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Berner Kulturagenda 2018 N° 1

Berner Kulturagenda 2018 N°

DO 11. – MI 17.1.2018 1 / www.bka.ch Seite 3 Die Mahogany Hall feiert Jubiläum: Seit 50 Jahren spielt an der Aare die Musik Am Theater Orchester Biel Solothurn ist Max Frischs «Biedermann und die Brandstifter» zu sehen Pegelstand, Kolumne von Sibylle Heiniger Seiten 4 bis 11 Agenda, Ausstellungen und Kino Seite 12 Der Kostümbildner von «Malina» bei Konzert Theater Bern im Interview Das Schlachthaus Theater feiert Jubiläum: Seit 20 Jahren ist es das Berner Zentrum der Freien Szene Pippo Pollina kommt mit neuem Album in die Alte Moschti Drei Klassiktipps in der Übersicht Regula Mathys-Hänggi Hier kreucht und fleucht die Kunst Auf zum Spaziergang ans Berner Galerien-Wochenende durch die Stadt: In der Galerie Muster-Meier etwa sind flüchtige Bilder von Mahssa Askari zu sehen, in der Galerie Kunstreich detailverliebte Werke von Regula Mathys-Hänggi (Bild). 3 Money matters TICKETS «Voller Kraft» ZVG Kulturtipps von Matthias Guggisberg Der Grafiker Matthias Guggisberg ist Sänger der Berner Band Bright November. Mit ihrem frischen Erstling «In This Together» haben die vier Jungs es schon zum «SRF Best Talent» gebracht. Live zu hören sind die melodiösen Indierocker im ISC in Bern (Do., 11.1., 22 Uhr). Machen Sie den ersten Satz: 2018: Ich nehm’ dich! Und was soll der letzte sein? Ich mach’ nie Schluss. Ich geh’ immer weiter! Wohin gehen Sie diese Woche und wozu? 1. Am Fr., 12.1., in die Vidmarhallen in Elmar Goerdens Stück «Die Irrfahrten des Odysseus» (19.30 Uhr). Weil ich es liebe, danach noch tagelang über solche abstrakten Darstellungen zu sinnieren. 2. Am Sa., 13.1., spielen Carrousel im Bierhübeli (19.30 Uhr). Mit Chansons de la Welschschweiz ins neue Jahr starten: Das gönn’ ich mir! 3. Am So., 14.1., in der Cinématte die Doku «I, Claude Monet» schauen (16.30 Uhr). Und über Monets Gemälde schreibe ich dann am Abend spät noch tausend Liedzeilen. Die Daten fliessen, derweil stockt es beim Zwischenmenschlichen. Cyril Schäublins Spielfilmdebüt «Dene wos guet geit» läuft im Kino Rex. Das einzig Farbige in dieser Kulisse sind die herbstlichen Baumkronen. Hier ist es sauber, still, sicher. «Dene wos guet geit» zeichnet Silhouetten an Nicht-Orten. Eine Sicht in das Seelenleben der Figuren bleibt versperrt. Meist bewegen sich diese am Bildrand und sind abgeschnitten, über ihnen kein Himmelblau, sondern fahle Betonbauten. Beobachtet wird die junge Alice, die in einem Callcenter arbeitet und sich die Nummern von dort zunutze macht, um betagten Leuten Geld abzuluchsen. Verwoben ist diese Geschichte mit diversen Nebensträngen, die allerdings nicht zur Spannungserzeugung dienen. Vielmehr wird Mani Matters «Dene wos guet geit» visualisiert. Denjenigen, denen es weniger gut geht, werden Antidepressiva verschrieben. Entkoppelte Beziehungen Alles dreht sich um Zahlen und ums Bezahlen. Kultur ist den Menschen sprichwörtlich abhandengekommen: Den Figuren fehlen die Worte für Filme oder Ausstellungen, die sie vor Kurzem gesehen haben. Ohne Musik, mit strenger Bildkomposition und wenigen Schnitten dokumentiert der Zürcher Cyril Schäublin vom Internet navigierte Lebenswege. Im Stil der Berliner Schule – der Regisseur studierte an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin – wird unser Zeitgeist gespiegelt, in dem mehr auf den Bildschirm als ins Gesicht des Gegenübers geschaut wird. In dieser kabellosen Welt ist auch das Zwischenmenschliche entkoppelt. Marie Gfeller Kino Rex, Bern Premiere in Anwesenheit des Regisseurs: Do., 11.1., 20.30 Uhr www.rexbern.ch Wir verlosen 2 × 2 Tickets: tickets@bka.ch Bildschirme dominieren den Alltag der Callcenter-Mitarbeiterin Alice (Sarah Stauffer) in der Peripherie von Zürich. Seeland Filmproduktion In der Reihe «Forum Kammermusik» sind Werke aus dem 19. Jahrhundert von Schumann, Schubert und Debussy zu hören. Als ein «Werk voll Kraft und Frische» beschrieb Clara Schumann das Klavierquintett in Es-Dur ihres Mannes Robert Schumann. Diese kammermusikalische Komposition aus dem Jahr 1843 hat in der Musikgeschichte gar eine evolutionäre Bedeutung: Sie gilt als die erste Tonschöpfung, die ein Streichquartett offiziell durch eine Klavierstimme erweitert hat. Am Konzert «Quartett und Quintett» in der Reihe «Forum Kammermusik» schliesst sich die japanische Pianistin Hiroko Sakagami mit dem Westschweizer Streichquartett Quatuor Sine Nomine zusammen. Teuflisch schwierig Zwei weitere Werke schmücken das Abendprogramm: das Adagio und Rondo Concertante in F-Dur von Franz Schubert und das Streichquartett in g-Moll von Claude Debussy. Über Letzteres soll ein Kritiker gesagt haben, dass es «teuflisch schwierig» sei. Dieser Herausforderung scheint das Streichquartett gewachsen zu sein, vereint es doch gemäss «NZZ» «die Ernsthaftigkeit der Vorbereitung, die Präzision des Zusammenspiels und die Ruhe der Überzeugungskraft». Stephan Ruch Tertianum-Bellevuepark, Thun Sa., 13.1., 17 Uhr Yehudi Menuhin Forum, Bern So., 14.1., 17 Uhr www.forumkammermusik.ch