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unternehmen März 2013

Das Wirtschaftsmagazin im Südwesten Ausgabe 31 | März 2013 | 2,00 €

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Es geht um

Menschen

Eine Bank ist kein Selbstzweck! Das sagt nicht etwa

ein Revoluzzer, sondern der Ulmer Sparkassen-Chef

Manfred Oster. Sein Modell hat Erfolg.

Immobilien Welchen Verwaltern man trauen kann Seite 6

Riesenprojekte Wie Zeiss seine Baustellen ohne Chaos managt Seite 26

Lust am Genuss Erfolg und Misserfolg am Kochtopf Seite 44


Beschleunigt die Sinne.

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unternehmen [!] Ausgabe 31 | März 2013

[inhalt]

26

23 36 44

6

Liebe Leserin, lieber Leser,

Alexander Bögelein,

Redaktionsleiter

unternehmen [!]

der Immobilienboom hat im Jahr 2012 die

Wirtschaft angekurbelt. Es gibt einige Anzeichen

dafür, dass sich diese Entwicklung

fortsetzen wird. Das niedrige Zinsniveau

und mangelnde Alternativen treiben sowohl

gewerbliche als auch private Anleger

in Wohn- und Gewerbeimmobilien. Deren

Betreuung ist vielschichtig und benötigt eine

professionelle Verwaltung. Ansonsten

kann sich die vermietete Eigentumswohnung

als vermeintlich sichere Altersvorsorge

in ein unkalkulierbares Risiko wandeln,

wie unser Beitrag über die Immobilienverwalter

zeigt. Wie Unternehmen Fehler bei

Planung und Bau von Projekten vermeiden

können, sieht man am Beispiel des Carl-

Zeiss-Konzerns. Von dessen Vorgehen können

vielleicht auch Mittelständler lernen –

und ganz sicher die Verantwortlichen des

neuen Berliner Großflughafens. Ich wünsche

Ihnen eine anregende Lektüre.

Ihr Alexander Bögelein

[verantworten]

6 Das Eisberg-Phänomen

Welche Immobilienverwalter seriös sind

10 Dickschiffe, von Ulm aus gesteuert

Aventus und Atos managen Immobilien

[titelthema]

12 Eine Bank ist kein Selbstzweck

Manfred Oster im Gespräch

[finanzieren]

23 Fein raus mit Finetrading

Eine Dreiecksbeziehung der

besonderen Art

39 Viele Unternehmen sind in Verzug

22 Ziffern! Die internationale

Kontonummer kommt

[machen]

26 Der Baustellen-Wanderer Wie Zeiss

Bau- und Planungs-Chaos verhindert

29 Planung ohne faule Kompromisse

Bauerfahrungen eines Mittelständlers

36 Umzug XXL – Häuser auf Reisen

Jako Baudenkmalpflege stemmt

Mammutprojekte

[spezial]

30 „Menschen kaufen von Menschen“

Der 14. Unternehmertag in Ulm

47 Entspannt, strahlend – ein Erfolg Das

Winterleuchten der SÜDWEST PRESSE

[führen]

42 Wie man gute Leute findet und hält

James Johnson von Fritz & Macziol

[leben]

44 Ideen können gefährlich sein

Führungskräfte und ihre Lust am Kochen

[namen & nachrichten]

4 Ulm lockt Autokonzerne an

5 Sorge über die Entwicklung der

Lehrlingszahlen

20 Center Parcs darf im Allgäu bauen

21 Elektronische Nase für die

Raumstation ISS

22 Maschinenbau unter Druck

35 Windpark mitten im Wald

50 Impressum

3


[namen & nachrichten] Ausgabe 31 | März 2013 unternehmen [!]

Ulm lockt Autokonzerne an

Sorgenvoll schauten Betrachter

im vergangenen Jahr auf den

Wirtschaftsstandort Ulm: Mit

der Schlecker-Pleite, der Werksverlagerung

von Iveco Magirus,

dem Schutzschirmverfahren für

den angeschlagenen Solaranlagenbauer

Centrotherm und der

Schließung des Forschungsstandortes

von Nokia schienen die negativen

Meldungen nicht mehr

aufzuhören. Mittlerweile hat

sich die Stimmung gedreht. Die

Centrotherm Photovoltaics AG

(Blaubeuren) ist als eines der ersten

Unternehmen im Rahmen

des Schutzschirmverfahrens saniert

worden. Auf die Schließung

des Nokia-Forschungszentrums

mit einstmals 730 Entwicklern

folgten die Ansiedelungen der

Konzerne Audi, BMW und Continental.

Der Stuttgarter Daimler-

Konzern setzt bereits seit 25 Jahren

auf die Wissenschaftsstadt

Ulm. Das ehemalige Nokia-Gebäude

teilen sich nun Conti und

Audi. Conti (Hannover) beschäftigt

in Ulm im Geschäftsbereich

Fahrerassistenzsysteme, der seinen

Sitz in Lindau hat, bereits

120 Mitarbeiter, der größte Teil

kommt von Nokia. Ulm nutzt

Conti als reinen Forschungs- und

Entwicklungs-standort. Ziel ist

es, das Umfeld des Fahrzeugs vollständig

zu erfassen, sagte Conti-

Vorstand Ralf Cramer bei der Eröffnung.

„Die Kompetenzen der

früheren Handyentwickler passen

zu Conti“, sagte Standortleiter

Jens Brüning. Es geht um

Hochfrequenzen, Prozessoren,

und schließlich sind auch in Handys

Kameras. Die Audi-Tochter

E-Solutions hat seit dem Start die

Belegschaft von 50 auf 100 Mitarbeiter

verdoppelt. Sie arbeitet unter

anderem an den Themen

Sprachsteuerung und mobile

Kommunikation. BMW ist mit

der Car IT und 60 neuen Mitarbeitern

in Ulm vertreten und arbeitet

an den Fahrerassistenzsystemen

und der Bildverarbeitung

der Zukunft.

Autozulieferer Conti forscht jetzt auch in Ulm.

Logistik-Gruppe Seifert auf Expansionskurs

Die Seifert-Logistikgruppe mit

Hauptsitz im Ulmer Donautal

hat ihre Logistik-Aktivitäten

deutlich erweitert. Der Umsatz

kletterte 2012 um 13 Millionen

Euro auf 92 Millionen Euro. Das

Familienunternehmen beschäftigt

mittlerweile an 19 Standorten

720 Mitarbeiter. Zuletzt hat

Firmenchef Harry Seifert den

Standort in Lützen-Zorbau (Sachsen-Anhalt),

wo er 71 Mitarbeiter

beschäftigt, durch Zukauf erweitert.

Für 2,5 Millionen Euro erwarb

er an der A9-Ausfahrt Weißenfels

ein benachbartes

Grundstück samt Gebäude, investierte

weitere 250.000 Euro in

einen Büroanbau, IT-Infrastruktur

und die Verbindung zum bisherigen

Gelände. Das derzeit

größte Projekt im Unternehmen

ist nach Seiferts Worten die Bewirtschaftung

des 46.000 Quadratmeter

großen Logistik-Zent-

Seifert hat ins Karlsruhe-Malsch 200 Mitarbeiter eingestellt.

rums in Karlsruhe-Malsch. Dort

arbeiten mehr als 200 Mitarbeiter.

Sie stellen für die Produktion

der A- und der B-Klasse von Mercedes-Benz

vorgehaltene Komponenten

und Teile von 180 Zulieferern

zusammen und liefern diese

25.000 Teile in der richtigen Reihenfolge

an die Produktionsbänder

des Daimler-Konzerns. „Das

ist die höchste Stufe der Logistik:

Just-in-Sequence “, erläutert Seifert.

Sein Unternehmen disponiert

für mehr als 1000 Kunden

aus den Branchen Chemie, Baustoffe,

Papier, Automotive, Pharma

und Konsumgüter täglich

mehr als 800 Lkw-Ladungen. Die

Unternehmensgruppe, die sich

seit 1947 in Familienbesitz befindet,

unterhält 240 Fahrzeugeinheiten,

sowie 214.000 Quadratmeter

Lagerfläche. Für 2013 plant

Seifert ein Umsatzplus von rund

zwölf Prozent.

4


unternehmen [!] Ausgabe 31 | März 2013

[namen & nachrichten]

Sorge über die Entwicklung der Lehrlingszahlen

Mehr als 254o junge Menschen

haben im vergangenen Jahr in

der IHK-Region Ulm ihre Ausbildung

begonnen. Gab es in Industrie,

Dienstleistung und Handel

noch eine Zunahme der Verträge

um 0,4 Prozent, schrumpfte die

Zahl der Lehrverträge im Handwerk

um 9 Prozent auf 2800. Das

sind 300 weniger als noch im Jahr

zuvor. Besonders drastisch fiel

der Rückgang mit 30 Prozent in

den Berufen des Nahrungsmittelgewerbes

aus, heißt es bei der

Handwerkskammer Ulm, deren

Gebiet sich vom Ostalbkreis bis

zum Bodensee erstreckt.

„Gestern sprachen wir von einer

Lehrstellenknappheit, heute und

in Zukunft werden wir von einer

Lehrlingsknappheit reden“, sagte

Anton Gindele, der Präsident der

Handwerkskammer. In ländlichen

Regionen, dort wo das

Handwerk einen wesentlichen

Teil der Daseinsvorsorge übernehme,

könne ein Schwund an

Fachkräften zu einem gravierenden

Versorgungsproblem werden,

warnt er.

Derweil betont die IHK, dass die

Karrierechancen junger Leute

mit einem erfolgreichen Berufsabschluss

in der Region besser

sind als mit einem akademischen

Abschluss. Laut Fachkräftemonitor

der IHK Ulm werden die Unternehmen

in der Region bis zum

Jahr 2025 rund 4500 Stellen mehr

für Fachkräfte mit Berufsabschluss

anbieten als für Akademiker.“

Die aktuelle Entwicklung der Lehrlingszahlen deutet das große Thema für

viele Betriebe an: Wie gewinne ich künftig junge Fachkräfte?

Führungswechsel im

Mercedes-Benz-Verkauf

Mit 20 Jahren hat Manfred

Hommel (54) seine berufliche

Karriere gestartet. Damals war er

jüngster Lkw-Verkäufer im Autohaus

Widmann in Aalen. Vom 1.

April an leitet er die Mercedes-

Benz Niederlassung Stuttgart, die

930 Mitarbeiter an zehn Standorten

beschäftigt. Als Mitbegründer

der Oldtimerfabrik Classic in

Neu-Ulm und Cheforganisator

Manfred Hommel und sein Nachfolger Thomas Witzel.

der Rallye Donau Masters ist

Hommel weit über Ulm hinaus

bekannt, seit 2004 hatte er die

Niederlassung Ulm/Schwäbisch

Gmünd (400 Mitarbeiter, drei

Standorte) geleitet. Diese Aufgabe

übernimmt Thomas Witzel

(56). Er kennt die Region aus früherer

Zeit. Zuletzt war er Mitglied

der Geschäftsleitung für den

deutschen Lkw-Vertrieb.

Klinik-Chefs verdienen

157.000 Euro pro Jahr

Führungskräfte in Krankenhäusern

verdienen im Schnitt noch

nicht einmal halb so viel wie Manager

in der freien Wirtschaft:

Das Gehalt eines Krankenhaus-

Geschäftsführers betrug 2012

durchschnittlich 157.000 Euro,

während ein Geschäftsführer in

der Privatwirtschaft im Schnitt

334.000 Euro erhalten hat. Ähnlich

groß sind die Unterschiede

bei Führungskräften im Personalwesen:

Krankenhäuser haben ihre

Personalchefs 2012 mit durchschnittlich

79.000 Euro im Jahr

vergütet, während Wirtschaftsunternehmen

den Chefs 131.000

Euro bezahlten. Dies ergab eine

Studie der Managementberatung

Kienbaum.

Energie aus Biogas für

Feuerwehr und Uhlmann

Rund zwei Millionen Euro hat

das Blockheizkraftwerk in Laupheim

gekostet, das die Feuerwehr

mit Energie versorgt. Die Anlage,

die aus heimischem Biogas Strom

produziert und deren Abwärme

zum Heizen benutzt wird, läuft

seit Januar im Regelbetrieb und

das ohne Probleme, heißt es bei

der Erdgas Südwest GmbH. Ein

weiteres Blockheizkraftwerk entsteht

beim Verpackungsmaschinenhersteller

Uhlmann. „Unser

Ziel ist es, die Biogas-Produktion

zu bündeln und Verbrauchern

über intelligente Modelle Strom

und Wärme zur Verfügung zu

stellen“, sagt Ralf Biehl, Geschäftsführer

der Erdgas Südwest

GmbH.

5


Immobilienverwaltung ist ein schwieriges Geschäft. Die Wohnungseigentümer sehen meist nur einen kleinen Teil der Aufgaben der Verwalter.

Das Eisberg-Phänomen

Immobilienverwalter müssen sich in vielen Fachbereichen auskennen und tragen eine hohe Verantwortung. Berufliche

Zugangsvoraussetzungen sind bitter nötig, sagt Verbandschef Heckeler. Doch die Bundesregierung blockt das ab.

Sie sind Psychologe und Techniker, Architekt

und Notar, Banker und Friedensstifter.

„Ein Immobilienverwalter

hat einen riesigen Strauß an Aufgaben“, sagt

Wolfgang D. Heckeler, der Vorsitzende des

Verbandes der Immobilienverwalter in Baden-Württemberg

und Geschäftsführer der

Bietigheimer Wohnbau GmbH. Umso bedauerlicher

ist es nach seinen Worten, dass die

Unterstützung der Bundesregierung für den

Berufsstand vergleichsweise bescheiden ausfällt.

Denn Immobilienverwalter kann jeder

werden, der nicht vorbestraft ist, und sich einen

Gewerbeschein holt. „Das ist entsetzlich“,

sagte Heckeler mit Blick auf die Vermögenswerte,

für die Immobilienverwalter verantwortlich

sind. „Schließlich gehört Wohneigentum

in unserer Gesellschaft zu den

wesentlichen Bestandteilen

der Altersvorsorge“,

sagt

der Immobilienfachmann,

der

auch an der Spitze

des Bundesverbandes

steht. Daher

hält er klar definierte

berufliche

Verbandspräsident Wolfgang

Heckeler.

Zugangsvoraussetzungen

für unumgänglich.

Schon

allein, um die Eigentümer besser zu schützen.

Doch diesem Vorstoß steht das Bemühen der

Europäischen Kommission entgegen, die

Märkte in der EU zu liberalisieren. „Deshalb

wollen wir als Zwischenziel erreichen, dass es

eine Versicherungspflicht für Verwalter gibt.

Das muss in der Gewerbeordnung verankert

werden“, fordert Heckeler.

2 millionen Euro Schaden

Bei diesen Plänen denkt er nicht in erster Linie

an so spektakuläre Fälle wie vor zwei Jahren,

als ein Verwalter im Großraum Stuttgart zwei

Millionen Euro aus den Kassen von 20 Eigentümergemeinschaften

abgezweigt und damit

jene im Durchschnitt um 100.000 Euro gebracht

hat. „Schwarze Schafe gibt es in jedem

Beruf“, sagt Heckeler. Das Ärgerliche für die

betroffenen Eigentümer: Sie kommen nicht

mehr an ihr Geld heran. Angesichts der Vielzahl

der Entscheidungen, die ein Verwalter

vorbereitet und trifft, müsse der Verbraucherschutz

ausgeweitet werden. „Ein guter Woh-

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unternehmen [!] Ausgabe 31 | März 2013

[verantworten]

mehr als nur verwalten ...

nungseigentumsverwalter kann für die Eigentümer

viel Geld sparen, ein schlechter

kann sie sehr viel Geld kosten“, sagt Heckeler.

Eigentümergemeinschaften

sollten sich daher sehr

gut überlegen, wen sie für

diese heikle Aufgabe auswählen.

Über den VDIV

Im Verband der Immobilienverwalter

Baden-Württemberg e. V. (VDIV BW)

sind über 300 Verwaltungsunternehmen

organisiert. Die Mitglieder verwalten

mehr als 400.000 Wohn- und Gewerbeeinheiten

und erwirtschaften

einen Jahresumsatz von etwa 1,2 Milliarden

Euro. Als einer der ältesten Verwalterverbände

in Deutschland setzt

sich der VDIV BW seit knapp 30 Jahren

für die Belange der Immobilienverwalter

ein. Zu seinen wichtigsten Aufgaben

gehört die Aus-, Fort- und Weiterbildung

seiner Mitglieder, um die Qualität

der Immobilienverwaltung nachhaltig

zu verbessern. Der VDIV BW ist bundesweit

im Dachverband Deutscher

Immobilienverwalter e.V. (DDIV) organisiert,

der die politischen Interessen

seiner mehr als 1600 Mitgliedsunternehmen

in Berlin und Brüssel vertritt.

Man muss

Eigentümer

heute viel

besser

schützen

Hohes Risiko

Gerade in kleineren

Mehrfamilienhäusern

heiße es oft: „Das Geld

können wir uns sparen,

das macht einer aus dem Haus“, berichtet Verbandschef

Heckeler. Oftmals würden Eigentümergemeinschaften

Verwalter auch nach

dem Preis auswählen. Frei nach dem Motto:

Der Billigste erhält den Zuschlag. Doch das sei

sehr riskant – sowohl für die Eigentümergemeinschaft

als auch den „Freizeit-Verwalter“.

Auf dem Spiel steht der innere Friede der Gemeinschaft,

rechtssicheres Handeln und der

Werterhalt des Gebäudes.

Der Verwalter hat ein großes Haftungsrisiko.

„Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“, sagt

der Verbandschef und betont: „Manchmal

muss der Verwalter sofort handeln, zum Beispiel

nach dem-Urteil des Bundesgerichtshofs

(Az.:44/2009). Plötzlich war die jahrzehntelang

praktizierte Darstellung der Instandhaltungsrücklagen

in den Abrechnungen nicht

mehr zulässig.“ Ähnliches gilt für die Trinkwasserverordnung,

die im Jahr 2011 in Kraft

getreten ist. Seither muss in den meisten

Mehrfamilienhäusern alle drei Jahre die

Trinkwasserqualität

überprüft werden. „Geschieht

dies nicht, drohen

Verwalter und Eigentümergemeinschaft

hohe

Bußgelder. Sollte dann jemand

durch verunreinigtes

Wasser erkranken,

zum Beispiel wegen Legionellen,

kommt zu den

Schadensersatzforderungen

noch ein Strafverfahren wegen fahrlässiger

Körperverletzung hinzu“, erläutert VDIV-

Präsident Heckeler.

MIndeststandards nötig

Die für die Eigentümer sichtbare Arbeit eines

professionellen Verwalters stellt nach seinen

Worten nur einen Bruchteil der Aufgaben dar.

„Das ist wie bei einem Eisberg. Da sieht man

auch nur einen kleinen Teil.“ Bei der Verwaltung

des gemeinsamen Eigentums geht es unter

anderem darum,

- Betrieb und Instandhaltung zu organisieren

- eine Hausordnung aufzustellen und zu überwachen

- zu erreichen, dass die Eigentümergemeinschaft

genug Geld zurücklegt für spätere Modernisierungen

- einen Wirtschaftsplan aufzustellen und einmal

im Jahr die Kosten abzurechnen

- geeignete Feuer- und Haftpflichtversicherung

abzuschließen.

Angesichts der Fülle der Aufgaben kann Heckeler

nicht nachvollziehen, warum die Bundesregierung

keine Mindeststandards für den

Beruf vorgibt. Zumal die unterschiedlichen

Ziele der Eigentümer, von denen manche die

Wohnungen selbst nutzen, andere wiederum

vermieten, die Aufgabe eines Wohnungseigentumsverwalters

nicht leichter machten.

Nachbesserungsbedarf sieht Heckeler auch

beim elektronischen Grundbuch, das derzeit

flächendeckend eingeführt wird. „Dort haben

alle Einblick, die ein berechtigtes Interesse

haben. Leider hat die Bundesregierung die

Verwalter vergessen“, sagt Heckeler. Der Gesetzesentwurf

des Bundesjustizministeriums

zum Datenbankgrundbuch schließt die Verwalter

aus. Seit Jahren fordert der Verband ein

Einsichtsrecht. Doch aus Berlin heißt es, die

Verwalter gehe es nichts an, wie die Eigen-

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[verantworten] Ausgabe 31 | März 2013 unternehmen [!]

tumswohnungen beliehen sind. „Wir wollen

ja aber nur abrufen können, wer denn der Eigentümer

ist. Das schreiben uns das aktuelle

Wohnungseigentumsgesetz

und die aktuelle

Wir wollen

dem Staat

sparen

helfen, der

hindert uns

Rechtssprechung vor“,

sagt Heckeler. Dieses Wissen

ist für Verwalter auch

deshalb wichtig, weil diese

häufig innerhalb bestimmter

gesetzlicher

Fristen handeln müssen.

Das gilt für das Einreichen

von Eigentümerlisten

bei Beschlussanfechtungsklagen ebenso

wie für die Ermittlung des richtigen Schuldners

bei der Verfolgung von Zahlungsansprüchen.

Auch für die Einladung zur

Eigentümerversammlung und die in

vielen Teilungserklärungen geforderte

Zustimmung zur Veräußerung

des Wohnungseigentums

muss der Verwalter

rechtssicher wissen,

wer als Eigentümer

im Grundbuch eingetragen ist, sagt Heckeler.

Rückendeckung bekommt der Verband durch

ein Gutachten des Stuttgarter Rechtsprofessors

Rüdiger Zuck. Der ist

zu der Auffassung gelangt,

dass der Ausschluss

der Immobilienverwalter

verfassungswidrig ist.

Nach seiner Einschätzung

wäre es auch problemlos

technisch möglich, Immobilienverwaltern

dauerhaft

Zugang zur ersten

Abteilung der Grundbücher

zu gewähren. Darin werden die Eigentumsverhältnisse

der Immobilien dargelegt.

Bisher fragen die Immobilienverwalter die

Daten an. „Das sucht ein Beamter heraus,

der viel mehr Aufwand hat. Nach

rund zehn Tagen hat der Verwalter

die Informationen und

zahlt jedes Mal 10 Euro“,

sagt Heckeler. Das geschehe

in Baden-

Württemberg pro

Jahr zigtausendmal

und bedeutet für die Verwalter wie für die Beamten

Mehrarbeit. „Wir wollen dem Staat sparen

helfen, doch der hindert uns daran.“

Wie finde ich einen guten

Verwalter?

Weil es für den Beruf des Immobilienverwalters

keine Zugangsvoraussetzungen gibt, ist

es für Laien schwer, einen Verwalter zu finden,

der alle wichtigen Kriterien erfüllt. Eigentümergemeinschaften,

so rät Verbandschef

Wolfgang Heckeler, sollten sich über

ihren künftigen Verwalter genau informieren

und diese Fragen stellen:

Welchen Ruf genießt er? Wie zufrieden sind

andere Gemeinschaften? Welche Qualifikation

hat er? Wie oft bildet er sich fort? Wie gut

ist er erreichbar? Hat er eine Vermögensschaden-

und Vertrauensschadenhaftpflichtversicherung?

Werden diese Fragen positiv beantwortet,

trenne sich bereits die Spreu vom Weizen,

sagt Heckeler. Mitglieder des Verbandes der

Immobilienverwalter müssen nach seinen

Worten nicht nur nachweisen, dass sie sachkundig

sind und sich regelmäßig fortbilden,

sondern auch, dass sie eine Vermögensschadenhaftplichtversicherung

besitzen. Verbandsmitglieder

sind darüber hinaus auch

abgesichert, falls ein so genannter Vertrauensschaden

entsteht. Diese greift beispielsweise

auch bei Diebstahl, Betrug, Unterschlagung.

Einen qualifizierten, professionellen Verwalter

findet man im Internet über die Verwaltersuche

auf der Homepage des Verbands der

Immobilienverwalter Baden-Württemberg

(www.vdiv.de). [!] Alexander Bögelein

Die Branche der

Verwalter

Die kleinsten Eigentümergemeinschaften

umfassen gerade mal zwei

Parteien, eine der größten, die Stuttgarter

Asamwald, umfasst 1000 Eigentümer.

Die häufigste Form ist das

Mehrfamilienhaus mit zehn oder zwölf

Eigentümern. Diese Bandbreite zeigt

sich auch bei den Verwaltern. Der größte

in Baden-Württemberg betreut mit

100 Mitarbeitern knapp 30000 Wohnungen.

Verwalter, die alleine tätig sind,

und von einer Schreibkraft unterstützt

werden, kommen auf 400 Wohnungen.

In vielen Fällen beschäftigen Verwalter

zwei bis drei Bürokräfte und betreuen

zwischen 1500 und 3000 Wohnungen.

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Atos und Aventus managen gewerbliche Gebäudekomplexe in ganz Deutschland; im Bild Beispiele aus Ulm, Lörrach und Augsburg.

Dickschiffe, von Ulm aus gesteuert

Kompakt in der Firmengröße, dafür konzernunabhängig, qualitätsbewusst, persönlich. Die Immobilienmanagement-

Gesellschaften Aventus und Atos aus Ulm setzen damit erfolgreich Akzente gegen die Großen ihrer Branche.

Büronachfrage gedeckt,

Defizite beim Wohnen

Zu den wichtigsten Hotspots für Büro-Immobilien

zählten Löhlein und

Wendel mehr denn je Frankfurt und

München, wo bei entsprechend guter

Lage der Objekte rasch Mieter gefunden

würden. Ulm spiele im Gegensatz

in der Liga der mittelgroßen Städte,

Bedarf für weitere Büro-Großobjekte

sehen die beiden Immobilienexperten

hier derzeit nicht. Bei Wohnimmobilien

hingegen komme der Ulmer Markt derzeit

der großen Nachfrage kaum hinterher.

Die Gefahr einer „Blasenbildung“

sehen sie nicht. Nach ihrer

Beobachtung würden institutionelle Investoren

derzeit wieder verstärkt auf

Wohnimmobilien setzen, da bei einem

Mieterwechsel weniger Kosten anfielen

als im gewerblichen Bereich und die

Unterschiede zu den Gewerbemieten

zunehmend abschmölzen. 5000 Quadratmeter

vermietbare Fläche sollte ein

Objekt mindestens haben, damit es zu

den Strukturen von Aventus beziehungsweise

Atos passe.

Wer sich mit Thomas Löhlein und

Horst M. Wendel verabredet, schlägt

damit buchstäblich zwei Fliegen

mit einer Klappe. Denn die beiden sind geschäftsführende

Gesellschafter von gleich

zwei Firmen der Immmobilienbranche: der

Aventus Immobilien GmbH sowie der Atos

Property Management GmbH. Die Ausrichtung

der zwei Gesellschaften ist ähnlich. Beide

sind mit dem umfassenden Management

von großen, gewerblichen Immobilienobjekten

betraut, die im gesamten Bundesgebiet

liegen. Umfassend, das heißt in diesem Fall:

Abgearbeitet wird das komplette Aufgabenpaket

bei der kaufmännischen, technischen

und infrastrukturellen Betreuung der Gebäude.

Beim Treffen mit dem Journalisten sind die

beiden Geschäftsführer in Sektlaune. Denn

eben hat einer der Hauptauftraggeber von

Aventus die Verträge verlängert – und zwar

um fünf Jahre. In der Branche gelte ein solcher

Zeitraum bereits als langfristige Bindung, der

Trend gehe in die entgegengesetzte Richtung,

sagt Wendel. Schon in dieser Beziehung fallen

die Ulmer gerne mal aus dem üblichen Rahmen,

„Es gibt Objekte, die schon seit 16 Jahren

unter unserer Obhut sind.“ Die Geschäftsführer

werten dies natürlich als Bestätigung ihrer

Arbeit.

Wie die Uhren ticken

Wir sind in der Aventus-Welt. Die Zahl der Investoren,

darunter zwei Pensionskassen des

Bayer-Konzerns, ist überschaubar. Es handelt

sich bei ihnen allesamt um langfristige Bestandshalter,

deren maßgebliches Interesse in

der Erzielung einer nachhaltigen Rendite mit

ihren Objekten liege.

Bei Atos ticken die Uhren etwas anders.

Hauptauftraggeber sind hier zwei Dutzend

Fondsgesellschaften, deren Geschäftsmodell

einem Dreisprung folgt: „Kaufen, sanieren,

vermarkten.“ In Folge kommt es zu einer häufigeren

Rotation, wodurch ebenfalls die jeweilige

Objekt-Betreuung kurzfristiger ist. „Im

Schnitt dauert sie zwei bis vier Jahre“, schätzt

Wendel.

Die Betreuung solcher Objekte bedeute einen

sehr viel höheren Zeitaufwand und mitunter

sogar eine gehörige Portion Stress, schon, weil

zum Start jedes Mal eine tiefgreifende Be­

10


unternehmen [!] Ausgabe 31 | März 2013

[verantworten]

liegt da auf der Hand, wobei zu fragen ist, mit

welchen Waffen Aventus und Atos, die Davids,

antreten? „Unsere Unabhängigkeit“,

nennt Löhlein eine wichtige. Baukonzerne

mit Dienstleistungssparten neigten dazu, bei

Bau- oder Instandhaltungsmaßnahmen eigene

Töchter ins Spiel zu bringen oder darin zu

halten. „Wir aber können bei Ausschreibungen

völlig unbefangen und neutral entscheiden.“

Doch David hat noch mehr aufzubieten: Man

sei ferner darauf eingestellt, im Berichtswesen

den Datenfluss ins System des Kunden zu implantieren.

Da wären ebenso die flachen Hierarchien

und die festen Ansprechpartner für

die Kunden. „Sind Techniker und Verwalter

zuverlässig greifbar, erhöht dies nicht zuletzt

die Zufriedenheit der Mieter.“ Als weiteres

nennt Löhlein die hohe Flexibilität der Strukturen

ihrer Firmen. „Wir sind in der Lage, auf

kurzfristige Anfragen zu Objektübernahmen

oder auf veränderte Anforderungen ebenso

kurzfristig reagieren zu können.“

standsaufnahme nötig werde und in der Regel

erst zuverlässige Strukturen geschaffen werden

müssen. Deckt Aventus ebenfalls die Aufgabe

der Vermietungen ab, so ist dies hier anders.

Diese übernimmt in der Atos-Welt eine

rechtlich getrennte Gesellschaft.

David gegen Goliath

Mit 40.000 Quadratmetern gemanagter Bürofläche

in Ulm ist Aventus nach Thomas Löhleins

Angaben größter Anbieter am Firmensitz.

Eine Million Quadratmeter sind es

insgesamt, addiert man die entsprechenden

Kennziffern beider Gesellschaften zusammen.

Das ist nicht wenig, doch gewiss nicht mehr

als ein Bruchteil dessen, was die Größen der

Immobilienmanagement-Branche bewirtschaften.

Das Bild von David gegen Goliath

neuaufträge über netzwerk

Dennoch würden sich Löhlein und Wendel

hüten, allein auf diese Stärken zu setzen. Da

die beiden Geschäftsführer für ihre Firmen

ein „stetiges, aber gesundes“ Wachstum anstreben,

zählt die aktive Kundenakquise zu

ihren Pflichtaufgaben. „Neuaufträge erhält

man über die Netzwerkpflege“, verrät Wendel

die Grundformel. Es sei Pflicht, bei Branchentreffen

präsent zu sein, um bei den Marktteilnehmern

– „eine überschaubare Zahl“ – in

Erinnerung zu bleiben oder neue kennen zu

lernen.

„Wir treten nach außen immer als Gruppe auf,

welche das komplette Set an Dienstleistungen

rund um die Immobilie abdecken kann“,

sagt Löhlein. Darin eingeschlossen ist bei Bedarf

auch die Beratung von Eigentümern

beim An- oder beim Verkauf.

Der Markt sei mitten in einem Umbruch und

eröffnet damit neue Optionen, erläutert Wendel.

Was zuletzt zugenommen habe, seien Anfragen

von Immobilien-Bestandsunternehmen.

Haben viele Mittelständler in der

Vergangenheit ihre Immobilienanlagen „nebenher“

noch selbst verwaltet, so würden diese

Aufgaben ebenfalls nun vermehrt Profis

übertragen, weil die „Erbengeneration“ hier

anders denke.

In solchen Fällen muss es gewiss kein Nachteil

sein, wenn der Immobilien-Manager dann

selbst in der Welt des Mittelstands zu Hause

ist. [!]

Thomas Vogel

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unternehmen [!] Ausgabe 31 | März 2013

[titelthema]

Eine Bank ist

kein Selbstzweck

Manfred Oster kennt alle Produkte seines Hauses – und versteht sie. Selbstverständlich?

Einem Banker trauen heute nicht mehr alle so etwas zu. Der Chef der

Sparkasse Ulm legt hohe Maßstäbe an sich selbst und seine Branche an. Eine

Bank ist für ihn kein Selbstzweck: Sie hat den Menschen zu dienen.

Die Konjunkturprognosen für Deutschland sehen

für 2013 nicht allzu rosig aus, das Wachstum soll

minimal ausfallen. Wie empfinden Sie als größter

Mittelstandsfinanzierer die Stimmung in und um

Ulm?

Die Stimmung in der Wirtschaft ist gut! Es gibt eine

kontinuierliche und gesunde Entwicklung. Ich bin

froh, wenn wir nicht übertreiben – und umso mehr,

wenn es keine unbeherrschbaren Rückschläge geben

wird.

Wie hat sich die Kreditnachfrage aus den Unternehmen

entwickelt?

Sie ist von einem hohen Niveau leicht zurückgegangen.

Die Kreditnachfrage ist ja auch immer ein Anzeichen

dafür, wie sich die Konjunktur entwickeln kann,

weil sie auch zeigt, welche eigenen Einschätzungen die

Unternehmen haben. In der Summe ist alles in Ordnung.

Von Unternehmern ist oft zu hören, die Banken hätten

zu strenge Auflagen für die Kreditvergabe. Was

entgegnen Sie diesem Vorwurf?

Das ist ja eine allgemeine Kritik, für die ich durchaus

Verständnis habe. Von unseren Kunden höre ich dies

nicht. Als Sparkasse sind wir schließlich dazu da, den

Finanzierungsbedarf zu decken. Im Übrigen gibt uns

unsere starke Einlagensituation die Möglichkeit, jeden

Finanzierungsrückhalt zu bieten: Unsere Einlagen finanzieren

hier bei uns die mittelständische Wirtschaft,

das Handwerk und die vielen privaten Wohnbauvorhaben

– eben das macht uns als Sparkasse aus. Dass es

Regularien gibt, die manchmal über das Ziel hinausschießen,

ist klar, ebenso, dass heute mehr Formalismus

nötig ist. Im Kreditgeschäft ist das noch überschaubar.

Und eines darf man nicht vergessen: Im

Ergebnis dient manche Anforderung der Sicherheit

und dem guten Gesamtblick aller Beteiligten. Dass

manche Vorgaben etwas übertrieben sind, hält uns

nicht auf. Eine große Gefahr sehen wir aber darin, dass

einzelne Ansätze aus den Eigenkapitalvorschriften Basel

III die Natur unseres gesunden Geschäfts noch nicht

berücksichtigen. Dies kann die Kredite verteuern.

Auch die Liquiditätsregeln gehen teilweise an der Realität

vorbei.

Gibt es heute Branchen, die Ihnen langsam Sorgen

machen?

Ich denke weniger in Branchen. Die Themen in der

Wirtschaft sind grundsätzlich immer unternehmerischer

Natur, dies gilt branchenübergreifend. Wir als

Sparkasse haben auch aus der Krise 2009 gelernt und

mit unserer Kundschaft zusammen Stressszenarien

entwickelt und intensiv durchgespielt, wodurch gewährleistet

ist, dass auch Rückschläge verkraftbar bleiben.

Die deutsche Wirtschaft trifft heute kaum etwas

unvorbereitet. Für mich, als jemanden, der schon seit

28 Jahren direkt am Kunden tätig ist, ist diese unternehmerische

Dynamik unserer Kunden immer wieder neu

faszinierend.

Das hört sich ja fast nach Coaching an ...

Es ist wertvoll, dass man mit der Unternehmerkundschaft

im Gespräch ist. Das bereichert gegenseitig. Die

erfolgreichsten Unternehmer sind diejenigen, die auch

fragen und das Gespräch suchen. Diejenigen, die ihre

Ergebnisse weniger mit uns besprechen wollen sowie

die Ursachen weniger ergründen wollen, sind in der

Zur Person

Sparkassen-Chef

Manfred Osterhat

Stehvermögen. Der

60-Jährige, der in Bietigheim

aufwuchs und

in Ludwigsburg eine

Banklehre absolvierte,

ist seit 1985 Sparkassen-Vorstandsmitglied,

anfangs in

Kitzingen, seit 2000

in Ulm. In seinem Büro

arbeitet er gerne

an einem Stehtisch.

Sein Arbeitspensum

gilt als enorm. Neben

dem Beruf engagiert

sich Manfred Oster

stark ehrenamtlich,

beispielsweise als

Vorsitzender des

Stadtverbandes für

Sport oder in der

Hospiz-Stiftung. Der

Vater von drei erwachsenen

Kindern

ist seit fast 40 Jahren

verheiratet. In der

Freizeit interessiert er

sich für sportliche Bewegung,

zum Beispiel

Mountain-Bike; zudem

liebt er Lesen,

Sprachen und Musik.

28 Jahre ist Manfred Oster, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Ulm, „direkt am Kunden“ – und noch immer fasziniert.

13


[titelthema] Ausgabe 31 | März 2013 unternehmen [!]

wortungsbewusste „Übernehmer“ gibt. Aber leider

muss man auch zu oft zusehen, wie Firmen nach solchen

Prozessen fast ausbluten.

Weil sich der Wunsch, Geld zu verdienen, abkoppelt

von der Kernkompetenz?

So ist es. Die Wirtschaft hat eine Aufgabe. Sie soll den

Menschen dienen und der Gesellschaft. Wenn Geld

nicht als organisatorisches und ordnendes Element gesehen

oder zur Sicherung von Vermögen dient, der

Mensch aus dem Mittelpunkt gerät, dann entsteht daraus

ein gesellschaftliches Problem.

Eine starke Zukunft haben

Unternehmen, die ihre Mitarbeiter

schätzen, schulen und

fördern, erklärt Manfred Oster

im Gespräch mit Karen

Emler, der Leiterin der

Wirtschaftsressorts der

SÜDWEST PRESSE, und

Alexander Bögelein, dem

Redaktionsleiter Unternehmen

[!].

Minderheit. Gemeinsame Erlebnisse mit vielen Firmen

über viele Branchen hinweg führen zu Erfahrungen,

die es auszutauschen gilt.

Was sind die wichtigsten Fragen?

Auf welcher Basis wird das Geschäft gemacht? Welche

fachliche Professionalität wird gelebt? Grundlage für

jeden Erfolg ist dabei immer, dass man die Mitarbeiter

schätzt, sie schult und in der Zusammenarbeit fördert.

Es muss beispielsweise eine gute

Feedbackkultur geben. Diese ist die

Basis für Professionalität. Wer das

schafft, hat garantiert eine starke

Zukunft.

Was muss den Firmen noch gelingen?

Natürlich die Unternehmensnachfolge.

Ein großes Thema ist die Zukunft

von Familienunternehmen,

also des privaten Mittelstands. Wir haben einen prächtigen

Mittelstand. Die Industrie lebt davon, dass im

Mittelstand Lösungen gefunden werden, die sie fast

modulartig in ihre Produkte einbaut. Dieses Zusammenspiel

funktioniert sehr gut, sofern nicht Billigpreispolitik

dominiert. Eine Gefahr ist zudem, dass zu

viele Mittelständler von Konzernen übernommen

wurden oder in falsche Hände von Finanzinvestoren

kommen – wobei man sagen muss, dass es auch verant-

Die Industrie

lebt von den

Lösungen

aus dem

Mittelstand

Nun bilden die Privatkunden eine wesentliche Säule

Ihres Geschäftsmodells. Haben Sie als klassische

Hausbank nach der Finanzkrise einen Ansturm

der Kunden erlebt?

Nein, das war eher ein ruhiger Erkenntnis- und Lernprozess.

Nachdem jedoch die Werbung wieder ganz

andere Zinshöhen suggeriert, sind Anleger schon wieder

hin- und hergerissen, trotz aller Risiken. So ist es

nicht immer leicht nachvollziehbar, dass die Sparkasse

derartige Angebote unmöglich verantworten könnte.

Trotz des extrem niedrigen – politisch geprägten –

Zinsniveaus weltweit haben wir im vergangenen Jahr

ein kräftiges Plus bei den Kundeneinlagen erlebt. Davon

entfällt auf die Privatkunden ein Anteil von ein bis

zwei Prozent.

Woher kommt der Rest des Geldes?

Bei uns legen viele Unternehmen ihre Liquidität an.

Geld muss aber eben auch „schaffen“ – und somit fließen

oft große Summen schnell wieder als Investitionen

oder als Betriebsmittel in den Wirtschaftskreislauf.

Entscheidend für die Geldanlage bei uns ist aber die

gute tägliche Arbeit und die individuelle Kundenberatung

durch unsere vielen hundert

Mitarbeiter.

Wollen die Kunden raus aus der

Anonymität, wie sie beispielsweise

bei Online-Banken

herrscht, und suchen sie ganz

bewusst den Kontakt zur Sparkasse?

Ja. Für uns als Sparkasse ist das der

Schlüssel für unseren Erfolg. Lebensfragen

brauchen das Gespräch. Ich mache da mal

ein Beispiel: Ein junger Mensch verdient nach dem Studium

ein Anfangsgehalt in Höhe von monatlich 1500

Euro netto. Die Freude über das erste Einkommen ist

natürlich groß. Jetzt entsteht für ihn die Möglichkeit,

von seinem Arbeitgeber Geld für die Altersvorsorge

einzusetzen. Glauben wir wirklich, dass ein junger

Mensch zu diesem Zeitpunkt mit den oft beliebigen Informationen

aus dem Internet eine solche, für Jahr-

14


unternehmen [!] Ausgabe 31 | März 2013

[titelthema]

zehnte richtungweisende Entscheidung treffen kann

oder will?

Was folgern Sie daraus?

Ich garantiere Ihnen, dieser junge Mensch sehnt sich

bei der fast unüberschaubaren Informationsfülle nach

einem Gespräch mit einem Berater

seines Vertrauens. Bei kleinen Anschaffungen

ist ein Fehlkauf ärgerlich,

aber nicht gravierend. Jetzt

aber geht es darum, eine Entscheidung

über die richtige Altersvorsorge

für die nächsten 30 oder 40 Jahre

zu fällen! Dieser junge Mensch wird

folglich zu einem Berater gehen.

Denn es geht für ihn letztlich darum,

aus heutiger Sicht seine finanzielle

Situation unter Kontrolle zu haben. Ich bitte unsere

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sich in jedem

Gespräch immer wieder neu in die Situation der Kunden

zu versetzen, um die beste Lösung zu finden. Dies

gilt übrigens unabhängig davon, in welcher finanziellen

Lage sich die jeweiligen Kunden befinden.

Wer Geld

40 Jahre

anlegt,

braucht gute

Beratung

Wieviel hat denn der Durchschnittskunde auf dem

Konto?

Unsere Kunden kommen aus allen Teilen der Gesellschaft.

Manche führen ein Guthabenkonto, andere verfügen

vielleicht über ein Millionenvermögen. Darüber

hinaus haben wir auch tausende Kinder und Jugendliche

mit ihren Sparkassenbüchern.

Wir sind für alle da. Auf einem

Sparbuch liegen im Schnitt 12 000

Euro, dabei ist zu berücksichtigen,

dass viele Sparer auch mehrere

Sparbücher haben. Nimmt man

alle Bausparverträge, Versicherungssummen

und Wertpapiere

ohne die gewerblichen Vermögen

zusammen, ergeben sich bei rund

230 000 Kunden in etwa 20 000 bis

25.000 Euro Guthaben pro Person. Was mich wirklich

freut, ist die Tatsache, dass wir sehr breit aufgestellt

sind und dass allein rund 50 000 unserer Kunden monatlich

regelmäßig in Ratensparverträge einzahlen.

Das ist eine faszinierend hohe Zahl, die ausdrückt,

welch hohen Stellenwert das sichere Sparen im Leben

Sicheres Sparen ist immer

noch für viele Menschen wichtig.

Manfred Oster wirbt leidenschaftlich

dafür.

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15


[titelthema] Ausgabe 31 | März 2013 unternehmen [!]

Mit der EC-Karte bezahlen –

gut und recht. Der Sparkassenchef

selbst bezahlt beim

Bäcker aber doch lieber bar.

der Menschen einnimmt. Dafür werbe ich auch! Großeltern

sparen so für den Führerschein ihrer Enkel, Väter

und Mütter für ihre Kinder – und die Kinder lernen

damit auch selbst zu sparen.

Verstehen Sie alles, was Sie an Produkten anbieten?

Eindeutig ja! Ich verstehe sogar

Ein Kind

muss im

Sparbuch

blättern

können

deutlich mehr als wir anbieten –

und deshalb bieten wir manches

eben auch nicht an. Das soll nicht

angeberisch wirken. Aber wenn ich

einmal etwas nicht mehr verstehe,

dann kümmere ich mich darum,

dass ich es verstehe. Das ist für mich

sogar existenziell. Das wissen auch

unsere Mitarbeiter, dass ich Produkte

und Leistungen immer wieder erläutert haben

möchte. Ich will, dass wir als Sparkasse vorbildlich

handeln, dass unsere Mitarbeiter die Produkte verstehen

und dass sie unseren Kunden diese auch verständlich

erklären können.

Das Sparbuch galt früher als Inbegriff der deut-

schen Lebenseinstellung. Ist es heute ein Auslaufmodell?

Nein, auf keinen Fall. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte

Sparen noch eine ganz andere Bedeutung. Wohlstand

wird dadurch ermöglicht, dass jeder spart, um

sich dann auch etwas leisten zu können. Man kann sich

mit seinem Ersparten ein Haus

bauen oder auch ein Motorrad

kaufen. Das Sparbuch hat einen

unglaublichen emotionalen Wert

– es in der Bevölkerung aufzugeben,

würde bedeuten, eine wichtige

finanzielle Lebensgrundlage zu

verlieren. Zumal wir die Sorge haben

müssen, dass heute bereits

zwischen 20 und 30 Prozent der

Kinder das Sparen erst gar nicht

mehr lernen. Wie will denn jemand mit Geld umgehen,

wenn er nicht weiß und kein Gefühl dafür hat, was

sein Geld wert ist? Eltern müssen ihren Kindern das

Sparen beibringen. Übrigens war ich auch immer entschiedener

Gegner von Kontoauszügen als Ersatz für

das Sparbuch. Das wäre organisatorisch zwar einfacher,

aber den wichtigen Wert des Sparbuchs, in dem

man „lesen kann“, lässt sich die Sparkasse ganz bewusst

etwas kosten. Das Sparbuch in den Händen eines Kindes,

das darin blättert, ist nicht nur ein Gag, sondern

wirklich wertvoll!

Ab wann brauchen Kinder ein Girokonto?

Ab 14 Jahren – so hätte ich vor einigen Jahren noch vorschnell

gesagt. Heute haben die S-Card und das Girokonto

für die Kinder eine ganz andere, pragmatische

Bedeutung, zum Beispiel in der Schulverpflegung. Da

wir heute technisch sicherstellen können, dass die Kinder

nicht ins Minus kommen können, kann mit der

Zustimmung der Eltern ein Girokonto auch schon bei

Schulbeginn sinnvoll sein. Das ist Lernen fürs spätere

Leben. Und für Sparkassen und Banken ist das Girokonto

die Verbindung zum Kunden durch das ganze Leben.

Die größeren Fragen sind noch ganz andere: Welche

Funktion hat das Girokonto, wenn künftig mit dem

Handy bezahlt wird? Wer hat die Markthoheit über den

Zahlungsverkehr, wenn große IT-Konzerne einsteigen?

Was können wir dem vorbeugend entgegensetzen?

Ab welchem Betrag benutzen Sie Ihre EC-Karte?

Unter 100 Euro normalerweise nicht. Es ist ein Stück

weit natürlicher für mich, mit Bargeld zu bezahlen,

auch wenn das heute viele anders sehen. Der Bäcker am

Samstag erhält von mir jedenfalls Bargeld und auch

mein Bier zahle ich noch bar – schon allein wegen dem

Trinkgeld …

Die Finanzkrise ist vorbei, doch noch immer sind

Banken nicht sehr gut gelitten in der Öffentlichkeit.

16


unternehmen [!] Ausgabe 31 | März 2013

[titelthema]

Ihr Partner für Büro-

Technik & Einrichtung

Wie wohl fühlen Sie sich in Ihrem Beruf?

Ich empfinde unsere Arbeit in der Sparkasse bestätigter

denn je. Ich fühle mich wohl in unserem Beruf: Wenn

man im Laufe des Lebens erfährt, welchen gesellschaftlichen

Beitrag man leisten kann, wenn man merkt, es

lohnt sich, auf einem soliden Weg zu bleiben, wenn Du

spürst, die Kunden vertrauen dir, dann ist das toll. Das

ist die eine Seite. Wenn ich aber gleichzeitig sehe, was

sich die Bankenbranche weiterhin leistet und wie sie

teilweise auftritt, finde ich das erschütternd.

Banken sollen über Jahre hinweg die Zinssätze Libor

und Euribor manipuliert haben, um sich höhere

Gewinne zu verschaffen. Die Finanzaufsicht ermittelt.

Was sagen Sie dazu?

Mir fehlen da die Worte. Ich bin entsetzt. So habe ich

unsere Branche, in Teilen, immer wieder erlebt. Dies

sehe ich allerdings auch als ein gesellschaftliches Phänomen.

Das zentrale Thema lautet doch: Stehen Geld

oder die Rendite allein im Mittelpunkt des Lebens? Die

eigentliche Lebensrealität sieht doch ganz anders aus:

Die Menschen wünschen sich eine gesicherte Existenz.

Sie wirtschaften. Alle streben nach Wohlstand. Wir

Sparkassen und Banken haben in diesem Zusammenhang

einen Urauftrag: Unsere grundsätzliche Aufgabe

ist es, die Wirtschaft förderlich zu begleiten und dem

menschlichen Sein zu dienen. Und dazu haben wir alle

Möglichkeiten. Wir existieren niemals zum Selbstzweck,

das wird leider viel zu oft in unserer Welt missachtet.

Es geht um Solidität und um die Frage: Was

stellen wir in den Mittelpunkt unseres Tuns? Da verstehe

ich dann nicht, wie Banken und Finanzakteure rund

um die Welt aktiv sind, die dies nicht interessiert, die

nur Rendite produzieren und die aufstrebende Gesell-

Manipulationen, Gier und

Ausbeutung: Was sich Teile

der Bankenbranche geleistet

haben und weiterhin leisten,

entsetzt ihn, sagt Manfred

Oster.

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17


[titelthema] Ausgabe 31 | März 2013 unternehmen [!]

Stichwort Brüssel: Die Bemühungen,

etwa den Verbraucherschutz

voranzutreiben,

nennt Manfred Oster „lobenswert“.

Aber nur grundsätzlich.

Wie die EU das macht,

sei gefährlich undifferenziert.

schaften in Entwicklungs- und Schwellenländern

förmlich aussaugen.

Die EU-Kommission verschärft

die Regeln für Banken immer

mehr, was macht Ihnen mit Blick

auf die Ideen aus Brüssel am

meisten Sorge?

Die Bemühungen in Brüssel, den

Bankenbereich in den Griff zu bekommen,

sind lobenswert. Was für

mich nicht in Ordnung ist, ist die

Mechanik des Beamtenapparats.

Die Respektlosigkeit, die ich manches Mal in Brüssel

empfinde, gegenüber dem, was draußen im Leben geleistet

wird und geschieht, bedrückt mich. Wir sind

inzwischen überzogen reguliert – nicht nur in der Bankenbranche

– sondern in allen Lebens- und Schaffensbereichen.

Denken Sie beispielsweise nur an den Verbraucherschutz,

den ich grundsätzlich sehr schätze,

dessen Regeln alle Beteiligten aber oft überfordern. Alles

Gute und Edle wäre einfacherer Art.

Den Verbraucherschutz treibt Brüssel bekanntlich

voran.

So bekommt

die EU

die große

Welt nicht

in den Griff

Ja, aber so wie die EU-Kommission das tut, geht Überblickswissen

verloren. Das ist eben auch Brüssel. Wenn

wir sehen, was wir als Bank alles

melden müssen, staunen wir des

Öfteren. Die Grundrichtungen

sind absolut gut. Eigenkapital, das

muss sein. Komplexität aber schadet.

Weitere Problemfelder sind

die Bankenunion und die Einlagensicherung.

Dort wird nicht differenziert

zwischen Regionalinstituten

und den großen Banken. So

bekommt die EU die große Welt

nicht in den Griff. Die normalen, kleinen, regionalen

Institute werden dagegen in diesem Maß unnötigerweise

belastet. Genau diese Institute aber haben

Deutschland krisenfest gemacht. Hier besteht zwischenzeitlich

eine gefährliche Schieflage!

Wie kommen Sie zu dieser Einschätzung?

Aus meiner persönlichen Berufs- und Lebenswirklichkeit.

Und darüber hinaus wirke ich in verschiedenen

regionalen und überregionalen Gremien und arbeite

an internationalen Themenstellungen mit.

18


unternehmen [!] Ausgabe 31 | März 2013

[titelthema]

Unter den Top Zehn in

Baden-Württemberg

Die Sparkasse Ulm zählt zu den zehn

größten Sparkassen in Baden-Württemberg.

In Deutschland nimmt sie unter den

insgesamt 426 Sparkassen Platz 44 ein.

Sie beschäftigte zum Stichtag 31. Dezember

1177 Mitarbeiter, davon insgesamt

149 Auszubildende. Den rund 230.000

Kunden stehen 76 Geschäftsstellen sowie

sieben sogenannte Selbstbedienungseinheiten

zur Verfügung. Beim größten Kreditinstitut

in der Region Ulm erhöhten

sich im vergangenen Jahr die Einlagen

der privaten und gewerblichen Kunden

auf 4,2 Milliarden Euro. Die Summe der

Kredite wuchs auf rund 3,8 Milliarden

Euro.

Im Blickpunkt der Öffentlichkeit der Donaustadt

steht die Sparkasse Ulm auch,

weil sie an zentraler Stelle – im Dreieck

von Rathaus, Münster und der Haupteinkaufsmeile,

der Hirschstraße – rund 80

Millionen Euro in den Bau zweier neuer

Gebäude investiert, die aus zwei Architektur-Wettbewerben

hervorgegangen

sind. Dafür hat das Institut seine ehemalige

Hauptsstelle, die aus der Mitte der

50er Jahre stammte, abgerissen. Nach

den bisherigen Planungen sollen Mitte

März die Rohbauarbeiten beginnen, die

voraussichtlich bis Juni 2014 dauern werden.

Aufgrund der umfangreichen und

schwierigen logistischen Versorgung der

Baustelle wird die Verkehrsführung in der

Neuen Straße geändert, über die täglich

rund 14.000 Fahrzeuge rollen. Die Großbaustelle

ist nur einen Steinwurf weit entfernt

von der „Sparkasse Neue Mitte“.

Das gläserne und moderne Gebäude, das

Stararchitekt Professor Stephan Braunfels

entworfen hat, wurde 2006 fertig gestellt.

Bei den beiden neuen Gebäuden

wird das im Jahr 2015 der Fall sein.

Braucht man „kleinere“ Banken wirklich?“

Unsere mittelständische Wirtschaft – das lehrt schon

die Wirtschaftsgeschichte – braucht ein regionales

Bankensystem. Regionale Institute führen den Finanzmarkt

in Deutschland und haben ihn stark und sicher

gemacht. Dies hat mit Vertrauen sowie mit regionaler

Nähe und Kenntnis zu tun. Auch große Banken haben

im Wettbewerb ihre Berechtigung. Allerdings kann

man erwarten, dass sich alle an die Grundregel halten,

die Wirtschaft verlässlich zu begleiten und sich förderlich

und anständig in die Gesellschaft einzubringen.

Machen Sie Ihre Vermögensverwaltung selbst, und

wie legen Sie Ihr Geld an?

Ich hatte nie die Zeit und auch nicht das Bedürfnis, persönliche

Vermögensstrategien zu entwickeln. 1984

wurde ich zum Vorstand gewählt und trage seitdem

Verantwortung in großen Sparkassen für unsere Kunden

und für unsere Mitarbeiter – und damit auch für

Millionen und Milliarden Euro. So sind beispielsweise

große Vermögen und größte Summen für Kunden und

für die Sparkasse solide anzulegen. Die Entwicklung

unseres persönlichen Familienvermögens verfolge ich

seit 40 Jahren auf einem karierten DIN-A3-Papier.

Nachdem wir uns Wohneigentum angeschafft hatten,

hatten wir zunächst Schulden. Heute sind wir im Plus.

So viel zu unserer Vermögensanlage.

Ist das alles?

Vor 30 bis 35 Jahren habe ich tatsächlich einen kleinen

Goldbarren gekauft. Zudem habe ich ein kleines interessantes

„Aktien-Testdepot“, einen Bausparvertrag, eine

Lebensversicherung, eine Direktversicherung, Altersvorsorge

und ein Zuwachssparbuch. Aber

ansonsten ist alles auf einem Sparbuch. Das hat einen

Riesenvorteil: Ich will mir nicht durch eigene Sorgen

den klaren Blick auf die Themen unserer Kunden verstellen

– und außerdem ist ein Sparbuch doch herrlich

langweilig …

DIE FRAGEN STELLTEN KAREN EMLER,

LEITERIN DER WIRTSCHAFTSREDAKTION

DER SÜDWEST PRESSE,

UND ALEXANDER BÖGELEIN,

REDAKTIONSLEITER UNTERNEHMEN[!]

DOKUMENTATION: DANIEL GLANZ

19


[namen & nachrichten] Ausgabe 25 | März 2012 unternehmen [!]

Center Parcs darf im Allgäu bauen

Bisher verfügt Center Parcs über 20 Ferienanlagen: Deren Aushängeschild

sind die tropisch anmutenden Badeanlagen.

Nach mehr als dreijähriger verwaltungsrechtlicher

Vorbereitung

steht dem Bau eines Ferienund

Freizeitparks durch das

Touristikunternehmen Center

Parcs im Urlauer Tann bei Leutkirch

im Allgäu von Behördenseite

nichts mehr im Weg. Die

Gemeinderäte von Leutkirch und

Altusried haben den Bebauungsplan

für das rund 180 Hektar große

Areal, das teilweise auf bayerischem

Gebiet liegt, gebilligt und

damit Rechtssicherheit für Finanzierung

und Bauantrag geschaffen.

Center Parcs, das zum französisch-niederländischen

Konzern

Pierre&Vacances gehört, betreibt

bereits 20 derartige in die jeweilige

Landschaft eingebettete Feriendörfer

mit einer subtropischen

Badelandschaft als Zentrum. Für

den Bau der Anlage veranschlagt

das Unternehmen ein Investitionsvolumen

von 350 Millionen

Euro. Die Fertigstellung des Feriendorfs

ist für Anfang 2016 vorgesehen.

Bei dem Gelände handelt

es sich um ein ehemaliges

Munitionsdepot, das 1939 vom

Hitlerregime für die Versorgung

der Wehrmacht mit Waffen eingerichtet

und zuzeiten des Kalten

Krieges von der Nato als Lager für

amerikanische Atomsprengköpfe

genutzt wurde.

Kapitalspritze rettet

Alno vor Insolvenz

Hacker setzen sich mit

IT-Attacken häufiger durch

Vielen Firmen gelingt es nach einer

Studie der Beratungsgesellschaft

Ernst & Young nicht mehr,

ihre Daten wirkungsvoll vor Angriffen

zu schützen und das obwohl

sie ihre Budgets für IT-Sicherheit

erhöht haben. 2011

registrierten 31 Prozent der Unternehmen

eine Zunahme von

Attacken auf ihre IT-Netze, neun

Eine Kapitalerhöhung von 46

Millionen Euro rettet den Pfullendorfer

Küchenmöbelhersteller

Alno vor der Insolvenz. 71,2

Prozent der neuen Unternehmensanteile

zeichnen Altaktionäre

und neue Investoren, den

Rest übernimmt der US-Haushaltsgerätehersteller

Whirlpool,

der damit sein Engagement bei

Alno von 18,8 auf 24,9 Prozent

aufstockt. Der bisherige Hauptanteilseigner,

die Münchner Küchenholding,

beteiligte sich

nicht an der Aktion. Für das abgelaufene

Geschäftsjahr verzeichnet

der wirtschaftliche Dauerpatient

Alno seit dem Jahr 2005

erstmals wieder einen Gewinn

von 1,1 Millionen Euro im operativen

Geschäft. Im Jahr zuvor war

das Betriebsergebnis vor Zinsen

und Steuern mit 10,7 Millionen

noch tief im Minus.

Prozent berichten von einem

Rückgang. Besonders stark steigt

die Zahl von Bedrohungen, die

von externen Angreifern ausgeht:

Vier von zehn Unternehmen

melden einen Anstieg solcher

Attacken. Die Zahl der

bösartigen Attacken eigener Mitarbeiter

gehe dagegen zurück,

heißt es in der Studie.

Im Stadtregal ist alles

unter Dach und Fach

Eines der größten städtebaulichen

Projekte in Ulm ist abgeschlossen.

Nach sieben Jahren

Bauzeit und Investitionen von

rund 65 Millionen Euro hat die

städtische Projektentwicklungsgesellschaft

(PEG) den fünften

Bauabschnitt des sogenannten

Stadtregals abgeschlossen. Das

Gebäude in der Nachbarschaft

des Blautalcenters hatte einst als

Werk II zu Lkw-Hersteller Magirus

gehört, der ins Donautal zog.

Später hatte der Haushaltswaren-

Betrieb Abt dort sein Lager und

einen Handwerkermarkt unterhalten,

bevor er 2004 in Insolvenz

ging. In der Folge übernahm

die PEG das Gelände, die alten Fabrikhallen

wurden entkernt. So

entstanden 29000 Quadratmeter

Nutzfläche. In den fünf Bauabschnitten

sind 64 gewerbliche

Einheiten und 69 Wohnungen

entstanden. Laut PEG-Geschäftsführer

Christian Bried wohnen

150 Menschen in dem mit mehreren

Architekturpreisen ausgezeichneten

Gebäude, 700 Menschen

gehen dort zur Arbeit.

Bried wertet das Projekt als Erfolg,

nicht zuletzt weil das Projekt

einen deutlichen Gewinn

abgeworfen hat.

Das Bauprojekt Ulmer Stadtregal

ist abgeschlossen.

20


unternehmen [!] Ausgabe 25

[namen & nachrichten]

Elektronische Nase

für die Raumstation ISS

Astrium-Forscher am Bodensee testen das Messinstrument E-Nose.

Die Forscher der Astrium GmbH

in Friedrichshafen haben im Zuge

eines Gemeinschaftsprojekts

ein Messinstrument namens E-

Nose mitentwickelt, das auf der

Internationalen Raumstation

(ISS) eingesetzt wird. Die Spürnase

soll die Atmosphäre im russischen

Segment der Raumstation

auf mikrobiologische Belastungen

untersuchen, die von Bakterien

und Pilzkulturen ausgehen.

Eine Sojus-Trägerrakete hat die

elektronische Nase im Dezember

zur Raumstation gebracht. Diese

Messungen sind wichtig, weil eine

zu hohe Belastung mit Pilzen

Preis für

Uzin Utz

Die Uzin Utz AG, Komplettanbieter

für Bodensysteme, ist für ihr

Innovationsmanagement ausgezeichnet

worden. Beim Wettbewerb

„Best Innovator 2012/2013

kam das Ulmer Unternehmen

auf den dritten Platz. Mit dem

Wettbewerb prämiert die Beratungsgesellschaft

A.T. Kearney

Führungsteams, die das Management

von Innovationen wirksam

und nachhaltig betreiben.

und Bakterien für Besatzung und

Technik gefährlich werden kann.

Ein entscheidender Vorteil der

elektronischen Nase ist, dass die

Astronauten auf der ISS die Messwerte

über eine Datenverbindung

schnell und unkompliziert

an die Bodenstation übermitteln

können. Die E-Nose könnte künftig

auf Langzeitmissionen zum

Mars, aber auch im kommerziellen

Passagierluftverkehr und auf

U-Booten eingesetzt werden. Die

Astrium GmbH ist Teil des EADS-

Standortes in Immenstaad. Weltweit

beschäftigt der Astrium-

Konzern rund 18.000 Mitarbeiter.

Platz 1 für

Liqui Moly

Liqui Moly hat erneut Weltkonzernen

ein Schnippchen geschlagen.

Bei der Umfrage der „Auto

Zeitung“, an der sich 30.000 Leser

beteiligten, wurde das Ulmer Unternehmen

zur „Top Marke“ in

der Kategorie Schmierstoffe gewählt

– und das bereits zum dritten

Mal in Folge. Bei den Pflegemitteln

kam das Unternehmen,

das rund 600 Mitarbeiter beschäftigt,

auf Platz zwei.

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[namen & nachrichten] Ausgabe 31 | März 2013 unternehmen [!]

Hukstahl gibt

Werk in Bad

Waldsee auf

Nach nur zwei Jahren schließt

das Stahlhandelsunternehmen

Hukstahl in Neuhausen bei Esslingen

die Tore seines Werkes

in Bad Waldsee. Hukstahl hatte

das Werk 2010 von Gnida Stahl-

Formgebung in Nürtingen übernommen.

Gnida war aufgrund

der Wirtschaftskrise in Schieflage

geraten und musste 2009 Insolvenzantrag

stellen. Hukstahl

versprach sich von der Übernahme

eine Stärkung seiner

Marktposition. Doch es gelang

nicht, den veralteten Maschinenpark

so zu modernisieren,

dass der Betrieb profitabel arbeitete.

In Waldsee sind 50 Arbeitnehmer

von der Werkschließung

betroffen.

Günther Wank

rückt an

Dethleffs-Spitze

Mit einem neuen Mann an der

Spitze und dem Ziel, den Umsatz

von 360 Millionen Euro aus

dem vergangenen Geschäftsjahr

zu halten, beginnt der Reisemobil-

und Caravanhersteller

Dethleffs in Isny das 30. Jahr

seines Bestehens. Das Leitungsteam

bilden Dominik Suter

und Günther Wank (43).

Wank war bereits seit 2004 als

Werksleiter

und Prokurist

für Dethleffs

tätig.

Der Optimismus

für

Geschäftsführer

Günther Wank.

2013 wird

mit der großen

Angebotspalette,

Neuentwicklungen wie der Globebus-Baureihe

und der neu

konzipierten Caravanreihe begründet.

Die sinkende Inlandsnachfrage

soll durch höheren

Export ausgeglichen werden.

Maschinenbau unter Druck

Die deutschen Maschinenbauer verlieren Anteile am Weltmarkt

insbesondere an China. Nach einer Studie des Beratungsunternehmens

Alix Partners wird der Umsatz der Branche bis 2015

jährlich um durchschnittlich 1 Prozent bis auf 221 Milliarden

Euro sinken, in China dagegen um jährlich 12 Prozent steigen

auf 890 Milliarden Euro. Der Aufstieg Chinas bedrohe auch die

Technologieführerschaft der deutschen Hersteller.

Milchbauern

setzen Omira

unter Druck

Aus Protest über den niedrigsten

Milchpreis im Südwesten

setzen die Milchbauern in Oberschwaben

die Ravensburger

Molkerei Omira mit einer Reihe

von Kündigungen so massiv

unter Druck, dass die Genossenschaft

das Entgelt von 29 Cent

pro kg umgehend auf die bei

anderen Molkereien üblichen

33 Cent erhöht. Unter den Kündigungen

ist auch die der

Milchwerke Neuburg in Bayern,

die ein Viertel der angelieferten

Menge bestreiten. Da die

Kündigungsfrist zwei Jahre beträgt,

wird in Ravensburg mit

der Rücknahme der meisten

Kündigungen gerechnet.

Homburger mit

neuer Technik

für Batterien

Die Homburger GmbH (Markdorf)

expandiert in den Bereich

erneuerbare Energien. Anfangs

war das Unternehmen, von

Martin Homburger 2007 gegründet,

als reiner Auto-Zulieferer

für die Markdorfer Firma

Weber Auto Automotive aktiv.

Dann kam die Luft- und Raumfahrt

dazu, die sich so gut entwickelte,

dass zum Kundenstamm

Firmen wie Liebherr,

Astrium, Cassidian und die Zeppelin

Luftschifftechnik gehören.

Jetzt hat das Unternehmen

eine neuartige Wickeltechnik

für Lithium-Ionen-Batterien

entwickelt, mit der es dem Zentrum

für Sonnenenergie und

Wasserstoffforschung in Ulm

gelang, den Prototyp für eine

Spezialbatterie zu fertigen.

Bottenschein

kauft Reisesparte

von Bopp

Bottenschein Reisen hat die

Touristiksparte von Bopp Reisen

gekauft. Das Ehinger Familienunternehmen

übernimmt

alle Mitarbeiter sowie drei Reisebusse.

Damit wächst Bottenschein

Reisen auf 60 Mitarbeiter

und 40 Fahrzeuge. Neben

Ehingen, Laupheim und Blaubeuren

hat Bottenschein Reisen

nun Münsingen als vierten regionalen

Standort. Bopp Reisen

will sich nach dem Verkauf der

Reisesparte verstärkt auf den Linienverkehr

konzentrieren.

Getränkehandel

Göbel zeigt sich

zuversichtlich

Der Getränkehändler Göbel hat

2012 den Umsatz um 5 Prozent

auf 53 Millionen Euro gesteigert.

Die GmbH betreibt mehr

als 60 Getränkemärkte in einem

Umkreis von bis zu 150 km um

Neu-Ulm. Göbel fungiert auch

als Großhandel für viele Getränkehändler,

die sich aus dem

Zentrallager das Sortiment zusammenstellen.

Dritte Säule ist

der Gastronomieservice. „Für

2013 rechnen wir trotz verhaltener

Wirtschaftsprognosen

mit einem guten Jahr“, sagte Inhaber

Walter Göbel, der die Firma

vor 20 Jahren gegründet hat

und von seinen Söhnen Norbert,

Peter und Martin unterstützt

wird. [!]

22


unternehmen [!] Ausgabe 31 | März 2013

[finanzieren]

Fein raus mit Finetrading

Heute einkaufen, später zahlen. Was für Konsumenten gilt, können via Finetrading auch Unternehmen machen. Ohne

die eigene Kreditlinie oder Sicherheiten zu belasten, lassen sich so Wareneinkäufe oder gar das Lager vorfinanzieren.

Bevor der Textilhersteller Tempex aus

Heidenheim mit seinen Schutzanzügen

vor Hitze, Kälte, Elektrizität, Chemikalien

oder extremen Witterungen Geld

verdient, hat er erstmal Ausgaben. „Unsere

Produkte haben eine hohe Funktionalität. Die

weltweite Beschaffung der Stoffe und deren

Verarbeitung ist teuer, manche Produkte müssen

wir bis zu sechs Monate vorfinanzieren“,

erzählt Jürgen Zwillich, kaufmännischer Leiter

bei Tempex. Das habe bei dem Mittelständler

mit seinen 60 Beschäftigten immer viel

Liquidität gebunden. „Während der Wirtschaftskrise

vor drei Jahren hatten wir Verluste

eingefahren, was unsere Einkaufslinien bei

den Kreditversicherern zusätzlich eingeschränkt

hat – wir brauchten also etwas, das

uns Luft verschafft“, so Zwillich. Seit Sommer

finanziert Tempex nun seine Wareneinkäufe

über Finetrading.

Mehr Liquidität

Finetrading ist ein alternatives Finanzierungsinstrument,

das den Bestellern von Ware

unabhängig von Banken Liquidität beschert.

Und das geht so: Ein Finanzdienstleister

– der so genannte Finetrader – stellt sich als

Zwischenhändler zwischen Besteller und Lieferant.

Mit Umfang, Menge und Preis der Lieferung

hat er nichts zu tun, darüber haben

sich Besteller und Lieferant im Vorfeld geeinigt.

Der Lieferant liefert wie gehabt an den

Besteller, schickt die Rechnung allerdings

dem Finetrader, der diese schnell bezahlt und

dafür Skonto erhält. Der Besteller hat nun bis

zu vier Monate Zeit, um die bereits erhaltene

Ware beim Finetrader zu bezahlen. Finanziert

werden kann nur handelbare Ware, das Unternehmen

selbst muss kreditversicherungsfähig

sein. Diese Dienstleistung kostet den

Besteller der Waren eine Handelsmarge, die

Wie ein Räderwerk greift das Finanzierungsinstrument

Finetrading ineinander.

23


[rubrik] Ausgabe 31 | März 2013 unternehmen [!]

Chancen und Risiken

Ein Konsignationslager ist ein Warenlager,

das der Lieferant für seinen Kunden

– den Verbraucher – führt. Es befindet

sich beim oder in der Nähe des

Abnehmers. Die Ware gehört so lange

dem Lieferanten, bis der Kunde sie

dem Lager entnimmt. Dann erst muss

er sie auch bezahlen.

Vorteile: Da das Material bereits qualitätsgeprüft

und jederzeit in der vereinbarten

Menge erhältlich ist, bietet ein

Konsignationslager Versorgungssicherheit.

Da die Berechnung auf Basis

der Entnahmebedingungen abgewickelt

wird, besteht nur ein geringer Abwicklungsaufwand.

Nachteile: Ein Konsignationslager bedeutet

für den Empfänger mehr Potenzial,

für den Lieferanten hingegen mehr

Risiko und wirtschaftliche Kapitalbindung.

Die Asymmetrie ergibt sich aus

der Marktstellung beider Unternehmen

zueinander bzw. der unterschiedlichen

Marktmacht.

phk

zwischen zwei und vier Prozent der vorfinanzierten

Summe, bezogen auf 120 Tage, liegt.

Bei früherer Rückzahlung reduziert sich die

Marge entsprechend. Die genaue Höhe ist unter

anderem vom Zeitpunkt der Rückzahlung,

der Bonität des Bestellers

und der Bestellmenge abhängig.

„Unsere Lieferanten werden

prompt bezahlt, und

wir haben mehr Liquidität

zur Verfügung“, fasst

Zwillich die Vorteile zusammen.

„Im Endeffekt

konnten wir sogar unseren

Wareneinsatz um ein

Es gibt inzwischen viele Anbieter,

die sich auf diesem Markt

in Deutschland tummeln.

Für alle, die

stark

wachsen

und auch

investieren

Prozent reduzieren.“ Geeignet sei das Instrument

für alle Unternehmen, die eine hohe

Vorfinanzierung im Wareneinsatz hätten.

„Das lohnt sich, auch wenn Finetrading nicht

ganz billig ist“, sagt Zwillich. Schließlich handele

es sich um Risikokapital. Dafür müssten

aber auch keine Sicherheiten oder Bürgschaften

wie bei einem Bankkredit hinterlegt werden.

„Finetrading bedeutet ja kein zusätzliches

Kapital, sondern nur, dass ich später

bezahlen muss“, fasst Zwillich zusammen. Allerdings

sei Finetrading erst bei Einkäufen ab

5000 Euro aufwärts möglich.

MIttelstand im Fokus

Finetrading entstand vor neun Jahren, um

Mittelständler aller Branchen in die Lage zu

versetzen, durch rasche Bezahlung bestellter

Ware stets als Skontozieher auftreten zu können.

Es gibt diverse Anbieter. Der mit Abstand

Größte ist eigenen Angaben zufolge die WCF

Finetrading GmbH aus München; sie gehört

zur EOS Gruppe,

einer Tochter der

Hamburger Otto

Group. Das Marktvolumen

für Finetrading

wird auf

mehrere Milliarden

Euro geschätzt.

Experten

zufolge nutzen

über 1900 Unternehmen

dieses Instrument,

um jährliche

Einkaufsvolumina zwischen 100 000

und 20 Millionen Euro zu finanzieren.

Auch Martin Dreher, Vorstand der Dreher AG

aus Denkingen, nutzt seit Juli 2012 Finetrading,

um über das von den Banken gestellte

Limit hinaus punktuell sein Wachstum zu finanzieren.

„Wir wickeln Automationsprojekte

mit einem entsprechend langen Vorlauf

von bis zu sechs Monaten ab und nutzen Finetrading

projektbezogen“, sagt der Chef von

gut 50 Mitarbeitern. „Das

verschafft uns Luft bei

den Banken.“ Dreher

nutzt das Instrument

ebenfalls für die Einkaufsfinanzierung.

Arno Schneider, der Chef

von WCF.

Martin Dreher, Unternehmer

aus Denkingen.

Nah Am Kunden

Seit Anfang 2011 bietet

WCF auch eine Lagerfinanzierung

an. Dabei

können Lieferanten über Finetrading ein so

genanntes Konsignationslager vorfinanzieren.

Das ist ein Warenlager, das ein Lieferant

direkt bei seinem Abnehmer unterhält – so

etwas gibt es in vielen Branchen, beispielsweise

Automobil, Verpackung, Textil oder Rohstoffe.

Normalerweise

bleibt der

Lieferant bis zur

Entnahme durch

den Abnehmer Eigentümer

der Ware,

was allerdings

sein Kapital bis ultimo

bindet. Bei

dieser Finanzierungsvariante

nun

stellt sich ein Fine­

24


unternehmen [!] Ausgabe 31 | März 2013

[finanzieren]

trader zwischen Lieferant und Abnehmer,

kauft dem Lieferanten die Ware ab und bekommt

dafür von ihm eine Handelsrechnung

mit einem Zahlungsziel von 120 Tagen. „Diese

Rechnung kann der Lieferant bei seiner Bank

oder Factoringgesellschaft sofort zu Geld machen,

der eigentliche Abnehmer bezahlt innerhalb

der vereinbarten Frist beim Refinanzierungspartner

des Lieferanten“, erklärt

WCF –Geschäftsführer Arno Schneider das

Procedere. Für die Bank sei das ein Standardgeschäft,

sie finanziere statt der Lagerbestände

und der damit verbundenen Risiken durch

Schwund oder Brand dann nur noch die Rechnung

an den Finetrader vor. Der Kunde bekomme

schneller und zu besseren Konditionen

Kapital.

Für diese Dienstleistung berechnet der Finetrader

zwei bis drei Prozent des Finanzierungsvolumens.

Interessant ist das Schneider

zufolge für Lager ab 100.000 Euro, die innerhalb

von 120 Tagen durch einen ständigen

Umschlagszyklus aus Produktion und Abnah­

Finetrading im Überblick

Finetrading ist ein alternatives Finanzierungsinstrument

zur Einkaufs- und seit

Anfang 2011 auch zur Konsignationslagerfinanzierung.

Ziel ist es, Mittelständler

aller Branchen in die Lage zu versetzen,

durch rasche Bezahlung bestellter Ware

stets als Sofortzahler auftreten zu können

und die damit verbundenen Vorteile

wie beispielsweise die Gewährung von

Skonto zu nutzen. Bei der Einkaufsfinanzierung

lässt ein Unternehmen einen Dritten

die Ware kaufen und bezahlt ihn wiederum

erst, wenn es selbst seine

Produkte gefertigt und verkauft hat. Bei

der Lagerfinanzierung kauft ein Zwischenhändler

dem Lieferanten die Ware

me immer wieder bewegt werden. „Alle, die

stark wachsen und parallel auch noch in Personal

und Infrastruktur investieren müssen,

sind in der Liquidität immer unter Druck“,

ab. Dieser kann sich die Rechnung sofort

von einer Bank refinanzieren lassen. Die

Ware selbst bleibt im Lager und muss innerhalb

von vier Monaten vom Abnehmer

entnommen werden. Der jedoch zahlt

dann nicht mehr an den Lieferanten, sondern

an dessen Refinanzierungspartner.

Das Marktvolumen für dieses Instrument

wird auf mehrere Milliarden Euro geschätzt.

Hierzulande gibt es diverse Anbieter.

Der Größte ist eigenen Angaben

zufolge die WCF Finetrading GmbH aus

München, die wiederum zur EOS Gruppe

gehört, einer Tochter der Hamburger Otto

Group.


phk

fasst Dreher zusammen. „Um einen kurzfristig

entstehenden Mehrbedarf an Kapital zu

decken, kann Finetrading genau das Richtige

sein.“ [!]

Petra Hoffknecht

Josef Menz, FEINGUSS BLANK GmbH

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25


[machen] Ausgabe 31 | März 2013 unternehmen [!]

Der Baustellen-Wanderer

In der Privatwirtschaft würde ein Planungs-Chaos à la Stuttgart und Berlin ein Unternehmen gewaltig in die Bredouille

bringen. Hellmuth Aeugle von der Carl Zeiss AG zeigt, wie Bauen ohne Abenteuer funktionieren kann.

Klein-Katar“ nennen sie in der Region die

derzeitige Großbaustelle von Zeiss im

interkommunalen Gewerbegebiet zwischen

Oberkochen und Königsbronn. Nicht

nur dort, an Standorten weltweit – in England,

Frankreich, Indien und China – hat der

Konzern Baumaßnahmen am Laufen. Eigentlich

sollte Hellmuth Aeugle gerade im Reich

der Mitte weilen, aber stattdessen zwang ihn

eine Operation am Sprunggelenk zu einer unfreiwilligen

Pause zu Hause. Die Muße, ausführlich

über sein schwieriges Metier zu berichten,

fand der erfahrene Bauexperte

dennoch.

Aeugle ist bei Carl Zeiss Leiter des Bereichs

„Business Services & Infrastructure”, er ist

gleichfalls überzeugter und gut geerdeter

Schwabe, da trügt sein Name nicht. Was er leitet,

ist ein Dienstleistungsbereich, zu dem unter

anderem eine Bauabteilung gehört, die

„klein, aber kompetent besetzt“ sei. Für alle

Gewerke personell eigene Fachkompetenz

aufbieten zu können, hält er für unverzichtbar.

Dies ist ein Punkt aus einer ganzen Liste

von Grundsätzen und -regeln, die auf allen

Baustellen des Konzerns gleichermaßen gelten

und vor unliebsamen Überraschungen

schützen. Der ehrliche Umgang zwischen

Entscheidern (Vorstand) und Ausführenden

gehört dazu, aber auch, dass Budgetierung

und Terminziele von Anfang an realistisch

sein müssen.

„Jeder hält sich dran“

Mit der Planung wird dann losgelegt, sobald

die Nutzeranforderungen in einem abgestimmten

Lastenheft definiert sind. Damit die

Wünsche nicht ins Kraut schießen, gebe das

konzerninterne, weltweit verbindliche Regelwerk

mit seinen Richtwerten, Standards und

Prozess-Festlegungen einen festen Orientie-

In „Klein-Katar“ bei Oberkochen entsteht ein

neuer Komplex, in dem unter anderem Medizintechnik

und Halbleitertechnik Platz finden.


unternehmen [!] Ausgabe 31 | März 2013

[machen]

rungsrahmen. Die Bürofläche pro Mitarbeiter,

die Ausstattung, sogar das Mobiliar gemäß

Corporate-Identity-Vorgaben sei darin festgehalten.

„Jeder hält sich dran, das gibt Kostensicherheit“,

sagt Aeugle. Die konzernweit gültigen

Flächenrichtlinien schließen ebenso

Aussagen über Produktions-, Fertigungs- und

sogar Reinraumflächen mit ein.

Ist die vorläufige Kostenschätzung inklusive

der nun noch vorhandenen Restrisiken getroffen,

werde der Vorstand ins Bild gesetzt. Sobald

dieser die Freigabe erteilt, gelte: „Jetzt

haben wir alle Freiheiten für Entscheidungen,

die auf unserer Ebene zu treffen sind und können

loslegen.“ Bei

größeren Projekten

werden zur

Unterstützung

Projektsteuerer

hinzugezogen,

überwiegend solche,

die man durch

eine jahrelange

Hellmuth Aeugle sorgt dafür,

dass die Zeiss-Baustandards

eingehalten werden

– auf der ganzen Welt.

Zusammenarbeit

schon gut kenne.

Planung und Ausführung

würden

meist getrennt vergeben.

„So bleiben

die Planer Vertreter des Bauherrn, also von

uns“, sagt Aeugle.

Nicht immer der Billigste

Anders als bei kommunalen Ausschreibungen

zwingend, komme bei Carl Zeiss nicht

automatisch der günstigste Anbieter zum

Zug, „sondern der, der am besten zu uns passt

und von dem wir die beste Qualität bei Ter-

Die Carl-Zeiss-Gruppe stärkt Standorte auf der Ostalb

Die Ampel steht bei Carl Zeiss auf Grün

wie Expansion. Bis zu 500 Millionen Euro

dick ist ein 2011 aufgelegtes und teils

schon abgearbeitetes Investitionspaket

allein für den Ausbau der deutschen

Standorte. In „Klein-Katar“ bei Oberkochen

umfasst es einen neuen Gebäudekomplex

für den Unternehmensbereich

Medizintechnik, die Erweiterung der Büro-

und Produktionsflächen des Unternehmensbereichs

Halbleitertechnik sowie

ein Standortlogistikzentrum. Am

Hauptwerk Oberkochen wurde vergangenes

Jahr ein neues Betriebsrestaurant für

bis zu 700 Gäste und 2100 Tagesmenüs

eröffnet, dem Räume für Veranstaltungen,

Besprechungen, ein Shop sowie ein

Gästekasino angeschlossen sind.

Ein wesentlicher Teil der Investitionen

fließt in den Ausbau des Bereichs Halbleitertechnik,

speziell in die Produktion

der so genannten „Extreme Ultra Violett

(EUV-)Lithografie“. Diese Technologie ermöglicht

dem Unternehmen zufolge

Strukturen von 20 Nanometern und damit

noch kleinere und leistungsfähigere

Mikrochips. Erklärtes Ziel ist es, bei dieser

Technologie die Nase vorne zu behalten.

Der Bezug der neuen Räumlichkeiten

ist für das Frühjahr 2013 vorgesehen. Für

den Bereich Medizintechnik baut Carl

Zeiss einen neuen Gebäudekomplex. Dort

werden das in Oberkochen ansässige Mikrochirurgie-Geschäft

und die deutsche

Vertriebsgesellschaft künftig unter einem

Dach zusammengefasst. Das neue Gebäude

wird im Frühjahr 2013 in Betrieb

genommen. Das neue Logistikzentrum

wiederum bündelt die bislang über den

Standort verstreuten Logistikabteilungen.

Am Zeiss-Standort in Jena kamen

neue Reinräume und Räume für die Forschungs-

und Entwicklungsabteilung

hinzu.

OBJEKTA

IMMOBILIENKONTOR GMBH

Raum trifft Anspruch

Spezialmakler für Gewerbe & Investment

noch 460 m²

w w w . o b j e k t a - i m m o b i l i e n . d e

27


2100 Tagesmenüs, 700 Gäste, dazu Veranstaltungsräume und ein Gästekasino – das ist Zeiss‘ neues Betriebsrestaurant in Oberkochen.

min- und Kostentreue erwarten können.“ Carl

Zeiss ist bei Ausschreibungen zwar immer für

neue Firmen offen, aber solche mit „guter gemeinsamer

Geschichte“

hätten die besten Chancen.

Und mittelständische

Betriebe aus dem regionalen

Umfeld, „weil

bei denen der Chef bei Bedarf

persönlich greifbar

ist“. Motto: „Wir wollen

nicht Rechtsanwälte beschäftigen,

sondern Bauleute.“

Ein „Projekthandbuch“ halte bei jedem Projekt

die Prozesse fest und die Projektorganisation.

Auch mögliche Subunternehmen seien

aufzuführen: „Wir wollen wissen, wer auf den

Baustellen zugange ist“, betont Aeugle den hohen

Stellenwert von Transparenz.

Wir beschäftigen

lieber Bauleute

als

Anwälte

Unvermeidliche Änderungen

Planen und Bauen wie am Schnürchen, geht

das überhaupt? Was ist mit den berüchtigten

Planänderungen während des Baus? Seien

häufig unvermeidbar, räumt der Bauchef

gleich mit der landläufigen Vorstellung einer

bis ins Detail festgezurrten Planung auf. So

etwas sei schlicht nicht möglich, denn gerade

im industriellen Bauen rückten die Bagger

mitunter bereits an, während das künftige

Produkt noch in der Entwicklung stecke.

Damit in der kritischen Phase nicht doch

noch die Kosten durch die

Decke schießen, gelte:

Sind Änderungen nötig,

dann gehen die Nutzer

auf das Projektteam zu

und es wird gemeinsam

nach Lösungen gesucht.

Der Kostendeckel bleibt

dennoch im ersten Schritt

unantastbar, ebenso wie

der im Verlauf des Planungsprozesses

festgelegte Termin der Fertigstellung.

Selten Schlaflose Nächte

Alle vier Wochen, erläutert Aeugle, würden

im Rahmen des regulären„Reportings“ Berichte

zum Stand der Kosten, der Termine und der

Qualität verfasst und jeweils in den Farben der

Ampel markiert. „Rot“ deute an, dass etwas

„außerhalb des Plans“ steht und sofortiges

Eingreifen nötig sei – immer mit dem Ziel,

wieder auf die Basis des ursprünglichen Plans

zurückzukehren. Oder doch das Budget zu erhöhen?

„Nein, die Alternative besteht darin,

nochmals Zeit für die Suche von anderen Lösungen

zu investieren.“

Die Zahl seiner schlaflosen Nächte setzt Aeugle

übrigens sehr niedrig an: „Wenn man ein

gutes Gefühl von einem Projekt hat, kann

man auch gut schlafen.“ Und samstags legt

der Baufachmann gerne entspannende Spaziergänge

ein. Sie führen ihn über „seine“ Baustellen.

„Dann weiß ich genau, was Sache ist

und über welche Themen in der darauffolgenden

Woche mit den Fachleuten geredet werden

muss.“ [!]

Thomas Vogel

Die Carl-Zeiss-Gruppe

in Zahlen

Geschäftsjahr 11/12 (30.9.)

Umsatz: 4,163 Mrd. Euro

Ergebnis (Ebit): 420 Mio. Euro

Ergebnis vor Steuern: 335 Mio. Euro

Ergebnis nach Steuern: 250 Mio. Euro

Free Cashflow: 332 Mio. Euro

Ausgaben für Forschungs- und

Entwicklung: 390 Mio. Euro

Anteil Auslandsgeschäft: 88 %

davon Region Asien/Pazifik:

810 Mio. Euro (+ 10%)

davon USA: 1,056 Mrd. Euro (+ 3 %)

Investitionen: 289 Mio. Euro

Mitarbeiter weltweit: 24.326

davon an den deutschen Standorten:

10.389

28


unternehmen [!] Ausgabe 31 | März 2013

[machen]

Planung ohne

faule Kompromisse

Mit einem Neubau können Unternehmen die Wirtschaftlichkeit ihrer

Produktionsabläufe deutlich steigern. Unternehmer Artur Kuntschik berichtet

von der Investition der Illertissener Präzisionsschleiferei.

Artur Kuntschik steht in der neuen Produktionshalle

und ist rundum zufrieden:

„Sie ist hell, die Luft ist gut“, sagt

der Unternehmer aus Illertissen, der mit seinem

Bruder Werner die Präzisionsschleiferei

Kuntschik GmbH & Co. KG führt. Seit November

sind die beiden Unternehmer und ihre 30

Mitarbeiter in den Bau auf der grünen Wiese

umgezogen, der samt Technik und Erweiterung

des Maschinenparks mehr als 2 Millionen

gekostet hat.

„Mit der Entscheidung, neu zu bauen, können

viele Unternehmen eine bessere Wirtschaftlichkeit

erreichen“, sagt der Biberacher Architekt

Josef Kuon, der die Kuntschik-Halle nur

von Erzählungen kennt. Wenn man Lösungen

im Bestand suche, sei man zu vielen Kompromissen

gezwungen. „Das hat letztlich ökonomische

und ökologische Nachteile“, sagt

Kuon mit Blick auf die schärferen Vorgaben

des Gesetzgebers in Sachen Energie. Daher

würden sich Unternehmen im Vergleich zu

früher heutzutage schneller für einen Neubau

entscheiden.

Von innen nach auSSen

Bei Kuntschik war der Neubau unumgänglich.

„Unsere alte Halle war viel zu eng“, sagt

der Firmenchef. Einen Neubau hatten er und

sein Bruder 2007 ins Auge gefasst, dann aber

wegen der Wirtschaftskrise verschoben. Am

neuen Standort ist die Produktionsfläche nun

mit 2480 Quadratmetern mehr als dreimal so

groß wie früher: Auf einer Breite von 37 Metern

stört keine Stütze. Damit konnte der Mittelständler

seinen Maschinenpark so anordnen,

dass der Materialfluss optimal gestaltet

ist. „Zudem haben wir Reserveflächen eingeplant“,

sagt Kuntschik mit Blick auf das künftige

Wachstum. Hilfe bei der Planung bekam

das Unternehmen durch zwei Studenten von

der Hochschule Ulm, die die Planung der Halle

zum Thema ihrer Semesterarbeit an der Fakultät

für Produktionstechnik machten. Nach

den Worten von Architekt Kuon werden heutzutage

Industriehallen von innen nach außen

geplant, um optimale Abläufe zu erhalten.

„Die Konstruktion der Halle entwickelt sich

aus der Entscheidung für den Maschinenpark“,

erklärt er. Ausgehend vom geplanten

Produktionsprozess gebe es unterschiedliche

Zonen in den Industriebauten. „Daraus leiten

sich wiederum unterschiedliche Anforderungen“,

sagt Kuon und nennt das Thema Filteranlage

als Beispiel.

Das ist auch bei Kuntschik ein großes Thema.

Die Lohnschleiferei arbeitet mit einem Wasser-Öl-Gemisch.

Um zu verhindern, dass sich

ein feiner Nebel in der Halle verteilt, investierte

Kuntschik 300.000 Euro in eine Lüftungsanlage,

die die Wärme zurückgewinnt. Um auch

in Zukunft flexibel zu sein, ließ das Unternehmen

einen Technik-Himmel unter der Hallendecke

installieren. Von dort werden alle Maschinen

mit Strom, Druckluft, Kühlmittel

sowie der Be- und Entlüftung erreicht. Der

große Vorteil daran: Muss die Anordnung der

Maschinen wegen Aufträgen geändert werden,

lassen sich die Rohrverbindungen in dem

Technikhimmel wie in einem Lego-Baukasten

einfach umstecken, sagt der Firmenchef.

„ein tolles Gefühl“

Das Unternehmen setzt zudem auf Wärmerückgewinnung,

auf eine so genannte Betonkern-Aktivierung,

die wie eine Fußbodenheizung

funktioniert, sowie auf die Produktion

von Solarstrom mit einer Photovoltaik-Anlage

und eine Lichtanlage, die per Bewegungsmelder

gesteuert wird. Firmenchef Kuntschik

findet: „In der neuen Halle zu stehen, ist einfach

ein tolles Gefühl.“ [!]

amb

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Gespräche, Austausch, Ideen, Innovationen – all das gehört für die Teilnehmer und Besucher zum Unternehmertag.

„Menschen kaufen von Menschen“

Als Initiator des Ulmer Unternehmertages gelang Karl-Heinz Raguse vor 14 Jahren ein Volltreffer. Er hob eine regionale

Kommunikationsplattform für Unternehmer aus der Taufe. Am 14. März trifft man sich wieder.

Voll ins Schwarze. Treffender kann man

den anhaltenden Erfolg der Regionalmesse

für mittelständische Unternehmen

nicht bezeichnen. Die Donauhalle ist am

14. März 2013, wie schon die Jahre zuvor, bis

auf den letzten Ausstellungsplatz ausgebucht.

So soll es bleiben, denn an eine Ausweitung

denkt Karl-Heinz Raguse, der in seiner Freizeit

gerne zu Pfeil und Bogen greift, nicht: „Ich

scheue mich davor, weitere Flächen dazuzunehmen,

da sonst der Charakter des Marktplatzes

und die positive Stimmung verlorengehen.“

Genau das seien, so der Leiter der

Ulmer Geschäftsstelle des Bundesverbandes

mittelständische Wirtschaft (BVMW), die

zwei Faktoren, die dem Unternehmertag von

Beginn an seine ganz eigene Dynamik verleihen.

„Zu unserer ersten Veranstaltung luden wir

unsere Gäste ins Audi-Zentrum in der Wielandstraße

ein. Beendet wurde sie mit einem

erotischen Liederabend, der bei den geladenen

Abendgästen auf große Aufmerksamkeit

stieß“, berichtet Karl-Heinz Raguse augenzwinkernd

über die Geburtsstunde des Unternehmertages.

Seit dieser Zeit findet die Messe

von Jahr zu Jahr

mehr Zuspruch,

Karl-Heinz Raguse freut

sich auf die neue Runde.

wenn nun auch

ohne Glitter und

Glimmer.

Waren es beim ersten

Unternehmertag

im Jahre 1999

noch zwölf Betriebe,

so konnte Raguse

in diesem

Jahr mehr als 120

Aussteller und

zahlreiche Redner für die Regionalschau begeistern

und gewinnen. Dies sind so viele Unternehmer

wie im Vorjahr, wenn auch nicht

dieselben, denn 40 Prozent der Aussteller präsentieren

sich zum ersten Mal. „Viele Unternehmer,

die bei uns schon einmal einen Stand

hatten, kommen oftmals ein Jahr später als

Besucher wieder. Deshalb sieht man in der Donauhalle

auch immer wieder neue Gesichter“,

erklärt der Organisator: „Als Besucher hat

man eben noch mehr Zeit und Gelegenheit,

um Kontakte zu knüpfen.“ Und darauf kommt

es bei dem eintägigen Treffen, das keinen Eintritt

kostet, in erster Linie an. Für die Besucher

und die Aussteller, die zum Teil bis zu 100 Kilometer

weit anreisen, um sich auf der Messe

umzuschauen, Menschen zu treffen und sich

auszutauschen.

Für Karl-Heinz Raguse sind es gerade diese

persönlichen Gespräche, die niemals durch

moderne Medien wie Twitter oder Facebook

ersetzt werden können: „Menschen kaufen

von Menschen.“ Diese simple Erkenntnis war

es letztendlich auch, die den Initiator seiner-

30


unternehmen [!] Ausgabe 31 | März 2013

[spezial]

zeit auf die Idee des Unternehmertages gebracht

hat: „Im Grunde ist doch jeder Tag ein

Unternehmertag, denn jede Firma möchte

über ihre Produkte und ihre Dienstleistungen

berichten und sich in der Öffentlichkeit präsentieren.“

Wahre Schätze an Wissen

Deshalb war es für den leidenschaftlichen

Netzwerker eine logische Konsequenz, lokale

und regionale Firmen für einen bestimmten

Tag im Jahr zusammenzubringen. Für Karl-

Heinz Raguse ist Ulm dafür genau das richtige

Pflaster: „Nirgendwo in Deutschland gibt es so

viele Unternehmer, die in Forschung und Entwicklung

investieren. Von den meisten bekommt

es die Öffentlichkeit jedoch nicht mit

– es gibt hier also noch wahre Schätze an Wissen

und Innovationen zu entdecken.“ Deshalb

liebt es der zweifache Familienvater, am Unternehmertag

„viele inspirierende Menschen

zu treffen und die positive Stimmung in der

Halle wahrzunehmen“.

Optimismus hat er noch in jedem Jahr gespürt,

deshalb stehen für ihn die in Ulm ansässigen

weltweit agierende Produzenten sowie

der ausgewogene Branchenmix für eine weitgehende

Krisensicherheit im Süden: „Wir machen

es einfach richtig und zeigen es auch.“

Wer‘s nicht glaubt, der kann sich in der Donauhalle,

wo die Messe mittlerweile heimisch

ist, eines Besseren belehren lassen, wo es neben

Firmenpräsentationen und neuen Kontakten

auch dieses Jahr wieder jede Menge zu

erfahren und zu lernen gibt. Dafür stehen eine

Vielzahl an Vorträgen, Expertengespräche

und anregende Podiumsdiskussionen. „Der

Unternehmertag versteht sich als Messe- und

Unternehmensforum, das als exklusive Wissens-

und Dialogveranstaltung für Entscheider

aus dem Mittelstand konzipiert ist.“ Das

heißt: Hier kommen Experten zu Wort, aber

auch Vor- und Querdenker. Das war schon immer

so, und das wird auch so bleiben. Raguse:

„Auch wenn wir Jahr für Jahr Anregungen der

beteiligten Unternehmen mit in das Feintuning

unserer Konzeptidee aufnehmen, so hat

sich an unserem Grundgedanken nichts geändert,

nämlich mittendrin zu sein im Mittelstand.“

Und das war für den Hobby-Schützen

ja schon immer wichtig. Genau in die Mitte zu

treffen. [!] STEFAN LOEFFLER

Nils Schmid eröffnet

den Unternehmertag

Der 14. März 2013 ist ein Termin, an

dem man in der Donauhalle als Unternehmer

oder Agentur neue Wirtschaftskontakte

knüpfen, sein Wissen

vertiefen sowie an Workshops und Diskussionen

teilnehmen kann. Eröffnet

wird der weit über die Stadtgrenzen hinaus

beliebte Unternehmertag jeweils

von bekannten Persönlichkeiten aus

der Wirtschaft oder Politik. Dieses Mal

ist es der stellvertretende baden-württembergische

Ministerpräsident Nils

Schmid. Der sozialdemokratische Landesminister

für Finanzen und Wirtschaft

spricht im Anschluss an den

Ulmer Oberbürgermeister Ivo Gönner

– Letzterer hat sich noch nie einen Besuch

des Unternehmertages entgehen

lassen.

Gute Pressearbeit

ist unser Anspruch.

www.press-n-relations.de

31


[spezial] Ausgabe 31 | März 2013 unternehmen [!]

Was wann wo läuft

Wissen ist Macht. Für den Unternehmertag in der Ulmer Donauhalle hat das Organisationsteam ein mächtiges

Programm zusammengestellt. Die „Speaker´‘ Corner“ in vier Foren Raum für Vorträge, Workshops und Statements.

9.30 Uhr

Empfang und Eröffnung

Ivo Gönner (Oberbürgermeister der Stadt

Ulm), Dr. Nils Schmid (Stellvertretender Ministerpräsident

von Baden-Württemberg und

Minister für Finanzen und Wirtschaft), Mario

Ohoven (Präsident des Bundesverbandes mittelständische

Wirtschaft)

11.05 – 17.30 Uhr

Speaker’s Corner Forum F1 – F4

Kompetentes Fachwissen aktuell und direkt!

Kommen und nutzen Sie diese exzellente

Informationsquelle am Unternehmertag.

14.00 – 15.00 Uhr

Spitze im Süden

Der Unternehmertag-Talk zu einem aktuellen

Thema mit kompetenten Gesprächspartnern

Heribert Fritz (Fritz & Macziol Software und

Computervertrieb GmbH), Ralph Greiner

(Massarbeit Personalservice GmbH), Cornelia

Köhler (Euler Hermes Deutschland AG), Dr.

Tobias Mehlich (Handwerkskammer Ulm),

Robin Morgenstern (Morgenstern AG)

Moderation: Ulf Schlüter, Medienhaus SÜD-

WEST PRESSE

Ab 17.30 Uhr

Die große Business-Party

– Come together

In diesem Jahr präsentieren die Organisatoren

den Besuchern Al Jovo & Lea & friends mit der

dänischen Jazzsängerin Lea Knudsen. Sie spielen

eine farbenfrohe und facettenreiche Mischung

aus Brasil, Latin, Pop, Funk und Jazz.

Abwechslungsreiche Arrangements, Spannung,

Spielfreude und packende Rhythmik

sind ihre Markenzeichen.

Exponate

Held & Ströhle GmbH & Co. KG

Audi A3 Sportback

Audi A6 Avant

Volkswagen Golf 7

Volkswagen Touareg

Volkswagen Multivan

Mercedes Benz

Niederlassung Ulm | Neu-Ulm

Mercedes Benz E-Klasse

Wuchenauer Autocenter GmbH

Renault Twizy – das pfiffige Elektroauto

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einfach-natur-erfahren.de auf dem Segway

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persönlichen Dialog zu pflegen, ist wie immer

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und Tanzen.

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Besuchen Sie

uns auf unserem

Messestand!

Speaker’s Corner

In den vier Foren der Speaker‘s Corner beginnen

gleichzeitig Vorträge, Workshops und interessante

Statements

11.05 Uhr

Bring your own device

– Hype oder Trend?

Manuel Staiger, IT sure GmbH

Sichere Energie für Schwaben:

Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD)

Leipheim. Katrin Albsteiger, SWU Stadtwerke

Ulm/Neu-Ulm GmbH

Neue Entwicklungen im Arbeitsrecht

anhand aktueller Rechtsprechung. Thomas

Schmid, Anwälte Thomas Schmid & Kollegen

Erfolgreich online handeln – Was Kinderzimmer

und Ihre Produktdaten gemeinsam

haben. Steffen Herrmann, tagwork

GmbH

32


unternehmen [!] Ausgabe 31 | März 2013

[spezial]

11.40 Uhr

QR, AR, Responsive, KPI und Trallala

– Kürzelchaos in der Medienwelt.

Was heißt‘s, was bringt‘s?

Prof. Dr. Volker Walter, teamschostek GmbH

& Co. KG Werbeagentur

Die 7 Todsünden im Auslandsgeschäft!

Wie Sie erfolgreich neue Märkte erobern.

Martin Drescher, Wolfgang Wanja, InterGest

Turkey und Luxemburg

Erfolg haben & Mensch bleiben.

Effizienz, Effektivität durch Führung mit

Langzeiteffekt – Profitcontrolling und Profiling

als Führungsinstrumente. Helmut Bayer,

Elsbeth Trautwein, TQU GROUP

Multimedia im E-Recruiting

Text, Video, Bild und 3D für eine erfolgreiche

Stellenbesetzung. Ina Ferber, Monster Worldwide

Deutschland GmbH

12.15 Uhr

Mobil werben – Wie kann ich als

lokales Unternehmen mobil werben.

Timo Wöhrle, Jens Palm, SÜDWEST PRESSE

Medienhaus

Politiker sind anders, Unternehmer

auch!

Über das schwierige Miteinander von Unternehmertum

und Politik. Lothar Lehner,

BVMW Bundesverband mittelständische

Wirtschaft

Alternative Finanzierungsformen

für mein Unternehmen.

Ein Unternehmen kann auf vielfältige Weise

finanziert werden – wir stellen alternative Instrumente

und Möglichkeiten zur Kapitalbeschaffung

vor. Harald Fischer, Fischer Controlling

Corporate Finance

Mit drei Klicks zum Redakteur:

Ergonomische Prozessabbildung in der Pressearbeit.

Uwe Pagel, Press‘n‘Relations GmbH

12.50 Uhr

Kreativ & effektiv Werben:

Sonderwerbeformen im TV. Harald Polster,

Regio TV Schwaben GmbH & Co KG

ESVI – Wieso bringen Unternehmer

die Blütezeit ihres Unternehmens in

Gefahr?

Wie das ganze Leben so ist es auch im Unternehmen

– das einzig kontinuierliche ist die

Veränderung! Ralph Greiner, Massarbeit Personalservice

GmbH

Nettomax – mehr netto für Ihre Mitarbeiter,

weniger Lohnkosten für Sie.

Heiko Manns, Singerer und Kollegen GmbH

Wer hat Angst vor Heuschrecken?

Unternehmensverkauf im Mittelstand erfolgreich

gestalten. Dr. Hartmut Schneider, M & A

Strategie GmbH

Ich bin beim

Unternehmertag, weil ...

Marcus Deutenberg,

Leiter Vertrieb,

SWU Energie

GmbH

„... mittelständische Unternehmen aus der Region

wichtige Geschäftspartner für uns sind.“

Robin Morgenstern,

Vorstandsvorsitzender

der

Morgenstern AG

„... die Kontaktdichte mit dem ansässigen Mittelstand

sowie die zukunftsorientierten Impulse

der Messe in unserer Region ihresgleichen

suchen!“

vor Ort

SÜDWEST PRESSE

Medienhaus

SÜDWEST PRESSE

Ulmer Wochenblatt

unternehmen[!]

swp.de

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Südwest-Mail

Besuchen Sie auch unseren

Vortrag Mobil werben

– Wie kann ich als lokales

Unternehmen mobil werben.

Forum 1 um 12:15 Uhr.

Der Arbeitgeber-Service -

Partner der Unternehmen

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Unternehmertag

Der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur Ulm

bietet ein umfassendes Dienstleistungsangebot

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33


[spezial] Ausgabe 31 | März 2013 unternehmen [!]

13.25 Uhr

Hinter den Kulissen einer Kreditentscheidung!

Wie kann ich eine Kreditentscheidung beeinflussen?

Oliver Wenzler, Commerzbank

AG

Der Wert der Mitarbeiter – der Wert

der Kunden.

Karin B. Stein, Feng Shui Institut Stein

Good Bye Excel. Wie Business-Intelligence-Anwendungen

in kürzester Zeit Erfolge

erzielen. Christian Wagner, alphaQuest

GmbH

Was ist Ihnen Ihr Kunde wert?

Leadmanagement mit CRM. Monika Mack,

cobra computer‘s brainware GmbH

14.00 Uhr

Podiumsdiskussion

Spitze im Süden.

15.10 Uhr

Was ist denn mit Herrn K. los?

Wenn Mitarbeiter sich plötzlich gegen neue

Aufgaben wehren. Burnoutwarnzeichen und

psychische Störungen bei Mitarbeitern früh

erkennen und sicher gegensteuern. Roswitha

Birk-Becht, Praxis für Psychotherapie HPG

Effizientere Meetings: Wir zeigen Ihnen,

wie Sie Ihre Meetings kürzer und ertragreicher

machen können mit Freestorm Visual

Collaboration Solutions. Jörg Mitschele,

klartext®-Gruppe GmbH & Co. KG

Der Käpt‘n geht von Bord.

Unternehmensnachfolge im Mittelstand.

Dr. Jack Schiffer, Dr. Michael Hils, Beiten Burkhardt

Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

Spitze im Süden – durch mehr Zeit für

das Wesentliche, Ihr Kerngeschäft!

Ramona Probst, Business Center Ulm GmbH

& Co. KG

15.45 Uhr

Live-Dolmetschen zum Thema Qualitätsmanagement

aus der englischen

in die deutsche Sprache.

Paula Whelan, Eva M. Nertinger, BDÜ

Wir brauchen keine Übersetzer! ...

oder doch?

Professionelle Sprachmittler – Mehrwert für

Ihr Unternehmen. Katharina Tregonning, Bettina

Ostermann, BDÜ

Spitze sind die Ausgeglichenen! Druck

und Anspruch, Lebenskraft und Freude im Arbeitsalltag

– geht das? Gerd Xeller, Xeller Training

Neue Medien – Erfolgsfaktor für jedes

Gewerbe ...

Internet-Auftritt, Suchmaschinen, Social Media

& E-Commerce. Marco Hintz, unimess

GmbH

Erfolgreich werben – per Post.

Ideen und Lösungen für Werbebotschaften

und Vorstellung einer neuen Brieflösung für

Unternehmer. Susanne Henne, Deutsche Post

AG Direkt Marketing Center

16.20 Uhr

Integrierte Vertriebsunterstützung zur

Neukundengewinnung – wie geht das?

Kosten senken und Umsätze maximieren –

durch TeleSales auf hohem Qualitätsniveau.

Adam Lamont-Brown, David Colchero, Max

ASP GmbH

Die Erfolgsstrategie der gesunden

Führung!

Gesundheit ist die Erfolgsgarantie für eine

dauerhafte Leistungsfähigkeit aller Mitarbeiter.

Maria Wirth, Ute Irene Ambrosch, Institut

für Coaching & Gesundheitsmanagement

Visuell konzipierte Unternehmensabläufe

werden Realität! Global Eagle®:

Wie aus Ihren Geschäftsprozessen und Maskenentwürfen

Ihr maßgeschneidertes IT System

(ERP / CRM / PPS & Co.) generiert wird.

Dr. Reinhold Bareiß, Eagle Peak GmbH

Unternehmensnachfolge im Handwerk

Herausforderungen und Handlungsempfehlungen.

Dr. Stefan Rössler, Handwerkskammer

Ulm

16.55 Uhr

Mehr Verkaufs-Erfolg durch Wertschätzung

– praktische Tipps vom Akquise-Papst. Dr. Daniel

Langhans, Profiakquise Dr. Langhans

GmbH

Releasewechsel in der Unternehmenssoftware

– In Hardware investieren

oder Kosten senken?

Dr. Harald Varel, Wilken Rechenzentrum

GmbH

Das Recht am Bild – Nutzungsrechte / Urheberrecht.

Markus Fahrenheim, bildwerk89

– foto & kreativstudio

Mobil – Flexibel – Familienfreundlich

mit IT-Tools.

Möglichkeiten und Chancen für klein- und

mittelständische Unternehmen. Simone

Schuhmacher, Sandra Benz, MFG Innovationsagentur

für IT und Medien Baden-Württemberg

Ich bin beim Unternehmertag, weil...

Ralph Greiner,

Geschäftsführer,

Massarbeit Personalservice

GmbH

„ .... wir als Unternehmen ihn als hervorragende

Plattform zum Netzwerken kennengelernt

haben, und weil wir es als Bekenntnis für die

Region sehen – Spitze im Süden!“

Joachim Braun,

Geschäftsführer,

Braun Digitaldruck

„ .... dieser eine hervorragende Plattform für

uns als Innovationsträger bietet: zur Vorstellung

neuer Produkte, zur Vernetzung mit regionalen

Partnern und zur Findung neuer zukunftsorientierter

Impulse.“

Ralph P. Blankenberg,

Vorstandssprecher

der

Volksbank Ulm-

Biberach

„ ... dieser eine gute Kommunikationsplattform

mit Praktikern bietet und konkrete Impulse

für zielgerichtete Veränderungs- und

Entwicklungsprozesse in Unternehmen liefern

kann.“

34


unternehmen [!] Ausgabe 31 | März 2013

[namen & nachrichten]

Ulmer

Systemhaus Geco

firmiert um

Das Ulmer Systemhaus „Gerling

Consulting“ tritt jetzt unter

dem Namen „Geco GmbH“ auf.

Laut Geschäftsführer Marcus

Gerling will sich die Firma mit

der Umbenennung stärker von

der Gerling Versicherungsgruppe

unterscheiden. An ihrem

Standort in Lehr beschäftigt die

Geco GmbH derzeit 20 Mitarbeiter.

2012 hat das Unternehmen

fünf Software-Entwickler

des insolventen Schlecker-Konzerns

übernommen. Gerling

geht aufgrund der guten Auftragslage

davon aus, auch 2013

Fachkräfte einzustellen.

Mehr Besucher im

Museum von

Ravensburger

Großer Zuspruch für das Museum

Ravensburger: 2012 stieg

die Zahl der Gäste um ein Viertel

auf 33.500 Besucher. Davon

sind die Hälfte Urlauber. Nach

Angaben des Spiele-, Buch- und

Puzzleherstellers kommt bei Eltern

und Kindern gut an, dass

sie die interaktive Dauerausstellung

mit dem elektronischen

Lesestift Tiptoi als Rallye erleben

können. 2013 eröffnet der

Spielehof. Dort können Besucher

unter freiem Himmel spielen,

puzzeln und lesen.

Computerleasing

wieder im

Aufwärtstrend

CHG-Meridian in Weingarten,

ein Unternehmen der Deutschen

Computer Leasing AG,

verzeichnet seit Beginn des Jahres

eine Belebung des Geschäfts,

nachdem es in der zweiten Hälfte

2012 leicht rückläufig war.

Die Investitionsbereitschaft der

Unternehmen hatte nachgelas

Windpark mitten im Wald

Start frei für die Energiegewinnung aus dem

größten, 32 Millionen teuren Windpark Bayerns:

In Zöschingen im Landkreis Dillingen ist

jetzt die erste Anlage ans Netz gegangen. Bis

Anfang April werden sieben weitere Räder fertiggestellt,

teilte die Projektgesellschaft Vensol

Neue Energien GmbH mit Sitz in Babenhausen

(Unterallgäu) mit. Der Anlagenlieferant

Nordex setzt für die Montage der 58 Meter

langen und elf Tonnen schweren Rotorblätter

sen und der technische Wandel

zu Smartphones und Tablet-PCs

sich bemerkbar gemacht. Künftig

will CHG-Meridian nicht

mehr nur Leasinggesellschaft

sein, sondern verstärkt die Prüfung

von Computersystemen

und die Entwicklung effizienter

Gesamtlösungen anbieten.

CHG-Meridian verfügt über 36

Niederlassungen in 19 Ländern

und beschäftigt 774 Mitarbeiter,

davon 470 in Deutschland.

Fracking ruft

auf breiter Ebene

Protest hervor

Bereits im Vorfeld eines Genehmigungsverfahrens

zur Ausbeutung

von Öl- und Gaslagerstätten

in der Region zwischen

Bodensee und Donau wendet

sich die Bevölkerung vehement

gegen erste Explorationen mehrerer

Energieunternehmen. Bei

einem Informationsabend der

obersten baden-württembergischen

Bergbaubehörde in Illmensee

bei Ravensburg richtete

sich der Protest gegen das „Fracking“

genannte Verfahren, bei

dem konventionell nicht abbaubare

Öl- und Gasbestände

im Gestein unter hohem Wasserdruck

freigesetzt werden.

Dabei steigen tiefliegende Kohlenwasserstoffe

auf und verseuchen

das Trinkwasser. Deshalb

bekamen es die Vertreter der Erkundungsfirmen

nicht nur mit

den Bedenken von Natur- und

Umweltschützern zu tun, sondern

dem Zorn breiter Bevölkerungsschichten.

die Rotorblatttraverse (RBT) des Spezialherstellers

Ematec aus Memmingerberg (ebenfalls

Unterallgäu) ein. Diese Technik spare

nicht nur Zeit, es müsse auch deutlich weniger

Waldfläche gerodet werden als ursprünglich

geplant. Mit den jährlich in Zöschingen gewonnenen

rund 40 Millionen kWh Strom können

den Angaben zufolge insgesamt etwa 12.000

Haushalte versorgt werden. Das entspricht einem

Viertel des Landkreises.

Skepsis im

Mittelstand

nimmt zu

Die mittelständische Wirtschaft

in Baden-Württemberg

geht laut einer Studie mit Vorsicht

in das neue Jahr. Immer

weniger Betriebe sind mit ihrer

Lage demnach uneingeschränkt

zufrieden. Zuletzt waren es nur

noch 36 Prozent. Das ergab das

Mittelstandsbarometer der Prüfungs-

und Beratungsgesellschaft

Ernst & Young. Anfang

2012 waren es noch 58 Prozent.

13 Prozent der Firmen bezeichneten

die eigene Lage als

schlecht oder eher schlecht.

Nur 15 Prozent der Unternehmen

wollen 2013 zusätzliche

Mitarbeiter einstellen. [!]

35


[machen] Ausgabe 31 | März 2013 unternehmen [!]

1

Noch steht das um 1500 erbaute Bauernhaus

in Aichelau unweit von Münsingen

auf der Schwäbischen Alb.

Die einzelnen Elemente werden exakt katalogisiert,

gesichert und Stück um Stück abgebaut.

2

Der Kran hat das zerlegte Bauernhaus auf

schwere Tieflader gehievt – und jetzt geht es gemessenen

Tempos auf die Reise.

3

Umzug XXL

– Häuser auf Reisen

Dass die Liebe zu historischer Bausubstanz ein erfolgreiches Geschäftsmodell

sein kann, beweist die Jako Baudenkmalpflege in Rot an der Rot: Berge versetzt

sie nicht – aber immerhin ganze Häuser.

Das Haus hat seine neue Heimat gefunden:

das Freilichtmuseum Beuren im Landkreis

Esslingen.

5

6

An diesem Tisch hat die Familie Jäger

viele Jahrzehnte lang zu den Mahlzeiten

zusammengesessen. Er war schon

Mittelpunkt, als das Familienunternehmen

noch ein reiner Zimmereibetrieb war. Jetzt sitzen

am heutigen Besprechungstisch Bernd,

Martin und Karlheinz Jäger. Das Zimmer ist

ihr Konferenzraum, das Elternhaus die Zentrale

ihrer Unternehmen: Aus der Zimmerei

Jäger in Emishalden, einem Weiler südlich

des oberschwäbischen Rot an der Rot, sind

drei Firmen geworden, die mit 55 Mitarbeitern

2012 einen Jahresumsatz von 5,5 bis 6

Millionen Euro erzielt haben.

1890 hatte der Urgroßvater seinen Zimmereibetrieb

gegründet. Verbunden, wie damals oft

auf dem Land, mit einer Landwirtschaft. Ein

bis zwei Mitarbeiter, Arbeitsaufträge aus einer

auch räumlich sehr überschaubaren Umgebung.

So ging es weiter, auch nach 1971, als

der Vater, damals in dritter Generation, nach

dem Tod seines Bruders das Geschäft alleine

weiterführen musste. Und es blieb auch bei

der auf dem Land verbreiteten „Tauschwirtschaft“

– Geschäft und Gegengeschäft:

„Schwein gegen Dachstuhl“, so beschreibt es

Bernd Jäger, der älteste im Brüder-Trio.

Das Alte bewahren

Anfang der 80er Jahre änderte der Vater das

Geschäftsmodell. „Das war die Zeit von Stahlbeton

und Glas“, sagt Bernd Jäger, „niemand

wollte doch etwas mit alten Häusern zu tun

haben.“ Und mit Holz, dem Werkstoff des

Zimmerers. Nur eine Sparte gab es, die für diese

Tradition stand: die Denkmalpflege, für die

der Vater immer mehr Leidenschaft entwickelte.

Freilichtmuseen, welche die gute und

oft auch harte alte Zeit bewahren, wurden eingerichtet,

und das Jägersche Unternehmen

36


unternehmen [!] Ausgabe 31 | März 2013

[machen]

4

Das erste Ziel ist erreicht: Jako in Rot an

der Rot. Die Teile werden in der Werkshalle

ausgepackt und restauriert ...

Dank der sorgsamen Katalogisierung findet noch in der

Werkshalle Stück um Stück an den Platz, an den es gehört.

Und bald steht die nächste Reise an.

begann mit der Umsetzung – Translozierung

nennt das die Fachsprache – historischer Gebäude.

Erst ging es um Holzhäuser, die Modernerem

weichen mussten oder für die sich im

Museumsdorf ein „Austraghäusle“ fand.

Um die 20 waren die drei Brüder, als eine Erkrankung

des Vaters knapp vor der Jahrtausendwende

die Frage aufwarf, wie es weitergehen

solle. „Die Restaurierung hat uns

fasziniert“, sagen die Jägers heute unisono,

„wir haben aber auch die Probleme eines

Handwerksbetriebs gesehen.“ Die Brüder gaben

nicht auf und machten weiter. Allerdings

nicht mehr als Zimmerei, sie spezialisierten

sich ganz auf Translozierung und Restaurierung.

Die Mannschaft zählt

„Heute sind wir Komplett-Dienstleister“, sagt

Bernd Jäger, der den Vertrieb leitet: „Jako Baudenkmalpflege“,

wie das Unternehmen mittlerweile

heißt (Ja für Jäger, Ko für Kompetenz),

tritt als eine Art Generalunternehmer auf und

garantiert dem Auftraggeber, für einen festen

Preis alles für ihn abzuwickeln. Ob es nun ein

Privatmann ist, der ein denkmalgeschütztes

Haus retten will, indem er es fachmännisch

zerlegen, auffrischen und an anderem Ort

wieder aufbauen lässt, oder ob es eine öffentliche

Institution ist – oder eben ein Museumsdorf.

„Wir haben lauter Spezialisten“, lobt der

für das Personal zuständige Martin Jäger seine

Leute, „lauter Individualisten, die sich um alles

kümmern und kritische Punkte von vornherein

aus dem Weg räumen können.“ „Wir

müssen alles abklopfen, ein Konzept entwickeln,

das wissenschaftlich, technisch und

kaufmännisch stimmt. So etwas kann durchaus

mal zwei Jahre dauern.“ Sagt Bernd Jäger.

Sein für die Finanzen zuständiger Bruder Karlheinz

Jäger greift zu einem Bild aus dem Fußball,

seinem Hobby: „Wir müssen antizipieren,

wo der Ball hinkommt“: Um zu erspüren,

wo an Translozierung oder Restaurierung Interesse

entstehen könnte, müsse man „mit

hellem Köpfchen durch die Gegend wandern“,

müsse Zeitungen, Rundfunk, Fernsehen verfolgen,

erkennen, wo über Erhaltenswertes

diskutiert werde. Es gelte dabei auch, die Bereitschaft

zu wecken ... und irgendwann sei

die Zeit reif, zu der die Jägers ihr fertiges Konzept

präsentieren können – „und dann geht es

ganz schnell“.

Dienstleister des Jahres

Besonders stolz sind die Brüder auf die Auszeichnung,

die ihrem Unternehmen im Mai

vergangenen Jahres verliehen wurde: „Dienstleister

des Jahres 2012“, mit diesem Titel des

Landes dürfen sie sich nun schmücken. Überzeugt

hatte die Jury in dem vom Finanzministerium

ausgeschriebenen Wettbewerb „die

hervorragend gelungene Verbindung von Tradition

und Innovationsfähigkeit“ entsprechend

dem Firmenmotto von Jako: ,Aus Leidenschaft

der Tradition verpflichtet’“.

Bernd Jäger formuliert es so: Jedes Projekt sei

„ein Individuum, genau wie der Mensch da-

Wir bringen

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37


[machen] Ausgabe 31 | März 2013 unternehmen [!]

Jako Baudenkmalpflege in Kürze

Sie lieben, was sie tun: die Jako-Geschäftsführer

Martin, Bernd und Karlheiz Jäger.“

hinter.“ Und bei der Realisierung „sollten alle,

wir, die Kunden und unsere Mitarbeiter, alle

sollten wir im gleichen Boot sitzen – und die

Bootsfahrt sollte unterhaltsam sein.“ Für Bedürfnisse,

Ängste und Sorgen der – potenziellen

– Auftraggeber wolle Jako Lösungen anbieten

und so ein Vertrauensverhältnis

schaffen.

Martin Jäger ergänzt: Oft werde gelehrt, man

solle Distanz zum Kunden wahren. Das sei bei

Jako anders: „Wir wollen unsere Kunden kennenlernen,

mit ihnen zusammenwachsen“,

auf der Basis der gemeinsamen Liebe zu historischen

Gebäuden. Ein „Geschäft mit Ellenbogen“

gebe es nicht, Martin Jäger formuliert das

Als „Holding“ aller Unternehmen fungiert

die Jägergruppe in Emishalden nahe

Rot an der Rot im südöstlichen Landkreis

Biberach. Insgesamt 55 Mitarbeiter; der

Jahresumsatz 2012 lag zwischen 5,5 und

6 Millionen Euro.

Zur Gruppe gehören:

Jako Baudenkmalpflege GmbH: Das

größte und öffentlichkeitswirksamste Unternehmen

der Gruppe. Spezialaufgaben:

Restaurierung und Translozierung historischer

Gebäude, oft für Museumsdörfer.

Generalunternehmer für Restaurierung,

Verlegung außergewöhnlicher Dielen- und

Parkettböden („Dinesen“). Jako hatte

2012 am Gesamtumsatz der Gruppe einen

Anteil von prognostiziert 4,5 bis

4,8 Millionen Euro. Tätigkeitsbereich:

Deutschland, Österreich, Schweiz. Tritt

auch mit der Marke „unika“ auf, die sich

vor allem an Privatleute richtet.

Jäger GmbH: Ursprünglicher Zimmereibereich,

erweitert um Maureraufgaben

und Lehmbau, Mitglied im Bauhauptgewerbe.

Stellt anderen Unternehmen ihre

bei ihr fest angestellten, meist selbst ausgebildeten

Spezialisten zur Verfügung.

Derzeit 15 Mitarbeiter, davon sechs Auszubildende.

Conred GmbH: Spezialisten für Holzund

Bautenschutz; sowohl für Fremdunternehmen

als auch für die anderen Jäger-Unternehmen

tätig.

Unternehmensziel so: „Der Kunde kommt als

Fremder und geht als Freund.“

Ähnlich sieht er als Personal-Verantwortlicher

auch das Verhältnis zu den Mitarbeitern,

gerade auch zu den Auszubildenden: „Denen

bauen wir ein Modell auf für ihre Zukunft.“

Man mache gemeinsam Masterpläne für das

Leben, finde gemeinsam Ziele heraus und helfe

dabei, die in überschaubaren Zeiträumen

umzusetzen. Bernd Jäger: „Das Schlagwort unseres

unternehmerischen Handelns heißt:

Kommunikation. Die löst Probleme – oder anders

gesagt: Probleme entstehen durch mangelnde

Kommunikation.“ Innerbetrieblich

und im Verhältnis zu den Kunden. Nicht bei

Jako. [!]

LORENZ KOCH

Die zwei Methoden, Häuser zu versetzen

Ein Gebäude an einen anderen Ort zu versetzen,

ist ein hochkomplexer Prozess.

Hier der – zugegeben stark vereinfachende

– Versuch einer Erklärung.

Das Haus wird an seinem Ursprungsstandort

von seiner Statik und seinen Baugegebenheiten

her exakt untersucht. Dabei wird ermittelt,

in welche Stücke die Konstruktion zerlegt

werden kann: Wie kann eine Wand, eine

Decke, ein Dachstuhl (oder ein Teil davon) so

abgebaut werden, dass der Transport möglich

wird?

Das Haus wird in Einzelteile zerlegt, die so

groß sind, dass Tieflader sie aufnehmen können.

Die Teile werden auf der Baustelle sorgfältig

verpackt, zum Beispiel in regelrechten

Bretterverschlägen. Auf für Schwerlasten geeigneten

Tiefladern werden sie dann sukzessive

zur Werkshalle von Jako in Rot an der Rot

gebracht.

In der Werkshalle bauen die Mitarbeiter die

Häuser dann wieder auf – entweder zur Gänze

oder in Teilen. Derzeit steht dort ein 200 Jahre

altes Fachwerkgebäude – der Hof Bühler –, das

schon bald ins Freilichtmuseum Beuren

(Kreis Esslingen) transportiert wird. Jako-

Handwerker restaurieren, bessern aus, erneuern

zum Beispiel schadhaftes Holz oder Mauerteile.

Und wenn, wie bei alten Häusern oft

der Fall, Wände aus Lehm bestehen, dann zeigen

die Mitarbeiter eben, dass sie auch Fachleute

im (modernen) Lehmbau sind.

Die hier wieder errichteten Häuser oder Hausteile

bestehen wiederum aus Teilen – in transportfähigen

Größen. Die kommen am Schluss

abermals per Tieflader zum neuen Standort.

Dort sind die Fundamente schon vorbereitet;

die Teile werden darauf aufgesetzt und handwerklich

verbunden – fertig ist das Haus, das

dann aussieht, also ob es hier schon Jahrhunderte

stünde.

Auf und nieder

Es gibt noch eine zweite Methode, nach der

Jako ganze Häuser versetzt, wenn sie zum Beispiel

Bauvorhaben im Wege wären, aber nicht

abgerissen werden sollen: Sie werden verschoben.

Dafür in Frage kommende Gebäude werden

unterfangen, Hydraulikpressen heben

das viele Tonnen schwere Gebäude an, so genannte

„Schwerlasttransportplattformen“

werden darunter gefahren, das Haus darauf

abgesenkt und zum neuen Standort rangiert.

Dort wiederum wird es mit den Hydraulikpressen

angehoben, die Transportplattformen

werden herausgefahren, das Haus wird

auf die vorher angefertigten Fundamente abgesenkt

– fertig.

Im Normalfall arbeiten fünf bis sieben Jako-

Handwerker plus Planer plus Ingenieure an

einem Projekt, manchmal wird auch ein Zwei-

Schicht-Vorgehen notwendig. Aufwendige

Vorhaben können bis zu zweieinhalb Jahre in

Anspruch nehmen, in der Regel ist etwa ein

Jahr dafür erforderlich.

Die Translozierung wird zu Festpreisen angeboten.

Derzeit hat Jako Angebote für ein

Translozierungs-Volumen von rund 10 Millionen

Euro erstellt. [!] LORENZ KOCH

38


unternehmen [!] Ausgabe 31 | März 2013

[finanzieren]

Länderkennzeichen

(zweistellig)

Bankleitzahl

(achtstellig)

IBAN

D E 3 9 1 0 0 1 00 5 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0

Prüfziffer

(zweistellig)

Kontonummer

(zehnstellig; fehlende Stellen werden

z.B. vorn mit Nullen aufgefüllt)

Viele Unternehmen sind in Verzug

Zum 1. Februar 2014 wird der einheitliche europäische Zahlungsverkehr zur Pflicht und damit die 22-stellige

internationale Kontonummer Wirklichkeit. Experten warnen: Der Aufwand ist beträchtlich.

Die Zeit wird allmählich knapp. Am

1. Februar 2014 müssen deutsche Unternehmen

die Umstellung auf das Europäische

Zahlungsverkehrssystem Sepa

(„Single Euro Payments Area“) abgeschlossen

haben. Dann wird das Sepa-Verfahren für alle

Überweisungen und Lastschriften nicht nur

in der Euro-Zone, sondern in allen 27 EU-Mitgliedsstaaten

und zusätzlich für Norwegen,

Liechtenstein, Island, die Schweiz und Monaco

Pflicht. Die dort geltenden nationalen Zahlungssysteme

haben mit diesem Tag ausgedient.

Tatsächlich aber tun sich vor allem kleine und

mittelständische Unternehmen mit der Umstellung

auf die neuen Verfahren und Systeme

schwer. Es bestehe noch „ein hohes Informationsdefizit“,

klagt Carl-Ludwig Thiele, im Vorstand

der Deutschen Bundesbank für Zahlungsverkehr

zuständig. Ähnliches zeigt eine

im Januar vorgelegte Studie der Postbank. Danach

hat jedes dritte Unternehmen die Umstellung

noch nicht in Angriff genommen, ein

Viertel hat noch keinerlei Zeitplan für die

Umstellung. Nur 40 Prozent der Mittelständler

haben das Thema Sepa auf dem Schirm

und beginnen oder haben bereits mit den notwendigen

Änderungen für das einheitliche

europäische Zahlungssystem begonnen.

„Offensichtlich unterschätzen vor allem kleinere

Unternehmen den Aufwand für die Umstellung

auf Sepa. Dabei gehen einige Experten

sogar davon aus, dass der Aufwand höher

Sepa in Kürze

Sepa steht für „Single Euro Payments

Area“. Nach der Einführung des Euro –

1999 als Buch-Geld, 2002 auch als Bargeld

– ist es das größte Zahlungsverkehrs-Projekt

in Europa.

Sepa umfasst nicht nur die 17 Euro-Staaten,

sondern alle 27 Länder der EU und

zusätzlich Norwegen, Liechtenstein, Island,

die Schweiz und Monaco. Dieser

Bereich mit annähernd 500 Millionen

Einwohnern wird für den Zahlungsverkehr

in Euro zum Inland.

Erforderlich für Sepa sind die 22stellige

internationale Kontonummer IBAN mit

Länderkennzeichnung, Prüfziffer, Bankleitzahl

sowie die so genannte BIC, die

weltweit standardisierte Bankleitzahl.

Sepa-Überweisungen sollen künftig innerhalb

eines Bank-Arbeitstages abgewickelt

werden und sollen nicht teurer sein

als bislang Überweisungen im Inland.

liegt als seinerzeit bei der Euro-Einführung“,

sagt Postbank-Manager Reiner Ramacher. Die

Warnungen, die der Bundesverband Deutscher

Banken, der Deutsche Sparkassen- und

Dank eines einheitlichen europäischen

Zahlungsverkehrs sollen Überweisungen,

Lastschriften und Bankkarten in allen beteiligten

Ländern nach dem gleichen System

funktionieren. Sepa-Überweisungen

sind bereits seit 2008 möglich, in

Deutschland werden sie allerdings kaum

ausgeführt.

Sepa-Lastschriften ermöglichen die

grenzüberschreitende Einziehung von

Forderungen. Notwendig ist dazu allerdings

neben den Kontendaten auch die

so genannte Gläubiger-Identifikationsnummer,

die hierzulande bei der Bundesbank

beantragt werden kann.

SEPA wird für Unternehmen, die öffentliche

Verwaltung und Vereine ab

1. Februar 2014 Pflicht. Verbrauchern

wird eine Übergangsfrist bis 2016 gewährt.

Infos unter www.sepadeutschland.de

39


[finanzieren] Ausgabe 31 | März 2013 unternehmen [!]

Giroverband (DSGV) und der Bundesverband

der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) wie

auch Bankenverbände aussprechen, sind eindeutig.

Der Aufwand für die Umstellung könne

beträchtlich sein, heißt es in einer gemeinsamen

Erklärung. Thomas Ullrich von der DZ

Bank rät daher den Verantwortlichen in den

Betrieben dringend dazu, die Systeme bis

Herbst 2013 auf Sepa auszurichten.

32 Länder bilden

den Sepa-Raum

gesetzliche Regelung

Für die Unternehmen steht dabei erheblich

mehr auf dem Spiel als für Verbraucher. Diese

müssen sich zwar statt der bisherigen Kontonummer

und Bankleitzahl mit der internationalen

IBAN-Kontonummer (eine 22stellige

Kombination aus Länderkennzeichen, Prüfziffer

und Bankleitzahl) sowie der BIC, der

standardisierten Bankleitzahl anfreunden.

Dafür aber gilt eine Übergangsfrist bis zum

Jahr 2016. Firmen wird diese Frist nicht gewährt.

Vielen sei offensichtlich nicht wirklich

klar, sagt DZ Banker Ullrich, dass Sepa eine

gesetzliche Regelung ist und nicht eine

freiwillige Produkteinführung. Dabei kann es

zu erheblichen Störungen in den Zahlungsströmen

der Unternehmen kommen, wenn

die Systeme in der Gehaltsabrechnung, in Einund

Verkauf, bei der Rechnungsstellung und

-Bezahlung nicht umgestellt sind, warnt Bundesbank-Vorstand

Thiele.

Ziel ist mehr Wettbewerb

Um was geht es überhaupt? Sepa definiert einen

einheitlichen Zahlungsverkehrsraum für

insgesamt 32 europäische Länder mit 500 Millionen

Einwohnern. Ziel: Mehr Wettbewerb

im Zahlungsverkehr und letztlich sinkende

Preise und Kosten. Schätzungen der Europäischen

Zentralbank (EZB) zufolge wird die Sepa-Umstellung

zunächst einmal zehn Milliarden

Euro kosten.

Die EU-Kommission hat allerdings die Einsparungen

über einen Zeitraum von sechs

Jahren mit insgesamt 125 Milliarden Euro beziffert.

Dies ergibt sich unter anderem daraus,

dass Unternehmen für die Abwicklung des

Zahlungsverkehrs im Sepa-Raum nur noch

ein Kreditinstitut benötigen und nicht jeweils

meist eine Bank in den 32 Sepa-Ländern, in

denen es Geschäfte betreibt.

Sepa erstreckt sich in allererster Linie auf

Überweisungen und Lastschriften. Sepa-

Überweisungen sind bereits seit dem Jahr

2008 möglich, Lastschriften seit Ende 2009.

Überweisungen sollen im Sepa-Raum innerhalb

eines Bank-Arbeitstages abgewickelt

werden und nicht teurer sein als inländische

Zahlungen. Der SEPA-Raum wird im Zahlungsverkehr

damit zum Inland. Die Dimension

des Projektes wird unter anderem an der

Zahl der Überweisungen und Lastschriften

deutlich: In Deutschland laufen jeden Tag

über die Plattformen der Bundesbank zehn

Millionen dieser Vorgänge ab. Im Euroraum

sind es nach Angaben von Thiele jedes Jahr

rund 35 Milliarden.

Viel Arbeit für Vereine

Bundesbank und Bundesfinanzministerium

haben in Abstimmung unter anderem mit

den Verbänden der Kreditwirtschaft, der

Industrie, der Versicherungen, des Handels

und der Verbraucherschützer einen

Sepa-Migrationsplan erarbeitet, der unter

www.sepadeutschland.de einsehbar ist. Denn

die Umstellung erfordert viel Arbeit im Detail.

Nicht nur für Unternehmen, sondern

auch für die öffentliche Hand und für die rund

580 000 Vereine in Deutschland. Wiederkehrende

monatliche Zahlungen, etwa der Stromabschlag

oder die Miete, oder Jahresbeiträge

für den Sport- oder Musikverein werden per

Lastschrift abgebucht. Dafür müssen die Abbucher

künftig nicht nur die IBAN und BIC

ihres Kunden oder Mitglieds kennen, sondern

auch die – in Deutschland 18stellige – Gläubiger-Identifikationsnummer,

die den Zahler

unabhängig von seinem Konto eindeutig

erkennbar machen soll.

Diese Nummer kann über die Bundesbank im

Internet (www.glaeubiger-id.bundesbank.de)

beantragt werden. Nach Thieles Angaben waren

zum Ende des vergangenen Jahres nicht

einmal 100 000 Nummern vergeben. Für 97

Prozent der 3,6 Millionen Unternehmen in

Deutschland und der 580 000 Vereine wurde

die Nummer bis dahin noch gar nicht abgefragt.

Auch dies zeigt nach Auffassung von

Thiele, wie groß die Herausforderungen

durch Sepa sind, die Unternehmen, öffentliche

Hand, aber auch Vereine in den kommenden

elf Monaten bewältigen müssen. [!]


Rolf Obertreis

40


Wichtig! Die Umstellung auf

das neue Verfahren hat bereits

begonnen...

Die Neuerungen im Zahlungsverkehr!

„SEPA“ – Erkundigen Sie sich rechtzeitig.

Ihr Berater informiert Sie gerne.

SEPA betrifft uns alle! Zum 01. Februar 2014 werden in Deutschland die bisherigen inländischen Überweisungs- und Lastschriftenverfahren

abgeschaltet. Der Zahlungsverkehr wird auch innerhalb Deutschlands nur noch über SEPA-Zahlungen erfolgen. Infomieren Sie sich

jetzt. Gerne stehen wir Ihnen als zuverlässiger Partner zur Seite.


[führen] Ausgabe 31 | März 2013 unternehmen [!]

Wie man gute Leute findet und hält

Die Entwicklungen in der IT-Branche sind rasant. Zwölf Tage Weiterbildung pro Jahr setzt Fritz & Macziol für die

Mitarbeiter an – und man achtet darauf, dass sie Spaß haben, erklärt Personalchef James Johnson in unserer Umfrage.

Wo und wie finden Sie die richtigen Mitarbeiter

für Ihr Unternehmen?

Potenzielle Fachkräfte von morgen laden wir

gerne persönlich zu uns ins Haus ein, sei es

zum „Girls Day“ oder zur „IT-Entdeckerwoche“.

Für unseren Nachwuchs sind wir außerdem

auf Ausbildungsmessen, in den sozialen

Medien oder auch bei Veranstaltungen an ausgewählten

Hochschulen präsent. Bei den Berufserfahrenen

zeigt sich, dass unsere Mitarbeiter

die besten Botschafter sind, denn rund

die Hälfte von ihnen bewirbt sich aufgrund

direkter Empfehlungen. Auf unserer Karriereseite

www.ITs-love.de kann sich zudem jeder

über den Arbeitgeber Fritz & Macziol informieren

und nach passenden Stellen suchen.

Was tun Sie, um Beschäftigte langfristig

ans Unternehmen zu binden?

Nur zufriedene Mitarbeiter bleiben

uns lange treu, deshalb legen wir

Wert auf ein Füreinander und

Spaß bei der Arbeit. Damit unsere

Mitarbeiter für ihr Thema

brennen können, dürfen sie

nicht ausgebrannt sein. „Leben

& Leisten“ in Einklang zu

bringen, ist das Ziel unserer

gleichnamigen Initiative. So

bieten wir beispielsweise flexible

Arbeitszeitmodelle und

die zeitweise Reduktion auf

80 Prozent an. Außerdem bezuschussen

wir im Rahmen

unseres „FITforFuture“-Angebots

die Mitgliedschaft in Fitnessstudios und

unterstützen Sportevents wie den Ulmer Einsteinmarathon.

Außerdem finden regelmäßig

Kurse wie Power-Yoga oder Zumba statt –

gleich nach der Arbeit, direkt in unseren

Räumlichkeiten.

Wie messen Sie die Atmosphäre

im Unternehmen?

Im Rahmen unserer

„Leben & Leisten“-Initiative

befragen wir

unsere Mitarbeiter regelmäßig

nach ihrer Zufriedenheit mit Fritz &

Macziol als Arbeitgeber. Die Ergebnisse sind

durchwegs sehr positiv. Während unserer

drei großen Mitarbeiterveranstaltungen im

Jahr kann man den Teamgeist und die positive

Atmosphäre förmlich spüren. Unsere unterdurchschnittlich

geringe Fluktuation ist sicherlich

auch ein Beweis dafür, dass es unseren

Mitarbeitern hier bei uns gefällt.

Wie viel investieren Sie in Weiterbildung?

Nur wenn wir massiv in das Know-how unserer

Mitarbeiter investieren, können wir unserem

Anspruch, unseren Kunden die jeweils

beste Lösung bieten zu können,

gerecht werden. Jedem unserer Mitarbeiter

stehen pro Jahr durchschnittlich

zwölf Tage für Aus- und Weiterbildung

zur Verfügung.

Welche Instrumente setzen Sie

ein, um das Wissen der Mitarbei-

Zur Person

James Johnson ist gebürtiger

Engländer, geboren in

Winchester. Seit 2007 arbeitet

er bei der Fritz & Macziol

GmbH in Ulm und zeichnet

als Personalleiter für heute

über 1000 Mitarbeiter der

Fritz & Macziol Group verantwortlich.

Sein Lieblingshobby

ist Hockey.

42


unternehmen [!] Ausgabe 31 | März 2013

[führen]

ter im Unternehmen besser nutzen zu können?

Um das Wissen der Mitarbeiter besser nutzen

zu können, muss es im ersten Schritt transparent

werden. Unsere interne Social-Software

bietet unseren Mitarbeitern hier die Möglichkeit,

ihre eigene Expertise sichtbar zu machen,

gezielt nach anderen Experten in der

Group zu suchen und sich mit ihnen zu vernetzen

und auszutauschen.

Fritz & Macziol – Spezialist und Generalist

Wie binden Sie Mitarbeiter in Entscheidungen

ein?

Indem wir ihnen Verantwortung für die Zukunft

der Unternehmensgruppe übertragen.

Im Rahmen eines Strategieprojekts feilen derzeit

zwölf Projektteams an unserer Strategie

für die nächsten Jahre. Die Teammitglieder

kommen bewusst aus allen Unternehmungen

und Hierarchiestufen und sind interne Botschafter

für ihr Projekt. Dank unserer flachen

Hierarchien sind die Wege kurz und Ideen

können zügig umgesetzt werden. [!]

1987 in Ulm gegründet, gehört die Fritz &

Macziol Group mittlerweile zu den größten

herstellerunabhängigen IT-Dienstleistern

und Softwareanbietern in Deutschland.

Gleichermaßen Spezialist wie Generalist

bietet die Gruppe ein ganzheitliches Portfolio

aus Hardware, Software, Services sowie

Consulting in ausgewählten Bereichen.

Als Teil des niederländischen Technologiekonzerns

Imtech N.V. beschäftigt die Gruppe

rund 1000 Mitarbeiter an über 25

Standorten weltweit.

Der Nutzen einer Burnout-Prävention

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Tatsache ist: 59 Mio. Fehltage wegen psychischer

Erkrankungen, ein Anstieg von

80% in den letzten 15 Jahren. Nach Ministeriumsangaben

führt dies zu einem Ausfall

an Bruttowertschöpfung von über 10 Mrd.

Euro (Stressreport 2012). 31% der Frühberentungen

bei Angestellten gehen auf psychische

Störungen zurück. Betroffen sind

vor allem Leistungsträger: Führungskräfte

32%, Wissenschaftler 40%, Techniker 23%,

des weiteren Mitarbeiter mit viel Kundenkontakt,

helfende Berufe, aber auch Mütter,

die neben Halbtagstätigkeit, Haushalt,

Kindererziehung auch noch Pflegekraft der

Eltern sein müssen.

Globalisierung verändert

Die Arbeitswelt

Die Arbeit wird zunehmend entgrenzt, die

Arbeitsinhalte und Abläufe werden immer

mehr verdichtet, Arbeitsprozesse verlangen

mehr Flexibilität und unternehmerische Verantwortung

wird nach unten verlagert. Besonders

belastend sind psychisch fordernde

Dienstleistungstätigkeiten, sog. „Falsche

Emotionen“. Als Folge nimmt die psychische

Belastung zu, Angst oder gar Verlustangst

steigert sich und blockiert jedes Innovationsdenken.

Die Kollegialität leidet und Verantwortung

beginnt zu diffundieren. Statt

Effektivität steigert sich die „schädliche

Emotionsarbeit“. Burnout ist keine psychiatrische

Erkrankung wie eine Depression.

Seine Alarmsymptome sind: gereizt, unkonzentriert,

unfreundlich oder zynisch gegenüber

Kunden, Kollegen oder Partner.

Burnout-Prävention

Sie verbessert das Imgage des Unternehmens

und die Wettbewerbsfähigkeit. Es

bewirkt eine bessere Mitarbeiterbindung

und somit bessere Leistungen bei weniger

Krankheitstagen. Ein besseres Arbeitsklima

erzeugt eine positive Atmosphäre, die mehr

Kreativität frei setzt. Als Resultat ist gar ein

höherer Gewinn zu erwarten.

Prävention ist Chefsache

Gute Arbeit – gesunde Arbeit: Diese Punkte

können unnötiger Arbeitsunfähigkeit vorbeugen:

1. Wenn Arbeitnehmer sich mit ihrer Arbeit

durch Kollegen, Chefs und Qualifizierungsmöglichkeiten

unterstützt fühlen

2. Wenn sie Einfluss auf die Arbeit nehmen

und sich dabei entwickeln können

3. Wenn sie subjektiv weniger Fehlbelastungen

empfinden wie Über- oder Unterforderung

4. Wenn sie fair bezahlt und wertgeschätzt

werden

Dr. med. Vinzenz Mansmann,

Burnout-Spezialist

der NaturaMed Vitalclinic

in Bad Waldsee, weiß aus

30-jähriger Praxiserfahrung:

„Durch unprofessionelles

Abwarten oder Probieren wird wertvolle

Zeit verschwendet.“

Holen Sie sich Unterstützung von Profis,

z.B. eine Burnout-Kur von 1 – 2 Wochen für

erschöpfte Mitarbeiter, Präventionsvorträge

oder Seminare im Betrieb.

Infos: NaturaMed Vitalclinic, Burnout-

Klinik, Badstr. 31c, 88339 Bad Waldsee,

Fon: 07524 990-222, www.burnoutkur.info,

kontakt@naturamed.de

43


[leben] Ausgabe 31 | März 2013 unternehmen [!]

Ideen können gefährlich sein

Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen. Aber haben Berufstätige im Alltagsstress überhaupt genug

Zeit für eine wohltuende Mahlzeit? In unserer Umfrage haben wir Führungskräften und Forschern in die Töpfe

geblickt – und erfahren: Manches hitzige Missgeschick vergisst man nie.

1) Kochen Sie gerne – und wo haben Sie es gelernt?

2) … und bislang auch ohne Blessuren oder ging schon einmal so etwas

richtig schief?

3) Legen Sie Wert auf gesundheitsbewusste Speisen mit evtl. regionalen

Produkten?

4) Was ist Ihr Lieblingsgericht?

5) Mit was kann man Sie vom Tisch „verjagen“?

6) Wie schaut das Essen im Alltag aus?

7) Hand aufs Herz: Sind Sie mit Ihrer Figur zufrieden?

Dr. Sabine Schwenk, 51,

seit 2002 Geschäftsführerin der

AOK Ulm-Biberach und damit

verantwortlich für rund

500 Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter.

1) Ja, ich koche gern und esse auch gern. „Learning by doing“ war beim

Kochen immer ausschlaggebend.

2) Ich erinnere mich – leider – an einen schwäbischen Käsekuchen,

den ich am Vorabend für das Jahrestreffen unserer ehemaligen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter gebacken habe. Wichtig für das Gelingen

ist, ihn im noch warmen Backofen langsam abkühlen zu

lassen. Schlecht für das Gelingen ist, dabei versehentlich die Grillfunktion

zuzuschalten.

3) Uneingeschränkt: Ja!

4) Zurzeit eine Toskana-Pfanne nach dem Rezept einer guten Freundin.

Dazu werden Kartoffeln, Zucchini, Möhren, Paprika und Zwiebeln

zusammen mit mediterranen Kräutern im Backofen gegart.

5) Mit schlechten Tischmanieren.

6) Ab und zu tappe ich da auch in die Falle. Mein Tipp: „After-Work-

Küche“ für Berufstätige bei der AOK lernen.

7) Das hängt von der Tagesform ab – mal so, mal so.

44


unternehmen [!] Ausgabe 31 | März 2013

[leben]

Martin Plenio (44, verheiratet)

ist seit Oktober 2009 Direktor

des Instituts für Theoretische

Physik an der Universität Ulm

und war zuvor Professor für

Quantenphysik am Imperial

College London.

1) Ich koche gerne Chinesisch, Indisch und Thailändisch. Dabei hilft

mir meine Kochbuchsammlung mit mehr als 100 Exemplaren. Ich

bin Autodidakt, aber die Grundregeln effizienter Küchenarbeit habe

ich von meiner Mutter gelernt.

2) Mein schlimmster Fauxpas: ein Wok mit einem verkohlten Gericht,

weil ich mitten im Kochen wegen einer Idee an den Schreibtisch

gegangen war und dort dann hängengeblieben bin.

3) Ich lege Wert darauf, dass Fleisch nicht aus Massenproduktion

stammt und hole eigentlich alles am liebsten von lokalen Produzenten.

Wir kaufen fast ausschließlich samstags auf dem Markt sowie

in kleinen Geschäften in der Innenstadt ein.

4) Das kann man so einfach kaum sagen, und es wechselt auch mit der

Zeit. Aber immer froh bin ich mit sehr gut zubereitetem Bacon &

Eggs sowie Tortilla de Patata. Hoch im Kurs steht bei mir im Moment

auch ein Curry mit Lammherzen oder Lammnierchen. Ansonsten

bin ich großer Fan der kleinen chinesischen Häppchen „Dim Sum“.

5) Mit mangelnder Abwechslung.

6) Zum Frühstück gehören oft eine Scheibe Brot mit Chorizo und ein

gekochtes Ei, das Mittagessen fällt oft aus, am Abend esse ich gerne

ein schnelles Curry oder einfach guten Käse oder auch belegte Brote.

Dazu gehört grundsätzlich

ein guter spanischer

Rotwein.

7) Seit ich in Ulm bin,

treibe ich keinen

Sport mehr und

daher bin ich

nicht völlig zufrieden,

aber ich denke,

dass ich noch ganz ordentlich

in Schuss bin.

Mit Mittelmotor. Ohne Spaßbremse.

Die neuen Cayman Modelle.

Ab sofort bestellbar bei uns im Porsche Zentrum Ulm/Neu-Ulm.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Porsche Zentrum Ulm/Neu-Ulm

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45


[leben] Ausgabe 31 | März 2013 unternehmen [!]

1) Kochen Sie gerne – und wo haben Sie es gelernt?

2) … und bislang auch ohne Blessuren oder ging schon einmal so etwas

richtig schief?

3) Legen Sie Wert auf gesundheitsbewusste Speisen mit evtl. regionalen

Produkten?

4) Was ist Ihr Lieblingsgericht?

5) Mit was kann man Sie vom Tisch „verjagen“?

6) Wie schaut das Essen im Alltag aus?

7) Hand aufs Herz: Sind Sie mit Ihrer Figur zufrieden?

Der 50-jährige Walter

Gschwind (verheiratet, zwei

Kinder) ist seit 20 Jahren Geschäftsführer

der Städtischen

Kurverwaltung und Touristinformation

Bad Waldsee. In seiner

Abteilung sind zehn Mitarbeiter

beschäftigt.

Prof. Dr. Doris Henne-Bruns

ist seit 2001 ärztliche Direktorin

der Klinik für Allgemeinund

Viszeralchirurgie am Universitätsklinikum

Ulm.

Die 58-jährige Chirurgin ist

verheiratet und hat ein Kind.

1) Meine Kochkünste beschränken sich im Wesentlichen aufs Spätzle

machen. Gerne schmökere ich dabei in alten schwäbischen Kochbüchern

und teste die verschiedenen Nuancen bei der Teigherstellung.

Ansonsten bin ich eher der klassische Küchenhelfer und assistiere

meiner Frau.

2) Meine Karriere als Kartoffelschäler und Zwiebelschneider verlief

bisher glimpflich.

3) Eine fleischarme, ausgewogene Kost mit frischen und regionalen

Produkten der Saison ist im Hause Gschwind von großer Bedeutung.

In der Gastronomie vertrauen wir am liebsten auf das Gütesiegel

der regionalen Aktion „LandZunge“.

4) Für frisch zubereitete Allgäuer Käsespätzle mit würzigem Emmentaler

Käse und frisch gerösteten Zwiebeln gehe ich meilenweit.

5) Für Innereien wie saure Kutteln, saure Nieren oder Leber kann

ich mich nicht begeistern. Für mich ungenießbar sind auch

Fleischprodukte, die bekanntermaßen aus Massentierhaltung

stammen und mich an das arme Geschöpf zu Lebzeiten

erinnern.

6) Manchmal nimmt man sich schon zu wenig

Zeit fürs Essen. Dann muss auch einmal ein

Fertiggericht oder ein Snack herhalten,

um den Hunger zu stillen. In der Regel

wird aber richtig gekocht – mit hochwertigen

Zutaten.

7) Übergewicht macht mir nicht zu schaffen,

mehr Bewegung und Sport würden

mir aber guttun.

1.) Ja. Die ersten Grundlagen habe ich von meiner Großmutter gelernt.

2.) Bis auf kleinere Schnittverletzungen und einige Brandblasen traten

bisher keine Blessuren auf.

3.) Ich lege Wert auf ausgewogene und saisonbezogene Gerichte und

kaufe gern auf dem Wochenmarkt ein.

4.) Ich habe kein Lieblingsgericht, sondern genieße sowohl inländische

als auch ausländische Speisen.

5.) Mit nichts, was auf dem Teller liegt

6.) Unter der Woche findet die Hauptmahlzeit abends zuhause statt.

Das Mittagessen besteht meistens aus einem Brötchen und etwas

Obst, gelegentlich gibt es auch etwas Süßes.

7.) Ja. Ich kann altersbedingte Veränderungen akzeptieren.

46


unternehmen [!] Ausgabe 31 | März 2013

[spezial]

Winterleuchten – Impressionen

Auch in seiner zweiten Auflage begeisterte das „Winterleuchten“ der SÜDWEST PRESSE Gäste und Gastgeber

gleichermaßen. Impressionen eines Empfangs voller zauberhafter Momente.

Medienecke: der Geschäftsführer des Pressehauses

Heidenheim, Martin Wilhelm, mit seiner Frau

Catherine sowie die Frauen der SWP-Chefredakteure,

Birgit Becker und Sabine Schlüter.

Im Inneren des Zeughauses feiern Köpfe der Gegenwart,

außen erleuchten Köpfe und Gedanken

aus der Vergangenheit das historische Zeughaus

im Herzen Ulms.

Im Gespräch (v.l.): Bankvorstand Fritz Lehmann,

OB Ivo Gönner mit seiner Frau Susanne

Schwarzkopf-Gönner und Generalmajor Richard

Roßmanith.

Ein Kellner außer Rand und Band? Von wegen: Musicalgröße Henrik Wager vom Theater Ulm reißt

die Aufmerksamkeit der Gäste an sich – sehr zum Gefallen der Gäste.

Annette Schavan (links) genießt das Fest noch als

Bundesministerin mit Doktorwürden. Bei ihr:

IHK-Präsident Peter Kulitz, SWP-Chefredakteur

Ulrich Becker und Goldochsen-Chefin Ulrike

Freund.

Schlechte Stimmung ist woanders: Sängerin

Olimpia Casà und Gitarrist Timo Deininger.

Der Ulmer OB Ivo Gönner, Aktionsleiter Karl Bacherle

und SWP-Chefredakteur Ulrich Becker.

Immer im Groove: Aktion 100.000-Auktionatorin

Susanne Rothfuß.

47


[spezial] Ausgabe 31 | März 2013 unternehmen [!]

Entspannt, strahlend – ein Erfolg

„Winterleuchten“, die Zweite: Der Neujahrsempfang der SÜDWEST PRESSE zog diesmal ins historische Zeughaus.

Die Party ist zugleich krönender Abschluss der Aktion 100 000.

Die Neue Pressegesellschaft, die die SÜD-

WEST PRESSE herausgibt, rundete den Betrag

auf 900 000 Euro auf – strahlende Gesichter

nicht nur bei den Verantwortlichen, sondern

auch bei den Gästen, die begeistert applaudierten.

Wie bei der ersten Auflage des „Winterleuchtens“

spielte auch diesmal Licht eine besondere

Rolle. Das Zeughaus war innen in Pink getaucht,

und für Lichtkunst an der Fassade

sorgten Klaus Wentz und Thomas Hajdu von

„Farbstoff Visuals“. Sie projizierten ein Einstein-Porträt,

das sich aus lauter Zitaten des in

Ulm geborenen Nobelpreisträgers zusammensetzte,

auf das Zeughaus.

In diesem Augenblick liegt das Vergnügen noch vor den Gästen: Thomas Brackvogel, der Geschäftsführer

der Neuen Pressegesellschaft, begrüßt die Gäste.

Dicke Mauern, Gewölbe und Säulen statt

Winterzelt neben dem Medienhaus:

Das „Winterleuchten“ der SÜDWEST

PRESSE wechselte für seine zweite Auflage die

Location. Das historische Zeughaus im Herzen

Ulms war im Februar Schauplatz des Neujahrsempfangs

– ein unvergleichliches Ambiente,

das die mehr als 200 Gäste sogleich

gefangen nahm.

Menschen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft,

Kirche und Kultur sollen sich beim

„Winterleuchten“ in entspannter Atmosphäre,

zwanglos und bei hochklassigem Rahmenprogramm

begegnen, sollen Kontakte knüpfen

oder vertiefen und einfach einen schönen

Abend verbringen. Und das haben sie. Dafür

sorgten auch das köstliche Flying Dinner, Musik

von Olimpia Casa mit ihrer Band, Multitalent

Ariane Müller und Sänger Henrik Wager

sowie der Jongleur Cotton McAloon. Und natürlich

Ensemblemitglieder des Theaters

Ulm. Als sie zu Beginn geschminkt und kostümiert

das Zeughaus mit Songs aus dem Musical

„Hair“ stürmten, war die Stimmung gleich

auf einem ersten Höhepunkt.

Grossartiges Ergebnis

Einen zweiten, wenngleich einen ganz anderer

Natur, gab es bei der Verkündung des diesjährigen

Spendenergebnisses der Aktion

100 000 und Ulmer helft. 895 901 Euro waren

zusammengekommen, so viel wie nie zuvor.

Ungewöhnliche Spezialität

SÜDWEST PRESSE-Geschäftsführer und Gastgeber

Thomas Brackvogel benutzte die wahrlich

glänzende Gelegenheit des „Winterleuchten“,

um den neuen Chefredakteur Ulrich

Becker, seit November 2012 im Amt, einem

großen Kreis vorzustellen. Dabei hob Brackvogel

abermals die Bedeutung von „gutem

Journalismus und guten Journalisten“ hervor.

Ganz im Sinne Ulrich Beckers. Der 50-Jährige

ging in seiner launigen Ansprach auch auf

kulinarische Süd-Ost-Überraschungen ein; er

kam aus Berlin nach Ulm und stellte plakativ

fest: „Die Ulmer Currywurst ist besser als die

in Berlin.“ Allerdings, schränkte er ein, hätte

er sich das anfangs niemals vorstellen können,

als er an einem Stand am Ulmer Wochenmarkt

Currywurst mit Zwiebeln sah. „Inzwischen

bestelle ich sie regelmäßig.“

Mit Currywurst an zugigen Ecken mussten

sich die Gäste des „Winterleuchten“ freilich

nicht zufrieden geben. Sie verbrachten einen

rundum gelungenen Abend – und würden

sicherlich im nächsten Jahr gern wiederkommen.

[!]

48


Anzeige

Herausforderungen angenommen und

mit den Anforderungen gewachsen

So hat sich die Firma Pscheidl während

der letzten sechs Jahre in der Branche

und der Region einen herausragenden

Namen erarbeitet.

Das Familienunternehmen mit Zeltmeister

Marcus Pscheidl an der Spitze ist unter dem

Stichwort „klein, aber fein“ hauptsächlich

auf hochwertige Veranstaltungen spezialisiert.

So ist es möglich, flexibel auf individuelle

Bedürfnisse einzugehen und mit einer

exquisiten Ausstattung auch kurzfristig gezielt

auf Kundenwünsche einzugehen.

Der Pscheidl Veranstaltungsservice und

Zeltverleih füllt eine Nische im Party-Zelt-

Bereich abseits der riesigen Bierzelte. Von

der Planung bis zur Ausführung, wird zusammen

mit dem Kunden ein „Rundum-

Sorglos-Paket“ geschnürt.

Durch ein zuverlässiges Netzwerk ist es

möglich, für jede Veranstaltung das entsprechende

Equipment zu stellen und die Veran-

staltung ins richtige Licht zu setzen. Marcus

Pscheidl und sein Dutzend geübter Helfer

betreuen ein Event vom Anfang bis zum Ende

und sind jederzeit greifbar.

Der Kunde und sein Event stehen bei der

Pscheidl GbR stets im Mittelpunkt. Falls wider

Erwarten doch mal etwas klemmen sollte,

steht dem Kunden eine Notfall-Nummer

zur Verfügung. Und wer partout keinen Platz

für ein Zelt hat, oder keine Möglichkeit hat,

die richtige Location zu finden – auch dafür

hat die Pscheidl GbR eine Lösung parat.

Ravensburger Str. 66 · 89079 Ulm

Telefon 0179 219 13 72

www.pscheidl-service.de

49


[namen & nachrichten] Ausgabe 31 | März 2013 unternehmen [!]

Katamaran fährt in der Verlustzone

Verlag/Herausgeber

Neue Pressegesellschaft

mbH & Co. KG

Frauenstraße 77, 89073 Ulm

Geschäftsführer:

Thomas Brackvogel

Redaktion

Alexander Bögelein

(verantwortlich), Irmgard

Städele, Anschrift wie Verlag

Gestaltung

Stefanie Zwiebel (Layout);

Ana Borrero, Bozena Demski

(Bild)

Fotos

Titel: Lars Schwerdtfeger,

Titelinterview: Volkmar Könneke,

Elenathewise, Darius

Dzinnik, Yantra / Fotolia.com,

Getty, Bildwerk89, Matthias

Kessler, Oliver Schulz, Elvira

Eberhardt (Uni Ulm), privat,

AOK, JaKo, Deutsche Bundesband,

Firmenfotos

Anzeigen

Dr. Thomas Baumann

(verantwortlich)

Anschrift wie Verlag

Objektleitung

Tobias Lehmann

Druck

Druck- und Verlagsgesellschaft

Bietigheim mbH

Kronenbergstraße 10

74321 Bietigheim-Bissingen

Auflage: 15 000 Exemplare

Kontakt & Mediadaten

www.swp.de/unternehmen

unternehmen@swp.de

Telefon 0731 156-515

Fax 0731 156-481

Nächste Ausgabe 3. Mai

Anzeigenschluss 12. April

Rumm steigt bei

Uldo in die

Chefetage auf

Die Uldo Backmittel GmbH

(Neu-Ulm) hat ihr Führungsteam

erweitert: Tanja

Rumm, Tochter des Firmengründers

Walter Feucht, ist zur

Geschäftsführerin ernannt worden.

Die Diplom-Betriebswirtin

(BA) war unter anderem sechs

Jahre in Führungsposition beim

Restaurant-Theater Pomp Duck

and Circumstance tätig. Neben

ihr fungiert Elisabeth Scheller

bei Uldo als neue Betriebsleiterin

mit Prokura. Walter und

Gerhard Feucht sind weiterhin

als Geschäftsführer tätig, haben

sich aber aus dem operativen

Geschäft zurückgezogen. Uldo

Backmittel

(„Jogging-

Brot“) beschäftigt

rund 120

Mitarbeiter

Geschäftsführerin

Tanja Rumm

und gehört

in Polen zu

den führenden

Unternehmen. „Aus den Synergien

zwischen Jung und Alt,

den neuen Denkweisen gepaart

mit unserer langjährigen Erfahrung

werden wir Bewegung in

den Markt bringen“, kündigte

Walter Feucht an.

Fließende Grenze

zwischen Beruf

und Privatleben

Die Grenzen zwischen Arbeit

und Freizeit verschwimmen:

Rund 52 Prozent der deutschen

Arbeitnehmer sind in ihrer Freizeit,

am Wochenende oder im

Urlaub für Kunden, Kollegen

oder Vorgesetzte erreichbar. Davon

gestört fühlen sie sich laut

einer Forsa-Studie jedoch meist

nicht. Unter denen, die erreichbar

sind, bevorzugt nur jeder

Dritte eine klarere Trennung

von Beruf und Privatleben. Für

mehr als zwei Drittel der Befragten

ist es normal, nach Feierabend

Anrufe entgegenzunehmen

oder berufliche

E-Mails zu beantworten.

Rund 437 000 Fahrgäste haben 2012 den Bodensee-Katamaran

genutzt. Das ist Rekord.

Dennoch machte die Schnellboot-Verbindung

zwischen Friedrichshafen und Konstanz ein

Minus, das mit 390. 000 Euro sogar noch höher

war als im Vorjahr. Für 2013 rechnet die

Reederei mit geringeren Kosten. Weil die

Schiffe in den Anfahrtbereichen der Häfen

schneller fahren dürfen, brauchten sie auf

dem See nicht mehr mit Vollgas zu fahren.

Carolin Hymer

löst ihren Vater in

der Stiftung ab

Stiftungschefin

Carolin Hymer.

Erwin Hymer,

legendärer

Unternehmer

und

Reisemobilbauer

aus

Bad Waldsee,

hat seinen

Posten

als Vorstandsvorsitzender

der gemeinnützigen

Erwin-Hymer-Stiftung

an seine Tochter abgegeben. Carolin

Hymer, die seit 2010 Mitglied

im Stiftungsvorstand ist,

lebt und arbeitet in Stuttgart.

Sie studierte Event-Management

in Freiburg und in Leeds

(Großbritannien). Seit 2008 ist

sie bei einer Agentur für Kommunikation

und Design tätig.

Zweck der Stiftung ist die Förderung

von Kunst und Kultur.

Zur Stiftung gehört auch das Erwin-Hymer-Museum,

das sich

an der B30 gegenüber dem Firmensitz

befindet. [!]

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Immobilien Welchen Verwaltern man trauen kann SEITE 6

Riesenprojekte Wie Zeiss seine Baustellen ohne Chaos managt SEITE 26

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Manfred Oster. Sein Modell hat Erfolg.

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