

noch einen anarchischen Bodensatz unter dem gläsernen

Boden, durch den man auch hindurchschauen

kann. Wer sich ein bisschen Mühe gibt, kann etwas

dafür tun, diese anarchische, kreative, selbstbestimmte

Stimmung zu pflegen.“

Auch um dieser Stimmung willen, ist „Sungs Laden“

entstanden. Der Roman ist der Versuch, den Kiez ein

bisschen anders zu beleuchten. „Ich wollte die Beleuchtungsverhältnisse

umkehren und die Leute fokussieren,

die sonst nicht im Vordergrund stehen: die

Vietnamesen und die Ureinwohner. Die Bewohner

von Prenzlauer Berg, die hier schon sehr lange wohnen,

die in der DDR geboren wurden, die gute und

schlechte Erinnerungen an ihr altes Leben haben,

die mit dem neuen Leben auch gute und schlechte

Gefühle verbinden, die ganz normalen Berufen

nachgehen und auf die niemand so richtig schaut.

Diese Menschen sind die Altersgenossen der vietnamesischen

Vertragsarbeiter. Die beiden Gruppen

wollte ich mir vornehmen und mir überlegen, was

entstehen könnte, wenn sie mehr miteinander zu tun

hätten. Ich wollte ein anderes Bild von Prenzlauer

Berg zeichnen.“

„Sungs Laden“ schafft genau das. Er gibt zwischen

einem Schulfest zur „Weltoffenen Woche“ und einem

Weihnachten zwölf Monate später den Menschen

von Prenzlauer Berg, den Alteingesessenen, den vietnamesischen

Vertragsarbeitern und ihren Familien

ihre Geschichten zurück. Manchmal fallen diese Geschichten

ein wenig phantastisch aus, aber niemals

unrealistisch. Der Schüler Minh wird am Ende des

Romans zum ersten Mal mit seiner Familie nach Vietnam

reisen und sich ansehen, von wo aus seine

Großmutter Hien und Tuy, die Theaterpuppe, vor

langer Zeit aufgebrochen waren, um im fernen Berlin

das Glück zu suchen.

28 mein/4

wemod.de


Küchenanekdoten

Neulich im 17. Bundesland

„Komm doch mal mit auf die Insel, da gibt es sooo schöne Ecken.“ Jahrelang habe ich hartnäckig dieser

Aufforderung widerstanden. Meine Standardantwort: „Nach Malle fahre ich ab 80.“

Andreas Langholz

Und dann kam mein Freund Volker und machte einen

Strich durch meine Lebensplanung. Seitdem beantworte

ich die Frage: „Ist der Chef da, der kennt sich

so gut mit Eisenpfannen aus“ mit den Worten: „Nein,

der ist jetzt auf Mallorca und brät selbst“.

Seitdem war ich schon viermal da. Also,

ganz ehrlich, dass Air Berlin pleiteging,

an mir lag es nicht.

Aber der Reihe nach: Im Sommer

2015 flatterte das entscheidende

Angebot auf den Tisch. Ein

Restaurant in Paguera steht zum

Verkauf. Das Planen, Überlegen,

Rechnen ging los. Im Herbst dann

brach Volker auf, den Kombi nebst

Anhänger gefüllt mit bester Küchenausstattung.

Dass er die Farben, die er uns

bei der kleinen Abschiedsfeier zeigte, tatsächlich an

die Wand gebracht hat, zeugt von Mut. Ebenso seine

Idee, den Spaniern Tapas zu kochen. Letztere erwies

sich schon sehr bald als Volltreffer. Nicht, dass es in

mallorquinischen Restaurants keine Tapas gäbe, allerdings

sind diese nur selten schmackhaft. Überhaupt

scheinen Inselgastronomen der Meinung zu sein, dass

man den deutschen Durchschnittsurlauber am besten

mit Schnitzel/Pommes, Ham- /Cheeseburger oder

vielleicht Spaghetti Bolognese ernährt. Dazu kommt

noch die Unsitte, Fotos der Gerichte auf Fassade und

Speisekarte zu kleben … Für mich ist das ein Vorteil,

denn wenn das mit ¼ Tomate und Petersilienast abgebildete

Schnitzel am Rand eher dunkelbraun, in der

Mitte aber blässlich aussieht, hat man wenigstens die

Möglichkeit, dem Attentat konfliktfrei aus dem Weg

zu gehen. Und dann kam Volker!

Dass er alle Gerichte frisch kocht, kann

man ihm nun wirklich nicht vorwerfen.

Dass ich bei meinem zweiten Besuch

eine ganze Kiste Zitronen für die

köstliche hausgemachte Limonade

auspressen durfte, schon eher. Gewöhnungsbedürftig

ist allerdings

Volkers gnadenloser Verzicht auf

den landestypischen stapelbaren

Plastikstuhl. Man sitzt auf und an

Holz, zum Boulevard abgeschirmt

von frischen Kräutern, Tomaten- und

Paprikasträuchern, Zitronen- und Feigenbäumchen.

Aber kaum sitzt man, hat kurz

am Rosado genippt, da muss man schon wieder hoch.

Der Moment der Entscheidung! Senor Tapas (das ist

Volkers Künstlername) zeigt und erklärt, was er gekocht

hat. Allein der Gedanke an die kleinen Tintenfischlein,

das geschmorte Kaninchen oder Chorizo in

Orangensauce lösen bei mir selektives Fernweh aus.

Und dann verriet mir Volker in einem Nebensatz noch,

dass er wegen einiger durch die maurische Küche beeinflussten

Gerichte wie Spinatsalat mit Rosinen und

Pinienkernen oder Hühnchen mit Zimt in Insiderkreisen

Don Canelo genannt wird …

Daher mein Schlusssatz: dann bis bald Don Canelo!

auch online

erleben auf

www.meinviertel.berlin

Señor Tapas

Boulevard de Paguera 5

07160 Peguera

Illes Balears

Spanien

Tel.: 0034 638 13 04 04

mein/4

29


Rubrik

Advent, Advent!

Mal sehen was es heute gibt …

1 2 3 4

J641G

D492X

H118H

Y631V

5 6 7 8

G765K

Q815P

R737Z

D369G

9 10 11 12

P845V

R716X

U189C

T244B

13 14 15 16

S461Q

N833P

F411K

L379F

17 18 19 20

Y515T

C731L

Q123X

V367Y

21 22 23 24

Q931V

H514K

A543Y

K918R

www.meinviertel.berlin / advent

30 mein/4


Design zum Verschenken und sich selbst Belohnen Hufelandstraße 13 10407 Berlin 030 29779361 www.kunstschule.net

Rubrik

mein

4

Stadtteilmagazin

Jeden Tag Vorteile sichern oder Geschenke abholen

bei unseren Partnern im Kiez.

Mal sehen was es heute gibt ...

Einfach den Tagescode aus dem Adventskalender

auf www.meinviertel.berlin/advent eintragen und

direkt und ohne Anmeldung Schätze einsammeln.

Mule

Katule

Keramikatelier

Protzmann


mein/4

31


Rubrik

Advent, Advent!

Wer sich mit seiner E-Mail-Adresse anmeldet, nimmt

zudem am 24.12. 2017 an der Verlosung unserer

Hauptgewinne teil !

VIP- Shoppen

Wir laden Sie und 5-8 Freundinnen /

Kolleginnen zum exklusiven Shopping

außerhalb unserer

Öffnungszeiten ein.

Wir finden einen

Termin nach Absprache

und Sie können mit Ihren

Freundinnen / Kolleginnen entspannt

unsere Kleider kennenlernen.

Sie erhalten eine individuelle

Beratung inklusive Prosecco und

Knabbereien.

Als Gewinnerin schenken wir Ihnen

zusätzlich einen Einkaufsgutschein

in Höhe von 50,00 €, ihre Begleiterinnen

erhalten jeweils 10% auf

Ihren Einkauf an diesem Abend.

Geschenkgutschein

Mein / 4 - 20 €

Knutselwinkel

Porzellanmalstudio Potsdam & Berlin

Keramikatelier

Protzmann

VIP-Shopping und 50,00€

Einkaufsgutschein

Knaackstraße 56

10435 Berlin / Prenzlauer Berg

berlin@knutselwinkel.de

Info‘s unter:

www.knutselwinkel.de / f knutselwinkel

Einen Keramikbecher

vom Keramikatelier

Nichts ist schöner als selbstgemacht !

Gutschein – Porzellan

bemalen im Knutselwinkel

Ein Einkaufsgutschein über 50 Euro

1 kleine Apéro-Platte und

2 Gläser Hauswein (0,1 L)

knorsh Jersey-Buxe in

gewünschter Größe

Eine Vorspeisen

Tapasplatte

Gutschein über 2 x 3 Stunden

Nähkurs im Nähkontor

Spree Gin aus Berlin,

signiert von den

Produzenten

T r i n k fl a s c h e

Drei Eisenpfannen (28 cm) von Turk

Edelstahltrinkflasche WK 600 oder 800 ml

Eine Jahreskarte für das MACHmit! Museum

Teilnahmebedingungen

Um am mein/4 Gewinnspiel teilzunehmen, ist ein Ausfüllen und Absenden des angezeigten Teilnahmeformulars auf der Webseite www.meinviertel.berlin notwendig, dies

ist nur innerhalb des Teilnahmezeitraums (1. bis 24.12.2017) möglich. Teilnahmeberechtigt ist jede natürliche Person, die das 16. Lebensjahr vollendet und ihren ständigen

Wohnsitz in Deutschland hat. Die Teilnahme ist kostenlos, nicht auf Kunden der Anbieter beschränkt und nicht vom Erwerb einer Ware oder Dienstleistung abhängig. Der

Rechtsweg ist ausgeschlossen. Jeder Teilnehmer akzeptiert mit seiner Teilnahme diese Regelungen sowie die unter www.meinviertel.berlin/rechtliches veröffentlichten

vollständigen 32 Teilnahmebedingungen.

mein/4


Buchvorstellung

Manfred Krug

Mein schönes Leben

Autobiographie

Manfred Krugs Kindheitserinnerungen

- witzig und warmherzig,

plastisch und schnörkellos. Ein

einzigartiges Lesevergnügen -

und »ein beachtliches Zeugnis

über das Nachkriegsdeutschland«

(Berliner Morgenpost).

Manfred Krug, geb. 1937, ist einer

der bekanntesten Schauspieler

Deutschlands. Als Zwölfjähriger Umsiedlung nach Leipzig.

Ab 1956 Fernsehrollen, zahlreiche Nationalpreise der

DDR. 1976, mit der Unterzeichnung der Protesterklärung

gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns, endete Krugs

Karriere in der DDR, 1977 Übersiedlung nach West-Berlin.

Ab 1978 große Fernseherfolge mit „Auf Achse“, „Sesamstraße“,

„Tatort“ und „Liebling Kreuzberg“. 1988 Grimme-

Preis für „Liebling Kreuzberg“. Zahlreiche CD- und Buchveröffentlichungen.

Nino Haratischwili

Das achte Leben

(Für Brilka)

Roman

Dieser Roman ist über die Literaturwelt

gekommen wie ein

Naturereignis: ein wuchtiges

Familienepos, das am Beispiel

von sechs Generationen außergewöhnlicher

Frauen das ganze

pralle 20. Jahrhundert mit all

seinen Umbrüchen und Dramen,

Katastrophen und Wundern erzählt.

Von Georgien am Vorabend des Ersten Weltkriegs

bis ins Deutschland zu Anfang des neuen Millenniums

spannt Nino Haratischwili den Bogen. Alles beginnt mit

Stasia, Tochter eines angesehenen Schokoladenfabrikanten.

Mit ihrer Geburt setzt die Geschichte ein, die fortan

wie ein gewaltiger Strom mit unzähligen Nebenarmen und

Verwirbelungen durch Europa zieht und den Leser bis zur

letzten Seite in ihrem Sog gefangen hält.

Ein unvergessliches, überwältigendes Leseerlebnis.

Wolf Biermann

Warte nicht auf bessre

Zeiten!

Die Autobiographie

Selten sind persönliches Schicksal

und deutsche Geschichte

so eng verwoben wie bei Wolf

Biermann. Ein Leben zwischen

West und Ost, ein Widerspruchsgeist

zwischen allen Fronten. Mit

sechzehn ging er in die DDR, die

er für das bessere Deutschland

hielt. Hanns Eisler ermutigte

ihn, Lieder zu schreiben, bei Helene Weigel assistierte

er am Berliner Ensemble. Dann fiel er in Ungnade, erhielt

Auftritts- und Publikationsverbot. Die Stasi observierte

ihn rund um die Uhr, während er im Westen gefeiert und

geehrt wurde. Die Proteste gegen seine Ausbürgerung

1976 gelten als Anfang vom Ende der DDR. Eindringlich

erzählt Biermann vom Vater, der als Jude und Kommunist

in Auschwitz ermordet wurde, von der Mutter, die ihn aus

dem Hamburger Bombeninferno rettete, vom väterlichen

Freund Robert Havemann, mit dem er das Los des Geächteten

teilte. Er führt uns in die absurde Welt der DDR-

Diktatur mit ihren Auswüchsen, aber auch ihren täglichen

Dramen menschlicher Widerständigkeit. Und er erzählt

von seinen in den Westen geschmuggelten, im Osten

heimlich kursierenden Liedern, deren »Verskunst, robuste

Rhetorik und gewaltige Sprachkraft« Marcel Reich-Ranicki

lobte. Bei aller Heftigkeit des Erlebten lesen sich Biermanns

Erinnerungen wie ein Schelmenroman in bester

schweijkscher Manier. Ein einzigartiges Zeitzeugnis.

Jetzt 4.000,- €

Zuschuss sichern!

ALTERSGERECHTER BADUMBAU

AN einem TAG!

Bad-Teilsanierung & Zuschuss vom Staat

Duschen, Wannentüren & Einstiege

Rufen Sie uns an: 030 – 23 93 16 93

www.berlin.badbarrierefrei.de

Berlin

Meisterbetrieb

Sicherheit in Ihrem Bad Wanne wird zur Dusche Wannentüre

Der Umbau der Wanne zur Wellness Dusche lässt sich bei

guter Planung in wenigen Stunden realisieren. Die Schmutzund

Lärmbelästigung ist minimal und schon am nächsten

Tag steht dem neuen Duschvergnügen nichts mehr im Weg.

Wir beraten Sie gerne unverbindlich

und besuchen Sie auf Wunsch kostenfrei vor Ort.

Schauen Sie online bei uns vorbei.

meimei

mein/4

33


Geschichte –

jenseits der üblichen Attraktionen

Das Museum in der Kulturbrauerei lädt ein

Dr. Mike Lukasch studierte Politikwissenschaften und Geschichte in Bonn und arbeitet seit 2010 für die Stiftung

Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Berlin. Als Abteilungsleiter Berlin war er für Daueraustellungen

im Tränenpalast am Bahnhof Friedrichstraße (Eröffnung 2011) und im Museum in der Kulturbrauerei

(Eröffnung 2013) zuständig.

Interview: Frank Durke

mein/4: Welche Schwerpunkte setzt die Ausstellung

„Alltag in der DDR“?

Die Dauerausstellung im Museum in der Kulturbrauerei

wirft Schlaglichter auf den Alltag in Ostdeutschland in

den 1970er und 1980er Jahren. Dabei geht es immer

um die Frage, wie die Menschen dem Herrschaftsanspruch

der SED begegneten: Wo arrangierten

sie sich, wo begeisterten sich Menschen für

den Sozialismus, wo grenzten sie sich

ab oder zogen sich ins Private zurück?

Welche kreativen Wege

fanden die Menschen,

um mit dem alltäglichen

Mangel

an Konsum-

gütern umzugehen? Und es wird auch beleuchtet, mit

welchen Herrschaftsinstrumenten das SED-Regime arbeitete:

von den Bindekräften des Kollektivgedankens

über soziale Kontrolle bis hin zu systematischer Repression

gegenüber Andersdenkenden und Oppositionellen.

Wir zeigen viele Objekte, die spannende und alltägliche

Geschichten erzählen: Der Trabi mit Dachzelt, der

an Reisesehnsucht und Urlaubserlebnisse erinnert.

Die Gaststätte „Zur Grünen Linde“, in

der die Wirtin ihre Speisekarte dem mangelhaften

Warenangebot kreativ anpasste.

Das Brigadebuch, mit dem

in den Volkseigenen Betrieben die

Arbeitskollektive ihr Freizeitund

Arbeitsleben dokumentierten,

um am „Sozialistischen

Wettbewerb“

teilzunehmen.

© Haus der Geschichte / Stephan Klonk

34 mein/4


Museum in der Kulturbrauerei

mein/4: Wie wird das Museum in der Kulturbrauerei in

Bezug auf die Dauerausstellung und den wechselnden

zeithistorischen Ausstellungen angenommen?

Jährlich besuchen unsere Dauerausstellung mehr als

100.000 Menschen, aus den unterschiedlichsten Altersgruppen,

aus ganz Deutschland und auch internationale

Touristen. Die unterschiedlichen Wechselausstellungen

ziehen dann nochmal zusätzlich Besucher an.

mein/4: Mit welchem Eintrittspreis müssen die Besucher

des Museums rechnen?

Die Angebote der Stiftung sind kostenfrei. Das bezieht

sich nicht nur auf den Eintritt in die Ausstellungen, auch

unsere Gruppenbegleitungen, Seminare, Workshops oder

Rallyes durch die Ausstellung sind kostenfrei.

© Haus der Geschichte / Christoph Petras

mein/4: Wie ist die Besucherstruktur?

Unser Publikum ist bunt gemischt: Viele Schüler, Familien,

Berliner und Touristen, Gruppen aus dem In- und

Ausland oder Reisegruppen der Bundestagsabgeordneten

besuchen uns. Wir bieten gerade für Grundschulen und

weiterführende Schulen, Universitäten, Fachhochschulen

und andere Bildungsträger unterschiedliche Bildungsformate

an, die den Unterricht oder das Seminar ergänzen

können.

mein/4: Gibt es spezielle Themen die unsere Leser besonders

interessieren könnten?

In der Dauerausstellung „Alltag in der DDR“ kann man

an vielen Stellen Fotos und Geschichten aus Prenzlauer

Berg und Berlin entdecken. Auch die Themen der Wechselausstellungen

bieten immer wieder Verbindungen zur

bewegten Berliner Geschichte und zu aktuellen politischen

Fragen. So zum Beispiel zur aktuellen Wechselausstellung

„Islam in Europa“ oder zur dann kommenden

Ausstellung „Revolte. Fotografien von Ludwig Binder und

Jim Rakete“.

mein/4: Welche Angebote erhalten Ihre Besucher angepasst

an die heutige Medienvielfalt?

Wir haben zusätzliche Aktionen und Infos für unsere

Nutzer und Besucher auf der Homepage, auf Facebook,

Twitter und Instagram. Es gibt eine App zur Dauerausstellung,

freies W-LAN und viele Objektgeschichten oder

Zeitzeugenberichte im „Lebendigen Museum Online“

(LeMo).

mein/4: Gibt es außerhalb der Ausstellungen auch Aktionen,

die die Diskussion zu diesen Themen anregen

und fördern?

Zu unseren Ausstellungen bieten wir ein breites Rahmenprogramm

an, mit klassischen Podiumsdiskussionen und

Buchvorstellungen, aber auch mit Schülerworkshops und

© Haus der Geschichte / Christoph Petras

Kinder- und Familienaktionen. Bis Ende des Jahren können

Kinder zum Beispiel in unserer Wechselausstellung

selbst zum Experten werden und einen Kinderjurypreis

vergeben.

mein/4: Wie können Bildungseinrichtungen auf sie zukommen?

Welche Möglichkeiten stehen allen offen?

Unser Besucherdienst (030/4677779-11, besucherdienstberlin@hdg.de)

ist die erste Adresse für konkrete Fragen,

aber auch für die Beratung und Buchung unserer Bildungsangebote.

Unsere wissenschaftlichen Mitarbeiter

stehen auch für inhaltliche Rückfragen zu den Ausstellungen

zur Verfügung.

mein/4: Was würden sie unseren Lesern, ob groß oder

klein, empfehlen?

Kommen Sie vorbei, Sie sind herzlich eingeladen! Egal,

ob Sie mit 10 Minuten oder 2 Stunden Zeit im Gepäck

kommen, es gibt viel zu entdecken. Kommen Sie mit der

Familie oder Schulklasse, es ist für jeden etwas dabei.

Interessenten finden auf www.hdg.de alle Angebote,

sowie umfangreiche Informationen zu

unseren Ausstellungen.

mein/4

35


Papa schaukelt das Kind

Christiane Kürschner

36 mein/4


Väterzentrum „PAPALADEN“

Was wurde nicht schon alles über die Mütter aus dem Prenzlauer Berg geschrieben! Sie bekommen Kinder,

widmen sich dem Nachwuchs wie einem Projekt, dass es zum Erfolg zu führen gilt. Entweder arbeiten sie

und verdienen übermäßig gut – oder sie halten ihren erfolgreichen Männern den Rücken frei und trinken den

ganzen Tag Latte Macchiato in Cafés. Sie kaufen bio, sie essen vegan und haben eine klare Meinung zum

Thema Stillen, der bedürfnisorientierten Erziehung und dem After Baby-Body. Und was machen die Papas?

Die treffen sich im Väterzentrum.

Um kurz nach zehn trudelt der erste Vater ein. Er stellt

den Kinderwagen im Papaladen ab, sein Kind schläft

noch friedlich darin. Nicht lange, prophezeit er – und

hat recht. Nach und nach kommen immer mehr Väter,

die Reihe der Kinderwägen wird länger und der große

Raum füllt sich mit Leben. Seit zehn Jahren gibt es das

Väterzentrum in der Marienburger Straße. Hier können

sich Papas unter der Woche im Papa-Café ungestört

treffen, um sich auszutauschen. Für die Kleinen gibt es

Spielzeug und gesessen wird auf Sportmatten. Teelichter,

ätherische Musik und – natürlich – Stillkissen sucht man

hier vergebens, was ganz erfrischend ist.

„So eine Krabbelgruppe strukturiert auch den Tag“, erklärt

Nepomuk, der an diesem Donnerstag aus dem

nahen Weißensee gekommen ist. Wie auch Peter und

Uli kommt er mit seinem zweiten Kind in die Krabbelgruppe,

die Erfahrung im Umgang mit Kleinkindern

spiegelt sich in Lässigkeit wider. Das unterscheidet womöglich

diese reine Vätergruppe von herkömmlichen

Krabbelgruppen, in denen noch immer vornehmlich

Mütter zu finden sind. Einige erzählen von ihren Besuchen

in solchen Krabbelgruppen, in denen Männer

durchaus willkommen sind. Spätestens beim Austausch

der Geburtserfahrungen und Themen wie dem Stillen

sind sie dann aber raus. In der Männergruppe herrscht

eine angenehme Atmosphäre, sehr unaufgeregt geht

es zu. Neben dem Papa-Café gibt es am Wochenende

auch ein Familien-Café, zu dem Muttis und Geschwister

mitkommen dürfen. Angebote wie das Weihnachtsbaumschlagen,

Papa-Kind-Reisen und Kickerturniere

runden das Angebot ab.

Elternzeit ist ideal für die Beziehung zum Kind“, sagt

Nepomuk, die Chance müsse man nutzen. Außerdem

hätte seine Frau es gar nicht ein Jahr zu Hause ausgehalten,

mit einem Kind, dass nicht sprechen kann, erzählt

er und lacht. Er hätte dagegen kein Problem damit.

Dass sie Elternzeit nähmen, dass sei im Umfeld auch

nichts besonderes, so Peter. Vielmehr gebe es eher einen

sozialen Druck, wie alle anderen Väter, Elternzeit zu

nehmen. Es würde also – zumindest in Prenzlauer Berg

– eher anstößig sein, nicht in Elternzeit zu gehen? Wahrscheinlich

schon, so die Männer. Tatsächlich weist laut

Väterreport 2016 Berlin hinter Bremen (4,2 Monate)

mit einer durchschnittlichen Elternzeit von 3,9 Monaten

die zweithöchste Elternzeit-Dauer in Deutschland

auf. Etwa 37 Prozent der Väter nehmen hier Elterngeld

in Anspruch und gehen in Elternzeit. Die Väter in der

heutigen Krabbelrunde nehmen durchschnittlich sechs

Monate Elternzeit.

Übersättigung: Alles so schön hier

Axel ist aus dem weiten Zehlendorf angereist, um am

Papa-Café, einer bundesweit einmaligen Einrichtung,

teilzunehmen. Im Süden Berlins sieht die Welt gleich

ganz anders aus. Als er bekanntgab, dass er sechs Monate

Elternzeit nehmen würde, hat er in seiner Umgebung

ein „Oh, ist das toll“ und viel Bewunderung

geerntet. Uli wohnt im Prenzlauer Berg: „Mit Kind ist

man hier nichts Besonderes.“ Der Jurist nehme wahr,

dass Kinder hier etwas Selbstverständliches sind und

es trotzdem – oder gerade deshalb – wenig Rücksichtnahme

gebe; im Wedding gehe man anders mit Eltern

Elternzeit: Zeit für Vater und Kind

„Die Gründung des Väterzentrums war zunächst eine

politische Idee“, erzählt Eberhard Schäfer, der die Einrichtung

gemeinsam mit Marc Schulte ins Leben gerufen

hat. Vor etwa zehn bis 15 Jahren hätte es einen

spürsamen Rollenwandel gegeben, über den auch viel

gesprochen wurde, so Schäfer. Frauen forderten, dass

auch sie Vollzeit arbeiten gehen können, von Männern

wurde mehr Verantwortung in Sachen Erziehung erwartet.

„Die Vaterschaft wird gefordert, aber nicht gefördert“,

so Schäfer. Das Väterzentrum entstand aus der

Idee, ein Anlaufpunkt für Männer zu werden, die sich

bewusst dazu entschieden haben, Papa zu sein. Solche

Papas finden sich auch im heutigen Papa-Café. „So eine

mein/4

37


Väterzentrum „PAPALADEN“

und Kindern um. „Es gibt hier einfach eine Übersättigung“,

so Uli. Peter stimmt ein. „Es ist hier sauber und

langweilig, es gibt kaum alte Menschen und Studenten“,

so der Anwalt, der vor zehn Jahren nach Prenzlauer

Berg zog.

Bundesweit allein auf weiter Flur

Während Prenzlauer Berg sich von einem bunten,

kreativen Kiez zu einem homogenen Stadtteil wandelte,

änderte sich die Vorreiterstellung des Väterzentrums

nicht. Es gibt einen großen Zuspruch für

die Einrichtung, aber keinen Nachahmungseffekt. In

ganz Deutschland findet sich nichts Vergleichbares, die

Gründe sieht Schäfer vor allem in dem fehlenden Willen

der Institutionen. „Für so etwas braucht man einen

langen Atem“, so Schäfer, „und das braucht auch eine

gewisse Haltung.“ Es gebe durchaus Institutionen, die

Versuche in die Richtung unternehmen würden. Ihr

Fehler sei jedoch, dass sie den Vätern eine bestimmte

Richtung vorgeben möchten, wie sie als Vater zu agieren

haben. Da würden die meisten Väter dicht machen.

Vielmehr müsse man, so Schäfer, offen und neugierig

sein. Bis die Väter das Angebot wahrnehmen, vergehe

Zeit, die die Institutionen dem Projekt zumeist nicht

geben. Anscheinend nicht aus Geldgründen, denn

viel Geld koste so etwas gar nicht, so der Vater eines

Sohnes. Neben einem Team aus vielen Helfern, die

einzelne Projekte unterstützen, besteht das Väterzentrum

aus zwei halben Stellen, die Schäfer und sein Mitgründer

Marc Schulte ausfüllen. Beide sind nebenbei

freiberuflich engagiert, reisen durch die Welt, um als

Experten für die Arbeit mit Vätern zu sprechen und

zu beraten.

Trennung trifft alle gleich

In die behagliche Stimmung kommt Matthias hinzu.

Laut Schäfer einer der Prototypen der Prenzlberg-

Väter, denn er arbeitet im IT-Bereich. Die Mietpreise

in Prenzlauer Berg brächten es nun einmal mit sich,

dass es hier kaum Väter gibt, die bodenständige Berufe

wie etwa Handwerker oder LKW-Fahrer ausüben. „Die

wohnen hier nicht“, so Schäfer. Er treffe hier vor allem

auf Menschen aus dem IT-Bereich. In der Beratung

treffe er dann aber auch auf die bodenständigen, die

aus anderen Berliner Kiezen kommen, um sich fachliche

Informationen zu holen. In der Beratung von

Vätern zu Themen wie dem Arbeitsrecht, Unterhalt,

Scheidung sowie dem Umgangs- und Sorgerecht liegt

die Hauptarbeit des Väterzentrums,, und die ist laut

Schäfer „viel zu gut“ besucht; drei Rechtsanwälte stehen

dafür zur Verfügung. „Die Väter wollen ihr Kind

heute oftmals nicht mehr nur alle zwei Wochenenden

bei sich haben und ansonsten nur bezahlen“, so Schäfer,

„sie wollen eine lebendige Beziehung zu ihrem Kind

und Teil des Alltags sein.“

In der Strategieberatung erhalten Väter Tipps, wie sie

vor allem in der akuten Trennungsphase am besten

vorgehen, um mit der Mutter im Gespräch zu bleiben

und gemeinsam nach einem neuen Lebens- und Wohnmodell

zu suchen.

vaeterzentrum-berlin.de

38 mein/4


Väterzentrum „PAPALADEN“

Ängste durch fehlende Vorbilder

Geht eine Beziehung zu Ende, ist das für junge Familien

immer eine schwierige Situation, in die sich

alle Beteiligten neu einfinden müssen. Für Matthias

ist die Situation des Entwurzelten symptomatisch für

Prenzlauer Berg. „Viele Eltern die hier leben, haben

hier keine Familie“, so der junge Vater. Ihnen fehlten

die Familienangehörigen, die ihnen ein Vorbild in Sachen

Erziehung sein könnten.

„Das schürt die Ängste, irgendetwas falsch zu machen“,

so Matthias. So lässt sich das Symptom der Helikopter-Eltern

erklären, die als überfürsorgliche Eltern

dargestellt werden. An diesem Vormittag ist von übersteigerter

Fürsorglichkeit nichts zu bemerken, diese

Prenzlberger Väter scheinen eine angenehme Sorte

Papis zu sein. Schäfer wirft noch einmal die Kaffeemaschine

an, es geht auf die Mittagszeit zu. Der Brei

wird zubereitet, Windeln gewechselt und es hat noch

nicht ein Kind geschrien.

Warum auch viel Aufregung um nichts?

Das Pflegeheim in Ihrem Kiez !

Senterra

Pflegezentrum Berlin

Ihr komfortables Heim inmitten der Stadt

Wir bieten Ihnen

• Langjährige Kooperationen mit Ärzten,

Therapeuten und Podologen

• Pflegewohlfühlbäder

• Hauseigene Ergotherapie, Küche u.

Wäscherei, sowie Friseur im Haus

• Einbauküche in jedem Wohnbereich

• Regelmäßige Gottesdienste

• Herausgabe einer Hauszeitung

• Großzügige Gartenanlagen

• Gute Verkehrsanbindung

Besonderheiten

• Versorgung aller

Pflegegrade

• Verhinderungspflege und

Probewohnen

• Betreuung

a. Jüngere pflegebedürftige

Menschen

b. Menschen mit Demenz

c. Menschen mit Korsakowsyndrom

Ostseestraße –

N Greifswalderstraße

Senterra

Pflegezentrum Berlin

Schieritzstraße 30

10409 Berlin

Telefon: 030 / 45 30 57-0

E-Mail: info@berlin.senterra.de

www.senterra.de

mein/4

39


Gegen die Wand

Wohnen in Prenzlauer Berg als Politikum

Christiane Kürschner

Es gibt Kuchen von der Kiez-Bäckerei, Adrian kennt

seine Nachbarn persönlich: Nachdem er vor vier Jahren

von Köln nach Berlin gezogen ist, ist er in Prenzlauer

Berg heimisch geworden.

Zunächst wohnte der Student

für Osteuropastudien in der

Wichertstraße. Nach nur kurzer

Zeit hatte er Post im Briefkasten,

die Hausverwaltung kündigte

eine Sanierung an. „Es war

eine dunkle Wohnung im Hinterhof,

ich hing nicht sehr daran“,

so Adrian. Er machte sich

auf die Suche nach einer neuen

Wohnung und fand ein Zuhause

in der Malmöer Straße 23. Seither

lebt er auf knapp 43 qm: ein

Zimmer, Küche und Bad. Er hat

es sich hier gemütlich gemacht,

die eigene Bleibe ist für einen

Studenten ungewöhnlich.

Er arbeite viel, um sich die Wohnung

leisten zu können, Bafög

bekommt er nicht. „Ich verzichte

lieber auf andere Dinge und

gebe Geld für gutes Wohnen aus“, so der 27-jährige.

Seinen Traum lässt er sich etwas kosten. 490 Euro kalt

zahlt er monatlich, mit der Gasetagenheizung kommt

er auf etwa 547 Euro pro Monat. Im Sommer 2016 flatterte

ihm nun – erneut – die Ankündigung einer Sanierung

ins Haus. Der Berliner Mieterverein informiert ihn

darüber, dass die Eigentümer seines Miethauses verschiedene

Maßnahmen beantragt hätten. Dazu gehören

die Wärmeschutzdämmung des Hauses und der Einbau

von Fahrstühlen. Außerdem wird das Dachgeschoss ausgebaut,

vier neue Wohnungen entstehen in dem Areal,

das aus mehreren Innenhöfen besteht. Adrian hat

grundsätzlich Verständnis für notwendige Sanierungsmaßnahmen.

Wenn sie aber schon eine Wärmeschutzdämmung

anbringen, so der Student, dann sollten sie

vielleicht die alten und undichten Doppelkastenfenster

Mieterforum Pankow: mieterforum-pankow.net

Mieterverein Berlin: berliner-mieterverein.de

austauschen. Das stünde jedoch nicht zur Debatte –

warum also Wärmeschutz? Die Vermieter wollen Profit

zu Lasten der Mieter machen, das ist Adrians Ansicht.

Er hat polnische Wurzeln und

kann sich deshalb hervorragend

mit den polnischen Bauarbeitern

verständigen, die sich Tag

für Tag, auch samstags, auf der

Baustelle tummeln. Es handele

sich um freiberufliche Handwerker,

die für einzelne Projekte

angeworben werden und die

Risiken – unbezahlte Urlaubstage,

fehlendes Krankengeld und

Versicherungen – selbst tragen

müssen.

Er habe den Bauleiter im nahen

Supermarkt nebenan getroffen,

wie er etwa zehn Mischbatterien

gekauft habe. Adrian geht davon

aus, dass er sie für die Sanierung

der Bäder in einzelnen Einheiten

nutzen würde, er wirft den

Eigentümern und dem Bauunternehmen

den Einsatz von billigen

Materialien vor. Die Hausverwaltung sowie die

Gesellschafterin äußerten sich zu diesen Vorwürfen auf

Nachfrage nicht.

Kein Ende in Sicht

Nach der Ankündigung des Mietervereins kam wenig

später die offizielle Ankündigung der Hausverwaltung.

Für seine Wohnung soll Adrian nach Abschluss der

Sanierungsmaßnahmen etwa 41 Euro im Monat mehr

zahlen, das sind insgesamt 589,16 Euro. Von der Hausverwaltung

werden jedoch ausschließlich die Wärmeschutzdämmung

sowie der Ausbau des Dachgeschosses

angekündigt, von Fahrstühlen ist noch keine Rede. Aber

die werden kommen, glaubt man den aktuellen Mietangeboten

der zuständigen Immoblienmaklerin, die die

Wohnungen der Hausverwaltung vermarktet. In der

Malmöer Straße 24 wird eine 2-Raum-Wohnung angeboten:

rund 69 qm für 860, 63 Euro kalt, also etwa 1020

Euro warm. In dem Inserat wird auf die anstehenden

Baumaßnahmen hingewiesen: Fassadendämmung, der

Dachgeschossausbau sowie Treppenhausarbeiten und

40 mein/4


Mieten

Die Vereinbarung zwischen

Deutsche Wohnen und dem

Bezirksamt sowie weitere Unterlagen

können auf der Webseite

der SPD-Abgeordneten

Clara West angesehen werden:

https://www.clara-west.de

Blick auf „nio berlin“ aus dem Nordischen Viertel Richtung Bornholmer Brücke

Foto: David Borck Immobiliengesellschaft mbH

der Einbau eines Fahrstuhls. So wird laut Inserat die

Kaltmiete „nach der Dämmung um 86 Euro steigen,

und durch den Anbau des Fahrstuhls werden sich die

Betriebskosten erhöhen“. Man rechne mit etwa 1.110

Euro Warmmiete – für 68,85 m². Adrian stellt sich darauf

ein, dass auch seine Miete noch einmal steigen wird,

wenn auch in seinem Miethaus ein Aufzug eingebaut

wird, „wahrscheinlich nur, um die neuen Dachgeschosswohnungen

besser vermieten oder verkaufen zu können“.

Ausziehen ist für ihn dieses Mal keine Option.

Im Gegensatz zu seiner vorherigen Wohnung ist diese

für seine Bedürfnisse perfekt und wo solle er auch hin:

„Nichts gegen Marzahn, aber ich möchte nicht so weit

herausziehen“, so Adrian. Er studiert an der Humboldt-

Universität und absolviert zusätzlich ein Trainee-Programm

am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt,

das Nordische Viertel liegt für ihn verkehrsgünstig

und hier fühlt er sich auch wohl. „Heute bezahlt man

selbst für ein WG-Zimmer 500 Euro, also warum soll

ich meine eigene Wohnung aufgeben“, so Adrian. Er ist

mittlerweile ein Profi in Sachen Mietrecht, ist Mitglied

im Mieterverein und zahlt seine Miete seit Juni unter

auch online

erleben auf

www.meinviertel.berlin

Vorbehalt. Außerdem hat er einen Antrag auf Härtefallregelung

gestellt.

Keine Kommunikation ist auch Kommunikation

Eine Antwort auf die Ankündigung der Mietzahlungen

unter Vorbehalt sowie den Antrag auf Härtefallregelung

hat er noch nicht erhalten. Und das

ist das, was ihn und andere Mieter wirklich wütend

macht: Weder die Eigentümer noch die Hausverwaltung

kommunizieren mit den Mietern. Andere Mieter

der Malmöer Straße 23 gehen nun gerichtlich vor,

auch wegen der Zustände im Haus. Es ist eine große

Baustelle, der Baulärm dringt durch alle Etagen. Vor

allem für die Mietparteien in den oberen Geschossen

ist der Dachausbau eine Zumutung. Vor den Wohnungen

befinden sich seit Januar 2017 Gerüste, die die

Zimmer verdunkeln. Die Hausverwaltung hat Adrian

mitgeteilt, dass die Bauarbeiten im Verzug seien und

das Ende nun für Ostern 2018 angesetzt sei. Eine

Minderung der Miete scheint von Seiten der Eigentümer

nicht vorgesehen zu sein. Auch hierzu gab es auf

Anfrage keine Stellungnahme. Die Hoffnung auf ein

versöhnliches Ende geht, Adrian bleibt.

Mit Ansage

Der Prozess, der in der Malmöer Straße schon in vollem

Gange ist, steht vielleicht auch den Bewohnern

der Wohnanlage in der Grellstraße/ Prenzlauer Allee

bevor. Der Komplex mit insgesamt 253 Wohnungen

stammt aus dem Jahr 1937 und liegt in einem Milieuschutzgebiet.

Im Juni 2017 stellte der Vermieter

„Deutsche Wohnen“ im BVV-Ausschuss für Stadtentwicklung

und Grünanlagen sein Vorhaben vor. Im

mein/4

41


Mieten

Adrian will bleiben

August wurde dann eine gemeinsame Pressemeldung

der Deutsche Wohnen und des Bezirksamtes Pankow

veröffentlicht, in der sie bekanntgeben, dass sie eine

„gemeinsame Erklärung über den sozialverträglichen

Ablauf von Sanierungsmaßnahmen“ unterzeichnet haben.

Darin ist unter anderem festgelegt, dass in dem

gesamten Häuserkomplex, auch in den Wohnungen,

Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen

durchgeführt werden. Außerdem sollen durch eine

„Aufstockung im Blockinneren und Dachgeschossaufbau“

49 neue Wohnungen entstehen, weitere 62 Wohnungen

werden, sofern es eine Baugenehmigung geben

wird, durch einen lückenschließenden Neubau

geschaffen.

Man ist in Prenzlauer Berg schon vieles gewohnt,

weshalb die Mieter verständlicherweise in Panik gerieten,

als sie von den Plänen hörten. Der Ausschuss

für Stadtentwicklung und Grünanlagen forderte bereits

im Juli von der Bezirksverordnetenversammlung

Pankow eine Umstrukturierungssatzung, die unter

anderem absichert, dass die jetzigen Mieter in ihre

Wohnungen zurückkehren können und dabei beispielsweise

Rücksicht auf Härtefälle genommen wird.

Dieser Antrag wurde nicht gewährt, stattdessen kam

die Vereinbarung. Bezirksstadtrat Vollrad Kuhn sieht

in dem Abschluss des Vertrages „aus Sicht des Bezirksamt

einen Erfolg“.

In die Hand gespielt

Das Online-Magazin „Prenzlberger Stimme“ veröffentliche

Anfang Oktober die Vereinbarung, die

Kuhn als Erfolg betrachtet. Die darin festgehaltenen

Vereinbarungen sind sehr frei formuliert – sollte es

zu einer Auseinandersetzung zwischen den Parteien

kommen, könnten einzelne Passagen unterschiedlich

definiert werden. Besonders kritisch wird der Absatz

betrachtet, in dem festgehalten wird, dass, sofern „die

Mietwohnung nicht nur lediglich in einen Zustand

versetzt“ wird, „der allgemein üblich ist und den veröffentlichten

Prüfkriterien in den Erhaltungsgebieten

entspricht“, die „Bruttowarmmiete bei finanziellen

Härtefällen nach einer Modernisierung 30 Prozent

des Nettohaushaltseinkommens der Mieter nicht

übersteigen“ dürfen. Die erste Frage ist hier, wie „finanzielle

Härtefälle“ definiert werden und ob im Falle

einer standardgemäßen Modernisierung die neue

Bruttowarmmiete über 30 Prozent des Nettohaushaltseinkommen

steigen darf. Es wird also für die Mieter

durch diese Vereinbarung nichts garantiert; die

Zugeständnisse beziehen sich auf Vorschriften, die

gesetzlich sowieso festgeschrieben sind. Kuhn sieht

sich ein Stück machtlos:

„Das Problem besteht darin, dass das Mietrecht keine Sozialverträglichkeit

mehr gewährleistet. Das Mietrecht ist

so geändert worden, dass selbst Haushalte mit geringstem

Einkommen bestimmte Modernisierungsmaßnahmen dulden

müssen und diese dann teilweise auch auf die Miete

umlegbar sind.“

Anscheinend fühlt sich die lokale Politik machtlos.

Die Mieter – insbesondere einkommensschwache Bür-

10 Tipps für Mieter

1. Abschließen einer Rechtsschutzversicherung,

z. B. durch den Beitritt in

einen Mieterverein

2. Sprecht euch mit den Nachbarn ab

3. Hausversammlung mit Beratung durch

einen auf Mietrecht spezialisierten Anwalt

4. Sich gemeinsam positionieren: E-Mail-

Verteiler erstellen, über den wichtige

Informationen schnell kommuniziert

werden

5. Solidarität: Unterstützt NachbarInnen als

ZeugInnen bei Wohnungsbesichtigungen

durch Makler, Eigentümer und

Handwerker; seid als Publikum

bei Gerichtsverhandlungen euer

NachbarInnen anwesend

6. Schafft euch durch Pressearbeit

Öffentlichkeit

7. Erstellt einen Blog, in dem ihr selbst

berichten könnt

8. Nutzt die Politik: Sprecht eure Vertreter

an, nutzt politische Instrumente wie

Einwohnerfragestunden, Ausschüsse und

BVV-Tagungen

9. Vernetzung mit anderen Mieter-

Initiativen: Verbindet euch mit anderen

Mietergemeinschaften.

10. Engagement: Tauscht eure Erfahrungen

aus und stützt euch gegenseitig.

42 mein/4


Mieten

Der Wohnkomplex an der Prenzlauer Allee/

Grellstraße soll umfangreich saniert werden

Im Frühling 2018 soll der Neubau „nio berlin“

einzugsfertig sein

ger – fühlen sich erst recht machtlos. Im Oktober fand

eine Mieterversammlung statt, auf der Mieter Fragen

stellen konnten. Die „Prenzlberger Stimme“ war vor

Ort und dokumentierte den Verlauf in dem Beitrag

„Mieterversammlung ,Deutsche Wohnen‘ Grellstraße:

Geballtes Misstrauen“. Von Zugeständnissen in Hinsicht

auf den kritischen Absatz der Vereinbarung will

man sich nicht einlassen, die Mieter sind weiterhin

skeptisch. Es bleibt abzuwarten, wie die Deutsche

Wohnen sich verhalten wird; die Bauarbeiten sollen

2018 beginnen und 2020 abgeschlossen sein. Und

was, wenn sie sich nicht an die Vereinbarungen halten,

die – aus Sicht des Bezirksamtes – in dem Papier

geschlossen wurden? Es geht davon aus, „dass durch

die Kontrolle der unabhängigen, vom Bezirksamt

beauftragten Mieterberatung, ,Deutsche Wohnen‘‚

gezwungen’ wird, die Vereinbarung einzuhalten“, so

Kuhn auf Nachfrage. „Das Bezirksamt geht weiter

davon aus, dass der öffentliche Druck wirksamer ist

als beispielsweise eine Vertragsstrafe, die ohnehin erfahrungsgemäß

rechtlich schwer durchsetzbar wäre.“

Auf öffentlichen Druck hat die Immobiliengesellschaft

bisher nicht reagiert. Die Frage ist, ob es das

Bezirksamt machen wird.

Caritas. Ein sicheres Netz. Rund um die Uhr.

Vollstationäre Pflege

Verhinderungspflege

Individuelle Beratung und Hilfe bei

Alltagsproblemen

Gottesdienste

Besondere Begleitung und Unterstützung

zum Einzug

Demenzberatung

Enge Kooperation mit Ärzten, Therapeuten

und Apotheken

Seniorenheim St. Josefsheim

Pappelallee 60/61

10437 Berlin

Tel.: 030 447 13 50

www.caritas-altenhilfe.de

mein/4

43


Rubrik

Interview mit einer echten Hexe in

Prenzlauer Berg

Hedda Erlebach

als Hexe Lilli

Bild: © Universum Film

Seit dem 9. November zaubert Hedda Erlebach als Hexe Lilli im Kinofilm „Hexe Lilli rettet Weihnachten“. Kurz

vor der Premiere sprach die Schülerreporterin Mathea Cypra mit der 11-jährigen Prenzlauer Bergerin über

nervende kleine Brüder, beschützende grüne Drachen, einem zornigen Knecht Ruprecht, Lieblingsfächer in

der Schule und Heddas größten Hobbys: Schauspiel und Eiskunstlauf!

Mathea: Worum geht es in „Hexe Lilli rettet Weihnachten“?

Hedda: Um ein Mädchen Namens Lilli; sie ist eine

Geheimhexe und ihr kleiner grüner Drache Hektor

beschützt ihr Hexenbuch. In der Weihnachtszeit übt

Lilli in der Schule mit ihrer Theater-AG für die Rolle

des Knecht Ruprecht. Das ist der Helfer vom Nikolaus,

der früher die unartigen Kinder bestraft hat. Zuhause

wird Lilli von ihrem kleinen Bruder Leon wieder

mal so richtig genervt. Als Leon ihr neues Teleskop

schrottet, zaubert Lilli mit Hilfe eines Spruchs aus

ihrem Hexenbuch den Knecht Ruprecht aus dem Mittelalter

herbei, damit dieser ihren Bruder bestraft. Ihr

Drache Hektor hatte sie vorher gewarnt und natürlich

läuft alles total schief und Weihnachten ist plötzlich

in Gefahr.

Mathea: Welche Rolle spielst Du?

Hedda: Ich spiele die Hexe Lilli.

Mathea: Wer ist noch im Film?

Hedda: Jürgen Vogel spielt den Knecht Ruprecht, meine

Mutter wird von Anja Kling gespielt, meine Freundin

im Film spielt Aleyna Obid, meinen kleinen Bruder

Leon spielt Claudio Magno und der grüne Drache

Hektor wird von Michael Mittermeier gesprochen.

Mathea: Wann habt ihr gedreht und wo?

Hedda: Wir haben von Mitte November 2016 bis Mitte

Februar 2017 in Köln, Wien, Südtirol und in Belgien

gedreht.

Mathea: Wie habt ihr die Szenen mit dem Drachen

gedreht? Den gibt es ja nicht wirklich.

Hedda: Der Drache Hektor wurde animiert, er war also

nicht dabei und wurde nachträglich eingefügt. Aber im

Film rede und spiele ich mit dem Drachen. Dazu haben

wir einen Stab genommen und eine Kugel, so groß wie

ein Tennisball, draufgesteckt. Und mit dieser Kugel habe

ich dann gesprochen.

Mathea: Was hat Dir am meisten Spaß gemacht beim

Filmen?

Hedda: In Südtirol haben wir auf dem Sterzinger Weihnachtsmarkt

gedreht, es waren viele Komparsen, Kinder

und Erwachsene am Set und es war eine total schöne

Stimmung dort.

Mathea: Wie bist Du zu der Rolle gekommen?

Hedda: Es gab viele Casting-Runden. Bei jeder Runde

wurden ein oder mehrere Mädchen ausgesucht, die kamen

eine Runde weiter, die anderen fielen raus. In der

allerletzten Casting-Runde haben sie mich für die Rolle

der Hexe Lilli ausgewählt.

Mathea: Musstest Du für den Film etwas an Dir ändern?

Also zum Beispiel Deine Haare?

Hedda: Ja, denn Hexe Lilli hat rote Haare. Erst wurden

meine Haare abgeschnitten …

Mathea: Oh je …

Hedda (lacht): … ja, dann wurden sie rot getönt. Und

zum Schluss habe ich noch Locken bekommen. Außerdem

wurden mir Sommersprossen geschminkt.

Mathea: Haben Dir die roten Haare gefallen?

Hedda: Also am Anfang haben sie mir gefallen, aber auf

Dauer wird es ein bisschen anstrengend, weil man sich

die Haare immer wieder nachtönen muss, wenn die rote

Farbe verblasst. Und dann dauert es sehr lange, bis die

echte Haarfarbe wieder komplett zum Vorschein kommt.

Mathea: Mit welchem Schauspieler hast Du am liebsten

gespielt?

Hedda: Das ist eine sehr schwierige Frage, weil ich mit

vielen Personen sehr gerne gedreht habe, also mit meiner

44 mein/4


Rubrik

Filmfreundin Aleyna und meinem Filmbruder Claudio.

Aber auch mit den erwachsenen Schauspielern, weil ich

mir bei den Großen immer was abgucken konnte, weil sie

im Schauspielern schon viel erfahrener sind.

Mathea: Du wohnst in Prenzlauer Berg. Was gefällt

Dir hier besonders?

Hedda: Ich finde es schön, dass hier viele Altbauten

stehen, es viele Grünflächen und Spielplätze gibt. Toll

finde ich auch, dass es so viele Kinder in Prenzlauer

Berg gibt.

Mathea: Was ist Dein Lieblingssport? Lieblingshobby?

Hedda: Am liebstem mache ich Eiskunstlaufen.

Mathea: Hast Du als Eiskunstläuferin Medaillen und

Pokale gewonnen?

Hedda: Ja, hab ich, die hängen und stehen bei mir zu

Hause.

Mathea: Hast Du schon in anderen Filmen außer Hexe

Lilli mitgespielt?

Hedda: Ja, ich habe schon in ziemlichen vielen Filmen

gespielt. In der Serie „Weißensee“, dem „Bergdoktor“,

in „Schlimmer geht immer“, im Erwachsenenkrimi

„Götter in Weiß“, der am 15. November im Fernsehen

läuft und noch ein paar weiteren.

Mathea im Interview mit Hedda Erlebach

Mathea: Was gefällt Dir am Schauspielern besonders?

Hedda: Mir gefällt ganz besonders, dass ich mich in die

Lage der verschiedenen Rollen hineinversetzten kann,

bspw. ein böses oder liebes Kind, ein total verwöhntes,

reiches Kind, ein Kind das zu Hause Gewalt erlebt oder

ein freches Mädchen, so wie Lilli, die hexen kann. Es ist

ganz toll in die verschiedenen Rollen zu schlüpfen. Und

um die richtig spielen zu können, musst Du dich in die

Person hineinversetzen.

Mathea: Wie bist Du zum Schauspielern gekommen?

Hedda: Meine große Schwester hat früher auch schon geschauspielert.

Vor einigen Jahren habe ich von einem Film

gehört, in dem ich unbedingt mitspielen wollte. Aber so

einfach geht das ja nicht. Also habe ich meine Mutter gefragt,

ob ich auch in die Agentur meiner großen Schwester

aufgenommen werden kann, um dann vielleicht für einen

Film ausgewählt zu werden. Und das hat geklappt.

Mathea: Bist Du stolz, wenn Du dich im Fernsehen oder

im Kino siehst? Oder ist das komisch?

Hedda: Natürlich ist man immer stolz, und man fühlt

sich ein bisschen leichter, wenn der Film so richtig gut

geworden ist, und irgendwann hat man auch Spaß daran,

sich selber im Fernsehen zu sehen.

Mathea: Musst Du während der Dreharbeiten zur Schule

gehen oder bekommst Du frei?

Hedda: In Hexe Lilli habe ich einen Privatlehrer bekommen.

Nach dem Dreh, so um 16 Uhr, habe ich im Hotel

mit meiner Betreuerin die Aufgaben erledigt, die die anderen

Schüler in der Schule gemacht haben.

Mathea: Seit wann läufst Du Schlittschuh?

Hedda: Seit ich 3 ½ bin, also seit 6 ½ Jahren … nein

7 ½ Jahren.

Mathea: Kann man Dich demnächst bei Eislaufshows

sehen?

Hedda: Im BTSC, meinem Verein, gibt es jedes Jahr

eine große Eisshow. Die findet am 16. Dezember im

Erika-Hess Eisstadion statt und heißt „BTSC on Ice:

Zauber der Elemente“. Da bin ich zu sehen und laufe

als Diamant.

mein/4

45


Kinderseiten

Mathea: Findest Du Schlittschuhlaufen oder Schauspielern

besser?

Hedda: Kann ich nicht sagen, denn ich mache beides

super gerne, ich könnte mich nicht für eins von beiden

entscheiden.

Mathea: Was willst Du später mal werden?

Hedda: Das weiß ich noch nicht. Ich bin noch auf der

Suche nach einem Beruf der etwas mit Sport, Literatur

und Schauspielen zu tun hat.

Mathea: Hast Du in Prenzlauer Berg einen Lieblingsort

oder Lieblingsplatz?

Hedda: Im Mauerpark hinter dem Falkplatz gibt es diesen

schönen Platz mit den runden Steinen im Wasser, da

kann man toll spielen.

Mathea: Gehst Du gerne in die Schule?

Hedda: Ja, Privatunterricht ist auch eine tolle Erfahrung,

aber die Schule ist besser, weil ich da meine Freunde

habe.

Mathea: Wie feierst Du Weihnachten?

Hedda: Also um 3 Uhr gibt es bei uns Kaffeetrinken,

dann ist zwischen 5 und 6 Uhr die Bescherung, am

Abend feiern wir immer ein großes Familienfest mit

meiner kleinen und meiner großen Schwester, meinen

Eltern, Uroma, Opa, Tante Siggi. Meine beiden Onkel

kommen auch manchmal.

Mathea: Danke, Hedda, dass Du uns von Dir, Deinen

Filmen und Hobbys erzählt hast

Mathea: Hast Du in echt auch einen nervigen kleinen

Bruder wie im Film?

Hedda: Ich habe eine kleine Schwester, die ist manchmal

auch nervig. Aber natürlich habe ich sie ganz doll lieb.

Bild: © Universum Film

Steckbrief Hedda Erlebach

Sternzeichen: Steinbock

Alter: 11

Schule: Ich besuche die 7. Klasse

Lieblingsfach: Englisch

Sportverein: Berliner TSC in der

Paul-Heyse-Straße in Prenzlauer Berg

Lieblingsband: One Direction

Lieblingssängerin: Zara Larsson

Lieblingseisladen: „Die kleine

Eiszeit“ in der Stargarder Straße 7.

Joghurt-Heidelbeere solltest Du

unbedingt probieren.

Lieblingscafe: „No fire no glory“ in

der Rykestraße 45. Die haben die

besten Schokocroissants und den

leckersten Kakao!

46 mein/4


Buchvorstellung

Hayfa Al Mansour

Das Mädchen Wadjda

In der Geschichte geht es um ein Mädchen, das in Saudi-

Arabien lebt und fest entschlossen ist, seinen Traum zu

verwirklichen: sich das wunderschöne grüne Fahrrad aus

dem Laden nebenan zu kaufen. Dass Mädchen in dem

Land eigentlich nicht Rad fahren dürfen, interessiert Wadjda

nicht. Sie beschließt, sich das Geld selbst zu verdienen.

Zuerst verkauft sie selbstgemachte Armbänder und

Kassetten auf dem Schulhof, bis die strenge Schulleiterin

sie erwischt. Wadjda beschließt beim Koranwettbewerb

der Schule mitzumachen, um das Preisgeld zu gewinnen.

Ob Wadjda ihr grünes Fahrrad bekommt?

Das Buch gefällt mir, weil Wadjda für ihren Traum kämpft

und nie aufgibt.

Kathryn Littlewood

Die Glücksbäckerei – Das magische

Rezeptbuch

Roses Familie hat ein Geheimnis: ein altes Backbuch mit

besonderen Rezepten wie „Wahrheitsplätzchen“ oder

„Halt-den-Mund-Tarte“. Keines der Kinder darf auch nur

einen Blick hineinwerfen. Doch dann müssen die Zauberbäcker

verreisen. Rose und ihre Geschwister müssen

versprechen, das Buch nicht anzufassen. Aber das ist gar

nicht so einfach ...

Dieses Buch ist das erste von 6 Bänden. Ich finde es immer

wieder spannend, die Geschichten von Rose Glyck

zu lesen.

Buchtips von Noa

11 Jahre

6. Klasse

7 7

8 98 49 4 1 71 37 3

4 4 2 2 8 8 9 9

7 37 3 8 8 6 6 5 45 4

8 8 3 3 4 4 6 6 1 1

3 3 9 9

2 2 5 5 6 6 9 9 3 3

1 21 2 7 7 4 4 9 89 8

9 9 4 4 1 1 7 7

7 87 98 9 2 42 64 6

8 8

5 85 8 4 14 1

5 5 8 8

3 23 12 71 47 54 65 6

3 83 8 2 2 4 64 6

6 76 7 8 8 2 32 3

4 4 7 7 6 6 1 1

2 72 7 1 1 8 58 5

8 8 5 5 4 4

6 6 3 3

9

mein/4

Die Auflösung auf S. 64

9

8 8 1 1 7 7 6 6

2 12 1 6 6 4 74 7

10 10

4 4 3 23 72 7 5

475

1 51 5 3 23 2


Rubrik

Wechselspiel

Im Kühlspot Social Club ergänzen sich Kunstwerke und improvisierte Musik

auf ideale Weise

Musiker. Instrumente. Raum.

Töne. Klänge. Geräusche.

Es perlt, es raschelt, es knarzt.

Harmonien. Akkorde. Disharmonien.

Mal klingt es wie gelöstes Dahinsegeln, mal nach

angespanntem Überdehnen, mal nach lustvollem

Zerstören.

Es plingt, es plongt, es zirbelt. Es quiekt, es stampft,

es galoppiert.

Henry Steinhau

Dann wieder halten alle inne, spüren den Schwingungen

nach, huldigen dem Leisen, der Stille.

Es ist Musik. Es ist Performance. Es ist Improvisation.

Ja, Expedition, gewissermaßen.

So viel zum Hören. Nun zum Sehen:

Während die ungeplante Musik im Wortsinne entsteht,

verzweigt, entfesselt und beruhigt, können sich die Blicke

der Zuhörerinnen und Zuhörer von den Akteuren

lösen, den Raum durchsuchen, sogleich verharren – und

nichts ist hier leichter als das.

Weil dieser „Social Club“ vor allem Galerie und Atelier

ist. An den Wänden hängen und lehnen Kunstwerke,

Bilder, Exponate. Viele gegenständliche Collagen, auf

Holzplatten aufgebrachte und oft in den Raum ragende

Montagen aus Holz, Metall, Schrott, Papieren oder

verwitterten Alltagsdingen, aus Formen und viel Farbe.

So wird das freie Betrachten der Kunst zu einem Film

und die offene Musik dazu zum Soundtrack – oder vermag

sie gar das impulsive Sehen triggern, sprich: die

Bilder-in-den-Bildern, die vor dem geistigen Auge der

Betrachtenden entstehen?

Die Musik: improvisiertes Suchen nach

Klängen

Improvisierte Musik ist – im Idealfall – ein künstlerischer

Schaffensprozess in Echtzeit. Es geht weniger um

klassische Songstrukturen, Wiederholungen, Refrains,

erst recht nicht um’s Nachspielen oder Abspulen von irgendwann

mal aufgenommenen „Stücken“. Es geht um

das unmittelbare Entstehen, um assoziatives „Pinseln

und Pointilieren“ mit Instrumenten, um spontan gesetzte

Klangflächen und Klangfarben, um den Funken

des Moments, um die Inspiration im Hier und Jetzt.

Der Weg ist das Spiel.

Und es scheint ein Glücksfall, dass diese Art Musik

genau hier stattfinden kann, in einer Kunstwerkstätte,

dem Kühlspot in der Lehderstraße. Und das nun schon

seit rund drei Jahren.

„Improvisierte Musik ist ja nicht jedermanns Sache. Sie

ist mehr zum zuhören, nicht zum nebenbei quatschen

oder Party machen oder chillen. Man ist ganz bei der

Kunst, die sich da gerade vor einem entwickelt“, sagt

Ed Montgomery, Musikprogrammchef des „Kühlspot

Social Club“.

Montgomery ist selbst professioneller Musiker, komponiert

an Saxofon und Klarinette, hat eine Band für

improvisierte Tanzmusik und ist seit Jahren aktiv in

der Impro-Community. Er ist, so Montgomery, also

bestens vernetzt in dieser speziellen, eingefleischten

Szene, in der man sich gerne austauscht, auch während

der Konzerte; genau darum geht es ja: „Improvisationsmusiker

sind Klangforscher, sie experimentieren mit

Geräuschen, suchen gemeinsam nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten.

So hat jedes Konzert auch einen

Werkstatt-Charakter, und das macht sie zu einer sehr

sozialen Kunst.“

48 mein/4


Kühlspot Social Club

Alle in der Szene sind hervorragend ausgebildet, viele

haben auch gut laufende Jazzbands, einige sind Musiklehrer.

„Die improvisierte Musik ist für sie Abwechslung,

ein anderes Feld, ein Ausgleich“, so Montgomery.

In den ersten drei Jahren des Kühlspot Social Club

haben sie schon zahlreiche Highlights gehabt, und

so kommen zu dem ohnehin schon großen Stamm an

Musikern immer wieder Neue hinzu, durchmischen

sich die Gruppen und damit die gegenseitigen Einflüsse.

Auf diese Weise kommt es immer wieder zu

anderen Stimmungen und Ergebnissen, gewollt experimentell

und für alles offen.

Für einen breiten Geschmack ist das nichts, weiß Ed

Montgomery: „Improvisierte Musik ist nicht sehr populär.

Daher finden die Musiker*innen nicht viele Orte,

wo sie spielen können, weil sie eben kein breites Publikum

anziehen.“ In Berlin haben sich nur wenige Spielstätten

für improvisierte Musik etabliert, wobei es bei

manchen Barbetrieb gibt, das macht die Atmosphäre

etwas unruhiger.

„Deswegen ist der Kühlspot so cool, weil hier Leute

kommen, die vor allem zuhören wollen. Wir machen

immer was zu Essen, die Gäste sollen es bequem haben

und sich wie zu Hause fühlen. Deswegen auch

Social Club, weil die Location den Charakter eines

Wohnzimmers hat, das kommt gut an. Und die

Musiker lieben die Ruhe und die Konzentration, die

für ihre Musik aufgebracht wird.“

Tatsächlich ist der Kühlspot vergleichsweise klein,

mit rund 30 Zuschauer*innen ist er schon gut gefüllt.

Die Musik braucht dafür nicht verstärkt werden, das

kommt der Nähe zum Klang und dem „Spüren“ der

Schwingungen zugute, die die Musikern mit ihren Instrumenten

erzeugen. Der Eintrittspreis ist gering, die

Atmosphäre eher wie bei einem Treffen guter Freunde –

was auch daran liegt, dass man bislang nur via Einladung

und Anmeldung teilnehmen kann.

Der Kühlspot: Hybrid aus Atelier und Galerie

Eigentlich ist der Kühlspot – gelegen in der Lehderstraße,

die unmittelbar an der Grenze zwischen Prenzlauer

Berg und Weißensee liegt – ein Hybrid aus Galerie

und Atelier. Betreiber ist der freie Künstler Christoph

Kühl. Er ist hier vor fünf Jahren eingezogen und baute

die ehemaligen Gewerberäume, die völlig leer und

unerschlossen waren, eigenhändig in ein trockenes und

beheizbares Atelier um, mit verschließbaren Archivräumen

und -schränken, mit Zwischendecke, Arbeits- und

Schlafmöglichkeiten sowie kleiner Küche. Von den insgesamt

200 Quadratmetern sind etwa 100 als Ausstellungs-

und Veranstaltungsfläche nutzbar.

Christoph ist Sohn des bekannten Berliner Zeichners

und Künstlers Siegfried Kühl, der 2015 im Alter

von 85 Jahren verstorben ist. Siegfried Kühl war ein

renommierter Künstler, zudem 40 Jahre als Kunstlehrer

an der Schule auf der Insel Scharfenberg tätig.

http://siegfried-kuehl.de. Lange Zeit war er privat und

auch künstlerisch im Westberliner Norden zu Hause,

musste dann aber aus seinen angestammten Ateliers

IHRE MOBILITÄT

IST UNSERE

LEIDENSCHAFT!

DÜRKOP – IHR PARTNER RUND UMS AUTO

WWW.DUERKOP.DE

ÜBERZEUGEN SIE SICH VON UNSEREN SERVICELEISTUNGEN:

/ Inspektion und Ölwechsel

mit kostenlosem Nachfüllservice

/ Hauptuntersuchung/Abgasuntersuchung

/ Reifenkomplettservice inkl. Montage,

Wuchtung und Einlagerung

/ Bremsen- und Stoßdämpferprüfung

/ Elektronische Achsvermessung

/ Zeitwertgerechte Reparatur

/ Reparaturfinanzierung

/ Scheibenreparatur und Scheibenaustausch

/ Elektrik- und Elektronikinstandsetzung

/ Karosserieinstandsetzung

/ Ersatzwagen

/ Lackierarbeiten und Spot Repair

/ Motoren- und Getriebeinstandsetzung

/ Klimaanlagen-Reinigung

/ Professionelle Fahrzeugaufbereitung

/ DÜRKOP TreueCard:

sichern Sie sich Ihren Treue-Bonus

/ DÜRKOP SparDepot:

Inspektionen zum Festpreis

DÜRKOP GmbH, Filiale Berlin - Prenzlauer Berg

Goethestraße 5/7 (an der Ostseestraße) / 10409 Berlin

Tel. 030 421809-0

GUTSCHEIN FÜR EINEN

19, 90 € KOSTENLOSEN WINTERCHECK

Gutschein gültig für alle Opel und Kia Modelle – bis zum 26.01.2018.

Bitte ausschneiden und vorlegen.

2017-11-03_Service_210x77_PrenzlauerBerg.indd 1 03.11.17 10:33


Kühlspot Social Club

in Alt-Tegel ausziehen. Nach einer mehrjährigen Zwischenstation

in Hermsdorf fand er – zusammen mit

Christoph – 2012 im „Steinmetzhof“ seine neue Heimstatt.

Besser gesagt sein Archiv aus etlichen Werken, von

kleinen Skizzen über großformatige Bilder, zwei- und

dreidimensionale Collagen bis hin zu vielen ausladenden

Holzarbeiten.

Noch zu seinen Lebzeiten und auch nach dem Tod

von Siegfried Kühl fanden und finden im Kühlspot regelmäßig

Ausstellungen statt, die Christoph aus dem

Nachlass seines Vaters kuratiert. Passend zum jeweils

gewählten „Thema“ – etwa künstlerisch zueinander passende

oder aus bestimmten Phasen stammende Werke

– kombiniert er die Auswahl mal mit eigenen Bildern,

mal mit Exponaten anderer Künstler, die beispielsweise

an der Universität der Künste wirken.

Christoph Kühl wollte aber stets mehr aus der eigenen

Kunstwerkstätte machen, über „Galerie“ hinausgehen.

Schon früher ergänzten die Kühls ihre Vernissagen oder

„Tage des offenen Ateliers“ gerne mit Live-Musik oder

DJ-Sets. Sie wollten mehr Atmosphäre haben und auch

ein breiteres Publikum ins Atelier einladen. Und so entstand

die Idee, auch während laufender Ausstellungen

musikalische Events zu veranstalten, bei denen die ausgestellten

Bilder und Kunstwerke wiederum diesen ganz

besonderen, zudem regelmäßig wechselnden künstlerischen

„Rahmen“ bilden, eine ganz spezielle Aura erzeugen,

mehr Aufmerksamkeit einfordern.

Der Social Club: Wohnzimmer für

Echtzeit-Musik

Die Idee zum „Social Club“ im Kühlspot entstand 2014,

als sich Christoph und Ed am Rande einer Kunstveranstaltung

außerhalb Berlins kennenlernten – zu einem

idealen Zeitpunkt: Als Christoph gerade den Anfragen

auftrittswilliger Bands nachkommen wollte, bot Ed an,

seine Erfahrungen als Club-Betreiber einzubringen, die

er aus New York mitbrachte. Dort war er über mehrere

Jahre bei den Context Studios mit angeschlossener

Eventlocation aktiv, wo John Zorn und viele andere aus

der lebhaften Musikszene des Big Apple spielten.

Nachdem sie gemeinsam mit der befreundeten Musikerin

Rieko Okuda ein dreitägiges Festival auf die Beine

Termine und Adresse

Die neueste Ausstellung im Kühlspot mit Arbeiten

von Christoph und Siegfried Kühl ist derzeit in Vorbereitung

und soll im Dezember eröffnet werden.

Genaue Termine, auch der kommenden Konzerte,

finden sich auf der Webseite des Kühlspot:

http://kuehlspot.com/index.html

Adresse: Lehderstrasse 74-79, 13086 Berlin

stellten, das ebenso gut lief wie ankam, entschlossen

Christoph und Ed sich, es mit dem privaten „Social

Club“ zu probieren und einen Ort zu schaffen für improvisierte

Musik, nah an der Kunst.

Seitdem finden regelmäßig Improvisationskonzerte statt,

mit einem festen, gleichwohl wachsenden und sich stets

untereinander mischendem Stamm. Auf dem Programm

stehen auch immer wieder mal Abende mit französischer

Bar-Folk-Musik, die stets gut besucht seien, so

Ed Montgomery. Hinzu kamen dann Tango-Abende mit

Liveband und Platz zum Tanzen, der ja sprichwörtlich

auch in der kleinsten Hütte ist. Der wird dann gleichfalls

bei Abenden mit „improvisierter Tanzmusik“ beansprucht.

Für das aktuelle Programm der kommenden Monate

holten Ed und Christoph Kuratoren mit ins Team,

die jeweils kleine Konzertreihen zusammenstellen, je

nach eigenem Stil und Vorlieben. Mehr Informationen:

http://kuehlspot.com/index.html

Die Künstler: Christoph und Siegfried Kühl

Christoph Kühl über seinen Vater Siegfried Kühl: „Er

interessierte sich als Künstler insbesondere für Natur,

Menschen und Charakterköpfe. Häufig arbeitete er

an Collagen – mitunter riesig große Werke von zwei

mal zwei oder auch zwei mal fünf Metern. Zudem

zeichnete er extrem viele Skizzen, die er beispielsweise

in den öffentlichen Verkehrsmitteln anfertigte;

er konnte sich Gesichter von Menschen schnell merken.

Auch Landschaften und Natur hat er an Ort und

Stelle gemalt, das war eine seiner großen Passionen.

‚Draußen‘ hat er überall Material gefunden, das ihn

inspirierte, das er verfremdet, erweitert hat.

Sein großes Thema waren Figuren, Gesichter und

Köpfe aus Fundsachen, auch Schrott, Alteisen, Altmetall,

immer wieder Holz.

Er hat nie auf Leinwand gearbeitet, sondern immer

auf Holzplatten. Darauf brachte er Zeichnungen und

Malereien auf, aber meist diese Reliefs, die auf 2D

basieren und Vor- und Rückseite haben und doch keine

typischen Plastiken, Skulpturen oder Bildhauereien

sind. Mehr so räumliche Collagen, etwas für die

Wand und doch in den Raum ragend. Es ging ihm

immer um das Zusammenfügen und das Formen von

Dingen, die er gefunden hat und in denen er was sah.“

http://siegfried-kuehl.de

Christoph Kühl über seine eigenen Werke: „Soweit

sind mein Vater und ich gar nicht auseinander. Ich

arbeite auch schichtweise, füge auch zusammen, nur

anders. Etwa Zeitungsseiten oder alte, verwitterte

Plakate oder schwarzweiße Kopien, über die ich mit

50 mein/4


Rubrik

Die Location:

Der Steinmetzhof im Ruthenberg-Viertel

Der Steinmetzhof, in dem sich der Kühlspot befindet,

gehört zum sogenannten Ruthenberg-Viertel, dass zwischen

Ostsee-, Roelke-, Langhans- und Goethestraße liegt

– durchquert von der Lehderstraße – und zwar am südlichen

Rand von Weißensee, an der Grenze zu Prenzlauer

Berg. Das gesamte Areal, etwa 40.000 Quadratmeter groß,

das eigentlich mitten in einem typischen Berliner Wohngebiet

liegt, besteht aus zahlreichen Gewerbegebäuden

und Höfen, in die wiederum vereinzelt Wohnhäuser sowie

bewohnbare Etagen integriert sind.

In den U-förmigen Gewerbehöfen des Viertels findet sich

eine denkbar abwechslungsreiche Mischung an Gewerken

und Branchen. Neben den Künstlern, Bildhauern,

Fotografen und Designern, die im Steinmetzhof arbeiten,

findet man Auto- und Motorrad-Schrauber, einen

renommierten Messe- und Austellungsmodellbauer, ein

Boxstudio und weiteres. Und das alles nicht weit von der

Gustav-Adolf-Straße, wo das ehemalige Stummfilmkino

Delphi gerade zu neuem Leben erweckt wird und den Kiez

mit noch mehr Kultur versorgt.

Die Ansiedlung von Kunst und Gewerbe ist weniger Zufall

als Konzept – und hat an dieser Stelle sogar Tradition:

Denn schon der Namensgeber der Ruthenberg-Höfe,

Carl Ruthenberg, wollte ganz bewusst diese Mischung aus

Kleingewerbe aller Art und Wohnen haben, als er das Areal

Ende des 19.- Anfang des 20. Jahrhunderts bebauen ließ.

Ruthenberg war ein erfolgreicher Goldleistenfabrikant und

erhielt die große Fläche seinerzeit von der Stadt als Gegenleistung

dafür, dass er überschüssigen Strom seiner Fabrik

in die städtischen Netze einspeiste.

Heute führt der Urenkel von Ruthenberg, der australische

Geschäftsmann Wayne Camamile, nahezu eins zu eins die

Vorstellungen seines Urgroßvaters fort. Und das offenbar

zur Zufriedenheit der Gewerbemieter und insbesondere

der Künstler, wie Christoph Kühl vom Kühlspot berichtet.

So kümmert sich Camamile sehr engagiert darum, den

Bedürfnissen von Kreativen zu entsprechen. Etwa nach

mehr Tageslicht und guter Isolierung, indem er ins Dach

der Flachbauten moderne Fenster einbauen lässt.

geometrischen Formen und Schablonen sozusagen

Silhouetten sprühe. Ich bin auch schnell fertig, ich

will keine Nachbearbeitung, es muss alles aus sich

heraus passieren. Bei mir läuft das technisch anders,

ich arbeite nicht so räumlich, aber immer auch sehr

vielschichtig und vielfältig – aber ganz bewusst auf

Holzplatten, nie auf Leinwand.

Momentan interessieren mich gerade Linien und organische

Formen, figurative Motive. Wer dann darin

einen Himmel sieht, also ein Oben und ein Unten –

gut, das gefällt mir oft auch, ist für mich aber nicht

zwingend. Ich lasse das in meinen Werk gern offen,

damit sich die Betrachter selber Halt suchen. Ich will

die Schichten übereinander legen, es soll rätselhaft

bleiben. Ich mag es nicht, wenn beim ersten Blick

auf das Bild schon alles klar ist, ich brauche Strukturen,

in die ich reingehen kann. Beim Arbeiten will

ich auch gar nicht groß nachdenken, sondern lege

einfach los. Es muss fremd sein, was Neues muss

entstehen, nichts, was man gleich zuordnet, je freier,

desto besser.“ http://kuehlspot.com/about.html

WIR

SCHLIESSEN AN …

t. 923 78 65-0

info@wemod.de

wemod.de

mein/4

51


mein/4

Dies & Das

Restorani Tbilisi am Arnimplatz

Levan Khutchua ist schon seit mehr als zehn Jahren

in der Gastronomie tätig. Begonnen hat er mit mit

georgischen Events an verschieden Standorten, unter

anderen Galerien und Clubs. Die Events bis 2016

hießen Salon Tbilisi. Sie gaben Künstlern aus Georgien

die Möglichkeit, ihre Kultur und Musik zu präsentieren.

Vor einem Jahr entstand das Restorani Tbilisi; über

Wochen wurden Gerichte mit georgischen Gewürzen

ausprobiert und verfeinert. Durch Chefköchin Ema

entstand eine kleine, Karte; saisonale Speisen werden

auf einer separaten Karte aufgeführt. Die gleichbleibende

Qualität der Speisen wird durch regionale

Produkte aus Berlin und Brandenburg in Verbindung

mit dem Lavasteingrill und Steinofen garantiert. Im

Restaurant befinden sich auch Amphorenweine aus

dem besten Anbaugebiets Georgiens; der Traubensaft

wird monatelang in einem Tongefäß unter der

Erde begraben, um seinen eigenen Geschmack zu

entwickeln. Natürlich haben aber auch europäische

Weine hier ihren Platz. Ob vegan, vegetarisch oder

mit Fleisch, hier ist für jeden etwas dabei.

Bewusst wurde sich auch für den Arnimplatz in Prenzlauer Berg entschieden. Die familiäre und gemütliche

Stimmung passt zur Philosophie des Inhabers: Seine Gäste sollen sich wohlfühlen und wiederkommen.

Denn auch ein Sprichwort in Georgien besagt: „Jeder Gast ist ein Geschenk Gottes.“

Weitere Informationen erhaltet Ihr unter www.restorani-tbilisi.de

Colecomp & Strandbad

Selbstständig bedeutet, man macht es selbst und ständig.

Nach diesem Motto und um euch den Weihnachtsstress zu

nehmen, gibt es geänderte Öffnungszeiten:

Samstags bis 21.00 Uhr

Sonntags von 12.00 - 19.00 Uhr

Dazu gibt es wie immer: Berliner Winter und Lebkuchen!

Na dann, habt Spaß !

52 mein/4


mein/4

Dies & Das

MACHmit! Museum

Es begann mit einem Bauwagen auf dem

Gelände des Vereins Netzwerk Spiel/Kultur

in der Kollwitzstraße und dem Motto MACHmit!:

der Überzeugung, dass Kinder am besten

durch Ausprobieren und Selbermachen

lernen. 1992 wurde aus dem Bauwagen das

MuseoMobil, mit welchen das Kinder- &

JugendMuseum Prenzlauer Berg einen Sommer

lang zum Thema Omas Alltagskultur

durch den Prenzlauer Berg tourte. Die erste

Ausstellung „Seifenladen“ fand im Februar

1993 ihr Domizil in der Kapelle auf dem Gelände

des Bezirksamtes in der Fröbelstraße. Über eine Zwischenstation in der

Bornholmer Grundschule ging es dann im Herbst 1993 in ein Ladengeschäft

in die Schivelbeiner Straße. Hier wurden Ausstellungen gezeigt und Projekte

durchgeführt, doch die 230 m² erwiesen sich bald als zu klein.

So war es ein ein glücklicher Umstand, dass die Elias-Gemeinde ihre Kirche aufgeben wollte. Im Jahr

2000 wurde die MACHmit! Museum für Kinder gGmbH gegründet. Diese konnte das Gebäude in Erbbaurecht

von der Evangelischen Landeskirche übernehmen und umbauen.

2003 wurde das Museum in der Kirche eröffnet. Das Motto von 1992 steht nun auch im Namen. In interaktiven

Ausstellungen wie „Schokolade macht glücklich“, „Geboren und Willkommen“ oder „Papier, der

Knüller“ können Kinder ab 3 Jahren spielerisch ihre Welt entdecken. – Die UN-Kinderrechte immer im

Blick. Außerdem gibt es Kinderkino, Kinderflohmärkte, Projekte mit Kitas und Schulklassen sowie Ferienworkshops.

Inzwischen gibt es jährlich mehr als 70 000 Besucher aus der ganzen Welt.

Bis Juni 2018 läuft die Austellung

»Der weite Horizont – Indianische Kulturen

& die Kunst des Kennenlernens«.

mein/4

53


mein/4

Dies & Das

„Alle Tage wieder“ – Die amüsante

Weihnachtsgeschichte für große

Vorleser und kleine Selbstleserinnen

Völlig überraschend steht schon am Abend

des 1. Dezember der Weihnachtsmann vor der

Tür – das ist doch viel zu früh! …

„Alle Tage wieder“ ist eine amüsante „was wäre

wenn“-Weihnachtsgeschichte. Sie macht Kindern

ebenso Spaß mitzuverfolgen, wie Eltern

vorzulesen – oder Großeltern, Geschwistern,

Verwandten, Tanten, Onkels, Erziehern.

Die 24-seitige Kurzgeschichte im Großformat

(21×20 cm) eignet sich ebenso gut zum Vorlesen

für Kinder ab 5 Jahre, wie zum Mitlesen für Leseanfänger oder zum Selbstlesen für Fortgeschrittene.

Die Zeichnungen von Nils Eckhardt setzen die flotte Story in verschmitzte Szenenbilder

um und bieten damit insbesondere den Lese-Anfängern immer wieder Verschnaufpausen zum

Schmunzeln und Entdecken.

Im Selbstverlag des Autoren Henry Steinhau erschienen (2012)

Format: 21 x 20cm, 24 Seiten, Softcover, Umweltdruckfarben auf weißem Recyclingpapier

Preis: 4,50 € (inklusive 7% Mehrwertsteuer) zuzüglich Kosten

für Versand und Verpackung von 2 € (oder mehr bei Großbestellungen)

Weiteres und Bestell-Informationen: www.alletagewieder.de

Oder direkt bestellen per E-Mail: alletagewieder@hest.de

Tüll & Taff

Es gibt Menschen, die sprudeln einfach über

vor Ideen. Petra Gittel und Renè Eger, die Inhaber

der Modelabels „Mr. & Mrs. Peppers“ und „Das

Rote Kleid“, sind solche Menschen. Ihr Tag scheint

mindestens 28 Stunden zu haben.

Jetzt habt ihr bei Tüll & Taff, in der Kastanienallee

91/92, die Möglichkeit in schönem Tüll zu schwelgen,

euch aus den exklusive Stoffen aus der eigenen

Designschmiede eure Lieblingsstoffe auszusuchen,

oder einfach nach Rat und Hilfe bei euren

Projekten zu fragen.

Einen Besuch ist es auf jeden Fall wert.

54 mein/4


Rubrik

Fördergelder

An alle ehrenamtlichen Helfer, bis

zum 31.12.2017 habt ihr noch Zeit,

um Sponsorengelder zu beantragen.

Gefördert werden gemeinnützige

Projekte in Prenzlauer

Berg; einfach Bedingungen

nachlesen unter www.wemod.de

oder direkt per E-Mail an

sponsoring@wemod.de

Viel Erfolg.

Lesebühne Des Esels Ohr

mein/4

Von:

Name:

Verein:

Funktion:

Email‐Adresse:

Antrag auf Sponsoring

An:

Wemod Wohneinheitenmodernisierungs GmbH

Abteilung Sponsoring

Antrag:

Was?

Wofür?

Warum?

Kostenaufstellung:

(ggf. Angebote als Anlage beifügen)

Datum / Unterschrift des Antragstellers

Die bewilligte Zuwendung ist zweckgebunden und ausschließlich für die Finanzierung der

o.g. Maßnahme zu verwenden. Anderweitige Mittelverwendung ohne Abstimmung mit der

Wemod GmbH führen zur Rückforderung des Zuwendungsbetrages.

Spendenquittungen müssen innerhalb von 20 Tagen nach Erhalt der Zuwendung bei der

Wemod GmbH eingegangen sein.

Wir freuen uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

Drei Frauen wollen sehen, was geht, oder wie weit man gehen

kann abseits von festgefahrenen Formaten. DEO = Des Esels Ohr,

eine Lesebühne ohne Bühne oder ein Wohnzimmer mit Hausbar.

Vorgetragen wird sitzend oder im Stehen, mal mit begleitenden

Videoprojektionen, mal mit DJ oder Live-Musik, die Besucher

locker verteilt auf Sofas, alten Küchenstühlen oder russischen

Munitionskisten.

Ort des Geschehens ist die Werketage, ein Dachgeschoss Loft

in der ehemaligen Königstadt Brauerei. Ambiente irgendwo

zwischen Atelier, Werkstatt und Clublounge. Bewertet wird hier

nicht, nur zu oder weggehört, Raucher finden Freu(n)de im separaten

Balkonzimmer. Ein Experiment, etwas Mutiges von mutigen

Frauen. Das sind Hauser, Fuchs & Wahn aka Franziska Hauser,

Susanne Schirdewahn und Kirsten Fuchs plus Gäste.

Immer am 23ten, immer schön und immer Eintritt frei.

WERKETAGE Saarbrücker Str. 24 Haus C

Infos unter www.deo.events

Nächste Events

23.12. szenische Xmas Performance mit DJ-support

23.01. Winterdebakel mit Geschenkretouren

Mi 27.12.

LÜBBEN CITY

BLUES CONNECTION

Abschlusskonzert der Allstar-Band

Do 28.12.

MOTÖRHEAD

TRIBUTE CONCERT

mit Kilmister & Nitrogods

Fr 29.12. & Sa 30.12.

17 HIPPIES

Hippie-Haus-Tanz

So 31.12.

SILVESTER IN DER

KULTURBRAUEREI

die größte Indoor-Silvester-

Party Berlins

Do 11.01.

GOITSE

ansteckend energetische

Musik aus Irland

Sa 27.01.

A-CA18

A CAPPELLA FESTIVAL

mit Cluster, Anrosa &

Die Kinder vom See

So 28.01.

DIE 3HIGHLIGEN

Dirk Michaelis, André Herzberg &

Dirk Zöllner

Di 30.01.

KESSELHAUS

ACOUSTICS

ZUSATZ-

TERMIN!

EINTRITT

FREI!

— WINTERSESSION —

mit SYML, Andrea Bignasca,

Dino Joubert & Band u. a.

Do 08.02.

MOTHER’S FINEST

die legendäre Funk-Rock-Band

Mo 26.02. – So 25.03.

LITERATUR: BERLIN

FESTIVAL 2018

Buchpremieren, Lesungen,

Musik, Filme & mehr

Sa 28.04.

JAN PLEWKA SINGT

RIO REISER

Es spielt: Die schwarz-rote

Heilsarmee

Do 31.05.

MODERN SOUL BAND

50-jähriges Bandjubiliäum

TICKETS 030 / 44 31 51 00

WWW.KESSELHAUS.NET 55


Der Gastro- und

Shoppingführer ist da !

Jetzt mitnehmen !

Kostenlos an über 300 Ausgabestellen in Prenzlauer Berg.

Die Besten

∙ Bars ∙ Kneipen ∙ Restaurants ∙ Bäckereien ∙ Cafés

∙ Konditoreien ∙ leckerste schnelle Küche

∙ Bekleidung ∙ Textilien ∙ Möbel ∙ Einrichtung ∙ Design

∙ Spiel-Spass ∙ Bildung ∙ Freizeit

56

mein4tel


Rubrik

bio-öko-zuckerfrei

Klischee – Kekse backen 2017

Wenn Ende August die Lebkuchen in den Supermarktregalen auftauchen, scheint alles noch unendlich weit

weg: die Kälte, die Dunkelheit, die kerzenscheinselige Adventszeit und das Kekse-Backen. Wenig später

nimmt das Jahr an Tempo auf und zack, kurz nach der Zeitumstellung stehen wir mal wieder da und sollten

irgendwas für das Laternenfest backen.

Carola Dorner

Nach dem Laternenfest kommen diverse Anlässe: geselliges

Beisammensein, Kita-WEihnachtsfeier, dann

Adventsfeiern. Und jedes Mal stehen sie zusammen,

die Mütter und diskutieren die Frage: Was bringen wir

mit? Vielleicht ist es in Prenzlauer Berg gar nicht so

anders als im Ruhrpott oder auf der Schwäbischen Alp.

Ich glaube aber schon. Vor allem scheint eins unausgesprochenes

Gesetz zu sein: „Etwas Kleines mitbringen“

heißt übersetzt: „Etwas Kleines, Selbstgemachtes, Gesundes

mitbringen.“ Tja, da stehen wir dann, wir Backanfänger

und grübeln.

Für Menschen, die nicht neben ihrem Was-mit-Medienund-Familie-Wahnsinn

her einen Foodblog betreiben,

hält die Adventszeit eine Menge Fettnäpfchen bereit.

Letztes Jahr raunte mir eine Freundin zu, es gäbe im

Supermarkt prima Fertigteig für Ausstecher-Kekse.

Die Kinder haben Spaß, die Küche duftet nach Weihnachten,

die Kekse schmecken passabel. Super, dachte

ich und trat an mit meinen fast selbstgemachten Ausstechern.

FERTIGTEIG? „Au weia“ war das Urteil der

Müttergruppe. „Au weia“ sagen Eltern gerne auf dem

Spielplatz, wenn der Spross etwas wirklich Schlimmes

gemacht hat, also einem kleineren Kind die Schaufel

weggerissen und ihm damit Sand aufs Haar gehäuft.

„Au weia“ ist der maximale Vorwurf und die vorsichtig

formulierte Drohung. Ich hatte verstanden. Fertigteig

gehört vor dem Elterngericht in die Kategorie Backmischung

und das bedeutet: Konservierungsstoffe, nicht

kalkulierbare Mengen an Zucker und Salz und dazu

manifestiert sich in diesen Produkten und ihren Ergebnissen

die fehlende Bereitschaft der Mutter, sich für die

Kinder einzubringen. Das ist fast so schlimm wie Kekse

im Supermarkt kaufen.

Ich suche also nach Keksrezepten, die unkompliziert,

gesund und lecker sind. Ganz schwierige Aufgabe. Wer

nicht bereit ist, fünf verschiedene Bioläden nach den

Zutaten, Gewürzen und Förmchen abzusuchen und

sich vorher gründlich einzulesen, hat schon verloren.

Denn was zum Teufel gilt gerade als gesund? Mehl

geht gar nicht, vor allem nicht das böse weiße, das ist

fast so schlimm wie der böse weiße Zucker. Gut, dann

nehmen wir statt Mehl etwas mit Nüssen, die haben

Eiweiß und Vitamine. Falsch. Ein Viertel der Kinder hat

anscheinend eine Nuss-Unverträglichkeit. Also keine

Nüsse. Wo wir bei den realen und modebedingten Unverträglichkeiten

sind: Manche Familien verzichten auf

Gluten, Kohlenhydrate oder leben vegan. Vergessen wir

also Schinkenhörnchen und Quarkbrötchen. Vielleicht

ein zuckerfreier Schokoladenkuchen mit Kokosblüten

gesüßt? Schmeckt zwar, ist aber krümelig und im fahlen

Licht der Laternen kaum zu erkennen. Ungeeignet. Ich

beginne die Generation unserer Großmütter zu beneiden

und schiele nach dem Lebkuchen, der seit Ende

August im Supermarktregal steht.

Am Ende werden es Haferflockenkekse. Schnell gemacht,

ein bisschen dekoriert und passen in Kinderhände.

Gingen mittelgut weg. Auf dem Buffet fanden

sich zum Schluss außerdem noch Frikadellen ohne Salz,

Stevia-Kekse und ein Bananenbrot ohne Zucker. Die

Kinder waren alle mit Wiener Würstchen und Minidonuts

verschwunden. Da hatte sich mal wieder jemand

gar keine Gedanken gemacht.

mein/4

57


Service

Leserbriefe

Bitte sendet uns

eure Leserbriefe an:

leserbriefe@meinviertel.berlin

oder per Post:

Mein/4

Schönhauser Allee 52

10437 Berlin

Bitte schickt uns Eure Meinungen und Wünsche

… zum Thema mein/4

… zum Thema Radwege

Hallo liebes „mein/4“- Team!

Ich habe euer Magazin bei einem Arztbesuch zufällig

entdeckt und mich riesig gefreut ... ach, was sage

ich!? Es ist großartig, endlich ein Magazin über den

eigenen Kiez in den Händen zu halten – und Ja, –

genau dieses Papierformat ist gemütlich, persönlich,

entspannend. Wieso ist es nur bisher noch nicht in

meinem Briefkasten gelandet? Ich würde mir sehr

wünschen, meinen Briefkasten in der Gleimstrasse

damit gefüttert zu sehen. Wäre das möglich?

Sonnige Grüße aus dem Kiez

Franziska

… zum Thema Kleingärten

Liebe Redaktion,

danke für Ihren Beitrag zum Thema Kleingärten.

Schön, wenn die Inhaber es so harmonisch haben.

Wir, auch Besitzer eines Kleingartens in Buchholz

(Pankow), leiden doch recht stark unter den Auflagen.

Man könnte es auch kleinkariert nennen. So

bleibt uns nur die Hoffnung, dass auch bei uns ein

Sinneswandel einsetzt, um den Generationswechsel

voranzubringen.

Schön wäre es!

Liebe Grüße aus den Bötzowviertel

Sascha

t. 923 78 65-0

info@wemod.de

Hallo mein/4,

Mit Interesse habe ich Ihren Artikel zum Thema Radwege

gelesen. Leider ist meine Erfahrung mit Radfahren

eine negative. Wie sich hier teilweise in selbstmörderischer

Absicht in den Verkehr gestürzt wird,

ist unbegreiflich. Da wird zwischen den Autos jeder

Millimeter genutzt, Toter Winkel? Egal! Hauptsache

schnell. Rote Ampeln? Für uns nicht!

Kind auf dem Kindersitz, Tüten am Lenker, aber

schwankend auf der Straße fahren. Natürlich müssen

auch die Autofahrer verstärkt Rücksicht nehmen, aber

viele Radfahrer scheinen zu meinen, sie hätten eine

unsichtbare Knautschzone.

Ich fahre selber viel Fahrrad in Prenzlauer Berg, bemühe

mich aber, an die Schwächen der anderen Verkehrsteilnehmer

zu denken.

Grüße Stefan

Sehr geehrte Damen und Herren,

Radfahrer glauben anscheinend, ihnen gehört der gesamte

öffentliche Raum. Erst neulich lief ich auf dem

Fußweg in der Kollwitzstraße, stoppte, und eine Frau

fuhr mir mit ihrem Fahrrad von hinten in die Hacken.

Statt einer Entschuldigung hörte ich nur, der Fußweg

sei ja wohl wirklich breit genug. Schon fuhr sie weiter

und ließ mich fassungslos zurück.

Gerade für mich, als älterer Mensch, ist es wichtig,

sich auf dem Fußweg sicher zu fühlen. Ich kann deshalb

nur darum bitten, auf uns Fußgänger Rücksicht

zu nehmen.

Es grüßt Sie herzlich

Ruth K.

… zum Thema Shoppingführer

WIR

KLEMPNERN …

wemod.de

Hallo mein/4,

hatte gerade den Shoppingführer im Briefkasten.

Ist wirklich toll geworden, aber warum die Handwerker

vergessen? Gehört das nicht auch zum Service?

Gruß aus dem Gleimkiez

Alex

58 mein/4


Rubrik

R A U M F Ü R I N S P I R A T I O N

PURISMUS. DESIGN. QUALITÄT.

Wir sind die Spezialisten für Ihren hochwertigen Innenausbau!

Seit über 25 Jahren steht MUNARI für echte Meisterqualität.

Erleben Sie die Symbiose von Kunst und edler Haptik bei der Gestaltung

mit natürlich schönen Fliesen, Natursteinen und Mosaiken.

Und vertrauen Sie unseren Experten bei der Umsetzung von anspruchsvollen

Bau- / Ausbau- und Sanierungsarbeiten.

Wir sind Mitglied in der

mein/4

Fragen Sie uns an:

Munari GmbH Fliesenlegermeisterbetrieb

Fliederweg 24 · 15745 Wildau

T 03375 - 50 42 60 · F 03375 - 21 88 89

info@munari-fliesen.de · www.munari-fliesen.de

59


Service

Termine

Comedy, Theater und Konzerte

01

Die Zöllner - Jahresabschlusskonzert

01.12.17, 20:00 Uhr

Kulturbrauerei, Kesselhaus

Schönhauser Allee 36, 10435 Berlin

01

Premiere: Idole muss man feiern wie sie fallen

01.12.17, 19:30 Uhr

RambaZamba Theater

Schönhauser Allee 36-39, 10435 Berlin

www.rambazamba-theater.de

02

Eröffnungsgala: Theater im Delphi

02.12.17, 19:30 Uhr

Theater im Delfi

Gustav-Str. 2, 13086 Berlin

02 + 03

Poesie-Konzert, geschrieben auf der Zunge

des Schmetterlings

02.+ 03.12.17, 20.00 Uhr

Haus für Poesie/Schlosserei/Tischlerei

Knaackstr. 97, 10435 Berlin

www.haus-fuer-poesie.org

04

Musiktheater für Kinder Nobel-Popel:

„ein Ticket für den Märchenwald“

04.12.17, 10:00 Uhr

WABE

Danziger Straße 101, 10405 Berlin

www.wabe-berlin.info

04

Wooden Arms & Tom Adams

04.12.17, 20:00 Uhr

Pfefferberg Theater

Schönhauser Allee 176 / Haus 15, 10119 Berlin

www.pfefferberg-theater.de

07 – 09

Nils Heinrich „Mach doch´n Foto davon“

07–09.12.17, 20:00 Uhr

Comedy Club Kookaburra

Schönhauser Allee 184, 10119 Berlin

www.comedyclub.de

09

Christmas Special, Internationale Gospel Stars

09.12.17, 21:00 Uhr

WABE

Danziger Straße 101, 10405 Berlin

www.wabe-berlin.info

14

After-Work-Party und Weihnachtsfeier,

Highlight: Schrottwichteln

14.12.17, 20:00 Uhr

Periplaneta Literaturcafe

Bornholmer Str. 81a, 10439 Berlin

www.berlin.periplaneta.com

16

Erdmöbel- Weihnachten mit Erdmöbel

16.12.17, 20:00 Uhr

Franz Club

Schönhauser Allee 36, 10435 Berlin

www.frannz.com

17

Feeling Good-2 Advenskonzert mit Susanne

Jansen, Guido Raschke, Lutz Schlosser

17.12.17, 20:00 Uhr

Theater unterm Dach

Danziger Straße 101, 10405 Berlin

www.theateruntermdach-berlin.de

17

Traditionelles Jahresabschlusskonzert,

Jürgen Walter & Band

17.12.17, 20:00 Uhr

WABE

Danziger Straße 101, 10405 Berlin

www.wabe-berlin.info

23

Lesebühnen Performance XMAS Debakel:

Des Esels Ohr

23.12.17, 20:00 Uhr

DEO Werketage

Saarbrücker Str. 24 Haus C, 10405 Berlin

www.deo.events

60 mein/4


Service

25 + 26

Kinder- und Familientheater coq au Vin:

„Zirkushäschen hüpf“

25.+ 26.12.17, 15:00 Uhr

Pfefferberg Theater

Schönhauser Allee 176 / Haus 15, 10119 Berlin

www.pfefferberg-theater.de

27

Prenzelkasper, Gastspiel: Aschenputtel

27.12.17, 17:00 Uhr

Puppentheater Prenzelkasper

Marienburger Str. 39, 10405 Berlin

www.prenzelkasper.de

30

MordArt - Improkrimi

30.12.17, 20:00 Uhr

Bühnenrausch Theater

Erich-Weinert-Straße 27, 10439 Berlin

www.buehnenrausch.de

30

17 Hippies Hippie-Haus-Tanz, Zusatzkonzert

30.12.17, 20:30 Uhr

Kulturbrauerei, Kesselhaus

Schönhauser Allee 36, 10435 Berlin

www.kesselhaus.net

Ausstellungen und Lesungen

01 – 31

BILDER Almanach

bis 21.02.18, Mo-FR. 11-19 Uhr, Sa 11-17 Uhr

kunst-a-bunt

Wörther Straße 39, 10435 Berlin

www.kunst-a-bunt.de

01 – 31

Ausstellung „Die Gleim-Oase. Kunstwerk

und Stadtnatur“

bis 31.12.17

Mo-Fr 8:00-21:30 ; Sa+So 10:00-18:00 Uhr

Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner

Prenzlauer Allee 227-228, 10405 Berlin

01 – 31

Zeigt her eure Bilder No.10

bis 27.01.18, Mo-Sa 10:00-18:00 Uhr

Kinderkunstgalerie

Schönhauser Allee 58A, 10437 Berlin

www.klax-galerie.de

01 – 31

Der weite Horizont Indianische Kulturen &

die Kunst des Kennenlernens

bis 01.06.2018, Di-So + Feiertage 10:00-18:00 Uhr

Machmit Museum

Senefelderstr. 5, 10437 Berlin

www.machmitmuseum.de

01 – 17

TICKETS

AB JETZT

IM VVK

FRANNZ CLUB

SCHÖNHAUSER ALLEE 36

INFO@FRANNZ.DE

030-72 62 79 30

FRANNZ OFFICE

WWW.FRANNZ.DE

EARLY

BIRD

TICKETS

AB 15 €

KULTURBRAUEREI

UBHF EBERSWALDER STR. (U2)

Zeichensprachen Zeichnerinnen und

Zeichner aus Weißensee

bis 17.12.17, Mi-So 13:00-21:00 Uhr ,

Do 10:00- 22:00 Uhr

Galerie Parterre Berlin

Danziger Straße 101 Haus 103, 10405 Berlin

www.galerieparterre.de

1711_FR_SLV_AZ_102x148.indd 1 14.11.17 16:51

mein/4

61


Service

Termine

06 + 20

Bilderbuchkino: Wie weihnachtet man? Ab 4 Jahre

06. + 20.12.17, 10:00 Uhr

Bibliothek am Wasserturm

Prenzlauer Allee 227-228, 10405 Berlin

www.berlin.de/stadtbibliothek-pankow/veranstaltungen

07

HandverLesen: Mein altes Westberlin mit

Tanja Dückers

07.12.17, 20:00 Uhr

Bibliothek am Wasserturm

Prenzlauer Allee 227-228, 10405 Berlin

www.berlin.de/stadtbibliothek-pankow/veranstaltungen

08

Ausstellung Vernissage „Empfängnis“ -

Objekt und Grafik

08.12.17, 19:00 Uhr

Tiefgewölbe ehem. Königstadt Brauerei

Straßburger Str. 53, 10405 Berlin

www.werketage.de

19

Lesung: „KampfgansLuise“- Amüsantes

und Absurdes zur Weihnachtszeit

19.12.17, 20:00 Uhr

Periplaneta Literaturcafe

Bornholmer Str. 81a, 10439 Berlin

www.berlin.periplaneta.com

Advents-, Design- und Flohmärkte

01 – 23

Lucia Weihnachtsmarkt

01.-23.12.17, Mo-Fr. 15:00-22:00 Uhr, Sa+So 13:00-

22:00 Uhr

Schönhauser Allee 36, 10435 Berlin

03 – 23

Advents-Ökomarkt am Kollwitzplatz

03.,10.,17. + 23.12.17, 10:00-17:00 Uhr

Kollwitzplatz/Husemannstraße, 10435 Berlin

02 – 17

Kunst und Trödelmarkt

02.+03.,09.+10.,16. + 17.12.17, 10:00-16:00 Uhr

Fehrbelliner Platz, 10707 Berlin

www.fehrbi.info

03 – 17

Trödelmarkt/Flohmarkt Arkonaplatz

03.,10. + 17.12.17, 10:00-16:00 Uhr

Arkonaplatz, 10435 Berlin

www.troedelmarkt-arkonaplatz.de

03 – 17

Flohmarkt im Mauerpark

03.,10. + 17.12.17, 09:00-18:00 Uhr

Bernauer Str. 63/64, 13355 Berlin

www.mauerparkmarkt.de

03 – 17

Flohmarkt am Boxhagener Platz

03.,10. + 17.12.17, 10:00-18:00 Uhr

Boxhagener Platz, 10245 Berlin

03 – 17

RAW-Flohmarkt/Streetfood

03.,10. + 17.12.17, 09:00-19:00 Uhr

RAW Gelände Revaler Str. 99, 10245 Berlin

03

Baby- und Kindertrödel

03.12.17, 14:00-18:00 Uhr

KREATIVHAUS e.V.

06

Adventsmarkt im St. Elisabeth-Stift

06.12.17, 15:00 Uhr

Eberswalder Str. 17, 10437 Berlin

17

Rockabilly und Punk Flohmarkt

17.12.17, 14:00-20:00 Uhr

Wild at Heart, Wiener Straße 20, 10999 Berlin

62 mein/4


Rubrik

meets

13. JANUAR 2018

MARITIM HOTEL BERLIN

EXCLUSIV 10% BALLKARTEN RABATT

für die Leser von mein/4 Stadtmagazin

Ballkarten buchen unter www.mittelstandsball.com

Rabattcode “MEINVIERTEL”

STARBAND DES ABENDS

mit ihren grössten hits

VERLEIHUNG DES DEUTSCHEN MITTELSTAND MEDIA AWARD

BIG BAND | DISKOTHEK | CHARITY TOMBOLA | CASINO

mein/4

WWW.MITTELSTANDSBALL.COM

63


Service

Vorschau

IMPRESSUM

Chefredaktion Markus Beeth

Herausgeberin / Geschäftsführerin

Beate Beeth

LFB Beratung & Service GmbH

Schönhauser Allee 52, 10437 Berlin

© Von Amrei-Marie -

Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0

Autorenportrait

Die Frauen in Katharina Winklers Roman tragen

Blauschmuck. Sie tragen ihn am Hals, an den Armen

und Händen, auf dem Rücken, an den Beinen und im

Gesicht. Blauschmuck gibt es in unterschiedlichen

Farbnuancen. Es ist kein Schmuck. Es sind die blauen

Flecken, die sich mal gelb und mal grün und mal

schwarz färben. Ein Gespräch mit Katharina Winkler

über ihren Roman und ihr Leben in Prenzlauer Berg.

Redaktionelle Mitarbeit

Dr. Carola Dorner, Christiane Kürschner,

Henry Steinhau, Frank Durke, Beate Beeth,

Markus Beeth, Stefanie Kayser, Ruth Herzberg,

Vera Rüttimann, Carola Ehrlich-Cypra,

Franziska Hauser

Verlag & Redaktion | Mein/4

LFB Beratung & Service GmbH

Schönhauser Allee 52, 10437 Berlin

redaktion@meinviertel.berlin

Tel.: 030 818 914 60

www.meinviertel.berlin

www.facebook.com/mein4tel/

Anzeigen

Frank Durke

f.durke@meinviertel.berlin

0152/56102725

Mediadaten

www.meinviertel.berlin/mediadaten

Anzeigengestaltung

fgl-werketage

Rüdiger Serinek

Tel: 030 437 358 72

rs@fgl-werketage.de

Satz, Layout & Design

Rüdiger Serinek | Mathias Ziems

fgl-werketage.de | rasterwert.com

Alleinerziehend in Berlin

Der Prenzlauer Berg gilt als Idyll für Familien. Aber wie

lebt es sich hier als alleinerziehendes Elternteil?

In Gesprächen mit alleinstehenden Müttern und

Vätern versuchen wir eine Antwort zu finden.

Druck

Druckhaus Humburg GmbH & Co. KG

Am Hilgeskamp 51-57

28325 Bremen

Online-Redaktion

rasterwert media

mein4tel@rasterwert.de

6

2

3

9

7

8

5

4

1

Auflösung von Seite 47

7

5 8 9 4 2 1 7 3 6

4 6 2 5 7 3 8 1 9

7 3 1 8 9 6 2 5 4

8 9 3 2 4 5 6 7 1

6 1 7 3 8 9 5 4 2

2 4 5 1 6 7 9 8 3

1 2 6 7 5 4 3 9 8

9 5 4 6 3 8 1 2 7

3 7 8 9 1 2 4 6 5

8

6 5 8 2 9 3 4 1 7

7 4 1 5 6 8 9 2 3

9 3 2 1 7 4 5 6 8

3 8 5 9 2 1 7 4 6

1 6 7 4 8 5 2 3 9

4 2 9 7 3 6 8 5 1

2 7 4 3 1 9 6 8 5

8 9 3 6 5 2 1 7 4

5 1 6 8 4 7 3 9 2

© Fotos

Vera Rüttimann, Evangelischen Kirche (@ekpn), David

Borck, „Kühlspot Social Club“, „Photomusix“, Christiane

Kürschner, Jens Schünemann, Carola Dorner, Frank

Durke, Universum Film, Stiftung Haus der Geschichte,

Lars Poeck

Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser Zeitschrift darf ohne schriftliche

Genehmigung des Verlags vervielfältigt oder verbreitet werden.

Unter dieses Verbot fällt insbesondere die gewerbliche Vervielfältigung

per Kopie, die Aufnahme über elektronische Datenträger und

die Vervielfältigung auf elektronischen Datenträgern. Für unverlangt

eingeschickte Manuskripte, Fotos und Illustrationen übernehmen wir

keine Gewähr.

7

5

9

10

64 8 3 4 1 5 7 2 9 6 4 9 6 3 2 7 8 1 5

mein/4

5 2 1 8 6 9 4 7 3 8 1 5 4 6 9 3 2 7


LPG Biomarkt

…mehr Bio, mehr Auswahl, mehr Sparen

Handwerklich Gutes aus

der Weihnachtsbäckerei

Geschenk-Coupon

Hauseigene Bäckerei

Für Dich!

1 Stück Lebkuchen &

1 Heissgetränk

Lebkuchen

Gültig in allen LPG-Filialen

bis 23.12.2017

Christstollen

lpg-biomarkt.de


Wir sind

Wir machen

Wir liefern

• Projektleiter / Bauleiter

• Sanitär - Heizung

• Lüftung - Klima

• Gebäude - und Energietechnik

• Maler - Lackierer

• Trockenbauer

• Fliesenleger

• Maurer

• Badsanierung

• Sanierung / Modernisierung

von Privat & Gewerbe

• Bautrocknung

• Schimmelsanierung

• Wasserschadensanierung

• Elektroarbeiten

• Tischlerarbeiten

• Bodenbelagsarbeiten

• Fenster- und Türenbau

• Fassadenarbeiten

• Rohbauarbeiten

Wemod

Wohneinheitenmodernisierungs

GmbH

Degnerstraße 9a

13053 Berlin

030 / 92 37 865 - 0

www.wemod.de

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine