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onexmagazin

AUSGABE 11 NOVEMBER 2017

Sicherheits-

Profi

Judith Voney

Die neue Sicherheitschefin

von Langenthal hat auch

eine Ausbildung beim FBI.

NIEDERLAGEN

Warum es so wichtig

ist, im Leben Fehler

zu machen.

BAUERNKRIEG

Ein schlimmer Konflikt

mit weitreichenden

Folgen für die Schweiz.

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EDITORIAL / INHALT

Liebe Leserin,

lieber Leser

Hunderte von Fernsehkanälen und das Internet

mit seinen sozialen Medien machen

es möglich, dass wir heute beinahe alles

erfahren können, was auf der Welt passiert.

Mehrmals am Tag können wir auf

verschiedensten Portalen nachfragen, was

denn seit unserem letzten Besuch wieder

geschehen ist. Unsere Neugier wird nur

selten enttäuscht. Doch die Sache hat eine

Kehrseite. Noch nie zuvor fühlten sich die

Menschen in Friedenszeiten derart unsicher

wie heute. Dabei sind diese Gefühle

der Unsicherheit objektiv falsch. Die Zeiten

waren früher nicht sicherer als heute.

Doch waren damals in den Zeitungen der

Platz knapp und in den noch nicht so zahlreichen

Fernsehkanälen die Sendezeit

kurz. Das Internet gab es noch nicht oder

es steckte noch in den Kinderschuhen.

Ergo erfuhren wir längst nicht alles, was

um uns herum und auf der Welt geschah.

In den Zeitungen war die Rubrik «Unglücksfälle

und Verbrechen» jeweils nur

wenige Zeilen lang.

Was ich Ihnen da erzähle, ist nicht neu.

Trotzdem ist es wichtig, dass wir uns diesen

Umstand immer wieder in Erinnerung

rufen. Denn viele Entscheidungen, die wir

heute treffen, viele Forderungen, die Politiker

stellen oder die an Politiker gestellt

werden, basieren auf der Informationsflut:

Aufgrund unserer Informationen, mit denen

wir täglich, stündlich oder gar minütlich

eingedeckt werden, entsteht der Eindruck,

die Welt sei unsicherer geworden.

Viel Spass beim Lesen von s’Positive

Ihr Bruno Wüthrich

IMPRESSUM

Herausgeber: one X Services

Redaktion: Bruno Wüthrich,

Klaus Zaugg

Layout: tnt-graphics AG,

8305 Dietlikon,

www.tnt-graphics.ch

Auflage: 69 000 Exemplare

Druck: LZ Print,

Luzerner Zeitung AG

Versand: Die Post

Inserate-Annahme und Redaktion:

inserate@spositive.ch

04

20

04 DIE SICHERHEITSCHEFIN

Langenthals neue Sicherheitschefin

Judith Voney

blickt auf eine beeindruckende

Karriere zurück:

Unter anderem beim FBI.

14 VERSUCH UND IRRTUM

Wer Fehler macht, erleidet

vielleicht eine Niederlage,

lernt daraus aber fürs Leben.

Wozu eine positive

Fehlerkultur gut sein kann.

18 WISSENSWERTES

Wie aufgewärmte Nudeln

für weniger Diabetes sorgen

können sowie aktuelle

Forschungsergebnisse zu

rothaarigen Menschen.

20 BAUERNKRIEG

Der Volksaufstand im Jahr

1653 endete mit einer Niederlage

der Oberaargauer,

hatte aber nachhaltigen

Einfluss auf die Schweiz.

28 BENGT-AKE GUSTAFSSON

Die Hockey- und Trainerlegende

coacht heute den

B-Ligisten EHC Olten.

34 DIE SEITE DER LESER

Leserbriefe,

Veranstaltungen.

14

28

18

s’Positive 11 / 2017 3


JUDITH SELMA VONEY

Die

Sicherheitschefin

FBI-Ausbildung, die Geldwäscherei und den Terrorismus bekämpft,

und jetzt Sicherheitschefin in Langenthal. Judith Selma Voney

hat einen wahrlich beeindruckenden Lebenslauf vorzuweisen. Doch

ist die oberaargauer Kleinstadt derart unsicher geworden?

TEXT: KLAUS ZAUGG UND BRUNO WÜTHRICH

FOTOS: MARCEL BIERI

Judith Voney arbeitet als

Sicherheitschefin in Langenthal.

4 s’Positive 11 / 2017


s’Positive 11 / 2017 5


JUDITH SELMA VONEY

Viele staunten nicht schlecht, als

die Meldung zu vernehmen war:

Seit Anfang Juni dieses Jahres

amtet Judith Selma Voney in

Langenthal als Sicherheitschefin.

Eine Frau, welche die Geldwäscherei

und den Terror bekämpfte und zudem einen

FBI-Ausweis vorweisen kann, kümmert sich

jetzt darum, dass die Strassen von Langenthal

sicher sind, im Gastgewerbe die Regeln

eingehalten werden und noch um vieles

mehr. Nicht verwunderlich, dass dies unser

Interesse weckte. s’Positive sprach mit Frau

Voney über ihren Werdegang und weshalb

es jetzt Langenthalerin geworden ist.

s’Positive: Langenthals Sicherheitschefin

war beim FBI – stimmt diese Behauptung?

Judith Voney: Wenn Sie so wollen, ja.

Sie verstehen, dass uns das interessiert:

Das FBI ist weltweit eine der bekanntesten

Marken. Ähnlich bekannt wie McDonalds

und Coca Cola. Wie kommt eine Schweizerin

zum FBI?

Im Rahmen eines internationalen Ausbildungsprogramms.

Das FBI lädt regelmässig

aus jedem Land ein Kadermitglied aus einer

Polizeiorganisation zu einem Aufenthalt in

der FBI National Academy ein. Als damalige

Kripo-Offizierin der Berner Kantonspolizei

war ich die erste Frau und gleichzeitig die

16. Person aus der Schweiz, die diese dreimonatige

Ausbildung besuchen durfte. Bis

heute sind 44 Personen aus der Schweiz in

der FBI-Academy ausgebildet worden. Darunter

drei Frauen.

Dann sind Sie also FBI-Agentin?

Wollen Sie meinen Ausweis sehen? (lacht)

Agentin ist nicht das richtige Wort. Ich bin

zwar «FBI National Academy Associate» und

damit Mitglied eines weltweiten Netzwerks,

in dem man sich gegenseitig hilft. Aber es ist

keine Position mit irgendwelchen Vollmachten.

Mein Ausweis bestätigt lediglich meine

Mitgliedschaft in der FBI National Academy

Association.

Worum geht es bei dieser Academy?

Es ist eine intensive dreimonatige Schulung

im FBI-Ausbildungszentrum in Quantico/

ZUR PERSON

Judith Selma Voney

Judith Selma Voney (51)

leitete 1993 nach ihrem

Studiums während siebeneinhalb

Jahren als Chefin

der Spezialfahndung 2 der

Kriminalabteilung der

Kantonspolizei Bern die

Bereiche «Bekämpfung

der Wirtschafts-, Vermögens-,

Drogen- und der

organisierten Kriminalität»

und war gleichzeitig

während über fünf Jahren

stellvertretende Chefin

der Kriminalabteilung. Dazu

absolvierte sie zusätzlich

den Schweizerischen

Polizeioffizierskurs. Ab

2001 war sie über zwölf

Jahre Chefin Meldestelle

USA. Dabei geht es um Polizeiführung, Polizeitaktik

und wissenschaftliche Methoden

in der Polizeiarbeit. Dazu wird intensiv an

der körperlichen Fitness gearbeitet. Diese

ist den US-Amerikanern sehr wichtig. Einmal

joggte sogar der FBI-Direktor persönlich

mit uns. Mitmachen war zwar freiwillig

und ich bin keine grosse Joggerin. Aber

diese Gelegenheit liess ich mir natürlich

nicht entgehen. Am Ende der Ausbildung

gab es auch eine Abschlussfeier mit allem

drum und dran, was in den USA dazu gehört.

Dabei übergab uns der FBI-Direktor

für Geldwäscherei MROS

beim Bundesamt für

Polizei fedpol, bevor sie

während drei Jahren

ebenfalls beim fedpol als

Abteilungs chefin den

Terrorismus bekämpfte.

Seit Juni 2017 ist Judith

Voney Sicherheitschefin

von Langenthal.

persönlich das Abschlussdiplom. Ich habe

in diesen drei Monaten in Quantico sehr viel

gelernt, unter anderem auch über Befragungstechniken

und -taktiken und die Art

und Weise, wie Verhöre geführt werden.

Der Sport war übrigens recht anstrengend,

mit einem 6,1 Meilen langen Hindernislauf

auf der Ma rine Corps Base in Quantico zum

Abschluss.

Profitieren Sie heute noch von diesem

Aufenthalt?

Ja, in erster Linie durch die internationale

Vernetzung. Inzwischen haben mehr als

50 000 Personen aus 170 Ländern und über

7500 Strafverfolgungsbehörden der Welt

diesen Lehrgang absolviert. Dadurch ist so

etwas wie eine riesige Familie entstanden.

Wenn ich etwas aus einem Land wissen will

oder eine Kontaktperson brauche, kann ich

mich an einen Kollegen oder eine Kollegin

aus der FBI National Academy wenden.

Das FBI bezahlt diese Ausbildung. Warum?

Die FBI National Academy vermittelt Wissen

und baut durch ihre Absolventen gleichzeitig

das stärkste Strafverfolgernetz der Welt

auf. Dadurch wird das Netzwerk der bestehenden

FBI Polizeiverbindungsbüros in den

6 s’Positive 11 / 2017


«Ich joggte beim

FBI auch mal mit

dem Direktor

persönlich.»

Im Jahr 2000 absolvierte Judith Voney einen FBI-Lehrgang.

verschiedenen Ländern noch besser unterstützt.

Dennoch ist darauf hinzuweisen, dass

im Rahmen von laufenden Ermittlungen ein

Informationsaustausch unter den Behörden

nur im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben

möglich ist. Nationales Recht hat immer

Vorrang.

Aber wenn Sie in die USA reisen, dann

zeigen Sie bei der Einreise ihren FBI-Ausweis?

Nein, nein, immer meinen Reisepass. Aber

es wird wohl so sein, dass mein Name bei

den Behörden irgendwo im Computersystem

gespeichert ist und mich hoffentlich als unbedenklich

ausweist.

Wie sehen Sie die Polizeiarbeit der

Schweiz im internationalen Vergleich?

Sehr gut. Unsere Polizeiarbeit ist im Vergleich

zum FBI überhaupt nicht rückständig.

Wir dürfen uns im internationalen Vergleich

sehr wohl sehen lassen. Die Transparenz der

Polizeiarbeit ist bei uns sehr hoch und die

Kommunikation über das, was die Polizei

tut, gut. Diese Offenheit ist sehr wichtig, um

zu zeigen, dass die Polizei das Gewaltmonopol

nicht missbraucht.

Stört es Sie, wenn Sie auf Ihre FBI-Mitgliedschaft

reduziert werden?

Nein. Ich kann verstehen, dass das interessant

ist. Aber inzwischen hat sich dies gelegt

und ich werde durch meine Arbeit wahrgenommen.

Sie befassten sich in Ihrer Laufbahn zuletzt

auch mit Terrorismusbekämpfung.

Wie müssen wir uns das vorstellen?

Grundsätzlich sind die kantonalen Strafbehörden

zuständig für gerichtspolizeiliche

Ermittlungen. Ich war damals bei der Bundeskriminalpolizei

(BKP). Der Bund hat nur

in ganz spezifischen Bereichen Ermittlungskompetenz.

So ist die BKP zuständig für die

Verfolgung der grenzüberschreitenden und

komplexen Schwerstkriminalität. Darunter

fallen Straftaten des organisierten Verbrechens,

der grenzüberschreitenden Wirtschaftskriminalität

oder terroristisch motivierte

Straftaten, inklusive deren Finanzierung.

Wir führten also unter der Leitung der

Bundesanwaltschaft Strafverfahren gegen

mutmassliche Terroristen oder terroristische

Organisationen. Letztes Jahr wurden drei

Iraker vom Bundesstrafgericht wegen Verbindungen

zur Terrorgruppe Islamischer

Staat verurteilt. Die gerichtspolizeilichen

Ermittlungen hierfür liefen in meiner Abteilung.

Bei Vorabklärungen arbeiteten wir

«Ich habe in diesen

drei Monaten beim

FBI in Quantico sehr

viel gelernt, unter

anderem auch über

Befragungstechniken.»

unter anderem sehr eng mit dem Bundesnachrichtendienst

zusammen. Auch der entsprechende

internationale Informationsaustausch

lief über meine Abteilung. Wir waren

ungefähr 50 Leute.

Wie gross ist die Bundeskriminalpolizei?

Die verschiedenen Bereiche umfassen insgesamt

einige hundert Mitarbeiter.

Frankreich und Deutschland waren bereits

verschiedentlich von Terrorattacken

betroffen. Wie real ist die Terrorismusgefahr

in der Schweiz?

Sie ist sicher anders als beispielsweise in

Frankreich. Doch die terroristische Bedrohung

ist auch in der Schweiz ein Thema.

s’Positive 11 / 2017 7


JUDITH SELMA VONEY

Ihre Karriere ist beeindruckend. Nach

ihrem Jus-Studium waren sie die erste

Offi zierin der Berner Kantonspolizei, sie

waren beim FBI, sie haben auf Ebene der

Bundeskriminalpolizei massgebend an

der Gestaltung der Geldwäscherei-Gesetze

mitgearbeitet.

Ob Sie mir glauben oder nicht – ich hatte nie

einen Karriereplan. Es hat sich vieles einfach

so ergeben. Ich arbeitete nach Abschluss

meines Studiums auf dem Konkursamt, um

nicht stempeln zu müssen, sagte aber damals

gleich, dass ich wieder gehen würde, sobald

ich etwas anderes fände. Das war dann bereits

zwei Monate später der Fall. Ich hatte

mich bei der Kantonspolizei um eine Stelle

im Rechtsdienst beworben. Beim Bewerbungsgespräch

machte man mich darauf

aufmerksam, dass auch noch eine andere

Stelle als Offizier bei der Kripo offen sei. Dort

bin ich dann gelandet, als erste Offizierin in

einer Linienfunktion bei der Kriminalpolizei.

Als Chefin von lauter Männern?

Das war zuerst etwas ungewohnt. Viele meiner

Mitarbeiter hätten meine Väter sein können.

Ich war nicht nur jung, ich war auch

eine Frau und hatte keinerlei Führungserfahrung.

Doch das war alles kein Problem.

Ich hatte das Glück, dass sich die Polizei in

dieser Zeit öffnete und damit begann, Kaderstellen

auch mit Personal ohne militärische

Führungserfahrung und mit Frauen zu

besetzen.

Warum sind Sie Sicherheitschefin in Langenthal

geworden?

Durch das entsprechende Stelleninserat. Ich

habe eine neue Herausforderung gesucht.

Wenn Sie vorhin sagten, Sie hätten bisher

keinen Karriereplan gehabt, dann dürfte

der Schritt nach Langenthal der erste gezielte

Schritt Ihrer Karriere sein?

So können wir es sagen.

Nun sind Sie ausgerechnet in Langenthal

gelandet. Verzeihen Sie die Frage – aber

«Man darf die

Komplexität der

Arbeit in Langenthal

nicht

unterschätzen.»

sind Sie mit Ihrer Erfahrung für die Position

einer Sicherheitschefin in Langenthal

nicht überqualifiziert?

Die Einschätzung überqualifiziert mag ich

nicht. Sie unterschätzen die Komplexität der

Arbeit hier in Langenthal. Bei der Arbeit hier

ist alles viel direkter, die Angelegenheiten

werden im direkten Gespräch bearbeitet, die

Wege sind viel kürzer als in einer Kantonsoder

Bundesverwaltung. Wenn etwas passiert

oder an uns herangetragen wird, dann

wird zu Recht erwartet, dass wir etwas unternehmen

und wir können nichts auf eine

andere Behörde abschieben.

Und doch die Frage: warum Langenthal?

Ich habe mich ganz bewusst um diese Stelle

in dieser Stadt beworben. Bevor ich mich um

diese Anstellung bemüht habe, erkundete

ich die Stadt zu Fuss und liess sie auf mich

wirken. Ich habe mich hier sofort sehr wohl

gefühlt.

Heute immer noch?

Ja, nach mehr als 170 Tagen im Amt fühle

ich mich immer noch sehr wohl hier.

An was dachten Sie vorher, wenn Sie Langenthal

hörten?

An die hohen Trottoirs wegen des Hochwassers.

Ganz unbekannt war mir Langenthal

übrigens nicht. Meine Grosseltern kommen

aus dem grenznahen Kanton Luzern und

wenn wir von Bern aus zu Besuch kamen,

sind wir durch Langenthal gefahren. Ich

kannte die Stadt auch durch meine Arbeit

bei der Kantonspolizei. Ich leitete damals die

Untersuchungen im Zusammenhang mit

dem Mord an einem Securitas-Wächter.

Wir können salopp fragen: Ist Langenthal

so unsicher geworden, dass es eine FBI-

Agentin als Sicherheitschefin braucht?

Nein, überhaupt nicht. Die Sache mit dem

FBI hat bei meiner Anstellung auch keine

Rolle gespielt.

Aber mit Ihrer Bewerbung haben Sie sicher

offene Türen eingerannt.

Nein, das war ein ganz normales Auswahlverfahren.

Noch nie dürften die Menschen in der

Schweiz und in Langenthal so sicher gewesen

sein wie heute. Und doch gibt es

ein Unsicherheitsgefühl.

Ob wir objektiv tatsächlich so sicher sind wie

noch nie, kann ich nicht mit Bestimmtheit

sagen, da müssten wir schon die Kriminalstatistik

konsultieren. Aber es gibt

das subjektive Gefühl von Unsicherheit

und wir tun alles, um den Menschen in

Langenthal das Gefühl von Sicherheit

zu geben. Es gibt bei uns wie in jeder

Stadt Angstzonen. Schlecht beleuchtete

Strassenabschnitte, der Bahnhof oder dunkle

Nischen bei Gebäuden, wo man nie weiss,

ob auf einmal jemand aus der Dunkelheit

hervorspringt.

8 s’Positive 11 / 2017


ZUSATZINFOS

FBI, CIA, KGB – was steckt hinter diesen Bezeichnungen?

Die drei Polizei- und Geheimdienstorganisationen

FBI, CIA

und KGB sind durch zahllose

Romane und Filme zu weltweiten

Marken mit einem geradezu

legendären Ruf geworden.

Was steckt dahinter?

FBI

Das «Federal Bureau of Investigation»

(FBI) ist die zentrale,

direkt dem Justizministerium

unterstellte Sicherheitsbehörde

der USA. Also die US-Bundespolizei.

Das FBI ist einerseits

eine schlagkräftige, moderne

Bundes-Polizeitruppe,

die Verbrecher landesweit jagt

und für Recht und Ordnung

sorgt.

Das FBI wird von den Polizeibehörden

der einzelnen Bundesstaten

oft für schwierige

Fälle herangezogen. Es betreibt

andererseits auch den

Inlandgeheimdienst und geht

in geheimen Ermittlungen gegen

echte und vermeintliche

Spione und Terroristen vor. Im

Interesse der nationalen Sicherheit

kann es dabei auch zu

Rechtsbeugung und Rechtsbruch

kommen.

Die Gründung erfolgte bereits

1908. Das FBI wie wir es heute

kennen, hat der legendäre

Edgar J. Hoover aufgebaut. Er

führte «das Büro» vom 1924

bis zu seinem Tode im Jahre

1972. Er verfügte über so viele

Informationen über alle

wichtigen Persönlichkeiten,

dass er in seinen besten Zeiten

als mächtigster Mann der

mächtigsten Nation der Welt

galt. Allerdings geriet er dadurch

auch in den Schwefelgeruch

des Machtmissbrauchs.

Das FBI gilt als effizienteste,

modernste und bestvernetzte

Polizeibehörde der Welt. Seit

1945 betreibt das FBI weltweit

Auslandsbüros. Heute sind es

64 Aussenstellen und mehrere

Dutzend kleinere Auslandsstandorte.

So deckt das FBI

mehr als 200 Länder, Territorien

und Inseln ab. In Deutschland,

der Schweiz und Österreich

sind die FBI-Beamten mit

Zustimmung des Gastlandes in

den US-Botschaften stationiert.

Seit 1972 werden Polizeioffiziere

aus vielen Ländern zu einem

dreimonatigen Weiterbildungskurs

in die FBI-Eliteschule

(«FBI Academy») eingeladen,

«das Büro» übernimmt alle

Kosten. Alle Absolventinnen

und Absolventen werden formell

FBI-Mitglieder. So ist ein

globales Informationsnetz mit

über 40 000 Personen entstanden.

Langenthals Sicherheitschefin

gehört nach der Absolvierung

der FBI-Akademie sozusagen

zum exklusivsten

«Polizei-Verein» der Welt. Das

FBI operiert ausschliesslich im

Land selber und ist nicht mit

der nicht weniger legendären

CIA zu verwechseln.

CIA

Die CIA «Central Intelligence

Agency» ist 1947 aus dem FBI

hervorgegangen und eine

selbständige Organisation, die

auch Weisungen direkt vom

US-Präsidenten bekommt. Die

CIA ist der Auslandgeheimdienst

der USA und beschafft

nicht nur geheime Informationen.

Sie mischt sich durch Geheimoperationen

auch in die

inneren Angelegenheiten anderer

Länder ein.

KGB

Bis zum Ende des «Kalten

Krieges» (1991) war der ebenfalls

weltweit operierende sowjetische

Geheimdienst KGB

(vollständige Deutsche Bezeichnung:

«Komitee für

Staatssicherheit beim Ministerrat

der UdSSR») der grosse

Gegenspieler des US-Amerikanischen

CIA.

In so manchem Spionageromanen

und -filmen bekämpfen

sich CIA- und KGB-Agenten.

Seit der Auflösung der Sowjetunion

(1991) gibt es das KGB

nicht mehr. Die Nachfolge-Organisation

heisst FSB («Föderaler

Dienst für Sicherheit der

Russischen Föderation»). Der

FSB operiert jedoch im Gegensatz

zum KGB nur noch innerhalb

Russlands und nicht mehr

weltweit. Dies übernehmen die

Dienste GRU und SWR.

Was tun Sie konkret in diesem Bereich?

Wir versuchen, das Sicherheitsgefühl zu verbessern.

Wir fordern dafür nicht nur präventive

Polizeipräsenz an. Wir haben dafür auch

die SIP-Patrouillen (SIP = Sicherheit, Intervention,

Prävention – die Red.). Sie sind im

öffentlichen Raum präsent und sprechen

Personen an, die durch ihr Verhalten auffallen.

Diese SIP-Patrouillen sind sehr gut vernetzt

und arbeiten eng mit den städtischen

Stellen respektive Behörden zusammen und

ziehen bei Bedarf die Kantonspolizei bei.

Jede Woche setzen wir uns zusammen, um

die Situation zu analysieren und auch um

festzustellen, wo wir Unterstützung, auch

aus der Politik, brauchen. Wir arbeiten beispielsweise

auch mit den Baubehörden zusammen

um dunkle Nischen bei Gebäuden

zu vermeiden.

Kommen Sie also aufgrund Ihrer täglichen

Arbeit zum Schluss, dass Langenthal eine

sichere Stadt ist?

Beantworte ich diese Frage mit ja, und am

nächsten Tag passiert etwas, dann würde

«Bevor ich mich um diese Anstellung bemühte,

erkundete ich die Stadt zu Fuss und liess sie auf

mich wirken. Ich fühlte mich sofort wohl.»

man mir wohl Weltfremdheit vorwerfen.

Tatsächlich habe ich aber bei Langenthal ein

sehr gutes Gefühl.

Wo sehen Sie trotzdem Handlungsbedarf?

Wir dürfen keine offene Drogenszene dulden.

Das würde das subjektive Sicherheitsgefühl

beeinträchtigen. Wir können auch

durch Aufklärung zur Sicherheit beitragen.

Wenn Sie beispielsweise in Facebook detailliert

Ihre Ferienpläne ausbreiten und ankündigen,

von wann bis wann Sie weg sind, dann

erhöhen Sie das Einbruchsrisiko.

Stichwort offene Drogenszene. Gibt es die

in Langenthal?

Von einer offenen Drogenszene können wir

nicht sprechen. Aber es gibt Szenengänger.

Das gehört wohl zu jeder Stadt. Hier setzen

wir mit den SIP-Patrouillen an und bei Straftaten

kommt natürlich die Kantonspolizei

zum Einsatz.

Sie waren bei der Kripo, sie haben sich auf

Bundesebene mit Terrorbekämpfung und

Geldwäscherei befasst. Ihre Aufgabe hier

im sicheren Langenthal ist im Vergleich

dazu doch recht unspektakulär.

Das höre ich tatsächlich immer wieder. Früher

war ich Spezialistin und nun bin ich in

Langenthal spezialisierte Generalistin. Ich

s’Positive 11 / 2017 9


JUDITH SELMA VONEY

«Ich bin in

Langenthal die

spezialisierte

Generalistin.»

bin Amtsvorsteherin und Polizeiinspektorin

in einer Person und decke Führungs- wie

Fachverantwortung in einem ab. Der juristische

Fachbereich beispielsweise, den ich

heute abdecke, ist viel breiter und nebst

kommunalen Rechtsgrundlagen muss ich

stets auch das kantonale sowie Bundesrecht

im Auge haben. Das ist eine spannende Herausforderung.

Aber Sie haben im Gegensatz zu Ihren

früheren Tätigkeiten beim Kanton und

beim Bund keine Polizeigewalt mehr?

Das ist richtig. Das Gewaltmonopol liegt ausschliesslich

bei der Kantonspolizei, nicht bei

der Gemeinde. Nur ein Polizist darf beispielsweise

jemanden dazu anhalten, sich auszuweisen.

Ein Vertreter der Gemeindebehörde

darf das nach heutiger Gesetzgebung nicht,

das heisst, er darf zwar freundlich nach dem

Namen fragen, worauf ihm jedoch nur freiwillig

geantwortet werden muss.

Wenn wir immer wieder auf Ihre Arbeit

bei der «richtigen» Polizei zu sprechen

kommen, werden wir Ihrer Aufgabe als

Sicherheitschefin wohl nicht ganz gerecht.

So ist es. Im Amt für öffentliche Sicherheit

sind wir zuständig für Ruhe und Ordnung

auf Gemeindegebiet und wenn wir mit unseren

Mitteln nicht zum Ziel kommen, dann

«Ich muss mich in die

Materie vertiefen und

mich um das Zusammenspiel

zwischen

Behörden und Politik

kümmern.»

können wir die Kantonspolizei heranziehen.

Wir sind eine Autoritätsbehörde und gleichzeitig

eine Dienstleistungsstelle. Unser Aufgabengebiet

ist umfassend: Der Fachbereich

Polizeiinspektorat ist unter anderem zuständig

für die Amts- und Vollzugshilfe, für die

Kontrolle des ruhenden Verkehrs, für das

Markt- und Taxiwesen, für Bewilligungsverfahren

im Gastgewerbe sowie für die Signalisation

und Strassenmarkierungen auf Gemeindegebiet.

Bei der Signalisation und

Umleitung von Baustellen sind wir besonders

nahe beim Bürger und wir versuchen die Aufgabe

so zu lösen, dass möglichst wenig Staus

entstehen, die Wege kurz bleiben und der

Baustellenbetrieb reibungslos funktioniert.

Dies ist manchmal nicht so einfach. Wir sind

weiter Bewilligungsinstanz für die Benutzung

von öffentlichem Grund bei Veranstaltungen

und zuständig für das Einbürgerungswesen.

Der Fachbereich Einwohnerdienste

mit dem Bestattungswesen sowie der Fachbereich

Zivilschutz, Feuerwehr und Quartieramt

sind weitere wichtige Betätigungsfelder

des Amtes für öffentliche Sicherheit.

Sie sind letztlich an vorderster Front dafür

verantwortlich, wie Gesetze und Verordnungen

«von oben», vom Bund und vom

Kanton, aber auch Verordnungen der Gemeinde

beim Bürger umgesetzt werden.

Darin liegt wohl eine ganz besondere Herausforderung.

Dafür muss ich hinstehen und das Amt führen.

Das ist zwar sehr anspruchsvoll, aber

es fällt mir umso leichter, weil ich hier ein

ganz tolles und kompetentes Team vorgefunden

habe. Die Arbeit macht mir jeden

Tag grosse Freude. Für eine massvolle Umsetzung

muss ich mich in die Materie vertiefen

und mich auch um das Zusammenspiel

zwischen Behörden und Politik kümmern.

Ich habe ja zwei Vorgesetzte: einerseits den

Stadtschreiber und andererseits den Ressortvorsteher

für öffentliche Sicherheit. Dabei

helfen mir die Erfahrungen aus meiner

Arbeit auf der Ebene des Kantons und des

Bundes.

10 s’Positive 11 / 2017


ZU VERMIETEN

(ganz oder teilweise)

• Produktionsräume/Büroräume/

Lagerräume

• Totale Nutzfläche 5000 m 2

• 2 Anpass-Rampen

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• Autobahnanschluss A1 Niederbipp

• Nahe Bahnhof Bannwil

Niederbipp

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Kanton Bern

5 Minuten

mit dem Auto

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Bannwil

Kanton Solothurn

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Tel. 079 431 56 42


JUDITH SELMA VONEY

Wenn wir uns nicht irren, hat Langenthal

ein Ortspolizeireglement von 1972. Planen

Sie eine Überarbeitung? Sie hätten

dabei viel Gestaltungsmöglichkeiten.

Richtig. Im Jahr 2019 tritt voraussichtlich

das neue kantonale Polizeigesetz in Kraft.

Wir werden dann auch die gesetzlichen Vorgaben

haben, die wir in einem neuen Ortspolizeireglement

zu berücksichtigen haben.

Gleichzeitig werden wir das Reglement

grundlegend an die heutigen Bedürfnisse

anpassen.

«Heute würden wir

das Verbot der Notdurftverrichtung

an bestimmten

Orten etwas allgemeiner

formulieren.»

«Ich bin nicht an

einem politischen

Amt interessiert

und in keiner

Partei.»

1972 ist ja schon lange her. Da hatten viele

noch einen Schwarz-Weiss-Fernseher

und es gab weder Internet noch Handys.

Mussten Sie beim Durchlesen des Reglements

auch schon mal schmunzeln?

Ja, ab und zu. Es gibt beispielsweise Formulierungen

die nicht mehr zeitgemäss sind.

Beispielsweise würden wir heute das Verbot

der Notdurftverrichtung an bestimmten Orten

in etwas allgemeinere Worte fassen. Es

wird darum gehen, das neue Ortspolizeireglement

so zielführend auszuarbeiten,

dass es die Bedürfnisse für Ruhe und

Ordnung auf Gemeindegebiet abdeckt,

pragmatisch ist, eine breite Zustimmung

findet und schlussendlich vom

Stadtparlament genehmigt wird.

Sie haben schon mit «hohen Tieren»

auf nationaler und internationaler Ebene

gearbeitet. Nun sind Ihre Verhandlungspartner

lokale Grössen. Schüchtern

Sie mit Ihrer internationalen Erfahrung

und Ihrer FBI-Ausbildung nicht manchmal

Ihre Gesprächspartner ein?

Wenn das so sein sollte, dann hat sich die

Aufregung schnell gelegt. Für mich selber

spielt es keine Rolle, wer mir gegenüber sitzt.

Alle haben ein Recht darauf, aufmerksam

angehört zu werden, alle dürfen von unserem

Amt eine gute Dienstleistung erwarten

und Inputs geben. Mir ist der direkte Kontakt

mit der Bevölkerung sehr wichtig.

Wenn mir in Langenthal etwas nicht passt,

dann kann ich mich beispielsweise per E-

Mail direkt an Sie wenden?

Ja, ich lese alle Mails, die bei uns eingehen.

Es kann jedoch sein, dass ich nicht jede Anfrage

selber beantworte, sondern an meine

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Bearbeitung

weitergebe.

Sie haben die Polizeiarbeit auf kantonaler,

nationaler und internationaler Ebene kennen

gelernt. Nun sind Sie Vorsteherin des

Amtes für öffentliche Sicherheit und Polizeiinspektorin

von Langenthal. Es gäbe

für Sie nun ein nächstes Karriere-Ziel.

Was meinen Sie?

In die Politik einsteigen und die erste

Stadtpräsidentin von Langenthal werden.

Nein, nein. Ich bin nicht an einem politischen

Amt interessiert und bin auch nicht

in einer politischen Partei. Ich setze zusammen

mit unserem Team lieber pragmatisch

um, was uns das Gesetz und die Politik vorgeben.

Ich habe es schon einmal erwähnt

und sage es gerne noch einmal: Ich habe

ganz tolle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

und die Chefin kann nur so gut sein wie ihr

Team. Wir haben ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl,

die gegenseitige Hilfsbereitschaft

ist gross und ich fühle mich sehr

wohl hier. Langenthal ist eine pulsierende

Stadt mit sehr guten Zukunftsperspektiven

und ich freue mich, dass ich diese Zukunft

mitgestalten darf.

12 s’Positive 11 / 2017


WISSEN

Wie gehen wir mit

Niederlagen um?

Niederlagen

Einen Fehler gemacht zu haben, empfinden wir immer als

Niederlage. Dabei sind es gerade die Fehler, aus denen wir lernen,

die uns reifer werden lassen und uns weiterbringen.

TEXT: BRUNO WÜTHRICH

Stellen wir uns vor, unser Kind will

ohne nach links oder nach rechts zu

schauen über die Strasse rennen.

Wir müssen es stoppen. Keinesfalls

dürfen wir es diesen Fehler begehen

lassen. Es könnte in seinem jungen Leben

bereits sein letzter Fehler sein.

Weniger eindeutig ist der Fall, wenn wir

unserem Kind beim Jassen über die Schulter

schauen. Es hat ein gutes Blatt in der Hand

und könnte gewinnen. Wir sehen jedoch,

dass es eine falsche Karte spielen will und

damit einen Fehler machen würde, der den

Sieg gefährdet. Was machen wir? Wir könnten

nun das Kind vor dem Fehler bewahren

Aus Fehlern lernen zu wollen,

ist gesellschaftlich nicht immer

akzeptiert. Chirurgen, Piloten

und Fluglotsen sollten möglichst

fehlerfrei arbeiten.

und ihm das Glücksgefühl des Gewinnens

ermöglichen. Oder wir könnten es den Fehler

machen lassen in der Hoffnung, dass es

daraus lernt.

Welcher Weg ist der bessere? Darüber

streiten sich Eltern, Erzieher und Psychologen.

Die eine Seite meint, aus Schaden wird

man klug und fordert mehr Mut zu Fehlern.

Die andere hält möglichst viele Erfolgserlebnisse

für den klügeren und besseren Weg.

Unstrittig ist jedoch, dass wir von Kindesbeinen

an aus Fehlern, die wir begehen, lernen.

Niemandem bleiben Fehler erspart. Oder

sind Fehler eventuell sogar göttlich? Folgender

Witz nimmt sich die Schöpfungsgeschichte

der Bibel zur Brust: «Warum stellte

Gott dem von ihm geschaffenen Adam das

Weib Eva als bessere Hälfte zur Seite? Antwort:

Weil er sah, was er mit der Erschaffung

des Mannes angerichtet hatte.» Hatte der

Schöpfer etwa aus seinen Fehlern gelernt?

So falsch ist das gar nicht. Schliesslich ist

die Evolution ein ewiger Wechsel von Versuch

und Irrtum. Gene mutieren. DNA sortiert

sich neu. Falsche Verbindungen

gehen zugrunde,

bessere entwickeln sich fort.

Die Evolution korrigiert ihre

Irrtümer. Doch aus Fehlern

lernen zu wollen, ist gesellschaftlich

nicht immer akzeptiert.

In vielen Situationen

möchten wir, dass keine Fehler

geschehen. Chirurgen,

Piloten und Fluglotsen sollten

möglichst fehlerfrei arbeiten.

Auch bei Handwerkern, Politikern und Lebenspartnern

haben wir Schwierigkeiten,

wenn diese Fehler begehen.

Und doch gibt es Situationen, in denen

Fehler geradezu notwendig sind; etwa im

Unterricht, bei Erfindungen, bei kreativen

Lebenssituationen. Hier wird die ganze

Zwiespältigkeit des Themas sichtbar. Auf

der einen Seite sollen wir Fehler vermeiden

und sie bekämpfen, auf der andern Seite

sollen wir aus Fehlern lernen. Wie geht das

zusammen? Die Geschichte der Menschheit

ist eine Geschichte des Überwindens von

Irrtümern und Fehlhandlungen. Vieles, was

Kinder lernen, wird überhaupt erst sichtbar

und bedeutungsvoll, weil sie es zuerst falsch

machen. Wir können also aus eigenen und

fremden Fehlern lernen. Wir können das

Richtige aus dem Falschen herausarbeiten.

Doch warum tun wir es oft nicht?

ES GIBT DREI MÖGLICHKEITEN,

AUS FEHLERN ZU LERNEN:

Der Fehler lässt uns auf der Stelle

1

treten. Das negative Ereignis lässt

demzufolge keine Veränderung entstehen.

Wir stehen wieder da, wo wir angefangen

haben. Die Folge ist eine Mischkalkulation,

ob und wie wir die Methode der Wahl das

nächste Mal wieder nutzen.

Durch den Fehler entstehen negative

2

Konsequenzen. Wir sind also danach

schlechter dran als zuvor. Das ist der Grund,

warum wir uns vor Konflikten und Herausforderungen

oft so fürchten und sie vermeiden

wollen.

Der Fehler macht uns stärker und

3

fähiger als vorher. Wir suchen das

Positive daran und machen es zu unserem

Vorteil, wenn die gleiche oder eine ähnliche

Situation erneut auftritt. Wir sehen die Fehler

als etwas Gutes und Hilfreiches. Wir brauchen

unbekannte Situationen nicht zu meiden.

Im Gegenteil: Wir suchen und provozieren

sie sogar.

Foto: shutterstock.com/pathdoc

14 s’Positive 11 / 2017


Nach dem Ärger

folgt oft die

Erkenntnis, dass

Fehler auch etwas

Gutes haben können.


WISSEN

In der Chirurgie

sind keine Fehler

erlaubt.

LIEBER LEUGNEN ALS ZUGEBEN

Der kanadische Lehrer Laurence J. Peter

(1919–1990) ist der Erfinder des nach ihm

benannten Peter-Prinzips. Er sagt: «Fehler

vermeidet man, indem man Erfahrung sammelt.

Erfahrung sammelt man, indem man

Fehler begeht.» Doch Peter ist sich auch der

Grenzen seines Prinzips bewusst: «In Hierarchien

steigt jeder bis zu dem Punkt auf, an

dem der Einzelne nicht mehr in der Lage ist,

aus seinen Fehlern zu lernen.» Wer sich trotzdem

auf seinem Posten halte, profitiere möglicherweise

von den Fehlern anderer.

Untersuchungen der Erlanger Psychologieprofessorin

Andrea Abele-Brem zeigen,

wie Politiker mit Erfolgen und Misserfolgen

umgehen. Demnach schreiben Sieger von

Wahlen und Abstimmungen ihren Erfolg der

eigenen Partei und deren Kandidaten zu,

während die Verlierer die Verantwortung

ausserhalb ihrer Organisation suchen. Zum

Beispiel könnte das Wetter ihre Klientel vom

Gang an die Urne abgehalten haben, oder

die Vorlage sei zu kompliziert gewesen oder

der Gegner habe unfair gekämpft. Nur selber

schuld sein will man nicht.

Ignoranz und Schönfärberei oder Selbstkritik

und Ehrlichkeit? Zu welcher Seite wir

neigen, hängt nicht nur von unserer Persönlichkeit

ab, sondern von der Fehlerkultur

unseres Umfeldes oder der Gesellschaft, in

der wir uns befinden. Um die sei es schlecht

bestellt, beklagt der Gesellschaftswissenschaftler

Heinz Bude. Vor allem die Generation

der 40-Jährigen lähme sich selbst – aus

Angst vor Fehlern. Bude nennt diese Menschen

in den besten Jahren «Generation Null

Fehler». Jeder will in jeder Hinsicht möglichst

perfekt sein. Um diese Perfektion nicht

zu gefährden, würden sie nichts wagen.

Ohne Fehler aber ist der Stillstand angesagt.

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Es fällt uns schwer, zwischen richtig und

falsch zu unterscheiden, da wir Fehler nicht

zulassen und damit ein ausgewogenes Bewusstsein

zu «richtig und falsch» kippen

kann. Dagegen bringt uns das schmerzhafte

Gefühl, einen Fehler gemacht zu haben, auf

den Boden der Realität zurück und lässt uns

eigene oder von Dritten beschriebene Lebenssituationen

viel realistischer und ehrlicher

erkennen. Begangene Fehler helfen zu

objektivieren und Situationen besser zu Beurteilen.

Voraussetzung ist, dass wir die positive,

und nicht nur die schmerzliche Seite

des Fehlers sehen.

TEUER UND UNANGENEHM

Fehler können teuer werden. Doch nicht

alle werden es. Unser Körper reagiert sehr

unangenehm auf Fehler. Neurowissenschaftler

haben festgestellt, dass unser Gehirn

mit ganz speziellen Signalen reagiert,

wenn wir uns irren. Frustration, Demütigung,

Schuldgefühl und Entmutigung sind

nur einige Auswirkungen dieser Signale. Die

Angst, sich eventuell blamiert zu haben, und

die daraus resultierende Scham verstärken

diesen Rückzugeffekt und die Ablehnung

der Wahrheit.

Der frühere BP-Chef tat sich im Juni 2010

schwer, zuzugeben, einen Fehler begangen

zu haben. Fragen der US-Abgeordneten wich

er aus oder beantwortete sie nicht richtig.

Die Ursache für die Ölkatastrophe blieb vorerst

ungeklärt. Die Scham war grösser als die

Verpflichtung zur objektiven Aufklärung des

Sachverhaltes. Dies ist ein typisches Verhalten

in Situationen, in denen dem Betroffenen

klar wird, dass er einen Fehler gemacht hat.

Die Belastung für unser Erfahrungsgedächtnis

ist so gross, dass wir lieber leugnen

oder dementieren. Dabei würde ein positiverer

Umgang mit Fehlern allen Beteiligten

helfen. Nötig ist jedoch eine veränderte Einstellung

unser Gesellschaft gegenüber Fehlern.

Fehler zuzugeben darf nicht in Scham

und am Pranger enden, sondern muss positiv

gewürdigt werden. Fehler sind zwar unangenehm

und können belastend sein. Sie

weisen uns aber auch den Weg, um künftig

das Richtige zu tun.

NEGATIVES WISSEN UNERWÜNSCHT

Ironischerweise spielt beim Lernen negatives

Wissen eine zentrale Rolle. Das Wissen über

Dinge, die nicht zielführend sind oder nicht

den gewünschten Erfolg bringen, ist genauso

wichtig wie das Wissen über funktionierende

Vorgehensweisen. Lernforscher begründen

dies damit, dass wir beim Bewusstwerden

von negativem Wissen – also bei

Fotos: shutterstock.com/Michael Rosskothen/Sisacorn/Samrith Na Lumpoon

16 s’Positive 11 / 2017


Fehlern – gleichzeitig auch ein Bedürfnis

oder einen automatischen Impuls für das

Richtige auslösen. Was richtig ist, wird uns

bewusst, wenn wir frei von Blockaden unser

negatives Wissen verarbeiten. Damit bilden

Fehler einen Beitrag für die Entwicklung

unserer Willensstärke.

Erst durch die Erfahrung beider Seiten

gelingt es uns, einen freien Willen zu entwickeln

und damit gute Entscheidungen zu

treffen. Oftmals liegen wir mit unseren Urteilen

falsch, weil wir die negativen Erfahrungen

nicht zulassen. Komplexe Zusammenhänge

werden erst durch die Kombination

von positivem und negativem Wissen

entflochten und damit lösbar. Somit ist Erfahrungswissen,

das wir durch Fehler gewonnen

haben, ein wesentlicher Erfolgstreiber

in unserer Entscheidungsfindung. Diesen

Motor sollten wir unbedingt intensiver nutzen.

Vor allem aber sollten wir ihn zulassen.

FALSCHE FEHLERKULTUR BLOCKIERT

Wer aus Fehlern lernen will, braucht ein Umfeld,

das dies zulässt. Wenn wir uns in einer

Fehlerkultur bewegen, bei der Fehler als

Versagen oder als Misserfolg dargestellt werden,

können wir das Lernen durch negatives

Wissen nur eingeschränkt zulassen. Zwar ist

die Suche nach Schuldigen ebenso legitim

wie das Streben nach Vollkommenheit. Doch

ein altes Sprichwort besagt: Wer glaubt, er

wäre perfekt, hört auf, es zu werden.

Wenn wir lernen, das Unvollkommene in

uns zu akzeptieren, erzeugen wir damit eine

positive Fehlerkultur sowohl in der Gesellschaft

als auch in Unternehmen. Die freie

Kommunikation und der kontinuierliche Austausch

über Fehler schafft die Basis für einen

angstfreien Dialog. Unternehmen, die gelernt

haben, diesen angstfreien Dialog aufzubauen,

sind nachweislich erfolgreicher. Wie viel wir

lernen, ist auch abhängig von der Art und

Wenn wir lernen, das Unvollkommene

in uns zu akzeptieren,

erzeugen wir damit eine positive

Fehlerkultur sowohl in der Gesellschaft

als auch im Unternehmen.

Weise unseres Umgangs mit Fehlern. Das

Lernen aus Fehlern ist eine Chance, als Persönlichkeit

zu reifen. Doch wir Menschen

definieren uns immer im Vergleich zu anderen.

Dem sozialen Wesen Mensch ist dies

quasi angeboren und es prägt unser Verhalten.

Wir schöpfen Kraft aus den Vergleichen

mit anderen und entwickeln klare Zielvorstellungen,

was wir wollen. Dies funktioniert

jedoch nur dann, wenn die Vergleiche aus

unserer Sicht nicht zu negativ ausfallen. Stellen

wir fest, dass alle um uns herum besser,

klüger oder vermögender sind, wird aus dieser

positiven Motivationskraft schnell ein Tal

der Tränen. Selbstzweifel entstehen und

Unsicherheit macht sich breit. Uns beschleicht

die Sorge, nicht alles Erdenkliche

erreicht zu haben. Wir wollen immer mehr,

auch wenn wir unsere Möglichkeiten längst

überschritten haben. Unsere Risikobereitschaft

steigt so weit, dass wir körperliche

oder psychische Schäden in Kauf nehmen.

Wir nehmen die Umwelt nur noch im

Blickwinkel dieses Soll-Ist-Vergleiches wahr

und erkennen damit nur unsere scheinbare

Unzulänglichkeit. Krisen, Irrtümer und Fehler

werden dann zur Bestätigung der Diskrepanz

zwischen dem aktuellen Stand (so bin

ich), dem idealen Zustand (so möchte ich

sein) und dem Soll-Zustand (das erwarten

andere von mir). Lernen ist dabei nicht möglich,

denn diese Zweifel und Abwägungen

verbrauchen Kraft und positive Stimmungen.

Im Zeitalter der sozialen Netzwerke breitet

sich dieses Syndrom virusartig aus. Jeder

kann bei jedem erkennen, wo er dem Soll-

Zustand scheinbar nicht gerecht wird. Der

Wunsch nach mehr wächst, was eine Casting-Show

nach der anderen entstehen lässt.

Jeder glaubt, alles schaffen zu können,

gleichgültig zu welchem Preis. Ich muss nur

auf mich vertrauen und hartnäckig sein.

Niederlagen werden nicht als Lernplattform

akzeptiert, sondern schöngeredet oder verharmlost.

Und genau hier

liegt das Problem. Wer sich

nicht bewusst mit seinen

Niederlagen beschäftigt,

wird auch nicht erfolgreich

sein können. Die Jagd nach

dem Unmöglichen und den

unbegrenzten Möglichkeiten

versperrt den Blick auf

das Machbare.

Dabei ist es so einfach.

Wir sind nicht nur erfolgreich,

wenn wir siegen, sondern auch, wenn

wir aufgeben. Gerade im Aufgaben erkennen

wir unsere Grenzen und wir schärfen den

Blick auf unsere Potenziale. Man verliert

keine Energie durch das unbedachte Nacheifern

von Vorbildern oder das Verfolgen von

unerreichbaren Zielen. Man wird weniger

neidisch und zufriedener. Oft eröffnet sich

uns erst dann ein neuer Weg, wenn wir erkannt

haben, dass der alte Weg nicht erfolgreich

sein wird.

Quellen:

PM-Magazin, http://tomoff.de/5-schritteaus-fehlern-zu-lernen/

https://leben-ohne-limit.com/6383/ausfehlern-lernen/

www.profi-l.info

Viele erfolgreiche Geschichten basieren auf

Irrtümern. So entdeckte Christoph Kolumbus

1492 nicht Indien, sondern Amerika.

Die Forschung

kann nicht

ohne Fehler.

s’Positive 11 / 2017 17


WUSSTEN SIE SCHON

WAHRHEIT ODER MYTHOS:

Sind Rothaarige wehleidiger?

Ungefähr zwei Prozent aller Menschen sind

rothaarig. In Grossbritannien und Irland ist

diese Haarfarbe am weitesten verbreitet.

Über die Rothaarigen rankten sich schon immer

viele Gerüchte und Mythen. Sie würden

zum Beispiel stärker bluten. Doch dies stimmt

nicht. Ein anderes Gerücht stimmt jedoch:

Studien der University of Louisville und der

Universität Aalborg weisen nach, dass Menschen

mit roten Haaren tatsächlich ein anderes

Schmerzempfinden haben. Unter anderem

sind sie erheblich kälteempfindlicher.

Schon bei 6 Grad Celsius spüren sie Kühlschmerzen

auf der Haut. Diese setzen bei

Menschen anderer Hautfarbe erst bei 0 Grad

ein. Auch leiden Rothaarige stärker an Zahnschmerzen

und reagieren weniger gut auf

Schmerz- und Betäubungsmittel. Sie benötigen

im Schnitt eine bis zu 20 Prozent höhere

Dosis, um unempfindlich zu werden.

Es gibt aber auch einen Schmerz, den

Rothaarige deutlich besser aushalten als

Menschen mit anderer Haarfarbe: Sie können

schärfer essen. Die schmerzauslösende

Fettsäure Capsaicin, die über die Mundschleimhäute

in den Körper eindringt, spüren

Rothaarige weniger. Forscher versuchen

derzeit, den Grund dafür nachzuweisen. Sie

vermuten ihn im Gen MC1R, das auch für

die Rothaarigkeit verantwortlich ist.

WUSSTEN

SIE SCHON?

1

18 s’Positive 11 / 2017


2

ÄNDERNDE PARADIGMEN

Haben ältere Mütter schlauere Kinder?

«Je jünger die Mutter, desto besser.» Es ist

noch gar nicht lange her, da war man von

dieser Weisheit überzeugt. Denn junge Frauen

gelten sowohl physisch als auch psychisch

als belastbarer. Studien schienen zudem zu

belegen, dass die Kinder älterer Mütter einem

erhöhten Krankheitsrisiko ausgesetzt seien.

Man ging von häufigernen Krankheiten wie

Bluthochdruck, Diabetes oder gar Alzheimer

aus. Neuere Studien zeigen nun aber, dass

solche Risiken vom Einzelnen abhängig sind.

Jetzt gibt es auch die gegenläufige Meinung.

Kinder älterer Mütter sollen sogar Vorteile

haben. Studien des Max-Planck-Instituts für

demografische Forschung in Rostock und der

London Scool of Economics zeigen: Solche

Kinder sind durchschnittlich nicht nur gesünder

und grösser, sie schreiben auch in der

Schule bessere Noten und beginnen häufiger

ein Unistudium als Kinder junger Mütter. Das

scheint soziale Gründe zu haben. Denn ab

etwa 35 Jahren verfügen Frauen und ihre

Familen oft über ein höheres Einkommen

und ein stabileres Umfeld. Sie haben sich

eine längere und bessere Ausbildung erarbeitet,

was in Industriestaaten häufig der Grund

für eine späte Mutterschaft ist. Davon profitieren

die Kinder. Sie werden häufig von ihren

gut ausgebildeten Müttern gleichfalls zu

einer guten Ausbildung motiviert.

WENIGER DIABETES:

Helfen aufgewärmte Nudeln?

3

Fotos: shutterstock.com/Oksana Kuzmina/Shyshak Roman

Nudeln und Reis lassen unsern Blutzuckerspiegel

rasant in die Höhe schnellen. Denn

die Stärke- bzw. Kohlenhydratmoleküle werden

durch den Garprozess aufgebrochen. Sie

werden im Körper blitzschnell zu Zucker.

Anders sieht es aus, wenn die Nudeln noch

in der Packung sind. Rohe Nudeln sind wie

rohe Kartoffeln oder ungekochter Reis unverdaulich.

Sie enthalten «resistente Stärke»,

die sich nicht so ohne Weiteres in ihre Einzelteile

zerlegen lässt.

Es sei denn, man kocht sie. Lässt man die

gekochten Nudeln erkalten, bleiben sie geniessbar,

obwohl ein Teil der Stärke wieder

in resistente Stärke zurückverwandelt wird.

Dies hat bemerkenswerte Folgen für unseren

Stoffwechsel. Die abgekühlte Sättigungsbeilage

enthält wieder unverdauliche Anteile,

auch «Ballaststoffe» genannt. Tatsächlich

steigt der Blutzuckerspiegel deutlich langsamer

an, wenn man die kalten Reste isst,

als wenn man sich eine frisch zubereitete,

dampfende Portion genehmigt. Noch besser

ist es, die abgekühlten Nudeln wieder aufzuwärmen.

Die britische Ernährungswissenschaftlerin

Denise Robertson konnte in einem praktischen

Versuch aufzeigen, dass dies der Königsweg

zur gesunden Sättigungsbeilage

sein könnte. Nach dem aufgewärmten Reste-Essen

hatten die Testteilnehmer nur halb

so viel Zucker im Blut wie nach der frisch

gekochten Nudelmahlzeit. Je weniger Zucker

ins Blut gelangt, desto weniger Insulin

muss die Bauchspeicheldrüse ausschütten.

Deshalb ist die Variante mit den aufgewärmten

Nudeln ein echter Gesundheitsjoker.

Denn wenn auf die Dauer immer wieder

Insulin im Überfluss erforderlich ist, um die

Blutzuckersituation unter Kontrolle zu halten,

droht Typ-2-Diabetes. Dies, weil die

Zellen gegen das Hormon unempfindlich

werden können.

s’Positive 11 / 2017 19


HISTORY

Das blutige Ende

in Herzogenbuchsee

Vor 364 Jahren ging der Bauernkrieg mit dem Rückzugsgefecht

von Herzogenbuchsee zu Ende. Der Oberaargau spielte in dieser

Auseinandersetzung eine zentrale Rolle, ohne die die Schweiz

wahrscheinlich nicht ein basisdemokratischer, föderalistischer

Staat geworden wäre.

TEXT: KLAUS ZAUGG

Warum Krieg? Wirtschaftliche Probleme

spielten eine wichtige Rolle. Von 1618 bis

1648 verheerte der Dreissigjährige Krieg

Europa. In Gegenden, die wir heute als

Deutschland kennen, herrschte jahrelang eine grosse

Lebensmittelknappheit. Die Schweiz blieb von diesem

grossen Krieg verschont und profitierte. Die eidgenössische

Landwirtschaft rockte: Getreide, Fleisch, Milch und

Wein wurden immer teurer. Nie zuvor und nie mehr

seither war die Landwirtschaft so rentabel wie in diesen

«goldenen Zeiten». Gerade der Oberaargau mit

seiner leistungsfähigen Bauernschaft profitierte

enorm. Allmählich gewöhnten sich die

Bauern an Reichtum und Wohlleben. Doch

statt den obrigkeitlichen Herren die

Schulden zurückzuzahlen und so die Freiheit

zu gewinnen, wurde das Geld verprasst.

DER FRIEDEN BRACHTE ARMUT

Diese herrlichen Zeiten gingen nach Abschluss des

Westfälischen Friedens ab 1648 langsam aber sicher zu

Ende. Die deutsche Landwirtschaft kam wieder in Gang.

Importe aus der Schweiz waren nicht mehr nötig. Die

Preise zerfielen. Auch das Fluchtkapital floss wieder in

die deutschen Lande zurück. Was vielen Bauern blieb,

waren die Zinslasten und weite Kreise der Landbevölkerung

– auch und gerade im Oberaargau – verarmten.

Begleitet wurde dieser wirtschaftliche Niedergang durch

eine Inflation und eine erhöhte Steuerlast. Auch die Regierung,

gebildet aus einer kleinen städtischen Ober­

Der Schweizer

Bauernkrieg war ein

Volksaufstand im

Jahr 1653.

schicht, hatte am Krieg durch die Vermittlung von Soldaten

viel verdient. Landsknechte aus der Schweiz waren

bei den kriegsführenden Parteien begehrt. Sie galten

damals als die härtesten und besten Europas. Sie hatten

sich in vielen Schlachten einen legendären Ruf erworben.

Gegen ein fürstliches Entgelt erlaubte die Regierung

ausländischen Fürsten und Kriegsherren, in der Schweiz

Söldner anzuwerben. Nun kehrte der Frieden ein, helvetische

Krieger wurden nicht mehr gebraucht, die lukrativste

Einnahmequellen der Regierung versiegte. Die

Steuern mussten erhöht werden.

Die Regierung trieb mit rücksichtsloser

Härte die Steuern ein. Die Differenzen zwischen

Stadt und Land wurden stetig grösser.

Es brauchte jetzt nur noch den Funken

im Pulverfass. Am 2. Dezember 1652

wertete Bern die Währung um 50 Prozent

ab, um die Inflation zu bekämpfen. Sie

setzte eine Frist von lediglich drei Tagen,

um die Kupfermünzen noch zum alten Wechselwert

in stabilere Gold- und Silbermünzen umzutauschen.

Diese Frist reichte für die mächtigen Familien

in den Städten aus. Aber für die Landbevölkerung

war es beinahe unmöglich, in dieser kurzen Zeit vom

Umtauschangebot Gebrauch zu machen. Viele Untertanen

auf dem Land verloren über Nacht die Hälfte ihres

Vermögens. Das war wie eine Kriegserklärung.

Nun begehrten die Bauern auf. Sie hatten in Laufe

der guten Jahre viel Selbstvertrauen gewonnen. Und sie

fanden im Rüderswiler Niklaus Leuenberger einen charismatischen

Anführer. Ihm gelang es zum ersten Mal,

Foto: Marcel Bieri

20 s’Positive 11 / 2017


Ein Denkmal in

Huttwil erinnert an den

Bauernaufstand.

s’Positive 11 / 2017 21


HISTORY

die Bauern weit übers Bernbiet und über die Religionsgrenzen

hinaus zu organisieren. Wenn er in seinen roten

Mantel gehüllt übers Land ritt, neigten die Menschen

ihr Haupt. Er war der König der Bauern und das machte

ihn für die Regierung so gefährlich. Ein sozialer Umsturz,

wie er erst 1798 mit der Französischen Revolution

Europa erschüttern («Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit»)

und auch das alte Bern hinwegfegen sollte,

lag jetzt in der Luft.

Das Städtchen Huttwil (und damit der Oberaargau)

wurde zum Zentrum der Rebellion. Hier wurde Niklaus

Leuenberger zum Anführer gewählt und vor allem wurde

hier am 14. Mai 1653 im Rahmen einer weiteren

Landsgemeinde der Bauernbund gegründet und der

«Niklaus Leuenberger war der König

der Bauern und das machte ihn für die

Regierung so gefährlich – ein sozialer

Umsturz lag jetzt in der Luft»

Bundesbrief verfasst. In Erinnerung an den alten Bundesbrief

bei der Gründung der Eidgenossenschaft. Die

Rebellen sahen sich als die Erben der Gründer. Als unterdrücktes

Volk, dass sich gegen die Obrigkeit zu erheben

hatte wie damals die alten Eidgenossen. So bekam

der Aufstand eine ideologische Basis.

Die Landbevölkerung erklärte sich nun von den städtischen

Regierungen als unabhängig und gleichberechtigt.

In diesem Bundesbrief hiess es: «Im Namen der hochheiligsten

Dreifaltigkeit, Gott des Vaters, des Sohnes und

des Heiligen Geistes, Amen. Der alte Bund der ersten

Eidgenossen sei verjüngt. Wir fordern Gerechtigkeit, Freiheit

für jeden, ob Herr oder Bauern. Wird ein Landmann

unterdrückt, ausgebeutet oder gar mit Waffengewalt zum

Gehorsam gezwungen, so helfen wir ihm als treue Bundesgenossen.

Alle zehn Jahre soll dieser Bund mit dem

Schwur erneuert werden.» Und mit entblössten Haupt,

den Blick gegen den Bauernkönig Niklaus Leuenberger

gewandt, gingen die Männer in die Knie und erhoben an

diesem 14. Mai 1653 in Huttwil die Hand zum Schwur

und sprachen die Eidformel: «Was der Bundesbrief uns

zu halten befiehlt, das geloben wir zu tun. So wahr uns

Gott helfe, zur Treue und gegen alle Falschheit, Amen.»

Die Aufständischen kontrollierten bald weite Territorien

zwischen Jura und Alpen und verweigerten der

Obrigkeit Gehorsam und Gerichtsbarkeit. Die konfessionellen

Konflikte (katholisch gegen reformiert), welche

die Städte entzweiten, spielten bei der Landbevölkerung

keine Rolle mehr. Entlebucher und Emmentaler, Solothurner

und Oberaargauer, Katholiken und Reformierte

standen Schulter an Schulter.

TRUPPEN AUS ANDEREN KANTONEN

Beide Seiten begannen, sich auf einen bewaffneten Konflikt

vorzubereiten. Für die Obrigkeit wurde es nun dramatisch.

Die Städte konnten ihre Armeen nicht mehr aus

der Landbevölkerung ihrer Untertanengebieten aufstel­

Fotos: wikimedia.org

ZUSATZINFOS

Die weitreichenden

Auswirkungen des Bauernkrieges

War alles umsonst gewesen? So schien es.

Die Rache der Regierung war grausam. Die

Anführer des Aufstandes wurden unerbittlich

bestraft. Christian Schibi wurde am 9.

Juli 1653 in Sursee geköpft, Niklaus Leuenberger

am 6. September des gleichen Jahres

in Bern enthauptet. Seinen Kopf nagelte

man an den Galgen, zusammen mit einer

Kopie des Huttwiler Bundesbriefes. Sein

Körper wurde gevierteilt und Teile davon

an den vier Hauptstrassen zur Schau gestellt,

die aus Bern hinausführen. Der

Schmied von Höchstetten, eine populäre

Figur der Aufständischen, wurde nicht nur

geköpft. Er wurde gevierteilt und von seinen

Gliedern ein Stück zu Bern, ein zweites

zu Signau, das dritte zu Sumiswald und das

vierte zu Huttwil zur Schau gestellt. In Aarwangen

kam es zu acht Hinrichtungen. Am

21. Juni 1653 wurden Emanuel Segiser

(Aarwangen), Bernhart Hertzog (Langenthal),

Ulli Flückiger (Rohrbach) und Christian

Blaser (Trub) geköpft. Zwei Tage später

Damian Leibundgut (Melchnau) und Klaus

Mann (Eggiwil). Insgesamt sind in den Kantonen

Bern, Luzern und Basel über 40

Todes urteile gefällt und mindestens 34

vollzogen worden, in Bern und in Aarwangen

insgesamt 19. Dazu kamen noch die

zahlreichen, nicht dokumentierten von General

von Erlach während seines Rachefeldzuges

durch den Oberaargau standrechtlich

22 s’Positive 11 / 2017


len – diese Landbevölkerung hatte sich ja gegen die Regierung

erhoben. Berns Regierung begann, Truppen aus

dem Waadtland und dem Berner Oberland zusammenzuziehen.

Zwei Regionen, die vom Aufstand unberührt

geblieben waren.

ULTIMATUM VON DEN AUFSTÄNDISCHEN

Am 18. Mai stellten die Untertanen den Städten Bern

und Luzern ein Ultimatum. Als Bern mit einer Protestnote

antwortete, machten die Bauern mobil. Am 21.

Mai gellten die Sturmglocken in den Dörfern, Feuerzeichen

loderten auf den Bergen. Niklaus Leuenberger zog

mit seinem Bauernheer durch Utzigen, Sinneringen,

Stettlen und liess auf dem Murifeld vor Bern das Heerlager

aufschlagen. Am zweiten Belagerungstag trafen

auch die befreundeten Entlebucher ein, angeführt von

ihrem charismatischen Feldhauptmann Christian Schibi.

Wie gross dieses Heer tatsächlich war, ist umstritten.

Die Quellenangaben variieren zwischen 5000 und

20 000 zum Teil abenteuerlich und ungenügend bewaffneten

Männern.

Die Stadt Bern war für den Krieg noch nicht bereit.

Sofort wurden Verhandlungen angeboten. Und nun machte

Niklaus Leuenberger wahrscheinlich einen entscheidenden

Fehler. Die Stadt Bern war nur ungenügend verteidigt.

Die Regierung war erst dabei, ein Heer im Berner

Oberland und im Welschland auszuheben und musste auf

Verstärkung aus den befreundeten Städten Zürich, Basel,

Freiburg und Neuenburg hoffen. Hätte Niklaus Leuenberger

den Sturm auf die Stadt gewagt, sie wäre gefallen.

Eine der damals mächtigsten Städte Europas!

Niklaus Leuenberger war der

Anführer der Berner Unter tanen

im Schweizer Bauernkrieg.

vollstreckten Todesurteile. Wer mit dem

Leben davonkam, wurde mit so hohen

Geldbussen bestraft, dass Haus und Hof

verkauft werden mussten. Der Landbevölkerung

wurden die Kosten für die Militäroperationen

aufgebürdet. Viel Glück hatten

die Bewohner des Städtchens Huttwil. Sie

mussten eine hoh Busse bezahlen und verloren

vorübergehend das Stadt- und

Marktrecht. Aber die Ortschaft wurde nicht

geplündert. Das Dorf Melchnau galt als

«Rebellennest» und verlor viele seiner Bewohner.

Mindestens die halbe Einwohnerschaft

entzog sich durch die Flucht ins Elsass

der obrigkeitlichen Strafe.

War also alles umsonst gewesen? Nein. Die

alte Ordnung wurde zwar wiederhergestellt,

aber die Regierung sah von weiteren

Massnahmen gegen die Bevölkerung ab.

Der Bauernkrieg hatte aufgezeigt, dass die

Städte auf die Unterstützung ihrer ländlichen

Untertanen angewiesen waren. Nur

dank der Hilfe aus Zürich und den Innerschweizer

Orten und den Truppen aus dem

Berner Oberland und Waadtland war es

gelungen, den Aufstand niederzuschlagen.

Wäre es Niklaus Leuenberger gelungen,

den Aufstand auch in der Innerschweiz und

in der Ostschweiz zu entfachen oder hätte

er den Mut zum Sturm auf die Stadt Bern

gehabt, dann wäre ein Sieg möglich gewesen.

Die städtischen Obrigkeiten der alten

Eidgenossenschaft waren sich sehr wohl

bewusst, dass sie viel Glück gehabt hatten.

Eine gründliche Analyse zeigte:

• dass sich der Aufstand rasch ausgebreitet

hatte, während alle früheren Aufstände

ausnahmslos unbedeutende lokale Ereignisse

gewesen waren.

• dass die Untertanen erstaunlich gut organisiert

und sogar dazu in der Lage waren,

ein Heer zu mobilisieren. Das hatte es zuvor

nie gegeben

• dass die Forderungen weit über steuerliche

Entlastungen hinausgegangen und

den bisher unwidersprochenen, gottgegebenen

Herrschaftsanspruch der Obrigkeit

in Frage gestellt hatten.

Das war eine Warnung. Die Regierung führte

zwar die alte Ordnung wieder ein, erfüllte

aber zugleich zahlreiche der ursprünglichen

Forderungen nach Steuerentlastung

sowie Gewerbe- und Handelsfreiheit. Später

wurden grosse Teile der Bussen und

des Kriegskostenersatzes erlassen. Die Regierungen

der eidgenössischen Orte waren

gezwungen, ihre ländlichen Untertanen bis

zu einem gewissen Grad zu respektieren.

Die Berner Regierung wies ihre Landvögte

an, weniger pompös und autoritär aufzutreten,

um das Konfliktpotenzial zu verringern.

Ja, es wurden sogar drei Verfahren

gegen Landvögte eingeleitet, die von der

Bevölkerung der Korruption, der Inkompetenz

und der Bereicherung beschuldigt

worden waren. Landvogt Samuel Tribolet

(der Niklaus Leuenberger verhaftet hatte)

wurde im Februar 1654 abgesetzt, mit

2000 Pfund gebüsst und für drei Jahre

verbannt. Die Obrigkeit tat alles, um dieses

Kapitel bernischer Geschichte möglichst

rasch in Vergessenheit fallen zu lassen.

Kein anderer Staat in Europa reduzierte

die Steuerlast so stark wie der Stadtstaat

Bern. Zu gross war die Furcht vor neuen

Aufständen. Die anderen eidgenössischen

Obrigkeiten taten es den Bernern weitgehend

gleich. Und so war es nicht möglich,

so viel Geld einzutreiben, dass ein mit anderen

Staaten vergleichbarer zentralistischer

Regierungsapparat und ein stehendes

Heer finanziert werden konnten.

Dass heute die Schweiz lediglich ein Milizheer

unterhält (und keine Berufsarmee),

die Kantone und vor allem die Gemeinden

eine weltweit einmalige Autonomie besitzen

und der staatliche Beamtenapparat

auch heute noch im Vergleich zu anderen

europäischen Staaten vergleichsweise klein

und wenig zentralistisch geblieben ist, darf

als eine späte Folge des Bauernkrieges betrachtet

werden. Der Oberaargau war ein

Kerngebiet dieses Aufstandes. Der rebellische

Oberaargau hat der gesamten

Schweiz einen unbezahlbaren Dienst erwiesen.

s’Positive 11 / 2017 23


HISTORY

Übersicht

über die

Kriegsschauplätze.

Aber er wagte es nicht. Er wollte keinen Bürgerkrieg und

liess sich auf Verhandlungen ein. Die schlauen Ratsherren

wussten: Zeitgewinn wird den Sieg bringen. Es war

nur eine Frage der Zeit, bis es gelingen würde, ein Heer

aufzustellen. Am 28. Mai unterzeichneten Regierungschef

Schultheiss Niklaus Dachselhofer und Niklaus Leuenberger

feierlich den sog. «Murifeldfrieden», so benannt

nach dem Murifeld, wo das Bauernheer lagerte.

Die Regierung erfüllte die Forderungen der Landbevölkerung

nach Steuer erleichterungen und grösserer Handels-

und Gewerbefreiheit und war darüber hinaus bereit,

den Bauern eine Kriegsentschädigung von 50 000

Pfund zu bezahlen. Auch versprach die Regierung,

die harten Landvögte für die ungerechte Verwaltung

zur Rechenschaft zu ziehen und zu

bestrafen. Im Gegenzug wurde der Bundesbrief

von Huttwil für null und nichtig

erklärt und die Landbevölkerung unterstellte

sich wieder der Regierungsgewalt.

Ende gut alles gut? So schien es. Das

Bauernheer löste sich auf, die Männer eilten

heim. Die Heuernte wartete. Genug Zeit war

vertan. Alles schien nun in bester Ordnung. Doch

so war es nicht. Ganz im Gegenteil. Der Schock sass bei

der regierenden Oberschicht tief. So einen Aufstand durfte

es nie mehr geben. Die Regierungen der Städte beschlossen

an einer Tagsatzung, gemeinsam den Willen

der rebellischen Bauern für immer zu brechen. Inzwischen

war es gelungen, aus den vom Aufstand nicht betroffenen

Gebieten (Berner Oberland, Waadtland, Ostschweiz)

eine Armee auszuheben. Die Stunde der Rache.

Die städtischen Regierungen erteilten dem Zürcher

General Hans Konrad Werdmüller den Auftrag, mit Truppen

aus dem Thurgau, der Stadt St. Gallen, dem Glarnerland,

aus Appenzell, Schaffhausen und Zürich den

Überschuldung war

eine Ursache des

Bauernkriegs

damals von Bern beherrschten Aargau zu besetzen.

Werd müller war ein Kriegsprofi und für seine Härte gefürchtet.

Mit achttausend Mann, 800 Pferden und 18

Kanonen rückte er am 20. Mai in den Aargau ein.

VERNICHTENDE NIEDERLAGE DER BAUERN

Eiligst trommelte Niklaus Leuenberger seine Männer

wieder zusammen. In den Hügeln rund um Wohlenschwil

und Othmarsingen versammelte er ein Heer von rund

24 000 Mann. Am 3. Juni griffen die Aufständischen die

Streitkräfte von General Werdmüller an – und wurden

in der Schlacht von Wohlenschwil vernichtend geschlagen.

Die Bauern waren schlecht bewaffnet und hatten

keine Artillerie. Das geschlagene Bauernheer

zog sich zurück, Niklaus Leuenberger

konnte mit rund 2000 Getreuen fliehen

und es kam zum Friedensvertrag von Mellingen.

Die Obrigkeit versprach Schonung

der Landbevölkerung, aber keine Gnade

für die Anführer des Aufstandes. Die Bauern

versprachen der Regierung, fortan wieder

als treue Untertanen zu gehorchen.

Aber dieser Frieden hielt nicht lange. Denn die

Berner Regierung trachtete nach gründlicher Abrechnung.

Am 4. Juni schickte sie General Sigmund von Erlach

mit 6000 Mann und 19 Kanonen auf einen Rachefeldzug

gegen den Oberaargau. Auch er ein Kriegsprofi,

der im Dreissig jährigen Krieg gekämpft hatte. Nun

traf der Zorn der Regierung die Landbevölkerung. Auf

ihrem Weg plünderten die Truppen mit ausdrücklicher

Bewilligung der Führung die Dörfer und Höfe. Die Befestigungsanlagen

des Städtchens Wiedlisbach wurden

geschleift, der Ort wurde zur Plünderung durch die Soldaten

freigegeben. Fortan war Wiedlisbach nurmehr ein

Dorf, das Stadtrecht wurde entzogen.

Aare

Solothurn

Bern

Basel

Emme

Herzogenbuchsee

Rüderswil

Signau

DEUTSCHLAND

Huttwil

Sumiswald

Aare

Rhein

Aarau

Wolhusen

Escholzmatt

Wohlenschwil

Kleine Emme

Schüpfheim

Mellingen

Luzern

Reuss

Gisikon

Zürich

IN KÜRZE

Der Bauernkrieg

Januar bis Juni 1653 im Dreieck Basel-Bern-

Luzern mit dem Oberaargau im Zentrum.

Resultat: Sieg der Obrigkeit, Wiederherstellung der

alten Ordnung.

Ursachen: Wirtschaftliche Not der Landbevölkerung,

zu hohe Steuerbelastung, Überschuldung,

Geldentwertung, Handels- und Gewerbehemmnisse.

Gegner: Das Untertanenheer aus Bauern, geführt

von charismatischen, aber kriegsunerfahrenen

Hauptleuten gegen die von hartgesottenen Kriegsprofis

kommandierten Regierungstruppen.

Die Kommandanten: Der Berner Niklaus Leuenberger

und der Luzerner Christian Schibi (auch Schybi

genannt) gegen die Generäle Hans Konrad Werdmüller

(Zürich), Sigmund von Erlach (Bern) und Sebastian

Peregrin Zwyer von Evebach (Luzern).

von den Bauern

kontrollierte

Gebiete

Schlacht

Todesopfer: Die Gefechte waren nur kurz und forderten

verhältnismässig wenig Opfer. Wahrscheinlich

haben mehr Menschen bei den Plünderungen

und den Hinrichtungen nach dem Krieg als im

Kampf ihr Leben verloren. Es gab schätzungsweise

zwischen 500 und 1000 Todesopfer.

Grafik: tnt-graphics

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HISTORY

Mehrere

Aufständische

wurden

hingerichtet.

KAMPF BIS ZUM BITTEREN ENDE

Niklaus Leuenberger befand sich nach der Niederlage bei

Wohlenschwil noch mit rund 2000 Mann auf dem Rückweg

und traf in der Nähe von Herzogenbuchsee auf General

von Erlachs Armee. Die Bauern lieferten dem weit

überlegenden Gegner ein Rückzugsgefecht und zogen

sich nach Herzogenbuchsee zurück. In erbittertem Kampf

hielten die Bauern den Angriffen stand. Erst als die meisten

Häuser in Flammen aufgingen, zogen sich die Heldenmütigen

hinter die hohen Mauern beim Kirchhof

zurück und kämpften verbissen weiter. Aber am Abend

war alles vorbei. Wahrscheinlich verloren bis zu 200 Menschen

ihr Leben, darunter auch Frauen und Kinder. Den

Heldentod im Kampfe erlitten unter anderem auch die

urkundlich erwähnten Huttwiler Ulrich Brechbühler

(Kirchmeier, von Nyffel), Josef Flückiger (Städtli, Hutmacher)

und Melk Moser (Städtli, Schumacher). Der

«Die Bauern lieferten dem weit überlegenden

Gegner ein Rückzugsgefecht nach

Herzogenbuchsee. In erbittertem Kampf

hielten die Bauern den Angriffen stand.»

letzte Widerstand erlosch, der Aufstand endete mit einer

völligen militärischen Niederlage. General Sigmund von

Erlach lenkte sein Heer gegen Langenthal, wo er 45 bei

Herzogenbuchsee gefangene Bauern ins Kaufhaus einsperrte

und am 13. Juni drei von ihnen, durch das Los

bestimmt, zur Abschreckung in Aarwangen hinrichten

liess. Er wurde 1675 zum Schultheissen von Bern, also

zum Berner Regierungschef gewählt und übte das Amt

bis zu seinem Tod im Jahre des Herrn 1722 aus.

Im Entlebuch dauerte der Widerstand noch etwas

länger. Die in den Innerschweizer Orten ausgehobenen

Truppen der Luzerner Regierung unter dem Kommando

von Sebastian Peregrin Zwyer von Evebach brauchten

zwei Wochen bis sie am 20. Juni die vollständige Kontrolle

über das Entlebuch melden konnten. Bauernführer

Christian Schibi wurde einige Tage später gefangengenommen

und in Sursee eingekerkert. Niklaus Leuenberger

war bereits am 9. Juni in die Hände der Obrigkeit

gefallen und im Schloss Trachselwald eingekerkert worden.

Der Bauernkrieg war zu Ende.

Literatur

• «Geschichte des Amtes und des Schlosses

Aarwangen» von Paul Kasser

• «Heimatkunde von Huttwil» von Johann und Ernst

Nyffeler

• «Berns mächtige Zeit» von André Holenstein

• «Berner – deine Geschichte». Illustrierte Berner

Enzyklopädie.

• «Baumeister unseres Bauernstandes» von Hermann

Wahlen

• «Der Bauernkönig Niklaus Leuenberger» von Arnold

Jaggi

• «Schweizerische Kriegsgeschichte», Band 3, verfasst

im Auftrag von Oberstkorpskommandant und

Generalstabschef Theophil Sprecher von Bernegg.

• Verschiedene Jahrbücher des Oberaargaus.

• «Der Bauernkrieg von 1653 von André Holenstein.

• «Der Rebell vom Eggiwil» von Urs Hostettler

Foto: wikimedia.org

26 s’Positive 11 / 2017


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BENGT-AKE GUSTAFSSON

Vater, Sohn und

Enkel Gustafsson

in Langnau

am Spazieren.

28 s’Positive 11 / 2017


FAMILIEN

MENSCH

Bengt-Ake Gustafsson (59)

ist Trainer des EHC Olten.

Aber er hält sich oft in Langnau

auf und sein Sohn Anton

hofft, dass ihm ein Hockey-

Alptraum mit dem EHC Olten

erspart bleibt.

TEXT: KLAUS ZAUGG

FOTOS: MARCEL BIERI

Hin und wieder halten Passanten in Langnau inne

und schauen verwundert einem älteren

Herrn nach, der mit zwei kleinen Mädchen spaziert.

Ist das nicht...? Nein, ist nicht möglich.

Doch, er ist es. Bengt-Ake Gustafsson, der

freundliche Hockey-Titan, heute Trainer in Olten mit einer

ganz besonderen Beziehung zu Langnau. Er ist oft hier, um

die zwei Mädchen seines Sohnes Anton, seine Enkelkinder,

zu besuchen.

In Langnau hat er zwischen 1999 und 2001 zwei Jahre

den letzten Feinschliff für eine grandiose Trainerkarriere

erhalten, die ihn seither auf höchste Höhen und wieder zurück

in die Provinz geführt hat. Von Langnau zog er nach

Karlstad, nahm Torhüter Martin Gerber mit und wurde dort

mit dem Hockeyclub Färjestad Schwedischer Meister. Dann

wurde er im Laufe der Saison 2004/05 Schwedischer Nationaltrainer

und feierte einen historischen Triumph: Olympiasieger

und Weltmeister im gleichen Jahr (2006). Das

Glück verliess ihn nach dem Ende seiner Nationaltrainerkarriere

(2010) etwas und schliesslich kehrte er 2013 nach

Langnau zurück, führte die Emmentaler 2014 ins NLB-Finale

und 2015 zurück ins Paradies der höchsten Liga. Und

bekam im Frühjahr 2015 keinen neuen Vertrag mehr. Am

24. Januar 2017 ist er beim EHC Olten ins Hockey-Business

zurückgekehrt.

Dass er als Aufstiegstrainer nicht in Langnau bleiben durfte,

erfuhr er aus dem Internet und die Mannschaft (mit seinem

Sohn Anton) hörte davon auf der Mannschaftsreise in

Barcelona. «Der Tag war uns dann verdorben» erinnert

s’Positive 11 / 2017 29


BENGT-AKE GUSTAFSSON

Bengt-Ake

Gustafsson

Erfolge als Spieler:

• Weltmeister mit Schweden

1987 und 1991 als Spieler

• Klubhockey in Schweden,

der NHL und Österreich

• Gewinn der European Hockey

League mit Feldkirch

Erfolge als Trainer:

• 2002 Schwedischer Meister

mit Färjestad

• 2006 Weltmeister und

Olympiasieger mit Schweden

• 2015 stieg er mit den SCL

Tigers in die NLA auf

Eine Legende

nicht nur auf dem

Eis, sondern auch

an der Bande.

sich sein Sohn Anton Gustafsson (27). Zu

der Kommunikationspanne kam es, weil

Langnaus Verwaltungsrat am Montag beschlossen

hatte, den Vertrag nicht zu verlängern,

am Donnerstag aber noch Aufstiegsfeierlichkeiten

auf dem Programm standen. Da

wollte man den Aufstiegshelden Bengt-Ake

Gustafsson von den Fans noch hochleben

lassen und sich nicht für dessen Entlassung

bzw. den Verzicht auf eine Weiterbeschäftigung

rechtfertigen. Durch eine Indiskretion

kam die Wahrheit aber schon am Mittwoch

ans Licht.

Bengt-Ake

Gustafsson

besucht seine

Enkel zweimal

pro Monat.

ERFOLG AN VIELEN ORTEN

Wie denkt Oltens Trainer heute über diese

kuriose Beendigung des Arbeitsverhältnisses?

«Eigentlich ist es zum Lachen, aber andererseits

war ich auch enttäuscht und traurig.»

Trotzdem kommt er immer wieder

gerne nach Langnau zurück. Weil sein Sohn

Anton hier lebt und seit dieser Saison wieder

für die SCL Tigers spielt. Mindestens einmal

pro zwei Wochen ist Bengt-Ake Gustafsson

hier, um seine Enkelkinder zu sehen. Das sei

perfekt so. Langnau sei ja nicht weit von Olten.

Fünfviertelstunden mit dem Auto.

Bengt-Ake Gustafsson hat an vielen Orten

Erfolg gehabt. Als Spieler hatte er in der NHL

bei den Washington Capitals Kultstatus. Mit

Schweden wurde er Weltmeister (1987), mit

Feldkirch (und Ralph Krueger als Trainer)

triumphierte er in der Europa-Liga. «Wir

waren die beste Mannschaft Europas. Eine

Eishockey-Mannschaft aus Österreich! Das

ist für mich noch immer das verrückteste

Erlebnis.» Sein Bub hat hingegen bis heute

nur in Langnau sein bestes Hockey gespielt.

Er war ein NHL-Zweitrunden-Draft. Aber

sein Nordamerika-Abenteuer scheiterte und

er kam 2010 zum ersten Mal nach Langnau.

Weil er zu der Zeit, als sein Vater zum ersten

Mal Langnaus Trainer war (1999 bis 2001)

bei den SCL Young Tigers spielte, hat er eine

Schweizer Lizenz und gilt nicht als Ausländer.

Er versuchte es letzte Saison bei Gottéron

– und es ging nicht. Er weiss warum.

«Meine Familie fühlte sich in Fribourg einfach

nicht wohl und dann ging es auch mir

immer schlechter.» In Langnau aber fühle

sich seine Familie wohl – und er spielt sein

bestes Hockey. «So stimmt es für mich.»

NOCH BRENNT DER EHRGEIZ

Bengt-Ake Gustafsson ist ein Trainer, der

nichts mehr beweisen muss und die Gelassenheit

ganz grosser Bandengeneräle ausstrahlt.

Der Ausgleich zur Trainertätigkeit

(«work-life-blance») ist ihm heute wichtig

und so passt es gut, dass er Zeit findet, regelmässig

seine Enkelkinder in Langnau zu

besuchen. Seine freundliche Art führt

30 s’Positive 11 / 2017


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BENGT-AKE GUSTAFSSON

leicht dazu, ihn zu unterschätzen. Das aber

wäre fatal. Er braucht zwar nicht mehr die

grossen Namen, die grossen Stadien, die

grossen Städte. Aber er ist immer noch ehrgeizig

und braucht die Herausforderung einer

ganz besonderen Aufgabe. Die hat er in

Olten gefunden. In einer Hockeystadt mit

einem Hockeyunternehmen, das in die

höchste Liga zurückkehren will. Diese Aufgabe

reizt ihn. Er sieht ein grosses Potenzial.

Ungefähr nach dem nordamerikanischen

Motto: «All the tools, but no toolbox». Will

heissen: Alles ist vorhanden, aber noch nicht

geordnet und am richtigen Platz. Er sagt,

eigentlich sei in Olten alles ähnlich wie zu­

letzt in Langnau. Er war im Laufe der Saison

2013/14 als Nothelfer gekommen und

schaffte in der zweiten Saison, im Frühjahr

2015, den Wiederaufstieg. Nun ist er ja im

Januar als Nothelfer nach Olten gekommen

und steht nun auch hier in seiner zweiten

Saison. Ein gutes Omen.

DIE RACHE DER HOCKEYGÖTTER?

Bengt-Ake Gustafsson sagt, die Konstanz fehle

noch, aber wenn in den Playoffs alles passe,

sei auch alles möglich. «Wir können jetzt

schon auswärts die Lakers schlagen. Obwohl

wir noch nicht unser bestes Hockey spielen.»

Ein grosses Schauspiel ist im Frühjahr nicht

auszuschliessen: Was, wenn Bengt-Ake Gustafsson

mit seinem Olten in der Liga-Qualifikation

gegen den SC Langnau seines Buben

Anton Gustafsson zum Showdown um einen

Platz in der NLA antritt? Die heimliche Angst

vor diesem Szenario geht da und dort in

Langnau um. Was, wenn die Hockeygötter

die Emmentaler dafür bestrafen, dass sie im

Frühjahr 2015 ihren Aufstiegshelden so stillos

ziehen liessen? Anton Gustafsson wirkt,

als mache er sich selber Mut, wenn er sagt:

«Ich traue Olten zu, die NLB zu gewinnen.

Aber dann wird mein Vater mit seiner Mannschaft

nicht gegen uns spielen. Wir werden

uns vorzeitig retten.»

ZUSATZINFOS

Nun ist Todd Elik im Doppelpack zu haben

Was macht eigentlich Todd

Elik (51)? Der ehemalige

NHL-Profi und Mitspieler von

Wayne Gretzky hat sich zwischen

1997 und 2009 in der

Schweiz Kultstatus erspielt.

Durch seine Leistungen

auf dem Eis und viel mehr

noch durch seine Eska paden

neben dem Eis. Der grösste

Rock’n’Roller der helvetischen

Hockeygeschichte ist auch im

Oberaargau durch sein Gastspiel

in Langenthal (2004/05)

unvergessen. Zeitweise war er

der beste Einzelspieler der

höchsten Liga. Und in Langnau

war zwei Jahre lang Bengt-Ake

Gustafsson sein Trainer (1999

bis 2001).

Seit seinem Rücktritt versucht

Todd Elik als Trainer im Hockey-Business

Fuss zu fassen.

Aber es will ihm einfach nicht

gelingen. 2014/15 coachte er

den Erstligisten St. Imier zum

sensationellen Ligaerhalt – und

wurde in der darauffolgenden

Saison gefeuert. Er machte seine

Arbeit für knapp 30 000

Franken pro Saison, kümmerte

sich fast rund um die Uhr in

diesem Amateurclub um alles,

rastete an der Bande nie aus

und war in allem ein Vorbild.

Und doch hat er seither keinen

neuen Job mehr bekommen.

Obwohl er bereit wäre, erneut

für ein bescheidenes Salär zu

arbeiten – nur um Fuss fassen

zu können.

Warum tut sich Todd Elik das

an? Weil er um seine Existenz

kämpfen muss. Er kam ein

paar Jahre zu früh in die NHL.

Zu Beginn der 1990er Jahre

war es für einen Spieler seiner

Klasse noch nicht möglich,

zweistelliger Dollarmillionär zu

werden. Er bestritt zwar zwischen

1990 und 1997 exakt

500 NHL-Partien (371 Punkte!),

stürmte in Los Angeles

zeitweise neben Wayne Gretzky

und hatte in der wichtigsten

Liga der Welt Star-Status.

Aber er konnte nicht genug

verdienen, um bis ans Ende

seiner Tage abgesichert zu

sein wie es Martin Gerber oder

Mark Streit heute sind.

Todd Elik muss weiterhin Geld

verdienen. Im Berufsleben ist

es ihm mangels einer hoch

Todd Elik – ein unvergessener Stürmer.

qualifizierten Ausbildung in

der Heimat nicht gelungen,

richtig Fuss zu fassen.

Der Spieler-Agent Ludwig

Lemmenmeier (55) – ein ehemaliger

Torhüter – versucht alles,

um für Todd in der

Schweiz einen Job zu finden.

Er sagt: «Todd würde sehr gerne

auch als Juniorentrainer

oder als Assistent arbeiten und

wäre mit einem äusserst bescheidenen

Salär zufrieden.»

Aber er sei bisher mit allen

Bemühungen gescheitert.

«Todd geniesst einen Ruf, der

unsere Klubs offenbar abschreckt…»

Es sind die bitteren

Früchte des Ruhmes aus der

wilden Zeit in Lugano, Langnau,

Zug, Davos und zuletzt

Langenthal. Der «King of

Rock’n’Roll» ist längst geläutert

und ein freundlicher, fast ein

wenig melancholischer

«Altstar» geworden. Noch immer

blitzt seine Leidenschaft

fürs Eishockey auf, sein Charisma

ist keineswegs erloschen.

Doch nun hausiert Ludwig

Lemmenmeier seit kurzem mit

einem neuen Angebot: Vater

und Sohn Elik. Jacob Elik ist im

März 18 geworden und hat aus

der Zeit, als sein Vater noch in

der Schweiz spielte eine

Schweizer Lizenz. Er gilt also

nicht als Ausländer. Ludwig

Lemmenmeier sagt: «Wer Todd

Elik als Juniorentrainer eine

Chance gibt, bekommt dazu

seinen Sohn als Spieler.» Sozusagen

Elik im Doppelpack.

Die Frage ist natürlich: Wie gut

ist Elik junior? Er stürmt zur

Zeit in der Western States Hockey

League (WSHL). Es handelt

sich um eine Junioren-

Liga mit insgesamt 23 Teams,

die in 14 verschiedenen US-

Staaten beheimatet sind. Das

Niveau dürfte unseren Elite-

Junioren entsprechen. Letzte

Saison kam Jacob Elik in 45

Partien auf 38 Punkte. Diese

Saison steht er nach 16 Spielen

bei 12 Punkten. Er ist nicht

gut genug für einen NHL-Draft

– aber er könnte möglicherweise

gut genug sein für eine

vierte Linie in der NLA. Es ist

noch nicht aller Hockey-Tage

Abend für Vater und Sohn Elik.

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IN EIGENER SACHE

Leserbriefe & Veranstaltungen

Einseitig

Von globaler Sicht her ist der Artikel zu

Wahrheit einseitig. Wieder einmal wird

Amerika schlechtgemacht. Haben Russland,

China und andere totalitäre Staaten

die Wahrheit für sich gepachtet? Dort ist

alles noch viel schlimmer, weil man nicht

recherchieren darf und deshalb nichts

weiss. Was haben wir den Amerikanern

und Engländern nicht alles zu verdanken.

Ich habe meine Jugendzeit während und

nach dem 2. Weltkrieg erlebt. Unsere

Helden waren die alliierten Generäle und

Churchill, De Gaulle, Roosevelt usw. Stalin

war nie mein Freund. Die Alliierten haben

Europa mit Hilfe der Russen von den

Nazis befreit, und das unter unermesslichen

Opfern. Aber die heutige satte Generation

weiss allem Anschein nach

nichts mehr von all dem. Traurig! Abgesehen

von diesem Beitrag schätze ich die

Zeitung und die Beiträge sehr.

K. Humbert Rothrist

USA sind nicht Amerika

Interessanter Artikel zum Thema Wahrheit.

Schade, dass die «USA» (1 Land) mit

«Amerika» (35 Länder) verwechselt werden.

Genügt es nicht, wenn der amerikanische

Präsident mit seiner Grossmaulpolitik

diesen Unterschied ignoriert?

Freundliche Grüsse und besten Dank für

die regelmässige Zustellung Ihrer Wochenzeitschrift.

Hans Peter Schaffer, Langenthal

Spannende Themen

Ich lese Ihre Zeitschrift immer mit grossem

Interesse. Die Themen «Religion und

Wissenschaft» sind immer sehr spannend

und lehrreich. Ich gratuliere Ihnen für

den Mut, diese spannenden Themen überhaupt

anzusprechen. In der heutigen Zeit ist

das nicht mehr ganz selbstverständlich.

Margaretha Unger, Wynau

Die Wahrheit richtet sich nicht nach uns

Der Erkenntnis, dass nicht der Verstand die

Wahrheit schafft, sondern er diese vorfindet,

möchte ich mich grundsätzlich anschliessen.

Dies erlaubt den ebenso klaren

Rückschluss, dass sich die Wahrheit nicht

nach uns richtet, sondern dass wir uns nach

ihr zu richten haben. Und Dürrenmatts Einsicht,

dass der Wissende weiss, dass er

glauben muss, setzt Biermann seine Sicht

der Dinge – mit einem leicht ironischen Unterton

– entgegen: «Glaube ist nicht wissen.

Ich muss also glauben an das, was ich nicht

weiss. Wie soll ich also wissen, woran ich

glaube?».

Dem anderen Hans, dem Hans Küng, schliesse

ich mich gerne an, der in einem seiner

letzten Bücher «Was ich glaube» erklärt, er

speise seinen Glauben aus einem geerdeten

Urvertrauen, weniger aus einer volatilen

Sehnsucht. «Das Grundvertrauen in die

Wirklichkeit, das Vertrauen in die Zukunft

und ein daraus resultierendes Gott-Vertrauen,

das sich gegen rationale Kritik rational

rechtfertigt – nicht mit zwingenden Beweisen

– doch mit überzeugenden Gründen.

Solches Vertrauen lässt sich nicht von vornherein

beweisen, aber sehr wohl im Vollzug

erfahren, nämlich im sich Öffnen gegenüber

diesen Wirklichkeiten.»

Deshalb muss und kann nicht alles, was

wahr ist, gesagt werden, aber alles, was gesagt

wird, muss wahr sein. Und deshalb

muss ich die Wahrheit mehr lieben als

mich, aber meinen Nächsten mehr als die

Wahrheit. Oder, wie Pilatus, dem gegenüber

Jesus erklärte: «Dazu bin ich geboren,

um für die Wahrheit Zeuge zu sein», erwiderte:

«Wahrheit? – Was ist Wahrheit?».

Jesus beantwortete gegenüber Pilatus

diese Grundsatzfrage einzig durch

sein Leben, denn: Gelebt will sie sein, die

Wahrheit! Aus überzeugenden Gründen

und nicht mit zwingenden Beweisen ...

Ein Lebensweg – und nicht eine Wissenschaft

– ist die Wahrheit. Das kann nicht

immer gelingen, aber dessen Gelingen

auch mein persönliches Anliegen und Bemühen

sein muss.

Hans R. Bärtschi, Madiswil

VERANSTALTUNGEN

Samstag, 2. Dezember, Reformierte

Kirche Madiswil

Adventkonzert: Barock in Flow.

Von Engeln, Hirten und Schafen und dem

trotzigen Hund Moritz.

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8. bis 10. Dezember, Campus Perspektiven,

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Spezialitäten aus der ganzen Welt. Viele

weitere Attraktionen für Jung und Alt.

www.streetfood-village.ch

10. Dezember bis 6. Januar,

Ochlenberger Weihnachtsweg

Der 1,5 km lange Weihnachtsweg erzählt

die Weihnachtsgeschichte. Er beginnt und

endet beim Hofbeizli auf dem Jordihof in

Ochlenberg.

Öffnungszeiten und weiteres unter

www.jordihof.ch

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