Das Erbe von al-Andalus - Vortrag Isabel Blanco del Piñal für OERV Nov 2017 Cordoba

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Das Erbe von al-Andalus - Vortrag von Isabel Blanco del Piñal
zur Eröffnung des Herbstkongresses 2017 des Österreichischen Reiseverbands in Cordoba/Spanien vom 05. – 08. November 2017

Das Erbe von al-Andalus

Vortrag zur Eröffnung des Herbstkongresses 2017 des

Österreichischen Reiseverbands in Cordoba/Spanien

05. – 08. November 2017

Foto: Moschee-Kathedrale, romische Brücke und Wehrturm Torre de la Calahorra, Cordoba

©Isabel Blanco del Piñal


Vortrag zur Eröffnung des Herbstkongresses 2017 des Österreichischen Reiseverbands, Cordoba,

05.- 08. November 2017

Das Erbe von al-Andalus

Seit der Antike hatte die Iberische Halbinsel viele Zivilisationen und Teil-Eroberungen

gesehen: Phönizier, Keltiberer oder Tartesier hatten in Südspanien und an den

Mittelmeerküsten ihre Spuren hinterlassen, lange bevor das Land eine der wichtigsten

römischen Provinzen wurde. Nach dem Niedergang des römisch-christlichen Imperiums

wurde Hispanien von neuen Fremden eingenommen: von den christlichen Westgoten.

Als die arabische Eroberung im Jahr 711 begann war auch das westgotische Reich

schon im Niedergang, sie dauerte ungefähr bis ins Jahr 719.

Lassen Sie uns zunächst einen Blick auf geographische und historische Gegebenheiten

werfen … und wie es überhaupt dazu kam dass sich im frühen Mittelalter, im äußersten

Westen der europäischen Landkarte eine Hochkultur entwickelte die alle

Mittelmeerländer und Europa bereicherte und befruchtete. Die Jahrhunderte der

spanisch-arabischen, beziehungsweise spanisch-muslimischen Hochkultur sind im

Deutschen als „Maurenzeit“ bekannt.

Im ersten Jahrtausend unserer Zeitrechnung gab es das Land Portugal noch nicht –

das damalige Hispanien, also die ganze Iberische Halbinsel, wurde von den Arabern al-

Andalus genannt. Bis auf ein paar kleine, christliche Reiche im äußersten Norden

begann die muslimische Herrschaft Anfang des 8. Jahrhunderts fast über die gesamte

Iberische Halbinsel. Danach sollte es Jahrhunderte dauern bis die spanischen Christen

die maurischen Territorien erobern konnten bis im 15. Jahrhundert nur noch das

Maurenreich Granada übrig blieb – das damals ungefähr die Größe vom heutigen

Andalusien hatte. Diese Provinz ist auch die einzige in Spanien die noch die Erinnerung

an al-Andalus in ihrem Namen trägt und hier finden wir das reichste Vermächtnis der

Mauren.

Die Bevölkerung von al-Andalus waren Andalus-Bürger, im Spanischen werden sie

„andalusí“ genannt was aber nicht im Sinn von „andalusisch“ nach heutigem

Verständnis übersetzt werden kann, denn es war eine Mischbevölkerung in die

verschiedenartigste Kulturen eingeflossen waren. Im Deutschen bleibt es bei maurisch

und bei Maurenzeit für die Jahrhunderte der spanisch-muslimischen Geschichte.

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05.- 08. November 2017

Von allen vorangegangenen Zivilisationen war die der Mauren diejenige, die das

bedeutendste historische, wissenschaftliche und kulturelle Erbe in Spanien, aber auch

in Europa hinterließ. In al-Andalus vollzog sich der Anpassungsprozess der schon

vorhandenen Bevölkerung aus Christen und Juden an die neue Kultur fast unmerklich

und über ein paar Jahrhunderte. Die jüdische Bevölkerung war schon mit den Römern

nach Spanien gekommen sie wurden Sefarden 1 genannt und die Christen, Mozaraber.

Als dritte Gruppe und nur der Vollständigkeit halber erwähne ich, dass es noch die

Muladís gab, zum Islam übergetretene Christen – sie fühlten sich nicht so sehr vom

Islam als von den arabischen Bräuchen und der orientalischen Lebensweise

angezogen.

Arabisch war die Amtssprache und Mozaraber wie auch Sefarden erkannten schnell

den Vorteil darin Arabisch zu lernen – das machte das tägliche Leben um vieles

einfacher und war zudem hilfreich um eine der begehrten Stellen bei Hof oder in

maurischen Verwaltungen zu ergattern.

Der multikulturelle Schmelztiegel al-Andalus brachte nach einigen Jahrhunderten eine

Blütezeit für Wissenschaften, für technischen Fortschritt und die schönen Künste

hervor – eine Hochkultur die durch den kontinuierlichen Austausch mit dem Orient –

und damit auch indirekt an allen Neuerungen aus dem Fernen Osten teil hatte und

daran was heute als „Goldenes Zeitalter des Islam“ bezeichnet wird: die Zeit vom 8. bis

zum 13. Jahrhundert in der ein kultureller Aufschwung in der Philosophie, den

Naturwissenschaften, der Baukunst, der Medizin und der Sprach- und

Geschichtswissenschaften zu einer Blütezeit in der ganzen islamischen Welt führte.

In Andalusien stehen noch die berühmtesten und meistbesuchten maurischen

Zeitzeugen der Welt: die Alhambra in Granada, die Giralda in Sevilla oder die Moschee

von Cordoba, die in ihrer Zeit die wichtigste der damals bekannten Welt war. Sie sind

1 Das Stammwort heißt Sefarad, was als Diaspora verstanden werden kann. Es kommt nur ein einziges Mal

im Alten Testament vor, in der kürzesten aller Prophezeiungen: Der Verfasser dieses nur 21 Verse

umfassenden Prophetenbuches ist nicht näher bekannt. Er trug den Namen Obadja, "Anbeter Jahwes", wie

viele Personen im Alten Testament. Mehr unter: http://www.jesuslebt.de/seiten/bibel/neue/obadja.html

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die herausragendsten Beispiele aus Lehm und Stein der hispano-muslimischen

Blütezeit … Und jetzt möchte ich Sie mit auf einen Weg nehmen auf dem wir uns

Schritt um Schritt zunächst die wesentlichen politischen Entwicklungen von al-Andalus

anschauen.

Al- Andalus als Emirat

Zu Anfang war Al-Andalus ein Emirat – eine Übersee-

Provinz der syrischen Umayyaden, das durch

einen Fürsten, den Emir, verwaltet wurde. Unsere

Reise durch die Vergangenheit beginnt in Damaskus,

dort herrschte seit 661 die Dynastie der Umayyaden,

ihre Herrscher waren Kalifen (was so viel heißt wie

„Herrscher über alle Gläubigen“). Im Jahr 711 hatten

sie die Eroberung des gesamten südlichen

Mittelmeerraums abgeschlossen: über das heutige Jordanien, Ägypten und alle

nordafrikanischen Gebiete inklusive Marokko. Die Fortsetzung ihrer Eroberungen auch

auf die – über die Straße von Gibraltar nur rund 20km entfernte – Iberische Halbinsel

auszudehnen, erscheint eine logische Folge. Bis zur Mitte des 8. Jahrhunderts war das

damalige Spanien Schauplatz von kriegerischen Auseinandersetzungen unter

rivalisierenden eingewanderten, arabischen Familienclans, von denen jeder um die

Macht in al-Andalus rang.

In Damaskus fanden um die Mitte des 8. Jahrhunderts tragische Ereignisse statt: durch

einen Umsturz wurden alle Mitglieder der Umayyaden-Dynastie ausgelöscht bis auf

einen Prinzen der nach einer abenteuerlichen Flucht al-Andalus erreichte und sich dort

als Emir Abd al-Rahman I. durchsetzen konnte. Die Sieger im Orient waren die

Abbasiden und sie erkoren Bagdad zu ihrer Hauptstadt.

Die arabischen Eroberer der spanischen Halbinsel waren die unbestrittenen

Machthaber, ihr wichtigstes Erfolgsrezept war wohl dass sie der Bevölkerung ihre

religiösen Überzeugungen und Bräuche ließen.

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Natürlich war nicht immer alles eitel Sonnenschein wie Sie sich denken können – es

gab Unzufriedene oder Fundamentalisten auf allen Seiten: al-Andalus wurde in den

ersten paar Jahrhunderten nach der Eroberung immer wieder von Unruhen erschüttert,

die zuweilen das Ausmaß von ernst zu nehmenden örtlichen/lokalen Aufständen

annahmen.

Abd al-Rahman I. gilt als Gründer des Emirats der Umayyaden in al-Andalus –

insgesamt gab es bis zum 10. Jahrhundert acht Emire von denen mehrere zwar

gebildet aber politisch unerfahren waren – sie konnten die tiefen Gräben die zuweilen

in der gemischten Bevölkerung aufbrachen nicht immer schließen. Der letzte Emir von

al-Andalus hinterließ seinem Nachfolger einen bewaffneten Konflikt im Süden der

Halbinsel der schon fast 30 Jahre dauerte.

Al-Andalus als Kalifat (von Cordoba)

Dieser Nachfolger war Emir Abd-el-Rahman III. im Jahr 912. Er beendete den Konflikt,

erklärte das bisherige Emirat zu einem unabhängigen Kalifat und sich selbst zum

Kalifen (Nachfolger des Propheten, Prinz aller Gläubigen). Nach der Befriedung von al-

Andalus erreichte er dass – anstatt gegeneinander zu arbeiten – alle an einem Strang

zogen und sich dadurch eine äußerst dynamische Gesellschaft entwickelte. Mit ihm

begann die glanzvollste Epoche in al-Andalus. Das Land wurde unter Kalif Abd al-

Rahman III. zum Inbegriff für Macht, Reichtum, Gelehrtheit und zur Wiege

orientalischen Raffinements.

Die Ära der Splitterreiche, der Königreiche

Taifa

Nach dem Tod von Abd al-Rahman dem Dritten im

Jahr 961 konnte sein Sohn Hakam II. das Reich im

Sinn seines Vaters weiterführen, aber nach dessen

Tod, brach nach der Jahrtausendwende, im Jahr

1010, ein zweiundzwanzig Jahre langer

Bürgerkrieg in Cordoba aus der sich über das

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ganze Reich ausdehnte. Das große Kalifat von Cordoba ging darin unter und das Reich

zerfiel in eine Vielzahl kleiner Splitterreiche, die sogenannten Taifa-Königreiche – Taifa

bedeutet im Arabischen so viel wie Abtrünnige oder Splittergruppe.

Jeder arabische oder berberische Familienclan, auch Clans von, zum Islam

übergetretenen Konvertiten, ja sogar ehemalige Sklaven versuchten ein eigenes Reich

zu etablieren – sei es auch nur einen kleinen Stadtstaat mit seinem Umland. Zeitweise

gab es in der Mitte des 11. Jahrhunderts an die 40 unabhängige maurische Königreiche

in al-Andalus.

Die nordafrikanischen Dynastien:

Almoraviden und Almohaden

Diese Zersplitterung war der Anfang vom Ende

von al-Andalus. Die Taifa-Könige waren ständig

zerstritten, jeder war nur um seinen eigenen

Ruhm und Reichtum bedacht, keiner war fähig sie

zu einen um die muslimischen Territorien im

Ganzen zu schützen. Die Christenkönige der

kleinen Reiche im äußersten Norden hatten nur auf einen Moment der Schwäche

gewartet und begannen mit Eroberungszügen in die maurischen Gebiete.

Als im Jahr 1085 die Christen die Taifa Toledo eroberten riefen die Könige der

Taifareiche ihre marokkanischen Glaubensbrüder die Almoraviden zu Hilfe, den

kampferprobte Kriegermönchen gelang es die christlichen Eroberer zurückzudrängen,

die Taifakönige wurden getötet oder verbannt. Toledo blieb in christlicher Hand. Die

Almoraviden übernahmen die Macht in al-Andalus. Ihnen folgte eine andere

marokkanische Dynastie: die Almohaden. Nach ungefähr anderthalb Jahrhunderten

endete die Zeit der nordafrikanischen Dynastien mit dem Jahr 1195 und wieder gab es

ein Machtgerangel, die Zeit der zweiten Taifa-Reiche.

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Das Königreich der Nasriden

Im 13. Jahrhundert war der kontinuierliche

Fortschritt christlicher Eroberungen maurischer

Gebiete nicht mehr zu leugnen. Dennoch konnte

ein hoch geachtetes Mitglied aus der

granadinischen Familie der Nasriden ein neues

Königreich etablieren das ungefähr so groß war

wie das heutige Andalusien. Unter den Königen

der Nasriden kam es 200 Jahre lang zu einer letzten wirtschaftlichen und kulturellen

Blütezeit der maurischen Kultur – es war wie der Schwanengesang einer todgeweihten

Zivilisation. Die Alhambra von Granada legt davon ein herrliches Zeugnis ab.

Trotz aller geschichtlichen Wirren und Verwerfungen können wir festhalten, dass das

reiche Erbe von al-Andalus dank eines fast 8 Jahrhunderte langen Zusammenlebens

und -wirkens der drei Kulturen: der muslimischen, der jüdischen und der christlichen,

entstehen konnte. Mal war das Zusammenleben besser, mal schlechter. Aber alle drei

waren in das öffentliche Leben involviert, trugen dazu bei und hinterließen ein

Vermächtnis – nicht nur in Spanien.

Bis hierher haben wir in rascher Reihenfolge einen Überblick über die politische

Entwicklung von al-Andalus von Anfang des 8. Jahrhunderts bis zum Ende der

Maurenzeit mit der Übergabe von Granada skizziert.

Nachfolgend werden wir sehen wie sehr die maurische Kultur auch das mittelalterliche

Europa bereicherte und dieses Vermächtnis von al-Andalus ist weitaus bedeutender als

einige glanzvolle Bauwerke oder Gärten.

Der französische Andalusforscher und Historiker Charles-Emmanuel Dufourcq

versicherte in seinem 1978 erschienen Werk „La vie quotidienne dans l'Europe

médiévale sous domination arabe“ (das tägliche Leben im mittelalterlichen Europa

unter arabischer Herrschaft“): „dass die, im Mittelalter in der christlichen Welt als

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maßgeblich betrachteten Städte Rom oder auch Paris, je den Glanz von Cordoba

erreicht hätten, sie war die größte Stadt am Mittelmeer“.

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Kalif Abd al-Rahman III. und sein Nachfolger Hakam der II. hatten im 10. Jahrhundert

großen Wert auf Bildung, auch bei der Bevölkerung gelegt. Das Schulwesen war für

alle Andalusbürger umsonst und für jeden gab es die Möglichkeit bei den besten

Lehrern und Gelehrten zu studieren. Die Kalifen-Bibliothek in Cordoba besaß unter

Hakam II. an die 400.000 wissenschaftliche und religiöse Handschriften. Dort lagerte

nicht nur das gesamte Wissen des Orients, auch die Abschriften aller gelehrten Werke

aus der griechischen Antike die schon im Alten Arabien übersetzt worden waren

standen Lehrern und Studenten zur Verfügung.

Schon ab Beginn des 10. Jahrhunderts war al-Andalus zum bevorzugten

Einwanderungsland aus dem Mittelmeerraum geworden. Davon profitierten

Landwirtschaft und Handel, für Handwerker gab es Arbeit zuhauf und die

Steuerquellen sprudelten. Um nur ein Beispiel für den blühenden Handel mit dem

Orient, mit allen Mittelmeerländern aber auch mit europäischen Königreichen zu

erwähnen möchte ich nur mal die Stoffindustrie anführen:

Im 9. Jahrhundert konnte das strenge Ausfuhrverbot (unter Androhung der

Todesstrafe) von Seidenraupen aus China umgangen werden: über die Große

Seidenstraße kam das Geheimnis der Seidenherstellung und –verarbeitung zunächst

nach Samarkand -heute in Usbekistan- dann über den Orient nach al-Andalus wo

ausgezeichnete Klimabedingungen für Maulbeerbäume herrschten. Das Land wurde

führend in der Produktion von Seide, für die Verarbeitung von Seidenstoffen für

Kleidung, von Teppichen, von Wandbehängen und Kissenbezügen. In der (damals)

kleinen Hafenstadt Almería lag die Handelsflotte von al-Andalus, allein dort gab es bei

den Einwohnern an die 5000 Webstühle. Und auch die Städte wurden modernisiert: in

Cordoba gab es die erste Straßenbeleuchtung in ganz Europa und die Abwässer

wurden unterirdisch entsorgt.

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Aber al-Andalus war im 9. Jahrhundert immer noch ein Emirat, nach dem Sturz der

Umayyaden von Damaskus war es zunächst eine Übersee-Provinz des Kalifats der

Abbasiden geblieben 2 . Deren Hauptstadt Bagdad war inzwischen zu einem leuchtenden

Stern der Fortschrittlichkeit, der Wissenschaften und orientalischem Raffinements

avanciert. In al-Andalus gab es zwar inzwischen Wohlstand und bei der Oberschicht

sogar Reichtum aber die „gute Gesellschaft“ schaute mit einem gewissen Neid auf den

gesellschaftlichen Glanz von Bagdad.

Ibn Ziryab – Musiker, Maßstab für feine Sitten und Modepapst

Das änderte sich als Ibn Ziryab, ein berühmte Musiker, Sänger und Poet aus Bagdad

im Jahr 822 in Cordoba ankam. Er brachte die neuesten Modetrends mit: dass man

sich parfümierte, die Haut mit Cremes pflegte, mit Deodorant Schweißgeruch

verhindern konnte, dass Zahnpasta sehr nützlich und die neueste Frisur für Männer

und Frauen kurzgeschnittenes Haar à la Bagdad war. Ibn Ziryab verfeinerte auch die

Tafelsitten – kurzum, innerhalb kürzester Zeit avancierte er zum Modepapst. Ein

kleines Zitat aus einem Werk des Andalus-Forschers und Historikers Henri Terrasse 3

das im Jahr 1958 erschien beschreibt anschaulich welche Wirkung Ibn Ziryab auf die

kordobesische Gesellschaft hatte: „Nach der Ankunft dieses Orientalen wehte eine

Brise von Vergnügungen und luxuriösem Lebensstil durch Cordoba“. Der Musiker und

Ästhet war ein Meister im Lautenspiel, er führte die 5. Saite für das Musikinstrument

ein was später zur Entwicklung der Guitarre in Europa führte. In Sevilla gründete er

eine Musik- und Tanzschule dort wurde der Grundstein gelegt für die Überlieferung der

arabische Klang-Harmonien und zahlreicher Bewegungsbilder im Flamenco.

2 erst im 10. Jh., erklärte Abd al-Rahman III. al-Andalus zu einem Kalift, sich selbst zum Kalifen und besiegelte damit die

Unabhängigkeit von al.-Andalus von den Herrschern in Arabien

3

Henri Terrasse „Islam d'Espagne – une rencontre de l'Orient et de l'Occident", 1958, Librairie Plon,

Paris, S. 52-53..

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Literatur und Lyrik (Die Königreiche Taifas)

Die Mauren hinterließen der Nachwelt nicht nur ein umfangreiches Erbe an

wissenschaftlichen und historischen Werken, sondern auch an herrlicher Lyrik. Trotz

ihrer staatsmännischen Unfähigkeit eine geschlossene Front gegen die christlichen

Eroberer zu bilden war es gerade im 11. Jahrhundert unter den Taifakönigen dass die

Dichtkunst wichtiger wurde als Staatsgeschäfte: Sie lebten in einer Traumwelt in der

Realität und Phantasie ineinander flossen. Von Königen bis zum Gassenpoeten, es

machte sich wahres Poesiefieber in al-Andalus breit: Ein begabter Poet konnte zum

Minister ernannt werden, Wesire (also Minister) mussten dichten können.

Daher hat die Ära der Taifas uns einen überreichen Fundus an Lyrik hinterlassen. Die

maurische Dichtung beschreibt alles was die Menschen umgibt und was das tägliche

Leben ausmacht: die Gestirne und das Firmament, Gärten, Blumen, Brunnen,

Singvögel oder glanzvolle Bauwerke, sie dichteten Lobreden auf den Herrscher und die

Reize der (oder auch des) Angebeteten wurden gepriesen; es gibt Liebes- und

Hassgedichte, Verse mit wüsten Beschimpfungen oder von ausgelassenen Festen und

exakte Beschreibungen von Gebäuden die entweder nicht mehr vorhanden oder zu

Ruinen zerfallen waren. Zum Glück haben ganze Sammlungen von überlieferter Lyrik

über alle Jahrhunderte bis in unsere Zeit überlebt. Sie waren und sind weiter eine

Fundgrube für moderne Andalusforscher und Archäologen und liefern zudem

hervorragende Gesellschaftsstudien.

Mit ihrem verhaltenen Liebeswerben trugen die maurischen Poeten viel zur

Entwicklung der europäischen Troubadoure bei. Während die Dichter leidenschaftliche

aber zart-romantische Liebeslyrik verfassten, klingen manche weiblichen Verse im 11.

Jh. so gar nicht verhalten, sie sind zuweilen sehr deutlich und hoch erotisch – nicht nur

Prinzessinnen oder hochgestellte Maurinnen dichteten, zum Teil auch anonymen

Verfasserinnen wie in den folgenden Versen:

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„Lass doch meine Fußspange

und fass mich um die Hüften,

mein Freund Ahmed;

steige mit mir auf das Bett, mein Leben,

und leg dich nackt zu mir….“

… Komm, mein Freund, entschließe dich,

komm doch her und liebe mich;

so küss mich auf den Mund

und drück fest meine Brüste;

bieg meinen Fußring hoch zum Ohrgehänge,

mein Mann hat keine Zeit. 4

4 entstanden 11. Jh., Zeit der Taifakönige. Aus: Ma. Jesús Rubiera Mata, Poesía femenina hispanoárabe, Editorial

Castalia, Instituto de la Mujer, Madrid 1989, S. 44 und 45. Ins Deutsche übersetzt von Isabel Blanco del Piñal

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Die islamische Architektur

Wenn die Eroberung des muslimischen Spanien auch unerbittlich ihren Lauf nahm,

schätzten die Christen die orientalische Lebensweise und auch die maurische

Architektur: Muslimische Baumeister standen hoch im Kurs, nur sie konnten einem

Palast den märchenhaften, orientalischen „touch“ geben: wie reich dekorierte Wände

und Räume mit kostbaren hölzernen Kassettendecken, wie die verspielte Leichtigkeit

von Bogengängen verziert mit Arabesken aus Stuck um einen Innenhof oder die

halbrunden Bekrönungen mit schmückenden Stalaktiten-Dekorationen über Türen und

Nischen. Die Bezeichnung für die Architektur die in Spanien unter christlichen

Herrschern mit maurischen oder arabischen Elementen durch muslimische Baumeister

entstand, ist als Mudejar-Stil bekannt und berühmt. Als wunderbares Beispiel hierfür

gilt der orientalisch anmutende Teil des Königspalasts von Sevilla: er wurde aber

tatsächlich unter dem Christenkönig Pedro I./Peter I. im 14. Jh. von maurischen

Baumeistern erbaut.

Wie aber gelangte nun das arabische Wissen in das mittelalterliche Europa?

Jetzt kommen wir zu einem der wichtigsten Punkte: die Entwicklung und Weitergabe

von Wissen, von wissenschaftlichen Neuerungen und Erkenntnissen auch nach Europa.

Im übrigen Abendland wurde bis zum 10. Jahrhundert vorwiegend in Klöstern

geschrieben und studiert, Sprache und Bücher der gebildeten Oberschicht waren in

lateinischer Sprache. Eine breite Förderung der Wissensbildung für die Bevölkerung

gab es nicht. Man kann ohne zu übertreiben sagen dass am Anfang des

Hochmittelalters 5 im Abendland noch kultureller Dunkelheit herrschte. Es regierten

zwar weltliche Monarchen, die tatsächliche Macht lag aber beim Klerus, der

grundsätzlich dem Islam und all seinen Erkenntnissen feindlich gegenüberstand. Daher

war es von größter Wichtigkeit dass Kleriker ihr Interesse an islamischen

Wissenschaften kundtaten.

5 von Mitte des 10. bis Mitte 13. Jahrhunderts

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Der Großteil der 400.000 bibliophilen

Manuskripte der Bibliothek der Kalifen

von Cordoba war zum Glück vor dem

Vandalismus des Bürgerkriegs in der

ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts

gerettet und nach Toledo gebracht

worden.

Die systematische Übersetzung

arabischer Handschriften begann daher

in eben dieser Stadt unter Raimund de Sauvetat, einem französischen

Benediktinermönch aus der Gascogne, der Anfang des 12. Jh. Erzbischof von Toledo

wurde. Der Erzbischof förderte Übersetzungen nicht nur der Werke maurischer

Philosophen und Wissenschaftler ins Lateinische, auch auf die Abschriften von

arabischen Übersetzungen der Werke von Wissenschaftlern und Philosophen der

griechischen Antike wurde größten Wert gelegt. Toledo war zwar schon gegen Ende

des 11. Jahrhunderts von den Christen erobert worden, dennoch gab es dort weiterhin

große muslimische und jüdische Gemeinden. Jeder der Arabisch verstand, sprach und

Lateinisch konnte, ob Jude und Maure, war für die Übersetzungen willkommen.

Und so wurde Toledo – auch nach der christlichen Eroberung im Jahr 1085 – zur Stätte

der Begegnung für die drei Kulturen und ein Hort orientalischer Gelehrtheit. Heute wird

diese Institution als die Übersetzerschule von Toledo bezeichnet.

Die übersetzten Manuskripte fanden schnell Verbreitung und schon im Jahr 1159

versicherte John of Salisbury, ein einflussreicher englischer Theologe und Sekretär des

Erzbischofs von Canterbury und spätere Bischof von Chartres, dass „das gesamte

Wissen aus Arabien stamme und der einzige Ort es zu studieren, sei in Spanien“.

Zu Anfang des 13. Jahrhunderts hatte die Übersetzertätigkeit in Toledo etwas

nachgelassen, als dann aber Alfons X., der später den Beinamen der Gelehrte

erhielt, in der Mitte des 13. Jahrhunderts König der spanischen Christen wurde 6

6 regierte von 1252-1282

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verlieh er der Übersetzertätigkeit neuen Schwung. Sie sorgte im 13. Jahrhundert für

einen wahren Wissenssprung im Abendland. Heute gibt es keinen Historiker bzw.

Wissenschaftler mehr der auch nur im Geringsten daran zweifelt welche Bedeutung

die Hispano-Araber in der intellektuellen und technischen Entwicklung des gesamten

Abendlands hatten. Eine Auflistung würde unseren Zeitrahmen sprengen und leicht

weitere zwei Stunden füllen, ich erwähne jetzt nur die allerwichtigsten:

Die Werke altgriechischer Philosophen wie Aristoteles oder Platon, Mathematiker wie

Ptolemäus oder Euklid, von Ärzten wie Hippokrates und Galenos von Pergamon waren

schon im ersten Jahrtausend im Alten Arabien übersetzt worden. Abschriften ihrer

Werke waren auch nach al-Andalus gekommen. Von Toledo aus fanden sie in Europa

ebenso Verbreitung wie bahnbrechende arabische oder maurische Erkenntnisse auf

den Gebieten der Mathematik, der Astronomie, der Medizin oder der Philosophie.

In der Medizin sind besonders erwähnenswert die Werke von Ibn Sina 7 , sein Kanon der

Medizin löste die Klostermedizin des christlichen Abendlandes erstmalig durch

wissenschaftliche Verfahren ab und war bis zum Ende des Mittelalters richtungweisend

an allen europäischen Universitäten, bis ein Arzt namens Paracelsus eine neue Ära

einläutete.

Das Lehrbuch der Chirurgie aus dem 10. Jahrhundert des Mauren Abu´l Qasim aus

Cordoba galt über 500 Jahre lang als das wichtigste Handbuch zu diesem Thema und

war das bedeutendste Bindeglied zwischen der griechischen Medizin der Antike und

Spätantike und der europäischen Medizin des Hochmittelalters. In Cordoba wurde

schon im 11. Jh. der graue Star operiert.

7

latein. Avicenna – persischer Philosoph und Arzt, geboren um 980 in Afschana bei Buchara/heute:

Usbekistan, gestorben 1037 in Hamadan/Persien, heute Iran. Avicenna studierte in Buchara

Philosophie und Medizin, wurde Leibarzt an verschiedenen Fürstenhöfen und lehrte in

Isfahan/Persien/Iran Philosophie und Medizin. Von seinen etwa 160 Werken sind die bedeutendsten

die im Al-Quanun fi'l-Tibb (Canon medicinae = Kanon oder Gesetze der Heilkunst) gesammelten

medizinischen Schriften, die jahrhundertelang autoritative Geltung besaßen.

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In der Astronomie ist al-Zarquali 8 eine

besondere Bedeutung wert. Er erfand

astronomische Präzisionsinstrumente,

konstruierte unter anderem das erste

flache Astrolabium für die Orientierung

auf hoher See, das an jedem Breitengrad

genutzt werden konnte.

Al-Zarqali konnte auch als Erster die

Bewegung der Apsis (das sind die beiden

Hauptscheitel einer annähernd

eliptischen Umlaufbahn eines Planeten)

in Bezug zu den dahinterliegenden

Fixsternen mit Zahlen belegen. Sein Werk trug maßgeblich zur Erarbeitung der

Toledaner Tafeln und dem richtungsweisenden Werk Buch der Fixsterne des

Christenkönigs Alfons X. im 13. Jahrhundert bei.

Die Toledaner Tafeln sind astronomische Tabellen die von maurischen Gelehrten im

11. Jahrhundert zusammengestellt wurden um die Positionen der Planeten und

Finsternisse zu berechnen. Sie dienten auch der ersten Kalenderrechnung. Es waren

die genauesten Planetentafeln ihrer Zeit und behielten ihre Gültigkeit bis ins 16.

Jahrhundert, bis in die Zeit von Galileo Galilei oder Nikolaus Kopernikus.

Das Vermächtnis des maurischen Philosophen Ibn Rushd 9 wie seine Neu-

Interpretierungen und Kommentare aller Werke des Aristoteles oder das meistbekannte

Werk des jüdischen Philosophen, Rechtsgelehrten und Arztes ben Maimun 10

der Führer der Unschlüssigen, hatten allergrößten Einfluss auf das Denken der

Nachwelt und diente arabischen. jüdischen und christlichen Philosophen und

Theologen als Richtschnur.

8 latein. Azarquiel

9 latein. Averroes

10 latein. Maimonides, hebräisch: ben Maimon

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Sie prägten die europäische Welt über Jahrhunderte hinweg. Sogar Dante erwähnt

Averroes als Kommentator in seiner göttlichen Komödie. Beide wirkten in Cordoba, ben

Maimun (Maimonides) wurde dort geboren.

Die Übersetzungen der Werke altgriechischer, arabischer, maurischer und jüdischer

Philosophen in die lateinische Sprache befruchteten auch europäische Scholastiker i wie

den deutschen Theologen und Gelehrten Albertus Magnus 11 oder den Italiener Thomas

von Aquin 12 .

Die wohl größte Revolution in Europa verursachte die Einführung der „arabischen“

Zahlen – für den Klerus kam sie einem Erdbeben gleich. Bis ins 12. Jahrhundert

wurden römische Ziffern verwandt. Die Zahlenreihe von 1-9, der ein Kringel beigefügt

war für die „Null“, stammte ursprünglich aus Indien und wurde in der arabischen Welt

gegen Ende des 8. Jh., im Jahr 766 bekannt.

Ein arabischer Mathematiker und Astronom namens al-Chuarizmi in Bagdad griff die

neue Zahlenschrift auf und verfasste im 9. Jh. ein Buch mit dem Titel Ein kurz

gefasstes Buch über die Rechenverfahren durch Ergänzen und Ausgleichen (Al-Kitāb almuḫtaṣar

fī ḥisāb al-ğabr wa-ʾl-muqābala). Die älteste noch vorhandene, lateinische

Übersetzung ebenfalls aus Toledo befindet sich in der Wiener Hofbibliothek, sie stammt

aus dem Jahr 1143.

Al-Chuarizmí verdanken wir die arabischen Zahlen, die Verwendung der Nullstellen,

das Dezimalrechnen und das Lösen quadratischer Gleichungen. In einem weiteren

Buch erklärt er die ersten einfache Grundlagen für die heute unentbehrlichen

Algorithmen. Das Wort al-dschabre ist im arabischen Titel seines ersten Werks 13

enthalten, davon wurde unser Wort Algebra abgeleitet und vom Namen des Gelehrten

al-Chuarizmi das Wort Algorithmus – im Lateinischen kannte man den Buchstaben

„dsche“ (für das arabische „g“) oder das kehlige „che“ nicht.

11 Lauingen/Bayern, zwischen 1193/1206 in Köln – gest. am 15 November 1280). Er war ein

berühmter Theologe, Philosoph und Wissenschaftler

12 geb. um 1225 auf Schloss Roccasecca bei Aquino in Italien, gest. am 7. März 1274 in Fossanova

13 s. Vorseite

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In der arabisch und jüdisch sprechenden Welt waren die arabischen Zahlen schon seit

Anfang des 9. Jh. in Gebrauch. Für Europa war auch Friedrich der II. -Kaiser des

Römisch-Deutschen Reichs aus dem Adelsgeschlecht der Staufer, maßgeblich an der

Einführung und Bekanntmachung dieser vereinfachten Basis für das Rechnen

beteiligt. 14

Granada und Umland blieben ein Maurenreich bis zum Ende des 15. Jahrhunderts.

Erst mit der Hochzeit von Isabella von Kastilien mit König Ferdinand II. von Aragon

und der Vereinigung beider Königreiche erhielt die Eroberung der maurischen

Gebiete ihren entscheidenden Impuls. Granada übergab den sogenannten

Katholischen Königen symbolisch die Schlüssel der Stadt am 2. Januar 1498.

Allen Mauren wurde im Kapitulationsvertrag zugesichert, dass sie unbehelligt in

Spanien leben und ihr Hab und Gut behalten könnten. Das Schicksal der Sefarden

war jedoch besiegelt: Noch im selben Jahr der Eroberung von Granada wurde die

gesamte jüdische Bevölkerung Spaniens des Landes verwiesen.

Im Jahr 1609 unterzeichnete König Philipp III. ein Edikt zur Ausweisung der Morisken,

wie die Mauren dann verächtlich genannt wurden, aus dem gesamten spanischen

Königreich. 15 Doch schon lange vor Erlass des Gesetzes hatten flüchtende Mauren

sogar den Weg bis nach München gefunden. Die Moriskentänzer im Tanzsaal vom

alten Rathaus in München wurden 1480 von Erasmus Grasser, einem im Spätmittelalter

berühmten Bildhauer und Schnitzer verewigt.

14 Kaiser Friedrich II. hielt vorwiegend Hof auf Sizilien war ab 1212 römisch-deutscher König und

von 1220 bis zu seinem Tod 1250 Kaiser des römisch-deutschen Reiches. An seinem Hof war jeder

arabische und jüdische Gelehrte willkommen. Der Kaiser selbst war sehr gelehrt und ein großer

Förderer der Wissenschaften.

Auch Papst Silvester II. (vorher Gerbert von Aurillac, auch Gerbert von Reims; (* um 950

in Aquitanien; † 12. Mai 1003 in Rom) soll an der Einführung der arabischen Zahlen beteiligt

gewesen sein, das ist eine Legende. Die arabischen Zahlen wurden erst im 12. Jh. durch die

Übersetzung des Rechenbuchs von al-Chuarizmi bekannt.

15 Philipp III – span. Felipe III (*14. April 1578 in Madrid; † 31. März 1621 ebenda) stammte aus der

spanischen Linie des Hauses Habsburg. Von 1598 bis 1621 war er König von Spanien und des

angehörigen Weltreiches. Die Zahl von 300.000 vertriebenen Mauren gilt als zuverlässig.

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Vortrag zur Eröffnung des Herbstkongresses 2017 des Österreichischen Reiseverbands, Cordoba,

05.- 08. November 2017

Nach dem Ende der christlichen Eroberung versuchte man in Spanien die maurische

Vergangenheit förmlich auszuradieren. Moscheen, Paläste, Bäder, maurische

Herrenhäuser wurden dem Erdboden gleich gemacht, durch eindrucksvolle

Renaissancebauten ersetzt oder bis zur Unkenntlichkeit umgebaut. Manche Bauwerke

wurden verschont, wie der Glockenturm in Sevilla, die Giralda, einst das Minarett der

Großen Moschee der Stadt, die Alhambra in Granada oder die beeindruckende

Moschee von Cordoba in deren Mitte im 16. Jh. eine Kirche eingepflanzt wurde. Im

Lauf der Jahrhunderte waren so viele Arabismen in die spanische Sprache

eingeflossen, dass man versuchte sie zu entarabisieren. Was nicht gelang. Im

Gegenteil, es gibt viele Beispiele dafür dass Arabismen auch in andere europäische

Sprachen eingeflossen sind. Ein einfaches Beispiel dafür ist das arabische Wort assucre:

daraus wurden das spanische azucar, das französische „sucre“, das englische

„sugar“ und das deutsche Wort „Zucker“.

Eins der wichtigsten maurischen Vermächtnisse wurde allerdings 1 zu 1 übernommen

und blieb die Basis für eine jahrhundertelange Schritt- um Schritt-Modernisierung in

Spanien: die Wasserwirtschaft in Städten und Dörfern, die ländlichen

Bewässerungssysteme und die Ver- und Entsorgungskanalisationen.

Es waren so ausgeklügelte Systeme von gemauerten Wasserrinnen und Kanalisationen

die von weitab gelegenen Quellen, in genau berechneten Winkeln und

Fallgeschwindigkeiten geographische Besonderheiten berücksichtigten bis vor den

Städten das Wasser zunächst für die Landwirtschaft abgezweigt werden konnte, dann

in den Ortschaften in Zisternen gespeichert und von dort in öffentliche Brunnen

geleitet wurde, dass es selbst maurenfeindlichen Stadtvätern einleuchtete. Auch der

Brauch des Wassergerichts um Streitigkeiten zwischen Landwirten zu schlichten, wurde

übernommen. Das Wassergericht von Valencia gibt es heute noch. Es gilt als die

älteste Rechtsinstitution in Europa und die einzige Einrichtung ihrer Art die aus der

Maurenzeit unverändert erhalten blieb. Wir haben einen ganz schnellen Rundgang

durch die spanische Maurenzeit hinter uns und ich möchte diesen Vortrag mit Worten

von Johann Wolfgang von Goethe beenden:

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Vortrag zur Eröffnung des Herbstkongresses 2017 des Österreichischen Reiseverbands, Cordoba,

05.- 08. November 2017

Die Übersetzung ins Deutsche einer umfangreichen

Lyriksammlung 16

eines der berühmtesten, persischen

Dichter namens Hafis hatte in ihm flammende

Begeisterung entfacht. Er war so begeistert dass er von

1814 bis 1819 selbst einen Diwan, einen

Gedichtzyklus, mit dem Titel „West-östlicher Divan“ in

12 Bänden schrieb. Goethe hatte sich intensiv mit dem

Islam beschäftigt aber sein lyrisches Ich begegnete der

persischen Dichtkunst mit Begeisterung und dem Islam

mit Gelassenheit. Er war getaufter Christ und seine

Beschäftigung mit der fremden Religion endet

irgendwann in der Erkenntnis des Poeten vor der

absurden Rivalität unterschiedlicher Religionen:

„Närrisch, dass jeder in seinem Falle

Seine besondere Meinung preist!

Wenn Islam Gott ergeben zu sein heißt,

Im Islam leben und sterben wir alle.“

Und an anderer Stelle seines Diwans sagt er:

„Wer sich selbst und andere kennt,

Wird auch hier erkennen:

Orient und Okzident

Sind nicht mehr zu trennen.“

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen noch eine interessante

und schöne Zeit in Cordoba.

16 Orientalische Gedichtsammlungen werden „Diwan/Divan“ genannt. Der „Der Diwan“ des persischen Poeten Hafis

oder Hāfez (* um 1315 und † um 1390 in Schiras, Iran) wurde von Joseph Freiherr von Hammer-Purgstall (* 9.

Juni 1774 in Graz, Steiermark; † 23. November 1856 in Wien) im Jahr 1812 übersetzt. Er war ein

österreichischer Diplomat und Orientalist. Bild: aus dem Diwan von Hafiz, Miniaturmalerei, Persien, 1585. Gemeinfrei.

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Divan_von_Hafiz.jpg – This work is now in the public domain in Iran,

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Vortrag zur Eröffnung des Herbstkongresses 2017 des Österreichischen Reiseverbands, Cordoba,

05.- 08. November 2017

Bücher von Isabel Blanco del Piñal

GESCHICHTE, GESCHICHTEN und GEDICHTE

aus der

SPANISCHEN MAURENZEIT

Isabel Blanco del Piñal geht die Geschichte von al-Andalus -

dem maurischen Spanien- nicht wissenschaftlich an, sie ist

eine leidenschaftliche Erzählerin und folgt dem Schreibstil

arabischer Chronisten aus der Zeit der klassischen islamischen

Literatur: Geschichtliche Ereignisse und Entwicklungen

wurden mit Gedichten, amüsanten Anekdoten, Palastgeflüster

und romantischen oder tragischen Geschichten aus

dem Leben von Kalifen und Königen, von Wesiren, Poeten,

heiligen Männern oder berühmten Frauen ihrer Zeit

angereichert, ausgeschmückt.

Damit waren die arabischen Chronisten nicht nur

Geschichtsschreiber, ihre Jahrhunderte alten Werke liefern

uns ein gesellschaftliches Spiegelbild, sie geben den Zeitgeist

der jeweiligen Epoche wieder.

In den fast neun Jahrhunderten arabischer Herrschaft in

Spanien hatte es Blütezeiten der Wissenschaften gegeben, die

auch das Abend-land befruchteten, Zeiten des friedlichen Zusammenlebens der drei Religionen,

aber auch Epochen von Intoleranz und ausufernder Dekadenz.

Es war eine ganz besondere Ehre dass Frau Dr. Dr. h.c. mult. Annemarie Schimmel das Vorwort

zu Isabel Blancos erstem Buch „GESCHICHTEN aus AL-ANDALUS“, schrieb. Die stimmungsvollen

Lesungen und lebendigen Vorträge von Isabel Blanco sind beliebt, besonders ihre Ausführungen

zur Toleranz im Reich der drei Religionen.

Auf www.rosenoire.de gibt es Leseproben und/oder Inhaltsverzeichnisse der verschiedenen Bücher

und Rezensionen und Information über die neueste Reiseserie von Isabel Blanco del Piñal „Auf der

Suche nach al-Andalus“,oder Sie besuchen direkt die Plattform:

www.yumpu.com/user/rosenoiregf

und lesen gratis in allen dort veröffentlichten eMagazinen:

Bei Fragen ist Isabel Blanco del Piñal für Sie da, gern beantwortet sie weiterführende Fragen per

Email (s. unten).

Herausgeber aller Bücher:

RoseNoire Gisela Fischer,

D-81827 München

Tel. 089/439 53 21

Fax 089/439 75 89

Email: rosenoiregf@gmail.com

Facebook: https://www.facebook.com/isabel.blancodelpinal

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Vortrag zur Eröffnung des Herbstkongresses 2017 des Österreichischen Reiseverbands, Cordoba,

05.- 08. November 2017

GESCHICHTEN AUS AL-ANDALUS (3. Auflage)

Die Königreiche Taifas, ein andalusischer Traum

Isabel Blanco del Piñal

Vorwort von Frau Dr. Dr. h.c. mult. Annemarie Schimmel

Geschichten, Geschichte und Gedichte: Die Autorin schreibt lebendig und

abwechslungsreich über Glanz und Untergang der maurischen Kultur in

Spanien. Viele Jahrhunderte lang pflegten arabische Literaten und Chronisten

die Tradition der, jede auch noch so winzige Kleinigkeit erfassenden,

Überlieferungen. Sie verknüpften historische Fakten mit dramatischen

Geschichten, mit Lyrik und Prosa jener Zeiten, mit amüsanten oder

tragischen Anekdoten aus dem Leben von Königen, Dichtern, Wesiren,

Philosophen oder Prinzessinnen. Ihre Chroniken bieten eine Überfülle an

Informationen und enthalten auch Palastgeflüster, bösartige Intrigen,

bewegende Liebes-geschichten oder Eifersuchtsdramen – zuweilen lesen sich

diese Schriften wie orientalische Märchen.

Isabel Blanco del Piñal hat diesen Schreibstil übernommen und lässt nicht nur die Blütezeit der maurischen

Hochkultur noch einmal aufleben, die auch die abendländische Philosophie, Wissenschaft und Religion

inspiriert und bereichert hat. Sie erzählt auch von dem dramatischen Untergang der spanischen Araber. Die

Geschichten aus al-Andalus sind ursprünglich in drei Bänden erschienen. Bei der ersten überarbeiteten und

erweiterten Neuauflage wurden sie in einem Sammelband zusammengefasst. Die liebevoll gestaltete

hochwertige Veröffentlichung erschien als Hardcover.

64 Bilder in nostalgisch-braunem Duplex-Druck, 224 S. – 16x21cm, ISBN 978-3-933653-07-9

Inhaltsverzeichnis und Leseprobe finden Sie auf unserer Website www.rosenoire.de.

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LAND AM SONNENUNTERGANG – MAROKKO

Isabel Blanco del Piñal

Bereits im 4. Jahrhundert n.Chr. verließen die alten Araber ihre Halbinsel,

um die angrenzenden Kontinente zu erkunden. Im äußersten Westen gebot

ein Furcht einflößendes und legendenumwobenes Meer ihrem

Entdeckungsdrang Einhalt. „(...) Dort im Okzident beginnt das westliche

Meer, das man auch das Meer der Dunkelheit nennt. Weiter darüber hinaus

weiß niemand, was dort existiert (...)“ schrieb der Geograph al-Idrisi im 12.

Jahrhundert. Dort, am Ende des afrikanischen Erdteils, lag ein Land, das die

Araber al-Maghrib al-aqsa nannten, „den äußersten Westen“ - ein Land am

Rande des Sonnenuntergangs.

Isabel Blanco schöpft wieder aus der reichen Fülle der überlieferten

Literatur und verleiht der bewegten Geschichte des Königreichs Marokko

menschliche Züge: Im Land der Berber erwachen Sultane und Poeten zu

neuem Leben, heilige Männer und Geistwesen sind der Ursprung für faszinierende Legenden. Daneben lässt

die Autorin auch eigene Reiseeindrücke einfließen. Große Bedeutung kommt der Epoche vom 11. bis zum 14.

Jahrhundert zu in der die Schicksale von al-Maghrib und al-Andalus, dem arabischen Spanien, besonders eng

miteinander verbunden waren. Dicht an dicht sind die andalusischen Ornamente in den farbenprächtigen

Teppich der marokkanischen Geschichte eingewoben.

Es ist ein lebendig geschriebenes Portrait eines Landes in dem historische Zusammenhänge aufgedeckt

werden und sich Vergangenheit, Traditionen und Gegenwart zu einem schillernden Mosaik zusammenfügen.

Hardcover, 304 S. – 38, ganzseitige Bilder (S/W), 17x21cm

ISBN 378-3-933653-06-2 – Inhaltsverzeichnis auf www.rosenoire.de

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Vortrag zur Eröffnung des Herbstkongresses 2017 des Österreichischen Reiseverbands, Cordoba,

05.- 08. November 2017

ROSEN DER WÜSTE – Die Architektur in der arabischen Literatur

von María Jesús Rubiera

Übersetzung aus dem Spanischen von Isabel Blanco del Piñal

ROSEN DER WÜSTE – ein poetisches Symbol für die prunkvollen,

märchenhaften Bauwerke der arabischen Architektur. Ihre Paläste und

Gartenanlagen wurden aus der Wüste geboren. In der Fantasie der Beduinen

verwandelten sich Hitze flimmernde Trugbilder in Türme und Kuppeln, die vor

Gold und Edelsteinen glitzern, und dem erlösenden Wohlgefühl bei der

Ankunft in schattigen, grünen Oasen sind üppig blühende Gärten mit leise

plätschernden Wasserläufen nachempfunden. Die arabische Architektur

inszenierte ein dynamisches Schauspiel, erfüllt von Licht, Farben, Klängen und

Düften. Sie erschuf Bauwerke als Lustobjekte und Orte der Lust zugleich.

Die Autorin gibt in diesem Band mittelalterliche Texte von arabischen

Chronisten, Hofpoeten und Reisenden wieder. Sie beschreiben bis ins kleinste

Detail die ehemalige Pracht von Städten, Palästen, Moscheen, Bädern und Gärten im alten Arabien und im

islamischen Spanien. María Jesús Rubiera interpretiert Fakten und Legenden, jedoch ist dies keine

Abhandlung über Kunst oder Archäologie. Es ist eine lange Reise durch die arabische Architektur - mit weit

geöffneten und verträumten Augen – ein Buch verführerischer ferner und fremder Visionen.

Paperback, 256 Seiten, 20 x15cm, ISBN 978-3-93365305-5 – UVP 5,00 €.

Inhaltsverzeichnis und Leseprobe auf www.rosenoire.de

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MAURENLAND, CHRISTENLAND

Ein Ritter, ein König und ein Poet: Drei Jahrhunderte spanische Reconquista

Isabel Blanco del Piñal

Nach den „Geschichten aus al-Andalus“, in denen Isabel Blanco del Piñal

die Geschichte Spaniens von der arabischen Eroberung der Iberischen

Halbinsel im Jahre 711 bis zum Untergang der maurischen Kultur im

Abendland mit der Stimme und aus der Sicht der spanischen Mauren

erzählte, widmet sie in diesem Band ihre Aufmerksamkeit der Gegenseite,

der spanischen Christenwelt. Drei berühmte Persönlichkeiten führen durch

die drei wichtigsten Jahrhunderte zähen Ringens um die Reconquista, die

christliche Rückeroberung des muslimischen Spaniens: der Ritter Rodrigo

Díaz aus Vivar (11. Jh.) kurz "der Cid" genannt, König Alfons X. von Kastilien

und Leon (13. Jh.), dem die Nachwelt den Beinamen „der Gelehrte“ verlieh

und Miguel de Cervantes Saavedra (16./17. Jh.), der Autor des Don Quijote

von der Mancha.

Alle drei waren sie Grenzgänger zwischen den Religionen und Kulturen, ihr Leben und ihr Vermächtnis

führen anschaulich vor Augen, wie facettenreich das Verhältnis von Christen und Mauren im damaligen

Spanien bis über das Mittelalter hinaus war. Sie zeigen uns Welten politischer Grauzonen und innerer

Zerrissenheit, und es wird in jedem Fall offenbar, dass nichts so war, wie es auf den ersten Blick scheint. So

unterschiedlich sie von ihrem Stand her waren, haben sie doch etwas gemeinsam: Mit Leidenschaft lebten

sie ihre Visionen, sie verfolgten unbeirrt ihre Ziele und vollbrachten Außergewöhnliches. Und wenn auch das

Leben jedes Einzelnen, aller Berühmtheit zum Trotz, nicht einer gewissen Tragik entbehrt, haben ihre Werke

und Taten sie doch unsterblich gemacht.

Hardcover, 21x16cm, 100 Bilder in Farbe, 440 S., ISBN 978-3-933653-09-3

Inhaltsverzeichnis auf www.rosenoire.de

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Vortrag zur Eröffnung des Herbstkongresses 2017 des Österreichischen Reiseverbands, Cordoba,

05.- 08. November 2017

Die letzte Rezension (14. Juni 2014) für den Titel:

MAURENLAND, CHRISTENLAND

Ein Ritter, ein König und ein Poet,

drei Jahrhunderte spanische Reconquista

Restexemplare der Bücher sind eventuell noch erhältlich bei:

Panorama Verlag GmbH

Großantiquariat und Verlag

Möhringstraße 6 a, 65187 Wiesbaden

Tel. +49(0)611 84 40 21/22 – Fax 80 79 84

e-Mail: info(at)panorama-verlag.de

finden Sie unter:

http://afarab.blogspot.de/2014/06/maurenland-christenlandrezension.html?spref=fb

oder:

http://afarab.blogspot.de/2014/06/maurenland-christenlandrezension.html

Frau Birgit Agada ist eine bekannte Reisejournalistin, Reiseunternehmerin

und selbst auch Autorin von Reiseliteratur.

Sie ist spezialisiert auf arabische und nordafrikanische Länder und

Kulturen.

oder aus 2. Hand bei Amazon

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Herausgeber aller Bücher:

RoseNoire Gisela Fischer, Günderodestraße 20, D-81827 München

Tel. +49 (0)89 439 53 21 – Fax +49 (0)89 439 75 89

e-Mail: rosenoiregf@gmail.com

Mehr über Isabel Blanco del Piñal und ihre neue Reiseserie „Die Suche nach al-Andalus“ gibt es

unter der Webseite: www.rosenoire.de

bei Facebook: https://www.facebook.com/isabel.blancodelpinal

oder Sie besuchen direkt die Plattform: www.yumpu.com/user/rosenoiregf dort finden Sie dieses

Vortrag wie auch alle anderen eMagazine von Isabel Blanco del Piñal zum Gratis-lesen

Sollten Sie Fragen über die Themen Andalusien, Marokko oder über die Maurenzeit in Spanien

haben, kontaktieren Sie Isabel unter der o.a. Email-Adresse, unter der o.a. Mailanschrift hilft sie

immer gern weiter.

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