Erfolg Magazin Ausgabe 1-2018

erfolgmagazin

FOKUS: WIE MAN SEINE ZIELE ERREICHT
Reinhold Messner: MUT UND RISIKO
Harald Glööckler: DAS LEBEN ALS KUNSTWERK
Tony Robbins: UNANGREIFBAR
Christian Lindner: NIEDERLAGEN
T. Harv Eker: SO DENKEN REICHE
Christian Wulff: KULTUR
Verona Pooth: IMAGE
Roberto Blanco: ARBEITSMORAL

ERFOLG

MEGA-ERFOLG IKEA: DER GRÜNDER INGVAR KAMPRAD IM PORTRAIT

D A S L E S E N E R F O L G R E I C H E

magazin

1 / 2018

REINHOLD

MESSNER

MUT UND RISIKO

TONY

ROBBINS

UNANGREIFBAR

CHRISTIAN

LINDNER

NIEDERLAGEN

Verleger Julien

Backhaus über

Vorsätze

T. HARV EKER

SO DENKEN REICHE

CHRISTIAN WULFF

KULTUR

VERONA POOTH

IMAGE

ROBERTO BLANCO

ARBEITSMORAL

Harald

Glööckler

Das Leben als

Kunstwerk

FOKUS

W I E M A N S E I N E Z I E L E E R R E I C H T

Onur

Forrer

Zwei Seiten

des Lebens

BACKHAUS VERLAG 5 EUR

BILDER: PAUL KUCHEL, ISMAIL GÖK, KONSTANTIN EULENBURG, PRIVAT


neu

5 €

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Editorial

Julien Backhaus

Verleger und

Herausgeber

Bild: Backhaus

Das nächste Heft

erscheint am

28. März 2018

Was Sie bei Vorsätzen bisher

nie bedacht haben

Bei unserem Gespräch in München nannte Reinhold Messer einen

Begriff, der mich nicht mehr los lässt: Gelingendes Leben. Ich habe

mich in diese beiden Worte verliebt. Sie beinhalten, dass ein Mensch

Dinge umsetzt, die ihm wichtig sind. Das er einen Fuß vor den anderen

setzt. Dass er immer weiter vorankommt. Dabei werden einige

Dinge schief gehen, aber eben auch viele richtig. Grundvoraussetzung

dafür ist aber, dass wir uns bewegen in Richtung unserer

Wünsche. Und daran scheitert es leider oft.

Wenn wir uns wieder und wieder dabei erwischen, nichts zu verändern,

hat das einen menschlichen Grund: Das menschliche Gehirn

ist darauf angelegt, Muster zu entwickeln. Denkmuster, Gefühlsmuster,

Handlungsmuster. Alles hängt voneinander ab. Denken Sie mal

nur an Ihren heutigen Morgen im Bad. Dort liefen hunderte von Automatismen

ab, die Sie gar nicht aktiv steuern mussten. Ihre Hände

haben ganz automatisch zur Zahnbürste gegriffen, Zahnpasta aufgetragen,

kreisende Bewegungen im Mund vollzogen, gespült, dann

die Haare gekämmt, rasiert oder geschminkt und so weiter und so

fort. Es ist fast unmöglich, diesen Prozess zu ändern. Es hat sich so

in Ihr Gehirn eingebrannt, dass Ihre Muskeln ganz automatisch ihre

Aufgaben erledigen. Man könnte sagen, in Ihrem Gehirn gibt es

eine feste Muster-Schublade fürs Badezimmer. Tatsächlich hat Ihr

Gehirn solche Schubladen für alle Situationen in Ihrem Leben. Für

Beziehung, Beruf, Geld, Gesundheit usw. Sie müssen sich also be-

wusst machen, dass Ihre Handlungen und Reaktionen im Alltag fast

immer automatisch passieren. Darum ist es so schwer, neue Ziele

zu erreichen. Weil unser Verhalten in alten Mustern verharrt. Und

die Wahrheit ist: Es ist abartig schwer, neue Muster zu entwickeln.

Deswegen erreichen nur so wenige ihre Ziele. Sie müssen wissen,

dass es einer messerscharfen Konzentration bedarf, sein Verhalten

zu ändern.

Zuerst müssen Sie klar definieren, was Sie wollen. Versuchen Sie Ihr

Ziel in eine Handlung umzuformulieren. Anschließend müssen Sie

sich monatelang austricksen und selbst manipulieren, um ein neues

Handlungsmuster zu entwickeln, dass Sie Ihrem Ziel näher bringt.

Sie müssen wahrscheinlich mit täglichen Alarmfunktionen auf dem

Smartphone oder Klebezetteln am Spiegel arbeiten. Bedenken Sie,

dass Sie die mächtigste Maschine der Welt besiegen wollen – Ihr Gehirn.

Wenn Sie das aber verstanden haben, verlieren Sie die Angst

vor großen Zielen. Sie wissen, dass Sie nur die Muster entwickeln

müssen, die Sie dort hinbringen.

Für Ihr neues Jahr wünsche ich Ihnen maximale Erfolge und ich

hoffe, wir werden uns persönlich begegnen. Das ist eines meiner

Ziele für das neue Jahr, viele unserer Leser kennenzulernen.

Herzlichst, Ihr

Julien Backhaus

Impressum

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Erfolg Magazin ISSN 25057342

Redaktion/Verlag Backhaus Verlag

Chefredakteur (V.i.S.d.P.) Julien D. Backhaus

Redaktion und Satz Martina Schäfer

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Herausgeber, Verleger Julien D. Backhaus

Bremer Straße 24, D31608 Marklohe

Anschrift:

Waffensener Dorfstr. 54, 27356 Rotenburg

Telefon (0 42 68) 9 53 04 91

Druck

BerlinDruck GmbH + Co KG

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ERFOLG magazin . Ausgabe 01/2018 . www.erfolg-magazin.de

3


INHALT 1/2018

Erfolg

Verona Pooth: Meine naive Art

ist eine Marktlücke ...................................... 6

Dr. Mario Herger:

Mindset im Silicon Valley ............................. 8

Reinhold Messner im Interview ...................10

Story

Bernd Stelter:

Fleiß ist wichtiger als Talent.........................16

Roberto Blanco: Ich bin nicht mit dem

Fahrstuhl hoch, ich bin zu Fuß gegangen....20

Ingvar Kamprad, die IKEA-Story..................24

Christian Lindner: Verantwortung für

Niederlagen übernehmen............................28

Onur Forrer: Zwei Seiten des Lebens...........31

Aristoteles Onassis: Vom Flüchtling

zum Millionär..............................................32

Einstellung

Anouk Ellen Susan: Selbstbewusste Frau.....27

Tony Robbins: Unangreifbar auf dem Weg

zu außerordentlicher Lebensqualität............34

Sabrina Setlur: Was raus muss, muss raus.....36

Die Macht des Fokus...................................38

Harald Glööckler, Prince of Pompöös..........42

T. Harv Eker: So denken Millionäre..............48

Jürgen Höller: Krise als Chance ...................52

Leben

Cordula Nussbaum: 5 Fragen

Ihr Leben betreffend...................................54

Christian Wulff: Kulturelle Vielfalt

als Erfolgsmodell leben...............................56

Matthias Kolbusa: Die Macht der Angst..... 58

Harald

Glööckler

Prince of

Pompöös

42

Bilder: Konstantin Eulenburg, Christian Klant, Setlur, Dirk Vorderstraße, Paul Kuchel, Backhaus Verlag

Bernd Stelter

Fleiß ist wichtiger

als Talent

16

4 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2018 . ERFOLG magazin


Wissen

Tobias Beck: Hinter den Kulissen.................62

Irina Glöckler: Frauen sollen sich

nicht so anstellen........................................63

Lothar Seiwert: Klare Ziele statt

vage Vorsätze.............................................64

Philipp Boros: Wenn der Starverkäufer

zweimal klingelt..........................................65

Michael Lamm & Daniel Krespach

Unternehmen als Selbstläufer......................69

Bianka Reichardt: Männer verstehen...........70

Gehen Sie online

Best of Web................................................60

Erfolg Magazin Dossier...............................68

Verona

Pooth

Naive Art als

Marktlücke

6

36

Sabrina

Setlur

Was raus muss,

muss raus!

20

10

Reinhold Messner

Mut, Risiko und Leben

Roberto

Blanco

Musik ist

harte Arbeit

ERFOLG magazin . Ausgabe 01/2018 . www.erfolg-magazin.de

5


Erfolg

Verona Pooth

»Meine naive Art ist

eine Marktlücke.«

6 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2018 . ERFOLG magazin


Erfolg

»Die Leute versuchen immer

hinter meine Fassade zu gucken,

aber da ist nichts.«

Verona Pooth

Am Anfang war die Blödheit

Intelligenz ist nicht zwangsweise

eine unumgängliche

Notwendigkeit für evolutionären

Erfolg. Viele Lebewesen

kommen mit ganz kleinen und sehr

beschränkten Lernfähigkeiten hervorragend

zurecht. Viele brauchen nicht einmal

ein Hirn, um zu überleben und sich fortzupflanzen.

Sie könnten an dieser Stelle natürlich

einwenden, dass dies mit den menschlichen

Eigenarten sehr wenig zu tun hat.

Schließlich benötigen wir ca. 20% unseres

Energiebedarfes alleine für das Funktionieren

unserer walnussförmigen

Struktur zwischen unseren Ohren.

Wir bilden uns viel auf unsere Intelligenz

ein. Unsere gesamte Gesellschaft

basiert auf unserer Eigenschaft, die

Dinge nach unseren Vorstellungen,

Kraft unseres Geistes, umzuwandeln.

Dummheit als Positionierung

Jeder einzelne von uns hält sich selbst

für intelligent. Dumm sind meistens

nur die anderen. Es gibt manche Promis,

welche sich diese Tendenzen für die eigene

Positionierung zu Nutze machen. Und dies

sehr erfolgreich. Obgleich die Mehrzahl

der Menschen versuchen, über Intelligenz

und Cleverness zu glänzen, gibt es eine

kleine Gruppe, die genau das Gegenteil

macht. Nämlich mit Unwissenheit zu glänzen

und dennoch erfolgreich zu sein. Sie

spielen die Unwissenheitskarte vehement

aus. Verona Pooth ist eine der Promis, die

das hervorragend umsetzen. Der Beweis

für die erfolgreiche Umsetzung dieser

Strategie ist die Bekanntheit der Marke.

Und zusätzlich polarisiert sie enorm. Es

gibt kaum jemanden, der keine Meinung

zu ihr hat.

Im Werbeolymp ohne Grammatik

Die Art und Weise der Positionierung in

den Medien ist mehr als eindeutig. Mit ihren

flapsigen, grammatikalischen Irrungen

und Wirrungen katapultierte sie sich in

den Webeolymp des deutschen Fernsehens.

Wer erinnert sich nicht an ihre berühmten

Werbeslogans?

• „Da werden Sie geholfen!“ von telegate.

• „Wann macht er denn endlich „Blubb“?

von Iglo.

• „Kik, besser als wie man denkt“ für

KiK.

Spätestens nach ihrer kurzen Ehe mit Dieter

Bohlen ist sie nicht mehr aus den Boulevardmagazinen

im deutschsprachigen

Raum wegzudenken. Diese Strategie, die

eigene Unwissenheit oder kognitiven Fehlbarkeiten

in Szene zu setzen, ist äußerst

delikat. Im Falle von Verona Pooth jedoch

sensationell gelungen.

Die Kunst,

das Potenzial

deiner Schwächen

zu nutzen.

Verona Pooth ist eine der Ersten und Erfolgreichsten,

welche das Potenzial ihrer

Schwächen erkannt und ausgenutzt haben.

Sie macht keinerlei Hehl daraus, nicht die

hellste Torte auf der Kerze zu sein, oder war

es andersherum? Diese zur Schau-Stellung

ihres Nicht-Wissens ist beinahe perfekt in

Michael Jagersbacher

ist Kommunikationstrainer, Unternehmer

und Buchautor. Auf seinem Blog unter

www.michael-jagersbacher.at gibt er

Tipps, wie man sympathischer wird und

mehr Profil erhält.

ihrer Unperfektheit. Ein Schelm, wer Böses

dabei denkt, aber selbstverständlich hat

sie Marketingberater, die den Weg vorgeben.

Understatement Deluxe

Wir Menschen brauchen Orientierung

in unserer Kommunikation. Dafür ist es

notwendig, dass sich soziale Hierarchien

herausbilden. Wenn wir jemanden kennenlernen,

dann schätzen wir ihn innerhalb

von Sekundenbruchteilen ein. Wir

versuchen herauszufinden, ob derjenige

eine „Gefahr“ für uns darstellt oder nicht.

Ist derjenige „über“ uns in der Hierarchieleiter,

weil er reicher, angesehener,

klüger, etc. ist? Mit der Beantwortung

dieser Frage richten wir auch unsere

Kommunikation aus.

Dies erkannte schon der Philosoph

Sokrates. Nach ihm ist auch die sokratische

Ironie benannt. Um das

Gegenüber aus der „Reserve“ herauszulocken,

stellt er sich „dümmer“ als

er war. Dies ist ein sehr kluger, kommunikativer

Schachzug. Wenn man

das Gegenüber mit der eigenen Intelligenz

einschüchtert, dann wird man eine Bedrohung

darstellen. Um dies zu vermeiden,

sollten wir so harmlos als möglich wahrgenommen

werden. Nur so bekommen

wir einen kommunikativen „Zugang“ zum

Gegenüber und können unsere Argumente

vortragen.

Dummheit als Gefahr

Selbstverständlich ist die Positionierung

über die eigene Dummheit kein kluger

Schachzug. Dadurch wird die Sachebene

negativ beeinflusst. Ebenso unklug ist es

jedoch dauernd heraus zu posaunen, wie

klug man doch ist. Dies vergiftet die Beziehungsebene

jeglicher Kommunikation,

weil dadurch das Gegenüber auf eine niedrigere

Hierarchiestufe gestellt wird. Frei

nach Paul Watzlawick: Die Beziehungsebene

ist gleich wichtig, wie die Sachebene,

wobei die erste Ebene, die zweite dominiert.

In diesem Sinne ist es vielleicht klug,

auch mal nicht die gesamte Klugheit preis

zu geben. Schrittweise Annäherung kann

hier oft Wunder bewirken.

Bild: Verona Pooth_Wikimedia_Namensnennung 2.0 generisch Dirk Vorderstraße, Jagersbacher; Zitate: (c) AP Christof Stache, (c) AP Martin Meissner

ERFOLG magazin . Ausgabe 01/2018 . www.erfolg-magazin.de

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Erfolg

Das Mindset im

Silicon Valley

Viele Gespräche im Silicon

Valley fangen mit aufrichtigem

Interesse an:

„Was macht dein

Start-up?“, „Welches

Problem versuchst du zu lösen?“

Rasch entwickeln sich daraus generative

Diskussionen: „Hast du diese

Alternative ausprobiert?“ Hier sind

Geber und Macher am Werk, die

sich gern zumindest fünf Minuten

Zeit nehmen, um anderen zu helfen.

Respekt

Respekt ist, wenn man eine Person, Institution

oder ein Ding verehrt oder wert-

schätzt. Respekt ist gut, er macht das Zusammenleben

reibungsloser. Er kann aber

»Die Alltagsweisheit lehrt, dass es

besser ist, auf konventionelle Weise

zu scheitern als auf unkonventionelle

Weise Erfolg zu haben.«

John Maynard Keynes

auch Innovation verhindern, wenn wir

aus falsch verstandenem Respekt nicht die

richtigen Fragen stellen.

Respekt kommt in drei Formen vor: Respekt

gegenüber einer Institution, Respekt

gegenüber einer Person

und Respekt sich selbst

gegenüber. Wenn man

fragt, warum diese Person

oder Institution etwas auf

bestimme Weise macht

und die gängige Reaktion

darauf ist, diese Frage

als Respektlosigkeit zu

betrachten, dann haben

wir ein Problem. Die Frage

nach dem Wie und Warum eines Arbeitsprozesses

und nach dessen möglicher

Verbesserung muss losgelöst sein vom Re-

8 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2018 . ERFOLG magazin


Erfolg

spekt vor der Institution oder der Person.

Silicon-Valley-Start-ups hinterfragen oft

implizit durch ihre Handlungen diese Prozesse.

Uber stellt die Taxiregulierungen

infrage, weil sich die Rahmenbedingungen

geändert haben, für die sie erlassen wurden.

Airbnb hinterfragt Gastgewerberegulierungen.

Facebook und Google dehnen

die Bestimmungen um den Datenschutz

aus. Spotify hinterfragt das Lizenzmodell,

das in der Musikindustrie lange galt.

Silicon-Valley-Start-ups sind nicht die

Ersten, die unter vermeintlicher Respektverletzung

leiden. Charles Darwin und

seine Evolutionstheorie wurde anfänglich

als hirnrissig und respektlos tituliert.

Er selbst wurde in aller Öffentlichkeit

lächerlich gemacht. Der Arzt Ignaz Semmelweis

erkannte, dass es zu weniger Todesfällen

kam, wenn sich Ärzte zwischen

der Behandlung von Patienten die Hände

wuschen. Er wurde deshalb von der Ärzteschaft

scharf angefeindet und starb im Irrenhaus

an Verletzungen, die ihm Wärter

zugefügt hatten.

Das alles hat nichts mit Respekt zu tun,

sondern mit Innovation. Je mehr ein

Start-up aneckt, desto disruptiver ist die

Innovation. Anstatt reflexartig mit „Sie

respektieren die Gesetze des Landes nicht“

zu reagieren, sollte man sich selbst die

Frage stellen, ob die Gesetze und gültigen

Prozesse angesichts der geänderten Lage

nicht angepasst werden sollten. Steht die

Gesellschaft mit der Innovation gesamtheitlich

besser da also vorher oder bleibt

man bei einem sturren ‚Gesetz ist Gesetz‘?

Als Innovator riskiert man, in den Augen

der anderen an Respekt zu verlieren. Wie

auch nicht, wenn die eigene Idee von den

anderen als dumm angesehen wird? Jack

Dorsey mit Twitter hat sich sicher mehr als

einmal anhören müssen, wie dumm seine

Idee (und er auch) ist. Einen Börsengang

und ein paar Milliarden später ist es viel

schwerer zu argumentieren, dass es sich

um eine dumme Idee gehandelt hat. Wer

meint, Start-ups und Innovatoren verhielten

sich respektlos, übersieht, dass sie

sogar mehr Respekt zeigen als die, die sie

mit der Innovation überrollen. Sie erweisen

der Allgemeinheit Respekt, indem sie

ihnen ihre Innovationen zugutekommen

lassen.

Tesla-Gründer Elon Musk (oben), und

Steve Wozniak (unten), Computeringenieur,

der gemeinsam mit Steve

Jobs Apple gründete, sind typische

Vertreter der Silicon Valley Nerds.

der besagt, dass

• der Zugang zu Computern uneingeschränkt

möglich sein soll.

• der Zugang zu Information frei sein soll.

• Authoritäten misstraut und Dezentralisierung

gefördert werden soll

• Hacker nach ihren Leistungen beurteilt

werden sollen, nicht nach Pseudoverdiensten

wie akademischen Abschlüssen,

Alter, Rasse oder Position.

• Kunst und Schönheit auf einem Computer

erzeugt werden können.

• Computer das Leben zum Besseren verändern

können. Lauscht man den Kindheitsgeschichten

von Unternehmern und

Ingenieuren, dann hört man viele Schnurren,

welche Geräte sie zerlegt und mit anderen

Dingen zusammengesetzt haben,

um zu verstehen, wie sie funktionieren,

und sie vielleicht zu verbessern. Sie haben

‚gehackt.‘ Und nicht nur das. Unternehmerisches

Talent kann sich bereits sehr

früh zeigen, allerdings anders, als man dies

erwarten würde. Eine Analyse zur Kindheit

erfolgreicher Unternehmer zeigte,

dass sie mit höherer Wahrscheinlichkeit

in aggressive, illegale oder riskante Aktivitäten

verwickelt gewesen waren. Wolfgang

Amadeus Mozart oder Steve Wozniak waren

bekannt für die Streiche, die sie ihren

Mitmenschen spielten.

»Aufgeben tut man

nur einen Brief.«

Ambition folgt Leidenschaft und schafft

Ausdauer

Wenn du nicht an deine Sache glaubst und

das mit Leidenschaft vermitteln kannst,

wer dann? Auf Konferenzen in Europa

erhält man oft den Eindruck, der oder

die Vortragende sähe sich lieber in einem

anderen Beruf, so langweilig und uninspiriert

wird vorgetragen. Wenn man zu

enthusiastisch vorträgt, wird das als unehrlich

oder zu aufdringlich gesehen und

der Vortragende wird als wenig intelligent

und naiv eingeschätzt.

Bilder: Depositphotos/spvvk/Jean Nelson, Herger

Hacker

Der 1 Hacker Way beim Facebook-Hauptquartier

ist eines der Epizentren der Hackerkultur.

Ein Hacker ist jemand, der

Freude daran hat, geistige Herausforderungen

kreativ zu überwinden oder Beschränkungen

zu umgehen. Wenn Facebook-Gründer

Mark Zuckerberg zu

Hackathons einlädt, tut er das mit dem

Ziel, Positives zu schaffen. Hacker haben

ihre eigene Ethik und einen Ehrencode,

Dr. Mario Herger

leitet das Beratungsunternehmen

Enterprise Garage Consultancy im Silicon

Valley. Er forscht nach Technologietrends

und ist Autor von zahlreichen Büchern.

Das Silicon-Valley-

Mindset: Was wir vom

Innovationsweltmeister

lernen und mit unseren

Stärken verbinden

können

Autor: Mario Herger

Verlag: Plassen Verlag,

2016

ERFOLG magazin . Ausgabe 01/2018 . www.erfolg-magazin.de

9


Erfolg

10 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2018 . ERFOLG magazin


Erfolg

REINHOLD

MESSNER

Der Extrembergsteiger über Mut, Risiko

und gelingendes Leben

Mit Fotos von Paul Kuchel

Herr Messner, um Sie einordnen zu können:

Verstehen Sie sich grundsätzlich als

Künstler oder sind Sie ein Irrer, weil Sie

so risikoreiche Dinge gemacht haben?

Ich bin der Kunst näher als dem Sport.

Und ich bezeichne den Alpinismus als

eine kulturelle Lebenserscheinung. Im

Grunde ist es die Auseinandersetzung

zwischen Menschennatur auf der einen

und Bergnatur auf der anderen Seite. Um

die Frage nach der Kunst auf die Spitze

zu treiben: An einem Berg, der schon oft

bestiegen wurde, versuchen wir stets eine

Linie zu finden, die noch nicht geklettert

wurde. Schließlich geht es uns nicht nur

darum, den Gipfel zu erreichen. Diese gelegte

Linie ist im Grunde genommen ein

Kunstwerk. Man kann sie allerdings weder

sehen, noch anfassen, noch verkaufen.

Wie kann man sich vor gefährlichen Fehleinschätzungen

schützen?

Als traditionelle Bergsteiger setzen wir

uns großen Gefahren aus. Jemand ist

dumm, wenn er behauptet, das sei nicht

gefährlich. Es ist gefährlich. Ein Berg ist

allein schon deshalb gefährlich, weil er der

Schwerkraft unterliegt. Es können Steine

oder Eis herabstürzen. Wenn mir dann

die Erfahrung fehlt einzuschätzen, wo diese

Einschläge passieren können, kann ich

beim Hochklettern sterben.

Das ist ja die große Diskussion

beim traditionellen

Bergsteigen, die derzeit ins

Hintertreffen gerät: Darf

man das überhaupt tun?

Darf man dort hingehen, wo

man theoretisch umkommen

könnte? Natürlich mit

dem Ziel, nicht umzukommen.

Nur dann handelt es

sich um traditionellen Alpinismus.

Wenn man andererseits

alle Gefahren komplett

ausschließen könnte, wäre

es kein traditioneller Alpinismus.

Das Bergsteigen

wird seit über 30 Jahren immer

mehr zu einem Sport.

90 Prozent klettern nur in

der Halle. Und der Betreiber

der Halle ist verantwortlich,

dass Risiken ausgeschlossen

werden. Da kann man gar

nicht runterfallen - außer

jemand verhält sich wirklich

illegal. Aber dort in der

Halle ist es ein Sport und

ich kann an meine Grenzen

gehen. Wenn ich allerdings

in der Wildnis bin, darf ich

Reinhold Messner, 73-jähriger Veteran zahlreicher

abenteuerlicher Unternehmungen, wie man sie sonst

nur aus Jules Vernes Büchern kennt, im Gespräch mit

Verleger Julien Backhaus.

ERFOLG magazin . Ausgabe 01/2018 . www.erfolg-magazin.de

11


Erfolg

keine Fehler machen. Sonst bin ich tot.

Also werde ich dort immer unter meiner

Leistungsgrenze handeln. Das Können

ist des Dürfens Maß. Schon meine Natur

verbietet mir, mich in Gefahren zu begeben,

die ich nicht mehr kontrollieren

rechtfertigen. Es ist einfach eine ziemlich

irre Angelegenheit. Normale Menschen

tun so etwas nicht.

Vielleicht ticken Sie einfach anders? Wie

denken Sie generell über Risiko?

In erster Linie ist es egoistisch. Für die

Gemeinschaft ist es unnütz. Aber für den

Akteur ist es eine großartige Möglichkeit,

existenzielle Erfahrungen zu machen. Ich

würde das ganze heute und in Zukunft

nicht mehr propagieren. Ich sehe mich

kann. Bei den großen Bergen ist es heute

so, dass über 90 Prozent der Menschen

nur zehn zur Auswahl nehmen: Kilimandscharo,

Aconcagua, Mount Everest, einige

Achttausender, Mount Mckinley (heute

Denali). Diese Berge sind heute so präpariert,

um Touristen hochzubringen.

Der Tourist sucht eine Infrastruktur,

um irgendwo hinzukommen. Er will

ein Hotel, auf dem Everest braucht er

Lager, Betreuung und jemanden, der

ihm die Bettflasche in den Schlafsack

schiebt. Im Gegensatz dazu geht der

Alpinist dort hin, wo niemand anderer

ist - wo es keine Infrastruktur gibt. Nichts

gegen den Tourismus am Berg, aber man

muss den Unterschied zum Alpinismus

machen. Einem normalen Menschen können

Sie den Alpinismus nicht erklären, er

schüttelt mit dem Kopf und lehnt das ab.

Das ist auch nachvollziehbar. Auch gegenüber

den Angehörigen kann man es nicht

Das Leben an sich ist ein Risiko. Und es

endet mit dem Tod. Vielleicht ist der Alpinismus

in diesem Zusammenhang etwas

gesundes. Er lässt uns früh erkennen, dass

das Leben begrenzt ist. Nur wenn ich weiß,

dass mein Leben begrenzt ist - nicht nur

»Selbsterhaltung ist

der stärkste Trieb, den

wir haben«

ahne oder gehört habe -, sondern weiß,

dass es begrenzt ist, kann ich viel intensiver

leben.

Verstehen Sie sich - als einer der bekanntesten

Bergsteiger - auch als eine Art Botschafter

für diese Erlebnisse? Oder ist

Bergsteigen eine egoistische Sache?

nicht als Promoter dieser Art, Erfahrungen

zu suchen. Aber ich bin ein Storyteller

und bin dadurch auch mitverantwortlich

für die Außenwirkung. Die gäbe

es ohne Storytelling ja nicht. Ohne Storytelling

gibt es generell nichts. Angefangen

bei Religionen, die mit großartigen

Geschichten begonnen

haben. Irgendwann wurden

diese Geschichten aufgeschrieben

und haben ganze Volksgruppen

zu einer bestimmen

Lebenshaltung bewegt. So ist es

auch beim traditionellen Alpinismus.

Die Geschichte ist nur 250 Jahre

alt. Aber man sieht, dass es eine kulturelle

Geschichte ist, nicht nur eine sportliche.

Ein Sportler geht raus und spielt Fußball.

Der Schweinsteiger muss nicht wissen,

dass 1954 das Wunder von Bern war. Beim

Alpinismus muss man die Geschichte kennen,

sonst versteht man es nicht.

12 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2018 . ERFOLG magazin


Erfolg

Gibt es bei Ihnen persönlich eine Grenze

zwischen Abenteuer und Genuss?

Das Abenteuer beginnt dort, wo der Genuss

beziehungsweise der Spaß aufhört.

Können Sie sich noch an den Moment in

erkennen und Gefahren auszuweichen.

Ein Abenteuer braucht drei Zutaten: Es

muss schwierig sein und die Schwierigkeiten

muss ich meistern können. Das

ist eine Fähigkeit - ich brauche die Kraft,

Technik und Geschicklichkeit. Ich muss

»Das

Leben

an sich

ist ein

Risiko«

Top-Fotograf Paul Kuchel fotografierte

Reinhold Messner in

München für die neue Ausgabe

von Erfolg Magazin.

Ihrer Jugend erinnern, wo Sie entschieden

haben, ein Extrembergsteiger zu

werden? Und haben Sie sich da schon mit

der Lebensgefahr auseinander gesetzt?

Bei mir ging das schleichend. Das wird

bei jedem so sein. Ich bin als Kind früh

zum Bergsteigen gekommen in Ermangelung

anderer Möglichkeiten, mich

auszutoben. Mit fünf Jahren bin ich auf

meinen ersten Dreitausender geklettert -

mit meinen Eltern natürlich. Mit zwölf

oder dreizehn war ich selbstständiger

Kletterer. Es ist eine Hilfe gewesen, dass

die Eltern uns haben ziehen lassen. Die

Mutter hatte zwar Angst, hat sie aber nie

gezeigt. Wir Brüder sind alle geklettert.

Mit 18 oder 20 kam dann die Leidenschaft

dazu, extrem zu klettern. Am oberen

Rande der Möglichkeiten zu klettern.

Das alles war die Voraussetzung dafür,

einige Wochen bzw. ein ganzes Leben

zu überleben, Gefahren und Angst zu

Gefahren erkennen können, um ihnen

auszuweichen. Wenn ich einen Berg anschaue

und da hochklettern will, überlege

ich ganz genau, wo die Steinschlagringen

sind oder wo und wann eine Lawine

kommen könnte. Dem muss ich ausweichen,

sonst bin ich ein Dummkopf. Und

das ganze muss in Exposition statt finden.

Ohne Netz und doppelten Boden.

Exposition bedeutet, man ist einer archaischen

Welt ausgeliefert, es gibt keine

Absicherung. Früher gab es nicht einmal

das Handy, um einen Hubschrauber zu

rufen. Das hat allerdings neue Gefahren

mit sich gebracht. Leute gehen einfach

los und denken, wenn sie es bis abends

nicht geschafft haben, rufen sie den Hubschrauber,

der sie schon rausholen wird.

Aber das ist eine falsche Einstellung.

Irgendwann kommt der Hubschrauber

nicht und das Leben ist zu Ende, wenn es

im Winter richtig kalt ist.

Sie halten viele Vorträge und drehen

Filme. Dort begegnen ihnen sicher Leute,

die Sie um Ihren Mut beneiden und

um Ratschläge bitten. Können Sie denen

helfen?

Ich finde nicht, dass ich anderen Menschen

gut helfen kann. Aber ich höre bei

jedem Vortrag, dass sich Menschen mit

großen Problemen an meinen Büchern

hochgezogen haben. Ich schreibe die

Bücher aber nicht für diesen Zweck. Im

Grunde erzähle und schreibe ich nur über

die Psyche. Ich beschreibe nicht, wieviele

Haken ich schlage oder wie viele Lager ich

aufbaue. Nebenbei vielleicht. Mich interessiert

viel mehr, wie der Mensch tickt. Der

Selbsterhaltungstrieb ist der stärkste Trieb,

den wir haben. Zum Glück. Wir Extrembergsteiger

stellen unseren eigenen Selbsterhaltungstrieb

allerdings in Frage. In dem

wir dort hingehen, wo wir nicht hingehen

sollten. Weil wir wissen, dass es gefährlich

ist. Aber wir tun es trotzdem. Und wenn

wir das Leben retten in dieser lebensgefährlichen

Welt und wieder zurück kommen,

ist es wie eine Wiedergeburt. Wir haben

unseren Selbsterhaltungstrieb auf die

äußerste Probe gestellt und gezeigt, dass er

ERFOLG magazin . Ausgabe 01/2018 . www.erfolg-magazin.de

13


Erfolg

am Ende funktioniert hat. Das wurde uns

nicht geschenkt, das haben wir uns hart

erarbeitet. Und wenn Menschen eine Krise

haben und in meinen Büchern erkennen,

dass man es trotz großer Risiken und Gefahren

schaffen kann, dann trauen sie sich

nicht im Griff. Kriegen wir auch nicht. Wir

werden nie das Klima soweit bestimmen

können, dass es nicht zu warm wird. Vielleicht

ist es bremsbar. Allein die Vorstellung,

dass wir die Erde wieder abkühlen

können, nachdem wir sie die letzten 100

egal ob es Ihnen gelingt oder Sie scheitern -

das ist ja auch nur ein Lernprozess, kriegen

Sie so viel Energie zurück, wie Sie reingesteckt

haben. Ich nenne das Energierückfluss.

Was ich mein Leben lang getan habe

in den verschiedenen Abschnitten - ich

»Am Lebens

ein gelung

zurückzu

ist viel

das selbst auch zu. Es freut mich, dass ich

dieses Feedback von den Menschen bekomme.

Von Tausenden.

Der Mensch weiß gar nicht, wie widerstandsfähig

er tatsächlich ist

oder?

Der kann noch lange drauflegen,

wenn er denkt, es geht nicht

mehr. Unser menschlicher Selbsterhaltungstrieb

ist so groß - sonst

hätten wir als Spezies auch nicht

überlebt. Es ging uns noch nie so

gut wie heute. Noch nie haben so wenige

Menschen gehungert wie heute. Trotzdem

steht die ganze Menschheit in Frage,

weil wir die Technologie haben, uns selber

umzubringen. Mit Chemikalien oder

Atomwaffen. Auch die Erde hat natürlich

die Macht, uns mit Erdbeben oder Tsunamis

weg zu schütteln. Wir haben die Erde

»In der Wildnis darf ich

keine Fehler machen,

sonst bin ich tot.«

Jahre ein bisschen aufgewärmt haben - nur

ein bisschen. Wobei wir die Zusammenhänge

nicht genau erklären können. Denn

vor 5000 Jahren war es wärmer als heute,

obwohl niemand mit dem Diesel herumgefahren

ist. Als Menschheit sind wir nicht

für die Ewigkeit angelegt.

Trotz Ihrer 73 Jahre wirken Sie extrem

stark und vital. Es scheint so, als würde

man Energie dazu gewinnen, je mehr

man davon verbraucht.

Das stimmt. Wenn Sie Ideen umsetzen,

lebe gerade mein siebtes Leben - ist nichts

anderes gewesen als Ideen zu entwickeln

durch die Kreativität in meinem Kopf und

es dann umzusetzen. Die Umsetzung im

hier und jetzt ist gelingendes Leben. Und

das schenkt uns Energie. Und zwar

viel Energie. Und neue Ideen. Am

Lebensende auf ein gelungenes

Leben zurück zu schauen ist viel

zu spät. Es gilt die Gabe zu entwickeln,

seine Ideen beherzt umzusetzen.

Meine Neider sind fast alle

aus dem gleichen Holz geschnitzt.

Die sind gescheiter und besser veranlagt,

aber sind Zögerer. Die möchten gern, tun

es aber nicht. Sofern sie überhaupt Ideen

haben, setzen sie sie nicht um. Dadurch

entsteht ein Neidgefühl mir gegenüber,

weil ich im Gegensatz meine Ideen in Serie

umsetze. Ich scheitere dabei auch, aber ich

habe auch Erfolge. Der erste Umstieg in

14 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2018 . ERFOLG magazin


Erfolg

meinem Leben war von Felskletterer zum

Höhenbergsteiger. Von einem Leben ins

nächste. Es war ein erzwungener Umstieg,

weil ich mir die Zehen abgefroren hatte

und mir sieben Zehen amputiert wurden.

Dadurch konnte ich nicht mehr klettern.

Everest zu besteigen und durch die Antarktis

zu laufen. Es war eine Idee, die zu

Beginn vage war, dann konkretisiert wurde

und dann von außen blockiert wurde.

So konnte ich aber die Idee noch verbessern

und wurde dadurch noch stärker.

ende auf

enes Leben

schauen

zu spät«

Ich wäre nie wieder zu meinem vorherigen

Level gekommen. Dadurch hatte ich die

Leidenschaft zum Felsklettern verloren.

Also bin ich umgestiegen und habe alles

über das Höhenklettern gelernt. Und habe

die Grenzen meiner Machbarkeit ausgetestet.

Dann kam der menschliche Ehrgeiz -

und das benenne ich auch so - die Grenze

des bis dahin Möglichen zu verschieben.

Das habe ich immer getan und versuche

auch jetzt wieder was neues.

Sie haben das Messner Mountain Museum

aufgebaut. Damit erfüllen Sie auch

einen Lehrauftrag. Ist lebenslanges Lernen

wichtig?

Ja es ist wichtig. Das Museum war ein

Projekt in meinem sechsten Leben. Während

des Umsetzens war es für mich

gleichbleibend aufregend und energiespendend

- so wie vorher den Mount

Ich selbst wollte mich in diesen Museen

aber nicht verewigen - ich spiele da nur

am Rande eine Rolle. Ich hatte ein Kunstwerk

im Kopf gehabt. In diesem Fall eine

museale Anlage, wo erzählt wird was

passiert, wenn sich Mensch und Berg begegnen.

Ein Buch und ein Museum sind

Möglichkeiten, eine Geschichte zu erzählen.

Wir sind heute laut Besucherzahlen

das stärkste Bergmuseum der Welt und

funktioniert ohne Subventionen. Weil

ich frei sein will. Ich habe es mittlerweile

einer Tochter gegeben. Sie muss es jetzt

voran bringen, was nicht einfach ist. Sie

muss sich mächtig ins Zeug legen, damit

es funktioniert. Sie hat aber entsprechend

studiert und wird das hinkriegen. Die

Idee des Museums war nur eine Idee. Die

Möglichkeit, es dann auch zu verwirklichen,

war ein Geschenk. Ich habe das

über 20 Jahre sukzessive aufgebaut und

es wurden sechs Häuser daraus, die über

Südtirol verteilt sind. Somit ist das ganze

Land eine museale Landschaft geworden.

Die Leute gehen aus den Häusern raus

und sehen die Berge mit anderen Augen.

Sonst war ich nicht gut. Weil es wirtschaftlich

funktioniert ist es der Beweis,

dass es richtig gemacht wurde.

Bedeutet denn Erfolg für Sie Freiheit?

Das würde ich nicht sagen. Ich brauche

den Freiraum, um meine Ideen überhaupt

umzusetzen. Die Selbstbestimmung ist

mir das Heiligste im Leben. Ich bestimme

selber - dafür brauche ich Freiraum. Wobei

wir alle nur relativ frei sind. Wir alle wurden

in eine bestimmte Zeit hineingeboren.

Und je mehr Menschen auf der Welt sind,

desto eingeschränkter sind wir. Die Vorstellung,

dass wir uns mehr Freiheit erobern,

ist ein Trugschluss. Ich werde mich

auch in die Diskussion um Katalonien

mächtig einschalten, weil es auch Südtirol

betrifft. Es kann nicht sein, dass ein

Bürgerkrieg heraufbeschworen wird. Das

kann nicht die Idee eines gemeinsamen

Europas sein.

ERFOLG magazin . Ausgabe 01/2018 . www.erfolg-magazin.de

15


Story

Fleiß

Herr Stelter, Sie haben auf der Bühne angefangen

und sind dann aber mit einem

Sprung ins Fernsehen gegangen. Wie war

das? Eine ganz andere Welt?

Nein. Ich bin schön der Reihe nach zuerst

zur Bühne gegangen, dann kam das

Radio und danach Fernsehen dazu. Das

war recht organisch, das passte schon aneinander.

Der eigentliche Sprung war weg

von der ARD. Dort hatte ich eine Show

namens "Stimmung", die jetzt auch

nicht die beste Show der Welt war,

aber ich hatte damals, als junger

Mann, nicht die Chance so etwas

abzulehnen. Immerhin habe ich mit

einer April-Ausgabe die Quote des

paralell auf RTL sendenden Rudi Carell

geschlagen und das hat er nie vergessen.

Also hat er mich irgendwann angesprochen,

ob ich Lust hätte auf "Sieben Tage,

sieben Köpfe". Das war für mich schon ein

besonderer Tag.

Wird im Vergleich zu früher die Komik

etwas mehr zum Geschäft wenn man ins

TV geht, sich vermarktet und an Drehbücher

halten muss?

Ja sicher. Ab einem gewissen Moment wird

einem schon klar, dass man jetzt davon

lebt, das hat aber mit Fernsehen wenig zu

tun. Es gab den Moment, in dem ich sagte,

Volkswirtschaftslehre war zwar ne tolle

Geschichte, aber die Diplomarbeit nicht

und ich habe mitten im Examen abgebrochen.

Ich habe in Bonn studiert. Da waren

Wenn ich schreibe,

arbeite ich besessen

damals wüste Professoren unterwegs, die

wer weiß was gefordert haben. Die Entscheidung

war einfach, entweder für zwei

Jahre die Gitarre an den Nagel zu hängen

oder das Studium aufzugeben. Mein Vater

war nicht begeistert, als ich mich gegen das

Studium entschieden habe. Ich bin noch

lange immatrikuliert geblieben, in der

Hoffnung, wieder rein zu kommen. Aber

wenn der Bruch da ist, eine Familie und

Kinder dazu kommen, dann merkst du irgendwann,

dass du von Comedy lebst, dass

das dein Beruf geworden ist. Das lässt sich

dann nicht verhindern, dafür ist die Verantwortung

dann zu groß.

Verändert einen das? Ist man dann verkrampfter

oder geht das nach wie vor gut?

Das geht nach wie vor sehr gut. Man hält

mich ja für die rheinische Frohnatur.

Das finde ich sehr lustig, denn das

sind zwei Irrtümer in einem Satz. Erstens

bin ich kein Rheinländer, sondern

Westphale, und zweitens bin ich

sicher keine Frohnatur. Ich versuche

immer optimistisch zu sein, aber an diesem

Optimismus muss ich immer arbeiten,

der ist nie einfach so da. Ich bin nicht

schon morgens, wenn ich aufstehe schon

fröhlich und optimistisch dabei.

Also sind sie eigentlich eher ein Denker?

Ja, auch wenn einem die Leute das nicht so

glauben, wenn man mit Karneval und "Sie-

16 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2018 . ERFOLG magazin


Story

ist wichtiger

als das Talent

Kabarettist Bernd Stelter im Interview über

Arbeitsmoral und Lebensqualität

Bilder: Backhaus Verlag

ben Tage, sieben Köpfe" identifiziert wird.

Ich weiß sehr genau, was ich da mache. Ich

kann zwei Dinge im Leben wirklich gut:

Ich kann wirklich gut schreiben und das,

was ich geschrieben habe, auf Bühnen gut

Ich bin ein alter

Genießer-Spießer

darstellen. Alles

andere kann ich

nicht und mache

es auch nicht. Ich

würde nie eine

Agentur oder Produktionsgesellschaft

haben. Ich mache nur meine Kernkompetenzen,

Schreiben und Auftreten.

Wenn man so professionell und unternehmerisch

in der Comedy unterwegs

ist, braucht man da auch ein Team für

bestimmte Bestandteile?

Außer Schreiben und Auftreten gebe ich

alles ab. Wobei ich beim Schreiben gerne

mit Leuten arbeite. Es ist ein riesengroßer

Fehler, nur im eigenen Saft zu kochen.

Wenn man alles selber schreibt, wird es auf

Dauer nicht gut werden, weil etwas fehlen

wird. Wenn ich mal irgendwas habe, wie

beispielsweise das letzte Programm "Wer

heiratet, teilt sich die Sorgen, die er vorher

nicht hatte", das ist ein Thema für Mann

und Frau. Ich bin aber ein Mann, ich brauche

auch die weibliche Seite. Dann rufe ich

meine Freundin Anne an, wir setzen und

zusammen und überlegen, wie das geht.

Da bin ich auch sehr offen für andere Meinungen.

Sie haben durchklingen lassen, dass man

schon eine Grundleidenschaft braucht

um das Ganze gerne zu machen und sich

gerne auf die Bühne zu stellen. Wie wichtig

ist es denn, auch wirklich hart zu arbeiten,

das diszipliniert durchzuziehen?

Nicht nur wegen Spaß an der Freude?

Irgendjemand hat mal gesagt, man braucht

5 Prozent Kunst, 45 Prozent Fleiß und 50

Prozent Glück. Das finde ich etwas übertrieben,

aber was sicherlich richtig ist:

Kunst ist der kleinste Teil. In der Mathematik

sagt man, es ist

eine notwendige

Bedingung. Wenn

also die Kunst, das

Talent, nicht da

ist, dann wird das

auch nichts und so

eine talentfreie Zone wird auf der Bühne

nie Erfolg haben können.

Glück - ja, wenn ich damals nicht in dem

Saal gestanden hätte, in dem Rudi Carrell

mir auf die Schulter getippt hat, wäre das

Leben anders gelaufen. Inwiefern anders

weiß ich nicht, aber es wäre sicher

nicht so gekommen, wie es

gekommen ist.

Fleiß ist ein ganz großer Faktor.

Wenn ich schreibe, arbeite ich

besessen. Das letzte Buch habe

ich im Sommer und Herbst in

Holland fertig geschrieben. Da

habe ich sechs Stunden am Tag

einfach geschrieben. Und wenn

ich nicht fünf Seiten geschafft

hatte, war ich unzufrieden mit

mir. Da habe ich auf dem Fahrrad

gesessen, die Sachen angekuckt

und weitergeschrieben.

Fleiß ist wichtig und ich merke

sofort, wenn ein Künstler nicht

fleißig ist.

Bücher schreiben ist doch wirklich harte

Arbeit, nicht wahr? Das verstehen viele

gar nicht.

Ja, aber es ist natürlich auch etwas sehr

Schönes! Ich bin jetzt 56, das ist nicht Rentenalter

aber Reinhard Mei hat auch mal

geschrieben, wenn man 56 als die Mitte

des Lebens bezeichnet, ist das schon verdammt

optimistisch. Ich habe also etwa

zwei Drittel rum. Dazu gefällt mir der

Satz von Atze Schröder am besten: "noch

30 geile Sommer". Ich denke, in diesem

Alter ändert sich was. Da kommen dann

Wünsche auf, wie, ich hätte auch gerne mal

ne Woche mehr frei oder ich möchte auch

gerne noch Sachen sehen und mir gerne

mehr Muße gönnen. Demenstsprechend

muss ich wohl teilweise auch etwas weniger

arbeiten.

Deswegen möchte ich in Zukunft das

Schreiben und Auftreten, das im Moment

noch einen Faktor von ein Viertel zu drei

Viertel hat, in Richtung ein Drittel zu zwei

Drittel oder Halbe-Halbe verschieben. Ich

werde nie im Leben aufhören zu arbeiten.

Aber mehr Schreiben und weniger auf der

Bühne stehen - das kann ich mir sehr gut

vorstellen. Da ist Bücher schreiben natürlich

schon etwas sehr Schönes.

Wenn man mit seinem Programm auf

der Bühne steht, ist das Timing die Hälf-

ERFOLG magazin . Ausgabe 01/2018 . www.erfolg-magazin.de

17


Story

te der Miete. Stimmt das?

Das ist absolut richtig, ja. Wer zehn Jahre

bei "Sieben Tage, sieben Köpfe" ist und

noch immer kein Timing hat, der hat verloren.

Es geht sogar noch viel weiter. Es

geht um den Rhythmus

der Sprache, Betonung

und Sprachklang. Das sind

wirklich zum Teil sehr wilde

Geschichten, an denen

ich sehr lange arbeite. Das

passiert ja eigentlich plötzlich

und live. Man merkt

auf der Bühne, dass da

plötzlich Worte anders kommen und spürt

plötzlich: Ja, das ist eine Dreiviertel-Taktung,

jetzt musst du das aber auch mal so

richtig dippen.

Was ist denn nach "Sieben Tage, sieben

Köpfe" der Olymp für einen Komiker?

Was wollen die Meisten denn erreichen?

Ich brauche kein Stadion, wofür ich mit

Ellbogen und Krallen arbeiten müsste, um

da hin zu kommen. Ich brauche keine aggressiven

Verkaufsstrategien. Ich möchte

einfach in ein Theater gehen, wo die Leute

hinkommen, weil ich komme, und dann

sollen die am Besten hinterher nach Hause

gehen und sagen: "Boah, was war das für

ein schöner Abend". Dann habe ich gewonnen.

Dann geht es mir sehr, sehr gut.

Ich bin eh wohlhabend; ich muss nichts

maximieren.

Der Mensch denkt in Bildern. Wenn ich

also sage: "Denken Sie mal an nen Apfel",

dann sehen Sie den Apfel vor sich. Sie haben

nicht A-p-f-e-l gedacht. Je nachdem,

welche Bilder wir sehen und im Unterbewusstsein

abspeichern, geht es uns gut

oder nicht gut. Wenn man nun die ganzen

Bilder aus dem Computer oder Fernseher

zieht, ja dann geht es einem scheiße.

Hygge heißt, man

Ich möchte

mich wirklich

wohlfühlen.

sitzt mit Freunden

zusammen, hat den

Fernseher aus. Frélys

ist ein Schlagwort in

Norwegen und heißt

'draußen leben'. Das

hat mit dem Wetter

nichts zu tun, die leben

auch im Winter draußen. Der Norweger

ist Skilangläufer, der ist draußen, mit

Begeisterung Multerbeeren sammeln. Und

dann trifft man sich und dann backen die

Waffeln wie die Bescheuerten. Wir backen

keine Waffeln, wir sitzen zu Hause allein

am Computer und rufen Liferando an.

Dass es einem dann Scheiße geht, ist doch

klar. Ich will damit sagen: Mir ist heute der

Wohlfühlfaktor wichtiger als alles andere.

Vorhin hatten wir die Geschichte mit den

Bildern. Da gibt es noch

einen Punkt. Robert Sutton,

Professor für Organizational

Psychology in

Stanford, hat das wunderbare

Buch "Der Arschloch-Faktor"

geschrieben.

Die Essenz: Wenn Sie einen

wunderbaren Verkäufer

haben, der richtig toll verkauft aber ein

Arschloch gegenüber den eigenen Leuten

ist: schmeißen Sie ihn raus, und ihr Unternehmen

wird besser werden. Ich möchte

nur noch mit Menschen zusammenarbeiten,

die mir auch eine gewisse Achtung

entgegenbringen. Dann geht es mir gut,

dann fühle ich mich wohl und ich kann

ganz viel arbeiten. Deshalb mache ich das

auch sehr gern. Mit den anderen Leuten

möchte ich auch nicht arbeiten.

Das klingt ja so nach dem puren Genießer.

Das Problem ist, ich erzähle immer davon,

was ich haben möchte, nicht den Weg.

Dass ich oftmals nicht so bin, dass ich diese

Ziele erst noch erreichen muss. Ich bin

so ein Psychatrie-Hypochonder. Ich hatte

etwas für die Presse geschrieben, unter

anderem "alte Genießer-Spießer". Den

Ausdruck fand ein Freund fürchterlich

und meinte, "alle Leute, die dich im Karneval

sehen, werden sagen, genau das ist

er". Trotzdem finde ich den Begriff so toll!

Denn was ist denn ein Genießer-Spießer?

Das ist einer, der in einer lauen Sommernacht

mit der kurzen Hose und den Füßen

im Gartenteich auf der Terrasse des Eigenheims

sitzt und Weißwein trinkt. Ja, dann

bin ich einer. Dann bin ich auch zufrieden.

Das sagen ganz viele Erfolgreiche, dass

sie dieses Spießerleben gerne haben.

Selbst Bushido hat das gesagt, er findet

es schön, so grade um die Ecke, wenn er

zu Hause seine Ruhe hat, und die Nachbarn

leise sind.

Ich fand das toll als mein Sohn 14 war, da

war ich in zwei Bushido-Konzerten. Das

ist ja Schwerstarbeit, die der da macht

und man merkt immer wieder, dass er

dazwischen ein paar erzkonservative Sätze

raushaut. Als er sich dann erstmal bei

den ganzen Eltern bedankt hat, die mitgekommen

sind, damit die Jugendlichen

ins Konzert durften, das sind so Momente,

wo du denkst: Ja, mag schon sein, dass er

ein Gangsterrapper ist, der auch sicherlich

allerhand auf dem Kerbholz hat. Aber gewisse

konservative Grundstrukturen hat er

trotzdem.

Sie haben ja eben zum Thema Glück gesagt,

das wäre davon abhängig, dass man

vor der Tür steht und auch mit Menschen

zusammenkommt.

Das ist es auch. Wenn

Ich bin so ein

Psychatrie-

Hypochonder

du zu Hause dieses

Cocooning betreibst,

gehts dir nicht gut.

Ich denke, man arbeitet

dann am Besten,

wenn es einem gut

geht. Und dann ist

man auch erfolgreich.

Und damit es einem gut geht ist dieses

rausgehen, draußen sein, Freunde treffen,

statt sie irgendwo anzuklicken, eine

Grundbedingung. In dem Zufriedenheits-

18 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2018 . ERFOLG magazin


Wissen Story

ranking der Uno, das jedes Jahr durchgeführt

wird, sind alle vier skandinavischen

Länder in den Top Sechs. Die kennen das

Wort "hygge". Wir sind irgendwo hinter

Ruanda und Nigeria auf Platz 29, und dafür

gibt es Gründe.

Die Suchtbeauftragte

der Bundesregierung

hat gesagt,

dass fast ein Drittel

der Jugendlichen

am öffentlichen

Leben nicht mehr

teilnimmt, also

nur noch zu Hause

sitzten mit ihrem

Scheißhandy und

darauf herumdaddeln.

Die leben nur noch in Social Networks

und nicht mehr im Leben. Ich brauche

kein Social Network, wenn ich einen

Biergarten habe.

Aber ich muss mir das selber immer wieder

sagen, das ist nichts, was einfach so da

ist. Ich bin ein großer Fan von Moleskin

Heften. Da trage ich alles ein, was ich jeden

Tag machen will. Ich habe ein anderes

Heft, in das ich meine ganzen Ideen eintrage.

Ich trage alles ein, was ich machen will,

nicht nur arbeiten, sondern auch spazieren

gehen oder "halbes Glas warmes Wasser

mit Zitrone trinken". Wenn ich das alles

tue, gehts mir gut, wenn ich das nicht tue,

gehts mir nicht gut.

Machen Sie einen Unterschied zwischen

Glück und Zufriedenheit? Also Glück

als das Gefühl, jawohl, ich bin ein guter

Mensch und ich habe tolle Menschen um

mich und Zufriedenheit ist doch noch

etwas anderes, oder?

Das liegt aber sehr nah dran, ich mache

da keinen großen Unterschied. Wenn

man zufrieden ist, ist man auch glücklich.

Glück ist etwas Wunderbares. Ich glaube,

man kann wirklich glücklich werden wenn

man raus geht, wenn man Sachen anguckt.

Man muss nicht alles erreichen. Ich habe

großen Spaß gehabt an diesem Buch von

Tommy Jaud "Einen Scheiß muss ich"- super,

völlig richtig! Man muss nicht alles

erreichen. Ganz ehrlich! Ich habe 10 Jahre

"Sieben Tage, sieben Köpfe" gehabt,10

Jahre NRW-Duell moderiert, stehe seit

18 Jahren mit einem Kabarett-Programm

auf der Bühne. Das tollste war der Tag, an

dem dieser Beruf begann, am 6. November

1988, an einem Vorstellungsabend in

Köln. Nächstes Jahr haben wir 2018, dann

mache ich das seit 30 Jahren. Ich brauch

nicht mehr Erfolg, mehr Geld. Am Ende

ist Zeit das Wichtigste, das, was man

braucht. Ich bin gerne mit meiner Frau in

Ich brauche kein

Social Network,

wenn ich einen

Biergarten habe.

Holland, stehe

gerne auf einem

großen weißen

Schiff und sehe

nach hinten.

Das finde ich

wunderbar. Vor

vier Wochen, als

wir eine Norwegenkreuzfahrt

gemacht haben,

hatte der Kapitän

die Idee durch den Trollfjord zu fahren.

Das Wetter toll, da steht man da hinten

mit einer Weißweinschorle - das war wieder

ein Glücksmoment. Da ist dann doch

verdammt vieles gut gelaufen.

Aber Sie haben das, was Sie beruflich

machen, doch aus Liebe gemacht, oder?

Ja, alles! Das ist das wirklich Schöne, weshalb

ich auch nie aufhören werde. Manche

Leute sagen, jemand wie der Heesters, mit

108, den haben sie ja am Klavier festgebunden.

Da kann man nur hoffen, dass

ich früher sterbe, sonst stehe ich da auch

festgebunden am Klavier, hundertprozentig!

Natürlich werde ich das nicht mehr

so oft machen, weil es mich ja viel mehr

schlauchen wird, aber ich werde das weiterhin

tun. Es gibt nichts Schöneres, als in

einem schönen Theater zu stehen, das voll

ist. Wenn die Leute hinterher eine Frage

stellen, beantworte ich die auch. Da kommen

die unglaublichsten Fragen aber da

höre ich auch ganz viele Sachen. Ich verlasse

als Letzter das Foyer; ich schreibe so

lange Autogramme bis der Letzte da war.

Das ist einfach Achtung vor dem Publikum.

Da erfahre ich von den Leuten auch

ganz viel über diesen Abend. Und für viele

Leute ist er was ganz Besonderes gewesen.

Sie haben sich schon ganz früh die Karten

gekauft und freuen sich schon seit Wochen

auf diesen Abend. Es ist nicht einfach, mit

so hohen Vorschusslorbeeren umzugehen,

das muss man ja auch alles bieten. Wenn

dann von den Leuten kommt: "Was war

das toll",

Bei Eventim können die Leute den Auftritt

bewerten, da gibt es immer mal einen, der

schreibt "Boah, war der doof ", das wird

man nie ganz verhindern können. Aber

die unglaublich große Mehrheit der Leute

ist so begeistert, weil sie angepackt sind.

Rudi Carrell hat mir gesagt: "Wenn du

mit Leuten einen schönen Abend machen

willst, bring sie zum Lachen. Wenn du mit

ihnen einen tollen Abend machen willst,

bring sie zum Weinen."

Ich habe schon oft in Comedy- oder Kabarettabenden

gesessen, in denen ich gelacht

habe, und nochmal und nochmal gelacht

habe. Aber immer nur Lachen ist langweilig.

Auf der Klaviatur der Gefühle, die wir

Zum Abschluss, wie defenieren Sie für

sich Erfolg im Leben?

Erfolg im Leben heißt zufrieden werden.

Das ist immer so schön, wenn ich das sage,

denn dann kommt gleich die Frage zurück:

Bist du es denn nicht? Doch, ja, aber ich bin

56, da wäre es doch ein bisschen früh, oder?

so haben, muss man schon auch ein paar

andere ansprechen. Wenn ich da sitze und

es jemand schafft, mir eine Gänsehaut zu

machen, gehts mir hinterher besser. Lachen

will ich zwar auch, aber es muss auch

das andere passieren, dafür sind die Gefühle

ja da. Lachen alleine will ich nicht.

Ganz herzlichen Dank, Bernd Stelter.

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Story

Bilder: JürgenHöllerAcademy, Schäfer, Loehr, Scherer, Lindau

Von der Seele

Autor: Roberto Blanco

Plassen Verlag, 2017

20 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2018 . ERFOLG magazin


Story

ROBERTO

BLANCO

Ich bin nicht mit Fahrstuhl hoch,

ich bin zu Fuß gegangen

Mit Bildern von Christian Klant

Wenn man so lange, 61 Jahre, erfolgreich

auf der Bühne steht – Dazu gehört wohl

pure Leidenschaft und vielleicht sogar

noch mehr?

Ich liebe meinen Beruf, ich wollte immer

im Showbusiness sein wie mein Vater und

meine Mutter. Mein Vater wollte, dass ich

Kinderarzt werde. Damals war die Erziehung

ganz anders als heute; was Papa sagt,

ist Gesetz. Ich sagte „Okay, Papa.“ Aber im

Internat war ich immer im Kinderchor,

Kindertheaterensemble, auch im nächsten

Internat im Chor und Theaterensemble.

Ich hatte immer etwas mit der Bühne zu

tun. Bei einem Fest in Madrid habe ich

auf einem Festwagen gesungen, denn ich

kannte all die damaligen Schlager, die Hits.

Ich war also immer mit Musik verbunden,

auch durch meine Eltern. Ich hatte das

Glück, meinen Vater im Sommer immer

dort, wo er gerade in Europa auf Tour war,

besuchen zu können. Da habe ich viel gesehen

und erlebt, und das wollte ich immer.

Wie Sie wissen starb meine Mutter als ich

ein kleines Kind war. Mein Vater war für

mich alles, er war toll und ich war sein

Augapfel. Der hat gemerkt, wie wichtig

mir die Bühne war. Fast jeden Sommer

lag ich ihm in den Ohren: „Papa, kann ich

nicht nach Paris auf ‘s Konservatorium?“

Als Zwilling kann man sehr überzeugend

sein und schlussendlich hat er „Ja“ gesagt.

Darum bin ich jetzt hier. Dann entstand

der Film „Stern von Afrika“. Da habe ich

meinem Vater gesagt, das ist mein Weg und

gottseidank sagte er: „Okay“.

Sie sind ein recht direkter Typ und sagen

sofort, was Ihnen auf der Zunge

brennt – Ist das in Ihrer Kariere eher

förderlich, oder manchmal sogar hinderlich

gewesen?

Die Direktheit hat mir Freunde gebracht,

aber auch viele Türen verschlossen, weil

ich gesagt habe, was ich denke. Manchmal

war es hinderlich, weil manche Leute

die Wahrheit nicht vertrugen und leider

in der falschen, wichtigen Position saßen.

Die waren eine ehrliche Meinung nicht gewohnt.

Dann wurde ich eben nicht mehr

für diese Sendung engagiert. Obwohl ich

danach sagen konnte: „Sehen Sie, ich habe

Recht gehabt.“

Ist denn Ihrer Meinung nach generell für

Erfolg wichtig, dass man Förderer hat?

Dass man Leute hat, die einem links und

rechts vielleicht einige Tipps geben,

helfen oder eine Tür aufmachen?

Ich habe in meinem Buch geschrieben:

Ich bin nicht mit Fahrstuhl

hoch, ich bin zu Fuß gegangen,

das heißt: Allein. Es ist das

eine, einen Förderer zu haben,

der einen hochhebt, etwa eine

Zeitschrift oder eine Zeitung, einen

Fernsehsender. Das hatte ich

nicht. Aber jemanden, der mir

Ratschläge gibt, das hatte ich wohl; den

braucht man. Ich habe von meinem Vater

gelernt. Er hat mir ein paar Tipps gegeben

und ich habe bei ihm abgekuckt, habe seine

Proben gesehen, die Shows, die er gemacht

hat und so weiter.

Dann hat mir auch die große Josephine

Baker wundervolle Tipps gegeben,

die mir immer im Gedächtnis geblieben

sind. In den Shows habe ich mit großen

Leuten gearbeitet. Ich bewundere Caterina

Valente. Ich habe mit Peter Frankenfeld

und Hans Rosental gearbeitet und

da kam immer Neues dazu. Auf Reisen

nach Las Vegas, habe ich mir Shows von

Sinatra, Elvis angeschaut. Ich habe sie alle

gesehen – live!

Nicht nur aus Vergnügen, Sie wollten

auch wirklich aktiv lernen?

Klar war das Beides. Ich bin nach Las

Vegas gefahren und habe vor den Shows

geplant, habe mich informiert, wer da ist.

Ich habe Frank Sinatra, dann Sammy Davis

und Dean Martin gesehen. Ich hatte

Glück, denn Elvis Presley war da. Natürlich

geht man da hin und will die Show

sehen. Tagsüber habe ich Tennis

gespielt, ich war Schwimmen,

das war für mich Teil meiner Inspirations-Reise.

Können Sie sich erinnern, ob es

einen Moment gab, in dem sie

sich dachten: Das finde ich gut,

das kann ich mir auch gut vorstellen

in meine Show einzubauen?

Das kann man nicht eins zu eins

einbauen und genauso arbeiten;

man ist hier in einem anderen Land. Für

meine Shows habe ich das ein oder andere

Arrangement. Darum bin ich ja in Las Vegas

gewesen, um mir Inspiration zu holen.

Davon gab es natürlich reichlich bei Siegfried

und Roy und wen ich alles gesehen

habe. Das kannst du nicht genauso auf die

Bühne bringen, aber ich habe vieles davon

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Story

Roberto Blanco teilte mit

Verleger Julien Backhaus seinen

reichen Erfahrungsschatz.

übernommen. Zum Beispiel habe ich immer

Bigbands, große Orchester und riesige

Balletts dagehabt. Und das Ergebnis waren

summa summarum 49 Prozent Marktanteil,

weil die Shows begeistert haben und

die Leute sagten, „Mann, das war so toll!“

Das kommt nicht von allein, das muss man

sich erarbeiten. Ich habe die Shows nicht

kopiert, sondern mich davon inspirieren

lassen. Das ist der Unterschied.

Was sind Ihre größten Schwächen und

was sind Ihre Stärken, die vielleicht keiner

kennt?

Das ist schwer zu sagen. Meine Schwäche

ist bis heute, dass ich sehr gutgläubig

bin. Ich bin finanziell oftmals auf die Nase

gefallen. Und ich habe mal im Vertrauen

etwas unterschrieben und hatte danach

Probleme, da raus zu kommen. Nobody

is perfect. Und mein Plus ist, dass ich an

mich glaube, dass ich kämpfe, immer das

Beste fürs Publikum geben will. Bis jetzt

habe ich das gottseidank erreicht. Mein

Ziel war, jeder Aufritt soll mir zwei neue

Auftritte einbringen. Die Leute sollen so

begeistert sein, dass sie es weitererzählen.

Das hat bisher gut geklappt und ich freue

mich darüber.

Sie sind ein sehr dankbarer Mensch, hört

und liest man so raus. Ist das für Sie eine

Grundlage für Erfolg gewesen?

Die Grundlage für Erfolg ist zuerst einmal

an sich zu glauben, dann arbeiten und an

sich selbst arbeiten. Man muss, auf die

Bühne bezogen, Perfektionist sein, denn

das ist mein Name, der da steht. Wo immer

ich war hieß es, „Mensch, Roberto,

tolle Show“, „das ist toll geworden“, „hast

du toll gemacht“ und das ist für mich

wichtig. Trotzdem darfst du dich nicht

hinsetzen und dich auf dem Erfolg ausruhen.

Gerade, wenn der Erfolg da ist, musst

du sagen: Die nächste Show wird besser,

die nächste noch besser und so habe ich

immer gearbeitet.

Wie wichtig ist es Ihrer Meinung nach

für Erfolg, dass man sich mit den richtigen

Leuten umgibt?

Es kommt darauf an. Manche kommen zu

einem oder man versucht sie zu finden und

das ist manchmal

»Ich kann nur etwas repräsentieren,

hinter dem ich stehe.«

sehr schwer. Du

musst so gut sein,

dass die Leute, die

für diesen Beruf

wichtig sind, von

selbst zu dir kommen. Weil es einen Unterschied

macht, ob jemand zu dir kommt

oder ob man an dessen Tür klopft. Und

gottseidank sind bis jetzt durch alles, was

ich gemacht habe, die wichtigen Leute, die

Galas, zu mir gekommen. Ich sage nicht

„Bitte tu mir einen Gefallen“, denn das hilft

nicht. Wenn sie zu dir kommen, dann hast

du eine Macht, eine ganz andere Position.

Dann sagst du: „Okay, ich mach es, selbstverständlich“.

Ich bin für Vorschläge offen.

Aber es gibt auch mal ein Konzept, das

nicht gut ist, das kann ich nicht repräsentieren.

Ich kann nur etwas repräsentieren,

hinter dem ich stehe. Daran habe ich mich

immer gehalten, das ist wichtig. Wenn man

da ehrlich ist – ich gucke den Leuten in die

Augen, wenn ich mit ihnen rede – sehe ich

manchmal, wie sich die Tür schließt, weil

ich für die Leute zu geradeheraus sage, was

ich von ihrem Konzept halte. Versetzen

Sie sich in meine Situation: Ich soll etwas

machen, was sie sich ausgedacht haben

und womit ich mich nicht wohlfühle. Und

ich kann das versuchen – nicht, dass ich

es nicht will – aber das bin nicht ich. Ich

kann nicht etwas sein, was ich nicht bin.

Also habe ich es anders gemacht und gesagt:

„Sehen sie, was sagen sie dazu?“

Sind Sie jemand, der eher schnell oder

eher langsam „Ja“ zu etwas sagt?

Als ich meine Frau gefragt habe: „Willst du

mich heiraten“ hat sie natürlich schnell „Ja“

gesagt. In solchen Dingen bin ich schnell.

Aber was Geschäftliches angeht eher nicht.

Wenn man zu mir kommt und sagt „Roberto,

wir haben diesen Auftritt vor“, frage

ich sofort: „Wie stellen Sie sich das vor?“

Ich will nicht hören „Wir denken, sie kommen

auf die Bühne, dann ist Pause, dann

kommen sie eine Viertelstunde später,

zweiter Auftritt, dann ist Essen…“. „Dann

haben sie die falsche Person, denn so arbeite

ich nicht.“ „Ja, ich dachte . . .“ „Sie

denken? Wunderbar! Aber ich bin derjenige,

der da auf die Bühne rausgeht“. Und da

passiert es, dass ich sage: „Nein, das mache

ich nicht so. Im Vertrag steht nicht, dass

ich singen muss, was und wie sie wollen.

Weil, ich bin derjenige, dessen Name da

22 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2018 . ERFOLG magazin


Story

steht.“ Ich muss mich selbst präsentieren,

und wie ich mich präsentiere, das weiß ich

selbst.

Und warum haben Sie mich angerufen?

Weil Sie gesagt haben „Blanco stimmt es

wohl, mit Ihrem Erfolg…“ dann lassen Sie

mich von meinem Erfolg erzählen. Und

mein Erfolg ist so, wie ich mich vorstelle,

nicht wie jemand anders sich vorstellen

würde. Glauben sie mir, lassen Sie mich

meine Show machen und danach können

Sie zu mir kommen und mir sagen, wie

das war. Und danach gratulieren: „Ja, das

war eine sehr gute Idee“. Manche sind sauer,

weil es nicht so auf die Bühne gebracht

worden ist, wie sie wollten. Davon lebe ich

nicht, und darum sage ich „Ja“, wenn man

zu mir sagt: „Können Sie sich vorstellen

für uns zu singen?“ und den Rest lassen sie

mich machen, mit meinem Orchester und

so weiter.

Was bei Künstlern grade auf lange Zeit

ein Problem ist, ist die fehlende Disziplin.

Sie scheinen ja ein extrem disziplinierter

Mensch zu sein oder?

Das muss ich ja. Disziplin ist etwas, von

dem mein Vater und auch Josephine Baker

sagten: „Du musst du sein, und so sein,

dass keiner zu dir sagt: Warum machst du

das, und ich darf das nicht machen?“

Wenn ich mit meinen Musikern probe,

kommt die Akademische Viertelstunde

Verspätung schon vor, weil vielleicht einer

auf Toilette war. Aber es geht nicht, dass

die Probe um Vier angesetzt ist und ein

Musiker kommt erst um Fünf – dann fliegt

er bei mir raus, egal! Dann hol ich jemand

anderen, dann spiele ich ohne ihn. Ich bin

für Seriosität, die setze ich voraus, wenn er

seine Arbeit liebt. Meine Musiker haben

alle lange Jahre mit mir gearbeitet, tun es

immer noch und haben mir gesagt: „Roberto,

für dich zu arbeiten macht Spaß.“

Ich liebe meinen Beruf! Es ist der schönste

Beruf, und ich habe ihn bei meinen Eltern

abgucken können. Ich bin damit groß geworden,

obwohl ich im Internat war und

immer nur im Sommer dabei sein konnte.

Ich saß immer hinter der Bühne und habe

zugesehen, wie geprobt wurde und ich

habe davon geträumt, eines Tages so wie

mein Vater mit dem Orchester zu proben.

Das fand ich so toll. Für mich war mein

Vater der Größte, wie er so elegant und

groß dirigierte.

Man merkt schon, dass Sie vom Team

einen gewissen Respekt gegenüber dem

Beruf fordern?

Ja, ich sowieso. Wir sind keine Tingeltangel-Leute.

Professionelles Arbeiten ist mit Künstlern

doch sicher nicht immer einfach.

Die sind doch oftmals so verspielt?

Solche Künstler kenne ich nicht. Ich kann

nur aus meiner Erfahrung, meinem Leben,

und meiner Art zu arbeiten berichten. Ich

habe die Pünktlichkeit in Deutschland

gelernt. Ich kann mich an eine der ersten

»DU musst DU sein!«

Fernsehshows erinnern. Die erste Probe

war um 17 Uhr angesetzt. Ich kam Viertel

nach fünf, wie das in Spanien, wo ich

damals gelebt habe, völlig im Rahmen

war. Die Deutschen waren sehr nett, als sie

mir erklärten: „Roberto, die Leute warten

alle schon auf dich. Wir haben gesagt um

fünf Uhr. Jetzt ist es Viertel nach fünf und

wir müssen weiterarbeiten.“ Und ich habe

laut gesagt: „Ich bitte um Entschuldigung,

ich habe nicht gewusst, dass ihr schon

auf mich wartet, es tut mir leid, I‘m sorry,

pardon!“ Alle haben gelacht und gesagt:

„Okay Roberto“. Auch mein Vater hat gesagt:

Denk daran, du willst nicht warten,

ich will nicht warten, und ich will nicht,

dass andere Leute auf dich warten müssen.

Deshalb sehe ich immer zu, dass es klappt,

dass ich rechtzeitig da bin. In Südamerika

sagen sie dagegen immer: „Wer zu pünktlich

ist, wirkt aufdringlich.“ Also gibt es

dort diese Akademische Viertelstunde, die

man als angenehm empfindet.

Wenn Sie morgen sterben müssten, gäbe

es da noch offene Aufgaben oder sind sie

jetzt schon wunschlos glücklich?

Ich denke nicht ans

Sterben. Wenn ich

noch mindestens

20 Jahre mit meiner

Frau durch die Welt

reisen und überall

singen kann, dann

bin ich wunschlos glücklich. Ich bin positiv,

ich wünsche allen Leuten Gesundheit

und ein gutes Leben. Besonders bei meinen

Fans, die mich all die Jahre hochgehalten

haben, bedanke ich mich.

Ich habe ein Buch geschrieben, weil viele

wissen wollen, wie ich lebe, denke, was ich

gemacht habe, wo ich war. Viele wissen

nicht, dass ich sieben Sprachen spreche,

„Was, Sie sind in Tunesien geboren?“ - lesen

Sie, dann werden Sie mein Leben kennenlernen

und das in einer offenen Buchform

meiner Seele.

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23


Story

Ingvar Kamprad

im Alter von 90 Jahren in

einem der Möbelhäuser

seines weltumspannenden

Imperiums.

WIE INGVAR KAMPRAD DAS

IKEA-IMPERIUM AUFBAUTE

24 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2018 . ERFOLG magazin


Story

Bild: Inter IKEA Systems B.V., Zitelmann, Cover: Redline verlag

Auszug aus "Setze

dir größere Ziele"

von Dr. Dr. Rainer

Zitelmann

Wenn Sie vor einem

Problem stehen,

vor einem wirklich

großen Problem,

dann heißen Sie

es willkommen und suchen Sie nach der

Chance, die in diesem Problem steckt.

Ein Meister hierin war der Schwede Ingvar

Feodor Kamprad. Er wurde 1926 in

Schweden als Sohn einer deutschstämmigen

Bauernfamilie geboren. Bereits

1943 gründete er im Alter von 17 Jahren

das Unternehmen IKEA. Heute besitzt er

etwa 44 Milliarden Dollar und ist wahrscheinlich

der reichste Mann, der in der

Schweiz wohnt.

Geld zu verdienen spielte in seinem Leben

schon früh eine Rolle. Ging er als Kind angeln,

dann nicht um des Vergnügens willen,

sondern weil er den Fang zu Geld machen

konnte. »Verkaufen wurde zu einer

Art fixen Idee«, erinnerte er sich später.

Mit elf Jahren ließ er sich von einer Samenhandlung

beliefern und verkaufte

die Tütchen an die Kleinbauern

der Umgebung. »Das war mein erstes

richtiges Geschäft, damit verdiente

ich tatsächlich Geld.« Von

dem Gewinn kaufte sich der Junge

ein Fahrrad und eine Schreibmaschine.

»Beide Anschaffungen«, schreibt

Rüdiger Jungbluth in seinem Buch Die 11

Geheimnisse des IKEA-Erfolgs, »waren im

Grunde Investitionen, Hilfsmittel für weitere

Geschäfte des Heranwachsenden«.

Kamprad hatte eine ausgeprägte Lese- und

Schreibschwäche (Dyslexie), die für andere

Menschen sicherlich ein guter Vorwand

gewesen wäre, ihre Erfolglosigkeit zu erklären.

Kamprad verlegte sich jedoch auf

das, was er gut konnte, nämlich auf den

Handel. Als Schüler handelte er mit allem

und jedem. Unter seinem Bett im Internat

hatte er einen großen Karton, in dem sich

Gürtel, Brieftaschen, Uhren und Stifte befanden.

Die Geschäfte liefen so gut, dass

er am Ende seiner Realschulzeit den Entschluss

fasste, ein Unternehmen zu gründen.

Das Unternehmen nannte er IKEA

– die Abkürzung steht für die Initialen seines

Namens I. K., den Anfangsbuchstaben

des Namens des elterlichen Bauernhofes

Elmtaryd und den Anfangsbuchstaben

INGVAR

KAMPRAD

»ES LOHNT SICH NIEMALS,

NEGATIV ZU AGIEREN.«

seines Heimatdorfes Agunnaryd in der

Gemeinde Ljungby, wo er aufwuchs.

Wie auch viele andere erfolgreiche Menschen

– so etwa die Aldi-Gründer oder die

Unternehmer Richard Branson und Michael

Dell – hatte auch Kamprad die Idee,

die Menschen sehr viel billiger als die Konkurrenten

mit Waren guter Qualität zu beliefern.

Er entdeckte bald, dass sich Möbel

mit guter Qualität sehr viel günstiger herstellen

und vertreiben ließen. Damit zog er

sich jedoch naturgemäß den Ärger der etablierten

schwedischen Möbelhersteller zu.

Ein Wettbewerber, das Möbelhaus Dux,

verklagte ihn mehrmals und beschuldigte

ihn des Plagiats. Die Klagen waren jedoch

nicht erfolgreich. Der Verband der Möbelhändler

schrieb Briefe an die IKEA-Lieferanten

und drohte ihnen, sie würden keine

Aufträge der etablierten Geschäfte mehr

bekommen, wenn sie weiterhin IKEA belieferten.

Kamprad umging den Boykott

jedoch, indem er viele Tochterfirmen unter

anderem Namen gründete. Aber er bekam

Ärger, weil er auf Möbelmessen auch

an Endverbraucher verkaufte. Manchmal

Dr. Dr. Rainer Zitelmann

ist ein erfolgreicher Immobilieninvestor und

mehrfacher Buchautor.

bekam er deshalb

sogar Hausverbot.

IKEA traf genau

den Geschmack

der Kunden und

war mit seinen

Möbeln so erfolgreich,

dass es dem

Unternehmen zunehmend

schwerfiel,

den Warennachschub zu organisieren.

Weil es sich die Hersteller nicht mit den

alteingesessenen Möbelhändlern verscherzen

wollten, boykottierten sie ihn. Für

IKEA schien das ein fast unlösbares Problem.

In dieser Situation machte Kamprad etwas

Außergewöhnliches: Er schrieb einen

Brief an einen polnischen Minister, in dem

er sein Unternehmen vorstellte und sein

Interesse an einer Zusammenarbeit mit

polnischen Möbelherstellern bekundete.

Tatsächlich erhielt er eine Einladung nach

Polen, aber die Gespräche scheiterten fast

schon am Anfang, weil man ihm verbieten

wollte, außerhalb Warschaus zu reisen und

die Möbelfabriken in Augenschein zu nehmen.

Kamprad wollte schon abreisen, als

die Polen einlenkten.

Später sollte sich der Boykott der

schwedischen Möbelindustrie

als Glücksfall erweisen. Kamprad

machte die Entdeckung,

dass in jedem Problem auch eine

Chance steckt – wenn man diese

erkennt. Die Zusammenarbeit mit den

polnischen Möbelherstellern verlief zwar

zunächst nicht ohne neue Probleme, entpuppte

sich dann jedoch als riesiger Erfolg.

Zeitweilig stammte sogar jeder zweite Artikel

im IKEA-Katalog aus der sozialistischen

Volksrepublik Polen. »Es war eine Krise, die

zum Auftrieb wurde, weil wir ständig neue

Lösungen fanden«, so Kamprad. »Wer weiß,

ob wir so erfolgreich gewesen wären, wenn

sie uns einen ehrlichen Kampf geboten hätten?«

Hier wird Kamprads Einstellung zu

Problemen und Schwierigkeiten deutlich,

die auch die Einstellung aller erfolgreichen

Persönlichkeiten ist. Seine erste Folgerung:

In jedem Problem steckt auch eine Chance.

Die zweite Folgerung lautete: »Es lohnt

sich niemals, negativ zu agieren.« Wer im

Wirtschaftsleben seine Energie darauf verschwendet,

die Konkurrenz zu behindern,

statt ihr etwas Konstruktives entgegenzusetzen,

wird auf Dauer damit keinen Erfolg

haben.

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25


Story

»FEHLER ZU

MACHEN

IST DAS

VORRECHT

DES TAT-

KRÄFTIGEN«

Die Konkurrenten dachten jedoch anders

und taten alles, ihm immer neue Schwierigkeiten

zu bereiten. Nachdem in einer

renommierten Zeitschrift ein Testbericht

erschienen war, der belegte, dass IKEA zu

deutlich geringeren Preisen liefern konnte

als andere Häuser mit vergleichbarer

Qualität, versuchte die Möbelindustrie,

mit einem Anzeigenboykott das Blatt

mundtot zu machen. Der Chefredakteur

der Zeitschrift ließ sich jedoch nicht mürbe

machen, sondern ging in die Offensive

und machte den Rundbrief des Möbelverbandes,

in dem zum Anzeigenboykott

aufgerufen wurde, in einer Fernsehsendung

öffentlich. Am Ende nutzte die Sache

IKEA mehr, als sie schadete, denn die

Menschen identifizierten sich fortan mit

dem »David«, der gegen »Goliath« antrat.

Die Auseinandersetzungen mit den Möbelherstellern

waren jedoch nicht die einzigen

Schwierigkeiten, die er zu meistern

hatte. Damals herrschte in Schweden eine

besondere Spielart des Sozialismus, welche

die freien Kräfte des Marktes und Unternehmer

wie ihn fast erdrückte. Der Spitzensteuersatz

lag bei 85 Prozent. Zudem

musste er eine hohe Vermögensteuer aus

seinem Privatvermögen bestreiten.

Manchmal erdrückte ihn fast die hohe

Steuerlast. Kamprad wollte eines der kleineren

Unternehmen, die sich in seinem

Privatbesitz befanden, mit Gewinn an

IKEA verkaufen, um damit die Schulden,

die er als Privatperson bei IKEA hatte, zu

tilgen. So handelten damals viele schwedische

Unternehmer, um die erdrückende

Vermögensteuerbelastung zu reduzieren.

Aber als Kamprad daranging, diese Transaktion

vorzubereiten, änderte Schweden

die Steuergesetzgebung – und zwar rückwirkend.

Er blieb auf seinen hohen Kosten

sitzen und ärgerte sich darüber, dass in seinem

Land Unternehmer so schlecht und

unfair behandelt wurden. Wie dumm es

vom schwedischen Staat war, erfolgreiche

Unternehmer so zu drangsalieren, sieht

man an Kamprads Beispiel, der 1974 den

Entschluss fasste, nach Dänemark auszuwandern

und später dann in die Schweiz,

wo er bis heute lebt.

Wer von außen den großen Erfolg der

Möbelmarke IKEA sieht, vergisst vielleicht,

wie viele Niederlagen und Probleme

Kamprad zu meistern hatte. Er hatte sich

entschlossen, einen Teil der bei IKEA verdienten

Gewinne in einer anderen Branche

zu investieren, und beteiligte sich an

einem Hersteller von TV-Geräten. Das

Unternehmen kam jedoch nicht aus der

Verlustzone. Als sich die Verluste bedrohlich

summierten, stieg er aus. Der Ausflug

in eine andere Branche kostete ihn sehr

viel. Er verlor mehr als ein Viertel des damaligen

IKEA-Kapitals mit diesem Investment.

Fehler zu machen war jedoch für Kamprad

nichts Schlechtes – und

das predigte er auch seinen Mitarbeitern.

»Fehler zu machen

ist das Vorrecht des Tatkräftigen«,

so seine Philosophie. »Die

Angst, Fehler zu machen, ist die

Wiege der Bürokratie und der

Feind jeglicher Entwicklung.

Keine Entscheidung kann für

sich in Anspruch nehmen, die

einzig richtige zu sein. Es ist die

Tatkraft hinter der Entscheidung,

die deren Richtigkeit bestimmt.« Deshalb,

so seine Folgerung, müsse es erlaubt sein,

Fehler zu machen.

Bild: Inter IKEA Systems B.V.

26 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2018 . ERFOLG magazin


Einstellung

Was selbstbewusste

Frauen ausmacht

Fangen wir mit der guten Nachricht an:

Man darf auch mal einen Fehler machen,

man darf verlieren.

Selbstbewusste

Frauen stehen zu ihren

Fehlern. Schwächen

sind okay und unsere Laster machen

uns erst zu den Persönlichkeiten, die wir

sind. Ich plädiere dafür, dass wir uns in

Akzeptanz üben, wenn es notwendig ist.

Dazu gehört für mich, nicht auf dem Weg

zum Erfolg zu verkrampfen, verbissen zu

sein. Wenn es mal schief geht im Leben

– so what? Was ich gelernt habe in peinlichen,

schrecklichen, erfolglosen Situationen,

in denen ich am liebsten davongelaufen

wäre, ist: Immer Klasse zeigen und

nie die Verrückte spielen.

Es ist unmöglich, alles allein zu schaffen.

Wer selbstbewusst ist, weiß, wann es Sinn

macht, um Hilfe zu bitten. Aber auch,

wann Hilfe gefordert ist. Allein ist man

vielleicht schneller, aber im Team kommt

man weiter. Nein sagen ist übrigens okay.

Seien Sie klar und schnörkellos. Stehen Sie

für sich ein. Wer authentisch ist, wirkt immer

anziehend auf andere.

Mut zur Veränderung

Die meisten Frauen haben

kein Problem damit, ihre

Schwächen benennen zu

können. Sie können sich

selbst unbarmherzig auseinandernehmen,

wissen genau, was sie

wann und wo falsch

gemacht haben, was

ihnen nicht liegt.

Schwieriger wird es,

wenn es um ihre Stärken geht. Da siegt oft

die Bescheidenheit oder es fehlt schlicht

an einem gesunden Selbstwert, dem klaren

Blick auf sich selbst. Wie schade! Selbstbewusstsein

und Ausstrahlung sind aber kein

Himmelsgeschenk, sondern erlernbar. Ich

habe einen Leitfaden für ein Ego-Upgrade

entwickelt, den „Anouk Index“, den ich in

Auszügen hier beschreiben will. Er bietet

Fehler sind erlaubt!

praktisches Know-how, um Selbstzweifel

in den Griff zu bekommen, sich auf die

richtigen Dinge zu fokussieren.

Selbstbewusste Frauen wissen: Tugenden

wie Durchhaltevermögen, Krisenmanagement,

oder die Fähigkeit, positiv zu denken,

können wir nicht lernen, wenn immer

alles glatt läuft. Das wäre ein unnatürliches

Leben. Brüche formen uns, sie schleifen

unseren Charakter, machen uns interessant.

Und unser Leben wäre nur halb so

bunt, wenn wir alle nur den geraden Weg

gehen und vor Widerständen immer nur

zurückschrecken würden. Wir sollten lernen,

uns ihnen entgegenzustellen, sie zu

meistern.

Dazu gehört der Mut zur Veränderung –

auch das zeichnet eine selbstbewusste Frau

aus. Wer sich selbst wertschätzt, verharrt

nicht in Situationen, Beziehungen, Jobs,

die nicht gut für ihn sind. Raus aus der

vermeintlichen Komfortzone!

Anouk Ellen Susan

ist Direktorin des Niederländischen Büros

für Tourismus & Convention in Deutschland

und Vorstandsvorsitzende der Deutsch-Niederländischen

Gesellschaft. Ihr besonderes

Anliegen: Selbstmarketing für Frauen

Bild: privat, Depositpohotos/galkin57

ERFOLG magazin . Ausgabe 01/2018 . www.erfolg-magazin.de

27


Story

Übernimm

Bilder: Lindner Website

28 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2018 . ERFOLG magazin


Story

die Verantwortung

für Niederlagen!

Von Dr. Dr. Rainer Zitelmann

FDP-Chef Christian Lindner hat ein Buch

geschrieben, das für jeden lesenswert ist,

der sich für das Thema „Erfolg“ interessiert

– auch, wenn er sich nicht so sehr für

Politik interessiert.

Die Wahlniederlage von 2013, bei der

die FDP zwei Drittel ihrer Wähler verlor

und aus dem Bundestag flog, markierte

noch lange nicht den Tiefpunkt in der Geschichte

der Liberalen. Schon 2011 hatte

Lindners heutiger Stellvertreter Wolfgang

Kubicki erklärt, die Marke FDP habe „generell

verschissen“. Damit sprach er aus,

was nach 2010 immer mehr Menschen

dachten.

„Keine Sau braucht die FDP“

Beim Bundesparteitag 2014 in Dresden

waren die Ränge leer und viele Medien

verzichteten sogar darauf, Berichterstatter

zu schicken. „Die Stimmung in der Partei

war – so fühlte auch ich es – schauderhaft.“

Im Herbst 2014 führten führende

Meinungsforschungsinstitute die FDP

nicht einmal mehr als gesonderte Partei

bei Umfragen auf. Sie verschwand neben

den Violetten, der Bayernpartei und der

Partei für Gesundheitsforschung unter

den „Sonstigen“, also bei den unbedeutenden

und chancenlosen Splitterparteien.

Die Schulden der Partei hatten sich auf fast

zehn Millionen Euro aufgetürmt. Bei den

Landtagswahlen plakatierte die Partei zum

Entsetzen Lindners in ganz Brandenburg

„Keine Sau braucht die FDP“, was sie damit

begründete, dies gebe am besten die

Stimmungslage wider. Das Ergebnis von

1,8 Prozent schien ihr Recht zu geben.

Christian Lindner sprach inzwischen bei

Grillfesten, an denen 20 Parteimitglieder

teilnahmen. „Es war zu spüren: Wer jetzt

noch zu den Freien Demokraten kam, der

musste Überzeugungstäter sein.“ Das Buch

endet mit dem Wiedereinzug der FDP in

den Bundestag bei der Bundestagswahl

vom 24. September 2017 mit 10,7 Prozent.

Wie es zu diesem Wiederaufstieg der von

»Immer wieder,

wenn sich die

Stimmung einzu -

trüben drohte

und ich mir die

Sinn frage gestellt

habe, erinnerte

ich mich daran,

warum wir all diese

Anstrengungen

unternehmen«

Christian Linder,

Schattenjahre. Die Rückkehr

des politischen Liberalismus,

Klett-Cotta, München 2017.

den Medien verlachten und totgesagten

Partei kam – diese Geschichte erzählt

Lindner in seinem Buch „Schattenjahre“.

Setze dir größere Ziele!

Lindners Buch lehrt, wie wichtig es ist,

sich große Ziele zu setzen. Er hatte sich all

die Jahre ein Ziel einprogrammiert, an das

er jeden Tag dachte, aus dem er Inspiration

schöpfte: Die Bundestagswahl 2017. „Für

mich war dieses Datum das ‚Gipfelkreuz’,

das wir erreichen wollten. Mögen Rückschläge

auch Kraft kosten, jeder Schritt

und jeder Tag würden uns dem großen

Ziel näher bringen. Immer wieder, wenn

sich die Stimmung einzutrüben drohte

und ich mir die Sinnfrage gestellt habe,

erinnerte ich mich daran, warum wir all

diese Anstrengungen unternehmen.“ Das

„warum“ ist entscheidender als das „wie“.

Lindner räumt ein: Ja, auch Zweifel gehören

dazu. Alle erfolgreichen Menschen

zweifeln zuweilen, aber am Ende ist der

Glaube an den Erfolg stärker als der Zweifel.

Das habe ich an vielen Beispielen in

meinem Buch „Setze dir größere Ziele“

gezeigt.

Akzeptiere kein „Nein“!

In diesem Buch erzähle ich auch die Geschichte

von Steve Jobs, der das „Nein“ der

Werbeagentur, die er engagieren wollte,

nicht akzeptierte. Bei Lindner war es genauso.

Er wollte die Agentur „Heimat“

engagieren, die er schon im

Jahr 2000 beim Landtagswahlkampf

in Nordrhein-Westfalen

kennengelernt hatte. Aber 2001

war es zum Zerwürfnis zwischen

der FDP und der Agentur

gekommen und die Agentur

wollte zudem grundsätzlich

keine politischen Kampagnen

mehr machen. Aber Lindner

akzeptierte das „Nein“ nicht. Als

der Agenturchef sein Büro verließ,

war aus dem rigorosen Nein ein „Wir

denken darüber nach“ geworden. Wenige

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29


Story

»Nicht die

anderen

haben

die FDP

besiegt,

wir haben

uns selbst

ruiniert.«

Wochen später besiegelten beide die Zusammenarbeit.

„Das waren wir schon selbst“

„Jedem Besiegten wird es schwer, den

Grund seiner Niederlage an der einzig

richtigen Stelle, nämlich in sich selbst zu

suchen“, schrieb Theodor Fontane. Das

könnte auch das Leitmotto von Lindners

Buch sein, das in mancher Hinsicht vielen

Erfolgsbüchern ähnelt, in denen betont

wird, wie entscheidend wichtig mentale

Faktoren im Umgang mit Niederlagen sind.

Nach einer Niederlage neigen die meisten

Menschen – und Politiker sowieso – dazu,

die Schuld anderen zu geben. Auch unter

dem Führungspersonal der FDP gab es

manche, die glaubten, dass die Partei nur

historisches Unrecht erlitten hätte, weil die

Wähler sie einfach nicht hätten verstehen

wollen. Andere gaben Merkel die Schuld,

die bekanntlich bislang jeden Koalitionspartner

klein gemacht und an die Wand

gedrückt hat. Eine Ursache dafür, dass die

FDP den Wiederaufstieg schaffte, war, dass

Lindner der Versuchung widerstand, die

Schuld bei anderen zu suchen. „Das waren

wir schon selbst… Die Partei der Selbstverantwortung

sollte Schuld nicht bei anderen

suchen. Denn wenn andere über das

Schicksal tatsächlich bestimmen würden,

wäre man machtlos.“ Interessant ist, dass

ich genau diese Einstellung zu Niederlagen

in meiner Dissertation über erfolgreiche

Selfmade-Unternehmer als wichtige mentale

Einstellung identifiziert habe: Verlierertypen

suchen die Schuld für Niederlagen

bei anderen, Gewinnertypen bei sich

selbst. 2013 war in einigen Medien eine

Karikatur erschienen, die fünf FDP-Politiker

zeigte (einer davon Lindner), die

einander der Reihe nach einen Dolch in

den Rücken stechen. Darunter stand: „Fest

vereint in den Bundestagswahlkampf “.

Lindner zeigte das Bild bei mehreren Parteiveranstaltungen

und kommentierte:

„Nicht die anderen haben die FDP besiegt,

wir haben uns selbst ruiniert.“

Die Krise als Chance

Eine andere Einstellung, die ich in meiner

Dissertation bei erfolgreichen Unternehmern

und Investoren gefunden habe,

ist die, dass sie auch in größten Niederlagen

Chancen sahen. So war dies auch

bei Lindner: „Die Wähler“, so seine Einstellung,

„hatten uns einen kompletten

Erneuerungsprozess verordnet. Das Gute

daran war: Wir mussten uns nicht mehr

fragen, was bei der Kanzlerin, bei führenden

Kommentatoren oder bei bestimmten

Interessenvertretern ankam. Wir sollten

nur noch etwas vertreten, wenn wir auch

mit Überzeugung und gegen allen Widerspruch

dahinterstehen könnten. Das war

eine Selbstbefreiung.“

In dem Scheitern liegt etwas Positives –

diese Botschaft verkündete Lindner vor

Start-Ups und Unternehmern so oft,

dass er schließlich zum „Schutzheiligen

der Gescheiterten“ wurde. Aber nicht jener

Gescheiterten, die die Schuld bei der

Gesellschaft, den Märkten usw. suchen,

sondern bei sich selbst. Und für die Misserfolg

kein Makel ist, „sondern ein selbstverständlicher

Teil des Wirtschaftslebens“

– und eben auch des politischen Lebens.

Über eine Million mal geklickt wurde

Lindners „Wutrede“ bei der Landtagssitzung

in NRW Ende Januar 2015, als er auf

einen höhnischen Zwischenruf eines Sozialdemokraten,

der daran erinnerte, dass

Lindner auch mal eine Firma in den Sand

gesetzt hatte, ausrastete und seine Wut herausließ.

Fehler sind gut

„Das Bekenntnis der eigenen Fehler wirkt

wie ein Besen. Der Besen fegt den Dreck

weg, ein Bekenntnis tut nichts weniger“

– dieser Spruch stammt von Mahatma

Gandhi. Lindner plädiert in seinem

Buch für mehr Fehlertoleranz. „Sie ist in

Deutschland unterentwickelt. Dabei ist

menschliches Handeln immer fehlerhaft.

Gerade die Politik krankt am Unvermögen,

Fehler einzugestehen und zu korrigieren.“

Lindner spart in dem Buch nicht

mit Selbstkritik, so wenn er zustimmend

einen Kommentator der „Süddeutschen

Zeitung“ zitiert, der über seine Rede beim

Dreikönigstreffen in Stuttgart schrieb: „…

seine Worte plätscherten schlapp dahin.

Schon bald stellte sich bei den Zuhörern

der Eindruck ein: Genug jetzt mit der FDP,

besser schnell ab nach Hause!“ Lindner

kommentiert den Kommentar: „Recht

hatte er… Meine Rede war allerdings wirklich

zum Fremdschämen langweilig.“ Und

über seine Rede beim Bundesparteitag

2014 berichtet er, dass eine Parteifreundin,

die in der ersten Reihe saß, einschlief:

„Zum Glück ahnte das Publikum nicht,

dass es noch eine weitere halbe Stunde vor

sich haben würde.“ Manchmal, so Lindner,

verkündete er in der Krisenzeit nur

„Durchhalteparolen“. Selbstkritik sei etwas

Wesentliches, gerade für eine liberale

Partei, für die Lernbereitschaft essentiell

sei und zu ihrem politischen Glaubensbekenntnis

gehöre. Lindner räumt auch

selbstkritisch ein, es wäre richtig gewesen,

Merkels Flüchtlingspolitik „noch früher

und noch schärfer“ zu kritisieren. Die

Bundesregierung habe die Kontrolle über

die Lage verloren, orientierungslos agiert

und Deutschland von seinen europäischen

Partnern isoliert. Vielleicht wäre dann, so

meine ich, die FDP und nicht die AfD die

drittstärkste Partei im Bundestag geworden.

Dr. Dr. Rainer Zitelmann

ist ein erfolgreicher Immobilieninvestor und

mehrfacher Buchautor.

Bild: privat

30 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2018 . ERFOLG magazin


Story

Meinen Coaches

verdanke ich mein Leben

Onur Forrer: Die zwei Seiten meines Lebens

Bild: Privat

Ein kleiner Junge aus der Schweiz hat früh die

hässlichen Seiten des Lebens gesehen. Coaches

halfen ihm dabei, aus seinem Leben trotzdem eine

Erfolgsstory zu machen

Wenn man den kleinen Onur fragte, was

er später mal werden will, gab es für ihn

nur eine Antwort: gesund. Seitdem er drei

Jahre alt war, litt er an einer schweren chronischen

Asthmaerkrankung, die ihn jeden

Monat seines Lebens mit dauerhaften 40-

Grad Fieber ans Bett fesselte. Lange Zeit

konnte er nicht in die Schule gehen. Statt

zu atmen, hustete er pausenlos. Das eisige

Wetter in der Schweiz machte ihm das Leben

zur Hölle. Seinen Traum, Fußballer

zu werden, hängte er früh an den Nagel.

Seine Krankheit machte ihn nicht nur körperlich,

sondern auch psychisch schwach.

Selbstvertrauen fehlte dem Jungen gänzlich.

„Für mich waren besonders die Referate

vor der gesamten Schulklasse ein

Graus. Ich habe mich immer so geschämt

und musste meine Vorträge

gänzlich ablesen.

Dafür bekam ich dann

von den Lehrern stets die

schlechteste Note. Das hat

meine Selbstsicherheit

noch weiter in den Keller

befördert. Ich traute mich

kaum noch, überhaupt

den Mund aufzumachen.

Wäre meine Mutter nicht

gewesen, hätte ich aufgegeben. Aber sie

war mein erster echter Coach. Sie hat mich

immer ermutigt. Wenn ich an die vielen

Jahre denke, die sie mit mir im Krankenhaus

verbracht hat und mein permanentes

Husten ertragen musste, weiß ich nicht,

woher sie die Kraft nahm. Ich bin ihr unendlich

dankbar.“

Was die Ärzte ihm prophezeiten, wurde

Gott sei Dank wahr: Würde er bis zum

16. Lebensjahr durchhalten, könnte er die

Krankheit besiegen. Er siegte. Und zwar

auf ganzer Linie. Was ihm jahrelang verwehrt

blieb, wollte er nun scheinbar in

»Je öfter man tut,

wovor man sich

fürchtet, desto

mehr schwindet

die Angst«

Windeseile aufholen. Er machte seine Matura

(Abitur) und ging in die Wirtschaft.

Mit 20 Jahren wurde er einer der jüngsten

Franchiseunternehmer eines europaweit

führenden Dienstleistungsunternehmens.

Auch hier fand er einen Coach, der ihm

den Rücken stärkte und ihn ermutigte,

alles aus sich heraus zu holen. Und das

musste er auch, denn als selbstständiger

Unternehmer musste er Monat für Monat

für Gewinne sorgen - mit Kaltakquise seine

Brötchen verdienen. „Nach dem dritten

Kundengespräch wollte ich eigentlich wieder

hinschmeißen. Zum Glück hielt mich

mein Coach davon ab und zwang mich,

meiner Angst ins Gesicht zu blicken. Je öfter

man tut, wovor man sich fürchtet, desto

mehr schwindet die Angst. Heute bin ich

Meister in der Kundenansprache und halte

vor großem Publikum Vorträge zu diesem

Thema. Zwei Dinge, die ich nicht für

möglich gehalten hätte. Heute bin ich stolz

darauf, dass ich mich immer habe coachen

lassen, um besser zu werden“, so Forrer.

„Als Frinchisenehmer habe ich zusätzlich

zur Kaltakquise nur mit Weiterempfehlungen

mein Business aufgebaut, mit über

15.000 Kunden- und Mitarbeiterempfehlungen.“

Für seine Karriere hat es sich auf jeden

Fall ausgezahlt. Mit 27 war er der jüngste

Verkaufstrainer eines weltweit führenden

Versicherungskonzerns und war bereits

verantwortlich für die Ausbildung Tausender

Mitarbeiter. Dafür wurde er mit dem

Award „Sales Trainer of the Year“ ausgezeichnet.

Das war auch eine Bestätigung

für den Verantwortlichen, der damals den

Mut hatte, den jungen Forrer ohne besondere

Referenzen zu engagieren. Drei Jahre

später wurde er Senior Sales Trainer und

half Bratern und Führungskräften von

schweizer Banken, ihre Terminquote dramatisch

zu erhöhen. Dabei entwickelte

er ein eigenes Konzept des „On Demand

Trainings“.

Aus dem früher schwachen Onur Forrer

wurde ein Trainer und Unternehmer,

der in ganz Europa Inhouse-Schulungen

macht, Vorträge hält und stark in Startups

für digitales Recruiting investiert.

Beim innovativen Dienstleister Two-Int.

(Two.jobs) - The Social Job Network ist

er Vorstandsmitglied. Er gehört zu den

Top 100 Trainern im deutschsprachigen

Raum. „Die Wendepunkte in meinem Leben

verdanke ich immer meinen Coaches.

Angefangen bei meiner Mutter, Öjen Forrer,

dann die Coaches in den Unternehmen,

die mir blind vertrauten, bis hin zu

meinem heutigen Mentor Tony Robbins,

der mich anspornt, weltweit als Speaker

aufzutreten. Diese Unterstützung hat in

mir ein Feuer entfacht, das nie wieder erlöschen

wird. Ich will anderen Menschen

helfen, dieses Feuer zu finden. Mich und

meine kleine Familie treibt diese innere

Kraft und die Dankbarkeit immer weiter

vorwärts. Zu geben, ohne eine Gegenleistung

zu erwarten, kann Berge versetzen.“

ERFOLG magazin . Ausgabe 01/2018 . www.erfolg-magazin.de

31


Story

Vom Flüchtling zum Milliardär

Aristoteles Onassis

Buchauszug aus "Erfolgsgeheimnisse der Börsenmillionäre"

von Peter Balsiger und Frank B. Werner

Seine Kindheit stand unter keinem

guten Stern. Die Mutter

starb, als er sechs war, der Vater,

ein reicher Tabakgroßhändler,

kümmerte sich kaum um ihn,

der kleine Ari wurde von seiner strenggläubigen

Großmutter erzogen. Und als

das Land im Griechisch-Türkischen Krieg

(1919 bis 1923) ins Chaos fiel, musste

Onassis wie alle Christen seine Heimatstadt

Smyrna verlassen. Er war erst 16, als

er – mit einem Pappkoffer, einem Flüchtlingspass

und 60 Dollar in der Tasche – in

Argentinien ankam. In Buenos Aires, der

Hauptstadt, begann sein oft zitierter »Aufstieg

aus dem Nichts«. Der noch minderjährige

und kleingewachsene Emigrant

fälschte in den Personalpapieren sein Geburtsdatum,

machte sich so sechs Jahre

älter und suchte nun einen Job. Er schlug

sich als Hotelpage und Kurier durch und

fand schließlich eine Stelle als Nachttelefonist

in der British United River Plate Telephone

Company.

Er führte nun, wie sein Biograf Peter Evans

später schrieb, »ein erstaunliches, nahezu

schizophrenes Doppelleben«. Nachts arbeitete

er in der Telefonzentrale, wo er

heimlich Gespräche abhörte und sich so

lukrative Börsentipps verschaffte – und

»Die Toleranz der Oberschicht

dafür, dass man keine Klasse

besitzt, die ist käuflich.«

den Tag verbrachte er, vornehm gekleidet,

in den angesagten Klubs der Stadt,

wo er sich unter die Schönen und Reichen

mischte. Der staatenlose Teenager schwor

sich damals, genau so reich zu werden wie

seine neuen Freunde. So entwickelte er

schnell »den raubritterhaften Charme des

Ambitiösen«, und sein untrügliches Gespür

für gute Geschäfte machte ihn bald zu

einem wohlhabenden Mann. Eine seiner

vielen Geliebten hatte sich bei ihm darüber

beklagt, dass die heimischen Zigaretten,

aus kubanischem und amerikanischem

Tabak hergestellt, für Frauen viel zu stark

seien. Onassis begann nun, den milderen

türkischen Tabak zu importieren und mit

den üblichen Tabaksorten zu einer eigenen

Zigarettenmarke, die er Omega nannte, zu

mischen. Omega war ein Erfolg. Innerhalb

von zwei Jahren verbuchte er einen Gewinn

von 100.000 Dollar.

Bald entdeckte er neue

Geschäftsmöglichkeiten.

Er exportierte Leder

und Felle, Getreide und

Futtermittel nach Europa

und beschäftigte 200

Agenturen, die in Argentinien

Güter für den

Export aufkauften. Er

war jetzt 26 – und Millionär. Und er konnte

sich endlich auf jenes Geschäft konzentrieren,

das die größten und schnellsten Profite

versprach: die internationale Schifffahrt.

Mitten in der Weltwirtschaftskrise kaufte

Onassis 1931 aus der Konkursmasse von

kanadischen Reedern sechs Frachtschiffe –

für 120.000 Dollar, den hundertsten Teil

des eigentlichen Werts. »Man konnte ein

10.000-Tonnen-Schiff für den Preis einer

Rolls-Royce-Limousine kaufen«, erinnerte

sich Onassis. Später

kamen mehrere Tanker

dazu, denn das

Öltransportgeschäft

versprach in einer Zeit,

als weltweit immer

mehr von Kohleheizung

auf Ölfeuerung

umgestellt wurde, die

lukrativsten Margen.

Bei Kriegsausbruch 1939 besaß Onassis

46 Frachter und Tanker. Der Bedarf der

Alli ierten an Schiffstransportkapazität war

jetzt gewaltig, die Frachtraten stiegen auf

Rekordhöhen. Viele der Schiffe waren damals

eine leichte Beute für die deutschen

U-Boote. Aber da die von den Versicherungen

bezahlten Prämien hoch waren,

erlitten die Reeder kaum große finanzielle

Verluste.

»Wer behauptet, mit Geld sei

alles möglich, der beweist nur,

dass er nie welches hatte.«

Nach dem Sieg der Alliierten hatte der

Kriegsgewinnler Onassis ein Vermögen

von 100 Millionen Dollar angehäuft.

Ein Jahr später heiratete der inzwischen

40-jährige notorische Schürzenjäger in

New York die 17-jährige Tina Livanos, die

Tochter eines angesehenen und reichen

griechischen Reeders. »In ihr verbanden

sich die Vorzüge einer graziösen, wohlerzogenen

jungen Dame mit der kreditwürdigen

Ausstrahlung ihres arrivierten

Vaters«, schrieb Der Spiegel. Es war offensichtlich,

dass Onassis die junge Frau, mit

der er später zwei Kinder hatte, vornehmlich

des Geldes wegen geheiratet hatte.

Als am Kriegsende Deutschland am Boden

lag, versorgte der Grieche die norddeutschen

Werften in Hamburg, Bremen und

Kiel mit sagenhaften Großaufträgen. Über

seine Hamburger Firma Olympic Maritime

ließ er damals 18 Schiffe bauen. Die

Order hatte einen Wert von 300 Millionen

Mark. Gleichzeitig stellte er 600 arbeitslose

deutsche Seeleute ein. Die Öffentlichkeit

verehrte ihn als wundersamen Wohltäter,

der deutschen Menschen auf den hartbedrängten

Werften Arbeit und Brot gegeben

habe.

Onassis, der Selfmade-Tycoon, herrschte

nun über das größte Schiffsimperium der

Welt. Die gigantische Flotte sollte später

auf 100 Tanker und Frachter anwachsen.

Die Schiffe fuhren meist unter der Flagge

der drei Zwergrepubliken Panama, Honduras

und Liberia, denn diese Staaten galten

als Steuerparadies für Schiffseigner. Zu

seinem weitverzweigten Firmenkonglomerat

gehörte später noch die griechische

Fluggesellschaft Olympic Airways, eine

Walfangflotte, Immobilienfirmen und

32 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2018 . ERFOLG magazin


Story

Bild: Wikimedia_Nationaal Archief_Spaarnestad Photo, Cover FBV

Wolkenkratzer in New York. Onassis-Firmen

stellten Reißverschlüsse in Südafrika

und Kindernahrung in Brasilien her,

mahlten Getreide in Nigeria und betrieben

Taxis in Liechtenstein.

»Es war wohl die märchenhafteste Karriere«,

so sein Biograf Peter Evans, »die

ein Mann in den letzten hundert Jahren

gemacht hat.« Über dem globalen Netz

seiner Geschäftsverbindungen gehe die

Sonne nie unter. Onassis hielt auch die

Mehrheitsanteile an der berühmten Bädergesellschaft

»Société des bains de mer

Der griechische Reeder Aristoteles Onassis regierte nach

einer märchenhaften Karriere über ein Imperium von 100

Firmen, kommandierte die weltweit größte private Tankerund

Frachter-Flotte – und machte Schlagzeilen mit seinem

ausschweifenden Jetset-Leben.

de Monaco« – er wollte den damals ziemlich

maroden Mini-Staat zum Jetset-Mekka

aufbauen und gleichzeitig sein Pariser

Hauptquartier in die Steueroase am Mittelmeer

verlegen. Dank dieses Investments

gehörten ihm praktisch das legendäre

Spielkasino und fast alle Luxushotels. Sehr

zum Leidwesen von Fürst Rainier, mit dem

er jahrelang im Clinch lag.

Die weltweite Publicity, die mit diesem Engagement

in Monte Carlo verbunden war,

begann Onassis zu schaden. Er bereute das

Investment im Fürstentum. »Früher operierte

ich still, niemand kümmerte sich um

mich, auch die Presse nicht. Jetzt bin ich

ein Filmstar, werde um Autogramme gebeten

und bekomme verrückte Briefe«, beklagte

er sich damals. »Im Schiffsgeschäft

geht es konservativ zu. Es wird erwartet,

dass man bescheiden, zurückhaltend und

solide ist.« Er beschloss, seinen Firmensitz

nach Athen zu verlegen.

In der schillernden Society der Multi-Milliardäre

war Onassis damals, trotz seiner

Körpergröße von nur 158 Zentimetern,

der Größte. Keiner gab so viel Geld aus,

keiner erregte so viel Aufsehen, keiner

beschäftigte dank seines ausschweifenden

Lifestyles die Phantasie der Klatschpresse

so ausgiebig wie der »Goldene Grieche«.

»Was war nur dran an dem Nabob von

napoleonischer Größe, dessen Gesicht

scheinbar von den scheuklappenartigen

Bügeln seiner schweren Sonnenbrille zusammengehalten

wurde?«, fragte damals

Der Spiegel. »Warum wurde ausgerechnet

der dickliche Grieche mit der mimischen

Ausdrucksfähigkeit eines Haifischs zur Inkarnation

des Millionärs schlechthin?«

Er wollte Teil dieser Clique der Schönen

und Reichen sein. Aber für die wirkliche

Glamour-Elite blieb er ein Parvenü, der

selbst die einfachsten Regeln der feinen

Lebensart nie gelernt hatte. »Klasse kann

man halt nicht kaufen«, erkannte Onassis

später. »Aber die Toleranz der Oberschicht

dafür, dass man keine Klasse besitzt, die ist

käuflich …«

Er kaufte die 1943 in Kanada hergestellte

Fregatte »Stormont«, die an der Landung

der Alliierten in der Normandie

teilgenommen hatte, für den Schrottwert

von 34.000 Dollar und ließ das verrostete

Kriegsschiff in Kiel für vier Millionen

Dollar zu einer Luxusjacht umbauen. Er

taufte sie »Christina«, sie lief 1954 von

Stapel. Es war damals die größte und teuerste

Privatjacht der Welt, bestückt unter

anderem mit einem Operationsraum,

einem Wasserflugzeug und einem Tragflächenboot.

»So viel schlechten Geschmack auf

engstem Raum hatten selbst die Reichen

noch nicht gesehen«, ätzte damals Der

Spiegel über die protzige Inneneinrichtung.

Die Theke der Bar war gefertigt aus

dem Holz einer gesunkenen spanischen

Galeone, die Griffe bestanden aus Killerwal-Zähnen,

die Barhocker waren bezogen

mit der Vorhaut von Walpenissen. »Sie

sitzen auf dem größten Penis der Welt«,

soll Onassis einer schockierten Greta Garbo

eröffnet haben.

Onassis lockte damals viele Berühmtheiten

auf sein Schiff. Darunter Maria

Callas, die berühmteste Opernsängerin

der Welt, mit der er eine langjährige und

stürmische Beziehung hatte. Auch Jackie

Kennedy, die Witwe des ermordeten

US-Präsidenten, lernte er an Bord seines

schwimmenden Party-Palasts kennen. Sie

heirateten 1968. Aber das Paar sah sich

selten, die meiste Zeit verbrachte Jackie

mit Reisen und Shopping. Rund sechs

Millionen Dollar soll Jackie im Jahr ausgegeben

haben, bisweilen streifte sie raubzugartig

durch die Boutiquen

und Juwelierläden

der westlichen Hauptstädte

– bis es selbst dem

Milliardär zu viel wurde:

»Die Frau ist zwar schön,

aber so millionenschön

ist sie auch wieder

nicht.« Als Onassis 1975

in Paris an den Folgen

einer Lungenentzündung

starb, war er einer

der reichsten Menschen

der Welt. Sein Firmenimperium umfasste

neben der Flotte rund 100 Unternehmen

in 12 Ländern mit einem Jahresumsatz

von über zehn Milliarden Dollar. Onassis’

nachdenkliches Vermächtnis an die

Nachwelt: »Wer behauptet, mit Geld sei

alles möglich, der beweist nur, dass er nie

welches gehabt hat.«

ERFOLG magazin . Ausgabe 01/2018 . www.erfolg-magazin.de

33


Einstellung

Tony Robbins

Unangreifbar

Mein ganzes Leben hat

sich darauf konzentriert,

Menschen bei der

Verwirklichung ihrer

Träume zu helfen. Ich

habe mehr als 100 Länder besucht und mit

Menschen aus allen Winkeln er Erde über

ihre wahren Wünsche und Erwartungen

gesprochen. Wissen Sie, was ich herausgefunden

habe? Zwar hat jede Kultur andere

Überzeugungen und Werte, aber es

gibt einige grundlegende Bedürfnisse und

Wünsche, die alle Menschen teilen. Alle

Menschen sehnen sich nach einer außerordentlichen

Lebensqualität.

Für einige bedeutet das ein wunderschönes

Zuhause mit einem gepflegten Garten.

Für andere bedeutet es, drei wunderbare

Kinder großzuziehen. Für wieder andere

bedeutet es, einen Roman zu schreiben

oder ein Musikstück zu komponieren.

Andere stellen sich darunter den Aufbau

eines milliardenschweren Unternehmens

vor, und wieder andere wollen eins mit

Gott sein. Anders ausgedrückt: Es bedeutet,

ein großartiges, selbstbestimmtes Leben

zu führen.

Wie können Sie das erreichen? Wie können

Sie die Kluft zwischen Ihrer aktuellen

Situation und Ihren Wunschvorstellungen

schließen? Die Antwort: Sie müssen zwei

völlig unterschiedliche Fähigkeiten beherrschen.

auf dem Weg zu

Die Wissenschaft des Erfolgs

Die erste bezeichne ich als »Wissenschaft

des Erfolgs«. Auf jedem Gebiet gibt es

Erfolgsregeln, die Sie entweder brechen

(dann werden Sie bestraft) oder befolgen

können (dann werden Sie belohnt). Zum

Beispiel gibt es eine Gesundheits- und

34 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2018 . ERFOLG magazin


Einstellung

»Sie verdienen Ihren Lebens -

unterhalt mit dem, was Sie erhalten.

Sie gestalten Ihr Leben mit dem,

was Sie geben.«

Winston Churchill

Fitnesswissenschaft. Biochemisch betrachtet

sind wir alle völlig unterschiedlich beschaffen.

Allerdings gibt es Grundregeln,

die Sie befolgen können, wenn Sie gesund

und energiegeladen sein wollen. Wenn Sie

diese Regeln missachten, bekommen Sie

die Folgen zu spüren.

Gleiches gilt für die Finanzwelt. Denken

Sie nur daran, was Sie in diesem Buch alles

erfahren haben. Die erfolgreichsten Investoren

haben Ihnen mit ihren Tipps und

Hinweisen den Weg gewiesen. Wenn Sie

diese Muster verinnerlichen und die Instrumente,

Strategien und Prinzipien auf

Ihr eigenes Leben übertragen, beschleunigen

Sie Ihren Erfolg. Das

liegt auf der Hand, oder nicht?

Säen sie die gleiche Saat wie die

meisten erfolgreichen Menschen

und Sie werden die gleiche Ernte

einfahren. Auf diese Weise erlangen

Sie die Meisterschaft in finanziellen

Dingen.

Was die Wissenschaft des Erfolgs

betrifft, gibt es drei zentrale

Schritte, die Sie in die Lage versetzen

können, alles zu erreichen, was Sie wollen.

Fällt Ihnen etwas Fantastisches ein,

das Sie in Ihrem Leben erreicht haben

und das einst unmöglich erschien? Vielleicht

war es eine Beziehung, ein Traumjob

oder ein erfolgreiches Geschäft oder

ein todschicker Sportwagen. Denken Sie

nun darüber nach, wie aus diesem scheinbar

unmöglichen Traum allmählich Realität

wurde. Dabei werden Sie feststellen,

dass der Pfad zur Zielerreichung einem

grundlegenden dreistufigen Prozess gefolgt

ist.

der Ihnen dabei helfen kann, das zu erreichen,

was sich andernfalls außerhalb Ihrer

Reichweite befände. Folgendes geschieht

dabei: Ein Teil Ihres Gehirns, das als retikuläres

Aktivierungssystem bezeichnet

wird, wird von Ihrem Wunsch aktiviert,

und dieser Mechanismus lenkt Ihre Aufmerksamkeit

auf alles, was zur Zielerreichung

beitragen kann.

Der zweite Schritt besteht darin, mithilfe

Ihres inneren Antriebs und Ihrer Wünsche

die Emotionen zu aktivieren, die Sie

zu entschiedenem Handeln veranlassen.

Viele Menschen haben hochfliegende

»Ein Mensch ist das

Produkt seiner Gedanken.

Er wird, was er denkt.«

Mahatma Gandhi

vid Swensen konzentriert. Indem Sie die

richtigen Vorbilder studieren, können Sie

innerhalb einer Woche lernen, wofür Sie

ansonsten ein Jahrzehnt brauchen würden.

Der dritte Schritt zur Erfüllung Ihrer Wünsche

ist Gnade. Einige Menschen nennen

es Glück, einige nennen es Gott. Auf Basis

meiner eigenen Erfahrung kann ich Ihnen

eines sagen: Je dankbarer Sie für diese

Gnade sind und je mehr Sie sie anerkennen,

desto mehr davon werden Sie erfahren!

Ich bin ganz erstaunt zu sehen, dass

ein tiefes Gefühl der Wertschätzung Ihnen

mehr und mehr Gnade zuteilwerden lässt.

Natürlich müssen Sie alles in Ihrer Macht

Stehende tun, um Ihre Ziele zu erreichen,

aber es gibt darüber hinaus Dinge, über die

Sie keine Kontrolle haben. Selbst die Tatsache,

dass Sie zu diesem Zeitpunkt in der

Geschichte geboren wurden, dass Sie ein

Gehirn und ein Herz geschenkt bekommen

haben und dass sie von der beeindruckenden

Macht der modernen

Technologien, wie zum Beispiel

dem Internet, profitieren

können – nichts davon befand

sich unter Ihrer Kontrolle, und

Sie haben diese Dinge auch

nicht erschaffen.

Jetzt kennen Sie die drei zentralen

Schlüssel zur Wissenschaft

des Erfolgs. Genauso

wichtig ist eine zweite Fähigkeit,

die Sie brauchen, wenn Sie sich ein

außergewöhnliches Leben erschaffen wollen.

Diese Fähigkeit bezeichne ich als die

»Kunst des Erfülltseins«.

Die Kunst des Erfülltseins

Über Jahrzehnte hinweg war ich wie besessen

von der Wissenschaft des Erfolgs:

die Außenwelt zu verstehen und Möglichkeiten

zu ergründen, Menschen zu

helfen, den Durchbruch zu schaffen und

jede Herausforderung zu meistern. Doch

nun glaube ich mit Leib und Seele daran,

dass die Kunst des Erfülltseins eine noch

außerordentlicher Lebensqualität

Bild: Robbins, Cover FBV

Der erste Schritt zur Erfüllung Ihrer Wünsche

ist die Fokussierung. Erinnern Sie

sich: Die Energie fließt dorthin, wohin Sie

Ihre Konzentration richten. Wenn Sie das

fokussieren, was Ihnen wirklich wichtig

ist, wenn Sie nicht aufhören können, jeden

Tag daran zu denken, entfacht dieser intensive

Fokus einen brennenden Wunsch,

Träume, versuchen aber nie, sie umzusetzen.

Um erfolgreich zu sein, müssen Sie

entschieden handeln. Allerdings müssen

Sie die effektivste Strategie zur Umsetzung

bestimmen, und das bedeutet, dass Sie Ihren

Ansatz so lange ändern müssen, bis Sie

herausfinden, was sich wirklich bewährt.

Diesen Prozess können Sie wesentlich beschleunigen,

indem Sie sich an dem Vorgehen

und Verhalten von Menschen orientieren,

die es bereits vorgemacht haben.

Aus diesem Grund haben wir uns ganz

bewusst auf Investmentgurus wie Warren

Buffett, Ray Dalio, Jack Bogle und Da-

wichtigere Fähigkeit ist, die es zu meistern

gilt. Warum? Weil Sie der Außenwelt nicht

gewachsen sind, wenn Sie Ihre Innenwelt

nicht erfassen können. Wie können Sie

dann wahrhaftig und nachhaltig glücklich

sein? Dies ist der Grund, weshalb heute

meine größte Obsession der Kunst des Erfülltseins

gilt.

ERFOLG magazin . Ausgabe 01/2018 . www.erfolg-magazin.de

35


Einstellung

Sabrina Setlur

Was raus muss,

muss raus.

36 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2018 . ERFOLG magazin


Einstellung

»Ich bin mittlerweile vorsichtiger

geworden, wen und was

ich an mich ran lasse.«

Was bedeutet für Sie

das Thema Emotionen

in Ihrem Leben,

Frau Setlur?

Jeder der mich kennt,

sieht mich als die Drama-Queen. Ich bin

ein sehr emotionaler Mensch und lasse

Emotionen sehr nah an mich ran. Das

habe ich schon als Kind getan und auch als

Jugendliche, und vor allem dann, als ich

angefangen habe Musik zu machen. Die

war für mich dann ein Ventil mit meinen

Emotionen umzugehen, sie ehrlich auszusprechen

und auf dem Punkt zu bringen.

Emotion als Ventil. Das ist ein sehr gesunder

Umgang mit Emotionen. Viele

Menschen nutzen das nicht im Alltag.

Haben Sie denn einen

Tipp dazu?

In erster Linie sind wir

alle Menschen. Wie mein

Vater immer schön sagte,

wir kommen unter die

gleiche Erde oder werden

im gleichen Feuer verbrannt.

Jeder muss für

sich selbst entscheiden:

In wie weit möchte ich

diese Emotionen raus lassen? In wie weit

möchte ich so ehrlich sein? Es kommt

natürlich auch immer auf die Emotionen

an. Man muss sein Gegenüber abschätzen.

Kann ich ihm das jetzt sagen? Ich denke,

dass man seinen Emotionen im Großen

und Ganzen freien Lauf lassen sollte.

Allerdings gibt es Emotionen, die mein

Gegenüber gar nicht verkraften kann.

Deswegen ist es unheimlich wichtig, die

Grenze zu ziehen. Nicht alles ungefiltert

rauszulassen. Und vor allem, darauf auch

zu achten, was und wem man es sagt.

Das sehe ich ganz genauso wie Sie. Es ist

ganz wichtig, dass ich - wenn ich einen

gewissen Überdruck oder Unterdruck

an Emotionen habe, also ein ungesundes

Maß an Emotion sozusagen – erst mal

auf ein gesundes Normal-Level filtere

und reguliere. Ein Austausch mit einem

gesunden Maß an Emotion ist unglaub-

»Es ist ganz wichtig,

diese Menschlichkeit

beizubehalten,

weil man sonst wirklich

im Endeffekt

verkümmert«

lich konstruktiv.

Stimmt. Diesen Filter muss man sich erarbeiten.

Man muss selbst schauen: Ist

diese Emotion oder dieses Gefühl, das ich

jetzt habe, wirklich so dramatisch? Oder

überdramatisiere ich es? Diese gewisse

Ehrlichkeit zu sich zu haben, die ist auch

sehr schwer,. Ich habe in meinem Leben

sehr viele tragische Schicksalsschläge gehabt

und wusste oftmals nicht, sage ich das

jetzt, spreche ich darüber.

Ich selbst bin auch nur ein Mensch und

merke immer wieder, dass ich manchmal

Dinge sage oder meine Emotionen rauslasse,

weil es raus muss. Das ist menschlich.

Es ist ganz wichtig, diese Menschlichkeit

beizubehalten, weil man sonst wirklich im

Endeffekt verkümmert.

Damit sprechen Sie das

Thema Selbsttoleranz

an - sich also offen und

ehrlich zu begegnen.

Wie schaffen Sie das?

Das ist eine gute Frage.

Ich glaube, weil ich

schon oft enttäuscht

wurde. Ich habe gemerkt,

unverstanden

oder missverstanden worden zu sein, hat

mich im Endeffekt noch viel mehr verletzt,

als die eigentliche Emotion mich schon

verletzt hatte.

Ich habe eine wunderbare Schwester, mit

der ich wirklich sehr viel teilen kann. In ihr

habe ich einen Gesprächspartner gefunden,

der mir auch ehrlich Resonanz gibt.

Wie stehen Sie zum Thema Empathie?

Gerade weil ich ein empathischer Mensch

bin, wurde diese Eigenschaft früher ausgenutzt.

Da bin ich jetzt mittlerweile vorsichtiger

geworden, wen und was ich an

mich ran lasse.

Schön. Das ist Resilienz beziehungsweise

Widerstandsfähigkeit zu wissen, wo und

wie grenze ich mich gesund ab. Haben

Sie einen Tipp für andere Menschen, wie

man das gut schaffen kann?

Man darf sich selber nicht vergessen, das

ist ganz wichtig! Ich muss darauf achten,

wie viel mute ich mir da zu und wie gut tut

es mir? Natürlich, für andere Menschen da

sein, andere Menschen zu unterstützen, ist

etwas Wunderbares. Man kann das jedoch

nur tun, wenn man selbst stark genug ist.

Welche Rolle spielen Bedürfnisse für Sie,

wenn Sie sich Ziele stecken?

Im Idealfall die größte Rolle. Man sollte

immer das Beste für sich wollen und auch

tatsächlich im Endeffekt mit einem guten

Gewissen und einem guten Gefühl aus Gesprächen

gehen.

Sabrina Setlur ist eine deutsche Rapperin.

Mit mehr als zwei Millionen verkauften

Tonträgern ist sie die erfolgreichste Interpretin

des deutschsprachigen Raps und die erste

Rapperin mit einem Nummer-eins-Hit in den

deutschen Singles-Charts.

Mit ihr unterhielt sich Carmen Uth, hier links,

von Chanceemotion im Jumeirah-Hotel.

Absolut. Gibt es noch etwas Wichtiges,

was Sie sagen möchten?

Ich möchte einfach mich bei Ihnen wirklich

bedanken. Weil man so selten ein

solches Gespräch hat. Vielen Dank, es hat

mir in der Seele mal gut getan über dieses

Thema zu sprechen.

Mir ist es unheimlich leicht gefallen darüber

zu reden und es hat mir sehr viel Freude

gemacht. Es recht selbstreflektierend für

mich und es tat gut, darüber zu sprechen.

Ganz lieben Dank.

Bilder: Setlur, Uth

ERFOLG magazin . Ausgabe 01/2018 . www.erfolg-magazin.de

37


Einstellung

The Rolling Stones

beim Summerfest festival

in Milwaukee, 2015

Bild: The Rolling Stones in Milwaukee 2015_CC BY-SA 3.0-Wikimedia-Jim Pietryga, Cover: Redline Verlag

Die Spitzenperformer

verschwenden nur

sehr wenig Zeit damit,

an ihren Schwächen

zu arbeiten.

Konzentrieren Sie sich

nur auf Ihre angeborenen

Talente

Das ist ein besonders wichtiges

Prinzip. Um es Ihnen

klarzumachen, wollen wir

einmal einen Blick in die

Welt der Rock-and-Roll-

Musik werfen, in der Erfolg ohne Fokussierung

überhaupt nicht möglich wäre. Die

Rolling Stones sind eine der produktivsten

Rock-and-Roll-Bands der Musikgeschichte

und gehören außerdem zu denjenigen,

die sich am längsten gehalten haben. Mittlerweile

umspannt ihre Karriere fast 50

Jahre. Mick Jagger und seine drei Freunde

sind inzwischen weit über 60 und treten

immer noch weltweit in ausverkauften Stadien

auf. Vielleicht mögen Sie ihre Musik

nicht; aber diese Jungs waren – und sind

immer noch – ungeheuer erfolgreich, das

lässt sich nicht leugnen.

Lassen Sie uns einmal einen Blick hinter

die Kulissen werfen, kurz bevor ihr Konzert

beginnt … Das Bühnenbild ist aufgebaut.

Sie haben über 200 Leute gebraucht,

um dieses gigantische Gebilde zusammenzubauen,

das mehrere Stockwerke hoch

und halb so lang ist wie ein Fußballfeld.

Ein Konvoi von über 20 Sattelschleppern

war notwendig, um diese Kulisse vom letzten

Konzertort bis hierher zu bewegen.

Zwei Privatflugzeuge transportieren die

wichtigsten Mitarbeiter – auch die Musiker

selbst – von Stadt zu Stadt. Es ist ein

gigantischer Aufwand. Aber eine Welttournee

bringt schließlich über 80 Millionen

Dollar Gewinn ein. Also lohnt sich

die Mühe!

Eine Limousine fährt vor, um die vier

Künstler zum Backstage-Bereich des Stadions

zu bringen. Sie steigen aus und

warten gespannt auf ihren Auftritt – mit

einer Spur Nervosität, die in Begeisterung

übergeht, als 70 000 Leute ein ohrenbetäubendes

Gebrüll anstimmen,

sobald die Stones

namentlich angekündigt

werden. Die vier Musiker

betreten die Bühne

und greifen zu ihren

Instrumenten. In den

nächsten zwei Stunden

legen sie ein fantastisches

Konzert hin und

geben ihr Bestes, damit ihre Tausende von

Fans am Ende glücklich und zufrieden

nach Hause gehen. Nach der letzten Zugabe

winken sie dem Publikum noch einmal

kurz zu, steigen in die bereits wartende

Limousine und verlassen das Stadion.

Diese Musiker sind Meister

in der Anwendung

des Prioritätenfokussierungs-Prinzips.

Das

heißt, sie tun nur das, was

sie wirklich hervorragend

können – Musik machen

und Konzerte geben –,

und damit fertig. Nach

der ersten Planungsphase

eines Konzerts kümmern sie sich nicht

mehr um den Transport ihres Equipments,

die Ausarbeitung der komplexen Reiseroute,

den Aufbau des Bühnenbilds und

die unzähligen anderen Aufgaben, die effizient

erledigt werden müssen, damit die

Tournee reibungslos abläuft und Profit

einbringt. Diese Details überlassen sie anderen

Leuten, die sich damit auskennen.

Die Stones konzentrieren sich einfach auf

das, was sie am besten können – Singen

und Konzerte geben. Daraus können Sie,

liebe Leser, eine Menge lernen, und zwar

Folgendes: Wenn Sie Ihre Zeit und Energie

hauptsächlich darauf konzentrieren,

was Sie wirklich hervorragend können,

wird sich das am Ende auszahlen. Halten

Sie sich an dieses Grundprinzip – es ist für

Ihren künftigen Erfolg sehr wichtig!

38 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2018 . ERFOLG magazin


Einstellung

Die Macht

des Fokus

Buchauszug aus

"The Power of Focus"

Üben, Üben, Üben …

Wir wollen dieses Erfolgsrezept noch an

ein paar anderen Beispielen veranschaulichen.

Sportler sind ein sehr gutes Vorbild:

Ein Spitzensportler konzentriert sich ausschließlich

auf seine besonderen Talente

und arbeitet ständig daran, sich darin

immer weiter zu vervollkommnen. Egal,

um welche Sportart es geht – die großen

Gewinner haben alle eines gemeinsam: Sie

fokussieren sich in erster Linie auf ihre angeborenen

Stärken (das, was sie von Natur

aus gut können) und verschwenden nur

sehr wenig Zeit mit unproduktiven Aktivitäten.

Und sie üben, üben, üben – oft mehrere

Stunden am Tag – um immer besser

zu werden.

LeBron James (zurzeit der jüngste Basketballspieler

der NBA-Geschichte, der die

9000-Punkte-Marke erreichte) gewann im

Lauf seiner Karriere mehrere Preise. Aber

das wurde ihm nicht in die Wiege gelegt.

LeBron macht jeden Tag Hunderte von

Sprungwürfen; das ist ein fester Bestandteil

seines Tagesablaufs. Barcelona-Fußballstar

Lionel Messi – momentan der

beste Fußballspieler der Welt – übt seine

Dribbeltechniken ständig. Er ist ziemlich

kleinwüchsig, hat seine Technik aber so

weit perfektioniert, dass man das Gefühl

hat, der Ball klebe an seinen Füßen, wenn

er läuft. Seine Tore schießt er scheinbar

mit spielerischer Leichtigkeit und nutzt

dabei jede noch so kleine Torchance. Bereits

im Alter von 24 Jahren gewann Messi

alle größeren Clubmeisterschaften und

wurde dreimal hintereinander zum Weltfußballer

des Jahres ernannt.

Genau das ist es, was Spitzensportler von

ihren weniger erfolgreichen Kollegen unterscheidet:

ein überragendes Naturtalent,

kombiniert mit tagtäglicher eiserner Disziplin

und der Entschlossenheit, immer

besser zu werden. Wohlgemerkt: Diese

Spitzenperformer verschwenden nur sehr

wenig Zeit damit, an ihren Schwächen zu

arbeiten. Daran könnten sich viele unserer

Schulsysteme ein Beispiel nehmen! Oft redet

man den Kindern in

der Schule nämlich genau

das Gegenteil ein:

dass sie sich auf die Fächer

konzentrieren sollen,

in denen sie nicht

gut sind, statt sich so

intensiv mit den Dingen

zu beschäftigen,

die sie gut beherrschen.

Dahinter steckt die Idee, dass man ein

möglichst breitgefächertes Fähigkeitsspektrum

entwickeln und auf vielen Gebieten

gut sein soll, statt sich auf einige wenige

Dinge zu konzentrieren. Falsch! Wie Business-Coach

Dan Sullivan ganz richtig

festgestellt hat: »Wenn Sie zu viel Zeit damit

verbringen, an Ihren Schwächen zu

arbeiten, haben Sie am Ende lauter starke

Schwächen!« So etwas bietet einem keinen

Konkurrenzvorteil im Markt und ist auch

keine gute Voraussetzung, um zu Geld zu

kommen. Man bleibt dann eben einfach

nur Durchschnitt. Außerdem lässt es sich

mit Ihrer persönlichen Integrität nicht vereinbaren,

sich auf die »Nebenfächer« Ihres

Lebens zu konzentrieren.

Es ist wichtig, die Fähigkeiten, die Sie

hervorragend beherrschen, eindeutig von

Ihren Schwächen zu unterscheiden.

Wahrscheinlich

können Sie vieles gut,

manches vermutlich sogar

hervorragend. Auf anderen

Gebieten sind Sie

lediglich kompetent; und

wenn Sie ehrlich sind, gibt

es auch Dinge, bei denen

Sie sich total dumm anstellen.

Sie könnten alle

Ihre Fähigkeiten anhand

einer Skala von eins bis zehn bewerten,

wobei die Eins für Ihre größten Schwachstellen

und die Zehn für Ihre absoluten

Stärken steht. Sie werden im Leben am

meisten erreichen, wenn Sie den größten

Teil Ihrer Zeit

Die großen Gewinner haben

alle eines gemeinsam:

Sie fokussieren sich in erster

Linie auf ihre angeborenen

Stärken

den Fähigkeiten

widmen,

die Sie

auf Ihrer Talente-Skala

mit

einer Zehn bewertet

haben.

Um sich darüber

klarzuwerden,

auf welchen Gebieten Sie wirklich

hervorragend sind, sollten Sie sich einmal

ein paar Fragen stellen. Was gelingt Ihnen

völlig mühelos – ohne dass Sie dafür erst

lange recherchieren oder sich vorbereiten

müssen? Gibt es Dinge, die anderen Menschen

schwerfallen, die Sie aber gut beherrschen

– so gut, dass die anderen über

Ihre Kompetenz auf diesem Gebiet staunen

und Ihnen nicht einmal annähernd

das Wasser reichen können? Was für

Chancen gibt es auf dem heutigen Markt

für Ihre besonderen Stärken? Was könnten

Sie mithilfe Ihrer speziellen Begabungen

auf die Beine stellen?

ERFOLG magazin . Ausgabe 01/2018 . www.erfolg-magazin.de

39


Einstellung

Fokussiert zu bleiben, erfordert schon eine

gewisse Disziplin. Und zwar tagtäglich. Es

bedeutet, sich immer wieder bewusst zu

machen, wofür Sie Ihre Zeit investieren.

Um sich nicht zu verzetteln, sollten Sie sich

regelmäßig fragen: »Hilft mir das, was ich

gerade tue, meine Ziele zu erreichen?« Das

erfordert Übung. Dazu müssen Sie auch

lernen, öfter einmal Nein zu sagen. Es gibt

drei verschiedene Lebensbereiche, die Sie

einer Prüfung unterziehen sollten:

1. Sie selbst

Der größte Kampf, den Sie Tag für Tag auszufechten

haben, findet in Ihrem eigenen

Kopf statt. Machen Sie diesem sinnlosen

inneren Kampf ein Ende! Wenn die negative

Stimme in Ihrem Hinterkopf sich

wieder einmal zu Wort meldet, nehmen

Sie sich eine kleine Auszeit und reden Sie

Die Macht

der vier

Buchstaben:

Nein

sich gut zu. Fokussieren Sie sich auf die

Vorteile, die es Ihnen bringen wird, an Ihren

Prioritäten festzuhalten, und denken

Sie an die negativen Konsequenzen, die

Ihnen drohen, wenn Sie von Ihrem Kurs

abweichen.

2. Andere Menschen

Es gibt eine Menge Leute, die versuchen

werden, Sie abzulenken. Vielleicht

schneien sie einfach bei Ihnen im Büro

herein, um ein bisschen zu plaudern, weil

Sie grundsätzlich eine »Politik der offenen

Tür« betreiben. Wenn das so ist, so ändern

Sie Ihre Politik einfach! Halten Sie Ihre

Tür zumindest jeden Tag eine Zeit lang

geschlossen, damit Sie in Ruhe an Ihrem

nächsten großen Projekt arbeiten können.

Falls das nicht funktioniert, können Sie

auch ein Schild mit der Aufschrift an die

Tür hängen: »Bitte nicht stören. Störenfriede

werden sofort entlassen!«

3. Das Telefon

Wohl der hinterhältigste Störenfried

ist heutzutage unser PDA. Ist es

nicht erstaunlich, dass die Leute

sich von diesem kleinen Computer

diktieren lassen, wie sie ihren Tag

zu gestalten haben? Wenn Sie zwei

Stunden lang ungestört sein möchten,

dann schalten Sie doch einfach

Ihr iPhone, Blackberry oder was

auch immer aus. Nutzen Sie Ihre

technischen Hilfsmittel klug – natürlich

gibt es Zeiten, zu denen Sie

erreichbar sein müssen. Planen Sie

Ihre »Sprechzeiten« so genau

voraus wie ein Arzt: montags

von 14 bis 17 Uhr,

dienstags von 9 bis 12

Uhr. Und dann nutzen

Sie die Zeit, in der Sie

am produktivsten sind

(beispielsweise von

acht bis zehn Uhr), für

wichtige Anrufe. Wenn

Sie bessere Ergebnisse erzielen

möchten, müssen Sie

sich immer wieder einmal für eine

gewisse Zeit von der Außenwelt abschirmen.

Gewöhnen Sie sich ab, immer reflexartig

den Hörer abzunehmen, wenn

das Telefon klingelt. Sagen Sie Nein. Und

sorgen Sie dafür, dass das auch bei Ihnen

zu Hause so gehandhabt wird. Unser

Zeitmanagement-Freund Harold Taylor

erinnerte sich an eine Begebenheit aus

der Zeit, als er noch nach dem Klingeln

des Telefons »süchtig« war. Damals waren

Handys noch nicht so populär wie heute.

Eines Tages, als er nach Hause kam, hörte

er drinnen sein Telefon läuten. In seiner

Eile, noch rechtzeitig abheben zu können,

ehe es zu spät war, trat er die Fliegengittertür

ein, wobei er sich da Bein zerschnitt.

Doch dadurch ließ er sich nicht beirren,

sondern sprang sogar noch über mehrere

Möbelstücke, um möglichst schnell an

sein Telefon zu kommen, weil er unbedingt

wissen wollte, wer der Anrufer war.

Kurz vor dem letzten Klingeln nahm er

den Hörer ab und keuchte: »Hallo?« Eine

schüchterne Stimme antwortete: »Haben

Bild: Depositphotos/Iofilolo/JMcreation

40 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2018 . ERFOLG magazin


Einstellung

Sie vielleicht Interesse daran, die Globe

and Mail zu abonnieren?« Um lästige Anrufe

zu vermeiden, sollten Sie Ihr Telefon

zu der Mahlzeiten ausschalten. Ihre Familie

wird es zu schätzen wissen, beim Essen

Zeit für richtige Gespräche zu haben, statt

sich mit lästigen Unterbrechungen herumärgern

zu müssen. Setzen Sie Ihren inneren

Frieden und Ihre bessere Zukunft

nicht aufs Spiel, indem Sie sich immer

wieder ablenken lassen. Immer wenn Sie

sich bei einer Tätigkeit ertappen, die nicht

in Ihrem wirklichen Interesse liegt, rufen

Sie sich bewusst zur Ordnung und hören

Sie damit auf. Von jetzt an ist jede Zeitverschwendung

tabu. Achten Sie auf alte

Gewohnheiten, die Sie womöglich von der

Fokussierung auf Ihre Ziele abhalten. Zum

Beispiel stundenlanges Fernsehen. Wenn

Sie bisher jeden Abend drei Stunden lang

auf der Couch saßen und Ihre einzige

körperliche Aktivität im Betätigen der

Fernbedienung bestand, sollten Sie diese

Gewohnheit vielleicht doch einmal hinterfragen.

Einige Eltern haben bereits begriffen,

welche Konsequenzen das hat, und

beschränken den Fernsehkonsum ihrer

Kinder auf ein paar Stunden am Wochenende.

Warum wenden Sie bei sich selbst

nicht die gleiche Spielregel an? Mal sehen,

ob Sie’s schaffen: Nehmen Sie sich vor, eine

Woche lang überhaupt nicht fernzusehen,

und achten Sie einmal darauf, was Sie in

dieser Woche alles zustande bringen. Sie

werden staunen!

Es gibt keine Zauberformel

Ich hoffe, Ihnen ist inzwischen klargeworden,

worum es geht: Um Ihre Ziele im

Leben zu erreichen, brauchen Sie keine

Zauberformel und auch keine geheimen

Zutaten. Sie brauchen sich einfach nur darauf

zu fokussieren, was Sie weiterbringt,

statt Ihre Zeit mit Aktivitäten zu vergeuden,

die Ihnen nichts bringen. Doch

leider fokussieren viele Menschen sich

auf die falschen Dinge. Wer immer nur

von Monatsgehalt zu Monatsgehalt lebt,

der hat sich nie überlegt, wie man finanzielle

Intelligenz erwirbt. Solche Leute haben

sich in ihrem bisherigen Leben mehr

aufs Geldausgeben fokussiert als darauf,

eine starke Vermögensbasis für die Zukunft

aufzubauen. Viele Menschen sind

in einem Job oder einer beruflichen Laufbahn

festgefahren, die ihnen keinen Spaß

macht, weil sie sich nie darum bemüht

haben, die Fähigkeiten weiterzuentwickeln,

die sie hervorragend beherrschen.

Auch in gesundheitlicher Hinsicht leben

die Leute ähnlich gedankenlos in den Tag

hinein. Die American Medical Association

(die größte Standesvertretung der Ärzte

und Medizinstudenten in den Vereinigten

Staaten) hat vor Kurzem bekanntgegeben,

dass 63 Prozent aller Amerikaner und 55

Prozent aller Amerikanerinnen über 25

Jahre übergewichtig sind. Und was noch

viel besorgniserregender ist: Ein Drittel

aller amerikanischen Erwachsenen ist sogar

fettleibig, was bedeutet, dass ihr Body-Mass-Index

(BMI) bei mindestens 30

liegt. Doch am meisten Gedanken muss

man sich um die Kinder und Jugendlichen

machen: 12,5 Millionen (17 Prozent) aller

jungen Amerikaner im Alter von zwei bis

19 Jahren sind ebenfalls bereits krankhaft

übergewichtig. Offenbar gibt es viele Menschen,

die zu viel essen und sich zu wenig

bewegen! Und genau darauf kommt es an:

Überlegen Sie sich genau, was Sie weiterbringt

und was nicht. Womit haben Sie

bisher Ihre größten Siege errungen? Was

hat Ihnen immer nur schlechte Resultate

eingebracht? Das erfordert klares Denken.

Aktionsschritte

Der Prioritätenfokussierungs-Workshop

Ein praktisches Sechs-Schritte-Programm zur Optimierung Ihres Zeitmanagements

und Ihrer Produktivität.

A Listen Sie alle beruflichen Aktivitäten auf, die Ihre Zeit verschlingen. Zum Beispiel:

Telefonate, Besprechungen, Papierkram, Projekte, Verkaufsaktivitäten, Nachfassaktionen.

Dann teilen Sie diese Arbeiten in übergreifende Kategorien ein: beispielsweise

Telefonate und Besprechungen. Setzen Sie alles auf Ihre Liste – auch

Aufgaben, die nur fünf Minuten in Anspruch nehmen. Verwenden Sie dafür ein

gesondertes Blatt.

B Beschreiben Sie drei arbeitsbezogene Aktivitäten, die Sie hervorragend

beherrschen.

1. _________________________________________________________________

2. _________________________________________________________________

3. _________________________________________________________________

C Nennen Sie die drei wichtigsten Aktivitäten, die Ihrem Unternehmen Einkünfte

einbringen.

1. _________________________________________________________________

2. _________________________________________________________________

3. _________________________________________________________________

D Nennen Sie die drei wichtigsten Aktivitäten, die Ihnen keinen Spaß machen

oder die Sie nicht gut beherrschen.

1. _________________________________________________________________

2. _________________________________________________________________

3. _________________________________________________________________

E Wer könnte diese Arbeiten für Sie erledigen?

1. _________________________________________________________________

2. _________________________________________________________________

3. _________________________________________________________________

F Zu welcher zeitraubenden Aktivität möchten Sie jetzt gleich Nein sagen oder

sie an jemand anderen delegieren?

1. _________________________________________________________________

2. _________________________________________________________________

3. _________________________________________________________________

Nehmen Sie sich Zeit, um über Ihre Antworten nachzudenken. Und dann treffen

Sie ein paar pragmatische Entscheidungen, um sich mehr zeitlichen Freiraum für

die Aktivitäten zu schaffen, die Sie am besten beherrschen.

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41


Einstellung

Prince of Pompöös

42 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2018 . ERFOLG magazin


Einstellung

HARALD ..

GLOOCKLER

Der Stardesigner erklärt im Interview, wie man es im Leben zu wahrer Größe

bringt und der Mensch wird, der man sein möchte.

Bilder: Depositphotos/Bennyartist, Konstantin Eulenburg

Herr Glööckler, Ihre Geschichte

liest sich ja wie

vom Tellerwäscher zum

Millionär. Was sagen Sie

Menschen, die immer ihrer

Vergangenheit die Schuld geben, dass

es bei ihnen eben nicht funktioniert?

Das sind dieselben, die auch keine Zeit

haben, Sport zu machen. Dann frage ich

sie, „Wieso haben Sie denn keine?“ „Ich

arbeite acht Stunden am Tag“, kommt als

Antwort. „Okay, und wie lange schläfst

du?“, will ich wissen. „Sechs Stunden.“ Darauf

kommt meine Frage: „Was machst Du

dann mit den restlichen zehn Stunden?“

Dann kommt erst mal nichts. Gestern sagt

eine, „Da muss ich essen.“ „Ja, gut“, erwidere

ich, „dann brauchst du aber auch

nicht zu jaulen. Dann hast du aber nicht

„keine Zeit für Sport“, sondern du willst

nicht. So.“ Schwache Menschen haben immer

irgendeine Entschuldigung. Um beim

Sport zu bleiben: wenn ich Sport treibe,

dann ist es zwischendrin auch so brutal,

dass ich denke, „brauche ich das?“, und irgendwann

auch nicht mehr rede, weil ich

einfach gar nicht mehr reden kann. Wenn

ich dann sage, ich kann das nicht, ist das

Thema natürlich erledigt. Oder ich beiße

mich durch.

Und so ist es im Leben auch. Meistens entschuldigt

man seine Unzulänglichkeiten.

Dabei waren es im Leben im Grunde genommen

ja gerade die Situationen und

die Herausforderungen, die man als ganz

schrecklich empfand, die einen weitergebracht

haben. Wir sind ja hier, um was zu

lernen. Wir sind keine körperlichen Wesen,

die eine geistige Erfahrung machen,

sondern geistige Wesen, die eine körperliche

Erfahrung machen. Offensichtlich

haben manche sich zum Ziel gesetzt, die

Erfahrung zu machen, ein dumpfes Leben

zu führen und bekloppt durch die Welt zu

rennen. Dann darf man sich aber nicht beschweren,

sondern muss sagen, ich möchte

eben bekloppt und dumpf sein. Das ist

auch okay. Aber diese Leute sagen ja, „wir

sind arm, weil die Reichen alles haben.

Und weil der erfolgreich ist, kann ich es

nicht sein“.

Zu Hause stehe ich täglich um sechs Uhr

auf, dann sitze ich erst mal im Garten und

dann mache ich meine Yoga-Asanas, um

mich erst mal zu lockern und den Körper

von Blockaden zu befreien. Es hilft

übrigens auch, dass Sie sich morgens mit

einem ionischen Fön abfönen, da lösen

sich auch Blockaden. Nicht den Kopf abfönen,

sonst laden sich die Haare auf. Und

dann beginne ich. Dann versuche ich, so

gut wie möglich nicht zu werten.

Das Werten ist ja das Grundübel des Lebens,

des

Menschen.

Dazu gehört,

dass sie von

ihren Emotionen

getrieben

sind. In

dem Moment,

in dem sich

jemand ganz

furchtbar über

mich aufregt, da habe ich etwas gespiegelt.

Da weiß ich schon, was los ist, dass er etwas

an sich entweder nicht gerne hätte

oder mag oder sich nicht zugesteht. Wenn

er mit sich im Reinen wäre, würde es ihn

nicht aufregen. Also mich regt keiner auf,

alle können machen, was sie wollen. Ob sie

nackt raumlaufen oder angezogen sind, ist

mir eigentlich gleich. Aber das muss man

natürlich alles wissen.

Sie haben ja mit Ihrem neuen Buch

„Fuck you, Brain“ ein richtiges Motivationsmanifest

geschrieben. Ich habe

die letzten zehn, zwölf Jahre bestimmt

1.000, 1.500 Bücher gelesen und das gehört

ganz bestimmt zu den besten zehn

der letzten fünf, sechs Jahre. Wir sind ja

alle ein Produkt unseres Inputs. Von welchen

Büchern konnten Sie besonders viel

profitieren?

Also da fällt mir natürlich gleich Napoleon

Hill ein. Weil ich mir gesagt habe, Armut

hatte ich schon, ich dachte, ich probiere es

mal mit Reichtum. Dazu gab es ein paar

wirklich gute Bücher und dann gab es ganz

viele Ratgeber, die schrecklich anstrengend

sind und bei denen Du furchtbar

viele Übungen machen musst. Die geben

einem so das Gefühl: ich Tarzan, Du dumme

Kuh. Und am Schluss merkt man, dass

er ja gar nicht so gescheit ist, das ist dann

auch traurig. Spätestens, wenn man auf deren

Webseite geht, fällt das noch mehr auf.

So ein Buch wollte ich nicht machen. Ich

»Ich habe erstmal viel

über Reichtum gelesen,

weil Armut hatten wir

schon.«

wollte mich eigentlich gar nicht einreihen

in die Reihe der Motivationstrainer

oder Bücher. Ich habe das gemacht, weil

mich immer mehr Menschen, auch Promintente,

gefragt haben, „wie haben Sie

das geschafft“ oder „wie kommen Sie klar

mit…“. Da dachte ich mir, bevor ich das

alles hundert Mal erzählen muss, schreibe

ich ein Buch. Manche sagen, ich würde

vor nichts zurückschrecken. Sie haben

vielleicht Recht. Ich könnte auch sagen, ich

habe einfach vor nichts Angst oder wenn

ich was mache, dann weiß ich, dass ich es

gut mache.

Ich habe schon festgestellt, dass ein Motivationsbuch

etwas anderes ist, als eine

Biografie zu schreiben. Dass es anspruchsvoller

ist und man noch ein bisschen mehr

ERFOLG magazin . Ausgabe 01/2018 . www.erfolg-magazin.de

43


Einstellung

dranbleiben muss. Die Biografie können

Sie auch noch mit einer Ghostwriterin

machen, aber das geht bei dem Motivationsbuch

nicht, weil sich das eine aus dem

anderen ergibt.

Sie arbeiten scheinbar sehr konzentriert.

Ja. Ich habe das von Januar bis Ende März

geschrieben. Ich bin ja schon an einem

neuen Buch dran, und habe auch nebenher

noch einen Beruf.

Also ich bin nicht der Schriftsteller, der

nach Ibiza geht und dann mal ein komplettes

Jahr lang, oder auch zwei, ein Buch

schreibt. Ich bin sehr kritisch mit mir, aber

als ich es das erste Mal nach dem Lektorieren

dann in der Endfassung gelesen habe,

war ich wirklich nochmal positiv überrascht.

Wie Sie sagen, es ist sehr homogen,

zum Beispiel der Vizepremierminister von

Luxemburg, mit dem ich vor kurzem ein

Dinner hatte. Ich wollte, dass alle daraus

einen Nutzen ziehen können und es für

alle spannend ist. Und ich glaube, das ist

gelungen.

Ich bin ein

»Ich bin ein Künstler,

ich bin Harald Glööckler,

das muss genügen.«

haben. Was war denn

zuerst da? Das Selbstbewusstsein

und

dann die Marke oder

umgekehrt?

Das ist schwer zu

sagen. Im Grunde

genommen ist es ja

eine Mission, auf

die Sie sich begeben.

Mit demselben

Eifer wie die Missionare

die

armen Indianer

bekehrt Autor: Harald Glööckler,

Fuck you, Brain!

haben, bekehre

ich ja

Verlag: Plassen

auch die Welt - und die Frauen. Ich sage

ihnen aber nicht, sie müssen bei mir in

eine Kirche eintreten, sondern, dass sie

toll und schön sind. Ich hatte schon mit

sechs Jahren diese Mission, diesen Drang

und Wunsch, die Welt schöner zu machen.

Menschen, die mich kennen, sagen, dass

ich vor 30 Jahren genau derselbe war wie

heute auch. Natürlich verändert man sich,

man entwickelt sich weiter. Viele Menschen

verändern sich aber etwa durch Erfolg so

grundlegend, oftmals in einer nicht sehr

positiven Art und Weise. Aber wenn man

mir halt Exzentrik vorwirft, also die kann

man nicht an und abstellen. Manche versuchen

das, aber entweder man ist die Callas

oder Helmut Berger oder Harald Glööckler

oder Madonna oder man ist es eben nicht.

Spielen kann man das nicht. Es ist zwar

schwierig zu sagen, aber ich denke schon,

dass der Grundstein für die Marke vorher

da war. Das war schon der Lebensplan.

Ich habe in der Palmblatt-Bibliothek mein

Palmblatt gelesen und da stand alles drin.

Nicht „es könnte sein“, sondern „es ist so“. Da

steht drin, ich werde immer Geld haben, das

wird nicht mehr weniger, ja, Herr Glööckler

wird 100, bleibt gesund – es ist also sehr beruhigend,

ein schönes Palmblatt.

es ist sehr im Fluss. Man bekommt eine

Geschichte aus meinem Leben erzählt und

nebenbei kriegt man Weisheiten untergejubelt.

Oder Sie kriegen eine Weisheit erzählt

und dann eine Geschichte untergejubelt,

und ich glaube, das macht es spannend.

Ich wollte ein Buch machen, das sowohl

der Vorstandsvorsitzende lesen kann, als

auch Frau Meyer oder Frau Müller, oder

Künstler, ich

bin Harald

Glööckler. Das

reicht. Das

muss genügen.

Ich habe das

Buch nicht geschrieben,

weil

ich der neue große Motivationspapst werden

will, sondern weil es eben Menschen

gibt, die gerne von Harald Glööckler motiviert

werden wollen. Zum Beispiel durch

das Abnehmen: Wie viele Menschen habe

ich durch diese Sportgeschichte motiviert!

Die haben mich auf Facebook angeschrieben,

ihr Essen umgestellt, mit Sport begonnen

oder sonst was.

Das Buch ist auch sehr schön gemacht, da

hat der Plassen-Verlag wirklich toll mitgemacht.

Dazu kommt, dass ich durch meine

Vielschichtigkeit auch diese künstlerischen

Gemälde und Bilder hatte, die wir

einbauen konnten. Die hat man als Schriftsteller

per se auch nicht so mal eben parat.

Ich finde, es ist eben mal ein ganz anderes

Buch geworden.

Das ist ein schönes Kunstwerk, auf jeden

Fall. Sie haben eben erwähnt, dass

Sie sich selbst zu einer Marke aufgebaut

Sie sind ja einer der wenigen, der früh in

der Karriere schon ganz erfolgreich im

Handel vertreten war. Das kriegen ja die

meisten Künstler in ihrem Leben nicht

auf die Reihe. Was haben Sie anders gemacht?

Sie sind ja eigentlich ein Verkäufertyp.

Ich bin im selben Maße Künstler wie auch

Unternehmer und das sind die wenigsten.

Talent wird völlig überbewertet. Ich will

jetzt nicht sagen, dass Marlene Dietrich un-

44 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2018 . ERFOLG magazin


Einstellung

Bilder: Kent Gaertner

talentiert war, mit Sicherheit nicht! Aber ich

glaube, dass ein Großteil von der Dietrich,

50 Prozent oder mehr, inszeniert, angelernt

und diszipliniert war, sonst wäre sie nicht so

groß geworden. Mit preußischer Disziplin

hat sie alles gelernt, was sie konnte. Es gibt

vielleicht viele Menschen, die in irgendeinem

Bereich talentierter sind, aber nicht

nach vorne kommen.

Ich bin einer der 10 Prozent der Menschen,

die alles hundert- und tausendfach

stärker wahrnehmen. Wenn so ein Kind

heute an die Schule kommt, dann wird es

erst mal zurechtgestutzt. Weil es natürlich

ganz furchtbar ist, wenn Du so ein außergewöhnliches

Kind in der Schule hast, Du

willst ja einen Durchschnitt haben. Es ist

traurig, dass 90 Prozent der Schüler, wenn

sie in die Schule kommen, überdurchschnittlich

intelligent sind und wenn sie

rauskommen, sind noch 10 Prozent über

der durchschnittlichen Intelligenz. Da

weiß man doch schon Bescheid. Da fängt

es schon an mit dem Staat und was sie

uns dann noch alles in die Zahnpasta und

anderswo reinpacken, damit wir blöd im

Kopf werden, darüber darf man gar nicht

nachdenken.

Der Biss und die Disziplin sind das Wesentliche.

Wenn ich eine Idee habe, wird

sie sofort angegangen. Ich habe eine Idee,

ich mache die Fitness-Geschichte, dann

kann man ein Buch schreiben. Und dann

überrasche ich selbst Menschen, die sehr

eng um mich sind, wenn schon drei Stunden

später die ersten zehn Seiten auf dem

Tisch liegen. Das hat sehr viel mit Disziplin

zu tun.

Wenn ich Kunst mache, juckt es mich als

Künstler nicht, ob das den Leuten gefällt

oder nicht. Auf der anderen Seite ist mir

als Unternehmer aber klar, dass man etwas

verkaufen muss, um Geld reinzubringen.

Also mache

ich auch wieder

Dinge,

die den Menschen

gefallen,

bei denen

ich nicht sage,

es geht jetzt

drum, welches Jackett ich haben will, sondern

darum, welches Jackett die Kundin

haben möchte. Wenn ich zum Beispiel für

ein Teleshopping-Center Sender designe,

geht es nicht drum, was ich toll finde, und

ob ich jetzt den neuesten Look kreiere, der

auch in Mailand und Paris schick ist, sondern

es geht darum, was die Kundin dieses

Senders toll findet. Denn eigentlich ist es ja

eine Auftragsarbeit und wenn Sie gebucht

werden als Maler, um eine Wand zu tapezieren,

dann können Sie nicht kommen und

sagen, ich möchte die aber blau machen,

wenn der Kunde sie rot haben möchte.

Und dann schreiben irgendwelche, teilweise

junge oder auch reife Designer, die

bisher überhaupt nichts auf die Reihe gekriegt

haben in Blogs: „Wann begreift dieser

Glööckler endlich, dass man kräftigen

Frauen weite Sachen in grau und schwarz

»Denken Sie groß!

Klein wird es von allein.«

anzieht und nicht Leopardenmuster?“. Komischerweise

verkaufe ich meine engen

Leopardenkleider, wie verrückt an die Damen.

Wir Modemacher sind ja nicht dazu

da, um die Frauen zu kritisieren, sondern

um sie einzukleiden, sonst hätten wir ja

Schönheitschirurgen werden müssen,

wenn wir am Körper etwas ändern wollten.

asd

Und das begreifen viele Menschen nicht.

Ich hatte deswegen so viel Erfolg, weil ich

sehr früh in den Handel kam, weil ich ein

Business-Mann bin und Geschäfte sofort

angehe. Ich habe die Idee, ich mache Sport,

ich möchte einen Fitness-Drink machen,

also spreche ich meinen Trainer Gunther

an und frage, welche Firma ist denn die

beste? Dann suchen wir gleich die Nummer

raus und rufen da an. Und mit dem

Namen Glööckler öffnet sich die Tür und

sie sind begeistert. So geht das. Ich setze

Dinge gleich um, immer mit dem Hintergrund

des Unternehmers. Ich überlege

aber nicht nur, „was will ich“, sondern

erst mal, was erzähle ich dem anderen,

welchen Nutzen er von mir hat. Natürlich

in den schillerndsten Farben und

was er dafür normalerweise bezahlen

müsste und dass er am Ende sogar ein

Schnäppchen kriegt. Es ist in einem Gespräch

unglaublich wichtig, dass der Gegenüber

das Gefühl bekommt, dass man

nicht nur an sich selbst denkt, sondern

dass das eine Partnerschaft sein soll, von

der beide profitieren. Nur so funktioniert

das. Wie lange das funktioniert, das ist wie

in einer Ehe auch. Irgendwann will einer

ERFOLG magazin . Ausgabe 01/2018 . www.erfolg-magazin.de

45


Einstellung

mehr oder er will nicht mehr, will fremdgehen

oder findet die Nachbarin schöner.

Viele Verträge sind auch von vorneherein

auf drei, vier Jahre gemacht. Aber es ist

ganz wichtig, dass beide zufrieden sind.

habe ich es geschafft. Natürlich habe ich es

geschafft und ich sehe das auch jeden Tag

an den Reaktionen der Menschen.

Ich habe jetzt begonnen, wieder sehr viel

im Luxusbereich zu machen. In einer Zeit,

verwerflich. Da kommt gleich Kritik: „Das

ist aber so teuer, kann sich nicht jeder

leisten“. Ja, es muss auch Dinge geben, die

sich eben nicht jeder leisten kann. Das ist

so im Leben.

So habe ich immer neue Projekte.

Mein Leben ist immer

spannend. Ich will noch 100

Bücher schreiben. Ich habe

sehr viele Anfragen nach meinen

Gemälden, meiner Kunst,

für Ausstellungen bis nach

Shanghai. Ich merke, dass

ein großer Hype entsteht. Ein

Starfotograf aus New York,

Udo Spreitzenbarth, hat gerade

die Tyra Banks-Kampagne

gemacht und sie als Ikone fotografiert

hat. Er wird Harald

Glööckler als Ikone fotografieren,

ein Buch davon rausbringen

und im nächsten Jahr

ist eine Ausstellung in New

York und dann Berlin geplant.

Persönlichkeiten sind gefragt,

eigentlich geht es jetzt erst los

bei mir.

Ihr Motto ist ja, „denken Sie groß, klein

wird es von alleine“. Wie groß denkt

denn ein Harald Glööckler, der eigentlich

schon fast alles erreicht hat? Nicht im materiellen

Sinn, eher als Unternehmertyp.

Sie haben ja noch 50 Jahre vor sich.

Ja, ich denke schon sehr groß, aber nicht

in dem Sinne, ob ich jetzt eine Yacht

habe, sondern es geht mir hauptsächlich

um meine eigene, menschliche und

seelische Entwicklung. Meine Wahrsagerin

und auch mein Palmblatt haben

mir mitgeteilt, dass ich mein Karma in

diesem Leben schon erledigt habe. Ich

habe eigentlich gar nichts mehr zu tun.

Die Pflicht ist rum, jetzt kommt die Kür.

Das ist schon mal schön, wenn ich nicht

neues schlechtes Karma auflade.

Je älter man wird, desto mehr wird man

respektiert. Desto exzentrischer wird

man, also ich mit Sicherheit. Und das

lässt man sich bezahlen. Anstatt zu Hause

zu sitzen, geht abends irgendwo hin,

erzählt ein paar nette Sachen - wenn man

mal 90 ist, braucht man gar nicht mehr viel

reden, da reicht es ja, wenn man kommt

und winkt. Man macht ein bisschen Geld

und geht wieder nach Hause und hatte einen

netten Abend. Das fasziniert mich sehr

und eigentlich geht es bei mir jetzt erst los.

Es ist nicht so, dass ich sagen würde, jetzt

in der immer alles billiger und noch billiger

wird, habe ich sehr früh erkannt, dass

das nicht mehr geht. Ich habe den Luxus

für den kleinen Preis damals ja eigentlich

ins Leben gerufen. Was es jetzt gibt,

ist aber kein Luxus für den kleinen Preis

mehr, sondern einfach nur billig. Ich habe

Der Erfolg geht

immer zu Lasten

des Glücks, weil

das Private und

Seelische leidet.

auch mit Möbeln begonnen. Es kommt

jetzt die zweite, sehr exklusive Möbellinie

auf den Markt, dazu Tapeten, mit denen

ich in über 80 Ländern bin. Es wird

hochwertige Herrenmode geben, Leder

und viele schicke Sachen im hochpreisigen

Bereich, weil es einen großen Markt gibt.

Immer mehr Menschen suchen etwas Besonderes,

etwas, das sich nicht jeder leisten

kann. Aber auch das ist ja immer gleich

Würden Sie sagen, erfolgreiche

Menschen, so wie Sie,

sind zwar extrem glücklich,

aber eigentlich stets unzufrieden

mit dem, was ist?

Ich weiß nicht, ob sie glücklicher sind als

andere Menschen. Denn Glück und Erfolg

haben nichts miteinander zu tun. Sie

müssen da an zwei Baustellen arbeiten.

Das eine ist der Erfolg, der geht immer zu

Lasten des Glücks, weil das Private und das

Seelische leidet.

Das ist ein großes Thema in meinem

Buch, Dankbarkeit. Wenn Sie jeden

Tag dankbar sind, werden Sie irgendwann

schon reich. Wenn Sie, anstatt

zu jammern, „warum bin ich so

arm“, sagen, „danke, dass ich ein Bett

habe und ein Dach über dem Kopf “,

kommen Sie ja schon in eine andere

Schwingung, raus aus der Opferrolle.

Aber das wollen viele auch wieder

nicht. Dann sollte man sich darüber

klarwerden und sagen, “ich will sie

haben“, dann ist es ja auch gut. Ich

akzeptiere nur nicht diese Aussagen,

„ich habe halt nicht die Möglichkeiten“.

Wir haben alle die Möglichkeiten, jeden

Tag. Also es kann wirklich jeder schaffen

und da gibt es ganz viele Beispiele aus der

ganzen Geschichte von Menschen, die

dann irgendwann das Ruder rumgerissen

haben und ihr Leben in die Hand genommen

haben.

Vielen Dank, Herr Glööckler.

46 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2018 . ERFOLG magazin


Einstellung

T. Harv Eker

ist ein kanadischer

Unternehmer und

Motivationstrainer

und Autor von "So

denken Millionäre"

So denken

Millionäre

48 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2018 . ERFOLG magazin


Einstellung

Geldmangel ist lediglich

ein Symptom der Vorgänge

unter der Oberfläche.

Auszug aus "So denken Millionäre"

Bild: T. Harv Eker Pressebild

Eine der wichtigsten Einsichten,

die Sie jemals haben können,

ist, dass wir nicht nur auf einer

Ebene des Seins leben. Unser

Leben erstreckt sich über

mindestens vier unterschiedliche Bereiche

gleichzeitig. Diese vier Quadranten sind

die physische Welt (P), die mentale Welt

(M), die emotionale Welt (E) und die geistige

(spirituelle) Welt (S). Die meisten

Menschen erkennen nicht, dass die physische

Welt nur ein „Ausdruck“ der anderen

drei Welten ist.

Nehmen wir zum Beispiel an, Sie haben

gerade einen Brief auf Ihrem Computer

geschrieben. Sie drücken die Taste „Drucken“

und der Brief kommt aus Ihrem

Drucker. Sie schauen sich Ihren Ausdruck

an und finden einen Tippfehler.

Also holen Sie Ihren bewährten Radiergummi

heraus und radieren den Tippfehler

weg. Dann drücken Sie nochmal die

Taste „Drucken“ und was passiert? Der

gleiche Tippfehler erscheint noch einmal.

Wie konnte das passieren? Sie haben den

Fehler doch gerade wegradiert! Dieses

Mal holen Sie einen noch größeren Radiergummi

und radieren noch stärker

und länger. Sie lesen sogar ein 300 Seiten

starkes Handbuch mit dem Titel „Effektives

Radieren“. Nun haben Sie alle Mittel

und alles Wissen, das Sie brauchen.

Sie sind bereit. Sie drücken nochmal die

Taste „Drucken“ und – da ist der Fehler

schon wieder! „Unmöglich!“, rufen Sie

fassungslos. „Wie konnte das passieren?

Was ist hier los? Bin ich in der ‚Twilight

Zone‘?“ Was hier passiert, ist Folgendes:

Das Problem kann nicht im „Ausdruck“,

in der physischen Welt, behoben werden,

sondern nur im „Programm“, den mentalen,

emotionalen und geistigen Welten.

Geld, Reichtum, Gesundheit, Krankheit,

Ihr Gewicht: Das sind alles Ergebnisse.

Wir leben in einer Welt von Ursache und

Wirkung. Haben Sie schon mal jemanden

sagen hören, dass Geldmangel ein Problem

ist? Nun hören Sie mal gut zu: Geldmangel

ist niemals und unter keinen Umständen

ein Problem. Geldmangel ist lediglich ein

Symptom der Vorgänge unter der Oberfläche.

Der einzige Weg zu einer

dauerhaften Veränderung

der Raumtemperatur besteht

in einer Neueinstellung des

Thermostats.

Entsprechend gilt, dass der

einzige Weg zur dauerhaften

Veränderung des Niveaus

Ihres finanziellen Erfolges

in der Neueinstellung Ihres

finanziellen Thermostats

besteht.

Geld, Reichtum, Gesundheit, Krankheit,

Ihr Gewicht: Das sind alles Ergebnisse.

Wir leben in einer Welt von Ursache und

Wirkung. Geldmangel ist die Wirkung,

doch was ist die Ursache? Es läuft darauf

hinaus: Der einzige Weg, die „äußere“

Welt zu verändern, besteht darin, zuerst

Ihre „innere“ Welt zu ändern. Wie auch

immer Ihre Resultate aussehen mögen,

seien sie beachtlich oder ärmlich, gut oder

schlecht, positiv oder negativ, denken Sie

stets daran, dass Ihre äußere Welt lediglich

Ihre innere Welt widerspiegelt. Wenn die

Dinge in Ihrem äußeren Leben nicht gut

laufen, dann liegt das daran, dass die Dinge

in Ihrem inneren Leben nicht gut laufen.

So einfach ist das!

Wie sieht Ihr finanzielles Verhaltensmuster

aus und wie entsteht es?

Bei meinen Auftritten im Radio und im

Fernsehen bin ich bekannt dafür, immer

die folgende Aussage zu machen: „Geben

Sie mir fünf Minuten und ich sage Ihnen

Ihre finanzielle Zukunft für den Rest Ihres

Lebens voraus!“ Wie? Mir genügt eine

kurze Unterhaltung, um festzustellen, wie

Ihr Verhaltensmuster in Bezug auf Geld

und Erfolg aussieht. Jeder von uns hat ein

persönliches Verhaltensmuster bezüglich

Geld und Erfolg, das tief in unser Unterbewusstsein

eingebettet ist. Dieses Verhaltensmuster

bestimmt mehr als alles andere

unser finanzielles Schicksal.

Was ist ein finanzielles Verhaltensmuster?

Betrachten wir als Analogie einmal den

Bauplan eines Hauses, bei dem es sich um

einen festgelegten Plan oder eine festgelegte

Konstruktion für das jeweilige Haus

handelt. Ebenso entspricht Ihr finanzielles

Verhaltensmuster Ihrem festgelegten Programm

oder Ihrer Art der Beziehung zu

Geld. Ich möchte Ihnen eine äußerst wichtige

Formel vorstellen. Sie bestimmt, wie

Sie Ihre Wirklichkeit und Ihren Wohlstand

schaffen. Viele der angesehensten Lehrer

im Bereich des menschlichen Potenzials

haben diese Formel als Grundlage für ihren

Unterricht benutzt. Die Formel wird

„Prozess der Manifestation“ genannt und

lautet wie folgt: T -> F -> A = R

Ihr finanzielles Verhaltensmuster besteht

aus einer Kombination Ihrer Gedanken,

Gefühle und Handlungen im Bereich des

Geldes. Wie entsteht nun Ihr finanzielles

Verhaltensmuster? Die Antwort ist einfach.

Ihr finanzielles Verhaltensmuster

besteht primär aus den Informationen beziehungsweise

der „Programmierung“, die

Sie in der Vergangenheit und insbesondere

als kleines Kind erfahren haben.

Von wem ging diese Programmierung

oder Konditionierung aus? Bei den meisten

Menschen umfasst die Liste Eltern,

Geschwister, Freunde, Autoritätspersonen,

Lehrer, religiöse Führer, die Medien und

Ihre Kultur, um nur einige zu nennen.

Nehmen wir einmal die Kultur. Ist es nicht

wahr, dass bestimmte Kulturen einen bestimmten

Umgang mit Geld pflegen, während

der Ansatz in anderen Kulturen wiederum

ganz anders aussieht? Glauben Sie,

ein Kind krabbelt mit seiner Einstellung

zum Geld fix und fertig aus dem Mutterleib,

oder glauben Sie, dem Kind wird beigebracht,

wie man mit Geld umgeht? Ganz

recht. Jedem Kind wird beigebracht, wie es

über Geld denken und diesbezüglich handeln

soll. Das Gleiche gilt auch für Sie, für

mich, für jeden. Ihnen wurde beigebracht,

wie Sie zu denken und zu handeln haben,

wenn es um Geld geht. Dieses erlernte Verhalten

wird zu Ihrer Konditionierung, die

zu automatischen Reaktionen führt, denen

Sie für den Rest Ihres Lebens unterliegen.

Natürlich nur, wenn Sie nicht eingreifen

ERFOLG magazin . Ausgabe 01/2018 . www.erfolg-magazin.de

49


Einstellung

und die Gelddateien in Ihrem Denken

berarbeiten. Das ist genau das, was wir in

diesem Buch tun werden und was wir jedes

Jahr für Tausende Menschen auf einer

noch tieferen und beständigeren Ebene

im „Millionaire Mind Intensive“-Seminar

tun.

Wir haben bereits festgestellt, dass Gedanken

zu Gefühlen, Gefühle zu Handlungen

und Handlungen zu Ergebnissen führen.

Hier habe ich nun eine interessante Frage

für Sie: Wo kommen unsere Gedanken

her? Warum denken wir anders als die

Person neben uns?

Ihre Gedanken entspringen den „Informationsdateien“,

die Sie in den Aktenschränken

Ihres Denkens abgelegt haben. Wo

kommen diese Informationen also her?

Sie entstammen früheren Programmierungen.

Ganz recht, ihre ehedem stattgefundene

Konditionierung bestimmt jeden

Gedanken, der in Ihnen aufkommt.

Darum spricht man häufig vom konditionierten

Denken.

Um diese Einsicht wiederzugeben, können

wir unseren Prozess der Manifestation wie

folgt korrigieren: P -> T -> F -> A = R

Ihre Programmierung (P) führt zu Ihren

Gedanken (T); Ihre Gedanken führen zu

Ihren Gefühlen (F); Ihre Gefühle bringen

Ihre Handlungen (A) hervor und Ihre

Handlungen führen zu Ihren Ergebnissen

(R).

Genauso wie man es bei einem PC macht,

ist daher der erste wichtige Schritt zur Veränderung

der Ergebnisse die Änderung

der Programmierung.

Wie sind wir also konditioniert? Wir sind

primär auf drei verschiedene Arten und

Weisen in jedem Bereich des Lebens konditioniert,

auch im Bereich des Geldes:

Verbale Programmierung: Was haben Sie

gehört, als Sie klein waren?

Vorbilder: Was haben Sie gesehen, als Sie

klein waren?

Einzelne Vorfälle: Was haben Sie erfahren,

als Sie klein waren?

Gedanken (Thoughts) führen zu Gefühlen (Feelings).

Gefühle führen zu Handlungen (Actions).

Handlungen führen zu Ergebnissen (Results).

Auf was ist Ihr finanzielles Verhaltensmuster

ausgerichtet?

Jetzt ist es Zeit für die Antwort auf die

„Millionenfrage“. Wie sieht Ihr aktuelles

Verhaltensmuster bezüglich Geld und Erfolg

aus und welche

Ergebnisse bringen

Sie unterbewusst gesteuert

hervor? Sind

Sie auf Erfolg, Mittelmaß

oder eine finanzielle

Katastrophe

geeicht? Sind Sie in

Geldfragen auf ständigen Kampf oder auf

finanzielle Entspannung programmiert?

Sind Sie darauf eingestellt, für Ihr Geld

immer hart arbeiten zu müssen, oder sind

Sie auf ein Arbeiten im Gleichgewicht ausgerichtet?

Sind Sie auf einen beständigen oder unbeständigen

Einkommensfluss konditioniert?

Sie kennen doch den Spruch: „Erst

ist es da, dann wieder nicht, dann wieder

doch und schließlich doch wieder nicht.“

Es erscheint uns immer so, als ob diese

drastischen Schwankungen „von der Welt

da draußen“ kommen. Zum Beispiel: „Ich

hatte einen hoch bezahlten Job, doch dann

ging die Firma pleite. Dann machte ich

mich selbstständig und das Geschäft lief

fantastisch, doch der Markt verschlechterte

sich zunehmend. Mein nächstes Geschäft

lief auch äußerst gut, doch dann

wurde ich von meinem Partner verlassen

usw.“ Machen Sie sich nichts vor: Hier ist

ganz eindeutig Ihr finanzielles Verhaltensmuster

am Werk.

Sind Sie auf ein hohes Einkommen, ein

mittleres Einkommen oder ein niedriges

Einkommen programmiert? Wussten Sie,

dass es echte Dollarbeträge gibt, auf die

viele von uns programmiert sind? Sind Sie

darauf eingestellt, 20.000 bis 30.000 Dollar

im Jahr zu verdienen? 40.000 bis 60.000

Dollar? 75.000 bis 100.000 Dollar? 150.000

bis 200.000 Dollar? 250.000 Dollar pro

Jahr oder noch mehr?

50 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2018 . ERFOLG magazin


Einstellung

Bilder:Deopsitphotos/Simplephoto/Lightsource

„Meine innere Welt erschafft

meine äußere Welt. Ich denke

wie ein Millionär.“

Vor einigen Jahren hatte ich bei einem

meiner zweistündigen Abendseminare einen

ungewöhnlich gut gekleideten Herrn

im Publikum. Als das Seminar vorbei

war, kam er zu mir und fragte, ob ich der

Meinung sei, der dreitägige „Millionaire

Mind“-Kurs bringe ihm etwas, insbesondere

in Anbetracht der Tatsache, dass er

bereits 500.000 Dollar im Jahr verdiene.

Ich fragte ihn, wie lange er schon Geld in

dieser Größenordnung einnehme. Er antwortete:

„Ganz regelmäßig seit nunmehr

etwa sieben Jahren.“

Das war alles, was ich hören musste. Ich

fragte ihn, warum er denn nicht zwei

Millionen Dollar pro Jahr verdiene. Ich

erklärte ihm, dass das Programm für Menschen

bestimmt ist, die ihr volles finanzielles

Potenzial ausschöpfen möchten, und

ich forderte ihn auf zu überlegen, warum

er offensichtlich bei der Marke von einer

halben Million stecken geblieben sei. Er

beschloss, am Kurs teilzunehmen. Ein Jahr

später bekam ich eine E-Mail von ihm, in

der er mir schrieb: „Das Programm war

unglaublich, aber ich habe einen Fehler

gemacht. Ich habe mein finanzielles Verhaltensmuster

nur so neu eingestellt, dass

ich jetzt zwei Millionen Dollar verdiene,

so wie wir es besprochen hatten. Das habe

ich ja jetzt bereits erreicht. Also werde ich

noch einmal zu Ihrem Kurs kommen, um

mein finanzielles Verhaltensmuster auf einen

Verdienst von zehn Millionen Dollar

pro Jahr neu einzustellen.“ Was ich Ihnen

hierdurch klar machen möchte, ist, dass

die eigentlichen Beträge nicht so wichtig

sind. Wirklich wichtig ist, ob Sie Ihr volles

finanzielles Potenzial erreichen. Ich weiß,

dass viele von Ihnen fragen könnten, warum

jemand überhaupt so viel Geld verdienen

sollte? Nun, zunächst ist schon

diese Frage Ihrem Wohlstand nicht gerade

hilfreich und sie ist ein ganz sicherer

Hinweis darauf, dass Sie Ihr finanzielles

Verhaltensmuster überarbeiten müssen.

Zweitens wollte dieser Herr hauptsächlich

deswegen so viel Geld verdienen, da er

Hauptgeldgeber einer Wohlfahrtsorganisation

war, die Aidsopfern in Afrika hilft.

So viel zur Annahme, reiche Menschen

seien gierig!

Machen wir weiter. Sind Sie darauf programmiert,

Geld zu sparen oder Geld auszugeben?

Sind Sie darauf programmiert,

gut mit Ihrem Geld umzugehen, oder gehen

Sie eher schlecht mit Ihren Finanzen

um? Sind Sie darauf eingestellt, gewinnbringende

Investitionen zu erkennen, oder

suchen Sie sich immer die Verlierer aus?

Sie könnten sich fragen: „Warum sollte

die Tatsache, ob ich im Aktienmarkt oder

im Immobilienmarkt Geld verdiene, Teil

meines finanziellen Verhaltensmusters

sein?“ Ganz einfach. Wer sucht denn die

Aktien oder die Immobilien aus? Sie. Wer

entscheidet, wann Sie die Aktien oder die

Immobilien kaufen? Sie. Wer entscheidet,

wann Sie verkaufen? Sie. Ich denke, Sie haben

etwas mit dieser ganzen Gleichung zu

tun.

„Ihr Einkommen kann nur in dem Maße

wachsen, wie Sie selbst wachsen.“ Zum

Glück – oder zu Ihrem Unglück – wird Ihr

persönliches Verhaltensmuster bezüglich

Geld und Erfolg für den Rest Ihres Lebens

so bleiben, wie es jetzt ist, wenn Sie es

nicht identifizieren und aktiv verändern.

So denken Millionäre: Die Beziehung zwischen

Ihrem Kopf und Ihrem Kontostand

Autor: Harv T. Eker

Verlag: books4success, 2011

ERFOLG magazin . Ausgabe 01/2018 . www.erfolg-magazin.de

51


Einstellung

Die Krise ist

deine Chance

7 Schritte zur Bewältigung

auch schwerer Lebenskrisen

Jeder Mensch erlebt in seinem Leben

Höhen und Tiefen und steht

manchmal an einem Punkt, an

dem er verzweifeln möchte. Doch

Aufgeben sollte niemals eine

Option darstellen! Jeder Misserfolg

zieht seine Lehre nach sich, und jeder

Umbruch verspricht auch eine Chance

für einen neuen Lebensweg. Jedem steht

schwere Krisen überwindest und gestärkt

aus ihnen hervorgehen kannst.

1. Schritt: Bewusst annehmen, akzeptieren!

Es nützt nichts, in einer Krise „gegen“ etwas

anzukämpfen. Es nützt nichts, in einer

Krise das Unglück nicht wahrhaben zu

wollen. Akzeptiere es, nehme es an! Erst

Aufgeben ist keine Option.

es hierbei frei, sich für eine Kehrtwende

zum Positiven zu entscheiden. Kaum jemand

kann sich in eine solche Situation

wohl besser hineinversetzen als ich selbst,

als ich, auf dem Zenit meiner Karriere angekommen,

mich plötzlich mit der größten

Krise meines Lebens konfrontiert sah.

Einst wurde ich von der Bildzeitung als

„Motivationspapst“ bezeichnet, geriet jedoch

2001 nach dem Börsengang meines

Unternehmens in den weltweiten Crash,

machte verhängnisvolle Fehler – und

schlitterte in eine langanhaltende, tiefe Lebenskrise,

bei der ich (fast) alles verlor, was

ein Mensch verlieren kann: meine Firmen,

mein Vermögen, meine Freunde, meinen

guten Ruf, meine Gesundheit, sogar meine

Freiheit! Doch auf dem Tiefpunkt angelangt,

entwickelte ich meine ganz eigene

Methode für Umbruch und Neubeginn

und startete 2004 mein Comeback. Ich

verrate Dir, wie Du mit 7 Schritten sogar

mit der Akzeptanz bist Du in der Lage,

Dich an die Lösung Deines Problems, an

die Lösung der Ursache zu machen.

2. Schritt: Loslassen!

Eine Krise hat meistens damit zu tun, dass

Jürgen Höller ist der bekannteste

deutsche Erfolgstrainer. Er ist Bestsellerautor

und füllt bei seinen Seminaren

Hallen mit bis zu 10.000 Menschen.

wir eine Ent-Scheidung zu treffen haben

(oder diese Ent-Scheidung bereits für uns

getroffen wurde). Und diese Entscheidung

hat in der Regel etwas damit zu tun, dass

wir etwas loslassen müssen: einen geliebten

Menschen, unsere Arbeit, unsere Firma,

unser Geld, unsere Gesundheit etc.

Und manchmal sind für diese Krise auch

andere Menschen zumindest mitverantwortlich.

Lasse Sie los!

Vergebe, verzeihe, vergesse

Sie! Vergebe anderen

– und vergebe vor

allem auch Dir selbst!

Du kannst nichts verändern

an der Vergangenheit

– aber Du kannst alles verändern für

Deine Zukunft, wenn Du die Vergangenheit

loslässt!

3. Schritt: Sinn der Krise herausfinden

In jeder Krise liegt eine höhere Bedeutung,

ein tieferer Sinn: Was könnte Dir die Krise

sagen? Was gilt es zu verändern, was gilt

es zu entscheiden? Wo hast Du Dich verrannt?

Später, wenn Du die Krise gelöst

hast, wirst Du entdecken, dass Du auch in

der allergrößten Krise, dann, wenn Du am

Tiefpunkt angelangt bist, daraus etwas lernen

sollst!

4. Schritt: Hauptprobleme definieren

In einer Krise geht es meist um ein Hauptproblem.

Dieses Hauptproblem wirft jedoch

oft zahlreiche Nebenprobleme auf.

Irgendwann drehen sich unsere Gedanken

dann im Kreis, und wir sind nicht mehr in

der Lage, auch nur einen klaren Gedanken

52 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2018 . ERFOLG magazin


Einstellung

zu fassen. Wir springen von einem Problem

zum anderen, ohne eines konkret anzupacken

und zu lösen. Deshalb definiere Hautproblem(e),

und mache Dich erst einmal an

die Lösung dieser Hauptursache – und Du

wirst feststellen, dass sich zahlreiche kleinere

Probleme automatisch mitlösen.

5. Schritt: Neue Ziele setzen

Wenn Du Deine Krise akzeptiert und die

Vergangenheit losgelassen hast, ist

es an der Zeit, wieder aufzustehen.

Und der beste Weg dazu ist, sich

wieder neue Ziele zu setzen.

6. Schritt: Strategie erstellen!

Höre auf, Dein Gehirn zu zermartern

mit „Warum ist das und das

passiert?“. Die Warum-Frage führt

immer in die Vergangenheit, führt immer

zu Vorwürfen, immer zu negativer Energie.

Die Zauberfrage lautet: Welche Möglichkeiten

gibt es, wie kann ich vorgehen,

was kann ich tun, um mein neues Ziel zu

erreichen?

Die Wörter „was“, „wie“ und „welche“ sind

zukunfts- und lösungsorientierte Fragewörter.

Und die Fragen, die Du Dir stellst,

entscheiden über die Qualität des Lebens,

das Du schließlich führst.

7. Schritt: Niemals aufgeben!

Auch wenn es noch so schwierig erscheinen

mag – Du wirst es schaffen! Auch

wenn Du noch so verzweifelt bist – es

werden wieder glückliche Tage für Dich

kommen! Aber das geschieht nur, wenn

Du nicht aufgibst, wenn Du Deine

Hoffnung, Deinen Glauben bewahrst!

Erinnere Dich an Dein bisheriges

Leben: Gab es nicht auch den einen

oder anderen Tiefschlag, die

eine oder andere Krise, bei der Du

fast verzweifelt wärst? Und hast Du

diese Tiefschläge nicht auch weggesteckt

und gemeistert? Bist Du vielleicht

sogar gestärkt aus so mancher Krise hervorgegangen,

oder hast Du eine Menge

dadurch gelernt?

Also: Warum sollte es diesmal anders sein?

Vertraue einfach dem Leben, Dir selbst

und, wenn Du gläubig bist, Deinem Gott –

und stehe wieder auf. Denn verloren hast

Du nicht, weil Du am Boden liegst – verloren

hast Du dann, wenn Du liegenbleibst!

TOP-TIPP:

Meinen Bestseller „Sprenge Deine Grenzen“

habe ich aktuell ganz neu überarbeitet

und mich dazu entschlossen die erste

Auflage dieser neuen Überarbeitung zu

verschenken. In dem Buch erkläre ich Dir:

• Die eine Sache, die Du absolut vermeiden

musst, wenn Du Deine Ziele erreichen

willst!

• Drei Wege wie Du sofort Dein Selbstbewusstsein

steigerst ohne als Idiot dazustehen!

• Wie Du meine 13 Schritte für maximalen

Erfolg ganz genau in Deinem Leben

anwendest!

• Wie Glaubenssätze wirken, was sie in

Wirklichkeit sind und wie Du sie in Sekundenschnelle

sogar ändern kannst!

• Das einzigartige GAD-System für maximalen

Erfolg in kürzester Zeit!

• Wie Du mit der Macht der Motivation

Deine Ergebnisse maximieren kannst!

Sichere Dir jetzt eines der noch verfügbaren

Exemplare unter:

www.sprengedeinegrenzen.com

Bilder: Höller, Depositphotos/vverve, Cover: Jürgen Höller Academy

ERFOLG magazin . Ausgabe 01/2018 . www.erfolg-magazin.de

53


Bilder: Depositphotos_sketchyT, Nussbaum

Leben

Jahreswechsel – Zeit der guten

Vorsätze und großartigen Pläne.

Doch was wir uns da so motiviert

vornehmen, löst sich oft

schneller in Wohlgefallen auf,

als der Silvester-Champagner verperlt.

Das muss nicht sein! Was möchten

Sie in 2018 anders machen? Was wollen

Sie beginnen? Was beenden? Welche

Veränderung wünschen Sie sich? Und

wie sehr glauben Sie, werden Sie am Ball

bleiben? Oder spüren Sie schon jetzt leise

Zweifel, dass Sie „es“ doch eh nicht schaffen

werden? Häufig trauen wir uns nicht,

Veränderungen mutig anzupacken. Weil

wir einen großen „Geht-doch-nicht“-

Teufel auf der Schulter sitzen haben. Der

da brüllt: „Endlich den Traumjob anfangen?

Das geht doch nicht! Heutzutage

muss man doch froh sein, überhaupt

eine (sichere) Stelle zu haben!“ „Mal eine

Auszeit nehmen? Das geht doch nicht!

Da ruinierst Du Dir doch sämtliche Aufstiegschancen!“

Starten Sie Ihr persönliches

Geht-ja-doch-Projekt. Mit diesen

5 Tipps schaffen Sie es garantiert.

1. Fragen Sie sich: Warum nicht?

Was spricht gegen Ihre neuen (beruflichen)

Wünsche? Welche Hindernisse

schießen Ihnen durch den Kopf? Welche

Probleme könnten auftauchen, wenn Sie

das tun würden, was Sie gerne tun wollen?

Welche möglichen Reaktionen in Ihrem

Umfeld bremsen Sie bereits aus, bevor Sie

überhaupt losgelegt haben? Schreiben Sie

auf, welche Gedanken Sie gerade haben,

warum Sie Ihr Traum-Projekt nicht wagen.

Welche Ängste halten Sie zurück? Nehmen

Sie Ihren „Gegenwind“ wahr – denn somit

Cordula Nussbaum

ist Rednerin und Expertin für kreatives

Zeitmanagement. Sie ist die Autorin des

Bestsellers "Geht ja doch!"

können Sie ihn abstellen, oder sogar in

Rückenwind drehen. Sind es die zahlreihen

(finanziellen) Verpflichtungen, die

Ihr Vorhaben bremsen? Weil Sie zu sehr

im Gesellschaftsspiel „Dinge kaufen, die

ich gar nicht brauche“ hängen? Ist es der

Angst vor Jobverlust? Die Angst, Freunde

und Kollegen zurück zu lassen? Sobald wir

unseren Gegenwind kennen, können wir

damit arbeiten. Zum Beispiel auch, weil

wir uns fragen können: was könnte ich

tun, um zumindest ein Stück weit in die

gewünschte Richtung zu gehen?

Viele Experten propagieren, Du müsstest

Dir nur gut genug wünschen, was

Du willst, dann klappt es schon. Aber das

stimmt nicht. Denn wir wohnen nicht in

einer Wunschwelt, sondern in der Realität.

Und da hat jeder von uns Gegenwinde,

die uns vom gewünschten Kurs wegblasen.

Deshalb ist es wichtig, dass wir nicht

uns den möglichen Erfolg immer nur

positiv schön denken, sondern uns auch

den Misserfolg vor Augen halten und uns

fragen: warum tue ich nicht das, was ich

eigentlich tun will. Was sabotiert meinen

Erfolg? Wer immer nur mantra-artig vor

sich hinsagt: „ich bin schlank, ich bin

schlank“ dem wird das Unterbewusstsein

ein Schnippchen schlagen. Weil es denkt

„ach ich bin ja schlank, da kann ich ja in

Ruhe weiterfuttern“.

2. Fragen Sie sich: Warum?

Was steht genau hinter Ihren Wünschen?

Was ist die grundsätzliche Motivation

5

FRAGEN

Ihres Tuns? Was treibt Sie wirklich an?

Kreative Chaoten sind beispielsweise voll

motiviert, wenn sie viel Freiheit haben,

oder viel Abwechslung leben können. Für

andere Menschen ist es eher die Sicherheit

oder die Macht, die ihnen tiefe innere Zufriedenheit

schenkt. Aus welchem Grund

möchten Sie die Beförderung? Mehr Gehalt?

Oder die Auszeit? Wollen Sie das

wirklich? Oder steckt vielleicht etwas anderes

dahinter? Manchmal wollen wir etwas,

strampeln uns dafür ab – und erreichen

es nicht. In vielen Fällen, weil unsere

Wünsche nur vordergründig sind, und wir

im tiefsten Inneren etwas ganz anderes

wollen. Sie wollen die Beförderung, damit

Ihr Vater Ihnen endlich, endlich mal sagt,

dass er stolz auf Sie ist? Dann ist Ihr tiefer

Antrieb die Anerkennung. Sie wollen die

Auszeit, weil Sie Ihren Drang nach Freiheit

ausleben wollen? Machen Sie sich die echten

Beweggründe klar. Entdecken Sie Ihr

Warum mit der Frage nach Ihren Motiven,

Ihren Werten und Ihren kreativ-chaotischen

oder systematischen Talenten – und

packen Sie dann diese Wünsche an. Das

wird Sie langfristig glücklicher machen.

3. Fragen Sie sich: Was?

Stellen Sie sich Ihr Leben wie eine Paddeltour

im Meer der Möglichkeiten vor.

Kennen Sie Ihr „Warum?“ dann werden

Sie schon mal im für Sie richtigen Gewässer

unterwegs sein und die richtigen

Leitsterne werden Ihnen einen attraktiven

Korridor auf die Wasseroberfläche zau-

54 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2018 . ERFOLG magazin


Leben

IHR LEBEN

BETREFFEND

Wie Sie 2018

Ihr Leben in den

Griff kriegen

bern. Schauen Sie jetzt, welche „Inseln“

in diesem Wasser-Korridor liegen, die Sie

attraktiv finden. Machen Sie sich klar, dass

Ihre Inseln keine Endstation sind, sondern

Etappen auf Ihrer Paddeltour durchs

Leben. Gerade für kreative Chaoten, die

keine „Ziele“ definieren wollen, ist das besonders

wichtig. Begreifen Sie ein Leben

nicht als Bauplan, das wir planen können,

sondern als Spazierfahrt durch die Möglichkeiten.

Und dabei laufen Sie eben die

Inseln an, die Sie attraktiv finden.

4. Fragen Sie sich: Wie

Wie kommen Sie dahin, wo Sie hinwollen?

Was brauchen Sie an Wissen, Fähigkeiten,

Kontakten etc. um Ihre Trauminseln zu

erobern, und den Auf- oder Umstieg zu

schaffen. Viele Karrieren stocken, weil die

Berufstätigen entweder die für die neue

Position nötigen Skills nicht haben (und

sie auch nicht lernen wollen). Viel häufiger

aber haben sie diese Skills – aber denken

immer noch, sie seien nicht gut genug.

Dann machen sie eine Fortbildung nach

der anderen, und warten und warten –

und sehen zu, wie die Kollegen an Ihnen

vorbei ziehen. Schreiben Sie auf, was Sie

für den Schritt zum Um- oder Aufstieg

(oder für das Sabbatical) wirklich brauchen.

Fragen Sie andere Menschen, die

diesen Schritt bereits gegangen sind. Und

dann gleichen Sie ab: was davon kann ich

schon? Was brauche ich noch?

5. Fragen Sie sich: Wann

Wann ist der beste Zeitpunkt, um den

Schritt zu wagen – und zu schaffen? Beachten

Sie bei dieser Frage auch

die Umstände z.B. in Ihrer

Familie. Meine Familie und

ich haben eine viermonatige

Auszeit auf Hawaii auf den

Zeitpunkt gelegt, als unser

Jüngster in der 4. Klasse den

Übertritt auf die weiterführende

Schule in der Tasche

hatte – das war der für uns

perfekte Zeitpunkt. Dort

gingen die Kinder in die Schule

und wir lebten einen ganz normalen Familien-Alltag

– aber eben auf der anderen

Seite des Globus. Gehen Sie heute bereits

in kleinen Schritten los, um für den großen

Schritt den Weg zu ebnen. Was können

Sie heute bereits tun, damit Sie morgen das

tun können, was Sie wirklich wollen? Tun

Sie es! Viel Spaß und Erfolg!

ERFOLG magazin . Ausgabe 01/2018 . www.erfolg-magazin.de

55


Leben

Christian Wulff

»Wir müssen kulturelle Vielfalt

als Erfolgsmodell vorleben!«

Christian Wulff hat in seiner Zeit als Bundespräsident und auch zuvor in

den sieben Jahren als Ministerpräsident des Landes Niedersachsen viel

erlebt. Im Gespräch mit Andreas Buhr berichtet der wieder als Anwalt

tätige Jurist darüber, was ihm heute wichtig ist.

Herr Wulff, Sie engagieren

sich wieder als Anwalt

und als Vortragsredner,

sind heute Präsident des

Euro-Mediterran-Arabischen

Ländervereins (EMA). Was ist

da Ihr Ziel?

Mir ist wichtig, die Kontakte in den

arabischen Raum zu pflegen. Dort

muss es eine bessere Zukunftsperspektive

für die Menschen geben,

um Flüchtlingsströme zu reduzieren.

Deutschland muss seine neuen Aufgaben

in der Weltinnenpolitik erkennen,

und mir macht es Spaß, für Deutschland

als Investitionsstandort zu werben. Und

die Arbeit an der Entwicklung einer funktionierenden

Integration – vor allem auch

mit Jugendlichen – ist mir wichtig und

macht viel Freude.

Sie haben stets Wert auf einen sachorientierten

Politikstil gelegt; ein Stil, der Vielen

vielleicht etwas zu kühl erschien. Im

Gegensatz dazu dann die „Telefonaffäre

Bild-Zeitung“: temperamentvoll und

spontan? Ist sie gerade deswegen nicht

»Wir müssen die transatlantischen

Beziehungen wieder

viel intensiver pflegen.«

nur medial, sondern auch in weiten Teilen

der Bevölkerung so emotional diskutiert

worden?

Selbst meine Mailboxnachricht war sachlich

und ruhig gesprochen. Die Hintergründe

der Aktivitäten gegen mich sind kompliziert.

Ich habe ein umfassendes Buch,

„Ganz oben ganz unten“, geschrieben, um

den Dingen auf den Grund zu gehen. Nun

kann sich jede und jeder ein eigenes Urteil

bilden unter Einbeziehung der Schilderungen

aus meiner ganz persönlichen Sicht,

als Betroffener und als Akteur.

„Ganz oben ganz unten“ ist nach dem

ersten aufgeregten Interesse schon in

den hinteren Leserrängen gelandet. Sie

haben darin sehr unaufgeregt Ihre Sicht

der Dinge geschildert – und doch hat

man Ihnen weitenteils Larmoyanz und

„Unbelehrbarkeit“ vorgeworfen. Retrospektiv:

Wie würden Sie heute mit

der ganzen Situation, dem Prozess

umgehen?

Ich würde es immer wieder genau so

machen. Das Buch ist bis heute eines

der erfolgreichsten Sachbücher. Mir

ging es darum, allen Aspekten mit Distanz

und Sachlichkeit auf den Grund zu

gehen. Ich bin froh, den Prozess durchgestanden

zu haben und mich nicht auf eine

Einstellung des Verfahrens gegen Auflagen

eingelassen zu haben. Es ist wichtig für unsere

Gesellschaft, dass sich der Betroffene

genauso an der Debatte beteiligt, wie all

56 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2018 . ERFOLG magazin


Leben

diejenigen, die sich an der Sache abgearbeitet

und in Szene gesetzt haben.

Es gibt inzwischen eine durchaus selbstkritische

Debatte in den Medien, es gibt

Ermittlungen in der Justiz, und es gibt

durchaus manchen in der Politik, der

langsam auch das damalige Schweigen

der Politik als große Schwäche und Versäumnis

erkennt. Für mich war das Buch

liebe leserinnen und leser,

die Gefahr, dass die Europäer selber zum

editorial

Objekt der Globalisierung werden und

andere über uns und unsere Interessen

einfach hinweg gehen“. Wie kann sich die

europäische Werte- und Wirtschaftsgemeinschaft

(besser) behaupten?

Quantitativ wird die Bedeutung Europas

abnehmen. Wir hatten einmal 20 Prozent

der Weltbevölkerung. Dieser

»Das friedliche und freundschaftliche

Miteinander ist zu einer

Abschluss, für manche ist es Auftakt tieferen

Anteil wird auf etwa sechs

Nachdenkens über den Umgang in Prozent zurückfallen.

unserem Land.

Qualitativ können wir an

das Jahr ist schon fast Bedeutung halb vorbei gewinnen, – und so wenn ist es Zeit, eine Zwischenbilanz 2015 zu ziehen. Sie machen das

Als Vortragsredner ist

sicher

eines Ihrer

auch –

Themen

„Deutschlands mögliche Aufgaben und andere an unseren Er-

und ich

wir

freue

vorbildhaft

mich für Sie,

handeln Überlebensfrage geworden.«

wenn Ihre Bilanz gut ist! Oder vielleicht sollte ich sagen: glücklich.

in der Weltinnenpolitik Denn im 21. zu Jahrhundert“.

allem Planen fahrungen und Schaffen, stärker zu teilhaben aller Strategie lassen. und Auf allem Attentaten Engagement stehen muss Christen, auch immer Muslime, das Ju-

letzte

Wie sehen diese Aufgaben Quentchen aus? Glück kommen. unserem Kontinent hat es blutigste Ausden,

Atheisten und Humanisten enger

Unsere Überzeugung von Bei uns Sparsamkeit und bei mir ist einandersetzungen es so. Die Buhr & gegeben. Team-Akademie Mit der Aufklärung,

der Reformation, der Trennung Freiheit und des friedlichen Zusammenle-

wächst, denn die je Train-the-Trainer-Ausbildungen zusammen gegen die Feinde der sind

und Stabilität ist nicht populär, muss aber

in jeder Staffel ausgebucht, ich habe drei neue Bücher und E-Books geschrieben und in meiner Eigenschaft

wirksam vertreten werden. Wir müssen von Kirche und Staat, den bürgerlichen bens. Auch immer mehr Moscheegemeinden

paar grenzen zusätzliche sich deutlicher Meilen gesammelt gegen dieje-

;) und

kulturelle Vielfalt als Erfolgsmodell als Präsident vorleben,

der GSA Revolutionen German Speakers und dem Association Zusammenleben habe ich ein

die transatlantischen auch Beziehungen Besonderes erleben. von 28 So Nationen stecken in wir der – neuen Convention-Chair Eigenstaat-

Dr. nigen Stephan ab, die Frädrich, ihre Religion die GSA-Geschäftsstelle

missbrauchen,

verbessern, sowie im europäischen

und ich – gerade

Verbund

klare Haltungen gegenüber Afrika, einem gemeinsamen Markt hat die Euro-

die hiervon ausgehen, sind tatsächlich

mitten

lichkeit

in den

der EU

Vorbereitungen

mit offenen Grenzen

für die nächste

und

GSA-Convention,

um Gewalt zu rechtfertigen.

die

Die Gefahren,

Russland und China an vom den Tag 10. legen bis zum so-13wie päische September Union 2015 inzwischen München aber stattfinden enorme wird. groß. Und die Ängste davor müssen ernst

aktivere Beiträge für Auch, Nachhaltigkeit weil die GSA dieses wertvolle Jahr und wieder positive den Deutschen Erfahrungen Rednerpreis an-

genommen verleihen wird. werden. Und

leisten. Gefahren drohen diesen von vielen wird – Seiten,

die Herausforderungen sind aber zu zu leben überzeugt nach außen tragen und Wir leben in einer medial vermittelten

nach Roman zubieten. Herzog Wichtig in 2015 ist, dass – diesmal wir unsere eine Art, weltweit tätige, starke Frau

erhalten: Dr. Auma Obama.

bestehen.

beispielsweise gegenüber Russland, China

oder Afrika dass häufiger wir im mit vorigen einer Jahr Stimme hier im kommt Magazin den für Medien Busi-

dabei zu? Man-

Demokratie: welche Verantwortung

Ich freue mich außerordentlich,

Nicht wenige Menschen ness beschleicht & Bildung genau

dieses Gefühl in den

ein Interview sprechen mit und Frau glaubwürdig Dr. Obama und führen berechenbar

konnten che – lesen fordern, Sie es, auch falls schlimmste ISIS-Gewaltexzesse

zu zeigen, damit sich der

Sie es

Diskussionen

verpasst haben, hier

bleiben.

nach magazin.buhr-team.com

um TTIP: das einer Gefahr für Nachhaltigkeit

und rechtliche Mitwirkung. Und wenn SIE Wie als Unternehmer, Sie sprechen gerade Geschäftsführerin das gesellschaftliche oder Speaking-Interessierte den könne – manche (als fordern, dass dann

mündige Bürger sein eigenes Urteil bil-

stehen Sie dazu, was ist GSA-Mitglied Ihre persönliche, sowieso) Zusammenleben die Convention an erleben – und wollen, haben dann 2010 haben auch Sie Folterungen jetzt noch die der westlichen Bündnisse

Zum gezeigt ersten werden Mal müssen.

fachliche Meinung? Gelegenheit: www.germanspeakers.org/convention-anmeldung.html in einer Grundsatzrede den vielzitierten

Wir müssen die transatlantischen Beziehungen

wieder viel intensiver pflegen und schen auch zu Deutschland“. Viele Menschehen

ist, angemessen berichtet werden.

Satz geprägt „Der Islam gehört inzwi-

Grundsätzlich sollte über alles, was ge-

gibt es auch eine Youth Convention unter dem Titel: „Generation Y meets German

jetzt schnell zu einem einheitlichen Speakers“. Alle Binnenmarkt

zwischen schen 21 mit und und 29 Jahren ohne sind Migrationshinter-

eingeladen unter Die www.geny-convention.org

Bürgerinnen und Bürger müssen in

kommen, sonst kommen uns grund waren Ihnen dankbar für dieses ihrer Medienkompetenz gestärkt werden,

andere, beispielsweise

Bekenntnis,

Stolz bin ich

doch

am Ende

all

noch

diese

auf

Berichte

zwei

im

Dinge.

Alltag

Erstens:

angemessen

auf unser

zwischen Ozeanien

hat sich die öffentliche

Titel-Interview Meinung mit Die Ex-Bundespräsident Würde von Opfern ist Dr. unbedingt Christian zu Wulff.

zu hinterfragen und einordnen zu können.

und Asien, kurzfristig

zuvor. Dann werden

zwischenzeitlich

Ihn habe ich als ernsthaften, wahren. reflektierten Auch das, was und manchem zugänglichen heilig ist, Menschen

erkennbaren kennen und jedes sollte Mal respektiert noch mehr werden. schätzen gelernt – und

die Standards weltweit

in

von China bestimmt

Teilen massiv geändert.

Wie emp-

Wie können denn Politik und Medien

Viele, darunter höchstrangige Politiker und Unternehmer, sagen

und nicht mehr von

europäischen Vorstellungen.

finden das genau Sie so. das Christian angemessen Wulff ist mit als Anwalt den Sorgen und zunehmend der Men-

als

Ich bin

heute? Vortragsredner tätig – schen und umgehen? ER hat wirklich was zu sagen!

also für ein Freihandelsabkommen

und Andreas Buhr (links) und Christian Wulff bewusst ein Zei-

Synode vor zerstörerischem Gutmen-

Damals

Zweitens:

wollte

auf

ich

die vielen

Papst

Kongresse,

Franziskus hat

Fachmessen

am Ende der

und

letzten

Firmenevents,

unterhielten zu denen sich SIE über mich die als neuen Experten poli-für Führung im Vertrieb, als Vortragsredner und Keynoter einladen.

dafür, dass Europa

sich weitreichend mit Denn tischen SIE und sind gesellschaftlichen es, für die da Aufgaben bin!

seinen Vorstellungen unserer Zeit.

durchsetzt. Zur Wahrheit

gehört allerdings auch, dass man am

Ende Kompromisse schließen muss, und

da kann sich schließlich nie eine Seite vollständig

durchsetzen. Ihr Andreas Buhr, CSP und aus meiner Sicht eher destruktive

hören; ich wollte die damalige emotionale

Vorstand Buhr & Team Debatte Akademie um das für Buch Führung von Sarrazin und Vertrieb in eine AG

Historiker kommen, sicher Amtierender nicht unberechtigt,

zum Schluss, dass das „europäzeugender

wir das gute Miteinander von

Präsident konstruktive GSA 2013-2015 Richtung leiten. Je über-

National President German Speakers Association

ische Zeitalter“ zu Ende geht. Sie schreiben

in Ihrem Buch: „Jetzt besteht erstmals

chen setzen, dass

die vier Millionen

Muslime in unserem

Land mit

ihrem Glauben und ihrer Religion tatsächlich

zu unserem deutschen „wir“ dazuge-

Kirchen, Synagogen und Moscheen vorleben,

so überzeugter können wir dies von

anderen einfordern. Heute bin ich positiv

beeindruckt: Immer mehr Bürgerinnen

und Bürger erkennen, dass sich jeder mit

seinen Möglichkeiten für ein gutes Miteinander

einbringen kann und muss. Das

friedliche und freundschaftliche Miteinander

ist zu einer Überlebensfrage geworden.

Spätestens nach den schrecklichen Pariser

schentum gewarnt, das Wunden einfach

nur verbinde, ohne sie vorher zu behandeln;

andererseits aber auch vor Erstarrung

und Ausgrenzungen. Genau das

scheint mir die Aufgabe zu sein: den Weg

dazwischen mutig nach vorne zu gehen,

weder zu erstarren und sich abzuschotten,

noch Probleme schön zu reden.

Nichts ist besser, als auf Grundlage unserer

Verfassung und der hier geltenden Gesetze,

die alle akzeptieren müssen, ein friedliches

Zusammenleben aktiv zu gestalten und es

als Bereicherung zu erfahren.

Bild: © Laurence Chaperon, Buhr

ERFOLG magazin . Ausgabe 01/2018 . www.erfolg-magazin.de

Magazin für Business und Bildung

57

3


Leben

DIE MACHT DER

ANGST


Wenn ich ganz ehrlich

bin, habe ich mächtig

Respekt vor der

neuen Position.“ Wer

das hört, weiß sofort,

dass „mächtig Respekt“ in Wirklichkeit

Angst ausdrückt – und dass „Wenn ich

ganz ehrlich bin“ fast schon entschuldigend

gemeint ist. So als sei Angst

etwas, für das man sich schämen

müsste.

In der Tat leben wir in einer paradoxen

Welt, in der Mut gehypt

wird und Angst verpönt ist. Doch

schon John Wayne wusste es besser:

„Mut ist, wenn man Todesangst

hat, aber sich trotzdem in

den Sattel schwingt.“ Damit sagt

er zu Recht, dass es keinen Mut geben

kann, ohne vorher Angst zu überwinden.

Genau betrachtet, bezieht sich Angst immer

auf Dinge, die (noch) nicht da sind.

Sie selbst ist real. Das, wovor man Angst

hat, ist es nicht. Im Gegensatz dazu ist

Furcht etwas ganz Konkretes. „Angst vor

Hunden“ ist etwas anderes, als den Bullterrier

zu fürchten, der zähnefletschend vor

einem steht.

»Mut ist, wenn man Todesangst

hat, aber sich trotzdem

in den Sattel schwingt.«

John Wayne

Das mag trivial klingen. Dennoch hilft es,

sich das von Zeit zu Zeit bewusst zu machen.

Vor vielem, das uns Angst einflößt,

müssen wir uns nicht fürchten. Angst

mahnt zur Vorsicht und vor allem zur

Überlegung. Furcht schaltet Überlegung

meist aus. Die Urzeit im Hirn wird aktiv

und will nur noch wissen, ob wir uns totstellen,

weglaufen oder angreifen sollen.

Was Angst so machtvoll macht

Von wenigen abgesehen, wollen Menschen

im Leben erfolgreich sein. Manche

wollen den Schleudersitz an der

Unternehmensspitze oder mit viel Investition

ein eigenes Business starten. Andere

möchten in Krisengebieten Gutes

tun, als Testpiloten sichere Flugzeuge er-

möglichen oder im Freiklettern zur europäischen

Spitzenklasse gehören. Was Erfolg

heißt, definiert jeder ganz persönlich.

Immer aber bedeutet der Weg zu diesen

Zielen das Überschreiten von etwas, das

man schon kann – und trägt damit das

Risiko des Scheiterns in sich.

Weil Menschen nur aus Emotionen handeln

und weil die Angst als solche

so machtvoll ist, wird sie zu

einer ambivalenten Emotion.

Neid, Leidenschaft und Vertrauen

sind Antreiber, Scham,

Schuld und Verzweiflung sind

Bremsen.

Klar ist, dass Angst als extrem

starke Emotion etwas sehr

Machtvolles ist. Dabei geht sie

weit über ihre mahnende Funktion hinaus.

Denn Angst macht auch Spitzenleistung

möglich, weil sie zur Spitzenanstrengung

treibt. Wer partout nicht scheitern will,

wird für den Erfolg alles geben und kann

große Ziele erreichen.

Angst als Erfolgsbooster

Diesen Effekt kann man gezielt einsetzen,

sowohl bei sich persönlich als auch bei

58 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2018 . ERFOLG magazin


Leben

Matthias Kolbusa

ist Stategie- und

Veränderungsexperte,

Unternehmer,

Referent und

Bestsellerautor.

2017 erschien sein

Buch "Konsequenz"

anderen, für die man Führungsverantwortung

hat. Wer selbst einmal erlebt hat,

wie sehr Deadlines oder ein konsequenter,

aber fairer Chef beflügeln können, kennt

diese Kraft. Weil Angst aber beides sein

kann und ihre Schattenseiten hat, verhindert

ein Vorurteil in vielen Köpfen, ihre

Wirkung verantwortungsvoll und produktiv

einzusetzen.

Warum aber sich bei einer Ausarbeitung,

einem komplexen Angebot

oder einem Business-Konzept

nicht mal aus dem Fenster

lehnen und mutig mehr als sonst

versprechen? Es ist verblüffend,

zu welchen Höhenflügen der

selbstgemachte Druck befähigen

kann.

Allerdings kommt es dabei immer auf

die Dosis an, besonders, wenn wir Menschen

führen. Übertreiben wir den Effekt,

ist Lähmung die Folge, meistens

in Form von Safety-first. Jeder tut nur

noch, was mit hundertprozentiger Sicherheit

klappt. Kein Mensch, kein Mitarbeiter,

kein Team übertrifft sich mehr

selbst. Und das einzige, was exzellent

wird, ist der Stillstand.

Neid, Leidenschaft und

Vertrauen sind Antreiber,

Scham, Schuld und Verzweiflung

sind Bremsen.

Wer Großes will, muss Großes denken –

und vergessen

Wer Großes erreichen will, ganz egal, ob

50 Prozent mehr Umsatz oder einen Weltrekord

mit dem Jumpsuit, muss sich zuerst

Großes vorstellen und mental auf sich

wirken lassen. Die Angst, die sich einstellt

ist wichtig, um den richtigen Mix aus Vorsicht

und Risiko zu finden. Wenn es aber

losgeht, müssen wir die Angst vergessen,

damit sie uns nicht erdrückt.

Wie wichtig das persönlich und in der Führung

ist, hat mir ein Training bei den Navy

Seals gezeigt. Ein Team, das einen mächtigen

Baumstamm fünf Kilometer den

Strand entlang tragen soll, muss sich die

Aufgabe erst einmal bewusstmachen, um

Vorbereitungen treffen zu können. Läuft

es los, muss es die Anstrengung vergessen,

die vor ihm liegt. Ein starker Team-Leader

arbeitet nicht mit Kilometern, sondern mit

kleinen Zielen: „Jetzt bis zum Parkplatz da

vorn. Danach bis zum Strandhaus dahinter!“

Was Menschen verzweifeln lässt, ist

nicht die Anstrengung, sondern die Angst

vor ihr.

Das Beste des Kriegers nutzen

Wer Erfolg haben will, muss kein

Krieger sein, aber das Beste des

Kriegers in sich tragen. Es ist der

Mut, der die Angst überwindet,

während diese selbst die Tollkühnheit

verhindert. Denn wer

keine Angst hat, rennt jubelnd

ins Verderben. Nur wer seine

Angst spürt, sie annimmt, sie überwindet

und sich besonnen zunutze macht, wird

am Ende erfolgreich sein.

Oder anders, und um es mit Eleanor

Roosevelt zu sagen: „Mut ist nicht die Abwesenheit

von Angst, sondern vielmehr

die Erkenntnis, dass etwas anderes wichtiger

ist. Die Tapferen leben vielleicht nicht

ewig, doch die Vorsichtigen leben überhaupt

nicht.“

Bilder: Depositphotos/ikurucan, Kolbusa Cover: Ariston

ERFOLG magazin . Ausgabe 01/2018 . www.erfolg-magazin.de

59


Einstellung

Best of Web

BEST OF WEB

Rhetorik für Einsteiger

Hand aufs Herz, liebe Leserinnen und Leser, wie

schnell entscheiden Sie, ob ein Vortrag Ihre ungeteilte

Aufmerksamkeit verdient?

Von Michael Ehlers

Wenn ich auf Vorträgen geladen bin, sind

für mich persönlich die ersten Minuten

immer die amüsantesten. Häufig kann

ich mir ein Schmunzeln einfach nicht

verkneifen, wenn der Redner schon nach

wenigen Sekunden die ersten Zuhörer an

das gute alte Smartphone verliert. Und

eines ist sicher: Diese Leute wieder für

sich zu gewinnen, ist, wenn überhaupt,

nur den gewieftesten Rednern möglich.

Deshalb sage ich meine Kunden immer

wieder, wie wichtig der perfekte Einstieg

ist. Er zeichnet sich durch Dynamik,

Kreativität und kommunikative „Trigger

nen nämlich gar nicht anders, als auf eine

Frage zu antworten. Selbst wenn sich die

Antwort nur in den Köpfen der Zuhörer

abspielt, spielt das für Sie als Redner keine

Rolle, denn die Aufmerksamkeit ist Ihnen

gleichermaßen sicher.

Eine andere Möglichkeit für einen interessanten

Einstieg ist das Zitat, denn „der Anfang

ist die Hälfte des Ganzen“, wie schon

der Philosoph Aristoteles sagte! Ein Zitat

bietet sich vor allem in wissenschaftlichen

Kontexten oder einer feierlichen Ansprache

an.

The ONE Thing

Die überraschend

einfache Wahrheit

über außergewöhnlichen

Erfolg

Bild: Ehlers, Staniek, Cardone, Cover: Redline

Moments“ aus. Trigger Moments sind

Reizmomente, und dazu da, um die volle

Aufmerksamkeit des Publikums zu gewährleisten,

und die ganz unterschiedlicher

Natur sein können. Über die erste

Variante sind Sie auch schon gestolpert.

Die Einleitung des Artikels ist eine direkte

Frage an Sie, die Leserschaft. Innerhalb

einer Rede wäre das die Frage

ans Publikum, die unweigerlich seine

Aufmerksamkeit auf sich zieht. Wir kön-

Für Präsentationen oder Vorträge, in denen

es um abstrakte bis hin zu hoch komplexen

Inhalten geht, eigenen sich Videoeinstiege

hervorragend. Sie lassen sich

durch Visualisierung auf das Wesentliche

herunterbrechen und Zusammenhänge

können plakativ und damit einfacher dargestellt

werden.

„Der Anfang ist

die Hälfte

des Ganzen“

Aristoteles (4 v. Chr.)

Ein super Hilfsmittel für Videos ist das

Geschichtenerzählen, auch „Storytelling“

genannt, das Sie natürlich auch losgelöst

von Videoformaten nutzen können. In

den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung

gewonnen, wird es mittlerweile

ganz selbstverständlich für Marketingzwecke

genutzt. Da Sie ihr Publikum von der

ersten Sekunde an von sich überzeugen

müssen, greifen Sie einfach auf eine kurze

Anekdote als Hilfe zur Selbstvermarktung

zurück. Diese kann je nach Kontext lustig,

traurig oder auch beides sein. Was zählt

ist, dass Sie Emotionen bei ihren Zuhörern

wecken!. . .

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Von Andreas Creutzmann

Der Bestseller von Gary Keller und Jay

Papasan aus den USA erschien kürzlich

in deutscher Sprache. Wer berufliche

und private Ziele erreichen will, findet in

The ONE Thing den Weg, wie die Ziele

erreicht werden können. Ausgangspunkt

sind dabei die folgenden sechs Irrglauben,

die beruflichen und privaten Erfolg

verhindern.

Alles ist gleichermaßen wichtig

Erfolgreiche Menschen können Wesentliches

von Unwesentlichem unterscheiden.

Dabei ist das Pareto-Prinzip

der Ausgangspunkt zur Identifikation

der EINEN Sache, die zum Erfolg führt.

Keller und Papasan plädieren für ein

„Extrem-Pareto-Prinzip“. Während das

Pareto-Prinzip besagt, dass rund 20 %

der Aktivitäten ca. 80 % der Ergebnisse

liefern, stellt das „Extrem-Pareto-Prinzip“

darauf ab, die EINE Sache (The ONE

Thing) zu finden, die zum Erfolg führt.

Demnach führt zu außergewöhnlichem

Erfolg, wer aus dem ersten Schritt des Pareto-Prinzips

auf die verbleibenden 20 %

der Aktivitäten wieder das Pareto-Prinzip

anwendet, bis er schließlich bei der

EINEN Sache landet, . . .

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60 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2018 . ERFOLG magazin


Best of Web

Führung:

Was wir von Wölfen

lernen können

Beliebte Artikel auf www.erfolg-magazin.de

Von den Wölfen in der freien Wildbahn

kann man wertvolles über Leadership

lernen bzw. führen einem die Wölfe das

was man vielleicht eh schon weiss und

in der Hinterkopfablage deponiert hat,

mal wieder vors Auge. Wölfe leben in

hochkomplexen sozialen Strukturen und

arbeiten als perfektes Team aufgrund

exzellenter Kommunikation! Das ist

ein wesentlicher Aspekt, den man sich

von der Wolfsführung abschauen kann.

Führungskräfte denken oft, dass sie exzellente

Kommunikatoren sind, das ihre

Aufträge und Anweisungen klar und

deutlich sind bzw. verstanden wurden.

Doch die Realität zeigt ein anderes Bild.

Meistens sind die sozial kompetentesten

Wölfe die Alphas, sprich Rudelchefs,

manchmal auch die, die sich am Besten

durchsetzen oder sich ihren Rang erkämpfen

können. Die leistungsfähigsten

Von

Patricia

Staniek

Rudel werden meist von den sozial kompetentesten

und sozial intelligentesten

Wölfen geführt. Sollte uns das zu denken

geben? Denn oft steht auf Visitenkarten

„Manager“, „Abteilungsleiter“ und Papier

ist geduldig. Denn wo Alpha draufsteht ist

oft nicht Alpha drin. Die alleinige Macht

der Position ist kein Garant, dass mit

Kompetenz geführt wird.

Alpha-Wölfin und Alphawolf führen in

50:50 Kooperation ihr Rudel. Mit einem

logischen Unterschied – die Alphawölfin

frisst zuerst, da sie die Welpen stillen

muss. Sie arbeiten in perfektem Einklang.

Die Alpha-Wölfin behält das Umfeld

im Auge, scannt es und der Alpha-Wolf

setzt seine Handlungen zielorientiert.

Definitiv ein Learning für Führungscouples.

Freilebende Rudel bestehen weitgehend

aus Familienmitgliedern und

manchmal angenommenen Zuwachs aus

anderen Rudeln. . . .

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Grant Cardone und die Kunst des Überzeugens

Von Mirco Wörmke

Hast du dich schon einmal gefragt, warum

jemand im Verkauf so unbestechlich

gut und du vielleicht sogar genau das Gegenteil

bist?

Grant Cardone räumt mit seinem Buch

,,Die Kunst des Überzeugens‘‘ auf, in

dem er harte Fakten in den Vordergrund

rückt, Vorgehensweisen eindrucksvoll

nicht nur beschreibt, sondern auch zur

Handlung zwingt und Fragen klärt wie

,,was verkaufe ich eigentlich?‘‘ Cardone

erläutert nämlich eindrucksvoll, dass wir

es sind, die den Kunden zum „Nichtkauf

“ drängen und das immer der Verkäufer

schuld ist, wenn der Kunde nicht

kauft. Ja, die Wahrheit ist hart, doch

Grant Cardone räumt nicht nur auf, er

öffnet einem auch die Augen indem er

dir das Werkzeug an die Hand gibt, das

du für die Umsetzung und für den Er-

folg im Verkauf wirklich brauchst! Das

ist der Unterschied zwischen diversen

Verkaufsbüchern und diesem Sorgenbrecher.

Cardone beschreibt eindrucksvoll,

wie wertvoll und notwendig es ist, sich

einer bestimmten Sache zu 100 Prozent

hinzugeben. Mit

allem, was man

hat, diese eine Sache

zu tun ist, was

mich an diesem

Buch am Meisten

inspiriert hat. Du

triffst eine Entscheidung,

bist

bereit, all das zu

tun, was dieser

Sache bedarf und

gibst niemals wieder

auf. Viele Bücher

vermitteln dir ein Geheimnis oder

den einen Schritt, den du benötigst, um

das Optimum aus deiner Art des Verkaufens

rauszuholen. . .

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ERFOLG magazin . Ausgabe 01/2018 . www.erfolg-magazin.de

61


Wissen

Unnormal: Im Seminar

bei Tobias Beck

Wir haben einen Redakteur bei einem Seminar von Tobias Beck

eingeschleust. „Sowas habe ich noch nicht erlebt.“

Wer ein Seminar von

dem neuen Stern am

Rednerhimmel Tobias

Beck besuchen will,

ahnt schon, dass das

nicht normal wird. Leute berichten von

ungewöhnlichen Übungen, tränenreichen

Gesichtern und Styroporwänden. Die Realität

ist noch viel extremer - was in diesem

Fall nichts Schlechtes ist. Viele behaupten,

Sonderlich überzeugend wirkte das nicht.

Aber wie sagen schon die Amerikaner:

Lieber oberflächlich nett als ernsthaft

unfreundlich. Die Stimmung unter den

fast 800 Menschen im Saal war jedenfalls

elektrisiert, was erstaunlicherweise das

ganze Seminar über anhielt. Zu Beginn

erzählte Beck auf der Bühne von seiner

eigenen Abneigung gegenüber diesem

Motivationsunsinn, den er damals bei

Im Seminar kommt Beck ziemlich schnell

zum Punkt: Alles, was in deinem Leben ist,

ist deine Schuld. Die Entscheidungen, die

du in deinem bisherigen Leben getroffen

oder auch nicht getroffen hast, brachten

dich dort hin, wo du heute stehst. Dass

im Seminar von Anfang an die Du-Form

gilt, ist überflüssig zu sagen. Schließlich

sollen hier Menschenleben verändert

werden. Beck macht auch kein Geheimnis

daraus: „Mein Raum, meine Regeln.

Wenn dir was nicht passt, geh.“ Aber sein

Mein Raum, meine Regeln.

Wenn's dir nicht passt, geh!

Konzept ist durchdacht und funktioniert.

Selbst die Schlipsträger, die anfangs noch

dachten, sie würden sich vornehm zurückhalten,

standen bald auf den Stühlen und

hatten Tränen in den Augen - vor Freude.

Denn Prozesse wie Gruppenübungen,

das Durchschlagen von Styroporwänden

oder im Kreis tanzen mit Luftballons sind

zwar kindisch, aber verfehlen ihre Wirkung

nicht. Gestandene Manager wussten

nicht mehr, wie ihnen geschieht und sahen

plötzlich Lösungen, wo vorher nur Probleme

waren.

Beck sei der deutsche Tony Robbins. Groß,

charismatisch und schonungslos ehrlich.

Und in der Tat sind die Programme sehr

vergleichbar.

Schon beim Einlass in die Seminarhalle -

es war die sog. Masterclass of Personality

- wurde es befremdlich: Das ganze Team

von Beck hatte sich vorne aufgestellt und

begrüßte jeden Teilnehmer mit einem

High-Five und den Worten „Wie genial,

dass du hier bist. Wow du bist klasse.“

einem Seminar von Tony Robbins erlebte.

„Ich setzte mich mit verschränkten Armen

in die letzte Reihe und wollte von

all dem nichts wissen.“ Damals war Beck

Flugbegleiter. Die Passagiere der First

Class erstaunten ihn allerdings schon damals

mit ihrer erfolgreichen Einstellung.

Irgendwann begann der junge Steward,

die Weisheiten in ein kleines Notizbuch

zu kritzeln, die er von Gästen wie Michael

Jackson und anderen Überfliegern aufschnappte.

Beck hat darauf eine einleuchtende Antwort.

Alles, was uns im Leben nicht gefällt,

lässt sich auf ein sabotierendes Selbstgespräch

zurückführen. Die Handlungsund

Denkmuster, die dadurch entstehen,

beeinflussen unsere Resultate. Deswegen

rief er gleich zu Anfang die Regel des Tages

aus - die No Bullshit Regel. Keiner der

Teilnehmer durfte sich selbst Ausreden

liefern. Unser Redakteur entdeckte auch

bei sich viele Glaubenssätze, die er in Frage

stellen musste. „Auch wenn es für mich

ein Kulturschock war, habe ich viele Techniken

gelernt, die mir sofort geholfen haben.

Machen sollte das jeder mal.“

Bild: Tobias Dellit/Beck

62 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2018 . ERFOLG magazin


Wissen

»Frauen sollen sich

nicht so anstellen«

Managerin und Unternehmerin Irina Glöckler:

Ich wollte als Migrantenkind eine Erfolgsstory hinlegen

Bild: Nonaphotography

Ein junges Mädchen aus dem

damaligen Dritte Welt-Land

Kasachstan kommt in den

Neunzigern mit Mutter und

Schwester nach Deutschland.

Die Aussichten sind düster. Sie leben in einer

Sozialwohnung in Flensburg und können

kein Wort Deutsch. Der Horror ging

für die kleine Irina in der Schule weiter. In

ihrer Heimat war sie eine gute Schülerin,

war sogar Klassensprecherin - Verantwortung

zu übernehmen lag ihr schon als

Kind am Herzen. In Deutschland jedoch

verstand sie kein Wort und stürzte in der

Schule gnadenlos ab. Sie wurde zum Außenseiter.

Auf Klassenfahrten konnte sie

nicht mit, weil das Geld fehlte. Ihre Probleme

in der Pubertät musste sie allein bewältigen

- als Außenseiter hat man keine

Freunde.

„Heute sehe ich das alles positiv, denn es

hat mich dazu gezwungen, ein Kämpfer zu

werden. Ich wollte mich beweisen, ich bin

ein stolzer Mensch. Ich habe mehr gelernt

als andere, habe härter gearbeitet als andere.

Schon als junge Frau hatte ich zwei

Ziele im Leben: Ich wollte einmal eine vorbildliche

Mutter sein und gleichzeitig eine

erfolgreiche Unternehmerin. Ich wollte als

Migrantenkind eine Erfolgsstory hinlegen“,

gesteht Irina Glöckler heute.

Nach der Schule begann sie eine Ausbildung

bei Burger King - Hamburger braten.

Trotzdem zeigte sich Glöckler von ihrer

besten Seite und glaubte an ihren Traum,

einmal groß rauszukommen. Sie begann,

Bücher zu lesen. Sie macht Erfolgsbücher

heute dafür verantwortlich, dass sie es

so weit gebracht hat. „Ich habe viele Geschichten

erfolgreicher Menschen gelesen,

die genau wie ich große Hürden überwinden

mussten. Ich habe immer gedacht

‚wenn die das konnten, dann kann ich es

auch‘“, sagt Glöckler.

Ich habe mehr gelernt als andere,

habe härter gearbeitet als andere.

Mit 19 Jahren machte sie sich selbstständig

- ohne wirklich zu wissen, was sie tut.

Sie gründete ein kleines Transportunternehmen

und besaß acht Lkws. „Es war

ein spannendes Geschäft und ich kam

logischerweise in Kontakt mit vielen erfolgreichen

Unternehmern, die uns als

Logistiker beauftragten. Aber nach einigen

Jahren merkte ich, dass ich zwar Umsatz

machte, aber wenig Gewinn. Das lag zum

einen an der schwierigen Branche. Aber

viel ausschlaggebender war, dass ich keine

Ahnung von Finanzen hatte.“ Aus ihrer

Unwissenheit über Finanzen entstand eine

Leidenschaft. Das Thema ließ sie nicht

mehr los. Auf ihrer Suche nach finanzieller

Aufklärung geriet sie an ein Finanzberatungsunternehmen

namens FBDD. Das sie

eines Tages dort Direktorin werden sollte,

konnte zu der Zeit niemand ahnen. „Ich

war schon immer neugierig und wollte stets

ein Vorbild für meine beiden Kinder sein.

Ich konnte erkennen, dass ich im Finanzgeschäft

flexibler sein würde und sogar mehr

verdienen würde, als mit meiner Spedition.

Darum habe ich nach einiger Zeit entschieden,

eine zweite Karriere zu beginnen.“

Diese Karriere

hatte es in sich. In

rasendem Tempo

baute Glöckler

ein Vertriebsteam auf und wurde zur Vertriebsdirektorin

befördert. Besonders das

Thema betriebliche Altersvorsorge tat es

ihr an, warum sie auch zu einer der besten

Beraterinnen Deutschlands wurde. Wo

der Modebegriff Flexibilität für die meisten

unrealistisch wirkt, ist er für Glöckler

Realität geworden. „Wenn ich morgens

meine Kinder für die Schule vorbereitet

habe, freue ich mich danach ins Büro zu

fahren. Arbeitszeiten habe ich nicht. Mein

Einkommen basiert nicht nur auf meiner

eigenen Leistung, sondern auch auf den Ergebnissen,

die ich mit meinen Mitarbeitern

erziele. Das ist vor allem in der Diskussion

um Gleichberechtigung großartig. Frauen

sollen sich nicht so anstellen, es gibt so viele

Möglichkeiten, fair bezahlt zu werden. Ich

versuche oft, Frauen für unser Team zu gewinnen,

aber viele sind unsicher. Es gehört

Mut dazu, Neues anzugehen. Aber man

muss von alten Pfaden abweichen. Ich will

weiter dafür kämpfen, Frauen auf den Karrierepfad

zu führen. So kann ich vielleicht

auch ein paar Fußspuren auf dieser Welt

hinterlassen, worauf meine Kinder stolz

sein können - und ich auch.“

ERFOLG magazin . Ausgabe 01/2018 . www.erfolg-magazin.de

63


Wissen

Nirgends ist Zeit wertvoller

als beim Boxenstop

in der Formel 1. Ob

das Team gut arbeitet

entscheidet oft über

Sieg und Niederlage.

64 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2018 . ERFOLG magazin


Wissen

Klare Ziele statt

vage Vorsätze

Ziel- und Zeitmanagement 2018

Von Prof. Dr. Lothar Seiwert

Bilder: Depositphotos/viledevil, Seiwert

Fast jeder fasst für das neue Jahr

gute Vorsätze, die das Leben in

2018 verbessern, verschönern

oder gesünder machen sollen.

"Mehr Zeit mit der Familie

verbringen", "Endlich Sport treiben",

"Sich mehr Zeit für sich selbst nehmen",

"Einen lang gehegten Traum

verwirklichen" sind nur einige von

vielen Gedanken, die uns in der Zeit

am Jahresende umtreiben. Doch nach

einigen Wochen oder sogar Tagen

sind diese Vorsätze längst vergessen,

der Alltag kehrt wieder ein und wir

tun uns schwer, den inneren Schweinehund

zu überwinden, besonders im

Fitness-Studio.

Gute Vorsätze für das neue Jahr sind eigentlich

nichts anderes als ein Alibi. Wir

beruhigen unser Gewissen und sagen uns

selbst, dass im nächsten Jahr alles besser

werden wird – aber wir glauben nicht

wirklich an die Umsetzung. Würden wir

das tun, wären diese Vorsätze uns so wichtig,

dass wir daraus handfeste Ziele formulieren.

Die Vorsätze, die am Jahresende

verkündet werden, sind oft zu schwammig,

um sie wirklich zu erreichen.

Ein Beispiel für ein handfestes Ziel müsste

lauten: "Ich werde bis zum 30. April 2018

mindestens fünf Kilo abnehmen", oder

"Ich werde mindestens dreimal in der Woche

abends eine Stunde lang mit meinen

Kindern spielen". Wenn wir unsere Ziele

genau definieren und vor allem terminieren,

fällt es uns leichter, uns selbst bei

der Erreichung zu überprüfen. Außerdem

kann man das neue Jahr unter ein besonderes

Motto stellen, beispielsweise das

"Jahr der Gesundheit", um seinen Zielen

mehr Ausdruck zu verleihen.

Eine Reise von

tausend Meilen

beginnt mit dem

ersten Schritt.

aus China

Prof. Dr. Lothar Seiwert

ist Experte für Zeit- und Lebensmanagement.

Außerordentlich bekannt wurde er

durch die Reihe "Simplify your Life".

2018 erscheint sein neues Buch "Start

Your Bullet Journal"

Die alt bewährte Salami-Taktik

Erfolgreiche Menschen zerlegen große

Ziele in kleine Zielchen. Das ist absolut

nichts Neues, sondern schon lange bewährt.

Der letzte große Universalwissenschaftler

René Descartes entwickelte bereits

1637 ein Konzept für erfolgreiches

Planen, das später als Salamitaktik bekannt

wurde: Alles, was du dir vornimmst,

gliederst du in mundgerechte Happen

auf. Diese werden nach Bedeutung und

Dringlichkeit sortiert und nacheinander

abgearbeitet. Schließlich vergleichst du

deine Zielvorgabe mit dem tatsächlich

realisierten Ergebnis. Das funktioniert

im Beruf ebenso wie im Privatleben.

Eigentlich ganz einfach – oder? Belohne

dich für große oder auch kleine

Etappenziele. Das motiviert, bis zum

Schluss dranzubleiben!

Die seefahrenden Völker wissen, was

klare Ziele wert sind. "Weiß man nicht,

welchen Hafen man anlaufen will, ist

kein Wind günstig", sagte der Römer

Seneca. Vielleicht haben sie eine Vision

oder das Wollen und Erreichen in den

Genen... Aber egal wie, die meisten haben

klein angefangen. Mit „Zielchen“. Wer

merkt, dass er sich in kleinen Dingen auf

sich selbst verlassen kann, wird auch größere

Sachen in Angriff nehmen.

Welche Projekte haben dich in deinem

Leben zum Erfolg gebracht? Diplomarbeit

geschrieben, Kind erzogen, einen

Marathon gelaufen? Im Verein eine Jugendmannschaft

aufgebaut? Eine Familie

versorgt? Wir vergessen so leicht, was wir

erreicht haben, wenn uns genügend Zeit

gelassen wurde. Gut, wenn du dir das hin

und wieder einmal in Erinnerung rufst.

SMART ans Ziel

Für eine klare Zieldefinition ist die bekannte

SMART-Formel eine gute Hilfe:

Ein Ziel muss "Spezifisch", "Messbar", "Aktionsorientiert",

"Realistisch" und "Terminierbar"

sein. Mit dieser Eselsbrücke kannt

du die eigenen Vorsätze auf Umsetzbarkeit

überprüfen und dir nur das vornehmen,

ERFOLG magazin . Ausgabe 01/2018 . www.erfolg-magazin.de

65


Wissen

was auch wirklich erreichbar ist. Denn

nur mit klaren statt vagen Zielen kann das

neue Jahr wirklich besser, schöner und gesünder

werden.

Der erste Schritt zählt

»Eine Reise von tausend Meilen beginnt

mit dem ersten Schritt«, sagen die Chinesen.

Wenn dir etwas zu groß erscheint,

lasse dich nicht einschüchtern. Schau’ dir

an, wie du das Problem in kleine

Teilaufgaben zerbröseln kannst.

Immer einen Schritt nach dem

anderen. Das Ziel bleibt im Blick,

damit du dich nicht verläufst. Aber

entscheidend ist immer der nächste

Schritt. Und dabei greifen immer

mehr Menschen zum „Bullet

Journal“.

Bullet Journal – Der Mega-Trend

aus den USA jetzt auch in

Deutschland

2013 rief Ryder Carroll eine Website ins

Leben, wo er eine einfache Organisationsmethode

vorstellte – das „Bullet Journaling®“.

Es sollte eine neue Art von Lebensplaner

sein, die dabei hilft, auf spielerische

Weise die täglichen Aufgaben, Zeitplanung

und Deadlines zu bewerkstelligen.

Und das fand Anklang. Bullet Journal wird

zum globalen Phänomen. Millionen von

Weiß man nicht,

welchen Hafen man

anlaufen will, ist

kein Wind günstig.

Seneca

Menschen verlieben sich auf Anhieb in

das Bullet Journal. Nicht nur, dass sie mit

Hilfe von Bullets (Organisationspunkten)

den geschäftigen Alltag bewältigen, sondern

auch und gerade weil sie dem stressigen

Hamsterrad von Aufgaben entfliehen

– und wieder Kontrolle über ihre Zeit

gewinnen.

Das Geheimnis liegt darin, dass man mit

dem Bullet Journal lernt, bewusste Entscheidungen

über das eigene Leben zu

treffen. Man sortiert seine Aufgaben und

seine Gedanken. Und zwar nicht auf dem

Tablet oder in einer App, sondern mit

einem Stift in der Hand auf einem Blatt

Papier oder schönen Arbeitsbuch. Das

bewusste Offline-Gehen ist der Schlüssel

zu sich selbst. Indem wir Dinge zu Papier

bringen, reflektieren wir über den Sinn der

Sache. Und darum geht es.

Schon fünf Minuten morgens und fünf

Minuten abends reichen aus, um sich einen

Plan zu machen. Wichtig dabei ist, zu

unterscheiden:

1. was muss ich tun,

2. was sollte ich tun und

3. was möchte ich tun.

Das Ziel von Bullet Journaling ist es, die

richtige Balance zwischen Dingen zu finden,

die man für die anderen und

die man für sich selbst macht.

Und die wohl beste Regel: täglich

füllen, klare Ziele setzen, ehrliche

Wünsche formulieren und sich

dabei Stück für Stück selbst kennenlernen.

Natürlich soll man nach großen

Zielen streben – aber in kleinen

Schritten. Nimm dir also am Anfang

lieber ein bisschen weniger

vor. So hast du eine reelle Chance,

deine Vorsätze, besser: Ziele auch in die

Tat umzusetzen.

Suche dir Verbündete, z.B. bei deinen

sportlichen Zielen: Denn gemeinsam erreicht

man Ziele leichter – ob beruflich

oder privat. Und es macht auch mehr

Spaß, sich für etwas zu engagieren, wenn

Freunde oder die Familie mitziehen. Ich

wünsche dir ein in jeder Hinsicht „erfolg–

reiches“ 2018!

Die SMART-Formel für Zielsetzung

S = Spezifisch

Formulieren Sie jedes

Ihrer Ziele möglichst

konkret, ansonsten

bleibt es nichts als ein

vager Wunsch. Statt

sich vorzunehmen, Karriere

zu machen, sollten

Sie genau aufschreiben,

welche Anstrengungen

und Mühen Sie

dafür auf sich nehmen

werden. Dadurch sind

Sie von Vornherein

gezwungen, sich alle

notwendigen Informationen

zu verschaffen,

die für Ihren Karrieresprung

wichtig sind.

M = Messbar

Achten Sie darauf, dass

Ihre Ziele messbar sind.

Nehmen Sie sich nicht

vor, irgendetwas, irgendwann

und irgendwie

zu tun. Sagen Sie

nicht, dass Sie mehr

Zeit mit Ihrer Familie

verbringen wollen. Legen

Sie genau fest, wie

viel Zeit Sie Ihren Lieben

widmen wollen. Nur so

können Sie später auch

feststellen, ob Sie Ihr

Ziel erreicht haben oder

ob und wo Sie noch

nachbessern müssen.

A = Aktionsorientiert

Formulieren Sie Ihre

Ziele so, dass sie Sie

dazu motivieren, den

wohl formulierten Worten

auch Taten folgen

zu lassen. Und konzentrieren

Sie sich nicht auf

das, was Sie nicht tun

wollen. Achten Sie darauf,

positive Formulierungen

zu verwenden.

Nehmen Sie sich nicht

vor, weniger zu arbeiten.

Nehmen Sie sich

lieber vor, sich jeden

Tag eine Stunde nur für

sich zu gönnen.

R = Realistisch

Setzen Sie sich nur realistische

Ziele. Ziele,

die Sie auch tatsächlich

verwirklichen können.

Aber ein bisschen Ehrgeiz

sollte schon sein.

Sonst sind Ihre Ziele keine

echte Herausforderung.

Ziele sollten ehrgeizig,

aber machbar

sein. Zugegeben, ein

schmaler Grat, der mit

etwas Erfahrung aber

durchaus begeh- bar

ist. Übrigens: Unterforderung

ist mindestens

ebenso demotivierend

wie Überforderung.

Ihre Ziele müssen realistisch

sein.

T = Terminiert

Schieben Sie Ihre Ziele

nicht auf die lange Bank.

Nehmen Sie sich nicht

vor, irgendwann einmal

drei Kilo abzunehmen.

Setzen Sie sich einen

festen Termin, bis wann

Sie drei Kilo leichter sind.

Geben Sie Ihren Zielen

einen konkreten Termin.

Legen Sie fest, bis

wann Sie ein Etappenziel

und schließlich das Gesamtziel

erreicht haben

wollen. Nur so können

Sie prüfen, ob Sie auch

wirklich Fortschritte machen.

Nichts motiviert

schließlich mehr als

nachweisbare Erfolge.

66 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2018 . ERFOLG magazin


Wissen

Wenn der Starverkäufer

zweimal klingelt

Philipp Boros ist einer der erfolgreichsten Tür zu Tür-Verkäufer in

Deutschland. Sein Beruf hat ein schlechtes Image und kommt mit viel

persönlicher Ablehnung daher. Darum will er ihn revolutionieren.

Bilder: Boros

Der heute 30-jährige Boros

wurde in der ehemaligen

DDR geboren und begann

im zarten Alter von 13 mit

Joints zu experimentieren.

Bereits ein Jahr später war er auf harten

Drogen. Der schulische Absturz ließ nicht

lange auf sich warten. Dabei halfen auch

seine Autoritätsprobleme und die Abneigung

gegen das starre Schulsystem. Die

meiste Zeit schwänzte er. Das er mit Ach

und Krach einen Realschulabschluss machen

konnte, war mehr Glück als Absicht.

Der Anstrengung seiner Mutter hatte er es

zu verdanken, dass er eine Lehre in einem

Autohaus machen durfte. Mehrmals stand

er vor dem Rausschmiss. Mit 19 gab er die

Drogen auf und bestand seine Ausbildung.

Nach zwei kläglichen Versuchen im Arbeitsleben

rutsche er in die Sozialhilfe.

2007 Entdeckte er eine Stellenausschreibung

für Ökostrom-Vertrieb. „Die Aussicht

auf das selbstständige Arbeiten hat

mich getrieben. Ich wollte endlich mal

was erreichen und hier hat niemand

nach meiner Vergangenheit gefragt. Ich

hatte nichts zu verlieren. Aber wenn ich

ehrlich bin, trug ich selbst damals zum

schlechten Ruf des Berufsstandes bei. Wir

nutzten alle Tricks, um erfolgreich an der

Haustür zu verkaufen. Wir haben zwar

viel Geld verdient, aber es war moralisch

nicht in Ordnung“, gibt Boros heute zu.

Der Tapetenwechsel kam ihm gelegen,

als sich die Chance ergab, bei einem Bertelsmann-Unternehmen

in den Haustürverkauf

einzusteigen. Dort lernte er nach

eigenen Angaben das richtige Einmaleins

des Verkaufens. Mit 23 gehörte er zu den

angesehenen Verkäufern und bekam das

Angebot, als Geschäftsführer bei einer

Strom-, Gas- und Telekommunikationsfirma

einzusteigen. Nach zwei Jahren machte

er einen weiteren Karriereschub und stieg

in den Olymp der Top-Verkäufer auf. Sein

monatliches Einkommen stieg auf über

10.000 Euro. Aber der Exzess war nicht

weit: Alkohol und Überheblichkeit. Für

beides sollte er einen hohen Preis bezahlen.

Der Führerscheinentzug und Auszug

seiner Lebensgefährtin holten ihn

schmerzhaft in die Realität zurück.

Zu seinem Glück ließen Familie und

Freunde Boros nicht fallen. Sie redeten

ihm Mut zu, den nächsten Entwicklungsschritt

zu machen. Er hörte, dass viele erfolgreiche

Persönlichkeiten ähnliche Krisen

durchlebt hatten. Er ließ sich Bücher

empfehlen, die ihm bei seiner Entwicklung

helfen könnten. „Ich habe nie freiwillig

ein Buch gelesen. Aber mir war klar, dass

es ohne nicht ging. Ich besorgte mir auf

Empfehlung das Buch ‚Wie man Freunde

gewinnt’ von Dale Carnegie. Dieses Buch

sollte mein Leben verändern.“ Boros veränderte

seinen oberflächlichen Umgang

mit anderen Menschen. Während dieser

Phase lernte er seine Lebensgefährtin Marie

kennen. Und auch beruflich öffnete

sich eine neue Welt. Plötzlich arbeitete er

nicht mehr an seiner Manipulationstechnik,

sondern an seinem ehrlichen Umgang

mit Menschen. Er interessierte sich wirklich

für ihre Belange und verschaffte ihnen

echte Lösungen, statt ihnen Produkte aufs

Auge zu drücken. So brauchte er im Haustürgeschäft

nicht mehr dreißig Türen für

ein Gespräch, sondern drei.

Heute ist Boros nicht nur erfolgreicher

Verkäufer an der Haustür, er bringt es auch

anderen bei. Daraus ist sogar die Seminarreihe

„Door2Door Mania“ entstanden.

Verkäufer lernen dort, wie man sich vom

„blutigen“ Wettbewerb abhebt. Mit dem

Projekt „Energy Heroes“ will Boros junge

Menschen für den Energievertrieb interessieren.

„Es geht um das Zwischenmenschliche,

nur darauf kommt es an. Man darf

nicht mit einem plumpen Spruch sein

Produkt anpreisen. Daran hat niemand

Freude. Ich habe in den letzten zehn Jahren

genau die Punkte ausgemacht, auf die

es ankommt.“ Dazu sind bereits zwei Bücher

von Boros erschienen: „Dein Roter

Faden“ (das Buch gibt es auf philipp-boros.

de kostenlos) und „D2D Pro Guide“. Im

D2D-Energy Pro Online Coaching verrät

er mittlerweile all seine Geheimnisse und

Erkenntnisse. So macht Philipp Boros

sich auf den Weg, das Haustürgeschäft in

Deutschland wieder salonfähig zu machen.

Ding Dong!

ERFOLG magazin . Ausgabe 01/2018 . www.erfolg-magazin.de

67


Erfolg Magazin Dossier

GRATIS

ERFOLG MAGAZIN DOSSIER

Netzwerken wie ein Profi

Wie schaffe ich es, essen tielle

Kontakte zu knüpfen?

Mehrere Firmen erfolgreich zu betreiben

ist keine abstrakte Kunst, sondern eine

Frage der konkreten Systematik. Für viele

Unternehmer ist das Führen eines einzigen

Unternehmens bereits eine Qual,

weil sie in Selbständigen-Manier

agieren

und sich dadurch

Wachstumsgrenzen

setzen. Wie also ein System installieren,

das aus der Geld-gegen-Zeit-Falle, aus

dem ewigen Hamsterrad befreit?

Die Antworten darauf kennen die erfolgreichen

Mehrfachunternehmer Michael

Lamm und Daniel Krespach. Ihre L&K

Unternehmensgruppe teilt sich in vier

Unternehmen auf. Eines davon ist sogar

Marktführer in seiner Branche und 2017

Michael Lamm &

Daniel Krespach

als eines der 100 innovativsten Unternehmen

Deutschlands ausgezeichnet worden.

Der Erfolg der Fortschritt-Macher Lamm

und Krespach basiert auf einem System

– dem von ihnen entwickelten Unternehmer-Autopiloten


Das komplette E-Dossier finden Sie der auf alle Branchen

online unter www.Erfolg-Magazin.de übertragbar ist und

hohe Wirtschaftlichkeit

bei gleichzeitig maximaler unternehmerischer

Freiheit ermöglicht.

Geschätzt für ihre Effizienz und Fähigkeiten

haben die beiden Nischenhelden die L&K

Unternehmerschule ins Leben gerufen, um

zunächst ihr Geschäftskunden-Netzwerk

beim Schritt von Selbständigen zu Unternehmern

zu unterstützen. Die Chance, von

Erfolgreichen zu lernen und den unterneh-

Profis verkaufen heute anders

Kunden wollen nicht nur Produkte,

sondern auch Werte

Andreas Buhr

merischen Horizont

zu erweitern,

ergibt eine

große Nachfrage:

Mittlerweile

betreut die Lamm & Krespach

Unternehmer-Academy Firmeninhaber

diverser Branchen aus dem deutschsprachigen

Raum und vergibt die gefragten

Plätze in der L&K Unternehmerschule

nach einem Bewerbungsverfahren.

Doch um als Unternehmer den Durchbruch

zu schaffen, ist es nicht nur essentiell,

alle Bereiche im Blick zu behalten, auf denen

der Erfolg eines Unternehmens beruht

und Systeme zu implementieren, durch die

ein Unternehmen zum profitablen Selbstläufer

wird. Entscheidend ist ...

Der Vertrieb steht heute vor einem fundamentalen

Umbruch. Durch den digitalen

Wandel wird der Kunde vom passiven

Konsumenten zum aktiven Gestalter und

gut informierten Experten. Vergleichsangebote

von Wettbewerbern hat er ebenso

vorliegen wie Produktbewertungen aus sozialen

Netzwerken. Gewünscht wird kein

Angebot von der Stange mehr, sondern ein

maßgeschneidertes

Produkt.

Der Kunde will gefragt,

will gehört

werden und will sich beispielsweise aktiv

in die Gestaltung seines Produktwunsches

einbringen. Marktgeschrei und erst recht

falsche Versprechungen sind ihm zuwider.

Vor allem aber möchte er selbst entscheiden,

was er braucht und was er kauft oder

abschließt. Oder eben auch nicht! Unternehmen,

die im künftigen Wettbewerb bestehen

wollen, müssen ihre Kunden deshalb

zum richtigen Zeitpunkt mit dem richtigen,

mit den passenden Angebot ansprechen,

ihr Interesse wecken und sie überzeugen.

Der Hybrid-Vertrieb macht das

Verkaufsgespräch

Das komplette E-Dossier finden Sie nicht überflüssig.

online unter www.Erfolg-Magazin.de An Bedeutung gewinnt

dabei immer

mehr die Verbindung des Internets mit der

realen Welt, oder kurz: Der Hybrid-Vertrieb.

Auch hierbei ist der Kunde wieder

der Schrittmacher. Denn er ist sowohl offline

als auch online präsent und handelt

also hybrid. Er

recherchiert im

Netz und kauft

im Laden. Oder

eben umgekehrt.

Oder er bleibt

gleich online. Dadurch wird

das persönliche Verkaufsgespräch in Zukunft

gerade nicht überflüssig: ganz im

Gegenteil!

Der Mensch ist und bleibt gerade im digitalen

Zeitalter absolut erfolgskritisch.

Und der Mensch macht Geschäfte mit

Menschen. Vertrieb bleibt also persönlich,

bleibt menschlich und wird eher noch

individueller. Allerdings: Die Hardselling-Zeiten

sind vorbei, der reine Produktverkauf

ist tot. Es gilt ganz klar . . .

Bilder: Buhr, Lamm & Krespach

68 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2018 . ERFOLG magazin


Die Geheimnisse der Erfolgsunternehmer

Michael Lamm und Daniel Krespach

Wissen

So machst auch Du Dein Unter nehmen

zum profitablen Selbstläufer

Michael Lamm und Daniel

Krespach sind zwei junge

Unternehmer, die es

innerhalb von 10 Jahren

geschafft haben, mehrere

Unternehmen zu gründen, die inzwischen

auf Autopilot laufen. Das war von Anfang

an das Ziel, denn wenn vor lauter Arbeit

keine Zeit mehr bleibt, um mit dem

verdienten Geld die schönen Dinge des

Lebens zu genießen, wozu sollte sich ein

Unternehmer dann diesen Stress antun, so

die Überlegung der beiden.

Mehrere Firmen erfolgreich zu betreiben

ist keine abstrakte Kunst, sondern eine

Frage der konkreten Systematik. Gerade

Inhaber von Unternehmen mit bis zu

50 Mitarbeitern agieren oft in Selbständigen-Manier.

"Diesen Fehler haben wir

früher auch gemacht", bekennt Daniel

Krespach. "Doch so schafft man es nie, aus

dem Hamsterrad auszubrechen. Das haben

wir erkannt und daher angefangen, Systeme

zu implementieren, mit denen unsere

Unternehmen zu profitablen Selbstläufern

wurden", ergänzt Michael Lamm. Diese

ausgefeilten Systematiken sind auf Firmen

jeglicher Branchen übertragbar. Damit

unterstützt die Lamm & Krespach Unternehmer-Academy

inzwischen zahlreiche

Unternehmer dabei, noch erfolgreicher zu

werden.

Ihre vielen wertvollen Tipps

haben sie in ihrem ersten

Buch "Erfolgreich nichts

tun! Mache Dein Unternehmen

zum profitablen

Selbstläufer!" zusammengefasst.

Es wird Anfang des

Jahres 2018 erscheinen. Die

ersten 1000 Exemplare sind

kostenlos erhältlich unter

http://www.lamm-krespach.de/buch/

Coachings verhelfen den Kunden zum

Erfolg

Bei unseren Coachings und Seminaren

merken wir, dass unsere Herangehensweise

und unsere Fokussierung auf die Praxis sehr

gut ankommen. Unsere Kunden wissen es

zu schätzen, dass wir uns von klassischen

Unternehmensberatungen abheben, indem

wir nicht in theoretischen Überlegungen

verharren.

Das Besondere an unserer Lamm & Krespach

Unternehmer- Academy ist außerdem,

dass wir uns die Zeit nehmen,

wirklich intensiv mit allen unseren

Kunden zu arbeiten. Geschätzt für

ihre Effizienz und Fähigkeiten haben

die beiden Nischenhelden die

L&K Unternehmer-Ausbildung ins

Leben gerufen. Die Chance, von

Erfolgreichen zu lernen und den

unternehmerischen Horizont zu

erweitern, ergibt eine große Nachfrage:

Mittlerweile betreut die

Lamm & Krespach Unternehmer-Academy

Firmeninhaber diverser Branchen

aus dem deutschsprachigen Raum und

vergibt die gefragten Plätze in der L&K

Unternehmer-Ausbildung nach einem

Bewerbungsverfahren.

Mehr zur Lamm & Krespach Unternehmer-

Academy finden Sie unter

www.lamm-krespach.de

Michael Lamm und Daniel

Krespach helfen als erfolgreiche

Unternehmer

mit ihrer langjährigen

Erfahrung auch anderen

Unternehmern dabei, noch

erfolgreicher zu werden.

Netzwerken, um essentielle Kontakte zu

knüpfen

Kein Unternehmen steht allein auf dem

Markt. Gerade hier bewahrheitet sich die

alte Weisheit: Vitamin B(eziehung) schadet

nur dem, der es nicht hat. Doch diese

Netzwerk-Beziehungen kommen nicht

von allein, sie müssen aktiv geschaffen

werden. Beim L&K UNTERNEHMER-

TAG am Samstag, den 16. Juni 2018, um

19 Uhr in der Oberrheinhalle der Messe

Offenburg kannst Du zahlreiche inspirierende

Unternehmerpersönlichkeiten kennenlernen

und mindestens 30 neue, gewinnbringende

Geschäftskontakte knüpfen.

www.lamm-krespach.de/leistungen/

lk-unternehmertag

Bilder: Lamm & Krespach

ERFOLG magazin . Ausgabe 01/2018 . www.erfolg-magazin.de

69


Wissen

Männer

verstehen

Warum Frauen oft an

Männern vorbeireden

Kennen Sie das, liebe Frauen?

Sie haben den Kollegen schon

mindestens fünfmal gebeten:

„Kannst du bitte deine Kaffeetasse

spülen und aufräumen,

statt sie dreckig im Aufenthaltsraum

stehen zu lassen“, oder „Warum räumst du

deine Tasse nicht auf?“und schon wieder

steht das benutzte Geschirrteil, wo es nicht

hingehört. Oder: Ihre Abteilung bekommt

einen Auftrag, Sie machen nachweislich

zwei Drittel der Arbeit, aber der Herr Kollege

bekommt vom Chef das Lob für alles

und das Angebot, die Karriereleiter hochzusteigen.

Woher kommt das?

Die Lösung ist sehr einfach: Männer kommunizieren

einfach anders als Frauen. Natürlich

gibt es Männer, die recht weiblich

kommunizieren können,

ebenso wie viele

Frauen sehr männlich

kommunizieren

können, doch um

den Punkt zu verdeutlichen,

malen wir

die Lager einmal etwas

schwarz-weißer,

als sie sind. Frauen

versuchen mit ihrem

Gespräch, Beziehung

herzustellen und

Konsens zu finden.

Dabei bewegen sie

sich hierarchisch auf

einer Ebene. Männer

hingegen versuchen,

über ein Gespräch zu

klären, wo sie, senkrecht

gesehen, in der

Hierarchie stehen,

darüber hinaus diskutieren

sie vor allem

ziel- und lösungsorientiert. Emotionen und

Bedürfnisse werden in dieser Struktur allzu

oft als Schwäche interpretiert, deshalb auch

ungern darüber gesprochen.

Der Unterschied zwischen „Kannst du“

und „Würdest du“?

Wenn wie im vorigen Beispiel die Kollegin

nun fragt: „Kannst du…“, versteht der

Gesprächstipps für Frauen

Wenn Sie etwas mit „Mann“ klären

wollen, sollten Sie sich an folgende

Regeln halten:

• Bereiten Sie sich auf das Gespräch

vor und erinnern Sie sich daran,

stets strukturiert und zielorientiert

zu bleiben.

• Definieren Sie vor dem Gespräch ein

Ziel für sich, das Sie erreichen wollen.

• Ihre Bedürfnisse sind kein valides

„Ziel“ für ihn.

• Vermeiden Sie, sich breit über Ihre

Gefühle auszulassen.

• Handeln Sie klare Spielregeln aus,

schreiben Sie sie auf mit einer

Kopie für jeden Beteiligten.

Kollege: „Bist du überhaupt fähig…“, und

stellt auf stur, da er sich in seiner Position

angegriffen fühlt: „Die hat mir gar nichts

zu sagen!“ Formuliert besagte Dame die

Frage um in ein „Würdest du bitte…“, wird

diese Reaktion nicht

ausgelöst, da sie eine

Wahlmöglichkeit

enthält. Sie kann mit

Ja oder Nein beantwortet

werden. Der

Kaffeetassen-Benutzer

kann also entscheiden,

ob er der

Bitte nachkommen

möchte und wird das

in aller Regel auch

gern tun.

Mit „Warum tust

du...?“ nach dem Beweggrund

zu fragen

(auch sich selber)

löst immer Widerstand

aus und ist

hinderlich für ein erfolgreiches

Gespräch.

Der Gesprächspartner

wird auf die

Frage „Warum…“

immer mit einer Verteidigung seiner Position

reagieren und nicht bereit sein, seinen

Standpunkt betrachten zu wollen. Daher ist

eine Frage, die mit „Aus welchem Grund…“

beginnt, vorteilhafter und signalisiert dem

Gesprächspartner, dass Sie nicht nur einen

Vorwurf machen wollen, sondern an dem

wahren Grund seines Handelns interessiert

sind. Das Gespräch bleibt damit konstruktiv.

Der will doch nur spielen

Wenn Frauen in einem männlich strukturierten

System in der Hierarchie nach

oben klettern wollen, müssen sie sich auf

die männliche Art zu kommunizieren einlassen.

Männer sprechen oft davon, dass

sie „diese Runde gewonnen haben“, wenn

sie einen Auftrag vor der Konkurrenz ergattern

konnten, oder „der Punkt geht an

Dich“, wenn etwas zu ihren Ungunsten ausfiel.

Egal, morgen gibt es ein neues Spiel.

Wenn Sie als Frau ständig von männlichen

Kollegen attackiert werden, sollten Sie sich

also fragen, warum er das tut, ob er Sie vielleicht

als Bedrohung seiner Position sieht.

Als Frau gehen Sie schnell davon aus, die

Angriffe seinen persönlich gemeint. Verabschieden

Sie sich von diesem Gedanken!

Dabei können Sie auch gleich die Annahme

mit entsorgen, dass ein einzelner Gewinn

schon der Sieg wäre, oder dass er Ihnen die

Position schon kampflos überlassen wird,

wenn er erst einsieht, dass sie die Arbeit

besser machen. Sie haben nur die Wahl,

sich auf dieses zermürbende Spiel einzulassen

oder – wie viele Frauen es tun – es nicht

mitzuspielen und zu gehen.

Bianka Reichardt

Systemische Familienund

Traumatherapeutin,

Systemische Beraterin

und Autorin

Bilder:Depositphotos/Zoff-photo, privat

70 www.erfolg-magazin.de . Ausgabe 01/2018 . ERFOLG magazin


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