Landschaft Malerei Katalog 2016

cosijosi99

Malereikatalog "Landschaft heute"

Landschaft heute

Malerei zwischen Wirklichkeit und Konstruktion

Christiane Pott-Schlager

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Landschaft heute

Malerei zwischen Wirklichkeit und Konstruktion

Christiane Pott-Schlager

Titelseite und Rückseite:

Ungarische Tiefebene, 2016

Mischtechnik auf Leinwand, 90 x 210 cm

Totentanz für Falschparker 1-8

Graphit und Acryl auf Papier, je 44 x 32 cm

2


Editorial

Inhalt

Editorial

Es bedurfte viel Mut, um sich in diesem Katalog

zur Landschaftsmalerei zu bekennen. Ist Malerei, ja

Landschaftsmalerei heute überhaupt noch zeitgemäß?

Zweifel dieser Art, die mich jedes Mal befielen,

wenn ich mich hinreißen ließ, eine Landschaft

zu skizzieren oder gar zu malen, haben sich in Luft

aufgelöst, als ich mich seit 2011 einer intensiven

Auseinandersetzung mit der heutigen Natur- und

Kulturlandschaft gestellt habe.

Wenn der Philosoph Husserl davon ausgeht, dass

unsere Wahrnehmung nie absichtslos sei, dann

ist es in diesem Fall die Absicht, die Sehnsüchte

des Menschen, Zukunftsvisionen und auch Emotionalität

bei der Betrachtung von Landschaft zu

begreifen und dann solche Weltenlandschaften zu

konstruieren.

Landschaft verändert sich unentwegt und bietet

dabei die intensive Auseinandersetzung mit spezifischer

und jeweils charakteristischer Formenwelt.

Insbesondere die Territorien, die von den Menschen

per Hand oder Maschinen gestaltet werden

können, sind einer schnellen Veränderung unterworfen:

die Ebenen mehr als das unzugängliche

Hochgebirge.

Alle Werke dieses Katalogs, ob naturalistischer

Art oder konstruiert, gehen auf intensive Naturerlebnisse

an bestimmten geographischen Orten

in verschiedenen europäischen Ländern zurück:

Monokulturen von Olivenbäumen in Andalusien,

panonische Tiefebenen in Ungarn, steinige Gebirgskämme

in den französische Alpen, Salzachauen

bei St. Radegund in Oberösterreich, Weidmoos im

Salzburger Flachgau, die Autobahn A1 von Salzburg

nach St. Pölten, Baustellen und Ansichten

von meiner Wahlheimat Lamprechtshausen.

Die Hauptwerke sind nicht chronologisch oder

geographisch geordnet, sondern nach Themen

zusammengefasst, die aus den mitteleuropäischen

Vegetationszonen und Höhenlagen abgeleitet und

erweitert worden sind: Hochgebirge, Mittellagen

mit Hügellandschaften und Bodenwellen, Tiefebenen

und schließlich Bodenasphaltierungen.

Hinzu kommt die Unterscheidung von wirklichkeitsnäherer

und konstruierter Malerei, sog.

Landschaftskonstruktionen. Vereinzelt sind Werke

aus früheren Jahren eingefügt und zeigen meine

kontinuierliche, zumindest immer wiederkehrende

Bereitschaft zur neuen Auseinandersetzung mit

dem Thema Landschaft. Für landschaftliche erlebte

Ursituationen suche ich analoge strukturierte

Ereignisse und Malprozesse auf der Leinwand.

Meine Arbeitsweise auf der Leinwand ist ähnlich

wie bei der Konstruktion von Stahlobjekten und

nährt sich aus intensiver Betrachtung, strengem

Konzept, sichtbar gelassener Konstruktion

und elementaren Experimenten mit dem Material.

Malerische Experimente mit informellen Techniken

sind begleitende Prozesse, die die Malerei

zwischenzeitlich in den Mittelpunkt des Interesses

rücken und ihr auf jedem Quadratzentimeter

Leben und Dynamik, ja Sinnlichkeit einhauchen.

Mein Selbstverständnis als Künstlerin liegt darin,

alltägliche Erfahrungen und Wahrnehmungen in

neue Bildmotive zu fassen und zu neuen malerischen

Erlebnissen zu führen. Die Landschaftsmalereien

sind also einerseits Erinnerung und Reflexion,

ohne naturalistisch abzubilden, andererseits

Jetztzeit-Erfahrung und Seelenlandschaften, ja

Weltenlandschaften.

An dieser Stelle möchte ich mich besonders bei

denjenigen bedanken, die sich in meine Arbeit

eingearbeitet und darüber geschrieben haben:

Mag. Renate Oberbeck und Mag. Peter Thuswaldner.

Viele der Landschaftsmalereien sind im

Farbwerk St. Radegund entstanden, wo ich als

artist-in-residence immer wieder Wochen oder gar

Monate zum Malen einquartiert war. Dafür bin ich

sehr dankbar und auch ebenso für die großartigen

Druckwochen in der Neuhauser Kunstmühle und

für die diversen Auslandsateliers.

Auch wenn Landschaft und Natur immer noch den

72 Ortsgespräche

„Schauer der Erhabenheit“- wie es die Romantik

Bis zuletzt war die Graphikerin Sabine Heide eine

Lamprechtshausener Ortsgespräche

ausgedrückt hat- hervorbringen können und zur

große Hilfe, um das Pensum dieses vorliegenden

Erholung und zum Erleben einladen, so faszinieren

Katalogs zu bewältigen. Dafür und für die Qualität

76 Steinarchitektur

mich persönlich heute auch noch andere Aspekte,

ihrer Arbeit herzlichen Dank.

Spekulationsarchitektur,

die von Eingriffen des Menschen herrühren und

Steinstapelungen, Steinbrüche der Cevennen

4

damit auf Zeitgeist, Freiheitsbegriff und Menschenbild

Rückschlüsse ziehen lassen.

Radierung, 30 x 40 cm (Platte)

April 2017

82 Vita und Ausstellungen

Asphaltierung der Welt, 2016

Christiane Pott-Schlager

5

4

6

14

28

38

52

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Editorial

Einführende Texte

Peter Thuswaldner: Die Ästhetik der Dekonstruktion

Peter Thuswaldner: Die Sinnschichten der Kunst im Werk

von Christiane Pott-Schlager

Renate Oberbeck: Landschaft heute

Massiv

Felskämme, Felsformationen

Bodenwellen

Andalusische Olivenhaine, Bodenwellen,

Ichfremde Augenblicke, Weinbergstraßen

Tiefebenen

Moorlandschaften, Radegunder Au,

Oichtental, Graslandschaften,

Marschlandschaft, Fluchtendes Kontinuum

Landschaftskonstruktionen

Abweichung von der Horizontalen,

Konstruktionen einer Landschaft, Weltenlandschaften

Neuasphaltierung der Welt

Betonierte Freiheit, Highway-Express, Fly-Over,

Kurvend den Berg erklimmen, Neuasphaltierungen


Die Ästhetik der Dekonstruktion

Zu den neuen Landschaftsbildern von Christiane Pott-Schlager

Einführende Texte

Es ist der Kerngedanke der Philosophie eines Arthur

Schopenhauer, allen Dingen dieser Welt ein

universales Grundprinzip zugrunde zu legen, das

er Wille nennt. Dieser Wille hat eine Welt der Formen

und eine Welt der Abläufe und Geschehnisse

hervorgebracht, hat aber alles, was auf diese Weise

geschaffen wurde, durch alle Zeiten hindurch

auch wieder zerstört. Es bleibt Mythos und Tragik

menschlicher Existenz, dass wir selber Teil dieses

fatalen Kreislaufs sind, in dem jedes Entstehen

schon im Augenblick des Werdens den Keim der

Vernichtung enthält.

Wenn Friedrich Nietzsche meint, dass es der Kunst

vorbehalten bleibt, dem Unerträglichen dieses

Wechselspiels aus Grausamkeit und Glorie eine

Ästhetik zuzuschreiben, die uns das Unfassbare

wieder begreiflich macht, so trifft dies in hohem

Maße auf die Kunst Christiane Pott-Schlagers

zu. Darin ist freilich ihr bildhauerisches Werk der

Stahl- und Eisenplastik mit einzuschließen, denn

gerade diese Arbeiten sind es, die nun ihre Herangehensweise

an die Landschaftsmalerei überhaupt

erst verständlich machen. Ihre praktische Erfahrung

mit metallurgischen Wandlungsprozessen,

die unter der Hitze des Schweißbrenners stattfinden,

um gleich darauf dem zerstörerischen Oxidationsprozess

des Rostens bis hin zur völligen Auflösung

zu unterliegen, werden in der ihr eigenen

Weise in der Auseinandersetzung mit Landschaft

konsequent fortgesetzt.

Kunst, die vordergründige Friedlichkeit vermittelt.

Wir wissen spätestens seit William Turner, der seine

Motivation für die Landschaftsmalerei nicht

zuletzt auch aus der Erfahrung mit den Folgen

von Naturkatastrophen bezog, dass die Auseinandersetzung

mit Landschaft immer auch ein Risiko

bedeutet – ein persönliches, ein existentielles

und vor allem ein künstlerisches – dessen Ausgang

ungewiss ist.

Sich auf Landschaft einzulassen, bedeutet für

Christiane Pott-Schlager diese nicht nur zu beobachten,

sondern sich ihr auszusetzen, sich körperlich

treffen und betreffen zu lassen und sie geht

noch einen Schritt weiter, sie setzt sich zur Wehr

sie wird aktiv und bezeichnet ihr künstlerisches

Handeln als Konstruktion. Zunächst versteht sie

Landschaft als Produkt elementarer Bestandteile,

in der sich eines an das andere fügt; und tatsächlich,

Christiane Pott-Schlager fügt Bilder zu Landschaften

zusammen, aber die Einzelbilder tragen

den Charakter des Fragmentarischen.

Christiane Pott-Schlagers Kunst enthält noch

ein ganz anderes Element, das mit einer bewusst

angestrebten Naturerfahrung in Zusammenhang

steht und angesprochen werden muss, wenn ihre

Arbeit recht verstanden werden will. Christiane

Pott-Schlagers Kunst ist spürbar! Was da im ersten

Moment als banale Trivialität artikuliert erscheint,

stellt sich in der überlegten Betrachtung als neue

Form der Kunstrezeption dar, die sich nicht mehr

ausschließlich auf die sinnlich optische Wahrnehmung

beschränkt.

Die Spürbarkeit eines Kunstwerks setzt eine Körperlichkeit

des Betrachters voraus, die sich vom

biologisch-chemischen Körper genau dadurch

unterscheidet, dass sie eben spüren und empfinden

kann. In der Philosophie der Phänomenologen von

Husserl über Heidegger bis zu Hermann Schmitz

wird diese Art von Körperlichkeit, die zu eben dieser

Empfindsamkeit fähig ist, als Leib bezeichnet.

Atmosphäre kann als heiter, als bedrohlich, als

erfrischend, als beängstigend und als vieles andere

mehr beschrieben werden, immer aber ergreift sie

den Menschen in seiner Ganzheit und versetzt ihn

in Stimmungslagen, die der analytische Verstand

nicht mehr fassen kann.

Christiane Pott-Schlagers Kunst beeindruckt durch

eben solche Atmosphären, die den Betrachter vereinnahmen,

die aber alles andere als Zustände aufgeräumter

Unbeschwertheit – d.h. die Vorstellung

von Idyllen – erzeugen. Viel eher sind es Zustände,

Götterdämmerung, 2016

Mischtechnik auf Leinwand, 50 x 200 cm

die eine ins Extrem gesteigerte Gespanntheit zwischen

hoffnungsvollen Aufbrüchen auf der einen

Seite und lebensfeindlicher Trostlosigkeit auf der

anderen Seite zum Ausdruck bringen. Es geht um

Existenzielles – daran lässt Christiane Pott-Schlager

keinen Zweifel. Es geht um die unauflösbare

Dissonanz zwischen Werden und Vergehen, die

jede Tröstung ad absurdum führt.

Stellt man die Frage nach dem körperlichen Ort, in

dem etwas gespürt wird, wird der Unterschied zur

Damit trifft sie ein höchst bedeutsames Anliegen sinnlichen Wahrnehmung sofort deutlich, denn

postmodernen Kunstschaffens, nämlich das der es gibt für diese Art des leiblichen Spürens weder

Dekonstruktion. Jeder landschaftlichen Konstruktion

ein Sinnesorgan, noch einen Bereich innerhalb des

geht die Dekonstruktion, die Fragmentierung, menschlichen Körpers, dem diese Wahrnehmung

d.h. das Zerbrechen des Bestehenden voraus. Aber zugeordnet werden könnte. Es ist eine Wahrnehmung

diese Brüche erfolgen nicht an vorgegebenen

die die menschliche Ganzheit erfasst und

Sollbruchstellen und erwarteten Bruchlinien, sondern

deshalb von Husserl als Leib bezeichnet wird, um

dort, wo sie eigentlich gar nicht stattfinden es vom physischen Körper des Menschen zu unter-

dürfen – mutwillige Brüche also, die Mut und scheiden. Das Ergebnis dieser Wahrnehmung ist

Der Reiz der Landschaft mag in der Idylle liegen, Willen zugleich erfordern. Die Konstruktion, der weder ein Bild noch ist es ein Ton, sondern ist eine

6

aber Pott-Schlagers Kunst ist trotz landschaftlicher

Idyllen keine idyllische – vor allem ist es keine überlassen.

eine Vielzahl von Bezeichnungen bereithält. Eine

neuerliche Zusammenbau bleibt dem Betrachter bestimmte Atmosphäre, für die unsere Sprache

7

Peter Thuswaldner

März 2017


Die Sinnschichten der Kunst im Werk von Christiane Pott-Schlager

Von Peter Thuswaldner

Einführende Texte

(Zusammenfassung der Eröffnungsrede zur Ausstellung

im Lebzelterhaus Vöcklabruck, 2015)

Es ist als Zeichen von besonderer künstlerischer

Qualität zu werten, wenn sich das Werk einer

Künstlerin auf mehreren Schichten von Sinngebung

analysieren lässt und am Ende immer noch

ein beträchtlicher Teil des Unerklärbaren zurückzubleiben

scheint. Auch wenn es gelingen mag, das

künstlerische Werk Christiane Pott-Schlagers auf

den Ebenen des Gesellschaftskritischen, des Ironischen,

des Metaphorischen und schließlich auf

einer tiefenpsychologischen Schicht zu erfassen,

kann nicht alles gesagt sein.

1. Das Gesellschaftskritische

Man kann (man muss) Christiane Pott-Schlager als

politische Künstlerin verstehen, die zu allen ungelösten

Fragen, die eine Zivilgesellschaft des 21. Jhs.

aufwirft, mit schonungsloser Deutlichkeit Stellung

bezieht. Wenn etwa der Naturraum Berg durch

moderne Autostrassen zunehmend erschlossen,

in Wirklichkeit aber zerstört wird, oder wenn wir

durch das notorische Einwickeln und Einschweißen

unserer alltäglichen Gebrauchsgegenstände

unsere eigene Isolierung aber auch die unserer

Mitmenschen – insbesondere jene, die eigentlich

der Hilfe bedürfen, auf menschenverachtende

Weise demonstrieren, so sind das allemal Themen,

die Christiane Pott-Schlager aufgreift und dafür

eine Kunstsprache findet, die allein schon deshalb

verstanden wird, weil sie die Menschen betroffen

macht und sie vor allem dort trifft, wo der Mensch

am empfindlichsten ist – in seiner Eitelkeit.

In einer Bildfolge, die sie als „Totentanz für Falschparker“

(Seite 2/3) betitelt, kritisiert Christiane

Pott-Schlager die Schizophrenie einer Gesellschaftsentwicklung,

in der sich der Einzelne mit den

Fetischen der modernen Zeit wie z.B. mit dem Auto

so weitgehend identifiziert, dass er Abschleppdienste

und Organstrafverfügungen als existentielle

Bedrohung seiner eigenen Person wahrnimmt. Zu

erinnern ist in diesem Zusammenhang an eine von

Christiane Pott-Schlager veranstaltete Performance

die im Vorgarten der Berchtoldvilla in Salzburg

2014 stattgefunden hat, wo die tief eingegrabenen

Spuren, verursacht durch ein martialisches Motorradspektakel,

mit roter Farbe ausgefüllt wurden und

wo der solchermaßen verletzte Rasen anschließend

mit weißen Leinentüchern bedeckt wurde. (Seite

9) Das makabre Schauspiel und die schließlich von

den weißen Tüchern aufgesaugte Farbe löste bei

den Zuschauern zunächst wohl Begeisterung aus,

die sich aber gleich darauf in nachhaltiges Entsetzen

und Betroffenheit wandelte.

Aber Christiane Pott-Schlager wäre nicht aktivistische

Künstlerin läge diesem Entsetzen, dieser

Betroffenheit und der Desorientierung, die sie mitunter

auslöst und mit der sie ihre Kunstbetrachter

schließlich nach Haus schickt, das beabsichtigte

Konzept einer schonungslosen Aufklärung zu

Grunde.

2. Das Ironische

Aggressivität und berechtigter Sarkasmus werden

aber bei Christiane Pott-Schlager stets durch eine

äußerst feinfühlige Ironie konterkariert. Dass im

Falle des eingewickelten Autos ausgerechnet ein

Smart und ein Fahrrad gewählt wurde (Seite 8),

betont die Absurdität unserer Alltagsängste und

die Lächerlichkeit einer Schutzmaßnahme, die

gleichermaßen deplatziert wie nutzlos ist. Aber

das Lachen bleibt einem ohnehin sofort wieder

im Halse stecken. Denn damit angesprochen wird

nicht der böse Industrie-Manager und seine Produktionshallen

und nicht der reiche Bankdirektor,

der die Macht und das Geld hat, sondern wir, die

Bürger der Mittelklasse.

Denn wir sind es, die das Fremde ausgrenzen, die

aus reiner Berührungsangst über alles die sterile

Schutzhülle der Plastikfolie wickeln und wir sind

es schließlich, die nur allzu gerne jeglicher Art von

Kritik an den sogen. „Oberen“ beizupflichten bereit

sind und nicht merken, dass es die Verwerfungen

unseres eigenen, durch den Wohlstand verzerrten

Konsumverhaltens sind, die den eigentlichen Beitrag

zu Fehlentwicklung und Dekadenz leisten.

dies mit der Befreiung aus hinderlicher Gebundenheit

hin zur Freiheit eines offenen Austausches mit

Welt und Mitwelt verbunden ist, läßt uns einmal

mehr Christiane Pott-Schlager als gewiefte Künstlerin

metaphorischer Kapriolen erscheinen. Solche

Doppeldeutigkeiten sind in der Nähe des Humors

angesiedelt und sind Kennzeichen einer gelungenen

Kunst jenseits moralisierender Attitüde.

Ironisch-absurd ist daher der Titel „Kurvend den

Berg erklimmen“ (Seite 70/71) aufzufassen, als ob

mittels Auto auf einer in eleganten Schwüngen

geführten Trasse, die sich durch brutale Geländeeinschnitte

und naturfremde Brückenkonstruktionen

nicht der Natur, sonder hauptsächlich dem

Fahrkomfort des Lenkers anpasst, noch von erklimmen

die Rede sein könnte!

3. Das Metaphorische

In den genannten Beispielen wird aber auch deutlich,

dass sich Christiane Pott-Schlager beim Transport

ihrer Botschaften einer Metaphorik bedient,

die geradezu als Kennzeichen ihres Kunstschaffens

zu gelten hat. Wenn beispielsweise das Bild

des gefürchteten Sensenmannes ein weiteres Mal

durch ein metaphorisches Bild potenziert wird, in

dem das übliche Totengerippe durch eine gepanzerte

Baumaschine, die Sense durch eine Baggerschaufel

und der betroffene Mensch durch den

Fetisch Auto ersetzt wird, und dies noch als Totentanz

apostrophiert wird, dann wird die Metaphorik

ins Absurde transformiert. (Seite 2/3)

Aber damit hat sich das Ironische in Christiane

SMART-im kalten Krieg der PR Ikonen, 2009

Öl auf blauer Leinwand, 100 x 145 cm

Pott-Schlagers Kunst noch nicht erschöpft: denn

Eingewickelt zu sein, beinhaltet auch die Möglichkeit,

ausgewickelt, oder besser, entwickelt zu wer-

Vollkasko, 2009

Öl auf blauer Leinwand, 100 x 145 cm

den. Fast hat es bei dieser Art der Betrachtung den

Anschein, als ob das Eingewickeltsein eine Voraussetzung

für das Auswickeln darstellt und ein Pro-

Rechte Seite:

Ver-letzt-endlich, 2014

zess des Fortschritts erst unter dieser Prämisse im

8 Kunstaktion mit Motocross, Acrylfarbe, Leinentücher,

9

Stahlnägel in der Grünanlage der Berchtoldvilla, Salzburg Sinne von Entwicklung gedeutet werden kann. Dass

Fortsetzung auf Seite 10


Rechte Seite:

Wasserstrassen, 2017

Mischtechnik auf Leinwand, 120 x 205 cm

Einführende Texte

Man weiß nicht mehr, soll man noch lachen, soll

man sich entsetzen oder sich einfach nur schämen

und aus Scham und Verzweiflung nicht vielleicht

doch den Keller seines eigenen Hauses aufsuchen,

wo das eingewickelte Fahrrad steht, um dieses

endlich zu entwickeln, um kurvend jenen Berg zu

erklimmen, der uns einzig und allein von der quälenden

Sorge um Auto und Parkplatz endgültig zu

befreien vermag.

Die Bilder Christiane Pott-Schlagers ermöglichen

Wortspiele, Gedankenspiele und vielleicht auch

so etwas wie Bilderspiele, die es erlauben, oder

sogar erforderlich machen und erzwingen, Bilder

gegenseitig auszutauschen. Es mag reizvoll sein,

z.B. das Bild mit der Baggerschaufel neben ein

Landschaftsbild, oder den eingewickelten Smart

mitten hinein in den Nischenzyklus zu hängen,

würde aber meinen, dass es zu weit geht, wollte

man das Bild mit dem Panzerfahrzeug neben ein

Selbstportrait Christiane Pott-Schlagers setzen,

obwohl damit die Botschaft ihrer Werke in einem

ganz wesentlichen Punkt erfasst wäre.

d.h. eine Mischung aus metallischem Eisen

und nichtmetallischem Kohlenstoff. Äußerlich

nicht sichtbar ist der bemerkenswerte

Sachverhalt, dass sich in diesem Werkstoff nicht

nur die chemischen Gegensätze von Metall und

Nichtmetall gegenüberstehen, sondern auch,

dass sich hier das Dunkle in der Form des Kohlenstoffs

mit dem Glanz des Hellen in Form von Eisen

zu einem strukturellem System zusammenfinden.

Die wissenschaftliche Beschreibung dieser physikalisch-chemischen

Wechselwirkungen lässt

Strukturen zu Tage treten, die geeignet sind,

Wesenszüge menschlicher Existenz abzubilden.

In der Naturwissenschaft pflegt man derartige

Wiederholungen und Analogien als Symmetrien

zu bezeichnen. Die Entdeckung von Symmetrien

ermöglicht es uns, ein tieferes Verständnis für die

Natur und deren Beschreibung in der Naturwissenschaft

zu erhalten.

Man kennt in der modernen Quantentheorie den

bereits gängig gewordenen Begriff der Supersymmetrie.

Darunter darf man sich eine Art von

Paralleluniversum vorstellen, dessen Existenz

zwar noch keinesfalls als gesichert angenommen

werden kann, das aber trotzdem in der physikalischen

Forschung als reale Möglichkeit gefordert

wird, weil es eine Vielzahl ungeklärter Fragen der

Wissenschaft, aber auch Fragen, die uns als Menschen

betreffen, beantworten könnte. Es war für

mich nun höchst überraschend, dass das künstlerische

Werk Christiane Pott-Schlagers von eben

Ich nehme an, dass dieses Faktum der Künstlerin

vielleicht gar nicht so bewusst ist, es ist dies

nämlich ein Faktum, das im Allgemeinen der unbewussten

Seelentiefe des Künstlers, der Künstlerin

angehört. Gleichzeitig aber ist es der Grund, auf

dem allein sich künstlerisches Schaffen generiert

und die Voraussetzung dafür ist, dass Kunst

authentisch und glaubwürdig ist.

Christiane Pott-Schlager geht es offensichtlich

nicht um die Farbigkeit einer gegenständlichen

Wiedergabe der Dinge, sondern um das viel

Wesentlichere, nämlich um die Sichtbarmachung

einer inneren Weltstruktur, und der subtilen Wiedergabe

ihrer verborgenen Symmetrien, die sie mit

humorvoller Ironie und aktuellen Fragestellungen

zu verbinden weiß.

Christiane Pott-Schlagers Bilderzyklen sind daher

nicht als narrative Bildfolgen zu sehen, sondern als

symmetrische Varianten ein- und desselben Sachverhalts,

die das Abgründige, das Tragische, das

Absurde, das Perfide und das Aufregende menschlicher

Existenz ebenso zu transportieren vermögen,

wie das Moment des Künstlerischen, das sich über

all diese Begriffe erhebt.

4. Die Tiefenschicht der Symmetrien

Die Bilder, die scheinbar so verschiedene Lebensbereiche

ansprechen, haben noch eine tiefere

Schicht, die Christiane Pott-Schlager einmal

Es gilt herauszufinden, welches künstlerische

mehr als Künstlerin mit nahezu abgründigem

Moment es ist, das die bausteinartigen Formen zu

Tiefgang ausweisen. Diese tiefere Schicht, von

einer einheitlichen Aussage verbindet und wie sich

der jetzt die Rede ist, hat damit zu tun, dass

immer wieder das Element der Symmetrie zur Botschaft

Christiane Pott-Schlager eigentlich eine Eisenplastikerin,

der Künstlerin verdichtet! Das Elementare …

oder besser gesagt, eine Stahlplastikerin

kehrt immer wieder!

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ist. Stahl ist nicht das gleiche diesem Phänomen der Symmetrien ganz wesent-

wie Eisen, sondern Stahl ist eine Legierung, lich mitgeprägt ist.

Peter Thuswaldner

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Einführende Texte

Landschaft heute

Von Renate Oberbeck

Wer vertraut mit dem bisherigen Œuvre der Künstlerin

Christiane Pott-Schlager ist, der wird an zentraler

Stelle ihr breites Spektrum an Stahlplastiken

nennen, die auf den ersten Blick meist als rein

abstrakte Gebilde wirken. Bei genauerem Hinsehen

erkennt man den Objekten jedoch unschwer an,

dass sich Pott-Schlager während ihrer konstruktiven

Phase häufig an die Formen der Natur annähert,

denn so bewusst die Künstlerin den mentalen

Prozess in der Gestaltung auch umsetzt, so sehr

gibt sie doch ihren emotionalen Verwurzelungen

Raum. Die Stahlobjekte werden zu solitären Stellvertretern

für das große Ganze, wie die sich biegenden

Halme, die riesigen Samenkörnern ähnlichen

Urformen oder die Schoten, um nur einige

Beispiele zu nennen.

In vergleichbarer Weise hat sich die Künstlerin

in den letzten Jahren auch immer intensiver mit

der Landschaftsmalerei auseinandergesetzt. Sie

bedient sich dabei einer Kunstgattung, die auf eine

lange Tradition zurückblicken kann, gibt es doch

bereits Hinweise auf Naturdarstellungen in der

griechischen und römischen Antike. Diese erfüllten

aber entweder den Zweck, die architektonischen

Schranken mittels der illusionistischen Trompe

l’oeil-Malerei, die bereits in Pompeji verwendet

wurde, zu überwinden oder Landschaftsdarstellungen

wurden quasi als Bühne mythologischer

beziehungsweise historischer Themen verwendet.

des ausgehenden Mittelalters gewann das Interesse

an natürlichen Landschaftsdarstellungen an

Bedeutung und führte zu realistischer gestalteten

Landschaftsbildern, wobei erst die in der Renaissance

entdeckte Linearperspektive zu täuschend

echt wirkenden Landschaften führten. Trotzdem

dauerte es noch lange, bis die Landschaftsmalerei

als ebenbürtige Gattung neben der Historienmalerei,

dem Porträt, und der Genremalerei bestehen

durfte. Nur das Stillleben musste sich ebenso lange

am letzten Platz dieser Rangliste behaupten.

Erst ab dem Klassizismus fand diesbezüglich ein

Umdenken statt, doch erst der Impressionismus

und das 20. Jahrhundert führten zur endgültigen

Emanzipation der Landschaftsmalerei.

Diese Emanzipation der Gattung lässt den Künstlern

letztendlich jegliche Freiheit, an das Thema

heranzugehen, sei es nun mit fotografisch

genauem Blick, einigen von Licht und Atmosphäre

bestimmten farbenfrohen Pinselstrichen, abstrakten

Auflösungen des real Wahrnehmbaren, minutiösen

Zeichenlinien und noch unendlich mehr

Möglichkeiten.

Christiane Pott-Schlager nimmt sich diese Freiheit

und folgt dabei ganz bestimmten Kriterien.

Wie bei ihren Stahlplastiken ist für sie das Konstruktive

in den Landschaftsbildern von elementarer

Bedeutung. Diese konstruktive Klarheit mit

oftmals meditativer Qualität, steht im paradoxen

Widerspruch zur Dynamik ihrer künstlerischen

Handschrift, der Lebendigkeit der vibrierenden

ihrer elementaren Spannung, von bewegten Linien,

von Brüchen, Über- und Unterschneidungen,

von Harmonien und Dissonanzen. Im paradoxen

Spannungsfeld dieser differierenden Gestaltungselemente

kreiert Pott-Schlager eine neue Landschaftsmalerei

als Gegenwelt zu unserer reizüberfluteten

Gegenwart und eröffnet mit Ihrer Sicht

die Möglichkeit zu einem Diskurs über Beständigkeit

und Vergänglichkeit. Die Einladung, sich mit

Tiefgründigem auseinander zu setzen, gelingt der

Künstlerin besonders durch die Darstellung der

puren Landschaft, die menschenleer ist und so

umso stärker das Ausgeliefertsein zum inneren

Thema werden lässt.

Als Vorbereitung fast aller Serien dienten und dienen

zahlreiche Skizzen und Zeichnungen, manchmal

auch Aquarellskizzen. In variantenreicher

Gestaltung entstehen phantasiereiche, spielerisch

und experimentierfreudig umgesetzte Bilderfolgen.

Was sich dann dem Auge in so lockerem Duktus

erschließt und oftmals wie zufällig erscheint,

ist jedoch immer aus wohlüberlegtem Kalkül

entstanden.

Beeinflusst von Tachismus und Informell gesteht

Pott-Schlager den Farben Freiräume zu, sie dürfen

sich überdecken, herunterrinnen, ineinander

fließen, können manchmal lasierend die unteren

Schichten wahrnehmbar lassen oder dick

und opak das Untere verdecken. Immer sind ihre

Malereien in zahlreichen Schichten aufgebaut.

Manches wird verwischt, erzeugt Unschärfe, der

eine ungeheuerliche Mikrodynamik, als weiteres

Kennzeichen ihrer charakteristischen Malweise,

die auch im Einklang mit dem Farbkonzept der

Künstlerin steht.

Dies gilt gleichermaßen für die Bilder mit vermeintlicher

Grauskala, die durch den gezielt nuancierten

Einsatz von Farbpigmenten an malerischer Lebendigkeit

und Spannkraft gewinnen, als auch für ihre

farbintensiveren Werke, in denen subtilste, lyrische

Farbabstufungen bis zu furios expressiver Farbkraft

gesteigert werden. Das Spiel mit Kontrasten,

Komplementärfarben und Farbnuancen unterstreicht

oder relativiert, je nach künstlerischem

Konzept, entweder das Konstruktive oder das

Malerische, das Dynamische oder das Meditative.

Wenn die Künstlerin die Strenge der Formen und

Konstruktionssysteme durch subtile Farbschattierungen

aufbricht, verleiht sie dem Lyrischen Raum

und verändert damit auch die Bildaussage.

Ein gutes Beispiel dafür ist das Bild „Götterdämmerung“

von 2016 (Seite 5), wo kraftvolle Farben

bis zu ihrer zartesten Nuancierung horizontale

und vertikale Konstruktionslinien verdecken und

unterlaufen und durch das dominierende Kolorit

dem Bildtitel entsprechenden Sinn verleihen.

Ganz gezielt setzt die Künstlerin auch die unterschiedlichsten

Bildformate ein, um ihre Intentionen

zusätzlich zu verdeutlichen: „Bewegung und

Lebendigkeit in jedem cm².“

Generell weiß Christiane Pott-Schlager Unterschiede

mittels eines raffinierten Wechsels kräftiger

und zartester Linien oder gestisch expressiver

Pinselstriche darzustellen. Gleichzeitig lässt

sie den Betrachter durch ihren Duktus am Malvorgang

emotional teilnehmen. Hell und Dunkel,

Licht und Schatten, werden bei ihr sowohl in der

Zeichnung, als auch in der Malerei zu geschickten

Verbündeten. Perspektivische Räumlichkeit wird

durch fluchtende Linien oder Schichtungen generiert,

atmosphärische Räumlichkeit erhält ihren

Charakter durch gezielte Farb- und Lichtführung.

Dieser Katalog gibt einen wichtigen und repräsentativen

Einblick in die Landschaftsmalerei

Christiane Pott–Schlagers. Er dokumentiert ihre

stilistische Anbindung an den lyrischen Informell,

ihre charakteristische Malweise, die sich zwischen

Tachismus, Realismus und Abstraktion bewegt und

auf Vorbilder wie Gerhard Richter *1932, Anselm

Kiefer *1945 („Märkischer Sand“, 1980), Herbert

Brandl *1959 (der sich ebenfalls mit Umweltfragen

und Bergbildern beschäftigt) oder Siegfried

Anzinger *1953 (der seine Bilder in bis zu 20 Malschichten

aufbaut) hinweist, um hier nur einige zu

nennen.

Andererseits lassen sich, wohl in abgeschwächter

Form, Hinweise auf Arbeiten Karl Korabs *1937

(besonders die Wald- und Weinviertler Landschaftsbilder)

finden. Gleichzeitig zeigt der Katalog,

wie homogen gewachsen das Gesamtwerk Christiane

Pott-Schlagers ist und wie stark konstruktive

Vorgehensweisen sowohl für ihre Stahlplastiken

als auch für ihre Malerei relevant sind.

Nicht zuletzt liefert der Katalog Erkenntnisse

hinsichtlich der zeitnahen Auseinandersetzung

mit problematischen Themen, mit denen sich die

Künstlerin kritisch und oft auch ironisch befasst.

Im Mittelalter wurde Landschaft mittels eines

Fly Over I, 2016

Lithokreide und -tusche auf Papier, 37,5 x 56,5 cm

typologischen Formenschatzes, wie er in sogenannten

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Musterbüchern zu finden war, äußerst Malerei und der Kraft der Farben. So unterschied-

sofort durch scharfe Linien und Grate Paroli gebo-

Fly Over II, 2016

sparsam dargestellt und erst allmählich, zu Beginn lich die Motive auch sind, so leben sie dennoch von ten wird. Dieser ständige Strukturwandel erzeugt

Lithokreide und -tusche auf Papier, 37,5 x 56,5 cm

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Massiv

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Massiv

Massiv

Die in Serie entstandenen Zeichnungen von

Gebirgsmassiven sind Tuschezeichnungen, die das

horizontal Geschichtete der französischen Alpen

in Drôme mit vertikalen Linien massiver Blöcke

in Widerstreit bringt. Ansteigende oder abfallende

Grate füllen die Blätter skelettartig. Immer

wieder komponiert die Künstlerin neue dynamische

Formationen, oftmals durch Risse und

Gräben gesprengt. In diesen Arbeiten wird man

an das Konstruktive der Stahlobjekte erinnert,

wobei die Zartheit der Tusche-Linien das Massige

eines Gebirgsmassivs auf den ersten Blick kaum

unterstützt. Erst die gezielten Verdichtungen, die

Spalten, Rinnen, Gesteinsüberlagerungen und

Überhänge angeben, verleihen dem anfänglich

Filigranen Festigkeit. Unterstützt werden diese

Zeichnungen durch ihr extremes Querformat, die

die Konstruktion niederdrücken und so das Massige

spüren lassen.

Aus diesen Zeichnungen gehen dann die großformatigen,

oftmals zyklischen Leinwandbilder in

Mischtechnik hervor, die nun zusätzlich die Maltechnik

mitsprechen lassen. Die Gemälde präsentieren

sich in einer vielfach abgestuften Grauskala,

die durch zart nuancierte Farbpigmentierungen in

Spannung versetzt wird. Bewegung wird zusätzlich

durch die unterschiedlichen Bildformate

erzeugt, die den Arbeitsprozess der Künstlerin

nochmals verdeutlichen.

Masse hervor, türmen sich unregelmäßig auf, lassen

tiefe, dunkle Klüfte sichtbar werden.

Furios folgen Pinsel und Spachtel diesem Naturschauspiel.

Dazwischen bilden sich immer wieder

größere und kleinere Liniengeflechte, die die komplizierte

Tektonik samt vegetativer Spuren sichtbar

werden lassen. Dann, kurz bevor der Tiefenzug

das Gebirge in die Ferne zu rücken beginnt, legen

sich sanfte Nebelschwaden über das Gebirgsmassiv

und erzeugen eine Unschärfe, die die Schärfen

umso stärker akzentuiert.

Lässt man sich als Betrachter auf diese raffinierten

Bildkompositionen ein, so wird man gerade hier die

musikalische Dimension des Wortes „Komposition“

erfassen können. Denn vergleichbar einer Symphonie

werden die einzelnen Sätze mittels unterschiedlicher

Bildformate zu neuen Eindrücken

gesteigert um vor dem beruhigenden Abstieg dem

Höhepunkt zuzustreben. Bei „Felsformation Nr. 2“

(Seite 18) verleiht die Künstlerin dem Steinmassiv

hingegen etwas tänzelnd Figuratives – auch hier

energetisch hoch aufgeladen.

Renate Oberbeck

Von einem kleinen Vorgipfel kann man zum Beispiel

in der „Massiv Serie Nr. 1“ über abgestufte

Vorherige Seite:

Massiv Serie1, 2015

Bildformate den Hauptgipfel erreichen. Ebenso

Massiv Serie 2, 2015

Mischtechnik auf Leinwand, 5-teilig

unterschiedliche Formate bilden die „Massiv

Mischtechnik auf Leinwand, 4-teilig

Teil 1, 100 x 150 cm

Teil 1, 100 x 150 cm

Teil 2, 150 x 30 cm

Serie Nr. 2“, über die sich der Felsengrat wie eine

Teil 2, 150 x 65 cm

Teil 3, 150 x 100 cm

urzeitliche Echse hinwegschiebt. Felsplatten und

16 Teil 3, 135 x 155 cm

Teil 4, 140 x 155 cm

17

Gesteinsbrocken brechen eruptiv aus der hellen

Teil 4, 100 x 155 cm

Teil 5, 105 x 200 cm


Massiv

Felsformation 2, 2015

Mischtechnik auf Leinwand, 80 x 160 cm

18 Felsformation 3, 2015

19

Mischtechnik auf Leinwand, 100 x 150 cm


Links:

Felskamm 1, 2015

Mischtechnik auf Leinwand, 40 x 90 cm

Felsblock 1, 2015

Mischtechnik auf Leinwand, 90 x 70 cm

Felskamm 2, 2015

Mischtechnik auf Leinwand, 70 x 90 cm

Rechte Seite:

Felsformation 1, 2015

Mischtechnik auf Leinwand, 135 x 155 cm

Massiv

20


Massiv

22 Massiv 1-14, Drôme, 2015

23

Chinesische Tusche auf Papier, 20 x 60 cm


Massiv

24 Massiv 15-28, Drôme, 2015

25

Tusche, 20 x 60 cm


Massiv

26 Felsformation 5, 2015

Felsformation 6, 2015

27

Mischtechnik auf Leinwand, 100 x 100 cm

Mischtechnik auf Leinwand, 100 x 100 cm


Bodenwellen

28


Bodenwellen

Bodenwellen

30

Die reduzierte Farbpalette der Drôme-Gebirgsmassive

wird von der Künstlerin in den „Bodenwellen“

besonders durch die Erweiterung der warmen

Farbtöne zu enormer Leuchtkraft gesteigert.

Andalusische Olivenhaine standen Pate für diese

Motive, bei denen die Ausschnitte genauso vage

bleiben, wie bei den Gebirgsmassiven. Rhythmisch

gegliedert, in parallelen Reihen, die über sanfte

Hügelketten in die Ferne entschwinden um allmählich

zu verblassen, übt sie einerseits Kritik an

den alles vereinnehmenden Monokulturen, schafft

es aber auf der anderen Seite, das Faszinosum

dieser Landschaft mittels Farb- und Formgebung

greifbar zu machen.

Wie bunte Wollknäuel ducken sich die stark vereinfachten

Bäume in ihren Reihen an den Boden,

halten einander gegenseitig fest, vollziehen

gemeinsame Richtungswechsel und erhöhen auf

diese Weise die Spannkraft der Bilder. Die wie ein

feines Gespinst hingeworfenen Farbtropfen bieten

noch zusätzlichen Halt, besonders dort, wo die Olivenbäume

größere Abstände zueinander haben.

Auch diese Serie fand ihre Vorbereitung in zahlreichen

Skizzen und Zeichnungen, die in ihrer Vielfalt

erstaunen. (Ichfremde Augenblicke, Seite 34/37) So

kommen die Pflanzungen einmal fast in militärisch

exakter Gliederung daher, während sie das nächste

Mal von Erosion bedrohte Pflanzen sind, die sich

nur mehr vereinzelt den harten Umweltbedingungen

widersetzen können. Werden vereinzelt vertrocknete

Wasserscheiden sichtbar so überwuchert

andernorts hohes Gras die Hügellandschaft und

bedroht die in Reih und Glied gepflanzten Bäume.

Christiane Pott-Schlager weiß diese Unterschiede

mittels eines raffinierten Wechsels kräftiger bis

zartester Linien darzustellen.

Das Spiel von Licht und Schatten führt sowohl

in der Zeichnung als auch in der Malerei durch

einen ausgeklügelten Wechsel von Hell und Dunkel,

von warmen Farben zu kühlen, von luziden

zu opaken zu einer voll Spannung komprimierten

Bildkomposition.

Raum, Weite und Ferne werden sowohl durch

perspektivische Verkürzungen und gezielte Änderungen

der Linien, als auch durch das Verblassen

der Baumreihen sichtbar, wie die Hitze Andalusiens

in den farbig intensiven Gemälden spürbar

wird. Zu dieser Motivserie gehören auch die tektonisch

ähnlich aufgebauten Lavendelfelder, die

Pott-Schlager mit violettem Buntstift gezeichnet

hat. (Seite 84/85)

Renate Oberbeck

Vorherige Seite:

Bodenwellen I-IV, 2015,

Mischtechnik auf Leinwand, 4-teilig,

Teil 1, 100 x 50 cm

Teil 2-4, 100 x 100 cm

Bodenwellen VI, 2015,

Mischtechnik auf Leinwand, 100 x 200 cm

Rechte Seite:

Bodenwellen V, 2015,

Mischtechnik auf Leinwand, 100 x 200 cm


Bodenwellen

Weinbergstraßen, 2016

Mischtechnik auf Leinwand, 80 x 160 cm

32

Rechte Seite:

Olivenhaine, 2016

Mischtechnik auf Leinwand, 100 x 200 cm


Bodenwellen

Ichfremde Augenblicke 1-7, 2015

34

Graphit auf Papier, je 57 x 78 cm

35


Bodenwellen

36 Ichfremde Augenblicke 8-16, 2015

37

Graphit auf Papier, je 57 x 78 cm


Tiefebenen

38 39


Tiefebenen

Tiefebenen

40

Vorherige Seite:

Moorlandschaft II, 2014

Mischtechnik auf Leinwand, 65 x 155 cm

Oben:

Radegunder Au I, 2013

Mischtechnik auf Leinwand, 30 x 140 cm

Radegunder Au II, 2013,

Mischtechnik auf Leinwand, 55 x 150 cm

Rechte Seite:

Moorlandschaft I, 2014

Mischtechnik auf Leinwand, 100 x 150 cm

Sehr stark kommt die tachistische Malweise

Pott-Schlagers bei den Bildern der Tiefebene zum

Ausdruck. Die kühle Feuchte der Moorlandschaften

ihrer unmittelbaren Umgebung realisiert sie mit

nass verlaufenden Farbspuren, Farbspritzern, Verwischungen

und ähnlichem, die den spiegelnden

Gewässern nachspüren. Die horizontal betonten

Bilder in unterschiedlichsten Grüntönen gewinnen

durch diese herablaufenden Farbspuren an Tiefe.

Die Vegetation, Büsche und Bäume, die meist den

Hintergrund erobern, tragen mit ihrem Reichtum

an Farbnuancen und Über- beziehungsweise

Hinterschneidungen dazu bei, die ruhigen Bilder

nicht langweilig erscheinen zu lassen, sondern sie

verleihen ihnen eine innere Spannung. Mit dem

Einsatz der unterschiedlichen Grüntöne gelingen

der Künstlerin auch unterschiedliche Stimmungen.

So wenig konkret die Orte bestimmbar sind, so

vage sind auch die Tageszeiten umrissen, so dass

es dem Betrachter offen steht, sich von der Stimmung

tragen zu lassen. Es besteht die Gefahr, diese

wenigen noch bestehenden Moorlandschaften an

Grundstückspekulanten zu verlieren. Diese Bilder,

in der Tradition eines lyrischen Informell geben

jedoch noch ein intaktes Moor wieder, das es zu

erhalten gilt.

Renate Oberbeck


Tiefebenen

Oben:

Radegunder Au VI, 2013

Mischtechnik auf Leinwand, 40 x 150 cm

Rechts:

Radegunder Au V, 2013

Mischtechnik auf Leinwand, 40 x 100 cm

Radegunder Au IV, 2013

Mischtechnik auf Leinwand, 35 x 80 cm

Radegunder Au III, 2013

Mischtechnik auf Leinwand, 35 x 80 cm

42

Rechte Seite:

Moorlandschaft III, 2014

Mischtechnik auf Leinwand, 90 x 110 cm


Tiefebenen

Oben:

Moorlandschaft IV, 2014

Mischtechnik auf Leinwand, 50 x 200 cm

Links:

Radegunder Au VII, 2014

Mischtechnik auf Leinwand, 50 x 135 cm

Radegunder Au VIII, 2016

Mischtechnik auf Leinwand, 80 x 155 cm

44

Rechte Seite:

Moorlandschaft V, 2016

Mischtechnik auf Leinwand, 90 x 135 cm


Tiefebenen

Marschlandschaft, 2016

Mischtechnik auf Papier, 50 x 70 cm

Landschaftsskizze 1 und 2, 2001

Aquarell auf Papier, 23 x 34 cm

Rechte Seite:

Graslandschaft, 2016

Mischtechnik auf Leinwand, 80 x 140 cm

46


Tiefebenen

48 Oichtental 1-8, 2016

49

Tusche auf Papier, 21 x 29,7 cm


Tiefebenen

Links:

Weinberge I, 2016

Lithographie, 45 x 61 cm, Auflage 18

Weinberge II, 2016

Lithographie, 39 x 48,5 cm, Auflage 12

Weltenlandschaft I, 2016

Lithographie, 63 x 91 cm, Auflage 18

50

Rechte Seite:

Fluchtendes Kontinuum, 2017

Mischtechnik auf Leinwand, 100 x 205 cm


Landschaftskonstruktionen

52


Landschaftskonstruktionen

Landschaftskonstruktionen

Dominierte in den Bildern der Tiefebenen, der

Radegunder Au und des Oichtentales das Kontemplative

einer speziellen Landschaft, so kommt

in Pott-Schlagers Landschaftskonstruktionen der

Malakt nochmals ganz intensiv zum Ausdruck.

Kubistische Element dringen in den Hintergrund,

durchbrechen einander, stoßen mit spitzen ineinander

versetzten Keilen in die Landschaft, überdecken

einander lasierend und erschließen so trotz

ihrer Flächigkeit den Raum.

Bereits 2008 widmete sich Christiane Pott-Schlager

farbkräftigen Landschaftskonstruktionen, die

in der Formensprache stark geometrisch sind. Im

Gegensatz zu den jüngeren Arbeiten handelt es

sich bei diesen älteren um kleinformatige Bilder,

in denen Segmentbögen aller Arten dominieren.

Hier stellt das Spiel von Kontrasten, Komplementärfarben

und Farbabstufungen eine große Rolle,

wobei auch hier der Strenge der Formen durch

subtile Farbschattierungen entgegengewirkt wird.

Die Farben überlagern ihrerseits immer wieder die

strengen Konstruktionslinien und lassen das Lyrische

in den Vordergrund treten.

Die Künstlerin hat sich in den „Abweichungen von

der Horizontalen“ ebenfalls, wie bei den Gebirgsbildern,

mehrfach der schwarz-weiß-grauen Palette

bedient. Die Strenge der geometrischen Formen

bricht sie wieder durch den gezielten Einsatz

von äußerst dynamischen Linien, die hohes Gras

oder Weinstocke andeuten. Gestische expressive

Vorherige Seite:

Weltenlandschaft, 2017

Mischtechnik auf Leinwand, 120 x 205 cm

Konstruktionen einer Landschaft Nr. 1-10, 2008

Mischtechnik auf Leinwand, je 18 x 24 cm

Unten:

Konstruktionen einer Landschaft Nr. 11-12, 2008

Mischtechnik auf Leinwand, 18 x 55 cm, 20 x 50 cm

54

Fortsetzung auf Seite 56


Landschaftskonstruktionen

Farbspritzer, Überzeichnungen und Zerfließendes,

tragen zur Dynamisierung bei und lassen am

Malvorgang teilnehmen. Farbschüttungen und

Verwischungen setzen diese Effekte fort. Diese

Serie bietet zahlreiche farbige Abweichungen von

der Graupalette. Ähnlich wie bei Anton Lehmdens

Landschaften brechen Felder auf, öffnen unerwartete

Einblicke.

Die jüngste dieser Arbeiten, Weltenlandschaft,

(Seite 53) stellt eine Tiefebene dar, die in rautenförmige

Farbparzellen segmentiert ist. Deutlich spielt

Pott-Schlager mit den mehrfachen Malschichten,

die sich lasierend überlagern und für kompositorische

Spannung sorgen, zu der auch die unterschiedlich

variierenden Parzellen beitragen. Auffallend

erhebt sich aus der Ebene eine zeltähnliche

Architektur, die sich auch farblich durch die Betonung

der Blautöne abhebt, jedoch die Farben der

Umgebung in sich integriert und das Blau an sie

weitergibt, so dass aus dem spannungsgeladenen

Farbspiel eine neue Harmonie entsteht.

Renate Oberbeck

Abweichung von der Horizontalen 1, 2014

Mischtechnik auf Leinwand, 70 x 240 cm

56


Landschaftskonstruktionen

Oben:

Abweichung von der Horizontalen 5, 2014

Mischtechnik auf Leinwand, 70 x 220 cm

Abweichung von der Horizontalen 6, 2014

Mischtechnik auf Leinwand, 75 x 140 cm

Rechte Seite:

58 Abweichung von der Horizontalen 2, 2014

Mischtechnik auf Leinwand, 70 x 200 cm

59


Landschaftskonstruktionen

Oben:

Abweichung von der Horizontalen 4, 2014

Mischtechnik auf Leinwand, 70 x 200 cm

Links:

Landschaftzeichnung 1, 1997

Graphit auf Profilkarton, 100 x150 cm

Landschaftszeichnung 3, 1997

Graphit auf Papier, 70 x 100 cm

Landschaftzeichnung 2, 1997

Graphit auf Profilkarton, 100 x150 cm

60

Rechte Seite:

Abweichung von der Horizontalen 3, 2014

Mischtechnik auf Leinwand, 70 x 200 cm


Neuasphaltierung der Welt

62


Vorherige Seite:

Neuasphaltierung der Welt II, 2016

Mischtechnik auf Leinwand, 100 x 200 cm

Highway-Express, 2016

Mischtechnik auf Papier, 50 x 70 cm

Rechte Seite:

Neuasphaltierung der Welt IV, 2016

Mischtechnik auf Leinwand, zweiteilig, 80 x 200 cm

Neuasphaltierung der Welt

64

Neuasphaltierung der Welt

Die Serie „Neuasphaltierung der Welt“ findet im

Reigen der bereits genannten Serien ihre konsequente

Fortsetzung. Einerseits weist die Künstlerin

auch hier auf dir drohende Umweltzerstörung

hin, indem sie die Zerschneidung der Landschaft

durch Straßen und Schallschutzwände, die die

freie Sicht blockieren, kritisiert, andererseits

nutzt sie die hervorragende Möglichkeit, dem

Konstruktivismus des Straßenbaus sowohl in der

Zeichnung als auch in der Malerei nachzuspüren.

Bewegung und Tempo werden hier, folgt man den

Begrenzungs- und Mittellinien, den Leitschienen

und Lärmschutzwänden, den Brückenkonstruktionen

und Begrenzungssteinen, jederzeit

nachvollziehbar.

Auch hier kommen, je nach Medium, Schattierungen,

Verwischungen, Farbsprenkel und Verwerfungen

für eine Befreiung aus dem streng

Konstruktiven zum Einsatz und vermögen so das

dynamische Element noch zu steigern. Gleichzeitig

wird diese Maltechnik zum Ausdruck eines

sich immer wieder neu generierenden Einfallsreichtums

und Malwitzes, der dem Malvorgang

psychologische Tiefe verleiht und Stimmungen

und Emotionen erkennen lässt, so dass sie zu Ausdrucksträgern

der Bilder werden.

In engem Zusammenhang mit dieser Serie steht

auch das Bild „Küstenstraßen“ von 2016 (Seite 87).

Straßen und Brücken versinken stellenweise im

Wasser, kommen an anderer Stelle wieder hoch,

schlängeln sich in die Ferne, erinnern manchmal

eher an fliegende Teppiche als an fest verbaute

Straßen und fügen sich in eine diffuse, imaginäre

Wasserlandschaft, die einerseits Endzeitvisionen

einer großen Flut aufkommen lässt, andererseits

zur meditativen Versenkung verführt.

Renate Oberbeck


Neuasphaltierung der Welt

Von oben:

Fly Over II, 2016,

Mischtechnik auf Papier, 50 x 70 cm

Neuasphaltierung, 2016

Mischtechnik auf Papier, 50 x 70 cm

A1 Salzburg-Wien bei Nacht, 2016

Mischtechnik auf Papier, 50 x 70 cm

Windpark, 2016

Mischtechnik auf Papier, 50 x 70 cm

66

Rechte Seite:

Neuasphaltierung der Welt I, 2016

Mischtechnik auf Leinwand, 100 x 200 cm


Neuasphaltierung der Welt

Neusaphaltierung A1 Pöchlarn, 2016,

Mischtechnik auf Leinwand, zweiteilig, 80 x 200 cm

Betonierte Freiheit, 2016

Radierung, 4 Platten, mehrfarbig, 44 x 94 cm

68

Rechte Seite:

Neuasphaltierung der Welt III, 2016

Mischtechnik auf Leinwand, 100 x 200 cm


Neuasphaltierung der Welt

70

Kurvend den Berg erklimmen

Bei all der berechtigten Kritik, die wir üben, wenn

im modernen Straßenbau lebendige Natur dem

leblosen Asphalt und dem nüchternen Beton zu

weichen hat, wird gerne ein Moment übersehen,

was Christiane Pott-Schlager als „Ästhetik

der Straßenführung“ bezeichnet. Dem Laien ist

es nicht bewusst, dass sich für den planenden

Ingenieur die Trasse einer Straße aus mathematisch

definierten Kurvenzügen zusammensetzt,

die dem manipulativen Lenkvorgang bei

hoher Geschwindigkeit Rechnung trägt. Denn

während der langsamen Bewegung des Lenkrades

beschreibt das Fahrzeug bestimmte

Kurvenformen, die mathematisch als Kreisbögen,

Hyperbeln und Parabeln beschrieben werden

können. In ihrer perspektivischen Verzerrung

aus der Position des Autolenkers erlebt man ein

Gefühl, für das wir gerne den Begriff der Eleganz

verwenden, damit aber den hohen ästhetischen

Reiz und eine höchst positive Betroffenheit zum

Ausdruck bringen wollen.

Indem sich aber die Straße auch den Formen der

Landschaft anzupassen hat und diese sich dem

Fahrer über die Trassenführung seinem Lenkverhalten

mitteilt, wird die Landschaft nicht nur

visuell, sondern gesamtkörperlich im doppelten

Sinn „erfahren“. Das kreative Zusammenwirken

von Natur und Mensch, wie es im Straßenbau nun

einmal stattfindet, ist ein künstlerischer Prozess

per se und muss in weiterer Folge zu künstlerischer

Auseinandersetzung herausfordern. Dieser

Herausforderung hat sich Christiane Pott Schlager

gestellt und sich dabei in durchaus sinnvoller

Weise der graphischen Darstellung bedient, in

der die Abstraktion des Linearen im Vordergrund

steht.

Peter Thuswaldner

Kurvend den Berg erklimmen I-III, 2014

Graphit und Buntstift auf Karton, je 100 x 140 cm


Heimat steckt in jedem

Quadratmeter Asphalt!

35 x 50 cm

Abzweigung zur Raiffeisenbank

50 x 70 cm

Heimatgefühle

28 x 35 cm

Wir inszenieren den Abstand zwischen uns

50 x 70 cm

Bezwungener Hügel

50 x 70 cm

Abgrenzung

35 x 50 cm

Ortsgespräche

Ortsgespräche

Manches der großen Landschaftsmotive hat

schon in den „Ortsgesprächen“, Zeichnungen

aus dem heimatlichen Lamprechtshausen und

Umgebung, seine Vorläufer gefunden. So finden

die endlosen Ackerfurchen ihre enge Verbindung

zu den „Bodenwellen“, der andalusischen

Olivenhaine.

den Wunsch nach einer großzügigen Autobahn

aufkommen, die ein rasches Tempo erlaubt und

nebenbei auch den humorvollen Aspekt nicht

zu kurz kommen lässt. Dieser augenzwinkernde

Humor findet sich in der „Abzweigung zur Raiffeisenbank“,

auf die der Abbiegepfeil schildbürgerlich

hinweist. Auch die skurril anmutenden

Bagger passen in dieses aufmerksam beobachtete

Umfeld, bei dem auch die scheinbar beschauliche

Ortsidylle mit in die Ferne gerücktem Dorf oder

Hof nicht fehlen.

Das Raunen eines unaussprechlichen Gedankens

50 x 70 cm

Und so manche „Neuasphaltierung der Welt“ findet

Anklänge in den sich überschneidenden Gleisen,

die in weichen Kurven in die Remise führen

72

oder in der Straßengabelung, die zur Ausfahrt einlädt.

Das Bild vom Stau lässt dann ganz deutlich Renate Oberbeck

Graphit auf Papier, diverse Größen

Lamprechtshausener Ortsgespräche1-7, 2012

73


...rasender Stillstand!

50 x 23,5,cm

Ortsgespräche

Lamprechtshausener Ortsgespräche 8-16, 2012

Graphit auf Papier, diverse Größen

Die Zukunft ist kein homogenes Konstrukt!

28 x 35 cm

Hupen sinnlos! Geschlossene Ortschaft!

28 x 35 cm

Der Baum,

das Universalmaß des Augenblicks

28 x 35 cm

Das Schicksal setzt sich fort

28 x 35 cm

Das Leben vor sich herschieben

28 x 35 cm

Funkloch

28 x 35 cm

Der Stern von Bethlehem weist uns

die Richtung zu den Konsumtempeln

35 x 28 cm

Autokarawanen übers Land

35 x 50 cm

74


Spekulationsarchitektur

Caps, Floors und Swaps 7-10, 2013

Mischtechnik auf Leinwand

30 x 70 cm

Rechts:

Spekulationsarchitektur

Caps, Floors und Swaps 4, 2013

Mischtechnik auf Leinwand

210 x 30 cm

Steinarchitektur

Spekulationsarchitektur

Caps, Floors und Swaps 1-3, 2013

Mischtechnik auf Leinwand

210 x 30 cm

Steinarchitektur

Totempfählen ähnlich zeigen die Steinarchitekturen

ein figuratives Äußeres. Hier hat die Künstlerin

ihre Liebe zum Konstruktiven phantasiereich und

spielerisch umgesetzt. Fiktive Gebäude aus unregelmäßig

geformten Steinen werden zu ästhetischen

Gebilden, wo reale Bewohnbarkeit ein

Traum bleibt. Stellenweise sind sie so filigran aufgeschichtet,

dass ihr Zusammenbruch zu erwarten

ist. Dass sie trotzdem halten, grenzt an ein statisches

Wunder.

Rechts:

Spekulationsarchitektur

Caps, Floors und Swaps 5 und 6, 2013

76 Mischtechnik auf Leinwand

20 x 80 cm

Renate Oberbeck

77


Steinarchitektur

Steinstapelungen, 2013

Mischtechnik auf Leinwand

78 Nr.1 und 2: 155 x 60 cm

Rechte Seite: Nr.3: 200 x 155 cm

79


Links:

Bewegliche Ordnung, Cevennen, 2011

Ölkreiden auf Leinwand, 195 x 45 cm

Steinarchitektur

Oben:

Im Steinbruch IV, Cevennen, 2011

Ölkreiden auf Leinwand, 85 x 65 cm

Rechts:

Steinbruch II, Cevennen, 2011

Ölkreiden auf Leinwand, 65 x 85 cm

Im Steinbruch I, Cevennen, 2011

Ölkreiden auf Leinwand, 65 x 85 cm

Rechte Seite:

Im Steinbruch III, Cevennen, 2011

Ölkreiden auf Leinwand, 65 x 85 cm

80 81


CHRISTIANE POTT-SCHLAGER

Freischaffende Künstlerin, Tätigkeitsbereiche: Malerei, Zeichnung, Stahlbildhauerei, Rauminstallation, Video

Ausstellungen und Projekte (Auswahl)

Vita, Ausstellungen und Projekte

1965 geboren in Bremen

lebt und arbeitet seit 1989 im Salzburger Land,

Österreich

1984 - 1993 pianistische und musikpädagogische

Ausbildungen an der Hochschule für Musik

Köln und an der Hochschule „Mozarteum“

Salzburg; Abschluss als Instrumentalpädagogin

1993 - 2001 Studium der Kunst- und Werkerziehung an

der Universität „Mozarteum“ Salzburg,

Klasse Prof. Dieter Kleinpeter, Abschluss als

Magistra artium

Seit 1994 alljährliche Teilnahme am Internationalen

Stahlsymposion Riedersbach, OÖ

2002 3-monatiges Atelierstipendium in ChengDu/China

2006-2012 Leiterin des Internationalen Stahlsymposions

Riedersbach, Oberösterreich

2007 Lehrauftrag für Malerei an der South West

Jiaotong University und dem Visual Art

College der Sichuan Normal University in

ChengDu/China

2008 Gast-Professorin an der Guangxi Normal

University in Guilin, China

2009 Teamleiterin für ein Groß-Skulpturen-Projekt

an der Southwest Jiaotong University

Chengdu/China

2010 Atelierstipendium der Stadt Salzburg in

Budapest/Ungarn

2011 Gastdozentin an der Central Academy for

Fine Arts in Peking/China

2013 International Metal Art Symposion, Foshan/China

2012-2015 Präsidentin der art bv Berchtoldvilla

(Berufsvereinigung der bildenden Künstler

Österreichs, Landesverband Salzburg), Salzburg

2016 Atelierstipendium des Landes Salzburg in

Sardinien/Italien

PREISE UND WETTBEWERBE:

2010 Karl-Weiser-Preis, Salzburg

2009 Kunst-am Bau-Projekt, „Landschaftslinien“ Haigermoos (OÖ)

2013 Preisträgerin von Podium 13 des Land Salzburg „Kunstbaustelle“

2014 Förderpreis der Berufsvereinigung der

Bildenden Künstler, Landesverband Salzburg

2015 Kunst-am-Bau-Projekt „Buntstiftspäne“, Volksschule St. Pantaleon (OÖ)

MITGLIED:

art bv Berchtoldvilla (Berufsvereinigung bildender Künstler Österreichs, Landesverband

Salzburg)

Münchener Secession

GEDOK-München

sculpture network

Öffentliche Ankäufe und Kunst am Bau-Projekte:

• ChengDu und Foshan (China)

• Burghausen, Hohenstein Ernstthal, Gerstorf (Deutschland)

• Salzburg, Strobl am Wolfgangsee, Burgkirchen, Ebenau, Haigermoos, Ostemiething,

Lamprechtshausen, St. Georgen, St. Pantaleon (Österreich)

2017 Katalogpräsentation und Ausstellung „Landschaft heute“, FABRIK,

Galerie der Stadt Salzburg (A)

„Neuasphaltierung der Welt“, one artist-room, art bv Berchtoldvilla,

Salzburg (A)

Teilnahme an „...alles außer Landschaft“, Münchener Secession,

Radierverein München (D)

Teilnahme „Salzburg: Visionen“, art bv Berchtoldvilla, Salzburg (A)

und Tallinn (EST)

Teilnahme an „Salzburg-Vilnius: Der Dialog“, art bv Berchtoldvilla,

Salzburg (A) und Vilnius (LTU)

Einzelausstellung

2016 Teilnahme an KUNST DRUCK GLAS, Galerie Neuhauser Kunstmühle in Wien (A)

Einzelausstellung Galerie Schloß Puchheim (A)

Teilnahme „Linzer Kunstsalon“, Landesgalerie Linz (A)

ARTSPACE, Kuratorenschaft und Teilnahme, art bv Berchtoldvilla Salzburg (A)

Einzelausstellung „Maria fassungslos“, Turmgalerie Baden bei Wien (A)

Internationales Malersymposion, Pöchlarn an der Donau (A)

Atelierstipendium des Landes Salzburg in Sardinien mit Ausstellung in

Galleria CULT/Alghero, Sardinien (I)

Teilnahme an Ausstellungen der Galerie art & soul, Bad Kissingen (D)

Atelieraufenthalt Farbwerk St. Radegund (A)

Einzelausstellung „Vegetationszonen“ Zwerglgartenpavillon,

Galerie der Stadt Salzburg (A)

Einzelausstellung „ Maria fassungslos“ Frauenhilfe Salzburg (A)

Teilnahme an „Sommernachtstraum“ art bv Berchtoldvilla in Vantaa, Finnland

Teilnahme an „ Maimix“ der Münchener Secession, Verein für

Originalradierung München (D)

Kunst-am-Bau-Projekt „Faltobjekte“ Volksschule Lamprechtshausen (A)

Einzelausstellung „Frauenzimmer-Update“ Turmgalerie Augustusburg,

Chemnitz (D)

Druckgraphische Werkstatt-Wochen in der Neuhauser Kunstmühle

Hohenberg bei St. Pölten (A)

Teilnahme „Ein Sommernachtstraum“, art bv Berchtoldvilla, Salzburg

Atelieraufenthalt in Drôme, Nordprovence (F)

Kunst-am-Bau-Projekt „Buntstiftspäne“, Volksschule St. Pantaleon, (A)

Kunstankauf des Landes Salzburg „Ichfremde Augenblicke“,

2 Landschaftszeichnungen, (A)

Einzelausstellung „ Auf dem Boden der Wirklichkeiten“, Galerie Lebzelterhaus,

Vöcklabruck, (A)

Einzelausstellung „Ichfremde Augenblicke“, Wehrle-Diakonissen Aigen,

Salzburg (A)

Teilnahme „Natur im Raum“, art bv Berchtoldvilla, Salzburg (A)

Atelieraufenthalt Farbwerk St. Radegund, (A)

2014 Teilnahme und Kuratorenschaft „Artspace“, art bv Berchtoldvilla, Salzburg (A)

Teilnahme „Mensch im Mittelpunkt“, art bv Berchtoldvilla, Salzburg (A)

Teilnahme und Kuratorenschaft „RESET“, art bv Berchtoldvilla, Salzburg (A)

Atelieraufenthalt Farbwerk St. Radegund (A)

Katalog „Konstruktion der Stille“ Meditationen in Stahl

Katalogpräsentationen und Ausstellung „Konstruktion der Stille“,

Benediktussaal, Lamprechtshausen (A)

Errichtung des eigenen Skulpturenweges, Weidmoos Lamprechtshausen (A)

Teilnahme „Kunst im Stadl“, Hackenbuch (A)

2013 Teilnahme „Ausgebrannt“, art bv Berchtoldvilla, Salzburg (A)

Rauminstallation „365 Tage Kunstbaustelle“, Podium 2013, Salzburg (A)

Teilnahme am Skulpturenweg „Die Verbeugung“, Landesausstellung, Freistadt (A)

Teilnahme Stahlsymposion mit „Wind-Whirl-Skulptur“ in Foshan (China)

Teilnahme und Kuratorenschaft „Der andere Blick“, art bv Berchtoldvilla,

Salzburg (A)

Einzelausstellung „Nur zufällig Frau“, Bildungshaus St. Virgil, Salzburg (A)

Teilnahme „ Jedermanns Totentanz“, art bv Berchtoldvilla, Salzburg (A)

Einzelausstellung „Frauenzimmer-Update“ im Tetzner-Museum Gersdorf (D)

Denkmal für Bundeskanzler Dr. Josef Klaus an der Universität Salzburg (A)

2012 Teilnahme „ON TO RED“, Galerie der Künstler, Maximilianstrasse, München (D)

Teilnahme an Münchener Secessionsausstellung in Istanbul (Türkei)

Einzelausstellung „expressiv-neoexpressiv-exzessiv“ Deutschvilla in Strobl (A)

2015 Teilnahme „Tradition & Gegenwart“, Münchener Secession, Cham (D)

Teilnahme und Kuratorenschaft von „A4“ , art bv Berchtoldvilla Salzburg (A)

82

Teilnahme „Women´s Secret“, art bv Berchtoldvilla, Salzburg (A)

Einzelausstellung “Frauenzimmer-update“, Sacellum Salzburg (A)

Teilnahme „Herbst_Zeit_Lose“, Berufsvereinigung Wien/NÖ, Schloss Gloggnitz (A) Altarraumgestaltung, Christophorus-Kapelle Ostermiething (A)

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Ausstellungen und Projekte (Auswahl)

Ausstellung zur Lesung von Erich Wimmer, art bv Berchtoldvilla Salzburg (A)

2011 Einzelausstellung, Werksgebäude der GWS Salzburg (A)

Einzelausstellung an der Central Academy of Fine Arts, Peking (China)

Teilnahme bei “Porträt” und “Heimat”, art bv Berchtoldvilla, Salzburg (A)

Einzelausstellung „Construction of Silence“, Sölvesborg (Schweden)

Teilnahme an „Kunstmeile“ Trostberg (D)

2010 Einzelausstellung zum Karl-Weiser-Preis, artbv Berchtoldvilla, Salzburg (A)

„Friedenskreuz“ der Gemeinde Burgkirchen (A)

Teilnahme „58. Festspiele Europäische Wochen Passau“,

Universitätsplatz, Passau(D)

Atelierstipendium der Stadt Salzburg in Budapest (Ungarn)

Teilnahme „Natur im Raum“, art bv Berchtoldvilla, Salzburg (A)

2009 Altarraumgestaltung in Pfarrkirche St. Maximilian, Burgkirchen (A)

Groß-Skulpturenprojekt an der Southwest Jiaotong University Chengdu (China)

Kunst-am-Bau-Projekt „Landschaftslinien“, Gemeindeamt Haigermoos (A)

Teilnahme „Große Kunstausstellung“, Haus der Kunst, München (D)

Teilnahme „Kunstmeile“, Trostberg (D)

Teilnahme „39m² Kunst“, art bv Berchtoldvilla, Salzburg (A)

Film-Tanz-Projekt „Grenzgänger“, ARGE-Nonntal, Salzburg (A)

2008 Teilnahme „ARTMIX“, art bv Berchtoldvilla, Nationalbibliothek Tallinn (Estland)

Teilnahme „Mariae Verkündigung“, Stadtgalerie Altötting (D)

Teilnahme „Versteckte Botschaften“, art bv Berchtoldvilla, Salzburg (A)

Teilnahme „naked“, art bv Berchtoldvilla, Salzburg (A)

Einzelausstellung, Münchener Künstlerhaus, München (D)

2007 Einzelausstellung am Art College der Guangxi Normal University Guilin (China)

Einzelausstellung „Meditationen in Stahl“, ehemaligen Tuchfabrik,

Kirchenraum Marcel Callo, Linz (A)

Teilnahme „Qi Bai She- Festival“, Xiantang (China)

Einzelausstellung „Frauenzimmer- Update“, Gemeindeamt Bürmoos (A)

Arbeitsaufenthalt und Einzelausstellung „Back from China“,

Festung Hohensalzburg, Salzburg (A)

Teilnahme „Parallele Wege“, Münchener Secession, Palazzo Albrizzi, Venedig (I)

Teilnahme „ Spirituel Views“, art bv Berchtoldvilla, Salzburg (A)

Einzelausstellung „Lippenblick mit entrosteten Poren“, Deutsches Patent- und

Markenamt, München (D)

Teilnahme „Mythos Moor“ , Sigl-Haus St. Georgen (A)

Einzelausstellung im Visual Art College der Sichuan University, Chengdu (China)

Arbeitsaufenthalt und Ausstellung „verstoffwechselt“,

Farbwerk St. Radegund (A)

2006 Ausstellung von 4 Münchener Secessionisten, Paracelsus-Klinik, München (D)

Einzelausstellung „Stählerne Momente“, Kleine Galerie, Hohenstein-Ernstthal (D)

Teilnahme und Kuratorin „Frauenzimmer-Update“, Liebenweinturm,

Burghausen (D)

Teilnahme und Kuratorin „Frauenzimmer-Update“, art bv Berchtoldvilla,

Salzburg (A)

Doppelausstellung „Dialoge“ mit Fangyi Tang, AAI-Zentrum, Salzburg (A)

Teilnahme an „Innerbirg-Ausserbirg“, art bv Berchtoldvilla, Salzburg (A)

Teilnahme an „Haus- Mythos und Metapher“, Oberste Baubehörde, München (D)

Einzelausstellung „Chat-Bekanntschaften“, Rotunde, Timmendorfer Strand (D)

Teilnahme „Gegenbesuch“, Künstlergruppe DIE BURG, Gütersloh (D)

2005 Teilnahme „Große Kunstausstellung“, Haus der Kunst, München (D)

Teilnahme „Natur im Raum“, art bv Berchtoldvilla, Salzburg (A)

Einzelausstellung in der Galerie in der Schule, Neumarkt am Wallersee (A)

Teilnahme „Jahresausstellung“ des Salzburger Kunstvereins, Salzburg (A)

Ausstellungsbeteiligung „Die Burg“, Künstlergruppe Die Burg, Burghausen (D)

Teilnahme „Spurensuche“, Justizvollzugsanstalt, München – Stadelheim (D)

Einzelausstellung Galerie Noran, Lüdinghausen und Panker (D)

2004 Teilnahme an der Jahresausstellung des Salzburger Kunstvereins, Salzburg (A)

Ausstellungsbeteiligungen im Liebenweinturm, Burghausen (D)

Einzelausstellung in der Galerie Noran, Lübeck (D)

Ausstellung von Stahlplastik und Malerei im Design-Center, Linz (A)

Einzelausstellung Galerie-Café New Covent Garden, Salzburg (A)

2003 Wandgestaltungsprojekt „Der Spaziergang“, Lamprechtshausen (A)

Gemeinschaftsausstellung Galerie „Brot und Wein“, Braunau (A)

2002 Wandgestaltungsprojekt „Der Spaziergang“, ChengDu (China)

Teilnahme „Große Kunstausstellung“, Haus der Kunst, München (D)

Einzelausstellung Kraftwerk der EnergieAG Riedersbach (A)

Einzelausstellung Gewölbe- Galerie Burghausen (D)

2000 Einzelausstellung „Metallplastiken“, Chiemseehof, Salzburg (A)

Einzelausstellung Kulturkeller Energie -AG Engelhardtszell (A)

1999 Rauminstallation „Tief Einatmen“ Kunststation KNIE, Oberndorf (A)

1998 Ausstellungsbeteiligung in der Berchtold-Villa, Salzburg (A)

Ausstellungsbeteiligung „Menthol“, Universität Mozarteum,

Pavillon des Zwerglgartens, Salzburg (A)

1997 Ausstellung im Elektrizitätswerk Wels (A)

1996 Einzelausstellung Galerie Forum West, Salzburg (A)

1995 Ausstellungsbeteiligung „Anlaß Beuys“ , Bildungshaus St. Virgil, Salzburg (A)

1994 Buchillustration von Dr. Fr. Zaunschirm (A)

84 Lavendelfelder 1-3, 2015

85

Buntstift auf Papier, je 21 x 29,7 cm


Impressum

Herausgeberin: Mag. art. Christiane Pott-Schlager

Texte: Mag. Renate Oberbeck, Mag. Peter Thuswaldner

Fotos: Mag. Christiane Pott-Schlager, Mag. Stefan Nuetzel (Seite 66 Neuasphaltierung A1 Pöchlarn)

Layout und Gestaltung: Zweiblatt, Sabine Heide, www.zweiblatt.at

© 2017, Fotos und Texte unterliegen dem Urheberrecht

Verlag Münchener Secession

ISBN 978-3-943106-16-9

Kontakt:

Mag. art. Christiane Pott-Schlager

Hauptstrasse 47

5112 Lamprechtshausen

Mobil: +43 650 44 34 741

E-mail: christiane.pott@artasyl.at

www.artasyl.at

Unterstützt durch:

86

Kultur

Rechte Seite:

Küstenstraßen, 2016

Mischtechnik auf Leinwand, 120 x 160 cm


„Es ist als Zeichen von besonderer künstlerischer Qualität zu werten,

wenn sich das Werk einer Künstlerin auf mehreren Schichten von

Sinngebung analysieren lässt und am Ende immer noch ein beträchtlicher

Teil des Unerklärbaren zurückzubleiben scheint. Auch wenn es

gelingen mag, das künstlerische Werk Christiane Pott-Schlagers auf

den Ebenen des Gesellschaftskritischen, des Ironischen, des Metaphorischen

und schließlich auf einer tiefenpsychologischen Schicht zu

erfassen, kann nicht alles gesagt sein.“

„Christiane Pott-Schlagers Bilderzyklen sind [...] auch nicht als narrative

Bildfolgen zu sehen, sondern als symmetrische Varianten einund

desselben Sachverhalts, die das Abgründige, das Tragische, das

Absurde, das Perfide und das Aufregende menschlicher Existenz ebenso

zu transportieren vermögen, wie das Moment des Künstlerischen,

das sich über all diese Begriffe erhebt.“

„Christiane Pott-Schlagers Kunst beeindruckt durch [...] Atmosphären,

die den Betrachter vereinnahmen, die aber alles andere als Zustände

aufgeräumter Unbeschwertheit – d.h. die Vorstellung von

Idyllen – erzeugen. Viel eher sind es Zustände, die eine ins Extrem

gesteigerte Gespanntheit zwischen hoffnungsvollen Aufbrüchen auf

der einen Seite und lebensfeindlicher Trostlosigkeit auf der anderen

Seite zum Ausdruck bringen. Es geht um Existenzielles – daran lässt

Christiane Pott-Schlager keinen Zweifel. Es geht um die unauflösbare

Dissonanz zwischen Werden und Vergehen, die jede Tröstung ad absurdum

führt.“

Peter Thuswaldner

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