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Château Mouton Rothschild - Wein & Kunst 1924/1945-2011

Das Chateau Mouton-Rothschild in Pauillac bei Bordeaux ist eines der berühmtesten Weingüter der Welt und ein Mythos der Weinbranche. Neben dem weltweiten Siegeszug seiner Weine mit höchster Qualität ist das unverwechselbare Markenzeichen von Mouton-Rothschild das von weltberühmten Künstlern gestaltete Weinetikett. Große Namen sind hierbei Pablo Picasso, Salvador Dalí, Andy Warhol, Niki de Saint Phalle und viele mehr. "Chateau Mouton Rothschild - Wein & Kunst 1924/1945-2011 Tasting & Art" enthält die Beschreibung jedes Jahrganges und die Fotografie seines jeweils einzigartigen Etiketts. Für den interessierten Leser und Weinkenner finden sich darüber hinaus viele besondere Hintergrundinformationen und Details zur Geschichte des Weingutes und seiner Weine. Im November erscheint die langersehnte Erweiterung mit den Jahrgängen 2004 – 2011. Ein Buch für alle Kunstinteressierten, ein Muss für alle Weinliebhaber!

Das Chateau Mouton-Rothschild in Pauillac bei Bordeaux ist eines der berühmtesten Weingüter der Welt und ein Mythos der Weinbranche. Neben dem weltweiten Siegeszug seiner Weine mit höchster Qualität ist das unverwechselbare Markenzeichen von Mouton-Rothschild das von weltberühmten Künstlern gestaltete Weinetikett. Große Namen sind hierbei Pablo Picasso, Salvador Dalí, Andy Warhol, Niki de Saint Phalle und viele mehr.

"Chateau Mouton Rothschild - Wein & Kunst 1924/1945-2011 Tasting & Art" enthält die Beschreibung jedes Jahrganges und die Fotografie seines jeweils einzigartigen Etiketts. Für den interessierten Leser und Weinkenner finden sich darüber hinaus viele besondere Hintergrundinformationen und Details zur Geschichte des Weingutes und seiner Weine. Im November erscheint die langersehnte Erweiterung mit den Jahrgängen 2004 – 2011.

Ein Buch für alle Kunstinteressierten, ein Muss für alle Weinliebhaber!

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Wein & Kunst

1924/1945-2011

Wine &-Art

Tre Torri


Kein anderes Volk als die Franzosen hat es besser verstanden, ein so vergängliches Konsumprodukt

wie Wein zum Bestandteil der Hochkultur zu stilisieren. Als besonderer Experte der französischen

Weinkultur zeigte sich bereits Kaiser Napoleon III., der anlässlich der Pariser Weltausstellung

1855 eine Klassifizierung der damals schon im In- und Ausland hochgeschätzten Rotweine aus

den Bordeaux-Regionen Médoc und Graves anordnete. So wurden von Fachleuten in einer

Blindverkostung, bei der den unparteiischen Prüfern die Identitäten der Weine verborgen blieben,

ungefähr 60 verschiedene Weine bekannter Châteaux in fünf Qualitätskategorien eingeteilt.

Hat man auf der Autofahrt den Stau rund um Bordeaux hinter sich gelassen und biegt Richtung

Norden ins Médoc ab, fällt die Orientierung zwischen den weltberühmten Châteaux leicht:

Rechts liegt Château Palmer, links Talbot, rechts Margaux, links Latour. Angekommen

in Pauillac, weist an jeder Kreuzung ein Pfeil den Weg Richtung Château Mouton Rothschild.

Leidenschaft, Tradition und Innovation haben die beeindruckende Entwicklung des Weinguts

Château Mouton Rothschild seit dem frühen 20. Jahrhundert geprägt und es zur weltweiten Legende

werden lassen. Wurden früher die Weine Mouton Rothschilds als pures Konsumgut gekauft, so

werden sie heute als Luxusgut wahrgenommen, für das die Kunden bereit sind, höchste Preise – vor

allem auch für den Markennamen – zu bezahlen. Beim Verkauf eines Luxusguts sind zwei

Dinge von essentieller Bedeutung: Marketing und Präsentation. Gerade auf diesen Gebieten hat

Mouton Rothschild schon seit jeher Maßstäbe gesetzt.

Vorwort

Château Mouton Rothschild in Pauillac bei Bordeaux verkörpert seit

über 150 Jahren wie kein zweites Weingut die Attribute Perfektion und

Innovation. Mouton steht als absoluter Mythos in der Wein branche.

Dass sich die große Familientradition der Rothschilds mit einem

ge hörigen Schuss Stilbewusstsein, Exzentrik und Kunst verständnis vereinigt,

wird dem ehrfürchtig staunenden Wein kenner spätes tens bewusst,

wenn er eine Flasche Mouton in der Hand halten und einen ersten

Schluck eines Premier Grand Crus trinken darf. Als Baron Philippe

de Rothschild 1922 die Leitung des Weinguts übernahm, begann der

weltweite Sieges zug Moutons. An erster Stelle waren es die großartigen

Weine, die für Furore sorgten. Doch der Baron setzte weitere Maßstäbe,

indem er die Château-Abfüllung, die Lagerung in eigenen Kellern und

ab 1924 die besondere Etikettierung der Weine einführte. So entstand

der stil bildende Qualitätsbegriff »Mise en bouteille au Château«, und

die außergewöhnlich guten Weine Moutons bekamen ein eigen ständiges

Gesicht. Die Idee des Barons, die Etiketten für Mouton von internationalen

und bedeutenden Künstlern gestalten zu lassen, führte dazu,

dass sie einerseits zum unverwechselbaren Erkennungsbild der Marke

Mouton Rothschild und andererseits zu weltweit gesuchten Sammlerstücken

wurden.

»Château Mouton RothschildWeinprobe & Kunst 1924 /1945–2003« –

der Gedanke, alle Jahrgangsweine Moutons mit Künstler etiketten in

einer einzigartigen Probe zu verkosten, ist besonders reizvoll. Nur

äußerst selten werden Proben in solch einem großen Rahmen überhaupt

durchgeführt. Das Ergebnis einer Weinprobe ist immer von der Präsentation

der Weine, der Geschichte ihrer Herkunft und der Lagerung

abhängig. Unterschiedliche Proben liefern unterschiedliche Ergebnisse,

und eine Weinprobe kann nur als Momentaufnahme verstanden werden.

Finanzieller Aufwand und ein Mangel an Vollständig keit der Jahrgangsweine

verhindern normalerweise eine so außer gewöhnliche Probe.

Deshalb waren wir umso begeisterter, als wir von dem bekannten Weinsammler

Karl-Heinz Wolf die Einladung zu einer Horizontalprobe der

Mouton Jahrgänge 1945–2003 im März 2006 am Attersee in Österreich

erhielten. Es war uns eine Ehre, dass wir den berühmten Autoren

und Weinexperten Pekka Nuikki aus Finnland dafür gewinnen konnten,

diese Probe mit seinen Verkostungsnotizen für uns zu dokumentieren.

Dazu kommt für die Neuauflage unseres Buches »Château Mouton

Rothschild Wein & Kunst 1924 / 19452011« die Bewertung der Jahrgänge

2004–2011. Diese Weine wurden von der Fine Das Wein magazin

Redaktion verkostet und kommentiert.

Tre Torri Verlag im August 2014

Unlike any other country, the French have managed to elevate as transitory a product as wine as

an essential part of their culture. Emperor Napoleon III was already an expert on French wine

culture, evident in his order to create a classification of the popular wines from the Bordeaux

regions Médoc and Graves, on the occasion of the Paris World Fair in 1855. 60 wines from wellknown

Châteaux were subjected to a blind degustation, in which independent experts did not know

the name of the wine they tasted, and then divided into five quality categories.

Once you have left the traffic jam of Bordeaux behind you and continue north into the Médoc, it is

easy to find your way among the world-famous Châteaux: Château Palmer to the right, Talbot to

the left, Margaux to the right, Latour to the left. When you arrive in Pauillac, every intersection

has a sign pointing out the direction of Château Mouton Rothschild.

Passion, tradition and innovation were the defining characteristics in the impressive development

of the vineyard of Château Mouton Rothschild since the early 20ths century and turned it into an

international legend. While the Mouton Rothschild wines used to be sold for simple consumption,

today they are perceived as luxury goods that fetch top prices, especially for the brand name. For

the sale of a luxury item, two things are essential: marketing and presentation. In these areas,

Mouton Rothschild has always been setting the standards.

Foreword

For more than 150 years, Château Mouton Rothschild located in

Pauillac near Bordeaux embodies the attributes of perfection and innovation

like no other wine-growing estate. In the wine business, Mouton

equals an absolute myth. The great Rothschild family tradition coupled

with a proper dash of confidence in style, eccentricity, as well as the

appreciation of the arts, comes to light to the reverent and marvelling

wine connoisseur only when holding a bottle of Mouton in his hand

to taste the first sip of a Premier Grand Crus. In 1922, when Baron

Philippe de Rothschild took over the wine-growing estate, the worldwide

triumphal procession for Mouton took its course. First and foremost,

it was the great wines that were a furore. However, the Baron

set new benchmarks by introducing the Château bottling, the storage

within his own cellars and, from 1924 onwards, he introduced the

extra ordinary labelling of the wines. This is where the quality term of

“Mise en bouteille au Château” was coined and along with it, the exceptionally

good wines reached remarkable independence. Baron Philippe

de Rothschild’s idea of having internationally renowned artists design

his wine labels lead to an unmistakable recognition of the Mouton

Rothschild brand, all of which have quickly become a highly desired collector’s

item.

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Château Mouton Rothschild–Tasting & Art 1924 /1945–2003”–

The conception of showcasing the artists’ labels during the unique tasting

of a vintage wine has been especially appealing. These large-scale

tasting ceremonies only happen on very rare occasions. Knowing that

the result of a wine tasting ceremony depends on the presentation of the

wine, its history, its provenance, and its storage means that differing wine

tastings offer differing results, transforming each into a snapshot experience.

It often is the financial limitations and the lack of complete-ness

of a vintage wine that hinders such an extra ordinary tasting experience.

Therefore, we were very excited when we received an invitation from

the well-known collector of fine wines Karl-Heinz Wolf, from Attersee,

Austria, to join him in March 2006 for a horizontal tasting of the Mouton

vintages 1945–2003. We were also delighted when the famous author

and wine expert Pekka Nuikki from Finland agreed to record his tasting

notes of this historical event for our book “ Château Mouton Rothschild

Tasting & Art 1924/1945–2003”.

The new edition of our book is extended by the rating of the vintages

2004–2011. These wines were tasted and commented by the editorial

department of Fine Das Weinmagazin.

Tre Torri Publishing, August 2014


Mouton-Wappen im Grand Chai von Mouton Rothschild

Coat of arms in the chai of Mouton Rothschild

Petit Mouton

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Jean Carlu > 24 <

1924

Average weather conditions in the spring, not much better in the

summer, unusual amount of rain in the summer months.

Finally, good weather in September, a lot of sunshine. The nice

early autumn allowed for fine grapes to grow after all.

Decant 1 hour/ Glass 1 hour

Excellent-looking bottle with the label in mint condition. Level top-shoulder,

decanted just one hour before tasting. Very good, dark, deep and mature colour.

Intense looking. A fabulous, decadent nose of blackberries, mint, earth and

tobacco. Opened fully in 15 minutes. The palate was beautifully balanced

with fresh acidity and, like all the great wines, got better and better in the

glass. The tannins were smooth and spirited. A complex and elegant wine with

multilayered fruits and a long, clean finish.

Unquestionably a top class Mouton. An epochal wine in many ways!

95 points; Tasted three times / last tasted 1/2007 Drink now!

•••

Tasting on October 14, 1985

Perfect colour, elegant, mint, cassis, at first unexpectedly youthful, then

increasingly lasting – a great wine.

Tasting on September 22, 1985

Mature colour, mature nose, mature palate — completely at its apex, fabulous;

classic cabernet tones, mint, cassis.

Eher durchschnittliche Wetterbedingungen im Frühjahr, auch

im Sommer keine Besserung, mit ungewöhnlich viel Regen in den

Sommermonaten.

Erst im September endlich schönes Wetter, viel Sonnenschein.

Der schöne Frühherbst ließ doch noch gute Trauben gedeihen.

Degustation• Notes / Notizen

Dekantieren 1 Stunde/Glas 1 Stunde

Flasche in ausgezeichnetem Zustand mit Etikett in tadellosem Zustand. Füllhöhe

top-shoulder (ts), dekantiert nur eine Stunde vor der Probe. Sehr gute dunkle,

tiefe und reife Farbe. Intensives Aussehen. Eine fabelhafte, dekadente Nase

von Brombeeren, Minze, Erdnoten und Tabak. Voll geöffnet nach 15 Minuten.

Am Gaumen wunderbar ausgeglichen mit frischer Säure, wurde wie alle großen

Weine im Glas immer besser. Die Tannine waren weich und feurig. Ein komplexer,

eleganter Wein mit facettenreicher Frucht und langem, sauberem Abgang.

Zweifellos ein erstklassiger Mouton. In mancher Hinsicht ein epochaler Wein!

95 Punkte; dreimal verkostet / letzte Probe 1/2007 Sofort trinken!

•••

Probe am 14.10.1985

Perfekte Farbe, elegant, Minze, Cassis, zunächst unerwartet jugendlich,

dann zunehmend bleibend – ein großer Wein.

Probe am 22.09.1985

Reife Farbe, reife Nase, reifer Gaumen – voll auf dem Höhepunkt, traumhaft;

klassische Cabernetnoten, Minze, Cassis.

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Jean Carlu > 24 <

The artist Jean Carlu was born in 1900, coming from a respected architect’s family.

Although he worked as a painter, sculptor and architect, he was a graduate of the

famous Ecole des Beaux-Arts, specializing early on in graphics and lithography.

At the age of 18, he became a focus of public attention and was honoured by a jury

surrounding the well-known graphic designer Cappiello as France’s designer of the

year.Tragically, he lost his right arm in a car accident that same year. Even with the

severe setback of the injury, the young graphic artist decided to continue his career

despite the handicap and learned his craft practically from scratch. Many of Carlu’s

posters and placards express his involvement in politics and his free thinking. Jean

Carlu, also called the »musketeer of posters«, worked for the peace and resistance

movement and created the sensational poster series »Stop Hitler Now« in 1940,

designed to inspire the fight against National Socialism. His graphic work can be

ascribed to Cubism and later to Surrealism under the influence of André Breton.

In 1926, Jean Carlu designed the first artist label for Mouton Rothschild for the

1924 vintage, thus doing pioneering work for the series of exceptional works of art

on the Mouton labels.

The Very First Artist Label

Jean Carlu

Das erste Künstleretikett überhaupt

Der Künstler Jean Carlu wurde im Jahr 1900 geboren, er stammte aus einer angesehenen

Architektenfamilie. Obwohl er auch als Maler, Bildhauer und Architekt

arbeitete, spezialisierte er sich als Absolvent der berühmten Ecole des Beaux-Arts

früh auf Grafik und Lithographie.

Schon mit 18 Jahren rückte er in das Interesse der Öffentlichkeit und wurde von

einer Jury rund um den bekannten Grafikdesigner Cappiello als Frankreichs

„Designer des Jahres» ausgezeichnet. Tragischerweise verlor er im selben Jahr bei

einem Verkehrsunfall seinen rechten Arm. Durch die Folgen des Unfalls zurückgeworfen,

entschied sich der junge Grafiker trotz seines Handicaps, seine Karriere

fortzusetzen und sein Handwerk praktisch neu zu erlernen.

Viele Poster und Plakate Carlus zeugen von seinem politischen Engagement und

freiheitlichen Denken. Jean Carlu, auch „Musketier des Plakats» genannt, setzte

sich für die Friedens- und Widerstandsbewegung ein und gestaltete 1940 die aufsehenerregende

Plakatreihe „Stop Hitler now», die zum Kampf gegen den Nationalsozialismus

aufrütteln sollte. Sein grafisches Werk ist dem Kubismus und später,

unter dem Einfluss von André Breton, dem Surrealismus zuzuordnen.

1926 gestaltete Jean Carlu das erste Künstleretikett für Mouton Rothschild für

den 1924er Jahrgang und leistete damit die Pionierarbeit für die weitere Reihe von

herausragenden Künstlerarbeiten auf den Etiketten Moutons.

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•1956•

In Médoc, 8 cm of snow fell in February. This was the coldest winter

since 1709. The vines suffered severe frost damage, the late and

insufficient blossom didn’t allow for a good harvest. Wet and cold

into the second half of August. Heavy rain in September, too.

Decant 15 minutes/Glass 1 hour

Fill level into neck. Fairly deep, darkish brown colour. Simple cedary nose

with some mint and dried fruit. A basic wine with gentle acids and soft tannins.

Also a bit vegetal and slightly astringent on the palate. A lot of alcohol in the

aftertaste. An unbalanced wine with a one-dimensional taste.

Not to be stored or tasted any longer.

65 points; Tasted twice / Last tasted 11/2004 Drink now

•••

Tasting on June 17, 2006

Beautiful, aromatic nose, extreme acidity on the palate, vegetable scent –

just mediocre — past the point.

Im Médoc lagen im Februar 8 cm Schnee. Das war der kälteste Winter

seit 1709. Die Rebstöcke erlitten schwere Frostschäden, späte und

nicht ausreichende Blüte ließ keinen großen Ertrag mehr zu.

Nässe und Kälte bis in die zweite Hälfte des August. Viel Regen auch

im September.

Degustation• Notes / Notizen

Dekantieren 15 Minuten/Glas 1 Stunde

Füllhöhe in den Flaschenhals hinein. Recht tiefe, dunkel bräunliche Farbe. Einfache

zedrige Nase mit etwas Minze und getrockneten Früchten. Ein einfacher Wein

mit milder Säure und weichen Tanninen. Leicht vegetabil und etwas säuerlich am

Gaumen. Viel Alkohol im Nachgeschmack. Ein wenig ausgeglichener Wein mit

eindimensionalem Geschmack. Sollte nicht länger gelagert oder verkostet werden.

65 Punkte; zweimal verkostet / letzte Probe 11/2004 Sofort trinken

•••

Probe am 17.06.2006

Schöne, aromatische Nase, am Gaumen extreme Säure, vegetabiler Geruch, nur

mittelmäßig – über den Punkt.

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Pavel Tchelitchew (1898–1957), who came from a Russian aristocratic family, studied

at the Academy of the Arts in Kiev, before he emigrated to Germany in 1920.

For a few years, he worked as a set designer in Berlin, before moving on to Paris.

His early paintings and drawings were neo-Romantic, his later works rather Surrealist.

He was friends with the protagonists of the Surrealist movement surrounding

André Breton, Yves Tanguy and Max Ernst.

His design for the Mouton label, impressive in its technical precision, was one of

his last works shortly before his death. Tchelitchew called the gouache »La tache de

vin«. And, indeed, in the background you can see a wine stain on which the ram,

the crest of arms of Baron Philippe de Rothschild, seems to hover in perspective

construction.

The Wine Stain

Pavel Tchelitchew

Der Weinfleck

Pavel Tchelitchew (1898–1957), aus einer russischen Aristokratenfamilie stammend,

emigrierte nach seinem Studium an der Kunstakademie in Kiew 1920 nach

Deutschland. Er arbeitete für einige Jahre als Bühnenbildner in Berlin, bevor es

ihn weiter nach Paris zog. Seine frühen Bilder und Zeichnungen lassen sich der

Neoromantik zuordnen, sein späteres Werk eher dem Surrealismus. Es verband ihn

eine Freundschaft zu den Protagonisten der surrealistischen Bewegung rund um

André Breton, Yves Tanguy und Max Ernst.

Sein durch große zeichnerische Präzision beeindruckender Entwurf für das Mouton-Etikett

war kurz vor seinem Tod eine seiner letzten Arbeiten. Tchelitchew

nannte die Gouache „La tache de vin». Und tatsächlich erkennt man im Bildhintergrund

einen Weinfleck, auf dem der Widder, das Wappen Barons Philippe

de Rothschild, in perspektivischer Konstruktion zu schweben scheint.

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This vintage is recognised as one of the best in Bordeaux, and rightfully so.

Relatively cool for most of the season, the weather eventually found its perfect

equilibrium with sunshine and rain more or less coming just at the right time.

The nose already reveals a compact character and great aromatic complexity.

The dominance of Cabernet Sauvignon, rounded off by just a fraction of

Merlot, is reflected in a peppery, fresh and savoury expression. Cassis and

black cherries are perfectly balanced by a cool acidity and clear crunchy tannins.

A comprehensively elegant wine with a long finish.

98 points; last tasted 06/2014

Degustation• Notes / Notizen

Dieser Jahrgang gilt zur Recht als einer der besten im Bordelais. Die verhältnismäßig

kühle Witterung fand ihre Ponderation dann aber doch in dem idealen

Einfluss der Sonne und dem Regen, der meist zum passenden Zeitpunkt fiel. Schon

in der Nase zeigt der Wein seinen kompakten Charakter und seine komplexe

Aromatik. Die Dominanz des Cabernet Sauvignon, der mit einem nur sehr geringen

Anteil von Merlot abgerundet wurde, spiegelt sich in der pfeffrigen, frisch-würzigen

Art wieder. Cassis und schwarze Kirsche passen perfekt zur kühlen Säure am

Gaumen und den klaren, knackigen Tanninen. Umfassende Eleganz mit einem

langen Nachhall.

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Jeff Koons was born in Pennsylvania, America in 1955. He nearly turned his back

on art as the main interest of his youth in favour of a career as a stock brocker in

Wall Street, but returned to painting, photography and the design of sculptures

in the late 1970s. In the eighties his frequently naïve and often demonstratively

banal creations still managed to find increasing recognition as an expression of

neo-concept art and post-ironic modernism. Even his satirically socio-critical

and anti-consumption artworks inflamed the enthusiasm of experts and collectors

alike and attracted record prices as the pinnacle of artistic expression of the late

twentieth century.

Jeff Koon’s productions are always likely to provoke controversy. The exhibition of

a selection of his outsized sculptures in 2010 in the rooms and park of the Royal

Palace of Versailles did not find the unequivocal approval of the public or the critics.

Despite, or just because of, his reputation as one of the most controversial artists of

the last few decades recent commissions by the Vienna Opera House or BMW bear

testimony to his unbroken popularity.

In his illustration on the label of the 2010 Mouton Koons uses the ancient Pompeii

fresco of The Birth of Venus as a foil for his silver line drawing of a boat sailing

under a bright sun. The scene is set between two lines opening towards the top,

vaguely resembling a wine glass. The but minor modification of the classic motif

could lead one to believe that in this instance Koons exercised untypical restraint

out of respect for the venerable Mouton.

Label Château Mouton Rothschild 2010

Jeff Koons

Etikett Château Mouton Rothschild 2010

Fast hätte der 1955 in Pennsylvanien, Amerika, geborene Jeff Koons sein von Jugend

an bestehendes Interesse an der Kunst für eine Karriere als Börsen-Broker an der

Wall Street verraten – da wendete er sich gegen Ende der siebziger Jahre doch wieder

der Malerei, Fotografie und dem Design von Skulpturen zu. In den Achtzigern

fanden seine oft naiven und manchmal demonstrativ kitschigen Kreationen zunehmend

Anerkennung als Ausdruck der Neo-Konzept-Schule und postironischen

Kunst. Selbst seine satirisch angehauchten und konsumkritischen Werke erregten

die Begeisterung von Fachwelt und Sammlern und wurden als Ausdruck der Kunst

des späten 20. Jahrhunderts zu Höchstpreisen gehandelt.

Jeff Koons Produktionen sind immer dazu geeignet, Kontroversen zu provozieren.

Die Ausstellung einer Auswahl seiner überdimensionalen Skulpturen im Jahre 2010

in den königlichen Gemächern sowie im Park des Schlosses von Versailles fand bei

Publikum und Kritikern nicht den Anklang, den sich die Organisatoren erhofft

hatten.

Obwohl Koons auch deshalb den Ruf als einer der umstrittensten Künstler der

letzten Jahrzehnte genießt, bezeugen Auftragsarbeiten der jüngsten Vergangenheit

für die Wiener Staatsoper oder für BMW doch seine ungebrochene Popularität.

Die in silbernen Strichen gehaltene Darstellung auf dem Etikett nutzt das Fresco

»Geburt der Venus« aus Pompeji als Folie für ein in einem offenen Kelch unter der

strahlenden Sonne segelndes Boot. Das nur leicht verfremdete konservative Motiv

lässt darauf schließen, dass Koons sich bei der Gestaltung aus Ehrfurcht vor dem

großen Mouton ungewöhnliche Zurückhaltung auferlegt hat.

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Unser besonderer Dank gilt …

… Karl-Heinz Wolf und Pekka Nuikki für die Überlassung ihrer Degustationsnotizen

und die Original-Château-Mouton-Rothschild-Weinflaschen.

Impressum

Château Mouton RothschildWein & Kunst 1924 / 19452011 Wine & Art

Herausgeber: Ralf Frenzel

Überarbeitete Neuauflage 2014

© 2007 Tre Torri Verlag GmbH, Wiesbaden

www.tretorri.de

Idee, Konzeption und Umsetzung: Tre Torri Verlag GmbH

Art Direction:

Fotografie:

Text:

Englische Übersetzung:

Reproduktion:

Guido Bittner, Wiesbaden

Michael Link, Wiesbaden / Pekka Nuikki, Helsinki / Guido Bittner, Wiesbaden

Oliver Drerup, Berlin / Michael Schmidt, Bad Neuenahr-Ahrweiler

Lisa Soules, Frankfurt / Michael Schmidt, Bad Neuenahr-Ahrweiler

DG Medien GmbH, Heidelberg

Printed in Germany

ISBN: 978-3-944628-39-4

Haftungsausschluss:

Die Inhalte dieses Buches wurden von Herausgeber und Verlag sorgfältig erwogen und geprüft. Dennoch kann eine Garantie nicht übernommen werden.

Die Haftung des Herausgebers bzw. des Verlages für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ist ausgeschlossen.

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