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ERFOLGREICH BERGISCH

ERFOLGREICH BERGISCH PORTRÄT Die kleinen Maiskörner poppen auf und der Duft des Popcorns verteilt sich im Foyer des „Corso“. Das Telefon im Kartenhäuschen klingelt: Zehn Karten für die Vorstellung am Freitagnachmittag. Inhaberin Antoinette Lumberg-Boos (68) sucht am PC die besten Plätze raus. Mehr als 40 Jahre macht sie Kino. „Es macht immer noch Spaß“, sagt sie. Seit 1984 betreibt sie das Corso in Radevormwald. Mit vier Sälen zählt es zu den kleinen Kinos der Region. Aber es hält locker mit den großen Filmpalästen mit. Regelmäßig strömen die Besucher auch aus umliegenden Städten dorthin, um aktuelle Streifen auf der großen Leinwand zu erleben. „Wir sind ein familiäres Team und immer freundlich“, erklärt die Kino-Fachfrau. Das schätzen die Stammkunden. „Das ist eine schöne Atmosphäre, man muss nicht lange anstehen und es sind bequeme Sitze“, findet die Remscheiderin Gabriele Swadek. Sie lädt ihren Enkel und dessen Freund in den Ferien regelmäßig ins Corso ein. Immer wieder sind auch neue Gesichter dabei. Service und gründliche Sauberkeit Zum Lumberg-Boos Theaterfilmbetrieb gehören neben dem Corso in Radevormwald das Kino- Center in Schwelm sowie das Palast Theater Menden. Alle Säle sind mit moderner digitaler Technik ausgestattet. Ein gewisser Charme aus vergangenen Zeiten bleibt dennoch erhalten. „Wir bieten Qualität zu besten Preisen“, sagt Sebastian Boos (27), Geschäftsführer in Schwelm und Radevormwald. Denn anders als bei großen Lichtspielhäusern kostet zum Beispiel eine Karte für eine 3D-Vorstellung nur rund 8 Euro. Aktuelle Blockbuster erscheinen genau wie bei den Multiplex-Häusern. Den günstigeren Preis für Karten und Snacks sowie die gründlichere Sauberkeit sieht Boos als großen Pluspunkt der drei Lichtspielhäuser. Filmkunst im Kino Andere kleine Kinos konzentrieren sich auf anspruchsvolle Filmkunst. Programmkinos zeigen beispielsweise deutsche oder andere europäische Produktionen. „Wir sind eine Alternative zu den großen Kinos“, sagt Bastian Thiel, Theaterleitung im Souterrain und Atelier-Kino in Düsseldorf. In der rheinischen Metropole hat sich das Konzept der Düsseldorfer Filmkunstkinos etabliert – ein Zusammenschluss mehrerer Programmkinos, die das cineastische Leben der Großstadt bereichern. Die Kinogruppe erhält eine Programmkinoförderung. Gezeigt werden unter anderem Bestseller- Verfilmungen oder Originale mit Untertiteln. Auch Premieren mit den Regisseuren und anschließenden Diskussionsrunden gibt es. Gut laufen vor allem Sonderveranstaltungen wie Double- Features oder regelmäßige Filmreihen zu einem bestimmten Regisseur oder Thema. Eventkino, zum Beispiel eine Live-Übertragung einer Opernaufführung in New York, ergänzen das Angebot Kino bleibt Kino Grosse Multiplex-Kinos ziehen mehr und mehr die Massen an. Gegen diese scheinbar übermächtige Konkurrenz haben es die kleinen Betreiber schwer. Doch halt: In unserer Region gibt es eine ganze Reihe von kleineren Häusern, die sich dem Wettbewerb stellen und sich behaupten. Guter Service, Freundlichkeit, Nischenprogramme und mitunter der Charme vergangener Tage sind die Erfolgsfaktoren – auch gegen das Online-Streamen von Filmen. 32 www.bvg-menzel.de

und lassen Kino in einem anderen Licht erscheinen. Das ist auch ein Pfund gegen das Streamen von Filmen im Internet. „Kino bleibt Kino. Wer das mag, kommt immer zu uns“, ist sich Thiel sicher. Stammkunden warten auf den Filmstart im „Film-Eck“ Sebastian Boos ist Geschäftsführer der des Kinocenters in Schwelm und des Corso in Wuppertal. Das Servicekino „Film-Eck“ von Klaus und Christel Schiffler in Wermelskirchen punktet mit Persönlichkeit. Während seine Frau die Karten verkauft, bedient er auch während der Vorstellung an der Bar im Vorführsaal – ein richtiger Zwei-Personen-Betrieb. „Das hält einen flott“, sagt Schiffler mit einem Lachen. Seit 1972 betreibt er das Kino, das sein Großvater aufbaute. Von Freitag bis Montag flimmern deutsche und europäische Streifen ausschließlich in 2D über die Leinwand – die Auswahl trifft das Paar nach Gefühl. „Kino kann man genießen, wenn man das Schauspiel sieht und nicht nur die Effekte“, umschreibt der 78-Jährige, was die Faszination für ihn ausmacht. Rund vier bis sechs Wochen nach dem Bundestart laufen die Filme dann im Film-Eck. Viele Stammkunden warten extra solange. Aus Köln, Kürten oder sogar aus dem Sauerland pilgern die Besucher nach Wermelskirchen. Bei den monatlichen Veranstaltungsreihen, Kirchenkino und Traumkino, sind die Sitze regelmäßig gut besetzt. Die Betreiber der kleinen Kinos sind mit Herzblut dabei und echte Cineasten. Sie lieben und leben den Film und das besondere Flair. „Kino wird es immer geben“, sagt Sebastian Boos. Text: Anna Mazzalupi Foto: Jürgen Moll Info Lumberg-Boos Theaterfilmbetrieb: Infos im Netz unter www.corsokino.de. Düsseldorfer Filmkunstkinos Metropol, Atelier-Kino, Bambi, Cinema. Das Keller- Kino Souterrain ist selbstständig. aber eng verbunden. Infos im Web unter www.filmkunstkinos.de. Film-Eck Wermelskirchen: Ewald Schiffler eröffnete 1927 gemeinsam mit seinem Sohn Erich im Saal seinen „Restaurant Reichshalle“ das Kino „Reichshallen- Lichtspiele“. Weitere Infos unter www.film-eck.de. der Bergische Unternehmer 12|17 33

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