Patchwork Professional 01/2018

partnermedienverlag

Seit nun schon mehr 10 Jahren befasst sich das Patchwork Professional intensiv mit den Themen Quilt & Textilkunst. Das Heft erscheint 4x im Jahr. Wir möchten unseren Lesern nicht nur weiterführende Informationen zur vielseitigen Textilkunstbranche bieten sondern auch inspirieren und Anregungen zum Experimentieren geben. Außerdem stellen wir neue Techniken sowie Materialien vor und präsentieren Werke von ausgesuchten Künstlern. Das Patchwork Professional ist sowohl für Fortgeschrittene als auch für Profis geeignet. Zahlreiche Workshops und Projekte laden zum Nacharbeiten ein. Hier werden nicht nur neue Techniken Schritt-für-Schritt erklärt, sondern auch ein Mystery Quilt aus mehreren Teilen gemeinsam von Ausgabe zu Ausgabe genäht.

PARTNER Medien Verlag

PATCHWORK PROFESSIONAL

Quilt- & Textilkunst

PATCHWORK

PROFESSIONAL 01/2018

7

kreative

Projekte &

Workshops

Aktuelle Informationen

rund um das Thema

Patchwork und Quilten

Deutschland 9,90 €

A: 10,90 € · CH: 15,90 SFr · BeNeLux: 11,50 €

F/E/I/SK: 13,50 € · FIN: 13,90 € · DK:105 DKr

· S: 120 SKr

spektakuläre Quilts Workshops Interessante Techniken zum Experimentieren

53

PORTRAIT ..

LESLIE GABRIELSE

Komponiert Stoffe

zu textilen Bildern

MODERN CHALLENGE

OF TECHNIQUES

– Teil-3

Diesmal applizieren wir!

INTERVIEW AMELIA LEIGH

„Ich folge meiner Idee, wo

immer sie mich hinführt.“

KAREN PONISCHIL

Künstlerportrait

ANN WASSERMAN

Tipps zur Reparatur antiker Quilts

DAS UDHR PROJEKT

schützt die Menschenrechte

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6 24

28

36

INhALT

INTERVIEWS & PORTRÄTS

6 Interview: Leslie Gabriëlse

Mischt Stoffe wie Farben zu eindrucksvollen Bildern

16 Ann Wasserman

In jedem antiken Quilt steckt ein Geheimnis

24 UDHR Quilt-Projekt

Globale ‚Craftivismus’-Arbeit zur Allgemeinen

Erklärung der Menschenrechte

28 Künstlerporträt Karen Ponischil

“I’ll never be a quilter!”

36 Stoff trifft Raum

Neuigkeiten über die Ausstellung

der Network Quilters

42 20 Jahre Quilt Et Textilkunst in München

Interview mit Christine Köhne

48 Projekt Sieben / 12

Wenn es mehr wird als ein Hobby

58 Sabi Westoby

Neue Serie, neues Skizzenbuch

64 Mein Lieblingsquilt

Mirjam Pet-Jacobs, Social Community 5

66 Amelia Leigh

„Ich folge meiner Idee, wo immer sie mich hinführt“

76 Tipps für Trips

Neue Stoffe im Textilmuseum St. Gallen

4

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66

16

58 12 48

PROJEKTE, TIPPS &

WORKSHOPS

12 Modern Challenge of Techniques

Mystery-Teil-03 von Anke Wechsung

37 Soloprint - ein Stoff zum Spielen

Von Arlette Schnabl

39 Kleines 3-D-Objekt

Von Anita Lang

44 Jubiläumsquilt

Von Sandra Lindner

30 Miniquilt

Von Martina Wahl

53 Kindersinfonie

Vom Monika R. Fischer

Titelthema in Rot

RUBRIKEN

3 Editorial

34 Neues von der NADELWELT

56 Das Fachgeschäft in Ihrer Nähe

72 News

74 Leserforum

80 Termine

81 Impressum

82 Schablonen

83 Vorschau

4 AUSGABEN +

HOCHWERTIGE PRÄMIE

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im Abonnement – inklusive Sparvorteil!

Mehr Infos dazu auf Seite 46-47.

Titelbild: Porträt Ryan Abbott von Leslie Gabriëlse

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PORTRäT LEsLIE GAbRIëLsE

Hip-4, 60 x 45 cm

Kommerzielle Stoffe, Linolschnitt, Acrylfarbe und Kreuzstich

an immer schon von vielen Stoffen umgeben

war, genauso wie dem Surren

einer Nähmaschine. Denn meine Mutter

war Modedesignerin. So konzentrierte ich

mich auf Handarbeiten, Siebdruck und die

Oberflächengestaltung, die von jetzt an auf

meinem Lehrplan standen. Ich fühlte mich

immer schon mehr von der taktilen Struktur

der Stoffe angezogen als von der bei der

klassischen Malerei verwendeten Ölfarbe.

Obwohl mein Medium der Stoff ist, nenne

ich mich, wenn mich jemand nach meiner

Berufsbezeichnung fragt, einen Maler, der

immer mit der Interpretation zwischen

Material und Illusion spielt. Ich sehe mich

als fleißigen Künstler, der immer noch mit

großer Leidenschaft seinen eigenen Weg

geht.

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PORTRäT LEsLIE GAbRIëLsE

Garden 1, 160 x 205 cm

Was mich interessierte und immer noch

interessiert, ist die immens große Auswahl

an Mustern und Motiven und die

unterschiedlichen Texturen von handelsüblichen

Stoffen. Ein weiterer Aspekt der

Studienwahl war die Möglichkeit, so in der

kommerziellen Welt der Kunst arbeiten zu

können.

Wenn ich mit einer neuen Arbeit anfange,

kritzle ich zunächst einfach ein wenig

herum. Dann entsteht auf einmal eine Idee,

die ich dann näher verfolge. Mit Bleistift

zeichne ich mir eine ungefähre Skizze, nur

die groben Konturen und berücksichtige

meine ungefähre Vorstellung, welche

Farben ich verwenden möchte. Aber letztlich

improvisiere ich bis zum Ende der fertigen

Arbeit. Die Zeichnung hält nur meine Idee

fest. Eine detaillierte Zeichnung übertrage

ich in ungefährer Originalgröße auf einen

transparenten Stoff, den ich über den

Hintergrund aus Gaze hänge. Dann fange ich

an, große Stoffstücke zuzuschneiden.

Skizze Garden 1, 16 x 21 cm

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PROJEKT MYsTERY

Fotos und Zeichnungen: Anke Wechsung

Mariner‘s Compass Block

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PROJEKT MYsTERY

Modern Challenge of Techniques

– Teil 3 –

Wir begrüßen Sie zum dritten Teil unseres Mystery-Projektes! Auch diesmal stellt uns Frau Wechsung von

patch-yard.de eine interessante Technik vor.

Wenn Sie fleißig mitgearbeitet haben, sollten Sie mittlerweile wunderschöne Hintergrundblöcke (siehe

PP-03-2017) und einen Solitärblock (siehe PP-04-2017) aus dem Farbschema Ihrer Wahl vorliegen haben.

Vielleicht haben Sie es sich schon erhofft

oder befürchtet: Im dritten Teil wollen

wir uns mit dem Thema Applikation

beschäftigen. Viele Quilter versuchen

Applikationen zu vermeiden, weil sie diese

für sehr aufwändig halten oder schon

einmal daran verzweifelt sind. Geben Sie

sich einfach einmal die Chance, sich an

dieser vergleichsweise einfachen Art der

„Raw Edge Application“, der Applikation mit

„rohen Kanten“ zu versuchen.

Hierbei werden die zu applizierenden Teile

erst mit Vliesofix auf dem Untergrund fixiert

und dann von Hand oder mit der Maschine

umnäht. Anders als bei der „Needle Turn

Appliquée“-Methode ist es hier recht

einfach spitze Winkel auszuarbeiten. Haben

Sie also ein wenig Mut und widmen Sie sich

nach Frau Wechsungs Anleitung dieser

spannenden und vielseitigen Technik.

Zunächst stellen wir den Solitär-Block und

die Hintergrund-Blöcke zur Quiltmitte

zusammen. Orientieren Sie sich hierfür

an den Fotos, die Frau Wechsung von

Ihrer Design-Wand zur Verfügung gestellt

hat. In der letzten Ausgabe standen zwei

verschiedene Solitär-Blöcke zur Auswahl. Je

nachdem, für welchen Sie sich entschieden

haben, folgen Sie jetzt der entsprechenden

Anleitung.

Mariner’s-Compass-block

Der Mariner’s-Compass-Block ist nach

dem Nähen ein wenig kleiner als die

Hintergrundblöcke. Messen Sie alle Blöcke

aus und fügen Sie ringsherum an den

Mariner’s-Compass-Block Streifen aus

den Hintergrund-Stoffen, um diesen auf

das gleiche quadratische Maß wie Ihre

Hintergrund-Blöcke zu bringen. Frau

Wechsung hat in diesem Beispiel vier

verschiedene Stoffe verwendet.

Aquamarin-block

Der Aquamarin-Block wird zunächst mit

Dreiecken zu einem Viereck ergänzt.

Schneiden Sie hierzu aus beliebigen Hintergrundstoffen

zwei Rechtecke à ca. 15 x

20 cm und teilen diese je einmal diagonal

in vier Dreiecke. Achten Sie darauf, dass

Sie die diagonalen Schnitte in den Rechtekken

jeweils in entgegengesetzter Richtung

führen. Fügen Sie die Dreiecke oben und

unten an den Aquamarinblock an, sodass

ein Rechteck entsteht. Ergänzen Sie das

Rechteck links und rechts, sowie oben und

unten mit Hintergrundstoffen, sodass es

der Größe von 2 Hintergrundblöcken entspricht

– in Frau Wechsungs Beispiel entspricht

das einem Maß von 38,5 x 75,5 cm

inkl. Nahtzugaben. Überprüfen Sie bitte

hierzu das genaue Maß Ihrer eigenen Hintergrund-Blöcke.

Aquamarin-Block

Legen Sie die Blöcke nach Belieben zusammen.

Frau Wechsung hat den jeweiligen

Solitär-Block mittig platziert und die

Hintergrund-Blöcke ringsherum angeordnet.

Bei der Variante Mariner‘s Compass

sind die Hintergrund-Blöcke alle in gleicher

Ausrichtung platziert, während bei der Variante

Aquamarin die Hintergrund-Blöcke

in verschiedene Richtungen ausgerichtet

sind. Die gleichen Hintergrundblöcke erzeugen

hier vollkommen unterschiedliche

Effekte. Probieren Sie auch gerne Ihre

eigene Variante mit einer außermittigen

Platzierung des Solitär-Blockes.

Für die Applikationen hat Frau Wechsung in

beiden Beispielen Formen ausgewählt, die

sich in den Solitär-Blöcken wiederfinden.

Durch den Einsatz unterschiedlicher

Größen in den verschiedensten Farben

lassen sich wunderschöne Effekte erzielen.

Die verwendeten Motive finden Sie auf

Seite 82 – wir freuen uns aber auch auf Ihre

eigenen Ideen… werden Sie gerne selber

kreativ!

Tipp: Die herausgetrennten Papierschnipsel

der Nähvorlage bei den Solitär-Blöcken

eignen sich auch als Schablonen für die

Applikationsmotive

Die Blöcke zunächst noch nicht zusammennähen

– es ist einfacher Applikationen

aufzubringen, wenn nur kleine Einheiten

bearbeitet werden. Folgen Sie der nachfolgenden

bebilderten Anleitung.

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INTERvIEw ANN wAssERMAN

Something From Nothing - Gas Giant, 78 x 44 Inch

Dekostoffe, gefundene Metallteile und Perlen

wohl für die damalige Zeit noch etwas sehr Ungewöhnliches,

dass man dafür eine eigene Berufsbezeichnung verwendete.

und Harriet Cobb, die Ärztin – beide verwitwet – waren übrigens

die Einzigen, die einen „Männerberuf“ ausübten. Besonders die

41 Jahre alte Harriet hat mich sehr beeindruckt. Sie arbeitete

Vollzeit als Ärztin und in ihrem Haushalt lebten außerdem noch

ihre Mutter, zwei jüngere Brüder, zwei Schwestern, sieben Mieter

und zwei Bedienstete.

Jeder Quiltblock auf diesem Quilt steht für eine eigene

spannende Geschichte.

Das kannst du laut sagen. Ich habe so viele lustige Sachen

gefunden. Meine Lieblings-Berufsbezeichnung: Näher an der

Nähmaschine. Da wollte ich natürlich unbedingt wissen, wer

das war. Es hat mich einige Zeit gekostet, es war nicht recht

eindeutig, wer der „Näher an der Nähmaschine“ war. Auf der

Suche nach den Mitbewohnern von David und Sarah Wiley

stellte sich heraus, dass sowohl Sarah als auch David zum

zweiten Mal verheiratet waren und einige Kinder, die im Haus

der beiden lebten, noch den Nachnamen von Sarahs Mann aus

erster Ehe trugen. Auf dieser Suche bin ich dann irgendwann

auf eine Susan Wiley gestoßen, die zusammen mit ihren zwei

kleinen Töchtern in Lynnfield bei Davids Eltern wohnte. Wohl

die junge Witwe von einem von Davids Brüdern. Und diese

Susan wusste, wie man mit einer Nähmaschine nähte! Das war

Was ist Deine Lieblingsgeschichte, die Du bei Deiner Recherche

gefunden hast?

Jede Geschichte ist für sich sehr interessant. Aber wohl die

beste ist die von Henry und Jane Osborn. Henry ist 1859 im

Alter von 18 Jahren aus England ausgewandert. Er hat Elizabeth,

die manchmal auch mit ihren zweiten Namen Jane verzeichnet

ist, geheiratet. Die Ehe blieb kinderlos. Elizabeth Jane verstarb

1900 in Cornwall / England. Ich vermute während eines Besuchs

bei Henrys Familie. 1903 hat Henry wieder geheiratet, die

Dame hieß ebenfalls Elizabeth, Elizabeth D. Thomas, geborene

Hawkins. Auch für sie war es die zweite Ehe. Aus ihrer ersten

Ehe mit John Thomas gingen sieben Kinder hervor. Als Witwe

lebte sie 1900 in Boston bei ihrem verheirateten Sohn und

seiner Familie. Als Henry und Elizabeth 1903 heirateten war

sie 63 und Henry 73 Jahre alt! Aus den Ergebnissen, die bei der

Volkszählung 1910 entstanden sind, ging hervor, dass Henry

sich nun zur Ruhe gesetzt hatte und er und Elizabeth drei junge

Mieter bei sich aufgenommen hatten. Die Mieter waren im Alter

von 14, 13 und 9 Jahren und hatten alle den Nachnamen Russell,

wahrscheinlich Geschwister. Es könnten die Kinder von einer von

Elizabeths verheirateten Töchtern sein. Die Nachforschungen

erwiesen sich als extrem schwierig. Henry starb 1914 in

Melrose, ich habe ein Bild des Grabsteines gefunden. Er

wurde bei seiner erste Frau Elizabeth Jane beerdigt. Ich hoffe

seine zweite Frau wurde bei ihrem ersten Ehemann begraben.

Was machst Du jetzt mit all diesen Informationen?

Ich bin gerade dabei mir zu überlegen, wie ich diese ganzen

Informationen am besten präsentieren kann. Ein kleines Buch

vielleicht und / oder dazu eine Ausstellung. Eine Vortragsreihe

über die einzelnen Geschichten, die sich in diesem Quilt versteckt

haben? Im Moment arbeite ich mit Historikern zusammen,

die ebenfalls die Geschichte der Stadt Melrose erforschen.

Im Dezember 2018 werden wir den Quilt erstmals in seiner

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uDhR

Das uDhR Quilt Project

Das „UDHR Quilt Project“ ist eine globale und gemeinschaftliche „Craftivismus“-Arbeit, um auf die Allgemeine

Erklärung der Menschenrechte (Universal Declaration of Human Rights - UDHR) aufmerksam zu machen. Jeder

der 30 Artikel zum Schutze der Menschenrechte wurden gestickt und anschließend zu einem Wandbehang

zusammengefügt, um so auf die auch in unserem Land immer noch nicht vollständig eingehaltenen Rechte

eines jeden aufmerksam zu machen. Ein weiteres Ziel dieses Projekts ist es aufzuzeigen, auf wie viele

verschiedene Arten die Menschenrechte weltweit verletzt werden, sowie für Bewusstsein und finanzielle

Mittel für die UNHCR (Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen) zu sorgen.

Fotos: Mit freundlicher Genehmigung von UDHR Quilt Projekt

Janine Heschl, Österreich – Artikel 18:

Jeder Mensch hat Anspruch auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht umfasst die Freiheit, seine Religion oder seine

Überzeugung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Überzeugung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, in der

Öffentlichkeit oder privat, durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Vollziehung von Riten zu bekunden.

Ins Leben gerufen wurde dieses Projekt 2017 von den beiden

Organisatorinnen Stephanie Dunlap (Phoenix, USA) und Tal

Fitzpatrick (Melbourne, Australien). Am Anfang hofften sie, dass

überhaupt 30 Stickkünstler zusammenkommen würden, die sich

bereit erklären würden, ihre Zeit für diese Zusammenarbeit zu

investieren. Die Idee dahinter war, dass jeder Künstler einen Artikel

der Menschenrechtsdeklaration stickt und diese gestickten Blöcke

dann zu einem großen, gequilteten Wandbehang zusammengefügt

werden.

Die Sorge der Organisatoren war völlig unbegründet, die Resonanz

auf die Ausschreibung (lediglich geteilt auf Facebook und Instagram)

war enorm, innerhalb einer Woche hatten sich so viele Künstler

angemeldet, dass man sofort beschlossen hat, vier statt nur einen

UDHR-Quilt entstehen zu lassen. So musste viermal jeder Artikel

der aus 30 Artikeln bestehenden Deklaration in Form eines Blockes

gestickt werden, um die benötigte Anzahl von 120 Blöcken zu

erhalten. Die Größe von A4 war vorgegeben. Die Künstler wurden

dabei aufgefordert die Artikel in ihrer Muttersprache zu sticken und

ihre Blöcke zu benutzen, um ein Licht auf die Missstände in ihrem

eigenen Land zu werfen oder aber auch die Erfolge jener zu feiern,

die sich weltweit für Menschenrechte und Gleichberechtigung

eingesetzt und gekämpft haben.

Insgesamt haben über 130 Künstler an diesem Projekt mitgearbeitet.

Manche von ihnen haben erst mit dem Sticken

begonnen, viele üben das Sticken als Hobby aus und einige sind

professionelle und ausgebildete Kunstschaffende. Die an dieser

Arbeit beteiligten Künstler stammen aus über 22 verschiedenen

Ländern, repräsentieren über 41 verschiedene Nationalitäten und

sind im Alter zwischen 19 und 62 Jahren. Während sich die Mehrheit

der teilnehmenden Künstler als Cis-Frauen (Cis-gender: die

Geschlechtsidentität stimmt mit dem bei der Geburt zugewiesenen

Geschlecht überein) identifiziert, erkennen sich einige Künstler

als lesbisch, queer, geschlechtsneutral und genderqueer an, einschließlich

einem männlichen queer-Künstler.

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PORTRäT KAREN PONIsChIL

I’ll never be a quilter!”


Diesen Satz sagte die amerikanische Quilterin Karen Ponischil vor langer Zeit zu ihrer Schwester.

Heute ist sie der Meinung: Sag niemals nie!

Fotos: Karen Ponischil

Scent of the South, 15 x 14 Inch

Der Hauptgrund, warum ich dann doch

angefangen habe mit dem Quilten, war meine

Schwester. Sie hat mich damals ermutigt,

sie zu den monatlich stattfindenden Treffen

ihrer Quilt-Gilde zu begleiten. Treffender

ausgedrückt: Sie hat mich genötigt. Trotzdem

bin ich ein ganzes Jahr lang, jeden Monat,

mit meiner Schwester dort hingegangen.

Ich mochte die anderen Frauen in der

Gruppe, die mich immer überaus freundlich

aufgenommen haben, und so musste meine

Schwester mich bald nicht mehr überreden

sie zu begleiten. Und dann eines Tages stellte

ein Quiltkünstler seine Werke vor. Die Motive

seiner Arbeiten waren alles übergroße Blüten.

Das hat mich so inspiriert, dass ich es kaum

erwarten konnte, meine eigenen übergroßen

Blüten zu entwerfen. Aber erst einmal habe

ich mehrere Anfängerkurse im örtlichen

Quiltshop und bei der Gilde absolviert. Die

Quiltladies waren die witzigsten Menschen,

die ich jemals in meinem Leben getroffen

habe, und somit hatte ich unendlich viel Spaß

beim Lernen. Das Wichtigste, was ich gelernt

habe, ist, dass Quilten nicht nur etwas für

Omas ist. Ich hatte meine Gruppe gefunden

und hing an der Angel.

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PORTRäT KAREN PONIsChIL

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Madonna, 11 x 17 Inch

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Karlsruhe

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für HANDARBEITEN

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Ted Storm

„Quilts of Beauty“

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des National Quiltmuseum, USA

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Karlsruhe

Ted Storm auf der

NADELWELT erleben

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AUF EINEN BLICK

AUF EINEN BLICK

2018

04. bis 06.

04. bis 06.

2018

Mai

Veranstaltungsort:

Messe Karlsruhe Messeallee 1,

76287 Rheinstetten

Öffnungszeiten:

Veranstaltungsort:

Freitag & Samstag 10.00 – 18.00 Uhr

Veranstaltungsort:

Messe Karlsruhe Messeallee 1,

Sonntag 10.00 – 17.00 Uhr

Messe 76287 Rheinstetten

Karlsruhe Messeallee 1,

76287

Kartenvorverkauf

Rheinstetten

unter:

Öffnungszeiten:

tickets.nadel-welt.de

Öffnungszeiten:

Freitag & Samstag 10.00 – 18.00 Uhr

Freitag Sonntag Immer aktuell

& 10.00 Samstag

informiert: – 17.00 10.00 Uhr – 18.00 Uhr

Sonntag

www.facebook.com/NADELWELT

Kartenvorverkauf 10.00 – 17.00 unter: Uhr

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AUF EINEN BLICK

AUF EINEN BLICK

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HOCHKLASSIGE

INTERNATIONALE KUNSTLER & GRUPPEN

• Network Quilters

• HOCHKLASSIGE

Ted Storm

• Cas Holmes


• Sieben/12

• Deutsch-Afghanische Network Quilters Initiative e.V.

• Annette Ted Storm Bamberger

• Textil Cas Holmes Hoch 3

• Monika Sieben/12 Neumann/Heike Rüeck

• farbSTOFF Deutsch-Afghanische Initiative e.V.

• FreiScherler Annette Bamberger

• WQC Textil Hoch 20173

• Janine Monika Heschl Neumann/Heike Rüeck

• Birgit farbSTOFF Schüller

• Gillian FreiScherler Travis

• Quilt WQC around 2017 the World feat.

Janine

Heidemarie

Heschl

Mönkemeyer


• Birgit Schüller

• Gillian Travis

:

Mai


Art Quilt Harbour


Limeria Textilkunst Hamburg


Geta Gramma



Hanne Rohlfs


Anke Art Quilt Pradel-Schönknecht

Harbour


Roter Limeria Faden Textilkunst Hamburg


Veronika Geta Gramma Schlüsselburg


Isabelle Hanne Rohlfs Wiessler/Elisabeth Nacenta-de la Croix


Patchworkgruppe Anke Pradel-Schönknecht Karlsruhe


Swiss Roter Faden Silkers


Art Veronika Quilt Award Schlüsselburg 2017


arTTex Isabelle Wiessler/Elisabeth Nacenta-de la Croix


Jana Patchworkgruppe Sterbova Karlsruhe


Wiebke Swiss Silkers Maschitzki


Rita Art Quilt Dijkstra Award 2017


John arTTexKubiniec


Jana Sterbova


Wiebke Maschitzki


Rita Dijkstra

INTERNATIONALE KUNSTLER & GRUPPEN

• Quilt around the World feat.

Heidemarie Mönkemeyer

2-seitige_Promo2018_TS_210x280.indd 2 20.11.17 14:53

:

:


John Kubiniec

2-seitige_Promo2018_TS_210x280.indd 2 20.11.17 14:53

: :

Ha

Ha

2-seitig

2-seitig

2-seitige_Promo2018_TS_210x280.indd 2 20.11.17 14:53

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2-seitig


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UBER 65 SPANNENDE KURSE & WORKSHOPS ZUR WAHL

UBER 65 SPANNENDE KURSE & WORKSHOPS ZUR WAHL

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Anleitung Von

UBER einer halben namhafter 65 Stunde

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die NADELWELT Karlsruhe für alle Interessierten etwas passendes an.

Anleitung namhafter und erfahrener Kursleiter können Sie auf der NADELWELT Karlsruhe selbst aktiv werden.

Neben den hier aufgelisteten KursleiterInnen bieten einige der Aussteller auch spontane Mitmach-Kurse an.

Neben

Von einer

den hier

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Stunde zum

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einer neuen

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Technik

der Aussteller

oder eines

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Materials

Mitmach-Kurse

an einem

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Händlerstand

bis zu Ganztageskursen als Intensivlehrgang in einem abgetrennten Raum auf der separaten Konferenzebene bietet

Mit dabei sind:

Mit die

• dabei NADELWELT

Anne Lange sind: Karlsruhe für alle Interessierten etwas passendes an.

• Jutta Hufnagel

Neben

• Anne Brunhilde den

Lange

hier Scheidmeir aufgelisteten & Fritz Jeromin KursleiterInnen bieten einige der • Jutta Ricarda Aussteller Hufnagel Aßmann auch spontane Mitmach-Kurse an.

Mit • Brunhilde dabei sind:

Claudia Nimmrichter Scheidmeir & Fritz Jeromin

• Ricarda Karen Ackva Aßmann

Mit • dabei Claudia Emer • Anne Fahy sind: Lange Nimmrichter

• Karen Judy • Jutta Coates Ackva Hufnagel Perez


Emer Gabriele • Brunhilde

Anne Fahy Lange Schultz-Herzberger

Scheidmeir & Fritz Jeromin


Judy Monique • Ricarda

Jutta Coates Hufnagel Gabriel Aßmann Perez


Gabriele Birgit • Claudia

Brunhilde Schüller Schultz-Herzberger

Nimmrichter

Scheidmeir (für Handi & Fritz Quilter) Jeromin


Monique Heide • Karen

Ricarda Ulbrecht Ackva

Aßmann Gabriel


Birgit Denise • Emer

Claudia Schüller Best Fahy

Nimmrichter & Patricia (für Handi Bussemeier Quilter) (für Handi Quilter)


Heide Silke • Judy

Karen Bosbach Ulbrecht Coates Perez

Ackva


Denise Isabelle • Gabriele

Emer Fahy Best Wiessler Schultz-Herzberger

& Patricia Bussemeier (für Handi Quilter)


Silke Uta • Monique

Judy Lenk Coates Bosbach Gabriel

Perez


Isabelle DalinSali • Birgit Schüller

Gabriele Wiessler Schultz-Herzberger

- Christine (für Küchel Handi Quilter) (für Juki)


Uta John • Heide

Monique Lenk Kubiniec Ulbrecht

Gabriel


DalinSali Juliette • Denise

Birgit Schüller Eckel Best - Christine & Patricia

(für Handi Küchel Bussemeier

Quilter) (für Juki) (für Handi Quilter)


John Barbara • Silke

Heide Kubiniec Bosbach

Ulbrecht Hertel


Juliette Kasia • Isabelle

Denise Hanack Best Eckel Wiessler

& Patricia Bussemeier (für Handi Quilter)


Barbara Gillian • Uta Lenk

Silke Bosbach Travis Hertel


Kasia Petra • DalinSali

Isabelle Susanne Hanack - Christine

Wiessler Fritz Küchel (für Juki)


Gillian Anke • John

Uta Lenk Pradel-Schönknecht

Travis Kubiniec


Petra Ulrike • Juliette

DalinSali Susanne Gronert Eckel

- Christine Fritz Küchel (für Juki)


Anke Allison • Barbara

John Kubiniec Pradel-Schönknecht

Richter Hertel


Ulrike Janine • Kasia

Juliette Gronert Heschl Hanack

Eckel


Allison Britta • Gillian

Barbara Pandel-Rood Richter Travis

Hertel


Janine • Petra

Kasia Hanack Heschl Susanne Fritz


Britta • Anke

Gillian Pandel-Rood Pradel-Schönknecht

Travis

• • Ulrike Gronert

Petra Susanne Fritz

• • Allison Richter

Anke Pradel-Schönknecht

• • Janine Heschl

Ulrike Gronert

• • Britta Pandel-Rood

Allison Richter


Janine Heschl


Britta Pandel-Rood

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UBER 65 SPANNENDE KURSE & WORKSHOPS ZUR WAHL

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vORbEREITuNG EINER AussTELLuNG

stoff trifft Raum

– eine Ausstellung im werden

In unserer kleinen Serie möchten wir die NETWORK QUILTERS bei der Vorbereitung ihrer neuen Ausstellung

„Stoff trifft Raum“ begleiten. In der Ausgabe (PP-02-2017) haben sich die einzelnen Mitglieder vorgestellt und

über erste Gedanken zum Thema und deren Umsetzung berichtet. Heute möchten wir von Anita Lang und

Arlette Schnabl wissen, wie sich ihre ersten Ideen weiterentwickelt haben.

Fotos: Anita Lang und Arlette Schnabl

Geheimcode von Anita Lang

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fIRMENPORTRäT

20 Jahre Quilt Et Textilkunst in München

Von der ersten Ausgabe an sind Frau Christine Köhne von Quilt Et Textilkunst aus München und die

Redaktion des Patchwork Professional eng miteinander verbunden. Anlässlich des bevorstehenden

Jubiläumsjahres hat Dorothee Crane sich auf den Weg nach München gemacht, um die Glückwünsche zu

20 Jahren Quilt Et Textilkunst persönlich zu überbringen.

entstand die Idee eines gemeinsamen

Ladens. Am 13. Oktober 1998 wurde Shaker

+ Quilts am Sebastiansplatz 6 im Zentrum

von München eröffnet.

Fotos: Mit freundlicher Genehmigung von QetT, Mystery: Sandra Lindner,

Herzlichen Glückwunsch zum 20-jährigen

Firmenjubiläum. Ich erinnere mich noch gut

daran, wie ich vor fast 13 Jahren bei Ihnen

nachgefragt habe, ob wir zusammen einen

Beitrag für ein neues Patchworkheft machen

könnten. Wo viele mir eine Absage erteilten,

weil sie sich erst einmal anschauen wollten,

was sich daraus entwickelt, haben Sie mir

sofort zugesagt. Seit dieser Zeit versorgen

Sie mich regelmäßig mit schönen Beiträgen

– sei es mit Modellen zum Nacharbeiten für

unsere Spezialhefte oder mit Anregungen

Blick in den Laden

für neue interessante Materialien der

Textilkunstszene sowie aktuelles Zubehör

und Bücher, die Sie mir frisch aus Houston

mitbringen. Vielen Dank dafür und die gute

Zusammenarbeit.

Was ist genau passiert vor 20 Jahren?

Eine Freundin, die einen Laden mit

Shakermöbeln eröffnen wollte, fragte mich,

ob ich nicht Lust hätte mich an diesem

Laden zu beteiligen. Aus ihrem Vorschlag,

Quilts beziehungsweise Stoff anzubieten,

Da gehört großer Mut dazu, zumal Sie

ja aus zuvor beruflich nie mit Stoff oder

Ähnlichem zu tun hatten.

Ja, es war ein Sprung ins kalte Wasser.

Ich kannte weder die Stofffirmen und

Lieferanten noch kannte ich mich gut aus

in der Quilt-Szene. Doch innerhalb von

nur drei Monaten habe ich es geschafft,

alles was zu einem Ladengeschäft gehört

zu organisieren. Rückblickend war meine

große Begeisterung für Farben meine

Motivation. Als Architektentochter, die

nicht malen und zeichnen konnte, habe ich

schon immer gerne mit Farben gespielt und

hier konnte ich mich nun endlich mit den

ganzen Stoffen richtig austoben.

Wie ging es dann weiter?

Der Laden fand großen Zuspruch. Schon

innerhalb von 2 Jahren merkte ich, dass

der Laden zu klein wurde. Als dann zwei

Häuser weiter ein Laden frei wurde, wagte

ich den Sprung mich alleine selbstständig

zu machen. Im Jahr 2001 zog ich mit

meinen ganzen Stoffen in die neuen Räume

am Sebastiansplatz 4, wo wir bis heute

zu finden sind. Das Besondere an diesen

neuen Räumlichkeiten ist, dass wenn man

aus dem Laden herausgeht, man durch den

malerischen Hinterhof in die ehemaligen

Räume eines Seifensiederhauses aus

dem Jahr 1800 gelangt, das in eine Galerie

umgebaut wurde. Mittlerweile reise ich

zweimal im Jahr in die USA und schaue

mich auf den großen Messen um. Dort

kaufe ich ein und pflege meine Kontakte.

Ich versuche immer die aktuellsten

Patchworkstoffe zu importieren und

habe eine besonders große Auswahl an

hochwertigen Uni-Stoffen im Laden. Seit

einiger Zeit führe ich auch Jerseydrucke, u.

a. für Kinderbekleidung. Dazu eine riesige

Auswahl an Zubehör, von Speziallinealen bis

zur Nähmaschine (Janome) und Büchern,

oft schwer zu findenden Hilfsmitteln für

Quilter. Im Gegensatz zu manch anderen

Patchworkläden findet man hier eine

große Auswahl an Kreativmaterial, wie

Farben zum Malen und Färben, Stempel,

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PORTRäT sAbI wEsTObY

Fotos: Benjamin Westoby, Chris Lovibond (Porträt)

Rooks, 70 x 100 cm

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PORTRäT sAbI wEsTObY

sabi westoby

Neue Serie, neues Skizzenbuch – so die Vorgehensweise der in London lebenden und arbeitenden

Textilkünstlerin.

Ich tendiere immer mehr dazu, in Serie zu

arbeiten. Für jede neue Serie gönne ich

mir ein neues Skizzenbuch, hier schreibe

ich meine ursprünglichen Ideen und Inspirationen

nieder. Diese bleiben dann für

immer bestehen, selbst wenn ich im weiteren

Verlauf die Richtung ändere. Meine

Aufzeichnungen spiegeln so zusammen mit

den vollständigen Arbeitsproben den ganzen

Entstehungs- und Entwicklungsprozess

wider. Zum Beispiel habe ich ein ganzes

Jahr damit verbracht, mich mit dem Thema

Monochrom zu beschäftigen. Die fertigen

Arbeiten wurden in einer Einzelausstellung

in Yorkshire gezeigt.

Danach habe ich eine vierteilige Arbeit

begonnen, Ausgangspunkt dafür war ein

Solange ich mich zurückerinnern kann,

habe ich immer schon gerne etwas mit

meinen Händen gemacht. Ich war und bin

ein „Macher“. Mit sechs Jahren hat man mir

das Stricken beigebracht. Als Kind habe ich

die Kleider für meine Puppen alle selbst

gemacht, als Studentin habe ich alle Kleider

für mich selbst gemacht, als Mutter habe

ich dann die Kleider für meine Kinder selbst

gemacht. „Machen“ ist ein sehr wichtiger

Teil in meinem Leben, nicht nur Nähen,

sondern auch Stricken und Sticken.

Vor ungefähr zwanzig Jahren habe ich

dann das Patchwork für mich entdeckt.

Seitdem habe ich schätzungsweise 100

Quilts genäht. Mindestens fünfzig davon für

wohltätige Zwecke, meist Quilts für Kinder

in Not. Die restlichen habe ich für meine

Familie und Freunde gemacht. Ich habe

aber auch noch viele Quilts bei mir zu Hause,

verstaut in Schränken, Schubladen und auf

dem Dachboden und natürlich benutze ich

viele Decken auch als Bettüberwurf und

als Kuscheldecken für das Sofa. Im Jahr

2008 habe ich mich aus dem Berufsleben

im juristischen Bereich zurück gezogen und

genau zu diesem Zeitpunkt hatte ich das

Gefühl, dass ich mich in Sachen Quilts auch

in eine andere Richtung bewegen sollte.

Ich wollte mehr eigene Ideen in meinen

Arbeiten umsetzen. Diese Möglichkeit habe

ich im Bereich Mixed Media gefunden. In

Kursen habe ich das Färben und Bemalen

von Stoffen sowie das Sticken auf Papier

gelernt. Ich fing an ein Skizzenbücher zu

führen, das half mir sehr meine Ideen

weiterzuentwickeln und sie nicht aus den

Augen zu verlieren. In der Tat sehe ich sie

als meine wertvollsten Besitztümer, von

denen ich mich niemals trennen werde!

Vines, 47 x 75 cm

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PORTRäT sAbI wEsTObY

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Olives, 57 x 85 cm

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MEIN LIEbLINGsQuILT MIRJAM PET JACObs

Mein Lieblingsquilt

Seit fast schon 30 Jahren gilt die niederländische Künstlerin Mirjam Pet-Jacobs als einer

der innovativsten und bedeutendsten europäischen Textil- und Multi mediakünstler.

Heute stellt sie uns ihren Favoriten vor.

Foto: Mirjam Pet-Jacobs

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INTERvIEw AMELIA LEIGh

Ich folge meiner Idee,

wo immer sie mich hinführt

Wir haben uns mit der Künstlerin Amelia Leigh in London getroffen, um zu erfahren, wie sie zum Quilten

gekommen ist. Das Interview hat Dorothee Crane geführt.

Fotos: Leslie Morgan und Scott Wright

Doors, 57,25 x 65,5 Inch

Für meine Arbeit „Doors / Türen“ (oder auch manchmal Knocks genannt)

wurde ich von alten Türen in Mexiko-City inspiriert. Die Maserung der

Türrahmen sind wunderschön, alle Arten von Braun- Rottönen, manchmal

auch ein Glaseinsatz.

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INTERvIEw AMELIA LEIGh

The flooded Land, 27,5 x 54 Inch

Aufgrund der Erderwärmung leiden immer mehr Länder unter verheerenden Überschwemmungen.

Wir haben in den letzten Jahren viele gesehen und das war meine Inspiration.

In my City, 39,5 x 50,5 Inch

Ein kleines, aber faszinierendes Detail im Hintergrund einer Arbeit von dem mexikanischen Künstler José Clemente hatte es mir

angetan und ich dachte, es wäre interessant zu sehen, wohin dies mich leiten würde. Nachdem ich mit mehreren Zeichnungen

gespielt hatte, wählte ich eine von ihnen aus, erstellte ein Spiegelbild davon und fügte Original und Spiegelbild zusammen.

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TIPPs fÜR TRIPs

Neue stoffe

im Textilmuseum st. Gallen

In unserer Reihe „Tipps für Trips“ möchten wir Ihnen diesmal die Ausstellung „Neue Stoffe – New Stuff.

Gestalten mit Technischen Textilien“ im Schweizer Textilmuseum in St. Gallen vorstellen.

Fotos: Foto: Jürg Zürcher

In der Architektur werden textile Materialien unter anderem für Leichtbaukonstruktionen verwendet.

Im Materialarchiv steht eine Auswahl an «Neue Stoffen» zum Berühren zur Verfügung.

Seit Ende August dreht sich im Textilmuseum

St. Gallen alles um «Neue Stoffe».

In der Ausstellung steht damit eine eher

unbekannte Seite der Textilproduktion im

Mittelpunkt. Jenseits von Mode und Innenausstattung

eröffnet sich das weite Feld der

Technischen Textilien und Smart Textiles

mit ihren vielfältigen Ein satzmöglichkeiten.

Die Schau unterläuft die gewohnten Sichtweisen

auf Textilien, denn selbst bekannte

textile Techniken und Materialien treten

in völlig ungewohnten Anwendungsbereichen

und Kombinationen auf. Verwendung

finden sie in Medizin und Wellness, im

Fahrzeugbau, in der Architektur oder der

Energiegewinnung. Auch im Bereich der

Textilkunst haben sich einige dieser Materialien

schon eingeschlichen. Denken Sie nur

einmal an Tyvek und Lutradur oder an die

vielen neuen Vliesvarianten.

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TIPPs fÜR TRIPs

Nach einem Rückblick auf die lange Geschichte

dieser Funktionstextilien dreht sich

in der Ausstellung alles um bekannte und

unbekannte Fasern und Materialien, ihre

Verarbeitung und die Anwendungsmöglichkeiten

der «Neuen Stoffe» in unserem Alltag.

Die Ausstellung belegt, dass die moderne

Welt weit «textiler» ist als allgemein vermutet.

Für Michael Fehr, den Kurator der Ausstellung,

lässt sich die Bedeutung der «Neuen

Stoffe» leicht erklären, vereinen sie doch

Qualitäten in sich, die heute gefragter sind

als je zuvor: Sie sind im Vergleich zu anderen

Materialien leicht, fest, sehr flexibel sowie

gut und vielfältig ver- und bearbeitbar.

«Bei der richtigen Kombination von Material

und Verarbeitungstechnik ist fast alles möglich»,

meint er. Deshalb reicht das Anwendungsspektrum

auch von stabilen leichten

Autokarosserien über Fassadenverkleidungen

bis zu winzigen Filtern in Handys.

In Zeiten knapper und teurer werdender

natürlicher Ressourcen ist das Nutzen

von Einsparungspotenzial wesentlich und

dazu tragen Textilien oder faserbasierte

Werkstoffe, wie sie von Technikern bevorzugt

genannt werden, ihren Teil bei. Besonderes

Augenmerk legt die Forschung

auf Anwendungen, mit denen Nachteile

herkömmlicher Werkstoffe und Techniken

überwunden werden können oder die für

absehbare Probleme Lösungsmöglichkeiten

erwarten lassen. Fehr bringt ein Beispiel

aus der Raumfahrt: Indem in Raumfähren

die Befestigungsgurte aus Polyester durch

solche aus Zylon ersetzt wurden, die 25 kg

weniger wiegen, verringern sich die Kosten

pro Flug um 1.25 Millionen Dollar. Die von

der Schweizer Firma Cortex Hümbelin AG

entwickelten Gurte sind in der Ausstellung

natürlich zu sehen.

Im Vordergrund ist ein Faltboot der Firma Klepper zusehen. Der aus einem zerlegbaren Gerippe

bestehende Bootskörper ist mit einem textilen Gewebe überzogen.

Um neue Produkte zu entwickeln, arbeiten

Textilfirmen eng mit Spezialisten verschiedener

technischer Disziplinen zusammen,

weiß Peter Flückiger, Direktor von Swiss

Textiles. Deswegen spielt die Schweiz mit

ihrer langen Textil-Tradition international

eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung

neuer Produkte. Ein Beispiel für diese Kooperationen

bewirbt vor dem Museum die

Ausstellung: Die große animierte Fahne entstand

in einem traditionsreichen St. Galler

Stickereibetrieb, der Forster Rohner AG,

welche die Stickerei aus leitenden Fäden

und LEDs mit Unterstützung der KTI (Kommission

für Technologie und Innovation)

sowie verschiedener Schweizer Forschungsinstitute

entwickelte.

Weitere Highlights sind ein Schwarzzelt

der westtürkischen Yörük-Nomaden, das

durch eine simple, aber ausgeklügelte Her-

Textile Materialien wurden bereits vor vielen Jahrhunderten

für den Transport von Gütern eingesetzt.

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vORsChAu,

Ausgabe 02/2018 erscheint am 07. April 2018 ............................................................

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1 Sheila Mortlock

Bedruckte Textilien als Grundlage für wunderbare Stickarbeiten.

2 Tracy Jamar

Interview mit der amerikanischen Mixed-Media-Künstlerin

3 Bis es mir vom Leibe fällt.

Ein toller Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den kreativen Umgang

mit gebrauchten Textilien in einer reparaturbedürftigen Welt zu unterstützen.

4 Claudia Jäggi

Textilkünstlerin mit Fokus auf Handstickerei

5 Joe Cunningham

Künstlerporträt mit dem Quiltmaker, Autor von 11 Büchern,

Lehrer und Moderator diverser Fernsehsendungen.

6 Luana Rubin

Die Eigentümerin von eQuilter.com engagiert sich auch für wohltätige Zwecke.

Mittlerweile hat sie 12.000 Quilts eingesammelt und an Bedürftige gespendet.

7 Iva Steiner

Verrät anhand eines modernen Babyquilts ihre Tipps und Tricks beim Longarmquilting.

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