unternehmen Mai 2015

suedwest.presse

unternehmen Mai 2015

Das Wirtschaftsmagazin im Südwesten Ausgabe 44 | Mai 2015 | 3,00 €

4 197821 303000 4 4

Er macht

den Weg frei

Auch Bänker haben es heute nicht leicht. Volksbank-

Chef Ralph Blankenberg über Politik, IBAN und

Immobilienpreise.

Büro, Büro Ein kleiner Führer durch den E-Mail-Dschungel SEITE 6

Finanzen So klappt‘s auch mit Basel III und der Bank SEITE 28

Gartenlust Mähen oder mähen lassen? SEITE 47


SÜDWEST IMPULS

VORSPRUNG DURCH WISSEN

WISSENSIMPULSE IN 8 UNTERHALTSAMEN VORTRAGSABENDEN

Seien Sie dabei, wenn die gefragtesten TOP Experten Deutschlands zu Gast in Ulm sind. Die SÜDWEST PRESSE veranstaltet in Kooperation

mit der Agentur SPRECHERHAUS® erstmals eine 8-teilige Seminarreihe für Ihren Vorsprung durch Wissen.

Wir bieten Ihnen gebündeltes Wissen – Seminarwissen verdichtet auf einen 1.5 stündigen Vortragsabend, um Zeit und Kosten zu

sparen. Sie verbringen Vortragsabende mit Wissensimpulsen, Spaß und Geselligkeit. Wir suchen Wissensquellen, die uns weiter

bringen. SÜDWEST IMPULS ist eine wertvolle Quelle für Ulm und die Region. Wir wünschen allen Teilnehmern wissensreiche

Vortrags stunden und zahlreiche Erfolgserlebnisse bei der Anwendung des Wissens!

Veranstaltungort:

HNU – Hochschule für Angewandte Wissenschaften

Wileystraße 1, 89231 Neu-Ulm

Einzelkarte 59,– € 49,– €*

Doppelticket (2 Personen je Vortragsabend) 69,– €

Sie erhalten eine steuerfähige Rechnung für Ihre Weiterbildung.

*Vorteilspreis als Abonnent der SÜDWEST PRESSE „abomax“

Jeweils donnerstags von 19.30 bis 21.00 Uhr (Einlass ab 19.00 Uhr).

Infos und Buchung: www.sprecherhaus.de, rufen Sie unser Kundentelefon an: +49 (0) 2561 69565-170 oder unter südwestimpuls.de

1

2

3

4

29.01.2015 | René Borbonus

Respekt!

Ansehen gewinnen bei Freund und

Feind

Mit 300 begeisterten Teilnehmern startete die

Wissensreihe in der ausverkauften HNU.

26.02.2015 | Monika Matschnig

26.03.2015 | Gereon Jörn

Wirkung

Authentizität, Souveränität,

Präsenz

Monika Matschnig demonstrierte, dass Körpersprache

auch spricht wenn Sie nichts sagen!

Gewinne die Menschen!

Sie erfahren, wie Sie selbst und

andere ticken.

Der „Menschler“ lieferte unterhaltsame Übersetzungsarbeit

warum wir so ticken, wie wir ticken.

ausverkauft

23.04.2015 | Sabine Asgodom

Die zwölf Schlüssel

zur Gelassenheit

Energie und Lebensfreude steigern

„ Um Spuren zu hinterlassen braucht man

ein Profil!“

„ Es gibt 6000 verschiedene Sprachen.

Aber nur eine Sprache die alle Menschen

verbindet: die KÖRPERSPRACHE.“

„ Menschen lieben Menschen, welche so sind

wie Sie selbst, oder so, wie sie selbst gern

sein möchten.“

„ Gelassenheit brauchen alle – Frau, Mann,

jung, alt, angestellt, selbstständig oder

im Unruhestand!“

5 6 7

8

© CommonLense.de

24.09.2015 | Christian Bischoff 22.10.2015 | Peter Brandl 19.11.2015 | Johannes Warth

17.12.2015 | Prof. Dr. Gunter Dueck

Selbstvertrauen

Die Kunst, Dein Ding zu machen

Hurricane Management

Führen in stürmischen Zeiten

Achtsamkeit –

oder was ERFOLGt daraus?

Das Neue und seine Feinde

Innovationen voranbringen

„ Jeder Meister seines Fachs hat eines Tages

als totale Katastrophe angefangen.“

„ Menschen versagen nicht, sie funktionieren

– man sollte nur wissen wie!“

„ Nur wer selbst brennt kann andere

entzünden!“

(Irgendein Brenner)

„ Innovation heute ist wie Wollen, Wandel

morgen ist wie Müssen“


unternehmen [!] Ausgabe 44 | Mai 2015

[inhalt]

Liebe Leserin, Lieber Leser,

Alexander Bögelein,

Redaktionsleiter

unternehmen [!]

die deutsche Wirtschaft steht auf der Sonnenseite

der Konjunktur. Angesichts des

schwachen Euro und der guten Konsumlaune

der Verbraucher blüht sie auf. Für die Region

erwartet der Chef der Volksbank Ulm-

Biberach, Ralph Blankenberg (Titelinterview

Seite 10), ein gutes Jahr – auch weil die Unternehmen

gelernt hätten, mit Krisen umzugehen.

Nicht nur deshalb ist Grün die bestimmende

Farbe dieser Ausgabe. Unter dem

Titel „Was die Natur hergibt“ (Seite 20) beschreiben

wir, wie Firmen mit der Kraft der

Sonne und der Erde Energiekosten sparen,

und das, obwohl Energie derzeit so günstig

ist wie lange nicht. Mit der Existenzgründerin

Verena Paul stellen wir eine vielversprechende

Bio-Mode-Designerin vor (Seite 32).

Und in unserer Umfrage (Seite 47) lassen

wir Führungskräfte ihre Garten-Erlebnisse

schildern. Ich wünsche Ihnen eine anregende

Lektüre.

Ihr Alexander Bögelein

[spezial]

6 schon aufgeräumt? Warum sich

Investitionen ins gute Büro lohnen

34 Achtung! scharf! Tipps und Tricks:

So machen Sie ihre Präsentationen

spannend

43 Guten seiten, schlechte seiten

Goldene Regeln fürs Online-Marketing

[titelthema]

10 e in Herz für die Kleinen

Volksbank-Chef Ralph Blankenberg

im Gespräch

[verantworten]

20 Was die natur hergibt So senken

Unternehmen ihre Energiekosten

[machen]

24 100 Wagen westwärts Frankreich

erfahren: Logistik-Gruppe Heppner

40 b litzeblank, rein biologisch Die

Sauber männer von Beam

42 Was für ein Käse! Die konsequent

biologischen Produkte von Zurwies

46 Die Mühle der Farben Rezepte aus

dem Mittelalter von Kremer Pig men te

[finanzieren]

28 Money for nothing Ideen zum Umgang

mit Basel III und den Banken

[gründen]

32 Grüner Chic statt Jute Verena Paul

macht Bio-Mode

[personal]

38 ran an die Fachkräfte Neue Wege,

gute Mitarbeiter zu finden

[leben]

47 Mähen oder mähen lassen? Führungskräfte

und ihre Gartenaktivitäten

[namen & nachrichten]

4 Ulmer Familien-Juwel in neuen Händen

5 Voith-Konzern streicht stellen und

gibt Jobgarantie

26 Liebherr erweitert standort Lindenberg

27 MTU inverstiert in Abgasfilter

50 Glacis-Galerie zieht viele Kunden an

50 Impressum

34 46

28 06

20

3


[namen & nachrichten] Ausgabe 44 | Mai 2015 unternehmen [!]

Ulmer Familien-Juwel in neuen Händen

Ehinger-Schwarz ist ein klangvoller

Name – weit über Ulm hinaus.

Der frühere Firmeninhaber

Wolf-Peter Schwarz wurde in den

vergangenen Jahren mit vielen

nationalen und internationalen

Preisen ausgezeichnet. Er schuf

die heute weltweit bekannte

Marke Charlotte. Der neue Eigentümer

des 1876 gegründeten Unternehmens

will an diese Zeiten

anknüpfen: Der frühere Festo-

Manager Christoph Weiss ist

mittlerweile Mehrheitsgesellschaf

ter und Alleingeschäftsführer.

Caroline Schwarz, die Tochter

von Wolf-Peter Schwarz, hat

nach der Geschäftsführung auch

alle Anteile abgegeben. Ihr bleibt

die Rolle als Beraterin, Repräsentantin

und Namensgeberin.

Weiss will mit Mitgesellschafter

Hans Layer und Chefdesigner Timo

Küchler der Marke wieder

Glanz geben, auch mit der Rückbesinnung

auf alte Werte: von

der Natur inspirierte Schmuckformen.

Zudem soll das vernachlässigte

Vertriebsnetz mit 200

Partner-Juwelieren reaktiviert

werden. Für die Familie ist die

Entwicklung ein bitterer Abstieg

auf Raten. Sie musste im Zuge der

Sanierung Kapital nachschießen,

ihr Fachwerkhaus in der Ulmer

Altstadt verkaufen und musste

sich dann doch von ihren Anteilen

trennen.

Noch 2008 hatte Florian Langenscheidt

100 vorbildliche deutsche

Familienunternehmen gewürdigt.

In dem Buch „Aus bester Familie“

beschrieb er auch den Aufstieg

des Ulmer Familienjuwels.

Wolf-Peter Schwarz hatte ab 1969

mit seiner schwedischen Frau

Ann-Charlotte das von seinem

Urgroßvater Otto Ehinger gegründete

Unternehmen übernommen

und bau te ein Filialsystem

mit mehr als 200 Geschäften,

35 Ateliers und bis zu 160 Mitarbeitern

auf. Heute beschäftigt das

Unternehmen 100 Mitarbeiter

und verfügt über zwölf eigene Läden,

drei davon in Ulm. [!] AMB

Glanz aus früherer Zeit: Für dieses Tansanit-Collier ist Wolf-Peter Schwarz

2007 in New York mit einem Design-Preis geehrt worden.

Schwenk-Gruppe bereitet Generationswechsel vor

Die Führungsriege (von li.): Die Schwenk-Geschäftsführer Eduard Schleicher

und Gerhard Hirth mit der Geschäftsleitung von Schwenk Zement – Gerhard

Kaminski, Stefan Fink und Thomas Spannagl.

Die Ulmer Unternehmensgruppe

Schwenk hat ihre Struktur neu

geordnet. Die früheren Sparten

Zement und Beton sind jetzt im

neuen Geschäftsbereich

Schwenk Zement Deutschland

vereint. Den Vorsitz der Geschäftsleitung

der Baustoffgruppe

übernimmt zum 15. Juni Thomas

Spannagl. Der 48-jährige

Maschinenbau-Ingenieur war die

vergangenen 18 Jahre in verschiedenen

Führungspositionen für

Lafarge Zement in Europa und

Nordamerika tätig. Der französische

Konzern ist nach der Schweizer

Holicim Ltd. der zweitgrößte

Baustoffhersteller der Welt. „Mit

dieser Organisation wird die Basis

für den mittelfristig anstehenden

Generationswechsel geschaffen“,

sagte der persönlich

haftende Gesellschafter Eduard

Schleicher (60). Die Baustoffgruppe

erwirtschaftete 2014 mit

3500 Mitarbeitern einen Umsatz

von mehr als 1 Milliarde Euro.

Dabei profitierte sie zum einen

von großen Bauprojekten in Süddeutschland,

zum anderen vom

stark gestiegenen Bau von Mehrfamilienhäusern,

sagte Schwenk-

Geschäftsführer Gerhard Hirth

(65). Der Diplom-Ingenieur leitet

die Schwenk-Gruppe seit dem

Jahr 2000 mit Schleicher. Diese

hat neben dem Baustoff-Geschäft

zwei weitere Säulen: die Mehrheitsbeteiligungen

an der Wieland

Werke AG (Ulm) und der

Paul Hartmann AG (Heidenheim).

Wieland (6790 Beschäftigte)

beliefert unter anderem die

Auto- und Elektroindustrie mit

Kupfer-Produkten. Im Geschäftsjahr

2013/2014 (30. September)

sank der Umsatz um 2,3 Prozent

auf 2,8 Milliarden Euro. Der Medizinartikelhersteller

Hartmann

erwirtschaftete 2014 mit 10.216

Mitarbeitern einen Umsatz von

1,9 Milliarden. [!] AMB

4


unternehmen [!] Ausgabe 44 | Mai 2015

[namen & nachrichten]

Voith-Konzern streicht Stellen und gibt Jobgarantie

Der Stellenabbau des Anlagenbauers

Voith am Stammsitz in

Heidenheim fällt geringer aus als

geplant. Darauf haben sich Geschäftsführung,

Betriebsrat und

IG Metall in einem Eckpunktepapier

geeinigt, das sie noch im Detail

verhandeln. Statt 450 Stellen

werden 300 abgebaut. Das soll so

weit wie möglich sozialverträglich

geschehen, Kündigungen

sind aber nicht ausgeschlossen.

Insgesamt will Voith 1600 Stellen

streichen, weil der Trend zur

Digitalisierung das Papiermaschinengeschäft

belastet. In Heidenheim

bleibt die Papiermaschinenfertigung

nun aber – mit 215

Vollzeitarbeitsstellen – erhalten.

Voith sichert 200 weitere Stellen,

indem der Konzern das „Shared

Service Center“ für Europa am

Stammsitz und nicht in Krakau

(Polen) ansiedelt. Darin bündelt

Voith Verwaltungsbereiche für

die drei Sparten Turbo (Antriebs-

/Bremssysteme), Paper (Papiermaschinen)

und Hydro (Wasserkraft-Technik).

Beim Verkauf der

Sparte technische Dienstleistung

bleibt es. Hier arbeiten mehr als

18.000 der 39.000 Beschäftigten.

Im Zuge eines Standortsicherungsvertrags

gibt Voith für 95

Prozent der 4000 Mitarbeiter eine

Jobgarantie bis 2020. Der Preis

der Belegschaft dafür: Bis zu zweieinhalb

Stunden unbezahlte

Mehrarbeit pro Woche und Lohnverzicht.

Arbeitnehmer mit 35

Wochenstunden bekommen nur

34 Stunden vergütet. [!] AMB

Mit Papiermaschinen ist Voith groß geworden, heute sind sie wenig gefragt.

Ehrung

für Noerpel

Die „Deutsche Verkehrszeitung“

hat Stefan Noerpel-Schneider

(48) als „Unternehmer des Jahres“

mit dem Leo-Award ausgezeichnet.

Vor 350 geladenen Gästen

nahm er in Hamburg den Logistik-Preis

entgegen. Er leitet in

fünfter Generation

das Ulmer

Familienunternehmen.

1989

kam der studierte

Musi-

Geehrt für seine

Strategie: Stefan

Noerpel-Schneider.

ker ins Unternehmen,

lernte das Geschäft

von der

Pike auf. Mit

31 Jahren trat er 1998 in die Geschäftsleitung

ein. Seither hat

sich der Umsatz auf 290 Millionen

Euro fast versechsfacht. Für

Noerpel sind heute rund 1700

Mitarbeiter an 14 Standorten im

Einsatz. [!]

AMB

„Vom Fass“ aus Waldburg

expandiert im Ausland

Das Jahr 2014 war das erfolgreichste

in der Firmengeschichte

der Vom Fass AG in Waldburg bei

Ravensburg. Außer in Deutschland

eröffneten in acht Ländern

23 Franchise-Partner neue Niederlassungen,

unter anderem in

den USA und Taiwan. Die Weine,

Spirituosen, Essig und Öl werden

für den Verkauf in Fässern gelagert.

Die Firma, die Vorstandschef

Thomas Kiderlen 1994 gegründet

hat, verfügt über 280 Läden und

260 Franchise-Partner in 30 Ländern.

Mit Finanzzahlen hält sich

Vom Fass zurück. Der Jahresumsatz

liegt jenseits der Marke von

22 Millionen Euro. [!] HAM

Mit Intersky vom Allgäu

nach Hamburg und Berlin

Eine Aufwertung für den Allgäu

Airport ist das Angebot der österreichischen

Regionalfluglinie Intersky,

die von Memmingen nach

Hamburg und Berlin – bis zu

sechsmal pro Woche – fliegt. Die

Preise für eine Strecke lagen bei

einem Test der Redaktion zwischen

99 Euro und 239 Euro. „Von

der Verbesserung werden neben

Geschäftsreisenden auch Urlauber

und Städtetouristen profitieren“,

sagt Flughafen-Geschäftsführer

Ralf Schmid. Während des

Winterflugplans (Ende Oktober

bis Ende März) stieg die Zahl der

Passagiere um sieben Prozent auf

rund 221.500. In diesem Sommer

werden 28 Flugziele ab Memmingen

angeflogen. [!] AMB

Hymer-Plan

für die USA

Der Hymer-Konzern aus Bad

Waldsee ist der erste europäische

Reisemobilhersteller, der sich

mit einem in Deutschland gefertigten

Produkt auf den US-Markt

traut. Im Sommer wird Hymer

für 100.000 Dollar (93.500 Euro)

ein Premium-Reisemobil anbieten,

das in Waldsee konstruiert

wurde und gebaut werden soll.

Nur die Endmontage auf Chrysler-Chassis

findet in Kooperation

mit Partnern in den USA statt.

Auf Messen in Florida und Kalifornien

stießen laut Hymer-

Gruppe Prototypen bei Besuchern

auf Interesse.

Die Erwin-Hymer-Gruppe ist Europas

führender Reisemobil- und

Caravanbauer. Zuletzt kam sie

mit 4000 Mitarbeitern auf einen

Jahresumsatz von 1,2 Milliarden

Euro. Zu ihr gehören unter anderem

die Marken Dethleffs, Niesmann

Bischoff, Bürstner, Sunlight

und Carado. [!] HAM

5


Früher kämpften Angestellte im Büro gegen Papierberge, heute brauchen sie

Strategien, um nicht in einer Flut von E-Mails unterzugehen.

schon

aufgeräumt?

Die Digitalisierung wälzt die Arbeitswelt um – auch

im Büro. Kluge Unternehmer achten darauf, dass sich

Mitarbeiter dort wohlfühlen und geben Hilfestellung

im Kampf gegen die digitale Datenflut. Denn

Ordnung fördert Effizienz und Gesundheit.

Gehen wir künftig zum Arbeiten noch an unseren Schreibtisch

im Büro unseres Arbeitgebers? Oder sitzen wir mit unserem

Tablet zu Hause auf dem Sofa und erledigen unseren Job von

dort? Arbeiten wir von unterwegs oder im Co-Working-Space um die

Ecke? Diese Fragen stellt sich seit mehr als zehn Jahren das in Stuttgart

ansässige Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation

(IAO). Es erforscht im Projekt Office 21 mit 22 Partnern aus unterschiedlichen

Branchen die Entwicklungen in der Büro- und Arbeitswelt

und ihre Auswirkungen auf die Gestaltung von Arbeit. Gemeinsam

versuchen sie vorauszudenken und den Wandel in der

Büroarbeitswelt aktiv mitzugestalten. Unter der wissenschaftlichen

Leitung des IAO bündeln namhafte Partner von A wie Adidas bis V wie

Volkswagen ihre Kompetenzen. Ein Schwerpunkt der Kooperation

liegt auf der künftigen Gestaltung von Büroräumen und darauf, welche

technologischen Infrastrukturen künftig nötig sind.

6


unternehmen [!] Ausgabe 44 | Mai 2015

[spezial]

Als Arbeitsgrundlage haben die Forscher Thesen

zur Büro- und Wissensarbeit entwickelt,

die von 136 Experten aus verschiedenen Disziplinen

bewertet wurden. Heraus kam ein

Szenario, das die Entwicklungen der Büround

Wissensarbeit um das Jahr 2025 beschreibt.

Zu den zahlreichen Vorstudien gehört

auch die Befragung „Office Settings“. Ein

wichtiges Ergebnis fasst IAO-Projektmanager

Mitja Jurecic zusammen: „Ein zufriedener

Mitarbeiter arbeitet motivierter und ist leistungsfähiger.

Das gilt auch für die Gestaltung

der Büroumgebung: Sie ist ein wichtiges Instrument

für Unternehmen, um Mitarbeiter

positiv zu beeinflussen.

Gute Büros lohnen sich

In unserer flexiblen Arbeitswelt wird das klassische

Büro immer wichtiger – und das,

obwohl wir dort immer weniger Zeit verbringen.

Die Studie zeigt, dass dort Verbesserungsbedarf

besteht. Lediglich 20 Prozent der Befragten

sind mit ihrer Büroumgebung sehr

zufrieden, 42 Prozent bezeichnen sich als

„eher zufrieden“. Knapp 40 Prozent der Teilnehmer

dagegen sehen enormes Optimierungspotenzial.

So gaben die Befragten zum

Beispiel an, die Art der Möblierung und die

Akustik in den Büroräumen sei für sie von hoher

Bedeutung. Genauso wichtig ist es ihnen,

sich für konzentriertes Arbeiten zurückziehen

zu können. Wer das ernst nimmt, hat in

Zeiten des Fachkräftemangels einen großen

Vorteil. „Zufriedene Mitarbeiter bleiben länger

im Unternehmen, identifizieren sich stärker

mit ihm und setzen sich mehr ein.“

Bei allem technischen Fortschritt bleibt das

tägliche Chaos ein Problem: Es verlagert sich

Fünf tipps zur e-Mail-effizienz

Jürgen Kurz, Geschäftsführer

der Tempus

GmbH aus Giengen und

Experte für Effizienz im

Büro, gibt 18 Tipps, wie

E-Mails richtig verarbeitet

werden, damit das

Postfach leer ist und es

auch bleibt. Die fünf

wichtigsten Tipps finden

Sie hier, die restlichen

13 können unter

www. buero-kaizen.de

kostenlos heruntergeladen

werden.

Sich bei jeder E-Mail

die Frage stellen:

Muss ich darauf antworten?

Wenn nicht, löschen oder archivieren Sie die

E-Mail sofort.

E-Mails im Block verarbeiten

Bearbeiten Sie E-Mails nicht ständig, sondern

ein- bis zweimal am Tag zu bestimmten Zeiten

(zum Beispiel: vor der Mittagspause und

abends bevor Sie nach Hause gehen).

E-Mail-Empfangssignale abschalten

Sofern Ihr System bei jeder eingehenden

E-Mail eine Eingangsmeldung von sich gibt

(egal ob akustisch oder optisch), schalten Sie

diese am besten aus, damit Sie nicht ständig

bei Ihrer Arbeit gestört werden.

Wenn das Postfach mal wieder überquillt: Ordnen, löschen, orden, löschen,

ordnen ...

5-Minuten-Regel beachten

Wenn Sie E-Mails abrufen und die Beantwortung

einer E-Mail weniger als fünf Minuten

beansprucht, dann antworten Sie sofort. Ansonsten

planen Sie die Erledigung der Aufgabe

und tragen Sie den Termin in Ihr Zeitplanbuch

bzw. Ihr elektronisches Planungssystem ein.

Eindeutige Betreffzeilen verwenden

Verwenden Sie eine Betreffzeile, die einen klaren

Hinweis auf den Inhalt gibt. Oft ist Ihr

Lohn dafür, dass Sie schneller eine Antwort

bekommen. Eventuell sollten sogar Anlassbeschreibungen

verwendet werden wie zum

Beispiel zur Information, zur Entscheidung,

zur Erledigung, zur Terminabklärung.

uthentisch beraten.

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7


[spezial] Ausgabe 44 | Mai 2015 unternehmen [!]

lediglich von der analogen in die digitale Welt

verlagert. Dass in den Büros, in denen gegenwärtig

gearbeitet wird, großer Bedarf an Optimierung

besteht,

weiß Jürgen Kurz

aus seinen vielen

Einsätzen in Unternehmen

aller

Branchen und Größenordnungen

im

deutschsprachigen

Raum. Der Geschäftsführer

der

Jürgen Kurz, Geschäftsführer

der Tempus GmbH.

Beratungsfirma

Tempus GmbH in

Giengen, hat im

Rahmen seiner Organisationsberatung

das Prinzip des Büro-

Kaizen entwickelt. Ansätze des Kaizen, der japanischen

Philosophie der „Veränderung zum

Besseren“, setzt er sowohl im analogen wie im

digitalen Bereich ein.

ZeitFresser e-Mail

Wie nötig Veränderung ist, hat er mit der

AKAD Hochschule Leipzig in einer Studie zur

Arbeitseffizienz im Büro mit mehr als 20.000

Befragten herausgefunden. Das Ergebnis ist

erschreckend: Durchschnittlich bis zu zwei

Stunden am Tag, also zehn Stunden pro Woche,

wendet jeder Mitarbeiter zur Bearbeitung

von E-Mails auf. Aber es kommt noch schlimmer:

„Gestiegene Kommunikationsanforderungen

und ineffiziente Büroorganisation

führen dazu, dass lediglich drei Tage pro Arbeitswoche

für produktives Arbeiten übrig

bleiben“, schildert Kurz das Problem.

Hier setzt er an. Er etabliert „sich selbstbegrenzende

Systeme“ und schult die Mitarbeiter

darin, Bewusstsein für die wirklich wichtigen

Aufgaben zu entwickeln. Zudem regt er an,

Prozesse zu verschlanken. „Erfolg entsteht

durch Konzentration, nicht durch Verzettelung“,

sagt Kurz. Seine Erkenntnisse und konkreten

Tipps für den Umgang mit einem chaotischen

Büro und einem überfüllten

Schreibtisch hat er 2007 in seinem Bestseller

„Für immer aufgeräumt. Zwanzig Prozent

mehr Effizienz im Büro“ zusammengefasst.

Da sich seither das Verhältnis von 80 Prozent

Arbeit mit Papier und 20 Prozent digitaler Arbeit

umgekehrt hat, schrieb er im vergangenen

Jahr ein Buch für mehr Effizienz im digitalen

Büro: „Für immer aufgeräumt – auch

digital: So meistern Sie E-Mail-Flut und Datenchaos.“

Chaos am Arbeitsplatz. Wenn Mitarbeiter ihre Struktur verlieren, hilft laut Expertin Marion Putzer nur eines: Unte

Nach Kurz‘ Worten fühlen sich 60 Prozent der

Beschäftigten durch die ständige Unter-brechung

durch E-Mails belästigt. Im Minutentakt

trudeln sie ein, die meisten davon überflüssig

oder unwichtig. Sie unterbrechen aber

oft den Arbeitsfluss und stören die Konzentration.

Viele Menschen leiden dadurch unter

Dauerstress. Was früher der volle Schreibtisch

war, der den Blick für das Wesentliche verstellte

und die Arbeit behinderte, ist heute das

volle E-Mail-Postfach. Doch da weiß Kurz Rat:

„Löschen Sie alles, was für Sie nicht relevant

ist und auch nicht werden wird, sofort und

leiten E-Mails, die Sie nicht bearbeiten müssen,

direkt weiter. Wenn Sie bei einer E-Mail

nichts tun müssen, außer sie zur Kenntnis zu

nehmen, dann tun Sie dies sofort und legen

Sie die Mail anschließend im „Erledigt“-Ordner

ab. Wenn sich in der E-Mail nur eine kleine

Aufgabe wie eine Terminbestätigung oder

eine kurze Antwort verbirgt und Sie diese innerhalb

von fünf Minuten erledigen können,

tun Sie es sofort. So schonen Sie Ihre To-do-

Liste, die sonst schnell ins Unermessliche

wächst. Die E-Mails, die Sie nicht sofort erledigen

können, oder deren Bearbeitung mehr als

fünf Minuten dauert, die terminieren Sie.“

Verloren iM DatenDicKicht

Mit demselben Themenbereich wie Kurz beschäftigt

sich Marion Putzer, Beraterin für Arbeitsorganisation

und Selbstmanagement. Sie

nähert sich mit ihrer Regensburger Firma „Büro

in Form“ der Büro- und Selbstorganisation

mit Blick auf das betriebliche Gesundheitsmanagement.

Hier sieht sie eine große Herausforderung

für Unternehmen.

Ihr Beispiel aus einer Beratung: Ein Mitarbeiter

fühlte sich überlastet. Er sucht zu lange

nach seinen Daten und Informationen, hatte

auch schon verschiedene manuelle wie elektronische

Aufgabenübersichten ausprobiert.

Inzwischen hatte er das Gefühl, nur noch reagieren

zu können – und resignierte: Wozu

sollte er noch eine To-do-Übersicht führen?

Oder ein Ablagesystem einhalten? Seine

8


unternehmen [!] Ausgabe 44 | Mai 2015

[spezial]

Weitere infos

im internet

rund 30.000 Mal ist der Film „Arbeitswelten

4.0 – Wie wir morgen arbeiten

und leben“ des Fraunhofer IAO

bereits angesehen worden. In ihm wird

ein Zu-kunftsszenario entworfen, wie

Büro- und Wissensarbeiter im Jahr

2025 leben und arbeiten werden: www.

youtube.com/watch?v=2A_SJdH2Iw8

Mehr zur Langzeitstudie Office21 „Wie

wird sich Büro- und Wissensarbeit zukünftig

entwickeln?“: www.office21.de

Verschiedene Checklisten zum Thema

„Effizienzsteigerung im Büro“ stehen

kostenlos auf der Webseite von Jürgen

Kurz zum Download bereit unter

www.fuer-immer-aufgeraeumt.de

Marion Putzer, Beraterin für Arbeitsorganisation

und Selbstmanagement,

wendet bei ihrer Organisationsberatung

einen systemischen Ansatz an:

www.bueroinform.com

BW

rstützung – und ein neues Bewusstsein vermitteln.

Struktur hat sich

„aufgelöst“, das

zeigt sich auch an

seinem Arbeitsplatz:

Hier stapeln

sich leere Flaschen

und Tassen. Die

„Noch zu lesen“-

Fachzeitschriften

rutschen zwischen

aktuelle Unterlagen.

Im E-Mail- für Arbeitsorganisation.

Marion Putzer, Expertin

Posteingang stapeln

sich 200 ungelesene Mails und noch

mehr als 800 Mails – zum Teil vom letzten

Jahr.

Putzer versucht, ein neues Bewusstsein zu

vermitteln. In solchen Fällen unterstützt sie

Mitarbeiter, ihr Arbeitsverhalten zu reflektieren.

Dafür spielen bestimmte Fragen eine große

Rolle: Was brauche ich, um effektiv zu arbeiten?

Was hilft mir, was hindert mich?,

Welche Strukturen haben sich bewährt, welche

nicht? Oder: Wer oder was könnte mich

unterstützen, um effektiver und motivierter

zu arbeiten?

Ein wichtiger Baustein ihrer systemischen Beratung

sei es, die Führungskräfte einzubinden:

„Denn die Art der Kommunikation, eine

ehrliche Wertschätzung und eine hilfreiche

Unterstützung sind für die Motivation und

die Gesundheit der Mitarbeiter wesentlich.“

Hilfreich sind klare Abläufe und eine akzeptierte

und logische Ablagestruktur. Aber auch

für alle verbindliche Meeting-Regeln fördern

die Motivation aller Mitarbeiter und können

nachvollziehbar eingefordert werden.

Durch Die nase einatMen

Putzer rät, während des Arbeitstages immer

wieder so genannte Ankerpunkte zu setzen,

um sich wieder besser auf eine neue Aufgabe

konzentrieren zu können. „Nehmen Sie dazu

immer ein bestimmtes, symbolische Objekt

in die Hand, zum Beispiel Ihren Lieblingsstift.

Atmen Sie bewusst durch die Nase ein und aus

und richten Sie Ihre Gedanken eine Minute

lang auf Ihre Atemzüge. So kommt das Gedankenkarussell

zur Ruhe, Sie tanken wieder auf

und können sich danach wieder viel konzentrierter

Ihrer Arbeit widmen“, empfiehlt Putzer.

Diese Mikro-Pausen dienen dazu, auch in

sich selbst aufzuräumen, sich zu strukturieren

und wieder auf das Wesentliche zu fokussieren.

[!]

BiRgit WEichMann

9


[titelthema] Ausgabe 44 | Mai 2015 unternehmen [!]

Das IntervIew führten

Karen emler, leIterIn Der

wIrtschaftsreDaKtIon

Der süDwest Presse,

unD alexanDer BögeleIn,

reDaKtIonsleIter

unternehmen [!]

fotos: matthIas Kessler

DoKumentatIon:

IsaBella BurK

10


unternehmen [!] Ausgabe 44 | Mai 2015

[titelthema]

EinHerz

fürdieKleinen

Ein Banker hat es heute nicht leicht. Der Ruf der Branche hat arg gelitten. Dazu

kommen Regulierungsorgien aus Brüssel, Niedrigzinsen und extremer Kostendruck.

RalphBlankenberg, der Chef der Volksbank Ulm-Biberach, glaubt

dennoch an die Zukunft: Banken werde es noch in 25 und in 30 Jahren geben.

virtuelles Bezahlen ist auf dem vormarsch. Bezahlen

sie mit Plastikgeld?

Ich gehöre in der Tat nicht nur altershalber zu den berühmt-berüchtigten,

stockkonservativen deutschen

Verbrauchern, die immer noch vorwiegend Bargeld

einsetzen. Bei größeren Beträgen fühlt man sich da

schon fast verdächtig.

Inwiefern?

Ich mache mit meiner Familie gerne Urlaub in Frankreich

und Italien. Das Bezahlen per Karte hat dort eine

viel höhere Akzeptanz als bei uns. Da fallen Sie wirklich

auf, wenn Sie größere Beträge bar bezahlen.

nutzen sie Internet-Banking?

Ausnahmslos. Das hängt allein schon mit meinem Tagesablauf

zusammen.

Das heißt, sie überweisen vom sofa aus mit dem

tablet?

Genau. Abends oder nachts, morgens ganz früh von zu

Hause oder von unterwegs. Gott sei Dank bin ich bisher

von kriminellen Machenschaften verschont geblieben.

Phishing-e-mails, mit denen Betrüger die Zugangsdaten

von Bankkunden ausspionieren.

Ja, solche Fälle haben wir auch erlebt. In letzter Zeit ist

es ein bisschen ruhiger geworden. Derzeit nimmt eher

das Thema Geldfälschung dramatische Züge an – vor

allem bei 50er- und 20er-Scheinen. Auch deshalb

kommt im November ein neuer 20-Euro-Schein, der

deutlich schwieriger zu fälschen sein wird.

wie schwierig ist es für die Institute, sich auf neue

entwicklungen einzustellen?

Man wirft den Banken fälschlicherweise vor, sich

neuen Trends zu versagen. Problematisch ist, dass es so

viele neue Entwicklungen gibt, dass wir letztlich nur

schwer einschätzen können, welche Entwicklung wenigstens

eine gewisse Nachhaltigkeit aufweist und

schließlich vielleicht zu einem Trend wird.

wie meinen sie das?

Nehmen Sie das Beispiel Facebook. Meine Tochter erklärte

mir vor ein paar Jahren, das sei der Trend. Wenn

ich sie heute nach Facebook frage, sagt sie: „Mensch,

Papa, auch in deinem Alter sollte man ein bisschen

mehr auf der Höhe der Zeit sein.“

was heißt das für Banken?

Im Bankenwesen – wie im Übrigen auch in anderen

Branchen – auf Trends einzugehen, ist mit hohen Investitionen

verbunden. Wenn Sie ein Vertriebssystem

oder ein Filialnetz auf bestimmte Aktivitäten umrüsten,

kostet das sehr viel Geld. Die Investition in unser

neues Beratungszentrum am Stammsitz hier in der Ulmer

Olgastraße betrug drei Millionen Euro. Aber das ist

nur eine von fast 50 Filialen. Als Bank müssen Sie gut

überlegen, auf welche Trends Sie setzen.

Der abbau von filialen ist in der Kreditwirtschaft

derzeit ein großes thema.

Das stimmt. Das anhaltend niedrige Zinsniveau hat

den Kostendruck stark erhöht. Ich habe Verständnis

dafür, wenn Wettbewerber heute darauf reagieren und

Filialen schließen. Wir müssen das glücklicherweise

noch nicht. Wie das allerdings in drei, vier, fünf oder

zehn Jahren ist, kann ich heute nicht sagen. Das

Schwierige ist doch: In ländlichen Strukturen haben

Sie vor allem ältere Menschen, die auf Filialen angewie-

ZurPerson

MitderKamerain

der Natur unterwegs

sein – das ist eine Leidenschaft

von Ralph

Blankenberg. Schon

zu Zeiten seines Studiums

an der Universität

Hohenheim verdiente

sich der

54-Jährige mit Porträtfotografie

ein bisschen

Geld. Der Diplom-Ökonom

ist ein

eher praktisch veranlagter

Mensch und

bezeichnet sich selbst

als „leidenschaftlichen

Handwerker“.

Der gebürtige Stuttgarter

war im Lauf

seiner Karriere unter

anderem für die Landesbank

Baden-Württemberg

und die DZ

Bank tätig. Im Juli

2011 kam er als Vorstandsmitglied

zur

Volksbank Ulm-Biberach,

seit Januar 2013

ist er deren Vorstandssprecher.

Er ist

verheiratet und hat

eine Tochter (17).

Auch Banken müssen sich permanent auf Neu-Entwicklungen einstellen. Nicht einfach, sagt Volksbank-Chef Ralph Blankenberg.

11


[titelthema] Ausgabe 44 | Mai 2015 unternehmen [!]

Die Banken stehen heute unter

extrem hohem Kostendruck,

sagt Ralph Blankenberg.

Schuld daran sei nicht

zuletzt die „gesetzgeberische

Regulierungswut“.

sen sind. Die können Sie nicht bestrafen, nur weil sie

nicht mehr so mobil sind. Gleichzeitig haben Sie

technikaffine Kunden, die ihre Bankgeschäfte gerne

übers Internet machen wollen und auch nicht mehr

bereit sind, für ein Filialnetz zu bezahlen.

wie gelingt dieser spagat?

Eines muss man klar sagen: Das Aufrechterhalten von

Filialen – mit der notwendigen Modernität, in denen

sich die Kunden wohlfühlen – ist mit Kosten verbunden.

Dafür sind Mitarbeiter nötig, die die Kunden betreuen.

Die Frage ist: Sind Bankkunden generell bereit,

dafür auch zu bezahlen? Wenn nicht, wird ein Institut

das Filialnetz verändern bzw. ausdünnen müssen.

wie verhält sich die volksbank ulm-Biberach?

Wir versuchen als regionale Bank natürlich, möglichst

allen Kunden gerecht zu werden. Das ist herausfordernd,

weil die Bandbreite der Bedürfnisse groß ist. Wir

haben eine Umfrage gemacht – mit teilweise überraschenden

Ergebnissen. Erwachsene in der Altersgruppe

von 25 bis 35 Jahren, von denen man vermuten würde,

dass sie alles übers Internet erledigen wollen, gaben

an: Wenn es um Beratungsdienstleistungen geht, im

Wertpapiergeschäft oder in der Baufinanzierung, bevorzugen

sie unverändert den persönlichen Kontakt.

viele Banken setzen in vielen filialen nur noch automaten

ein. wie sieht das bei Ihnen aus?

Rund ein Fünftel unserer 50 Filialen sind sogenannte

Automatenzweigstellen. Maßgebend ist das Kundenverhalten

am jeweiligen Standort. In Einkaufszentren

beispielsweise ist nur eine Dienstleistung gefragt: Liquidität.

Da brauchen Sie keine „bemannte“ Filiale.

Aber so klar ist das an anderen Standorten nicht. Da

bieten wir dann auch entsprechende Mischformen an.

Das bedeutet parallele strukturen und Kosten. wie

gehe sie damit um?

Wir haben verschiedene Filialsysteme durch Schaffung

eines Mitarbeiterpools zusammengefasst und die

Beratungsressourcen so bedarfsgerecht gebündelt; dazu

kommen gestaffelte Öffnungszeiten. Ich bin kein

Freund von Polarisierung à la „Entweder ich schließe

Filialen oder ich lasse sie geöffnet.“ Es gibt durchaus

innovative Alternativlösungen.

sie als Branchenführer tun sich leichter als kleinere

Banken. Kommt es zu weiteren fusionen?

Das ist ein hochaktuelles Thema, vor allem in unserer

Branche, auch mit Blick auf die Strukturen. Wir haben

in der BRD noch circa 1000 Volks- und Raiffeisenbanken.

Damit sind die genossenschaftlichen Banken tief

in der Fläche verwurzelt. In zehn Jahren werden die

Rahmenbedingungen sicherlich ganz anders sein. Es

wächst die Notwendigkeit, sich zu neuen Strukturen

zusammenzufinden.

was sind die ursachen?

Neben dem Zinsniveau macht uns die überbordende

gesetzgeberische Regulierungswut enorm zu schaffen.

Jede zusätzliche Richtlinie, jedes zusätzliche Gesetz aus

Brüssel oder Berlin müssen wir unter Bereitstellung

eigener zusätzlicher personeller Ressourcen umsetzen.

Das heißt: Sie brauchen Leute im Haus, die interne

Richtlinien und Arbeitsanweisungen implementieren

und kontrollieren. Schon das bedeutet Kostendruck,

weil dies die Fixkosten erhöht. Vor allem kleinere Institute

sind da eindeutig im Nachteil. Das ist bedauerlich

– und das sage ich explizit als Vertreter einer großen

Genossenschaft.

was stört sie?

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat schon häufiger ge-

12


unternehmen [!] Ausgabe 44 | Mai 2015

[titelthema]

sagt, sie wolle unbedingt Sparkassen und Volksbanken

im Rahmen des Drei-Säulen-Modells des deutschen

Bankwesens, zu dem auch die Privatbanken gehören,

erhalten und stärken. Gleichzeitig lässt die Bundesregierung

zu, dass in Brüssel Entscheidungen fallen, die

klare Impulse dahin geben, diese Bankensektoren –

auch die Genossenschaftsbanken –

vor allem die kleinen, in der Fläche

zu dezimieren. Die meisten dieser

kleinen Banken arbeiten hervorragend

und sind leistungsfähig – mit

nur wenigen Mitarbeitern und einer

kleinen Bilanzsumme.

Die sind erfolgreich, weil sie sie

nah an ihren Kunden sind.

Genau. Sie haben wenig Personal,

arbeiten effizient und kostenbewusst. Warum soll man

sie bestrafen, indem man sie mit überbordenden Regularien

erdrückt? Wäre man bösartig, könnte man das

als bewusste europäische Strukturpolitik bezeichnen.

Das ist umso ärgerlicher, weil Volksbanken und Raiffeisenbanken

sowie Sparkassen nicht die Verursacher der

Kleine

Banken

werdenvon

Regularien

erdrückt

Finanzkrise waren, sondern wichtiger Teil der Lösung

sind. Aber wir müssen uns damit auseinandersetzen,

dass dieses deutsche Modell in Brüssel entweder nicht

verstanden wird – und/oder nicht gewollt.

wie gefährlich ist das niedrige Zinsniveau?

Es ist mit all seinen Ausprägungen

eindeutig politisch bestimmt. Seit

Jahren liegt die Inflationsrate über

dem niedrigen Guthabenzins. Für

die Bevölkerung bedeutet das einen

Vermögensverzehr.

In welcher größenordnung?

Hochgerechnet anhand des Barvermögens

sowie der Differenz

zwischen Sparzins und Inflationsrate:

circa 40 Milliarden Euro jedes Jahr. Gleichzeitig

profitieren alle europäischen Länder, die so ihre Staatshaushalte

konsolidieren.

welche sorge haben sie?

Die Bundesregierung muss aufpassen, dass vor lauter

Volksbanken und Raiffeisenbanken

müssen auslöffeln,

was andere verursacht haben.

Die Entscheidungen aus

Brüssel stimmen den Ulmer

Banker Blankenberg nicht

eben heiter.

«Mich reizen strenge

Vorgaben und klare

Linien. Vor allem, sie

zu überwinden.»

Max Guderian,

Designstudent, HfG Karlsruhe

Eine Designikone wird 50: das USM Möbelbausystem Haller – Erfahren Sie, wie eine neue Generation von Designern,

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13


[titelthema] Ausgabe 44 | Mai 2015 unternehmen [!]

Das freut den Volksbank-

Chef: Die zweite Hälfte des

vergangenen Jahres verlief

„extrem positiv“. Die ehrgeizigen

operativen Ziele wurden

sogar übertroffen.

Haushaltskonsolidierung, Griechenland-Rettung und

europäischer Harmonisierung die gesamte Finanzwirtschaft

– also Banken, Versicherungen, Bausparkassen

– nicht unter die „Zinsniveau-Räder“ kommt.

wie konkret ist die gefahr, dass Deutschland

künftig eine mischung aus sinkenden

Preisen, lahmender Konjunktur

und arbeitsplatzabbau

droht?

Im Moment jammern wir in

Deutschland auf hohem Niveau.

Wir haben grundsolide Wirtschaftsstrukturen,

die bei Unternehmen

unverändert zu Wachstum und Investitionen

führen. Die Firmen in

der Region sind hervorragend aufgestellt.

Die Konsumneigung der Verbraucher ist gleichzeitig

hoch. Solange die Konjunktur gut läuft, kommt

auch der regionale Bankenbereich mit dem Niedrigzinsniveau

einigermaßen klar.

Viele

beneidendie

Regionum

ihreguten

Strukturen

wie steht die wirtschaft in der region da?

Insgesamt positiv, aber es gibt Unterschiede zwischen

und auch in den Branchen. Die Unternehmen haben

sich im letzten Jahrzehnt auf den Umgang mit den vielen

Krisen gut eingestellt und schätzen in etwa richtig

ein, was nachhaltig bedrohlich wirken kann – und was

nicht. Sie agieren vorsichtiger. Für

unser Kreditgeschäft heißt das:

Nach einem verhaltenen Jahresauftakt

2014 waren das dritte und

vierte Quartal extrem positiv. In

der Summe haben wir unsere sehr

ehrgeizigen operativen Ziele sogar

noch leicht übertroffen.

weshalb geht es der region

ulm/ Bodensee so gut?

Wegen der ausgewogenen Wirtschaftsstruktur, um die

uns viele beneiden. Die Verkehrsinfrastruktur ist trotz

vieler Staus gut. Dazu kommen nahezu Vollbeschäftigung

und ein Schul-, Fachhochschul- und Hochschul-

14


unternehmen [!] Ausgabe 44 | Mai 2015

[titelthema]

wesen, was dem Arbeitsmarkt qualifizierte Absolventen

zur Verfügung stellt. Auf dieser Basis sollten wir

dann auch trotz mancher schwieriger Rahmenbedingungen

optimistisch und selbstbewusst in die Zukunft

blicken.

gibt es eine Branche, in der sich das geschäft stärker

abkühlt als in anderen?

In der Immobilienwirtschaft wird heiß diskutiert, ob

eine Blase droht. Im ländlichen Bereich legte die Wertentwicklung

in den letzten Jahren um circa 1 Prozent

zu. Das ist ein gesundes Wachstum. In Innenstadtlagen

wie Ulm – aber auch Biberach und Ravensburg – sieht

das ein bisschen anders aus. In Ulm wurden zum Beispiel

Preise von bis zu 10.000 Euro pro Quadratmeter

Wohnfläche verlangt und bezahlt. Bei einem solchen

Niveau von Nachhaltigkeit zu sprechen, bezeichne ich

persönlich als – ehrgeizig.

wie ist das Immobiliengeschäft der volksbank

2014 gelaufen?

Nicht so gut, wie man es erwarten könnte. Ausgenommen

von Wertpapieren haben Verbraucher angesichts

der niedrigen Zinsen derzeit kaum sinnhafte alternative

Geldanlagemöglichkeiten; deshalb kommen nur

wenige Immobilien auf den Markt. Meist nur, wenn

ältere Leute sich verkleinern – oder ins Pflegeheim umziehen.

Daher hatten wir in den vergangenen Jahren in

unserem Immobiliengeschäft eher eine moderate Entwicklung

nach oben.

wie wird sich die nachfrage in ulm entwickeln?

Ulm profitiert von unterschiedlichen Entwicklungen:

Stadtlagen sind als Wohnorte offensichtlich derzeit

wieder mehr gefragt als das Land; die Stadt Ulm zieht

darüber hinaus durch eine attraktive Infrastrukturpolitik

durchaus Leute an; in sechs bis acht Jahren wird

man von hier aus mit dem ICE in 20 Minuten den Flughafen

Stuttgart und in 25 Minuten die Stuttgarter Innenstadt

erreichen. Deshalb wird das Immobilienpreisniveau

hier nachhaltig etwas höher bleiben. In anderen

Regionen sieht das anders aus.

wie groß ist die gefahr, dass sich der wohnungsmarkt

überhitzt? teilweise werden 30 Jahre alte

energieschleudern zu astronomischen Preisen angeboten?

Schon jetzt wird auch in attraktiven Innenstadtlagen

nicht mehr jeder Preis bezahlt. Das sehen Sie am Mietmarkt

oder den angebotenen Grundstücken. Dabei ist

die Situation paradox: Die Nachfrage besteht nach wie

Die Immobilienpreise werden

in Ulm langfristig etwas höher

bleiben, erwartet Ralph

Blankenberg – doch auch hier

bezahlen die Leute nicht mehr

jeden Preis.

Wir gestalten mit

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15


[titelthema] Ausgabe 44 | Mai 2015 unternehmen [!]

Volksbank-Chef Ralph Blankenberg setzt auf Kundennähe. Die Zentrale in Ulm wurde für 3 Millionen Euro zum „Beraterpark“ umgebaut.

152Jahrealt,

70.000Mitglieder

DieVolksbank Ulm-Biberach ist mit einer

Bilanzsumme von 2,4 Milliarden Euro das

größte genossenschaftliche Kreditinstitut

zwischen Ulm und dem Bodensee. Mit

deutlichem Abstand kommen die Volksbanken

Überlingen und Konstanz auf

Platz zwei und drei. Trotz des anhaltenden

Zinstiefs konnte das Institut im vergangenen

Jahr sein Betriebsergebnis vor der Risikovorsorge

für faule Kredite um 1,9 Prozent

auf 21,3 Millionen Euro steigern. Die

Spareinlagen der Kunden erhöhten sich

um 5,4 Prozent auf 1,95 Milliarden Euro.

Dabei hielt der Trend zu flexiblen, kurzfristigen

Spareinlagen an. Das Kreditgeschäft

boomte, es legte um 9 Prozent auf 1,7 Milliarden

Euro zu. Von den Neuabschlüssen

wurden 332 Millionen Euro Darlehen für

Firmeninvestitionen vergeben, 192 Millionen

für den Wohnungsbaubau.

Die Volksbank verfügt über 37 Geschäftsstellen

und zehn SB-Stellen in den Kreisen

Ulm, Alb-Donau, Neu-Ulm, Biberach

und Ravensburg. Die Zahl der Mitarbeiter

stieg leicht auf 567, darunter sind 47 Auszubildende.

Die im Jahr 1863 gegründete

Genossenschaft zählt mehr als 70.000

Mitglieder. Das 70.000. Mitglied war die

dreijährige Emma aus Illertissen, die von

ihrer Oma einen Mitgliedsanteil geschenkt

bekommen hat.

Kö/amB

vor. Aber das Angebot passt nicht dazu. Vielleicht kann

das durch interessante Projekte, etwa am Safranberg,

geändert werden. Die Herausforderung ist, dass die

Wohnungen, die dort entstehen sollen, für die Nachfrage

bezahlbar bleiben.

welche objekte werden nicht mehr bezahlt?

Es gab zum Beispiel am Michelsberg Objekte mit Mietvorstellungen

zuletzt von bis zu 15 Euro pro Quadratmeter.

Das konnte aber wohl nur mit hinterlegten

Mietgarantien erreicht werden. Wer Immobilienmärkte

in den vergangenen Jahrzehnten aufmerksam verfolgt

hat, weiß, dass Mietgarantien in der Regel der erste

Hinweis dafür sind, dass ein Markt möglicherweise

kippt. Ich bin zumindest aufmerksam, wenn ich höre,

dass am Markt damit gearbeitet wird.

themenwechsel: noch immer haben viele Bankkunden

Probleme, sich ihre 22-stellige IBan-nummer

zu merken.

Ich kann das gut nachvollziehen, denn ich gehöre auch

dazu: Obwohl ich jeden Tag mit dem Thema zu tun habe,

muss ich meistens meine Scheckkarte aus dem

Geldbeutel holen, um die IBAN abzulesen. Der großen

Mehrzahl der Kollegen geht es übrigens genauso. Aber:

Europa lässt auch hier grüßen.

wie hoch ist die fehlerquote?

Wir hatten erstaunlich wenig Falschläufer und wenig

Reklamationen. Das hängt damit zusammen, dass der

Großteil aller Geldtransfers über die IT beziehungsweise

per Internet vorgenommen wird. Dort wird den

Bankkunden angezeigt, wenn etwas nicht stimmt.

wie hoch ist der anteil der Papierüberweisungen?

Im Privatkundengeschäft noch 15 bis 20 Prozent.

werden diese beim einlesen automatisch geprüft?

Nein, und da liegt auch die größte Mängelquote – bei

den manuellen Überweisungen, die häufig von älteren

Leuten genutzt werden. Angesichts der Zahlen beziehungsweise

vielen Nullen in der IBAN kann man schon

ins Schleudern kommen. Dafür haben wir auch noch

kein Patentrezept. Oft füllen unsere Fachkräfte im Sinne

des Servicegedankens am Schalter die Überweisung

für diese Kunden aus. Oder wir bitten sie, sich von ihren

Angehörigen helfen zu lassen. Älteren Leuten bringen

Sie meistens keine IBAN mehr bei. Da sind einfach

16


unternehmen [!] Ausgabe 44 | Mai 2015

[titelthema]

pragmatische Lösungen gesucht. Aber insgesamt gesehen

handelt es sich nicht um sehr viele Fälle.

thema nachwuchs: sind die Bewerberzahlen rückläufig?

Mir geht es weniger um das Thema Quantität. Wir sind

Gott sei Dank in der Lage, alle Lehrstellen

zu besetzen. Wesentlich

wichtiger ist das Thema Qualität.

Angesichts der Altersstruktur unserer

Belegschaft legen wir erhöhtes

Augenmerk auf die Frage: Wer wird

künftig unsere Kunden und Mitglieder

allumfassend und kompetent

bedienen? Den Nachwuchs zu

gewinnen, ist nicht einfach –- zumal

auch das Image der Finanzbranche

gelitten hat.

Gottsei

Dankkönnen

wiralle

Lehrstellen

besetzen

schaut und liest: Großbank 1 baut 2000 Arbeitsplätze

ab, Großbank 2 schließt 90 ihrer Zweigstellen im Südwesten.

Wirkt das auf junge Leute motivierend? Sicherlich

nicht!

sie werden quasi in mithaftung genommen.

In der Tat waren nicht die regionalen

Banken diejenigen, die die

Krise hervorgerufen haben. Aber

vor allem die junge Öffentlichkeit

nimmt das so nicht wahr. Dieses

Bild zurechtzurücken ist eine

unserer Kernaufgaben – auch

gemeinsam mit der Sparkasse vor

Ort – über Veranstaltungen und

Bildungs- beziehungsweise Ausbildungsmessen

sowie über

Angebote an die Schulabgänger.

Pragmatische Lösungen gesucht:

Älteren Leuten kann

man in der Regel keine IBAN

mehr beibringen, sagt der

Bank-Chef – und räumt gleich

ein, dass er sie selber auch immer

nachschauen muss.

Das war schon mal besser, oder? Bis zur finanzkrise.

In meiner Jugend stand Bankwirtschaft für Solidität,

Nachhaltigkeit und Perspektive. Die Kreditwirtschaft

ist zum Großteil selbst schuld an ihrem schlechten

Image. Wenn ein junger Mensch heute in die Zeitung

worauf achten sie heute bei Bewerbern mehr:

Dass sie mit Zahlen umgehen können – oder mit

menschen?

Als hätten wir da wirklich die große Auswahl! In den

vergangenen Jahren hat sich viel geändert. Auf der ei-

17


[titelthema] Ausgabe 44 | Mai 2015 unternehmen [!]

Banken haben Zukunft: Davon

ist Ralph Blankenberg felsenfest

überzeugt. Hier im Gespräch

mit Karen Emler,

Wirtsaftsressortleiterin der

SÜDWEST PRESSE, und

Alexander Bögelein, Redaktionsleiter

unternehmen [!]

nen Seite wird im Schulischen ein extrem hohes Niveau

gefordert. Beim Basiswissen stellen wir aber oft

gravierende Lücken fest. Die Ursachen liegen in einer

Mischung an Defiziten aus Elternhaus und Bildungssystem.

Das bestätigen im Übrigen auch die Unternehmen

aus unterschiedlichsten Branchen. Auch aus den

Berufsschulen höre ich, dass sich das unterschiedliche

Niveau zu einem zentralen Problem entwickelt. Eine

unserer wichtigsten Aufgaben wird es künftig sein, in

wesentlichen Bereichen nachzuschulen, die Leute erst

mal auf ein einheitliches Niveau zu bringen – eventuell

über eine Art Vorausbildung vor der eigentlichen

Ausbildung.

Kann man jungen leuten überhaupt raten, einen

Bankberuf zu ergreifen?

Auf jeden Fall ja: In der Bankwirtschaft steht ein großer

Generationswechsel bevor, vor allem, wenn die geburtenstarken

Jahrgänge in Rente gehen. Das bietet in unterschiedlichsten

Aufgabenstellungen jede Menge

Perspektiven, ob in Fach-, Führungs- oder Projektfunktionen.

stichwort altersstruktur: wann wird es bei Ihnen

brenzlig?

Wir haben hier tendenziell ein junges Team. Der Altersdurchschnitt

liegt so etwa bei Mitte 40. Aber so etwa

in zehn Jahren wird es gerade auch mit Blick auf die

Bevölkerungsentwicklung möglicherweise schwierig

werden. Für junge Leute jetzt bedeutet das: Sie haben

enorme Chancen.

Konkreter bitte.

Bei uns gibt es drei Richtungen: Marktfunktionen,

Nichtmarktfunktionen oder Stabsfunktionen. Das

können junge Menschen mit entsprechenden Führungs-,

Fach- und Projektlaufbahnen kombinieren; die

Möglichkeiten sind dementsprechend vielfältig.

Die Bankbranche unterliegt aber einem gewaltigen

wandel.

Richtig. Vor allem aufgrund der sich permanent ändernden

Kundenbedürfnisstruktur und wegen der

Technologie, die sich – wie in jeder Branche – ständig

verändern wird. Aber Kreditinstitute wird es auch

noch in 25, in 30 Jahren geben. Vielleicht anders als

heute; aber kein „Paypal“ wird es schaffen, ein komplettes

vielschichtiges Bankensystem zu ersetzen.

aber der online-Bezahldienst aus den usa ist zu

einem Konkurrenten für Banken geworden.

Paypal ist im Grunde nichts anderes als eine Zahlungsverkehrsplattform

im Internet. Das ist in der Tat ein

wichtiger Teil des modernen Bankings – aber beileibe

nicht alles. Bedenken Sie, wie lange es gedauert hat, in

den vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten Bankensysteme

zu etablieren und entsprechende Kompetenzen

aufzubauen. Das werden Paypal oder andere

nicht von heute auf morgen schaffen. Dazu gehört

gewaltiges Knowhow und vor allem eines: Vertrau en.

Und das bauen Sie schon gar nicht in kurzer Zeit auf.

Deswegen ist das meine feste Überzeugung, dass es

Banken –- sicherlich in veränderter Form – auch noch

in Zukunft geben wird. Übrigens haben hervorragend

qualifizierte Menschen in der Industrie in Führungsund

Fachpositionen vielfach ihre berufliche Karriere

mit einer Bankausbildung in einer Regionalbank

angefangen. So oder so: Eine Banklehre ist eine sehr

gute Basis für einen erfolgreichen Lebens- und Berufsweg.

[!]

18


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Ein Jammer, so gewaltige Kräfte einfach nur zu bewundern – und nicht zu nutzen.

Foto: © Francesco R Iacomino / Fotolia.com

Was die Natur hergibt

Mit den Energiepreisen steigt auch der Kostendruck. Doch Unternehmen, die die Kraft der Sonne und die Wärme der

Erde geschickt zu nutzen wissen, schonen nicht nur die Umwelt, sondern steigern zudem ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Der Letzte macht das Licht aus! Zugegeben,

auch so kann man Strom sparen.

Doch das genügt nicht. Wer einen

komplexen Produktionsbetrieb oder ein Verwaltungsgebäude

unterhalten muss, sollte

tiefer in die Trickkiste greifen – und findet eine

Vielzahl an Möglichkeiten, seine Kosten

für Strom, Wasser und Gas zu senken. Das

kommt der Umwelt zugute und tut natürlich

auch dem Geldbeutel gut.

„Die Energiekosten sind in den vergangenen

Jahren stark angestiegen, besonders durch die

staatlichen Umlagen und Abgaben. Durch

Umsetzung von Effizienzmaßnahmen können

Energiekosten gesenkt werden – und das

stärkt wiederum die Wettbewerbsfähigkeit

des Unternehmen“, sagt Stefan Kesenheimer.

Der Referent für Umwelt und Energie an der

Industrie- und

Handelskammer

Bodensee-Oberschwaben

beobachtet

denn auch

einen Trend der

Betriebe hin zu einem

bewussteren

Handeln: „Die

Wirtschaft gestaltet

die Energiewende

aktiv mit.“ Bodensee-Oberschwaben.

Stefan Kesenheimer, IHK

Aktuelle Zahlen,

wie die der L-Bank vom Jahr 2014, zeigen, dass

allein das geförderte Investitionsvolumen bei

kleinen und mittelständischen Unternehmen

für Effizienzmaßnahmen in der Region Bodensee-Oberschwaben

mit 110 Millionen Euro

doppelt so hoch war wie im Jahr 2012. Viele

Großunternehmen hätten Energiemanagementsysteme

eingeführt, die zu einer kontinuierlichen

Effizienzsteigerung beitragen.

KEiNE PauschallösuNgEN

Doch wie kann man nun seine Firma so nachhaltig

wie möglich betreiben? Kesenheimer:

„Es gibt eine Vielzahl von Maßnahmen: Bei

der Heizungs- und Lüftungstechnik oder der

Beleuchtung können Optimierungen oder Ersatzinvestitionen

ein wirtschaftlich sinnvolles

Einsparpotential erzielen.“ Was am sinnvollsten

sei, lasse sich nicht pauschal

beantworten. „Jedes Unternehmen muss den

für sich besten Weg finden.“

Das taten auch Eckhard und Rosemarie

Schmied. Die beiden Geschäftsführer der a&g

20


unternehmen [!] Ausgabe 44 | Mai 2015

[verantworten]

automation and gears GmbH in Deggenhausertal

sind sich sicher, mit ihrem neuen Gewerbe-

und Wohnhaus „das effizienteste Gebäude

im Umkreis von 100 Kilometern“

errichtet zu haben. Beheizt wird es unter anderem

durch Erdwärmesonden, die die Wärme

aus der Erdkruste

ziehen.

Durch Wärmetauscher

wird das

12 Grad warme, in

Rohren zirkulierende

Wasser, auf

fast 40 Grad für die

Heizung erhitzt.

Unterstützt wird

das System durch

Eckhard Schmied, a&g automation

and gears. auf dem Dach.

eine Solaranlage

„Auf diese Weise

kommen wir auf etwa 2500 Euro Heizkosten

im Jahr, das sind umgerechnet vier Euro pro

Quadratmeter, also so gut wie nichts.“

Energie sparen rechnet sich

Beispiel Erdwärme: Die Berater der Kammern erklären, wie welche Energieform funktioniert.

Wie funktionieren Erdwärmesonden, wie

hoch darf der Energiedurchlasswert sein

und wie kann ich mit meinem Betrieb

dazu beitragen, dass die Freisetzung von

Kohlendioxid (CO 2

) in die Luft reduziert

werden kann? Die Antworten auf alle diese

Fragen bekommen Unternehmen unter

anderem bei Informationsveranstaltungen

der örtlichen Industrie- und

JE Nach ZEit Warm odEr Kalt

Das durch Deckenrohre fließende Wasser

kann auch zur Kühlung der Räume verwendet

werden und sorgt für angenehme Temperaturen.

„Ein großer Pluspunkt der Erdwärmenutzung

ist, dass wir keine der klassischen

Ressourcen wie Öl oder Gas vernichten, sondern

ausschließlich Wasser nutzen“, hebt

Schmied hervor. Insgesamt hat die Firma 1,2

Millionen Euro in den Neubau investiert, circa

10 Prozent flossen in die energetischen

Maßnahmen. Der Geschäftsführer weiß, dass

sich diese Investitionen für sein Unternehmen,

das unter anderem Industriekühler, Getriebe

für den Hochtechnologiebereich sowie

Bremsen entwickelt und herstellt, nur langfristig

rechnen: „Man muss bei Energiemaßnahmen

in großen Schritten vorangehen,

sonst hat man in 30 Jahren wieder ein veraltetes

Gebäude.“ Für ihn zählt nicht nur der wirtschaftliche

Aspekt, sondern auch die soziale

Komponente: „Es ist wichtig, dass sich unsere

fünf Mitarbeiter rundum wohlfühlen.“

Handelskammern. Hier gibt es auch einen

Überblick über mögliche Fördergelder,

wie sie zum Beispiel die Kreditanstalt

für Wiederaufbau (KfW) gewährt. Die

größte nationale Förderbank der Welt unterstützt

die Realisierung von Bauprojekten

und Modernisierungen, speziell auch

im Hinblick auf den Einsatz erneuerbarer

Energien.

loe

Im Moment auf jeden Fall ist das Gebäude

topeffizient und entspricht dem KfW 40-Standard,

sprich: Es verbraucht 60 Prozent weniger

Primärenergie als ein vergleichbarer

Neubau ohne entsprechende Energie-Maßnahmen.

Die Bauherren haben es unter anderem

mit 40 Zentimeter dicken Vollziegelwänden

umhüllt und dreifach isolierte Fenster

einsetzen lassen. Kleinere für die Nordseite,

NEUBAU IM GEWERBEGEBIET »ULM-NORD« – WWW.GEWERBE-ULM.DE

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21


[verantworten] Ausgabe 44 | Mai 2015 unternehmen [!]

größere für die Sonnenseite. So bleibt auf der

einen Seite möglichst viel Kälte draußen, und

so kommt auf der sonnigen Seite möglichst

viel Wärme rein. Schmied: „Dennoch muss

man bei der Planung akribisch darauf achten,

dass man das Haus nicht zu Tode isoliert und

es auch noch atmen kann.“ Deshalb müsse

man zwingend eine leistungsfähige Be- und

Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

einbauen.

Auch die Rehm Thermal Systems GmbH tappt

in Sachen Energieeffizienz nicht im Dunkeln.

Mehr als 170.000 Euro pumpte der Blaubeurer

Hersteller von Fertigungsequipments für die

Elektronik- und Photovoltaikindustrie Ende

2014 in Einsparmaßnahmen. So wurden an

einem Standort alle Leuchtstoffröhren durch

LED-Strahler ersetzt, an einem anderen die

Bereiche Lager, Fertigung und Inbetriebnahme

mit diesen Leuchtdioden ausgerüstet, die

ganz einfach elektrische Energie in Licht umwandeln,

quecksilberfrei sind und eine hohe

Lebensdauer haben. Für zwei Kompressoren

zur Druckluftherstellung, die das Unternehmen

etwa zum Laserschneiden braucht,

schlug dagegen das letzte Stündchen. „In diesem

Bereich waren wir ganz klar überversorgt,

so dass wir nun von drei auf einen Kompressor

reduziert haben“, erklärt

Qualitätsmanager Günter Dieckmann.

Weitere Projekte waren unter anderem die

Installation einer Solaranlage, mit der der Betrieb

den gewonnenen Sonnenstrom ins

öffentliche Netz einspeist, die Wärmerückgewinnung

durch Abluft der Produktionsmaschinen

sowie eine neue Heizungsanlage, die

weniger Strom verbraucht und obendrein besser

regulierbar ist. Die Firma rechnet damit,

dass sich die Investitionen in etwa drei Jahren

amortisiert haben werden. „Nach unseren jetzigen

Berechnungen werden wir dann für Beleuchtung

und Druckluft etwa 45.000 Euro

pro Jahr einsparen.“

aus dEm ofEN iN dEN BodEN

Auch Marcus Staib kann sich über ein sattes

Minus von 3000 Euro freuen, und zwar monatlich

– bei den Gaskosten. Der Geschäftsführer

der Bäckerei Konditorei Staib GmbH &

Co. KG steckte 1,8 Millionen Euro in seinen

neuen Backbetrieb im Ulmer Norden. Etwa 15

Prozent der Investitionssumme gingen auf

das Konto der Energiesparmaßnahmen.

An erster Stelle stand die effiziente Wärmerückgewinnung

aus den Backöfen: „Allein

mit dieser Energie können wir die Fußbodenheizung

unserer 6500 Quadratmeter großen

Backstube betreiben.“ Dennoch verschluckt

das System der Wärmerückgewinnung erst

einmal einen großen Batzen Geld, sodass Staib

frühestens in 10 Jahren mit einer Amortisation

rechnet; bezieht er alle Wartungsarbeiten

ein, vielleicht sogar erst in 14 oder 15 Jahren:

„Die Wärmetauscher mussten bereits nach

3 Jahren ausgetauscht werden. Dennoch

rechnet sich die Investition durch den Erhalt

von Förderkrediten auch durch die Zinsersparnis.“

Doch, wenn es um die Zukunft der nachfolgenden

Generationen und damit auch um den

Erhalt des 1934 gegründeten Familienunternehmens

geht, backt Staib, der an seinem

Standort bei Dornstadt 80 Mitarbeiter beschäftigt,

alles andere als kleine Brötchen:

„Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Kinder

in der gleichen Umgebung aufwachsen können,

die wir gewohnt sind. Und auch die Investition

in unsere moderne Backstube macht

nur Sinn, wenn diese auch in 40 Jahren noch

effektiv genutzt werden kann. Man darf nicht

nur blauäugig an kurzfristige Rendite, sondern

muss an langfristige Wertschöpfung

denken.“

Auch seine Angestellten werden es ihm danken,

denn so sorgt Staib dafür, dass zumindest

in seinem Betrieb das Licht nicht so schnell

ausgehen wird. [!] STeFAN loeFFleR

Marcus Staib hat viel Geld in das neue Energiemanagementsystem

seiner Bäckerei investiert.

22


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23


[machen] Ausgabe 44 | Mai 2015 unternehmen [!]

100 Wagen westwärts

Eine Palette mit Gütern nach Paris zu transportieren, ist noch keine Kunst. Ist die Transportaufgabe gen Gallien

anspruchsvoller, spielt die Logistik-Gruppe Heppner ihre Stärken aus: Schließlich ist sie französisch.

Aus der Perspektive der Neu-Ulmer Heppner-Mitarbeiter ist

vor allem eine Richtung maßgeblich: die nach Westen.

Nicht nur, dass ihre im Neu-Ulmer Ortsteil Burlafingen

ansässige Niederlassung zu besagtem französischen Logistik-

Unternehmen gehört. Nicht weniger wesentlich ist, dass der

Löwenanteil des Umsatzes mit dem deutsch-französischen Güter-

und Warenverkehr erzielt wird. „Rund 95 Prozent“, präzisiert

Niederlassungsleiter Marco Geiger.

„WIR ALLE SPRECHEN HEPPNER“

Zwangsläufig hat sich da jede Menge Spezialwissen über Gepflogenheiten

und Besonderheiten des französischen Nachbarn (inklusive

der Maghreb-Länder Nordafrikas) auf logistischem Gebiet

angesammelt: Das ist ein Pfund, mit dem Heppner im stark

umkämpften Logistik-Markt natürlich in besonderem Maße

wuchern kann. Es wird sozusagen als Alleinstellungsmerkmal

obendrauf gelegt, wenn ein Kunde die sonstigen Stärken abruft.

Dazu zählt Geiger beispielsweise die 20 Hauptlinien direkt

nach Frankreich, die täglich bedient werden.

Oder auch das dichte Netz an Standorten dort, was die Optimierung

logistischer Prozesse erlaube und zeitraubendes

und schadensträchtiges Umladen von Ladung überflüssig

mache. Dazu zählt laut Geiger ebenso eine klare Ladezeitaussage:

je nach Sendungsart und Empfangsort in

Frankreich maximal ein bis zwei Arbeitstage ab Auftragseingang.

Und schließlich: „Wir sprechen alle Heppner.“ Gemeint

ist: Von der einheitlichen betrieblichen Software bis

zur durchgängig länderübergreifend gepflegten

Firmenkultur herrschen ideale Voraussetzungen

für die reibungslose Abwicklung von Aufträgen.

Geiger und alle

Disponenten sind der französischen Sprache mächtig, was so manche

Probleme erst gar nicht entstehen lässt.

Insgesamt organisiert Heppner jeden Tag mehr als 100 Abfahrten

zu mehr als 200 Zielen. Wie dazu alles ineinander greift, nötigt

selbst Marco Geiger mitunter noch ein kleines Staunen ab, und der

41-jährige Betriebswirt ist immerhin schon 20 Jahre in der Branche

tätig, davon die meiste Zeit bei Heppner. Von Neu-Ulm aus werden

im Durchschnitt pro Monat 5000 Sendungen auf den Weg gebracht.

Die hohe Kunst dabei ist, dass die Laster immer randvoll

sind und „unser Umschlaglager am Abend völlig leer ist“.

Die Schnelligkeit ist einem sehr banalen Zwang geschuldet: Weder

die Kunden noch die Niederlassung selbst verfügen über große Lagerkapazitäten.

Zur Kunst gehört auch, die Aufträge mit den knapp

400 Subunternehmen, auf welche die Niederlassung Zugriff hat,

zu koordinieren. Eine eigene Transportflotte unterhält Heppner

nämlich nicht. Umso mehr wird auf die Zuverlässigkeit der Transporteure

geachtet und eine langfristige Kooperation angestrebt.

Zuverlässigkeit ist eine der Voraussetzungen, um mögliche Konventionalstrafen

zu vermeiden, die in der Logistik-Branche

schier immer und überall drohen.

OHNE MINDESTLOHN GEHT NICHTS

Neu auf der Checkliste ist das Thema Mindestlohn. Alle Subunternehmen

müssen sich schriftlich zur Einhaltung der

Bestimmungen verpflichten, weil auch die Kunden selbiges

von Heppner einfordern. Dessen Auswirkungen seien

finanziell schon spürbar, sagt Geiger. Wie stark die

Frachtraten jedoch schlussendlich anziehen werden, darüber

seien derzeit noch keine seriösen Aussagen

möglich.

Der Umsatz der Ulmer Niederlassung ist

im vergangenen Jahr nach Gei-

Foto: © wajan / Fotolia.com

24


unternehmen [!] Ausgabe 44 | Mai 2015

[machen]

gers Angaben um 20 Prozent nach oben geschnellt,

„und auch 2015 hat fantastisch angefangen“.

Der Niederlassungsleiter, der Mitte

2013 von der Niederlassung in Stuttgart nach

Neu-Ulm gewechselt ist, sieht darin erste

Früchte interner „Maßnahmen“ und natürlich

der Akquise neuer Kunden, während die wirtschaftliche

Stagnation im Nachbarland nach

wie vor wie eine angezogene Bremse wirke. In

den gegenseitigen Güter-Strömen macht sich

das als Unwucht bemerkbar – und erschwert

das Geschäft: „70 Prozent des Transportguts

gehen nach Frankreich, aber nur 30 Prozent

kommen von dort nach Deutschland.“

Auf mittlere Sicht will Heppner daher seine

einseitige geografische Ausrichtung und Abhängigkeit

etwas abbauen. Seit kurzem würden

auch Spanien (seit Mitte 2014) und Portugal

(seit Oktober 2014) beackert; dort wurden

lokale Kooperationen eingegangen. Auch in

diesen beiden Ländern sei die Entwicklung

schon sehr vielversprechend. [!]

Thomas Vogel

Der deutsch-französische Warenaustausch

Natürlich spricht nicht nur Niederlassungsleiter Marco Geiger Französisch.

Der Ursprung des Unternehmens, das

nach wie vor in Familienhand und inhabergeführt

ist, liegt in Straßburg – daher

auch der deutsch anmutende Name

Heppner. 1925 gegründet, lag der Schwerpunkt

von Beginn an auf französischdeutschem

Warenverkehr. Die Gruppe,

deren Hauptsitz mittlerweile nahe bei Paris

liegt, beschäftigt an den 100 französischen

und den 6 deutschen Standorten

rund 3500 Mitarbeiter. Die Umsätze mit

Fremdkunden beliefen sich 2014 auf rund

600 Millionen Euro. In der Niederlassung

Neu­Ulm sind 25 Mitarbeiter an Bord. TV

25


[namen & nachrichten] Ausgabe 44 | Mai 2015 unternehmen [!]

Kolb baut für

32 Millionen

Die Unternehmensgruppe Kolb

aus Memmingen investiert in diesem

und im nächsten Jahr insgesamt

32 Millionen Euro. Der

Großteil der Summe entfällt auf

das neue Logistikzentrum in

Mem mingen, das an der A 96 entsteht

– mit 145 Metern Länge,

58 Metern Breite und 33 Metern

Höhe. Das vollautomatische

Hoch regallager dient den vier

Pro duktionsstandorten als Auslief

erungslager . „Das wird ein

wei terer Meilenstein in unserer

über 80-jährigen Firmengeschichte“,

sagt Angela Kolb, Gesellschafterin

und Mitglied der Geschäftsleitung

von Hans Kolb Wellpappe.

2014 erwirtschaftete das Unternehmen

mit mehr als 1000 Mitarbeitern

einen Umsatz von 200

Millionen Euro. Kolb entwickelt

und fertigt Verpackungen. Mit

dem Kauf der Gebr. Knauer

GmbH + Co. KG in Dettingen/

Erms hat Kolb 2014 die Sparte

Verpackungsdruck gestärkt. [!]

Anmelden für die

Bildungsmesse in Ulm

Liebherr erweitert Standort Lindenberg

Ehrgeizige Ausbaupläne verfolgt

die Firmengruppe Liebherr am

Standort Lindenberg. Die 11.000

Einwohner zählende Stadt im

Westallgäu gehört zu den weltweit

fünf Produktionsstandorten,

an denen Liebherr Systeme

und Komponenten für die Luftfahrtindustrie

herstellt. Die Die

Liebherr-Aerospace Lindenberg

GmbH ist Teil der Sparte Aerospace

und Verkehrstechnik. Diese

ist eine von elf Geschäftsfeldern

der dezentral organisierten

Firmengruppe, die 41.000 Mitarbeiter

in mehr als 130 Gesellschaften

beschäftigt. Sitz des

Konzerns ist Bulle (Schweiz). Die

im Jahr 2012 begonnene Werkserweiterung

in Lindenberg soll

bis 2020 abgeschlossen sein. Bis

dahin investiert Liebherr dort

rund 200 Millionen Euro. Nach

der Fertigstellung des Parkhauses

im Sommer nimmt Liebherr den

nächsten Erweiterungsbau in

Angriff. 2700 der 4500 Mitarbeitern

sind in der Luftfahrtsparte in

den Standorten Lindenberg und

Voll des Lobes waren die Veranstalter

und Aussteller der Ulmer

Bildungsmesse im Jahr 2014: Die

Schüler kamen gut vorbereitet an

die Stände der Firmen. Die Veranstaltung

mit der Rekordzahl von

45.000 Besuchern liegt bereits 15

Monate zurück. Zurzeit läuft die

Anmeldefrist für die achte Bildungsmesse

vom 18. bis 20. Februar

2016, auf der sich Ausbildungsbetriebe

präsentieren. 80

Prozent der Aussteller von 2014

haben ihre Teilnahme für 2016

zugesagt. Anmeldungen sind bei

der IHK Ulm bis 3. Juni möglich.

Kontakt: Katja Wallner, 0731/173-

282, wallner@ulm.ihk.de. [!]

Liebherr montiert in Lindenberg unter anderem Flugsteuerungen.

Friedrichshafen beschäftigt. Liebherr

ist in der Vergangenheit zu

einem der weltweit führenden

Systemlieferanten aufgestiegen.

Liebherr-Aerospace entwickelt,

fertigt und betreut Flugsteuerungs-

und Betätigungssysteme,

Fahrwerke, Luftmanagementsysteme

und

Getriebe. Diese stecken

in vielen Flugzeugen:

vom Großraum-Jet

bis zu Militärflugzeugen

sowie in Hubschraubern. Zu den

Kunden zählen viele renommierten

Flugzeughersteller. [!]

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unternehmen [!] Ausgabe 44 | Mai 2015

[namen & nachrichten]

MTU investiert in Abgasfilter

Dunkler Ruß aus Prüfständen des

Motorenherstellers MTU hat am

Bodensee Ärger hervorgerufen.

Die Anwohner des MTU-Werks 2

in Friedrichshafen-Manzell hatten

über Rauchwolken, Geruch

und Ablagerungen geklagt. Als

Reaktion darauf baut das Tochterunternehmen

von Rolls-Royce-

Powersystems eine Filteranlage.

Der erste Teil soll Anfang 2017 in

den Pilotbetrieb gehen. An 12 der

18 Prüfstände in dem betroffenen

Werk werden sehr große Motoren

getestet. Für diese Größenordnung

gebe es bislang noch gar

keine Filteranlagen, sagt Ulrich

Dohle, Vorstandschef von Rolls-

Royce-Powersystems und Geschäftsführer

von MTU Friedrichshafen.

Die MTU rüstet vier Prüfstände für Großmotoren mit Partikelfiltern aus.

Das Konzept sieht Entstaubungsanlagen

für jene vier Prüfstände

vor, auf denen rußintensive Motoren

getestet werden. MTU investiert

dafür einen zweistelligen

Millionenbetrag. Laut Dohle

geht MTU weit über die gesetzlichen

Vorschriften hinaus: Bisher

seien keine Grenzwerte verletzt

worden. Als „guter Nachbar“ nehme

das Unternehmen die Klagen

der Anwohner aber ernst. [!]

Industrie wächst fast

nur noch im Ausland

Die Unternehmen der badenwürttembergischen

Metall- und

Elektroindustrie haben im Jahr

2014 einen Umsatz von 245

Milliarden Euro erwirtschaftet

– ein Viertel davon in

Deutschland. Vor allem die

Nähe zu den Kunden ist ein

wesentlicher Grund dafür,

dass die Unternehmen ihre

Kapazitäten hauptsächlich

im Ausland ausbauen. Nach

den Worten von Südwestmetall-Chef

Stefan Wolf hat der

Aufbau außerhalb Baden-Württembergs

bisher noch nicht zu

großen Abstrichen im Land geführt.

In einer Befragung von

rund 100 baden-württembergischen

Unternehmen aus der Metall-

und Elektroindustrie mit

250 oder mehr Beschäftigten

zeigte sich, dass die Ausweitung

der Auslandsaktivitäten bei rund

einem Fünftel negative Folgen

für die Beschäftigung im Inland

hatte. „Aber Dynamik findet nur

noch außerhalb der Landesgrenzen

statt“, sagte Wolf. Mit Blick

auf das Bildungszeitgesetz appellierte

er an die Landesregierung:

Weitere Belastungen müssten bei

anstehenden Gesetzesvorhaben

vermieden werden. [!]

Leopold löst

Suter ab

Dominik Suter

verlässt

nach drei Jahren

den Reisemobil-

und

Caravanhersteller

Dethleffs

in Isny

aus persönlichen

Alexander Leopold

ist Teil der

Grün-

Doppelspitze.

den. Seinen

Platz in der Doppelspitze mit

Günther Wank nimmt Alexander

Leopold ein . Suter kam in einer

schwierigen Phase. Unter seiner

Führung wurde unter

anderem die Produktion neu aufgestellt

und das Massengeschäften

ausgebaut. [!]

Innovativer

Südwesten

Baden-Württemberg bleibt die innovativste

Region Europas. Darüber

freut sich Landeswirtschaftsminister

Nils Schmid. Gemessen

an der Bevölkerung wur den aus

keinem anderen Bundesland

mehr Patente beim Deutschen Patent-

und Markenamt angemeldet:

14.533 Anmeldungen entsprechen

137 Patenten auf

100.000 Einwohner. Auf den weiteren

Plätzen folgen Bayern (123)

und Hamburg (46). Der Bundesschnitt

beträgt 60 Anmeldungen.

Nach den absoluten Zahlen liegt

Bayern mit 15.533 Anmeldungen

vor Baden-Württemberg. [!]

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[finanzieren] Ausgabe 44 | Mai 2015 unternehmen [!]

Moneyfornothing...

Angesichts der niedrigen Zinsen bekommen viele Unternehmen Kredite so einfach und günstig wie nie zuvor. Doch das

droht sich mit den neuen KapitalregelnBaselIII zu ändern. Wie sich Mittelständler darauf vorbereiten können.

Lange Zeit hatte das Schlagwort „Basel III“

keinen guten Klang bei Unternehmern.

Vor allem Mittelständler hatten befürchtet,

dass Kredite durch die seit Anfang vergangenen

Jahres geltenden Eigenkapitalregeln

für sie nicht nur teurer werden, sondern auch

schwieriger zu bekommen sind. Bislang jedoch

ist davon wenig zu spüren. „Wir haben

im Moment keine Probleme, eine Finanzierung

zu bekommen“, sagt Konrad Mezger, Geschäftsführer

der in Ulm ansässigen Geiger +

Schüle Bau GmbH. Eine Erfahrung, die Markus

Schweinstetter, Betriebsberater der Handwerkskammer

Ulm, bestätigt: „Ich kann nicht

feststellen, dass sich das Kreditverhalten der

Banken nachhaltig verändert hat; das liegt

aber auch daran, dass die Zinsen im Moment

sehr niedrig sind.“

Zweifellos sind gewerbliche Kredite derzeit so

günstig wie nie zu haben. Die staatlichen Förderbanken

KfW und L-Bank leihen Unternehmen

für ihre Investitionsvorhaben teilweise

Geld für weniger als 1,5 Prozent. Bei den Hausbanken

geht es zum Teil sogar noch günstiger,

denn der Wettbewerb um lukrative Unternehmenskunden

hat sich seit der Finanzkrise

verschärft. Immer häufiger treten Großbanken

wie die Deutsche Bank, Commerzbank

und HSBC Trinkaus & Burkhardt an, um lukrative

Kunden von den angestammten Sparkassen

und Volks- und Raiffeisenbanken zu

sich herüberzuziehen. Das drückt zusätzlich

die Konditionen.

Werhat,deMWIrdgegeBen

Dass die Banken bei Krediten an Unternehmen

und Selbstständige derzeit jedenfalls

nicht zurückhaltend sind, belegen auch die

Zahlen. „Das Kreditvolumen der Sparkassen,

bei denen immerhin rund 60 Prozent aller Unternehmen

in Baden-Württemberg Kunde

sind, ist im vergangenen Jahr um zwei Prozent

Wenn die Bank die Bonität des Kunden hoch einschätzt,

räumt sie ihm gerne einen Kredit ein.

28


unternehmen [!] Ausgabe 44 | Mai 2015

[finanzieren]

gewachsen“, sagt

Frank Ihring, Abteilungsdirektor

Controlling beim

baden-württembergischen

Sparkassen-

und Giroverband.

„Vom

Jahr 2005 bis 2014,

also über einen

längeren Zeitraum,

liegt der Zu-

Schüle Bau GmbH.

Konrad Mezger, Geiger +

wachs bei mehr als

30 Prozent.“

Die verschärften Eigenkapitalregeln hätten

das Wachstum nicht durchbrochen. In einer

Anfang 2015 veröffentlichten Umfrage des

Münchener Ifo-Instituts beklagen nur 16,2

Prozent der Unternehmen aus der gewerblichen

Wirtschaft eine restriktive Kreditvergabe.

Ein historischer Tiefwert. „Die erwartete

Geldflut der Europäischen Zentralbank

scheint schon jetzt die ohnehin schon lockere

Kreditvergabe nochmals zu lockern“, sagt

Hans Werner Sinn, der Präsident des Ifo-

Instituts.

Dennoch zögern viele Firmen, das günstige

Kreditklima zu nutzen. Nach den schlechten

Erfahrungen der Finanzkrise halten sich viele

Unternehmen zurück und lassen das Zinsgeschenk

der EZB ungenutzt – auch, weil sie in

den vergangenen Jahren gute Gewinne gemacht

haben und über ausreichend Liquidität

verfügen. „Dabei hat sich durch die niedrigen

Zinsen die Rentabilität von Investitionen

deutlich verbessert“, wundert sich Hendrik

Wolff von Wolff & Häcker Finanzconsulting

AG. Doch einige Unternehmer lassen sich

auch deshalb Zeit mit ihren Vorhaben, weil sie

davon ausgehen, dass die Zinsen noch länger

niedrig bleiben: Das zeigt eine im Herbst vergangenen

Jahres veröffentlichte Mittelstandsstudie,

die Wolff & Häcker zusammen mit der

Unternehmensberatung Ebner Stolz erstellt

hat. Dazu wurden bundesweit knapp 5000

Unternehmer zu Finanzierungsthemen befragt,

darunter gut 1000 aus dem Südwesten.

Für 68 Prozent der Befragten hatten sich demnach

die Finanzierungskonditionen in den

vergangenen zwei Jahren verbessert. Knapp

ein Fünftel ging sogar davon aus, dass die Zinsen

noch weiter sinken könnten. „Aus Sicht

der Unternehmer besteht wenig Handlungsdruck“,

fasst Wolff zusammen.

trügerIscheeInschätzung

Doch diese Einschätzung könnte sich auf lange

Sicht als trügerisch erweisen. Denn schon

jetzt bekommen nicht alle Mittelständler derart

einfach Geld von ihrer Bank. Hapert es an

der Bonität, haben vor allem kleinere und

mittlere Firmen auch in Zeiten einer eher lockeren

Kreditvergabepraxis Probleme, sich zu

finanzieren. Diese Zweiteilung in „gute“ und

„schlechte“ Unternehmenskunden verschärft

sich durch Basel III noch weiter. Denn einer

der Kernpunkte des neuen Regelwerkes ist,

dass die Banken bei der Vergabe von Unternehmenskrediten

mehr Eigenkapital zurück-

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[finanzieren] Ausgabe 44 | Mai 2015 unternehmen [!]

legen müssen, um einen Kreditausfall abzusichern.

Folge: Die Finanzkraft eines

Unternehmens rückt stärker als bisher in den

Vordergrund. Das Rating bekommt dadurch

noch größere Bedeutung (siehe Kasten).

Basel III bringt zudem weitere Einschnitte in

die Kreditpolitik der Banken, die angesichts

der derzeit üppigen Versorgung mit Liquidität

noch nicht zum Tragen kommen. Doch das

könnte sich ändern, wenn die EZB irgendwann

die Zinsen erhöht und beginnt, die Milliarden,

die sie jetzt in den Bankensektor

pumpt, wieder einzusammeln. So verlangt

das Regelwerk von den Banken, dass sie langfristige

Kredite auch langfristig refinanzieren.

Gut möglich also, dass die Kreditinstitute zukünftig

noch stärker als bisher Darlehen mit

kürzeren Laufzeiten anbieten. „Eine kürzere

Laufzeit bedeutet jedoch ein entsprechendes

Refinanzierungs- und Liquiditätsrisiko am

Ende der Laufzeit“, warnt Finanzierungsexperte

Schweinstetter.

soKlappt‘sMItderBanK

Viele Mittelständler haben jedoch die Zeichen

der Zeit noch nicht erkannt, fürchtet Britta

Becker, Partnerin des Wirtschaftsprüfungsund

Beratungsunternehmens EY und Leiterin

des Bereichs Capital & Debt Advisory.

„Bedenklich ist,

dass bislang lediglich

jedes fünfte

mittelständische

Unternehmen die

konkreten Auswirkungen

von Basel

III im eigenen Unternehmen

bespricht.“

Dabei gibt es an

Britta Becker, Partnerin sich nur wenige,

der Beraterfirma EY. einfache Punkte

im Geschäftsverhältnis

zu den Banken zu beachten. Was Mittelständler

tun können, um auch in Zukunft

ausreichend kreditwürdig zu bleiben:

Ehre Deinen Berater

Kleine Gespräche erhalten die Freundschaft:

Was im privaten Umfeld gilt, trifft genauso

auf das Verhältnis zur Hausbank und gegebenenfalls

einer Zweit- und Drittbankverbindung

zu. „Mehr noch als in der Vergangenheit,

ist die persönliche Beziehung zwischen dem

Unternehmenskunden und seinem Berater

wichtig“, weiß Sparkassenmann Ihring. Der

rating:rechnungmitvielenunbekannten

Jede Bank hat ihr eigenes Ratingsystem. Wichtig ist immer ein gutes Verhältnis zum Berater.

Banker vor Ort ist üblicherweise die erste Anlaufadresse

bei einem neuen Kreditantrag –

und hat bei der Genehmigung häufig das entscheidende

Wort. „Der Faktor Mensch spielt

oft eine größere Rolle als irgendwelche Regularien“,

sagt Schweinstetter, „das hat einen

großen Einfluss auf die Kreditvergabepraxis

und macht sie unseren Erfahrungen zufolge

häufig subjektiv.“ Probleme gibt es nach seinen

Beobachtungen daher vor allem dann,

wenn der Sachbearbeiter wechselt. Meist reagiert

der Nachfolger zunächst nicht so

schnell und flexibel, wie es der Unternehmer

gewöhnt ist – bis auch zu ihm ein Vertrauensverhältnis

aufgebaut ist. „Die laufende Pflege

der Beziehung zum Berater hat einen hohen

Stellenwert“, rät daher Ihring, „man sollte daher

dort nicht nur vorstellig werden, wenn es

um einen neuen Kredit geht, sondern diese

Beziehung dauerhaft pflegen und im Gespräch

bleiben, dabei offen sein und zeitnah

kommunizieren.“

Halte die Bank auf dem neuesten Stand

Gute Kommunikation ist wichtig. Aber genauso

wichtig ist es, dass die Bank mit validen

Informationen auf dem Laufenden gehalten

wird, damit sie schwarz auf weiß nachlesen

Wiebeigroßenanleiheschuldnern

auch, durchleuchten die Banken mit einem

Rating die finanziellen Verhältnisse

ihrer Kreditkunden. Die Bonität wird dabei

am Ende häufig nach einer Art Schulnotensystems

bewertet. Je besser die

Bank das Risiko eines Zahlungsausfalls

bewerten kann, desto berechenbarer wird

aus ihrer Sicht die Kreditentscheidung.

Eine gute Note bedeutet daher: Der Kreditzins

fällt im Vergleich zum Marktdurchschnitt

sehr günstig aus, schlechte

Schuld ner zahlen hohe Aufschläge. Das

Problem aus Sicht des Kreditnehmers ist,

dass jede Bank ihr eigenes Rating­System

verwendet und sich dabei auch nicht

über die Schulter schauen lässt. Für den

Bankkunden ist es daher schwer einzuschätzen,

mit welchen Informationen genau

er sein Rating verbessern kann. TL

kann, wie sich die Geschäfte entwickeln. Viele

Unternehmen sind daher gefordert, sich beim

Thema Finanzierung ebenso professionell

aufzustellen, wie sie das zum Beispiel im Einkauf

oder der Logistik längst getan haben. Dazu

gehört, alle Steuer- und Finanzunterlagen

in Ordnung und ständig auf dem neuesten

Stand zu halten, die Bilanz zu pflegen und bei

einem Kreditantrag alle notwendigen Dokumente

schnell greifbar zu haben, um auf die

erhöhten Anforderungen durch Basel III vorbereitet

zu sein.

Schaue Dich nach Alternativen um

Statistiken zufolge ist der Bankkredit nach

wie vor die beliebteste Finanzierungsform für

Unternehmen. Aber er ist beileibe nicht die

einzige Möglichkeit, sich zu finanzieren.

Alternative Instrumente wie etwa Factoring,

Leasing, Schuldscheindarlehen oder auch der

Gang an den Kapitalmarkt sollten in eine

langfristige Finanzierungsstrategie eingebaut

werden. Dazu gehört auch, sich nach einer

Zweitbankverbindung umzusehen. Auf diese

Weise sinkt das Risiko, dass die Finanzierungsmöglichkeiten

schwinden, wenn

der Geldfluss durch die EZB irgendwann versiegt.

[!]

THomAS LuTHEr

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2003 Auflösung der

Niederlassung Neu-Ulm

2008 Umzug von Ulm

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Standort

Neu-Ulm

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Ansprechpartner

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Neu-Ulm: Robert Imbrogno

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31


Gründerin und Firmenchefin Verena

Paul (rechts) treibt mit Modedesignerin

und Maßschneiderin Frederike Kujas

(25), sowie zwei weiteren Beschäftigten,

das Bio-Modelabel Lovjoi voran.

Grüner Chic statt Jute

Eigentlich wollte Verena Paul auf die Modefachschule in Sigmaringen. Doch ihre Idee war einfach zu gut, also gründete

sie gleich ihr eigenes Bio-Modelabel. Lovjoi ist die Geschichte eines außergewöhnlichen Start-ups.

Es war im Sommer 2014, als Lovjoi in die

Welt trat. Damit wurde der Kindheitstraum

von Verena Paul (26) Wirklichkeit.

Mit einem Bioladen, den sie im Jahr zuvor

im oberschwäbischen Riedlingen

übernommen hatte, hatte er erste Konturen

gewonnen. Erkennend, dass in der Abteilung

Bekleidung ein gewisser Notstand herrschte,

beschloss Verena Paul, selbst die Initiative auf

diesem Feld zu ergreifen. Das herkömmliche

Angebot an biologisch und ethisch einwandfreier

Ware war ihr zu piefig, unbequem und

altbacken. Dem setzte sie ihr eigenes Konzept

von Greenfashion entgegen: Es bringt die

strengen Kriterien nachhaltigen Produzierens

in Einklang mit einem alltagstauglichen,

von jungen Designern entwickelten Stil zwischen

Street Wear und Casual chic.

In DeutsChlanD herGestellt

Öko-Modelabels, die auf zertifizierte Biomode

anbieten, gebe es etliche in Deutschland, sagt

Paul. „Aber wir sind die einzigen, die ihre Kleidung

auch in Deutschland produzieren.“

Sie solle ihre Vision doch gleich in die Praxis

umsetzen, hatte ihr Hartmut Hopf, Leiter der

Modefachschule Sigmaringen, geraten und

ihr geholfen, das Projekt anzuschieben. Statt

einer Ausbildung begann Paul eine Kooperation,

sponsorte drei Abschlussarbeiten, erwarb

die Rechte an den Schnitten – und hatte nach

gerade einmal sechs Monaten Vorlaufzeit den

ersten Schritt in die Modewelt getan.

Mittlerweile ist das Sortiment auf mehrere

Dutzend Modelle angewachsen, diese sind in

drei Boutiquen in Stuttgart, München und Ra-

32


unternehmen [!] Ausgabe 44 | Mai 2015

[gründen]

Immigranten helfen beim textil-revival

Die Eltern des Syrers Naser Ibrahim hatten vor dem Krieg eine Textilfabrik in Damaskus. Mit seinem

Maschinen- und Prozess-Know-how hilft er, die Lovjoi-Serienproduktion auszubauen.

sechs Monate Vorlaufzeit hatte Verena

Paul bei ihrer Gründung. Drei Absolventen

der Modefachschule Sigmaringen entwickelten

ihre Abschlusskollektionen mit

Bio-zertifizierten Stoffen, die Paul finanziert

hat. Im Gegenzug durfte sie die

Schnitte verwenden. Im Gründerwettbewerb

„Elevator Pitch BW“ hat Lovjoi als einer

der Publikumslieblinge der Regionalwettbewerbe

noch die Chance aufs

vensburg vertreten. Das wichtigste Standbein

im Vertrieb soll aber vorerst der Online-Vertrieb

bleiben, der höheren Marge wegen.

Denn faire Löhne für alle, von den Näherinnen

bis zu den Designern, sowie die Produktion

im eigenen Haus – also im Hochlohnland

Deutschland – gehören mit zum Konzept der

jungen Unternehmerin. Dafür nimmt sie

auch einen geringeren Gewinn in Kauf. Nicht

Edelfummel für die oberen Zehntausend lautet

ihr Ziel, sondern mittelpreisige Mode –

und das nicht nur für jüngeres Klientel.

Landesfinale . Das Startkapital von

100.000 Euro brachte Paul alleine auf . Die

höchsten Ausgaben fallen für Personal,

die Maschinen und den Kauf der Stoffe an .

Findet man hierzulande Näherinnen?

„Wieder“, sagt sie, in der Regel unter Migranten

oder Absolventen der Maßschneider-Ausbildung.

Verena Paul beschäftigt

bei Lovjoi drei Mitarbeiter, weitere in ihrem

Biosupermarkt. www.lovjoi.com TV

PreMIere auF MODeMessen

Doch was spricht gegen eine Auftragsvergabe

ins Ausland? Für Paul so gut wie alles: weniger

Flexibilität, geringere Transparenz, mehr

Schwierigkeiten bei der Qualitätssicherung.

Nicht zuletzt wäre, so Paul, der notwendigerweise

größeren Serien wegen, zu viel Kapital

gebunden. Für ein Start-up ist das ein überlebenswichtiges

Argument.

Wurde vorher ausschließlich nach Auftragslage

produziert, ist mit dem Einstieg in Kollektionen

und damit dem Aufbau von Beständen

nun aber doch ein größerer Kapitaleinsatz

nötig. In diese augenblickliche „Phase des

Umbruchs“ fallen gleichzeitig Investitionen

in die neuerliche Ausweitung der Produktionskapazitäten.

Erstmals wird Lovjoi in diesem

Jahr bei großen Modemessen vertreten

sein. Das Rad, an dem Verena Paul dreht, wird

allmählich größer. Umso mehr beschäftige sie

sich derzeit mit dem Thema „Vertrieb“, erläutert

die junge Gründerin, die vorher in der

Marketingbranche gearbeitet hat.

Mit ihrer Selbstständigkeit verbinde sie „sehr

positive Erfahrungen“, sagt die Gründerin.

Das überdeckt nicht, dass sie in der Aufbauphase

auch so manche Überraschung erlebt

hat. So habe sie beispielsweise die Zahl der nötigen

Maschinen unterschätzt. Auch die Suche

nach den Stoffen erwies sich als mühsam,

müssen diese nach Lovjoi-Kriterien doch den

anspruchsvollen GOTS-Standard erfüllen

(GOTS steht für Global Organic Textile Standard).

Der Stempel „vegan“ kommt noch

obendrauf. Er bedeutet hier konkret, dass Pelz

und Wolle ebenfalls tabu sind. Mehr correctness

geht nicht. [!]

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[spezial] Ausgabe 44 | Mai 2015 unternehmen [!]

Achtung! Scharf!

Mal ehrlich. Wann haben Sie zum letzten Mal eine gute Rede gehört? Einen mitreißenden Redner erlebt? Das dürfte eine

Weile her sein. Ein Hexenwerk ist die Kunst der Präsentation dennoch nicht. Tipps und Tricks.

Wer kennt sie nicht, die immer gleichen

Folienschlachten der Power-

Point-Präsentation?! Vorne steht ein

Redner und erzählt seinem Publikum, was es

eh schon an der Wand lesen kann. Von Zuhörern

kann in diesem Fall meist nicht die Rede

sein, denn die überfrachteten Anwesenden

dämmern bald vor sich hin und werden unweigerlich,

wie Gerriet Danz es ausdrückt,

„ins Wachkoma befördert“. Erreicht wird im

schlimmsten Fall das Gegenteil dessen, was

man will.

Eine Präsentation ist immer auch ein Stück

weit Werbung, sagt der Kommunikationstrainer:

„Ich werbe um Verständnis, um eine Lösung,

um Unterstützung für meine Abteilung,

oder ich mache Markenwerbung für mein Unternehmen.“

Im Amerikanischen gibt es dafür

den Begriff „Evangelist des Unternehmens“.

Bestes Beispiel: der 2011 verstorbene Apple-

Chef Steve Jobs. Der zeigte, wie es möglich ist,

sogar als Person zu einer Marke zu werden.

„Man greift zu einer Marke, weil sie Sicherheit

und Orientierung bietet“, sagt Danz. Er verschmilzt

in seinen Seminaren Kreativität und

Rhetorik zur „Kreatorik-Methode“. Schlüsselidee:

„Die Eigenschaften einer Marke kann

man auch auf sich selbst übertragen.“

DAS PUBLIKUM IST FAUL

Doch wie macht man das am besten? Was genau

läuft bisher schief? Danz: „Die Leute machen

sich häufig keine Gedanken darüber:

Was ist das Ziel, die eine Kernbotschaft?“ Am

besten in einem kernigen Satz formuliert. Warum?

„Das Publikum ist faul, hat viel um die

Ohren. Dem muss ich einen Nutzen bieten,

damit es zuhört.“ Viele reden zu lange, meint

Danz. „Wir Deutschen neigen dazu, maximal

zu informieren – und damit die Präsentation

zu überfrachten.“ Drei entscheidende Argumente,

die „mich und meine Kernbotschaft

Wie schärft man seine Wirkung bei Reden und

Vorträgen? Gerriet Danz hat einige heiße Ideen.

34


unternehmen [!] Ausgabe 44 | Mai 2015

[spezial]

unterstützen“, reichen. „Ich muss mich freiwillig

beschränken.“ Power-Point sei gut, um

Bilder und Grafiken zu zeigen. Sobald aber

Text dort steht, lande das im Kurzzeitgedächtnis.

„Erwarte ich, dass die Leute zuhören oder

dass sie an der Wand lesen? Beides kann ich

nicht erwarten.“

ALLE AUGEN GEHEN HOCH

Schließlich: Eine Präsentation ist ein „Live-

Medium“, das habe etwas mit lebendig sein zu

tun. Die Kunst sei es, Inhalte, die blanke Theorie

sind, lebendig, bildhaft wirken zu lassen.

Die häufigste dafür verwendete Möglichkeit

ist die des „story telling“, des Teilens von Erfahrungen.

Man könne aber auch einfach einen

Stift in die Hand nehmen und auf einem

Flipchart etwas skizzieren. „Das ist viel lebendiger

als Power-Point“, sagt Danz. Oder ungewöhnliche

Gegenstände mitnehmen: „Die

Augen gehen hoch dazu.“

Doch nicht nur an der Präsentation kann man

feilen, auch an sich selbst: „Was Menschen

Gerriet Danz‘ Präsentationsrezept: je lebendiger und bildhafter, desto besser.

denken, strahlen sie aus“, erläutert Monika

Matschnig, gefragte Vortragsrednerin und

Führungskräfte-Trainerin. Man merke

schnell, wenn jemand unsicher ist oder nicht

gut vorbereitet. „Haben Sie ein Lächeln für Ihr

Publikum“, rät die Expertin für Körpersprache.

Das komme zurück. Ein weiterer Tipp:

Weg vom Rednerpult gehen, mit beiden Bei-

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[spezial] Ausgabe 44 | Mai 2015 unternehmen [!]

Foto: © atoss / Fotolia.com

nen fest auf dem Boden stehen, dann ist man

geerdet, mittendrin. „Menschen wirken im-

mer, wenn sie die Arme einsetzen“, sagt

Matschnig. Wichtig ist es aber, Gesten

korrekt zu setzen, mit ihnen das

Gesagte zu unterstreichen.

Zur Darstellung eines

wirtschaftlichen Auf-

stiegs könne man

beispielsweise

die Hände nach

oben

führen

aber,

nicht

fuchteln,

wischen

oder

fahrige

Bewegungen

machen. Gesten

solle man ruhig ei-

ne Weile stehen lassen – und dann die

Hände wieder zur Mitte führen.

„Wenn sie vor Kollegen oder Kunden präsentieren,

werden viele nervös und deshalb

fahrig“, beobachtet sie. Diese Nervosität dauere

etwa zwei Minuten an, dann flache sie

ab. Deshalb müsse man die Gesten üben,

verinnerlichen. Zugleich weist sie darauf

hin, dass sie zu einem selbst passen müssen.

„Ein extrovertierter Typ wird wesentlich

mehr mit den Armen arbeiten

als ein introvertierter Typ.“ Blickkontakt

solle man zu den Menschen im Raum suchen,

„die mir ein gutes Gefühl geben“. Unbewusst

schaue man sonst jene an, die einem das

Gefühl von Gefahr vermitteln.

Präsentationen wirken auch dann gut, wenn

man „kontrollierte Ortsveränderungen

macht, mal auf die linke, mal auf die rechte

Seite geht“, erklärt Matschnig. „Oder mitten

ins Publikum rein.“ Beispielsweise bei in U-

Form aufgebauten Tischen.

„Reden sind immer dann gut, wenn sie Emotionen

entfachen, mit einer bildhaften Spra-

che“. Inhaltlich

vernachlässigen viele

bei einer Präsentation

den Einstieg. „Dabei ist er das A und O, das Red

Bull am Anfang, der Wachmacher.“ Anfangs

gelte es, die volle Aufmerksamkeit zu wecken.

Rhetorische Fragen etwa regen an oder eine

Geschichte, die sich auch auf ein aktuelles Ereignis

beziehen kann. Und warum nicht mit

Metaphern arbeiten? „Menschen lieben Zitate“,

weiß Monika Matschnig. Es dürfe aber

kein gewöhnliches sein. Was nicht geht: Lange

Begrüßungsorgien à la „Schön, dass Sie so

zahlreich gekommen sind: der Landrat, der

Bürgermeister ...“

SO WIRD DIE SACHE RUND

Den Hauptteil solle man in höchstens drei

oder vier Kategorien einteilen, dabei immer

mit Bildern und Geschichten arbeiten. Ans

Ende gehört die Kernbotschaft. Denn haften

bleibt, „was der Mensch zuerst sieht – und was

er zuletzt hört“. Also gegen Schluss: eine kurze

Zusammenfassung in anderen Worten, ein

Zitat oder ein kurzer Film – und dann die

Kernbotschaft. So wird die Sache rund.

„Wechseln Sie mal die Perspektive. Setzen Sie

sich virtuell in Ihr eigenes Publikum“, rät

Kreatorik-Trainer und Autor Gerriet Danz.

„Das könnte Ihnen die Augen öffnen.“ [!]

WERNER GALLBRONNER

Üben, üben, üben!

Es ist noch kein Redner vom Himmel gefallen.

Trainerin

Monika

Matschnig mit vorbildlichem

Körpereinsatz.

Geborene Redner? Die gibt es – eher

selten. Dennoch ist gute Präsentation

kein Zauberwerk. Es sind genügend Seminare

auf dem Markt, sagt Monika

Matschnig; es gilt, das richtige auszusuchen.

„Man muss ein gutes Gefühl für

den Trainer haben.“ In ihren eigenen Kursen

arbeiten zwölf Teilnehmer individuell

mit drei Trainern und einem Kameramann

zwei Tage lang intensiv. Üben, üben, üben

sei der Weg zur Verbesserung. Die Selbstbeobachtung

über Kameraaufnahmen,

die mit den Teilnehmern unter vier Augen

analysiert werden, sei „der härteste, aber

auch der schnellste Weg zu lernen“.

Trainer Gerriet Danz warnt: „Man muss

aufpassen, dass man sich nicht verschult.“

Wichtig sei, dass man nicht versucht,

jemand anderes darzustellen oder

ins rhetorische Raster eines anderen zu

passen, sondern sich selbst treu zu bleiben.

„Lernen Sie, was dem Publikum gute

Laune macht, wie Sie das Gehirn der anderen

erreichen.“

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[personal] Ausgabe 44 | Mai 2015 unternehmen [!]

RanandieFachkräfte

Zwischen Ulm und dem Bodensee herrscht nahezu Vollbeschäftigung. Viele Unternehmen suchen händeringend

qualifiziertesPersonal. Mit dem Fachkräftetag der SÜDWEST PRESSE eröffnet sich für sie ein neuer Weg.

Xenia (26) und Julia (22) schlendern an

diesem sonnigen Samstagnachmittag

entspannt aus der Ratiopharm-Arena

in Neu-Ulm. Die beiden gehören zu den mehr

als 1500 Besuchern des Fachkräftetags, den die

SÜDWEST PRESSE Mitte April erstmals ausgerichtet

hat. „Das war interessant, sich über

Unternehmen aus der Region zu informieren“,

sagen die beiden Auszubildenden. Zwar

hätten nach dem Geschmack der beiden jungen

Frauen mehr medizinisch-technische Unternehmen

dabei sein können. „Aber das war

eine gute Möglichkeit, mit Firmen in Kontakt

zu kommen. Im Gespräch bekommt man ein

gutes Gefühl für die Psychologie eines Unternehmens“,

erklärt Julia. „Das Beste war aber

der Service des Arbeitsamts, die Bewerbungsunterlagen

zu prüfen. Ich habe mich über das

Lob für meine Unterlagen gefreut, muss aber

noch ein bisschen an meinem Lebenslauf feilen“,

berichtet Xenia.

VieleTiPPsinVoRTRägen

Service und Tipps für die Besucher gehören zu

den Bausteinen des Konzepts des Fachkräftetags,

sagt Rebecca Stadelmaier. „Wir wollten

keine reine Jobmesse“, begründet die Stellenmarktverantwortliche

bei der SÜDWEST

PRESSE und Projektleiterin der Veranstaltung

Angebote wie kostenlose Bewerbungsfotos

von Foto Frenzel (Ulm) und das großeVortragsprogramm.

Als Antje Speidel von der Ulmer

Logistikplattform Transporeon schildert,

was Personaler an Bewerbern und ihrem Verhalten

nervt, hören 120 Interessierte zu. Auch

als Petra Bergmann von Bema-Coaching erläutert,

wie man sich bei Gehaltsverhandlungen

präsentiert, ist der Andrang riesig.

Der Tag ist vor allem dazu da, dass sich Fachkräfte

informieren und Firmen präsentieren

Im Foyer der Ratiopharm-Arena präsentierten

sich 26 Unternehmen. Ihre Stände waren auch

während der vielen Fachvorträge gut besucht.

38


unternehmen [!] Ausgabe 44 | Mai 2015

[personal]

können. Der Ulmer

Niederlassungsleiter

von

Schuler-Konstruktionen,

Thomas

Schulze, nutzt die

Veranstaltung aus

zwei Gründen: Er

will einerseits auf

den Dienstleister

Projektleiterin

für Entwicklung,

Rebecca Stadelmaier. Konstruktionen

und technische Beratung

aufmerksam machen. Andererseits

will er mit den Unternehmen hier ins Gespräch

kommen. In Ravensburg, dem Hauptsitz

des Unternehmens mit 500 Beschäftigten,

ist Schuler-Konstruktionen eine feste Größe.

Am Standort Ulm mit 13 Mitarbeitern „haben

wir in der Vergangenheit zu wenig auf uns

aufmerksam gemacht“, räumt Schulze ein.

Ähnlich geht es Gerhard Wiesenfarth, Serviceleiter

von Kamag Transporttechnik. Der

Spezialist für Schwertransporttechnik (Ulm)

mit 220 Mitarbeitern ist kaum bekannt.

Kamag-Produkte kommen zum Einsatz, wenn

normale Lkw an ihre Grenzen stoßen. Die Spezialfahrzeuge

aus Ulm transportieren auch

mal gigantische Ölplattformen. „Wir suchen

Konstrukteure. Aber auch Servicetechniker ,

die bei unseren Kunden – von Norwegen bis

Australien – Fehleranalysen machen“, berichtet

Wiesenfarth. Von der Besucherresonanz

am eigenen Stand ist er überrascht, das Konzept

des Fachkräftetags findet er gut. „Das

nächste Mal sind wir wieder dabei.“

Neben großen Unternehmen wie dem Liebherr-Werk

Ehingen, den Ulmer Unternehmen

Husqvarna und Schwenk-Zement probiert

auch Katrin Mützel von der Friedrich Sailer

GmbH (Neu-Ulm) neue Wege aus, um Fachkräfte

zu finden. „So etwas wie den Fachkräftetag

gab‘s noch nicht“, sagt die Firmenchefin.

Sie würde sofort vier Leute einstellen, wenn

sie die richtigen Qualifikationen mitbringen.

Der 35-Mann-Betrieb ist eine wenig bekannte

Fortsetzungfolgt–

imnächstenJahr

Diestärkeder Wirtschaftsregion Ulm

zu erhalten, ist eines der Ziele des Fachkräftetags,

der auch vom Ulmer Oberbür

germeister Ivo Gönner und dem IHK-

Präsidenten Peter Kulitz unterstützt

wird. Mit dabei waren 26 Unternehmen

aus der Region. Bei Projektleiterin Rebecca

Stadelmaier be kun de ten noch

auf der Veranstaltung Personalchefs,

deren Firmen nicht vertreten waren, ihr

Interesse fürs nächste Mal. Kontakt:

r.stadelmaier@swp.de

AMB

Hightech-Schmiede, die mit ihrer Laserschweißanlage

Edelstahl-Möbel für Lebensmittel-

und Pharmaunternehmen herstellt.

Auch Mützel hat viele Gespräche geführt:

„Wir wollten uns als freundlicher, positiver,

familiärer Arbeitgeber präsentieren. Das ist

uns gelungen.“ [!] ALEXANDER BÖGELEIN

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[rubrik] Ausgabe 44 | Mai 2015 unternehmen [!]

Da lächelt der Umweltfreund. Die Geräte arbeiten ohne einen Hauch von Chemie.

Blitzeblank,reinbiologisch

Aus nichts als Wasserdampf wird Sauberkeit: Das ist die Formel, die beim ReinigungsgeräteherstellerBeamGmbH

aus Altenstadt an der Iller seit einigen Jahren glänzend aufgeht.

Zwei Trends kurbeln das Geschäft des

Reinigungsspezialisten Beam aus Altenstadt

an. Robert Wiedemann ist der

geschäftsführende Gesellschafter: „Wo gibt es

heute noch Produktions- oder Werkstätten

mit dicker Ölschicht und festgepichelter

Schmutzkruste?!“ Fast nirgends. Vielmehr

sind nach seinen Worten die Anforderungen

an Sauberkeit und Hygiene im gewerblichen

Bereich gestiegen. Sei es aufgrund gesetzlicher

Bestimmungen, sei es aus Imagegründen.

Zudem profitiert Beam von dem Trend zu

Bio und nachhaltigem Wirtschaften. Die

Beam-Dampfreinigungsgeräte erfüllen diesen

Anspruch; sie arbeiten ohne jegliche chemische

Reinigungsmittel. Gemäß dem Motto:

„Dampf ist der beste Saubermacher.“

Um das Jahr 1990 brachte Beam das erste derartige

Gerät auf den Markt. Da existierte die

Firma bereits über ein Jahrzehnt. Damals standen

allein Hochdruckreiniger im Portfolio.

Um auf dem schon seinerzeit hart umkämpften

Markt überhaupt einen Fuß in die Türe zu

bekommen, setzten die Gründer – Robert

Wiedemanns drei Brüder – von Beginn an auf

den Direktvertrieb. Damals gab es in der Umgebung

noch viele Landwirte, denen der Außendienst

auf ihren Höfen vorführte, wie die

ersten Eigenentwicklungen von Beam funktionieren.

Dazu kamen Auftritte auf verschiedenen

Messen.

AufBiszu60Messen

Bei dieser Vertriebsform ist es bis heute geblieben.

Zwischen 50 und 60 Messen werden pro

Jahr besucht. Zudem bearbeiten rund 30 Außendienstmitarbeiter

intensiv vor allem den

süddeutschen Markt sowie die Schweiz und

Österreich. Der Markt sei so interessant, groß

und vor allem weiterhin wachsend, dass dies

im Moment völlig ausreiche, sagt Firmenchef

Wiedemann.

Keinen Gedanken

verschwendet er

daran, die Produkte

über den Einzelhandel

zu vertreiben

oder ins

Online-Geschäft

einzusteigen.

Denn zum einen

handle es sich um

erklärungsbedürftige

Produkte, zum Wiedemann.

Geschäftsführer Robert

anderen würden

Waren-Rückläufe, wie bei Internet-Bestellungen

in hohem Maße üblich, Probleme bereiten.

Vor allem aber würde Beam den großen

Vorteil des Direktvertriebs verlieren: die engen

Kundenbeziehungen. „Dadurch erhalten

wir ein schnelles Feedback.“ Beam könne so

nicht nur mit Spezifikationen beim Zubehör

reagieren, sondern erfahre auch, wie sich die

40


unternehmen [!] Ausgabe 44 | Mai 2015

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DieGründervonBeamwaren Robert

Wiedemanns drei Brüder; 1977 war das.

Er selbst stieg 1985 erst in den Vertrieb

ein und wurde später geschäftsführender

Alleingesellschafter der Beam GmbH. Die

teils freiberuflichen Außendienstler mitgerechnet,

hat das Unternehmen derzeit

knapp 60 Mitarbeiter. Über die Höhe des

Umsatzes hält sich der Geschäftsführer

bedeckt, er spricht jedoch von einem anhaltenden

Aufwärtstrend: „Die zurückliegenden

sechs Jahre hatten wir jährliche

Steigerungen zwischen fünf und acht

Prozent.“ Der Absatzmarkt der Reinigungsgeräte

ist Deutschland, Österreich

und Schweiz.

tv

Funktionalität der Geräte weiter verbessern

lässt. Den Premium-Anspruch sieht er durch

Innovation gleichermaßen wie durch die

Langlebigkeit der Produkte erfüllt.

„Blueevolution“

Ein Beispiel aus den Anfangsjahren. „Wir waren

die Ersten, die Hochdruckreiniger statt in

Flach- in Hochbauweise brachten, weil die

kommoder zu bewegen sind: Da hatten wir

fünf Jahre ein Alleinstellungsmerkmal.“

Dann aber entwickelte sich ein gnadenloser

Verdrängungswettbewerb. Was also tun? Das

Unternehmen besann sich auf sein Image als

Tüftler. Beam entwickelte einen Dampfreiniger

für den Haushaltsbereich und brachte ihn

1990 auf den Markt. Das Gerät erledigte Reinigen

und Saugen in einem Arbeitsschritt. „Anfangs

hatten wir mit Akzeptanzproblemen zu

kämpfen“, räumt Wiedemann ein. Wieder erwiesen

sich die Demonstrationen bei den

Kunden als Vorteil. 2013 folgte der nächste

Sprung nach vorne mit der Einführung der

Modellreihe „Blue Evolution“, die auf gewerbliche

Kunden abzielt.

Der Markt? Riesig, zeigt sich Marco Wiedemann,

der Verkaufsleiter und Sohn des Geschäftsführers,

vom dauerhaften Erfolg überzeugt.

Das Einsatzgebiet der Geräte reicht von

Industrie, Handwerk, Verkehrsbetrieben über

Kommunen und den Medizinbereich bis hin

zu Pflegeheimen. Mit dieser breiten Aufstellung

kann Beam Schwankungen in einzelnen

Bereichen abfedern. Schon heute erwirtschaftet

das Unternehmen mit der Modellreihe

30 Prozent des Umsatzes.

Mit der

2014 eingeführten

Entkalkungsautomatik

verfüge

man über ein weiteres

Alleinstellungsmerkmal.

Während die Produktion

früher

noch im Haus war,

wird sie heute von Im Familiengeschäft: Sohn

Fremdfirmen in Marco Wiedemann.

Italien erledigt.

Am Firmensitz schraubt keiner mehr; hier sitzen

Verwaltung, Service, Verkauf und Entwicklung.

Der Firmenname Beam ist übrigens eine Reminiszenz

an die Science-Fiction-Serie „Raumschiff

Enterprise“ und den unvergesslichen

Spruch „Beam me up“. Der setzte eine fantastische

Apparatur in Gang, die die Crew ent- und

rematerialisierte. [!] Thomas Vogel

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[machen] Ausgabe 43 | März 2015 unternehmen [!]

WasfüreinKäse!

Hartkäse, das kann jeder Profi im Allgäu, befanden die Gründer der BiokäsereiZurwies in den späten 80ern. Weichkäse

dagegen ist eine eigene Kunst. Aus genau dieser Kunst wurde eine Erfolgsgeschichte. Strikt biologisch natürlich.

Konsequent biologisch muss es sein, finden die Zurwies-Geschäftsführer Anton und Luise Holzinger. Davon haben sie auch die Bauern rundum überzeugt.

Als der Öko-Gedanke in den 80er Jahren

immer populärer wurde, waren die befreundeten

Käsemeister Anton Holzinger

und Richard Kurzweil gleich dabei. Sie

entschlossen sich, ihr Wissen auf die Produktion

von Käse nach streng biologischen Kriterien

zu übertragen. Weichkäse sollte es sein.

Denn Hartkäse herzustellen, das beherrscht

im Allgäu jeder Käsemeister, der von seinem

Fach etwas versteht. Weichkäse aber ist wegen

der Bakterien im Rohstoff Milch und bei

der mehrstufigen Verarbeitung eine noch diffizilere

Sache. Holzinger und Kurzweil scheuten

das Risiko nicht. Sie gaben ihre gut dotierten

Leitungsfunktionen bei konventionellen

Käseherstellern auf und machten sich auf die

Suche.

MolKereiiMWinZigenWeiler

In Zurwies, einem winzigen Weiler mit vier

Häusern unweit von Wangen, wurden sie fündig.

eine kleine, aufgelassene Molkerei aus

dem 19. Jahrhundert. Da sollte sich gut experimentieren

lassen, meinten die beiden. Biokäse

gibt es natürlich nur mit Biomilch. Den

Käsemeistern gelang es, alle Bauern in der unmittelbaren

Umgebung zu überzeugen, auf

strikt biologische Grünlandwirtschaft umzustellen.

Mit allem was dazugehört, zum Beispiel

der Verzicht auf chemisch-synthetische

Düngemittel, auf konventionelles Futter und

auf Mais und Silage.

Damit war der Bezug der richtigen Milch gesichert.

Der Absatz ihrer Produkte noch nicht.

Die Neu-Unternehmer begriffen schnell, dass

sie eigene Vertriebswege brauchten und sich

gleichzeitig etablierten Handelsorganisationen

anschließen mussten, um Erfolg zu haben.

Sie klinkten sich in den Bio-Großhandel

ein, bedienten namhafte Naturkost-Organisationen,

integrierten ihre GmbH in die ÖMA,

einen Zusammenschluss der Ökologischen

Molkereien Allgäu, und überzeugten die Handelskette

Feneberg aus Kempten, ihre Produkte

ins Sortiment aufzunehmen. Richard Kurzweil

schied 2005 aus, heute ist Holzingers

Tochter Luise Co-Geschäftsführerin.

grenZendesWachstuMs

Das Unternehmen wuchs weiter, die alte Molkerei

nicht. Die Produktionswege in dem alten

Gemäuer wurden so kompliziert, dass

2008 klar war: Eine neue Fabrikationsstätte

musste gebaut werden. Unmittelbar neben

dem Firmensitz wurde für 4,5 Millionen Euro

eine Halle errichtet, die alle Probleme löste. In

der alten Molkerei konnte eine neue Produktlinie

für konsequent biologische Herstellung

von Frischmilch, Naturjoghurt, Sahne und

Speisequark aufgebaut werden.

Beide Firmen, die Käserei Zurwies und die

Zurwies Frische GmbH, beschäftigen heute

28 Vollzeitkräfte. Sie verarbeiten täglich rund

10.000 Kilo Milch und erwirtschaften in diesem

Jahr einen Umsatz von voraussichtlich

acht Millionen Euro. [!] Hartmut mauscH

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Wer in der Vielfalt des weltweiten Netzes auffallen und Erfolg haben will, braucht eine gut gestaltete und interessante Webseite.

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Das internet ist längst Teil des Alltags. Damit wird die Präsenz im Netz für Unternehmen zum Erfolgsfaktor.

Experte Christian Baumgartner vom E-Business-Lotsen Oberschwaben-Ulm erläutert zehn goldene Regeln.

Vier von fünf Verbrauchern in Deutschland

sind online, jeder zweite von ihnen

greift auch unterwegs auf Inhalte

zu und ebenso knapp die Hälfte nutzt laut einer

GfK-Studie das Internet, um sich vor dem

Kauf über Produkte zu informieren. Diese

Zahlen zeigen: Im

Endkunden-Geschäft

kommt kein

Unternehmen am

Onlinemarketing

vorbei. Für kleine

Betriebe steckt darin

sogar eine

Chance. Christian

Baumgartner vom

Online-Experte

Christian Baumgartner.

E-Business-Lotsen

Oberschwaben-

Ulm (siehe Info-

Kasten) hat fürs Magazin „unternehmen[!]“

die zehn Grundregeln des Onlinemarketings

zusammengefasst.

Ohne Internetseite geht es nicht

Ziel aller Werbemaßnahmen im Netz sollte es

sein, Kunden auf die eigene Webseite zu leiten.

„Ohne Webseite hat Onlinemarketing

nur wenig Sinn“, sagt Baumgartner. „Wenn

nur eine Visitenkarte oder sonstige Kontaktdaten

vorhanden sind, ist es für den Kunden

schwierig, seinen Informationsbedarf zu stillen.“

Informationsbedarf ist ohnehin das

Stichwort. Nutzer suchen im Internet nach

Informationen. Die Aufgabe der Webseite ist,

diese zu bieten. Bernhard Pörksen ist Medienwissenschaftler

an der Universität Tübingen,

er meint: „Durchschnittlich hat die Webseite

zehn Sekunden, um den Kunden zur richtigen

Information zu führen, danach tendieren die

meisten dazu, die Seite zu verlassen.“

Hohe Qualität der Inhalte

Die Webseite muss in jeder Ansicht die wichtigen

Informationen zu Produkten und zum

Unternehmen enthalten. Diese müssen nach

Platz und Relevanz angeordnet sein. Zudem

muss das Unternehmen sein Know-how vermitteln.

Infografiken oder Videos können diese

Texte ergänzen, sie sollten aber professionell

gemacht werden. „Einfach nur dem Azubi

die Kamera in die Hand drücken, das reicht

nicht.“

Übersichtliche Gestaltung

Das Design der Website muss mit einem ansprechenden

und übersichtlichen Design ausgestattet

sein. Modern ist das sogenannte „Flat

43


[spezial] Ausgabe 43 | März 2015 unternehmen [!]

Mit „Responsive Design“ wird eine Webseite je nach Bildschirmgröße des Endgeräts dargestellt.

Design“. Das setzt auf eine schlichte Gestaltung

und viele leere Flächen. Dadurch bietet

es eine hohe Übersichtlichkeit. Die Struktur

der Website muss klar sein. Die einzelnen Seiten

sollten unter sinnvolle, intuitiv erschließbare

Überschriften und Rubriken gestellt werden.

„Suchfunktionen machen eigentlich nur

bei großen Websites mit vielen einzelnen Seiten

Sinn“, erläutert Baumgartner. Wichtiger

wird auch das „Responsive Design“. Dieses erkennt,

ob das Gerät, welches die Internetseite

aufruft, ein PC, Smartphone oder Tablet ist. Je

nach Gerät wird dann die Anzeige der Website

optimiert. Da jeder Zweite unterwegs im Internet

surft und gerade diese mobile Nutzung

stark wächst, sollten Internetseiten auch für

den Abruf per Smartphone oder Tablet-Computer

optimiert sein. Der US-Internetkonzern

Google erregte unlängst Aufsehen mit der

Mitteilung, dass die „Mobil-Freundlichkeit“

der Internetseiten nun „eine signifikante Auswirkung

auf unsere Suchergebnisse“ hat. Das

heißt: Die Seiten der Unternehmen, die nicht

entsprechend optimiert sind, werden schlechter

gefunden.

Zielgruppenanalyse machen

Für alle Inhalte und Maßnahmen ist es wichtig,

sich zu überlegen, welche Zielgruppe damit

angesprochen werden soll. Junge Leute

werden durch andere Dinge angesprochen,

nutzen andere Funktionen und surfen öfter

als Ältere von unterwegs aus im Internet. Geschäftskunden

brauchen andere Informationen

als Privatkunden. Am Anfang der Webseiten-Gestaltung

stehen daher grundlegende

Überlegungen. Professionelle Hilfe bei diesem

Vorgehen bieten Marketing-Agenturen.

Bei diesen gilt: Je gezielter die Analyse werden

soll, desto höher der Preis.

Nutzerverhalten analysieren

Aus der Analyse des Verhaltens der Webseiten-Besucher

können Unternehmen wichtige

Rückschlüsse ziehen. Mit Google-Analytics

beispielsweise lässt sich erkennen, wie viele

Besucher sich welchen Inhalt ansehen, wie sie

sich auf der Webseite bewegen und wie lange

sie dort verweilen. Interessant ist auch, zu erfahren,

woher die Besucher kommen. Weitere

Informationen lassen sich über Fragebögen

gewinnen, so erhält man ein direktes Feedback.

„Wichtig ist es, das dann auch zu nutzen

und umzusetzen“, betont Baumgartner.

Für suchmaschinen optimieren

Eine Webseite ist nur sinnvoll, wenn sie auch

gefunden werden kann. Dazu muss man sie so

anlegen, dass sie in den Ergebnissen der Suchmaschinen,

beispielsweise Google, ganz oben

auftaucht. Studien zufolge haben nur die ersten

fünf Treffer einer Suche eine hohe Wahrscheinlichkeit,

angeklickt zu werden. Die besten

Ergebnisse erzielt man, wenn man

„Keywords“ verwendet. Diese Schlüsselwörter

sind Begriffe, die im Zusammenhang mit

dem Unternehmen eine hohe Relevanz haben.

Für einen Schneider wären das zum Beispiel

„maßgefertigter Anzug“, „Änderungsschneiderei“

oder „Stoffverkauf“. Diese

Begriffe sollten in den Texten auf der Website

häufiger auftauchen. „In einem Text von 100

Wörtern sollten mindestens vier Keywords

sein, um ein gutes Ergebnis zu erzielen“, rät

Illustration: © T. L. Furrer / Fotolia.com

Baumgartner. Neben der Verwendung der

Schlüsselwörter hilft es, die Webseite regelmäßig

zu aktualisieren. Monatlich müsse das

mindestens ein neuer Beitrag sein.

Kunden einen mehrwert bieten

Um die Seite aktuell zu halten, bietet sich zum

Beispiel ein Nachrichtenfeed an. In diesen Beiträgen

kann ein Unternehmen bei Kunden

mit branchenspezifischem Know-how punkten.

Durch Texte zu aktuellen Entwicklungen

oder Tipps zu den eigenen Produkten kann

ein Unternehmen seine Kompetenz zeigen.

„Wenn ein Nutzer erkennt, dass er vom Besuch

der Webseite einen Vorteil hat, ist die

Wahrscheinlichkeit hoch, dass er wiederkommt“,

sagt Baumgartner. Hier können oft

schon ein paar nützliche Links helfen. Die

Tipps können in größeren Abständen leicht

verändert wieder verwendet werden, so wird

der Aufwand kleiner.

social media auftritt

Soziale Medien wie Facebook, Twitter & Co.

haben den Vorteil, dass man über sie relativ

einfach Beiträge weit verbreiten kann. Sie dienen

dazu, die eigene Reichweite zu erhöhen.

Auch für Auftritte in sozialen Medien gilt,

e-Business-lotse

oberschwaben-ulm

dere-Business-lotse Oberschwaben-

Ulm ist ein Kooperationsprojekt mit den

Industrie- und Handelskammern Bodensee-Oberschwaben,

Ulm, Ostwürttemberg,

Hochrhein-Bodensee und der

Handwerkskammer Ulm. Koordiniert

wird das Projekt von der Hochschule

Ravensburg-Weingarten. Fördermittel

kommen vom Bundeswirtschaftsministerium.

Mit dem Programm „Mittelstand-Digital

– E-Kom petenz-Netzwerk

für Unternehmen“ fördert das Ministerium

eine Initiative, die den Einsatz von

Informationstechnologien und die Nutzung

des Internets zu Marketingzwecken

für Mittelständler zugänglicher

machen soll. Der E-Business-Lotse

bietet kostenlose Beratung, breites Wissen

rund um das Thema elektronischer

Geschäftsverkehr und hilft Unternehmen,

das Internet für eigene Zwecke zu

nutzen. Kontakt: E-Business-Lotse

Oberschwaben-Ulm, c/o Hochschule

RV-Weingarten, Lazarettstraße 1, 88250

Weingarten, Telefon: 0751 501 4917

E-Mail: info@eloum.net .

OcK

44


unternehmen [!] Ausgabe 43 | März 2015

[spezial]

dass sie regelmäßig aktualisiert werden müssen.

Am besten ist es, relevante Inhalte der

Webseite zu posten und zu verlinken. Ziel des

Auftrittes muss es sein, mehr Besucher auf die

eigene Webseite zu locken. Angst und Schrecken

verbreitet beim Thema Social Media der

Begriff „Shitstorm“: Ein schlechter oder unangemessener

Beitrag erfährt plötzlich viel Aufmerksamkeit

und wird mit – größtenteils unsachlicher

– Kritik, Satire und Schmähungen

überschüttet. Christian Baumgartner beruhigt:

„Wer für seinen Kundenstamm relevante

Dinge postet, läuft kaum Gefahr, einen Shitstorm

zu erzeugen. Sollte das doch einmal

passieren, dann müssen sie schnell und angemessen

reagieren.“

Vernetzen

Zur Reichweitenerhöhung ist es unerlässlich ,

vernetzt zu sein. Dazu gehört es, in Branchenverzeichnissen

präsent zu sein, sich auch mit

dem Dachverband zu verlinken und Verbindungen

zu Unternehmen herzustellen, die

branchennah tätig sind. Das Vernetzen hilft

potenziellen Besuchern, die Webseite schneller

zu finden – und dem Betreiber, aktuelle

Entwicklungen der Branche besser zu verfolgen.

andere möglichkeiten nutzen

Neben sozialen Medien bietet das Internet

noch zahlreiche andere Möglichkeiten. Wer

diese nutzen möchte, sollte dies mit der nötigen

Professionalität tun. Überhastet angepackte

und schludrig umgesetzte Projekte bedeuten

einen hohen Aufwand, verlaufen

schnell im Sande und gefährden obendrein

das Image.

Eine der vielen weiteren Optionen für Unternehmen,

im Internet besser wahrgenommen

zu werden, ist beispielsweise Google Business

View. Dieses Google-Feature bietet eine virtuelle

360-Grad-Tour durch Einzelhandelsgeschäfte

und Unternehmen. Der US-Internetkonzern

arbeitet dabei mit ausgesuchten

Partnern zusammen, einer davon ist die SÜD-

WEST PRESSE Online-Dienste GmbH (Ulm).

Frank Wiedemann, Leiter des Bereichs Digitale

Medien, erklärt die Vorgehensweise: „Bei

Google Business View wird die ganze Ladenfläche

oder der Betrieb von einem speziell zertifizierten

Fotografen fotografiert. Danach

werden die Bilder zu einer Panorama-Tour zusammengefügt.

Kunden können sich so online

einen guten Eindruck verschaffen.“ Auch

eine informative E-Mail-Werbekampagne

kann hohe Klickzahlen für den Internetauftritt

bringen.

Ansätze für Onlinemarketing gibt es viele. Experten

sind sich einig: Online-Marketing ist

ein sehr breites Feld und ein fortlaufender Prozess.

Im schnelllebigen, nichts vergessenden

Internet dürfen Unternehmen ihren Onlineauftritt

daher nie als „fertig“ betrachten, sondern

müssen ihn stetig weiterentwickeln.

Natürlich sind auch die in dem Artikel genannten

zehn Regeln nicht abschließend, sie

sollen lediglich eine Orientierungshilfe geben.

[!]

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Südwest Presse Online-Dienste GmbH

Frauenstraße 77 · 89073 Ulm

Mona Lonsinger · T 0731 156-167

m.lonsinger@swp.de

www.onlinewerben.de/

googlebusinessview

45


In der Natur stecken die prachtvollsten Farben. Gesteinsbrocken werden zerkleinert, dann durch eine Mühle getrieben. Am Ende stehen kostbare Naturfarben.

Die Mühle der Farben

Das gibt es heute fast nirgendwo mehr: Naturfarben, die wie vor hunderten und tausenden Jahren produziert werden.

Kremer Pigmente hat die Kunst in 70ern neu belebt –und gleichzeitig eine Marktlücke entdeckt.

Damit kein Zweifel aufkommt, weist ein

lebensgroßer Stier mit kobaltblauem

Fell und zitronengelben Gummistiefeln

an den Hufen den Weg zum Büro von David

Kremer, dem Geschäftsführer der Farbmühle

Kremer Pigmente in der kleinen

Ortschaft Aichstetten im äußersten Südosten

des Landkreises Ravensburg. Es ist ein weitläufiges

Anwesen, das sich da mit einem Ensemble

frisch renovierter Gebäude in unterschiedlichen

Farben entlang der Aitrach,

einem Nebenfluss der Iller, erstreckt. Gelassene

Ruhe beherrscht die Szenerie.

Früher befand sich auf dem Gelände eine Getreidemühle.

Das Wasserkraftwerk aus dem

Jahr 1920, das die Mühle mit Strom versorgte,

ist noch im Originalzustand. Heute freilich

wird in der Mühle

Erz statt Korn gemahlen.

Kein allzu

großer Unterschied.

Bevor es in

die Mühle kommt,

wird das sehr viel

härtere Gestein zu

handlichen Brocken

zerkleinert,

sodass sich der eigentliche

Mahl-

Firmengründer

Dr. Georg Kremer.

vorgang ebenso in

einer Kantinenküche abspielen könnte. Als

Resultat fällt hauchfeiner Staub in allen nur

denkbaren Schattierungen an. Die Körnung

ist so winzig, dass sie im Mikrobereich in „µ“

gemessen wird. Die fertigen Pigmente können

so kostbar sein, dass handelsübliche zehn

Gramm schon mal über 100 Euro kosten.

Wo treibe ich sMalte auF?

Naturfarben lassen sich anhand prähistorischer

Fels- und Höhlenmalereien bis in die

Anfänge der Sesshaftigkeit von Menschen zurückverfolgen.

Ihre Bedeutung schwand im

Zuge der Industrialisierung. Die Großchemie

produzierte rationell und kostengünstig alles

Erdenkliche, Naturfarben verschwanden vom

Markt. Und das so umfassend, dass Mitte der

70er Jahre den Vater von David Kremer, Georg

Kremer, der Hilferuf eines befreundeten Restaurators

erreichte: Smalte, ein gemahlenes

Glas blauer Farbe, sei nirgends aufzutreiben.

Georg Kremer, promoviert in Physikalischer

Chemie und seinerzeit Forscher an der Uni

Tübingen, fühlte sich herausgefordert. Er experimentierte

so lange, bis er die Rezeptur für

die Herstellung von Smalte-Pigmenten wiederentdeckte

– und eine Marktlücke. Also

gründete er eine Firma für die Herstellung natürlicher

Pigmente aus Mineralien, aus Erden

und Pflanzen. Die historischen Rezepte fand

er überwiegend in

der Literatur aus

dem Mittelalter.

Kremers Mut sollte

belohnt werden.

Die Nachfrage

nach seinen Produkten

war unerwartet

groß. Anfang

der 80er Jahre

fand der Unternehmer

das Anwesen

in Aichstetten. Er

Geschäftsführer

David Kremer.

baute die Firma aus. Heute beschäftigt das Unternehmen

50 Mitarbeiter.

Es ist ein weltweites Geschäft, das von Aichstetten

aus abgewickelt wird. Die Palette der

Erze, die verarbeitet werden, reicht von seltenen

Edelsteinen bis zu relativ häufig vorkommenden

Silikaten. Geschürft werden die Mineralien

in Bergwerken und Gruben in aller

Herren Länder. Die ergiebigsten Lagerstätten

befinden sich in Südamerika, Afrika und Indien.

Abnehmer sind neben Restauratoren

Malergeschäfte, Architekten, Künstler und

Hobbymaler. Die Kunden sind ebenfalls über

die ganze Welt verstreut. Denn Kremer Pigmente

sind weltweit eine Rarität. Kremers

nächstgelegener Partner hat seinen Sitz in

Japan. [!]

Hartmut mauscH

46


unternehmen [!] Ausgabe 43 | März 2015

[leben]

Mähen oder mähen lassen?

Ja, man kann auch beim Rasenmähen ein Glas Rotwein genießen – während der Roboter seine Runden dreht.

Technischer Support. Gerne. Aber braucht man gleich einen Gärtner? Stefan Loeffler sprach mit sechs Führungskräften

über ihren Grünen Daumen. Sie alle legen selbst Hand an. Sei‘s auch nur, wenn‘s ums Grobe geht.

1) Ist der Garten oder Balkon für sie nur eine „Fläche“

oder liegt er Ihnen wirklich am Herzen?

2) Haben sie manchmal Dreck unter den Fingernägeln,

oder erledigt die arbeit am Ende der Gärtner?

3) Was ist Ihre Lieblingspflanze?

4) Welches ist Ihr schrägstes, lustigstes oder schönstes

Gartenerlebnis?

5) Läuse, Nacktschnecken, Nachbarn oder Erfolgsdruck.

Was mögen sie an der Gärtnerei überhaupt nicht?

6) Welcher rasenmäher-typ sind sie? Der Genaue, der

Bequeme, der High-tech-Verliebte oder der um Fünfvor-acht-Noch-schnell-Drübermäher?

7) Was sagt Ihr Partner oder Ihre Partnerin zu Ihrem

Grünen Daumen?

Sascha Menges ist beim Rasenmähen

ein entspannter Genießer.

Der 44-jährige Geschäftsführer

der Gardena GmbH und

Standortleiter der Husvqarna

Group in Deutschland ist verheiratet

und hat zwei Kinder.

Hans-Peter Zagermann (60)

hat schon einmal unangenehme

Bekanntschaft mit einer

Brombeerhecke gemacht. Der

gelernte Schriftsetzer ist verheiratet

und hat zwei Söhne. Von

1990 bis 2014 war er Betriebsratsvorsitzender

im Druckhaus

Ulm-Oberschwaben, seit

kurzem ist er Vorsitzender der

Naturfreunde Ulm.

1) Der Garten liegt mir am Herzen; da kann ich richtig abschalten und

bin in der freien Natur zwischen Igeln, Blindschleichen, Kröten und

den vielen Vögeln.

2) Es kommt schon häufiger vor, dass nach der Gartenarbeit der Dreck

unter meinen Nägeln zu sehen ist.

3) Echte Schlüsselblume, sie kündigt die wärmeren Jahreszeiten an.

4) Um die hochrankenden, ausgereiften Brombeeren am Gebäude in

drei Meter Höhe zu ernten, bestieg ich eine Leiter. Die rutschte weg

– und ich fiel in die stachelige Brombeerhecke.

5) Nachbarn, die für den naturbelassenen und nicht so aufgeräumten

Garten weniger Verständnis haben.

6) Bei dem unterschiedlichen Gelände mähe ich mit der Motorsense.

7) Meine Frau liebt das von mir hergestellte Gsälz mit den Brombeeren

aus dem Garten.

1) Mein Garten ist Leben, Natur und Familienmittelpunkt.

2) Ich bin gerne selber im Garten tätig.

3) Mein Apfelbaum.

4) Wettrutschen mit den Kindern auf der Wasserrutsche.

5) Giersch ... wird man ja schier nicht mehr los!

6) Ganz klar: der entspannte Genießer – mit einem Glas Wein in der

Hand dem Robotermäher zuschauen. Das ist fast wie Meditation

für mich.

7) Sie habe den Grüneren Daumen.

Foto: © Inga Nielsen /

Fotolia.com

47


[leben] Ausgabe 43 | März 2015 unternehmen [!]

Foto: denira © guy / Fotolia.com

1) Ist der Garten oder Balkon für sie nur eine

„Fläche“ oder liegt er Ihnen wirklich am Herzen?

2) Haben sie manchmal Dreck unter den Fingernägeln

oder erledigt die arbeit am Ende der Gärtner?

3) Was ist Ihre Lieblingspflanze?

4) Welches ist Ihr schrägstes, lustigstes oder schönstes

Gartenerlebnis?

5) Läuse, Nacktschnecken, Nachbarn oder Erfolgsdruck.

Was mögen sie an der Gärtnerei überhaupt nicht?

6) Welcher rasenmäher-typ sind sie? Der Genaue, der

Bequeme, der High-tech-Verliebte oder der um Fünf-voracht-Noch-schnell-Drübermäher?

7) Was sagt Ihr Partner oder Ihre Partnerin zu Ihrem Grünen

Daumen?

Wolfgang Hergeth liebt den

Geruch von frisch gemähtem

Gras. Der 46-jährige Vater von

zwei Kindern ist seit 2013

Geschäftsführer der Alko

Geräte GmbH in Kötz.

1) Im Garten kommen für mich Beruf und Berufung auf ideale Weise

zusammen. Ich bin grundsätzlich gerne an der frischen Luft im Garten

– und mit innovativen Gartengeräten macht es noch mehr Spaß.

Den Geruch von frisch gemähtem Gras, den Anblick einer sauber

geschnittenen Hecke oder die dicht behängten Obstbäume zu genießen,

ist einfach herrlich!

2) Als Schwabe achte ich natürlich auf den Geldbeutel, spare mir den

Gärtner und mache alles selbst. Es ist ja auch schön, nach getaner

Arbeit auf der Terrasse zu sitzen und „sein Werk“ zu betrachten. Nur

einen treuen Helfer möchte ich nicht mehr hergeben: unseren

Mähroboter.

3) Astern, Begonien oder Clematis: Bei der Vielfalt an Blumen und

Pflanzen weiß ich zwar oftmals nicht, um welche Art es sich handelt,

aber eigentlich mag ich alles, was blüht.

4) Eines Samstagmorgens blickte ich aus dem Fenster und traute meinen

Augen nicht. Meine Nachbarin warf just in diesem Moment ihr

gesammeltes Laub über den Zaun auf unser Grundstück. Nach einem

freundlichen Hinweis konnte das Ganze aber – ohne Krach am

Nachbarzaun – aus der Welt geschafft werden.

5) Ich ärgere mich eigentlich nur, dass ich bei meiner Frisur bei schönem

Wetter nur mit einer Kopfbedeckung aus dem Haus kann. Ansonsten

bekomme ich sofort einen Sonnenbrand. So ist die Mütze

im Garten zu meinem Markenzeichen geworden.

6) Ich habe von der Nagelschere über den Schiebemäher bis zum Aufsitzrasenmäher

alles im Garten getestet. Mein Favorit ist und bleibt

unser Mähroboter. Der Rasen sieht immer perfekt gepflegt aus und

das lästige Wegfahren des Grasschnitts fällt weg.

7) In Schwaben gibt es ja die Redensart „Net gschimpft is globt gnua“,

also würde ich sagen: Meine Frau ist mit meinem Einsatz und dem

Ergebnis zufrieden.

Tanja Ratsch wohnt mit

ihrem Mann in einem Gewächshaus.

Die 44-jährige Diplom-

Ingenieurin der Landespflege,

Redakteurin und Autorin gründete

1998 den Pflanzenhandel

Flora Toskana.

1) Pflanzen sind meine Leidenschaft, sie faszinierten mich von Kindesbeinen

an mit ihrer Formenvielfalt. Sie sind für mich keine „Dekorationsgegenstände“,

sondern wertvolle Lebewesen aus aller Welt,

die ich gerne sammle.

2) Wir beschäftigen zwar vier Mitarbeiterinnen, aber ich arbeite Vollzeit

im Betrieb mit, dreckige Fingernägel täglich inklusive, ebenso nasse

Füße vom Gießen und der abendlichen Erschöpfung, einen erfüllten

Tag inmitten exotischer Pflanzen-Raritäten verbracht zu haben.

3) Blattschmuckpflanzen wie Palmen, Rauschöpfe, Palmlilien und Co.

sind das eine Steckenpferd; das andere Zitruspflanzen, insbesondere

die Bergamotte, deren Saft eine herrlich erfrischende, selbst gemachte

Limonade ergibt. Und natürlich Kaffir-Limetten, mit denen

ich häufig koche.

4) Wir führen einige Arten, die in Europa selten kultiviert werden. Da

ist es ein besonderes Erlebnis, wenn zum Beispiel die Orchideenbäume

blühen oder der Florettseidenbaum seinen Flor zeigt. Wenn

Sapotes, Breiäpfel und andere tropische Früchte reif sind, genießen

wir Delikatessen, die es frisch in keinem Obstregal zu kaufen gibt.

Die ganze Belegschaft fiebert den Maulbeeren entgegen, die wir direkt

von den Zweigen naschen.

5) Wo viel wächst, blüht und fruchtet, fällt leider auch viel organischer

Abfall an. Es gleicht einer Sisyphos-Arbeit, in den Quartieren Ordnung

zu halten, da ständig Blüten und Blätter fallen, Erde rieselt und

das Gießwasser alles zu Matsch vermengt.

6) Unser Gelände pflege ich ganz bewusst extensiv mit zwei Mahden

pro Jahr. Nach über zehn Jahren stellen sich mit Fasan, Wachtel,

Turmfalke, Hermelin und Kaninchenbauten die gewünschten Erfolge

ein: inmitten der Agrarwüste eine kleine Oase zu schaffen.

7) Mein Mann ist Betriebsinhaber und teilt mit mir das Leben mit und

in der Gärtnerei, denn wir arbeiten nicht nur in unserem 5000 Quadratmeter

großen Gewächshaus, sondern wir wohnen auch darin.

48


unternehmen [!] Ausgabe 43 | März 2015

[leben]

Christian Kuhlmann betrachtet

sich als Mann fürs Grobe.

Seit 2008 ist der 57-jährige Vater

zweier Kinder Baubürgermeister

in Biberach.

Benny Jäger hat zu seinem Bedauern

wenig Zeit für die Gartenarbeit.

Der 52-Jährige ist Bassist

bei Herrn Stumpfes Zieh &

Zupf Kapelle und betreibt seit

2009 den Kulturhof Erpfenhausen

bei Gerstetten auf der

Schwäbischen Alb.

1) Der Garten ist das Herzstück unseres Hauses und für uns sehr wichtig.

Wir leben in einem Atriumhaus – mit dem Garten in der Mitte.

Das Leben im Garten, die Jahreszeiten, das Blühen und Welken der

Pflanzen erleben wir das ganze Jahr über sehr intensiv.

2) Meine Frau und ich kümmern uns selber um den Garten; sie ist aber

die Spezialistin.

3) Eine allein kann ich nicht benennen. Ich mag besonders die Vielfalt

der Stauden, die für ein sich ständig wandelndes Bild im Garten sorgen

– ohne dass wir viel dafür tun müssen.

4) Die Feldmaus, die im Sommer auf der Terrasse um unsere Füße wuselte.

Leider ist sie dann im Wasserbecken

ertrunken.

5) Das ist der Vorteil eines Atriums. Es gibt

keine Nacktschnecken, keine Nachbarn

und keinen Erfolgsdruck. Aber Läuse sind

nicht zu verhindern.

6) Ein weiterer Vorteil: Wir haben keinen

Rasen.

7) Den Grünen Daumen hat meine Frau, ich

bin der Mann fürs Grobe.

1) Unser Haus, der Garten, die Wiesen und Wälder drum herum, das

ist doch alles unser Lebensraum und verlangt Aufmerksamkeit.

2) Wenn ich abends nach einem arbeitsreichen Tag auf der Bühne stehe,

hoffe ich, dass meine Fingernägel zumindest für die Leute in der

ersten Reihe einigermaßen sauber aussehen.

3) Das ist schon immer die Trauerweide. Leider habe ich keine in meinem

Garten.

4) Als ich einmal mit meiner Frau romantisch im Freien übernachtete,

sind wir gegen Morgen von einem Sturm überrascht worden. Zum

Glück waren wir ja nur im Garten und nicht in freier Wildbahn.

5) Mich stört an der Gartenarbeit am meisten, dass ich zu wenig

Zeit dafür habe.

6) Der Kreative. Mit dem Rasenmäher kann man ja auch gestalten:

einen geschwungenen Weg über die Wiese für unsere

Festgesellschaften, einen zusätzlichen Parkplatz oder ein

Fußballfeld. Oder einfach etwas Ornamentik à la Kornkreis.

7) Wahrscheinlich würden wir einmal das ideale Rentnerehepaar

abgeben, das nur noch in und für seinen Garten lebt.

Aber ich glaube, diese Rente kommt nie.

Fotonachweise:

Maus © Iosif Szasz-Fabianv / Fotolia.com;

Marienkäfer © olympus E5 / Fotolia.com;

Blattläuse © guy / Fotolia.com

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49


[namen & nachrichten] Ausgabe 44 | Mai 2015 unternehmen [!]

Seifert-Gruppe

wächst mit

Dienstleistungen

Die Ulmer Logistikgruppe Seifert

hat ihren Umsatz im Jahr

2014 um zwölf Prozent auf 115

Millionen Euro gesteigert. Für

2015 plant Firmenchef Harald

Seifert ein Plus von acht Prozent.

Die Seifert Logistics

Group, die zuletzt ihr neues Lager

im Ulmer Norden an der A 8

eröffnet hat, verfügt über 33

Standorte und beschäftigt 913

Mitarbeiter, das sind 63 mehr

als 2013. Seifert wächst stark

mit Kontraktlogistik. Dabei

montieren die Mitarbeiter unter

anderem Teile für Kunden

und liefern sie direkt an die Produktionsbänder.

Airport-Chef

verlässt

Friedrichshafen

Gerold Tumulka, Geschäftsführer

des Flughafens Friedrichshafen,

übernimmt im Sommer

nach dreijähriger

Tätigkeit

eine

Aufgabe an

einem Großflughafen

im Ausland.

Gerold Tumulka

zieht es ins

Ausland.

Glacis-Galerie zieht viele Kunden an

Sechs Wochen nach der Eröffnnung der 130

Millionen Euro teuren Glacis-Galerie in Neu-

Ulm zeigt sich Center-Manager Alexander Gavriliu

zufrieden: „Die ersten Wochen sind gut

angelaufen.“ Die Kunden kämen nicht nur aus

Ulm und Neu-Ulm, sondern würden bis zu 40

Im Gespräch

ist Kuwait.

Der Flughafen

Friedrichshafen

erreichte nach Jahren

der Krise 2014 ein positives

Ergebnis. Die Zahl der Fluggäste

stieg um elf Prozent auf

590.000.

Paukenschlag

in der Ulmer

IT-Szene

Es kommt nicht häufig vor, dass

ein Unternehmenschef beim direkten

Nachbarn anheuert.

Eberhard Macziol (53) hat das

getan. Der Mitgründer und Namensgeber

der Ulmer Software-

Schmiede Fritz & Macziol

(F&M) wird Chef der Unternehmensentwicklung

der Software-

Firma Wilken. Diese erzielte zuletzt

mit 500 Mitarbeitern einen

Umsatz von 58 Millionen Euro.

Macziol hatte das Unternehmen

nach Unstimmigkeiten

und einer persönlichen Auseinandersetzung

mit dem anderen

Gründer Heribert Fritz im

Herbst 2013 verlassen. F&M ist

nach dem Ausstieg aus dem

wankenden Imtech-Konzern inzwischen

vom französischen

Multi-Konzern Vinci gekauft

worden.

Fahrminuten zurücklegen. Das Einkaufscenter,

das am Bahnhof Neu-Ulm liegt, verfügt über

rund 100 Läden. Darunter ist die spanische

Modekette Zara. Im Sommer verlegt Thalia

seine Ulmer Filale dorthin. Am 3. Mai ist verkaufsoffener

Sonntag in Neu-Ulm.

Stadtwerke Ulm

mit Verlust von

30 Millionen Euro

Der Jahresfehlbetrag der Stadtwerke

Ulm/Neu-Ulm 2014 fällt

mit 30,4 Millionen Euro mehr

als 5 Millionen Euro höher aus

als erwartet. Der Grund: Die

SWU hatte sich vor Jahren an

konventionellen Kraftwerken

beteiligt, die sich heute wegen

des Überangebots an Strom

nicht mehr lohnen. Im Sommer

löst Klaus Eder SWU-Chef Matthias

Berz vorzeitig ab. [!]

[impressum]

Verlag/Herausgeber

Neue Pressegesellschaft

mbH & Co. KG

Frauenstraße 77, 89073 Ulm

Geschäftsführer:

Thomas Brackvogel

Redaktion

Alexander Bögelein (verantw.),

Irmgard Städele,

Anschrift wie Verlag

Anzeigen

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(verantwortlich)

Anschrift wie Verlag

Gestaltung

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Fotos

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Marc Hörger, Volkmar

Könneke, Getty Images, imago,

PR, Archiv

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Kronenbergstraße 10

74321 Bietigheim-Bissingen

Objektleitung

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Telefon 0731 156-515, Fax 481

unternehmen@swp.de

Mediaberatung

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E-Mail s.kulbe@swp.de

Auflage: 15 000 Exemplare

Nächste Ausgabe

15. Juli 2015

Die Themen

„Erlebniswelt“

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17. Juni 2015

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Die Verbrauchswerte beziehen sich auf die zur Markteinführung (03/2014) verfügbaren Motoren

(GLA 200/200 CDI/200 CDI 4MATIC/220 CDI/220 CDI 4MATIC/250 und 250 4MATIC) sowie

GLA 45 AMG (ab 06/2014). Kraftstoffverbrauch GLA 45 AMG 4MATIC – GLA 200 CDI innerorts/

außerorts/kombiniert: 9,9–5,2/6,1–3,7/7,5–4,3 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 175-114

g/km; Energieeffizienzklasse: D–A. Die Angaben beziehen sich nicht auf ein einzelnes Fahrzeug

und sind nicht Bestandteil des Angebots, sondern dienen allein Vergleichszwecken zwischen den

verschiedenen Fahrzeugtypen. Abbildung enthält Sonderausstattungen.

Anbieter: Daimler AG, Mercedesstraße 137, 70327 Stuttgart

Partner vor Ort: Niederlassung Ulm/Neu-Ulm

Von-Liebig-Straße 10, 89231 Neu-Ulm, Telefon: 0731 700-0, www.mercedes-benz-ulm.de

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