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MTD_DDG_2017_12

diabetes Herausgegeben von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) 2. Jahrgang · Nr. 12 · 20. Dezember 2017 zeitung Fotos: iStock/deliormanli, iStock/mustafahacalaki 7 % bei normalen Lebensmitteln wie Nudeln, Milch oder Fleisch MwSt. 0 % bei Obst und Gemüse MwSt. 19 % bei Produkten mit viel zugesetztem Zucker, Salz oder Fett, z.B. Fertiggerichten, Chips oder Süßigkeiten MwSt. Gesund & günstig Mit der Umsatzsteuer dem Übergewicht zu Leibe rücken BERLIN. Eine Studie macht vor, wie die Politik via Mehrwertsteuer die Ernährung verbessern könnte. Obst, Gemüse und Vollkornbrot gelten als gesunde Lebensmittel. In ihren Preisen spiegeln sich die Vorteile gegenüber Dickmachern wie Fastfood oder Softdrinks jedoch vielfach nicht wider. Eine Untersuchung der Universität Hamburg zeigt, dass mit anderen Mehrwertsteuersätzen die Preise und damit auch das Ernährungsverhalten der Menschen hin zu mehr gesunden Lebensmitteln beeinflusst werden könnten. Ebenso lässt sich Übergewicht verringern. Über die Studie und ihre Konsequenzen sprachen wir mit dem Beauftragten der DDG, Dr. Dietrich Garlichs. 3/17 1. Internationaler Konsensus zu CGM HANNOVER. „Die CGM-Technologie bietet einen Lösungsansatz hinsichtlich der vielen Einschränkungen der HbA 1c - Bestimmung und Blutzuckerselbstmessung an“, konstatiert Professor Dr. Thomas Danne. Gemeinsam mit weiteren Experten hat er einen Konsensus erarbeitet mit standardisierten Parametern und Empfehlungen für die CGM-Nutzung. 4 Was in der Praxis zählt Neue Leitlinien-Empfehlungen von der Diabetes Herbsttagung MANNHEIM. Das Programm der Diabetes Herbsttagung ist traditionell sehr praxisorientiert. U.a. wurde die neue konsensbasierte S2k- Leitlinie zu „Diabetes im Alter“ vorgestellt, die in Kürze veröffentlicht werden soll. Neu ist z.B. die Klassifizierung älterer Menschen mit Diabetes in die Kategorien „funktionell unabhängig“, „funktionell leicht abhängig“, „funktionell stark abhängig“ und „End-of-Life-Situation“, die Privatdozent Dr. Dr. Andrej Zeyfang vorstellte. Auch die Therapieziele wurden angepasst – der Fokus liegt nun stärker auf Glukoseexkursionen und -verläufen. Die wichtigsten Aktualisierungen der S3-Leitlinie „Harnwegsinfektionen“ im Hinblick auf Diabetespatienten präsentierte Professor Dr. Reinhard Fünfstück. Insbesondere die Diagnose und Therapie von asymptomatischer Bakteri urie, akuter Zystitis und Pye lonephritis stellte er dabei heraus. Diese und weitere Highlights von der 11. Diabetes Herbsttagung und dem 41. Hypertonie-Kongress: 8–13 Für Diabetologie begeistern BERLIN. Seit Mai gibt es die AG „Nachwuchs in Klinik und Forschung“ der DDG. Sie wurde gegründet, weil die Diabetologie im Medizinstudium an vielen Universitäten unterrepräsentiert ist. Die AG plant, Studierende konkret anzusprechen, um sie für die Diabetologie sowie für eine diesbezügliche wissenschaftliche Laufbahn zu begeistern. 29 Adressfeld Mehr Diabetes-Tote als erwartet Was die Gesellschaft jetzt dagegen unternehmen muss DDG-Zertifikat mit positiver Resonanz BERLIN. Eine aktuelle Evaluation zeigt, wie das DDG-Zertifikat „Klinik für Diabetespatienten geeignet“ hilft, die Prozesse rund um den Diabetes und damit die Versorgung zu verbessern. FREIBURG. Jeder fünfte Todesfall in Deutschland ist möglicherweise auf einen Diabetes mellitus zurückzuführen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung des Deutschen Diabetes-Zentrums, das erstmals Daten für rund 90 % der Bevölkerung auswerten konnte. Bislang ging man davon aus, dass Menschen mit Diabetes Schlechte Krebs- Prognose bei Diabetes Seite 22 Seite 25 Seite 31 STUTTGART. Prostatakrebs hat bei Diabetespatienten eine ausgesprochen schlechte Prognose. Was macht den Tumor in dieser Patientengruppe so aggressiv? ein bis zu 2,6-fach höheres Sterbe risiko haben als Menschen ohne diese Erkrankung. Doch offenbar sterben hierzulande weit mehr Menschen an Diabetes als gedacht. Die Politik muss diese Befunde ernst nehmen und handeln, fordert DDG-Vorstand Professor Dr. Jochen Seufert in einem Beitrag für die diabetes zeitung. 6 Nutzen von Sport und Diät für den Typ 2 KOPENHAGEN. In einer randomisierten Studie wurden die Effekte einer zusätzlichen intensiven Lebensstilintervention bei Typ-2-Diabetes untersucht. Die Ergebnisse sind vielversprechend. Neugeborene vor Hypos schützen REGENSBURG. Diabetes in der Schwangerschaft bedeutet eine Gefahr für Mutter und Kind. Hypoglykämien sind die am häufgsten auftretende Komplikation bei Neugeborenen diabetischer Mütter. Die Leitlinie für eine adäquate Versorgung der Säuglinge wurde nun aktualisiert. Das Ziel: Hypoglykämien vermeiden bzw. erkennen und behandeln. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Empfehlungen lesen Sie auf Seite 20 Foto: iStock/Andesign101