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Vergütung intensimedizinischer Leistungen im DRG-System

Vergütung intensimedizinischer Leistungen im

Leitthema Med Klin Intensivmed Notfmed https://doi.org/10.1007/s00063-017-0390-x Eingegangen: 22. November 2017 Angenommen: 29. November 2017 © Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2017 Redaktion H. Burchardi, Bovenden R. Riessen, Tübingen R. Riessen 1 ·C.Hermes 2 ·K.-F.Bodmann 3 ·U.Janssens 4 ·A.Markewitz 5 1 Internistische Intensivstation, Department für Innere Medizin, Universitätsklinikum Tübingen, Tübingen, Deutschland 2 Bonn, Deutschland 3 Klinik für Internistische Intensiv- und Notfallmedizin und Klinische Infektiologie, Klinikum Barnim GmbH, Werner Forßmann Krankenhaus, Eberswalde, Deutschland 4 Klinik für Innere Medizin und Internistische Intensivmedizin, St.-Antonius-Hospital, Eschweiler, Deutschland 5 Bendorf, Deutschland Vergütung intensivmedizinischer Leistungen im DRG-System Aktuelle Probleme und Lösungsvorschläge Seit dem Jahr 2004 werden die Krankenhausleistungen in Deutschland zu etwa 80 % durch ein einheitliches System von Fallpauschalen, das sog. Germandiagnosis-related-groups[G-DRG]-System, finanziert [38]. In seiner Grundkonstruktion unterscheidet sich das deutsche Gesundheitssystem damit deutlich von anderen Gesundheitssystemen. In den meisten Ländern haben die DRG eine geringere Bedeutung zugunsten andere Vergütungssysteme, die z. B. auch Sicherstellungszuschläge, Zuschläge für die Notfallversorgung oder besondere Regelungen für Maximalversorger beinhalten. Mit der Einführung des G-DRG- Systems verfolgte der Gesetzgeber verschiedene Ziele in der Krankenhausversorgung: Es sollten die Transparenz der Leistungserbringung verbessert, der Wettbewerb verstärkt, Anreize für eine Verkürzung der Verweildauer eingeführt und eine bedarfsgerechte Verteilung der Ressourcen erreicht werden. Übergeordnetes Ziel der Reform war eine Eindämmung der Gesundheitskosten sowohl durch Verbesserung der Produktivität und Wirtschaftlichkeit als auch durch Ausscheiden von wirtschaftlich nicht mehr konkurrenzfähigen Krankenhäusern. Strukturelle Besonderheiten, wie z. B. die Aufrechterhaltung der Not- C. Hermes ist Fachkrankenpfleger Anästhesie und Intensivpflege und Betriebswirt im SozialundGesundheitswesen(IHK). fallversorgung auf dem Land oder die besonderen Aufgaben der Maximalversorger,wurdenindiesemSystemnicht berücksichtigt. Die bis dato für die Krankenhausstrukturplanung zuständigen Länder haben sich seitdem aus dieser Aufgabe weitgehend zurückgezogen und überlassen den Krankenhausträgern großteils die Steuerung der Kapazitäten [39]. Zudem sind die Länder ihrer im G-DRG gesetzlich verankerten Pflicht zur Übernahme der Investitionskosten der Krankenhäuser bis zum heutigen Tage nur völlig unzureichend nachgekommen. Um ihre wirtschaftliche Existenz zu sichern, haben die meisten Krankenhäuser strategisch ihre Leistungszahlen und damit konsekutiv die Personalbelastung erhöht. So stieg Daten des Statistischen Bundesamts (Destatis) zufolge die Zahl der Operationen in der Zeit von 2005–2013 um 30 % und befindet sich im internationalen Vergleich im oberen Bereich [13]. Bei der Betreuungsrelation von Pflegekraft zu Patient steht Deutschland dagegen in Europa mit an letzter Stelle [1, 16]. Ein weiteres Problem ergibt sich aus der Kalkulation der DRG-Fallpauschalen, die auf der Basis der Ist-Kosten an sog. Kalkulationskrankenhäusern unabhängig von Personalstandards oder Qualitätskriterien errechnet werden. Auch tarifbedingte Steigerungen der Personalkosten werden nicht automatisch im Landesbasisfallwert berücksichtigt. Um im DRG-System keine Verluste zu machen, müssen Kliniken mit überdurchschnittlich hohen Kosten versuchen, diese unter diesen Durchschnitt zu senken. Dadurch sinkt der Durchschnittspreis in der nächsten Kalkulationsrunde jedoch weiter ab. Ohne entsprechende Gegenmechanismen fördert dieser sog. Kellertreppeneffekt einen fortwährenden Personalabbau, bisher meist in der Pflege, bzw. eine erhöhte Personalbelastung aller an der Behandlung Beteiligten [39]. Um dieser inzwischen auch von der Gesundheitspolitik erkannten Entwicklung entgegenzuwirken, wird derzeit im Rahmen eines laufenden Gesetzgebungsverfahrens über die Einführung von Personaluntergrenzen beim Pflegepersonal u. a. auf Intensivstationen diskutiert, die in diesem Fall auch Auswirkungen auf die Vergütung intensivmedizinischer Leistungenhabensollen[5]. In diesem Beitrag sollen wichtige Faktoren benannt werden, die bei einer solchen Initiative zu berücksichtigen sind, und Vorschläge für eine Umsetzung im Rahmen einer umfassenderen Reform der Abbildung der Intensivmedizin im G-DRG-System gemacht werden. DRG-basierte Finanzierung der Intensivmedizin Wie in dem Beitrag von Burchardi in dieser Ausgabe ausführlich dargestellt [4] Medizinische Klinik - Intensivmedizin und Notfallmedizin

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